rv. 29 (> Der Lleßener Hnjeijtt »scheint trifllid), a»ber Sonntag?. - Beilagen: viermal wöchentlich OietzenerZamiliendlätter, zivennal wöchenck.llreir- blattffir 6cn Kreis (Sieben (Dienstag »nd Freitag): zweimal inonatl Land wirtschaftliche Zciisraqin Fernjvrcch -Anschliissc: sürdleSchriitleitungI12 Verlag, Geschäitsstclleäl Adresse lür Drahtnachrichten: Anzeiger Sieheu Annahme von Anzeigen sür die Tagesnmniner bis vormittags 0 Uhr. Erstes Blatt M. Jahrgang Donnerstag. \l. Dezember Giehener Anzeiger General-Anzeiger für Gberhessen l a ^ ) » r c i >: Lm deutscher Angriff aus die englische Ostknfte. weitere Erfolge in Polen und Galizien. Eine neue Rede des italienischen Ministerpräsidenten. (WTB.) Berlin. 17 Dez. (Amtlich.) Teile unserer Dochseestreltkräftc haben einen Vorstotz auf Die englische Ostküfte gemacht und am 16. Dez. früh Sie beiden dcfestiAtti, Küstenplätze Searborough und tz a r t l e p o o l besckwssen. lieber Sen weiteren Verlauf der Unternehmungen können zurzeit »och keine Mitteilungen gemacht werden. Der Chef des Admiralstabs von Pohl. (WTB.) Berlin. 17. Dez. (Nichtamtlich.) Nach eng- lischenMeldungen sind in Hartlepovl iiber 20 Personenchetötet und 80 venvundet, sowie betrüch tlichcrSchade n angerichtet worden. Der Gasometer brennt. Die Beschießung d e r F c st u n g W r ft h a r t l c p o o ( begann zwischen 8 und tzUhr früh. In Searborough sind zwei Kirchen beschädigt und mehrere Dächer eingestürzt. In W i t b y soll bi« hiftvrischc Abtei teilweise zerstört sein. Die Bevöllrrung flieht in das Innere des Landes. (WTB.) G rohes Hauvtauart,er, 16. Dez. vormittags. (Amtlich.) Im Westen versuchte der Gegner erneut einen V o r st o tz iiber R i e u v o r t. der durch das Jener seiner Schiffe von Der her unterstützt wurde. Das Feuer blieb gänzlich wirkungslos. Der Angriff wurde abgeschlagen. 450 Franzosen wurden gefangen genommen. Auf der übrigen Front ist nur die Erstürmung einer vom Feinde seit vorgestern zähe gehaltenen Höhe westlich, sTennhcnn erwähnenswert. Von der oftprcntzischen Grenze ist nichts Neues zu melde». Zn Nord Polen verlaufen unsere Angriffsvrwegun- gen normal. Es wurden mehrere starke Stützpunkte des Feindes genommen und dabei etwa 3 000Grfangene gemacht und 4 Maschinengewehre erbeutet. In Südpolen gewannen unsere dort im Verein mit den Verbündeten kämpfenden Truppen Boden. Oberste Heeresleitung. \ Sicherlich waren die Bewohner cm der mittleren Ostküste Englands nicht weniger überrascht als wir. die wir heute früh die Nachricht von dem neuen Angriff eines Teiles unserer Hochseeflotte aus die englische Küste erhielten. Noch wissen wir nur die Tatsache des Äldrgrisfes, sotvie daß er Schaden anrichtete uitd durch britische Kriegsschisse abqe- wehrt wird — das Endergebnis ist abzuwarten. Dennoch jubeln wir innerlich, denn es ist doch schon eine mutige Leistung ohnegleichen, daß nnscre Seeleute trotz Minen- jelder und der hochgespannten englischen Wachsamkeit mit größeren Streitmitteln dieses Wagestück unternahmen! (Gott strafe England! Es soll nicht nur bei Worten bleiben. Sicherlich wird die Tatsache, daß bei der Beschießung der Küstenplätze einige Personen getötet und verwundet worden sind, die englischen Zeitungen wieder zu heuchlerischen Anklagen gegen die deutschen Barbaren veranlassen: aber wir dürfen dem gegenicherstellen, daß eS sich um befestigte Küstenplätze handelt, und solche haben bekanntlich gegen eine Beschießung keinen Freibrief, Daß es sich um einen deutschen Landungsversuch lstrndelte, ist kaum anzunehmen: möglicherweise aber hat der Angriff ims wiederum nützliche Aufklärung über die englischen Vorbereitungen eingebracht. Genau so, wie zu Lande die Kavallerie vor größeren Vorstößen dos Kampffeld abzusucheit hat, so wird auch unsere Marineverwaltung nicht darauf verzechten wollen, die beste Marschrichtung auszuknndschaften. Wenn unsere Schisse unbeschädigt zuruckiehren, ist schon ein ansehnlicher Erfolg erreicht. Das Wetter war, wie es in einer englischen Meldung heißt, neblig. Diesen Umstand wird unsere Flotte immer wieder ausnützen lönnen. Wie cs aber möglich ist, ohne Gefahr die englisch«, Minenfelder zu passieren/ bleibt ein deutsches Geheimnis. Wahrscheinlick) ist nur ein Teil des Kanals undurchdringlich mit Minen besetzt, nämlich derjenige, der Londmi und die Südküste der britischen Insel schlitzen soll. Bei der Rückkehr nach Wilhelmshasen werden unsere Schisse ziemlich ungehindert sein, denn die Briten hoben sich van Süden her selbst den Weg verlegt! Wir begrüßen die tapfere Tat der Unseren »rit herzlichem Mückaus ! Volles Ver tränen beseelt das Volk zu allen Unternehmungen unser«' Land- und seestreitkräftc In England und Rußland aber hoben die großen Wortsühreriunen än der Presse ihren leitend«« Persönlichkeiten Ausbrüche des Mißtrauens und der Wut entgegengeschleudert! Man lese die Kritik der „Timer-", die wir'in den nachstehenden! Meldungen wiedergeben. Was die ,yimoo\e Wrnnja" zu der trostlosen Lage Rußlands sagte, haben wir gestern nrrtgeteilt. Das Blatt ist, wie heute gemeldet wird, wegen seiner Ausdrücke, die weite russische Kreise mit Pessimismus «hüllt habe», beschlagnahmt worden. Hartlepovl, gelegen am nördlichsten Dunkle der Tees- ba», sttt etwa 25 000 Einwohner und rft Hauptstadt der Grafschaft Durhain. Es besitzt einen aur-g^eichneten Hafen, Dockan- la^eo, Schifiswcrfte, ein Artilleriedcpot sowie «neu Leuchtturin. Erer Kilometer entfernt liegt W e st -Ha r t l e p o o l, das die tzrckftiche Einwohurrzchl zählt. Leide Plätze kommen für die betrachtliä>e Ausfuhr au- den Bergwerlen Durhams in erster Linie in Betracht, haben eine lebhafte Eisen-, Zement- und Gießerei-Industrie und treiben ansehnlichen Schiffbau und bedeutende Fischerei. — Searborough, Municipalstadt der Graischast Port, ist bekanntes Seebad und bat regen Fremden verkehr. Es zerfällt in eine historisch bemerkenswerte Altstadt »nd ein moderne? Frcmdcnviertej, die beide durch Brücken über den Ramsdalc Walle» miteinander verbunden sind. Die Haiipi- crwerb^weigc der kt) 000 Einirohner zählenden Stadt sind Sckstff- bau und Fischerei sowie Fleijciz- und Gclreidchandel. Der Angriff aus die englische Aüfte. Berlin, 17. Dez. Zur Bescksießung besestigter englischer Küstenplätze heißt es im ,,B e r l i n e r T a g e b l a t t" : Achnlich wie bei dem Vorstoß auf Parmouih am 4. November haben unsere Seestreitkräste abermals die mincndurchseuchte Nordsee durchguert, um englische befestigte Plätze zu beschießen. ES scheint, daß unsere Schisst von den englischen Küsteuvatrouillen booten gesichtet wurden, die sogleich größere Streitlräste alar- micrtcn. Wir sehen mit Spannung weiteren Nachrichten entgegen. In der „Deutschen Tageszeitung" wird dieser neue Vorstoß deutscher Seestreitkräste nach der englische» Küste init großer Genugtuung begrüßt, ganz besonders jetzt unmittelbar nach dem Gefeckst bei den Falklandinseln. Großbritannien und die Welt mögen daraus ihre Schlußfolgerungen auf den Geist tmtö den Willen ziehen, welcher in unserer Marine lebt. In den „Berliner Neuesten Nachrichten" heißt es: ES ist nicht nur ein Handstreich mit flüchtigem Granatenwurf, sonder« beide befestigte Hasenstäkte sind ausgiebig beschossen worden. Für den Geist in unserer Flotte und für ihre Angriffslust ist dieser bedeutsame Vorstoß ein neuer Beleg. Die „Vos fische Zeitung" rühmt den Heldengeist, der, lvie uns« Heer, auch unsere Marin« beseelt. Das deutsche Vordringen werden imsere lieben englischen Vettern im V«trauen auf die Wachsamkeit ihr« Riesenflotte und aus ihr«i umfangreichen Mincnschutz wohl faum für möglich gehalten haben, aber deutscher Seemannsgeist achtet keine Minen und keine Ueberdreaduoughts, und die eisernen Grüße, die unsere Schisse der englischen Küste zugesandt haben, mögen vielleicht als Vorboten kommend« großer Ereignisse gelten können. London, 16. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Tie Admiralität teilt mit: Eine wichtige deutsche Flottenbewegung fand heute früh in der Nordsee statt. Scar- b o r o u g h und Hartlepovl wurden beschossen. Unsere Flottillen sind an verschiedenen Punkten in Kämpfe vev- wickelt. Die Aktion wird fortgesetzt. L v n d o n, 16. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Nach weiteren 'Nachrichten über die Beschießung von Searborough war das Wetter nebelig, als die Beschießung begann. Biele Frauen und Kinder eilten in Nachtkleidern auf die Straßen. Es verlautet, daß fünfzig Schüsse abgegeben wurden. Aus Hüll wird berichtet, daß die Behörden von Searborough in früher Stunde die Nachricht von dem geplanten Angriff aus die Küste entpfingen. Die Verteidigung wurde sorgfältig vorbereitet. Alle Ein hetzten, Artillerie und Infanterie, befanden sich auf dem Posten. „Even. Chronicle" in New--Castle meldet: Man glaubt, daß drei deutsche Kreuzer an der Beschießung von Hartlepovl teilnahmen. Kaum hatten sie das Feuer eröffnet, als sie vonvierenglischeuZer st öreruangeg rissen wurden. London, 16. Dez. (WDB. Nichtamtlich.) Ein Lokomotivführer berichtet, baß er gesehen Hab«, wie in Searborough d-rei Schornsteine zertrümmert wurden. — Aus WHitHy wird gemeldet, daß. zwei Kreuzer den Ort stark beschoss«,, die Signal station und eine Anzahl Häuser zerstörten. Die historische Abt« wurde zum Teil zerstört. Eine Person wurde getötet. Die Kreier entfernten sich später in nordöstlicher Richtung. Eine Kritik der „Time»". London. 16. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Der militärische Mitarbeiter d« „Times" schlecht: Der Sstg kann nur nick dem schließlichen Siege der Verbündeten citdeu, da 250 Millionen Menschen unter sonst gleichen Bedingungen 115 Millionen schlagen müssen. Wenn wir aber nicht die Ereignissebcschleunigrn können, so könnten die gebrachten Opfer den von den Besiegten erreichbaren .iwmpensationen die Wage halten, so daß wir aus dem Sieg keinen Nutzen ziehen würden. Der von den Engländern begangene Fehler ist hauptsächlich mangelhaft e Vorbereitung. Diese Dinge müssen am Ende des Krieges untersucht werden. Wenn gewisse Leute das erhalten, was sie verdienen, werden sie gehängt werden. Wenn alle Ziele des Krieges erreicht werden sollen, kann das m e h r c r, Jahre kosten Wir können von unseren neuen Rekruten vor dem nächsten Februar keinen Gebrauch machen. In diesem größten aller Kriege kommen vier Monate nach dem Auckbruch fünf Mann in England auf jeden Kampfer an der Front: so lange wir dieses Verhältnis nicht umkehren können, vermögen wir den Krieg nicht so kräftig zu führen, wie »nr sollten. Ter Feldzug in O st a i r i k a war besonders armselig. Es ist eincE n I t ä u i ch u n g, daß der Krieg gegen die deutschen astikanischcn Kolontcn nicht besser geplant und rascher durchgesührt wurde, Der Verfasser glaubt, Frankreich habe nicht so viel Soldaten in die Kampstinst gebracht, als es tatsächlich besitzt und führt das aus den Mangel an A » S r ü st n n g s g e g c n st ä n d e n zurück Die Russen wiederum seien infolge mangelhafter Verbindungen sehr im Nachreil. Du Verbündeten müßten mehr tun als bisher und müßten es besser tun Aus London. London, 16. Tcz. (WTB. Nichtamtliche) Die Beleucht u n g s v o r s ch r i f t e h sind verschärft worden. Lichtreklamen und die Beleuchtung der Geschäftsfronten sind verboten. Infolge der Gefahren des Straßenverkehrs im Dunkeln müssen alle Fuhrw«ke, auch Fahrrad« und Hcrnd- tarren, rückwärts eine rote Laterne führen. London, 16. Dez. (WTB. Nichtamtlich) Der Korrespondent der „Times" regt an, in London eine ständige internationale W a r e n in ü st e r b ö r s e zu errichten, welche die Stelle der Leipziger Messe «»nehmen soll. Born Kommandanten der „Emden". London, 16. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Ein Offizier des englischen Kreuzers „Sydney" schildert in einem Brief de» K a m p s mit der „E m d e n" und die darauf folgende Fahrt nach Colombo: Er schreibt: Als Kapitän Müller i» Colombo das Schiff verließ, kam er auch zu mir auf das Achterdeck, dankte für die Rettung der Verwundeten, schüttelte mir die Hand und salutierte. Ich glaube, « und die Mannschaft haben sich nach ihr« Ankunft in Colombo geweigert, ihr Ehrenwort zu geben. Die „Sydney" glich mehr einem Hospitalschiss, als einem Kriegsschiff. Auch der Prinz von Hohenzollern war ein netter Mensch. Kurz, mir stimmten darin überein, daß es zwar uns«e Pflicht s«, einander unschädlich zu machen, wir es jedoch ohne Groll taten. Reue Kämpfe bei Upern. Berlin, 17. Dez. lleb« neue Kämpfe bei Dperil meldet laut „Boss. Ztg." „Daily Chronicle" aus Dünkirchen: Die Deutschen haben den Angriff auf Dpern mit einem scharfen Bombardement auf St. Helois eröffnet. Die Verbündeten sind »nt« der Deckung ihrer schweren Artillerie vorgerückt, aber bei Morslede an der Eisenbahn Npern- Roussclaere auf kräftigen Wid«stand gestoßen. Die Deutschen «öffneten aus gepanzerten Wagen ein heftiges Feuer und zwangen die B«bündeten, sich zurückzuziehen. Anrufnng der Schweiz durch die Stadt Lille. Basel, 16. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Nach den „Basler Nachr." hat die französische Stadt Lille auf Anregung des deutschen Kommandanten die Hilfe des schweizerischen Bundesprasi- deuten an ge r u f en. In dem vom 28. November datierten Schreiben gedenkt der Bürgermeister des 1870 den Bürgern Straßburgs erwiesenen Wohlwollens und schildert sodann die traurige Lage der seit dem« 10. Oktober von aller Verbindung mit der Außenwelt abgeschnitte- nen Stadt Lille, deren Lebensmittel um so schneller erschöpft waren, als sie zahlreichen militärischen Requisitionen hätte genügen müssen und auch die Zufuhr amerikanischen Kornes wegen der Besetzung des Dün- lirchener Hafens durch französische und englische Truppen abgeschnitten gewesen sei. Ter Bürgermeister bittet Öen Bundespräsidenten, der Zivilbevölkerung zu helf«i und sie mit Nahrungsmitteln zu versehen, vielleicht dadurch, daß er sich an die produzierenden Länder wende. Die deutsche Regierung sei bereit, alle nötigen Garantien zu geben, daß gelieferte Waren ausschließlich unter die bürgerliche Bevölkerung verteilt werden. Die Schweizer Depeschen-Agentur fügt hinzu, im Bundeshaus sei noch keine diesbezügliche Mitteilung cingetrossen. Das Urteil eines schwedischen Offiziers. Stockholm, 16.Dez. (WTB. Nichtamtl.) Ter Chef der schwedischen Kriegsschule für Offizier- aspiranten,Oberstleutnant B o uven g, der sich 2V»Monate lang auf den Kriegsschauplätzen auf deutscher Seite auf- gehalten hat, hat dem „Aftonbladcl" seine Erfahrung«! und Eindrücke mitgeteiltz. Er sagt: Deutschlands militärische Hilfsmittel halte ick» für säst unerschöpflich. Es ist unmöglich, daran zu zweifeln, daß die deutsche Armee, imstande wäre, noch jchwercrc Aui- gaben als diejemgen, vor denen sie beute steht, zu lösen. Liese bestimmt vorgelragenc Auffassung des Oberst!eiitnants beruht auf seiner KenMnis von der Organisation des Ersatzwesens und der Ausrüstungsmöglichkeü der deutschen Arnice. Er mdnt : Anstatt der Ermattung, die alle nach den fortdauernden itzämpfeu dieser vier Monate M erwarten geneigt loären, befindet sich die Kraft der .deutschen Hilfsmittel zu Wasser und zu Lande in stetiger Steigerung. Er ist fest überzeugt, das Deutschlands gegenwärtige Feinde cs militärisch nicht besiegen können. Zu dieser Auffaffuug des Ok»'tttleuttiants tragt zum Teil die V o l k s st i m m u n g , die er in ganz Deutschland ix'merkl hat, bei, zum Teck der Umstand, das man sich in Deutschland auch auf vorübergehendes Miligrschick sür die deuttchc Arnree gefaßt machte und )Maßrcgclu gettojje» t>at, daß cui solches nur von kurzer Dauer sein könnte^ 9er österreichisch-ungarische Tagesbericht. Wien, 16. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird ver- lauchart: 16. Dezember, mittags. In Galizien und in S ü d - polen wird der zurückgrhende Feind auf der ganzen Front verfolgt. Bei Lisko, Erosno, Jaslo und im Biallatal leisten starke russische Kräfte Widerstand. Im Dunajetz-Tal drangen unsere Truppen kämpsend bis Zakliczyn vor. Auch B o ch n i a ist wieder von uns genommen. In Süd Po len mußte» dir feindlichen Nachhuten überall nach kurzem Kamps vor den Verbündeten weichen. In den Karpathen haben die Russen die Vorrückung aus das Latorcza-Tal noch nicht ausgegcbcn. Im oberen Tal der Nad- wornaer Bvstrzyca wurde ein Angrisf des Feindes zurückgewicsen. Die Besatzung von Przemysl unternahm einen neuerlichen großen Ausfall, bei dem sich ungarische Landwehr durch Erstürmung eines Stützpunktes mit Drahthindernissen auszeichnete. Wie gewöhnlich tvurden Gefangene und erbeutete Maschinengewehre in die Festung gebracht. Ter Stellvertreter des Chefs des Generolstabs: von Hofer, Generalmajor. Siege der Türken gegen die Russen. Konstantinopel, 16. Dez. (WTB. Nichtamtl.) Mitteilung des Hauptquartiers. Eine russische K a v a l - lcriebrigade, verstärkt durch ein Bataillon Infanterie, griff am IZ.Dcz. ein von unserem rechten Flügel entsandtes 'Detachement in einer wichtigen Stellung an, ist aber zu- rückgcworscn worden. — An der Grenze des Wilajets Wan ergriffen unsere Truppen die Offensive. Bei S a - r^a i griffen sie einige seindliche Stützpunkte an, die im Sturm genommen wurden. Eine unserer Abteilungen in Aserbeidschan ist in Richtung auf Selinas (Diliman) in Persien vorgegangen. Bei Seldos, am südlichen User des Urmia-Sees, schlug die türkische und persische Kavallerie ein Kosaken-Regiment, das 40 Tote und viele Verwundete, verlor. Der Feind wurde auf Urmia verfolgt. Ein russisches Dampsboot und die in Urmia sich besindlichen Munitions-- vorräte wurden genommen und zerstört. Einzelheiten folgen. Die persischen Stämme kämpfen Schftlter an Schulter mit uns mit Begeisterung gegen den Jahrhunderte alten Feind; wir wissen von Heldentaten aus diesem Kampf. Konstantinovel, 16. Dez. (WTB. Nichtamtl.) Wie die Abendblätter melden, ist der persische Kurdenführer '6 l h a n i, den die Russen seit langem zu gewinnen trachten, nach dem Einzug der Türken in Saadschpulak mit seinem ganzen Stamme, ungefähr 10000Manu,zuderos- manischen Armee übergegangen, um gegen die Russen zu kämpfen. — JU der heutigen Sitzung des Senats wurde beschlossen, die Armeen Oesterreich-Ungarns und Deuffchlands telegraphisch zu ihren Siegen zu beglückt wünschen. Ko nstan t inopel, 16.Dez. (WTB. NichtamU.) Amtlich wird gemeldet: Die Kämpfe, die feit einiger Zeit in der Ostküfte des Wilajets Wan andauerten, haben zu unseren Gunsten geendet. Die Stellung bei Sarai, die von dem Feinde erbittert verteidigt wurde, ist nach einer umsaffenden Bewegung unserer Truppen in unsere Hände gefallen. Der Feind zog sich in der Richtung aus Katur zurück, verfolgt von unserer Kavallerie. Unsere Truppen sind in Sarai eingezogen. Ein englischer Kreuzer hat vergebens einen unserer Wachttürme zwischen Jaffa und Gaza beschossen. Der russische Kreuzer „Askold" hat zwei kleine Schiffe vor Beirut in Grund gebohrt. — Der BerlustdesaltenKa- icrnenschiffes „M e f f u d i j t“ ist nach einer endgültigen Untersuchung entweder der Berührung mit einer abgetriebenen Mine oder einem gegen dieses Schiff geschlenderten Torpedo zuzuschrciben. Das türkische Liuienschiss „Massudije" gesunken. Konstantinopet, 1«. Dez. (MM. Nichtamtlich.) Meldung der Agence Ottomane: Das alte Linienschiff „Mcrsfudije" fft auf seinem Ankerplatz infolge eines Lecks gesunken. Ein Teil des Schiffes befindet sich, noch an der Oberfläche des Wassers. Die ganze Mannschaft konnte das Schiff verlassen. London, 16. Dej. ('23220. Nichtamtlich) Die Admiralität teilt mit: Das englischeUnterseeboot „B 11" fuhr gestern in die Dardanellen ein und tauchte trotz starker Strömung und fünf Reihen von Minen hindurch und torpedierte das türkische Panzerschiff „Mas- sudije", welches dos Minenfeld bewacht«. Obwohl es von dcni Feuer der feindlichen Artillerie verfolgt wurde, kehrte das Unterseeboot völlig unversehrt zurück, nachdem es wiederholt getaucht war und nenn Stunden hintereinander unter 23asser blieb. Das letzte Mal, ckls es an di« Obrr- stäche kam, sah es, daß, die „Maffudffe" am Hinterteile sank, Reue Feinde Englands. Berlin, 1«, Dez. (Priv.-Tel.) Das „Berk. Tagebk." meldet ans Kon stau tinvpel: Der Scheich von Ghosal, dessen Gebiet sich südlich von Bagdad bis zum Persischen Golf erstreckt und dessen Unterstützung die Engländer erkauft haben, ist, wie verlautet, von seinen Brüdern ermordet worden. 