Nr. 299 Zweiter Blatt Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags, Tie „Siehener Zamillenblätter" werden dem «Anzeiger* viermal wöchentlich beigelegt, das „Kreisblatt für den Kreis Sietzen" zweimal wöchentlich. Di- „randwirlschaftlichen Seit- srageir" erscheinen monatlich zweimal. Jahrgang General-Anzeiger für Gberhesjen Montag. 2t. Dezember 1914 Rotationsdruck und Verlag der Brühl'sche» Universitäls - Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen. Schriltleitung,Geschäftsstelle ».Druckerei: Schtll» straße7.Geschä!tsslclle u.Verlag:^Eö1,Schri!l- leitung: 112. Adresse für Trahtnachrichlew Anzeiger Gießen. VieNriegrtagung derhessischen Landstände. rb. T a r m st a d t, 19. Dez. Die am Donnerstagabend zu Ende geführte zweitägige Beratung der beiden Ständekammern hat in ihrem ganzen Verlauf bewiesen, daß gleich dem Beispiel des größten deutschen und verschiedener kleinerer Parlamente I auch die hessischen Landstände die Verhältnisse der gegenwärtigen großen und schweren Zeit voll zu würdigen wissen. Es wurden dieser Kriegstagung von der Regierung natürlich nur diejenigen Ofesetzenttvnrse vorgelegt, die der jetzigen Gesamtlage entsprechend sich als dringend notwendig erwiesen hatten; .alle andern, noch so dringlichen Anforderungen oder Wünsche bleiben für eine spätere und hoffentlich nicht allzuferne Zeit zurückgestellt. Jetzt koimte es nur gelten, mit den zur Vorlage gebrachten Gesetzentwürfen/ der Staatsverwaltung ein festeres Rückgrat zu schaffen, oder, wie der Herr Staatsminister in seinem Schlußwort sagte, sie ordnungsmäßig fortzusühren und die Störungen des Wirtschaftslebens im Lande nach Möglichkeit sernzu- halten. Hätten sich schon die parlamentarischen Ausschüsse bei ihren kurzen Vorberatungen über die verschiedenartigen staatlichen Anforderungen auf eine streng sachliche Beurteilung beschränkt und von jeder kleinlichen Erwägung oder Geltendmachung anderweiter Gesichtspunkte, als den nationalen, ferngehalten, so folgten diesem Geist der Einmütigkeit auch die beiden Ständekammern selber. Nachdem am ersten Tag der Zusammenkunft die feierliche Eröffnung und Konstituierung vollzogen worden war, begnügten sich beide -Kammern bei den Beratungen am zweiten Tage zumeist mit dem kurzen mündlichen oder schriftlichen Bericht des Ans- I schußberichterstatters und nahmen die Vorlagen, deren Beratung in normalen Zeitläuften monatelang« lebhafte Aus- isprachen erfordert haben würde, ohne jede weitere Be» Handlung einstimmig an. Von den Ausschüssen waren überhaupt nur in zweien von den zum Teil ziemlich innfang- reichen und schwierigen Vorlagen einige kleine Slbänderun- ■gen praktischer Art vorgenommen worden, denen die Regierung gern zustimmtc: dem Gesetzentwurf über das Außerkrafttreten von Borschristen der Städte- und Landgemeinde- I ordnung und über ein vereinfachtes Enteignungsverfahren zur Beschaffung von Arbeitsgelegenheit und zur Beschäftigung von Kriegsgefangenen. Zu dem erstgenannten wurde auch noch ein Aillrag Leun genehmigt, wonach auch für Kontrolleure eine Stellvertretung erfolgen kann. Im Vordergrund der Verhandlungen über die durch den Krieg notwendig geivordenen Maßnahmen stand die Abänderung des Wahlgesetzes vom 3. Juni 1911, soweit es sich auf die gesetzlich festgelegte Erneuerung der Zweiten Kammer bezieht. Wie schon früher erwähnt, hatte man in weilen Kreisen geglaubt, am einfachsten über hie schwierige Lage hinwegkommen zu können, wenn sich auf dem Wege sog. kampfloser Wahlen unter Wahrung des fetzigen Besitzstandes der Parteien die halbe Erneuerung der Zweiten Kammer vollziehen würde. Dazu war aber eine absolute Einmütigkeit der Parteien erforderlich, und da eine solche infolge einer Sonderforderung der äußersten Linken nicht erreicht werden konnte, so blieb der Regierung nichts weiter übrig, als einen Gesetzentwurf vorzulegen, durch den bestimmt wird, daß die nach dein Wahlgesetz im Jahwe 1914 vorgesehenen oder in der ersten Halste 1915 notwendig werdsrden Wahlen zur Zweiten Kammer auf die zweite Hälfte des Jahres 1915 verschoben werden. Der zuständige Ausschuß hatte bei seiner Beratung schon einen Antrag Dr, Fulda, wonach für diese Wahlen die Bestim- ' mutigen über die Steuerrückständigkeit des Wählers usw keine Anwendung finden sollten, abgelehnt und bei der Be- ratung im Plenum kam dann auch der Gesetzentwurf ohne jede Abänderung einstimmig und ohne Aussprache zur Annahme. Me einstimmige Annahme auch dieses Gesetzentwurfs scheint der Regierung, die zuerst sich dem Gedanken kampfloser Landtagswahlen sympathisch gegenüber- gestellt hatte, besonders wertvoll und erfreulich gewesen zu ,ein, denn in seinem Dank an die Zweite Kammer für die einmütige Zustimmung zu den Regierungsvorlagen begrüßte der Staatsminister „ganz besonders den einhelligen Entschluß, daß der politische Friede im Land durch Wahlkämpfe in dieser ernsten Zeit nicht getrübt werden darf." Wie nach den Schlußworten des Staatsministers, in denen er den festen Willen aller Deutschen betonte, „in Einigkeit zusammenzuhalten, bis der Friede erkämpft ist, den kein Feind mehr zu stören wagt", so brach das Haus auch während der tief empfundenen vaterländischen Rede des Kammerpräsidenten .in wiederholte stürmische Bravorufe ans, als dieser in eindringlichster Weise au die Daheimgebliebenen die ernste Mahnung richtete, in dieser gewaltigen Zeit stets groß und allezeit opferbereit zu bleiben und sich derer würdig zu zeigen, die draußen vor dem Feinde fechten. Die Volksvertreter bekräftigten dieses Gelöbnis mit einem dreimaligen begeisterten Hoch aus das deutsche Vaterland und die hessische Heimat. Zu Beginn der Rede hatten sich die Mitglieder aller Parteien von den Plätzen erhoben und sie stimmten auch alle in dieses Hoch mit ein. In den Schlußsitzungen beider Kammern herrschte überhaupt eine kaum je dagewvsene Freudenstimmung. Kürz vor Beginn der Sitzung war das amtliche Telegramm aus dem Großen Hauptquartier bekannt geworden, das den neuen großen Erfolg der deutschen Waffen über die Russen meldete. Entfachte schon das Bekanntwerden dieses Sieges eine helle Freuoc, so stieg diese zur höchsten Begeisterung, durch die von der Obersten Heeresleitung in der ganAen Welt verbreitete öffentliche Feststellung, daß bet den Kämpfen in Russisch-Polen die Tapferkeit westpreußischer u. hessischer Regimenter die Entscheidung gebracht habe. Wer mit einiger Aufmerksamkeit die tächichen knappen und ungeschminkten Meldungen unserer obersten Heeresleitung verfolgt hat, der wird ermessen, welch ungeheure Auszeichnung in diesen wenigen Worten liegt. Höchst selten einmal ist den Bayern oder Württembergern bei ganz besonderen Anlässen eine öffentliche Erwähnung von oberster Stelle aus zuteil geworden, und nur einmal bisher wurde auch dem ostpreußischen Landsturm und der schlesischen Landwehr diese Ehre zuteil. Und wenn jetzt in dem kurzen Siegestelegramm neben den westpreußischen auch der hessischen Regimenter gedacht