Kr. 287 Der LIehener Anzeiger erscheint täglich, auster Sonntage. - Beilagen: viermal wöchentlich SteßenerZamilienblätler. zweimal ivöchenll.Kreir- blott für den Kreis Kietzen «Dienstag und Freiing); zweimal monatl £an&- wirtschaftliche seirsragen Feriilprech - Anschliiste: sürd,eSchriitlcit»»gII2 Verlag, GeschältSstelleöl Adresse >>w Trahmach- richte»: Anzeiger Sietzen. Annahme von Anzeigen sür die TageSnnmntcr bis vormittags ö Uhr. Erstes Blatt Jahrgang Montag. 7. Giehener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Rolation5»ruck und Verlag der vrühl'schen Univ.Guch un» Lteindruckerei v. Lange. Zchriftlettung, Scschäst;s1eIIe u. Druckerei: Zchulftr. 7. Dezember IW 8cziiq0v reis: monatl. 75 Ps„ viertel- jährl. Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. 65 Ps.; durch diePost Alk. 2.— viertel- sährl. ausschl. Bestcllq. Zeilenprei?'. lokallöPi., nusw. 20 Ps. — Haupt- schriitlcitcr: Aug. Goctz. Verantwortlich sür den volil. Teil: Aug. Goetz; sür .Feuilleton", .Vermischtes" und,Gerichtssaal": Karl Neurath; sür .Stadt und Land" : Otto Braun; sür den Anzeigenteil: H. Beck. Lodz von den deutschen Gruppen eingenommen. Erfolgreiche Angriffe der deutschen und österreichisch-ungarischen Truppen in Westgalizien. Erfolge der Türken. (WTB.) Trotzes Hauptguartier, 6.De;.. nach kmittags. «Amtlich.) Lodz wurde heute nachmittag von un- sferen Truppen genommen. Die Russen befanden sich it a ch s ch w e r c n N r r l u st e n d o r t i m R ü ck z u g e. Oberste Heeresleitung. (WTB.) K ro tz e s H a u p k g » a r t i c r. Dez., vorm. «Amtlich.) In Flandern und südlich Metz wurden igeftcrn französische Angriffe a b g r w i c s c n. Bei LaBassecim Arsouncnwald und in der Gegend -südwestlich Altkirch machten unsc: c Truppen Fortschritte. Bei den Kämpfen östlich ocr masurischen Teen ist Die Lage günstig; kleinere Nnternehmungcn brachten dort VI2 0 0 Gefangene. In Polen verlaufen unsere Operationen regelrecht. Ober st r Heeresleitung. (WTB» M ro tzes Hauptgu rrtier. li. Dez., vorm. « Amtlich.» Heute nacht wurde der Ort Bcrmellcs. südöst- ich Bethune. dessen weiterer- Festhalten in dauerndem fran- lzosischei! Artillerietcuer unnötige Opfer gefordert hätte, plan- miätzig von uns geräumt. Tie noch vorhandenen Baulichkeiten waren vorher in dir Luft gesprengt worden. Unsere Truppen besetzten ausgebantc Stellungen östlich des Ortes. Der Feind tonnte bisher nicht folgen. Westlich und südwestlich Altkirch erneuerten die Frau- Affen ihre Angriffe mit erheblicheren Kräften ohne Erfolg. «Eie erlitten starke Verluste. Im übrigen im Westen keine -nennenswerten Ereignisse. Aus dem Kriegsschauplatz östlich der inasurischen «Seenplatte verhielt sich der Gegner ruhig. Der Verlauf Ser Kämpfe um Lodz entspricht nach wie vor unseren lErwariungen. In Süd polen keine Veränderungen. Ober st e Heeresleitung. * . * . Wieder ein großer Triumph aus Russisch-Polen! Es /geht dort alles nach Wunsch — die oberste Heeresleitung sncmntc cs „regelrechten Verlauf" — und die Einnahme von Lodz zeigt auch dem letzte» Zweifler, daß der Rordslügel der Russen entscheidend geschlagen ist. Der llmgehungs- wersuch, bei denc^dic deutschen Truppen sich so tapfer, und «zwar mit neuen Siegen, durchgeschlagen haben, hat die stra- ittgischc Lage keineswegs zu unseren Ungunsten verändert, vbuluo, Lodz — der tapfere Vorstoß von Norden nackz jSüdcn ist glstungen, und die Russen, die in breiter Frontz, sglcich einer Walze, den Marsch nach Schlesien antrrten wollten, ivurdcn genötigt, ihr Angesicht auch nach Norden zu erlbeben. Es ist anzunehmen, daß von Warschau her keine Hilss- .truppen mcchr zu crivartcn sind, und io Ivird die Dampswalzc, L>ce schon ein paar Räder verloren hat, eingeklemmt von zwei fHeeren, hoffentlich dem Untergang geweiht sein. ' Auch in Westgalizien haben die Verbündeten Erlfolge über die Russen davongetragen. Ter neueste Tchlachtcn-- Berrcht der österreichisch-ungarischen Heeresleitung spricht von Ulngriffrn, die sich gegen die vorrückenden Russen von S ü Hen bcr richteten, und bei den dort gewonnenen Ersol gen (2200 Russen gefangen) bade» auch deutsche Truppen »ritgciviret. Man sicht, wie eng geschlossen die deutschen arnd die österreichisch-ungarischen Heere jetzt zusanrmenarbei- iten! Die Unterredung des Kaisers mit den maßgebenden Heerführern unserer Verbündeten hat anscheinend neue Truppe uvcrschiebungen zur Folge gehabt. Vielleicht buricht dabei das letzte imd eittfcheidende Wort der Generalfeldmarschall von Hindenburg, der sicherlich wit seinen größeren Zwecken noch wachsen wird. So ist der Frohe Optimismus, der in einem Tclegranrmwechsel zwischen unserem Reichskanzler und dem Leiter der auswiirtigen Po- klitik Oesterreich-Ungarns zum Ausdruck gekommen ist, voll- tauf berechtigt. Aus Petersburg dagegen wird über Kopenhagen berschtet, daß dort die Stimmung äußerst gedruckt lsei, uuld cS bestätigt sich auch die Nachricht von der tzle- farrgcnnabme des Generals Rennenkampf, dessen Schuld es zzugcschrieben wird, daß der belaunte Uingehungsversuch der Russen in einen starken Mißerfolg unigeschlageu ist. Setzt man hinzu, daß nach dem Falle Belgrads Serbien in der. letzten Zugen liegt und daß die Türken bei Bakum den Muffen wieder zu deren Nachteil zu schaffen gemacht haben, so ist es tlar, daß alle diesle Ereignisse auf die Polster des Ostens ihren (Andruck nrcht verfehlen werden. Die Sclnoäche Rußlands ist offenbar geworden. Wer >vill dem russischen Bären die wunden und blutigen Tatzen verbinden, aus denen er bis zu einen, für ihn ungünstigen Frieden liegen bleibt? Bon dem letzten aintlichen Bericht der Russen hören wir heute folgendes: Mailand, 7. Tcz. Rach einem Petersburger Bericht wstd heute amtlich gemeldet: Tie deftigen Kample dauern an der Front Lowicz, hauptsächlich in der Richtung von Lodz, Richtung Petrv- kom. fort. Wie dem „Eorricre della Sera" aus Petersburg gemeldet wird, gibt man dort zu, daß die Deutschen hauptsächlich in der Gegend im Norden und Nord- oftcn von Lodz eine unanfechtbare Ueberlcgen.