40000 Krieger, über die er verfügte, haben jetzt den Engländern den Krieg erklärt. JnDarfur, im südlichen Sudan, hat di« Bevölkerung den ^amps gegen »ie England-^ auigenonwien. Der Führer der englischen Konservativen als Kriegsschürer. Berlin, 17. Dez. Aus Rotterdam wird gemeldet: Der Führer der englischen Konservativen, Bonar Law, teilte den Inhalt folgenden historischen Briefes, den er am 2. August an Asqnilh ttchletc, in einer Versammlung mit: „Sehr geehrter Herr Asgnith! Lord Landsdowne und ich halten es für unsere Pflicht, Ihnen zu eröffnen, daß es nach unserer Meinung sowohl als auch nach der Meinung sämtlicher unserer Kollegen, welche wir darüber zu befragen Gelegenheit harten, für die Ehre und Sicherheit des Vereinigten Königreiches verhängnisvoll sein würde, falls wir zögern, Frankreich und Rußland im gegenwärtigen Augenblick zu unterstützen. Wir bieten ohne Zaudern der Regierung unsere volle Unterstützung bei allen Maßnahmen an, ivelche sic zu diesem Zwecke für erforderlich halten sollte." Die Seeschlacht bei den Falklandsinseln. Rotterdam, 16. Dez. Der Jubel, den die englischen Blätter über den Seesieg bei den Falklandsinseln anstimmen, ist unverkennbar gedämpft. Auffallend ist es, daß die Zensur die Meldungen amerikanischer Blätter, daß die verbündeten Flotten in dem un- gleichen Kampfe mehrere Kreuzer verloren und einen starken Verlust an Menschenleben gehabt hätten, passieren ließ, ohne bis jetzt ein Tementt den« entgegenzustellen. Man befürchtet, daß es der „Dresden" gelungen ist, nach Deutfch-Südwestafttka zu entkommen, wo ihre Mannschaften eine willkommene Verstärkung der dort stehenden deutschen Streitkräfte bllden würden. Reue Erklärungen des italienischen Minifterpräfidcntcn Rom, 16. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) (Senat.) Ministerpräsident Salandra erklärte unter gespanMer Aufmerksamkeft des Hauses, daß die einmütig« oder beinahe ermnütigr Zustimmung der Redner, welche sich in der Diskussion mit so großer Autorität vernehmen ließen und die von der Regierung befolgten; Richllinien und die Art, wie sie sie wirksam gemacht habe, gMI- ligt hätten, für ihn eine große Stärkung bedeute, ebenso wie dill Ratschläge des Senates ihm als Leitfaden dienen würden. Trotz der verschiedenarttgen Auslegungen, welche die Regierungserklärungen erfahren hätten, seien sie doch sehr klar, wie mehrere Redner ausdrücklich anerkannt hätten, u. a. auch Chimarri mit seinen kräftigen Beredsamkeit. Er sage, wie jener alte französische Dichter: „Wo der Buchstabs klar ist, ist ein dunkler Kommentar wertlos." Salandra fuhr fort: Wir wissen wohl, daß in Italien und im Auslande das Wort der Regierung mit vatriotsicher Besorgnis und mit Borurtellen verschiedenster Art erwartet wurde. Es ist aber kein Ereignis eingetreten, das unsere Haltung ändern könnte. 28ir wissen, daß unsere Berantwortlichkrft eine kehr große ist, well man uns völlige Handlungsfreiheit gewährt hat. Wenn es ein Glück war, daß wir uns unter den gegenwärtigen Umständen an der Regierung befinden, so hoffen wir, daß es dies ist nicht sich uns, die wir nichts sind, sondern für das Vaterland, das alles ist. (Lebhafte Beifallsrufe.) Wir stehen an unserem Platze mit einem fiesen Gefühl für die hohen Pflichten, die uns die völlige HandlnngA- sreiheit, die uns gelassen wird, anferlegk. Tatsächlich bttnntet Ihm Vertrauen die Handlungsfteiheit. Was werden wir tun? Der Senator Di San Marfina hat uns darüber in seiner Rede die Formel ausgestellt: Wir werden »nr eine italienische Politik treiben! Ohne den Wert der Nationen oder der Gruppen der Nationen, die gegenwärtig kämpfen, herabtzusetzen, hat Italien in seiner Bcrgangcnheft so großen Ruhm erworben, so viel für di« allgemeine Zivilisation getan und hat soviel« Interessen und Ansprüche für sich selbst, daß die Aufgabe der Regierung sich erschöpft in der Bewahruug des Namens und der Zukunft unseres Landes. lSehr lebhafter Beifalls Im weiteren Verlauf seiner Rede sag« Salandra: Garselett hat in seiner Rede einige Vermutungen über den Verlauf des Krieges gemacht. An uns ist es nicht, dazu unsere Zustimmung zu geben, daß mft philosophischer, geschichtlicher und goograpbifcher Phantasie gearbeitet wird, well ein Möglicher Irrtum nicht von uns, sondern von dem Land« bezahlt werden muß. Wir müssen den Ereignissen vom Standpunkte Italiens ans folgen und das soll unsere Handlungsweise bestimmen. Die Senatoren, darunter derfrühere Minister des Aeußern Eanevarv, der durch sein einstiges Amt zu einem Urteil vorzüglich befähigt ist, haben anstimmig versichert, daß wir richtig verginge». Heu« hat nun Senator Malmrnfi gemeint, wir Sötten nufere Neutralität nach zweckentsprechenden Verhandlungen erklären sollen. Aber wenn wir unsere Neutralität verschall,ert hätten, hätten wir sie auch entehrt. (Lebhafter Beifall.) Ter Senat verlangte von der Regierung keine weftercn Erklärungen. Maraglianc sagt: Wir brauchen kein Wort wefter. Das Programm ist: Schweigen und Handeln. Danach werde ich mich richten. Die Regierung wird in dem Augenblick, wo die Geschicke des Landes ihr anvcrtrvut sind, nach ihrem Gewissen handeln. Sie bcharf des vollen, bedingungslosen Vertrauens des Landes durch Vermittlung der Volksvertretung, wie es die Regierung berrits von der Kammer erhallen hat, so erwarte ich es heute auch vom Senat. Ich bitte die Senatoren, welche Tagesordnungen ernge- bracht haben, sich zu einigen aus die Tagesordnung Pe- dott-i, welche in ihrer klaren, einfachen Form die Erklärung der Regierung vorbehaltlos billigt. Ich danke endlich Pedotti, für die schöne begeisterte Rede und für seine patttoüschcn , Ausführungen über den Schöpfer der nationalen Wredergctnirt. ivelche alle Herzen bewegte. (Sehr lebhafter, andauernder Beifall.) Ein grober Teil der Senatoren beglückwünschte Salandra. Die von Salandra angenommene Tagesordnung Pedottr wurde einstimmig angenommen. Das Ergebnis der Absti mmung wurde mit sehr lebhaftem, langunhaltendem Beifall begrüßt. .Hierauf vertag« sich das Haus. Die Rumänen in Siebenbürgen. Budapest, 16. Dez. (28258- Nichtamtlich.) Das Ungarische Telegraphen-Korrespoudenzbureau fft ermächtigt, zu erklären, daß an den in russenfreundlichen Blättern Rumäniens in der letzten Zeit verbreiteten Alarm n crch- richten von Aufständen der rumänischen Bevölkerung in Abradbanqa und anderen nicht näher bezeichneten gebirgigen Gegenden Siebenbürgens kein wahres Wort ist, und daß die öffentliche Ruh« nirgends gestört ist. Die rumänische Bevölkerung in Siebenbürgen lebe in vollkommenem Einvernehmen mit den anderen Nationalitäten. Nir- gends habe sich ein Zwiichenfall ergeben, der ein Einschreiten oer Behörden notwendig gemacht hätte. Die Verbreitung solcher Nachrichten geschehe nur, um die öffentliche Meinung gegen Ungarn zu beeinflussen. Die Stimmung unter den Deutsch-Amerikanern und die Fortschritte, die unsere deuffche Aufklärung,Drüben" genommen hat, geht aus folgendem Brief hervor, den ein Gießener Empfänger uns zum 'Abdruck vorlegt: Indianapolis (Jnd.), 25. November 1914. Ich tellc Ihnen mit, daß ich zwei Sendungen Zeitungen erhalten habe, die erste am 2. November, die zweite am 24. November: ich danke Ihnen vielmals dafür. Ich hatte auch einen Brief crwattct, habe aber keinen bekommen. Die Zeitungen enthalten viel mehr Ausführlicheres wie unsere hier. Tenn die Wahrheit bekommen wir drahtlos aus Bettin und das ist sehr kurz: was wir über London bekommen, ist verkünstelt und Lügen, und