Nr. 290 S'ec Siehener Anzeiger erscheint täglich, nnßer Sonntags. - Beilagen: vierinai wöchentlich S>ieh«ner,famiUtnbiätier; zweimal wöchentl.Nreir- blatlsllrden Kreis Siehe» (Dienstag midFrcilags; zweimal inonatl Land, wirlschaslliche öeiljragcn Fernjprech - Anschlüsse: snrdieSchriltleitnngNL Verlag,GeschäitssteUebl Adresse 'ür Tralitnach- richten: Anzeiger (Sieben. Annahme von Anzeigen dir die Tagcsnmniner bis vorniitlngs !t Ul>r. Erstes Blatt M. Jahrgang Donnerstag, 10. Dezember IW Giehener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen RotationLSruck und Verlag der vrühl'schen Univ.-Vuch- und 8teindruck«rei v. Lange. Schristleitung. SeschästLjtclle u. Druckerei: Zchulftr. 1. V, Ci»qs»rcl,: inonatl. 75 Pst, viertel- Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen nionatl 05 '!!(.; durch die Post Mk.2.— viertel- jährl. ausschl. Beslellq. Zeilenprei»: lokal I5Pi, ausiv. 20 Ps. — Haupt- schrütleiler: Aug. Goetz. Verantwortlich für bei» polit. Teil: Aug. Goetz; sür „Feuilleton", „Vermischtes" und.Gerichts- faal": Karl Neurath; für „Stadt und Land": Otto Braun; sür den Anzeigenteil: H. Beck. Die Zortdauer der Kämpfe in Nordpolen. Generalleutnant v. Zalkenhayn Chef der Generalstabr und Uriegsminifter. Großes H a u v k a » a r t i c r. 9. Dez., vorm. (Awtl.) I Westlich Reim s mußte P c ch e r i e - F e r m e, obgleich hier die Genfer Flagge wehte. von unseren Truppen in! Brandgcschossen werden, weil dort durch Fliegcrphoto- grappir einwandfrei fcstgeslellt war. das; sich dicht hinter der Ferme eine französische schwere Batterie verbarg. F r a n z ö s i s ch e A n g r i s f e in der Gegend van 2 o u- ui n und gegen die Orte Barennes und Bau guois am östlichen Argonnenrande wurden unter Verluste» für den Gegner zurückgeworfen. Fm Aiganncnwalde selbst wurde an verschiedenen Stellen B o d e n g c w o n n e n; dabei machten wir eine Anzahl Gefangene. Bei den gestern gemeldeten Kämpfen nördlich R a n r u Imttni die Franzosen starte B c r l u st c. Unsere Verluste sind verhältnic-niäßig gering. Aus Ostprenßen liegen keine neueren Nachrichten vor. In R a r d p o l e n stehen unsere Truppen in enger Fühlung mit den Russen, die in einer stark befestigten Stellung westlitli der M i a z g e Halt gemacht haben. — Ilm Lomir z wird weiter gekämpft. Fn Südpo len haben österreichisch-ungarische und unsere Truppen Schulter an Schulter erneut erfolgreich angegriffen. Oberste Heeresleitung. (WTB. Berlin. 6. Dez. (Amtlich.) Generaloberst v. M o l t k e hat seine Kur in Hamburg beendet und ist hier eingctraffen. Sein Befinden hat sich glücklicherweise erheblich gebessert, ist aber doch noch immer so, datz er bis auf weiteres nicht wieder ins Feld gehen kann. Seine anderweitige Verwendung ist in Aussicht genommen, soweit sein Gesundheitszustand es gestattet. Die Geschäfte des Chef S des Gencralst ab esdes Feldheeres sind d r in Kriegs m i n i st er. Generali e ntnant v. F a l- k c i! h a >, n . der sie seit der Erkrankung des Generalobersten u. Mvltke vertretungsweise übernahm, unter Belassung in dem Amt alS Kriegsminister endgültig übertragen worden. Von den Tchlachlseldcrn mirb nicht viel Neues gemeldet. Die Russen haben einige Kilometer östlich von Lodz ihre Stellung befestigt, um sich den Rückzug zu erleichtern. Auch um Lowicz wird noch gekämpft. Man sieht, der Druck auf den Nordflügel der Russen wird energisch fortgesetzt, aber wir wiederholen: .Hindenburg ist ein Meister der Ueberraschung und es ist kaum anzunehmen, das; ein größerer Stillstand eintritt, wie er bei deu ganz anders gearteten Verhältnissen im Westen wohl am Platze gewesen ist. Dort hat sich, abgesehen von kleinere», für die Lage belanglosen Gefechten, k ' seit längerer Zeit nichts zugetragen. In dem gestrigen Bericht wird, um ausländischen Wühlereien vorzubeugcn, erwähnt, daß die Franzosen uns wieder cinnial genötigt haben, aus Däuser zu schießen, über denen die Rote-Kreuz-Flaggc wehte, indem sic nämlich hinter dieser Däusergruppe schwere Batterien versteckten. Fliegcrphotographien weisen dieses uuum-- stößlich nach. Der neue Ehcf des Gcncralstabs, Generalleutnant! v. Falkenhayn, scheint über ein reiches Maß von Tatkraft . zu verfügen und Verantwortung nicht zu scheuen, denn er behält zugleich das ivichtige Amt des Kriegsministers bei. Falkcnhayn war als Kriegsministcr ganz ziveisellos Mitberater in den entscheidenden Sitzungen beim Ausbruch des Krieges und mit Moltkes Plänen aus das Eingehendste vertraut. Wohlüberlegte Entschlossenheit hat er schon als Kriegs- Minister gezeigt, und als Gcncralstabschcf kann er von dieser ersten soldatischen Befähigung noch einen größeren Gebrauch machen. Hoffentlich wird der Kaiser bald wieder in der Lage sein, daS Bett zu verlassen, damit das bisherige einmütige Zusammenwirken der obersten Persönlichkeiten auch für die ( Zukunft gewahrt bleibe. Die Engländer sollen, nach einer Meldung der „Franks. Ztg.", aus Aeghpten ein englisches Protektorat gemacht haben, natürlich nur ans der papiernen Landkarte. Die Welt weiß aber, daß in der Verteilung der Erde augenblicklich nicht gut den Waffen vorgegriffen werden kann. Die Türken stehen am Suezkanal. Die neuen Protektoren des Reiches Pharaos haben aber noch eine andere Handlung vollzogen, die deu llmständen zweifellos besser angepaßt ist: sie sollen nach einer Konstantinopeler Meldung die Schätze des großen Museums in Kairo nach Malta gebracht haben. Vorsicht ist eben doch die Mutter der Weisheit. Bon diesem löblichen Grundsatz läßl Albion sich auch am heimischen Herde leiten, den er, nach neuesten Londoner Berichten, mit ungeheuren Stacheldrahtguantitätcn gepanzert hat. Und immer reicht dazu dcr^Stacheldraht noch nicht aus. London steht inr Zeichen der ^-andsäcke (ans den Dächern, als Schutz gegen die Luftschiffe!), der Verdunkelung und des 'Stacheldrahtes! Das britische Weltreich hat sich sonderbare Vcrteidigungsmittel ausgesucht! Der Kaiser. chisck>-ungansche Soldaten geschossen haben, jeder wastensähige Serbe von 15 bis 60 Jahren verpflichtet ist, sich beim nächsten Militärkommando zu melden, widrigenfalls er mit dem Tode bestraft wird. Waffenruhe während des Wcihnachtssestes? R o ni , 9. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) „Giornale d'Jtalia" schreibt: Was die'amtlich nicht bestätigte Nachricht betrifft, wonach der Vatikan die iJniriatioe ergriffen habe, um die Regierungen der kriegsührenden Staaten (zur Bewilligung einer Waffenruhe währenddes Wcihnachlssestcs zu veranlassen, so hat cs den Anschein, als ob der Vatikan sich mit einem einfachen Sondieren der Meinungen begnügt habe. Andererseits steht fest, daß die russische Regierung aus eine offiziöse Ausrage hin aut Grund eines Gutachtens (des Heiligen Synod eine ablehnende Antwort erteilt hat, ( Der französische Bericht. Paris, 8. Dez, (W, B. Nichtamtlich, ) Amtlich wird vom Nachmittag gemeldet: Der Feind zeigte gestern im Pscr - G e - b i e k und in der Umgebmig von Ipern stärkere Tätigkeit als am Tage vorher. Unsere Artillerie erwiderte erfolgreich, Im Gebiete von A r r a s machte uns ein sehr glänzender Angriff, toie bereits gemeldet, zu Herren von V c r m c l l e s und R u t o i r. Bermelles war seit zwei Monaten der Schauplatz erbitterter Känipfe. Der Feind halte (am 16, Oktober dort Fuß gefaßt, und cs gelang ihm vom 21. 