Rr. 28 1 Zweiter Blatt 164- Jahrgang Grfdieml täglich mit Ausnahme des Sonntags. Tic „Sießener Zamiliendlätter" werden dein .Anzeiger" viermal wöchcnllich beigelczt, das „Kreirblatt ffir den Kreis Siehe»" zweimal wöchentlich. Die „landwirtschaftlichen öeil- sriqen" erscheinen monatlich zweimal. General-Anzeiger für Gberhejfen Montag. 7. Dezember Rotationsdruck und Verlag der Brühl'jchcu Univerntäls - Buch- und Steindrnckerei. R. Lange, Gießen. Schri!tlcilung,Gcsci>äitSsteIle ».Druckerei: Schm straße 7. Geschä!tsstelleu.DerIag:^^b1,Schrill leilung: ^4W l12. Adresse siir Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen. An die im Heide stehenden Angehörigen der Landeruniversttät Gießen. Ter Rektor der Universität Gießen Geh. Medizinalrat Prof. Dr. Sommer versendet an alle im Felde stehenden Angehörigen der Hochicknlle nachstehendes herzliche Rundschreiben: Liebe Kollegen und Kommilitonen! Ter Krieg hat in den Organismus unserer Universität außerordentlich stark cingegrissen. Es ist nicht nur eine überraschend große Zahl Studenten in das .Heer cingclrelcn, son der» auch £on den Dozenten und Assistenten stehen nicht wenige im Felde, oder sind zurzeit Noch im Lande in mililä- scher Verwendung. Auch Beamte und Angestellte der Institute sind zahlreich in militärischem Tienst. Es erschien von vornherein als eine ehrenvolle Pflicht der Universität, diese Anteilnahme der UniversilätS Angehörigen am Krieg genauer zu erniitteln und für die Chronik der Universität während der tvellgeschichtlichen Geschehnisse dieses Krieges fest- zuhaltcn. Durch Fragebogen, die vom Rektorat an die Jnsti tute, die Familien der im Felde Stehenden, sowie an die sämtlichen studentischen Korvorationcn gesandt wurden, sowie durch Posttarten mit bestimmten Fragen, die an sämtliche hiesige Studenten des Sommeriemesters 1014 gesandt wur den, ist eS möglich geworden, einen ziemlich genauen Einblick in diese geradezu erstaunliche Beteiligung unserer Universi-- tätSangchörigen am Krieg und in ihre Zugehörigkeit zu den einzelnen Formationen des Heeres zu gewinnen. Nach Beschluß des Kriegsausschusses der Universität wird diese Ueber- stcht als Liste gedruckt und allen Beteiligten zugcsandt werden. Sie soll den im Felde Stehenden einen Gruß der Uni versität bringen, die an ihrcnt Schicksal wärmsten Anteil nimmt. Im gleichen Sinne ist eine UinpcrsitätS--Feldvostkarte hergestellt ivordcn, die mit ihrem besonderen Kennzeichen den Geist der alma muter Uustcivieianu bei den Empsängern auch in den Schützengräben ^)der sonst im Feldzug wachrusen soll. Für Angehörige von Studenten unserer Universität liegen solche Karten zur Ausfüllung der genauen Adressen im Sekretariat der Universität, Bismarckstraße 22, bereit, diese können auch schriftlich, ivenn es noch nicht gefsttel-en ist, dem Rektorat mitgeteilt werden. Die angcbogenen Antwortkarten werden ljoftrittIidt die Kenntnis der Universität vom Ergehen ihrer Mitglieder weiter vermehren. Schon jetzt liegen mir besonders von den jungen Medizinern, denen ich als aka- dcmifchcr Lehrer nahe stehe, eine große Zahl solcher Mittei lungcn vor, in denen sich der Gang des Krieges als persönliches Erlebnis darstellt. Vor allein werden Nachrichten von den Regimentern, denen die Gicßener Studenten hauptsächlich angehören, nämlich vom 116. und vom „Bischweiler"» Regimeitt, einen interessanten Beitrag zur Geschichte unserer Studenlenschaft im Kriege bilden. Die Universität hat ihr lebhaftes Interesse an diesen beiden Regimentern durch die Nischiedsseiern in der großen Aula in'Anwesenheit der Herren Obersten Schimmelfe n n i g und Rvtt ausgedrückt, nnd allen, die daran teil» genommen haben, werden die packenden und eindringlichen Worte meines Vorgängers, des Herrn Gehermrat Eck, immer in Erinnerung bleiben. Auch haben die Mitglieder nnd Freunde der Universität sich an der Sammlung von Liebesgaben siir die drei Regi- inentcr 116 lebhaft beteiligt, eingedenk, daß viele unserer Studenten zu den 1 lti ent gehören. Ferner hat die Universität dein Landsturmbataillon Gießen, in dem ebenfalls Angehörige der Universität stehen, eine Gabe von 100 Mk. durch Herrn >> I». i i im Oberstleutn. v. Knobelsdorfs überwiesen. Schließlich ist neuerdings für das Bischweiler-Regiment, nftt de« sehr viele unserer Studenten als Kriegssieiwlltige hinauSgezogen sind, erst vom Rektorat in Universitätskreisen, sodann von diesem gemeinsam mit dem Komitee der Eltern in der Oeffentlich- t'cit, eine LiebeSgabensammlnng angeregt worden, die eine außerordentliche Wirkung gehabt hat. so daß am Dienstag, den 24. November, ein Eisenbahnivagen mit Kisten und Paketen, unter denen sich ungefähr ÖOO namenlose zur beliebigen Verteilung besinden, an daS Ersatzbataillon des Regiments 87 in Mainz geschickt werden konnte, welches die Beförderung zur Etavpe und iveiter zur Truppe verutittelt. Diese Zeilen werden Euch vielleicht eher erreichen als die Sendung selbst und sollen Euch diese ankündigen! ES sind bei der Sammlung viele Zuge von persönlicher Anhänglichkeit „an unsere Studenten" hervorgctreten. Mögen die Gaben Euch zu Weihnachten in die Heimat versetzen und Euch den (tzeist nnd das Bild nuferer lieben Universitätsstadt sowie die Studentensrcundlichkeit ihrer Bewohner recht vor Augen stellen! > Nun ein paar Worte noch über unS, die in der Heimat Zurückgcdliebeneii! Als Ihr in großen Scharen davonzoget, um praktische Weltgeschichte zu treiben, war es hier zuerst manchen, zweiseihast, wie es der Universität mit ihrem Unterrichtsbetrieb in dieseni Semester gehen würde. Wir Dozenten waren von vornlserein entschlossen, die Vorlesnngcii, so weit als möglich, wen» auch mit einigen Aenderuiigrir, durchzuführen, und dieser Vorsatz wird uns erleichtert, da tatsächlich trotz der Kriegszeit noch ungesühr 300 Studenten hier sind und sich dem Studium widmen. Trotz mancher Ausfälle wird der Lehrbetrieb doch im wesentlichen durchgeführt, getreu der allgemeinen Aufgabe, die wir im Lande