was von Patts und Petersburg kommt, sind lauter Lügen, denn da macht unsere Zeitung immer ein großes Fragezeichen dahinter und schreibt auch öfters dabei: „Das kommt aus den Lügensabttken." In Rom haben sie noch eine Fftiale gegründet, die lügt aber gleich so, daß , man es mft der Hand greifen kann. Die hat kürzlich einen Arfiktt geschtteben von dem Ktteg, daß die Deutschen fast alle vernichtet worden wären. Unsere Zeitung schtteb dahinter „Mein Liebchen was willst du noch mehr?". Was aus den Lügensabttken komnit, das glaubt hier kein Deutscher und auch kein Irländer, denn die sind nicht gut gegen England. England hat auch ^»ersucht, bei den großen Fußballspielen in den Städten Rekruten anzuwerben und hatte höhere Offiziere überall hingeschickt. Sie haben Reden gehalten, die jungen Leute anzuspornen, und haben einen einzigen bekommen, sic wollten doch eine Million aufstttlen! Ich habe Ihnen schon zwei Bttefe geschtteben, aber noch keine Antwort darauf erhallen, ob Sic die Bttefe nicht bekommen haben? Das ist möglich, well sic in England alles anhalten, was nach Teuffchland geht. London, 16. Sej. (WTB. Nichtamtlich.) Die .ülstorning Post" bettchtet aus Washington vom 13. Dezember: Der Zn- sammcnttttt des Kongresses ermöglicht es, die Stimmung des Landes abzuschätzen. Es ist llar, daß in den letzten Monaten eine gewiss« Reaktion gegen England cin- getreten ist. Bier Ursachen waren hier wirksam: die deutsche Aufklärungsarbeit in Amettka, der Aerger über die Einschränkungen durch die Eingttffe der englischen Zensur, der Eindruck, daß England die Union-Staaten einfach zu seinen: eigenen Bortell benutzte, und schließlich die Vorstellung, daß, während Belgien durch die bttfischc Diplomatie leiden mußte und ein Opfer des Kampfes wurde, England nichts für dieses Land tut. In New Jork ist die Sfimmung ensichieden für die Verbündeten, doch nicht einsfimmig, und New Bork ist nicht Amettka. Die Deutschen sind gut organisiert' ihre Täfigkttt hatte Erfolg, namentlich im mittlere» Westen, wo sie ihre Arbeit konzentrieren. Das Ergebnis der deutschen Propaganda ist, daß Gesetzentwürfe in bttden Häusern des Kongresses eingebracht wurden, um den Verkauf militärischer Artikel an die Verbündeten zu verhindern, ferner ein starker Gewinn der Republikaner in den letzten 23ahlen, indem sich der deuffche Einfluß gegen die Demokraten wendete, außer werm der demokratische Kandidat ttn Tcuffcher war. Die englische Zensur schadet der englischen Sache ganz besonders durch tue Unterdrückung des Berichts über \ de» U n t ergangdes „Auda c io us". Sic schuf dadurch Mißtrauen gegen die Londoner Veröffentlichungen überhaupt. A«r Stadt and Landl. Gießen, 17. Dezember 1914. ** Auszeichnungen. 'Die hessische Dapfer« keitsmedaiille wurde verliehen dem Gcfteiten der Landwehr Karl Sch n ei der, Landw-Fns.-Regt. 116, aus Gießen. — Dem Hornis«n Gefreiten Christian R e u s ch l i n g aus Steinbach bei Gießen, Fnf.-Regt. 118, wurde das Eiserne Kreuz und die hessische Tapferkeitsmedaille verliehen. ** Die Empfänger von Fekdbriefen, die besonders wertvolle und eingehende Kttegsschilderungen enthalten, werden, wie dos Stellvertretende General-Kommando uns mitzuteilen bfttet, gebeten, diese in Abschrift der Presseabteilung des Stellvertretenden Generalkommandos zur Veröffentlichung oder zur Einverleibung in die Kriegsgeschichtliche Sammlung einzuscnden. Hierzu wird ersucht, folgendes zu beachten: Falls Veröffentlichung in einer bestimmten Zeitung gewünscht wird, ist der Name der betreffenden Zeitung zu erwähnen. — Es sind ferner anzu- geben: Name unb Wohnort des Einsenders, Name und Truppenteil des Schreibers. — Die Einsendungen müssen möglichst in deutlicher Handschrift oder Schreivmaschinen- schrist ousgefertigt sein. Der Presseabteilung zugegangenes Material wird nicht an die Einsender zurückerstattet werden. ** Sammlung für unsere Marine. Für d« Pflege unserer verwundeten Seeleute und für Liebesgaben sind die Spenden sehr reichlich eingegongen. Es ist hocherfreulich, daß sich die Gießener Bevölkerung in dcrnkeus- werter Weise an dem Liebeswerke für unsere treffliche Marine beteiligt hat Rührend sind die Beweise außergewvhir- licher Opferfreudigckeit. Wie dankbar diese hochherzige Gesinnung unserer Mitbürger und Mitbürgerinnen anerkannt wird, beweist folgendes Dankschreiben, das Profess« Bölzing außer der amllichen Empfangsbestätigung erhielt: Kiel, den 13. Dezember 1914. Eurer Hvchwvhbgeboren bestätige ich verbindlichst dankend den Eingang des gesl. Schrerbens vom 29. vi Mts. sowie der angekündigten Kiste mit Liebesgaben. Ich bitte allen Spendern und besonders dem erwähnten Schuloer- walter ü>en falls meinen wärmsten Dank auszusprechen. D« Opferwilligreit unseres (Volkes ist erhebend, wie ich als Lefter der Sammelstelle am ehesten in der Lage bin, feststelten zu können. v. Ko e st er, Großadmrral. ** Für Postanweisungen nach den Rieder- landen und niederländischen Kolonien gilt von jetzt der Einzahlungskurs 186 Mk. gleich 100 Gulden. ** Städtischer Kartosfelverkaus. Die Stadt wird vorn kommenden S-mrstag ab wieder dazu übergehen, ihrerseits ttnen Kartoffelv.crkauf einzuttchten, da die Zufuhren zu den Wochenmärkten nicht genügen. Dienstags und Samstags, vor- mlltags von 8—12 Uhr, findet der Bettauf zum Prttse von 7 Pfg für das KUogranrm in Mengen bis zu ttuem Zentner statt. Wie wir hören, hat ine Stadtverwaltung beträchtlich« Men- g e n für ihren Zweck zur Verfügung. ** Einschränkung der Hundesperre. Die Hnnd-e- bcsitzer und Hundeliebhaber werden es begrüßen, daß der wegen Ansbruch der Mccul- und Klauenseuche in Gießen für die Stadt Gießen angeordnet gewesene Sperrbezirk jetzt nur noch ans folgende Straßen beschränkt ist: Neustadt, Mühlstraße, Schanzenstraße, Bahnhofstraß«, von der West-Anlage bis zur Neustadt, und West-Anlage von der Bahnhofstraßc bis zur Neustadt. Nur noch in diesen Straßen sind bis aus nniteres Hunde an der Leine ,u führen oder anzulegen. ** Die katholische Schwestern-Nicderlassung ist von ttnem großen Verlust betroffen worden; dieOberin, Schwcster Wilh elminc, ist infolge ttnee. «m Sonntag^er- littenen Schloganfalls am Dienstag abend gestorben. — Seit dem 7. Dezember 1882, also 32 Jahre, hat Schwester Wilhelmine der hiesigen Schwcsternstation als Oberin vorgcstanden. Unter ihrer Leitung kam die Niederlassung, anfänglich in einer gemieteten BdBmmg, bald zu etnetu eigenen Hanse, das später durch größere Wohnräume ersetzt werden mußte: die Schwesternzahl stieg rasch, als die Inanspruchnahme der Schwestern stetig größer wurde. Unermüdlich tätig konnte Schwester Wilhelmine bis in ihr 75. Lebens- ,ahc ihren Posten als Oberin airsfüllen, bis der Herr über Leben und Tod seine treue Dienerin heimgerusen hat. Zahllos sind die Wohltaten, die sie durch die Schwestern Armen und Kranken gespendet hat. Ihr opservvlles stilles Wirken, ist von seiten des Landesherrn durch eine besondere Auszeichnung belohnt worden. Dankbares