wird, deren Tapserkeit in den Kämpfen in Nordpolen die Entscheidung brachte, so ist das in der Tat ein Zeugnis, das alle Herzen in Hessen höher) schlagen läßt. Tue Wtrkung dieser Meldung war denn auch die, daß in beiden Ständekammern sofort stürmische Hochrufe auf Hindenburg und seine tapferen Truppen erklangen. Die kurze Kriegstagung der hessischen Lcmdstände fand damit einen Abschluß, wie er schöner und erhebender kaum gedacht werden kamt. In der vaterländischen Geschichte Hessens aber werden die jüngst verflossenen Tage dauernd als leuchtende Rtthmestage genannt werden! Auch Holland rüstet. Alle Länder Europas werden von den Folgen des gewaltigen Weltkrieges betroffen, auch die kleinsten, deren einziger Wunsch es ist, neutral zu bleiben und friedlich weilerzuleben. Die Schweiz hält ihre Grenzen militärisch besetzt, um jeder möglichen Gefahr vorzubeugen, und leidet kaum weniger schwer wirtschaftlich, als die kriegführenden Völler. Auch Holland, das durch den Weltkrieg, allerdings hauptsächlich durch die Rücksichtslosigkeit Englands, hart betroffen ist, trifft andauernd weitgehende militärische Maßnahmen, um seine Nentralität zu schützen. Ms der deutsche Vormarsch durch Belgien erfolgte, bemächtigte sich der sonst so phlegmatischen Holländer eine begreifliche Nervosität. Diese Erregung ist jetzt sehr geschwunden. Mau hat in Holland eingesehen, daß die Furcht vor einer Neutralitätsverletzung vpn seiten der Deutschen völlig unbegründet war. Wenn das Keine Königreich trotzdem schwere finanzielle Opfer bringt, um Heer und. Flotte in Bereitschaft zu setzen, so geschieht dies nur, um -gegen Gefahren gerüstet zu sein, die den Niederlanden vielleicht vvn änderet. Seite im Laufe des europäischen Krieges drohen könnten. Die Ereignisse haben gezeigt, daß nicht alle Länder es mit den Geboten der Loyalität und des Völkerrechts so genau nehmen wie Deutschland, das von seinen Feinden als Ver- tragsbrecher verschrien wird. In der letzten Zeit hat die niederländische Regierung eine Reihe wichtiger militärischer Vorkehrungen getroffen, die keinen Zweifel an ihrem festen Willen lassen, für alle Möglichkeiten vorbereitet zu sein. Eine Kriegsanleihe von 250 Millionen Gulden soll in der allernächsten Zeit in Holland ausgenommen werden. Diese Kriegsanleihe wird zum- Teil den Charakter einer Zwangsanleihe tragen. Die Provinz Seeland, die die Scheldemündung umfaßt, wird in starken Verteidigungszustand gesetzt. Besonders die Forts von Blissingen, die bekanntlich dazu bestimmt sind, die Einfahrt in die Schelde und nach Antwerpen zu verloehren, werden mit gewaltigen Geschützen versehen. Alle die kriegerischen Vorbereitungen und'Rüstungen bekunden natürlich keineswegs die Absicht Hollands, in die gegenwärbigcht Kriegsereignisse einzugreifen. Sie sind nur Vorsichtsmaßregeln. Tie Beruhigung, die in der holländischen öffentlichen Meinung über die militärischen Maßnahmen Deutschlands erfreulicherweise allmählich eingetreten.ist, ersülll unsere Feinde aber naturgemäß mit Sorge. Deshalb versuchen sie wieder, im Trüben zu fischen und neues Mißtrauen zu säen. Ihr letztes Manöver in dieser Richtung ist der Versuch, Besorgnis in Holland wegen der Wirkung des von der Türkei verkündeten heiligen Krieges auf die eingeborene Bevölkerung der niederländischen Kolonien in Ostindien zu erregen. Es ist allerdings eine Tatsache, daß Königin Wilhelmine über viele Millionen Mohammedaner herrscht. Mus der schönen und siuchtbaren Insel 'Java allein wohnen 36 Millionen Mohammedaner, deren Religion allerdings mit hinduistischen Vorstellungen verquickt ist. Das Christentum! hat auf Java, trotz der laugen Besetzung durch Europäer, sehr geringe Fortschritte gemacht; die ganze Insel zählt heute höchstens 20 000 eingeborene Christen. Ans Sumatra) ist die etwa dreieinhalb Millionen Köpfe zählende malaiische Bevölkerung gänzlich mohammedanisch und zum Dell vvrk großem religiösem Fanatismus beseelt Die erbllterteir Kämpfe, die seit vielen Jahren zwischen den holländischen: Kolonialtruppen und den Atch,ncsen stattfinden, sind dafür ein Beweis. Wer der Gedanke, daß der hellige Krieg, den Sultan Mohammed V. in Koitstantinopel verkündet hat, einen Aufstand in Niederländisch-Judien Hervorrufen könnte, der die Herrschaft der Holländer bedrohen würde, muß als^ ganz phantastisch bezeichnet werden. Ganz dieselben Befürchtungen haben unsere Feinde bekanntlich in Italien wegen Tripolis zu erregen versucht, bis die feierliche Erklärung der türkischen Regierung, daß das Gebot des helligerr Krieges nur für die Fernde der Türkei gelte, ihnen ihr verlogenes Handwerk legte. Aehnlich verhält es sich mit einem Einfluß des heiligen Krieges auf die Moharmneixrner in Java und Sumatra, die außerdem viel weller entfernt stnbu Kolonialkänipfe hat es dort immer gegeben, sie werdet? auch jetzt nicht aufhörcn, aber ihre Entfachung zu einem allgemeinen Aufstand durch die Berkündung des Helligen Krieges in Konstantinopel gehört ins Reich der Fabelt Die hob« kindische Regierung wrrd diese grob eingefädelte Jntrigue wohl auch bald durchschaut haben, und wenn ihre Rüstungen zum Tell durch die Sorge um ihre Kolonien veranlaßt sind, so dürsten es viel eher Japans Gelüste aus ihren pstindi- schen Besitz sein, die sie nrllitärische Vorkehrungen treffeir lassen. An den Usern der vzura. Das noch vor wenigen Wochen fast unbekannte Flüßchen Btzura hat jetzt weltgeschichtliche Bedeutung erlangt; an seinen Ufern ist die Entscheidung»>ü;lachl des gewaltigen Völkerringens in Polen geschlagen worden. In weitem, nach Südosten geöffnetem Bogen fließt die in den Wäldern nördlich von Lodz entspringende Bzura nach Osten, um sich, nachdem! sie hinter Lowitsch die von Süden kommende Rawka ausgenommen hat, wieder nach Norden zu wende» und an Sochaczew vorbei der Weichsel zuzufließen. Sie durchsttöiNt ein vielfach sumpfiges, noch meilenweit mit dichter» Wäldern bedecktes Gebiet, und ihre Ufer sind viel weniger fruchtbar, als etwa die weiten Strecken des Gouvernements Radom. t mmerhin ist im letzten Jahrzehnt durch das Wstrocknen einzelner umvfgebiete und die Anwendung landwirtschaftlicher Maschinen brauchbarer Ackerboden gewonnen worden. Auch die Schafzucht an der Bzura befindet sich nicht in so gutem! Zustand, wie in an- Beethoven vor Gericht. Einen wertvollen neuen Beitrag zu Beethovens Lebrnsgeschichtr hat Dr. Max R e i n i tz in Wien entdeckt, indem er eine Reche bisher gänzlich unbekannter, auf den Meister bezüglicher Prozeßakten aus- stndig machte, die jetzt im Austrage der Schriftleitung der „Deutschen Rundschau" Gustav Ernest im Januarhefte dieser Zeitschrist bearbeitet und in ihrer Bedeutung für Beethovens Biographie gewürdigt hat. Es handelte sich dabei vor allem um bisher zum Teil ganz unbekannte Prozesse, die der Tondichter gegen seine Schwägerin JohannavanBeeihovcn.die Gattin seines um vier Jahre jüngeren Bruders Karl geführt hat, und deren Bedeutung nur unter Berücksichtigung der Persönlichkeit