-, heit über die Russen, vor alleni durch ilire Artillerie, besitzen. Hindenburgs Stellungen sind stark befestigt. Tie Deutschen halten diese Stellungen als Stützpunkt, von denen aus sie die Russen fortwährend angreisen. Dieses bedeutet, daß die Deutschen ihre »veiten Besestiguilgslinion als eine Festung betrachten, der da« Kriterium der aktiven Verteidigung inne ivobnt. Aus der „aktiven Verteidigung" ist die Einnahme der zweitgrößten Stadt in Russisch-Polen hervorgegangen. Ob turn nicht vielleicht auch Warschau von Hindenburg bedroht wird, der bekanntlich vor seinem strategischen Rückzugs an die Grenze Schlesiens auf so lxochsli egend« Plaue noch nichts Bestimmtes geben wollte? Lodz ist nach Warschau der wichtigste Platz von Russisch- Polen. Mit seinen fast 400 OCX) Einwohnern ist es der Mittel - vunkt der russisch-polnischen Soll - und Baum Wollindustrie, deren Versagen sür die russischen 'Heereslieserungen von nicht zu unterschätzendem Nachteil »verdeu muß. Die Stadt liegt an der wichtigen Bahnlinie K a l i s ch - W a r s cha u , außerdem führt zu ihr die kaum minder bcdeutiamc Linie Koluszki - Lodz. Tie Bevölkerung besieht zu 44 Proz. aus römnchen Katholiken und zu !!3 Proz. aus Protestanten, und der Rest, von einem verschwindend geringen Bruchteil Griechisch-Orthodoxer abgesehen, ist jüdischen Glaubens. Am Orte bestehen zahlreiche höhere Schulen, drei Theater und fünf Banken, darunter die Filiale der russischen Reichs bank. * . * Der österreichisch-ungarische Schlachtcnbericht. «WTB.) Wien, 5. Dez. «Nichtamtlich.» Amtlich wird verlautbart: 5. Dezember, mittags. In den Karpathen ereignete sich auch gestern nichts von Bedeutung. In Westgalizien entwickeln sich bei Tymbark kleine, sür unsre Waffen erfolgreiche Kämpfe. Die Lage in Südpolen ist unverändert. Dst Schlacht in Nordpolen dauert fort. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs: v. Höser, Generalmajor. Eine Niederlage der Russen in Westgalizien. Wien. 6. Dez. «WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 6. Dez. mittags. Die Schlacht in Polen nimmt einen für die Waffen der Verbündeten günstigen Fortgang. Die nach Westgalizien vorgerückten russischen Truppen wurden gestern von unseren und deutschen Truppen von Süden her angegriffen. Die Verbündeten nahmen 2200 Russen gefangen und erbeuteten einige feindliche Trains. In den Karpathen fanden Teilkämpfc statt. Der in die Beskid- Stelluug eingcbwchenc Gegner wurde zurückgeworfcn und verlor 5,00 Gefangene. ' Der Stellvertreter des Chefs des Gencralstabcs: v. H ö f e r, Generalmajor. Eine falsche russische Siegesmeldung. (WTB.) Berlin, 5. Tcz. «Amllich.) Tie in dem russischen Eonrnrunique vmu 29. November enthaltene Dchcrup- tung, daß bei Czenstochau ein deutscher Angriff unter schweren Verlusten gescheitert sei, ist falsch. Wach ist das Gegenteil. Ein Angriff des 17. russischen Armeekorps, der dis auf 60 Meter au uns chrankam, wurde an dem betressendoir Tage unter außerordentlich schweren Verlusten für die Russen abgeschlagen Die Russen ließen eine sech große Anzahl Toter und verwundeter zurück und waren gezwungen, ihre Stellungen weiter rückwärts zu verlegen. General Renncnkamps verhaftet. Bukarest, 5. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) „Adeverul" meldet aus Odessa: General Rennenkamps ist verhaftet worden. Er kam auf dem polnischen Schauplatz achtStun- den zu spät an, so daß der berühmte Durchbruch der Deutschen gelang. Tie Einnahme von Lodz. Berlin, 7. Dez. Durch die Nachricht von der «Annahme von Lodz wird, wie die „Post" schlecht, deutlich, was uMer dem normalen Verlaus unserer Lverationen in Polen gemeint war, von dem der Bericht aus dem Großen .Hauvtgnartier wiederholt sprach. Tie Russen lxrben nicht mehr vermocht, dieser von unserem rechten Flügel längst bedrohten Stadt Hilfe zu bringen. Nachdem der russische Umzingelungsvcrsuch mißlungen war und jene deutschen Truppen, die sich ihm zu entziehen wußten, sich mit dem Haupt- hcer wieder vereinigt hatten, ging man sofort an die Eroberung von Lodz. Vom serbischen Kriegsschauplatz. Wien, 6. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Vom südlichen Kriegsschauplatz wird amtlich gemeldet: Südlich Belgrad gewinnen imserc Truppen Raum. Westlich Arandjelovac unv Gorny Milanovac zog der Gegner neue Verstärkungen heran und setzte seine vehementen Angriffe gegen Westen fort. In die von unseren Truppen okkupierten serbischen Gebietsteile, die fast oolltommcch verödet angetroffen wurden, beginnen allmählich die geflüchteten Bewohner zu- rückzukchren. Ungefähr 15 000 «Anwohner verblieben in Belgrad. Die neu eingesetzte Stadtverwaltung übt bereits ihre Funktionen aus. Kabinettswechsel in Serbien. (WTB.) Rom, 5.Dez. (Mckstanttl.) Die „Ageirzia Stc- faui" meldet aus Msch: T-as Kabinett Pas lisch ist zurück g c t r e t e ». Ein neues Kahsnett unter dem Vorsitz Pasitschs ist i» der Bildung begriffen Schlappen der Russen bei Batum. WTB. K o n st a n t i » o v c l, 6. Tez. (Nichtamtlich.) Das Große Hauvtqiiarlicr teilt mit: Wir liabcn Keda, einen ziem tick» wichtigen Punkt ö st l i ch v o n Bat n in . besetzt. Durch einen kühnen Handstreich haben unsere Truppen die Elektrizitätswerke von Saturn außer Tätigkeit gesetzt und dabei einige Gefangene gemacht. 300 Russen, die von Batum vorgcschickt worden waren, um eine von »ns besetzte Brücke ivicder zu uchnicu sielen in einen Hinterhalt und wurden vollständig ausgeriebcn. Rußland von England finanziell unterstützt. ^ Kopenhagen, 5. Tcz. W.B. Nichtamtlich > „Berlingskr Tidende" meldet au» London: Zwischen der russischen Re g i e r u n g und der Bank von England ist in Verbindung mit der Ucbersendunq von ,3 Millionen Pfund Sterling «tzold von seiten Rußlands ein Ablommen getroffen wvrden^nach ivelchem die Bank von England weitere 12 Millionen russische Schatzkamuier Anweisungcu diskontiert, so daß Rußland ein «Guthaben von ins gesamt 20 Millionen Pfund Sterling für die Bezahlung russischer Kupons, die Finanzierung russischer Käufe und sür den Ausgleich von Hauvlverbsndltchkeilen zur Pcrsügung stehen. Tclkgramiuwcchscl zwischen dem Grafen Bcrchtold und dem Reichskanzler. Wien, 6. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Der Minister des Auswärtigen, Cstas B e r ch t o l d . hat an den Reich s - kanzlcr v. Bcthmann Hollweg salgendes Telegramm gerichtet: Zu der bedeutsamen Rede Ew. Exzellenz in der vorgestrigen Sitzung des Reichstages bitte ich Hochdiesclben meine wörniltetc Glückwünsche entgegenm-hmeil zu wollen. Der Geist der mutigen Entschlosseiil»cit zu den schwercu Ovsern und der C'k>tt vertrauenden Zuversicht, der die hcldeninütigcii und ruhnrreichen Scharen unserer Verbündeten Armeen und Flotte zu immer neuen Erfolgen führt und den das ganz« dentsck»« Volk in bewunderuilgs- würdiger Einmütigkeit mit seinen kämpfenden Söhnen und Brüdern teilt, fand seinen machtvollen Ausdruck in dem Gelöbnis bis zum letzte» Atemzuge a u s z u h a r r e n , damit die ser opferreiche Krieg nicht vergebciis geführt wird. Diese dcnk- loürdigc Kundgebung erweckt bei allen Völkern Oesterreich- Ungarns, dievondcnr gleiche n unerschütterlichen Willen zum Siege erfüllt sind, imd auf den Erfolg unserer gerechten Sache zuvcrsschllich "vettraucn, einen starken