Nr. 288 Zweites Blatt 164- Jahrgang G ijciieiul löglid) mit Austcahine des Sonntags. Tic „Aicßcner jamillendlätter" tvcrden dein „Anzeiger" viennal ivöchcnllich bcigelegl, das „Kreisblatt für den Kreis Siegen" jiucimal wöchentlich. Die „rsndwirtschaflltchen seitsragen" erscheine» monatlich zweimal. ietzener Anzeiger General-Anzeiger für Gberhejjen Dienstag, 8 . Dezember Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts»Buch- und Steindruckerei. R. Lauge. Gießen. Schriitlcilung, Geschäftsstelle „.Druckerei: Schul- straße?. Gesck>äitSstelleu.DerIag:^-^51,Schrist- leitungt Sldresse sür Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen. Uohle und Eisen im Krieg. W. Essen, 5. Dez. Das industrielle Leben in Deutschland bat nur kurze Zeit wahrend der Mobilmachung. gestockt und zwar auch mir des- balb. toeil der Eisenbahnverkehr sür die Güterbeförderung vollständig eingestellt war. Produktion und Konsumtion haben sich sehr rasch auf die neuen Verhältnisse eingestellt, und heute geht mit der notwendigen Einschränkung der Betriebe alles seinen gewohnten Gang. Das ist besonders hier im rheinisch-westfälischen Jtrdustriebczirk mit seiner halben Million Arbeitern und seinen großen Produktionsstätten für Kohle uird Eise» festznstellen Obwohl hier der Landsturn: noch nicht allgemein wegen der Industrie zu den Massen gernsen wurde, haben die Zechen und die Hüttenwerke durchschnittlich ein Drittel — viele sogar bis zur Hälfte — ihrer Arbeiter durch den Krieg verloren und waren gezwungen, ihre Betriebe mit den zurückgebliebenen Arbeitern neu zu ordnen. Während die echen früher in drei Schichten und die Hütten in) zwei chichten arbeiteten, ist heute auf beiden der Nackübetrieb durchiveg eingestellt worden und man arbeitet nur in einer Tagesschicht undi läßt den Betrieb während der Nacht ruhen. Dadurch wird die Produktion natürlich auf etwa die Hälfte reduziert. Die Zechen können aber neben der geförderten Kohle auch noch von ihren Lägern versenden; fie kommen dadurch auf etwa 60 Prozent des früheren Versands. Der Versand an Kohlen beläuft sich auf etwa 23000 Doppel- waggons gegenüber etwa 32000 Doppelwaggons vor dem Kriege. Zur Deckung des allgemeinen Bedarfs, der ja im Winter bekanntlich größer ist als im Sommer, reichen die 22000 Waggnos knapp aus, zumal neben den stärkeren Lieferungen sür Heer und Marine auch neue Bersorgungsgebiete sür die Ruhrkohle hirizukommen, die früher englische Kohle verwandten. Es sind das in erster Linie die Küstengebiete, die wegen der unterbundenen englischen Einfuhr aus dem Ruhrkohlenbezirk beziehen müssen. Eine Kohlenknappheit hat sich aber bisher noch weniger bemerkbar genracht, weil der Bedarf für industrielle Zwecke geringer geworden ist und auf diese Weise ein Ausgleich geschaffen wird. Dagegen dürste aber mit einer Preissteigerung zu rechnen sein, über die das Kohleirspndikat in seiner Sitzung vom 11. ds. Mts. einen Beschluß fassen wird. Die sogenannten Richtpreise des Kohlensvndikats nach denen sich die Verkaufspreise im Groß- und- -Kleinhandel richten, werden in nor- malen Zeiten für ein Jahr, das Abschlußjahr, festgesetzt, dgs ab' 1. Älprtl läuft. Die ccm; ll. d. Mts. neu zu bestimmenden Preise würden also ab 1. April 1915 gelten. Da sich wahrend der Kriegszeit die Verhältnisse aber leicht ändern können, so ist es nicht ausgeschlossen, daß man die neuen Preise für eine kürzere Zeitdauer diesmal festsetzt. Die Preiserhöhung selbst findet ihre Begründung in den gestiegenen Selbstkosten der Zechen. Die Unterhaltung der kostspieligen Anlagen verlangen dieselben Aufwendungen wie früher, während die Förderung nach dem oben Gesagten auf die Hälfte der früheren Leistungen Kurückgeganjgen ist, die Einnahmen also stark vermindert sind. Man tmrb die Preiserhöhungen aber voraussichtlich entsprechend abstusen und die Hansbrand- sorten, die ja im Preise schon ziemlich hoch stehen, weniger steigern Auch wird mau die verschiedenen Kokssorteu ganz stei lassen, da der Absatz darin außerordentlich! stockt und ganz gewaltige Lagernrengen vorhcuckten sind. Es ist wahrscheinlich, daß man siir Koks che Preise etwas ermäßigen wird, um seine Berbrauchsmöglichkeiten zu steigern Das Kohlensyndikat ist bestrebt, dem Koks siir Hausbrand Zwecke mehr Eingang zu verschaffen, dem der teuere Preis bisher im Wege stand. Tatsächlich würde Koks auch ein viel reinlicheres Brennen gewährleisten als die Kohle, da chese von Siebener Aonzertverein. Gießen, 8, Titz. Tein Ernste der Zeit entsprechend, ihrer wahrhaft würchg N«r der Beethoven-Abend zum Besten der Hinterbliebenen gefallener Gießener, den der Gießener Ko nz ert v erern> gestern veranstaltet hatte. Beethovens Genürs ist lebendig in dieser gewaltigen Zeit; wie geschaffen für chese Zeit erschien das ans Erz gehämmerte allegro con b-rio ed avvafsionato seiner letzten großen, ja größteir Sonate op. 111. Tie Auswahl der Sonateir war groß und bedeutend, sie konMe nicht besser sein; besonders dankenswert war es, daß die so selten gehörte Aj-dur op. 101 zu Gehör kam: lieblich und anmutig ihr Eingang, kräftig weckend das Bivace alla Atarcio, tief ans Innerste rührend das kurze Adagio und dann als curzig artige Krone des Ganzen der Fugato- Schluß. Und doch vp. 111 nrit den A.rietta-Bariatronen eine unendliche Steigerung. Ueberhaupt: mich klug und wirkungsvoll sich steigernd war che Wahl von der povnlären Pathetigue, zur grandiosen Appassionata, über op. 101 zur letzten hin, zu op. 111. Was sagt dem Mnsiksteund und gar dem Kenner nicht allen: chese Wahl? Unsterblich unser Deutscher Beethoven! Welches Voll der Welt könnte ihm jenranden zur «eite stellen? Wie arm, >wie erbärmlich arin erscheint da nicht das große Krämervolk der Eug- J iander mit seiner Engherzigkeil, seinem ärmlichen, klernllchen! " Nützlichkeitssinn? Auch hier Deutschland, das verlästerte Barbaren- land, Deutschland, Deutschland über olles! Gut Deutsch auch des Künstlers Art, die uns des Meisters Werke wiedergab! Ich wüßte kaum einen andern zu nennen, der so