Gebliebenen haben: Während des Krieges die Organisation der Friedensarbeit festzuhalten und die Berga n g e n h c i t in die Zukunft überznlciten. Wir haben auch erkannt, daß, es unsere Pflicht ist, gewisse Ausgaben im allgemeinen Interesse der Studentcn- schast gerade jetzt nach Möglichkeit rasch zu fördern. Durch den Krieg ist die lörperliche Ausbildung der Studentenschaft, die schon lange von der hiesigen Universität angestrebt wurde, zu einer nationalen Notwendigkeit geworden. Daher ist der Plan eines akademische» Turn-, Spiel- urrd Sportplatzes eifrig gefördert ivorden, und, wenn die letzte Schwierigkeit überwunden sein wird, haben >vir dank dem Zusammenwirken staatlicher und städtischer Behörden die Aussicht, wenn Ihr ans dem Kriege znrückkehrt, Euch an einer ausgezeichnet geeigneten Stelle in der Nähe vom Trieb diese langersehnte akademische Einrichtung fertig hergestellt zeigen zu können. Dieser Krieg hat uns die Lehre gegeben, daß ivir Deutsche nur durch völlige Einigkeit tmseren Platz im Leben der Völker behaupten können, und so wollen wir in der Heimat Gebliebenen durch einträchtiges Zusammenwirken versuchen, zum Heil unseres Volkes durch weitere Ausgestaltung des akademischen Lebens beizntragen! Ihr steht setzt im Felde vor den wilden Feinden unseres VolkStumes, unseres Landes und unseres Reiches! Wenn nach den Berichten der obersten .Heeresleitung junge Regimenter in Flandern mit dem Liede „Deutschland, Deutschland über alles" im Kugelregen vorgingen, und auch in den Strapazen des Ostens sich glänzend beivührten, so wissen wir, daß dies Aeußerungen des einheitlichen Geistes sind, der unsere ganze junge Mapnschaft und besonders auch Euch beseelt, wir wissen, daß Ihr in dein alten kampffrohen Geiste der Gießener Studentenschaft lebt und handelt: Literis et armis ad utrumque parati! von Sen Toten des Landsturm-Pioniers. Vom Buchhändler zum Landiüirm-Pionicr — tS in ein gewaltiger Sprung, den der wackere Baureuther Buchhändler F. Seuffer da gemockn Int Daß er sich aber dem >ähen Beruss- ivvchset vollkommen gewadiscu gezeigt mW als Pionier trefflich lernen Mann gestanden hat. das bezeugt der wische Feldpostbrief, den er aus „Annvcrpcn rm Schnee, 15. November" an den Orts» vercin der Bovocuther Buäihändler gerichtet hat, und den dos Buchbandler-Böricubtatt >ctzt and, wetteren Kreisen zugänglich macht. „Hui, ist das ein Sauwetter — ,o beginnt unser Landsturm-Pionier —, der dem man keinen Hund vor die Türe jagen sollie, und doch haben wir beute früh sccl acht Uhr schon an unserem täglichen ArbcUswcrk bei siürinischcm Schneegestöber auf der Schelde gearbeitet: aber gerade diesem Wetter verdanken wir die Wohltat, daß wir zum ersten Aialc seit vier Wochen euren Mittag ,von >2 llhr alll frei haben. Sonntage kannten tvir nicht mehr, oft fragte .einer den anderen: was ist heute für ein Tag? Tag für Tag von früh >-6 Uhr bcs abends 6 Uhr mit V-— 5 ,stü»diger Pause, in der ivir auf einem Balken sitzend oder stehend unser Mittagsmahl cinnahmen: und daß dieses tmt einem Steil schwarzem Brot uns trefflich mundete, weiden Sie mir aufs Wort glauben. Zurzeit lauen wir bei Hoboken über die Schelde eine 365 Ateter längs Brücke für die schwersten Geschütze, ivenn and, nicht die längste, so doch wohl die stärkste der langen Brücke», die je von deutscben Pionieren gebaut wurden. Sic können sich annähernd einen Begriff machen, wenn ich nur das ungefähre Gewicht der verwendeten Balken angebe: zirka 13 000 Zentner. Und da wrrd^icder -Balken, bis er am und abgcladen, bearbeitet, in die großen Schiffe als Böcke geschafft oder an den Ufersweckcisi cingcranrmt ist, mehrere Mule von Pionieren gcüobcn. Bis Mittwoch hoffen wir uach 22 tägiger strenger Arbeit damit icrttg zu werden. Die Haupt- särwierigkeit an dieser Brücke bilden die täglich zweimal cintteten- den Höhenunterschiede von 4,50 'Meter bis 6 Meter von Ebbe und Flut. -Bis jetzt ging der Brückenbau glücklich ohne schwere Unsäljc vonstatten: nur ecmnal fielen des ^chwnmnens unknndlge Laiwswrmleutc in die hochgchcnden Fluten und wären wohl ertrunken, wenn nicht im selben Augenblick ein Belgier hineinge- sprungen wäre und ffc gerettet hätte. Dieser tapfere Mann erhätt auch die ivohlverdiente Lcbensrettungsmedackle.^' Ter Erzähler hat sich bei der Stadt Lier au der Neekhc in den großen Tagen der Belagerung von Antwerven das Eiserne Kreuz geholt. Aus diesen ewig denkwürdigen Kämpfen zeickmei er einige anschcinliche Bilder, die von dem Heldenmutc unserer Pionier« iuhmrcidw Kunde geben: „Am 4. Oktober bat eine vor dem Fort liegende JnfaMciiekempagnie um zehn Pioniere zur Herstellung eines Steges über die Necthc in die Stadt Lier, die noch vom Feinde besetzt war. Schon den Tag vorher waren andere Pioniere, die einen Uebergang Herstellen ivollten, mit schweren Verlusten zurüclgcschlagcn worden. Mit zehn Mann schloß ich mich abends 5 Uhr der Infanterielompagnie an. Als ivir an der gesvrengtcn Brücke angelangt waren und eben mit dem Bau des Steges durch gefällte Telegraphcnstairgen und Haustüren beginnen wolttcn, erhielten wir aus einer Entfermmg von zirka 600 Metern unterhalb des Flusses her ein heftiges Gewehr-, Aiaschmengewehr- und Gra- natsener, das uns für den ersten Augenblick die Arbeit einzustellen zwang. Da schock» das Resultat nur zersprungene Fensterscheiben und herabfallende Dachziegel waren, so nahmen wir sofort unsere 'Arbeit ivieder auf und kümmerten uns weiter um das feindliche Feuer. Bereits »ach einer halben stunde konnte die in Deckung liegende Infanterie in die -Stadt über den Steg ern- dringcn. Zu gleicher Zeit kamen andere (Kölner- Pioniere mit tragbaren Flösum aus Pettolenmfästern, Mit denen sie in Zeit von einer Viertelstunde noch zwei Laufftege über den.Fluß herstellten. Nachts marschierten ivir cmveriehrt unter heftigem Feuer von beiden Soften ttl unser Fort zurück. Noch in der gleichen Nacht mußte unserem dritten Zug. der rn einem dreiviertcl Stunde entfernten Fort lag, das