Nr. 295 Der Slehener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags. — Beilagen: viermal wöcbeullich SietzenerZamiliendiäiter; zweimal wöcheiitl.ilreis- bloit sür den Ureis Stehen (Dienstag und Freitag): zweimal monatl Land- wirtschastliche Zeitsragen Fernjprech - Anschlüsse: sürdieSchriitleiliingII2 Vcrlag,Geschä!tssteÜe5I Adresse lür Tralguach- richteu: Anzeiger Gießen Annahme von Anzeigen sür die Tagesnmunier bis vormittags !t Uhr. Erstes Blatt m. Jahrgang Montag, Dezember «t zu qso reis: monatl. 75 Ps., viertel» Üchrl. Mk. 2.20: durch Abhole- ii. Zweigstellen monatl 65 Ps.; durch diePost Mk.2.— viertel- jährl. ausschl. Bestellq. Zeilenpreis-, lokal ISP'., ausw. 20 Ps. — Hauvt- schristleiter: ?lug. Goetz. Verantwortlich für den volit. Teil: Aug. Goetz: sür „Feuilleton", „Vermischtes" u»d„GerichlS- saal": klar! Jieurath: lür „Stadt und Land" : Rotationsörud und Verlag der vriihl'schen Univ.-Vuch- und Steindruckerei R. £angc. Schriftleitung. Seschästrstelle «. Druckerei: Schulstr. 7. Auzei^emeü:' Beck! NOOV russische, 60h sranzöfische Gefangene. 9er Rückzug öer Aussen aus Westgalizien. Großes H aup t a il a rt i c r , 13. Dez., vormittags. (Amtlich.) Nachdem am I I. Dezember die französische Offensive auf A p r e mv n t (südöstlich St. Mihiel) gescheitert war, g r i f f der Feind gestern nachmittag in breiterer Front über Fllrey (halbwegs St. Mihiel Pont-tz-Mousson) an. Der Angriff endete sür die Franzosen mit dem Verluste von KvvGefangenen und einer grotzen Anzahl von Toten und Verwundeten. Unsere Verluste betrugen dabei ct- iva 70 Verwundete. Im übrigen verlief der Tag auf dem westlichen Kriegsschauplatz im wesentlichen ruhig. In Nordpolen nahmen wir eine Anzahl feindlicher Stellungen. Dabei machten wir 11 000 Gefangene und e r b e u t c t e n 4 3 Maschinengewehre. AuS Ostpreußen und Südpolcn nichts Neues. Oberste Heeresleitung. MTB. Großes Hauptauarticr, 12. Dez., vormittags. (Amtlich.) In Flandern griffen gestern die Franzosen in der Richtung östlich Langemarck an. Tie wurden zurückge morsen und verloren etwa 200 Tote und 340 Gefangene. Unsere Artillerie beschoß den B a l> n h o s ?) Peru zur Störung feindlicher Truppenbewegungen. Bei A r r a s wurden Fortschritte gemacht. In Gegend Sousin- Perthes grissen die Franzosen erneut ohne jeden Erfolg an. Im Argonncrwaldc versuchten die Franzosen nach Ivochenlangcm passiven Verhalten einige Vorstöße. Sie wurden überall leicht abgewiesen: dagegen nahmen die deutschen Truppen wiederwn einen wichtigen französischen Stützpunkt durch Minensprengung. Ter Gegner erlitt starte Verluste an Gefangenen und Verschütteten. Anßeidem machten Ivir 2 0 0 Gefangene. Bei. A p r enro n t, südöstlich St. Mihiel, wurden mchrsache heftige Angriffe der Franzosen abgcw lesen, ebenso aus dem Vogescnkainm in der Gcgcird westlich Markivcü. An der oft preußische n Grenze warf unsere Kavallerie russische Kavallerie zurück und machte 350 Gefangene. Südlich der Weichsel in Nordpolen entwickeln sich unsere Operationen weiter. In Süd polen wurden russische Angriffe von österreichisch- ungarischen mid unseren Truppen abgeschlagen. Oberste Heeresleitung- Nicht mit dem Tone des Jubels werden die Meldungen von den außerordentlich schweren Verlusten der Russen hinausgestoßen. Wir wollen damit nicht über den erbarmungslosen Siegeszug des Todes triumphieren. Wir dürfen aber aus den Feststellungen der Tatsachen entnehmen, daß die russischen Meldungen über unsere eigenen Verluste erfunden oder stark übertrieben lvaren und daß unsere Waffenerfolge keineswegs Pyrrhussiege gewesen sind. Wir dürfen ferner ans diesen Nachrichten, wonach bei den Kämpfen in Polen die Russen ilyrc Verluste auf 150 000 Manu beziffern müssen, die Hoffnung schöpfen, daß das Kriegsmaterial des Feindes bald versiegen wird, und lmr erinnern uns der Worte unseres Hindenbürg, je enffchiedener und unerbittlicher der .Krieg geführt werde, desto barmherziger wirke er, weil der Friede dadurch rascher herbeigefüh-rt werde. Nun meldete das deutsche Hauptquartier gestern einen weiteren, großen Erfolg. Unsere Truppen haben in Nordpolen iviederüm feindliche Stellungen genommen, und dabei sind anfs neue l I 000 Gefangene gemacht und 43 Maschinengewehre erbeutet worden. Gleichzeitig berichten unsere österreichisch-ungarischen Bundesgenossen die erfreulichen Anzeichen dafür, daß der Feind in Westgalizien das Feld räumt. Die Türken fehlen cbcnsalls nicht mit neuen Siegen. Sie haben Batum in Brand geschossen. So erscheint das Petersburger Gerede. Rußland wäre zu einem friedlichen Ausgleich mit Deutschland geneigt, wenn dieses Oesterreich-Ungarn preisgebe, in einem eigentümlichen Lichte. Die Tatsachen ändern sich von Tage zu Tage, und vielleicht wird der russische Friedenswunfch gar bald alles eitlen Aufputzes entkleidet sein. Auch die letzten Meldungen aus Frankreich und Belgien sind günstig. Die Franzosen verbluten sich auch allmählich, und nmm der deutsche Tagesbericht meldete, daß in den Argonnen eine Menge Gegner teils verschüttet, teils gefangen genommen wurde, so empfinden ivir auch hierüber nur Freude ini Sinne Hindenburgs, nämlich die Hoffnung, daß das mörderisch« Ringen bald zu Ende geht. In Flandern ist das Kriegsglück den Deutschen hold geblieben. Südöstlich von St. Mihiel ist ein Angriff der Franzosen blutig zusammengcvrocheu. An dieser wichtigen Kampfstellc, von der wir geraume Zeit nichts Bedeutsames gehört hatten, wird demnach von den Unseren noch treue, starke Wacht gehalten. Und England? Ms neuesde Erscheinung in der Flut seiner Machen sckmften ist scim angebliche Absicht aufgctaucht, Holland demnächst zur Preisgabe seiner Neutralität zu nöttgeu. Die „Rh. Wests. Ztg." >vill nämlich aus dem Haag gehört haben, daß England in nächster Zeit sein Verlangen nndi freier Durchfahrt durch die Schelde nach Antwerpen dringlich wiederholen werde. Tie wackeren Holländer sollen aber geneigt sein, mit allen Mitteln ihre Neutralität aufrcchtzucrhalten. Die Meldung ist nicht verbürgt; wenn England irffrkffch ein Ultimatum nach dem .Haag richtete, dürfte man gespannt darauf sein, ob seine ihm ergebenen Neutralitätshüter darob sich berufen oder protestieren würden. . . * , Gewaltige Verluste der Russen. Berlin, 12. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Die Räumung von Lodz durch die Russen geschah heimlich des Nachts, daher ohne Kampf und unbemerkt. Sie mar aber nur das Ergebnis der vorhergehenden dreitägigen Känipse. In, diesen hatten die Russen hauz ungeheure Verluste, besonders durch unsere schwere Artillerie. Die verlassenen ^russ i- schen Schützengräben waren mit Toten buchstäblich angefüllt. Noch nie in den gesamten Kämpfen des Ost'hecreA, nicht ernlmal bei Tannenberg, sind unsere Truppen über so viel russische Leichen hinweggeschritten, wie bei den Kämpsen um Lodz, Lowicz und überhaupt zwischen Pabianice und der Weichsel. Obgleich wir die Angreifer w ar e n, 'b l ie b nt unsere Verluste hinter denen der Russen weit zurück. Wir haben insbesondere im Gegensatz zu ihnen ganzunverhältnismäßig wenigTotevcrloren. So ffelen bei dem bekannten D n r ch- b rn ch unseres Re serveko r ps von diesem Heeresteil nur 120 fianii; es ist eine auffallend niedrige Zahl. Für die Verhältnisse ist demgegenüber bezeichnend, daß allein ans einer Höhe südlich Lutonriersk (westlich Lodz) nicht weniger als 887 tote Russen gefunden Und bestattet worden sind. Auch die 'russischen G e s a m t v e r l u st e können wir, wie in den früheren Schlachten, ziemlich zuverlässig schätzen. Sie betrugen in den bisherigen Kämpsen in Polen Mit Einschluß der von uns erbeuteten 80000 Gefangenen, die inzwischen Mit der Bahn nach Deutschland abbesör- dert worden sind, m in de st c n s Z 5 0 0 0 0 M anm. (WTB.) Berlin, 12. Dezember. -(Nichtamtlich.) Die Stadt Lodz hat durch die jüngsten Kämpfe um ihren Besitz sehr wenig gelitten. Einige Borotte und Fabrikanlagen außerhalb des Stadtbezirks haben Beschädigungen aufzuweisen, doch ist das Innere der Stadt säst völlig nnveffehrt. Das Grand Hotel, in dem sich ein ruhiger Verkehr abspielt, ist unbeschädigt. Die elektrische Straßenbahn passiett ohne Störung wie in Friedenszeiten. , Der österreichisch-ungarische Schlachtenbericht. Wien, 12. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 12. Dez., mittags. Ungeachtet aller Schwierigkeiten in dem winterlichen Gebirgsgeländc setzten unsere Truppen unsere Vorrückung in den Karpathen unter fortwährend siegreichen Gefechten, in denen gestern über 2000Russengcfangen genommen wurden, unaufhaltsam fort. Die Pässe westlich des Lupkower Passes sind wieder in unserem Besitz. Im Raume südlich von Gor- lice, Grybow und Neu-Sandec begannen größere Kämpfe. Die Schlacht in Westgalizien, deren Front sich in der Gegend östlich Tynbark bis in den Raum östlich Krakau hinzieht, dauert an. Gestern brachen wieder mehrere Angriffe der Russen in unserem Arttllekiefeuer zusammen. Die Lage in Polen hat sich nicht geändert. Die Besatzung von Przemysl brachte von ihrem letzten Ausfall 700 gefangene Russen und 18 erbeutete Maschinengewehre mit sehr viel Munition mit heim. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs: v. Höfer, Generalmajor. Wien, 13. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird ver- lantbart: 13. Dezember. In der Schlacht in Westgalizienj wurde der südliche Flügel der Russen gestern bei Lima- nowa geschlagen und zum Rückzüge gezwungen. Die Ber- solgnng des Feindes ist eingeleitet. Me Angriffe ans unsere übrige Schlachffront brachem ebenso wie an dein früheren Tagen zusammen. Unsere in den Karpathen vorgerückten Kräfte setzten wieder unter mehrfachen Kämpfen die Kcffolgmig energisch sort. Am Nachmittag wurde Neu-Sandec genommen Auch in Grnbvw, Gorlice und Zmigrod rückten unsere Truppen wieder ein. Das Zcmpliner Komitat ist von dem Feinde vollkommen gesäubert. In den abseits von dcsn Schauplätzen der großen Ereignisse gelegenen östlichen Waldkarpathen vermochte der Gegner südlich des GebirgskamMres nirgends wesentlich Raum zu gewinnen. Im allgemeinen halten nnsere Truppen die Paßhöhen, in der Bukowina die Linie des Suczawa-Tales. In Süd polen wurde nicht gckampft. Nördlich Lowicz setzten unsere Verbündeten den Angriff ans die stark befestigten Stellungen der Russen ersolgreich sott. Der Stellvcrtteler des Chefs des Geueralstabs v. H ö s e r, Generalmajor. Wien, 12. Dez. ste- gierung sich mit den Ucbergrissen und Tätlichkeiten der örtlichen Behörden solidarisch erklären will, und ich luabt glaube, daß sie uns gegenüber dieser klar zutage liegenden VerleMng der Kapitulations- rechtc keine Genugtuung geben will." (Lebhafte Zustimmung.) Cappa dankte Somuiro und sagte: „Es ist sicher, daß die Regierung die schuldige Genugtuung fordern wird. Tie Kamnier muß laut belräftigen, daß Italien auf keinen Fall geneigt ser, Demütigungen hinzunchmen, und daß es bestimmt wünscht, daß unter den gegenwärtigen Umständen seine Ehre mti> seine Würde hochgehalten werden." (Lebhafter Beifall.) Gallenga erllärte, cs sei sicher, daß. die Regierung von der Pforte die schuldigen! Erklärungen verlangen werbe. «Lebhafter Beifall.) Rainers wünschte den Männern, die in diesen so schwierigen Augenblicken mit so großer Gerablpir und so hohem Veranttvortmrgsgesühl das Land regierten, daß die Ereignisse ihrem' Handeln zum Glück und zur Größe des Landes günstig scfti möchten. (Lebhafte Zustimmung. Er schloß, mit den Worten: „Es ist unser aller sehnlichster Wunsch, daß der Haß unter den kriegführenden Völkern bald erlöschen