Gedenken wird ihr Lohn sein bei allen, die das barmherzige und liebevolle Wirken der Schwester an sich ersahren haben. Landkreis Gießen. r. Londorf, 1t. Dez. Gestern nachmittag hielt Herr Reallehrer Kahl aus Darinstadt im Gemerbeverein einen D o r t r a g über den Einfluß de? großen Weltkrieges auf die deutsche Volks- ivirlfchait. Der Böger'fche Saal, in dein der Dorlrag stotlfand, n>ar biS auf den letzten Platz besetzt; u. a. waren auch vertreten die Jngendwehren von Londorl, Kelselbach und Rüddingshaujen. O WerterShain, 16. Dez. Schon wiederholt wurde der Versuch unternommen, die lahrende Land post von Nieder- Ohinen »ach WeilerShain eingehen zu lasten. Mit Ausbruch des Krieges ivnrde die Poslsahrt auch richtig eingestellt und die Be- slelliiiig um einen Gang vermindert. Dadurch war Weitershain vo» dem Verkehr fast völlig abgeschnitlen »nd wer feinen Angehörige» ini Feld oder in einer Garnison ein Paket schicken wollte oder wer Pakete bekam, mutzie sie nach dem 7 lcm entfernten Nieder-Ohiiien tragen, bezw. da abholen. Den Bemühungen des ReichStagsabg. Werner ist es nun zu verdanken, daß dre Post- lahrt in der frühere» Weise wieder hergestelll wurde. (?> G r ü n i n g e n, 18. Dez. Unser Ortsgeistlicher Herr Weber gründete hier einen Gemischten Kirchenchor mit 65 Mitgliedern, darunter 38 Mädchen. AIS Dirigent fungiert Herr Bender. — Sechs Mann sind von hier bereits im Feldzug gefallen, darunter 2 Familienväter. — Landwehrmann W. B i n g e I (Lohn unseres Bürgermeisters) erhielt das Eiserne Kreuz, staudwehrinami Petri die Hessische Tapserkeitsmedaille. Kreis Alsfeld. A Ruppertenrod, 1ö. Dez. Eine Rotte Holzmacher, die heute morgen zur Waldarbeit ging, sah über der Waldung ein prachtvolles Meteor. Wagrecht zog die Erlchemung am nördlichen, noch dunklen Morgenhimmel vorüber, sprühend im feurigen Sternenglanz. — Dem im Diedenhosener Husarenregiment stehenden Karl Kr atz von hier wurde das Eiferne Kreuz verliehen. Kreis Schotten. R. Wohnseld, 18. Dez. Gestern nachmittag verließ der Pljährige Landwirt Johannes Baer seine Wohnung, aiigeblich um Arbeiten aus seiner Wiese vorzunehmen. Als es dunkel wurde und derselbe noch nicht zurück war, wurden seine Angehörigen unruhig und es wurde von hiesigen Einwohnern die Nacht über im benachbarten Walde nach ihm gesucht, jedoch vergeblich. Gestern mittag fand nun der Schwiegersohn den allen Mann in dem etwa 10 Minuten entfernt gelegenen Walde an einem Baum erhängt vor. Ter Bedauernswerte hat die Tat scheinbar in geistiger Umnachtung begangen. Q Aus dem Vogelsberg, 16. Dez. Weihnachten naht, und chlmit ist die Zeit der Hausschlachtungen auf dem Lande gekommen. Die hierzu bestimmten Schweine aus ein respektables Gewicht zu bringen, das ist die Sorge der Hausfrauen, denen meist diese Arbeit angehört. In diesem Jahr Hai die Mast meist recht angeschlagen. Das mag einestells am Ausfall der Kartosselernte liegen, andernteils am hohen Preis der Futterartikel. Schwere Schweine bilden jetzt die Ausnahme Ta die Ferkel ganz ungewöhnlich niedrig im Preise stehen, in vielen Orten auch wegen der Maul- und Klauenseuche überhaupt nicht verkanft werden können, so schlachtet man auch diese Ferkel. Sie dienen indessen nicht als Sponsau, sondern werden bei den Schlachtungen mit verwendet. Tie fetten Schweine sind letzthin im Preise wieder gestiegen. Daß die Zeit der Hausschlachtungen gekommen ist, ersahren auch unsere Feldtruppen. Es gibt keine Familie, von der ein Glied im Felde stehl, die diesem nicht von der Hausschlachtung früher oder später ein Soldatenpaket zirsendet. lind den Feldgrauen sind diese Sendungen neben Tabak und Zigarren die liebsten. Kreis Friedberg. D. F r i ed be rg, 17. Dez. Heute nacht kamen in einem Sonderzng 183gefangenerussischeOffiziere hier an. Die Gefangenen mußten die Nacht in den verschlossenen Wagen znbringen und wurden heute morgen unter starker Bedeckung nach der neuerbaulen Kaserne des 3. Bataillons Jnf.-Regts. 168 verbracht. Unter den Gefangenen befanden sich auch fünf vom westlichen Kriegsschauplatz kommende französische Offiziere. Unter den Russen waren alle Chargen, Truppengattungen und Rassen des weiten russischen Reiches vertreten. Auch Popen mit ihrer langen Haarinähne fehlten nicht. Im allgemeinen ist man hier über die sonderbare Einweihung der neuen Kaserne nicht sehr erbaut. -s- Friedberg, 18. Dez. Als der Schnellzug Nr. 77 Frankfurt-Hannover, der LVö llhr Frankfurt verläßt, in die Nähe des Bahnhofs BonaineS kam, Ivrang ein Deserteur aus dem in voller Fahrt sich befindenden Zuge. Er hatte seinen Transporteur gebeten, sich in das Klofett begeben zu dürfen, was ihm auch zu- gestanden wurde. Kaum war er allein, so stürzte er sich durch das Klofetifenster aus dem Zuge. Erst in Friedberg. wo der Zug wieder anhielt, konnte Meldung erstattet werden. Der Mann sollte »ach Gießen zurückgebcacht werden. h. Friedberg, 16. Dez. Ter Kreistag des Kreises Friedberg bewilligte aus Antrag des Kreisaus- schnsses für Kreisstraßenunterhaltvaigen im Jahre 1415 rund 263622 MI., f»r besondere Herstellungen 36 949 Mk., für Kleinpflasteranlagen 118146 Mk., sür Stvaßenneubanten 44074 MI. und für Banmpslanzungcn 5150 Mk. Da der ProvinzialauSschuß über den Kreisstraßerrneubcrrr Rendel- Gronau einen ablehnenden Beschluß gegeben hat, stimmte die Versammlung dem Vorschlag des Kreisausschusses ans Herbeiführung einer ministeriellen Entscheidung zu. Ein Antrag des Abgeordneten Schaub-Budesheim über die Unterstützung von Familien der Kriegsteilnehmer mußte, da er verspätet eingercicht war, zurückgestellt fverden. Tie Anträge Fauerbach - Okarben und Brückmann - Groß- Karbeil auf Straßenherstellungen zwischen Seizerbrunnen und Groß-Karben und Gehspitz und Groß-Karben sollen möglichst bald vernnrklicht werden. Der Vorsitzende Frei- lzerr von Schenck erhielt vom Kreistage die Ermächtigung, der Familie des gefallenen langjährigen Kreistagsmitglie- dcs Kammerdirektors De r n - Assenheim die herzlichste Anteilnahme auszusprechen. 0 Nieder - Wö llstodt, 17. Dez. In der vergangenen Nacht brach in dem Anwesen der Brauerei I u n g - Frankfurt F c u c r aus, das einen erheblichen Schaden onrichtttc. Kreis Büdingen, -z- ll n t e r - W i d d c r s h e i m , 17. Dez. Bon hier im Feld, stehenden Kriegern wurde» zwei mit dem Eisernen Kre» ausgezeichnet: Wachtmeister Michel, Ar«.