Nack,testen hinübergefahren werden, wozu vier Freiwillige als Sicberheirsbeglertung notwendig waren. Nur schwer war zu so später Stunde ein Mann zu haben; erst als ich mich- als Freiwilliger meldete, gingen noch drei mit. Schaurig schön war diese Nachisa.hr t im feindlichen Feuer, zur Seite die brennende Stadt Lier ..." , Amcrttanische Erinnerungen an Ludwig Anaus. In deni neuesten Hefte der ...Kunstschau", dem Beiblcllte der bei E. A. «ermann in Leipzig erscheinenden „Meister der Farbe", werden anziehende Erinnerungen an Ludwig Knaus, den großen Meister der Genremalerei, veröffentlicht. Sie rühren von einem Amerikaner, E. T. Andrews her, der im Jahre 1853 durch eine Ausstellung von Düsseldorfer Bildern, die er in New Bork sah, zu dem Enffchlusse veranlaßt wurde, sich der Malerei zuzuwenden und sie bei den Düffeldorier Malern zu studieren. In Düsseldorf machte dann di« „goldene Hochzeit" von Knaus einen so tiesen Eindruck aus ihn, daß die persönliche Bekanntschaft des Meisters ein Ziel seiner dringenden Sehnsucht wurde. Im .Herbste' 1869 fand er aus Anlaß einer Studienreise die günstige Gelegenheit, sich mit einem guten Empfehlungsbriefe bei .Knaus, der damals seine Werkstatt in Wiesbaden hatte, einzusühren. „Mit llopsendem Herzen verlleß ich ihn an jenem Tage, die Herzlichkeit seines Empfanges, die Wärme seines Interesses für mein« schwachen Versuche, die Erlaubnis, ich möchte sagen: die Aufforderung, nach Wiesbaden zu kommen und bei ihm zu studieren — alles das hatte mich tief erregt." Als dann Andrews nach Ablauf seiner Düsseldorfer Vervslichtungen sich wirklich bei Knaus einstellte, versuchte er mit dem Künstler wegen der Gegenleistung für seine Anleitung zu verhandeln „Erst begegnete er meinem Vorschläge mit so viel Zorn, wie seine liebenswürdige Natur gestattete — darauf folgte schnell ein Umschlag der Stimmung — ein herzlicher Schlag auf meinen Rücken und das Verbot, von da ab ein Wort Wer das Thema einer Bezahlung zu verlieren. Wir sollten gute .Kameraden sein. Freunde, Arbeitsgesellen! Und der Amerikaner hebt mit dankbarer und gerührter Erinnerung hervor, daß Knaus dieselbe edle Denkungsart gegenüber allen, die mit ihm in Berührung kamen, tauseiidtältig an deii Tag gelegt habe. Viele kamen zu ihm, um seine Kritik zu hören, und >cder fand Knaus bcsett, seine eigene Arbeit an jeder Stelle, zu jeder Zeit wegzulegen und seine ganze Aufmerksamkeit So nehmet während des großen Kampfes, der das Schicksal unseres ganzen Volkes entscheidet, den herzlichsten Gruß der alma water Ludoviciana! Gießen, den 5. Dez. 1914. Ter Rektor: Somme r. Die parlamentarische tage in Hessen Unser Tarmstädter Mitarbeiter schreibt uns: Es hat in weiteren Kreisen unseres Landes nicht geringes Befremden erregt, daß der seit mehr als Monatsfrist lebhast besprochene Vorschlag, die jetzt fälligen Erneuerung: ivallen zur Zweiten Kammer nach dem Beispiel anderer Bundesstaaten auf dem Wege einer gemeinsamen Verständi gung aller Parteien des Hauses auf der Grundlage des seil- lierigen Besitzstandes .zu erledigen, trotz aller langen Ver Handlungen und Bemüh-ungen infolge des Verhallens d. r soz. Partei, endgültig gescheitert ist. Deren langjähriger Führer und Fraktion Sv or sitzender Ulrich hatte zuerst den Gedanken der sog. kampflosen Wahlen angeregt, der sowohl bei der Regierung wie bei den Vertretern aller übrigen Parteien eine sehr siinipathische 'Aufnahme fand. Um jede-:- Mißverständnis ansznschließen, hatte bei der erste» Lerhandlnng Abg. Ulrich aus ausdrückliches Besragen des Abg. Tr. Osann in bestinnn- ter Weise erklärt, daß natürlich die Wahrung des gegenwärtigen Be s i tz st a n d eS der Parteien die Basis für das ganze Abkommen bilden müsse. Ilm so eigentümlicher mußte eS daher berühren, daß bei der jüngsten gemeinsamen Beratung der Parteivorstände gerade von sozialdcmolratijchen Vertretern ein schroffer Widerspruch gegen den Ulrichschen Vorschlag erhoben wurde nnd sie plötzlich mit einer Forderung hcrvortraten, durch die der ganze Plan einfach über den Haufe» geworfen werden »iiißle. Sie verlangten, wie schon berichtet, daß ihnen von den drei Land- tagsmandatcn, die bei der Erneuern,igswahl in Mainz zu vergeben sind, und die zurzeit von den Abgg. Dr. Schmitt (Zentr.), Bach (natl.) nnd Herdt (fr. Vp.) ansgeübt werden, ihnen ein Mandat kampflos überlassen werden sollte, und zwar erhoben sie Anspruch ans den Sitz des Abg. .Herdt, der vor drei Jahren aus Grund des neuen Wahlgesetzes geincin- sam von den bürgerlichen Parteien gerpählt worden ivar. Sie begründeten ihre Forderung damit, daß sie aussührtcn, „die Mainzer Landtagsmandale seien 24 Fahre lang in sozialdemokratischem Besitz." (Vergl. „BolkSsrcund" vom 1. Dezember.) Zunächst ist diese Behauptung völlig unzntresfend, denn wenn auch Herr Ulrich und einige andere Fraktionsgenosscü früher mehr oder minder lange die beiden Mainzer Mandate inne hatten, so steht dock) fest, daß sie beide seit dem! Jahre 1908 durch je einen n-ationalliberalen nnd einen Zcn- trnmSabgeordncten vertreten sind. Wie sollte man da der Mainzer Wählerscktztft zninute», jetzt an Stelle des 1911 durch direktes Wahlrecht gewählten freisinnigen Vertreters sich einen Sozialdemokraten aufoktroyieren zu lasse»? Mit genau demselben Recht könnten doch dann crnchi die anderen Par - teien kominen und sagen: Wir sind bis vor so und so-wicl Jahren die Mleinherrfcher im Wahlkreis gewesen, wenil ihr den uns jetzt nicht freiwillig und kampflos überläßt, donit machen wir nicht mit. Einigermaßen bezeichnend für diese absonderliche Forderung ist übrigens der Umstand, daß ihre Urheber deir anderen Parteien die Sache durch den Vorschlag mimdgerecht zu machen versuchten, die forffchrittlickse Volkspactci durch Zuschanzung eines atrderen Mandats für den Verlust in Mainz schadlos halten zu wollen. Sie schlugen nämlich vor, den jetzt von einem Parteilosen vertretenen Wahlkreis Nauheim-Butzbach der fortschrittlichen Volksparlei zuznführen, der