Nr. 2)2 Zweiter Blatt Jahrgang v>schci»l täglich mit Ausnahme des Sonntag;. Tie ..«iehener Zamiliendlätter" werden dein «Anzeiger* viermal wöchentlich beigeicgl, das „ilreirdlatt für den Ureis Sietzen" zweimal ivochenllich. Die ..kandsirtschafüichen Set»- fragen" erscheinen monatlich zweimal. ietzener Anzeiger General-Anzeiger für Gberhesjen 5amrtag. \ 2 . Dezember M4 Rotationsdruck und Verlag der Brühi'schcn Universität; - Buch- und Stcindruckerei. R. Lange, Gießen. Schriltleitung.Geschäitsstelle ».Druckerei: Schul- straße7.Geschä!isstelle ».Verlag: s^51,Schrist- leitung: e=^112. Adresse für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen. Uriegsbriese au§ dem Osten. Von unserem zum Ostheere entsandten Kriegsberichterstatter (Unberechtigter Nachdruck, auch auszugsweise, verboten.) In der Feurrlinic an der ostpreuszischen Grenze. Divisionsslab. den !>. Dezember. Die Russen haben sich bitterlich darüber beklagt, daß ganz Lst- vreußen eine „Seesestung" wäre und daß dir 8. Arniee ihnen die atlerschönsten Soldaten, die cindringen wollten, mit Scharfschüßen wegknallc Ein Teil von Ostpreußen ist ,a nun tatsächlich durch die masurische Srcnkette, deren Pcricrdigungsanlagen ich sa neulich, soweit es das militärische Interesse zuließ, schilderte, von Natur aus nach Art einer „Wassrrscstnng" gedeckt/ Inzwischen hat aber das einsetzende Tauwetter und täglicher Regen den Boden auch an anderen Stellen unserer Linie in einen zähen Sumpf verwandelt. Um die Verhältnisse, die an seder StcUe der Front ja verschieden sind, bei den wichtigen Stellungen ungefähr vorwärts von Gumbinnen kennen zu lernen, begab ich mich mit der liebenswürdigen Erlaubnis des Armee-Oberkommandos aus einige Zeit zu einer der Divisionen, die diesen Mschnilt verteidigen. * , Die Stadt Gumbinnen sah viel lebhafter aus als vor vierzehn Tagen. Viele Läden waren geöffnet, auf den Straßen sah man außer Militär eine Menge Zivil. „Sic kommni eben aus einen Tag, um nachzusehen, nachher fahren sic ivicder weg," sagte mir der Kaufmann, bei dem ich meine Vorräte für die kommenden Tage ergänzte, „.haben Sie denn dkn Kaiser gesehen?" Das war die Frage, die einem jeder in Gumbinnen stellte, mit dem man sprach. „Die Soldatchens haben sich ja ganz doll gefreut." Es ist richtig, die Ostpreußen lassen ihre Freude nicht so merken, aber auch später in der Front sah ich dies heimliche Brennen der Augen: Der Ikarier ist bei u n ü gewesen. Ich ging zur Etappe und holte meinen Qnarlier-Zcttcl für einen Hauptmann und einen Burschen, bekain dann die Anweisung voin Magistrat und einein braven Londsturmmann mit einem Bund Dietrichen. „Tie Dietriche sind die Hauptsache," sagte der Polizeibeamte, denn die paar Wohnungen, die bewohnt sind, liegen alle voll und die paar, von denen wir Schlüssel haben, sind längst belegt. Der Landsturminann öffnete die als geeignet crkannteir Objekte wie ein gewiegter Einbrecher, aber die Betten, auf die es ankam, waren nie vorhanden, oder in einem Zustand, über den inan besser nicht spricht, Gelegenheit zum Schreiben schien es über- baupt nicht zu geben. Endlich, in einein alten, hübschen Haus, in der Wohnung eines alte» Fräuleins, hinter aufgebrochcncn und ivicder vernagelten Türen, fand sich ein „Chaiselongne", iociße Wäsche, glänzend heizbare Oefcn und Koks. Die Wohnung schien völlig unberührt, nur der Schreibtisch war ausgebrochen, die Kästen herausgcrisscn, alle Papiere und Dokumente dnrcheinmcker gewirbelt und beschädigt. Ich zeigte dem Londsturmmann den Schreibtisch. Es rührte ihn nicht sonderlich. „Aber das ist doch meistens so," sagte er ruhig. „Mso ich bringe Ihnen den Zettel." Ich wollte den aufgebrochenen Schreibtisch noch von dem einzigen Nachbar bestätigen lassen, der zuckte nur die Achseln. Ich stöpsle die Läden, so gut es ging, hinein. Alle Briefe mit der seinen, gleichmäßigen Kielsederschrist des 18. Jahrhunderts. Reisepässe aus der Zeit Friedrich Wilhelms III., Stanrmbücher, Silhouetten. Am Abend, als der'Kerzenhalter mit drei Kerzen besteckt war und das Zimmer in dem gelben, schönen Licht heimlich erschien, fand ich aus dem Boden noch zwei Briese, die ich nachmittags überseheii^ hatte: „Gumbinnen, 1l. November 1777." „hertzlich geliebter Sohn!" ivar die Ucberschrift des Schreibens, in dem ein alter Mann seinem Sohn zur Verlobung gratulierte und bedauerte, daß er bei diesem „fcyerlichen Feste" nicht dabei sein könne, da die Reise nach Königsberg allzu weit und beschwerlich sei. „Deiner Mademoiselle Braut und Ihren Hochwettesten Eltern bitte mein gehorsamstes Eoinpl. zu vermelden, in spezie auch von der Frau Mutter u. ältesten Schwester Johanna" war die Nachschrift des rührenden Briefes, den freche Kosakenhände halb zerrissen hatten. Das zweite Schreiben ivar datiert: „Amiens, 12. Dezember 1870." „Meine geliebten Eltern! . . ." Es ist von dem verwundeten Sohn im Lazarett geschrieben. „ . . . Ich iah eine Schwester Vorbeigehen, die einige» Kameraden etwas Schokolade in den Mund steckte, ich bat sie auch darum und sie schüttete mir ihren ganzen Nest von Zuckerkant in die Hand . . . Ich begreife jetzt nicht, warum ich in Berlin nicht alle Ersten zum Kranzler gegangen bin, und dort seinen ganzen Laden mit 25 Talern aufgekaust habe ..." Ter heftige Ostwind blies so scharf gegen die Fenster, daß die Lichter in der Stube zu flackern anfiugen. Nur deslurlb nahmen die Schatten an den Wänden so greifbare Gestalten an. Draußen ratterte eine Munitionskolonne vorbei. * Am nächsten Tage erklärte mir der Gencralstabsossizicr vom TivisionSstabe in freundlicher Bereitwilligkeit die Lage und riet mir, zu einem bestimmten Punkt der Stellung zu fahre». Mein einer Gaul lahmte, so reauirierte mein braver Ticke einen kleinen Klapperwageii mit zwei Kosakenpserdchcn in der Größe von tüchtigen Hofhunden davor, und ivir fuhren los. Tic Kanonade, die den ganzen