einfach und natürlich, so ohne jede theatralische Pose, dabei das Schwerste ivielcnd leicht, durchsichtig Nar zu geben vermöchte, wie Wilhelm Backhaus! Wir dürfen ihn hier in Gießen säst den Unser,, nennen: seit er in Konzerten spielt, ist er auch hier gewesen, wieder und wieder. Seiner wird man niemals müde iverden: denn Backhaus ist kein Künstler der Mode, immer bringt er erst das Werk, nsteder und wieder das Werk, dem er sich ganz hingibt, hinter dem er selbst, die Person, säst verschwindet. Ta ist nichts, was an Laune erinnert, aber auch nichts, was irgendwie nach Routine aussähe: alles ist ein last unglaubliches Können im Dienste der größten Meister und ihrer Werke. Bei keinem andern, glaube ich, iührt die Kunst des Spielers uns so ausschließlich zun: Werke selbst, das er uns bringt. Darum könMe man von ihm Abend sür Abend die gesamten Werke unserer Meister hören, ohne je zu ermüden: hier ist ein Künstler des Konzertsaales, bei dem es einen nur immer z» hören verlangt — wer sehen will, kommt da wenig auf seine Kosten, cs sei denn, daß er dem wunderbaren Spiele der Hände aus dem Instrument solgt, diesem Können ohne jede Akrobatik, ohne allez Glänzen und Gleißen. Ta ist wahrbait die „reine" Kunst! Tank sei ihm iiir die edle Gabe, die er „ns gestern wieder bot: zahlreich und dankbar >var die Zuhörer- id,au, dankbar werden die Hinterbliebenen sein, sür die Backhaus 'vielte. Künstler und Mensch stellten sich hier wahrhaft in den den chemischen Beimischungen durch die Verkokung gereinigt ist. Bei den Hütten fehlt es auch, nicht an Arbeit, da de* Krieg außerordentlich viel Material aus Eisen erfordert. Namentlich an Geschoßmaterial aller Art siegt reichlich Arbeit vor und es haben sich eine ganze Anzahl Werke erst darauf einrichten müssen. Es sollen etwa 250 Fabriken henke mit der Herstellung vvn Granaten, Schrapnells, Flieger- und Zeppelin-Bomben beschäftigt sein. Belveis genng, welch' ungeheure Mengen gebraucht werden. Für Geschützlieferungen kommen nur zwei Werke in Frage, Krupp und die Rheinische Metallwaren-Fabrik (Ehrhardt) in Düsseldorf. In welchem Umfang diese Fabriken beschäftigt sind, geht aus der Tatsache hervor, daß Krupp in Essen alle irr siir Kriegsmaterial heute etwa 5000 Arbeiter mehr beschäftigt als in normalen Zeiten. Ein welch wichtigen Faktor gerade Krupp für unsere Landesverteidigung darstellt, hat sich bei der Einnahme der großen Festungen Lüttich, Nanrur, Mdu- beuge, Antwerpen gezeigt. Ohm die schweren 42-Zenti- meter-Mörser wäre es ein Ding der Unmöglichkeit gewesen, diese in wenigen Tagen zu erobern und den Krieg so rasch durch Belgien nach Frankreich zn tragen. — Unsere großen Hüttenwerke, die weniger auf Kriegsmaterial eingerichtet sind, haben vornehmlich Aufträge auf Eisenbahn-Oberbau- inaterial vorliegen, das zurzeit ebenfalls stärker siir Kriegszwecke gebraucht wird. Die Ausbesserung von zerstörten Gleisen in Feindesland, die Nenanlage von Hllfsbahnen und dergleichen bringt vermehrte Ansprüche, so daß die Werke vollauf zu tun haben. Auch sür Marinezwecke wird Schiffbanmaterial -aller Art gebraucht, so daß für die Ausfälle in Friedensmaterial jetzt genügend Ersatz vorhanden ist. Tie Werke sind bis zn 60 Prozent ihrer früheren Leistungsfähigkeit beschäftigt und würden noch mehr leisten, wenn es eben nicht an Arbeitern fehlte. Die überseeische Ausfuhr ist natürlich beschränkt, dafür aber sind Aufträge von den Festlandsstaaten, soweit sie neutral sind, in genügender Menge vorhanden. öollanb, Dänemark, Schweden, Norwegen, die Schweiz, Italien sind unsere Kunden geblieben, so daß der Fortgang unseres Wirtschaftslebens für die nächste und fernere Zukunft sichergestellt ist. Die große englische Hoffnung, die gerade nrit der Unterbindung unseres Handels rechnete, erweist sich« also als eine große Täuschung. )m beschossenen Ypern. Der lange hartnäckige Kamps, der nun schon seit Wochen um Ipern tobt, hat natürlich auch die schöne alte Stadt in Mitleidenschaft gezogen, und so mancher geschichtlich und kunstgeschichtsich denkwürdige Bau ist zerstört. Die Schuld an diesen Verwüstungen möchten die Feinde uns zuschieben, aber die einzige Veranlassung dazu haben sie gegeben, indem sie gerade aus Ipern den starkbefestigten Mittelpunkt ihrer Stellung machten. Eine anschauliche, wenn auch wohl etwas schwarzfärbende Schilderung von dem heutigen Aussehen der allen Handelsstadt gibt Basll Clarke in der „Dolly Moll". „Wie sieht der Grand Platz jetzt aus! Die Kathedrale, die berühmten Tuchhoüen, das Museum der Altertümer, das Theater — sie haben alle schwer gelllten, sind von Kugeln durchlöchert und von Granaten getroffen. Die Statuen von Heiligen und Engeln, Gemälde und das alte Chorgestühl, Kerzen und Gebetbücher, die Steine von 1400 und die vergessenen Regenschirme von 1914, alles liegt in einem Haufen durcheinander. Die schöne Kathedrale, die hier beherrschend emporragt, hat noch niemals eine so höllische Musik gehört, wie sie die Granaten machen, und ihr hohes Dach hat darunter leiden müssen. Große Flecken des Himmels blicket: in die Kirchenschiffe her- Dienst der vaterländischen Sache — daran wollen wir auch später gerne denken. -o- — Aus dem Feldpost briefe eines deutschen Mole r s. Max Beckmann, das bekannte Mitglied der Berliner Sezession, ist als freiwilliger Krankenpsteger aus dem östlichen Kriegsschauplätze tätig, wobei er, wie begreiflich, auch nicht unterläßt, die gewaltigen Eindrücke der Zeit mit seinem Stifte sest- zu hätten. Davon legen die Studien Zeugnis ab, die tm ilmgstcn Hefte der bei Bruno Cassirer in Berlin erscheinenden Monatsschrift „Kunst und Künstler" veröffentlicht werden. Sie begleiten einige Feldpostbriefe des .Künstlers, die manchen packenden Zug aus seinen Erlebnissen schiloern. So berichtet er in einem Brtese vom 18. September aus Mlenstein: „Allenstein ist unversehrt. Hat zwei sehr schöm alte Gebäude, meiner Schätzung nach aus dem 15. Jahrhundert. Mir gegenüber essen zirka 40 AspiraMen und Oftizicre Mittag. — Als üb vorhin