dieser Frau zu verstehen ist Johanna van Beethoven ist nämlich nicht allein eine Verschwenderin, sondern auch eine sittlich ties heruntergekommene Pev4 sönlichkeit gewesen, die den übelsten Ruf genoß. Ganz natürlich ist es, daß Beethoven mit seinem strengen sittlichen Empsinden eine bcstige Wneigung gegen die Schwägerin cmpsand, durch deren Schuld obendrein auch noch sein Verhältnis zum Bruder gespannt iwurde Trotzdem ließ er nicht darin nach, dem Bruder gefällig zu sein und ihn zu unterstützen; selbst so törichte Wünsche, wie den nach ein Paar Pfauen, war er bestrebt, dem Bruder, als dieser krank lag, zur Erfüllung zu bringen. Während seiner Krankheit bat Karl den Mcilster um ein istnlehen von 1500 Gulden, die dieser, obschon selbst gerade damals in schwer bedrängter Lage, ihm gewährte, nachrem die Schwägerin die Bürgschaft dafür übernommen und unter dem 12. Aprll 1813 eine Schuldurkunde darüber ausgestellt hatte. Einige Monate später verlangte dann Beethoven die Zurückziehung der Gelder von ihr. Dieses Vorgehen erllärt sich sehr natürlich, wenn man sich vergegenwärtigt, dag im selben Sommer Frau Streicher ihn hinsichtlich seiner körperlichen und häuslichen Bedürfnisse in „d?olatem Zustande' gesunden hat: „Er hatte nickt nur keinen guten Rock, auch kein ganzes Hemd!" Und aus derielben Zeit erzählt Spohr, Beethoven habe einmal ein paar Tage^ nicht ins Svcischaus kommen können, weil sein einziges Paar Stiefel ausgebessert werden mußte. Er brauchte also das Geld, für das die Schwägerin gebürgt hatte, nöttgst. Wie ans den von Dr. Reinitz entdeckten Akten hervorging, trat er die Schuld an den Verleger Sleiner ab, der sic einklagte und sich vor Gericht dann mit Johanna Beethoven dahin einigte, daß sie die Summe in besttmmten Raten abzuzahlen sich vervslichtetc. Schließlich blieb aber Beethoven dem Verleger doch haftbar, und da die Schwägerin ihre Verpflichtung wieder nicht erfüllte, so hat Beethoven Steiner als Entschädigung für seine Forderungen nicht weniger als 4 Sonaten, ein Trio, ein Quartett, die 7. und 8. Sinfonie und noch anderes mehr unentgeltlich überlassen. Was das für ihn bedeuten wollte, kann man ganz erst ermessen, wenn man sich vergegenwärtigt, wie eigenttich Beethovens materielle Lage in dieser Zeit seines Lebens war. Dick Berechnungen, die Ernest darüber angestellt hat, haben ihn zu dem Ergebnis geführt, daß des Meisters Durchschnittseinkommen von 1816 bis zu seinem Tode 1827 im ganzen nicht mehr als 4500 Mark jährlich betragen haben kann, eine -Summte, die für seine und des von ihm miterhaltenen Neffen Bedürfnisse nur mit Npt ausrcichte und ihn nicht vor steten Geldbedrängnissen bewahren konnte. Das war der eine Prozeß, den Beethoven mit seiner bedenklichen Frau Schwägerin zu führen hatte. Der andere bezog sich auf seinen N e f s e n , jenen Sohn Karls und Johannas van Beethoven, der in des Meisters Leben eine so unheilvolle Rolle gespielt hat, Ueber ihn hatte der Bruder bei seinem Tode im Jahre 1815 ihn testamentarisch zum Vormunde ciitgrsetzt, und Beethoven war entschlossen, seine Pslichtm gegen den Neffen im höchsten und edel- Sinne zu erfüllen, Dazu aber erschien ihm vor allem durchaus notwendig, daß er dem Einflüsse der zur Mitvormünderin ernannten Mutter entzogen werde, und das konnte nur auf gerichtlichem Wege, geschehen. Fünf Jahre lang schleppte der Prozeß sich mit wechselndem Glück hin, bis endlich im Jahre 1820 die auch vom Kaiser als letzte Instanz bestätigte Entscheidung siel, daß die Mutter gänzlich von der Vormundschaft auszuschlicßen sei Es eröfsnet einen tiefen Blick in die unerschöpfliche Güte dieses gewaltigen Menschen, daß er trotz aller Bitterkeiten, die ihm die Schwägerin bereitete, doch immer noch mit Nachsicht und Liebe ihrer zu gedenken vermochte. Findet sich doch ln seinem Tagebuche einmal ein erschütterndes Gebet zu Gott für seinen „teuren Karl", den Neffen, worin es heißt: „Segne mein Werk; segne die Witwe, warum kann ich nicht ganz meinem Herzen folgen und sie die Wittve fftrder —" hier bricht das Manuskript ab. Und als der Knabe der strengen Schule eittlies und zu der nachsichttgen Mutter flüchtete, schrill, Beethoven: „Karl hat gefehlt, aber Mutter — Mutter — selbst eine schlechte, bleibt doch immer Mutter." * — Ein neues Händel-Porträt, Ein bisher unbe- kamttes Bildnis Hältdels, das ftüheste Porträt des Meisters, das wir besitzen, wird im neuesten Heit des Century Magazine zum erstenmal veröjsentlicht. Weymer Mills bietet hier eine Würdigung der historischen Miniaturen aus der großarttgen Miniaturensanun- lung des Engländers Francis Wellesley, von der man bisher nur dnnlle Kunde gehabt hatte. Diese Miniaturensammlung, die eine der wichttgsten Kollektionen ihrer Art ist, war bisher nämlich noch nie beschrieben oder photographiert worden. Mills erzählt nun von den kostbaren Schätzen dieser anmuttgcn Kunst, die hier vereinigt sind, und bildet einige Proben ab, darunter auch das Porträt Handels. Die Welleslcy-Sammlung ist reich an Werken der berühmten englischen Miniaturmaler Richard Cosway, George Engleheart, Thomas Lawrence, des Wieners Friedrich Füger und vieler anderer. Sie besitzt auch Werke von weniger bekannten Meistern, unter denen neben John Faber Bernard Lens der Interessanteste ist, Bon Lens stammt auch das Händcl-Porttät, und es gilt als sein Meisterwerk. Lens, der Zeichenlehrer am Chrisps Hospital war und auch den jungen Horace Walpole in der Kunst des Zeichnens unterrichtete, soll eine neue Art der Miniaturmalerei, nämlich die auf Elienbein, eingeführt haben. Das Händel-Bild, das um das Jahr 1710 entstanden sein muß, gehört zu den seltenen Stücken dieses Meisters auf Elfenbein, während seine meisten Werke auf Pergament gemalt sind. Im Jahre 1710 kam der junge damals 25jährigr Händel, bereits ein berühmter Maestro, znm erstenmal nach London, das von nun an die Hauptstätte seiner Trüimphe werden sollte. Er war Leiter der Hofkapclle in Hannover und führte sich zunächst am englischen Köuigshofe als Klaoiervirtuose glänzend ein. Nicht lange daraus fand seine Oper „Rinaldo" beim Londoner Publikum einen beispiellosen Erfolg. In diesem Glanz seiner ersten Triumphe ist Händel aus dem Bilde von Bernard Lens dargestlllt. Er sitzt in einer Baumlaitdsckutft, anmutig hingelagert und den einen Arm, der llnc Flöte hält, in einer echten Rokokopose kokett auf die Hüfte gestützt, Bon der Baumsilhouette hebt sich scharf der von einer langen Perücke umnxtllte Kopf ab mit bcn lebhaft glänzenden Augen und dem sprechenden zu einem leichten Lächlln geschürzten Mund. Neben ihm liegt ein ausgcschlagcne» Nolenbuch. Die elegante Kleidung, die malerische Drapierung eines dunllcn Ucberwurfs über dein langen Schößerock, das zierliche Jabot und die Spitzenvorstöße an den Aermeln künden von dem vornehmen Auftreten des Meisters, der damals in seiner jugendlichen Anmut und Genialität die Welt bezauberte. deren polnischen Provinzen. Dasikr wird hier ein starkes, trotz