'bis 25. Oktober, uns aus der Ortschast heraus- zuwersen. r-eit diesem Tage batten Spaten- und Milienoperationen uns sußweise bis zum Dorsrandc zurückgebracht. Am 1. Dezember erstürmten wir den Park des Schlosses. In dem Gebiet an der Ais ne und in Ger Champagne fanden einige Artillecie- kämpfe statt, bei denen unsere schwere Artillerie mehrere seindliche Ansammlungen auseinandcrtrieb. In 'den A r g a n n c n und im Walde von Gruric .nordwestlich P o n t - ä M ousson gewannen wir etwas an Boden. Son sthat sich nichts ereignet. >Anmerkung des WTB.: Tic Wahrheit über Vcrinellcs ist glücklicherweise durch den Bericht des deutschen Hauptquartiers bekannt geworden. Man weiß also, daß der französische Bericht nicht nur mit maßlosen Ucbertrcibungen, sondern mit 'groben Un- tvahrbcitcn arbeitet, ein (untrügliches Zeichen der Schwäche.) Amtlich, ll llhr abends. Ein heftiger Angriff der Deutschen gegen Saint E l o y (südlich Ipern wurde zurückgeworscn. Ter Kamps im Argonnenwalde (und westlich davon ist immer noch sehr hcstig. Sonst ist michts Besonderes zu melden. Kein Brand in Ostende. Berlin. 10. Dez. Zu dem Gerücht über einen Brand in Ostende wird der „Dossischen Zeitung" gemeldet, daß sich die Nachricht von dem Brande nicht bestätigt. Ter Zustand ist unverändert. Andere Gerüchte, wie z. B. die Annahme von Tixmuiden durch die Verbündeten, sind', ebenso unbegründet. — Tas Wetter in Flandern war in der letzten Woche furchtbar. Ter Regen gestaltete, wie cs heißt, die künstliche lleberschwemmmig noch furchtbarer. Nach einer Meldung äußern sich die französischen Blätter pessi- niistisch über die Lage, wozu noch das Ausbleiben der Japaner komme. Ein englisches Flugzeug hcrabgeschoffeu. Amsterdam, 9. Dez. (W. B. Nichtamtlich.) Nach einer Blättcrmcldung aus London ist der Lord A n n e s l c v mit einem englischen Offizier während eines Fluges über Ostende von den Deutschen hcrabgcschossen worden. Der Ehef des französischen Admiralstabcs. Berlin, 9. Tcz. (Priv. Tel.) Tas „Bert. Tage.blalk" meldet aus Köln: Zum Chef des französischen Admiralstabs ist nach einer Meldung der „Köln. Ztg." Vizeadmiral Auguste Aubcrt, der tut Januar in den Ruhestand getreten war, ernannt worden. Feindliche Flieger über Freiburg. Fr ei bürg i. Br., 9. Dez. (WM. Richtamllich.) Wie das „Freiburger Tageblatt" meldet, erschiene» über der Stadt nachmittags 3'- Uhr, aus dem Westen kommend, wieder drei feindliche Flieger und wandten sich in per Richtung gegen Zähringeii. Auf diesem Fluge empfing sic heftiges Geschütz- und Gewehrseucr, durch das sic vertrieben wurden. Die von den Fliegern abgeivvrsencu Bomben richteten leinen Schaden an. . Unerhörtes Verhalten des belgischen Gesandten in Kopenhagen. Köln, 9. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Tie „Kölnische Zeitung" meldet aus Berlin vom 9, Dezember: Nach Meldungen auö Kopenhagen bringt das dortige Mittagsblatt „Aitenblad" cinJnter- view mit dem belgischen Gesandten in Kopenhagen, Allard. Ter Gesandte muhte bekanntlich die Geschichte von der Verstümmelung eines kleinen Mädchens durch deutsche Truppen selbst für unwahr erklären. Diese Feststellung ist bereits durch die Presse gegangen. Ter Gesandte sügte aber nach der Mitteilung des „Astenblads" ihinzu, er könnte belgische Kinder nennen, die während des Krieges verstümmelt worden seien, und auch den Ort angebcn, wo kleinen Mädchen die Hände abgehauen seien für kein geringeres Vergehen alS das Schwenken der belgischen Flagge. Er wisse den Namen einer ganzen Familie, Vater, Mutter und vier Kinder, die sämtlich von den Deutschen ermordet worden seien. Das jüngste Kind, ein Mädchen von 9*/» Jahren, habe er als Leiche gesunden und sah, daß der Vater im TodeSkampse sich über das Kind gctvälzt habe, um es mit seinem Körper zu schützen. Der Herr Gesandte des Königs Albert bei dem neutralen Täneniark ivird hierdurch aufgciordcrt, möglichst bald in grcisbarer Form Angaben zu machen, die er über angebliche deutsche Greuel zu besitzen vorgibt. Geschieht das nicht, so würden wir zu der Annahme gezwungen sein, das; der Gesandte sich einer gewissenlosen Verleumdung schuldig gemacht habe. Der Verbrauch von Stacheldraht in England. L o n d o », 9. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Ans New ?)ork wird gemeldet: Während der letzten Wochen sind ungeheure Mengen Stacheldraht verkauft worden. 'Es besteht solche Nachfrage, daß nicht nur alle bereits bestehenden Fabriken mit Polldamps arbeiten, sondern neue Fabriken zur Herstellung des Artikels eingerichtet werden. Vom Bnrenkriege. Berlin. 9. Dez. Die „B. Z." meldet aus Amsterdam: Der Führer oeS Aufstandes im westlichen Transvaal, General Beyers, ist, wie es heißt, tätlich verwundet worden. Er war vor der jetzigen Burenerhebung Oberbefehlshaber der südasrikanischen Bürgerwehr. Lyndon, 9. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Nach einer Reutermcldung ans Pretoria sind aus dem Streifzug Bothas bei Rcitz insgesamt etwa 8 20 Bnre n gefangen genommen worden. (Ob Reuter die Wahrheit sagt? Red.) Die Iren in den Bereinigten Staaten gegen England. London, 9, Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Wie die „Tailv Mail" meldet, veranstaltet der irische Arbeiterführer James Larki in den Bereinigten Staaten eine Propaganda gegen England. In einem Lotale Philadelphias hielt er eine Rede, in welcher er die Irländer aufforderte, Geld, Waffen und Munition nach Irland zu senden für den glorreichen Tag der Abrechnung mit England. Warum sollte Irland, jagte er, in diesem Krieg für Großbritannien lämpfen? Was hat Großbritannien jemals für unser Volt getan? Wir werden fiir die Zerstörung des briti scheu Reiches und die Aufrichtung einer irischen Republik kämpfen, aber nicht für die Erhaltung des Feindes, der 700 Jahre lang die Gefilde Irlands mit Verwüstung überlzog. Wir werden kämpfen, um Irland von der Umklammerung durch jene faule Ruine, genannt England, zu befreien. Bei diesen Worten brach das Publikum in stürmischen Beifall aus. Als der Vorhang ausginq, standen sich ans der Bühne mit den Massen in der Hand eine Kompagnie irischer Freiwilliger und eine Abteilung deutscher Ulanen gegenüber. Tie Kommandanten der ?lbtcilungcn kreuzten die Schwerter und schüttelten sich die Hände, während über ihnen deutsche und irische Fahnen entrollt würden und das Publikum die Wacht mit Rhein und God save Jreland sang. Aus Amerika. Washington, 9. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Präsident Wilson erklärte sich gegen eine Untersuchung derFragen der nationalen Verteidigung durch den Kongreß, da es unklug wäre und einen ungünstigen internationalen Eindruck wachen könnte, L o n d o n, 9. Dez, (WTB. Nichtamtlich.) Aus Washington wird unterm 7.Dezember gemeldet: Der Kongreß ist beute zusammengctretc». Morgen findet eine gemeinsame Sitzung statt, in der die Botschaft des Präsidenten verlesen wird. Der Staatssekretär Mc Adoc wird an Ausgaben 7598 Millionen Pfund fordern. Der Voranschlag ist über 6 Millionen niedriger als im letzten Jahre. Das Marine- departcment fordert 29 Millionen und die Heeresverwaltung 20 Millionen. Das Flottenprogramm sicht den Bau zweier Schlachtschiffe, eines Oelschisses, sechs Zerstörer, eines Kanonenbootes und etwa acht Unterseebooten vor. Der Senat nahm eine Entschließung an, in der der Sekretär des Haw- dclsdcpartcments aufgefordert wird, über die Menge der nach Canada und an die kriegführenden Mächte in Europa zur Versendung gelangenden Waffen und Munition zu berichten. Brhan kündigte an, daß sich die Forc River Scksiffsbaugeselk- fchaft den Wünschen des Präsidenten Wilson unterwerfe und keine Unterseeboote für die Kriegführenden in Europa bauen wolle. Ei» „offenherziger" Meinungsanstausch zwischen Japan und Ehina. Tokio, 9.Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Der Minister des Acußern Cato sagte im Abgeordnetcnhause, daß die Beziehungen zwischen den Verbündeten und den Neutralen in allen wichtigen Fragen befriedigend seien. Ein offenherziger Meinungsaustausch habe zwischen Japan »und China wegen Kiautschaus stattgefunden. Die chinesische Regierung habe die Lage völlig begriffen. Cato dankte »den Unionstaaten für ihre Bemühungen um die Freilassung »der in Deutschland gefangen gehaltenen Japaner. * * * Eine Stimme aus der deutschen Schweiz. Wien, 9. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Die „Reichspost" erhält von einem Schweizer Publizisten eine Zuschrift, in der es heißt: Wenn in der deutschen Schweiz die Herzen auch bei Deutschland und Oesterreicki-Ungarn sind, so bestreben wir uns doch, neutral zu sein. Leider ist es bei unseren welschen, das heißt unseren französisch sprechenden 'Landsleuten in der Westschweiz nicht so. Ihre Presse ist viel zu sehr von der französischen abhängig. So kommen sie auch zu harten, ungerechten Urteilen über Oesterreich. Sie sind hauptsächlich erbost über die Verletzung der belgischen Neutralüät und deklamieren gegen den deutschen Militarismus, als ob nicht die deutsche Woffentüchtigkeit und die heldenmütige österreichische Tapferkeit aller Volksstämme auch für uns einen Damm bilden loürde gegen die östliche Barbarei. Aber glaubt es uns, Oesterreicher, wir Schweizer gedenken Eurer Tapferkeit und unermeßlichen Opfer. Wir ziehen ehrfurchtsvoll den Hut vor Eueren Taten. Wir Republikaner beten für Eueren alten Kaiser, der alles getan hat, um das Unglück zu vermelden. Seid versichert, Oesterreicher, daß es auch bei uns Männer und Jünglinge gäbt, die lieber mit Eueren Tirolern und Steierern zum Sturme vorgingen, im Wetteifer, wer Besseres zu leisten imstande wäre. Ja wahrhaftig, wie die Deutschen, habt Ihr nächst Gott keine als die eigene Kraft. Go« erhalle Franz den .Kaiser, segne Euere »-'Laff-N ,md gebe Eueren Kämpfern Zuversicht und Todesmut wie bisher. Er sei mii den Verwundeten, den Gefangenen und den Verwaisten. Das Zusammenhalten der Deutschen im Auslande. Berlin, 9. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Wie die kaiserlich deutsche Gesandtschaft in Lima mitteilt, hat sich gleich nach Ausbruch des Krieges in Peru ein Hauptausschuß der Roteu-Krcuz-Hilfe gebildet, der durch die Vermittlung der deutschen Uebersecischeu Bank dem Zentralkomitee des Roten Kreuzes 20000 Mark übersandte. Da innerhalb der Kolonie, die eine so anerkennenswerte Opserwilligkeit zum Ausdruck bringt, monatliche Sammlungen veranstaltet werden, wobei die deutschen Frauen eine besonders rege Tätigkeit entfalten, so besteht nach dem Bericht des Konsulaten die Ansicht, daß bald weitere Spenden folgen werden. — Dieses treue Zusammenhalten aller Deutschen im Auslande macht uns zukunftsfroh und stolz. Eine Antwort des türkischen Kammerpräsidenten. Berlin, 9. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Auf die von dem Präsidenten des Reichstags Dr. Sittern p f an den Präsidenten der oLmanischen Kammer gesandte Sympathiedepesche ist folgende Antwort eingegangen: Ich habe mit stolzer Genugtuung die Depesche empfangen, die Eiv. Hoch wohlgeboren mir gesandt haben, um die Gruse des heldenmütigen deutschen Volkes zu überniitteln, das die Welt durch seine vaterländische Gesimumg »und seine bewunderungswürdige Tapferkeit in Erstaunen gesetzt hat. Im vollen Bewußtsein der Gefahr, die ihrer Existenz schon durch die Möglichkeit uneingeschränkter Entfaltung einer tlirannischen Herrschaft der Russen und ihrer Verbündeten drohen würde, hat die Türkei nicht gezögert, ihr Geschick mit dem des glorreichen deutschen Reiches zu verbinden/ Ew. Hochwohlgeboren kann ich schon jetzt der ungeteilten Znstim- mlmg der osmanischen Deputierlenkammer zu dem vom Reichstag bekundeten Gelöbnis versichern, in diesem Kriege durchzuhalten, bis ein dauernder Friede für uns und die kommenden Generationen erlangt ist, in der Zuversicht, daß unsere Streitkräfte zu Lande und zu Wasser siegreich aus diesem Heldentämpse hervorgehen werden. Ew. Hochwohlgeboren danke ich namens der osmanischen Deputierten, denen ich! den Inhalt Ihrer Depesche bei der nächsten Eröffnung unserer Kammer mit Vergnügen übeimitteln werde. Der Präsident der Kammer der DepiNierten: Habil. Die Finanzlage Italiens, Rom, 9. Dez. (Kammer.) (WTB.) In der Beratung des F i n a n z g e s e tz c s erläuterte Schatzminister Carcano vor der Kammer die Finanzpläne. »Ter Finanzplan für 1913/14 weist ein Aktivsaldo von 19 Millionen aus. -Bezüglich! des Budgets 1914/15 hob der Minister hervor, daß der Weltkrieg eine »Vermehrung der Ausgaben nötig mache, während die Einnahmen Verminderungen aufzuweisen hätten. Die Vermehrungen der Ausgaben beträfen säst völlig die militärisäien Ministerien, denen ein Knifft von ungefähr einer Milliarde durch» finanzielle Maßb nahmen gewährt lourde, Maßnahmen, die teils erst kürzlich an- genomlnen worden, teils in deni zur Besprechung stehenden Gesetzentwurf über die Bewüligung »weiterer sechs Budgetzwölftel an die Regierung enthalten seien, Tie Vermehrung der Einnahmen werde voraussichtlich ungefähr 100 Millionen betragen/ Der Minister bat um die Ermächtigung, gegebenenfalls den Kredit in Anspruch zu nehmon^ Ter »SchatzMiinister erklärte werter, das Budget für 1915/16 zeige ein Aktivsaldo von ungefähr 46 Millionen; er glaube, daß, man ein solches Gleichgewicht durch Ersparnisse und Ver- einsachungen in der Verwaltung sicherstellen könnte. Es seien Kredite in Höhe von 222 Millionen für öffentliche Arbeiten gewährt, um' für die zirrückgckehrten Auswanderer und öd« Arbeitslosen sorgen zu können. Ter Minister wies auch aus die ausgezeichnete Lage der Depositenkassen und Sparkassen hin; die Einlagen bei der Post und sonstigen Sparkassen nahmen in ersieulicher Weise zu. Der Minister wies weiter darauf hin, daß die Tätigkeit und das Vertrauen wiederkehren und das nationale Wirtschaftsleben in fühlbarer Weise sich zu bessern