Nr. 288 Der «lehener 2n;ei«er erscheint täglich, außer Sonntag?. - Beilagen: viermal wöchentlich #1ef|cncr,^amiIUnbtöttec; zweimal wöchentl.llreis- blati für Öen ilreirSietzen (Dienstag und Freilagt: zweimal monatl Lanö- wirtschastliche Seilftage« Fernsprech - Anschlüsse: sürdieSchriltleilungllL Verlag, Geschästsstelleöl Adresse iür Drahtnachrichten: Anzeiger Dießen. Annahme von Anzeigen lrir die Tagesnrimmer bis vormittags 9 Uhr. Erster vlatt M. Jahrgang Dienstag. 8. Dezember Giehener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Rotationsdruck und Verlag der vrühl'schen Univ.-Vuch- und Lteindruckerei N. Lange. Schriftleitung. Geschäftsstelle u. Druckerei: Schulstr. 7. •-S t \ u q 9 o r C t i: monatl. 75 Ps., vieriel- jährl. Mk. 2.20: durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. 65 Ps.: durch dicPost Mk.2.—viertel- jährl. ausschi. Bestellq. Zeilenpreck' lokal 15Ps., a»sw 20 Pi. — Haupt- lchristlciter: Aug. Goetz. Verantwortlich sür den polit. Teil: Aug. Goetz; für „Feuilleton", „Vermischtes" und„Gerichts- saal": Karl Neurath: iür „Stadt und Land": Otto Braun; iür den Anzeigenteil: H. Beck. Der siegreiche Einzug in Lodz. (WTB.) Großes tzauvtauartier, 7. Dez. vormittags. (Amtlich.) Vom westlichen Kriegsschauplatz und dem östlich der masurischen Seenplatte liegen keine besonderen Nachrichten vor. In Nordpolen haben wir in langem Ringen um Lodz durch das Zurückwerfcn der nördlich, westlich und südwcsv- lich dieser Stadt stehenden starken russischen Kräfte einen durchgreifenden Erfolg errungen. L o d z ist in unserem Besitz. Die Ergebnisse der Schlacht lassen sich bei der Ausdehnung des Kampffeldes iwch nicht übersehen. Die russischen Mcrlustc sind zweifellos sehr groß. Versuche der Russen, aus Süöpolen ihrer bedrängten Armee in Nordpolen zu Hilfe zu kommen, wurden durch das Bingreifen österreichisch-ungarischer und deutscher Kräfte in Gegend südwestlich Piotrkow vereitelt. Oberste Heeresleitung. * Wie n, 7. Dez. (WTW. Nichtamtlich.) AmLich wird ver- fcOtflwrt: 7. 'Dezeneber, mittags. Das Ringen um die Entscheidung auf dem russischen Kriegsschauplatz dauert an. Oester- lrejchisch-ungarische und deutsche Truppen wiesen «In Angriff im Raume südwestlich Piotrkow die über Nowora- t»m8k nordwärts vorstrebenden russischen Kräfte zurück, indessen deutsch« Tnippen den Feind zum Weichen zwangen. In Westgalizien snrd gleichfalls schwere Kämpfe im Gange. Ihr Ergebnis steht noch aus. In diesem Kicrume nahmen unsere und die deutschen Truppen gestern neuerdings 1500 Russen gefangen. Sä» den Karpathen wird ioeiter gekämpft. Au manchen Stellen hat der Feind starke Kräfte loicher hinter den (Keb-irgs- kamm Nlrückgezogen. Der Stellvertreter des Chefs des Genemlstabs: v. tz ö fe r , Gencralnmjor. * . * s uns gestern die deutsche oberste Heeresleitung init- "xinach angetan, uns lioffnungsvoll nach dem .lach im Osten blicken zu lassen. Das Kampfes- >ar sehr ausgedehnt, und wir haben ausführlichere auugen über die gewonnenen Borteile noch abzuwccrten; -edoch unsere vorsichtig wagende Heeresleitung keine in . „ündetcr Weise günstig gefärbten Berichte herausgibt, ist, wie immer, selbstverständlich, und so bleibt es beim herzlichen Nachfühlen des „durchgreifenden Erfolge s", der in dem Zurückwerfen starker russischer Kräfte in den be- zeichneten Gegenden um Lodz erreicht worden ist. Es war ein langes Ringen, und wir dürfen daraus schließen, daß die russische Uebermacht nur noch in minderem Maße vor- handen ist. Ausländische Urteile schreiben die deutschen Erfolge der überlegenen Artillerie zu: dies wird schon stimmen, denn der russische Geschützbestand ist dank Hindenburg schon erheblich verkleinert. Aber die Russen gehen zweifellos auch nur init sehr mäßiger Begeisterung vor. Der Krieg ist in ihren Reihen an sich schon nicht populär; nun haben sie aber Mißerfolge über Mißerfolge gehabt, und ihr angesehener Führer Rcnnenkampf wird einem Kriegsgericht überliefert. Das sind Dinge, die nur entmutigend ivirken können. Die russischen Heere kämpfen auch in einem (Nefechtsfelde, das rion Hindenbnrgs Truppen durch Wegräumung der Eisen- lbahnliirien und anderer Hilfsmittel in ihrer Weise „vorbereitet" worden ist. Die russische Heeresleitung suchte in der Gegend östlich von Ezenstochau Truppen loszulösen. um sie zur Hilfe am gefährdeten Nord- slügel zu verwenden. Dies war vergeblich, da deutsch-österreichische Truppen diesem Beginnen einen Riegel vorschoben. Die in der Meldung^ des- öster- weichisch-ungarischen Generalstabes genannte Stadt Rowo- (Radomsk liegt zudem immerhin etwa 100 Kilonrrter südlich »ei Lodz. Die neuen Kämpfe, auch in We st gal izien, sind noch nicht abgeschlossen, wir dürfen uns aber jetzt schon auf den Rüctzug der Russen einrichten. Hoffentlich, erleiden sie dhbci noch empfindliche Niederlagen! , 7 .. * . * Tic Stellung Lowicz— Lodz. ZZ^.irlin, 7. Dez. Der militärische Mitarbeiter des ^.^ck^^'glauzeigcrs" schreibt: ^ cnauc Rachricht, die hier über die deutsche Stellung witt Lowicz—Lodz oorlag, zeigt eine von Lowicz Wwestlich: zurückgebogene Linie, die von dort wieder ■qcq = „ ajJ südöstlicher Mchtnng vordrang. Wie weit sich durch Z Umzingeluugsvcrsuch und unfern Durchbruch die ■5 »zRuderte, läßt sich schwer fogrtt. Jedenfalls blieb Lodz bei §3 ■- { entbrannten deutschen Osiensivtampf, dessen Hauvtaus- 5" bit Umsassung des^ rechten rulsischen Flügels war, der Z riffelkunkt dieses Flügels. Lodz ist nicht Festung: ieinc Ver- LliiTg konnte nur in stüchtig aufgcstihrtm Feldwcrten liegen, £ r-rer' Anfertigung freilich unser östlicher Gegner Meister ist. " Bedeutung die reiche Fabrikstadt hatte, war den 7t>'en' ohne Zweifel klar. Ter Ort selbst erhebt sich auf Hüjgem Boden aus der sonst vollständig flachen Ebene, g g.nent derartigen Gelände sind die Chancen für beide Kämp- E ..tick, und die Entscl-ridung liegt mehr als in anderem Ge- t ai>f soiten der kampssrisck>crrn nird tämpMolMeii Truppen.: — ? lese Gruppen die Deutschen sein nmrden, war durchaus klar, li t war auch sicher, daß auf einem derartigelt Terrain die -si 'ffchc Uebermacht ganz besonders zählen würde, und diese »ck-4 seiten der Russen. Daß der deutsche Obrrkomniandiermde -D B .'rii rinnt derartigen Faktor nirljt ausschlaggebend bcein- Lasst, ist zur Genüge bekannt, und mir konnten aus den Esi Tmtn, die unmittelbar nach dem erfolgreichen Durchbruch .1 zyudlicheu UtNUtitgcchmgSring eine nornrat verlaufende Offensive ankündigke, von vvrTiheretn aus wichtige Erfolge schlie- ßm. Jetzt ist der Erfolg irur als ein lokaler anzusehen, aber wir wissen, daß den Russen tuich deni Fall von Lodz nichts weiter übtstg bleibt, als der sofortige Rückzug auf Warschau, wenn Hindenburg einen derartigen Rüc^ug überhaupt noch erlaubt. Auf die Lage in Galizien wird der Erfolg bei Lodtz nicht ohne Einfluß sein. Die heute in Galizien stehenden Russen werden ebenfalls znnr Zurückgeben genötigt werden. Wir haben dasselbe Zurückfluten der russischen Militärwoge aus Galizien bereits eimmrl ^i dem Vorstoß gegen Waffchau-Jwangorod beobachten kömien. Dies tvird aber diesmal nicht die ritt^ige Folge der Siege rmserer Ostarmee sein. Wir können annelMen, daß Rußland heute, auch im Kaukasus ernstlich beschäftigt, sein Reservoir an Adannschasten und vor allen Dingen an Waffen ungefähr erschöpft hat. Wien, 7. Dez. (WTB: Nichtamtlich.) Die Abendblätter begrüßen die Eroberung von Lodz, welche die ruhige Zuversicht in dem endgültigen AuSgang des gerechten Kampfes bekrästigc. Die „Neue Freie Presse" sagt, dieser glänzende Erfolg der deutschen Truppen werde in Rußlarrd, Frankreich und England einen uachhaltigen Eindruck machen. Der Plan, nach Deutschland durchzubrechen, sei nach denr Verluste von Lodz an die Deutschen wieder einmal unausführbar geworderr. Das „Neue Wiener Tagblatt" sagt: Mit Lodz ist der wichtigste Zentralvunkt von Westpolen gefallen und