Ir. 286 Zweiter Erscheint tagttch mit Ausnahme des Eonnlags. Die „Gietzeser LamilieadlStter" werden dem .Anzttger^ viermal wöchentlich beigelegt, das „Krtttblatt ffli den llreir Sichen" zweinial wöchentlich. Die „Laxdwirlschastlichen Zeitstagen" erscheinen monatlich zweinial. Blatt 164. Zahrgnng Gietzener Anzeiger Seneral-Anzeiger für Gberhejjen Samstag, ö. Dezember tON Rotationsdruck und Verlag der Brühl'jchen Universiläts - Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen. Schriitleitung.Geschästsslelle ».Druckerei: Schiil- straßel. Geschäftsstelle ».Verlaq:s-^g51,Schrist- leitung: ^^112. Adresse für Drahtnachrichten: Anzeiger Gieße». wie winfton Churchill nach Antwerpen tam. Der Sonderberichterstatter der Neiv Porker World E. Alexander Powell, der auf belgischer Seite den Krieg von Anfang Mt beobachtete und dessen Schilderungen sogleich viel beachtet wurden, Hot seine bisherigen Aufsätze zu einem soeben erschienenen Buch zusammengefaßt, das den Titel „Fechtend in Flandern" fuhrt und eine sehr anschauliche lebendige Darstellung des belgischen Feldzugs liefert. Als Angehörigem einer neutralen Macht boten sich Powell zur Beobachtung sehr günstige Gelegenheiten, dtt Deutschen kamen ihm freundlich entgegen, und hervorragende Heerführer gewährten ihm Unterredungen. Trotzdem darf man bei der Lektüre des Buches nicht vergessen, daß Powell aus seiten der Belgier war und daher an alle Ereignisse mit einem einseitigen Gesichtspunkt herantritt. Gern tritt er für die Feinde Deutschs aride- ein, und es ist eine ungewollte Komik, die sich in manche seiner Berichte schleicht, wenn er die ogos^rrngen Anstrengungen und die geringen Erfolge der Verbündeten erzählt. Das Glonzstück dieser Art ist der „Einzug" Winfton Churchills in das belagerte Antwerpen; er kam im Triumph als Retter der Stadt und mußte nach kurzer Zeit als Geschlagener flüchten. Betrachtet man das klägliche Scheitern seines Unternehmens, so wird man die Schilderung seiner Ankunft am Nachmittag des 3. Oktober erst recht vnirdigen können: „Um 1 Uhr brauste ein großer graufarbener Touremoagcn, mit britischen Marineoffiziren gefüllt, auf die Place de Meir. Dis Hornfignal der Hupe ertöme wie ein Triumphzeichen, und rasch schoß das Auto aus das Stadthaus zu. Bevor der Wagen noch richtig gehalten hatte, wurde die Tür mit hastiger Heftigkeit auf- amissen. und heraus hüpfte ein glattrasierter jungausschender Wann mtt röllichem Haar und hängenden Schultern, nicht gerade in Galauniform Memand konnte im Zweifel sein, wer das war. Es war der Right Hon. Winfton Churchill. Wie er sich so in die dichte Menge stürzte, die loie gewöhnlich um die Mitlagszeit die Bor halle des Rathauses erfüllte, loarf er feine Arme mit einer nervösen charakteristischen Geberd« in die Lusl und drängte sich ungestüm durch das Gewirr von Ofstzieren, Diplomaten, Ministern und Journalisten, die hier zusammen standen. Es war ein höchst dramatisches Auftreten und erinnerte mich lebhaft an die große Szene in den Melodramen, wo der Held plötzlich heransaust, barhäuptig, auf cineui schäumenden Renner, und die Heldin aus den Händen des Iledeltäters befreit oder die Famllienklttnodicn auS dem brennenden Elternhaus rettet oder ivas er sonst gerade für Aufgaben hat . . . Ich staiid in der Vorl>alle zusammen mit dem Bürgermeister von Antwerpen, Herrn de Bos, im Gespräch, als Mr Churchill so mi uns vorbeisauste, in einer erschrecklichen Eile, mcht rechts, nicht links blickend, sondern inimer geradeaus stürzend Ter Bürgermeister hielt ihn an, stellte sich ihm vor und sprach ihin dann seine große Angst über das Schicksal der Stadt aus. Bevor er noch geendet hatte, war Churchill berefts die Sttifcn zu den Amtszimmern emporgesprungen. „Ich denke, jetzt wird alles all right sein, Herr Bürgermeister," rief er herunter mit einer Stimme, die deutlich durch die ganze Halle gehört werden mußte. „Sie brauchen sich nicht zu beunruhigen, wir stnd gerade dabei, die Stadt zu retten." Daraushin ging ein allgemeiner Seufzer der Erleichterung durch die Versammelten, Sie fühlten, daß ein wirklicher Seemann das Steuer ergriffen hatte. Diejenigen von uns, die mit der Lage besser vertraut waren, wurden auch etwas ruhiger, denn wir »almien es als