angeregten Frage zuzuwenden. Dabei kam ihm allerdings seine geistige Organisation vortrefflich zustatten. Er konnlc jederzeit seine eigene Arbeit zurückstellen, die Palette weglegen, den Gang seiner Gedairken unterbrechen, seine ganze Aufmerksamkeit aus einen srcmdcn (Gegenstand lenken, denn leine geistige Regsamkeit und sein Gedächtnis waren so außerordentlich, daß er seffie Arbeit jederzeit genau, wo er ausgehött hatte, wieder ausnehmcn konnte. .Köstliche Tage verlebte der „kleine Amerikaner" dann im Sommer, als er mit .Ktiaus eine Studienreise nach dessen Lieb lingsziel, Willingshausen in Hessen, nnternahm^ wo auch zwei Berliner Freunde des Künstlers, die Maler Louis Svangenberg und Wisniewsky, einttaftn. Ktraus studierte damals zu seinem Bilde „Der Taschenspieler in der Scheune" hauptsächlich in einer dazu geeigneten Scheune, wo fleißig skizziert wurde Für den Fußboden machte er später noch eine besondere Studie: oer Boden war Lehm und etwas Pslastrr und war reichlich bestreut mit Erde und Mist. Da kam SpangeWerä eines Tages herein, die Pseise im Mund, die Palette in der Hand, blieb hinter Knaus stehen, nickte und sagte dann schmunzelnd: „Ja, ja — schreibt sein' Nam' darunter und sagt: Fünfzig Friedrichsdor." .Knaus erwiderte, ohne aufzuschen: „Willst du's geben? Kannst's haben." — Vor Belgrad 1789. Belgrad, das schon oft im Besitz der Oesterreichcr geweseil^ist, wurde bekanntlich im Jahre 1789 von Laudon, dem Gegner Friedrichs des Großen, eingenommen. In seinem Heere diente der vielfach talentierte Fürst von Ligne, dessen Memoiren eine Fundgrube für die Kenntnis des galanlcn Zeitalters sind, als General. Der Fürst war ein Freund Katharinas II. und Casanovas: er sah das Leben nicht sehr ernsthaft an und bettachtete auch diesen Feldzug gegen die Türken, denn diesen grhörtt damals Belgrad, mehr als ein amüsantes Abenteuer. denn als eine ernsthaste Tat. In seinen Briefen, die Frau von Stael herausgegeben hat. erzählt er solgende Episode van. der Einnahme Belgrads. Sein Unteffeldherr Tarnal crklättc ihm in seiner närrischen Gascogncr Mundart: „Ich werde eine Bat- tette Granaten spielen lassen, nnd sie werden die BertcidigungS- werke zerstören." Der Fürst antwortete ihm mit seinem Svatl: „Zerstören Sic lieber die Verteidiger." Eine Batterie von Mörsern, welche der Fürst von Ligne aufsahren ließ, um die Werke von der Seite zu tteffen. taten die gewünschte Mttlüng Tie Festung ergab sich und der Fürst sagte dem Oberst Tarnal, der etwas taub war: „Belgrad ist unser!" Daraus ries dieser begei- stert: „Morgen nur noch ein« Ladung Granaten." „Wer sie ist ja nicht mehr nötig. Belgrad ist um'er!" — „Ach Gott, was sagen Sie da." ries Darnal ganz verzweifelt, „ivelch ein schönes Stück Arbeit würden heute meine Granaten gemacht baden." Nach der Einnahme ließ der Fürst von Ligne seine Musikiapelle vor seinem herrlichen türkischen Zelt am Tonaunscr sviclen und gewann sich dadurch schnell die Herzen der Zivilbevölkerung. Berlin, 5. Dez (WTB. Nichtamllidttz Im Königlichen Opernbause fand heute Leo Blechs k o m i s ch e O p c r „Versiegelt", unter der Leivmg des Komponisten neu cinswdiert, eine vorttcfflichc Wiedergabe und außer»rde,Ulich beifällige Aus- ncihme, » also den Grundsatz der Wahrung des jetzigen BesiHskanNes abermals zu durchbrechen. Ein solcher Vorschlag mußte aber von den Vertretern aller anderen Parteien mit Recht schon um deswillen abgelehnt werden, weil man der Wählerschaft des genannten Wahlkreises hoch unmöglich die Zunru.lu.nig! stellen konnte, sich von den, Anhänger einer Partei vertreten zu lassen, die dort notorisch ganz in der Minderheit ist. Dagegen hätten doch die Wühler der drei dort viel stärker vertretenen Parteien den entschiedensten Widerspruch erheben müssen. Es sei auch im Interesse der Sache festgestellt, datz die Vertreter der fortschrittlichen Vvlkspartei selber das verlockende Anerbieten rundwg abgelehnt haben. Wenn sich die Parteivorstände und Vertrauensmänner überhaupt dazu entschlossen hätten, das von Herrn lllrich selber ausgestellte Prinzip in der angegebenen Weise zu durchbrechen, dann wäre es auch beim besten Willen nicht möglich gewesen, die Anforderungen anderer Parteien von der Hand zu weisen, z. B. in (h i e ß c n, wo nach der früheren Vereinbarung zwischen Freisinnigen und Ncrtionalliberaleir bei der Landtagswahl 191t eins der beiden freisinnigen Mandate den Rationalliberalen überlassen werden sollte, oder noch besser in Offenbach. Dort ist, was doch auch einmal sestgestellt zu werden verdient, die nationallibcrale Partei seit vielen Jahrzehnten ununterbrochen im Besitz des Landtagsmandats gewesen nnd Namen, wie Oberslcuerrat Ewald, Fabrikant Äugtet, Hosgerichtsadvokat Tr. Hofsmann, Realschuldirektor «reim, Fabrikant Gustav Böhm (1878 bis 1889), Instizral! Weber (bis 1897) beweisen, daß die ständige Wiederwahl ihrer Vertreter den Wünschen nnd Fnter- essen der Wählerschaft entsprach. Nach dem jetzigen Beispiel der Sozialdemokraten hätten also die Nationalliberalen hier doch wohl verlangen können, daß ihnen jetzt wenigstens das eine der beiden Offenbacher Mandate überlassen würde, sofern man sich eben dazu entschließen könnte, mit gleichem Maß zu messen. Es muß ausdrücklich betont werden, daß. sich bei den erwähnten Verhandlungen alle Parteien mit Ausnahme der Sozialdemokratie nach Möglichkeit bestrebt haben, eine Ber- cinignng über, die Durchsnlftnng der kampflosen Wahlen in dce Wege zu leiten. Es hätte in der Tat ein schönes Ä Der Einheitlichkeit unseres Hessenlandes auch nach außen hin gegeben, wenn angesichts der jetzigen tiefernsten Zeit alle Sonoerinteressen beiseite gesetzt rrnd von allen Parteien ausschließlich der gemeinsame vaterländische Gedmeke zur Geltung gebracht worden wäre. Ta dies nun aber leider nicht gelungen ist, so wird die nächste Folge sein, daß die Großh. Regierung in der bevorstehenden kurzen .Rriegs- tagung ein'Notgesetz vorlegt, durch welches die Bestimmung des Art. 68 des