Vormittag über zu hören gewesen war, halle dann eine Zeitlang geschwiegen. Jetzt setzte sic wieder stärker ein. Ter blei- graue Himmel wurde ein wenig heller, man konnte wieder Ziele beobachten. Die schwarzen meterhohen Granatcngarbcn stiegen bald rechts und links von den Feldern auf. Gerade als nur in das Hvsgebäude, wo der Regimentsstab lag, einbiegen wollten, schien sich das Feuer der russischen Artillerie ein paar hundert Meter vorwärts konzentriert zu haben. Als wir über daS lehmige Feld durch Tanncnheckcn gegen Sicht gedeckt, Schritt für Schritt vorwärts fuhren, schoben schwarze Wolkensetzen über daS Helle Grau, eine heftige Regendusche setzte ein. Der Oberstleutnant riet mir sofort, die Pferde bis zum nächsten Gehöft zurückzuschicken. „Gestern sind wir hier heftig beschossen worden. Da haben ivir die Pferde des Stabes auch rückwärts verlegt. Der ganze Hof ist voller Granatlöchcr, aber kommste übern Hund, so kommste übern Schwanz, es wird schon gehen. Wir bleiben hier. Sic auch. Das Mttag reicht doch. Wie?" Ter Adjutant versicherte, daß mehr als genug da sei, und plötzlich kamen die ungeahtesten Dinge zum Vorschein. Tischtücher ans lapanischeni Papier — ich hoffe, daß meine Frau mir auch solche besorgt — , Mundtücher aus demselben Stoff: drei Tassen, zwei Gläser, für jeden einen Teller. Suppe und ein sehr falscher Hase bildeten eine unerhört üppige Speisenfolge. „Ja, ich wäre heute gern nach Gumbinnen geritten, zur Kirche," sagte ein Major. Ich sah auf. Richtig, heute war Sonntag. Man sprach von der Lage, von Polen natürlich. „Ter Kaiser sah sehr gut aus," sagte jemand. „Ich hätte Majestät so gern gesehen, aber Krieg ist Krieg und Dienst ist Dienst und Schützengraben ist Schützengraben." Alle Augenblicke klingelte das Telephon. „Tie Artillerie hatte die beiden Räume im Gehöft N. mit Beschlag belegt, ich kann keine Krankenstube einrichtcn. Sie erklärt, sie mache nur Platz auf Befehl der Division," meldete ein Unterarzt. Der Adjutant verschwand. „Sckwn erledigt, sie bekommen einen größeren Raum und wir zwei kleinere. Das geht doch, Herr Stabsarzt?" „Ausgezeichnet." „Na also, kommste übern Hund, so kommste übern Schwanz," sagte der Oberstleutnant. Ein Bataillon hat Wünsche über da^ Anfahren der Küchenwagen, die Artillerie fragt, ob Gehöft S. noch, von Feldioachc beesht sei, der Adjutant geht mit einer gleichbleibenden Ruhe hinaus und Meldet: „J>n Ordnung, Herr Oberstleutnant." Als es ansängt schuinnrrig zu werden, meldet eine Ordonnanz: „Sechs Wagen, zwei vom Regiment und vier andere werden in zehn Minuten mit 1500 Weihnachtspaketen hier sein." „Das sind ia mindestens drei solcher Stuben voll", sagt der Kommandeur in komischer Verzweiflung. Man hält geradezu Kricgsrat, >oie inan die Geschenke verstauen könne. In der Scheune gehts nicht. Da Äiießen sie das ganze Zeug womöglich zusammen. Schließlich ioird beschlosie», die ganzen Pakete in den großen Reserveunterständen bei Laternenlicht bätaillonsweise zu ordnen. Je ein Osfiziersdiensttuer beanssichtigt zwei Wagen. „Die viele Mühe und Liebe in diesen 1500 Paketen", sagt der Oberst- leritnant. „Sie glauben nicht, wie die Armen und Allerärmsten sich mühen, den Truppen zu schicken." Arme harte Hände stricken die feinsten weichen Schals, müde, sorgenvolle Finger binden so sorgfältige und hübsche Bündel zusammen und binden ihre Gedanken und ihre ganze große Fraucntapserkeit mit hinein. Sie haben aber auch jetzt alle das Gefühl vorne in der Front, daß man um sie sorgt, und daß man für sie sorgt. Ein Grog' ist gut wärmend: aber jede Liebe wärmt hier im Felde, wo nicht nur der Körper in Dreck und Nässe und Entbehrung friert. Es ist so. Die Frauen schlagen diesmal unsere Schlachten mit. Ein Artilleriemajor fuhr mich, da die Dunkelheit von Minute zu Minute schwarz heraufwächst, zu den ausgedehnten Ar- tilleriepositionen. Kanonen und Hanbitzenbatterien stehen zusammen, die schivere Artillerie ist selbstverständlich weiter nach hinten. Eine von den Granaten, die wir vor ein paar Stunden auf- schlagen sahen, hatte genau in einen Unterstand cingeschlagen, Zlvei Tote liegen neben der Erdhütte, Sie sind mit Zeltbahn bedeckt. Die Gruppe aß gerade ihr Kommißbrot mit Speck, als die „schwarze San", so nennen die Leute die 22 Zentimeter-Granaten der Russen, iir die Ecke hincinbiß. Der Ilnteroffizier siel betäubt um, der junge Ossizierdiensttuer, der Sohn des Batterie- sührers. chensalls. Jetzt ist das Loch schon wieder mit Erde ver- pichl und der »nterosfizier ißt sein Brot und Speck. Bon der Artillericbeobachtungsstclle aus sehen ivir beim letzten Licht die Schützengräben. Morgeir um die gleiche Zeit werde ich mit der Ablösung dorthin gehen. Für heute habe ich ifichts Warmes mit. „Was gegebenen Falls verdammt nötig ist", wie man mir versichert. Mein Bursche lnrt einen kleinen Selbstfahrer besorgt, so daß ich den Braunen, der in seinen, Winterpelz wie ein Bär aussieht, einsvannen kau,,. Gegen 4 Ubr habe ich das Stabsgebäude wieder erreicht und fahre langsam über das Feld, indem ich mir alle Mühe gebe, den GranatlöcMrn auszuweickm». Ter drainierte Hv - den ist von einen, Sumpf fetzt nicht mehr zu unterscheiden. Der Braune zieht tapfer, aber angenehm, ist ihm die Sache nicht. Im Gutsgartcn ereilt uns das Schicksal. Ich biege rechts einem Trichter aus, da sitzt das Vorderrad links in einem andern, den ich nicht bemerkt habe, drin. Ich fliege in die klebrige Masse, die jeden Stoß absängt, mich aber gleichmäßig mit grau-braunem Kleister überzieht. „Sie hätten eine Stunde später doch so aus- gesehen", tröstet mich der Stabsarzt, der meinen Einzug mit ansieht. Der Braune sieht mich vorwurfsvoll an »ich schüttelt den Kopf über die komischen Wege, die Menschen fahren wollen. Ich gebe ihm völlig recht. Mein Schlasiack uiid ein paar Lebensmittel werden auf dem Krümpcrwagen verstaut, der bis nach vorn