Nr. 291 Der Ortzener Lnz«I,«r erscheint täglich, außer Sonntags. — Beilagen: viermal wöchentlich OlebenerLamillendlitter: zweimal wöchentl.llieik- blatt färben Kreis liegen (Dienstag und Freitag): zweimal monatl taub wirtschastlich« Seitfragen Fernlprech - Anschlüße: lürd>eSchr>>tleit»nglI2 Verlag,Gelchältsstellebl Adresse lür Drabtnach- richten: Anzeiger Liehen. Annahme »an Anzeigen sür die Tagesnuinmer bis vormittags 8 Uhr. Erster Blatt 164- Jahrgang Freitag. \l Dezember 1914 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhefsen Rotationr-ruck und Verlag der vrühl'schen Univ.-Vuch- und Steindruckerei R. Lange. Schristleitung, Seschästrstelle u. Druckerei: Zchulftr. 7. i>e i» qs» rei »I monatl. 7» Ps., viertei- jährl. Mk. 2.20; durch Abhole- tu Zweigstellen monatl 65 Pf.: durch diePostMk.3.— viertel- jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis- lokal töpi., ausio. 20 Ps. — Hauptschrittleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich sür den polit. Teil' Aug. Goetz; sür .Feuilleton", ,Der- inischtes" und.GerichlS- saal": Karl pieurath; sür .Stadt und Land": Otto Braun; sür den Anzeigenteil: H. Beck. „Scharnhorst" „Gneisenau" und „Leipzig" gesunken. Erfolge in Polen. Ueber 10000 russische Gefangene in Westgalizien. (MTB.- Berlin, 11.Dez. (Amtlich.) Laut amtlicher Reuteru«lLllug aus London wurde unser Kreuzer-Ge- schwad er am 8. Dezember 7V-Uhr morgens in der Nähe der Talklandsinseln von dem englischen Geschwader unter dem Kommando des Vizeadmirals Sturdec gesichtet und angegriffen. Nach der gleichen Meldung sind in dem Gefecht S. M. Schiffe „Scharnhorst', „Gncise- nau" und „Leipzig" gesunken. Zwei Kohlendampfer find m Feindeshand gefallen. S. M. Schiften „Dresden" mü» „Nürnberg" gelang es, zu entkommen. Sie weiden angeblich verfolgt. Unsere Verluste scheinen schwer zu sein. Eine Anzahl lleberlcbender der gefunkenen Schifte wurde gerettet. Ueber die S t ä r k e des Gegners, dessen Verluste gering sein sollen, enthalten englische Meldungen nichts. Der Chef des Admiralstabs der Marine, gez.: v. Pohl. - ' * . ' WTD'.) ffkrvhes Hauptquartier, Ist.Dez., vor- «kittags. (Amtlich.) In der Gegend von Souain beschränkten sich dir Franzosen gestern auf heftiges Artilleriefcucr. Ein am östlichen A r g o n n e n r a n d e ans Panguois wch Boureuilles erneuerter Angriff der Franzosen kam nicht vorwärts und erstarb im Feuer unserer Artillerie. Der Gegner erlitt offenbar große Verluste. Drei feindliche Flieger warfen gestern auf die offene, nicht rm Operationsgebiet liegende Stadt F r e i b u r g i. Br. zehn Bomben ab. Schaden wurde nicht angcrichtet. Die Angelegenheit wird hier nur erwähnt, um die Tatsache festzustcllcn, das; wieder einmal, wie schon so häufig seit Beginn des Krieges, eine offene, nicht jm Operationsgebiet liegendeTtadt von unserenGegncrn mitBomben beworfen ist. Oestlich der masurischen Sern mir Artillerie- k a m v f. In stkordpolcn auf dem rechten Weichstlufer nahm eine unserer dort vorgehenden Kolonnen P r z a s n h z im Sturm. Es wurden 600 Gefangene und einige Ataschincngcwehrc erbeutet. Links der Weichsel wird der Angriff fortgesetzt. In Süd po len wurden russische Angrifte avgewiesen. * O b erste Heeresleitung. (WTB.) Wien, >0. Dez. (Nichtamtlich). Amtlich wird verlautbart: 10.Dezcncher mittags. In Polen verlief der gestrige Tag an unserer Front ruhig. Ein vereinzelt er NachtangriffderRussen im Raume südwestlich N o - woradomsk wurde aüge w i e s en. In Westgalizien brachten beide Gegner starke Kräfte in den Kampf. Bisher wurden hier über 10000 Russen gefangen genommen. Die Schlacht dauerte auch heute fort. Unsere Operationen in den Karpathen führten bereits zur Wiedergewinnung erheblicher Teile des eigenen (Gebietes. Der Stellvertreter des Chefs des Gencralstabes: v. H ö f e r , Generalmajor. ' * * Die Reuter-Nachricht vom Untergang unserer drei wackeren Kreuzer bewegt natürlich alle Herzen in Trauer; das Schicksal der beinahe 2000 Mann Besatzung geht uns nahe, und das Los der tavferen Seeleute, die dem Feinde wohl großen Schaden zufügen, ihm aber zuletzt bei seiner großen Uebermacht nicht entrinnen konnten, macht uns ernste Gedanken. Wie den Engländern dieser „Sieg" ihrer großen Zahl wieder heinizuzahlen sei, darauf richtet sich jetzt wohl hauptsächlich das Sinnen zahlloser tapferer Seeleute. Die betrübende Nachricht von dem Seegefecht im Osten der Süd- spitze Amerikas hat uns nicht etwa als eine überraschende Katastrophe getroffen. Bor etwa einem Monat hat das Geschwader des Grasen Spee bei Coronet zwei englische Kreuzer zum Untergang gebracht und zwei andere feindliche . , Schiffe stark beschädigt, und bei diesem deutschen Siege waren . ' die sich messenden Kräfte annähernd gleich. Es wird nun auch j im Auslande sicherlich nicht gerade einen imponierenden Eindruck machen, daß die Engländer und ihre Bundesgenossen nicht weniger denn 38 Schifte ansgesandt haben, um das gefährliche Geschwader Spees unterzukriegcn. Nein, das war wirklich kein Heldenstück. Es ist aber vor allem auch nicht heldenhaft, daß England seinen Triumph in die Welt hin- ausschreit, ohne näher anzugeben, wie der Kampf sich gestaltet und welche Uebermacht gegen unsere^ Schisse gefachten hat. Die Angabe, daß nur drei englische Seeleute das Leben ein- gcbüßt haben, erscheint nicht ohne weiteres glaubhaft. Wahrscheinlich haben ■ moderne D r e a d n o n g h t s ch i f f e ihre große Uebcrlegenheit in Panzerung und Bewaffnung bei dem Angriffe ausnützen können. Wenn man weiß, ivie ängstlich die Engländer ihren Verlust der „Audaeious" verheimlicht haben, wie sie auch immer noch deinen Aufschluß über das Schicksal der Kreuzer „Marriott" und „Gloucester" geben, die bekanntlich mit „Goeben" und „Breslau" in, Gefecht gestanden haben, so wird man geneigt sein, zu glauben, daß das Reuter-Bureau auch über das neueste Seegefecht nicht die- volle Wahrheit gesagt hat Darüber herrscht kein Zweifel: Deutschlands Seeleute haben in der abgclaufcnen Kricgszeit einen ganz anderen Kampfesgeist und llnterneh- inungsniut gezeigt wie die englischen! Trotz seiner Ricsen- flotte hat aitch der englische Handel ftirchtbarc Schläge erhalten. In einem Madrider Blaste sindcn sich darüber folgende Angabeit: , .y . - * Im August verringerte sich die Einfuhr um 272 Millionen Mark oder 24,3 Proz. gegen den August 1913, die Ausfuhr und Wiederausfuhr um 398 und 74 Millionen, also um 45,1 und 45,7 Proz., der Gesamthandcl mithin um 744 Millionen Mark. Davon entfallen nur 68 auf den .Handel mit Deutschland und Oesterrcich-Ungarn. Im September betrug die Abnahme von Einfuhr, Ausfuhr und Wiederausfuhr gegen 1913: 326, 314 und 32 Millionen Mark oder 26,5, 37,1 unb 23 Proz. An dieser Abnahme des GesamkhandelS um 672 Millionen Mark ist der deutsche und der deutsch ungarische Handel nur mit 94 Millionen beteiligt. Im Oktober stieg der Rückgang des englischen Handels gegen 1913 auf 810 Millionen Mark, an denen Deutschland und Oesterreich-Ungarn nur mit 98 Millionen beteiligt sind. Tie Einsuhr siel nämlich um 402, die Ausfuhr um 360, die Wiederausfuhr um 48 Millionen Mark oder 28,1, 38,6 und 24,8 Proz. Der Gesamtverlust von 810 Millionen Mark kommt der gesamten Jahres- aussuhr Spaniens gleich. Trotz