und Italiens unverjährbarc Bestimmungen ihre Anerkennung finden möchten (Sehr lebhafte Zustimmung und Bestall) und das Parlament beruhigt seine Arbeiten wieder aufnehnreii! und sich den Werken der Zivilisation und des Friedens tvidmen kann." (Langauhaltender Beifall.) Präsident M a r c o r a schloß sich den Wünschen Raineris an, besonders dem, daaß Italien auch ein Friedenswort mit Würde sagen könne (Sehr lebhafte Zustimmung) und drückte die Hossnuitg aus, daß das Land sich immer der jetzigen Opfer und Schwierigkeiten erinnern möge, die es jederzeit ht vollkommener Eintracht wieder aus sich jat nehmen bereit sei. Es lebe J'talicu! (Sehr lebhafter Beifall. Die Abgeordneten erheben sich mit dem Ruse: Es lebe Italien!) Ministerpräsident Salandra ergriff daraus das Wort, dankte Raineri und Marcora für die wohlwollende Würdigung der Tätigkeit und der Absichten der Regierung und fuhr dann fort: ,Z.ch nehme von ganzem Herzen den soeben ausgesprochenen Wunsch an. ivcit es ein Wunsch nicht fiir die Regierung, sondern für Pas Vaterland ist, (Sehr gut! «Bravo!). Damit # sich der Wunsch Mülle, ist die nationale Eintracht, die immer die Herzen der Abgeordneten hewegt, notwendig. 'Ter nationale Geist Jia- latiens ist einmütig, und weil er das ist, wiederhole ich im Namen des Landes den Ruf: Es lebe Italien!" (Sehr lebhafter, anhaltender Beifall, wiederholter Ruf: Es lebe Italien!) Tie Kammer vertagt sich daraus bis zmn 18. Februar. Eine rumänische Mission in Rom und Paris. Genf, 13. Dez. Nach einer Pariser Meldung soll eine rirmünische Mission, bestehend- aus bedeutenden Politikern, darunter dem Prinzen Bibesco und dem Oberst Bideano, vom Kriegsministerium, von Rumänien nach Rom und Paris abgereist sein. , , Aus Portugal. Lissabon, 14. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Das neue Ka- ' 5 i n e 11 wurde folgendermaßen gebildet: Vorsitz und Marine: Coutinhv, Krieg: Veroeira Albuauergue, Inneres: Alexandro Braga, Justiz: Barboza Magelhaes, Finanzen und Aeußeres: Augusts Suarez, Unterrccht: Ferreira Simas, Oefientliche Arbeiten: Luira Bastos, Kolonien: Rodriguez Gaspar. Das Kabinett, welches aus Anhängern Alsonso Castros besteht, wird die Politik des vorigen Kabinettes bezgl, der Jmervention Portugals befolgen und das Bündnis mit England aufrechterhalten. Das spanische Parlament für strengste Neutralität. Madrid, 12, Dez, (NLsB. Nichtamtlich.) Während der Parlamentsdebatte über dieLösungder Minister- krisis haben Kammer und- Senat sich einmütig fiir Wahrung strengster Neutralität ausgesprochen. Japanische Hilfe bei den Falklandsinseln. Berlin, 12. Dez. Die „Boss. Ztg." meldet aus Amsterdam: Reuter meldet aus London: „Der japanische Marineminister hat Churchill die Glückwünsche der japanischen Flotte zu dem englischen Seesieg telegraphiert, worauf Churchill antwortete: „Daß. das britische Geschwader die Deutschen entscheidend schlagen konnte, verdankt es zum großen Teil ider kräftigen und unschätzbaren Hilfe der japanischen Flotte. Die Deutschen sind jetzt aus dem Osten vertrieben. Die Rückkehr soll schwer und gefährlich für sie sein." Churchill dankte auch im Namen der englischen und australischen Flotten für die Hilfe Japans. Laut amtlicher Reutermeldiung aus London betragen die Verluste der Engländer in der Schlacht bei den Falklands-Jnseln vier Tote und sieben Verwundete ans Mannschaftskreisen. Offiziere sollen weder verwimdet noch getötet worden sein. Auch englische Schiffe verloren? Berlin, 12. Dez. Aus dem Haag geht der „Täglichen Rundschau" folgender Bericht zu. Nach einer Rantermeldnng herrschte Donnerstag lmittojg im Kriegs Hafen von Dover große Aufregung, da lebhaftes Geschütz- f e u e r ertönte. Die englische Admiralität lehnt es ab, nähere Auskunft zn erteilen. — '(S&eni'o will die Admiralität alle Einzelheiten über die Vernichtung der vier deutschen Kreuzer zgirückhal ten. Privatdepeschen zufolge wächst die Befürchtung in England, daß auch die englische Flotte Schiffe in diesem Kampfe verloren hat. Zu dieser Befürchtung trägt sehr viel eine Meldung der „Westminster Gazette" bei, die besagt, daß, die Admiralität voraussichtlich bis znm Ende des Krieges die Namen der englischen Schisse und die Zusammensetzung des Falklandsinsel-Geschwaders nicht veröffentlichen wird. Der englische Gencralstabschef. London, 12. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Tie Ernennung des Generalleutnants Sir James Wolf Murray znm Generalstabschef wird amtlich mitgeteilt. Ter Rücktritt des Pizekänigs von Irland. (Ctr. Bln.) Aus Amsterdam meldet die „B. Z.": Der Vizekönig vo nJrland, der Earl of Aberdeen, hat seinen Rücktritt eingereicht, der angenommen wurde. Er dürste Dublin im Februar verlassen. Sein Rücktritt wird auch bereit? amtlich bestätigt. Nach dieser Darstellung erfolgte er aus privaten Gründen. In Wirklichkeit hängt er selbstredend mit dem wachsenden Aufruhr in Irland zusammen, dessen der Bizekönig nicht Herr werden komrte. Amerikas Neutralität. Washington, 13. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Das Auswärtige Amt in Washington hat folgende Erklärung de« Staatssekretärs veröffentlicht: Als das Auswärtige Amt Rachrickiit erhielt, daß die Fore River Companie den Bau einer Anzahl von Unterseeboten für einen der Verbündeten plane, wurden Nachforschungen angestellt, um die Tatsache sestzustellen. Aus Grund dieser Nachforschungen sprach Herr Schwab mit seinem Rechtsbeistaudc in der vorigen Woche im Auswärtigen Amt vor und setzte dem Amt auseinander, was seine Aeselv- schüft beabsichtige. Er legte dar, daß er vor Uebernahme des Auftrages sich die Gutachten einer Reihe von Völkcr- rcchtslundigen und RcchtSgelehrten gesickert habe, und sich innerhalb der durch diese abgegrcnzte Erfordernisse der Neutralität halte. Ich teilte ihm mit, daß der Präsident aus Grund bereits erhaltener Insorniationcn die Ausführung des Auftrages als eine Verletzung d c r N c n t r a - lität ansehe, sagte ihm aber, daß ich seine Darlegungen dem Präsidenten mitteilen und ihm eine endgültige Antwort am Freitag geben würde. Ich hatte eine Konferenz mit dem Präsidenten und er beauftragte mich, Herrn Schwab mitzuteilen, daß seine Erklärungen ihn nur in seiner früheren Ansicht bestärkten, daß die Unterseeboote nicht gebaut werden dürften. Wenige Minuten nach meiner Rückkehr aus dem Weißen Hause rief mich Herr Schiwäb von auswärts an und sagte mir, daß er sich der Ansicht des Präsidenten in der Angelegenheit unterwerfe und daß ich bekanntgeben könne, daß seine Firma leine Unterseeboote für irgend einen kriegführenden Staat zur Ablieferung während des Krieges bauen werde. Bryan, Staalssekretär. Aus dieser Darstellung ist zn ersehen, daß in den Vereinigten Staaten keine Unterseeboote zur Ablieferung an einen kriegführenden Staat während der Dauer des Krieges gebaut werden. Es ist zu hoffen, daß die Entscheidung in diesem Falle jede weitere Auseinandersetzung über Schiffsbauten in den Bereinigten Staaten verhindern wird. Au§ dem Reiche. Eine Rede des Königs von Bayern. München, 13. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Heute vor- mittag brachten die von verschiedenen Turnvereinen gebildeten Land st urm- Turnerriegen dem König vor dem Wittelsbacher Palais eine Huldigung dar. Nachdem der König die Front der rund 1600 Mann umfassenden vier Kompagnien abgeschritten hatte, richtete der Führer der Landsturinturncr, Oberst z. D. Spindler, eine Ansprache an den König, welche mit begeisterten Hochrufen auf Seine Majestät endete. Nach der von den Turnern unter Musikbegleitung gesungenen Königshymne begrüßte Seine Majestät der König die Landsturmturner in einer Ansprache, in welcher er u. a. ausführte: Der Gedanke, der zur Errichtung von Land sturnrtu rrtemege» geführt hat. gründet sich ans die feste Entschlossenheit des ganzen deutschen Volles, den schwerün Kampf, den unsere Feinde uns ausgczwungen, mit allen Mitteln dnrchzusühren bis M einem!' glücklichen Erfolge. Die Zeit ist schwer und ernst, es ist aber auch eine ruhmreiche Zeit. Tenn wo immer im Osten imd Westen und' aus dem Ozean Deutsche kämpften, haben sie sich mit Ehre und Ruhm bedeckt. Eine ganz besoichcre Freude ist es Mir zu höre«, daß überall sveziell die Bayern den. guten Ruß den sie seft tausend Jahren haben, aus das glänzendste bewährten. Es ist möglich, daß auch Sie noch berufen werden, vor denAeind zu kommen. Es ist daher eine schöne Tai, daß,«Sic, daß «re jetzt noch nick« zum Dienst unter der Masse berufen waren, sich zusammengesunden haben, um sich sreiwilltg vorzubereiten ans die Stünde, in der noch an weitere Kreise der Ruf zu den Fahnen ergehen kann. Es freut mich, daß das alte Turnwesen, daS in schwerer Zdit gegründet worden ist, ■— und Ich würfe zu Meinem Bedauert!! sagen, in den letzten Jahren durch dein übertrrcbeuen Sport, der nicht aus Deutschland kommt, immer mehr in den Hintergründ! gedrängt zu werden scheint — wieder aufleOt, und daß die Turner, wie sie in der crsteln Zeit der Turnereii und in allen ZefteN ihren Mann gestellt haben, auch jetzt sich bereit finden, mit Freuden in den Dienst des Vaterlandes zu treten. Es ist ein schwerer Kamps, den wir sühren. Wir sichren ihn nahezu gegen die ganz« Welt. Aber alle deutschen Fürsten und Seche Majestät der Kaiser an der Spitze und das ganze deui-scktt Volk ohne llnteö- schied des Standes, der Religion, der Parteien, von arm und reich, sind aufgestanden und kämpfen sür das Vaterland. Schwer sinh die blusigen Opser, die der gewaltige Kamps dem deutschen Volk«! schon auserlegt hat. Aber sie sollen nicht umsonst dargckiracht sech. Sie festigen unseren Willen, durchzuhalten bis zur Erreichung eines Zieles, das solche Opfer wert ist. Dieses Ziel kann nirr ein Friede sech, der uns ech« sichere dauernde Gewähr dafür ver- schafit, daß das deutsche Volk wieder ungestört von fiemder Mißgunst wefter arbeiten kann au scmer wirtschaftlichen Erhaltung imd an der Pflege kulsiireller Güter. Damit Gott bewlslen! Nach dem Vorbeimarsch der Landsturmturner ließ sich S. M. der König durch Leutnant Grafen Moy vom Jnsante- rie-Leib-Regiment die Führer der verschiedenen Turnerriegen vorstellen und unterhielt sich mit jedem in leutseligen Worten. Berlin, 13. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Ein Kriegs- ausschußsür Konsumenteninteressen ist am 13. Dezember ins Leben getreten und hat seine Gründung dem Reichskanzler angezeigt. Tie Gewerffchaften und Arbeitervereine aller Richtungen, die großen Verbände der Konsumvereine und die beiden Privatangestellteirverbände, die größten Beamtcuorganisotionen haben bereits ihren Beitritt erklärt. Es gehören dem iiriegsausschuß außerdem auch an das Bureau für Sozialvolisik, der deutsche Verein fiir Armenvftege und Wohliätigkeft, der deutsche Käusertmut» imd der Bund deutscher Fraueuvereine. Schon heMe stehen hmtrr der Bewegung Verbände mit über 6 Millionen Mitgliederu, die mit ihreo Angehörigen mindestens 15 Millionen KonsumeMen dar- stcllcn. Ms nächste Ausgabe hat sich der Ausschuß gesetzt, eine Sammel- und üluskunstsstelle sür alle Fragen der Volksernährung und des Massenbedarfs zu errichten, die .Konju- sumenten aufzullären und zu einem vernünfttgen Verbrauch aller Vorräte zu veranlassen, den Behörden, Parlamenten und der Oes- feMlichkeit als Sachverständigen-Vertresimg der Konsumenten tätig zu sein und gegen ungerechtfersigie Preistreibereien sowie gegen Kriegswucher in jeder Form aufzutreten. Die vorläufige Adrcffe des Kriegsausschusses sür Konsum«MeniMeresse ist Berlin IV. 