fahren soll. In einer balben Stunde wird die ablösende Kompagnie mit ihreui Häuptling abmarschieren. Ter Oberleutnant, der sic führt, ist im Zimmer. ES ist ein aller, lieber Kollege, den ich da iviederiindc. Es ist ganz anders, wenn man sich im Kriege trifft. Bei Schiffsbegegnungen aus hohem Meer ist's das gleiche Gefühl. Jetzt ist nicht viel Zeit zuni Reden. Er muß Anordnungen! geben. Ich verabschiede mich von dem Oberstleutnant, bekomme ein Stück von dem Kuchen, den die Artillerie zum Barbara-Fest gespendet hatte, und aus dem Hof, dessen jenseitige Gebäude man nicht mehr erkennen kann, sammelt sich die Kompagnie zum Abmarsch, Reitpferde lverden vorgesührt. Man kann keine zwei Schritte mehr sehen. Ein rieselnd«: Regen stäubt herab. Die graue Masse zieht vorbei, man hört das Quatschen des Wassers, wie sie marschieren. Eine Taschenlaterne blinkt für einen Augenblick aus. „Licht aus, zum Donnerwetter!" schreit mein Freund. Die Spitze der Kompagnie hat die Straße erreicht. Im Schritt setzen sich die Gäule in Bewegung. Die Hclmspitze meines Begleiters hebt sich selbst in der Dunkelheit scharf gegen die nachtschwarzen Tannen ab. Es ist, als ritte man mitten in die Ungewißheit hineiir. Alles ist wie unwirklich, fremd und ohne Form. Rolf Brandt, Kriegsberichterstatter. Die vermögensrechtliche Lage der Frau im Uriege. Der Allgemeine deutsche Frauenverein, Ortsgruppe Gießen, schreibt uns: „Zu dem vielen Schweren, das der Krieg mit sich bringt, gehört auch der wirtschaftliche Schaden, den viele erleiden, und der bei manchem sich zum völligen Ruin steigern kann. Zu dieser Not möchten ivir eine mahnende und bittende Stimme erheben: sind es doch sehr viele Frauen, die plötzlich sich Sorgen und Notständen gegenübersehen, deren Möglichkeit ihnen früher nie vor Augen trat, und es sind besonders die erwerbstätigen Frauen des Mittelstandes, die schwer darunter leiden, daß ihnen das Gesetz nur ungenügenden wirtschaftlichen Schutz geivährt, wenn sie in Gütergemeinschaft leben. Ter Mann ist im Felde, die Frau bisher iinmer in geordneten Verhältnissen, sieht plötzlich Ansorderungen aller Art aus sich cinstürmen und kommt in Zahtungsschwierigkeitcu. Nun kann sie ia Forderungen gegenüber beantragen, daß Liese ruhen, bis der Mann aus dem! Felde zurück ist. Wie aber, lvenn der Mann sein Vermögen und verfügbares Geld in einem Bankfacki — (Safe) — niedergelegt: hat, für das sic ivcder Schlüssel noch ein Verfügungsrecht hat, da der Mann allein bei der Bank zur Erheb,mg berechtigt ist? Zum mindesten bedarf cs langwieriger Schreibereien und Voll» machtscrteilungen, bis die Sache erledigt werden kann. Oder: der Mann hat sur einen guten Freund, der jetzt im Krieg ünd unerreichbar ist, vor Zeiten einmal Bürgschast geleistet oder Gefälligkeitswechsel unterschrieben, (eine Sache, die man sich immer vorher sehr überlegen sollte), deren Zahlung bei ihm, dein Bürgen, angcfordert ioird. Aus'ihn findet die Verordnung wegen Rühens der Forderung keine Anivendung, lvenn er nicht anck> Gicfzcner Stadtthenter. Hasemdnns Töchter. Volksstück von Adolph L'Arronge. Hasemanns Töchterkleeblatt nebst Anhang bereitete gestern abend den Besuchern des Stadttheaters einen jener heiteren, leichtbeschwingten Abcnoe. die in dieser Spielzeit unserer Bühne einem nushciterungsbedürstiqen Publikum zu Tank so recht zu gelingen pflegen. Vater L'Arronge kennt seine Leute. Er macht ihnen die Spazierfahrt ins Reich des .Humors nicht schwer, indem er zu viel des kostbaren Feuerwerks vcrschivcndet uich, wie inan zu sagen pflegt, die Pferde scheu macht. Nein, sein Gespann läuft einen gemächlichen, ruhigen Trab, ist nicht mit dem anspruchsvollen Gepäck von Spitzfindigkeiten und großen Gesten beladen und inacht gern bei einer schönen Aussicht auch einmal .Halt —_ wenn, es nämlich dem lenkenden Dichter gefällt, die Fahrgäste einen Blick tun zu lassen in Gegenden, >vo sich ein schwermütiger Untertan in die heitere Landschaft mischt. Mit einem Worte: L'Arronges tVolksstücke tteffen auch den Volks ton, und drum gehören Hase- liuaiuis Töchter schon längst zum eisernen Bestände großer undkleiner Theater Die Art. ivie der Dichter aui der heiklen Grenze zwischen Sche ä »ich Ernst wandelt, wie er erste:em trotz dem hochpädagogiscke, Zic>, das er ansttebt, stets Gelegenheit gibt, seine Lichter funkeln zu lassen, ist vielleicht die stärkste Seite des Stückes. Die feinsinnige Delikatesse, mit der jedes Herabzicheu der im Grunde keineswegs als Lustspielidec gedachten Handlung ins Banale vermieden wird, wirkt ungemein sympathisch, und ivenn dazu noch die geschickte, den Fachmann verratende Drapierung des Ganzen mit dem bunten Flitter aNerhand goldener, treuherziger und unbedingt wirksamer Späße komnit, daun ist der Erfolg gegeben: Mit einem lachenden und einem weinenden Auge — der Miene übrigens, in der sich der 'Deutsche am liebsten sieht — sitzt man da stich freut sich, daß das Leben in Wirklichkeit^ trotz aller Schikanen und Mißverständnisie doch eine ganz ergötzliche «Sache ist. In diesem Sinne faßten unsere Künstler gestern abend ihre Ausgabe an und fanden denn auch die fröhliche Zußiininuiig des Publikums zu der Art, wie sie die ehelichen Schwierigkeiten der Hasemannschen zwei Aeltesteai ausdeutctcn und versöhnten. Rudolf Goll, Spiellefter und selbstredend auch Vater vase- manii, sorgte für einen gesälligen Rahmen und ein slotte-s Tenrpo und machte die kritische Wandlung von der „Wurschtigkeitsphllo- iophie" des als guuntitö negligeable — man verzeihe das bo>e Fremdwort — behandelten Familienvaters zum energischen Ver- jechter inner sich ans Tageslicht drängenden Lebensweisheit mit lener Mischung von Ernst und Humor durch, die als Geilt des ganzen Stückes sich noch einmal in der Person des all>ni Hase- mann spiegelt. Auguste Frcnzcl wußte als Frau Alhettine den versöhnenden Schrill der mit gemischten