seiner Vorherrschaft znr See, trotz seiner beachtenswerten Organisation des Welthandels und ungeachtet seiner ttftelichten Schlauheit hat sich in knapp einem Vierteljahr der Gesamthandel gegen das Vorjahr um 2226 Millionen Mark verringert. Wie wird sich Englands Verlegenheit erst bemerkbar machen, wenn die neuen Ereignisse im Orient, Sperrung des Suez-Kanals usw., zu wirken beginnen. Es muß noch einmal darauf hingewiesen werden, daß der Untergang unserer drei Kreuzer für den Verlauf des Krieges, dessen Entscheidungen ans den: europäischen Festlandc fallen, nichts bedeutet. Wir müssen deit Verlust wohl bedauern, hatten aber längst damit gerechnet. Während auch heute aus dem Westen nur spärliche, unwesentliche Nachrichten vorliegen, bringen die Tagesberichte aus dem Osten wieder Kunde von neuen Erfolgen und ungebeugter Siegesgewißheit. Rechts von der Weichsel hat Hindenburg eine treue Wacht stehen, die den Russen bei einem Stnrinangrifs neuerdings über 600 Gefangene genommen hat. Die Oesterreicher haben besonders in Westgalizien Glück gehabt: 10000 Gefangene ist ein Gewinn, der die Tageswirkung überschreitet. Der Oberkommandierende unserer tapferen Bundesgenossen, Erzherzog Friedrich ist zum Generalfeldmarschall ernannt worden, und das beutet — er hat in seinem Dank an den Kaiser und in seinem Erlaß an die Truppen sehr zuversichtliche Töne angeschlagen — darauf hin, daß die Millionenheere der Russen schließlich besiegt werden können. Tcv Untergang der Kreuzer Scharnhorst. Gneisenau und Leipzig. Berlin, 10. Dez. lWTB. Nichtamtlich.) Unser Kreuzer- gcschwader, bestehend aas den Schiffen „Scharnhorst", „Gneisenau", „Leipzig", „Dresden" und „Nürnberg" hatte seinerzeit nach der Schlacht bei Coronal den Hasen von Santiago de Chile ausgesucht, denselben aber nach noch nicht 24 Stunden ncil unbekanntem Bestimmungsort wieder verlassen. Vielleicht ging es nach Süden, um nach dm englischen Kreuzern „Canopus" und „Glasgow" zu suchen. Inzwischen war, wie aus englischen Zeitungs- mcldiingen hervorgcht, ein sehr starkes englisches Geschwader — genannt wurde eine Stärk« von 38 Schiffen — ausgesandt worden, um unsere Kreuzergeschwader cmfznsucheu und zu vernichten. Wie aus der amtlichen Meldung heroorgehr, stellte das englische Geschivader unter dem Kommando des Vizeadmirals Sturdee unsere Schiffe in der Nähe der Falkland-Jnseln, die a n der Ostküste Südamerikas nördlich von Kap Horn liegen, unsere Krmzer. Tie Angabe, daß zwei Kohlendampser in Feindes Hand sielen, läßt vermuten, daß unsere Schisse unter bem Schutz der Inseln Kohlen übernehmen wollten oder mit der Uebemahme bcschäitigt >varen. Nach den vorliegmden mglischm Meldungen .soll das F l a g g sch l f t d es V ize a d m i r a l s G r a sen S pec. die „Scharnhorst", das Feuer eröffnet haben. Ueber den daranfsolgenden Kampf ist noch nichts bekannt, doch >wt man Grund, anzunchmen, daß „Scharnhorst", „Gneisenau" und „Leipzig" gesunkm sind, währendes „Dresden" und „Nürnberg" gelang, zu entkommen. lieber die e pit g l i s ch e n Verluste ist nichts bekannt, und es ist kaum anzunchmen, daß englischerseits genauere Angaben über den Verlaus des Zusammenstoßes und über die Zusammensetzung des englischen Geschwaders gemacht wcrdm. M an darf aber nicht vergessen, daß. unser Geschwader sick: seit vier Monaten auf hoher See befindet und daß es, ohne von Kabeln oder anderen Verständigungsmitteln Gebrauch machest zu können, sich vereinigte zu xinem schweren Schlag gegen di e feindl iche Flo t te. Kein schü tzender H äsen sta nd ihm zu Gebote zur Vornahme der notwendig st en Reparaturen, kein Dock zur Reinigung des Schiffs bodens. Trotzdem gelang cs viele Monate hindurch, den nötigen Vorrat an Kohlen und Proviants an Bord zu nehmen, ohne in Feindes .Hand zu fallen. Ueber das Schicksal der Besatzung licgm Nachrichten nicht vor. Unsere Verluste scheinen schwer zu sein. „Scharnhorst" und „Gneisenau" hatten eine Besatzung von ungefähr je 700 Mann, „Leipzig" etwa 350 Mann; auf der „Nür n berg" und der „Dresden" befinden sich je 400 Mann. Berliner Pressestimme». Berlin, 11, Dez. Einmütig bespricht die Presse den Untergang unseres Auslandsgeschwaders. Die „Vossi- sche Zeitung" sagt: Zn der Jagd ans unser Krmzergcschwader wurde eine Macht ausgeboten, gegen die von vornherein ein Kanips Aussicht ans Erfolg nicht bieten komNe. Nicht allein die Zahl der Schisse, sondern auch die Stärke und artilleristische Ausrüstung und tue Geschwindigkeit verlieh den britischen Schtssm crnm Vorsprung, den unsere Kreuzer nicht cinholen konnte». In der „Deutschen Tageszeitung" herßt es: Tic Auslandstätigkeit unserer Kreuzer konnte aus ben Gang der Ereignisse einen wcsmtlichen Ernsluß nicht haben. Sie mußte über kurz oder lang ein Ende sindcn wegen des Fehlens besestigter dmtscher Stützpunkte und Häsen im Auslande. Mit Stolz und Freude haben wir die seemännische Tüchtigkeit, die Geschicklichkeit und Entschlossenheit^ der Ossiziere und Mamischastcn^unscrcr Lzcanirenzer verfolgt. Sie taten dar, daß die deutsche» Seeleuto in keiner Beziehung den Vergleich mit denjenigen der größten Seemacht der Welt zu scheuen brauchen. Sie haben die Bewunderung und die ungeteilte Anerkennung der ganzen Welt erregt, sie haben ruhmvoll gesiegt und sind ruhmvoll untergegangen. Auf den Verlauf des Krieges hat ihr Untergang ebensowenig Einfluß wie ihr Sieg es hatte. Die „P o st" meint, es könne keineit schlagenderen Beweis sür den Respekt geben, den die England vor unserer Flotte habe, als dieses Maficnausgcbot von Schissen, Der englische Erfolg sei lediglich ein numerischer, "Damals vor Coroncl, als die Waffen gut und gleich waren, unterlageir die englischen Kreuzer, diesmal, als die Uebermacht erdrückend war, konnten sie sich halten, -Die „T ä g l, Rundschau" kommt zu dem Schluß, daß man in England nach der Nachricht von der Seeschlacht an den Falklandinseln eine ungeheure Ausgabe von Teiegrammkosten nach allen Ländern der Erde opfern werde. Bei uns werde mau di« Nachricht von dem lliivermeidlicheu schweigend hfimchmen und an den Borden unserer Nordseeschifsc werde man die Zahne zusammenbeißen, Ter „Vorwärts" schreibt: Demselben tragischen Geichick, das an der chilenischen Küste nwhl 1500 englische Matrosen ereilt hat, finb nun die deutschen Seeleute zum Ovser oekallen. Ter „B e r l i n c r L o k a l a n z e i g e r" sagt, zuerst gebühre es sich, vor allem! der Tapseven zu gedenken, dte iyr Leoen sür uns' qeopsert haben. Sie haben unvergleichliche Lorbeeren geerntet und ihr Ruhm tvird in aller Zukunst nicht untergeheu, lieber den neuen englischen Schissszuwachs schreibt nian der „Köln, Volksztg,": In der in den Blättern ab- gedruckten Amsterdamer Mitteilung über neue englische Schifte wird auch gesagt, daß eilt netter Kreuzer Royal Oak, der sich im Ban befinde, bereits vollständig armiert sei nich in kurzer Zeit in Dienst gestellt werden ivürde. Hier liegt anscheinend, wohl ein Irrtum vor. Nicht ein Kreuzer, sondern ein Linienschiff der im Etat 1913 bewilligten Royal-Sovcreign-Klasse ist mit dem Namen Ronal Oak bedacht worden, Tic Linienschiffe dieser Klasse sind erst am 15. Januar 1914 auf Stavel gelegt worden, verdrängen 26 200 To. Wasser und sollen mit zehn 38,1-Zentimcter- und