Widerhall, besonders aber ivird unsere tapfere Armee, die mit Stolz an der «eite der dcutsck>e» Waffenbrüder käiiipst, die warme Anerkennung ihrer Leistungen nyt wendiger «Genugtuung vernehmen. Berchtold. ' Die Antwort des Reichskanzlers lautet: Ew. Exzellenz danke ich ausrichtigst sür den Ausdruck des warmen Interesses an dein Verlause der von erhebendem Patriotismus gcttageneii vorgestrigcil Reickrstagssitzung. Die mir gc- widnietei, freundlichen Worte l>abeu mich lebhast erfreut und mir gleichzeitig erneut den willkonimencn Beweis dafür gegeben, daß unser geiiieinsamcs Streben dahin geht, den treu verbündeten Monarchien einen der Größe Und der Krast- entsaltung würdigen Ersolg zu sicher». Ter mutigen Entschlossenhest der Führer, dem Heldentum unserer vereinten terrlichen Truppen und der Opserwilligkeit iind Mitarbeit der Völker Wirdes bestimmt gelingen, allen Wider- stand zu überwinden imb mit unseren Fahnen den endgültigen Sieg zu erringen. Bcthmann-Hollweg. Der Reichskanzler hat Berlin wieder verlasse». Berlin, 7. Tez. Tcr Reichskanzler von Bcthmann Holliveg hat heute früh Berlin verlassen. Die Kämpfe au« Nscrkanal. Berlin, 6. Tez. :WTB. Amtlich.) Tic im Auslände verbreiteten Meldungen vo» rückwärtigen Bewegungen der deutschen Truppen am Merkanal sind s a l s ch. Der Soldatcumangel in Frankreich. Köln, 6. Tcz. »WTB. Nichtamtlich.) Die „Kölnische Zeitung" meldet aus Zürich: '21 us Paris wird berichtet, daß die Rekrutierung sür l 915/16 ohne ärztliche Untersuchung vorgenommen werde. Tie deutsche Kricgsührung im englischen Lichte. M a n ch e st e r. 5. Tez. (WDB. Nichtamtlich.) Der „Manchester (Nuardicrn" schreibt in einem Leitartikel, nachdem er die deutsche Kriegführung kritisiert hat: Bemerkenswerte Züge der Käinpsc der letzten Zeit waren erstens das Er» scheinen von Hindenburgs als eines Generals von wirklich großer originaler Fähigkeit im lllegensatz zu bloßer militärischer Bildung, deren Niveau in diesenst »riegc sehr hoch war; zweitens die ganz unerwartet hohe Qualität d e r deutschen R e s e r v e t r u p p e u. Diese Männer schnitteix mit ihrem Mut und ihrer Anpassungsfähigkeit an die nezien Bedingungen ebenso gut oder besser ab als die Truppen der ersten Linie im Anfang des Krieges. Wir haben nicht mehr allein mit der inilitärischen Bureaukratte zu ttcn, wir kämpfen gegen den Patriotismus und die Intelligenz der Durchschnittsdeutschen, die sich gefährlicher erweisen können als die Maschinerie der Militärbureaukratie. Der „Manchester Guardian" sagt noch, niemand glaube, daß der Krieg drei Jahre dauern werde oder könne. Ein bekannter französischer Flieger gefangen. Berlin, 7. Dez. Nach Meldungen Pariser Blätter ist der bekannte französische Flieger Brindesonc des MoulinaiS aU Kriegsgefangener in deutsche Hände gefaNen und nach Deutschland gebracht worden. Englische Ausfuhrverbote. London, 6. Dez. Die „London Gazette" veröffentlicht ein Ausfuhrverbot für Fleisch in Blechbüchsen und für Wellblech nach Schweden, Dänemark und Holland. Ferner ist der Ex- vort von Vieh nach allen Auslandshäsen Europas, des Mittcl- meerS und des Schwarzen Meeres, mit Ausnahme der Häsen Frankreichs, Rußlands, Belgiens, Spaniens und Portugals, sonne der Export der bei der Gerberei verwendeten Extrakte nach allen Bestimmungsorten verboten. Der Kamps zur See. London, 5. Dez. (WDB, Nichtamtlich.) Der Flottenlvrre- spondcnt der „Adorning Post" besprecht einen im „EoriihM^Magazine" verössentlichten Artikel des Großadmirals Sey- m o u r, in dem es heißt: So lange die deutsche Flotte besteht, bildet sie den Trumpf für Deutschlaich, wenn die Friedensver- Handlungen auf der Tagesordnung stehen. Der Korrespondent der „Morning Post" bemerkt: Daß Deutschland eine solche Waffe für die Verhandlungen besitzen sollte, ist im höchsten Maße uner- ivünscht. Alle Mittel müßten gegen diese Möglichkeit angewandt werden. Aber unter den obwaltenden Unistäirden ist cs klar, daß die Wahl bei Deutschland liegt. Tic brittsche Flotte kann die deutl'ck>c Flotte nicht zwingen, herauszukommen, aber sie kann sic zwingen, drinnen zu bleiben, wenn ein solcher Kurs erwünlcht erschiene. Einstweilen kann die Strategie auf keiner Seite ein cntschechendes Ereignis herbeisühre». Die gegenwärttgc Lage kann unbestimmte Zeit fortdauern, bis neue Methoden entdeckt und in die Praxis umqcsetzt werden. Gegenwärtig verhalten sich beide Seiten defensiv. Es sind vortreffliche Gründe, weshalb die britische Flotte defensiv bleibt: aber daraus folgt nicht, daß die Defensive richtig war. In der Vergangenheit war sie niemals richtig. Unsere Unterseeboote. Berlin, 6,Dez, Aus Turin wird gemeldet: Der gestern in Bordeaux veröffentlichte amtliche französische Marinebericht meldet, daß am 23, November auf die Suche nach dem deutschen Unterseeboot, das den Dampfer „Malackstte" vier Meilen nordwestlich von Havre in den Grund geschossen hatte, sofort zwei Flottillen fran- zösischerTorpedojägerund Torpedoboote abgesandt wurde». Diesen gelairg es erst am 25, November, das deutsche Unterseeboot zu entdecken. Sie machten sogleich Jagd auf das Boot, das sofort, als es sich verfolgt sah, uiitertauchte. Nachdem das Unterseeboot am anderen Tag, den 2l!. November, wiederum einen englischen Dampfer, diesmal den „Primo", in den Grund geschossen hatte, erschien es am 28. November neuerdings auf der Höhe des Kaps Antifer, tvorauf es in nördlicher Richtung verschwand. Die Einfuhr in Frankreich. Paris, 6, Dez. (W, B, Nichtamtlich.) „Matin" meldet: Die Einfuhr an Getreide nach Frankreich betrug im August, September und Oktober 4 677 401 Zentner, die Mehleinsuhr 411 894 Zentner. Die aus Rußland cingeführte Getreidemenge betrug im August 351 636 Zentner, ging aber infolge der Schließung der Dardanellen im September aus 185 023 Zentner und im Oktober aus 26 904 Zentmr herab. Aus Portugal. London, 5. Dez, „Morning Post" meldet aus Lissabon: Der Rücktritt des Kabinetts steht bevor. Die Eugläuder von den Türke» geschlagen. Konstantinopel, 6, Dez, (WTB. Nichtamtl.) Amtlich: Gestern versuchten englische Landungstrup- oni eine von unseren Truppen zwischen denk Tigris und dem Kanal von Souvaya (?) besetzte Stellung anzugreifen. In dem Kampf, der folgte, wurden die Engländer unter großen Verlusten geschlagen. Wir erbeuteten ein Maschinengewehr und eine Menge Munition, Die Küste bei Port Said unter Wasser gesetzt. L o n d o n, 6, Dez, aben. Lehrer Svlms- Nierstein wünscht dringend, daß alle Genossenschaften der Verlängerung des Moratoriums zustimmen. Geschähe das nicht, so würde über viele Familien, namentlich der jetzt im Felde Flehenden Genossenschafter großes Unheil hcreinbrechen. Das