JtL 2-0 Zweiter Blatt Zahrgang Donnerstag. t0. Dezember Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags. Die „Oietzener Familienblätter" werden bei» „Anzeiger' viermal wöchentlich beigelegt, das „Nreirblett für den Kreis Sietzen" zweimal wöchentlich. Die „landwirtschaftlichen »«tt fragen" erscheinen monatlich zweimal. Gietzener Akzetze? General-Anzeiger für Gberhefien Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Unwersiläls - Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen. Schriftleitung,Geschäitsstelle ».Druckerei: Schul- straße 7. Geschäftsstelle u.Berlag:^E51,Schrist- lcitung: s^KliL. Adresse lür Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen. Ein englischer Heererlieserungz-Zkandal. „Es scheint für England unmöglich zu sein, Krieg zu fuhren, ohne daß der dringende Verdacht schwerer Mißstände bei den Heereslieferungen austaucht. Eine Bande gewissen- loser Geschäftsleute, die die Instinkte von Haifischen haben, bat das Kriegsministerium^ in ihre Macht bekommen, und das Ergebnis ist, daß der Staat für schlechte Ware fast de» doppelten Preis bezahlt, der für gute Ware angemessen sein würde." Diese bitteren Llnklageivortc sprach vor einigen Lagen im englischen Unterhaus ein liberales Parlamentsmitglied. In der Dat, wenn nicht alle Anzeichen trügen, steht England jetzt die Enthüllung eines Armeeskandal es bevor, gegen den die schlimmsten Mißstände im Londoner Kriegsamt während des Burenkrisges glänzend verblassen werden. Der englische Kaufmann ist stolz darauf, ein „Gentleman" zu sein. Es ist das traditionelle Recht seines Standes, sich gleich fühlen zu dürfen mit dem Offizier oder dem hohen Staatsbeamten. Die moralische Heuchelei der großen Cich-Käusleute ist selbst in England beinahe sprichwörtlich geworden, und die berühmtesten englischen Romanschriftsteller haben sie oft genug mit beißender Satyre beleuchtet. Sie verleugnet sich auch heute nicht, wo England-, ivie seine leitenden Staatsinäuner nicht müde werden, zu erklären, e r seine Existenz als Weltmacht kämpft. Selbst der Schrecken r drohenden deutschen Invasion, der das ganze englische Volk zittern läßt, kann die Londoner Geschäftsleute, die von der Regierung mit Lieferungen für das Heer betraut worden sind, nicht zu anständigeren Geschäftsmethoden bekehren. Allmählich beginnt man sich nun in England über die schlimmen Mißstände klar zu werden, die seit Kriegsausbruch auf dem Gebiete der Heereslieferungen herrschen. Die Verwundeten, die vom Kriegsschauplatz in Flandern zurückkehren, erzählen unumwunden, daß das Khakituch ihrer Uiriformen von so schlechter Beschaffenheit gewesen sei, daß es schon ncnch wenigen Tagen in den Schützengräben in Fetzen auseinairderfiel. Die Soldaten des regulären Heeres, die gleich nach Kriogsbeginn nach dem europäischen Kontinent erngeschifft wurden, sind aber verhältnismäßig noch am besten ausgerüstet worden. Weit schlimmer steht es, wenn man den Anklagen glauben soll, die im Parlament und in der Presse jetzt erlwben werden, um Kitcheners neue Armee, um jene Million Rekruten, die angeblich in nächster Zeit schon in den Krieg ziehen sollen. Was diese Leute in Zuschriften an die Blätter erzählen, würde inan in Deutsch- larck> fast für unmöglich halten und spottet jeder Beschreiburig. Es sind besonders die Stiefel, die bekanntlich bereits der französischen Heeresverwaltung so viel Sorgen machten, über deren Beschaffenheit sich die neuen Vater- lanbsverteidiger sehr bitter und anscheinend mit vollem RLcht beschweren. Die Soldaten eines Ueb rings Nigers in der Nähe von London berichteten