Wahlgesetzes vom 8. Juni 1911, wonach im Jahre 1914 für 80 näher bezeichnete Landtagswahlkreise Neuwahlen angeordnct werden, eine Abändernng! erfährt nnd die Anberaumung !der Erneuernngswahlen bis zu einem späteren Termin — vielleicht bis zum Herbst nächsten Jahres — verschoben wird. Wenn bei dieser Gelegenheit möglicherweise auf die jetzt gescheiterten Verhandlungen noch einmal zurückgegrisfen werden sollte, so würde es gewiß für alle Teile recht erwünscht sein, daß an berufener Stelle aud) eine eingehende Erörterung über die Zweckmäßigkeit nnd Zulässigkeit der ganzen wichtigen Angelegenheit im allgemeinen erfolgte. Denn es darf doch nicht außer acht gelassen werden, daß mit der Durchführung des Projekts kampfloser Wahlen die Hälfte sämtlicher Kam- inermandate auf volle sechs Jahre erneuert und somit ein für das ganze Land sehr wichtiger politischer Mt olfne die große Masse der draußeü im Felde stehenden Wählerschjast vollzogen werden würde, an welchem yrikzntun gerade die ihr Leben für düs Vaterland einsetzenden Münuer ganz besonders berufen ivären. Es Haben szchin ernsten ÄlreiseuBedenken darüber erhoben, die in der Frage gipfeln, welches von beiden Uebeln das kleinere sei, die Verlängerung der jetzigen Volksvertretung um voraussichtlich. höchstens ein Jahr nnd dann eine Neugestaltung unter Mitwirkung unserer Bctter- landsvertcidiger oder die Festlegung der seitherigen politischen Verhältnisse ohne deren Stimüre aus weitere sechs Jahre hinaus. .Hierüber ^eiue gründliche Klarheit zu schaffen, will uns als eine der dringendsten Aufgaben der kvminenden Kriegs- oder Notstandstagung erscheinen! Die entscheidende Sitzung der italienischen Nammen Rom, 5. -Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Die Kammer setzte heute die Erörterung der Regierungserklärung fort;« Faechineiii lenkte die ^Aufmerksamkeit der Regierung aut die für die Schifsahrt schwierige und gefährliche Lage im Adriatischen Meere. Bettolo sprach sich für die folgende Tagesordnung aus; Ta die Kammer anerkennt, daß die Neutralität Italiens not vollem Recht und überlegtem Urteil proklamiert wurde, so Hai sie das Vertrauen zur Regierung, datz. diese im Bewußtsein ihrer > schweren Verantwortung durch ihr Auftreten und die geeignetsten Mittel verstehen wird, die den höchsten Interessen der Nation entsprechende Handlungsweise zu erklären, Bettolo drückte seine Gemiqtimng darüber aus, daß die von Italien pvoklamiertc Neutralität auf keineir Fall ihren Grund l»be in der Vorbereitung und Kraft Der militärischen Organisation. «Lebhafter Heisall.) Salandra habe die wahren Gründe .dafür angegeben, weshalb Italien an dem ungeheuren Krieg nicht teilnehmen kann. Bettolo faßte die Haltung Italiens folgendermaßen zusammen: X,ic Neutralität soll keine passive Entsagung bedeuten, sondern eine wachsame und gelassene lleberwochung, die durch eine kräftige militärische Vorbereitung gestützt wird. Diese soll bereit sein, die höchsten Interessen der Nation zu verteidigen, falls sie bedroht oder mißverstanden werden sollten. lBeisckll.) Bettolo betonte, daß Italien besonderes Bedürfnis empfinden müsse, an sich selbst zu denken, ohne auf die Schmeicheleien interessierter Lockungen zu hören, noch auf die gefährliche Suggestion verwickelter und abstrakter Begriffe, die den Sinn für die Wirklichkeit verlieren könnten. Bettolo spraft« zum Schluß sein Vertrauen aus, daß die Regierung ihre Aufgabe Mft dem sicheren Bewußtsein der Interessen des Vaterlandes erfüllen' werke.« C i c c o t t i (Unabh. Sozialist) billigt die Erklärungen der Regierung nicht, da er sie nicht für klar hält. Er bedauert, daß die Regierung nicht angebe, wie sie vorzugehen beabsichtige, und «ordert eine entschlossene und kräftige Handlungsweise. Cieeotti wünscht den Triumph des Grundsatzes der Nationalitäten, der allein auf einen bewaffneten Frieden einen Zustand soigen lassen könne, in dem die fortschreitrnde und friedliche Entwicklung aller Böller keine Hindernisse mehr finde. Altobelli (Unabh. Sozialist) findet die Erklärungen der Regierung unklar und spricht sich zogen jeden Krieg aus, der kein Verteidigungskrieg ist. Er erklärt sich für eine Neutralität bis zum Schluß, sind zwar im Namen der Menschlich- feit und Zivilisation, und vertraut daraus, daß auch bei Beibehaltung der Neutralität Italien seine Interessen «vrrksam werde schützen können. Italien könne seine Neutralität diplomatisch zur Geltung bringen. Es könne auch mit anderen neutralen Mächten die Anregung zum Frieden geben. Jtaüen werde niemals gestatten können, daß seine Armee an der Seüe der Zentralmächte kämpft. Bei diesen Worten unterbricht der Ministerpräsident den Redner und sagt mit Nachdruck: Di« ital ienisch e Ar m c e wirdihremKünigimmerloyalundtreugehvrchen. -ehr lebhafter Beifall.) Unter lebhafter Aufmerksamkeit des stanzen Hauses ergriff Ministe rtnMitzent gaiaubta das Wort und Drückte zunächst sein Bedauern über die wenig maßvollen Ausdrücke aus, die einzelne Redner bei Verurteilung des großen internationalen Konflikts und der Mächte, die daran beteiligt sind, gebraucht hätten. (Lebhafter Beifall.) Dann fährt der Ministerpräsident fort: Italien erkennt die Verdienste und Vorzüge aller zivilisierten Völker an und «veiß, daß alle am Fortschritt mitgoarbeitet haben. Es lebe Italien, das sei unser Ruf. (Die Abgeordneten erheben sich. Anhaltender Beifall. Wiederholter Ruf: „Es lebe Italien!") Man hat gesagt, daß meine Erklärungen rätselhaft waren; mir dagegen scheinen sie sehr llar getoesen zu sein, nnd ich glaube, daß die große Mehrheit des Landes, die in diesem Augenblick von uns vertreten wird, und nicht (zur _ äußersten Linken gewandt' von Ihnen, mit mir einverstanden ist. (Sehr lebhafter ®aifatt, der von der äußersten Linken unterbrochen wird.) Was ich gesagt habe, nürd von jedermann Vorständen, rcnd ich darf kein Wort hmzufügen. Sic sollen »reine Erklärungen beurteilen: aber ick« kann keine misführlicheren Erklärungen geben, denn das würde gegen das Staatsintereffe sehr. (Sehr lebhafer Beifall.) Wenn Sie glauben, daß diese Art, die Pflichten der Regierung zu beurteilen, dem Staatsinteresse entspricht, dann werden Sic unsere «wlftische Richtlinie billigen. Andernfalls werden Sie unsere Pflichten kennen. (Sehr gut! Bravo!) 