hereinkam, war die lange Tafel besetzt mit Offizieren- Di« meisten mft den roten General- stabsstreisen. Eine typisch vornehme, riesenlange Exzellenz bemühte sich in liebenswürdiger Werse um einen merkwürdigen Mann, dem der Pom le merite aus dem Halsloch hing. Es war Druden bürg und sein ganzer Generalstab.! Nach zehn Mimrten verließen sie in acht bis zehn Kriegsantos die Stadt. Ich selbst habe mit Hurra gebrüllt vor diesem merkwürdigen starken, grimmr- gen Gesicht Mü den schärfen Augen . . . Schade, daß ich Dich nicht hier habe. Wir könnten nns zusammen sreun, daß dieses Deutschland noch immer solche Menschen hervorbringt, wie Hindenburg, Die Phrase ist ja abgeleiert, aber sie paßt hier. Er hat wirklich etwas von unseren Eichen. .Ganz kiwrrrge, dromasisch zurückgehaltene Kraft." Etwa einen Monat später führte Beckmann sein Weg in hie Schlachtsront selbst. Er schildert: „Unsere Autofahrt ging durch die langen, abrasierten Chausseen an callothaften eingestürzten Ziegeleien vorbei, die schwer und düster wie riesengroße Fühler am Horizont der Chausseen austauchten. Durch Feldlager mit fleißig koclieudem Militär zwischen toten, grotesk gewundenen Ochsen Und Pferden vorbei, die uns hämisch lächelnd die Zähne zeigten. Ueber neu geschlagene Brücken und gesprengte Eisenbahnübergänge und durch die zerstörten Städte. Schließlich kamen wir nach G. Das Oberkommando, das Gehirn der Schlacht! Tie ganze Stadt ein Soldatengoartier! . . . Draußen das wunderbar grasartige Geräusch der Schlacht. Ich ging hinaus durch Scharen verwüsteter und maroder Soldaten, die vom Schlachtfeld lomen und hörte diese eigenartige schaurig großartige Musisi Wie wenn die Tore zur Ewigkeit ausgerissen werden, ist es, wenn so eine gtiofee Salve herüberklingt. Alles suggeriert einem den Raum, die Ferne, die Unendlichkeit. Ich möchte, ich könnte dieses Geräusch malen. Ah, diese tvcite und unheimlich schöne Tiefe! Scharen von Mensclten „Soldaten" z-ogen fortwährend nackt dein Zentrum dieser Melodie, der Entscheidung ihres Lebens entgegen." — Die deutschen Schauspieler in Kriegszeitcn. Erst Ivb Bühnen Deutschlands haben seit Ausbruch des Krieges rricber durch die wellen Löcher. Ueber herabgestürzte Steine und Schutthaufen bahnt man sich mühsam den Weg. Das Grabmal des berühmten Bischofs von Ipern, jenes Jan- senins, von dem eine Reformbeivegnng itt der Christenheit ansging, ist in seiner mannornen Majestät völlig unversehrt. Rundherum aber herrscht die Zerstörung, denn eine Granate hat das Holzdach in Flammen gesetzt; Brandgeruch erfüllt den Raum, und ant Eingang des Wcstportals ist vieles dem Feuer zum Opfer gefallen. Bon dem schöner? Belfried, dem hochragenden Turm, steht mir noch etwa die Halste. Eine belgische Fahne flattert auf dem höchsten Punkt, dessen Spitze in den Hiinmel ragt wie ein abge brochener Riesenzahn. In einem der Haufen stoße ich aus eine große messingc Tronimel mit seltsameit Glockeit und Rädern. Es ist ein Teil des berühmten Glockenspiels von Ipern, dessen melodische Töne so lange den Bürgern die Stunden verkündeten, dessen Klänge schon zu Zellen Philipps des Schönen das Leben der Männer von Ipern be gleiteten. Daitebcn liegen Teile der prachtvollen alten Glas fenster, wie ungeheure Spinngewebe aus Blei, ausgestellt: mit leuchtcndein bunten Glas. Ich hebe ein Stück auf und halte es gegen die Sonne. Das Fragment zeigt die zierlich gespreizten Finger und das Handgelenk einer Frau, vielleicht eines Engels oder einer Heiligen, und die anmutigen Linien heben sich leuchtend ab von dem Hintergrund eines tiefen schweren Blau. Wenn man durch die Straßen von Ipern wandert, so ist fast kein Haus mehr unversehrt; alle zeigen die Spuren der Beschießung; manche sind ohne Dach, und bei andern schaut der Himmel durch die großen Löcher. . Zm Lager der kanadischen hiifstruppen. Auf der Ebene von Salisbtirv erhebt sich ein großes Zeltlager, in dem 30000 kanadische Hüfstrnvven aus den Befehl zum Abmarsch nach dem französischen Kriegsschauplatz warten. Eigentlich wollten sie sofort in die Schlacht, aber Kitchener hat es sür nötig befunden, ihre Ausbildung erst zu verbessern, denn — wie die „Times" schreibt — „ihre in Valcartier genossene Ausbildung war sehr gering." Eitrige englische Journalisten haben das Lager besucht und erzählen von dessen Leben und Treiben. Am Morgen, schätzt man einen langen Schlaf und ein kräftiges Frühstück. Vor ! neun Uhr nsird selten mit dem Exerzieren begonnen, das bis gegen 2 Uhr nachmittags dauert. Tann wird ein Nciner Imbiß genommen, um vor Einbruch der Dunkelheü noch eine Stunde denn Fußballspiel ividmen zu können. Tie übrige Zeit kann jeder nacht Belieben verbringen. Freilich muß er nrft den wenigen Bergnü- gungen des Lagers vorlicb nehmen, denn Urlaub wird nur selten:, gewährt, Ter Kanadier liebt einen guten Tropfen Whisky: die Milftärverwaltung hat daher vorsorgcnderweisc das Lager 20 Klm. von Salisbury entfernt auigeschlagen, daiuit seine Insassen nickt zu oft das Bedürfnis sühten, in den Wirtschaften. der Stadt die verschiedenen englischen Whiskymarken zn vrobieren. Im Lager selbst ist der Verkauf alkoholischer Gettänle aber streng geregelt. Zudem wollen sich die meisten nur schwer an eine straffere Diszi-' plin, als die bisher im Heimatland geübte, gewöhnen. Bei Ndenr Bataillon, das 1200 Mann zahlt, befinden sich höchstens 2v0 gediente Soldaten, die den Burenkrieg in Südafrika schon mttgrmacht haben cstter der „Imperial Army" in Kanada angehörten. Alle- übrigen sind Freiwillige, die nur ivenige Wochen von kanadffcheu Offizieren auSgebildet wurden und dann eine Fahrt über den großen i Teich und einen Spaziergang nach Berlin unternehmen wollten, j vielleicht auch auf dem Rückmarsch dem lustigen Paris noch eiiwn. Besuch abzustatten gedachten. Unter ihnen sindet man Rechts- - anwälte, Studenten, Farmer, Kausleutc, Bankbeamte, und sie können nicht verstehen, daß sie dann, wenn ihr Urlaubsschein bis abends 10 Uhr lautet, auch tatsächlich um diese Zctt im Lager von Salisbury zurück