selbstverständlich an, daß Churchill nicht eine so zuversichtliche Versicherung in aller Oesicntlichkeit gegeben haben würde, wenn nicht sehr bedeutende Verstärkungen an Mann- säwiten und Kanonen unterwegs waren Wer selbst bei dieser Annahme konnten mich die Worte dieses energischen und ungestümen jungen Mannes nicht ganz überzeugen, denn von den Fenstern meines Zimmers konnte ich auf das deutlichste die deutschen Kanonen hören, und der Schätzung nach klangen sic bedrohlich nahe und kamen immer näher." Welch freventliche Ilnbekümmerlheit i» diesem Auftreten Churchills lag und welches Unheil dadurch auf Antwerpen herabbeschworen wurde, geht aus der einfachen Feststellung Powells hervor: „Wären nicht die Versprechungen großer Verstärkungen dein König und den: Kabinett von Churchill gegeben worden, dann wäre die belgische Regierung zweifellos nach Ostende übergesiedelt, wie es ursprünglich geplant war, und die Einwohner von Antwerpen, die dadurch auf die außerordentliche Schwere der Lage aufmerksam geworden wären, würden reichlich Zeit gesunden haben, die Stadt in Ruhe und Ordnung und ohne große Gefahr zu verlassen." Und usic sah es mtt den englischen Verstärkungen! aus, die der Marineminister in so dramatischer Weise ange- lündigt? Poivell, der gewiß von den Engländern alles Gute sagen w.ll, schildert diese Truppen, eine Brig de Secsoldalen und 3000 brs 6000 Mann Marinereserven, folgendermaßen: „Das waren alles freundlich blickende, gesund aussehendc, nette, junge Engländer, so wie man sie überall sindet, aber für jeden, der einige militärische Erfahrung halte, war es völlig klar, daß diese Truppen, trotz der Tatsache, daß sie tapfer und mutig ünd vom besten Willen beseelt waren, kein „erstklassiges Material" darstellten. Um im Kriege zu gewinnen, gerade so >vie beim Preisringen, gehört' noch etwas mehr als Kraft und Mut; da muß auch noch Ersähe rung und Uebung dabei sein, und gerade Uebung nick Erfahrung waren die Dinge, die diesen Matrosen gänzlich fehlten." vie winterausrüstung des russischen Soldaten. Im Sommer trägt der russische Soldat eine leichte, dünne, iveißc Leinenblusc; im Frühling imd Herbst sieht man ihn selten ohne seinen langen llcberrock. Wenn der Winter aber mit seiner Kälte einsetzt, dann hüllt er sich in sein wärmstes und bequemstes Kleidungsstück, in seinen Schafspelz. Der englische Berichterstatter Hamilton Fhse empfing einen merkwürdigen Eindruck, als er die ersten Regimenter in ihre Winnterpelzen sah. Die behaarte Seite des Fells wird nach innen getragen, und außen erscheint die rohgegerbte Haut in einem schmutzigen Gelb. So stapscn sic daher, warm und behaglich, und sind gegen jede Kälte gerüstet. Wenn der russische Soldat seine richttgc Winterausrüstung hat, was freilich durchaus nicht bei allen der Fall ist: dann trägt er feste Schuhe, in die die Beinkleider gesteckt sind und einen „Baschlik", aus Kamelhaar, der rund um den Kopf geschlungen ist und dessen Enden auf die Schultern herunterfallen. Die Ossiziere tragen pelzbesetzte Ledertocstcn und große Mützen ans Astrachan. Tic Mützen haben mifgeschlagene Krempen, die zu dret Viertel rund herum gehn und abgeknöpft iverden können, um dann über die Ohren und über den Ilacken heruntergezogen zu werde». Während die Soldaten der westlichen Länder bei ihrer Wmterausrüstung besonders Wert aus warme Unlerwäsche legen, trägt der Russe seine dünne Unterkleidung weiter, die er im Sommer hatte., Ihm kommt cs vor allem ans schwere und wanne Oberkleidung an; von ihr envartet er die »reiste Wärme, Jeder russische Soldat soll seinen eigenen Kessel haben; manche tragen ihn beim Marsch in der Hand und trennen sich nicht von ihm, denn in dem Kessel kann er sich, gleich seinen warmen Tee machen; in ihm holt er sich seine Portton Suppe, die die Hauptnahrung für das Heer des Zaren bildet. Es ist die bekannte Kohlsuppe, die mit etwas Fleisch gekocht wird und in der Kartoffeln schwimmen., Dazu ißt er das dunkle Roggenbrot, von dem er täglich eins Ration empfängt. -Es gibt nur eine Abwechselung in diesem einförmigen Menu, und das ist die stets mtt Freuden begrüßte „Kascha", ein Gericht ans Buchweizen, das trocken gegessen wird, Ftzfe betont, daß man in England Buchweizen nur als Huhuer- fntter