-Rgt. 61, und Dragoner Unteroffizier Bindingshaus lPostbote in Gießen). Erüerer ist auch schon im Besitz der Hess. Tapierkeitsmedaille. — Daß „o, immer manche? Goldsüchslein von den .Ueberklngen" zurück gehalten wird, zeigt das Ergebnis einer von Herrn Lehre B r a in m und Beigeord». Binding hier vorgenommenen Nachfrage von HauS zu Hans. 1410 Mk. konnten an dir Reichskaffe abgeliesert werden. Hessen-Nassau. m. Neustadt, 16. Dez. Von dem Lehrer Lambert j! hier eine Schn lsparkasse gegrnndetz bei der die Schnlkinde, ihre wöchentlichen Sparpfennige zinSIragend anlegten. Die all wöchentlich gesammelten Gelder wurden der bieiige» städtische, Eparkasie übergeben. An dieser Sammlung waren zwei Schul klassen mit 79 Kindern beteiligt, die im Laufe diese? Jahres den. schöne» Betrag von 2 * 18,23 Mk. gespart halten. Gestern erfolgt c" die Auszahlung an di« kleinen Sparer in Beträgen von 8 bi? 160 Alk., wofür bei vielen Weihnachtsgeschenke angefchasst werden können. Tie Förderung des SparsinneS bei den Kleinen ist gewiß auch vom ethische» Standpunkt aus zu begrüße». m. Kirchhain, 18. Dez. Die bisherige, von Herrn Rech- mmgsrat Marks dahier in de» benachbarten Ortfchasien durch- gesübrte G o l d s a m m l u n g hat die ansehnliche Summe von übe, 10 000 Mk. erreicht, die zur Reichsbank abgeiührt werden konnte — Wieder ist einem Sohne unserer Stadt das Eiserne Kreuz verliehen worden. Gustav Seibert, Unteroffizier bei der R«- leroe-Fußarlillerie-Balterie Nr. 22 , erhielt diese Auszeichnung für sein tapferes Verhalten in den Kämpfen in Flandern. h. Frankfurt o. M., 16. Dez. Unter der Mitwirkung verschiedener Kreise ist hier eine Organisation im Werden, die in großzügiger Weise den Berufswechsel und die wirtschaftliche Zukunft und Unterkunft von schwerverwundeten Kriegern in die Hand nehinen will. Die Vereinigung wird demnächst mit ihrem Programm bezw. dem Arbeitsplan an die Lefsentlichkeit treten. — Die jetzt abgeschlossene Frankfurter Sammlung „Gold gab ich sür Eisen" erbrachte einen Erlös von 303 403 Mk. Für 29 014 Mk. wurden eiserne Schmuckgegenstände angesertigt. 100 000 Mk. vom Reingewinn übernnes man der „Familienhilfe" zur Unterstützung notleidender Kriegersamilien, 10000 Mk. notleidenden Künstlern nnd den Rest solchen not- leidenden Familien, die von der „Familienhilfe" nicht berücksichtigt oder nicht bewältigt werden können. — Bei der Behandlung der Wunde eines Soldaten zog sich der Chefarzt des Marienkrankenhauses, Dr. Franz Sasse, eine Blutvergiftung zu, an deren Folgen er gestern verstarb. — Durch ein Feuer wurde in der vergangenen Nacht der Dachstnhl und das obere Stockwerk eines Hauses in der Barfüßer Gasse vernichtet. Der Brand verbreitete sich mit solcher Schnelligkeit, daß die Hausbewohner nur das nackte Leben retten konnten; füils Kinder mußten von der Feuerwehr ans dem brennenden Hanse geholt werden. Zwei Löschzüge hatten etwa drei Stunden mit der Bewältigung des Brandes zu tun. b. Eschbach i. T., 16. Dez. Der von hier stammende Heinrich Simon wurde bei Braubach von einem Zuge überfahren und getötet. ob. R ü d e? h «i m a, Rh., 16. Dez. Eine Postkarte mit hübschem Gedicht ist dem Zweigverein vom Roten Kreuz hier zugegangen. Tie Karte kam von der 3. Batterie des Reserve-Fuß-Arlillerie-Regiments Nr. 3, 2. MuniiionSwage». Das Gedicht lautet: Und weht der Wind auch noch so kalt, - Er kann uns nicht erbosen, — Der Zweigverein von Rüdesheim, — Der sandt' unS warme Hosen. — Und wandern wir hier am Kanal — Durch noch so tiefe Sümpfe, — Der Zweigverei» von NüdeSheim — Sandl' uns ja dicke Strümpfe. — Nun mag es regnen oder schnei'n, — Uns kann dies nicht genieren, — Der Rüdesheimer Zweigverein, — Der läßt uns nicht erfrieren. — Die Gaben alle, groß und klein, — Vom Rüdesheimer Zweigverein, — Die werden dankbar tragen — Di« Kanonier vom 2. Wagen. Unseren Anzeigenkunden zur freundlichen Beachtung! vie gegenwärtigen Verhältnisse zwingen uns zu einem früherenAnnahmeschluh für größere Geschäfts-Anzeigen wir bitten deshalb unsere Bünden um Ausgabe der Anzeigen dir vormittags U Uhr am Tage vor der Aufnahme. Nur dann können wir die rechtzeitige Veröffentlichung gewährleisten und für eine zweckdienlich« §atz - Ausstattung sorgen Verlag der Giehener Anzeigers Verlustliste. Landsturm-Bataillon IV Darmstadt. Gefecht am 23. 11. 14. Mrrj-, vermtl. a. D., Frhr. v. Hövel (Stab), tot. 1. Kompagnie. Ldstm. Jakob Werth, Bechtheim, Worms, lvw. — Gesr. Christian Ott, Rnchsen, Mosbach, lvw. — Ldstm. Joh. Döhren, Nieder-Saulheim, Ovpenheim. lvw. — Ldstm. Beruh. Osenloch, Bürstadt, Bensheim, lvw. — Ldstm. Heinrich Pflug, Frankfurt a. M., lvw. — Ldstm. Carl Fink, Pseddersheim, Worms, lvw. — Ldstm. Peter Littmairn, Franffurt a. M., lvw. — Ldstm. Martin Becker, Neuenheim i. Taunus, low. — Ldstm. Anton KöfterS, Worms, lvw. u. vm. 4. Kompagnie. Ldstm. Ludwig Westenberger, Sindlingen. Höchst a. M., tot. — Ldstm. Jakob Dienst, Soden i. T., Höchst a M., schvw. — Ldstm. Jakob Freund, Hofheim, Höchst a. M., lvw. — Ldstm. Joses GeiS, Obertiesenbach, Limburg a. L., lvw. — Ldstm. Gustav Adolf Keßler, Hof, Oberwesterwaldkreis, lvw. — Ldstm. Louis Mentsch, Borod, Oberwesterwaldkreis, lvw. — Ldstm Jos. Stillger, Niederbreche,i, Limburg, lvw. — Ldstm. Karl Krieger, Königstein, Höchst a. M., vm. — Ldstm. Joses Rupvel, Oberursel, Homburg v. d. H., vm. — Ldstm. Heinrich Sennlaub, Waldhausen, Oberlahnkreis, vm. Aniversitäts»Na«Hrs«hten. b Frankfurt a. M., 16. Dez. Der praktische Arzt Dr. Eduard 6! tun er aus Mannheini, der gegenwärtig als Unterarzt beim Füsilier-Regiment Dir. 8l) in Wiesbaden tätig ist, bestand als erster die medizinische Doktorprüfung an der neugegründeten llniversität Frankfurt. üanOcl Teuerung und Wucher in Wollwarensachen. Ter Preis sür Wolle ist bekanntlich erheblich gestiegen So- ivohl das Ausbleiben der Zufuhren, wie der direkte und indirefle Heeresbedarf (in Form von Liebesgaben) machen das erklärlich. Weit über das Maß dieses Steigens hinaus sind aber die Preise für W o l l w a r e » gestiegen. Das ist zunächst schon deshalb nicht gerechtfertigt, weil die Waren, die jetzt in die Hände des Verbrauchers gelangen, wohl noch ausnahmslos aus Wolle hergestelll sind, welche noch zu dem alten Preissatze bezahlt wurde. Tonn aber verdient vor allem das Maß der Steigerung entschiedenen Widerspruch. Ter Preis der Ware setzt sich zusammen aus dem Preise der Rohwolle, den Anserttgungskosten und dem Handcls- lewinn. Diese beiden letzteren aber ebenfalls in dem Maße der Wollpreiserhühung oder gar noch darüber hinaus mitzusteigern, ist ungerechtfertigt, um so ungerechtfertigter, als diese Art von Handelsbetrieben zurzeit ohnehin glänzende Geschäfte machen. Und wenn man ferner bedenkt, daß viele der Liebesgabenkäufer ihre Angehörigen im Felde nur unter Uebernahmc eigener Entbehrungen beschenken können, so muß ein solches Treib eu direkt als verwerflich und wucherisch bezeichnet iverden. Dem Publikuni kann daher nur angeraten werden, nickt jede Steigerung einfach vrü fungslos hinzunehmm. Insbesondere fällt den Großkäufern von Liebesgaben, Vereinen und Komitees, die Ausgabe zu, die Höhe der Preissteigerung auf ihre innere Berechtigung hin zu prüfen und solche Geschäfte zu meiden, in welchen diese Höhe ein ungerechtfertigtes Maß erreicht hat. _ Märkte. — Ridda, 18. Dez Heute wurde hier der W e i h n a ch t s markt abgehalten. — Da in den benachbarten Orten des Kreises Gießen und in der Stockheimer Gegend Sperrbezirke wegen der Maul- und Klauenleuckie gebildet worden sind, war der Austrieb von Schweinen diesmal etwas geringer als zu den letzten Märkten. Die Preise gingen dadurch etwas in die Höhe und betrugen durchschnittlich iür ein Paar Ferkel 6 bis 8 Mk. mehr als im Herbste. Etwa 9 Wochen alte Tiere kosteten 22 bis 24 Mk., 13 Wochen alte 10 bis 36 Mk, das Paar. Auch für leite Schweine sind die Preise elwas im Steigen. Tie Metzger bezahlten bisher 62 und 63 Mg. iür das Pstind Schlachtgewicht, seit einigen Tagen haben aber manche Züchter 64 bis 66 Big. erhalten. Ti« Marktpreis« sür Vieh und Frucht und die tziießener Fleisch» und Brotpreise am 14. Dezember 1914. Schlachtviehpreise in Franks urt a. M. Fleischprrise in Gi e st c i Ochsen Kälber Schweine 60 Kg. Schlachtgewicht 81—101 Mk. Kg. Schlachtgw. 