sein nrüssen und nicht erst am andern Morgen eintteifen dürfen. Daher vergnügt sich alles, so gut cs eben geht, sin Lager, Vier große Hallen sind errichtet, in denen oft ihr Spiel wieder ausgenommen, bei vier Bühnen ist die Wiederaufnahme noch unbestimmt und 107 haben ihre Verträge mit den Künstlern inzwischen gelöst, wolle:: also ihre Pforten in der Kriegszeit nicht öffnen. Auch 11 deutsche Theater im Ausland müsse:: notgedrungen feiern. Aus dieser von der „Sozialen Praxis" j veröffentlichten Zusammenstellung geht hervor, daß das sonst schon! vielfach sprichwörtliche Schauspielerclend sich in diesen letzten Mo - naten noch gewaltig verschärft hat, 7200 Schauspieler sind brotlos! geworden. Für 3000 von ihnen bedeutete die Einberufung zur) Jahne oder die Stellung als Kriegsfteiwilliger die Rettung aus: der Not. Weitere 1000 haben — vor allen in den Großstädten — i Ilnterschlupt in anderen Bernsen gestuckten, sieht man doch in: Berlin jetzt so manchen Tragöden als Zeitungsverkäufer seür Brot verdienen, 3000 BühncnmitgliSer müssen aber durch die, Unterstützung ihrer Mitmenschen, dessen Seele sie früher in Freude und Schmerz llingen ließen, wegen völliger Berdienstlosigkeit über Wasser gehalten werden, — David Friedrich Strauß über den Krieg, Einer unserer Leser schreibt uns: Daß der Krieg trotz aller' Schattenseften auch seine sittliche Berrchttgung hat, das bestätigt uns ein älter Kämpfer, DavidFriedrichStrauß, in seinem Buch: „Der alte und der neue Glaube." Was er dort im 78. Abschnitt „Krieg und Friedenslage" ausfllhrt, hat aktuellen Wert. „In unseni Zeiten, so sagt er, hat sich der humane Eifer geradezu gegen den Krieg gewendet. Man erllärt ihn für schlechthin verwerstich, bildet Vereine, hält Veffammlungen, mn auf seine völlige Abschaffung hinzuwirken. Warum rezittert man nicht auch für Abschaffung der Gewitter? muß ick hier immer wieder fragen. Das nun ist nicht bloß so wenig möglich, sondern, wie die Dinge nun einmal liegen, auch so wenig wünschenswert, wie das andere. Wie sich in den Wolken immer toieder Elck- trizttät ansammeln wird, so wird sich in den Völkern imnier wieder von Zeit zu Zell Kriegsstosf ansammcln. stttemals werden die Nationen und Staaten der Erde ganz so gegeneinander abgegrenzt und abgewogen sein, wie es ihren Bedürfnissen und Ansprüchen sür immer gemäß ist; :md ebenso werden im Innern der einzelnen Staaten bisweilen Verschiebungen, Hemmungen, Stockungen eintreten, die in die Länge nncrträglick sind. Beim Parteicnkampf innerhalb desselben Volks läßt sich in den meisten Fällen durch freundliche Verstündigting Helten: zwischen zwei Völker:: mögen sich untergeordnete Punkte durch ftcigentählte Schiedsgerichte schlichten lassen: im Streit über Lebens- und Machffragen dagegen werdet: sie sich vielleicht eine Z e i t l a n g zu vertragen suchen, in der Regel jedoch wird der Vcr trag nur ein Waffenstillstand sein, bis der eine für sich oder dmck, Bundesgenossen sich so stark glaubt, um losbreckten zu kön neu. Tic ultima rntio cbas letzte Mittel: der Völker Ivic sonst der Fürsten werden auch ferner die Kanonen sein." Diese Ausfiidrungcn bedürsm keines Kommentars. Sic sin- den ihre volle Bestättgung durch die Entstehung und den bisberrgen Verlaus des gegenwärtigen Weltkriegs. 8. W. schon am Nachmittag Säug« und Sängerinnen Vorstellungen ge- den Am Abend tritt dann das „Canadian Ossicers Quartett" auf, das stets ein volles Haus aufzutveisen hat In einem der Zelte drängen sich die Mannschaften üm „Winnie", den aus den Rockv Mountains mitgebrachten braunen Bär, und süttern ihn mit Zucker und andere» Süßigkeiten. — Anderswo hat man wieder eine Bataillonsziege oder einen Zicgcnbock initgesührt, den mau abrichtet und dessen tolle Sprünge zum Zeitvertreib dienen. Aus einem anderen Zelte aber dringt der englische Schlachtgesang: „Jt's a long lang map to Tipperarp . . bis das Trampetcnsignal um 10 llhr das Zeichen gibt, daß alle lärmende Freude verstummen und Ruhe im Lager cintreten soll. Als die englischen Journalisten die Kanadier besuchten, war die Mehrzahl von ihnen von einem bartnäckigen Schnupfen befallen. Sie sind zwar einen harten Winter mit Eis und Schnee gewöhnt, doch jene Temperatur, die immer uin Null Grad herumpcndelt und einmal ein wenig Schnee, dann wieder Regen und Schimig bringt, können sic nur schlecht vertragen. Doch hoben sie sich vorläusig mit Humor darüber hin- wcggesetzt, und die Insassen des Bustardlagers — das große Zeltlager zerfällt in vier Abteilungen Bastard, Nord- und Süd-West- down und Bond Zarin — sprechen von ihrem „Bustard Whisper", während andere wieder vom „Pond Farm Parsicular" reden. 3fti* Stadt und Land. Gieße». 8. Dezember 1914. Aus dem Felde der lLhre gefallen. (Aus Hessen und den Nachbargebieten.) Utsi'z. d. Res. Herin. Schäfer, Jns.-Pgt. 82. — Landwehrmann Friedrich Graubner aus Weinbach. — Wachtmeister u. Steuersupernum. Heinrich Hagener, Res.-Art.-Rgt. 9, aus Oberndorf. — Utffz. d. Res. Gerichtsrcf. Heinr. P i n g e l, Inf.- Rgt. 167, aus Marburg. — Kriegsireiw. Lehramtskandidat Aug. Naumann, Inf.-Rgt. 168, aus Wetzlar. — Gesr. d. Res. Hrch. Schmidt, Res.-Jnf.-Rgt. 116, aus Hörgenau. — Gesr. d. Res. Karl Fuchs, Jns.-Regt. 116, aus Engelrod. — Gardist Wilh. Guth. 1. Garde-Rgl. z. F., aus Erbstadl. — Ers.-Res. Polizeisergeant Karl Deeg, Jäger-Bat. 1, aus Homberg a. d. Ohm. — Landwehrm. Johs. Ru hl, Inf.-Rgt. 83, aus Berfa. — Res. Heinrich Ru pp ert, Inf.-Rgt. 116, aus Ober-Gleen. — Gesr. d. Landw. Karl Stühlinger, Landw.-Rgt. 116, aus Rein- Heim — Landwehrm. Michael Heil, Inf.-Rgt. 118, aus Gun- dershausen. — Res. Tllbrecbt Dörr, Inf.-Rgt. 118, aus Fränk- Crumbach. — Gesr. Karl Dörr, Pion.-Bat. 21, aus Friedberg. — Füs. Konrad E ck, Inf.-Rgt. 40, aus Nidda. — Lt. d. RZ. u. Gerichtsassessor Otto Herlt, 50. Ersatzbat., zuletzt in Nidda. — Hoboist Adam Stein, Jns.-Rgt. 168, aus Lang-Göns. **RitterpesEisernen Kreuzies: Stabsarzt Dr. Ad. Weckerling aus Friedberg, 18. Res.-Scrnitätskomp. Dr. Fleckenstein, Affrstenzarzt d. R. des Juf.