einem Parlamentsmit- gliede, der sie darüber befragte, daß die Sohlen ihrer Stiefü bereits nach einer Woche sich völlig losgelöst hätten. Ms ein Regiment Walliser Füsiliere vor einigen Tagen an die Front ausrückte, untersuchte ein Sachverständiger die neuen Stiefel, die soeben an die Leute verteilt worden waren, und fand, daß man ihnen billige Fabrikwäre geliefert hatte, die den Anforderungen eines Feldzuges höchstens ein paar Wochen genügen würde. Das Kriegsamt hat seine Heereslieferungen eben an ein paar große Firmen vergeben, die nnn nrit Erfolg berrrüt) l t sind, auf Kosten der Tüchtigkeit des englischen Heeres, ihre durch den Krieg angegriffenen Finanzen zu verbessern. Bezeichnend für die Art und Weise, in der sich die Heeresverwaltung durch habgierige Lieferanten täuschen läßt, ist eine Geschichte, die das sozialistische Blatt „Daily Citizen" veröffentlicht. Während des Burenkrieges wurden für die Soldaten uwllene Leibbinden zuni Preise von 20 Schilling pro Dutzend bestellt. Als der Krieg zu Ende war, hatte das .Kriegsamt aus irgend einem Grunde noch 1500 000 Leibbinden übrig. Diese verkauste die Heeresverwaltung an die Händler znin Preise von 4 Schilling pro Dutzend, was einen Berlust von über 2 Millionen Mark bedeutete. Beini Ausbruch des jetzigen Krieges stieg der Preis für Leibbinden wieder beträchtlich, und derselbe Großhändler, der diese Ware seinerzeit vom Kriegsamt erworben hatte, verkaufte die anderthalb Millionen Leibbinden der Heeresverwaltung wieder zum Preise von 18 Schilling pro Dutzend! Es ist kein Wunder, daß unter diesen Umständen der Ruf nach der alleinseligmachenden „Kommission" wieder ertönt, die Licht in diese dunklen Geschäfte bringen soll, und den räuberischen Lieferanten ihr Handwerk erschweren soll. Der Patriotismus der englischen Großkanfleute wird jedensalls durch diese unlauteren Machenschaften in sehr seltsamer Weise beleuchtet. Me Erklärungen der Regierung, die bestrebt ist, die Wucht der erhobenen Anklagen nach Möglichkeit zu schwächen, können nicht darüber hinwegtäuschen, daß. diese „Gentlemen" die Not ihres Vaterlandes in gewissenloser Weise ausbeuten. Lord Kitchener hat nicht nur mit chronischem Rekrutenmangel, sondern auch mit schweren Berwaltungsmißständen zu kämpfen. Die finanzielle Lage Frankreichs. Seit dem Ausbruch des gewaltigen Krieges, also seit länger als vier Monaten, sind alle Börsen der Welt und an ihrer Spitze die Berliner, Londoner, Pariser und New Parker Börsesgeschlossen — eine Erscheinung, die ebenso wie die riesige Ausdehnung des Völkerringens, etwas noch nicht Dagewesenes bedeutet. Trotzdem hat sich, ohne daß, wie hier gleich angesügt sei, in der Regelung des allerdings sehr stark verminderten Wirtschaftsverkehrs, soweit Deutschland in Betracht kommt, eine nennenswerte Erschwerung bis heute nicht bemerkbar geinacht. Auch hierin offenbaren sich die ausgezeichneten Wirkungen der großartigen Neuorganisation des deutschen Kredit- und Handelswesens, die unmittelbar nach Ausbruch des Krieges in Kraft getreten ist, und die zusammen mit den glänzenden Erfolgen unseres Heeres und unserer Marine dazu beigewagen haben, daß die deutsche Regsamkeit nach nur ganz kurzer Unterbrechung sich bereits wieder in stetig wachsendem Maße betätigen kann —> in ebenso schroffem, wie erfreulichem Gegensätze zu unseren Feinden, deren wirtschaftlicher Verkehr noch immer unter sehr erheblichen Stockungen schwer zu leiden hat. Am traurigsten liegen die Verhältnisse zweifellos in Belgien und Rußland und namentlich in Frankreich, wo das geschäftliche Leben völlig