Gefühlen gesehenen Schwiegermutter zur Anerkennung der Rechte von Schwiegersöhnen und Gatten mit Glaubwürdigkeit zu tun, während Hansi Martini und HanS Grosser-Braun als verliebtes und ewig streitbares Ehepaar Knorr mit erfrischender Ursprünglichkeit den Lust- spiclton des Stückes heraussttichen, wacker unterstützt von dem Provisor Ludwig Klein, dessen „T-sungenschler" Ludwig G r 3 s - s c r dankbare Möglichkeiten gab, sich der Freude seiner Zuhörer zu versichern. Kilty Sonntag-Blume und Clemens von R o g g e n h a u s e n fanden für das Körnersche Ehepaar, dessen Ehe kurz vor der Scheidung von Vater Hasemawl repariert wird, die ansprechenden Hcrzenstöne, an die L'Arronge bei der Bezeichnung seines Werkes als Volksstück gedacht hat, und Philiuc Wengerdt endlich sorgte als naseweiser Backfisch dafür, daß die Wage zwischen den beiden entgegengesetzten Bestandteilen des Werkes sich nie zu lies zum einen, zum Ernste, neigte. - -a-. * > Dickens als vritenspiegel. Die geschichtliche Erfahrung lehrt, daß noch jeder große nationale Zusammenbruch durch die Warnrufe eines Tacitus angekün- digt worden ist. Und England hat es ivahrlich nicht an ernsten Mahnern ttn eigenen Lande gefehlt: es braucht nur an Carlyle erinnert zu werden und an John Ruskin, der England das Schicksal von Schon und Tyrus gcweissagt hat, an Shaw, der die britische Heuchelei unbarmherzig gegeißelt, und an Galsworthy, der das selbstzufriedene, jeder freieren Leberisregung feindliche englische Krämertum mit scharsekl Strichen gezeichnet hat. Neben diese Männer aber tritt auch der Dichter, auf den die britische Welt — und zwar mit Recht — besonders stolz ist, tritt Charles Dickens, Einer seiner weniger bekannten Romane ist „Unser gemeinsamer Freund (Our mutual friend); es ist auch einer seiner ioeniger gelungenen Romane, aber er kann sich doch einer Prachtgestalt rühmen, die der vollen Meisterschaft Dickensscher Menschcnschil- derung entstammt. Das ist Mr. Podsnap — und daß Dickens selbst diesen Mr. Podsnap als einen englischen Nationaltypus hat auf- gesaßt wissen wollen, das beweist der Umstand, daß er ilm als den Vertteter einer ganzen „Schule" und eines „Giaubens" vorstellt, welchen er nach seinem Manne den „Podsnapisin" nennt. Wer und was ist nun Mi. Podftrap? Mr. Podsnap, so erzählt Dickens, war ein wohlhabender Mann und stand sehr hoch in Mr. Podsnaps Meinmig. Er hatte mit einer guten Erbschaft an- gesangen, eine gute Erbschaft dazu geheiratet, bedeutenden Gewinn in der Schisssvecsicherung gemacht und war ganz zufrieden. Es war ihm unbegreislich, daß nicht jedermann A,frieden war, und er hegte das Bewußtsein, der menschlichen Gcscllschait ein glänzendes Beispiel dadurch zu geben, daß er mit fast allem zufrieden war, und vor allem mit sich selbst. Mr. Podsnaps Welt ivar moralisch keine sehr große Welt nick nicht einmal geographisch. denn obgleich er sah, daß sein Geschäft aut dem Handel mit anderen Ländern beruhte, so betrachtete, er diese doch nur mit dem wichtigen Vorbehalte eines Irrtums und pflegte von ihren Sitten und Gebräuchen mir zu sagen: „Nicht englisch!" worauf er sie, im Gesicht erglühend, kurzweg mit einer für ihn charakteristischen Armbewegung fortfegte. Nachdem Dickens so die insulare Borniertheit des Engländers in Mr. Podsnap gekennzeichnet hat, fügt er noch den Zug naiver religiös-sittlicher Heuchelei binzn. Denn „da Mr. Podsnap ein io außerordentlich achtbarer Mann tvar, so fühlte er, daß es seine Pflicht sei, die Vorsehung uuter seinen Schutz zu nehmen. Aus diesem Grunde wußte er stets, was die Vorsehung meinte. Leute von niedrigerem Stande und weniger achtbar komitcn in dieser Beziehung irren, allein Mr. Podsnap traf immer das Richtige: und merkivürdig war cs dabei (ivie auch zugleich sehr beauein daß das, was die Vorsehung meinte, jedesmal auch Mr. Podsnaps Meinung war". Ja, er kannte seine Landsleute, dieser anftechte Mann und Dichter: er kannte jenes England, das immer für die Vorsehung, fiir die Moral, die Freiheit und die Ehre streitet, wenn es sich um — seinen Vorteil handelt. Von köstlichem, eckt Dickensschem Humor ist die Schilderung einer Unterhaltung, die Podsnap mit einem Fremden, offenbar einem Franzosen, hat, den er — nicht ohne Bedenken und nur nach langem Uebcrlegen! — zu einer in seinem Hanse stattsinden- den Gesellschaft eingeladen hat. Er spricht voii diesem Gaste, der die unverzeihliche Eigenschaft hat, kein Engländer zu sein, „so, wie wenn er einem tauben Küche ein Pulver oder eine sonstige Arznei eingäbe": er korrigiert: ihn nachsichtig, ivobei er die sranzöfische Sprache, ihre Existenz und ihre Mängel nach Kräften zu entschuldigen sucht. Er fragt ihn taktvoll, ob er London „London, Londres", ivie er erklärend binzufügt) nickt Sehr Groß und Sehr Reich finde und ob er nicht in dieser Weltstadt Londolu, Londres viele ausfallende Zeichen vmr „unserer britischen Konstitution" bemerke. Der künmierliche Frenide hat vffenbar ittchts davon entdecken können, weshalb Mr. Podsnap ihm herablaffend erklärt: „Wir Engländer sind sehr stolz auf unsere Konstitution. Sie wurde uns von der Vorsehung verlicyen. Kein anderes Land ist so begünstigt wie dieses." So der bescheidene Mr. Podsnap: der zudringliche Fremde aber erlaubt sich die Frage: „Und andere Länder — wie machen sie?" „Sic machen", erwidert Mr. Podsnap, sehr ernstvait den Kopf schüttelnd, „sic machen cs — ich bedauere es sagen zu nuissen — so, wie sie es machen." „Das ist etwas sonderbar voir der Vorsehung," bemerkte der fremde Herr, „denn die Grenze ist nicht sein iveit." „Unzweifelhaft", stimmte Mr. Podsnap bei. „Aber so ist es. Es war der Freibrics des Laiün's. Die Insel ist gesegnet mit völligem Ausschluß aller anderen Länder - die es noch geben mag. Und wenn! wir hier sämtlich Engländer n«,n^ IM $eäi* steht. 