dadurch im Raume der russischen Kampffront ein bedeutender Erfolg errungen. Das „Extrablatt" schreibt: Wir beglückwünschen unseren treuen Bundesgenossen zu den Wassentaten und freuen uns des großen ErsolgeS. Der „Morgen" schreibt: Tic Frcudenbötschast aus der großen «chlacht in Russisch-Polen trat in den cfften Morgenstunden rin. Lodz ist tvieder in dcm Hütchen der Deutschen, und die Russen befinden sich ini vollem Rückzuge. Hiermit errang die deutsche Gegenoffensive, die durch gewaltige Verstärkungen, welche die Russen heranzuziehen trermochten, ins Stocken geraten war, wieder einen großen, urch, wie man wohl hoffen darf, für den weiteren Verlauf des Kampfes entscheidenden Sieg. Heller Jrchel wird aus ganz Deutschland sowie ans unserer Monarchie wieder den genialen Führer nach die tapferen Soldaten begrüßen. Die Bcschießnng von Lodz. Rotterdam,8 Dez. Ueber die Beschießung von Lodz wird noch aus Petersburg geineldet, daß: viele Häuser in den Hauptstraßen zerstört wurden. Eine Granate setzte einen großen Gasbehälter in Brarld, die Glut beleuchtete die ganze Stadt. Den Feuerwehrleuten und den Druppen gelang es, das Feuer zu löschen. Die Stadt war aber dann ohne Beleuchtung und die Straßen, die nicht elektrische Beleuchtung hatten, waren in Finsternis gehüllt. W i e n, 7. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Aus dem Kriegs- pr'esseguartier wird gemeldet: Das beredteste Zeugnis dafür, daß die Russen die Ueberlegenheit, lvelche in unserer besseren Disziplin und in der besseren Organisation unseres Train und unseres Nachschubdienstes liegt, selbst fühlen, ist folgender von dem Kommandanten der 4. russischen Armee ausgegebener Befehl, der bei einem gefangenen russischen Offizien des 297. Infanterie-Regiments gefunden worden ist. Er lautet: Besehl Nr. 539, 31. Oktober (13. November n. St.) 1914. Nach einer Meldung des aus der Gefangenschaft geflüchteten Stabshauptmanns der ersten Grenadier-Artilleriebrigade, Szoze- goleg, herrscht bei den Trains unserer Gegner eine mustergültige Ordnung. Tiefe Packs entbehren jeder besonderen Bedeckung. Ich mache die Kvrpskommandanten daraus aufmerlsam und drücke mein tiefstes Bedauern darüber aus, daß ungeachtet einer ganzen Reihe von Befehlen und Anordnungen in den Packs unseres Trains noch immer keine O r d n u n g herrscht. Ich befehle energische Maßnahmen, um endlich die so wichtige Angelegenheit zu ordnen. General Evert, Kommandant der 4. Armee. B'ndavest, 7. Tez. (WTB. Nichtamtlich.) Der „Pester Lloyd" bckngt von militärischer Seite zensurierte Mitteilungen, die in die Strategie der jüngsten Kämpfe in Polen einigen Einblick gewähren. In den Mitteilungen heißt cs: Die Schlachtfront in Polen verläuft etwa von der Bdündung der Bsura über Lowitsch, Lodz gegen Stcradz, und zieht sich dann in einem: stumvfm Winkel teilweise aus dem östlichen Ufer der Warthe bis in die Gegend des Wartheknics, nordöstlich von Ezenstochau, und von hier gegen den Bereich von Krakan hin. Die Kampflinie im Norden hat das Gesicht gegen Südost, der äußerste linke Flügel rechts bis auf 70 Kilometer an Warschau heran. Schon rechnen die Russen mit der neuerlichen Zernierung Warschaus: diese würde jedoch diesmal ritwn ganz anderen Charakter baden als gelegentlich der ersten Offensive an der mittleren Weichsel. Damals standen riesige russische Massen auf dem östlichen Weichselufer bereit. Ihr durch leistungsfähige Bahnen und den Brücken- kovt Warschaus unterstütztes überraschendes Eingreiscn hatte die deutsche Führung zu einem Ausweichen und einer Neuprnvvierung veranlaßt. Heute hat Rußland fast seine gesamte Macht bereits eingesetzt. Drei in der Reserve gehaltene Armeen stehen schon seit über einer Woche im Kampfe. Tie eine wurde an der Bsura in der Gegend von Lowitsch eingesetzt, konnte aber das Zurückweichen des in der Gegend südöstlich von Plozk stehenden nördlichen russischen Flügels nicht aushalten. Alle russischen Massenangrifse zerschellten in der Folge an den deutschen Linie unter fürchterlichen Verlusten. Die an der Bsura vorgestreckte deutsche Faust bedroht den R ü ckzug der russischen Mitte auf Warschau. Tie^ Errignisse nehmen den von den Verbündeten vorgedachten Verlaut, wie heute der Gcneralstab festgestcllt Hat- Wenn der Verlaus den Erwartungen entspricht, dann dürste es wohl nur den an der Bsura stelterrden rulsischen Erästen gelingen, nach Warschau zurückzukehren. Tie mssische Mitte müßte die Richtung aus und veideririts Iwaitgorod nehmen, denn die deutsche und österreichisch-ungarffcke Front zwischen Lodz und Sieradz hat, wie schon erivähnt, ihr Gesicht nach Südost gekehrt. In dieser Richttiug ertalgt der Tinck. Geschlagen.- Truppen gehen in der stiege! in 5er Verlängerung der Kampffront zurück, die sic zuletzt nilgcnonlmcu l>aben. Weiter heißt es: Ter mit größter Wucht im nördlichen Teile der «sä-lachtsront geführte Angriff wirst das Kartenhaus der inpiischen Diversionen aus Ezenstochau und Krakau, nördlich und südlich der oberen Weichsel, um. Ten Russen ist cs trotz des Einsetzens starker Reserven nicht gelungen, in der Gegend von Ezenstochau Vorteile zu er ringm. Im Süden hält das vorzüglich bewehrte Krakau den Feind in Schach. Schließlick, sagt der Verfasser: Die Sttategie der Dissen ist stark ..von polstischen Erwägunge» drirchtränkt. Tie spätere Kritik wird ihnen eine Zersvlitierlmg der Kräste vorwersen. Neues von Hindenburg. Zabrze, 7. Dez. (WTB. Nichtarntlich.) Dem Geineindl:- vorstand ist aus dem Hauptquartier-Ost folgendes vom 4. Tc- zember datiertes Telegramm zugegaugett: Tem Gerneinde- vorstaud teile ich ergebenst mit, daß Generalfeldtwarschall v. 5^iu den bürg gestattet, daß bei der Namensänderung Ihrer (tzemeindc sein Name gewählt w>erde: Exzellenz bemerkt jedoch, hierdurch nicht >der Kgl. Regierung als der hierzu zuständigen Behörde vorgreifen zu wollen. I. A: Caem- merer, Hariptmauu, Erster Äldjutant. Pogrome in Rußland. Genf, 7. Tez. (WTB. Nichtamtlich.) Nachrichteti aus Krschinew zufolge kam es nach dem strategischen Rückzug der österreichisch-ungarischen Armeen aus Polen und Südruß- land neuerdings zu schweren Pogromen, besonders in Po- dolsk, Radom, Grodisk und Cholm. Die „Titncs" Besitzerin der „Rowoje Wremja." Berlin, 7. Tez. Ein deutscher Fabrikant, der eine Niederlassung in Petersburg hat, tellt mit: Das bedeutendste russische Black, dessen deutschfeindliche Tendenz von jeher ein gefährlicher Faktor in der internationalen Politik war, die berüchtigte „No wo je Wremja", befindet sich seit zwei Jahren im Besitz des Ko ti s or t i u ni s der Londoner „Times". Im Herbst l9l2 wurde in Petersburg eine Aktiengesellschaft zur lleberrtahme der „No- ttroje Wremja" gegründet: und die Anteile dieses Unternehmens sind bis auf das letzte Stück von der „Tiines"- Gruppe übernontmen worden. Der Krieg in Serbien. Wien, 7. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Vom südlichen Kriegsschauplatz wird amtlich gemeldet: Die mit der Ein nähme Belgrads bedingten Operatwnen erfordern nunmehr eine Umgruppierung unserer Kräfte, deren Einzelheiten sich naturgemäß der allgemeinen Verlautbarung entziehen. Türkische Erfolge gege!« die Russen. Konstantinopel, 7. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Das Große Hauptquartier teilt mit: In der Gegend von Adjara haben neue für uns erfolgreiche Kämpfe statt- gesunden, in denen wir den Russen, welche Dumdumgeschosse gegen uns benutzten, eine Kanone sowie eine Menge von Bomben, Waffen und Munition abgenommen haben. Rlissische Angriffe östlich des Wansees an der türkischen Grenze warm ohne Erfolg, tzingegm haben itnsere von Revander vorrückendm Truppm S a o ti t s ch d l a g h e, 70 Kilometer jenseits der Grenze, besetzt, rinen wichtigen Stützpmikt der Russen in der Provinz Aserbeidschon.- Auszcichnuug türkischer Prinzen. Berlin, 7. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Der „Reichs- anzeiger" meldet: Der Kaiser hat den türkischen Prinzen O s m a n F u a d , Abdul R a h i m und Abdul H a l i m den Roten Adlerordcn erster Klasse verliehen. Der Kaiser in Berlin. Berlin, 7. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Der C b c s des Generalstabes des Feldheeres erstattete Sr. Majestät Bericht über die K r i e g s l a g e. Das Artillericduell bei Uper«. Amsterdam, 7. Dez. „Telegraaf" meldet aus Sluis: Der Kanonendonner war hier wieder sehr deutlich hörbar. Er kam aus südwestlicher Richtung von dem Artillerieduell in einem Dorf in der Umgebung von Toiiuebeck, das mi- gefähr acht Kilometer nordöstlich Ocm Apern liegt. Jetzt ist es wieder still. Tas Wetter ist viel besser. In Flandern hat es leicht gcftoren. Ostende in Flarnmen? Rotterdam, 8.Dez. Londoner Blätter melden, daß Ostende in Flammen stehe. Es sei unbekannt, ob das Feuer eine Folge der Beschießung sei oder die Stadt von den Deutschen selbst in Brand gesteckt wtlrde. (Eine Bestätigung dieser Nachricht bleibt loohl abzuwartcn. D. Red.) Das Urteil gegen die deutschen Militärärzte kassiert? Bordeaux, 8. Dez. Aus Bordeaux wird gemeldet: Aus Veranlassung des amerikanischen Botschafters ließ die ftanzösische Regierung die Mten des Prozesses gegen die deutschen Aerzte und Sanitäter nach Boüdeailx komme». Sie scheint das Urteil kassieren zu wollen. Lautlose Kanonen. Kristiania, 7. Dez. Auläsllich der Londoner Meldung, wonach Deutschland in Norüftaukrcich eine neue, lautlose Kanone augetvaudt habe, berichtet „Aftcnposten", eine derartige Kanone existiere in der Ersinduiig des tior- we gische ii Ingenieurs Aasen, der auch, wie be- tonnt, die im Balkankrieg zuerst benutzten Handgranaten erjunden hat. Fürst Bülows Reise nach Rom. Rom. 7 Dez. Fürst Bülow wirb mrmuttidj am Donnerstag in Rom ein treffen. Nach seiner An kauft begibt sich Botschafter von Flotvw nach Neapel. Fürst Bülow durfte in der Billa Malta Wohnung nehmen. An» Italien. R o m , 7. Dez Heute erschien die erste Nummer eines neue», von einer Gruvve angesehener Intellektueller gegründeten Wochenblattes. Tos Programm sagt, das; diese Gruppe sich gegen diejenigen Parteien gebildet habe, die unter allen llmständen und sofort den Krieg an der Seite des Treiverbondcs wollen, und die trotz ihrer weitschallendcn Stimme nicht die Ansicht der groben Mehrheit des Landes vertreten; beim sic wollen diesen Krieg nicht iür die Nation, sondern für die Partei. Mir sind, so heißt es in einem programmatischen Leitartikel, weder fiir die Zentralmächte, noch für den Dreiverband, weder a priori für den Krieg noch für den Frieden. Wir sind für unser Land, — pro Italia nostra. .Jtaüa nostra" ist denn Mich der Titel des Wochenblattes, Tie energische Wahrung der schweizerischen Neutralität. Bern, 7 Dez. (WTB. Nichtamtlich,.l Aus die Börstel- langen, die der Bundesrat bei der britischen und der französischen Regierung wegen des Ueberfliegens schlveizerischen Gebietes durch englische Flugzeuge erhoben hat, gab der französische Botschafter eine Erklärung des französischen Ministers des Aeußern ab, die dahin geht, daß er den Vorfall, sofern er erwiesen sei, aufrichtig bedauere. Der Bor fall könne gewiß nur einer Unachtsamkeit zugeschriebcn werden. Im übrigen lege die französische Regierung mehr als je Gewicht auf die schweizerische. Neutralität; sie wolle, daß diese durch ihre Truppen beobachtet werde, einerlei, ob es sich um das eigentliche Gebiet der' Eidgenossenschaft oder den darüber liegenden Luftraum handle. —i Die britische Regierung ließ durch ihren Gesandten dem Bundesrat eine Note überreichen, in der sie ausführt, daß die Flieger, die an dem Angriff auf die Zeppelin-Werft teilnahmen, bcstinrnrte Weisung hatten, schweizerisches Gebiet nicht zu überfliegen. Wenn sie es dennoch taten, sei das auf Unachtsamkeit und die Schwierig- feitcn, iit großer Höhe die wirkliche Lage des Luftfahrzeuges scstzustcllen, zurückzufiihren. Aus Grimd der ihr von schweizerischer Seite unterbreiteten Beweise für das Uebcrftiegen schweizerischen Gebietes halte die britische Regierung darauf, dem Bundesrat zu versichern, daß dieses entgegen ihren Älhsichten geschehen sei, und spreche chm dafür ihr lebhaftes Bedauern aus. Die britische Regierung wünscht im Anschluß daran festzustellen, daß aus ihren den Fliegern erteilten Instruktionen und dein dem Bundesrate wegen ihrer Nichtbeachtung ansgefprvchencn Bedauern keine allgemein e li S ch l ü s s e auf die chrerseitige Anerkennung des nicht unbe st ritten geltenden völkerrechtlichen Grundsatzes betr. die Gebietshoheit über dem Luftraum gezogen werden können. Der Bundesrat dankte den beiden Regierungen für ihre Erklärung und benutzte die Gelegenheit, der britischen Regierung neuerdings mitzuteilen, daß mit Rücksicht darauf, daß keine völkerrechtliche Beschränkung der Gebietshoheit über den Luftraum bestehe, er letztere in v oll ein Umfange geltend machen müsse und schon bei Gelegenheit der Mobilisation der Truppen entsprechende Weisung znm Schutze der, selben erlassen habe. Rücktritt des portugiesischen Kabinetts. Lissabon, 7. Dez. (WTB. /Nichtamtlich.) Das ganze portugiesische Kabinett ist zurückgetreten. Es soll ein Ncrtio- nalkabinett aus Mitgliedern aller Parteien gebildet werden. Die Stimmung in Spanien. Berlin, 7. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Aus Madrid gehen uns folgende vom 28. November datierte Meldungen zu: Die allgemeine Stimmung ist unverändert freundlich für Deutschland. Die Presse bespricht hauptsächlich die englischen Schiffsverluste, das völlige Versagen der englischen Flotte und schildert ferner die wirtschaftliche Lage Deutschlands als günstig. Die Zeitung „Debate" schreibt, Die Unabhängigkeit der wirtschaftlichen Lage ist heute lgrößer als jemals. Sie ist begründet in der eigenen Erzeugungs- kraft und der Festigkeit des inneren Handels, wogegen die Beschränkung des Außenhandels wenig in die Erscheinung tritt. Die Aussichten für die Heimkehr deutscher Wehrpflichtiger sind gleich Null. Die Franzosen und Engländer untersuchen peinlichst die neutralen Schiffe. Zuverlässige Nachrichten aus Marokko bestätigen die schwere Niederlage der Franzosen bei Kenifra, südlich von Me- kines. Die Verluste der Franzosen betrugen 30 Offiziere und achthundert Mann. Ferner erbeuteten die Berber 8 Geschütze. Die Nachricht rief in ganz Marokko große Bewegung hervor, besonders machte die Eroberung der Geschütze Eindruck. Die Franzosen bringen jetzt alte, aus Marokko her a us gezoge n e Truppen über Marseille wieder zurück. Ein französisches, auf Veranlassung der französischen Gesandtschaft gegründetes Handelskomitee in Tanger versucht, bei dem Generalrcsidenten in Rabat zu erwirken, daß die Deutschen und Oesterreichern gehörigen Vermögensstücke durch die marokkanische Regierung gleichwie in der französischen Zone mit Beschlag belegt werden, ebenso auch das bei der Gründung der marokkanischen Staatsbank beteiligte deutsche und österreichische Kapital sowie der Anteil der deutschen Banken beim marokkanischen Dabakmonopol. Tie englische Rekrutierung. Kopenhagen,?. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Der mi- lirärischc Mitarbeiter der „Berlingske Tidcnde" schreibt: Kitchcner hat ungeheure Schwierigkeiten mit der Ausbildung des neuen Heeres für die Verbündeten. Während Deutschland die junge Mannschaft zu einem bestimmten Zeitpunkt mit altei, Hilfsmitteln in die Kasernen der alten Mannschaft zu systematischem Unterricht einberust, ist der Militärdienst in England ein Erwerbszweig mit h o h c n L ö h n e n und bedeutenden Pensionen für die Hinterbliebenen der ffstsallenen und Verwundeten. Die Kasernen aber sind nur für eine geringe Anzahl berechnet. Neue Rekruten treten täglich ein und erschweren somit den Unterricht. Offiziere und Unteroffiziere fehlen. Es ist schwierig, den Soldaten militärische Disziplin beizubringen, da sie darin keine Vorschule haben. Rene englische Schiffe. London, 7. Dez. lWTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus. In der Flottenliste für Dezember befinden sich unter den neuen Schissen die leichten .Kreuzer „E a m b r i a n", „W a l l a r o c", der Panzerkreuzer „I m - verieuse" und verschiedene Torpedoboote. Das Flaggen-« schiss einer Flottille erhielt den Namen „B o t h a". Der Panzer sür das neue Panzerschiss „Royal Oai" ist fertig; es soll bald in Dienst gestellt werden. Schwedische Dampfer auf russische Minen gestoßen. Stockholm, 7. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) 'Die schwedischen Dampfer „L u n a" aus Stockholm und „Everild e" aus Helsingborg sind bei Mäentyluoto in den Finnischen Schären auf Minen gestoßen und gesunken. Bon der „Luna" wurde die ganze Besatzung gerettet, von der „Everildc" nur ein Mann Die deutsche Politik in Südafrika. " erlin, 7. Dez. (WTB. Amtlich.) Deutschland und die südafrikanische Union: Bon burischer Seite wurde die Kaiserliche Regierung um die Abgabe einer Erklärung über die Stellung Deutschlands zu der Südafrikanischen Union während des gegenwärtigen Krieges gebeten. Der Staatssekretär des Reichskolonialamts hat daraus folgende Erklärung abgegeben: lim den in keiner Weise provozierten Einfall englischer Truppen in das Schutzgebiet von Dcutsch-Südwestasrika zu entschuldigen, und um in den Augen der bolländischen Bevölkerung Südafrikas, deren überwiegende Mehrzahl gegen eine solche Maßnahme war, diesen Schritt zu rechtfertigen, haben Mitglieder des Ministeriums sowie des Parlaments der Südafrikanischen Union össentlich und vrivatim behauvtet, die deutsche Regierung beabsichtige im geheimen, Südafrika in Besitz zu nehmen und cs zu einer deutschen Kolonie zu machen. Die deutschen Streitkräste in Deutsch-Südwestafrika hätten das Territorium der Union verletzt, ehe Feindseligkeiten von seiten der südafrikanischen Regierung unternommen worden seien. Deutschland habe also den Angriff provoziert. Falls man keine Gegemnaßregeln ergriffen hätte, würde das Schutzgebiet von Deutsch-Südwestafrika als Basis für militärische Operationen gegen die britischen Schisse, welche den Verkehr zwischen Südafrika und Europa besorgen, benutzt und der tlnion unabsehbarer Schaden zugesügt worden sein. Ta die deutsche Regierung dem Eindrücke zu begegnen wünscht, den diese falschen Nachrichten auf alle Slldasrikaner gemacht haben, erkläre ich folgendes: Die deutsche Regierung hat niemals den Wunsch oder die Absicht gehabt, das Territorium der Südafrikanischen lllnion vorübergehend oder dauernd zu besetzen, noch auf irgend eine Art die deutsche Herrschaft über die tlnion oder über Teile dieses Landes zu erzwingen, weder durch militärische Einsälle von Deutsch- Südwestairika aus, noch in irgend einer anderen Weise. Soweit der Kaiserlichen Regierung bekannt gcivorden ist, ist das Territorium der tlnion, ehe die Südafrikanische Regierung den Angriff aus Deutsch-Südwestafrika anordnete, von dort weder zu Lande noch zu Wasser angegriffen worden. Deutschland ist überzeugt davon, daß die Ursache dieses Krieges zwisckien Deutschland uiw England Südafrika in keiner Weise berühre. Deutschland wünsche viclmelw, die Feindseligkeiten, die ihm durch die Regierung der Südafrikanischen Union ausgezwungen worden sind, ernzustellen, vorausgesetzt, daß auch die Regierung der Union von weiterem feindlichem Vorgehen gegen deutsche Territorien Abstand nimmt und die bereits besetzten Gebiete wieder räumt. Die deutsche Regierung ist in diesem Falle, bereit, zu versichern, daß keinerlei Feindseligkeiten von Deutsch-Südlvestasrika aus gegen die südafrikanische Union unternommen werden sollen. Sollte es den Südafrikanern gelingen, einen selbständigen Start zu errichten, so wird die deutsche Regierung ihn anerkennen und seine volikische Unabhängigkeit imd serm: territoriale Integrität respektieren. Aus dem Reiche. Aus der Grenzfestung Straßburg. Angesichts der Meldung aus Paris, daß die Wheb,ingen bei den französischen Sparkassen seit l. Januar dieses Jahres 101 Millionen Mark betragen, ist die Meldung der „Straßburger Post" von besonderem Interesse, daß bei der Straßburger Sparkasse schon Ende August die Einlagen die Rückzahlungen wieder übertroffen haben, und daß Ende November der Einlagenbestand sich gegen 25. Juli um 1 523 000 Mark erhöht hätte. Diese Summe würde sogar 2,275 Millionen betragen, wenn nicht 752000 Mark an Zeichnungen für die Kriegsanleihe zurückgezogen worden wären. Tie „Straßburger Pos?' bemerkt dazu: 101 Millionen Rückzahlungen in Frankreich, 2,225 MUlionen neue Ersparnisse allein in der Grenzfestung Straßburg, das sind zwei beträchtliche Zeugnisse sür die wirtschastliche Kraft und Widerstandsfähigkeit in Frankreich und Deutschland. Ueber die Behandlung der Engländer in Rühle b e n herrschen vielfach falsche Anschauungen. Namentlich ist die Ansicht verbreitet, daß die Behandlung zu gut sei und das Lagerkommando würde vom Publikum häufig aufgesvrdert, den internierten Engländern eine möglichst schlechte Aufnahme zutell werden zu lassen. Demgegenüber muß bemerkt werden, daß die Behandlung, wenn auch human, so doch im übrigen durchaus streng ist. Den Internierten ist jede Gelegenheit, eine Neigung zu verfeinerter Lebensweise zu befriedigen, unterbunden. Sie erhalten alles, was sie zum Lebensunterhalt benötigen, aber nicht mehr. Jeder Luxus bleibt ans dem Engländerlager in Ruhleben fort. Damit wird dem durchaus berechtigten Empfinden weiter Bolks- kreise Rechnung getragen, angesichts der menschenunwürdigen Behandlung, die unsere Landsleute in englischen Konzentrationslagern zum Teil zu erdulden haben. Deutsche Fürsten auf fremden Thronen. Europa zähll gegenwärtig im ganzen 17 Monarchieen. Darunter befinden sich nur 6, deren Herrscher nicht deutschen Fürstenhäusern entstammen; dies sind Schweden, Spanien, Italien, die Türkei, Serbien und Montenegro. Dagegen werden nicht weniger als 11 Monarchieen von Häusern regiert, die deutschen Blutes sind. Es sind dies Deutschland (wenn man nämlich das Reich in dieser Zusammenstellung als einen einzigen Staat betrachtet), Oesterreich-Ungarn, England, Rußland, Belgien, Dänemark, Norwegen, Rumänien, Bulgarien und Griechenland. Bon Vorteil ist die Besetzung europäischer Throne mit Fürsten deutscher Abkunft, wie der bekannte Staatsrechtslehre! Professor .Konrad Bornhak im neuesten Hefte der „Grenzbotcn" anssührt, für Deutschland niemals gewesen. Unter den Verbindungen deutscher Slamm- länder mit ausländischen Staaten, wie Sachsens mit Polen, Hannovers mit England, Schleswig-Holsteins mft Dänemark, hatte nur das deutsche Stammland zu leiden, und andererseits verlieren erfahrungsgemäß die deutschen Fürsten-- Häuser im Auslande sehr bald das Bewußtsein ihres Ursprunges und lassen an Deutschfrindlichkeit nichts zu wünschen übrig. So stehen uns auch gegenwärtig drei Völker nntey deutschen Dynastien als Feinde entgegen. Das sind Belgien, England und Rußland. Das englische.Königshaus ist so rein deutsch, daß man Jahrhunderte zurückgehen muß, um nur einen Tropfen englischen Blutes zu finden. Indem Königin Viktoria, die Erbtochter des Welfenstammes, sich mit dem Prinzen Albert von Sachsen-Koburg-Gotha vermählte, wurde ein frisches deutsches Reis aus den seit Menschenaltern bereits in Englatü, ansässigen, im übrigen rein deutschen, englischen Königsstamm gepflanzt, tzioch vor SO Jahren war die Fami- liensprache am englischen Hofe deutsch. Und die englische Königin ans dem Hanse Teck stammt aus einer vom württem- bergischen Königshanse als unebenbürtig ausgeschiedenen Nebenlinie. Wenn di« Engländer mit ihrer Verfolgung des Deutschtums fortfahren, und auch die in England naturalisierten Deutschen in Konzentrationslager einsperren, so können sie mit ihrem ganzen Königshause anfangen. In Rußland hat mim noch vor kurzem preisend mit viel schönen Reden die dreihundertjährige Jubelfeier der Dynastie Romanow begangen. Die Russen mußten es glauben, daß sie von echt russischen Romanows regiert wurden, anderswo hatte man dafür nur ein Köpsschütteln. Mit demselben Rechte könnten die Hohcnzollern sich Welfen nennen, weil einmal von weiblicher Seite im 18. Jahrhundert welsisches Blut in ihre Adern gekonimen ist. War wirklich Kaiser Paul ein Sohn Peters III. und der Kaiserin Katharina II., so gehört das russische Kaiserhaus zum großen Gcsamihause Oldenburg und insbesondere zur Linie Holstein-Gottorp. Echte Slawen vom Mannesstamme her wären sie nur, wenn nicht Peter III., sondern Katharinas Günstling Soltikow der Vater Pauls I. war. Also die russischen Romanows scheiden ganz aus. Entweder sind der russische Kaiser und seine Großfürsten Deutsche, oder wenn sic Slawen sind, haben sie kein Recht auf den russischen Thron." Au» Stadt »ind Land. Gießen, 8. Dezember 1914. **EineSitzungderStadtverordneten findet am kommenden Donnerstag nachniittag 5 Uhr statt. Die Stadtverordneten werden sich mit folgender Tagesordnung zu beschäftigen haben: 1. Mitteilungen. 