-Regts. 168, aus Friedberg. Sanitätsfeltüvi. Fritz Kotter von Nieder- erlenbach. Dr. Bernhard Rosen thal, Stabsarzt im Jns.-Regt. 118, ans Wetzlar. Heinrich Adolph, Feldintendantur-Assistent beim Stabe der 6. Kavalleriediv., aus Wetzlar. Stabsarzt di. fft Dr. Ul nt er aus Leun. Res. Georgs Bernhardt, Jns.-Regt. 167, aus Waldgirmes. Oberjager Jakob Becker, Res.-Jägerbat. 24, auS Naunheim. Off.- Stellv. Georg Ullrich aus Lauterdach, Leib-Gren.-Regt. 109. llsfz Eduard Paul und Uffz. Hermann Fügner, beide aus Diez. Wehrnt. Georg Gun Hermann aus Faulbach, Res.-Jnf.-Reat. 87. Beterinärarzt Dr. Koch, 5. Futz- Art.-Regt. Uffz. Heinrich Schüler, 1. Landsttrrm-Pion.« Komp. des 10. Armeekorps, aus Wetzlar Leutn. ir. Adj. Henrich, Jns.-Regt. 132, aus Gießen. Uffz. Wilh. Bin- g e l, Landtv.-Jns.-Regt. 116, «rus Grüningen. Bizeseldwebel Karl Rees aus Friedberg, Jns.-Regt. 168. Oberlt. der Landw.-Kav. Mfred h. Helmolt aus Fauerbach. Off- Stellv. Eduard Vogel von Nieder-Ramstvdt. Leutn. Wlh. Katzenbach aus Offenbach, Jns.-Regt. 112. Off.-Stellv. Georg Linker in Griutberg. Uffz. d. R. Emil Henning und Gcfr. d>. R. Karl Rudolf Thiel mann, beide aus' Breitscheid. Uffz. Heinrich Dönges aus Wallau, Jsnf- :ligt.83. Res. Obergefr. Otto Har dt aus Frohnhausen (Dill), Res.-Fußart.-Regt.3. Leutn. Budde aus Friedberg, Jns.- Regt. 27. Geometer 1. Kl. Adolf Barth, Leutn. d. 3t im Pioniev-Bat. 11. ** Die hessische Tap fe rkeitsntevaille erhielt der Gefreite Christian Petry, Landw.-Regt. 116, aus Grüningen. , " Die Weihnachtsgaben des Gießener Roten Kreuzes. Wie die Danksagung in nnscrem Inseratenteil ergibt, hat die Weihnachtssammlnng für unsere Truppen in der Stadt Gießen zu einer» schönen Ergebnis geführt. Wir erfahren noch näher, daß an Geldbettägrn die Summe von 13 051,75 Mark eingegangen ist. An fertigen Weihnachtsvaketen wurden 388 übergeben. Außerdem ging noch eine große Llnzahl von Liebesgaben aller Art ein. Aus ihnen und ans den Bestärrdcn des hiesigen Zweigvereins vom Roten Kreuz konnten noch weitere 445 Pakete hergesleUt werden. Die Gesamtzahl betrug sonach 833. Dazu kommen noch 13 Kisten mit Berbandmaterial und Lazarett- bedürsnissen, einschließlich Nahrungsmitteln und Geschenkgegen- ständen sür Berwundete und Sanitätspersonal. Insgesamt konnten 42 große Kisten im Wertbetrag von etwa 10000 Mark an die Liebesgaben-Transport-dlbteilung in Darmstadt abgesandt werden. — Für die Weihnochtsbescheiarngen in den hiesigen Lazaretten soll rin Geldbetrag von 2000 Mark aufqewendet werden und deren würdige Ausstattung ermöglichen. — Mit Freude wird es jeder begrüßen, daß sich Dankbarkeit und Opfer- mittigfeit unserer Bürgerschaft imeber in so schöner Weise betätigt haben. Auch unser« wackeren Kämpfer werden am Weihnachtsabend der güttgen Spender gewiß dankbar gedenken. Der Lcmdesverein vom Roten Kreuz hat die stattliche Gießen« Sendung mit svlgendem Dankschreiben bestätigt: An den Zweigverein vom Roten Kreuz fc H. d. Herrn Landgersthtsrat Wiener. Gießen. __ Liebigstraße, Alte Klinik. -re haben uns in drei Einzesiendnngen 42 Kisten mit 833 Einzelvaketen. ferner Lazarcttgegenständen usw. für unsere Truppen übersendet. Wir danken Ihnen herzlich sür diese überaus reichen Gaben, die zu den umfangreichsten gehören, welche wir seither aus dein Großherzogtum erhalten haben. Ihre Sendungen liird bereits weiter geschickt und werden in Kürze hossentlich unbeschädigt auf dem Kriegsschauplatz? ankommen. Landesverein vom Roten Kreuz. Matericchien-Abteitung. Magazin-Verwaltung. gez. Scharfer. "Militärische Ausbildung der Jugend. In der Jnstruktionsstunde am letzten Mittwoch wurde unsere Jugend nach turnerischen Unterweisungen mit den Vorschriften über den Schützendienst durch die Herren M i t t e r -- in a i e r und Naumann bekannt gemacht. Herr Kern unterrichtete einen Zug über unser Milikärgewehr. Zum Schluß gab Herr B r a u b a ch packende Schilderungen aus dem Leben unserer „blauen jungen". Am Sonntagnachmittag übten beide Kompagnien in dem Wirsengrnnd des Anneröder Waldes Entfernungsschätzen und Entwicklung der Schützenlinie. Ta die Uebenden mit großem Eifer sich an den Uebungrn beteiligten, war das Resultat recht gut. Das Prächtige Wetter, das sich am Nachmittag eingestellt halte, begünstigte die Hebung sehr. — In die Reihe der Ucbungsleiter, die kürzlich mitgeteilt wurde, ist noch Herr Kaufmann Löbermann einzufstgen. ** Stadttheater. Nochmals sei auf die heutige Erstausführung des fröhlichen Spieles „Als ich nochim Flügelkleide" von Kehm und Frehse hrngewiescn. '* Die Landesversicherungsanstalt sür das Großherzoglum Hessen hat, wie wir wiederholt mitteilen, in ihre» Geschäitsräumenl Tarmstadt, Wilhelminenstraße 31) eine Kriegs- ariskunst stelle sür Arbeiter- und Angestellten- versicheruug eingerichtet. Tieie Stelle erteilt i» allen die reichsgesetzliche Versicherung (Kranken-, Unfall-, Invaliden- und Hinterbliebenen- sowie Angestelllenversicherung) belresfcuden An- gelegenheileu kostenlos mündlich und schriftlich Auskunft a» alle im Grobherzogtum Hessen wohnenden Kriegsteilnehmer oder deren Angehörige und Hiitterbliebenen. Da auch die Bersiehe- rungsämter (Kreisämter und Oberbürgermeister) die gesetzliche Ausgabe haben, derartige AiiSkünste kostenlos zu erteilen, so dürste dem iusolge des Kriege? besonders stark hcrvorireteuden Bedürsnis »ach Auskiinst und Belehrung in diesen Dingen mit der gedachten anerkennenswerten Einrichtung hinreichend Rechnung getragen sein- ** Liefert das Gold der ReichSbank ab! Es erscheint dringend wünschenswert, daß der Goldbestand der Reichsbank ständig vermehrt ivird. Nach dein Reichsbankgesetz ist die Reichsbank ermächtigt, im dreisachen Betrag ihres Goldbestandes Banknoten, also sür 20 Mk. in Gold 60 Mk. in Reichsbanknoten, die bekanntlich gesetzlich« Zahlnngsmittel sind, auszngeben. Es steht aber fest, daß trotz viestacher Ansklärung in der Presse und trotz des wärmste» Avpells an das nationale Pflichtbewusstsein immer »och weite Kreise der Bevölkerung absichtlich