beginne, wozu auch die Regierung durch eine Reihe von Maßnahmen mitgewirkl habe. Der Minister wies außerdem auf die gute Lage und die nützliche Arbeü der Emissionsinstitute hin und schloß: Unsere an Beispielen patriotischen Opfermutes so reiche Geschichte läßt guten Grund zu der Hoffnung, baß es auch in dieser Stunde an opferwilligem Zusammenarbeiten aller Mitbürger nicht schien wird. Infolgedessen sind wir mehr als je des festen Glaubens, daß alle in brüderlicher Einigkeit dazu beitragen werden, der Regierung Mittel zu geben, damit sie ihre überaus großen Pflichten gegen das Vaterland erfüllen kann. Die Rede des Ministers wurde mit lebhaftem Beifall ausgenommen und der Minister von seinen Kollegen und den Abgeordneten lebhaft beglückwünscht. Aus dem Reiche. Stuttgart, 9. Dez. Der König und die Königin haben dem Staatsanzeiger zufolge dem RotenKrenzIO 000 Mk. und 4000 Mark als Beisteuer zu den in den württembergischen Lazaretten geplanten Weihnachtsfeiern überweisen lassen. An» Stadt und Land. Gießen, 10. Dezember 1914. Auf dem Felde der Ehre gefallen. (Aus Hessen und den Nachbargebieten.) Vizeseldwebel Jakob Bernhardt, Rel.-Jns.-Rgt, 83, aus Naunheim. — Res. Wilh. Rain, Jns.-Rgt. 118, aus Albshamen. — Oisiz.-Stellv. und Postassistent Wilh. N e n r o t h, Jns.-Rgt. 118, aus Groß-Bieberau. — Res. Adani Baltz, Jnl.-Rgt. 118, aus Herchenrod«. — Landwehrmaun Adam Keil IV., Jns.-Rgt. 118, aus Affolderbach. — OIfiz.-Slel>v. und Kreisgeometer Heinrich Weber, Jns.-Rgt. 136, aus Butzbach. — Landwehrmann Karl Bachmann, Jns.-Rgt. 116, ans Villingen. — Landwehrmaun Johs. Göbel aus Psordt. — Oberl. d. R. Karl Hummel Edler von Hasjenfels, K. K. östr. Landw.-Jns.-Rgt. 6, Direktor der Filiale der Plälzischen Bank in Wornis. — Kriegs- ireiw. Georg Eugen Alx, Jns.-Rgt. 188, aus Offenbach a. M. — Schulverwaller Karl Schäl aus Darmstadt. — Res. Karl Zell, Pionier»Bat. 25, aus Ehriugshausen. — Res. Heinr. Fis cher, Res.-Jns.-Rgt. 116, aus Friedberg. ** Ritter des Eisernen Kreuzes: Salnitäts- feldtvebel Friedrich Baiser, 9. Feldlazarett 18. Armeekorps aus Gießen (Sohn des Saaritätskolormenführers Balser). Land. med. Fritz C l o tz, Sanitätsnirterosfiz-ier im Jns.-Regt. 239 aus Wölfersheim bei Friedberg. Tambourgefreiter Otto aus Wetzlar, Inf,-fliegt, 116. Gefreiter Milan Rosenthal aus Wetzlar. Usfz. Spenglermeister Friedrich Rum bolz aus Wetzlar. Usfz. Kreisbanamtstechniker Gg. Steinb ach aus Wetzlar. Usfz. Fritz User aus Garbenheim. Assistenzarzt Dr. Flecken stein, Jns.- Regt. 168. Bergassessor Kurt Fell er ans Weilbnvg, Lentn, d. R. im Fußart.-Reqt.9. Wilhelm Feller ans Weikbnrg, Lenin, d. R. im Futzart.-Regt.3. Feldtv-ebel pan Eick ans Diez, Res.-Jnf.-Regt. 89. Gerichtsreferendar Max Sauerdorn ans Montabaur, Lentn. im Res.-Fußart-Regt. 8. Gefr. d. Landlv. Karl Heller aus Herborn und Gefr. Ferd. Meckel aus Burg, Res.-Jnf.-Megt.81. ** Der unausgebildete Landsturm II. Aufgebots ist durch Kaiserliche Verordnung vom 27. November aufgerufen worden. Der Ausruf bezweckt einstweilen nur die Eintragung in die Landsturmrolke. Die Ersatzkommission des Kreises Gießen macht in der vorliegenden Nummer die Bestimmungen betr die Meidling, zur Landsturmrolle bekannt. ** Ausstellung von Zeugnissen zumZwecke der Heereslieferungen. Bekanntlich hatte der pren- sische Kriegsminister jüngst angeordnct, daß Angebote auf Lieferungen für den Hceresbedarf von solchen Bewerbern, die der Heeresverwaltung aus bisherigen Gcschästsverbin-I düngen noch nicht bekannt sind, nur dann berücksichligt werden, wenn ein Zeugnis der zuständigen Handelsoder Handwerkskammer darüber vorliegt, daß der Anbieter zuverlässig und leistungsfähig ist und dem Geschäftszweige angehört, aus dem er die Ware anbietet. Die nun bei der Ausstellung solcher Zeugnisse hcrvorgetrctencn, Schwierigkeiten haben ans Anregung der Handelskammer Berlin das Kriegsministerium veranlaßt, die Ausführung seiner Verfügung nach d er Richtung anzuordnen, daß die schriftlich einznreichenden Angebote aus bestimmte Waren und an bestimmte Adressen zu lauten haben, an die zuständige Handels- oder Handwerkskammer zu senden und von dieser nebst dem von ihr ausgestellten Zeugnis an diejenigen Militärbehörden weiterznleiten sind, bei welchen der Anbieter an- zubiclen wünscht. ** Tuck and Sons. Die Ansichtskarten-Firma Tuck and Sons, London und Berlin, die übrigens deutscher Her- tiinft ist, deren Inhaber sich aber Sir Adolph- bezw. Gustave nennen, ist so geschäftstüchtig-, oaß sie in Deutschland Bilder von Kaiser und Kronprinz und ähnliche patriotische Ar° titel, im Anslande -aber de nt sch,- fe in »dl i che Kriegs- bilder vertreibt. Die Nntzanwendung aus dieser Tatsache zu ziehen, muß unseren Lesern üderlassen sein. " Wie wir diesmal Weihnachten s e i e r n sollen, das ist, so schreibt uns ein Leser, in dieser großen Kriegszeit eine Frage, die auch die Beivohner unserer Dörser rege bcschästigt. „Ernst »nd geniesten, würdig und hehr!" hieße die einsache Ant» wort. Tamil ist die Hauptfrage aber nnbeantwortel geblieben: Machen wir einen C h r i s! b a u in? Ich habe mir die Mühe genommen und über ein Dutzend Kinder beiraqt, die alle im vorigen Jahre einen Cbristbanm hatten: „Macht ihr in diesem Jahre einen Christbaum?' — .Nein!' war in allen Fällen die Antwort. — „Und warum nicht?" — „Ei, weil es Krieg ist!^ — Run, das Chrislbaumschmücken ist eine Gemütssache, aber eine deutsche. Wir billigen den Ernst in den Familien, daraus der Krieg bereits seine Ocher gesordert. Aber sollen denn alle unsere Landkinder den Chrislbanm entbehren, weil es Krieg ist? Die Kinder können ja doch nicht den Ernst des Weltkrieges ermessen. Unseren tapseren Helden draußen im Felde soll ja auch der Weth- nachtsbamn brennen, ebenso den Verwundeten und Kranken in den Lazaretten. Da dürfen unsere Kleinen nicht leer ausgehen. Aus dem Lande ist das Ehristbanmschmücken so keine allgemeine Sache wie i» den Städten. Bleiben die ohnehin schon wenigen Bäumchen ans, dann sehtt der Christbanm diesmal ganz zu Weihnachten aus dem Lande. Und die Christbäume in den Kirchen? Sollen di« auch unterbleiben? Damit stellen wir eine Frage, die hoffentlich ihre gerechte Beantwortung findet. ** Lichtbilder-Bortr»a.g. Nochmals sei ans den heute abend 8 Uhr in oer neuen Llula »der Universität statt- findenden Lichtbild ervor tr ag , dessen Reinertrag vaterländischen Zwecken dient, hingewiesen. ** Die Kriegerkameradschaft Gießen sandte laut Beschluß des Vorstandes an die von hier im Felde -stehenden Truppen 2500 Zigarren. ** Die Bezirkssparkasse Gießen gibt rm Anzeigenteil bekannt, daß auch in diesem Jahre eine Prämiierung» von »D i e n st b o t e n des Sparkassenbezirks beabsichtigt ist. ** Postscheckverkehr. Vom 15. Dezember ab werden die deutschen Postscheckämter den Ueberwcisungsverkehr mit den schweizerischen Postscheckbureaus wieder ansnehmen. Die Kontoinhaber erhalten dadurch auch während des Krieges die Möglichkeit, in gleicher Weise, wie cs im Verkehr mit Oesterreich, Ungarn und Luxemburg der Fall ist, bargeldlose