9hm lituTj er zahlen und wenn fern Vermögen nickt reicht, muß da» Brrmögen der Frau mittterangezoge» wer de», Gütergemeinschaft vormcSgesetzt. Gütertrennung iit aber sür ben erwerbstätigen Mittelstand nicht ratsam, lr>eil dein Chniann dadurch' der idrckit eingeschränkt wird, ahne den ein ersprießliches Erwerbsleben unmöglich gemacht wird. Und Gütergemecn- schaft? — Eigentlich ein so idealer Begriff: — ein E > nstehen "für einander mit Sab ititb Gut! — Wie traurig. Daß in Wirklichkeit gerade hierdurch die vertrauende Ehefrau in >o 'schwere Not geraten kann, wenn Bürgschaften und Wechsel ein- (gelöst werden müssen, von deren Portaneenscin Sie k ine 'Ahnung hatte. Wie viele schwere Notstände sind uns gerade in der jetzigen HEriegszeit bekannt geworden. Bürgschaften und Weü-cl hängen freilich mit dem .üredrtgeben im wirtschastlichen Erwerbsleben eng zusammen und lassen sich nwl:l nie bc'seittgcii: umsomehr 'foll aber gegen das B ü r g s ch a s t s u n w e s e n und gegen das kW ech s e l u n me s c n Protest erhoben werden, das schon so viele Inmitten dem völligen Ruin zugeführt hat. Es ist unleugbar, dass viele solcher Notstände, wenn nicht Hervorgeusen, doch bedeutend beschälst werden, weit die Frau sich in Dolllbimit-nrr Unwissenheit den Bcrmögcusverhältnisfen gegenüber befand, und das ihr seitens des Mannes keinerlei geschäftliche oder vermögcnsrechkliche Entschließungen bekannt gegeben waren. Hier setzt min unser Mahnruf ein. Er richtet sich zunächst an die Fronen selbst: Verharrt nicht länger in Gleichgültigkeit und beaucmcr Lässigkeit diesen Permögenssragen gegenüber! Es ist Pflicht und Rech« der Fra», sich Klarheit über Größe und Verpslichtungen des Ehevcrmögcns zu verschaffen, den Mann zu unterstützen, mit ihm zu beraten und zu besprechen, — so wie cs Pflicht i>es Mannes ist, der Frau darüber volle Auiklärung zu geben! Allerdings ist diese Pflicht des Mannes in vielen Fällen nur eine moralische, keine reebiliche, weil versäumt worden ist, bei der Eheschließung diese Rechte und Pslichten der Elfesrau festzulegen. Deshalb, ihr Mütter, gebt nicht zu, daß Eure Töchter eine Ehe schließen, ohne daß durch einen gut überlegten E h e v e r t r a g'alles, was das eheliche Güterrechl betrifft, geordnet ist! Das (Rietz kann nicht für alle gleich geeignete Festsetzungen geben: die Verhältnisse beim Besitzer eines großen Ladens, oder beim Arbeiter, beim Beamten, beim Gewerbetreibenden oder Industriellen sind zu verschiedenartige, als daß das Gesetz allen gerecht werden könnte, deshalb sorgt, daß Eure Töchter in die Ehe treten mit völlig klarem Bc- wußlscin ihrer Rechtszuständigkeilci! am Vermögen, und daß diese, den jeweiligen Erfordernissen gemäß, im Ehevcrtrag geregelt werden. Dankenswerterweise geben ja viele Standesämter den zu ihnen kommenden Brautpaaren eine diesbezügliche gedruckte Aufforderung und Amveisung. Und weiterhin, ihr Frauen, überlaßt nicht aus Begucmlichkcit alle Geldsorgcu dem Mann! Wie in einer ivirklich guten Ehe alles gemeinsam sein soll, so auch diese wichtige Frage der V e r in ö g c n s v e r w a l l n n g. Kümmert Euch darum, scheut nicht Mühe und Arbeit dabei, dann werdet ihr immer Klar heit haben, und Sorgen, wie die oben erwähnten, werden Euch erspart bleiben Ruck jetzt noch müssen Männer ins Feld, sei es, daß sie verwundet gewesen und geheilt zum zweitenmal ausziehcn, sei eS, daß sie jetzt erst dort nötig sind. Die meisten von diesen, die Geschäftsleute sind, werden ihrer Ehefrau Prokura erteilen — ihat doch sogar unser Großherzog ähnlich gehandelt) — und sic dadurch ermächtigen, vollständig über alles zn verfügen, und ihn geschäftlich zu vertreten. Aber auch die Männer, die nicht über ein Geschäft zu bestimmen haben, sollten es sich angelegen sein Hassen, ihrer Frau eine Vollmacht auszustellen, die sie zur vollständigen Vermögensverioaltung oder wenigstens dazu ermächtigt, bei Einnahme und Ausgabe den Mann selbständig zu vertreten, auch bei einem etwaigen Bankkonto. Indes selbst bei Erteilung der Prokura ist die Frau »och nicht hinreichend wirtschaftlich geschützt. Hat der Mann nicht das moralische Pflichtgefühl, was man bei jeder Gütergemeinschaft voraussetzcn sollte, die Frau bei Eingehung wirtschaftlich einschneidender Verpslichtungen in das Vertrauen zu ziehen, steht sie wieder schutzlos da, sobald der Mann sich auf den gesetzlichen Standpunkt stellt. Auch solche Einzelsälle sind uns begannt geworden, selbst von Frauen, die als geschäftskundig und geschäststätig bekannt sind. Zuletzt richten wir noch eine herzliche Bitte an die Banken, Finanzämter, Ortsgerichte, Grundbuchsbeamte und ähnliche Institute um Unterstützung in dieser Sache. Wenn z. B. diese Institute darauf drängen, daß jedes Guthaben oder dergleichen auf Manu und Frau gleichzeitig übcrschrieben würden, alle Rechte und Pslichlcn von beiden Teilen ausgeübt werden sollten —, wenn die betreffenden Behörden auf die Ehevcrtrüge. auf Käufe und Verkäufe der Ehegatten ihre Aufmerksamkeit in dem Sinne richteten, daß sie nach Krästcn für ein eheliches Güterrecht ein- träten, das beiden Ehegatten gerecht wird, so wäre schon viel geholsen. Wir sind uns zwar bewußt, daß keinerlei rechtliche Mittel dazu zur Verfügung stehen, aber ein freundlicher- Rat, eine Erklärung der Vorteile uiw. würde manches Gute wirken. Es käme dies nicht nur der Ehcirau als persönlicher Vorteil zugut, sondern würde beitragen zur Gesundung der Vermögensvcrhältnisse beider Ehegatten. Damit wäre aber auch zugleich der allgemeine wirtschaftliche Zustand günstig beeinflußt, und Staat, Kommune und Banken müßten doch das größte Interesse daran haben, daß ein kapitalkräftiger Bestand von Steuerzahlern erhalten bleibt, ein Umstand, der in der gegenwärtigen Zeit doppeli ins Gewicht fallen sollte. so würde ich sagen," fügte Mr. Podsnap hinzu, indem er aus seine Landsleute umherbückte und mit feierlicher Stimme sort- suhr, „daß sich in dem