sollten sich vor allem auch die 17 abseits stehenden Genossenschaften mit ihrem ganz sinnlosem Widerstand gesagt sein lassen, I akobi-König- stätten verlangt Bekanntgabe der 17 Genossenschaften und fragt, ob nicht statt 15 Prozent 20 Prozent gegeben werden könnten, Staatskommissar Tr, Michel regt an, daß die etwa anwesenden der abseits stehenden Genosstnschasten heute eine Erklärung abgcben möchten. Es wird die Antvesenheit von fünf Vertretern solcher Genossenschaften sestgestellt, Direktor Mager betont, es sei nichts einleuchtender, als daß in der jetzigen ernsten Kriegszeit ein verlängertes Moratorium bewilligt werde. Die Hariptfrage sei, was geschehen solle, wenn zlvar das verlängette Moratorium bewilligt, aber nicht die Berzichterklärung der 17 Genossenschaften auf die 50 Prozent erfolge. Zu diesem letzteren gehörten die Spar- mild Darlehnskosse Babenhausen, die sich wegen eines Wechsele streites weigerte und eine Forderring von 43 000 Mk, habe, Wester handle es sich um die Genossenschaften in Brensbach, Oberroden Rimborn, Dorheim, Erfelden mit kleineren Beträgen. Die in lH eu se n st a m m II habe 49 000 Mk, zn fordern, die Spar- nnd Leihkasse O f s e n b a ch verlange aus ihre Forde- runo von 18 000 Mk, eine Auszahlung von 50 Proz. in bar, die in Wohnheim hat 218000 Mk,, der landw, Konsumverein Oppenheim dagegen nur 290 Mk, zu fordern, weiter O be r- Osleiden 26 000 Mk,, Grüningen 39000 Mk, Queck« b o r n 13 000 Mk, und der Spar- Und Kreditverein Sl ei nba ch 3900 Mk, Es handle sich um 8 Starkenburger, 2 rhemhessische und 7 oberhessisch« Genossenschaften, Die Verwaltung Hab« zu der Sache noch keine bestimmte SteUimg genommen, sie wolle erst: die Meinung der Glmtbigerversammlung hören. Er könne als Leiter der Zenttalkasse s'ageir, !daß sich die hessischen Genossenschaften: im allgemeinen sehr gut gehalten hatten nnd um so betrübender wäre das Wseitsstehen der 17 Genossenschaften, die alle übrigen 300 Genossenschaften aufs äußerste mtt gesährden. Aus vielfaches Ersuchen rechtserttgt darnach Arnold -Grü- nrngen die Haltung seiner Kasse, wobei vielfach Widerspruch laut wird. Sobald eine Differenz ivegen einer Forderung von 1185 Mark beseittgt sei. werde sie beitreten, Finanzrat Dr, Michel wünscht eine nähere Darlegung darüber, was Vorstand und Verwaltungsrat zu tun gedenken, wenn der Beittitt der 17 oder eines Teils derselben nicht erfolgt. Der Verttetcr von Wörrstadt wünscht Auskunft über die Höhe der Verwaltnngskosten, Direktor Moll kann darüber noch keine Angaben machen. Es wird nur sestgestellt, daß der Direktor 12 000 Mark Gehalt und die Aussichtsratsmitglieder 15 Mk, Diäten bc- ziehen, während für zwei notwendige Juristen die Summe von 20 000 Mk, vereinbart worden sei. Bei der Mstimmnng erklären sich 5 Verttetcr gegen den An- ttag der Verwaltung, da erst ihr Vorstand darüber entscheiden müsse, Tie Verlängerung des Moratoriums auf 2 Jahre wird dagegen einstimmig genehmigt, — Direktor Mager erörterte dann noch die Frage, ob Liquidatton oder die vom Bundesrat zu- gclassene Geschäftsaufficht erivünschter sei. Mit einem Antrag Schmuck, in der nächsten Generalversammlung Finanzrat Dr, M i ch e l in den Auffichtsrat zu wählen, erklätte sich der Vorsitzende einverstmiden. Weiter ist er bcrett, -den Genossenschaften in acht Tagen eine Aufstellung über die Verwaltungskostcn zugehen zu lassen, Finanzrat Tr, Michel soll zu jeder Sitzung eingeladen werden. Die Versammlung schloß gegen 4 Uhr nachmittags. A«» Stadt «nd Land». Gießen, 7. Dezember 1914. Auf dem Felde der Ehre gefallen. (Aus Hessen und den Nachbargebietcn,) Freiw. Friedrich Schenk, Jns.-Rgt, 168, aus Ossenbach. — Unteroff. der Res, Ludwig Hein, Jns.-Rgt. 116, aus Offenbach. — Ersaß-Res. Andreas Ludwig Richter, Res-Ins.-Rgt. 116, aus Offenbach. — Res, Johann Scheithe, Res,-Jns,-Rgt. 118, au? Horchheim. — Res. Wilh. Weber, Jägerbat, 11, aus Stein- dori. — Pizescldivebel Scinr. Fa rr, Ins -Rgt. 168, aus Bindsachsen, — Einj.-Freiw Fritz K I e y e n st e » b e r, 2. bayr. Jäger- bataillon, aus Zivingenberg, — Dr. W. Schneider, Assistent am Landwirlschastliche» Institut, Gießen. ** Di e Königliche Sozietät der Wissenschaften in Upsala (SchwÄ»en) hat den ordentl, Professor der Zoologie an der hiesigen Universität Dr. F, W. Spengel zu ihrem auswärtigen ordentl ich en Mitglied ernannt, **Demk>tpfernenSonntckg, der sonst alljährlich das Hauptweihnachtsyeschäfi einznleiten pflegt, war gestern das Wetter günstiger als die Zeitlage, Unter nornralen Verhältnissen wäre bei dem prächtigen Sonnenschein, der fast den ganzen Tag über herrschte, sicherlich ein großer Verkehr zustande gekommen. Aber auch mit dem Leben, dos der Sonntag in Wircklichkeit brachte, werden die Geschäftsleute in Anbetracht der Umstände nicht mizusrieden sein dürfen. Soweit man es übersehen konnte, war der Verkehr in Straßen und Geschäften recht rege, und namentlich die Kauflentc, die ihre Läger ans den Bedarf fiir Feld Postpakete eingerichtet haben, konnten gestern noch einmal Nachlese halten, wenn die meisten auch ihre Weihnachtspakete schon abgeschickt haben, ** Kreiskomitee für Rotes Kreuz und Kriegs« s ü r s o r g e, Tie Mitte des vorigen Monats an die Ortsausschüsse in den Landgemeinden des Kreises Gießen und damit mittelbar an die Landbevölkerung s e l b st gerichtete Bitte des Kreiskomitces, durch Zuweisung von Liebesgaben die Abscndung sog, „unpersönlicher" Weihnochtspakcte für unsere Krieger zu er- nlöglichen, ist, wie uns mitgetcilt wird, nicht ungchört verlmUt. Tic Landbevölkerung ist vielmehr dem Ruse in einem alle Envar- ttingen übettreffendcn Maße gefolgt, so daß es möglich >oar, durch je eine am 30, November nnd 2, Dezember zur Bahn gegebene Sendung insgesamt 106 8 W ei h n a ch t s pa ke t e zur Weiter- besörderung ins Feld abgeben zu lasten, Bon diese» 1068 Paketen wurden 30 9 Sttick dem Kreiskomitec ans einer Reihe non Landgemeinden fertig verpackt und verschlossen cingeliesen, so daß der Inhalt dieser Pakete im einzelnen nickt bekannt ist. In An- betrachl der Persönlichkeiten der Spender kann jedoch ohne weiteres angenommen werden, daß der Inhalt dieser Pakete hinter den vom Kreiskomitee selbst ausgcslalteten nicht wesentlich zurücksteht. Nur nebenbei sei hier bemerkt, daß alle 118 Pakete auS der Stadt Lich stammen, die dem Kreiskomiree durch Vermittlung Ihrer Durchlaucht der Fürstin zu Solms-vohensolmS-Lich zugingcn. Tie übrigen 759 unpersönlichen Weihnachisvaketc sind vom Kreis komitee selbst unter Benutzung teils vorhandener, teils bis zum 28. v. Mts. noch eingeliescrten Liebesgaben zusammengestellt worden. AlS Packmaterial wurden fabrikmäßig hergestellte Sckwchtcln in der Größe 48:30:15 benutzt. Ter Sendung ist dadurch auch äußerlich der einheitliche Charakter qeivahrt worden In den 759 Kartons sind insges. folgende durchweg neue Gegenstände untergebracht: Wollsachen: 264 Leibbinden. 