sechzehn 15,2-Zcnti- meter-Geschützen armiert werden. Bisher hat die kürzeste Fertigstellung von Linienschiffen in England 25 Monate gedauert, so daß also aus-diesem Grunde die angekündigte Ferttgstellung des Royal Oak auch bei größter Beschleunigung in nächster Zeck wohl kaum zu erwarten ist. Daß man außer dem neuen Linieuschift dieses Namens noch einen Kreuzer gleichen Namens baut, erscheint nach den üblichen Gepflogenheiten in der brittschen sowohl (pie in anderen Marinen wohl ausgeschlossen. Einen wertvollen Zuwachs wird England durch das Linicn- schfts Almirante-Latorre erhalten, das eine Wasserverdrängung von 28 500 Tonnen answeist, 23 Seemeilen fahren soll und mit zehn 35,6-, sechzehn 15,2- und vier 7,6-Zenttmeter-Gcschützen bestückt werden sollte. Das Schiss ist von Arnistrong in Elswick erbaut und ist am 27. November 1913 vom Stapel gelaufen. Es ist demnach anzunehmen, daß es jetzt tatsächlich dienstfertig ist. Ein Panzerkreuzer Jmperious und ein Flortenslaggschifs Botha befinden sich nicht in den Flotteickisten. Es ist demnach nicht ohne weüeres zu erkennen, uni was sür Schisse es sich hier handelt. Ein leichter Kreuzer Cambrian, der in dem Bericht gleichfalls genannt wurde, stammt aus dem Jahre 1893 und faßt 4450 To. Es ist möglich, daß man dieses Schiss ansrangiert hat und einen neuen leichten Kreuzer dieses Nainens erbaut hat. Auch von den Kreuzern Kanada und Wallarco ist nickits näheres bekaimt. Dagegen sälll aus, daß man das unter Pölkerrechtsbruch konfiszierte türkische Linienschiff Reschadie nicht erwähnt, das am 3. September 1913 vom Stapel gelaufen ist und demnach iwch eher dienstferttg sein könnte als der Almiranle-Latorre, Das Schiss ist bei Vickers gebaut, 23 400 Tonnen gtwß und mit zehn 34,3-, sechzehn 15-Zenti- meter und vier 7,6-Zenlimeter-Geschützen bestückt. Demnach scheint die Liste nicht vollständig zu sein und Unklarheiten zu enthalten, die von vier aus natürlich nicht richtizgestellt werden können. Daß die Engländer im geheimen weitere schifte gebaut haben und auch bauen, soll natürlich nicht in Zweifel gezogen werden. Ob sich das englische Publikum hierdurch beruhigt fühlt, muß dahingestellt .bleiben. Mangel an Wolle bei den Feinden. London, 10. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Wie die „Times" meldet, können die Khaki-Fabrikanten sich irnr schwer die nötige Menge Wolle verschaffen. Im australischen Dienst laufen jetzt 60 Schifte weniger. Außerdem tritt beim Landen der Wolle und beim Transporte nach Pork- s h i r e eine Verzögerung ein. In F r a n k r e i ch herrscht ein außerordentlicher Mangel an Wolle. An die Engländer ist ein Aufruf ergangen, den Verbündeten Wollsachen zu schicken. Der österreichische Oberkommandant zum Feldmarschall ernannt. Wien, 10 .Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Aus dem Kriegs- presseguartier wird gemeldet: Der Vorstand der Milikär- tanzlei des Kaisers, General der Infanterie Freiherr von Bolfras, überbrachtc gestern Erzherzog Friedrich ein allerhöchstes Handschreiben mit der Ern en >t n n g des Ar meeobcrkommandanten zum F e l d m a r s ch a 11. stchtlich bewegt gab Erzherzog Friedrich seiner Ergriffenheit über diesen huldvollen Beweis der Zufriedenheit des allerhüch- sten Kriegsherrn mit den Leistungen seiner Wehrmacht Ausdruck. Er gedachte der Tapseren, die ihm durch ihre» unvergleichlichen Heldenmut die höchste militärische Würde er- kämpften und die ans der Anerkennung des Allerhöchsten >meiv>l>mn neue Kraft schöpfen wurden, um den mächtigen Feind niederzuringen. Ter Erzherzog schloß, mit einem begeistert ausgenommenen Hoch aus Kaiser Franz Josef. Bei dem folgenden Mahle brachte Erzherzog Friedrich einen Trinlspruch aus den vergötterten Allerhöchsten Kriegsherrn aus. die Verkörperung des edel fühlenden Soldaten, das Sinnbild aufopfernder Pflichterfüllung. Der Erzherzog fuhr dann fort: In diesem weihevollen Augenblicke gedenke ich freudig und dankbar unseres treuen und mächtigen Verbüu beten. Ich fordere Sie alle auf, einzustimmen in den Ruf: Se. Majestät der Kaiser und König Wilhelm der Zweite und die deutsche Wehrniacht Hurra! Zum Schlüsse widmete Erz Herzog Karl Franz Joses sein Glas dem geliebten Armeeoberkommandanten, dem Enkel des Siegers von Aspern und dem Neffen des Siegers von Eustozza, Feldmarschalt Erzherzog Friedrich. Kundgebungen des österreichischen Oberiommandierendcn. Wien, 10.Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Aus dem Kriegs- pressequartier wird gemeldet: Se. St .und K. Hoheit, Feldmars ch a l l Erzherzog Friedrich hat Sr. K. u. K. Apostolischen Majestät folgende Danksagung tele graphisch unterbreitet: Ich denke mit tiefster Rührung und aufrichtigster Bewunderung der mir unterstehenden Streitkräfle, deren Heldenmut ich die aller- gnädigste Verleihung der höchsten militärischen Würde verdanke. Diese Tapferen werden der außerordentlichen Auszeichnung Ihres .Armeeoberkmnmandanlcii mit freudigem Stolze entnehmen, daß ihre fast übermenschlichen Anstrengungen, dem übermächtigen Feinde Stand zu halten, die allerhöchste Anerkennung ihres allerhöchsten Kriegsherrn gefunden habe und »on diesem beglückenden Bewußtsein die Kraft finden, mit der Beihilfe des Allmächtigen die gewaltigen feindlichen Massen niederzuringcn. Diesem großen Ziele widmen wir alle unser ganzes Können unb opfern mit Freude alles, was wir haben und sind. Fcldmarschall Erzherzog Friedrich. Erzherzog Friedrich hat weiter folgenden Armee- ober k o m m a n d o b c f eh l erlassen: „Se. K. U. K. Apostolische Majestät geruhten, mich mit einem wllcrgnädigsten Handschreiben vom 8. Dezember zum Feldmarschall -zu ernennen. Soldaten! Ihr habt mir durch Eueren unvergleichlichen .Heldenmut die höchste militärisckie Würde erkämpft. Mit bereinigtem Stolz könnt Ihr dieser außerordentlichen Auszeichnung Eueres Armeeoberkommandanten entnehmen, daß Euere säst übermenschlichen Anstrengungen, den mächtigen Feind auszuhalten, die «ollergnädigste Anerkennung Seiner K. und K. Apostolischen Majestät gefunden haben. Soldaten! Ihr habt Bewundernswertes geleistet, doch ist der Feind noch nicht besiegt. Das beglückende Bewußtsein der Zuiricdcnheit unseres allerhöchsten Kriegsherrn wird Euch» neue Kraft verleihen. Schon wanken die Reihen -des Feindes. Noch ein letzter Ansturm und der Feind ist niedcrgerungen. Mit Gott für Kaiser, König «und Vaterland. Vorwärts Felvmarschall Erzherzog Friedrich." Seine K. u. K. Hoheit, Armeeoberkommandant Erzherzog Friedrich hot von höchstsetuer Ernennung zum Feldmarschall Sr. Majestät den deutschen Kaiser Meldung erstattet und auch dem Gcneralfeldmarschwll von Hindenburg nrit kameradschaftlichen Grüßen Mitteilung gcinacht. Eine russische Mission in Bukarest. Wien, 10. Dez. (WTB. Nicktaintlich.) Die „Neue Freie Presse" meldet: Nach einer Meldung aus Bukarest hat sich der russische Gesandte in Serbien, Fürst Trubetzkoi. am Samstag und Sonntag in Bukarest in besonderer'Mission lausgehalten. Er konferierte mit dem Ministerpräsidenten lBratianu, dem Minister des Aeußern Porumbcum und dem Finanzminister Costinescu sowie mit einigen Mitgliedern der oppositionellen konservativ-demokratischen Partei. Der Führer dieser Partei, Take Jonescu, der erst kürzlich zu den Rnssophilen ü bergegang ec. war, stattete dem Fürsten Trubetzkoi sogar drei Besuche ab und konferierte mit ihm äedesmal auffallend lang« Zeit. Fürst Trubetzkoi hat am Montag früh Bukarest verlassen und sich direkt nach Risch degebe». In parlamentarischen Kreisen wird behauptet, daß die Mission des Fürsten Trubetzkoi als gescheitert zu betrachten sei. Wien, 10. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Wie die Blätter tnelden, nahmen die Bemühungen des Dreiverban d es, von den neutralen Balkan st aaten Hilfe für Serbien zu erlangen, in der letzten Zeit einen energb- schen Charakter an. Sie haben aber sowohl in Sofia, wie in Bukarest und Athen ein für die Ententemächte ungünstiges Ergebnis gehabt. In dem Gewirr von Angeboten und Konzessionen, womit der Dreiverband in so reichem Maße arbeitet, mögen auch geavisse Versprechungen an Bulgarien gemacht sein. Mein sie erschienen nicht genügend, uin die bulgarische Regierung von der Linie strikter Neutralität abztchrüngen. Aehnliche Schritte in Bukarest versagten gleichfalls, wahrscheinlich auch solche, die von Rumänien forderten, es möge in Sofia seinen Einfluß geltend machen, um Bulgarien von feindseligen Schritten gegen Serbien zurückzuhalten. Daß auch das Athener Kabinett den Werbungen der Entente,nächte, Griechenland möge Serbien unnlittelbar Hilfe bringen, kühl und abwehrend gcgenüber- steyt, ist bekannt. Die griechische Regierung gab schon vor längerer Zeit bekannt, daß sie eine Bündnisverpflichtung gegen Serbien für den Fall habe, daß Serbien von Bulgarien angegriffen werde. Ein solcher Fall liegt nicht vor, .somit auch keine Möglichkeit, Serbien, dessen Dache die üfsentlicl»e Meinung Griechenlands übrigens schon verloren gibt, militärische Hilfe zu leisten. Tie Bemühungen des Dreiverbandes, den militärischen Untergang Serbiens lnn- auszuschieben oder aufzuhalten, können also auf dem Balkan als gescheitert angesehen werden. Eine französisch-deutsche Vereinbarung. Bern, 10.Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Nach längeren Unterhandlungen zwischen Berlin und Bordeaux ist eine.Vereinbarung zustande gekommen, nach der als neutrale Unparteiische Beauftragte der Schiveizer Regierung ein deutsch-schweizer protestantischer Geistlicher die Gefangenen der Internierten- lag er Frankreichs, und ein französisch-sclpveizcr katholischer Geistlicher die Lager Deutschlands besuchen darf. Dir Aufgabe dieser Abgesandten liegt vor allem in der geistigen und leiblichen Fürsorge für die Angehörigen der betreffen den Nationen. Sie werden namentlich für die Anschaffung von Winterkleidern und Decken von beiden Staaten sowie von schiveizer Wohltätern mit beträchtlichen Geldmitteln ausgestattet. Für die Mission nach Frankreich ist Pfarrer Zimmcrli aus Tiegen (Kanton Basel Land) ausersehen und bereits von Bern über Genf nach Bordeaux abgereist. Für die Mission nach Deutschland- soll der Bischof von Lausanne dem Bundesral eine geeignete Persönlichkeit Vorschlägen. Keine neue große Schlacht an der User. Berlin, 11.Dez. Die angebliche neue große Schlacht an der Äser, die prophezeit wjurde, hat laut „Berliner! Tageblatt" noch nicht jrattgefimden. Ein belgischer Kriegs- iorrespondent dementiert nach demselben Blatt die Nach>- richt, daß die englischen Kriegsschiffe neuerdings die belgische Küste bombardiert hättcu. Berlin, 11.Dez. Nack» der „Deutschen Tageszeitung^ wird in Flandern ein_ anhaltendes Bombardement der Deutschen gegen die Stellungen der Verbündeten unterhalten. Die Deutschen verwenden dort Geschütze schwersten zpalibers. Wieder eine Anerkennung des Kaisers. Berlin, 10. Dez. (WTB. Mchtamtlich.) Dem Berliner Lokalanz. zufolge hat der Kaiser an Generalleutnant v. Morgen folgendes Telegramm gesandt: „Ihr siegreiches jVordriugen in Polen und Ihre glänzenden Erfolge gegen einen überlegenen Feind haben mich mit hoher Freude erfüllt, und geben mir Veranlassung, Ihnen den Orden pour le merite zu verleihen. Sprechen Sie Ihren tapferen und musterhaften Truppen meinen königlichen Dank und meine Anerkennung, aus. Gott sei ferner mit Ihren sieggewohnten Waffen. Wilhelm L R." Berlin, 10. Dez. (WTB. Amtlich.) Das Befinden S.M. des Kaisers und Königs hat sich erheblich gebessert. Der Katarrh ist im Rückgänge, die Temperatur! normal. (WTB.) Berlin, 11.Dez. (Nichtamtlich) S.Ml der Kaiser konnte auch gestern das Bett nur zeitweise verlassen. Er nahm aber den Vortrag des Chefs des General- stabs des Feldheeres über die Kriegslage entgegen. Millrand gegen Joffre. Genf, 10. Dez. (Ctr. Bin.) Zwischen dem Kriegs- minister Millerand und dem französisch-englischen Hauptquartier besteht Meinungsverschiedenheit wegen des neuerlich ausgetretenen Borstoßes längs der ganzen Front. Joffre hält eine große Aktion immer noch für bedenklich. Millerand vertritt die gegenteilige Anschauung. Die hierfür vom „Temps" angeführten Beweggründe beruhen auf absolut falschen Erkundungen über die jüngsten deutschen Truppenbewegungen und über die Hilfsquellen zur stetigen Ergänzung des deutschen Kriegsmaterials. Millerand will einen großen Wurf wagen, weil er mit den Ueb erwinte- r u n g s v o r a r b c i t c tt im Rückstände ist. Aus Armee- kreiscn und von ärztlichen Autoritäten iverden ernste Beschwerden gegen die Fortdauer der Methode erhoben, die na- inentlich unter den Truppenteilen von geringerer Widerstandsfähigkeit furchtbar verheerend wirkt. Der neue französische Tagesbericht gesteht zu, daß die Deutschen an einem nicht näher bezeichncten Punkte des Argonner Waldes einen Geländegcwinn erzielten. (L.-A.) Die Franzosen hemmen den Handelsverkehr nach der Schweiz. Zürich, 10. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Die „Neue Zürcher Zeitung" schreibt zu der wirtschaftlichen Lage: Getreide, bas schweizer Händler aus Amerika usw. durch Vermittlung der Bundcs- behördc beziehen, geht über Marseille. Die schweizerischen Kausleute können letzthin keine Käufe mehr abschließen: alle Gc- treidetransporte für die Schweiz iverden gegenwärtig angehalten, schon verladene Ware muß wceüer ausgeladen werden. Franzosen, die für die Schweiz liefern wollen, müssen umständliche Formulare ausfüllen, die sogar das Kriegs- und das Finairzministerrum zu passieren haben. Die Transvorte swcken vielfach in Marseille. Man hat das Gefühl, daß die Behörden nicht immer zusammen- arbeiten, daß vielmehr Kollisionen Vorkommen. Trotz aller Erklärungen und Richtigstellungen des „Tenrps" und anderer Matter glauben viele Franzosen, das nach der Schweiz gehende Getreide sei für Deutschland bestimmt. Von diesem Wahn kann man die Franzosen mit den bestinmNeslen Darlegungen nicht abbringen. Sie wollen auch nicht begreifen, daß die Schweiz dem Transitverkehr Italiens »md Deutschlands nicht in den Arm fallen kann. Dir Hemmnisse des Handels werden von den Kausleute» in Marseille sehr bedauert. Wiederholt wies der „Temps" darauf hin, daß der Fortgang des Handels und des Verkehrs ebenso wichtig sei, wie die nationale Verteidigung. Von diesem sehr richtigen Gesichtsounfte aus sollte man annehmen, daß Frankreich alles Interesse hätte, den Handel mit der neutralen Schweiz auf jede Weise zu fördern, zumal die Schweizer im voraus bar bezahlen. Die Eröffnung de» türkischen Parlament«. Wien, 10.Dez. (WTB. Nichtamtlich«.) Die „Südslav. Korr." meldet aus Kvnstantinopel: Nach Jnfornm- tionen aus Kreisen der Pforte wird die Eröffnung des Parlaments in außergewöhnlich feierlicher Weise statt- finden. An der Gröfftrungssitzunig werden, wie der „Ter- dschumcm-i-Hakikat" erfährt, die deutsche Mlitärmission und der Ehrenadjutant des Sultans v. d. Goltz Pasch« an ihnen besonders Angewiesenen Plätzen teiknehmen. Die Thronrede wird der Gvoßwesir, Prinz Said Hakim, in 'Anwesenheit des Sultans verlesen. Der Scheich ul Islam wird diesmal mit dem Sultan zugleich erscheinen. Die Eröffnungsfeier wird nrit einer Kundgebung tzjpr dßfe Verbündeten der Türkei schließen. Türkische Erfolge. -Konstantinopel, 10. Dc^. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlicher Bericht. Eine «Grenzabteilung hat im Kaukasus Taouchord, im Norden von Olch, besetzt. Unsere an der Grenze von Aserbeidschen operierenden Truppen sind bis Somap und Djihori, im Osten des Vilajets Ban, vorgerückt. Ter Scheich der Sennfsi und die Engländer. Konstantinopel, 10. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Wie „Taswir-i-Efkiar" erfährt, soll der Groß-Scheich der Sennfsi Herolde zu de« Italienern gesandt haben, um formell zu erklären, daß er, da der Khaltf den .Heiligen Krieg nur gegen England, Rußland >md Frankreich verkündet hat, fortan nur gegen die Engländer kämpfen werde und endgültig darauf verzichte, die Italiener in Libyen zu beunruhigen, solange er nicht am-, gegriffen würde. Der Zar in Tiflis. Berlin, 10. Dez. (WTB Nichtamtlich.) Wie dem Berliner Lokalanz. aus Kopenhagen gemeldet tvird, ist der Zar gestern nt Tiflis eingetroffen und am Bahnhof von vielen Deputationen, darimier von Obergeorgien, empfangen worden. Ein russischer Kunstraub. Berlin, Il.Dez lieber russischen Kunstraub schreibt der „Berliner Lokal-Anzeiger": Wie die „No wo je Wremja" meldet, sind aus dem Ossolinski-Mufeum in peinberg 1034 Gemälde, 24 000 Radierungen, >000 Autogramme und eine Anzahl kostbarer Porträts und Entwürfe nach Petersburg gebracht worden. ?»us Marokko. Konstantinopel, 10. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Der Führer der Aufständischen in Marokko, ?lbd et Malik, ein Sohn Abd et Kaders, der für die Freiheit Algeriens kämpfte, hat an seinen Bruder Emir Mi Pascha, der gestern hier angekommen ist, einen Brief gerichtet, in welchem er seine Freude darüber ausdrückt, daß sein so viele Jahre genährter Traum sich nun verwirkliche uni» ein neues Morgenrot für den Islam heraufziehe. Der erste Erfolg einer seit 20 Jahren getriebenen Vorbereitung habe sein Echo gefunden in dem Donner der Geschütze, die vor 2 Monaten bei Casablanca genommen worden seien. Dadie Franzosen nur schwache Kräfte hatten, könnten sie keinen Widerstand leisten. Die Stimmung ihrer Truppen sei vollständig herunter, in den letzten Gefechten hätten sie 700 Mann ar Toten und Verwundeten verloren. * * * Ein deutscher Konsul zum Tode verurteilt. London, 10. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Das Pressebureau teilt zu dem Prozeß gegen den deutschen Konsul Ah- lers mit, daß der Richder die Berufung an die höhere Instanz z u g e st a n d e n hat aus Grund einiger Rechtssra- 9en, die während des Prozesses aufgetaucht sind. Die Verurteilung zum Tode war das einzige Urteil, das die Richter rechtsmäßig fällen konnten, nachdem Ahlers des Hochverrats für schuldig befunden worden war. Falls die höhere Instanz das Urteil bestätigt, kann der Staatssekretär des Innern die Abänderung zu Zwangsarbeit oder Gefängnis anempfchlen. Deutsche Vorstellungen bei Columbien. (WTB.) Bogota, 10.Dez. Der deutsche Gesandte erhob bei dem Minister des Aeußern Vorstellungen wegen des Tones der Mehrzahl der columbischeu Blätter, welche die Politik des Dreiverbandes unterstützen. Die Folgen des Kriegs für Amerika. Washington, -DO.Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Der Vorstand der Panamerikanischen Union hat beschlossen, den Staatssekretär B r y a n zu ersuchen, einen Ausschuß aus neun Vorstandsmitgliedern zu ernennen, um praktische Maßnahmen zur Geltendmachung der Rechte der Neutralen auf der westlichen Halbkugel im europäüchen Kriege zu erwägen. Der Berich t B.ryans an den Kongreß sagt u. a.: Ter Ausbruch des europäischen Krieges bat viele schwierige Probleme in Fluß gebracht. Das ganze Ge sch äftsleb c n> und wirtschaftliche Leben des Landes ist bis ins Inner st e erschüttert worden. Eine Katastrophe größten Umsanges wurde nur mit genauer Not abgewendet. Es ist nur der wirtschaftlichen Kraft und Gesundheü des Landes z» danken, daß die Erschütterung keine ernsten Folgen hatte. Der reguläre Gcld- verkchr konnte auftechterhalten werden. TaS Wiederaufleben der Geschäftstätigkeit im ganzen Lande beweist am besten das Znrück- kehren deS Vertrauens. Es ist aller Grund vorhanden, daß das Land zuversichtlich in die Zukunft blicken kan». > In der Botschaft des Präsidenten heißt es weitern Wir verfügen wohl über Hilfsquellen, können aber keinen vollen Gebrauch davon machen, da »vir nicht die für die Verteilung Nötigen Mittel besitzen. Wir haben einen großen Irrtum begangen, daß wir die Entwicklung der Handelsmarine gehindert haben. Jetzt, nw »vir die Schiffe brauchen, haben wir sie nicht. Me Jrrtümer gut zu machen, würde lange Zeft in Anspruch nehmen und den Handel in andere Kanäle ablenken. Wir schlagen deshalb den in dem von beiden Häusern beratenen aber unerlckigten Gesetzeirttvurfe über den Ankauf ausländischer Handelsschiffe gewiesenen Weg vor. Bezüglich der Lan d es- verteidigung sagte der PräsideM: Wir sind zwar gerüstet, »vollen aber nicht Äncerika in ein bewaffnetes Lager verwandeln. In der Stunde der Gefahr müssen »vir uns nicht auf das stehende Heer oder die Reservearmee, sondern auf die »voffengeübte Bürgerschaft verlassen. Die richttge amerikanische Polittk ist, ein System zu schaffen, wodurch jeder freiwillig sich meldende Bürger mit dem Gebrauch von neuen Waffen und den notwendigsten KennMisseu des Exerzierens und Manövrierens bekannt gemacht wird. Die Na- tionalgacde soll »veiter entwickelt und verstärkt werden. Mehr als das wäre nur ein Zeichen, daß wir infolge des Krieges, mit dem »vir nichts zu tun haben, die Selbstbeherrschung verloren haben. Eine starke Flotte haben wir immer als ein wichttges Ver- teidigungstverkzeug angesehen. Wer sagt uns aber jetzt, was für eine Art Flotte wir bauen sollen? AuS Südafrika. Kapstadt, 10. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterfchen Bureaus. General Botha gab eure Mib- teilung aus, worin es heißt: Der Aufstand ist jetzt so gut wie beendet. Die hervorragendsten Führer sind tot oder gefangen genommen; nur kleine zerstreute Banden bleiben noch übrig.' Wahrend wir über die «Schuldigen eine gerechte Strafe verhängen, müsse« wir eine Rachepolitik vermeiden. Unsere nächste Aufgabe »vird sein, Maritz und Kemp entgegenzutreten, die auf deutsches Gebiet entwiche» sind und uns von dorther mit einem Einfall bedrohe». A«» Stadt und Coat» Gießen, 11. Dezember 11*14. ** Rektor Ludwig Sch aas ist am Dienstagiübend einem Schlagansall im Mer von 70 Jahren erlegen. Deo Verstorbene, der über ein Menschen alter in Gießen gewirkt hat, und dessen segensreicher Tätigkeit abeJe hunderte ehemaliger Schüler dankbar gedenken, war gehöre» am 22. August 1845 zu Köddingen. Seine erste Verwendung fand er als Vikar zu Hercheachain, Kr. Schotten, wo er 2% Jahre tätig war. 1867 legte er die Defirntorialprüffuug ab. Darauf wirkte er in Stumpertenrod 1°/« Jahr, iu Ruin- rod 2Joch«re als Verwalter, wurde am 14. Juui 1 871 defi nitiv angestellt und am 5. Juli 1882 nach Gießen dekretiert. Im« Jahre 1802 »ourde er Hauptlehrer daselbst. Bei seinem lieber- tritt in den Ruhestand am 1. Oktober d. I. wurde ihm der Titel Rektor verliehen. ** Ritter des Eisernen Kreuzes: Hauptmann d. Landw. Professor Hans Brauneck bei der Etappen- .Jnspektion der 1. Armee, aus Wetzlar. Landlvehrgefreiter Konrad Gath, Fernsprechäbteilung des 7. Reservekorps, aus Laufdorf. Oberjäger Fritz Rath beim Res.-Jäger- Bat. 11, aus Weilburg. Apotheker Paul Kleiner, Hauptmann im Lcrndw.-Inf.-Regt 81, aus Weilburg. Unterosf- Schüler Theodor Müller aus Hvhlensels, Leibgren.» Regt. 8. Wachtmeister Adolf Sam es aus Hungen, Feld- Art-Regt. 7. Gesr. Georg aus Rainrod, Inf.-Regt.212. Brennmeister Max Börse, unter Beförderung $»un Sergt. Hch. Geib el, unter Beförderung zum Unteroffizier, und Georg Kalle nb a ch aus Okarben. Zeng-Oberl. beim Art- Depot Neubreisach Scharfer aus Gießen, kommandiert -um Stabe des Chefs des Feldmunitionsivesens im Großen Hauptquartier. ** Sic hessische Tapferkeitsmedaille erhielt Leutn. >d- R. Scharfer, Ins. -Regt. 118, aus Gießen. ** Stadttb enter Gießen Man schreibt mts: Aut die beiden Vorstellungen am koinmenbcn Svnntag sei ganz besonders hin gewiesen, da sie bei mäßigen Preisen z-vec mteeeffantr afcummtirti- .'Wnffüljrungeit bringen. Am Nacknnütag toird bei Polkspreisen zum ^unbedingt letztenmal Gutzkows historisches Lust spiel „Zopi und Schwert" gegeben. ?lm Abend gelangt zur ein maligen Ausführung Sudernmnns spannende Komödie „Tic Schmetterbingsschlacht". ** E i n e W e i h n a ch t s f x e u d e beabfid)tigt das Ersatzbataillon des Ins.-Regts. l lt> den bedürftigen Hinterbliebenen bon Gefallenen des Regiments 110 und des 1. Bataillons des Regiments 222 zu machen. Das Ersatzbataillon hat zu diesem Zweck unter seinen Lssizieren, Unteroffizieren und Mannschaften gesammelt und er sucht im Anzeigenteil >der vorliegenden Nummer Frauen, Kinder und Eltern, die den Verlust ihres Ernährers betrauern, eine kurze Meldung an das Bataillon gelangen zu lassen, der eine Bescheinigung der Ortsbehörde über die Zugehörigleit des Eiesalleneu zuni Regiment beizufügen ist. "Eine Warnung. 'An, 8. 'Tczeniber >ü ein Post- krast wagen init Post für das 18. Arnieekoeps ani der Etappen* strabe wahrscheinlich infolge von S e I b ft e n I z n n düng von Postsendungen 1-treichhölzer, Iencrwerkskörver oder ähnliches) in Brand geraten. Zwei Tratet der Ladung sind verbrannt. Amtlicherseits ,st wiederholt vor der Persendung f'nergclährlicher Gegenstände durch die Feldpost gewarnt worden, i CTioie Wat nun ft wird dringend wiederholt. Wer sich darüber hinwegsetzt imd leicht entzündbare Gegenstände versendet, kan» die Allgemeinheit mit das empfindlichste schädigen und die Wohltaten zimichlc machen, die Liebe und Opiersim, unseren Soloate» im Felde zugedacht haben. Landkreis Gießen. -s- Beuern, 10. Tez. Eine in den letzten Tage» vor- genonnnene R o t e- K r e u z * S n m ni l n n g in »nserer Gemeinde ergab den Betrag von 522 Marl. Als Hilse sür die in Slot geratenen Ostpreußen wurden 3 0 k> Mark, für die im E l s a ß lOO Mark verwandt, während der Rest de». Roten Kreuz zur Verfügung gestellt ivnrde. Kreis Büdingen. ^ D a u e r n h e i in, 10. Tez. Seit einiger Zeit verbreitet sich in »nserem Orte die Divhtheritis sehr stark. Dieselbe Hot schon einige Kinder als Lpse, gelorderk. In, nahen Blofeld ist die M a s e i n e p i d e in i c, die eine Schließung der dortigen Schule notiveudig machte, ivieder in, Erlöschen. Kreis Fricüberg. X Friedberg, 11. Dez. Au namhaften Gaben für das Rote Kreuz ivurüen aus der nördlichen Wctterau gegeben au-5 den Fcldbercinigungskafscu der Gemeinden Birklar 200 Mk., E b e r st a d t > Kr. Giessen) 500 Mk., F a u c r b a ch v. d. ö. 500 Mk., Griedel 200 Mk., Hattenrod 200 Mk., Muschenheim 250 Mk., Obbornhofen 300 Mk., Oberhörgern 200 Mk., Utphe 200 Mk., zusammen 2550 Mk. Turch Herrn Regierungsrat Schnittspahn tFriedberg) angeregt, fanden die genannten Kaisen sich willig zu diesen Zuwendungen bereit. Die Beträge wurden am 4. d. M. an dcu Zwcigverein des Roten Kreuzes ln Friedberg abgeliefert. Tie Opserwilligkeit der genannten Gegend erscheiiit um so anerkennenswerter, als aus derselben schon größere Summen für den gleichen Zweck gestiftet waren, nämlich von N > e d c r w c i s e l 1000 Mk. an das Rote Kcheuz in Darmstadi und 1001 1 Mk. an den Niedertvciiclcr Ortsgcistlichen zur Beschassung von Liebesgaben an Riederweiseler Soldaten und deren Angehörige, von der B a d N a » h c i ni e r K a s s c 200 Mk. für die Kriegs- türsorge Bad-Nauheim, und 200 Mk. an die Sammelsielle des Roten Kreuzes daselbst t die Frlvbereinigungskassc S t a m m h e i in gab 26ö Mk. für Christgeschenke an Siammheimer Soldaten tm Felde, Griedel hat außer der vorher genannten Summe noch 200 Mk. sür Ortskriegssürsorgc gegeben. Tas ergibt zusammen den ansehnlichen Betrag von 5415 Mark. Hessen-Nassau. -ni. Kirchhain, 10. Tez. Bei der Viehzählung an, 1. Dezember dS. Is. ivurde» u> Kirchhain 248 viehbesttzeudc bauS- haltuiiqe» gcwhlt. Die Gesauitzahl der P'erde betrug 116; a» Rindvieh wurden 645, Schoieu 727, Schweine» 770 und Ziegen 163 Stück fcstgeslellt. — Durch die anhaltende» Regeiijälle sind Klei» und Olim ivieder über die User getreten und haben die niedrig gelegenen Wiesen überschweminl. — Herr Rechuuiiqsrgt Marks hierselbst hat es üderuomnrr», das noch in den einzelnen Gemeinden z n r ü ck b e l, a l t e n e Gold sür die Reick,sbouk ein- zutausche». So konnleii in Riederwald rund 1304 Blark gegen Poviergeld cingetouicht werden und in kurzer Zeit hat Herr A.arks fast 7000 Mk. in Goldniünzeii gesaminelt. — Nachdem schon vor einigen Wochen die Bewohner des oberen Wobrotates etwa 700 Zentner Kartosieln iür die »otletdend« Bevölkerung in E l I a h- L o t h r > n g e n gesammelt und abgesoudl hatte», ist jetzt in den 'Amtigerichtsvezirke» Kirchhain und Amöneburg eine gleiche Sammlung veranstaltet worden, die so reichlich nnsgesallen ist, dast sie meirere Waggonladungc» ergibt. Kariossel» und Gemüse sind in so reicher Fülle «nioeliesert, dob die vorgesehenen Lagerräume im hiesigen Kornhans nicht auSrcichten und »och Privaträumc dazu in Slnioruch genomiiien werden muhte». Heute erfolgte der Versand nach Strahbnrg. d F r o n k s n r t a. 9)1, 10. S)cj. Der Geheime Instizrat Land* gerichtsdirektor Richard G r a b n u ist heute im Alter von 68 Jahren nach kurzer Krankheit gestorben. Graba,, war längere Jahre hindurch Vorsitzender der Frankfurter Bezirkssynode und der evcm- gelüch-lulherischeu Stadlinnode, denen er mit seinen, Taktgefühl vräsidierte. Aus schrlilsteUerischeni Gebiete betätigte er sich durch verausgabe einer niniassenden und anherordenllich gründlichen Arbeit über „Die Geschichte des evangelifch-lntherischen Prediger- ministeriluns'. h. Frnnkinrt