Zahlungen nach der Schweiz in Austrag zu geben und von da zu empfangen- Kreis Schotten. X Rebgeshain, 8. Dez. In der Hofreite eines hiesigen Motorsägebesitzers brach in den heutigen Morgenstunden ans noch nnausgetiärtc Weise Feuer aus. Obwohl die hiesige und auch Feuerwehren aus den Nachbarorten alsbald an der Brandstätte waren, fiel die Hosreite in Asche. — In den Nachbarwaidunqcn von Köddingen wird zurzeit Holz geschlagen, das zum Erbauen von Baracken sür Gefangene verwendet werden fall. Starkenburg und Rheinhrssen. ft- Mainz, 9. Dez. In der heutigen Sitzung der Stadtverordneten widmete der Oberbürgermeister dem verstorbenen Ehrenbürger Landgerichtsdirektor Dr. Bockenheimer einen warmen Nachruf. Die Stadtverordneten erhoben sich zunr Angedenken an den Verstorbenen von ihren Plätzen. — Auf bcml Tische des Hauses lag als einziger Ueberrest des stolzen Kreuzers „Mainz" ein Rettnngsgürtel des Schiffes, der auf der Insel Borkum angetrieben und ausgesischt imirde. Der Rettungsgürtel zeigt mehrere Schnßstellen. Er wurde auf Wunsch des Oberbürgermeisters von dem Kommandanten der Insel der Stadt zur Verfügung gestellt und kommt ins städtische Museum. — Denr Wiener Hilfskomitee zur Unterstützung Reichsdeutscher lourde eine Beihilfe von 200 Mark bewilligt. — Für die im Kriegsdienst stehenden Fahrbediensteten der Straßenbahn und städtischen Arbeiter wurde eine Weihnach-tsgabe von je 10 Mark, im ganzen 4000 Mark bewilligt. Hessen-Nassau. -w. Kirchhaiu, 9. Dez. Ter Vorstand des Frauenvereins vom „Roten Kreuz" hier gibt bekannt, daß die Truppen» verpstegung auf hiesiger Station eingestellt worden ist, und spricht allen gütigen Gebern seinen Dank aus. Sobald aber das Bedürfnis sich wieder ergeben sollte, wird die Verpflegung in vollem Umfange wieder ausgenommen werden. In den eingerichteten Strickabenden wird eitrig gestrickt sür die Weihnachtspakete, welche zum Teil schon abgesandt sind. Auch die Krieger-, Gesang- und Turnvereine wetteisern in der Absendung von Liebesvnketen an ihre Mitglieder, welche im Felde stehen. — Eine Trauernachricht traf wieder hier ein, welche Johann Sprenger und H. Hormel als geiallen meldete, ebenso ist der bisher als vermißt gehaltene Ehlers als gesallen gemeldet worden. Im ganzen sind bis jetzt von hier 12 Mann als gesallen und noch zwei als vermißt gemeldet. „ . _ h Frankfurt a. SD!., 9. Dez. An der Kreuzung der Fahr- gasse mit der Branbachstraße wurde der 11jährige Sohn des Heizers R e i b l i n g von einem Kraftwagen überfahren und gelötet. — Ein überaus rasch iahrendcS Rote Kreuz-Automobil überrannte heute in der Schloßstraße einen siebenjährigen Schüler. Obwohl die Räder dem Jungen über Brust und Leib gingen und der Kleine sürchtcrlich schrie, passierte ihm, wie sosort im nahen ElisabethenkrankenhauS seslgestellt wurde, nicht das g e r i n g st e. Der Junge konnte sich allein nach Hanse begeben; nur der Schulranzen hatte etwas gelitten. h Breitenbach, 9. Dez. Am Geburtstage seiner 90jährigen Mutter wurde der 68jährige Landwirt Johannes Stein, ein Rriegsveleran von 1870/71, von seinem durchgehenden Gespann überfahren und zu Tode geschleist. b. B a d H o in b u r g v. d. H., 9. Dez. Die Stadtverordn c t c n v e r s a in ni l u n g genehinigic in gehcinier Sitzung einen Magistratsantrag ans Verstaatlichung des Kaiserin Friedrich-Gymnasiums. Der städtische Zuschuß beträgt jährlich 30 000 Mark; außerdem verpflichtet sich die Stadt, aus einem geeigneten Baugelände ein neues Gynmasialgebäubc zu errichten. Tie mit dem Gymnasium bisher organisch verbundene Realschule bleibt als selbständige Lehranstalt weiter bestehen. Schwurgericht. th. Gießen, 9. Dez. Vor dem Schwurgericht wurde vorgestern gegen das noch unbestrafte 23 Jahre atte Dienstmädchen Katharine Goetz aus Butz- hach wegen Kindestötung verhandelt. Tie Anklage vertrat Gerichtsassessor Knauß: die Verteidigung sührte Rechtsanwalt Schenk v. Schweinsberg. Es waren 13 Zeugen und als medizinische Sachverständige Mcdizinalrat Tr. Ncbl-Fricd- derg und Professor Dr. Berliner -Gießen zu hören. Tic Angeklagte war geständig, ihr am (5. Juli in Butzbach un ehelich geborenes Kind gleich nach der Geburt getötet zu haben, lieber den Grund der Tat kann oder will sie keine Angaben machen. Tie Angeklagte hat ihr neugeborenes Kind zuerst durch ein Tacki- senster in die Regentrause geworfen. Als Gesellen ihres Dienst- Herrn aus das Gewimmer des armen Gcschöpschcns aufmerksam wurden und es retteten, und als der Dienstherr, der den Sachverhalt erkannte, der unnatürlichen Mutter ihr Kind in die Kammer zurückbrachte, tötete diese es durch Verwundungen mit Glas scherben und durch Ersticken in einem Bcttkolrer. Durch die Vernehmung der Zeugen ist sestgestellt, daß die Angeklagte eine beschränkte Person ist. sachverständiger Mcdizinalrat Tr. Ncbl ist cbenjall., der Ansicht, daß man cs in der Angeklagten init einer sehr beschränkten, Willensschwächen Person zu tun hat, welcher Ilmstand bei Abmessung der Strafe mildernd in Rücksicht zu ziet>en sei. Gleichwohl sei die Goctz sür ihre Tat strasrechtlich verantwortlich zu machen. Professor Tr. Berliner hat die Angeklagte in der Klinik längere Zeit beobachtet. Tie hochgradige Beschränktheit der Goetz, die ebensalls unehelich auf die Welt gekommen ist und deren Mutter schon geistig minderwertig >var, in Verbindung mit der seelischen Erregung, in welcher sie sich bei der Tat befand, läßt es nicht ausgeschlossen erscheinen, daß sich die Angeklagte in einer krankhaften Storung ihrer Gristestätigkeit befand, durch welche bei Begehung der Tat ihre freie Willcnsbestimmung ausgeschlossen ivar. Ter Sachverständige erklärt, c-s könne diese Frage weder besaht, noch verneint werden, so daß er sein Gutachten dahin abgibt, daß es sich um einen Fall handelt, der sich auf der.Grenze bewegt. An die Geschworenen werden die Schuldiragen wegen K i n d c s l ö t u n g und die Frage nach mildernden Umständen gestellt. Gerichtsassessor Knauß schildert kurz den Tatbestand der Anklage. Es unterliege nicht dem geringsten Zweifel, daß die Angeklagte ihr uneheliches Kind in oder gleich nach der Geburt getötet hat. Es handelt sich für den Richter um die Frage, ob die Angeklagte. ,zur Zeit der Begehung der Tat sich in einem Zustande der Bewußtlosigkeit oder krankhafter Störung der Gcistestätigkeit befand, durch welche die freie Willensbestimmung ausgeschlossen war. In diesem Punkte seien sich die gehörten beiden Sachverständigen nicht einig. Es habe aber der Richter die Pflicht, aus Grund der Bcweisaufnahme in der Sache selbst zu entscheiden und wie der Richter ein unbcschworenes Zerignis, als beweiskrästiger im Urteil bewerten könne, als rin unter Eid abgegebenes, so müsse man im vorliegenden Fall selbständig prüfen. Dabei würden die Geschworenen nach Lage der Verhältnisse dem Medizinalrat N e b l Recht geben, wonach die Angcktagte für verantwortlich zu erklären ist. Es kam der Angeklagten daraus an, das Kind zu beseitigen, weil die Mutter ihr im voraus erklärt halte, sic werde die Last, das Kind zu