seiner geringen Kröß« doch sehr ausdauerndes Pferd gezüchtet, und auch an Hornvieh und Schweinen ist kein Mangel, wie sich in den dichte» Wäldern noch viel Wild aushält. Bis L o witsch dehnen sich die sumpfigen Wald gebiete auf beiden Usern. Als ehemalige Hauptstadt eines selbständigen Fürstentums hak dieser setzt von den Deutschen besetzte Ort heute noch prächtige Kirrt »eu, ein früher dem Erzbischof von Gnesen dienendes Residenzschtoß. sowie alle Klöster der Dominikaner und Bernhardiner als Zeichen seiner einstigen Größe aufzuweisrn. Im Jahre 1795 ging dos Fürste,rtum in den Besitz des russischen Staates über: 1807 schenkte Napoleon es dem Herzog Davoust, woraus es nach dem Verfall der napolconischen Herrschaft Domäne der russischen Krone nmrd«. Während des poltrischeit Aufstandes vom Jahre 1831. war Lowitsch ‘ein heiß umstrittener Punkt: die Polen hatten den ivichtigcn lieber- igangspunkt über die Bzura ohne Bvfestigwigen gelassen und muß- ten ihn nach tapferem Widerstand den Russen aUSliescrn, die ihrerseits die Stadt stark befestigten, große Magazine anlegtcn und alle Angrissc des Gegners erfolgreich abwehrtcn. Bei Lowitsch mündet das Flüßchen Skierniewka, an dessen Usern die 1454 erbaute Stadt Skierniewice liegt. Sie war Eigentum der Erzbischöfe von Gnesen, die hier einen Palast besaßen nnd in den Wäldern der Bzura häufig auf Elentiere und Auerochsen jagten. Von S o ch a - czew aus ist die Bzura den ganzen Sommer hindurch ins zur Weichsel schiffbar. Auf schneller, an die Elbsahrt bei Äusig erinnernder Talfahrt erreicht man die stcilabfallcnden User der Weichsel. Ein Dutzend grauer Schiffsmühlen, eine alte Kirckre mit kleinem Turm und ein kleines weißes Rathaus mit flachem Dach, um beide, herum niedrige, wenig einladende Häuser und am Landungsplätze ein buntes Gewimmel jüdischer Händler, das ist dats Bild von, Wyszogrod, dem der Bzalramündung gegeiiüberliegenden Hasen. Der 5<. Genossenschaftstag. A Darmstadt, 20. Dez. Der Vorstand der hessischen landwirtschaftlichen »Genossenschaften hielt am Samstag mittag im Kaisersaal tzu Darmstadt seinen 51. Berbandstag ab, der von den Genossenschaften aus allen drei Provinzen stark besucht war. Verbandsprä- sidcnt Oeko-nomierat Walter begrüßte die Versammlung, die in Deutschlands schwerster Zeit stattsinde, um über die wirtschastlick-cn Verhältnisse Hessens zu beraten und hoffte, daß die von so ge- gvaltiIen Erfolgen gekrönte deutsche Einigkeit auch im hessischen Genoiscnschaftswescn wieder Einigkeit herbeiführen werde. Der (Vorsitzende gedachte dann mit warmen Worten der inzwischen verstorbenen Vorstandsmitglieder: Oekonomicrat Jakob Schmitt I.« Guirtersblum, Oekonomierat Dr. Heidenreich, Vorsitzenden der landioirtsch. Zcntralgenossenschast und Dr. Fitting, des ersten geschästssührenden Direktors, der den Heldentod sürs Vaterland erlitt. Wie der Vorsitzende weiter mitteilt, sind zur heutigen Versammlung 176 Genossenschaften vertreten, die Versammlung ist also 'beschlußfähig. Da infolge der geplanten Abänderung der Verbands- Aatzungcn der jetzige Ausschuß zurückzutreten beabsichtigt und am ^Schluß der Sitzung eine Neuwahl sämtlicher 18 Ausschußmitglieder Ftattfindeu soll, wird aus Anregung des Vorsitzenden eine aus den iHerren G ö t t m a n n »Höchst i. O., Bürgermeister Schmidt- Echzcll und Hirsch-Alzey bestehende Vorschlagskommission ge- Ivählt. ' Der Vorsitzende gibt sodann nähere Erläuterungen zu dem ,gedruckt vorliegenden Jahresbericht für 1913. Es wird darin betont, daß das Jahr 1913 für das Hess, landw. Genossenschaftswesen ein Unglücksjahr war. Der Zusanrmenbruch des Sparund Kreditvercins Nieder-Modau, die Liauidation der Reichsgenossenschaftsbank und der Landwirtschaftlichen Genossenschaftsbank haben einen großen Teil der Hess, landw. Genossenschaften «llifs Schwerste erschüttert. Manche Genossenschaft konnte die Erschütterung nicht aushalten, sie "mußte liquidieren: die Mehrzahl der Gensosenschaften war jedoch stark genug, sich lebensfähig Izu erhalten und ihren Mitgliedern nach wie vor die Vorteile zu gewähren, welche den Genossen von jeher geboten umrdeu. Durch 4xrs Eiirtretcn des Staates und Gctvährung des NotstLrdsdar- leheus von 1 Million und des Kredits von 2 Millionen, sowie d« Urtterstellung der ncugegründctcn Zentralkasse unter staatliche Aufsicht, kehrte das anfangs geschwundene Vertrauen zur "Genossenschaftssache langsam wieder zurück, der Geschäftsbetrieb lder einzelnen Genossenschaften hob sich wieder und es steht zu hof- ! fen, daß bei treuer Zusammenarbeit aller im Hess, landw. Genossenschaftswesen tätigen Organe die schweren Schäden im Laufe sder Zeit wieder geheilt werden. Im Berichtsjahr nmrden im .ganze 463 Verwaltungsrevisionen vorgenommen und zwar bei 283 »Spar-u. Darlehnskasseir, 122 Bezugsgenossenschaften, 16 Molkereigenossenschaften, 40 sonstigen Genossenschaften und 2 Zentral- janstalten. Durch das Rechnungs-Revisionsbureau wurden bei 479 ^Genossenschaften postenweise Revisionen der Bücher vorgenom- ,men. Die Ergebnisse dieser Berbandsrevisionen können bei der großen Mehrzahl der Genossenschaften als befriedigend bezeichnet werden. Bei einer Anzahl von Genossenschaften imißtc je- Tvch, teilweise wiederholt, leider festgestellt werden, daß altbewährte geschäftliche oder genossenschaftliche Grundsätze nicht die erforderliche Beachtung gefunden haben und infolgedessen für die betreffenden Genossenschaften allerlei Schwierigkeiten entstanden sind. Die 'Revisionsberichte sind auch mit den Begleitschreiben öfter rricht >zur Kenntnis sämtlicher Vorstands- und Aufsichtsrats-Mitglieder -gelangt. Der Mitgliederbestand betrug am Schlüsse des Geschäftsjahres 1913 607 Genossenschaften (gegen 677) am Schlüsse 1912, darunter 363 Spar- und Darlchnskassen und 157 Bezugs- genoisenschasten, 26 Molkerei- nnd 27 Wrnzergenossenschaften. Dre Gesanrrmitgliederzahl betrug 63 406. lieber den Jahresbericht entstand eine Debatte, in (welcher B eck e r - Sprendlingen für die weitere Beibehaltung des ‘Kellerei-Inspektors eintrat und um Wcitergewährung des Beitrags von 1000 Mark dastir ersuchte. W ei d man n - Höchst i. O. weist! auf den Fehlbetrag bezüglich der Kellereikontrollc hür. Wann aber di« Winzergenossenschaften den Inspektor für nötig erachteten, so müsse der Posten auch weiterhin bewilligt werden. Becker- Sprendlingen entgegnet der Kellerei-Jnspektor sei sozusagen der Hecht im! Karpsenteich: er sei zurzeit absolut notwendig, um das Weingeschäft überhaupt im Gange zu halten. Möbus-Trebur ersucht um Aus- kunft über ein Guthaben von 40000 Nktk., das bei der L G. B erscheine. während andererseits noch eine Bankschuld von 279 000 Mk. bestehe. Ter Vorsitzende erklärt, das Guthaben fei inzwischen ab- gcschrieben und darnach die Schuld auf 239 000 Mk. vermindert worden. Direktor Mager geht auf die Frage der Revisionen näher ein und betont, man merke bei der Tnrchsrch- der Rcoistonsü berichte ost nicht, daß im Hinblick auf die schweren