zum Stillstand gekommen ist. Ein recht trübes Bild bieten gleichzeitig die französischen Kriegsfinanzen: Nach Angaben der französischen Blätter haben die Ausgaben Frankreichs im Kriegsmonat November allein rund 810 Millionen betragen, gleichzeitig betrugen die Einzahlungen bei den französischen Sparkassen, die, im Gegensatz zu den deuffchen, vom Staate verwaltet werden, in der letzten Novemberwoche nur 509 000 FranE, die Auszah- lungen aber 6 450000 Franks und seit dem 1. Januar übersteigen die Rückzahlungen die Einzahlungen sogar nm 101 Millionen, obwohl die französische Regierung bei Kriegsausbruch sofort allerles Beschränkungen und- Erschwe- Anzengruber-Geschichten. , Zu seinem 25. Todestag«, 10. Dezember. Ein Vierteljahrhundert ist am 10. Dezember vergangen, Zeikdem Ludwig Anzengruber die Angen zum ewigen Schlummer geschlossen. Ein echter großer Dichter >var er, ein ur- deutscher Dramatitcr und Erzähler, voll männlich ernsten Lachens und tragischen HumorS. Das Leben hat ihn zu der stahlharten Persönlichkeit gehämmert, die so warmherzig und stark auS seinen Werken spricht: vom Schauspieler bis zum Witzblatlredakteur ein schwerer Gang durch die bunte Narrenwelt, ein ewiges Ringen um das Höchste. In dem jungen Anzengruber, dessen künstlerische Begabung noch dumpf gärte, drängten zuerst schauspielerisch: Neigungen ans Licht Wie glücklich war der Jüngling, als er auf dem von ihm später als „tzarfenistenbühne" verspotteten Meid- linger Theater seine ersten „Röllchen" spielen durfte! In einem spaßigen Narrikatccrenbnch ließ er später diese ersten „Schöpfungen seines Geistes" in der Erinnerung austau- chen: „Mischanf, ich kenne Dich, mein holder Junge," so ruft er dem Fiaker zu. „Du bist mein erster theatralischer Versuch leb wohl!" „Fehding! Du mein zweüer, bist teu- c rer, als der erste mir, gekauft 1 fl. 40 Krz., entfleuch." ,,Ha, > Stachllow, Du teuerster mit ausgeliehenem Bart, Du 50- i Kreuzer-Räuber, vergeh!" „Francois, Du schweigsamer Do- c mestigne, den ganzen Abend sprachst Du sieben Worte!! verstumm auf ewig!" „Vogt von Worms, in schwarzer Klci- dmcg. weißt Du, Ivas Deine schwarzen Strümpse kosten an barem, was an Müh Deine Schich-Zieraten, zieh dahin!" „Schwul, ich weiß mich leider Deiner zu erinnern, an Del- nem Bart wog Spagat mid Draht vier Pfund." All diese Gestalten aus längst verschollenen alten Stücken brachten dem angehenden Minren kein Glück. Bald befand sich der Zwanzigjährige auf ewigen „Kunstreisen unter Verhältnissen, wo dos Reisen eine Ärmst war"; das Eleno der herumziehenden Schmiere hielt ihn gepackt, und fein edier stolzer Geist bäumte sich ans gegen die ewigen Statistenrollen und oie hohle Scheinwelt der Kulisse. „Weißt Du nickst ein paar Häuser, wo ein Stiefelputzer, Kleider- bürster, Zimmerkehrer n. dgl. in. notwendig^ geworden?" fragt er in grimmigem (Galgenhumor seinen Freund Lipka. „Sonst körmte man auch Lampenputzer. Prrdelivascher, Pferdestriegler rverdeu. Derm daß ich mir mit der Feder dasstsiitwenoige verdiene, das glaub' ich kaum, selbst iveun ick statt für die Bühne für die Bawalaffche (Harsenisten- Bühne- schreiben würde." To dünkte es ihm schließlich nock, ein Glücksfall, da er als unbesoldeter „Praktikant" Arbeit bei der Wiener Polizei fano, Nun schrieb er tagsüber Steckbriefe ab; in seinen Freistnirden aber saß er in seinenr engen Kämmerlein über dem „Pfarrer van Kirchselo", der ihn mit einem Schlage znm berühmten Dickster machte. Unter dem Pseudonym ,H. Gruber" hatte er sein Werk bei dem Theater cm der Wien eingereicht, wo es einen starken Erfolg fano. Ein