798 Hemden, 100 Unterjacken, 620 Unterhosen, 949 Paar Strümpfe, 45 Brustschützer, 18 Wämfe, 153 Paar Kniewärmer, 624 Paar Handschuhe, 653 Kopfschützer, 142 Paar Stauchen: ferner 204 Paar Fußlappen, 11 Paar Filzsohlen, 825 Taschentücher, 44 Paar Hosenträger, 137 Stück Seife, 52 Stück Wachstuchbehälter mit Nähzeug, 3 Gros Sicherheitsnadeln, 521 Äleiltiftc, 367 Notizbücher, 321 Pakete mit Briefpapier u»d lim schlagen, 453 Zeitschriften und Bücher, 644 Taseln Sckwkoladc, 1756 Lebkuchen, 182 Kästchen mit Weihnachtsgebäck, 120 Würste, 147 Pakete mit Kaffee, 43 Büchsen Kakao, 67 Suppenwürjel, 240 Bouillonwürfel. 611 Tabakpfeifen, 972 Pakete Pfeifentabak, 407 Tabaksbeutel, 10 973 Zigarren, 1500 Zigaretten, 343 Pakctchen mit Kautabak, 342 Luiitcujeuerzcugc, 1945 Kerzen, 44 Taschenspiegel, 404 Mundharmonikas, 9 Taschenlampen mit Batterie: ferner gleichfalls aus die einzelnen Pakete entsprechend verteilt^ 248 Pfund Dörrobst und 171 Pstind Würfelzucker. Tie Sendung hätte nicht so überaus reichhaltig aussallen tön nen, wenn nicht die Vorsitzenden sowie die Mitglieder der Ortsausschüsse und die gesamte Bevölkerung durch ziclbewußtes und überaus dankenswertes Zusammenarbeiten zu diesem Erfolg bei- -elragen hätten. Allen, die mitgeholscn haben, sowie denjenigen Gießeuer Fabrikanten, die das Kreiskomilee in weitgehender Weise durch Spendung von Zigarren und Tabak unterstützt haben, wird der Tank unserer Krieger, die hoffentlich recht bald in den Besitz der Wcihnachtsvakete kommen werden, sicher sein. Ta die ganze Liebesgabenscndung zwei Eisenbahnwaggons füllte, imirde sie entsprechend den Wünschen des Landesvereins vom Roten Kreuz in Darmstadt nicht zunächst diesem, sondern unmittelbar der Zentrale sür Kriegssürsorqe in Frankfurt a. M. über iandt.^die als Sanrmelstclle sür das XVIII Armee-Korps, damit auch Sammelstelle sür die 25. (Großh, .Hess.) Division ist. lieber die Ausnahme der Sendung, gibt das folgende, an den Vorsitzenden des Kreiskomiters gerichtete und »ns mit der Bitte um Abdruck überlassene Schreiben des .hessischen Landesvereins vom Roten Kreuz in Darmstadt nähere Auskunft. Ten Tank, der darin dem Kreiskomitcc ausgesprochen ist, darf mit Recht jeder einzelne Spender zu seinem Teil sür sich in Anspriich nehmen in dem Bewußtsein, daß mit vereinten Kräften -in voller Ersolg erzielt worden ist. An das Kreiskomitee für Rotes Kreuz und Kricgshilse Gießen. Aus Ihren beiden gefl. Mitteilungen vom 30. November bezw. 2. Dezember ersehen wir, welch großartige Sendungen an Liebesgaben Sie für unsere Triippen im Felde gesammelt und nach Frankfurt geschickt l>abcn. Diese insgesamt 1068 Stück Weih- nachtspakcte und die anderen Gegenstände stellen eine der größten Sendungen dar, die wir bis jetzt aus dem Grvßherzogtum erhallen haben. Es drängt uns. Ihnen sür diese so überaus reichen Gaben unseren herzlichsten Tank auszusprrchcn, den wir allen gütigen Gebern sreundlichst zu übermitteln bitten. Darmstadt, 3. Tezember 1914. Landesverein vom Roten Kreuz. **NachfragennachdemVerbleibevonPost- sendungenanKriegs-oderZivilgefangeneim Auslände sind von den Absendern stets n u r an das Postamt zu richten, bei dcem die Sendung aufgeliescrt worden ist, nicht aber an sonstige Stellen im In oder Auslande, auch nicht an die Ober Postkontrolle in Bern, die mit Briefen und Paketen gar keine Befassung hat und die ihr unmittelbar zugehenden Ansragen wegeic Postanweisungen erst wieder an das Ausgabe-Postamt ^»rückgehe» muß. Durch derartige unzweckmäßige Adressierung von Nachfragen geht nur unnötig Zeit verloren. Nachfragen empfehlen sich überhaupt erst nach einer Wartezeit von mindestens 6 bis 8 Wochen, da in den meisten Fällen eine Bestätigung des Empfangs einer Sendung nicht früher eingehen kan». " Pakets« n dun gen sür die ö st e r r e i ch > s ch e A r m e e. Bi» eiulchlietzlich Ib. Dezember können bei den deutschen Post- cmstcilten gewöbnlichc Pakete bis zu 5 Kg. an Angehörige und zugeteiltc Personen der ö st erreichisch-ungarischen Feldarmee gegen di« einheitliche Gebühr von 50 Psg, eingeliesert iverden. r ie in Deutschland erlassene» Anssnhrverbole werden ans diese Pakete nicht angewandt, anch ist der Inhalt der Pakete in Oesterreich»Ungarn zollfrei. Tic näheren Dersendnngsbedmg- ungen »sw. snr die Pakete werde» bei allen Postanstalten durch AuShang dekannlgegebe». ** Rückkehr der schlesischen Einquartierung. Wir machen auf eine in heutiger Nummer des Gießener Anzeigers erscheinende Bekanntmachung des Großh. Kreisamts Gießen aufmerksam, wonach die im Kreise Gießen untergebrachte» Schlesier in aller Kürze in ihre Heimat zurücktransportiert werden. Der Rücktransport jindel voraussichtlich schon am Mittwoch statt. ** Rückkehr der österreichisch-ungarischen (ga- lizischcns Saisonarbeiter in dieheimat. Man schreibt uns: Die nach Oesterreich Ungarn heimkchrendcn Saisonarbeiter können fortan die Heimkehr nur über Glatz-Mittelwalde nach Wichstadtl-Lichtenau — unter Ausschluß der östlich gelegenen EinbruchSstalione» Mhslowitz, Oswieeim und Oder- derg — bewerkstelligen. Fahrpreisermäßigung für Arbeiter cktze- iellschaftssahrtiM 4 Klasse wird den österreichisch-ungarischen ; ga- liziichciU Saisonarbeitern auf den preußisch-hessischen Staalsbad- ncn nur gewährt, wenn die Transporte über Glatz-Mittelwalde geleitet werden. Arbeiter, die zum, vollen Fahrpreise fahren wollen, können Fahrkarten nur über diesen Weg erholten. ** Tie Behandlung russischer landwirtschaftlicher Arbeiter. Heber den Verbleib der in landwirtschaftlichen Betrieben beschäftigten russischen Arbeiter nach Beendigung der hcrbsternlc sind, wie man uns amtlich milteilt, von den zuständigen Verwaltungsbehörden mit Rücksicht aus den Kriegszustand besondere Anordnungen getroffen. Zu ibrer Durchführung wird für den Bereich der Eisenbahnverwaltung folgendes angeordnet: 1. an männliche russische Arbeiter im Alter von 17 bis 45 Jahren dürfen Fahrkarten nicht ausgegebcn iverden. 2. an männliche russische Arbeiter unter 17 und über 45 Jahren sowie an alle weiblichen russischen Arbeiter dürfen Fahrkarten nur vevabiolgt werden: s) nart: eener Station eines neutralen Staates und nur dl bei Vorzeigung eines von der gesandttchaftlichen oder konsularischen Vertretung dieses neutralen Staates visierten Passes. Nach Lösung der Fahrkarte wird der Pah von der Ortspolizeibehörbe ito&i mit dem Vermerk versehen: „Ausreise nach ... ist genehmigt. Tic Orlspolizcihehördc (Stempel und Unterfchriftl." 