ernähren, nicht übernehmen Es gehe nicht an, die Angeklagte sür die begangene Tat straflos ausgehen zu lassen, was geschehen müßte, wenn man der Ansicht des Professors Berliner beitreten wollte. Ter Vertreter der Anklage tritt dafür ein, die Schuldsrage zu bejahen, aber auch das Vorliegen mildernder Umstände als vorliegend anzunehmen. Ter Verteidiger Rechtsanwalt Schenk v. S ch w e i n s b e r g ist über die Frage der Tat mit dem Vertreter der Anklage einig. Er stellt sich aber aus den Standvunkt des Sachverständigen Professor Dr. Berliner, der als Sachverständiger einen Grcnzsall des 8 51 des StrG. als gegeben annimmt, wonach eine strafbare Handlung als nicht vorhanden angenommen werden muß. Ter W a h r s p r u ch der Geschworenen lautet auf Kindes- tötung unter Zubilligung mildernder Umstände. Gcrichtsassessor K n a u ß beantragt eine Gefängnisstrafe von 2 Jahren und sechs Monaten, worauf die Untersuchungshaft als verbüßte Strafe in Abrechnung zu bringen sei. Der Verteidiger bittet auf die Minimalstrafe von 2 Jahren Gefängnis zu erkennen. — Ter Gerichtshof erläßt Urteil aus 3 Jahre Gefängnis unter Abrechnung von 1 Monate der Untersuchungshaft aus die Strafe. Die Angeklagte erkannte die Rcchtskrast des Urteils an. vermischte». * Ter Herzog a n d ie M ä gd e l e i n. Man schreibt der F. Z. ans Braunschiveig: Einige junge Mädchen aus Fallersleben hatten dem Verzog von Braunschweig eine „Liebesgabe" in Gestalt von Zigarren ins Feld gesandt. Daraufhin erhielten sic folgenden launigen Bescheid vom Generalkommando des 10. Armeekorps : , ; „Ihr lieben kleinen Mägdelein! Ihr habt so schöne Zigarren an den verzog gesandt: aber kch habe sie geraucht, dieweil er nur Zigaretten raucht. Grüß euch Gott, ihr lieben Kleinen! Gruß und Kuß! v. Winterfeldt, Vauptmann im Generalstabe." Ter verzog selbst hatte aber darunter geschrieben: „Es stimmt: er hat sie geraucht: aber ich gönne sie ihm. Er hal's verdient, Herzlichen Tank! Ernst August," * Soldatenabhärtung bei den Römern. Unt die römischen Soldaten zu außergewöhnlichen Marschleistungen, fähig zu machen, gewöhnte man sie daran, mit voller Ausrüstung gleichsam im Lausschritt zu marschieren, in fünf Stunden zwanzig, zuweilen sogar vierundzwanzig römische Meilen zurückzulegen, also bis zu 45 Kilometer (?). Bei solchen Märschen ließ man sie Lasten im Gewicht von 60 Pfund tragen. Sic mußten sich auch in der Gewohnheit üben, in voller Rüstung zu lausen und zu springeiu: Zu den llebungen wurden Schwerter, Wurfspieße und Pfeile gebraucht, die doppelt so schwer waren wie die gewöhnlichen Waffen. Man stellte im alten Rom sogar den Tanz in den Ticnst der Kriegskunst. SaUust lobt Pompejns, weil er ließ sorang und eine Last trug, ivie nur je ein Mann seiner Zeit. Jedesmal, wenn die Römer sich in Gefahr glaubten, oder wenn sie einen Verlust wieder einbringen wotttcn, war es bei ihnen stehender > Gebrauch, der Manneszucht einen besonders starken .Halt zu geben, As sie die Lattner bekriegten, ein ebenso kampfgeübtes Volk wie I sie selbst, war Manitus vor allem darauf bedacht, die Autorität des Befehls unerschütterlich ausrechtzuerhalten, Er ließ seinen Sohn hinrichtcn, der ohne seinen Befehl gesiegt hatte. Nachdem sie bei biumantia besiegt waren, entzog Scipio Aemilianus ihnen zunächst alles, was sie verweichlicht hatte. Er verkaufte all' Lasttiere des veeres, jeder Soldat mußte für dreißig Tage Getreide und 7 Schanzpfähle tragen. Sulla ließ die Soldaten seines Veeres. die vor dem Kriege gegen Mithridates zurückschrecktcn, io tüchtig arbcften, daß sie den Kamps als Ende ihrer Beschwerden forderten. Leute, itxie in solcher Weise abgehärtet wurden, waren gewöhnlich gesund. Wenigstens berichten die alten Autoren nichts davon, daß die römisckzen Heere, die in jo vielen Himmelsstrichen Krieg führten, besonders stark durch Krankheiten litten, während es in späteren Zetten vorkam, daß .Heere, ohne gekämpft ,z» luiben, in einem Feldzuge sozusagen zerschmolzen. Jeder Römeirs kräftiger und kricgsgeübter als sein Gegner, rechnete immer aut sich selbst: er besaß von Natur Mut, d. h. jene Tugend, die aus den: Gefühl der eigenen überlegenen Kraft beruht. Ta nun die römischen Truppen von den zeitgenössischen am besten diszipliniert waren, so kam- es selten vor, daß sie sich auch nach einem nnglück lieben Kampfe nicht wieder irgendwo sammelten. Machten sie auch einmal von der Zahl oder dem Ungestüm der Gegner über wättigt werden, so wußten sie doch schließlich ihren Händen d.'ir iSicg zu entreißen. Ihr Hauptaugenmerk war darauf gerichtet, zu selzen, worin der Gegner ihnen etwa überlegen sein konnte, sund dami sorgten sie zunächst für diesen Punkt. „Ter Krieg war /•für sie eine Denkübung, der Friede eine Leibesllbung," beincrkt ! treffend Mpntesglffen in seinen Betrachtungen über die Ursachen der Größe de: Römer und ihren Verfall. Niemals bereitete ein Volk den Krieg mit größerer Umsicht vor und führte ihn mit größerer Bclzerztheft. 1 vanvel. Zuckerrüben für Spiritus. Von seiten der landwirtschaftlichen Brenner ist eine starke Bewegung im Gange, statt Kartoffeln Zuckerrüben während der Kriegszeit innerhalb des gesetzlichen Durchschnittsbrandes zu Spiritus zu verarbeiten. Dem Bundesrat liegt bereits ein diesbezüglicher Antrag zur Genehmigung vor. Ter Verband deutscher HanfindUstrteller hat beschlossen, sofort eine Preiserhöhung sür Bindegarne irm l4 Pf. netto, für alle andern Garne mir 20 Pf. brutto cintreten zu lassen. Märkte. V i e h b o i - AI a r k t b e r i ch t vom 9. Tez. PO. Wiesbaden. Austrieb; Rinder 116 Kaller 203, Schale 15, Schweine 361. Geschält mittel, geräumt. Ochsen. Dollfleilchige, ausgemältete, höchsten Schlachtwerte? im Alter von 4—7 Jahren . . . Junge, fleischige, nicht auSgemästele und älter« aiisgemästete............ Mäßig genährte jungeund gut genährte ältere Bullen. Vollfleilchige. ausgcw. höchsten Schlachtm. Bollfleischige, jüngere......... Färsen. R ii he. Bollfleischige, ausgeniästete Färsen höchste» -chlachtwertes............ Bollfleischige auSgemästele Kühe höchste» Schlachtwertes bis zu 7 Jahren .... Weiiig gut entwickelte Färsen...... Kälber. Feinste Mastkälber.......... Mittlere Plast- und beste Saugkälber . . . ringe Saugkälber.......... Schafe. Weldeinastschase: Masllämmcr »nd Masthainmel.... 4l,l>< Geringere Masthainmel und Schale . . . illeltere Masthainmel, gut genährte junge Schafe und geringere Masllänimer . , . Sck> wci» e. Bollsteischige Schivcine von 80 bis 100 kg Lebendgewicht........... Pollfleischige Schweine unter 80 kg Lebendgew. Bollfleischige Schweine von 100 bis 120 kg Lebendgeivicht........... Vollsteifchige Schweine von 120 bis 150 kg Preise für 100 Pso. Lebend- Schlachtgewicht. Alk. Mk. öl—55 93-102 48—50 43-47 88-93 81—87 42—46 38—42 75—82 66—75 48—54 83—98 37-45 40-46 68-86 74-86 60-00 60—54 33—45 100—00 83-90 65—74 1—00,00 34—00 86-00 76—00 00-00 00-00 54'/,-56 54-54'/, 70—72 69-70 56-57'/, 70-72 54—55 68-69 Tie Marktpreise für Vieh und Frucht und die Gicßeuer Fleisch» und Brotpreise am 7. Dezember 1914. Schlachtviehpreise m Franks urt a. D!. Fleischpreise in Gl eße n Ochsen Kälber Schweine 50 Kg. Schlachtgewicht 85—105 Alt. >/, Kg. Schlachtgw. 