2. Gesuch des Heinrich Heyne um cstenehmigimg zur Errichtung eines Anbaues am Hause Walltorstraße 5. 3. Gesuch des Ludwig Müller um Belassung eines Firmenschildes am Hanfe Neustadt 15. 4. Gesuch des Ludwig Kohlcrmann wegen Anbringung eines Firmenschildes am Hause Bleichstraße 10. 5. Gesuch des C. Zimmermann um Genehmigung zur Anbringung eines Firmenschildes am Hause Neuenbäue 15. 6. <&> \ richtung eines Garten Häuschens auf Flur 28 Nr. 161 durch Karl Amcnd. 7. Gesuch des Heilstättenvereins um pachtweise Ueberlassung städtischen Geländes. 8. Bereitstellung eines Kredits für die Herstellung von Hausanschlüssen durch das Elektrizitätswerk. 0. Fahrplan der Straßenbahn. 10. Fahrpreis der Straßenbahn während des Krieges. 11. Gesuch um Gaszuführung in ein städtisches Gebäude. 12. Gesuch des Vereins für Länglingsfürsooge um Gewährung eines weiteren Zuschusses. 13. Rechnung 1313/14 der Löberschen Stiftung. 14. Voranschlag 1914/15 der Löberschen Stiftung. ** Ueber die Weihnachtsarbeiten im Gie- ßeuer Roten Kreuz schreibt uns in herzlicher Art eine Augenzeugin wie folgt: „Was Frauensleiß und mütterlicher Sinn vermögen, sah ich wieder so recht, als ich etwa vor einer Woche «new Blick tun durfte in die Geschäftsstelle des Roten Kreuzes. — Die Weihnachtspakete fürs Feld wurden vorbereitet und gepackt. Nicht nur die Wohlhabenden, nein auch die Unbemittelten, ja selbst die Aermsten hatten ihr reichliches Scherflein bcigesteuert für die Weihnachtsbesch e- rung unserer Krieger. Viele freudige, opferwillige Liebe tat sich hier kund: manches Geschenk erzählte ungewollt eine Geschichte, so ursprünglich und ergreifend, daß man sich kaum der Tränen erwehren konnte. Wahrlich, solche Liebe wird denen da draußen das Herz warm machen und Weihnachtsfreude auch denen bringen, welche daheim niemanden haben, der ihnen Gaben senden könnte. Die Damen des Roten Kreuzes und ihre Helferinnen hatten miteinander gewetd- eifert, um oft durch die originellsten Erfindungen den Wünschen und Bedürfnissen unserer Krieger Rechnung zu tragen. Und neben dem Nützlichen fehlten nicht die Leckereien, die nun mal zu einem richtigen deutschen Weihnachtsfeste gehören? neben dem Praktischen kam auch die Poesie durch Weihnachts- I lied und Tannenztveig, durch sinnige Ausschmückung jeder Art vollgültig zum Ansdruck. Ein Stück echter deutscher Weihnachtsfeier wandert da nach Ost und West zu unfern tapferen Kriegern und wir wünschen von Herzen, daß die Freude an diesem heimatlichen treuen Gruße ihnen noch erhöht werde durch den Jubel über neue herrliche Siege!" ** Ein Wohltätigkeitskonzert großen Stils steht für den Januar in Aussicht. Dem Beispiele anderer Städte folgend, wollen nunmehr auch die Sänger Gießens ihre Kunst in den Dienst der Wohltätigkeit stellen. Mit der sreundwilligen Zustimmung des Herrn Oberbürgermeisters haben sich verschiedene hiesige Gesangverein? zusammengetan und den Entschluß gefaßt, im Monat Januar einen vaterländischen Abend bezw. ein Konzert unter der bewährten Leitung des Herrn Franz Bauer zum Besten unserer durch den Krieg so schwer heimgesuchten Ostpreußen und Elsaß-Lothringer zu veranstalten. Die schon bekannte „Kriegsfreiwillige" Kapelle des Herrn Musikdirektor Krauße hat ihre Unterstützung bereitwillig zugesagt. Am Mittwoch abend 9 Uhr findet die erste Gesangsprobe im „Felsenkeller" statt, zu der alle sangeslustigen Männer Gießens freundlichst eingeladen sind. ** Den Verwundeten in der alten Klinik und dem kath. Vcreinshaus wurde am vergangenen Sonntag eine große Freude bereitet. Der Bauersche Gesangver- ' ein trug dortseM eine große Anzahl seiner schönste» Bolkslis- der vor. ** Angenehme Unterhaltung wurde den in Steins Garten urttergebrallsten Verwundeten am letzten Sonntag geboten. Nachdem am Vormittag Schülerinnen ans der höheren Töchterschule durch eine Reihe schöner Lieder zur Unterhaltung der Verwundeten beigetragen hatten, erschien am Nachmittag die Gesangsabteilung dess Evang. Arbeitervereins, um unter Leitung chres Dirigenten, Musrklehrer Gernhardt, den Verwundeten durch Vortrag von gemischten und Frcmenchören eine angenehme Abwechflüng zu bieten. — Abends 5 Uhr fand daun noch ech Gottesdienst dort svatt, bei welchem Pfarrer Schwabe die Predigt hielt. ** Lichtbilder Vortrag für Vater ländische ZweL«. Der Leiter des BcröffeMlichungsdieustcs der Hamburg-Südwuer»- kanischen Dampffchisfahrtsgesellschast, Herr A S i m m i g, hat sich erboten, hier in Gießen sür einen vaterländischen Zweck einen mit 100 Lichtbildern ausgestatteten Vortrag über die im vergangenen Früdiahr nnternvnrinene Südmnerikafahtt des Prinzen Heinrich und seiner Gemahlin zu hallen. Die Reise wurde aus deni Schiss „Cap Trafalgar" ausgefühtt. Tie Bilder veranschaulichen die Einrichtungen des schönen Schiffes, schildern die Seefahrt null, Rio, brasilianische und argentinische Landschaften und die Anden fahrt bis Santiago und Valparaiso. Ihre Ausnahme ist von dem Borttagenden selber veranlaßt worden, der ent genauer Kenner des ganzen Rriseweges ist. Die Universität hat die Veranstaltung des Vortrages übernommen und hofft im Hinblick auf den wohltätigen Zweck ans regen Besuch, der wohl um so mehr zu erwarten ist, als ja die Verttne, die sonst derartige Votträge so zahlreich in unserer Stadt zu veranstalten pstegen, in diesem Winter davon Abstand genommen haben. Der Vottrag wird am Donnerstag den 10. Dezember stattffnden. ** Wilde Gerüchte machten heute vormittag wieder einmal in der Stadt die Runde, dergestalt, daß unser Redaktionsfernsprecher zeitweise nicht zur Ruhe kommen Sonnte. 