30, NoUendorsstraße 29/30, II. Stockwerk. D i e ferpreise. Wie das Wolff-Burrau von gut unterrichteter Seit« hört, werden die monatlichen Zuschläge zu den Liaserpreisen, die in der Bundesratsverordnung über die Höchstpreise für Hafer festgesetzt worden sind, in Kürze . durch den Bundesrat aufgehoben iverden, weil diese sogenmrn- ' ten Reports sich als unzivcckmäßig erwiesen haben. Die Haferbesitzer werden daher gut tun, ihre Hafcrvorräte möglichst bald dem Markte zuzusülsrcn, da sie sonst nur die Zinsen verlieren und für alle Mühe und Kosten keinen Ersatz im Haserpreis erhalten, die sie für die gute Konservierung des Hafers aufwenden müssen. Ar«» Stadt «nd €attb, Gießen, 14. Dezember 1914. ** Kreiskomitcc für Rotes Kreuz und Kriegshilfe. Nach Mitteilung des Kreiskomitees sind in der Zeit vom 11. November bcs 10. Dezember 1914 aus folgenden Gemeirrden die beistehendcn Beträge an den Kreis- kasserechner abgeliesert und. von diesem «mi den Landcsvercin vom Roten Kreuz in Darmstadi überwiesen worden: Annerod 112 Mk., Garbcnteich 50, Hungen 533.50, LangSdors 494.40, Lauter 30, Queckborn 60, Rabertshausen mit Ringelshansen 92, lltplse 60, insgesanii 1431.90 Mk. Unter Einrechniing der bisher bereit? abgeliefertcn Gelder ist hiernach bis jetzt an« den Land g c m c i n d c n d e S K reifes Gießen der Betrag von 39 547.86 Mk. an den Lande«- cterrt tn Darmsü»d-t avgefüHrt Worben. >— Weiter slnd seit teginn des Krieges abgeliesert worden »> an die trichsbankstelle in Gießen, für die Notleidenden in lstprenßcn aus den Gemeinden Bellersheim 250, Irotzen-Linden 225.98, Inheiden 23, Klein-Linden 4f>, ionnenroth 230, Reiskirchen 200, Rüddingshausen 75, Trais-Horloff 30, Utphe 31.80, Watzenborn 300, ferner von er Kirche Kirchberg 2M, insgesamt 1605.78 Mk. ; b) an en Herrn Oberbürgermeister ät Gießen zur Weitergabe n die bedrängten Elsaß-Lothringer aus dem Gemeinden Bellersheim 25, Großen-Linden 77.35, ferner wn der Kirche Kirchberg 100; insgesamt 202.35 M.; c) an >ie Mitteldeutsche Kreditbank, Filiale Gießen, auf das Konto >es Kreiskomitees aus den Gemeinden Altcn- Suseck 114, Bcttenhausen 189.70, Taubringen 150, Münster '0, Obbornhofen 125, Ober-Hörgern 200, Odenhausen 200, »tüddingshausen 50, Utphe 37.35, Villingen 132.97, Wieseck 2. erner von privater Seite 35.30, insgesamt 1306.32 Mk. lllles in allem ergibt dies einen Gesamtbetrag von t2 662.31 Mk. ** Personalnachrichten. Tie Großherzogin jat an: 1. Dezember d. I. dem Ober-Bahnhofsvorsteher n der Hessisch-Preußischen Eisenbahngemeinschaft Karl kühn ly zu Tarmstadt das Ritterkreuz 2. Klasse des Vcr- >ienstordens Philipps des Großmütigen und am 9. Dez. >. I. dem Gerichtsvollzieher Heinrich B r u ch m a n n in Lilbel die Krone zum silbernen Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen. — In den Ruhe- [taitb versetzt wurde am 9. Dezember d. I. der Gerichts- ivllzieher mit dem Amtssitz in Vilbel Heinrich Bruch- ii an n aus sein Nachsuchen mit Wirkung vom Tage des Dienstantritts seines Nachfolgers und unter Lnericiinuiig einer langjährigen treuen Tienste. ** Auszeichnung. Der Kontrolleur der Städtischen Straßenbahn, zurzeit Komp.-Feldwebel im Landw.-Jns.-Regt. 116 Heinrich K r e u t e r, erhielt das Eiserne Kreuz. **Dersilberne Sonntag hat gestern nicht allzu viel Aufhebens von sich gemacht. Wer von dem vor den Toren stehenden Weihnachtsfest den üblichen Sturm aus die Kaufläden erwartet hat, sah sich einigermaßen enttäuscht, denn soweit man es von draußen beurteilen konnte, schien der Gcschäftsverkelfr den guten Durchschnitt eines gewöhn lichen Sonntags kauni wesentlich zu übersteigen. Dem Zustrom von draußen war auch das unsichere Wetter nicht eben günstig. So war auch das Leben in den Lokalen nicht viel lauter als sonst in der letzten Zeit, und selbst der Zuschauerraum des Stadttheatcrs, der doch sonst ebenfalls von der Anziehungskraft der letzten Sonntage vor Weihnachten zu profitieren pflegt, zeigte nianche Lücke. Der kommende goldene Sonntag hat also allerhand gut zu machen, wenn unsere Geschäftsleute einigermaßen zufrieden sein sollen. — Lebhafter Verkehr herrschte wie stets an den Sonntagen vom und zum Gefangenenlager. ** Der Landsturm 2. Aufgebots. Die Ersatz- Kommission des Kreises Gießen weist im Anzeigenteil der vorliegenden Nummer nochmals daraus hin, daß sich die dem u n a u s g e b il d e t e n Landsturm 2. Aufgebots ongchörigen Personen, die in der Zeit vom 1. August 1869 bis 31. Dezember 1875 geboren sind, zur Landsturmrolle bei den Bürgermeistereien anzumelden haben und zwar in der Zeit vom 16. bis 20. Dezember 1914. " W e > h n a ch l s v a st v e r 1 1 ft v. Zur schnellen Abwickelung des Pollschalterverkehrs während der Weihinichiszcit kann das P n b l i k » in i e l b st weicullich beitragen. Die Eiu- lieierung der Weihnachtspakele sollte n i ch t lediglich oder vorwiegend bi,; z» den Abendstunden verschoben, nanieullich mußten Faniiliensendunge» Innlichst an den Vormittagen ausgcgebeu werden. S c l b st s r a n k i e r n n g der einznllcsernden Weihnachtspakele durch Postwertzeichen sostle die Regel bilden. Mit seinem Bedarf an Postwertzeichen mühte steh ein jeder schon vor dem 19. Dezember versehen. ZeitmigSbesteilnngen dür'len nicht in den Tagen vom 19. bis 24. Dezember am Schalter der Postanstallen angebracht wirden Für die am Posischnltcr zn leistenden Zahl,»,gen solilc der Anflieicrer das Geld abgezählt bereit halten. Tic Befolgung dieser Ratschläge würde der Post und dem Publikum gleichmäßig zum Nutzen gereiche». ** Fahrspreisermüßigung im Interesse der militärischen Vorbereitung der Jugend, hum Zweck der militärischen Vorbereitung der männlichen Jugend wer- dcn für die Tauer des gegenwärtigen Krieges die Angehörigen der unter Leitung der Heeresverwaltung