Zeiten die Ermahnungen gefruchtet hätten. Es scheinen manche Genossen,chaftm anzunehmen. daß sie ruhig ebenfalls sündigen könntan, weil dies! einmal auch in Darmstadt geschah. Das Anlegen des ganzen Geldes in Hypotheken könne leicht üble Folgen haben. Die jetzigen großen Gcldübcrschüssc sollten die Genossenschaften zu Rate halten, denn wenn nach dem Kriege wieder eine intensive Wirtschaft Platz griffe, würden die Mittel wie Butter an der Sonne zusammenschmelzen' Man solle überhaupt deu Blick stets auf das Ganze lenken und das Interesse der Allgemeinheit nicht außer acht lassen. (Zustimmung h Ueber die Entlastung des Verbandsvvrstandes bezüglich der Rechnung und Bilanz für 1911 und 1912, sowie Vorlage und Bescheidung der Rechnung und Bilanz für 1913 berichtet Schröckert -Ober-Ingelheim namens der Kvmmifsion Er stellt fest, daß die Buchführung für richtig befunden wurde, jedoch dir Art derfelben bemängelt werden müsse. Di« Beanstandungen aus den Jahren 1911/12 seien im Geschäftsjahr 1913 beseitigt worden Der Redner beantragt die Entlastung für 1911, 1912 n 1913, auch des Verbandspräsidentrn und des geschästssührenden Direktors sür Geschäftsführung und Jahrrsrrchnung, die von der Versammlung einstimmig ertellt wird. Zn einer längeren D eba tte führt darauf der Antrag der SpNv- unb Darlehnskasse e. G m. u. H. Daulenheim um Festsetzung der Jahresbeiträge der Gcnoffenfchaften wie folgt: Grundtare 20 Mk.. Zuschlag 0,12 Mk. für 1000 Mk. des Gesamtumsatzes. Minnnalbritraq 30 Mk. Die Festsetzung eines Mapimalbeitrags imtrrbleibt, jede Genossenschaft hat den ihr nach ihrem Gesamtum- latz zusallcnden Jahresbeitrag voll zu zahlen Dieser Antrag wird von Lehrer Blaß-Dantenheim kur, begründet. Weidmann- Höchst wendet ftch gegen den Antrag und macht aisf die Berichte» denartigkeit der Gcnossenschasten ausmerksam. Man könne ost mit den kleinen mehr Arbeit l>aben, als mit den großen, nnd solche mit großem Umsatz hatten oft nur einen klekuen Getoinn. Somit wäre cs unrecht, die Beiträge nur nach dem Umsatz und ohne Höchstsatz zu bemefsen. Schmuck- Wendelsheim ist ähnlicher Ansicht und wünscht auch die Vornahme von Abschreibungen am Genossenichasts- ihausc. Direftor M a g er beleuchtet die Schwierigkeiten bei der Festfetzung der Verbandsbeiträgc nnd schlägt vor, die ganze Frage dem Vcrbandsausschuß zu überweism. Die Versammlung beschließt daraus, diese Ueberweisung mit dem Ersuchen, dem nächstjährigen Verbandstag eine Vorlage über die Regelung der Beitragsfrage zu .machen. — Ein in derselben Sache von der Spar- und Darlehnslasse St. Johann gestellter Antrag war vorher zurückgezogen worden, weil sich der Referent im Felde beftndet. Es folgt nun die Beratung über die Abänderung der bestehenden VerbandSsntzungcn, die sich besonders auf die Bestimmungen über den Ausschluß von Gcnossenschasten usw. beziehen. Die Acnderungen werden mit Ausnahme der Ausschlußfrage einstimmig angenommen. Mit der Beratung der letzteren wurde ein Ausschuß betraut, der auch als Re- nungsprüfungskommissiou fungieren soll und auS den Mitgliedern: Bürgermeister Haller-Offenthal, Gemeinderechncr Schröckert -Oberingclheim, Lehrer Lorbacher -Vilbel und den Stellvertretern Rechner Eckstein-Griesheim, Lehrer Edling - Flomborn und Molkereidirektor Stedten-Reichelsheim besteht. Die Vorschlagskommission gibt darauf ihre Vorschläge sür die neuen Verbands-Ausschußwahlcn bekannl. Sic emvfiehlt die Herren: Oekonomierat Wal 1 e r-Langseld, G rün ewa l d-Babenhausen, Oekonomicrat H a nrm an n - Biebesheim, Oekonomierat Stoll-Georgenhausen, Weidmann-Höchst i. O., Ritz- Darmstadt, Bill- Ostheim, Geh. Rrg.-Rat Bichmann - Darmstadt, Bürgermeister Schmidt- Echzell, Bürgermeister Birken- st o ck - Ranstadt, Kl o e s-Vilbel, S t a n g - Schotten, Oekonomierat Keller- Svießheim, Bürgernieister Lösch- Wald-Ueloers- heim, Schmuck-Wendelsheim, Wernher -Nierstein, Beiter- St. Johann und Bürgermeister Achebach - Weinolsheim. Die Versammlung nahm dies« Vorschlagsliste einstimmig durch Zuruf an, womit die Genannten zu Mitgliedern des Verbandsausschnsses auf 6 Jahre gewählt sind. Dir Hälfte hat jeweils nach drei Jahren durch das Los auszuscheiden. Nachdem dies festgestellt, schloß der Vorsitzende mit einer kurzen Ansprache und einem dreifachen Hoch auf das Blühen und Gedeihen des hessischen Genossenschaftswesens die Versammlung, an die sich um 2 Uhr ein gemeinsames Mittagessen im Kaisersaal onschloß. Verlustliste. Rcscrve-Jnfantcric-Rcgimcnt Nr. 222, Gießen. MeSnil, FromelleS und la Boutillerie vom 31. 10. bis 14. 11. 14. 1. Kompagnie: Mnsk. Otto Habermehl aus Wallenrod, tot. — Musk. Friede. Ostheim a»S Echzell low. — Musk. Fritz Bommann aus Falkengesäß low. — Musketier Karl Glenz aus Lich low. 2. Kompagnie: Offiz.-EIellv. Karl Stein aus Bayern schvw. — Musk. Karl Schäfer aus Gleiberg low. — Musk. Karl Rybka aus Gleiwitz low. — Musk. Ernst Koller aus Wetzlar low. — Musk. Karl Hain ans Jrobnhaufe» low. — Musk. Andreas Thlerer ans Giengen low. — Musk. Wilhelm Tönile au? Mosingcu Ichvw. — Gelr. Wilhelm Lich ans Oberndort tot. — MuSk. Heinr. Schilling ans Hainchen low. — 'Musk. Iohs. Wallbott aus Kraftsolms ichvw, — Musk. Ernst Hirschhorn aus Wetzlar low. — Musk. Hermann Hirt aus Leipzig low. — Musk. Johs. Jakob aus Vilbel low. — Gelr. Adots Wieder aus Garbenheim low. — Gesr. Theodor Zimmer aus Lich low. — Gesr. Bruno Radecke aus Rettert low. — Gesr. Allred Ruvpcl aus Paschwitz low. — Gesr. Friedrich Schneider aus Orleshausen low. 3. Kompagnie: Musk. Hch, Herzberger aus Lauter low. 4. Kompagnie: Musk. Georg Seyfried ausKl.-Karben tot. — Mnsk. Friedrich Schmitt aus Aplar lviv. — Musk. Karl Feußer aus Gießen low. 9. Kompagnie! Ers.-Res. Ernst Eberhardt aus Leipzig tot. — KriegSsreiw. Rud. Hofmann auS Wallertheim lviv. 10. Kompagnie: Feldw. Jakob Philipp Mrmz ans Wochenheim lvw. — Musk. Fridolin Fetter aus Sängern tot. 11. Kompagnie; KriegSireiw. Karl Galli aus Biebrich schvw. — 'Musk. Gust. Grün aus Lißburg lvw. — M»Sk. Ewald Schulz aus Berlin schvw. — Krtegsireiw. Wllbelm Stoiber auS Wehen lvw. — Ersatz-Res. Adam Römer aus Klem-Echmal- bach tot. 12. Kompagnie: Offiz.-Stellv. Rudolf Wichmann aus Obergebra lvw. — Uffz. Daniel Jayme aus Rolabaeb lvw. — Ers.°Re!. Leo Eckert aus Mondield lvw. — Gcfr. Johann Brückl aus Simpering lvw. — Kricgssreiw. Alois Mundschenk aus Laubenheim lvw. — KriegSireiw. Ernst Müller aus Laubenheim tot. — Ers.-Res. Peter Neuman» aus Worms lvw. — KriegSsreiw. Fritz Böttger auS Biebrich lvw. — KriegSsreiw. Albert Eby aus Mainz lvw. — KriegSsreiw. Valentin Gerhard auS Hühnlein lvw. — Ers.-Res. Georg Frledmann auS Worfelden lvw. Au» Stadt und Cattdw Gießen, 21. Dezember 1914. Auf dem Felde der Ehre gefallen. (Aus Hessen und den Nachbargebieten.) Felwebel-Leut. Ehr. Seidel, Aug.-Garde-Rat. 4, aus Breidensteln. — Kriegstreiw. Robert Rumps, Ref.-Jagerbat. 24, aus Marburg. — Ersatz-Res. Ph. K a s s e n b e r g e r, Jns.-Rgt. 98, aus Orleshausen. — Geireiter Friedr. Weber, Landw.