60000, 70000, 80000 Ruffen sollten gefangen genommen und Geschütze und Maschinengewehre nach merstelligen Zahlen erbeutet worden sein. All den Fragern, die sich vergewissern wollten, ob man die Fahnen auShängen müsse, mußten wir leider eine Enttäuschung bereiten. Wie schnell derartige Schwindelmcldungen die Runde mochten, zeigt der Umstand, daß nicht nur aus Gießen, sondern auch aus den verschiedensten Orten der Umgegend diesbezügliche Anfragen crn uns kamen. An einer Stelle — den Rameql des Ortes >vollen ivir verschweigen — hatte mau bereits IlllenHiakben gefllvgyt. Hier hatte man aklerd-drgs mit 200 000 oeffarrgenen Raffen «euch den Rekord erreicht. Ms Variante cht wieder an anderen Orten der Umgegend verbreitet worden^ die Muffen Hütten einen großen Sieg errungen und >60000 Deutsche gefangen. Wie das Gerücht entstanden ist, konnte man nicht feststellen. „Ein Mxrrm" soll es erzählt haben. Wenn man doch solche „Männer" einmal nachdrücklich mit dem betreffenden Paragraphen unseres Strafgesetzbuches bekanntmachen könnte! **DasDezemberwetterist einstweilen nicht recht geeignet, weihnachtliche Stimmungen ausMlösen. An den auch kalendermäßig nahenden Winter erinnert in der Natur recht wenig. Die warme Luft und die eilig und tief ziehenden Wolken lassen vielmehr weit eher den Gedanken auskommen, als ob der Frühling vor der Türe sei. Ein Thermvmeterstand von 12 Grad über Null irn Dezember gehört jedenfalls zu den Seltenheiten, und wenn nicht die Weihnachtsauslagen in den Schaufenstern wären, und sich nicht allmählich schiich- tern und später als sonst die Christbaumverkäufer niederließen, so sollte man nicht sagen, daß in wenig mehr als zwei Wochen die Weihnachtsglocken läuten sollen, deren Klang man sich so gerne über verschneite Giebel und Straßen schwebend denkt. ** Auszeichnung. Dem Großh. Geometer 2. Klasse Eduard Schäfer hier, Glaubrechtstraße 10, wurde vom Großherzog die hessis che Tap fer kcitsmedaille verliehen. **(Sin Jubiläum. Morgen werden es 25Jahre, daß in Gießen die Trichinenschau eingeführt worden ist. Da damals das Ministerium eine amtliche Regelung derselben ablehnte, taten sich die hiesigen Schweinemetzger freiwillig zusammen, um die Durchführung der Maßnahme zu ermöglichen. Me Abmachungen galten immer ftir ein Jahr und wurden dann erneuert, bis von Amts wegen die Fleischbeschau eingefiihrt wurde. ** Bon den Wandernden. In der Herberge zur Heimat kehrten im November 853 Gäste ein, von denen 117 ohne Mittel waren (hn gleichen Monat des Vorjahres betrug die Frequenz 1297 Gäste bei 564 Mittellosen). Im Arbeitsnachweis der Herberge waren im November 85 offene Stellen gemeldet, von denen 83 besetzt werden konnten. Bon den untergekommene» Arbeitskräften gingen neun nach außerhalb, 74 blieben in Gießen. Bon diesen waren 45 gelernte und 38 ungelernte Arbeiter. ** Billigere Fahrpreise für dic Begleiter genesender Krieger. Auf eine Bitte des Zenlralausschusses der Deutschen Rote-Kreuzvereine um Gewährung von Fahrpreisermäßigungen für die Begleiter von genesenden Kriegern nach Kurorten dat der preußische Eisenbahnminister eine erhebliche Fahrtvcrgünstigung gewährt. Ter Minister hat außerdem den staatsbahnbesitzenden deutschen Regierungen anheimgestellt, zur Erzielung eines einheitlichen Borgehens eine gleiche Anordnung auch für den Bereich der dortigen Staatsbahnen zu treffen. Außerdem wurden die Eisenbahnkommissarc beauftragt, den ihrer Aufsicht unterstellten Privatbahnen die Gewährung der gleichen Vergünstigung nahezulegen. Landkreis Gießen. F. S t e i n b e r g, 8. Dez. Zu dem letzten Bericht über die lJnbaber des Eisernen Kreuzes aus unserer Gemeinde ist noch izachzutragen, daß diese Auszeichnung am 7. November auch dem Karl Schäfer aus Steinberg verliehen wurde. Schäfer ist Bataillonstambour mid Unteroffizier im 168. Res.-Jnfanterie- Rcgiment. Starkenburg und Rheinhessen. A ® o t m ft a b t, 8. Dez. Dem bei der Ober-Postdireklion in Darmstadt beschäftigten Obcr-Postsekretär, Rechnungsral Colin ist aus Anlaß seines 50jährigen Amtsjubiläums vom Kaiser der Rote A d l e r o r d e n 4. Klasse mit der Zahl 50 verliehen worden. Diese Auszeichnung wurde ihm am 7. bei Dienstbeginn von Ober-Postdirektor Mil kau im Prüsungssaale der Ober-Postdirektion in Gegenwart des gesamten Personals dieser Behörde zugleich mit einer prächtigen Blumenspende überreicht. Hessen-Nassau. m. Kirchhain, 7. Dez. Von den im Felde stehenden Kriegern aus Amöneburg sind zwei verwundet, einer wird vermißt; einer, Martin Beier, beim Reserve-Garde-Regiment, ist für seine Tapferkeit mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet worden. — Freiherr von Stumm auf Schloß Holzhausen im Kreise Kirchhain hat in seinem Schloß ein Genesungsheim für unsere Kriegsteilnehmer eingerichtet. — Ter .Krieg hat auch in die Reihen der hiesigen Vereine breite Lücken gerissen. Vom Kriegervercin stehen 66 Mitglieder im Feld, vom Turnverein sind 53 und vom Gesangverein 36 Mitglieder dem Rufe des Vaterlandes gefolgt. — Tie Vereinstätigkeit beschränkt sich jetzt bei allen Vereinen in der Hauptsache darauf, die im Felde stehenden Dtitglieder durch Übersendung von Liebesgaben zu erfreuen. — Am gestrigen Tage erfolgte die Verpachtung der fiskalischen Forellengewässer vom Schmaleichermühle bis Hof Petersburg und die Hatzbach und gab ein wenig günstiges Ergebnis. Es wurden nur 47 Mark geboten. w. Weil bürg, 7. Dez. Aut die Bitte des Vaterländischen Frauen Vereins um Wcihnachtsgabcu für die im Felde stellenden Truppen sind 1019 Pakete eingegangen, die, einen ganzen Eisenbahinoaggon füllend, an die zuständige Stelle für die Kriegssürsorgc des Roten .ikreuzes abgesandt worden sind. Schwurgericht. -rb. Gießen, 8. Dezember. Das diesmalige Schwurgericht snr die Provinz Ober- Hessen wurde gestern vormittag vom Landgerichtsrat Koch als Vorsitzenden eröffnet. Verhandelt ivurde gegen den wiederholt wegen Gewalttätigkeit vorbeslralten, 44 Jahre alten Arbeiter Joh Heinrich Rädlein, gebürtig ans Lichteniels in Oberlranken, zuletzt in Ober-Rosbach, der unter der Anklage des Versuchs der Notzucht und der Beleidigung in drei Fälle» stand. Tie Anklage vertrat Gerichtsassessor Tr. Gefeit; die Verteidigung iührte Rechtsanwalt Fischer. Es waren in der Sache, die nicht öffentlich verhandelt ivurde, sechs Zeugen zu vernehnien. Aul Grund des Wahrspruches der Geschworenen, ivonach der Angeklagte nach dem Anklagcbcschlnß unter Annahme mildernder Umstände schuldig gesprochen ivurde, erkannte der Gcrichlshoi ans eine Gelcingnis- straie von 1 Jahr 10 Monaten unter Abrechnung von 1 Monat für die verbüßte Untersuchnngshalt. Tein Aiigeklagle» iviirden außerdei» ivegei, der bei der Tal n» beit Tag gelegten ehrlosen Gesinnung die bürgerlichen Ehrenrechte ans die Tauer von drei Jahren ab- crkaniit. — Rädlei» erkannte da? Utteil sofort a». hölzerne Notbrücken km Kriege. Bei den großen Brückenbauten, die unsere Pioniere in diesem Kriege so tresslich aussührtcn, haben Berichterstatter des öfteren an jene große Brücke erinnert, die Cäsar im Jahre 49 o. Chr. über den Rhein schlug und von der ja jeder Gymnasiast in der Schule liest. Diese Rheiubrücke ist wirklich ein „Schulbeispiel" des Kriegs- brückenbaus, und wer ihre im Römermuseum zu Mainz ausge- stclllen Ueberreste betrachtet, wird dies nicht ohne Bewunderung tun können. Wie Oberingen,cur Kayser in seinem Aufsatz der „Holzwelt" ausführt, haben sich die Grundprinzipien des Feld- briickenbaus seit jcneni Meisterstück Cäsars kaum geändert, wenngleich freilich imscrn heutigen Armeen viel vollkommenere technische Mittel zur Bersiigung stehen, als sie der römische Pionier, der „arbiier" der Kohorten, besaß. Tie wichtige Aufgabe, für die nötigen Brücken im Kriege zu sorgen, sällt ja jetzt dem Brückcn- train zu, desseo leichtbewegliche Fahrzeuge, die Brückcnwagen, je einen Ponton und das zugehörige Material an Balken, Brettern, I Leinen usw. tragen. Das Brückenmaterial eines Armeekorps reicht aus, um bei einer Streckenlänge von 4,50 Meter, von Mitte Ponton zu Mitte Ponwu gemessen, eine Flußbreite von etwa 200 Metern zu überwinden. Da aber der Brückentrain mit Ausnahme einiger sog. Bockstrecken nur schwimmende Unterstützungen mü sich führt, iv kann die Pontonbrücke bei großen Stromstärken und bei starker Beanspruchung nicht verwendet werden, zumal da einige Gewehr- salvcn des Feindes genügen, um die Pontons zum Sinken zu bringen. Bei größeren Brücken, die dauernde Verwendung finden sollen, tritt daher an die Stelle des vorbereiteten Brückenmaterials der Behelfsbau, und es ist die Kunst unserer Pioniere, sich alle an Ort und Stelle gegebenen Hilfsmittel dienstbar zu machen. Auf die denkbar einfachste Weise hat man so aus Tonnen, Stangen und Brettern z. B. bei der Belagerung von Lllttwerpen Brücken improvisiert, die nur große Lausstege darstellten. Ein solcher Brückensteg gestattet aber nur den Uebergang einer Infanteriekolonne in Reihen mit gehörigem Abstand. Eine Brücke, die auch den lieber gang von Geschützen der schweren