mit dem Gold zucückballen, statt es an die Reichsbank oder die staatlichen Kassen abznsühren. Aus diese Weise wird ein vielleicht nach Millionen zählender Betrag der Nutzbarmachung sür die stnanzielle Rüstung, der es im wesentlichen Maße zu verdanke» ist, wenn Deutschland seither vom wirtschaillichen Rückgang und der damü verbundenen Arbeitslosigkeit bewahrt blieb, entzogen. Dank der Bemühungen privater Kreise ist es in etnigcn Bundesstaaten gelungen, das vorhandene Goldgeld durch eine Berlranensperson cinzlisainmeln und an die Reichsbank behusS Umwechslung in Banknoten abznsühren. In einzelneil kleineren Orlschasten sind aus diese Weise Beträge von 3000—4000 Mk. eingesammell und gegen Banknoten umgelanjcht worden. Es wäre tu hohem Grade erwünscht, wenn dieses c»>- erkenncnswerle Beriahren auch im Großherzogtiun im weitestgehenden Umsauge Nachahmung sände und bei etwaigen demnächst z» veranstallcndeu baussaminlungen die noch zurückbehaltenen Goldmünze» gegen Papiergeld umgetauscht würden. Kreis Wetzlar. X Wetzlar, 7. Tez. Das hiesige Gefangene nlager hat am Samstag bedeutenden Zuwachs ersahren. Es trasen 400 Gefangene, nieist Zivilpersonen, dazu auch verwundete Franzosen, aus der Gegend von Namur hier ein. Gegen Abend wagte ein Belgier einen Fluchtversuch: er wurde aber noch rechtzeitig vom Bretterzäune hcruntcrgeholt. 1.2^4 Hessen-Nassau. b Franks urt a. M., 7. Dez. Nachdem erst am Samstag zwei Buben aus Barmen ihren Eltern durchgebrannt waren, um sich den .Kriegsschauplatz bei Frankfurt' anzusehen, wurden heute zwei Jungen aus Bremen aus dem Hauvtbahnhos an- gcbalten, die das gleiche Ziel im Auge batten. Die beiden Hansa- drüder, die die väterliche Kasse »m 200 Mk. erleichtert hatten, wurden i» Schntzhait genommen. l> F r a n k s u r l a. M„ 7. Dez. Der 15jährige Sohn eines StadtsekretärS wurde heute früh in der elterlichen Wohnung erschossen ausgesunden. Neben ihm lag das Dienst- g e w e h r eines einquartierten Soldaten. Ob ein Unfall vorliegt oder ob der junge Mann sreiwillig den Tod gejucht hat, konnte »och nicht ermittelt werden. Vermischte». * Der Krieg als Erzieher zur Friedfertigkeit. Aus Erbach i. Odenw. wird uns geichrieben : M i ch e l st a d t, der freundliche Ort im Odenwald, besitzt berests durch die in seiner Nähe befindliche, aus der Karolingerzeit stammende berühmte Einhard-Basilika einigen Rus. Die Sympathie mit dem Städtchen wird aber »och erhöht, wenn man erlährt, daß seine Einwohner seit Entfesselung des Weltkrieges zu den sriedsertigsten Menschenkindern aus dem Erdenrund gehören und — ähnlich wie die deutsche Nation im großen — allen Hader und Zwiespalt mit bewundernswerter Entschlossenheit aus ihren Mauern hinausfegten. Wie ernst es ihnen init ihrer Gesinnung ist, zeigten sie der Welt insosern durch einen sehr erfreulichen dokumentarischen Beweis, als sie ihr schönes GroßherzoglicheS Amtsgericht bereits monatelang so gut wie kalt gestellt haben, dasselbe Amtsgericht, das in friedlichen Zeiten den Prozeßhansein zulieb mindesten? jede zweite Woche, die der Herrgott kommen ließ, Derhandlungstermiue an- setzei, mußte. Seit Juli schon hält Frau Justizia in Michelstadt ihren Weisheltsmund geschlossen, und sie wird ihn vor Ablauf des denkwürdigen Jahres 1914 auch nicht mehr öffnen, sintemal cs an jeglicher Klagesache fehlt und anscheinend jeder einzeln« der wackeren Michelstädler seinen Stolz darein gesetzt hat, sich aus besondere Weise das Kaiserwort zu eigen zu machen: Ich kenne keine „Parteien' mehr. * Die Pariser Mode und der Krieg. In dem so völlig veränderten Paris der letzten Monate bot die Sine de la Paix vielleicht den melancholischsten Eindruck, denn die prachtvollen Paläste der großen Pariser Modesirmen, in denen sonst um die Herbsttzeit ein buntes Leben herrscht wie in einem Breiien- schwarm, waren leer und schweigend: die Fenster mit dichten Läden verschlossen und die Möbel mü dunklen Stoffen überzogen, wie wenn alles plötzlich einen langen Winterschlaf hielte. Nun beginnt es sich aber in diesem wichtigen Zweige der sianzösischen Industrie wieder zu regen. Die großen Schneid« und di« führenden Damen d« Pariser Gesellschaft liaben sich zusammengetan, um das Modegeschäft wird« etwas in Blüte zu bringen. Die Schneid« «klären, daß sie dies nicht etwa täten, um Geld zu »«dienen: ebenso weisen die Damen die Absicht non sich, als ob sie in dies« schweren Zeit an Eleganz und LurnS dächten. Es soll mir den zahlreichen Angestellten und den vielen Heimarbeiterinnen geholfen werden, die durch ein völliges Brachliegen der Atodeindusttie dem Hung« anS- gelicfert würden. So ist es denn jetzt in den letzten Tagen des November sehr, sehr spät zu ein« ersten Vorführung der neuen Modelle gekommen, bei d« statt 150 neuen gioben, wie sonst, diesmal etwa 30 gezeigt wurden und statt d« 100 vornehmen und reichen Kundinnen etwa 20 anwesend waren. Die Männer fehlten völlig in dies« Versammlung: sie sind all« beim He«, vom Direktor bis zum Türsteh«. Die Verkäuferinnen, von denen einige Tran« trugen, sprachen nur vom Krieg, und die Damen, die mit ernsten Mienen die kostbaren Schöpfungen d« leichtsersiqen Mode- götttn betrachteten, batten ebenfalls kein anderes Gesprächsttiema. ANc gaben sich Mühe, mÄglühst wrintevcsfierl zu «scheinen, und doch waren alle, Geschäftsdanien wie Kundinnen, eifrig bei der Sache, denn dir Französin soll noch geboren werden, die nicht üb« dem Schnitt eines Rockes und der Fältelung eines neues Kleides aus Augenblicke alles andere »«gißt. Die neuen Modelle suchten sich dem neuen Geist, d« so rasch üb« Frankreich bereingrbrochen ist, nach Mögsichkeit anznpassen. Man bevorzugt schwere, einfache Linien und dunkle Farben. Die Gewand« fallen ernst und reich von den Schultern bis zu dem Rocksaum. Sehr lange enge Aermel und hohe Kragen betonen das würdevolle und etwas Gezwungene des neuen Stils noch mehr. Dunkelblau mit Schwarz ist ein« beliebte Zusammenstellung, und höchstens wagt man sich bis zu einem gehaltenen Braun od« zu eineni Grangrün, das an das Feldgrau «innett, das ja nun auch die Franzosen in ihre Uiüsorm einführen. Als eine Huldigung sür die moskowitischen Verbündeten ist das Vonviegen d« russischen Tuniken anzusehen, die praktisch, einsach und zugleich — patriosisch sind. Märkte. . - - Gieße», 8. Dez. Marktbericht, Aul beni heutigen Wochenmarkle kostete: Butter da? Pfund 1,10—1,20 Mk.: Hühner- eier I Stück 12—13 Psg., 2 Stück 00 Pfq.: Enteneier 1 St. 0 P!g. 2 »t 00 Psg.: Gänseeier 1 St. 0-0 Psg, 2 St. 00 Psg.: KäseF da? Ciück 10 — 12 Big, Käseinalte 2 Stück 6—6 Pfg.: Tanken daß Paar 1,00—1,40 Mt., Hühner das Stück 1,00—2,50 Alk., Hahnen das Stück 1,00 - 2,50 Mt, Eulen da« Stück 2,50-3,0» Mt., Gänse da« P!d. 60—70 Psg.: Welsche 4—5Mk.: Ochsensleisch dazPfü. 