Engländer eine Mischung von Eigcnschaf- te», eine Bescheidenheit, eine Unabhängigkeit, eine Ruhe, in Verbindung mit dem Mangel alles dessen, was geeignet ist, die Wangen einer jungen Person erröten zu lassen, vereinigt, wie man Ne vergeblich irntcr den Völkern! der Erde suchen würde." Das ist just der Ton, in dem heut ganz England, die Presse, die Schriftsteller, selbst die amtlichen Verlautbarungen reden England ist einzig und seine Eigeirschafteu finden in der Welt kein Scitenstück — weswegen ihm billigerweise auch alles erlaubt lein muß. was anderen verwehrt ist. Der „Podsnapism", den Dickens geschildert hat, hat gesiegt: dieser furchtbare Krieg ist ein Werk des „Podsnapism". — Ein „Deutscher Barbaren-Buird". Dem Vorsitzenden der »uiitgesellschast, Univerjiläts-Kiirator Tr. Meyer in Salle i Saale), ist nachstehender Brief zugegangen. Neapel, 28. Oktober 1914. Parco Margherita 44. Die Deutschen werden heute im Ausland Barbaren genannt. Dadurch ist Barbar ein Ehrentitel geworden. Ich schlage vor, einen Barbarenbund zu gründen, dessen Ziveck die Förderung der Äunsl. Wiisenschait uns sozialer Fürsorge ist. Ich würde es mir als Schweizer zur Ehre anrechnen, eines solchen Bundes Mitglied zu sein, und stelle. Ihnen, falls Sie sich einer iolchcu Gründung annchmen wollten, sür die ersten Kosten 3000 Mark zur Verfügung. Mit vorzüglichster Sochachtung ergebenst gez. Arnold Ruesch, Mitglied der Kantgesellschaft. Diese glänzende Antwort eines politischen Ausländers auf die schamlosen Verleumdungen und Schmähungen deutsckwr Gesittung kann in ihrer lapidaren, den Nagel ans den Kops treffenden Kürze kaum überholen werden und verdient deutschen Tank. De Geschichte ist nicht ohne Beispiele dafür, daß Namen, die ursprünglich Beschimpfungen sein sollten, von den damit Bedach- len svälei als Ehrennamen getragen wurden Das bekannteste sind die „Geusen", jener Bund niederländischer, mit der spanischen Serrschaft unzufriedener Edelleute. Sic wurden der Statthalterin Magarete gegenüber von deren Umgebung spöttisch als „Bettler" (Geusen) bezeichnet, nwrauf der Bimd in stolzem Selbstgefühl diese Bezeichnung als Ehrennamen sür sich airnahm. So bat denn die —> gleichzeilig von einem hochherzigen Angebot begleitete — Anregung der Gründung eines „Deutschen Barbaren- bundes" ihren Reiz. Wer zu ihr das Wort zu nehmen wünscht, wolle sich an den oben genannten Vorsitzenden der Kantgesellschast ivenden. Ans Stadt und Land, Gießen, 12. Dezember 1914. Auf den» Felde der Ehre siefallen. (Aus Hessen und den Nachbargebieten.) Kreisgeoineler Oss-Stcllv. Heine. Weber, Zm.-Rgt. 136, ans Butzbach. — Dehrnzaun Ang. Emil Müller II., Jni.-Rgt. 83, aus Biedenkopf. — Res. Tally Bergen st ein, Res.-Ziff.-Rgt. 83, aus Marburg. — Fahnenjunker Theodor T r a u l io e i u , Znl.° Rest. It8, ans Goßlclden — Vizestldwebel der 9icf. Ingenieur Adoll Wcstcndori, Jni.-Regt. 8, aus Marburg. — Geir. Kart Maas, Jnl.-Rgt. 116, aus Aiederiveijel. — 3ici Phil. Recken- heil, Jnl.-Rgt. 168, aus Osfcnbach a. M. — Geir. der Res. Karl Sonder in an«, Zni.-Rgt. 36, aus Alsleld. — Fahnenjunker Claus S o m »i e r in e >> e r, Pionier-Bataillon 4, aus Haiger. - Welirinanu Karl Riebe sing, Juk.-Rgl. 116, aus Büdingen. * ** Ritter des Eisernen Kreuzes: Landivehr- inann A. Ritz, Landw.-Ins.-Regt. 116, ans Mücke, bisher Briefträger in Gießen. Oberlt. Rcgierungsrnt v. More n hofsen, Feldart.-Regt.63, ans Wetzlar. Oberlt. d.Landw. Oppermann ans Wetzlar. Feldwebel d. R. Gustav .Schwing, Landw.-Regt. 20, ans Wetzlar. Res. Wilhelm Schmidt, Res.-Regt.81, aus Stockhausen. Off.-Stellv. Heß, Landw.-Inf.-Regt. 87, aus Wetzlar. Vizefeldwcbcl Buch holz, Leibgarde-Regiment 110, aus Braunfels. Lt. d. R. Block in Biedenkopf. Kanonier Georg Meier, 33. Feldart.-Regt., ans Breidenstein. Ufsz. Hch. Th am er, 172. Inf.-Regt., aus Lauterbach. Uffz. d. Landw. Rahn, Art.-Regt. 25, aus Rixfeld. ** Ersatz-Bataillon des Inf.-Regts. l l 6. Es erhielten das Eiserne Kreuz 2 . Klaffe: die Feldwebel Schmelz, Qncckbörner, Plagermann und Harnisch, die Vizefeldwebel Decher und A l b r a n d. Tie genannten Unteroffiziere gehören dem aktiven Regiment an, sind jedoch zurzeit beim Reservr-Jnscmleric-Rcgi ment 81. — Bon der 5. Komp. Jnf.-Regts. 116 erhielt das Eiserne Kreuz 2. Klasse der Musketier Reichel, und die Hess. Tapferkeitsmedaille der Musketier Erm el. **Die Einqnartierungsgelder. Wie uns von unterrichteter Seite mitgeteilt wird, sollen die Verpflc- gnngsgclder für die während des Monats November hier untergebrachten Landstürmer noch vor Weihnachten zur Auszahlung gelangen. Wer für einen der neu (seit 25. November) eingezogenen Leute Vergütung zu beanspruchen hat, versäume nicht, dies am nächsten Montag im Stadthause - - Seitenbau — anzumelden. (Vgl. die Bekcmnt- machung in heutiger Nummer.) ** Mietsstreitigleiten. Das Gießener Mi e ts ein igungs amt, das seit deni 3. September in Wirksamkeit ist, hat sich, wie uns von zuständiger Seite mitgeteilt wird, ausgezeichnet bewährt. Bisher sind unter dem Vorsitz" oes -Oberbürgermeisters 40 Fälle von Mietsstreitigkeilen vor dem Einigungsamte durch Vergleich erledigt. Nur in einem einzigen Fall haben die Parteien das Gericht angerufen. ** Weihnachtsfeier iit den Lazaretten. Wie uns mitgeteilt wird, haben die vereinigten Vorstände des Gießener Zweigvereins vom Roten Kreuz und des Alice-Frauenvereins in gemeinsamer Sitzung einstimmig beschlossen, sür die Weihnachtsbescherungen in den hiesigen Lazaretten 2000 Mk. zur Verfügung zn stellen. De kürzlich stattgehabte Sammlung hat für diesen Zweck allein nur einen Gesamtbetrag von 635 Mk. ergeben, während für Liebesgaben an die Truppen im Felde sowie sür beide und allgemeine Zwecke je ca. 6000 Mk. eingingen. Aus dem zuletzt erwähnten Sammelbetrag sind noch 1365 Mark für die hiesigen Weihnachtsfeiern zugelegt worden. Der Betrag von 2000 Mk. wurde