rühmender Aufsatz Laubes gab dem neuen Dichter einen Geleitbries, der ihm Eingang in allen dent- schen Landen verschasstc. Aber vom Rühm konnte er nicht leben. Rasch pochte wieoer die Not an seine Türe, und schließlich rettete ihn vor oem Schlimmsten nur eine hochherzige Gabe unbekannter Freunde, die wie ein Wink des Himmels zu ihm kam, ähnlich wie einst zu dem schwerkranken Schiller die großmütige Unterstützung des Herzogs von Augustenburg. Zur Vollendung seines Meisterromans „Der Schandfleck" wurden ihm 1000 Gulden zur Verfügung gestellt, und Anzengruber hat zelllebens nicht erfahren, wer sein fürsorglicher Schntzgeist war. Erst nach seinem Tode wurde bekannt, daß es der Aesthetiker Prof. Wilhelm Bo- lin aus Helsingfors war, der nickst nur dem Dichter, sondern auch der deutschen Literatur damit einen großen Dienst erwies. Später übernahm dann Anzengruber die Redaktion des Witzblattes „Figaro". „Der größte Tragiker uns'rer Zeit / Der muß ein Witzblatt machen/Ein tragischer Witz — bei meiner Seel' / Man möchte Tränen lachen," so hat sein Freund Rosegger bitter gereimt. Mit blutendem Herzen hat der Dichter dies Amt des Lustigmachers geführt, denn gerade damals brach schweres häusliches Unglück über ihn herein, und er mußte sich nach 16 jähriger Ehe von seiner Frau scheiden lassen. Nur in Her Kneipe, au seinem Stammtisch in der „Anzengrirbe", die er „meist erschöpft und ausgehungert wie ein müde gearbeiteter Großknecht" betrat, zeigte der vom Leben Schwergeprüfte damals noch den ganzen Glanz seiner bezaubernden Persönlichkeit Wenn er seinen geradezu märchenhaften Riesenappetit gestillt hatte, erzählt sein Biograph Bettelheim, dann entfaltete er sein kernhaftes Urteil und seinen prächtigen Witz. Ein ordentlicher Wiener, meinte er einmal, gehe morgens ins Cafs und abends ins Wirtshaus und bleibe der Einfachheit halber gleich in einem von beiden, und als chm daraus erwidert wurde, bei solchem Leben werde man bald Kopffchrnerz haben und Gesundheit sei die Hauptsache, antwortete er mit dem^größten Ernst: „Kopfweh ist ja auch eine Haupt sacke." Seinen 50. Geburtstag feierte er noch in der Anzengrube; dann aber warf ihn seine Krankheit aufs Lager, unter Fieberträumen arbeitete er noch am „Figaro", bis er schließlich am 8. Dezember melancholisch in die Redaktion schrieb: „Mir fallt nix ein!" Am Morgen des 10. schob er die Korrekturen mit den Worten fort: „Schicken S' den ganzen Krempel zurück, sollen machen, ivas sie wollen!" Und bald danach verschied er nach kurzem Todeskamps. Mit I len aus den Eitelkeiten des Tages und der Arbeit ums liebe I Brot schwebte seine Seele empor in die Unsterblichkeit. . . rnngen der Auszahlung von Sparkassen-Guthaben angeordnet hat. Andererseits sind cn den verflossenen vier Kriegsmonaten endlich 7 00 Millionen nationale Verteidig ungsscheinc mit Mühe und Not an den Mann gebracht worden, wozu nicht ivenigcr als eine Million Zeichner sich in Bewegung setzen mußten. Der Durch- schuittsbetrag der einzelnen Zeichnung stellt sich also nur aus 700 Franks, während von der deutschen Kriegsanleihe 1 177 235 Zeichner 4 460 701 000 Mark oder 5576 Millionen Franks, das ist mehr als das Siebenfache, übernommen habe». Dieser Vergleich ist für das „reiche Frankreich" äußerst beschämend und beweist aufs neue, wie wenig gerade die französische Großsinanz in der Lage ist, zur sinauziellen Rüstung, des Landes in dem erforderlichen Maße beizutragen. So sieht sich denn der Finanzminister genötigt, durch Ausgabe von weiteren Schadjvechseln, deren gesetzlicher Höchstbetrag sogar schon überschritten