-Jns.- Rgt. 40, aus Ossenbach a. M. — Osf.-Etellv. Wilh. Kurz, Jns.- Rgt. 80, aus Hanau. — Landwehrm. Wilh. Mack, Landw.-Erf.- Bat. 41, aus Nauborn. — Unteroff. der Res. Hermann Gramer, Res.-Jns.-Rgt. 221, aus Ossenbach a. M. ** Heilstättenverein für das Großiherzvg- tum Hessen. Am 17. dieses Monats fand im Sitzungssaal der Landesversicherungsanstalt in Darrnfdadt die ordentliche Mitgliederversammlung statt, die ttotz der Kriegszeit aus allen Teilen des Hesfenlarkdes besucht ivar. Der Vorsitzende Geheimer Regierrrngjsvai Dr. Dietz begrüßte die Versammlung und erstattete den Geschäftsbericht für 1313. Die beiden Bereinsheilstätten, die Eleo- noren-Heilstätte für weibkiche Lungenkranke und die neu in 1913 in Betrieb genommene Luply-Heilstätte zu Gießen waren stets gut besetzt, letztere mußte schon im ersten Jahre ihres Bestehens erweitert werden, um nur einigermaßen den überaus zahlreichen Aufnahurggesuchen Lupitskoanker genügen zu können. Bei den Sanierungsmaßregeln in Heubach, die mit kräftiger Unterstützung der Landesversicherungsanstalt Ende 1912 in Angriff genommen wurden, konnten in 1913 schon erfreuliche Ergebnisse verzeichnet werden. Es wurde weiter ein Kindergarten eingerichtet nnd eine besondere Kindergärtnerin bestellt, auf dem Spielplatz ein Kinderfreibad eingerichtet. Abzüglich der von verschiedenen Seiten gewährten Beihilfen hat der Verein für Heubach in 1913 etwa 3700 Mk. ausgewandt. Die von ihm in Heubach geschaffene Einrichtung für Warmbäder wird nicht imr von den Schulkindern, sondern auch von Erwachsenen fleißig benutzt. In den Kinderheilstatwnen Hirschhorn und Lampertheim wurden in 1913 zusammen 95 tuberkulöse Kinder verpflegt. — Der Rechnungsbericht schließt mit 300 250,66 Mk. Einnahmen und 294 227,05 Mk. Ausgaben ab. Unter letzteren ist als zweite Rate der Bankostcn der Lupus-Heilstätte ein Bettag von zirka 102 000 Mark ent halten. Die Baurechnung ist noch nicht abgeschlossen. Bei der Neuwahl von Ausschuß- uud Vorstandsmitgliedern wurden die satznugsmäßig Ausgelosten wiedcrgewählt. **■ Zur Beawrung tut vroictt"»er vvb Lleves- gaben. Zahlreiche Angaben lassen erkennen, daß vielfach die Ansicht herrscht, daß Ende Dezember wieder eine Paket Woche Uattjindct. Zur Vermeidung von Enttäuschungen und unnötigen Sendungen erinnert das Stellvertretende Generalkommando daran, daß bestimmungsgemäß die nächste Paket wo che c r st a m 2 3. Januar beginnt. Das Stcltvettrttcndc Generalkommando benutzt diese Gelegenheit, um gleichzeitig bekannt zu geben, daß ihm von den im W c ft en im Felde stehendeil Trig»- pen und Behörden die Bitte zilgegangm: ist. in den nächsten Wochen keine Wollsachen und keine Eßwaren hinauszusenden, da nach Eingang der Weihnachtssenduugeu an diesen ltzegenständen überall Ueberfluß herrsch«: das einzige, was den Truppen im Westeil vorläusig fehle, seien elektrische Taschenlampen mit brauck»- baren Ersatzbatterien. Lluch durfte es sich empfehlen, im Hinblick aus eine längere Dauer des Krieges mit dem Absenden von Paketen etivas hauszuhalte:!, um die finanziellen Mittel der einzelnen Familien nicht über Gebühr anzuspaunen. F e l d p o st s c » d u » g e n mit » n z u l ä I s i g e r A d r e s s e. Neuerdings werden öfters Feldpostbriefe, besonders Zeitungen, uuter Bricsumschlag, mit der Adresse ,A» «in beliebiges Ütcgimeul im Oslcn" oder ,Än ein Etappenlazarctt im Westen" u. a. m. nnsgel,eiert. Derartig unbestimmt adressierte Sendungen können von der Post nicht w e i t e r g e s a n d t, müssen vielmehr als unbestellbar bebandelt werden. ** Schlechte Jagdergebnisje. T-ie Hasenjagden fallen in diesem Jahre nach übereinstimmenden Mitteilungen reckst kärglich aus. Tie Sckuckd liegt nicht daran, daß augenblicklich die besten Schützen im Kriege ihres Amtes walten — unsere' alten Nimrode sind meistenteils nicht mein dienstfähig fürs Feld, — sondern an den schlechten Witterungsverhälttiijscii im Frühjahr, die den jungen Hasen oerderblick- wurden. Bei 'den Treibjagden ivird jetzt kaum ein Drittel des bisl-ettgen Ergebnissts zur Strecke gebracht. Die Folge dieser lläglichen Refullate sind die recht hohen Hajenpreise. Mancher wird darum aus seinen gewohnten Weihnackstshasenlnaten verzichten müssen. Kreis Lautcrbach. A Herb stein, 19. Dez,. Zur Gewiirnrmg von Eisenerzen in den reichlstllttgen Erzlagern des nördlichen Bogelsbcrges hat die Firma Hrch. Wilh. C l o o s nnd Wlh. M o l l zu Nidda in diesem Jahre für ein Gelände von: 15 091 814 Quadrattnetern das Bergwerkseigentum^ erworben. Die Eisenerzlager erstrecken sich über die Gemcc» kungen Eirgclrod, Eichenrod, Eichelhain, Hopfmaunsfeld/ Dirlammen, Maar, Heblos, Sickendorf, Reuters wid Salle*- rod int Kreise Lauterbach, und Brauerschwend und .Hörgersdorf im Kreise Msfeld. Etarkenburg und Nheinhrssea. ' O Assolterbach, 17. Dez. Für die am II. November in Frankreich geiallencn Reservisten Adam Heckmann und Wendel Heid fand am Mittwoch abend in der Kirche eine G «dacht »Isseier statt. Tie Herren Jäger und Krämer, sowie der Geiangverein .Frohstim" sangen eindrucksvolle Lieder. Der Ortsgeistliche gedachte der geiallcnen Krieger. Bis jetzt sind a»s »»sercr Gemeinde bereits sechs Krieger gefallen, von denen fünf in der 8. Kompagnie des Reserve-Jnfanterie-Regiment» Nr. 118 standen. i&iß - Hessen-Nassau. m. Neustadt, 18. Dez. NackHein nun die landwirtscbastlicheir' Arbeiten ihren Slbschluß geftinben haben, bietet sich für die kleinenl Landwirte eine willlommeue Arbeitsgelegenheit als Holzhaue« in den 461 Hektar großen städttscheu Waldungen. Die Strüstve» waltung läßt zurzeit für das BetrickSjahr 1914/15 das erforderliche Holz zum Einschlag bringen, ivaS unter Anfficht des Stadt- sürsters von vierundzwanzig Holzhauern ausgefühtt wird. 'Auch in den angrenzenden ausgedehnten Staatswaldeingen und den vor> Törnbergschen Revieren hat das Holzhauen begonnen, wobei eben- falls eine größere Anzahl Leute lohnende Beschästigging finden. Tie Einnahmen der Stadt aus dem verkauften Holze betragen pro Jahr, je nach den Preisen auf dem Holzmarfte, 25 000 bis 28 000 Mark. Für Unterhaituug und Pflege des Waldes sowie Werbuilgskvsten werden jährlich 4000 bis 4500 Mark verausgabt, so daß der Stadtkasie immerhin noch eine Reineinnahme von 21 000 bis 23 500 Mark verbleibt. h. Usingen, 18. Dez. In mehreren Gemarkungen des Kreises hat die Kornaussaat unter dem Schneckenfraß so gelitten, daß die bestellten Ofrundftücke umgepflügt werden mußten. Teilweis koumen die Accker noch mit Weizen bestellt werden, die übrigen müssm bis zuni Frühjahr brach liegen bleiben. Der Landrat hat an die von dem Mißgeschick betroffenen Landwirte die dringende Aufforderung gerickstet, die Grundstücke int Frühjahr unter allen Umständen neu zu besäen und fordert über die Befolgung der Anregung von den betreffenden Bürgermeistern einen Bericht bis zu etnem festgesetzten Termin ein. [] Kassel, 18. Dez. In der in dieser Woche hier abgehaltenen Llusschußsitzung