a. M., 10. Tez. Von den 2800 Beamtender Straßenbahn sind 1800 cingc,oqen ivorde». Trotzdem nelnng es der Straßenbahn, durch Einstellung von >300 Hilisbeamten de» Betrieb nui den Hanvtverkehrslinie» aufrecht zu erhalten. Tie Besürchtuug, daß der Krieg sür die Einnahnic, die im Hausholls- vlon der Stadt eine große Roll« spiele, einen bedeutenden Aus- iall bringen ivnrde, hat sich nicht eriülll. Tie Verkehrszissern haben inlolge der Neubetebimg in Handet und Verkehr qcgen- wärlig bereits 85—70 Prozent der gewöhnlichen Höhe erreicht. Sämtliche M i l i t ä r p « r f o n e n genießen a»i alten Strecken sreie Fahrt. . X Hanau, 9. Tez. Die Arbeiten an der Mainkanali- f a t i o n zwischen Ostenvach, Hanau und Aschossenburg werden trotz des Kriegszustandes eis rig g e s ü r d e r t. Tas in .Hanau befindliche Neubauamt für den preußischen Teil des zu kanalisierenden Mainslusses ist mit den Vorarbeiten zu der Ausführung des Bau Programms schon ziemlich weit vorgeschritten. Ter Bau der Schleusen di e » st g c k ü s t c Mainkur und Kesselstadt ivird am 29. d Mts zur Vergebung kommen. Auch das bayerische Neubauamt in Alchasfenburg beschleunigt seine Arbeiten nach Möglichkeit. N a i i a n , 10. Tez. Aus den Auirns des Vaterländische» Frauenvereins zur Beschassung von W c i h n a ch t s g a l> - n sür unsere Truppe» nn Felde gingen Pakete iür 830 Soldaten ei». ,v W c i t b n r g , 10 Tez. Ter F i s ch e r e i v c r e i » sür den hiesigen ütegiernngsbezirk hat i» die Lahn an! die Strecke Selters bis Weilbnrg 1000 einsömmerig« Schleien und bei Anmengu 8000 H e ch t s e tz I i n g e a n S g e s e tz t. _ Sitzung -er StaStoevordneten. A Gießen, 12. Dez. Tic Stadtverordneten waren gestern nach sechswöchiger Pause wieder zu einer össentlichen Sitzung zusammengetreten, die sich allerdings nur mit Gegenständen von geringerer Bedeutung zu befafft-n hatte Ter Vorsitzende Oberbürgermeister Keller teilte zunächst mit, daß ein Antrag des Stadtv. Vetter s einqegangen sei, sür geringbemittelte Hausbesitzer die kostenlose Jnstaltalion elet,rischer Lichtzusübrungen einzurichten bezw eine Herabsetzung des Strompreises und der Zählern,seien z» erwägen Tic zuständige Deputation ist sich über den Antrag noch nicht schlüssig geworden. — Weiterhin hat das Sekretariat des Verbandes d e r S t a a t s u n dG c m e i n d e- arbeitcr an die Stadt de» Antrag geeichten, den Familien der im Felde stehenden Vcrbandsangehöitgcn eine volle Lohnzahlung statt de-- vorgesehenen Teiles drei Wochen vor Weihnachten gewähren ,» wollen., Tie Angelegenheit wurde dem Finanzausschuß überwiesen. — Sodann trat man in die eigentliche Tagesordnung ein und lehnte ein Gesuch des H. Heyne um Genehmigung eines Anbaus am Hause Walltorstraße 5 ab, genehmigte dagegen unter gewissen Bedingungen die Belastung bezw. Anbringung von Firmenschildern an den Häusern Neustadt 15, Bleichstraße 10 und Neuen - Baue 15. Dem Karl A m e n d wurde die Errichtung eines Garienhäuschens aus Flur 28 Nr. 161 gestattet. — Ter Heil st ätte „verein hatte an die Stadt die Bitte um pachtweise Ueoerlaillung eines Getan d e st r c i s e n s an der Lupusheilanstall' gerichtet zum Zwecke der Errichtung einer Wäschelrockenballe. Tic Stadtverordneten genehmigten die Berpaütung des 1000 Ouadratmeter großen Grundstücks aus di« Tauer von zwei Jahren, von da ab mit vierteljährlicher Kündigung zum Preise von 20 Mk. lährlick, — Für die Herstellung von H a u s a n s ch l ü s s e » durch das Elektrizitätswerk wurde eine Krediterweiterung von 30000 Mk. ohne Debatte bewilligt. — Ter Fahrplan der Straßenbahn, zu den, die Betriebsdeputation keine Aeiideirtiigen für erforderlich hält, wurde in der allen Form belassen. — Zn Punkt 10, Fahrpreis der Straßenbahn während des Krieges, teilte Oberbürgermeister K c l l c r mit, daß er bei einer Reihe benachbarter Städte eine Umfrage betr. die Gepflogenheiten der -e-tiaßcnbahnpcrwalrungcn bei der Beförderitiig von Militärperso- ncn verantaßt habe. Er lege Wert daraus, coram onblica sestzu stellen, daß die Stadt Gießen in dieser Beziehung das w e i t e st- gehe» de Entgegenkommen gezeigt habe. Während nämlich in einer Reihe benachbarter Städte die Offiziere den vollen -i. arif zahlten, genießen dieselben hier den Vorzugstarif der Mannschaften, und während z. B. in Mainz die im Tienü der Verwundetenpflege tätigen Acrzte nur auf Ansordern des Ver- lchrsofssziers am Platz freie Fahrt genössen, gewähre Gießen Ane solche bedingungslos. Die Betriebsdeputation habe deshalb den Beschluß gefaßt, eine Aenderung in dem bestehenden Zustand nicht einlretcn zu lasten, dagegen die Tircklion der Straßenbahn zu ermächtigen, dem Lagerkommando eine größere Anzahl von Fahrmarken abzugcben. — Ter herrschende Petroleum- mnngeI hat es notwendig gemacht, in verschiedenen städtischen Gebäuden Gasbeleuchtung einzurichtcn, deren Kosten noch auf lau seichen Kredit gingen. Für das alte Friedhossgebäude ist jedoch ein N a ch t r a g s kr c d i t von 410 Mk. erforderlich, den die Versammlung debattelos genehmigt. — Tic letzte Bilanz des S ä u g - lingssürsorgcvereins wird mit einem Tcstzit von etwa 700 Mk. rechnen müssen. 200 Mk. davon sind durch eine private Zuwendung gedeckt, während ein Gesuch des Vereins den Rest von 500 Mk. durch die Stadt zu übernehmen bittet. Ter Finanzausschuß beantragt, der Bitte unter der Bedingung zu willfahren, daß im Jahre 1915 außer dem vorveranschlagten Zuschuß von 3000 Mk. keine weiteren Zuwendungen verlangt würden. Aus die Anfrage des Stadtv. Dr. Ebel, ob die Stadt einen Einsluß aus die Gcschästsgcbarung des Vereins habe, stellt der Oberbürgermeister fest, daß er dem Vorstande angehöre, daß die Rech innigen des Vereins von einem städtischen Beamten geiührl würden, und daß in allen den segensreichen Aufgaben des Vereins mit der möglichsten Sparsamkeit gewirtschastet werde. Stadtv. Geh. Kommerzienrat S. Heichelheim hält es für ivünschenswert, wenn die Möglichkeit geschasfen würde, durch die Bemessung des regelmäßigen Zuschusses solche Nachtragssorderungcn auszuschnlten. Ter Antrag des Finanzausschusses wird, nachdem noch Bcig. Justizrat Grünewald die überaus nutzbringende Arbeit des Vereins sestgcstellt hat. genehmigt. — Punkt 13 und 14, Rechnung und Voranschlag der L über scheu Stiftung sür 1913 14 bezw. 1914/15 betr.. wurden gut geheißen. — Damit war die Tagesordnung dr'r össentlichen Sitzung erledigt. Stadtv. Vetters regte noch an, die Einguartierungsgelder mit größerer Beschleunigung zur Auszahlung bringen zu lassen. Der Oberbürgermeister erwiderte, daß dieser Gegenstand bereits wiederholt von ihm erwogen worden sei, daß es sich aber bei Hem schtvic- rigen Gang der Feststellungen und Erhebungen kaum ermöglichen lassen werde, §ie Auszahlungen noch mehr als bisher zu beschleunigen. — Stadtv. Geh. Mrdizinalrat Pros. Tr. Sommer konnte mitteilcn, daß die von Professoren der Universität veranstal- stalteten Vorträge zum Besten der Hinterbliebenen gefallener Gießener den Betrag von 600 Mark ergeben hätten. Der Oberbürgermeister dankte namens der Stadt in herzlicher Weise für die Bemühungen der Universität, alles dazu bei- zutragen, die Not der Zeit nach Kräften zu lindern. — Damit hatte die össentliche Sitzung ihr Ende