ist, sein dürftiges Flickiverk fortzusetzen, dessen jammervolles Bild er durch Nichtveröffentlichüng von Ausweisen der Bank von Frankreich so lange als irgend möglich zu vertuschen sucht. Wenn man hierzu noch den unbeachtet der „Siegesmeldungen" der Regierung auch im eigenen Lande nicht mehr unbelannten für Frankreich ungünstigen Stand der Kriegslage rechnet, so bedarf es keiner weiteren Begründung mehr, daß die verdächtig laut angekündigte Wreder- öffnuug der Pariser Börse — weirn sie überhaupt Mir versucht wird! — weder für den Staat, noch für das Volk von irgendwelchem Vorteil sein kann. vievrotversorgungveutschlandswährenddesttrieges. Tie Verordnungen des Bundesrats vom 28. Oktober 1914 haben den Zweck, die Versorgung Deutschlands mit Brot bis zur nächsten Eriue uwer allen llmständen sicherzustellen. Dies tänn nur erreicht werden, wenn die Verordnungen im ganzen Volke Verständnis sinden und alle Kreis« ihre Lebens- und Wirtschaftsführung dementsprechend einrichten. Eine kurze Inhaltsangabe dieser Verordnungen nebst ecnigen Erläuterungen, die wir hier folgen lassen, dürfte zweckdienlich sein, Mahlfähiger Roggen und Weizen, auch in geschrotetem Zustande, ffioggen- und Weizenmehl dürfen nicht verflittert werdend Nur Roggcnverfüttericng kann ganz ausnahmsweise aus Antrag zugelasseu iverden. Roggen muß, bis zu 72 Proz., Weizen bis zu 75 Proz. durchgemahlen werden. Dem Roggenbrot müssen mindestens 5 Prozent Karloffelflocken, Kartoffelwalzmchl oder Kar- tofselstärkemehl oder 20 Proz. gequetschte oder geriebene .Kartoffeln zugesetzt werden. Alehr Karwsteln enthaltendes Brot ist mit „K" bezeichnet. Bei Zusätzen von Flocken usw. über 20 ProK. ist dem „K“ die Prozentzahl zuzlusetzen. Weizenbrot mutz mindestens 10 Prozent Roggenmehl enthalten. Tie Bundesratsbev- ordnung hierüber hat im Verkaufsraum zu hängen. Zuwiderhandlungen sind mit Geldstrafe bis 1500 All. bedroht. Für den Großhandel mit inländischem Getreide sind Höästtpreise festgesetzt, die dem Landwirt einen auch für die heutige schmierige Zeit ausreichenden Verdienst lassen. Eie betragen in Frankfurt a. M. für die Tonne Roggen 235 Mkl für die Tonne Weizen 275 Mk., in Mannheim je 1 ML mehr. Futter gerste muß in hiesiger Gegend für die Tonne 15 BÄj, billiger sein als Roggen. Der Höchstpreis, den der Müller für Roggen- oder Wcitzenfleie verlangen darf, beträgt 13 Mk. für den Doppelzentner. Tie Versorgung Deutschlands mit den wiästigsten Nahrungsmitteln bis zur nächsten Ernte ist gesichert, mag sich der Krieg auch noch solange hiuziehen, wenn von vornherein sparsam mit den Vorräten umgegangeu wird. Unsere Feinde bauen darauf, daß Deutschland, möge es auch mit den Waffen Erfolge erzielen, schließlich doch durch Nahrungsmangel zu einem uugünsffgen Friesen gezwungen werden kann. Es ist die heilige vaterländische Pflicht der in der Dermal Zurückgebliebenen, jeder an seiner Stelle und in seiner Weis« dazu mitzuwirken, daß. diese Hoffnung nicht in Erfüllung geht. Sie wird nicht in Erfüllung gehen, wenn das Brot nicht vergeudet und das Brotgetreide nicht an das Vieh verfüttert wird. Alljährlich wandern große Wengen -Brotgetreide in die Futtertröge. Werden diese Mengen zur menschlichen Ernährung verwandt und wird mit den Nahrringsmitteln hausgchalten, so können wir unbesorgt der Zeit bis zur .Einbringung der nächsten Ernte cMgegeusehcir, ' ' Märkte, lc. Frankfurt a. M. Schweinemarktberich: vom 9. Dez. Autaetrieben waren IöI4 Schweine. Vollflestchige Eckwetne von 80 dir lv0 kg Lebendgewicht Ö8.00—60.00 Mk., Schlachtgewicht 76.00—77.00 OT„ vollfleischige Schweine unter 80 ba Lebendgewicht 5 7/-0—59,00 Mk„ Schlachtgewicht 71.00—76.00 volllleischige Schweine von 100—120 kg Lebendgewicht 58.00—60.00 Mk„ Schlachtgewicht 76.00—77 Mk.