66—96 Psg, Rindsteisch das Pfund 90 — 94 Pfa, Kutzfliiscb 80—90 Psg, Schweinefleisch das Pfund 60—90—96 Pfg., Kalbfleisch das Bid. 80—84 Psg. Hawmelsteisch das Pfund 70— 90Plg.: Kartoffeln 100 Kilo 7,00—Mk., I Kgr. 8 Psg, Weißkraut das Stück 8—15 Pfg.: Zwiebeln der Zlr 12,0»—15,00 Mk.: Milch das Liter 22 Psg.: Aeplet der Zentner 15—20 Mk.: Birne» das Pfund 12—15 Pfg., Nüsse 100 Stück 40—10 Ptg. — Marktzeit von 8 bis 2 Uhr. fc. Frankfurt a M. B i e h h o ? ni n r k t b e r i ch l voni 7. Dez. Auftrieb: Rinder 1573 (Ochsen 297, Blillen 51, Kühe und Färsen 1222), Kälber 337, Schass 134, Schweine 2241. Tendenz: Rinder rege, Kälber gedrückt, Schale ruhig, Schweine lebhaft. Preise für 100 Pid. Lebend- Schlachtgewicht Ochse n. Bollsteischige, anSgemästele, höchsten Schlacht- werles, 4—7 Jahre alt........53—57 die noch nicht gezogen haben (ungejochte) . . Junge fleischige, nicht ausgemäslete und ältere ausgeniästete ...........46—48 Bulle». Bollsteischige, ausgewachsene, höchsten Schlachtw. Bollsteischige, jüngere......... Färsen, K ü h e. Bollsteischige ausgei». Färsen höchst. Schlachtw. Bollsteischige ausgen,. Kühe höchsten Schlacht- iverteS bis zci 7 Jahren....... Wenig gut emwickelle Färse»......40—46 Aellere ausgemästete Kühe.......37—42 Mäßig genährte Kühe und Färsen Gering genährte Kühe und Färsen Kälber. Mittlere Mast- und beste Saugkälber Geringere Mast- und gute Saugkälber S ch a s e. Stallmastschase: Mastlämmer und jüngere Masthammel Aeltere Masthainmel, gut genährte Schafe und geringere Mastlämmer Schweine. Bollsteischige Schweine von 80 bis 100 kg Lebendgewicht..... Bollsteischige Schweine unter 80 kg Lebendgewicht........ 57.50—59.00 Bollsteischig« Schweine von l00 bis 120 kg Lebendgewicht..... 58.00—61.00 Bollsteischige Schweine von 120 bis 150 kg Lebendgewicht..... 58.00—61.00 fc. Frankfurt a. M., 7. Dez. Mrig.-Teleqr. de? „Gieß. 2lnz.") Amtliche Nolieruiigen der heiitigen Fruchtmarktpreise. Weizen (hiesiger) Mk. 27.50—00.00, Kurhessischer Mk. 27.50 —00.00, Wetterauer Mk. 00.00 - 00.00, Roggen (hiesiger) Mk. 23.50 — 00.00, Gerste (Wetterauer) Mk. 00.00 —00.00, Gerste, Franken, Pfälzer, Ried Mk. 00.00-00.00, Gerste sür Brauzwecke Mk. 00,00-00,00, Hafer Mk. 22.10-00.00, Mais Mk. 00.00-00.00. (Tie Preise verstehen sich ab Station.) — Weizenmehl 0 Mark 00.00—00.00, Weizenmehl I Mk. 00.00 -00,00, Weizenmehl HI Mk. 00 00 bis Mk. 00.00, Roggemnehl 0 Mk. 00.00—00.00, Roggenmehl 0/1 Mk. 00.00-00.00, Roggenmehl I Mk. 00.00—00.00, Weizenkleie Mk. 0.00 —0.00, Weizenschalen Mk. 0.00—0.00. Roggenkleie Mk. 00.00—00.00, Malzkeime Mk. 00.00—00.00, Biertreber 00. 00 - 00.00, Futtergerste Mk. 00.00 - 00.00. Alles per 100 kg ab hier, fc. Frankfurt a. M„ 7. Dez, (Orig.-Telegr. des „Gießener Anzeig«s".) Kartoffelmarkt. Man notiette: Kartoffeln in Waggons Mk. 7,00-8,00, im Kleinhandel Mk. 8,00—,900 für je 100 kg. — Herborn, 7. Dez. Auf dem heute abgehaltenen 14. diesjährigen Markt« waren ausgetrieben 172 Stück Rindvieh uud 563 Schweine. Es wurde» bezahlt sür Fettvieh und zwar Ochsen 1. Oualität 92—94 Mk„ 2. Qualität 88—90 Mark, Kühe und Rinder 1. Qualität 85—87 Mk., 2. Qualität 80—82 Mark sür 50 Kilo Schlachtgewicht. — Aus dem Schweinemarkt kosteten Ferkel 24—40 Mk., Läufer 42—60 Mk. und Einlegjchweine 65—100 Mk. das Paar. Der nächste Markt findet am 8. Februar 1915 statt. FC. Wiesbaden. Vieh Hof-Marktbericht vom 7, Dez. Austrieb: Rinder 181 (Ochsen 24,fB»llen 25, Kühe und Färsen 132), Kälber 247, Schase 162, Schweine 945. Marktverlaus: Mittleres Geschast, bleibt Ueberstand. Preise sür 100 Psd. Lebend- Schlachtgewicht. Mk. Mk. 97-105 49—52 90-95 48—48 85-90 47—50 80-83 42—46 75-80 48—53 88-95 43—46 80—83 40-46 77-88 37—42 70—78 28—35 56—68 23—23 52—64 45-50 76-85 40—44 68-75 40-00 86-00 34-00 80-00 lunge 58.00-60.00 75.00—77.00 74.00- 78.00 75.00- 77.00 75.00- 77.00 Mk. 42-46 38—42 37-45 Ochsen. Vollfleischtge, auSgemästete, höchsten Schlacht- wertes im Alt« aon 4—7 Jahren . . . Junge, fieischige, nicht auSgemästete und ältere ausgemästete............48—60 Mäßig genährte junge und gut genährte ältere 43—47 Bulle». Bollsteischige, auSgew. höchsten Schlachtw. Dollfleischige, jüngere......... Färse». Kühe. Bollsteischige, ausgemästet« Färsen höchsten Schlachtwertes........... Bollsteischige ausgeniästete Kühe höchsten Schlachtwertes bis zu 7 Jahren .... Wenig gut entwickelte Färsen......40—46 Kälber. Feinst« Mastkälber..........60-00 Mittlere Mast- und beste Saugkälber . . . 50—54 Geringe Saugkälber.......... 38—45 Schase. Weidemastschase: Mastlämmer und Masthammel.... 41,00—00,00 Geringere Masthammel und Schase . . . 34-00 Schweine. Bollsteischige Schweine von 80 bis 100 kg Lebendgewicht ............54'/,—66 Bollsteischige Schweine unter 80 kg Lebendgew. 54—54'/, Bollsteischige Schweine von 100 bis 120 kg Lebendgewicht......... . 56—57'/, Bollsteischige Schweine von 120 bis 150 kg Lebendgewicht............54—55 Mk. bl—55 93-102 88-93 81—87 75—82 66-75 48—54 88—98 68—86 74-86 100—00 83-90 65—74 88-00 75—00 70—72 69- 70 70- 72 68—69 Kirchliche Nachrichten Evangelische GemeinSe. Mittwoch, den 9. Dezember, abends 8 Uhr: Kriegsbetstunde in der Johanneskirche. Pfarrer Bechtolsheimer. Berantwvrttich für „Feuilleton", „Gerichtssaal" u. I. B.: A u g u st G o e tz. .,B«mischtes": — Göol Auf Vielfache Slnregung aus dem Felde liefern wir zuin Versand als Liebesgabe t / 2 Flasche Odol in einer hübschen Metall-Feld-Dose, die fix und fertig als Feldpostbrief (10 Pfg. 