an die einzelnen Lazarette nach Verhältnis der Zahl der belegbaren Betten, insgesamt 1488, verteilt, welche indes zurzeit nicht alle belegt sind. Dazu kommt noch ein Zuschuß, welchen der hessische Lcmdes- vcrein vom Roten Kreuz für jeden Verwundeten in Höhe von 1 Mk. gewährt. Die Christbäume werden den Lazaretten unentgeltlich zur Verfügung gestellt: auch sind- bereits größere Vorräte von Gebäck und Lebkuchen vorhanden. Kleinere Geschenkg-egenstände sind dem Roten Kreuz ebenfalls schon zur Verteilung an die Lazarette übergeben worden. Es ist hierdurch ermöglicht, die Weihnachtsfeier für die Verwundeten in angenehmer und soweit ihr Zustand erlaubt, behaglicher Weise zu gestalten und ihnen das Fernsein von ihrer Familie tunlichst zn erleichtern. Viele Verwundete werden ja Grüße und Weihnackftsgaben aus der Heimat erhalten, aber auch diejenigen von ihnen können mit solchen bedacht werden, denen ihre Lieben nichts senden können. — Ein -größerer Teil der Sammlung mutzte naturgemäß für die im Felde stehenden und zurzeit noch Anstrengungen und Entbehrungen aller Art misgesetzten Truppen verwendet werden, denen ein behaglicher Weihnachtsabend nicht bereitet werden kann und die mit dem Nötigsten verseifen werden müssen, woran unsere hiesigen Verwundeten aber nicht Mangel leiden. ** Lichtbildcrvortrag in der Universitätsauka. In der neuen Aula der Universität sprach am Donnerstag abend in sehr anziehender Weise, durch gute Lichtbilder unterstützt, Herr A. Simmig „lieber die Südamerikasahrt des Prinzen Heinrich u. seiner Gemahlin an Bord des Dampfers „Cap Trafalgar"." Mit großer Aufmerksamkeit lauschten die Zuhörer den interessanten Ausführungen des Redners, dem indessen im Hinblick auf den guten Zweck — 6er Reinertrag ist für vaterländische Zwecke bestimmt - und der Gediegenheit des Gebotenen ein volleres Hans zu wünschen gewesen wäre. Ter Vortragende führte etwa folgendes aus: Am 11. März traten Prinz Seinrich nebst Gemahlin und einer Anzahl von Mitreisenden aus dein großen, der Hamburg-Amerika- Linie gehörenden Ozeandampfer „Cap Trafalgar" von Samburg aus die Reise an. Tie Anspruchslosigkeit und außerordentliche Leutseligkeit des Prinzenpaares ist bekannt und zeigte sich auch bei dieser Fahrt auss neue. Ter Prinz verbat sich jede Bevorzugung und war bald der Allerweltsliebling. Was den Dampfer selbst betrifft, so gehört er jetzt auch der Vergangenheit an. Auf seiner dritten Ausfahrt in einen Silsskreuzer umgewandelt, wurde er von deni englischen Kriegsschiff „Earmenia" aus hoher See angegriffen. Nach tapferer Gegenwehr sank er, von der eigenen Bemannung gesprengt, in die Tiefe, wobei der Führer des Schiffes Korvettenkapitän W i r t h mit noch 2 anderen Ossizieren den Tod sanden. Das telegraphisch herbeigerufene deutsche Schiss „Eleonore W ö r m a n n" rettete die übrige Mannschaft und brachte sie mitten durch eine Reihe feindlicher Schisse hindurch „ach Buenos-Aires. Redner zeigte dann an der Sand vortrefflicher Lichtbilder den Bau und die innere Einrichtung des auf der Werst Vulkan erbauten stolzen Schiffes, das an prakttscher Einrichtung und Bequemlichkeit nichts zn wünschen übrig ließ und dem verwöhntesten Geschmack Rechnung trug. Bon dem Sasen Samburgs, dem au der Elbmündung gelegeneir Cuxhafen, gelangte man in die freundliche Nordsee, an Calais, Boulognc sur Mer und Southampton vorbei in den unfreundlichen Kanal. Durch dm von dm Schiffern mit Recht gefürchteten Golf von Biscaya landete man an dem spanischen Sasm von Vigo. Ter Empfang, dm die Bewohner dieser Hafenstadt dm SchiffSvassagiercn bereitetm, war über die Maßen herzlich, ebenso war cs auch in dm portugiesischen Landungsplätzen. Das ist heittc fteilich vielfach anders gewordm. Das Hosiannah hat sich vielerorts uns gegmüber in ein „Kreuzige" verwandelt. Ein Volk aber macht eine rühmliche Ausnahme, das sinh die Spanier/ Sic beioahren uns das althergebrachte Wohlwollen in einer geradezu rührenden Weise. Ihr ausgeprägter Gerechtigkeitssinn und ihr wirklich nobles Empsinden stellen sie hoch über viele anderen Völker. Das muß in den jetzigen schweren Zcitm dankbar anerkannt werden. So stellt beispielsweise die schon gmarmte Hasen- stadl Vigo Tag und 3,acht Wachtposten aus, um den deutschen Sandclsscinffcn eine sichere Zuilucht vor de» mglischm .(brenzern zu bieten. Am S. Morgm erreichte man Lissabon, das mft seiner fteundtichm Küste einen überaus lieblichen Anblick gewährt, - aber infolge verschiedener Erdbeben und anderer Einflüsse heute nur einen Schatten früherer Größe darstellt. Es folgte dann- im Bilde die auf der Rückreise angclanscnc herrliche Insel Ma-> J beim mit dem Sauptplatz Funchal, vom Safe» aus gesehen stufenförmig ansteigend. Als Verkehrsmittel dient hier der bergan: ron Ochsen gezogene, bergab von den Bewohnern selbst gelenkte Schlitten. 'Aus deni Wege von 'Madeira durch den Atlan- lischen Ozean nach der Südtüste Amerikas durchkreuzt man eine ' von Segelschiffen viel benutzte Säsiffslinie. Ein Tag der Lust und des Sckzerzcs vilcgt der Tag zu sein, an dem die Linie oder ! der 'Aeguator überfahren wird. Am Morgen setzte ein tropischer Rcgcnfall ein, der aber nickit hinderte, daß an demßelbm Tage an den 'Neulingen die 'Schiffstaufe vorgenommm wurde. An ' den: Kap Frio vorbei gelangte man in den Safm von Rio de Janeiro, der .Sauptstadt des ungchcurm brcffilianischm I Reiches, das allerdings nur einige zwanzig Millionen Ein- 4 wohner Hai, seiner Große nach aber bei einer Bevölkerungsdichte wie Belgien die Bewohner der ganzen Erde ausnehmcn \ könnte. Die Sauptstadt Rio hat in letzter Zeit einen bedeutenden Aufschwung genommen und zählt etwa I Million Einwohner. Bedeutend ist der Sandel in Kaffee, der ganz in dmtichm Sanden liegl^ und von keinem andeni Platz übertroffm tvird. Obwohl die Stadt einen bedeutmdcn Flächmraum besitzt, ist es infolge der . guten