63—85 Pf. 7. , . 74-77 . Kg. 86-96 Pfg. 7, . 80-84 . 7, . 80-96 . Getreidepreise in Mannheim Brotpreif« in Gießen: Weizen 100 Kg. 00.00-00.00 Mk. Roggen 100 Kg. 23.60- 00.00 Mk. Weißbrot 2 Kg. 68 6,,. Schivarzbrot 2 Kg. 64 Big, Lingcsanvt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Mehr Zutrauen. Die Sammeltätigkeit und Arbeit sür das Rote Kreuz wird leider durch mancherlei ungünstige Gerüchte über dasselbe erschwert. Wie haltlos solche sein können, auch wenn sie scheinbar auf sicherer Grundlage beruhen, zeigt das folgende: Kommt in einer Gemeinde das Gerede auf. die mit viel Opfer- willigteit gespendeten Gaben würden verschleudert, der Unternehmer einer Truppenspeiseanstalt würde daraus so bezahlt, daß derselbe in der Regel an einein Spcisungstag einen Reingewinn von 600 Ibis 700 Mark einstecke. Daran, daß die Angabe richttg ist, sei gar nicht zu zweifeln: „Es hat'S einer geschrieben, der es wissen muß, einer, der bei der Bahnhosswache steht, einer, der's dirett vom Bahnhosskommandanten hat." Ta ist der Brief, schwarz aus weiß, mit der Bitte: „Gebt j a n i ch t s m e h r f ü r s R o t e K r e u z." Tie Folge kann man sich denken: In der Gemeinde und mehr oder weniger auch in den Nachbardörsern verwünscht ein jeder, daß er je etwas gespendet und hält von nun an den Beutel zu. Und was war daran Wahres? Nichts! Ter Beweis ist schnell gesiihrt: das Rote Kireuz bat mit der betr. Msiitärspciseanstalt nichtdas Gering st c zu tun, es hat niemals Truppenspeisun- gen durch dieselbe bezahlt, sondern das ist und war stets Sache der Militärverwaltung, Also: trotzdem „er's wissen muh", trotzdem „er bei der Bahnhofswache steht", trotzdem „er's direkt vom Bahnhosskommandanten hat", er hat doch ein törichtes Gerede weitergegeben, hat nicht genug geprüft, sondern am Ende noch vergrößert und aus einem: „es soll sein", ein: „es ist" gemacht. Wann lernt wohl unser Volk seine Worte ettvas auf die Wagschale zu legen, wann lernen tvenigstens die Männer das Schwätzen verachten? Aber die Unüberlegtheit im Reden ist ja nur der eine Grund dafür, daß solche Gerüchte sich so leicht verbreiten. Wenn das besonders in den Landgemeinden allem Außergewöhnlichen gegenüber austretende Mißtrauen nicht wäre, dann fehlte dem ansgestreuten Samen des bösen Geredes der fruchtbare Boden. Nichts ist davor sicher, nichts scheint dagegen zu helfen. Vor keiner Person macht es Halt, durch keine Maßnahme wird cs beschivichtigt. Eine Kontrolle durch ruhig erwägende, prüfende Kritik ist nur zu loben, aber das nörgelnde, „den Andern alles böse z u t r a u e n" ist nichts Gutes, ist nur der Ausfluß einer kleinlichen Denkweise, die unserer Zeit ganz unwürdig ist. Wann wird man lernen, das stete Mißtrauen zu unterdrücken, und alle Fehler, die man zu erkennen glaubt, in Ruhe bei solchen Personen vorzubringcn, die im Stande und gewillt sind, die Sachlage zu prüfen und gegebenenfalls Abhilfe zu schassen? -rr- Briefkasteir der Redaktion. Mnonyinc Anfragen bleiben unberücksichtigt.» £. 8. in ®. Es handelt sich aller Wahrfcheinlichkeit nach um den Ort St. Sa nv eur. Nun existiere» aber allein in Frankreich vier Orte dieses Nainens. In der nächsten Nähe von Lille liegt jedoch keiner von dielen. Ter Alias verzeichnet aber einen Ort gleichen Namens in Belgien. Provinz Hennegau, der in westlicher Richtung von Liste mindestens 40 Km. entternt liegt. Um diesen dürfte es sich der Sachlage „ach wohl Handel». Besuche von An- aehörige» in Kriegslazarette» sind ausgeschlossen; doch werden die Verwundete» mit möglichster Beschleunigung m die Heimat überführt und dann wird Ihnen die Reise ja möglich sein. Amtlicher Wetterbericht. Ocsfentlichcr Wetterdienst, Gießen. Wetlerausfichten in Hessen am Freitag, de» 11, Dezember 1914 : Trüb und regnerisch, südwestliche Winde, mild. Meteorologische Beobachtungen der Station Gieße» Tez. 1914 5 o.§ 1=1 c ° g S 1« e - " I* « 5 ts Ä | if i M i*!i Bat» 9 > 2« 739,5 11,3 75 75 SSW 2 8 Sonnenschein 9.1 t'-’ k .38,3 91 6,6 76 8 2 3 Bew. Himmel 10. ■ <38,2 5,5 5,6 83 SW 2 8 Regen I 1 III 1 Höchste Temperatur am 8. bis 9. Dez. 1911 -- ff- 11,8 ’C. Niedrigste ff , 8. 9. , 1914 - + 8,8' , Niederschlag: 0,1 mm. kirchliche Nachrichte»». Israelitische Religionsgemeinde. Gottesdienst in der äßnagoge (Süd-Anlage), Samstag, de» 12. Dezember 1914: Vorabend 4.30 Uhe, Morgens 0.00 Uhr. Nachniittags: 3.30 Ubr. Sabbatausgang: 5.15 Uhr. Israelitische Reliaionsgesellschaft. Gottesdienst. Sabbalfelse am 12. Dezember 1914: Freitag abend 4.00 Uhr. Samstag vormittag 8.30 Ulie. Samstag nachmittag 3.30 Uhr. Sabbat-Ausgang 5.15 Uhr, Wocheiigottesdienst: Morgens 7.00, abend? 4.00 Uhr. Letzte Nachrichten. Ei» deutscher Konsul in England zum Tode verurteilt. London, 9. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Das Reu- tersche Bureau meldet: Adolf Ahlers, ein in England naturalisierter Deutscher, bis zum Ausbruch des Krieges Konsul des Deutschen Rcickies in Sunderland, der des Hochverrats angeklagt war, weil er Deutschen behilflich gewesen war, Enland zu verlassen, ist vom Gericht sür schilt big erklärt und zum Tode verurteilt worden. Prinz.Hussan Kemal — Sultan von Aegtjptcn. Mailand, 10. Tez. Nach einer Meldung des „Corrierc dcfta Sera" aus Eairo ist die Ausrufung des Prinzen Hussa» Kemal zum Malet, das heißt zum Sultan von Aegypten und des Sudans eine beschlossene Sache. Prinz Hussan Kemal ist auch bereit, als Sultan den Thron zu besteigen. Tie englische Okkupation werde in ein Prolettorat nmgewandelt. Ter neue Staat soll von der Türkei ganz unabhängig sein. Das Ministerium des Aeußcrn wird abgeschafsft. (Das übernimmt natürlich die englische Regierung. D. Red.) Die fremden Staaten ziehen, wie cs heißt, ihre diplomatischen Vertreter zurück. Die Einschließung von Batum durch die Türken. Berlin, 10. Dez. Zur Einschließung von Batum durch die türkischen Truppen lassen sich die Blätter aus Konstanti nopel melden: Die Besetzung von Geda durch die Türken ist efti neuer Schritt zur Einschließung Bat,uns von der L^ndseitc. Geda liegt südöstlich von Balun, und beherrscht die Stellung nach Aihalski, io daß Batum nunmehr vom Innern des Landes abgeschnitten ist. Tie türkischen Truppen haben alle Balun, umgebenden Höhen und Tallesscl zwischen Berdschika. Maradit und Mat- schal besetzt. Tie Verbindungen der Russen zwischen dem oberen und unteren Teil des Tales von Adschara sind abgeschnitten. Versuche der Russen, südlich von Batum Truppen zu landen, wurden vereitelt, ebenso der Versuch, den aus den Höhen des Adschara- Talcs umzingelten russischen Streitkräften zu Hilfe zu kommen. Tie zu diesem Zweck entsandten russischen Kavallerie- und Jn- santerie-Abteilungen wurden mit großen Verlusten in die Flucht beschlagen. Im südlichen Teil des Tschorohk haben die türkischen Truppen Fortschritte gemacht und Cbarwatsch besetzt. In, Gebiete von Ardanosch haben die türkischen Truppen Laschan genommen. Griechisch-türkische Einigung. Mailand, 9. Tez. Wie das „Giornale d'Jtalia" ans Athen meidet, hat die griechische Regierung ihre Neutralität in, türkisch-russischen Kriege beschlossen und wird davon die Mächte in Kenntnis setzen. 