3. Ausnahmsweise dürfen Fahrkarten nach deutschen Stationen wi die unter 1 und 2 bezeichnrten russischen Arbeiter und Arbeiterinnen nur ausgegebcn werden, wenn a) die Genehmigung des zuständigen Landrats zum Antritt einer neuen Arbeitsstelle erteilt ist, b) wenn zur Behebung eines wirtschaftlichen Notstandes oder zur Durchführung größerer MelwralwnSunkernehmungcn durch eine Bebörde oder imt behördlicher Genehmigung bis dahin arbeitslose russische Arbeiter in bestimmte unter Arbcitermangel leidende Gebiete geleitet werden. ** Stadttheater. Man schreibt uns: Zur Erstauf- fichrnitg von „Als ich noch im- Flügeikteidc" am Morgigen Dienstag dürfte beifolgende Besprechung der Berliner „Deutschen Tageszeitung" interessieren. Es heißt da: „Das wirtlich überaus liebenswürdig lui^ge Stück verdient den großen Erfolg ehrlich und unemgcJhräiikt, nird es ist ein erfreuliches Zeichen der Zeit, daß das Publikum wieder Ge fallen an derartigen Darbietungen zu finden beginnt..... Und das alles wird vorgebracht mit einem Humor, einer Laune, einer überquelleirdeii Lustigkeit, daß auch der ver bittertstc Griesgram das Lachen lernen muß. 3>.i gibt es einfach kein Halten. Uird mit so sauberen, vornehmen, rciiip- liche» Mitteln arbeiten die Autoren, ihr Werk ist at,gefüllt von Jugend, Frische, Poesie, ihr Dialog funkelt von netten Wortspielen, sie schassen Situationen von überwältigender Plastik — und sic sind bei alledem keine Schwanksabrilanten, sondern deutsche Dichter. Im innersten Kern deutsch ist ihr Werk, das so etwas sür unsere Frauen schasst, tvas „Mt- hsidelberg" für uns Männer war." "Lungenheilstätten und Krieg. Man bittet uns um Aufnahme folgender Zeilen: In der Bevölkerung scheint vielfach die Meinung verbreitet zu sein, die L u » g c n h c i I ft ä11en hätten aus Anlaß des Kriege s ihren Betrieb eingestellt. Ties ist aber nicht der Fall. Tie hessischen Heilstätten Ernst-Ludustg- hcilstätte bei Sandbach i O„ Eleonorcn-Heilstätte bei Lindenicls i. O und die Göttmann schc Heilstätte in Reichelsheim, ferner die beiden Kinderstationen in Hirschhorn und Lampertheim, halten ihren Betrieb auch während des Krieges aufrecht und können Kranke (Versicherte wie Richlversichertc) jederzeit ausgenommen werden. Versicherte stellen ihre Anträge bei der zuständigen Krankenkasse, Nlchlversicherte, die in die Ernst-Ludwig Heilstätte oder in die Göttmann'sche Heilstätte ausgenommen sei» wollen, wenden sich an diese selbst, während Ausnahmegesuche von Nichtversichcrlen sür die Eleonorcn-Heilstätte und die beiden Kinderstationen an den Vorstand des Heilstättenvereins in Darmstadt zu richten sind. Daß Winterkuren vom ärztlichen Slandvunki aus besonders wertvoll sind, soll bei dieser Gelegenheit hervorgeboben werden. — Auch die L u pu s h c i l st ä l t e in Gießen arbeitet ruhig weiter. Landkreis Gießen. -m. Hungen, 6. Dez. In der evangelilchen Kirche fand heute eine Gedäch tn is fe ier für die anl Frankreichs Erde gefallenen Kampier Gustav Dörr und Karl Roth statt. Beide batten den> Insa»Ierie-Rea>n>e»t Nr. I1> angehört. Kreis Schotten. h. Schotten, 6. Dez Der dem! Ende des 14. Jahrhunderts entstammende Hauptaltar der Stadt- k i r ch e, eine der bedeutendsten Arbeiten der mittclrheini- schen Kunst, ist durch die Opfenvilligkeit der Kirchengemeinde wieder zu neuem Glanze erstanden. Der Mtar befand sich bis 1828 im Ehor: dann nahni man ihn auseinander und hing! die einzelnen Tafelbilder in goldenen Rahmen an den Wänden des Chors auf, während man! die drei Baldachine mit den Plastiken achtlos beiseite warf und vermodern ließ. Die Gemälde zeigen zwölf auf Goldgrund gemalte biblische Begebenheiten. Unter der Hand des Kunstmalers W Horst (Darmstadt) haben die Gemälde ihren alten leuchtenderr Goldglanz und ihre einstige Forbenfreudigkeit wieder erhalten. Die Zusammenstellung der Taseln zu der ursprünglichen Altarsorm geschah in meisterlicher Weise durch die Kunstschreiner Gebr. V e y (Darmstadt), geborene Sck)ottener. Neben den Frlcdberger und Lrtenberger Altären ist der Schottener Hauptaltar der krinstgeschichtlich bedeutendste Lberhessens. Nach der inneren Ausschmückung der Stadtkirche wird er seinen alten Platz wieder einnehmen. Kreis Friedberg. X B u tz b a ch, 5. Dez. Nach der in hiesiger Gemeinde vor- genommenen Viehzählung am 1. Dezember sind vorhanden: 99 Pierde, 4 Kälber unter 3 Monate alt, 27 Stück Jungvieh, 8 Bullen, 148 Kühe, zusammen. 182 Stück Rindvieh, 275 Schale, 104 Schweine unter Jahr alt, 113 Schweine von V,—1 Jahr alt, 2 Schweine 1 Jahr alt, zusammen 219 Schweine, 108 Ziege» — Im hiesigen Lazarett starb gestern an seiner Verwundung der Reservist Friedrich Wilhelm K r ü g e r, geboren am l. März 1891 zu Uthausen, Kreis Wltteuberq, vom Jnk.-Rgt. Nr. 27. Starkcnburg und Rheinhesscn. u. Ossenbach, 4. Dez. Ans Versügnng der Großh. KreiS» schulkontmission begannen bereits heule die Weih, lachtsserien der hiesigen städlischen Fortbildungsschulen, da in fast allen Fabriken und Lederwaren-Werkslätten Militärartikel anqcferligi werde» und hierzu anch die jugendlichen Arbeiter dringend benötigt werden, so daß der Schnlbetrieb sich noch mit Mühe ausrecht erhalten ließ. Ti« Ferien dauern vorläufig bis 4. Januar Kreis Wetzlar. O Krofdorf, 8. Dez. König!. Amtsgericht Wetzlar wird ,n, Jahre 1915 hier in Krosdors salzende Geschäftslage abbalten: Am 4. Januar, 1. Februar, 1. März, 12. April, 3. Mai, 7. Juni, 5. Juli, 20. September, 4. Oktober, 8. November und 8. Dezember. — Leun, 6. Dez. Pfarrer Himmelreich ist nach zwölfjähriger Wirksamkeit aus unserer Gemeinde geschieden und wurde zum Oberpiarrer und Hospreüiger nach Brauniels bernien. X'AuS der Bürgermeisterei Atzbach, 8. Dez. ür die Gemeinden der Bürgermeisterei Atzbach wurde wieder riegsbefuch angekündigt ES handelt sich diesmal um aus Frankreich auSgewieiene deutsche Familien. Hessen Nassau. h Frankfurt a. Atz, 6. Dez. In der Annahme, daß der Kriegsschauplatz dicht bei Franklurt liege» müsse, reisten Freitag abend zwei drcizebnjäbrige Bürschchen aus Barinen heimlich iorl. Sie kamen unbehelligt ohne Fahrkarte bis nach hier, ivo sie auf dem Hauptbahnhose erwischt wurden. Heute früh schickte man die Jimgen wieder zn Muttern. Von, Kriege bei Frankfurt haben sie leider nichts gesehen. 