Berkchrsbcdingungen leicht möglich, in rascher Zeft die wichtigsten SelwnSwürdigkeiten in Älugmschein zu nehmen. In dem Fremden viertel findet sich auch die deut che Kolonie mit Kirche und Schule. Infolge in letzter Zeit getroisencr gesundheillicher . Vorsichtsmaßregeln ist Rio de Janeiro jetzt eine gesunde Stadt geworden, in der auch der Europäer leben kann. Das gelbe Fieber ist so gut wie rerschlvnndcn. An Montevideo, der Sauptstadt von Uruguay, vorüber, das auf der Rückreise besucht wurde, siihr man in den La Plata oder Silberstrom, dessen Wasser aber durchaus trübe und schlammig aussieht und der infolge seiner Brette reckit viele seichte Stellen answeist, für die Schisfahrt also ungünstig ist. An ihm liegt die durch ihre Ausftihr an Fleisch, Häuten und Getreide berühmte Stadt Buenos-Aires. Der Name bcdeulet „gute ' Lust" oder „gute Winde". In der Tat hat Argentinien ein sehr mildes Klima und einen fruchtbaren Weizenboden. Auf den Pampas (ungeheure Wicsenflächen) weiden die halbwilden Rinder, die von den berittenen Hirten (Gauchos) mit den Lassos (Lederriemen mit Bleikugeln) gefangen werden. Tie Liauptstndt besitzt viele Sehenswürdigkeiten, schöne Straßen und össentliche Plätze und zählt Im Million Einwohner, die ihre Stadt gern das südameri- kanische Paris nennen. Quer durch die Getreideebenen Argentiniens hindurch gelangt man mit der Eisenbahn nach'dem Wein- getände lNendozas und dann auf einer schmalspurigen Bergbahn über die Anden oder Cordilleren bis zur Paßhöhe von 3990 Metern, lieber den Kamni dieses Gebirges führt die chilenische Grenze, die man in einem Tunnel überschreitet. Wenn auch Pslcmzenwuchs und Tierwelt in den Anden nicht reichhaltig sind, so ist dieses Gcbirg doch die Seimat des mit ausgebreiteten Flügeln 3 Meter messenden Condors. Tie Umgegend der Safenstadt Valparaiso (Paradicstal) weist Weingärten, Obstanlagen und Palmcnhaine aus, das Sasenbild selbst zeigt regen Schisssverkehr. De 163 000 " Einwohner zählende entadt hat durch Erdbeben (zuletzt 1906) sehr gelitten. Ter Schisssverkehr ruht in deutschen Sünden. Tie Sauptstadt St. Jago liegt etwas landeinwärts und hat ungefähr % Million Bewohner. Das chilenische Seer- und Schulwesen sind nach deutschem Muster gebildet. — De Ausführungen des Redners i wurden sehr beifällig ausgenommen. ** Stadt und Festung Gießen im Zeitalter des 30jährigen Krieges. In den alljährlich herausgegebenen Mitteilungen des O b c r hessi schcn Geschichtsvereins (Neue Folge, 22. Band), die jetzt wieder erschienen und an die Vereinsmitglicder abgegeben sind, findet sich eine für unsere Lokalgeschichte hoch interessante Ab- , Handlung von Dr. phil. Fritz B e y h o f s- Gießen über die Wirtschaftsgeschichte der Stadl Gießen während des dreißigjährigen Krieges. Im Anschluß daran soll im konunendcn Jahre von demselben Verfasser auch die Kriegsgeschichte unserer Stadt während des Rcligionskrieges durch den Oberhessischen Geschichtsverein veröffentlicht werden. Es ist unseres Wissens das erste Mal, daß diese Epoche unserer Stadt im Zusammenhang dnrgestellt wird. Dr. Bcyhoff hat ein sehr großes urkundliches Material mit viel Fleiß zu einem ] historischen Bild gruppiert, welches für unsere gesamte Bevölkerung Interesse haben dürste. Es ivüre zu begrüßen, wenn der Verfasser oder der Oberhessische Geschichtsverein die Arbeit als Sonderabdruck erscheinen lassen würde, ura die Möglichkeit der Verbreitung unserer Lokalgcschichtc für die weitere Oesfeutlichkeit zu geben. Landkreis Gießen. — A l l« n d o r I a. d. Lda., 10. Dez. Gestern wurde hier eine S a ni in l u n g an Lcbensniittetn und Geld kür die Notleidenden in Ostpieußen veranstaltet. Beteiligung und Ergebnis waren recht erfreulich. — Bis jetzt erhielten zwei Kriegsteilnehmer das Eijerne Kreuz, nänilich Johannes Paulus und Mclchioi Paulus. Letzterer wurde gleichzeitig zum Feldwebel ernannt. Kreis Alsfeld. X. Alsfeld, 9. Dez. Zum Besten der hiesigen Kriegs- f,'i r s o r g e land heule in der wicderhergestellten Walpurgiskirchc eine k i r ch e n in u s i k a l i I ch e V e r a n st a l t u n g statt. Mitwirkende waren: Ter evangelische Kirchengesangverein und der S ch ü l e r ch o r der Volksschule, beide unter Leitung von Lehrer K. Becker, kerncr Lehrer H. Landzettel, Unterossizier am hiesigen Lazarett (Tenor), und Reallehrer K. Dotter tOrgel). Es kamen Werke von Job. Seb. Bach, Felix Aiendelssohn, Schumann, Schubert, OrlandnS Lasius, Arnold Ateiidelsjohn u. a. zum Vortrag. Das finanzielle Ergebnis war günstig. I Märkte. * I Gieße«, 12. Dez. MarkIb e ri cht. Aui deni heutigen Wochenmaikie kostete: Butter das Piund 1,10—1,20 Mk.: Hühnereier 1 Stück 12—13 Pia-, 2 Stück 00 Pig.: Enteneier 1 St. 0 Psg. 2 St. 00 Pig.; Gänseeier I St. 0-0 Pig., 2 St. 00 Pig.: Käse das Stück 10-12 Big., Kälemalte 2 Stück 5—6 Psg.: Tauben das Paar 1,00—1,40 Mk., Hühner das Stück 1,00—2,50 Mk., Hahnen das Stück 1,00 - 2,50 Mk.. Enten das Stück 2,50—3,00 Mt., Gänse das P!d. 60-70 Pig.: Welsche 4—»Mk.; Ochsensictsch dasPsd. 86-96 Ptzv, Rindfleisch das Piund 90—94 Psa., Knhfleisch 80—90 Psg., Schweinefleisch das Piund 80—90 —06 Big, Katbfletsch das Vid. 80-84 Pkg. pninmelfleisch das Piund 70—90Pig.: Kartoffeln 100 Kilo 7,00—Mk„ 1 (igr. 8 Psg., Weißkraut das Stück 8—15 Pig.: Zwiebeln der Ztr 12,00—15,00 Alk.: 'Milch da? Liier 22 Psg.: Aeviel der Zentner , 15—20 Vik.: Birnen das Piund 12—15 Pig, Nüsse 100 Stück 40—b0 Pig. — Marktzeit von 8 bis 2 Uhr. Dos- 30W9 « Zur Vermeidung von Verwechselungen bei Abbestellung von Vermietnngs- Anzeiaen oder dgl. wird dringend um Angabe derAnreigennurnrner gebet. Verlag des Eich.Anzeigcrs IHoObestr. Zeine schöne 3 bis Zim.-Wohn. i. mein, ölart ein Imi n:-i. n. 11 10 111 Stahlberg . - s, «. 4-Bimmerwobu. au ucrmieten. Wrbrui». (itcbnevilrnnc 50._ 8198 rtiiine 3 ». 2-Z. Wohn. v. 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