'Sit „Lombardie" teilt mit, daß der türkische Gesandte am Freitag eine dreistündige Unterredung im griechischen Ministerium des Aeußern hatte, in der die iwch offen stehenden griechisch-türkischen Einigungsakten über die Mittcl- meerinseln unterzeichnet worden sind. 14V 000 Mann englische Bürgcrwachc. Rotterdam, 10. Dez. Aus London wird berichtet: Bisher meldeten sich für die von dem Zcntralverbande freiwilliger Bürgerkorps in zahlreichen Städten organisierten Bürgerwachc, der die Ausgabe zusällt. das Land vor einem fremden Einsall zu schützen, gegen 140000 Mann. Verantwortlich für „Feuilleton", „Gerichtssaal" u. „Vermischtes": I. V.: A u g u st G o e tz. >_ ♦ Bekanntmachung. Betr.: Aufruf des un ausgebildeten Landsturms II. Aufgebots. Durch Kaiserliche Verordnung vom 27. November 1914 (RGBl. S. 495) ist der u n a u s g e b i l d e t e Landsturm II. Ausgebots (soweit dies nicht bereits durch die Verordnungen vom 1. und 15. August 1914 — RGBl. S. 273, 371 — erfolgt ist) ausgc- rufen worden. Ter Ausruf bezweckt zunächst lediglich die Herbei,ührung der Eintragung in die Landsturmrolle. Sämtliche, dem n „aus gebildeten Landsturm II. Auf - gebots angehürige Personen, die in den Jahren 1875 bis 1. August 1869 geboren sind, werden hiermit ausgesordert, sich in der Zeit vom 16. bis 20. Dezember 1914 bei den Großh. Bürger - mcistereien des Aufenthaltsortes unter Vorlage der Militärpopiere zur Landsturmrolle anzumeldcn. Wer die Anmeldung zur Landfturmrolle in der vorstehend ge setzten Frist unterläßt, wird mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu 5 Jahren bestraft. Tie Ausgerusenen, die sich im Auslande aushalten, haben sich alsbald schriftlich oder mündlich bei dev deutschen Auslandsvertretungen zu melden. Gießen, den 9. Dezember 1914. Der Zivilvorsitzende der Ersatz-Kommission des Kreises Gießen I. B.: H e m m e r d c. iriutomobil-flimhke» Vermietung auf Tage und Wochen Göbel & Appel Bestellungen werden entgegengenommeu: Alicestr. 25, Süd-Anlage 20, Telephon 102, Seltersweg 61, Telephon 916, Hotel Kühne, Telephon 123. \nm Auf dein Felde der Ehre starben den Heldentod fürs Vaterland unsere lieben Bundesbrüder 5 / Wilhelm Schwarz, stud. phil. Offizierstcllvcrtretcr im Infanterie-Regiment IVr. 81, Heini Heineck, stud. phil. Kriegsfreiwilliger im Infanterie - Regiment Xr. 116, Dr. Josef Schräder, Lehramtsreferendar Es hat Gott dom Allmächtigen gefallen, unscrn lieben Philister Kirchenrat Wilhelm Zinsser «jlm) Pastor emeritus in Niederlössnitz (Sachsen) am 26. November 1811 im 79. Jahre zu sich zu rufen. Der Giessener Wiugolf Ein.j. Unteroffizier im Infanterie-Regiment Sfr. 117. Ehre ihrem Andenken! 12198D I. N. u. A.: Daab Kriegs X th. In tiefer Trauer: Die Philologisch-Historische Verbindung. I. A.: Prof. Völzing. 3110) Hauivanc Mf. 2,75, trockenes, klcingemachtcs Gtcbcnbolt Mf 3.25 rer .Slnrvcn frei Haus TiuI.Wcllböfcr. Televh.74 s Giessen Neustadt 1 1 Tel. 165 Eisenwaren.flaus-u.Kücbengeräte empfiehlt Kartoffeldämpfer Kartoffelkocher Kartoffelkörbe Kartoffelquetschen Kartoffelschaufeln Kartoffelwäscher II NW. UM W. 10033a Den Heldentod fürs Vaterland starben weitere drei Bundesbrüder unserer Burschenschaft: Feine Damen-Schneiderei Er starb so früh und wird so sehr vermißt, Er war so lieb, so gut, daß man ihn nie vergißt. Den Heldentod fürs Vaterland starb am 1. Dezember im Feld- Lazarett in Frankreich infolge schwerer Verwundung vom 26. Oktober unser guter, unvergeßlicher, einziger Sohn und Bruder Gefreiter Ludwig Schäfer Infanterie-Regiment Nr. 168, Masch.-Gewelir-Kompagnie im 22. Lebensjahre. UlltttlWtt i>. L. Ir. Klinket Lollar M. Harth Seltersweg 75 nisoii Telefon 406 KriegsfreiMigtt Karl Schlapp Mainzlar KckgssttiMgttKarlMunzert Lollar. In tiefem Schmerz die Eltern Christian Schäfer und Frau Helene, geb .Neeb Flisabetlie Schilfer Marie Schäfer. Wir werden ihnen stets ein ehrendes Andenken bewahren. Burschenschaft „Teutonia", 083131 Lollar. Union-Theater Selterswesr 81. ,s ».wr. ’ a.". a na r .' i v.-MiutMMai Nur heute und morgen finden Albach, Harbach, den 8. Dezember 1914. [08307 Die Todesstunde schlug zu früh. Doch Gott der Herr bestimmte sie. Nach langer Ungewissheit erhielten wir die schmerzliche Nachricht, dass unser hoffnungsvoller, lieber, guter, treuer und fleissiger Sohn, Bruder, Schwager, Onkel und Neffe Ludwig Grün Musketier im Infanterie-Regiment Nr. 168, 7. Komp. an seiner am 24. September erhaltenen Verwundung im Kriegslazarett in Frankreich im 22. Lebensjahr den Heldentod fürs Vaterland gestorben ist. Die tieftrauernden Hinterbliebenen I. d. N.: Familie Chi*. Grün. Zcldpost! Wiederverläuscr! 20,000 Feldpost - Versand - Schachteln in IS Gröhen vcrsandserlig am Lager. Nur erstklassige Ware. 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Herr Burcnubcamtcr Kirchner. Schiffenberger Weg 16 III gern behilflich. t,«,s«D _ Der Vorsitzende. SSt, Angel-Schellfische grobe 70 Pf., grotzmitlel 60 Ps., klein mittel 50 Pf. per Psd. Ja. grosser Cabliau, kopflos Die Todesstunde schlug so früh. Doch Gott der Herr bestimmte sie. im Ausschnitt per Psd. 68 Pf. sind blutsrisch heule eingetroffen bei 11966 Am 8. Dezember starb den Heldentod fürs Vaterland au den Folgen seiner Verwundung !m Lazarett mein lieber unvergesslicher Gatte, unser guter Vater, Sohn, Schwiegersohn, Bruder und Schwager, der Schuhmacher Ludwig' Klingelhöfer Wclirinann im lnf.-Kegt. „Kaiser Wilhelm" Kr. im Alter von SO Jahren. 116 Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Klingelhöfer Familie Baiser. Oppenrod, Steinbach bei Glessen, den 10. Dezember 1914. Die Beerdigung findet in Oppenrod am 11. Dezember 1914, nachmittags um 3 Uhr statt. (12203 Georg Wallenfels ffg L>1 - nä -* ft Lichtbilder« Vortrag ausmerfsam gemacht. Um regen Besuch bittet Telephon 46. 12195v Der Vorstand. mpavl !11.u.18.!II.Kglb. 1 Mpjseil. Hermann Stelngoeiter. Itzreitag, den 11.De,.1014. abends 8 Ubr Freitag-Abonn.-Vorstellg. Wcwöhni.Prcijelermabigt) SaskliiNlls Achlkk Volksstück in 4 Akten von Adolph L'Arrongc. Ende 10>/- Uhr. Soldaten vom Feldivebel abwärts zahlen bei allen Vorstellungen aus 2. u. 3. Parkett nur halbe Preise. 1122050 : ' Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgange unseres lieben Vaters sagen wir hiermit allen auf diesem Wege unseren herzlichen Dank. Familie Thomas. Giessen, den 10. Dezember 1914. 08316 Durch grosse AbSChlÜSS© im Herbst 1913 und Frühjahr I9I4 in guten Elsässer, Zephir- und Perkalstoffen bin ich in der Lage, grosse Posten Farbige Oberhemden welche ich, um meine Hemden-Näherinnen in der schweren Zeit weiter beschäftigen zu können, habe anfertigen lassen, zu aussergewöhnlich billigen Preisen verkaufen zu können. 12067a Mit Preisermässigung bei so- FrOZ6nI fortiger Bezahlung. Carl A. Hartmann Ausstattungsgeschäft und Wäsche-Fabrik.