-. vollfleischige Schwein« von 120 bis 150 fcs Lebendgewicht 58.00—60.00 Mk, Schlachtgewicht 75—77.00 Mk. Geschäft »»Itelmäßig. ic. Frankfurt a. M., 9. Dez. lOrig.-Teleqr. des „Giest. A»z,"> Amtliche Notierungen der heutigen Fruchtmarktpreisc. Weizen ihiestger» Mk. 27.50-00.00, Kurhesstscher Mk. 27.50-00.00, Wetleraner Mk. 00.00 - 00.00. Roggen lhieilger» Mk. 23.50-00.00, Gerste (Wetterauerj Mk. 00.00 — 00.00, Gerste, Franken, Pfälzer, Ried Mk. 00 . 00 —00.00, Gerste für Brauzwecke Pik. 00,00-00,00, Laser Mk. 22.15—00.00, Mais Mk. 00.00-00.00. Alles ab Station. Tendenz fest, geringes Angebot. Weizenmehl 0 Mk. 00,00—00.00. Weizenmehl I Mk. 00.00 -00.00. Weizenmehl III Mk. 00.00 bis Mk. 0000, Roggenmehl 0 Mk. 00.00—00.00, Roggenmehl 0/1 Mk. 00.00—00.00, Roggenmehl I Mk. 06.00— 00 . 00 , Weizenkleie Mk. 0.00 —0.00, Weizenschalen Mk. 0.00—0.00, Roggen» kleie Mk. 00.00 -00.00. Malzkeime Mk. 00.00-00.00, Biertreber 00.00 - 00.00, Futtergerste Mk. 00.00 - 00.00. Alles per 100 kg- ab hier fc. Frankfurt a. M., 9. Dez. sOrig.-Telegr. des „Giesenec Anzeigers") Kartosfelmarkt. Man notierte: Kartoffeln in Wag ans Mt. 7,00 - 8,00, im Kleinhandel Mk. 8,00—9,00 für je 100 kg. — Göol Auf Vielfache Anregung aus dem Felde liefern wir zum Versand als Liebesgabe V 2 Flasche Odol in einer hübschen Metall-Feld-Doic. die fix und feAig als Feldpostbrief (10 Pfg. Porto) verpackt, in allen Apotheken Drogengeschäften, Parfümerien usw. znm Original Preis von 85 Pfg.*) zu haben ist. -, Die Metall-Feld Tose ivird während dcö Feldzuges kostenfrei neliefcri. Ter leichicre» Mitiübrung wegen haben wir die dalbe Falichc Odol für diese» Zweck gewählt. 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Bon Bollendung der 5 Dienstjahre kann nur dann im letzten Dienstjahr abgesehen werden, wenn der Dienstaustritt durch Einberufung zum Militär, durch Auflösung des Haushalts oder durch Gründung eines eigenen Haushalts erfolgt. Es werden hiernach alle diejenigen Dienstboten, welche nach diesen Bedingungen aus eine Prämie glauben Anspruch erheben zu können, aufgefordert, sich unter Vorlage der Dienstbücher, eines Zeugnisses der Herrschaft über gute Führung, sowie eines etwaigen Sparkassenbuchs (die Angabe der Nummer des Buches genügt ebenfalls) bei unserer Kasse oder der Bürgermeisterei des Wohnorts bis zum 31. Dezember l. Fs. zu melden. Die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Bezirks werden ersucht, vorstehende Bekanntmachung aus geeignete Weise zur Kenntnis der Ortsein- wohner zu bringen. Gießen, den 9. Dezember 1914. Bezirkssparkasse Gießen. Zacheis. I21S0O Betr.: Skr ofulöse Kinder. Bekanntmachung. Wir beabsichtigen, im nächsten Sommer wieder eine Anzahl armer skrofulöser Kinder, deren Eltern im Sparkasscbezirk wohnen, aus Kosten unserer Kasse zwecks Gebräues einer Badekur lim Elisabethhaus zu Bad-Nauheim unterzubringen. Anmeldungen, welche durch die Pfarrämter svder Bürgermeistereien bis spätestens Ende Januar lk. I. einzureichen sind, müssen mit ärztlichem Attest jbelegt sein, woraus hervorgeht, daß die Kur notwendig ist, und mit einer amtlichen Bescheinigung, daß die Eltern nicht in der Lage sind, die Kosten selbst bestreiten zu können. Gießen, den 9. Dezember 1914. Bezirkssparkasse Gießen. __ Zachcis. i219id Thüringer ITluseums in tisenach. 3333 öewinne mmapb 45000 m 111111 i n 11 m 11! 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