6cri^(>faaL 4VT8. Königsberg i. Pr., 5. Dez. (Nichtamtliche Wegen Kriegslandesverrats wurde der Waldarbeiter Adolf Klein aus BerSgirren iKr. Labia») vom Kriegsgericht zu 10 Jahren Zuchthaus und Ehrverlust auf die gleiche Dauer verurteilt. Der Angeklagte batte beim Einbruch der Russei, in Ostpreußen einem russischen Offizier über das Verhalten eines Försters in jener Gegend den russischen Truppen gegenüber eine Mitteiituig gemacht, die geeignet war. nicht nur das Leben diese? Försters, sondern auch der Kollegen dieses Beamten zn gefährde». Es wird sogar ver- inutet, daß seine Mitteilung zum Erlaß des bekannten Rennen- kampsichci, DesehlS. betr. die Erschießung der ostpreußischen Förster, mit betgetragen hat. CantttHrtfctmft. Berlin, 5. Tez. (WTB. Nichtamtlich.) Der Saaten- stand in Preußen war, wenn 2 gut und 3 mittel bedeutet, zu Auiang Dezember für Weizen 2.6 (im November dieses Jahres 2,6, zu Anfang Tezember des Vorsahres 2,4 , für Spelz 2,4 (2,3 bezw. 2,1), Roggen 2,7 (2,6 bezw. 2,3), Gerste 2,4 (2,4 bezw. 2,31, Raps und Rüben 2,5 (2,5 bezw. 24), junger Klee 2,9 (2,8 bezw. 2,4). In den Bemerkungen der statistischen Korrespondenz heißt eS u. a.: Aus dem ganzen Staatsgebiete, besonders aus der östlichen hälfte, kommen Klagen über ungewöhnlich zahlreiches Austreten der Mäuse, aus den westlichen Provinzen außcrdein über das Auftreten von Schnecken, die den RvggeU- saalen und dem inngen Klee erheblichen Slinden zufügten, so daß manches dieser Felder bereits umgepslügt werden mußte, Trotzdem sich mancherorts der Mangel an Bespannung fühlbar modjte, ist die Bestellung der Wintersaaten dock, größtenteils imrch- geiührt. Bielsack wird aus dem Westen berichtet, daß gegenwärtig eine umfangreichere Winterbestellung als in früheren Jahren, lurmentitch mit Roggen siattfrndet. lieber den Stand der Wintersaaten lauten die Beruhte meist recht zufriedenstellend: eine Aas« nahinc inachen nur die von lairgcr Trockenheit ini Herbste und der insolgc hiervon aufgctrcleiieu Mäusepiagc betroffenen Pro« vinzen Ost-- und Westpreusen, sowie Pommern, Posen und Schlesien. Im großen und ganzen ivird in den meisten östlichen Provinzen der vorläufig nicht durchiveg günstige Stand der Wintersaaten durch einen in anderen Landcsteilcn durchaus reckst günstigen ausgewogen. _ vermischte». * Berlin, 6.Dez. Ter Direktor der Deutschen Versuchsanstalt für L n s t f a h r t, Professor Dr, Ing, Bendein an n, der seit Beginn des Feldzuges seine Forschertätigkeil mit dein jetzt so viel wichtigeren Kriegshandwerk vertauscht hat, ist für hervorragende Leistungen mit seiner Batterie — er ist hauptmann und Batterieführer in einem der hessischen Regimenter, welche den ersten Vormarsch bis zu den Argonnen und dann die schlvercn Kämpfe um Lille und Wer» siegreich mitgemachi haben — mit d e m Eisernen Kreuz l, Klasse ausgezeichnet worden, * Ein Eisenbahn uu fall in Italien, Aus Neapel ivird vom 5. Dez, berichtet: Ein von Rom kommender S ck: il e l 1 z n g ist auf dem Bahnhof von Riordo mit einem Güterzng zusammengestoßen, Sechs Reisende wurden getötet und zahlreiche verletzt. ' Das er st e größere englische Kr i e g s j ch i s s. ES sind je l gerade 400 Jahre her, daß i» England das erste größere Kriegsschiff gebaut wurde. ES >var dies der im Jghrc 1514 vorn Stapel gclaniene .Henry Grcice ö Dien", den die englischen Matrose» aber dann „Great Harry' nannte». Dieses Schiff war ivo l damals das größte Kriegsschiff der Welt. Es hatte tausend Tonne» »nd eine Besatzung von genau 700 Plan». Anch die Armierung galt als nntzerordentlich schwer. ES war mit 21 schweren Geschützen »nd mit 130 leickitercn anSgestatlet. Unter de» leichteren (steschntzen waren allerdings anch solche, die wir heule kaum mehr als Schiffsgeschütze ansehe» würden. Bon den als Ichwere Geschütze aickgekübrten waren vier 42-Pfünder, drei 32-Pknnder, zwei 24-Psnnder-, vier I8-Psündcr-, zwei 9-Piündcr-, vier i' Psnnder- n»d zwei 3-Psnnder>Kanoncn. Diese Geschütze entsprachen nn- aeiäbr iolgenden Kalibern: Tie 42-Psiinder waren 7-Zö!ler, die 32-Pninder 8',-Zoller, die 24-Pinnder 8-Zöller. die I8-Pll>nder 5s,-Zoller, die 4-Pfünder 4'/,-Zöller, die 6-Psnnder 3'/.-Zöller und die 3-Psünder waren 20,-Zöller. Eine allzu große eähr sür Feinde »nd Seeräuber waren irellicki alle diese Geschütze nicht, den» sie gingen olt nicht los, ivaren äußerst »nbequen, zn bedienen »nd mit ihnen war anch kginc große Treffsicherbcii zn erreichen. 911« vorsichtige Leute slattctk» deshalb die Engländer dos KriegS- Ichiff anch noch mit Bogen und Armbrusten ans. Dt: Waffcn- kammer enttiielt allein 500 Bogen kür die 'Matrosen als Kriegs- waffen. 'Rach Art anderer Kriegsschiffe der damaligen Zeit waren ans den, „Great Harry' wahrscheinlich anch noch Wurstnaschinee nntergebracht. vandel. Berlin, 6. Dez. (WTB. Amtlich.) Die Zuckerraf- sinerren erklären ihren Rücktritt von den vor dem 1. No- veniber abgeschlossenen, bisher noch nicht erstillce» Verträge» über die Lieferung von VerbrauchSzncker unter Berufung ans die Ver- ordming betrcfseird Regelung des Verkehrs mit Zucker. Tic Verordnung regelt, soweit sie sich überhanvt mit lausende» Verträgen besaßt, lediglich die Verträge über Rohzucker: die Vertrage über Vcrbrauchszucker sollen dagegen, >oie die dcni Reichstage vorgelegte Denkschrift ausdrücklich hervorhcbt, aufrecht erhalten werden. Tie Verordnung gibt also kein Recht zum Rücktritt von Verbrauchszuckerverlrägen. Märkte. ed. Bingen, 4. Dez. 'Marktpreise. Weizen Mk. 27,00- Korn Mk. 23,00, Gerste Mk. 21.5», Hafer Mk. 21,'>e. Heu Mk. 9,10- Stroh Mk. 0,00, Kartoffeln Mk. 7,50, Erbsen Alk. 0",0 Linien Mk. 00,00, Bohnen Mk. 00,00, Weißmehl Mk. 45,50, Roqgenmebl Mk. 36,50; alles kür 100 Klgr. Butler 1 Klgr. Mk, 2,80, Milch 1 Liter 21 Psg., Eier 10 Stück Mk, 1,20. k«. Frankfurt a. M>. 4. Dez. Heu- tmt> Stroh »rarkl. Man »otieite He» 3,50—3,80Alk., Stroh (Kornlangstrolst 3.00 bis 0.00 Alk., Wirrstroh 0,00—0,00 Mark. All-S je 50 Kilo. Ge- schält lebhait, Tie Zufuhren waren aus Overheft«» und dem Kreise Dieb»rg. Amtlichrr Wetterbericht. Oesfentlichcr Wetterdienst, Gießen. kSetteraussichtcn in Hessen am Dienstag, bei 8. Dez. DU: Unbenändig, wechselnde Winde, Temperatur wenig geändert. Letzte Nachrichten. Große Erfolge in Rordpolen. (WTB.j Großes Hauptquartier, 7. Dezember vormittags. (Amtlich.) Bom westlichen Kriegsschauplatz und dem östlich der massiirischeil Seenplatte liegen keine besonderen Nachrichten vor. Ja Nordpolcn habe» wir in langem Ringen um Lodz durch das Zurückwcrfen der nördlich, westlich niid südwestlich dieser Sladi stchcndcn starken russischen Kräjte cincu durch- grciseiidcn Ersolg errungen. Lodz ist in mtferem Besitz Die Ergebnisse der Schlacht lassen sich bei der Ausdehnung des Kampsscldes noch nicht sibcrsche». Die russischen Verluste find zweisclloS sehr groß. Versuche der Rassen, ans Ssidpole» ihrer bedrängten Armee in Nordpolcn zn Hilfe z» kommen, wurden durch das Eingreifen