'Was die militärische Vorbereitung anbelangt, so erllärc ich, daß Heer nnd Flotte Italiens für, jede Eventualität bereit sind. (Sehr lebhafte Zustimmung. Beifall.) Wir haben ebenso wie unsere Vorgänger die schwere Verantwortung für das Wohl des Landes übernommen. Sie iverden, sobald Ihnen die Dokumente vorgelegt werden, diese Verantwortung beurteilen können. Aber nicht heute. (Zustimmung.) Das Land stimmt mit der Regierung überein, seine Jitteressen schützen zu wollen, und sie werden geschützt werden. Ich kami nicht über diese Erklärungen hin- ansgehen. (Lebhafter Beifall.) Die Kammer muß sagen, ob sie Vertrauen zur Regierring hat. In diesem Augenblick kann man über nichts anderes verhandeln. Ich erkläre, daß ich die Tagesordnung Bettolo annehme, besonders, weil sie der Regierung volle Handlungsfreiheit zuerkennt. Salandra schloß mit den Worten: Wir kennen die furchtbare Berantroortnng, die auf uns ruht. Wir kennen sie und suhlen sie; aber ohne volle Handlungsfreiheft unter Zustimmung der Kammer können weder wir noch irgend eine Regierung das Land in diesem Augenblicke leiten. «Beifall.) Tics ist die Bedeutung der Tagesordnung Bettolo, die ich die Kammer airzunehmen bitte. (Sehr lebhafte Zustimmung und anhaltender lebhafter Beifall.) Im weiteren Verlaufe der Sitzimg ergriff auch der f rtlhere Ministerpräsident Giolitti, dessen Erklärungen von dem Hanse mit gespamfter Aufmerksamkeit angehört «vnrden, das Wort. Er führte aus, daß es vor allem von Wichtigkeit sei, daß die Loyalität Italiens über jeder Diskission stehe. So erinnere er bezüglich des Rechtes Italiens, die Neutralität zu erklären, daran, daß schon im Jahre 1913 Oesterreich an eine Aktion gegen Serbien dachte, ehe es ihr den Charakter einer Tefensivaktion geben wollte. Er aber habe Mft dem verstorbenen Minister des Aeußern die Ansicht geteilt, daß dabei der Bedürsnisfall nicht gegeben sei, und diese Ansicht habe die freundschaftlichen Beziehungen zwffchen den verbündeten Mächten nicht gestört. Als Italien seine Neutralität proklamierte, habe es also vollkommen lonal gehandelt und mir sein gutes Recht ausgeübt. (Sehr lebhafter Beifall.) Er billige vollkommen die von der Regierung abgegebenen Erklärungen einer wachsamen und bewaffneten Neutralität, die von allen Italienern solange loyal beachtet werden müßte, als nicht der Augenblick eintrete, der es zur Pflicht mache, ins Feld zu eilen, um die höchsten Interessen Italiens zu wahren. (Beifall.) Der Redner ermahnte weiter die Italiener, eine klare und reservierte Haltung zu beobachten. Die höchsten und vitalsten Interessen des Landes ersov- derten von sedermarm, besonders aber von polftischen Persünlich- keften und von der Presse die größte Zurückhaltung. (Zustimmung.) Er werde seine Sftmme für die Regierung abgeben, von der er wünsche, daß sie irr ibrem Borgehen verharren möge, um sich, wie im gegenwärtigen 'Augenblick, die volle Anerkennung des Landes zu verdienen. (Sehr lebhafte Zustimmung, lebhafter Beifall.) — Sehr viele Deputierte beglückwünschen den Redner. Die Abstimmung. R o m , 5. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Die von der Regierung genehmigte TageSvrdmrng Bettolo ist in namentlicher Abstimmung mft 413 gegen 49 Stimmen angenommen worden. Verlustliste. Res.-Jnf.-Regt. Nr. 116, Darmstadt, Gießen, Friedberg. Servon am ch, le Qnesne am 22. und 23. 10. und 3. 11., Osttaverne am 7., 8. und 11. und Wytschaete vom 6. bis 12. 11. 14. I. Bataillon. 1. Kompagnie: Res. Adam Bender, Brmrsbardt, Darm- stadt, tot. — Res. Philipp Reichenbach, Frankfnrt a. M., lvw. — Res. Friedrich Kugler, Bodenamberg, Amberg, lvw. — Res. Georg Arheilger, Darmstadt, lvw. — Res. Richaü» Martin — Helmstadt, Marktheidenseld, lvw. — Geft. d. R. Franz Johann Mock, Seligenstadt, Offenbach a. M., lvw. — Res. Franz Weiß, llnter- zettling, Bayern, lvw. — Res. Johannes Stockum, Erbach, lvw. — Res. Ludwig Haas, Pfungstadt, Darmstadt, lvw. 2. Kompagnie: Res. Nikolaus Roth, Lamrnersprckl, Offenbach a. M., lvw. — Res. Peter Grimm, Leeheim, Gr.-Gerau, schvw. — Geft. b. R. Friedrich Heil, Sprendlingen, Offenbach a. M., lvw. — Res. Heinrich Holzschuh, Unter-Sensbach, Erbach, Hessen, lvw. —- Geft. d. R. Ludwig Gompf, Offenbach a. M., lvw. — Serg. Wilhelm Schneidmüller, Gedern, Schotten, tot. — Nntervff. Friedrich Stall, Bad-Nanheim, lvw. — Unten,ff. Georg Edelmann, Hahn, Darmstadt, lvw. — Res. Michael Arold, Dettwang, Rvthen- bnrg a. d. T., tot. — Res. Peter Bernhardt, Lützelbach, Dieburg, lvw. — Geft. Josef Ott, Weißkirchen, Ossenbach, lvw. — Res. August Hotz, Frankenthal, Bayern, lvw. — Res. Georg Hartmann, Darmstadt, lvw. — Res. Adam .haverkamm, RbeiichSlln, SiMmern (Pn), lvw. — Res. Heinrich Adoff Koch, Bockenheftn, Frankfurt a. M., lvw. — Res. Konrad Ludwig Klenk, Lampertsheim, Bens- berm, lvw. — Res. Albert Reiniug, lvw. 3. Kompagnie: Res. Johannes Heinrich Mentzel, Kefenrod, Büdingen, tot. — Res. Jakob Lindemann, Burghaun, Hünftldi, lvw. — Res. Johann Krvner, Vilbel, Friedberg, tot. — Res. Konrad Prinz, Roßdorf, Hanau, tot. — Res. Wilhelm Haas, Burkhardsfelden, Gftßen, lvw. — Res. Horn. Adam Schutt, Wölfersheim, Friedberg, schwv. — Res. Peter Duplets, Vilbel, Frickberg, lvw. — Res. Heinrich Wagner, Bichesheftn, Friedberg, ll>w. — Res. Aug. Thürk, Büdingen, lvw. — Res. August Mehrmonn, Hanstenbreck, Detmold, verm. — Res. Heinrich Klein II., Affen- heftn, Friedberg, lvw. — Res. Johann Friedrich Grobler. Offenbach, lvw. — Res. Richard Emil Köstecke, Lohr a. M., lvw. — Res. Isidor Katz, Watzenborn, Gießen, lvw. — Res. Wilhelm Stürtz, Lorbach, WLmrgen, lvw. 4. Kompagnie: Bizeftldw. Wilhelm Bätz, Schlitz, Lanter- bach, tot. — Geft. Adam Petri, Brannshardt, Darmstadt, tot. — Res. Adam Rnhmann, Mosbach, Dieburg, tot. — Res. Johann Schwab. — Klein-Krotzenburg, Ossenbach, tot. — Res. .Heinrich Theis, Bergheim, Büdingen, vw. — Res. Friedrich Helm, Heusenstamm, Offenbach, verw. — Res. Julius Förster, Bochum, Westfalen, tot. — Res. Karl Becker, Ossenbach, tot. --- Res. Adam Stephan, Birkenau, Heppenheim, tot. — Untervfs. d. R. Johann Hofer, Main-Bern heim, Mittclftanken, tot. — Geft. d. R. Julian Söllner, Unter-Spieshenn, Bayern, verw. — Geft. Ernst Sei- bod, Oberkriegsstädt, Merseburg, verw. — Geft d. R Daniel Decker, Hansen, Ossenbach, rnrw. — Res. Bartholomäus lldefs, Biblis D?"