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Liefern von Steinzeugröhrcn. . . 196 „ 3. Liefern von Ausmündungsröhren . 49 „ 4. Graben- und Rohrverlegnngsarbeiten 5914 „ 5. Anfahren von Röhren.....312 „ 6. Maurerarbeiten....... 240 „ 7. Liefern von Pflöcken..... 35 „ Die Verdingungsunterlagen liegen auf Großh. Bürgernieisterei Hcnchclheim offen. Angebote haben in Prozenten des Voranschlages zu erfolgen und sind verschlossen, postfrei und mit entsprechender Aufschrift versehen bei Groffh. Bürgermeisterei Heuchelheim einzureichen, wo die Eröffnung Donnerstag, den 17. ds. Mts., vorm. 8 Uhr, stattfindet. Zuschlagsfrist 3 Wochen. [ 12135 B Gießen, den 7. Dezember 1914. Großh. Kulturinspektion Gießen. H. Steinbach. Kartoffelliesernng. Die Lieferung von ca. 70000 kg Speisekartoffeln für die hiesige Anstalt soll öffentlich vergeben werden. Angebote sind verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen, bis spätestens Dienstag, 15. Dezember 1914, vormittags 10 Uhr hierher einzureichen. In den Angeboten sind die Kartoffclsorten zu benennen und die Bedingungen, die auf dem Geschäftszimmer des Unterzeichneten offen liegen, anzuerkennen. Die Proben sind getrennt von den Angeboten einzureichen. Es bleibt Vorbehalten, die Lieferung zu teilen, so daß sich mehrere Lieferanten an ihr beteiligen können. Zu schlagsfrist 3 Tage. Gießen, den 5. Dezember 1914. Großh. Direktion der Landes-Heil- und Pflegeanstalt bei Gießen. [12077B I. A. : Lotz, Großh. Hausverwalter. Bekanntmachung. Behufs einer Ergünzungswahl des Vorstandes unserer Gemeinde für das Mitglied Herrn Sieg- mund Rosenbaum, dessen Wahlzeit Ende dieses Jahres abläust, liegt die Liste aller Stimmberechtigten drei Tage lang zur Einsicht der Beteiligten in der Wohnung des Unterzeichneten 1. Vorstehers offen, und können Einwendungen gegen den Inhalt der Liste nur während dieser Frist zugelassen werden Gießen, den 8. Dezember 1914. Der Vorstand der israelitischen Religionsgemeinde Gießen. _ S. Heichelheim. _ 12128 D Bullenverkauf. Die Gemeinde Burkhardsfelden verkauft einer fetten Bogelsberger Bullen auf dem Submissionsweg. Offerten pro Zentner Lebendgewicht sind verschlossen bis zum Freitag, den II. Dezember d. Js., vormittags 10 Nhr, an Unterzeichnete Bürgermeisterei einzurcichen, wo dann die Oeffnuna der Offerten auf der Bürgermeisterei sofort stattfindet. Die Bedingungen können vorerst bei uns cingesehen werden. Wer schöne sprungfähige Bogelsberger Bullen zu verkaufen hat, kann uns dies schriftlich mitteilen. Burkhardsfelden, den 7. Dezember 1914. Großherzogliche Bürgermeisterei Burkhardsfelden. Hoffmann. 1*133 Versteigerung. Fortsetzung der groben Warenversteigerung ündet Donnerstag, den 10. ds. Mts., nachmittags 4 llbr, im Auklionssaale Neustadt 55 statt. Es werden insbesondere Stoffe für Herrenanzügc und Kragen versteigert. 12137 Müller, Grobb. Gerichtsvollzieher. Ülmtliche Bekanntmachungen der Stadt Gietzen. Bekanntmachung. Mittwoch, de» ». Dezember t»I4, vormittags 1 l Ubr, werden im Stadthaus. Gartenstrabe 2, Zimmer 0!r i" verschiedene städtische Plätze zum Perkans von bbristbäumen meistbietend vcrvachict. Giebe». den 4. Dezember 1914. Der Oberbürgermeister - Keller. U2U6B f T odes-Anzeige. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meinen lieben Mann, unseren treusorgenden Vater, Großvater und Schwiegervater Dr. Franz Kübel, Institutsvorsteher heute morgen 4 Uhr nach langem, schwerem Leiden im Alter von 69 Jahren in die ewige Heimat abzurufen. Gießen, den 8. Dez. 1914. In tiefer Trauer: Therese Kübel, geb. Pecoroni, 8 Kinder und 3 Enkel. Die Beerdigung findet Donnerstag, den 10. ds. Mts., nachmittags 3 Uhr, auf dem alten Friedhof statt. — Das Seelenamt wird Freitag, den 11. ds. Mts., um 7 Uhr abgehalten. — Beileidsbesuche dankend abgelehnt. 12 i 4 od Am 22 . November starb infolge schwerer Verwundung im Lazarett in Frankreich für das Vaterland unser innigstgeliebter Sohn, Bruder und Enkel Fritz Trautmann Kriegsfreiwilliger im Reserve-Infanterie-Regiment 222 im 20 . Lebensjahre. In tiefem Schmerz: Prof. Gustav Trautmann und Familie. Aach Liebig & Fehling seit 50 Jahren ärztlich verordnet. stellt chemiscft 0. technisch an der Spitze aller Malz-Präparate Ein Vorzu g äpanri f. Kinder und Kranke. Von icherer Wirkung iei Husten, Brust- e katarrh, Influenza Die aus diesem e*i- centrierten Malzextract hergesteiften ln Ap«th«k«n • na D miilm Löflunds Bonbons allen anderen Hustenbontons weitaus Oberlegen. sind an Wohlgeschmack und rasch Ittsonder Wirkung Giessen (Moltkestrasse 6 ), Frankfurt a. M., den 8 Dezember 1914 . Wir bitten herzlichst, von Beileidsbezeugungen jeder Art absehen zu wollen. 12138 Tirrn-Club. Den Heldentod fürs Vaterland starb am Zv. Oktober unser liebes Mitglied [12145D Ferd. Meister Wir werden ihm allezeit ein ehrendes Andenken bewahren. Der Vorstand. Statt Karten. Die Gesburt eines prächtigen Jungen zeigen hocherfreut an Franz Prokop von Holly u. Ponientzietz Oberieutnant i. Infanterie-Regt. „Kaiser Wilhelm“ und Frau Theo von Holly u. Ponientzietz geb. Schirmer. V Giessen, den 7. Dezember 1914. 08280 Zur Weihnachts-Feier empfiehl» zu billigsten Preisen! 1!M# a Laubsäge- und Werkzeugkasten Dilettantenhobel und Werkzeuge Laubsägeholz, -Vorlagen und Beschläge Schlittschuhe und Schlitten Gleichzeitig verkaufe aus Kinder-Spielwaren alsi Eisenbahnen und Zubehörteile Dampfmaschinen und Modelle Laterna magica Kinder-Kochherde Küchen-Spielzeuge usw. ar Borrmann Gießen Neustadt Nr. II «ff' ^Trauer Telephonieren Sie unter Nr. 249 u. Sie erhalt.sof. Auswahl empfehlen unser Lager in Trauerhüt, schw. Schürzen, schw. Satin - Blusen, schw. Handschuhen, Trauer-Flor, Cröpe, schwarze Krawatten, Trauer-Schleier. 8635a Modehaus A. Salomon & Cie.,^ u i. 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