östcrrcichisch-nngarischer und deutscher Kräfte in Gegend südwestlich Piotrkow vereitelt. Oberste Heeresleitung. Deutschfeindliche Agitation. Kopenhagen, 7. Dez. Das „Reutersche Bureau" meldet ans Toronto: Jniolge der deulschfeindlichen Agitation der Presse legten die drei deutschen Mitglieder des LehrertollegiumS an der hiesigen Universität, die .Herren Benziger, Müller und Tappr, ihre Acmter nieder. Untergang der „Auftralia"? M a i l a n d , 5. Dez. Ter Marinesachmann der „Corriere della Sera" führt auS: Seit langer Zeit Hörle die australische Regierung nichts mehr von ihrem Schlachtkreuzer „Australia", und es ist zu befürchten, daß das Schiff auf hoher See einer Explosion zum Opfer gefallen sei. — Die „Australia" ist ein ganz moderner 'tzanzertreuzer mit 1000 Mann Besatzung. Verantwortlich für „Feuilleton", „Gerichtssaal" u. „Vermischtes": I. V.: A u g u st G o c tz. In Krieg intb Frieden nebraudit man negen Husten und Heiserkeit — Entol-Bonbons ===== Dose 30 Big. :: Fetdpostkarton 65 Psg. lM29h» Im Kampfe für sein Vaterland fiel bei Le Quesnoy am 31. Oktober unser lieber, hoffnungsvoller Sohn, Bruder, Enkel und Neffe Hans Becker, stink iur. Kriegsfreiwilliger im Infant.-Regt. „Kaiser Wilhelm“ Nr. 116, 5. Komp. im Alter von 20 Jahren. In tiefem Schmerz: Familie Heinrich Becker. Giessen (Walltorstr. 53), Marburg, den", 7. Dezember 1914. Beileidsbesuche dankend abgelehnt. 12112 Todes-Anzeige. Ah) 30. Oktober starb bei einem Sturmangriff den Heldentod fürs Vaterland mein innigst geliebter, unvergesslicher Sohn, unser treuer, guter Bruder und Schwager Ernst Klein Kriegsfreiwilliger im Infanterie-Regiment Nr. 209 (Stettin) im Alter von 26 Jahren. In tiefem Schmerz: .Toli. Klein Witwe, geh. Gerhard Familie Fdtiard Kraium Familie Lndwig Klein Familie l.onis Schäfer Familie Karl Klein. Von Beileidsbesuchen wird gebeten abzusehen. Todes-Anzeige. Heute nacht entschlief sanft nach kurzem Leiden mein innigstgeliebter Mann, unser herzensguter Vater, Grossvater, Schwiegervater und Bruder Herr Jacob Thomas Gastwirt im Alter von 71 Jahren, was wir hierdurch Verwandten, Freunden und Bekannten tietbetrübt anzeigen. Giessen (Schiffenberger Weg 39), Berlin, den 6. Dezember 1914. Die trauernden Hinterbliebenen: Margarethe Thomas, geb. Rudolf Familie F. Ott Familie A. Thomas Familie L. Thomas Heinr. Thomas. Die Beerdigung findet Dienstag, den 8. Dezember 1914, nachmittags 3 Uhr, vom neuen Friedhof aus statt. KnMlainMsWGiÄn —it. ‘Unn dcm am 6. Dezember m - •*j|* i?»™ evfolnteit Hinscheiden unseres Mitgliedes und Kameraden Jatob Tlzomas setzen wir die Kameraden geziemend in Kenntnis. Die Bcerdianna findet am Dienstag, den 8. dS. Mts., nachmittags tz Uhr, non der Kapelle des neuen Fricoposs aus stall. Zusammenkunft '!, Stunde oorher a>n Fried- bossportale. Ter Vorstand. 121131) Det> Heldentod sürs Baterland starb am 17. September aus Frankreichs Erde unser lieber Sohn, Bruder, Schwager und Onkel Reservist Karl Cttu im Fniantcrie - Regiment Nr. 56, <1. Komp, im 2#. Lebenssahrc. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen' Familie Wilhelm Otto III. Beuern, den 3. Dezember lfilt. [120 Nachruf. Den Heldentod fürs Vaterland starb am 23. Oktober aus Frankreichs Erde unser liebes Mitglied Karl Geißler Res.-Jnsanteric-Regimcnt Nr. 116, 6. Komp. Wir werde» ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren. [12080 Männer-Ktsangverein „ Germania", Lollar. Gesund u. wohlsctimeckden kostet 1 Pfund meiner Reform- 111938 Filanzen - Dotter ist :• I Paket 40 Pfennig Marke „Sanilas“ Reformhaus (V oiret/ihile. Marc-arme). » Am W. September fiel auf dem Felde der Ehre mein innigst- gcliebter Mann, der liebevolle Vater unseres Kindes, unser herzensguter Sohn, Bruder, Schwiegersohn, Schwager, Onkel und Neffe Friedrich Werner, Kaufmann Landwehrniann im Res.-Infanterie-Regiment 116, 8. Komp. im kaum vollendeten 27. Lebensjahre. Er war unsere Stütze, unsere Hoffnung. [08256 In tiefer Trauer: Ida Werner, geb. Kraft Giessen, 7. Dezember 1914. Familie Heinrich Werner Familie Marqnardt Familie Kraft. Den Heldentod fürs Laier- land starben in Frankreich unsere Kameraden die Jäger Fritz Werner und .Karl Zimmermann Das Andenken dieser treuen Kameraden wird für alle Zeiten im Verein in Ehren gehalten. ' 12114D Verein themliM Mcr und LMkn Gießen und Umgebung. Gießen, den 7. Dezember 1914. Allg, Deutsch, taim Ortsgruppe Gieficn. Auskunftstelle für Zrauenbernse. , , Frauen u. Mädchen er- I J halten unentgeltlich Rat und AiiSkunsl für alle Berufe im alten Rathaus, Marktplatz 14, DienLtag nachmittags von 67, bis 77, Uhr. D*« | Rechtsschutzstelle. | Frauen u. Mädchen > erhalten uneutacltlidi Rat und Auskunft iiiRcchtsaiigelcgknhcitcn im alten Raibaus Marktplatz 14 Mittwoch nachmittags von 6'/,—8 Uhr. Wiedersehen war seine Hoffnung! SchmerzeriüUt bringen wir unseren Mitgliedern zur Kenntnis, dah unser treuer SangeSbrndcr Gustav Dörr Webrmann im Re!. Ins. Regt. 116. 6. Komp. am 22. Oktober auf Frankreichs Erde den Heldentod sürs Baterland gestorben ist. Wir verlieren in ihni einen SangeSbrndcr von seltener Pflichttreue, einen anirichtigen Freund, einen Menschen von biederem Wesen, offenemCbarakter und lauterer Gcfinnung.Dnrch sein opsersreudiges Eintreten für alle Bestrebungen des Vereinslebens hat er sich ein dauerndes Andenken in der Geschichte unseres Gesangvereins gesichert. [12103 Der Vorttand dcS Gesangvereins „Eintracht" Hnngen. auf sämtliche 61» zn 40 Prozent! Kniewärmer 95 Pf. I.eihbinden 95 Pf. I.nngcnsehUtz. 95 Pf. Kopfschlitzer 75 Pf. Kamel haar-Westen Pelz-Westen Ouninii-Westen um« I GIESSEN - Balinhofstraße 14 (Vegetabile Margarine). Relormhaos, Kreuzplatz 5. Krenzplftiz 5. [116731 ♦♦♦♦♦♦♦♦♦ Den Heldentod fürs Vaterland starb am 21. Oktober in Nordsrankrcich unser innigstgc- liebter, unvergefilicher Sohn, Bruder, Schwager, der gute Vater seines einzigen Kindes, philippwM Webrmann im Fnsantcric RcgimentRr. 116 5. Kompagnie im Alter von 31 Jahren. In tiefer Trauer. Familie Will Familie Venncr Familie Michel. Treis a. d. Lumda. 08237 PENSION KKANIM. (Bellevue, Neuen Bäuo 22) Felalittrpsrl. B lt Uggtlach.' , M Visitkarten billigst Nienburg a. Saale. >120900 ErUhl'sehe vrneherel. !Cubikulum (A. H. 8. C.) ” M Mittwoch 7*7 Ihr. Dir.: Hermann Stelngoetter, Dienstag. 8. Dez. 1914 abends 8 Nbr 5. DienStag-Abonn.-Vorilcll. Gcwi>bnI.Preiieiermäbigtt Neuheit! Nenbcit! sielt noch in Ein iröbliches Spiel inlSIui- zügcn von Albert Kchm u. Martin Frebice. Ende nach 107, Nhr. Soldaten noinFeldwebel abwärts zahlen bei allen Vor iteUungcn aus2. u. 3. Parkett nur halbe Preise. [12094C ♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