^im, tot. — Utsfz. Wilhelm Hubert, Mainz, verw. — Res Philipp Fischer, Nieder-BeerVach Darmstadt, tot. — Res Karl Heidrich. Eberftadt, Dormstadt, tot. — Res Wilhelm Schilling, Oflenbach, verw. Maschinengewehr-Kompagnie. Ltn. Herm. Raab, Wetzlar, schwerverw. — Res Franz Oehlschläger, Bensheim, leichwerw — Re«. Hch. Römer, Ettingshaiisen, Gießen, totf ~ Aes. Dämel Winter, Hainstadt, Offenbach leichwerw. II. Bataillon. . Stab. Mcy. August Schroeder, Fulda, tot. — Ltn. u. Adj. Horst Schroeder, tot. 5. Kompagnie. Bzfeldw. Will«. Rühl, Grebenhain, Lauterbach, leichlverw. — Bzfeldw. Heinrich Mötcher, Lardeiibact^ Schotten, leichlverw. — Bzieldw. Wichelm Schneider, Är.-Buseck, tot. — Res. Heinrich Schlosser, Avpciwod, Alsseld, leichlverw. —• Res. Karl Reß, Ilbenstadt, Friedberg, leichtvcrlv. — Res. Karl Seibcrt, Wohra. Kirchhain, lcichtverio. — Res. Heinrich Beuel, Schlitz, lcichtverio. — Res. Heinrich Fischer, Storndorf- Alsield, leichwertv. — Res. Heinrich Geiß, Kestrich, schwerverw. — Geft. d. R. Johann Wagei'ier, Bernslwusen, Lauterbach, lftcht- verw. — Geft. Karl Lust, Dirlammen, leichlverw. — Res. Otto Nickel, Stockliäuserlwf, Schotten, leichtverw. — Res. Oswin Faustmann, Radebeul, Dresden, leichwerw. — Nes Karl Frey, Lollar, Gießen, leichtverw. — Res. Johannes Neusingcr, Freiensteinau, Lauterbach, vermißt. — Res. .Heinrich Richber, Erinenrod Alsseld, verm. — Ers.-Res. Ludwig Heß, Wcfterstadt, Darmstadt, vermiß. 6. Kompagnie. Bzfeldw. Georg Steckert, Westhosen, Worms, verm. — Geft. Heinrich Bardo Hcinstadt, Oppershofen, Friedberg, leichtverw. — Wehrm. Friedrich Karl Nikolaus, Schwalheim, Friedberg, leichtverw. — ®efr. Heinrich Falkenhainer, Alsseld, leichtverw. — Res. Karl Bruno Gustav Spieß, Nordhausen, schwerverw. — Res. Karl Stcnernagel, llntersorg, Alsseld, lcichtverio. — Res. Wilhelm Frank, Laubach, Schotten, leichtverw. — Res. Konrad Flohr, Eifa, Alsfeld, leichwerw. — Geft. Wilhelm Ruppel, Gunzenau, Lauterbach, leichtverw. — Gesr. Wil- helvi Götz, Ossenbach a. Ml, schwerverw. — Ers.-Res. Heinrich, Joseph Jonas, Weiskirchen, Offcnbach a. M., lcichwittw. — lltfsz. Ludivig Schenck II., Schwäbheim, Schweinfurt, verm. — llffsz. Hermann Müller, Harbke, Neuhaldenslftben, verm. — Wehrm. Adam Fink, Rockenbcrg, Friedberg, schtocrverw. 7. Kompagnie. Hptm. Georg Coulmann, tot. — Frldw. Jakob Reknheincr, Griesheim, Darmstadt, vw. — Res. Friedrich Wilhelm Jung, Klein-Linden, Gießen, vw. — Res. Heinrich Kasp. Ranft, Beuern, Gießen, vw. — Res. Herm. Jgnatus Schneider, Ober-Mörlen, Friedberg, tot. — lltfsz. d. R. Eberhard Helmes, Ober-'Hörgern, Gießen, vw. — Utffz. d. R. Wendelin Martin Franz, llmerleimach, UMersranken, vw. — Geft. d. Res. Georg Philipp, Steinberg, Gießen, vw. — Res. August Rühl, Köttingen, Schotten, vw. — Res. Heinrich Peter Luckas, Büdesheim, Friedberg, vw. — Res. Heinrich Bepler, Kinzenbach, Koblenz, vw. —. Res. Heinrich Schildwächier, Gninberg, Gießen, VW. — Res. 28iBj. Schmidt, Oppenrod, Gießen, vw. — Res. Heinrich Albert Pevvler Ober-Mörlen, Friedberg, vw. — Res. Christian Riebergall, Atzenhain, Alsfeld, vw. — Res. Wilhelm Ruppel, Münzenberg, Fttrd- berg, vw. — Res. Heinrich Walter, Münzenberg, Friedberg. «v. — Res. Heinrich Müller, Atzenhain, Alsfeld, vw. — Res. Jobs. Fink, Schivarz, Alsfeld, vw. Res. Adam Sanerhöfer, Speyerdorf, Neustadt a. d. Hardt, vw. — llffsz. d. Res. Otto Diemer. Gwßen-Linden, Gießen, vm. — Res. Ärrl Kuffcher, Dors-Gikl, Gießen, vw. — Res. Alexander Friedrich Christian Straube, Gr.- Furra, Schwarzh.-Svndersh., vw. — Res. Otto Binz, Leihgffiern» Gießen, vw. — Res. Samuel Scheuer, Heldeickergen, Friedberg, vm. 8. Kompckgnie. lltfsz. Johs. Mrnther, EngÄrod, Lmfter» back, vm. — Utffz. Heinrich Wagner, Trohe, Gießen, lvw. Res. Karl Müller, Zell>Alsseld, lvw. — Reß August Bechchold- Rmrrrod, Schotten, lvw. — Res. Ludwig Jung I., Watzenborn, Gießen, lvw. — Res. Friedr. Will«. Neubauer, Langen, Ossenbach, lvw. — Res. Ludwig Petry, Darmstadt, lvw. — Res. Johannes Muth, Bernnfthshain, Lauterbach, vm. IIP Wataillon. ( ' 9. Kompagnie: Konrad Wnck. Tienffgiwö Nicht aNAWbc^^ Oberrad-Frankstttt, Frankfurt a, M., lvw. — Unteroff. h. ML Adam Plößer, Schinnff-Berbach, Bensheim, vernn — llnterv^ d. R. Ludwig Leonhardt, Egelsbvch, Offenbach a. M„ verm. —( Ers.-Res. Heinrich Hirth, Offenbach a. M., lvw. — Erl-Rep Heinrich Henkel, Gießen, lvw. — Ers.-Res. Karl Böitzing, Darm- stadt, verm- — Ers.-Res. Statt S te cke, rre n kher, Darnrsiiü«, lvw. — Ers.-Res. Heinrich Nothnagel, Griesheftn, Dar mstadt , lbw, — Geft. d. R. Mkolans jAdam, Weinheim, Aktzey, lvw. — Res. Peter Schlapp, Sprendlingen, Offenbach a, M„ verm. — Ers.- Res. Johann Rudolf Joses Jost II., Fulda, lvw. — Geft. b. R. Georg Heinrich Jost l., Darmstadt, schioerverw. >— Ers.-Res. Leon- Hardt Weckbach, Oberrad, Franffutt a. M., lvw. — Ers.-Res Herm. Jsberner, Groß-Poplov, Belgrad, Pr., verm. — Ers.-Res. Heinrich Jäger I., Heddernheim, Frankfurt a. M., lvw. — Ers.-Res. Richard Klein L, Frankfurt a. M., lvw. — Res. Friedrich Krug, Darmstadt, lvw. — Res. Jakob Christian, Sprendlingen, Ossenbach, lvw., — Res. WUhelm Sanrwein, Vftlingen, Gießen, verm. — Ers.-Res. Martin Trinkans, Brensbach, Dieburg, schvw. '— Ers.-Res. Philipp Marx, Oberrainstadt, Dtarmstadt, schvw. — Ers.-Res. Anton Scherer, Frömmersbach, Lohr a. M., tot. — Ers.