eingerichteten Jugend- kompagnicn im Alter von mehr als 16 Jahren sowie ihre Lester und Führer einschließlich der Bezirksleiter «Vertrauensmänner) bchuis Teilnahme an den gemeinschastlichci, militärischen Ucbungen im Gelände auf allen deutsche» Staatseisenbahnen, den Reichs- eisenbahnen und einer Reihe von Privatbahnen in der 3. Klasse der P e r s o n c n z ü g c — in Berlin und Hamburg-Altona auch der Stadt-, Ring- und Vorortzüge — zum Mililärsahr - v r e i 4 befördert. Tie Minde st teilnehmerzahl muß 1 0 Personen betragen. ** Po st an weisungsverkehr mit dem Auslande. Pom 15. Dezember ab wird das ll m r e ch n u n g s ve r h ä l t - n i s für Postanweisungen nach Ländern der F r a n k e n tv ä h - r u n g «nicht auch Rumänien i auf 87 Mk. — 100 Fr., nach den Niederlanden und den niederländischen Kolonien aus 184Mk. — 100 Gulden, nach Dänemark, Norwegen und Schweden aus 116 Mk. = 100 Kronen und nach den Vereinigten Staaten von Amerika und nach Cuba auf 450 Mk. — 100Doll, ermäßigt. " P o st s ch e ck v c r k e h r. Im ReichSvosigebiet ist die Zabl der Kontoinhaber im P o st s ch c ck v e r k e h r Ende November 1914 aus 102 359 gestiegen. (Zugang im Monat November 510). A»l diele» Postscheckkonten wurden im November gebucht 1639 Millionen Mark Gulschriste» und 1819 Millionen Mark Lastschristen. Bargeldlos wurden 1753 Millionen Mark des Umsatzes begliche». Das Wesamtguthaben der Kontoinhaber betrug im No» vember durchschnittlich 240,5 Millionen Mark. "Po st u a ch r i ch t. Die S ck >v e i z hat den Einzahlungs- fms für Postanweisungen nach Deutschland vom 1. Dezember ab anl 118 Fr. für 100 Mk. ermäßigt. ** Stadttheater. Man schreibt uns ans dem Theatcrbureau: In Vorbereitung stehen: „Der Schlag- Saum", ein neues Volkslustspiel von Heinrich Lee, das an den Hoftheatern zu Berlin und Wiesbaden mit starkeni Beifall ausgenommen worden ist; ferner Grillparzers „Weh' dem, der lügt", und Kleists „Zerbrochener Krugs'. Weiter ist eine Einstudierung von Lessings einaktigem Trauerspiel „Philotas" vorgesehen, das mit dem „Zerbrochenen Krug" zusammen an einem Abend gegeben werdeit soll. Landkreis Gießen. Q Klein-Linden, 14. Dez. Gestern abend gegen i/,9 Uhr war hier, u>.e uns ein Leser mitteilt, ein Meteor zu beobachten, das unter starker hellgrüner Lichtentwicklung in der Richtung von Osten nach Westen verschwand. X .Hausen, 13. Dez. Ter Gefreite Schardt, vom Regiment Jäger zn Pserd Nr. 13, von hier, erhielt das Eiserne Kreuz. Starkrnburg und Rhrinhessen. Z-Affolterbach, 11.Dez. An jeden im Feld stehenden Krieger unseres Kirchspiels wurde von der Äirchcn- gemeinde ein Weihnachtspaket abgesandt. Es sind mehr als 50 Pakete abgegangen. — Für den gefallenen Reservisten Adam I o ch u m fand am letzten Mittwoch in der Kirche eine Gedenkfeier statt. Der Gefallene ist in unserem Ort bereits das vierte Opfer des Krieges. () Wald-Michelbach, 11. Dez. In unserer Gemeinde staAicn bereits sieben Krieger den TodfürsBa- t e r l a n d : Musketier Leonhard Reinig, Kanonier Georg Pfeifer, Wchrmann Georg Gustav H o s s m a n n , Wehrmann Peter Ehret, Hauptmann der Landwehr Lbcramts- richter Bickclhaupt, Reservist Leonhard Wiesel und Wchrmann Georg E i s c n h a u e r. Mil dem Eise r n e n Kreuz wurden ausgezeichnet Leutnant d. R. Forstassessor Fritz K n a f, Gefreiter der Landwehr Otto Walter und Unteroffizier d. R. Heinrich Schlebach. 0 B i r k c n a u, 11. Dez. Ter Reservist Adam T r i t s ch wurde mit dem EisernenKreuz und der hessischen Tapferkeits-Medaille ausgezeichnet. Letztere wurde auch dem Unteroffizier Peter Geiß im Dragoner-Regt. 24 verliehen. Bis jetzt haben schon fünf Krieger das Eiserne Kreuz und drei die hessische Tapferkeits-Medaille erhallen. Kreis Wetzlar. kW) Wetzlar, 13.Dez. Die Prüfungen am hiesigen Lehrerseminar siir das Jahr 1915 sind wie folgt festgesetzt: Abgangsprüfung in der Zeit vom 3.—8. Februar, Aufnahmeprüfung am 18. März. Hessen-Nassau. (m) K i r ch h a i n , 13. Dez. Heute morgen brach im nahen Mardors Feuer aus und zwar in dem Staltz- gcbäude des Landwirts Preis, welches mit rasender Schnelligkeit um sich griff und rasch auf die anderen Gebäude dieses Besitzers und aus ein Nachbargebäude übersprang. Die Feuerwehren von Mardors. Holzhausen, Roßdorf, Amöneburg, Schweinsberg und Ersurtshauseii mußten harte Arbeit leisten, ehe das Feuer auf seinen Herd beschränkt werden konnte. Die sämtlichen großen Gebäude auf dem Hofe des Konraü Preis, mit Ausnahme des massiven Wohnhauses, und die Stallung des Nachbars Dörr brannten vollständig nieder. Der Schaven ist durch.Versicherung nur teilweise gedeckt. h. Frankfurt a. M., 13. Dez. Das stellvertretende Generalkommando des 18. Armeekorps erläßt folgende Verfügung, die auch für die Zivilbevölkerung von Bedeutung ist: Nachdem nunmehr im Königreich Preußen und im Großherzogtum Hessen Höchstpreise für den Groß- und Kleinhandel mit Kartoffeln sestgeleht sind, ist beim Kartoffclcinkauj von den Truppen, Behörden, Offizieren, Beamten und sonstigen Personen des SoldatenNandes strengstens darauf zu halten, daß die festgesetzten Höchstpreise nicht überschritten werden. Das Gleiche gilt bejüglid: der übrigen Vcrbrauchsgcgenstände, für die auch Höchstpreise sestgescst sind, vor allem für Roggen, Weizen, Gerste, Kleie und Hafer. Sollten die Verkäufer höhere Preise fordern oder sich weigern, zu den festgesetzten Höchstpreisen zu verkaufen, so ist dies sofort den zuständigen Polizeibehörden anzuzeigen. — In den letzten Wochen verging nicht ein Tag ohne einen schweren Einbruch. In der Sonntagnacht wurde eine Villa in der Feldbergstraßc von Dieben ausgeplündcrt. die zahlreiche kostbare Uhren, Ringe, Schmuckgegcnstände und antike Münzen im Gesamtwerte von » -8000 Mark erbeuteten. Ta die Diebe in