erreicht. vermNehte». • Die Edisonivecke durch Feuer zerstört. Aus New Port, 10. Dez., wird berichtet: Die gesamten Anlagen der Thomas Edison-Conrpany in West-Orange sNew Jersey) sind durch Feuer zerstört worden. Der Ge- samtverlnst wird aus fünf Millionen Dollars geschätzt. Das einzige gerettete Gebäude ist das Laboratorium mit ivertvollen wissenschaftlichen Instrumenten, das unter der unmittelbaren Aufsicht EdisonS sieht. Man glaubt, daß das Feuer durch eine Explosion im Inspektionsgebände entstanden ist. Edison sagte, während ec den Brand beobachtete, er würde den Neubau der Anlagen morgen beginnen. Ciiiacjaiidt. Eine Taiinenzweig-Spende. Es ist die Idee ansgetancht, zu Weihnachten an möglichst vielen Orten eine log. T a n >, e n z w e i g - S p e n d c zugunsten unserer Krieger oder des Rote» Kreuzes zu veraiislalten, ähnlich den trüberen Blninenlagen. Tas Material läßt sich wobl überall beschaffen, bezw. die Forstbehörde wird wobt die Beschaffung bei ge- tälltei, Tannen ;c. zulassen, und nach großen Städten könnte der Forstfiskus billig Taiincnzweigc abgeben. Die örttichen Organi- iationen, soweit sie in wohltätgen Diensten des Heeres sichen, nehme» sich vielleicht der Sache an. _ Wetteraussichten in Hessen am Samstag, den 12. Tez. lütt: Abnahme der Bewölkung, wechselnde Winde, kühler. Letzte Nachrichten. WTB.) Großes Hauptauartier, 11. Dez., vormittags. (Amtlich.) In Flandern machten wir Fortschritte. Westlich und östlich der Argonne» wurden feindliche Artillerie-Stellungen mit gutem Erfolg vckämpft. Französische Angriffe in Bois de Pretrc westlich Pont ä Mousso» wurden ahgewiesen. Oestlich der masurischen Scenlinie keine Veränderung. In Nordpolcn schreiten unsere Angriffe vorwärts. In Südpolen nichts Neues. Oberste Heeresleitung. * (WTB.) Berlin. 11. Dez. (Amtlich.) Nach weiterer amtlicher Neutermeidnng aus London ist es den verfolgenden englischen Kreuzern gelungen, auch S. M. Schiff „Nürnberg" zum Sinken zu bringen. Der stellvertretende Chef des Admiralstabcs. gez. B e h n ck e. Bon dcu türkischen Kriegsschauplätzen. (WTB.)Konstantinopel, 11. Dez. (Nichtamtlich.) Amtlicher Bericht des Großen Hauptauar- t i e r s: Vorgestern machten die R u s s e n unter dem Schutze von Kriegsschiffen einen Landnugs vcrs »ch bei Go n ia, südlich von Batum, um unsere Truppen in der Flanke anzugrcifcn. Die gelandete» russischen Truppen wurden zum Rückzüge gezwungen und erlitten schwere Verluste. Wir nahmen während des Kampfes zwei (ßesthütze. Im Vilajct Wan warf unsere Kavallerie einen Angriff r u s s i s ch e r K a v a l l r r i e zurück. An der persischen Grenze bei D e i r haben wir einen russischen Angriff zurück- gewicsen und dem Feinde s ch w r r c V e r l u st e zugefügt. Anhaltende Kanonade bei Reims und in Flandern. Stockholm, ll. Tez. Wie „Tagesnyheter" berichtet, wird Reims vo» de» Teutschen andauernd beschossen. Ebenso wird in Flandern ein anhaltendes Bombardement der Teutschen gegen die Stellungen der Verbündeten unterhalten. O sl Dünkirchen hat dar unter schwer gelitten. Tie Deutschen verwenden dort Geschütze schwersten Kalibers. Ein russischer General gefallen. (WTB.) Basel, ll. Dez. (Nickstamtlich.) Laut eurer Meldung italienischer Blätter ist der Kommandierende General des I. Sibirischen Armeekorps, Scheid emann, in den Kämpfen bei Lodz tödlich verwundet worden. Die bisherigen russischen Kriegskosten. Basel, 11. Tez. (WTB. Nichtamtlich.) Tic Kricgsaus lagen Rußlands sollen nach einer russischen Meldung bis zum l. Dezember 664 7 Millionen Rubel betragen. Sic sind durch siebenjährige Obligationen und SchutzbonS in Höhe von 6800 Millionen Rubel gedeckt. Daraus erklärt sich übrigens, daß die außerordcnküchen Ausgaben des Budgets nicht zugenom men haben. Dir täglichen Ausgaben der französischen Kriegführung. Kristiania, l i. Dez. Nach einer Erklärung des iranzö sischen Finanzministers Ri bot betragen die täglichen Kriegs- ausgaben Frankreichs 3 0 M i 1 l i o n e n Franks. Diese Summe steigt jedoch andauernd. v. d. Goltz Pascha auf der Reise. i Köln, II. Tez. Nach einer Meldung der „Köln. Ztg." aus Sosia wird die Abreise des Feldmarschalls von der Goltz nach K o n st a n t i n o p e l am Freitag abend erfolgen. Tic Vertreter der Treiverbandsmächte hatten Einspruch gegen die Turchsahrt erhoben, die bulgarische Regierung erwiderte jedoch, daß sie ebenso wie Rumänien der Reise keine Schwierigkeiten bereiten werde. Die Wirkung Vcs Heiligen Krieges in Indien. Wien, 11.Tez. Nach Berichten, die aus Persien j» Konstantinopel ciiitrcfscn, zeigt sich jetzt in Indien bereits die Wirkung des Heiligen Krieges. IN Bombai kam es zu S o l d a t e n u n r u h e n , bei denen 80 Mann st a n d°- rechtlich erschossen wurden. Bei der Abfahrt von Transportdampsern mit indischen Truppen nach Europa Ham cs zu Tumulten, das Militär ging gegen die aus. Mohammedanern der besseren Stände bestehende Menge mit dem Bajonett vor. Tie 'Attentate ans englische Beamte mehren sich. Russische Hilsc für Serbien. Rotterdam, ll. Tez. Aus Sofia wird gemeldet, daß 15 russische R c g i m e n t e r und 70 Fahrzeuge mit Mnnitionsvorrätcn in einer serbischen Stadt an der Donau uiiweit von Negotin eingetrosscn sino. Ein Budapester Bericht bezistert die angeblichen russischen Verstärkungen sür Serbien auf 5 Regimenter und gibt als Landungsort den montenegrinischen Hasen Antivari an. Daß als Absahrtsort Archangelsk genannt wird, macht die Meldung nicht gerade glaubwürdiger. Englische Verstärkungen am Suezkanal. Kristiania, ll. Tez. Nach Meldungen aus Kairo wird die Kanalzone st ä n d i g v e r st ä r k t und ist bereits durcki eine bedeutende Anzahl indischer und eingeborener Truppen beschützt. 'Aus Port Said sind einige Zivilgeiangcne »ach Kairo gesschrt tvordcn. Wahrscheinlich stammen sie von dem halben Hundert türkischer Segelschiffe, die in ägyptischen Häsen beschlagnahmt worden sind. Lanülagscrsatzwayien in Baden. D o n a n e s ch i n g e n , 11. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Bei der gestrigen L a n d t a g s e r s a tz w a h l im 6. badischen Landtagsivahllreise Donaueschingen-Siivgcn wurde der liberale Bürgermeister Sch ö n - Donaneschingen mit einer Mehrheit von 28 Stimmen gegen den Zentrumskandidaten Kramer gewühlt, der 2056 Stimmen ans sich vereinigte. Müll heim i. B., ll. Tez. (WTB. Nichtanitlich.) Bei der gestrigen L a n d t a g s e r s a tz w a h l im 4. badischen Landtagswahlkreise Lörrach-Mnllheim-Staufsen wurde der nationalliberale Kandidat Tr. B o ck - Miillhcim mit etwa 1600 Stimmen ohne Gegenkandidaten gewählt. § Großer Waaaon «w» 5 | Apfelsinen I u. Zitronen j einaetroffc», 400 Kisten. % % ® Nur diinnickialiae, jünc und iastiae Ware. Billige 5 S 'Breite. Täglich große Scndnuacn liroler W ald- S (q nüsse, IluselntiiKHC, Feigen, Dutteln, Tran- § i»cn uiw.. zu den bittigstcn Taaesvreiien. • Spanischer Garten | S ® Kahntaofstrnße 48 § Seltersweg 9 Telephon 932 © • FiirWiedervcrkanfer extra billige Preise J | R.Mase ausTirol (Oesterreich) | ••MMM9MMtO(M«MIMMt Prima "38 Änthrajit- m. Nußkohlen Union-u. tzisornibriketto - nnD ASko.s Brennholz frei liefert prompt J. HAPPEL Tel. 125. [,„«] Mllblitraße 18. Küdienlampen Ia. 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