64—80 Vf. 7. 74-7« . ’/, Kg. 86-96 ps> ’/, . 80-84 . 7. . 80-96 . Eetreidepretse in Mannheim Brotpreise in Gießen ' Weizen 160 Hg. 00.00- 00.00 Mk. Roggen 100 Kg. 00.00—00.00 Mk. Weißbrot 2 itg. 68 bi,. Schivarzbrot 2 Kg. 64 Mg. Amtlicher Wetterbericht. Oeffentlicher Wetterdien st. Gießen Wetteroussichten in Hessen am Freitag, den 18. Dez. 1314 : Weitere udnah.ne der Bewölkung, meist trocken, kühler, nordwesi- liche Winde, letzte Nachrichten. »» D Die trauernden Schwestern des 8t. Josephs-Krankenhauses in Giessen. Nachruf. Am 1. Dezember starb den Heidenrod stirs Vaterland im shrldiazarrri in Frankreich insolge schwerer Verwundung vom 38. Oktober unser cisrtgcr, lieber und unvergeßtichcr Ludwig Schäfer (Befreitet im Zafauterie-Regimenl Nr. Iß» Maichinenaewebr ffomvagnir. Wir werden ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren. 12100 StjmMM „KintrM", Mich. Pädagogium ^euenlieim-Heidelderg. I heil 189G tM Eini.,lH Primaner(0. II. 7/8. KI.)|Pension l allein-. HKinjÄhrigeuMPrimaner. ensional. fmisöS 1 Nähmaschinen Geldkassetten, Geldkörbe Wertpapier-Kasten sind passende Weihnachtsgeschenke. Grösste Aus- wähl bei Fr. Krogmann Bahnhofslr. 30 on Bahnhofslr. 30 empfiehlt zu den bevorstehenden Weihnachts- u. Neujahrstagen seine anerkannt guten und preiswerten Waren, insbesondere ff. Mehle und alle Backartikel, sowie diverse Weine, ff. Pnnsch-Essenzen, Pfefferkuchen, Lebkuchen, Zigarren in allen Preislagen, Zigaretten usw. Wir machen unsere Mitglieder auf unsere F eldpost-Sendungen aufmerksam,auch sindleereFeldpost- kartons in verschiedenen Grössen in all.Verteilungsstell, zu haben — ..... ... Wer noch nicht Mitglied Jetziger Bestand: » WM unseres Vereins ist, bewirke sofort seine Anmeldung V ^ städtischer Kartoffelvertanf. Da die.stariostclzusuhr aus den letzten Wochenmärkten nicht ausrcichie. den Bcdars der hiesige,! Bevölkerung zu decken, wird vom Ist. ds. Mts. ab der ttädtiichc Kar tostelverkauf ivieder eingerichlet. Der Verlaus findet stau bis aus weiteres jeden Dienstag und Samstag vormittags von 8 bis 12 Uhr in der Schule in der Neustadl. Der Vcrkaussvreis beiränk 7 Psg. für das kg. Tie Abgabe erfolgt in Mengen bis zu 5V kg. Gießen, den 16. Dezember 1014. Der Oberbürgermeister. _ .Keiler. _ 124888 Bekanntmachung. Fn der Zufaiumenlegungssache von Salzböden. Kreis Wetzlar, 36 Mmulen von der Haltestelle Fricdelhnusen der Lnhustreckc Frankiurt—Kafiel. fall eine genosteiischast- 11 rfje Drainage ausgesührt werden. Die erforderlichen Rohre iverdcn von der Genossenschaft gelieseri. Es find 10300 ltd. Meier Draingräbe» in cisenschllsiigein. lehmigcni To», liier und da mit Steinen durchsevl. ans- zuhcbc». die Röhren zu verlegen »nd die Gräben wieder znzufiillcn. Die aligc»leinen und besonderen Bedingungen. letztere gegen Erstattung der Schreibgebübrew sind hier zu haben. Geeignete Unternehmer wollen ihre schriflltchen verschlossenen Ofierten spätestens bis zum 28. Dezember d. 7 >s. hier cinreichen, woselbst auch (Zimmer Nr. 4s das Projekt eingcsehen werden kann. — Der Zuschlag wird schrisltich mitgctcilt werden. Wetzlar, dcii 15. Dezember 1914. _ Köuigt. Spczialkomn^ston II. _ 12408D Wer gibt Auskunft über meinen Sohn, den liinstetici'JlöPlf ,>uliuö Isiiüdhedjf ist.Komv.,Ins. Regt. 11 «, 25.Divis., 18. Armeekorps? | Er ist in der Nacht vom 9. aus den 10. Sevtember, nioraen? um 4 Uhr, in der Schtnan bei Herlel am Oberschenkel ver-! mundet worden. Seil der Zeit wird er als vermisst ge- I fuhrt. Diejenigen, die über den Verbleib lind das Befinden j meines Sohnes etwas wisse», bitte ich, mir doch sofort Nachricht zu geben. Adolf Cugelbrecht, Landwirt, Ahauien bei Weilbnrg an der Lab«. 12401 Cellugel-o. VogelzDchtvemn Gießen n. Ilmpgil IM, e. V. General-Bersmmnlrsug. Sonntag, den 2 O. d. Mts., nachmittags 3 Ul,r. findet in der Restauration Rabucscld, Schauzenstraße, eine Generalversammlung mit folgender Tagesordnung statt: 1. Weihnachtsgabe für die imJeldc stehcudcn Mitglieder 2. Verschiedenes 124020 ivozu uni zahlreiches Erscheincil bittet Der Vorstand dcö Gestügcl- u„d Vogclzuchtvereiiis Gießen ». Umgegend I8!»7. c.V. u.Sl.i Schäser, IBors. Kindergarten-Verein gm Cienstag, den 22 . Cer., nackm. 4 Uhr im ^uniiaale der Gder.NealsckuIe VJeihnachfs* Feier des Bürgerkindergarfens Eltern und Angehörige der Zöglinge, lowie alle Kinderlreunde, auch die Verwundeten in unseren hazaretten werden dazu herzlich eingeladen. Der Vorhand. 12 u83d Feine Damen-Schneiderei M. Harth Seltersweg 75 insoti Telefon 406 Feldpostkartons fabriziert in Sonderanfertigung und Hält in gangbaren Größen vorrätig Christ St Herr, Giessen Serusvrccher 50« Walltorttraße 77 " » » l Nur für Wiederverkäuser — mM In einigen Wochen : J Leder- u. Pelzwesten von Mk. 25.— an Knnteelhaar- Unterjacken und -Hosen wasser«! ieht. Westen m. warm. Futter M. 12.— viel gekauft u. außerordentlich bewährt Schlafsücke f.Offiziere und Mannschaften Ueberzi«‘h - Hosen n. Knieschützer in Gummi, vollst. wasserd. Pulswärmer in Leder, Wolle und Gummi mit Pelzfutter Handschuhe in Leder und gewebte wollene KanieeSliaar - Brnst- n. lameenschiitzcr Schlauch miitzen in Seide und Wolle Ohren warmer Otfizler-Kolfer un«I Wüschc-Säcke nach Vorschrift Offizier- und Kann- schafiskoppcl Alnm. - Feldflaschen n.Trinkbecher nach Vorschrift Gamaschen i. Ia.Leder und Segeltuch Wickel - Gamaschen, Encksäckc, Hosenträger, Brieftasch. «SW. ll9 " Extra-Anfertigung aller Militär-Ausrüstungen iu eigener Werkstatt. iip! Rilliger Sehersueg 79. Eslyar Soniüiin Giessen Neustadt 11 Tel. 165 Eisenwaren.fiaus-u.Kücliengeräte empfiehlt Kartoffeldämpfer Kartoffelkocher Kartoffelkörbe Kartoffelquetschen Kartoffelschaufeln Kartoffelwäscher usw. usw. _ 10033a WMMWökartons in verschiedene» Größen sllr 80 ,258-u. üt!8-Gra»»n-u.3-». ö-.stito-'tzakei -Verpackung sonne wastcrdichleS Oeltnch zu billigen Preisen. Wiederverkäuser crdatke» Rabnti. PapiirdiU.öang.L alt er n «« gZZ. vir.: »ermann Stelneoetter. Areitag,dcn I8.Dcz. 1911, abends 8 Ubr 6 . Freitag-Abonn.-Borstellg. Gewöbnl.Preiietermäßigt, NcubeiN Ncubcilt Ein sröblichcs Spiel in42l»ö ziigcii vo» Albert KeHni u. Martin ArcHsee. Ende nach Wl, Uhr. Soldaten vom Feldwebel ab« wärlS zahle» bei allen Vor» itcllnngc» aus 2 . ». 3. Parkett nur halbe Preise. U23Ö2C