allen Fällen inst nach dcni gleichen „Muster" arbeiteten, scheint es sich um dieselbe Baude zu handeln. — Den T od durch Erschießen suchten und sanden in der Wittelsbacher Allee der Kaufmann Krahlc und am Bethmannweiher das 17>ährige Dienstmädchen Kath. S t u P v. In der Schwetzerstraße vergiftete sich eine junge 26jährige Frau mit Salzsäure und im Siechenhause, sprang cüic 60jährigc Frau aus dem dritten Stock auf die Straße, wo sie tot liegen blieb. b ft r o ii f f u r t a. Ri., 13. De.:. Eine aus allen Teilen Hessens gut besucht? Versammlung der Vereinigung hessischer Kr auken ka sse» tagte hier »uler der Leitung des Kraukenkassen- vorstehers Ne uni an n lOnenbach). Tie von de» Avolbekern Hesiens vorgenomuieiie Erhöhung aller Preise iür Arzneimittel und Krankenbedarisartikel um 20 Prozent ivnrde nach längerer Aussprache unter der Bedingung gutgeheißen. daß eine weitere Preissteigerung »ich! eintreleu dort, lieber die schon seit zivci Jahre» gevlanle Verschmelzung der gesamten hessischen Landkranken-, Orts- u»d Beiriebskrankenkassen konnle noch keine Einigung herbeiqesührt werde», da der Krieg die Verhandlungen unterbrach. Doch hoi!« man, nach de»: Friedeusschlutz auch hier ein endgültiges, allseitig bcsriedigeudes Ergebnis zustande zu bringe». Ferner beriet die Persammlnng über die gevlanle Reichs-Wochcnbeibilse und eine Reibe anderer gejchästlicher Angelegenheiten. X. Hanau, 13. De». Das Millionenprojekt. die Höherlegung des B a b n d a m ms auf der Strecke von Station Wilhelmsbad bis Station Hanau-Ost, ist jetzt soweit ge diehen, daß an die Verwirklichung herangetrcten werden kann. Bei der landesherrlichen Prüfung des Projekts sind noch einige Forderungen der Stadt uird der Polizeidirettion als berechtigt anerkannt, auch einige Einsprüche von Privattnteressenten für begründet erachtet worden. □ B o in Taunus, 13. Dez. Tie Schüler des 120 Einwohner zählenden Törschens Hambach im UntertannuS habe» an den Ichulireien Nachmittage» im Geineindewalde dürres volz gelesen, dasselbe raninmelerwetsc gesetzt und nunmehr össentticti an die OrtSeinwohner vcrsleigeri. 98 Mark ergab der Erlös, von dem die Jungen 60 Mk. den Feldtruvven des 18. Armeekorvs übersandten, de» Rest für Weihnachtsgaben an die Krieger des Tories verwendeten. Esiigefandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Nochmals Lumdamühlen und Mahllohn. Ter diesbezügliche Artikel in Nr. 289 des Gieß. A»z. zeugt von genauer Kenntnis der Sachlage seitens des Arttkelschreibers, und es kann ihm von den Landwirten nur alles bestätigt werden, was er in dem Artikel sagt hat. Es besteht vor allen Dingen noch ein großer Mißstond bei vielen Landwirten, hauptsächlich bei den kleinen, indem sie ihre Frucht, welche sie dem Vküller übergeben, und auch das zurückerhaltene Mehl und die Kleie überhaupt nicht wägen und nachwägen, und somit überhauvt keine Konttolle über das Möllern haben Ten Zahlen und den Verdienstbcrechnnngen, welche der Artikelschreiber dort angeführt hat, kann man sich voll und ganz anschließen, aber ivir wollen den Müllern auch Gerechtigkeit widerfahren lassen. Dieselben holen das Getreide und bringen das Mehl den Leuten wieder. Wenn sie das für den in dem Artikel angeführten Preis von 2 Mark nicht machen können, dann sollen sie in angemessener Weise ausschlagcn. Wenn 2 Mark zu ivenig sind, dann sollen sie 3 Mark nehmen. Dieser Preis würde beiden Teilen entsprechen und dem Müller noch einen Vorteil bieten, wenn das Malter Korn vielleicht mal wieder 18 oder 16 Mark kostet, aber unter allen Umständen fort mit dem Maltern. — Sodann wurde in dem Artikel an die Regierung appelliert, einen Mahlpreis sestzusetzen, der beiden Teilen gerecht wäre. Hierzu wäre ja die gegenwärtige Zeit der Höchstpreise sehr geeignet. Sollte aber regierungsseitig nichts geschehen, so verbleibt nur der weit schwierigere Weg des genossenschaftlichen Zusammenschlusses, heißt es am Schluß dieses Ärttkcls. Für letzteren Vorschlag würde sich stlr die Orte Mainzlar, Täublingen und Staufenberg eine günstige Gelegenheit in der Mainzlarer Mühle bieten, da sie jedenfalls zu kaufen oder zu pachten ist. Auch ein Landwirt. Amtlicher Wetterberichts Ocsfcnttichcr Wetterdienst, Gießen. ILetterauSsichten in Hessen am Dienstag, de» 15. Dez. 1911: Bedeckt, zeitweise Niederschläge, mild, südwestliche Wind«. Briefkasten der Redaktion. («uonhine Anfragen bleiben unberücksichtigt.) Ch. ks. Tie Zeichen bedeuten Erkrankung des Bruslsells, die jedoch gänzliche oder teilweise Tauglichkeit nicht ausschliebt. 5. kl. Sie stnd verpflichtet, der Ladung Folge zu leiste», können aber einen anderen Zeilvunll veanlrage». Meteorologische Beobachtungen der Station Sichen. Dez. j;5o.§ Kl4 i | IP " = - !* & |f 1 | Z Co i slt« 1 2S ~. Wetter 13 V 734,1 6,7 9,2 84 sw 2 10 13 V ,32,8 46 6,7 90 S 2 10 14 ;-*! .29,0 Ir- 60 6,3 90 1 S 2 9 Höchste Temperatur am 12. bis 13. Tez. 1911 --- -s- 7,5’C. Niedrigste „ , 12. . 