-Res. Georg Hofmann, Weitengesäß, Erbach, lvw. — Ers.- Res. Otto «Friedrich, Appenvod, AlsseL», schvw, — Ers.-Res. ?ldam' Gimbel, Darmstadt, verm. — Ers.-Res. Heinrich Dietz, Metzlos-Gehag, Lauterbach, verm, — Ers.-Res. Wilhelm Renhl, Rmnpenhcim, Offenbach, schvw« >— Ers.-Res. Johann Selmes, Münster, Dieburg, verm. Eingesandt. (Für Form Und Inhalt aller unter dieser Rubrik steheichen Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Füttert die Tiere im Winter! Während in jetziger Zeit eine allgemeine Einschränkung der Bedürfnisse sür Menschen »nd Vieh am Platze und dringend geboten ist, möchte ich doch alle Besitzer von Kleinvieh daraus Hinweisen, daß eine übertriebene Sparsamkeit nicht in Tierquälerei ausarle» darf. Wer es z. B. sertig bringt, Kaninchen, Hühner, Gänse usw. sehr ost einen ganzen Tag hungern zu lassen, der sollte lieber die Zucht ganz ausgeben, und es würde diesen armen Tieren eine Wohltat erwiesen, wenn sie abgeschlachtet würden. Können alte Tiere schon dar Hungern nicht ertragen, so ist eS direkt straffällige Tierquälerei, wenn junge Tiere nichts zu ft-ffen bekommen, obgleich sie in den Ansprüchen lehr bescheiden sind. Eine mindestens dreimalige Fütterung am Tage dürste genügen. B.X. Dp. Oetker’s GllStlü für Sappen und Tanken. g0~ Nie wieder das englieahe Mondamin. In Paketen zu 15, 30 und 60 Pfg. überall zu haben. Amtlicher Teil. Bekanntmachung. Betr.: Die Schlesier. Die im Kreis Gießen nniergebrachten Schlesier werden in aller Kürze in ihre Heimat zurücktransvorttert werden. Nähere Auskunst hierüber wird ftnren durch die Bürgermeffterei des Ortes, in dem sie nntergebracht sind, in Gießen durch die Bürgermeisterei, Zimmer Nr. 16, erteilt werden. Den wegen des Rücktransportes ergehenden Anordnungen ist, um den Zurückzuttanspvrtierenden Unannehmlichkeiten zu ersparen, unbedingt und pünktlich Folge zu leisten. Gießen, den 7. Dezember 1914. GwßherzoglicheS Kreisämk Gießen. Or. U s i n g e r. Betr.: Das Militärersatzgeschäst im Jahre 1915. An die Grosth. Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises. Ich nehme auf meine Bekanntmachuna vom 28. v. Mts. Bezua und erwarte, daß die Stammrollen bis zum 11. d. M„ vormittags, hier ringetrofftn sind, andernfalls Abholung durch Boten ans Kosten der Säumigen erfolgen muß. Gießen, den 2. Dezember 1911. Drr Zivilvorsihcndc der Ersatzkonnnission des Kreises Gießen. . .. . Z.V.: Hemmerde. Ausstattungen in einfachster aber solider wie elegantester Art bei gediegener Ausstattung zn denkbar billigstem Preise ■*12082a C.A. HARTMANN Wäschefabrik Neuwäscherei Fabrikation VOll Damen- u, Kinder-Wäsche eigene Konfektion, in guten Stoffen Damenhemden, Bundform, in kräftig. Hemden- tuch mit Zwirnspitze........St. 1.55 Damenhemden, Bundform, ans kräft. Hemden- tnch mit Bandlanguette.......St. 1.95 Damenhemden, glatte Form, mit Durchbruch und Languette...........St. 2.70 Damen Nachthemden, aus gutem Hemdentuch mit Languette.........St. 3.60 Bunte Barchent-Nachtjacken........St. 1.75 Bunte Barchent-Beinkleider.........St. 1.65 Schürzen, in grosser Auswahl, sehr billig. Bettwü»che, sauber genäht. 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Die Firma ist mit Aktiven und Passiven auf Engen Wallenfels in Gieße» üdergegangen, der solche als Einzelkaufmann unter der seitherigen Firma weitersiihrt. 12001 b Gießen, den 3. Dezember 1914. _ Großherzogliches Amtsgericht. _ Bekanntmachung. I» unser Handelsregister Abt. A wurde heute bezüglich der Firma Golthiif Röhrle zu Gießen eingetragen: Die Firnia ist mit Wirkung vom 1. Dezember 1914 ohne Aktiven und Passiven aus Franz Weberpals Ehefrau, Agnes geb. Rührig in Gießen übergegangen. Die Prokura der Leonhard Kaiser Ehefrau ist erloschen. Dem Franz Weberpals zu Gießen ist Prokura erteilt. 120928 Gießen, den 4. Dezember 1914. Großherzogliches Amtsgericht. Bekanntmachung. In unser Handelsregister Abt. A wurde heute bezüglich der Firma Ludwig Braiftsch, Tuchgroß- bandlung, Gießen, eingetragen: Mar Kirchner zu Gießen ist aus der offenen Handelsgesellschaft mit Wirkung vom 2. Dezember 1914 ausgeschieden und diese erloschen. Die Firma wird unter Uebernahme der Aktiven und Passiven von Ludwig Bratfisch als Einzelkaufmann weitergesührt. iro90B Gießen, den 4. Dezember 1914. Großherzogliches Amtsgericht. ZU VEF PIANINOS IETEN: FLÜGEL HARMONIUMS Monatliche Mietpreise: 2—30 Mk. Bel Ankauf gemieteter Instrumente Mietgutschrift nach besond. Bedingungen Wilh. Rudolph • HOFLIEFERANT [11331a] Giessen Seltersweg 91 Pelzwarenbaus Schultheis Marktstraße 3 11702 Telephon 1091 Erstes Spezialhaus für feine Pelzwaren Gegründet 1832 Gegründet 1832 Sämtliche Pelzarten in moderner fachmännischer Verarbeitung Herrenpelze,Kragen, Mützen, Jagdmuffen, Fellteppiche Fusskörbe, Pelz-Fingerhandschuhe, Pulswärmer 11379 CARL BERG GIESSEN Schuhwarengschäft • Mäusburg Nr. 4 _Anfertigung nach Maß_ Lager fertiger Herren-, Damen- u. 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Die Proben sind getrennt von den Angeboten einzureichen. Es bleibt Vorbehalten, die Lieferung zu teilen, so daß sich mehrere Lieferanten an ihr beteiligen können. Zu- schlagssrist 3 Tage. Gießen, den 5. Dezember 1914. Großh. Direktion der Landes-Heil- und Pflcge- anstalt bei Gießen. 112077 p I. A.: L 0 tz, Großh. Hausverwalter. Sflitlü^Ärot ist nicht aus Mehl, Kleie oder Schrot bcrgestellt, sondern aus dem ganzen, unverletzten Getreldekorn. Es enthält daher alle Näbrstofse des Getreides in ausgeschlossener Form, die bei ge wöhnlichen Meblbroten durch den Mahlprozeh ansgeschieden sind. Aerztz lich verordnet! Das Beste sür Gesunde und Kranke! Stets echt zu haben bei: Ocdrg Wallenfels, Carl Nchwaah und Eberh. Metzger Xni'hf. 10856hv empfiehlt zu billigsten Preisen: Taschenlampen und I». Ersatz-Batterien, Lunienseuerzeuge, Taschenmeffer-Ricker und Stiletts, Revolver und Munition, Taschenwärmer» Eissporen, Bersandstaschen für Kognak usw. 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