der Landes Versicherungsanstalt Hessen-Nassau mackite der Vorstand Mitteilung, loelchen Einfluß der K r i e g in den ersten vier Monaten auf den Geschäftsgang der Landesversicherungsanstalt gemacht lsttbe. Bereits im August seien die Einnahmen um 239 000 Mk. (also um ein Drittel) gegen das Voffahr zurückgegangen, im Septeinber habe der Rückgang 296 000 Mark bettagen und sei dann im Oftober auf 274 000 Mk. und im November aus 234 000 Mk. gefallen. Bei der BerichterstatMng über die aus Anlaß des Krieges gettoffenen Maßnahmen zeige sich, daß die Mittel der Anstalt in bedeutendem Maße zur Li n de ru n g der Kriegsnot verwendet wurden. Es soll auch in Erwägung gezogen werden, den aus dem Felde als Invaliden heinikehrendeit Bersichctten eine mehttähttge llnterslützirng in Form eurer Ev°> Höhun g der Rente zu gewähren. Gießencr Strafkammer. th. Gießen, 17. De». Urteilsverkündungen. In der am Dienstag, den 15. Dezember fottgesetzten Bor Handlung gegen den Bäckergesellen H. W. Pr. und den Taaelöhner Adolf 38., beide von Rommelhausen, erkanitte die Sttaskammer die Angeklagten wegen gemeinsam begangenen Einbrnchdiebstahls (es handelt sich um 12 Sack Weizen) ichuldig, verneinte aber, daß der Diebstahl unter Milführung von Waffen ausqesührt sei, billigte den Angeftagttn mildernde Umstände zu und erkannte aus 1 Jahr Gefängnis sür jeden der Angeklagten. — Das Urteil gegen bat Direktor M. vom Ober-Roßbacher Brunnen lauttte wegen sahr- läfsiger NalirungSmittclversälschung auf eine Geldstrafe von 5 Mk. oder hilssweise auf 1 Dag Gefängnis, sowie Tragung der Kosten des Bersahttns in allen 4 Instanzen, die das Verfahren bereits durchlaufen hat. Ein alter Sünder. Gegen den Mejßbinder- und Tapeziermeister Joh. T. von Bersrod wurde wegen schivcrer Sittlichkeitsversehlungen ^ unter ?lus- schluß der Oefftntlickikeit verhandelt. Nach der ösfentlichai Urteilsverkündung konnte sich der Gerichtshof nicht entschließen, dem 3ln- gellagten, einem Manne in der Mitte der 50er Jahre, mildernde Umstände zuzubilligen und hielt eine dreijährige Zuchthanssttase ftir angemessen. Wegen der an den Tag gelegten niedrigen Gesinnung wurden dem ?lngellagten die bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von 5 Jahttn abgesprochen. 3 böse Gießener Buben haben sich durch dlbentaierlust vetteiten laffan, eine ganze Reihe von Straftaten auszusühren. Der 15 Jahre alte Schlosserlchrling B. und der gleichaltrige Mechanikerlehrling H. haben, wie sie vor der Strafkammer zugestehen, dreimal abends spät nach Schluß des Geschäfts sich mittels Tietnchs Eingang in einen Lade» am Wetzlarer 38eg verschafft und dort Eßwaren »nd Zigarre» usw. gestohlen. Sie haben das Diebsgut nach einer oerichlossenen Gartenhütte in der Nähe der Schönen ?lussicht gescktziift, die sie gewaltsam öffneten, um dort die Nacht über zu hause» und zu chmausen. Gelegentlich haben die beide» Burschen aus den lllarlen- liüttc auch Gartcngcrälc entwendet. Gemeinsam mit dem 12jährigen Fritz K. baben die beide» alleren Genossen im 'Bcrgwerkswald ein Arbcitorhäuschcn erbrochen uud daraus drei Bergmaiinslampen mitgchen heißen. Für die sich als Mundraub darstetteiweil Nah- rungämittellricbflälilt liegt vom Bestohlenen kein Strafantrag vor, weshalb auf Einstellung des Verfahrens erkannt wurde. Ten Angeklagten B. und i>. wurden für zwei begangene Einbruchdiebstähle, einen einfachen Diebstahl, sowie wegen Hausfriedensbruch eine Gcsamtgefängnisstrafc von 4 Wochen, dem 12jährigen K. wegen eines Einbruchdicbstahls eine Gefängnisstrafe von 3 Tagen zuerkannt. Der Vorsitzende Landgerichtsdirektor Prätorius bemerkte, daß die Kammer sich wegen der bedingten Begnadigung der Angeklagten schlüssig machen wird. Noch ein Jugendlicher. Ter 15 Jahre alte Peter K. von Wolf ist geständig, in seiner Eigenschaft als Lehrling bei der Bezirkssparkasse in Büdingen den Betrag von 12,90 Mark gestohlen zu haben, er hat weiter zum Nachteil eines Bahnarbeiters in Wols den Betrag von 64,50 Mark, den dieser ihm zur Ablieferung an die Kasse übergeben hatte, unterschlagen und sür sich verbraucht, und di« Quittung darüber sälscki- lich mit dem Namen des Kasscnbeamtcn versehen. K. entschuldigt seine Handlungsweise mit Leichtsinn uich damit, er sei in schlechte Gesellschaft geraten. Trotz der Schwere der Tat liest die Kammer in Rücksicht aus die Jugend und die Reue des Angeklagten Milde walten und erkannte aus 6 Wochen Gcsängnis. Sie wird auch in diesem Fall sich mit der Frage der Befürwortung einer bedingten Begnadigung beschäftigen. Gegen dir Viehseuchen-Vcrordnung hat der Viehhändler Heinrich Str. in Büdesheim vcrstosten, indem er, trotzdem Büdesheim Sperrgebiet war, ansang September dort eine Kuh ohne Ursprungszeugnis, ohne Anmeldung beim Kreisamt und ohne das Tier in die vorgcschricbcne Quarantäne einzustcllen, aus Frankfurt a. M. einsührte ut}b nach Rendel wcitervcrkauft hat. Der Handelsmann weist daraus hin, das; das betrcsscnde Tier gesund war, und dast nach seiner Ansicht durch den Krieg alle Verordnungen des Kreisamts, hctresscnd der Scuchengcsahr, nicht mehr gchaudhabt worden seien. Er habe nicht anders geglaubt, als dast das Generalkommando, wie es die Sonntagsruhe aufgehoben hat, auch die polizeilichen Beschränkungen des Vichhandcls während des Krieges auster Kraft gesetzt habe der Uebertretung aus eine Geldstrafe von 15 Mark eventuell 3 Tage Gefängnis. Ktandcsnintsnrichrickten. Bad-Nauheim. Geborene: November 2. Dem Rechtsanwalt Richard Julius Christian August Fritz Scriba eine Tochter, Friedcrick Paula Augusta Laura Elise Else Dora Margarethe. — 4. Dem Schuhmacher Johann Feuerstein eine Tochter, Ilse. — Dem Gastwirt Julius Kretscknner eine Tochter, Elisabet Josefine. — 25. Dem Landwirt Christian Jehner ein Sohn, Konrad Adolf. — 27. Dem Monteur Wilhelm Karl Welker eine Tochter. Sicglinde Margarete Else. — 28. Dem Milchhändler Peter Joseph Fischer ein Sohn. Walter Ludwig. — Dem Prediger Jakob Müller ein Sohn, Theobald. — 30. Dem Bauaspiranl Philipp Gustav Michel ein Sohn, Wilhelm Heinrich Albert. Aufgebote: November 6. Joses Wilh. Hubert Wapens, Kaufmann, mit Sosie Gertrud Horbach, beide in Bad-Nauheim. — 7. Joseph Krieger, Fahrbursche, mit Elisabethe Katharine Beutel, beide in Bad-Nauheim. — 26. Johannes Will VII., Zim- mcrinann in Bad-Nauheim, mit Juliane Stamm in Schwalheim (Kreis Friedberg). Eheschließungen: November 7. Otto Paul Eitencyer, Metzger, Ersatzreservist im Ersatz-Bataillon Infanterie-Regiment Nr. 116, in Bad-Nauheim, mit Rosa Johanna Hörschel in Schwalheim (Kreis Friedberg). — 26. Joseph Krieger, Fahrbursche, mit Elisabethe Katharine Beutel, beide in Bad-Nauheim. — Joses Wilhelm Hubert Wapens, Kaufmann, mit Sosie Gertrud Horbach, beide in Bad-Nauheim. Stcrbesälle: November 1. Meier Heß, Kaufmann, 75 Jahre alt. — 9. Heinrich Emil Oskar Gustav Osten» eher. Gärtner, 65 Jahre alt. — Georg Reich I., Hausdiener, 41 Jahre alt. — 26. Emma Moria Weiblcr, 10 Monate alt. Friedberg. Geborene: Dezember 6. Dem Spengler Heinrich Christian Hofmann eine Tochter, Margaretha Elisabetha. — 8. Dem Eisenbahnarbeiter Hermann Heinrich Franz ein Sohn, Karl Peter. Sterbesällc: November 25. Witold Zielinskr, Student, wohnhaft in Darmstadt, 25 Jahre alt. — Dezember 12. Luise Müller, geb. Lebeau, 64 Jahre alt. — 13. Karoline Henrrette Schneider, geb. Glück, 70 Jahre alt. Oppenrod. Geborene: Dezember 6. Dem Steinhauer Andreas Karl Baiser eine Tochter, Emma. ^ Sterbefälle: Dezember 15. Emma Baiser, 9 Tage alt. Meteorologische Beobachtungen der Station Eichen. Dez. 1114 1=1 u a u ^ 6V J|S- sA If ' & JO 55 i.f i Iit ölt 5 ' COä L Wetter | I 20 2”: 738,2 5.1 63 91 s 2 10 Regen 20. t’t '.38,4 41 5,9 94 8 2 10 Ved. Pimmel 1 ‘ 38,7 3,9 6,9 97 8 2 9 Bciv. Himmel Höchste Temperatur am IS), bis 20. Dez. 1911 = + 6,6 ' C. Niedrigste „ , 19. , 20. , 1914 = 3,8' „ Niederschlag: 5,4 mm._ Der Reichtum an knochenbildenden Kalksalzen macht mit Milch gekocht zu einem der besten Nährmittel für Kinder und Schwächliche. Giisfin Springmanns Schuhwarenhaus Bahnhofstraße 58 GIESSEN Bahnhofstraße 58 Grösste Leistungsfähigkeit durch Grosseinkauf für eigene Geschäfte in Nürnberg, Erlangen, Arnberg, Wiirz.- burg, Seliweinfurt, Ascbalfenburg, Kuhla, Giessen und weitere Verkaufsstellen. i Betrachten Sie gefälligst unsere Fenster! 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In ihm verlieren wir ein allzeit pflichttreues Mitglied, da» sich um die AuSgeilattung der Musikkapelle unseren besonderen Dank erworben hat. lieber die Grenzen unseres Vereins binanS wird ihm ein ehrendes Andenken bewahrt bleiben. Rildfllhrtt-Vkreiil Tteinbalh bei kirhtn. 12476 Todes-Anzeige. Samstag abend 5 Uhr entschlief nach kurzem, schwerem Leiden mein herzensguter Mann, mein treubesorgter Vater, unser lieber Sohn, Schwiegersohn, Bruder, Schwager und Onkel Heinrich ßohrbach im Alter von 35 Jahren. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen; Marie Rolirbacli gcb. Donau Willi Rohrbach. Giessen (Ost-Anlage 40), 19. Dezember 1914. Die Beerdigung findet Dienstag nachmittag 2 1 / 1 Uhr von der Kapelle des neuen Friedhofes aus statt. 12487 «W Den Heldentod fürs Vaterland starb bei einem Sturmangriff am 9. Dezember in Frankreich unser guter Solm und Bruder Hermann Sier Kriegsfreiwilliger im Lothringischen Inf.-Regt. 173, 4. Komp, im nahezu vollendeten 22. Lebensjahre. In tiefer Trauer: Karl Sier und Frau Karl Sier jr. Otto Sier, z. Zt. im Feld. Giessen (Dammstrasse 52), den 20. Dezember 1914. 12494 Im Kampf fürs Vaterland auf russischer Erde starb im Lazarett unser lieber Sohn, Gatte, Vater und Bruder Heinrich Giegling Pionier-Bataillon Nr. 1. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Georg Giegling, Güterabfertigungs-Vorsteher. Giessen, Berlin, den 18. Dezember 1914. m93 Todes-Anzeige. Den Tod für das Vaterland starb am 7. Dezember im 3. Feldlazarett des 2. Armeekorps infolge schwerer Verwundung unser guter, innigstgeliebter, unvergesslicher Lohn. Bruder, Schwager, Neffe und Onkel Heinrich Baiser Ersatz-Reservist im Inf.-Regt. 222, 3. Kompagnie im Alter von 23 Jahren, was wir allen Verwandten und Bekannten mit der Bitte um stille Teilnahme hierdurch mitteilen. In tiefer Trauer: Familie Hch. Baiser III. Albach, Oppenrod, 18. Dezember 1914. 08457 Danksagung. Für die uns hei dem Heimgange unseres innigst- geliebten, unvergesslichen Sohnes und Bruders Otto Jäger, stud. agr. in so reichem Masse erwiesene Teilnahme, sowie für die zahlreichen Blumenspenden sagen wir innigsten Dank. Kanzleirat L. Jäger und Familie. Giessen, den 19. Dezember 1914. ms6 Danksagung. Alien, die uns bei dem Hinscheiden unseres teuren, unvergesslichen Sohnes in so liebevoller Weise ihre Teilnahme bewiesen, die ihm den Sarg in so überreichem Masse mit Blumen und Kränzen geschmückt und ihm auf dem letzten Weg das Geleite gegeben, sagen wir unseren herzlichsten, tiefgefühltesten Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Georg Lamberth u. Frau. Giessen, den, 21. Dezember 1914. 12488 Verwandten, Freunden und Bekannten die schmerzliche Mitteilung, dass meine liebe Schwester, meine unvergessliche Schwägerin, unsere herzensgute Tante Frau Philipp Jünger IV. Ww. heute morgen 11 Uhr nach zweitägigem Leiden sanft in dem Herrn entschlafen ist. Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Schombcr Reiskirchen, Familie Nürnberger den 20. Dezember 1914. Familie Meilgel Familie Launspach. Die Beerdigung findet Dienstag, den 22. Dezember, um 2 1 /, Uhr, statt. 08464 yWHWG , ■ , K v-, i Am SamStag, den 19. Dezember ist unser t Vorsitzender Hm Heinrich Ziohrbnch nach kurzem schweren Leiden verschieden. Er war eine gute Stütze des Vereins, ein lang- jähriges, treues Mitglied und uns allen ein wahrer, echter Freund. Sein Andenken wird bei uns stets in Ehren gehalten werden. Die Beerdigung sind, statt: Dienstag mittag 2 l /j Uhr von der Kapelle des neuen Frtcdhoss ans. Auch unser treues Mitglied 12497 Herr khristinn Renter starb aus Frankreichs Erde den Heldentod sür das Vaterland. Sein Name wird bet uns sortleben. Der Vorstand. 8. F. F. F. 8. F. Hierdurch erfüllen wir die traurige Pflicht, unsere Mitglieder von dem Ableben unseres Kameraden Heinrich Rohrbach geziemend in Kenntnis zu letzen. Die Beerdigung ftndel Dienstag, den 22. Dezember, nachmittags >/>3 Uhr, auf dem neuen Friedhoie statt. Zusammenkunft am Portale des neuen Friedboss. Unisorm: 1. Rock und -Helm. 12491D DaS Kommando. Faber. Wenzel. Concordia. Wir setzen hiermit unsere Mitglieder von dem Ableben unseres langjährigen treuen Mitgliedes Heinrich Rohrbach geziemend in Kenntnis. Der Vorstand. Die Beerdigung findet statt DienSIag mittag 2’/, Uhr von der Kapelle des neuen Friedboss aus, und bitten wir unsere Mitglieder um zahlreiche Beteiligung. 12490D In treuer Pflichterfüllung für daS Vaterland verschied am 13. dS. MtS. infolge Herzschlages mein innigstgeliebterSohn,mein treuer Gatte, unser guter Vater, Bruder, Schwiegersohn, Schwager und Onkel Herr Bäckermeister Heinrich Stab Wehrmann im Inf.-Regt. Rr. 117 im 29. Lebensjahr. Die trauernden Hinterbliebenen: I. d. N.: L. Strauch Ww. und Angehörige. Gießen, Schillerstraße 20, Montabaur, Ossenbach a. M. Die Beerdigung sand am 16. Dezember in Montabaur statt. 12181 Todes-Anzeige. Samstag nachmittag '/»2 Uhr verschied nach kurzem, schwerem, mit Geduld ertragenem Leiden unser liebes Söhnchen und Bruder Ernstchen im noch nicht vollendeten 5. Lebensjahre. Die liestrauernden Eltern: Ernst Rnckclsbaust und Fra» Giehen» am 21. Dezember 1914. Die Beerdigung sindet Dienstag, nachniiitags 3 Ubr, von der Kapelle des neuen Friedhois aus statt. 08466 Allen denen, die uns beim unerwarteten Hinscheiden meines lieben Mannes, unseres treuen Vaters, Bruders, Schwiegersohnes und Schwagers in so reichen! Maße ihre Teilnahme bewiesen haben, sagt herzlichen Dank im Namen der Hinterbliebenen )oh. Zranz geb. 5uhr. Laubach, Michelstadt i. SD., Gießen, im Dezember 1914. 12477D