13. , 1914 = + 3,8' „ Niederschlag: 0,3 mm. Letzte Nachrichten. Die Kämpfe im Uebcrschwemmungsgcbiet. London, 14. Tez. Nack, M.ldungen des „Daily Ehromrle" kommt die deutsche Offensive im Ueberschwemmuitgsgebiet cur keinem Tage zur Ruhe, und die englischen Soldaten haben sich andauernd vor ueucn Kriegslisten der Deutschen zu schützen. So vcrsuchken die Deutschen aus folgende Weise einen Angriff mit schottische Regimenter: Sie fabrizierten eine Anzahl kleiner Flöße, die sie dicht mit Laubwerk umgaben. Aus jedem der Flöße waren drei Mann verborgen. Diese Flöße gleichen voll' kommen entwurzelten Bäumen mit Gesträuch, wie sic zahllos im Ueberschwenimungsgebiet einhertreiben. Sie wurden mithin von den englischen Posten nicht werter beachtet. Nach stundenlangem Ausharren gelang cs den Deutschen, aus diese Weise, langsam mit der Strömung treibend, an die englischen Stellungen heranznkonmien. Im geeigneten Moment cröffneten die im Laubtverk verborgenen Soldaten aus die überraschten Engländer Schuellscucr, das sie mii dröhnenden Hurra-Rusen begleiteten. Tic Verwirrung, die in dem englischen Lager entstand, wurde von den deutschen benutzt, und drei riesige Motorboote, gepanzett und mit Schnellseucrgcschlltzen versehen, fuhren in rasender Fahrt heran und eröffneten aus nä ch st crNäheein furchtbares FeuerausdieS chatten. Diese mußten sich „einstweilen" zurückziehen. — Die Deutschen arbeiten überhaupt sehr viel mit Flößen und Motorbooten. So gelang es ihnen mit diesen Hilfsmitteln zum drittenmal in der Nacht vom 7. zum 8. Dezember bei Perevyse einen Uebergano über den Mcrkanal gegen belgische Truppen zu erzwingen. Das Ziel Hindrnburgs. Genf, 14. Dez. Der „Matin" vcrösfentlicht einen Pri- vatbericht des russischen Generalstabes, der eine interessante Schilderung über die gegenwärtige Aufstellung der Raffen gibt: Danach sei das jetzige Ziel Hindenburgs die Vorbereitung der dritten ö st e r r e i ch i s ch en O f fens ive, deshalb mußten die Russen im Zentrum zwischen Lowicz und Piotriow scstgehaltcn werden, damit die Oesterreicher den linken Flügel umklammern können. Die Deutschen benutzen soeben ihr treffliches Bahnnctz zum Heraubringen vier neuer Armeekorps a» die Front von Wieleczka-Losoziua. — Französische Strategen beklagen, daß die Russen bei der Aufstellung ihres ausgedienten Truppenkordons leider alle Reserven hätten heranzieheu müssen. Eine zweite Lutte sei notwendig, aber nicht möglich, daher der Stillstand der russischen Offensive. Tie Alliierten mußten jetzt lange Zeit Geduld haben. Eine „Umgruppierung" der russischen Kräfte in Polen. Bukarest, 14. Dez. Die „Nowoje Wrcmja" schreibt, daß die letzten Ereignisse aus dem östlichen Kriegsschauplatz die oberste Heeresleitung zur Umgruppierung der Streitiräfte in Russisch-Polen gezwungen hätten. Eine Seeschlacht in der Nähe von Riga? Stockholm, 14. Tez. Von den südöstlichen Schären «Stockholms wird gemeldet, daß mehrere Personen eine heftige, aber ziemlich kurze Kanonade gehört haben, die aus eine Seeschlacht in der Richtung der Rigaer Bucht oder Windau schließen läßt. — So erzählt ein Kaufmann aus der Insel Rannnsdü. daß er am letzten Donnerstag vormittag zwischen 11 und 12 Uhr eine heftige Kanonade aus dem Meere in südöstlicher Richtung gehört hat, die er aus eine Enffernnng von 100 bis 150 Kilometer geschätzt hat. Das Ganze hätte 8 oder 10 Minuten gedauert. Frhr. v. d. Goltz beim Sultan. Konstantinopel, 13. Dez. (WTB Mchtamtlich.) Feldmarschall Freiherr von der Goltz ist in Begleitung seines Sohnes, der Militärattache in Sofia ist, sowie des Militärattaches in Bukarest, Major Bronsart v. Schellen- dorsf, heute nachmittag vom Sultan in Audienz empfangen worden. Er besuchte sodann einige Palais der Würdenträger. Pariser Sorgen vor deutschen Lustbesnchen. Gens, 14. Tez. Mit der Rückkehr der Minister nach Paris beginnt für die Pariser Behörden die Sorge, die (stebäudc der Regierung, die Ministerien, das Elisee das Palais Bourbon, die Kammer und das Senatsgebäude vor dem Angrifs tctnd- licher Flieger wirksam zu schützen. So inußten gestern bereits mehrere militärische Flugzeuge stundenlang Paris überfliegen, wobei die Flieger bisweilen eine Höhe non 2400 Metten« erreichten und eine Kalle von 10 Grad attshallen mußten. Ein holländischer Dampfer unrergegangen. Porto, 13. Tez. (WTB. Nichtamtlich.) Der holländische Dampfer „P o g a s" ist heute vormittag nahe Min-- deklo untcrgegangen. 2 4 Personen ertranken, Vier- Personen wurden gerettet. Verantwortlich für „Feuilleton", „GerichtSsaal" u. „Permi, chtes": I. V.: A u g lt ft Goetz. Bekanntmachung. Betr.: Anmeldung des unansgeb i lbete n Landsturms II. Aufgebots zur Landfturmrolle. ES wird darauf hingewiesen. daß sich die dem unauS- gebildctcn Landsturm II. Aufgebots angchörigen Per- stinen. die in der Zeit vom 1. August l 86 9 bis 3 1. De - zembe r 1875 geboren sind, zur Landsturmrolle bei den Bürgertnetstcreicn anzumelden haben und zwar in der Zeit vom 16. b i S 2 0. Dezember 1914. Gießen, den 13. Dezember 1914. Der Zivilvorsitzende der Ersatz-Kommission des Kreises Gießen. I. V.: Hemmerde. Der -ladt »ud ciucin Teil der Latidanstag« heutiger Nummer liegt ein Flugblatt der Buchbandluna »er Pilacrmtisioii Wieben bei, aus welches besonders aufmerksam gemacht sei. 123061) Um meinen Kunden Ersparnisse für LlGbCS^äbCtl zu ermöglichen, gewähre ich bis Weihnachten 15 Prozent Rabatt. Fritz Nowack Ausstattungs-Geschäft und Wäsche-Fabrik. - - jj J MW Großherzogi. Gymnasium Fridericianum Laubach. Schon wieder hat unsere Anstalt einen schmerzlichen Verlust zu beklagen. Am 10 . d. M. wurde unser hochverehrter Amtsgenosse Herr Professor Friedrich Franz in Kaum vollendetem 44. Lebensjahre seiner ersprießlichen Tätigkeit durch einen unerwarteten Tod entrissen. In treuer hingebender Arbeit hat er 10 Jahre hindurch weit über das Maß seiner Pflicht hinaus seine beste Kraft unserer Schule gewidmet; sie wird ihm das nie vergessen. Sein lauterer und zuverlässiger Charakter, seine schlichte, anspruchslose Natur, sein liebenswürdiges, stets hilfsbereites Wesen gewannen ihm im Kreise seiner Kollegen und weit darüber hinaus tiefe und festbegründete Verehrung und Wertschätzung. Bei den Schülern, denen er auch außerhalb des Unterrichtes näher zu treten Gelegenheit nahm, erwarb er als Lehrer wie als Mensch in gleichem Maße Vertrauen und Liebe. Unsere Anstalt wird sein Andenken stets in Ehren halten. 1 2308V Der Direktor und das Lehrerkollegium. 5 Zimmer Sdiöncs Logis B Zubehör, sofort über fpiitet au vermieten. 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