Artillerie erlauben soll, muß stehende Unterstützungen haben, wobei sich die Wahl der richtigen Konstruktionen nach dem vorhandenen Material, nach den Ufer- oerhältnissen, Wassertiesen und anderen Umständen richtet. Dabei werden entweder Brückenböcke eingebaut oder Pfahljoche eingerammt. Bei einer Bockbrücke werden die Unterstützungen ans trapezförmig zusammcngefügten Stangen und Stämmen am User fertiggestellt, und diese von Flößen und Booten in das Flußbett gesetzt und durch Verstrebungen gegen Umfallen gesichert. Tie widerstandsfähigste und sicherste aller dieser dieser hölzernen No' brücken ist die Pfahljochbrücke, deren Herstellung allerdings mehr Zeit voraussetzt. Das einzelne Joch besteht meist aus 5 Pfählen, über die der Jochbalken gelagert ist; die Brückenbreite beträgt meist 3—3,50 Meter. Bedeutende Massen von Holz sind für große Brücken dieser Art erforderlich, so z. B. für die über die Weichsel geschlagene Brücke von über 600 Meter Länge, deren Balkenmaterial die Gesamtlänge von mehreren Kilometern erreicht, ivober der Bedarf sür annähernd 90 Pfahljoche von über 5 Meier Jochhöhe, vom Wasserspiegel aus gerechnet, noch nicht mit in Anschlag gebracht ist. Ocrmifcfttc*. * Eisenbahnunglück. Aus Innsbruck, 7. Dez., wird gemeldet: Bei Bierschach im P u st c r t a I stieß ein Gülerzug mit großer Geschwindigkil mit einem fahrenden Lokonrotrozng zusammen. Vierzehn Wagen wurden vollständig .zertrümmert. Ein Schaffner ist tot, drei Mann des Zugpersonals sind schtver verletzt. 'Der Zugverkehr ist unterbrochen. * Das Gebet vor der Schlacht. Es ist keine der unwichtigsten und vielleicht auch keine der leichtesten 'Aufgaben der Feldprediger im Kriege, das Gebet vor der Schlacht zu spreckien. Gar zu leicht kann der Geistliche da wchmüllge Gedanken an die Lieben in der Heimat erregen und so den Mut der Soldaten eher hcrabmindern als anfeuern. Ein Feldgeistlicher, der den Krieg von 1870 mitgemacht hatte, äußert sich, daß er in solcheni Falle, wenn er durch sein Gebet die in die Schlacht ziehenden Truvven anseuern sollte, unwillkürlich imnier an das bekannte Gebet des alten Dessauers dachte und sich an dieses hielt. Bekanntlich soll dieser Kriegsheld, der Fürst Leopold I. von Anhalt-Dessau, vor der Schlacht bei Kesselsdors (am 15. Dezember 1745) an der Spitze seines Regiments auf dem Pferde haltend, den Blick gen Himmel gerichtet, mit lauter Stimme gebetet haben; .Lieber Gott, stehe mir heute gnädig bei! oder willst du mir diesesmal nicht gnädig beistehen, so hilf wenigstens auch dem Schurken von Feind nicht, sondern sieh, wic's kommt", und dann mit gezogenem Degen zur Attacke vorreitend: „In Gottes Namen! Marsch!" Kurz und bündig, so ist die Meinung jenes Geistlichen, muß das Gebet vor der Schlacht sein. Auch in der Form muß eine gewisse militärische Forsche liegen. Ein Kriegsteilnehmer des deutsch-französischen Krieges von 1870 erzählt, daß ein^ Feldgeistlicher, der ein vorzüglicher Reiter war und vor der Schlacht elegant an die Kompagnie herangesprengt kam, sein Gebet feurig und laut in die Lüfte schmetterte und, nachdem er den Segen erteilt, zur nächsten Kompagnie sprengte. „Man sah es den Leuten an," so berichtet der Erzähler, „wie das gesamte Behaben anfeuernd aus sie wirkte, wie sie ihre Helle Freude an diesem streitbaren Gottesmann hatten und durch seine kraftvollen Worte gestärkt und erhoben wurden. Wie sehr ein Geistlicher auf die Krieger toirken kann, zeigte der Tivisionspfarrer Moldenhauer bei Gravelotte. Er fah, wie ein Haufen Versprengter unv Entmullgter ihm entgegenkam, wie ein Offizier mit gezogenem Säbel vergeblich sie zu veranlassen suchte, sich dem Feinde entgegenzuwersen; Moldenhauer nähert sich dem Kommandeur des 61. Regiments, das eben in die Schlecht eintreten soll, und bittet, einige Worte reden zcu dürfen. Es wird ihm gestattet. und vom Pferde herab hält er an der Spitze eines Bataillons folgende Ansprache; „Soldaten, ivir gehen dem Feinde entgegen. Seid getreu bis in den.Tod. Kraft meines Amtes vergebe ich allen, die bußfertig ihre Sünden bereuen und sich des Verdienstes Jesu Chrisll im Glauben getrösten, im Namen des Treieinigen Gottes ihre Sünden. Haltet ein kurzes Gebet. Wählt die Losung: Mit Gott für König und Vaterland! Vorwärts mit Hurra! Dreimal klang wie Sturmesbrausen das Hurra!" Das wirkte; die Entflohenen faßten neuen Mut, weil sie sahen, daß die frischen Truppen ihn noch hatten. Sie merkten; mit solchen Leuten ist noch nicht alles verloren. Ter Divisionspsarrer ritt zum nächsten Bataillon, hielt eine gleiche Ansprache, und immer feuriger wurde das Hurra. Handel. — Berlin, 7. Dez. B ö r i e» st i m »,» n g s b i l d. In der Börsenversamnllung herrschte rege Unternehinniigsluü, die ihre Krait aus der hohen Beiriedigunq schöptte. die i„ politischer Hinsicht die Einnahme von Lodz »nd in wirtschaftlicher Hinsicht die fortschreitende Besserung der Lage der deutschen Eisenindustrie her- vorgeruien haben. In den Werten der i» der letzten Zeit ivesent» lich gesteigerte» Waffen-, MunitionS- und Maschinensabrikaktien wurde die gute Stimmung vieliach zu Gennnnrealisierimgen benutzt. Dagegen überwog die Nachfrage enischieden sür drei- vrozentige Anleihe, Kriegsanleihe »nd Chemische Werte, liamentlich lür Dynamitaktien. Die ausländischen Dalute» schivächte» sich iveiter aus den am Samstag dargeleglen Gründen ab. Tägliches Geld leicht zu 4 Proz. und darunter erhältlich. Privatdiskont &‘/< Proz. und niedriger. wöchentl. Ueberficht der Todesfälle i. d. Stadt Gießen. 48. Woche. Vom 22. bis 23. November 1914. Einwohnerzahl: angenominen zu 32 9)0 (inkl-1690 Mann Militari. Sterblichkeitsziffer: 23,50«/», nach Abzug von 12 Octssremaen: 9,50 ”/ M , Kinder Es starben an; Zusainme»: Erwachsene: Im vom 1. Lebensjahr: 2.— 15. Jahr: angeborener Lebens- schwäche i — 1 — Folgen der Geburt i io i (i) — — Diphtherie i (i) — — Kl) Tuberkulose d. Lungen 2 (I) 2(1) — — Lungenentzündung 2(2) Ml) — 1(1) Bronchitis 1 — 1 — Krebs 1 1 — anderen Krankheiten 3(1) 2(1) I — Verunglückung 1 (1) KD — — Wundkrankheiten (5 Kriegsgesangene) 5 (5) 6 (5) — — Summa: 18(12) 13 (10) 3 2 (2) Im Krieg geiallen: 20. A nm.: Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viel der Todesfälle in der bctreffenldrn Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen. Amtlicher Wetterbericht. Wetteraussichten in Hessco am Mittwoch, de» 9. Dez. 1914 : ■ Abnahme der Bewölkung, doch noch unbeständig, westliche Winde. Meteorologische Beobachtungen der Station Gieße». Tcz. o a tJ S 52 e ° 8 9 S -H- 3 % *5’S ** Bf *2 *2 3 i M z B = 5 13b Werre» 1 1 7 1 2« 741,4 13,2 8.0 71 8 2 10 Bed. Himmel 7.| S*H 741,5 12 7 7,8 71 8 2 10 n tf T“ 743,2 11,2 8,6 86 SSW 2 10 Regen Höchste Temperatur am 6. bis 7. Dez. 1914 -= + 13.8" C. Niedrigste „ . 6. . 7. , 1914 - + 1,5' „ Niederschlag: 0,8 mm. Letzte Nachrichten. Hindenburgs Sieg. (WTB.) Berlin, 8.Dez. (Nichtamtlich.) Im Vordergrund aller Besprechungen steht die Riesenschlacht in Polen. Die „Tägliche Rundschau" schreibt; Hindenburg und seine Truppen haben einen großen glänzenden Sieg errungen, der sich würdig den kriegerischen Großtaten der Geschichte anreiht und er lvird im Feldzuge gegen Rußland von entscheidender Bedeutung sein. Der Zusammenbruch der russischen Offensive. (WTB.) Berlin, 8.Dez. (Nichtamtlich.) Der Petersburger Korrespondent der „Politiken" meldet laut „Leipziger Tageblatt": Me russische Armee ist auf der ganzen Westfront zur Defensive übergegangen. Die Linie Warschau—Jwangorod ist die natürliche Verteidigungsstellung Westrußlands. Die Uebcrlegenheit der druffchen Artillerie. (WTB.) B erlin, 8. Dez. (Nichtamtlich.) Ter deutschfeindliche Korrespondent de-s „Corrierc della Sera" stellt noch vor Bekanntwerden der Nachricht von der Einnahme von Lodz die unbestrittene gewaltige U eber legen- heit der deutschen Artillerie fest. Der „deutsche Bahnschasfner". (WTB.) Berlin, 8.Tcz. (Nichtamtlich.) Tie französische militärische Presse schreibt laut „Berliner Lokal-Anz." den Haupt an teil an dem Lodzer Erfolg, dessen Tragweite abzuwarten bleibe, der Vorzüglichkeit der deutschen Verkehrsmittel zu. Ter „d e u t s ch e^ B a h n s ch a ff-- n e r" habe, so scheint es, den deutschen Schulmeister 70 er Angedenkens abgelöst. Vor Przemysl. Berlin, 8. Dez. Vor Przemysk lockert sich nach vorliegenden übereinstimmenden Blätterincllnnge» die russische Angriffslinie, weil die dort beteiligten Truppen nach dem nördlichen Kriegsschauplatz abgeschobe» iverden Die Kämpfe in den Karpathen. (WTB.) Budapest, 7. Dez. (Nichtamtlich.) Aus dem Pressequartier wird über die Kämpfe in den Karpathen dem „Az Eft" gemeldet, es müsse sestgcstellt werden, daß die Zahl der e i n g e b r o che ne n Russen nicht so bedeutend sei, wie früher verbreitet wurde. Es handele sich nicht um Liniensoldaten, sondern um Truppen zweiter Ordnung. Daher auch die große Zahl der Gefangenen. Die Kämpfe hatten den Charakter eines Gebirgskrieges, der sich meist in Scharmützel auflöse, die aber nicht von entscheidender Bedeutung seien. Wahrnehmbar sei aus diesem, wie auch auf anderen Kriegsschauplätzen, daß die aufjallenbe Verschwendung von Munition bei d e m Feinde, die früher geherrscht habe, eingestellt wurde. Es scheint, daß die Ergänzung der Munition, besonders für Kanonen und schwere Batterien, Schwierigkeiten bereite. Bulgarien gegen die russische Lügenpolitik. (WTB.) S o f i a, 7. Dez. (Nichtamtlich.) Tic „A g c u c e B u l- g a r e" meldet; Bukarester Korrespondenten verbreiten im Auslande, namentlich in der russisck>en Presse, die absurdesten und unglaublichsten Verleumdungen gegen Bulgarien. Um diese Albernheiten ganz zu verstehen, genügt es, folgende Erfindungen auszuzählen, die der Korrespondent des „R u s - k o j e S l o v o" seinem Blatt telegraphieren zu müssen glaubt, obwohl jede dieser Nachrichten ein Attentat gegen die Wahrheit, das Gewissen und den guten Geschmack ist. Ter Korrespondent meldet, es sei auf dem tnilgarischen Königlichen Palais eine Funken st ation errichtet, die von Oesterrcichern bedient werde, welche alle Vorschläge, die die Mächte des.Trciocrbandes Bulgarien niachtcn, noch am selben Tage nach Wien und Berlin telegraphierten. Zwischen Sofia und Wien bestände schon seit langem ein geheimes Abkommen, von dem nur der König und einige Minister Kenntnis hätten. Der griechische Gesandte in Sofia habe, man weiß nicht gegen welche geheimen militärischen Vorbereitungen Bulgariens, Vorstellungen erhoben. Der Vertreter Englands habe sich diesem Schritte angeschlossen und zu verstehen gegeben, daß Großbritannien einen Teil des bulgarische» Ge- bietes besetzen und eine Aktion Griechenlands mit allen Mitteln unterstützen werde. So geht es weiter. Diese Meldungen bedürfen keines Dementts. Dic türkisch-italienischen Beziehungen. WTB. Berlin, 8. Tcz. (Nichtamtlich./ Ter König von Italien empfing gestern den türkischen Botschafter, der ihm, ime der „Berl.L.-A" meldet, versicherte, daß. Italic» vom Heiligen Krieg ausgeschlossen und die Einwohner Libyens von der Türkei als italienische Untertanen betrachtet würden. Unsere Landsleute in Amerika. (WTB./ Genua, 7. Dez. (Nichtamtlich./ Heute mittag ilt der amerikanische Dampfer „I a s o n", der in Amerika gesanimellc Weihnachtsgeschenke für deutsche und österreichischungarische Kinder bringt, hier eingetroffen. Außen schön — Innen gut! Unsere beliebte Weihnachtsdofe, .OL-nsttcr- entwurf, hochfein in imit. Slltsilber geprägt, ist wieder in den Geschäften zu haben, die unseren KaffeeHag, den cosscinfrcien'Bohnenkaffee, führen. Int,alt 1 Pfund, Preis Mark 2.— u. 2.50 aaffee-Hnndtls-Slkrieugeiellschast. «rem«. Unserer Bitte um Weihnachtsgaben für unsere wackeren Krieger ist seitens der Einwohner Gießens in opferwilliger Weise entsprochen worden. Zahlreiche Spenden von Geld und Liebesgaben sind uns zugegangen und haben zu einem schönen Ergebnis geführt Eine reichhaltige Sendung von Gegenständen jeder Art ist bereits an die Liebesgabentransport-Abteilung in Darmstadt abgegangen und den hiesigen Laz iretten können wir eine größere Summe für ihre Weihnachtsbescherungen zur Verfügung stellen. Allen gütigen Spendern sei hiermit herzlicher Dank ausgesprochen. Gießen, den 8. Dezember 1914. [12146D Der Oberbürgermeister Keller. Alice-Frauenverein Zweigverein Frau Gebhardt vom Roten Kreuz Wiener. Gaslüfter GaSkroiieit GaSIamven usw. uni rafdt zu räumen (»ottbiüin earlSchunck^Ä _ 03728 __ Ortsgewerbeverein Giessen E. V. Bei Anlslellang von Slener- erkUrnngen ist unseren Mtt- niieberu, insbesondere den Angehörigen der su den Waffen Einberufene», Herr Vnreanbeauiter Kirchner, Schiffenberger Weg 16 111 gern behilflich. [, S , 36 D Der ilorfiüeitbe. SisdltiieaterCiefieo Dir: Hermann Steingoetter. Dienstag. 8. Dez. 1814 abends 8 Uhr 5, Dienstag-Abonn.-Vorstell. Gewübnl-Preilelermästizc Neuheit! Neuheit! illnieli nocli im FlüpelkleidR Ein fröhliches Sviei in4Slui ziigen von Silben Kehm n Martin Frehsee. Ende nadi 10' / = Uhr. Soldaten oomFeldwebel ab wariS zablen bei allen Bor stellnngen ans 2. n. 3. Parteii nur halbe Preife. 112123G Bürgerverein Gießen. Die Universität hat den Bnrgerverem zu dem L1CHTBILDERVORTRAG des Herrn Direktor A. Simniig über die ,,8Hd-Arnerikafahrt des Prinzen Heinrich“ Donnerstag, den 10. ds. AUS., in liebenswürdiger Weise eingeladen. Wir ersuchen unsere Mitglieder, dieser Einladung recht zahlreich Folge zu leisten, nmiotnehr, als der Ertrag der Veranstaltung für vaterländische Zwecke bestimmt ist._12148D__Der Vorstand. Lichtspiel-Haus VrtsMrbemkin Wen (s. V. Wir machen unsere Mitglieder aus den am Donnerstag. abends 81lbr, in der UniversitatSaula stattündenden aufmerksam und bitten um zahlreichen Besuch. 12147 D Der Reinertrag ist zu vaterländischen Zwecken bestimmt. _ Der Vorsitzende. Marine-Verein. Es gingen toeiter an Liebesgaben eilt: Schnetderm str. Gärtners Mk. Fabrikant Schirmer 1 Mille Zigarren Fabrikant Joseph Kreuter 1 Weihnadttsvaret Carl Ferd. SIvvel 10 Mk. Zigarrensabcikant Bender 1 Mille Zigarren Zigarrensabrikant Noll ein Mille Zigarren Maternus 1 Kiste Zigarren, 6 Pakete Zigaretten Wohltätigkeitskonzert 40 Mk. Todt MO Zigaretten Krautzhaar 10 Mk. Fräul. Ungenannt 2 Pakete Strümvse, 3 Shagpfeif., 3 Pakete Tabak durch Fri. Louise Friedrich, Stadtmädchensch.,Kl.VIId, 1 Weihnachtspaket Schornsteinsegermeister Keil ö Mk. I. Dosch 3 Mk. Ferd. Harnickel 100 Zigarren Carl Seidel. Drogist, 40Holz- Shagoseisen, 40 Pakete Tabak Weitere Liebesgaben nimmt nock- entgegen der Vorsitzende, Georg Hebstreit, Klinikstrahe 21. 12119D (riffntinfin=ftoufiiniDcrcin ßitp c. öl. NI. b. H. itraste 23, 1. Stock. Tagesordnung: 1. Rechnungslegung und Entlastung. 2. Beschlnstsgssung über die Verteilung des Reingewinnes. 3. Eriatzioahl von Vorstands- und SinssichtSraismitgliedern. 4. Verschiedenes. 12141D Ehesten, den 7. Dezember 1914. Der Vorsitzende deS AussichtSrateS. Morgcil Mittmck>,i>kil9.ii.M. Metzelsuppe Karl Rösinger am OSwaldSgarten. 12142 Nähmaschinen Geldkassetten, Geldkörbe Wertpapier-Kasten sind passende Weihnachtsgeschenke. Grösste Aus- Fr. Krogmann Bahnhofslr. 30 ->o Bahnhofstr. 30 Die große Sünderin Ein Kriminalroman in 3 Akten von Hans Hyan. In derHauptroüe: Henny Porten! [■•»» Außer dem übrigen vorzüglichen Programm noch die neuesten Kriegs-Berichte! Hllltkr ohne Charge zahlt werktags die Hülfte. Praktische Geschenke für die Kleinen in riesiger Answahl! Spielwaren: Schaukelpferde, Puppenwagen Soldaten, Gewehre, Helme, Säbel, Baukasten :: Unterhaltungs-Spiele, Küchen, Kaufläden :: Antos, Dampfmaschinen, Laterna magicas usw. zu aussergewöhnlich billigen Weihnachts-Preisen! Ein Posten prachtvolle gekleidete Pappen solange Torrat —~~ zu jedem annehmbaren Preise! 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