kenne, und denkt mtt gelindckm Lchauer an diese Speise, von der er gekostet. -Fleisch bekommt der russische r-oldat nur sehr wenig, und er entbehrt es auch nhchi sehr, da er es in Frieden szerten auch näht sehr oft m schmecken bekommt. Desto größere Sehnsucht hat er nach dem früher so reichlich genossenen Schnaps, der jetzt im ganzen Reich des Zaren verboten ist.. ,/Bekommt Ihr Wntki?" fragte der Engländer einen Soldaten. „Nein, Herr, nicht einen Tropfen," war die traurige Antwort.: „Feküt er DM!" „Oh ja, sehr. Manchmal schrett der Magen danach wie ein junges Kalbz" Auf die Frage, ivas er in den Schützengräben mache, aittwortete derselbe Krieger: „Ich summe mtt so einige Melodien vor, ganz still, so slill, daß es auch dev Mann neben mtt nicht hören kaum," Kriegslügen und Menschlichkeit. Aus Nordttankreich erhält das Kopenhagener Blatt „Polittken" eine Zuschrift, die einen ganz interessanten Beitrag zur Entstehung der Kriegslügen enthält. Aus beiden Seiten geht eine Schauermär von der Unlat in dem kleinen belgischen Orte'Wälervlict um. Die Belgier erzählen sie also: als die Deutschen durch Watervliet zogen, marschierte an der Spitze ihrer Mannschaften ein betrunkener Leutnant ( ! ). Ans einer Treppe saß da eine alte Frau mit einem Kind aus ihrem Schoße. Der Leutnant zog seinen Revolver und unter dem Gelächter und dem Beifall der Soldaten (!) tötete er mit einem Schüsse Großmutter und Kind. So die belgische Version. die man wohl ohne llcbcrtreibung — echt belgisch nennen dar!. Im Munde eines Deulschen, den der Erzähler in Holland lrai, lautete die Geschichte sehr anders: beim Durchmärsche dm Deutschen durch Watervliet saß eine alle Frau mit einem Kind ans dein Schoße aus einer Treppe. Plötzlich ertönte ein Schuß. Ein Offizier sank tol zu Boden. Da ma» den Schützen nirgends finden konnte, so ging man zu der allen Frau und hob das Kind von ihrem «choßc. Im Schoße der Alten fand sich ein Revolver. Sie wurdi aut der Stelle erschossen — Nu» ist der Berichterstatter kürzlick selbst in Watervliet getvcsen: dort suchte er den Bürgermeister aus und erkundigte sich nach dem wahren Sachverhalte Was stellte sich heraus? An der ganzen Geschichte war überhaupt kein ivahres Wort. Es war ein Watervliet nie, nieder von seiten der Deutschen, noch von seiten der Bevölkerung, ein Schuß gefallen! Der Fall zeigt in sehr lehrreicher Weise, wie- in der heißen Luft der Kriegslridenschaiten üble Gerüchte gleichsam aus dem Nichts entstehe» Der dänische Erzähler nimmt daun auch Gelegenheit, einige andere ztzttcqsgcrüchle dieser Art zu berichtigen. So bezeichnet er es als absolut unwahr, daß deutsche Soldaten sich an belgischen Nonnen vergriffen hätten, und überhaupt erklärt er es für völlig unbercchligl, die Soldaten eines der kämpfenden Völker in Bausch ^und Bogen als „Barbaren" zu bezeichnen. Gerade an deutschen Soldaten hat er da allerlei Erfahrungen gemacht, von denen er in rechtschasicncr Weise Bericht gibt. „Ich habe in Bel gicn viele Beispiele davon gesehen, das; Landsturmsoldalcn, die selbst Familienväter sind, sich reizender kleiner Kinder angenommen und ihnen Nahrung gegeben haben. In Antwerpen sprang ein verwundeter deutscher Soldat ins Wasser und rettete ein Kind vor dem Ertrinke». I» Löwen rettete ein bayerischer Soldat mit Gcsahr seines eigenen Lebens einen alten Mann aus einem brennenden Hanse. Von Dingen dieser Art berichtet der Telegraph ttcilich nichts." Auf der anderen Seite freuen wir uns nur, von dem Dänen zu hören, daß auch so manche Uebeltat von französischer Sette, die berichtet worden ist, keinen Glauben verdiene. Im besonderen er zählt er über die Behandlung der deutschen Gesängenen eine hübsche kleine Geschichte, die auch deutsche Leser erfreuen ivird. „Wir befinden uns hier in einem steinen Wirtshause, ein paar Meilen drin im Lande. Es ist Abend. Eine Wteilnng ermüdeter englischer Soldalcn ist mil einigen deutsche» Gefangenen, vier Manit und einem Unteroffizier, eingctrosien. Sie sind alle in das Haus gegangen, um etwas zu eiten und zu trinken zu bekommen. Drinnen in der Wirtshausstube sitzen französische Soldaten, und es kann schon sein, daß zu Anfang ein paar kränkende Worte gegen den Feind gefallen sind. Zufällig aber hal man entdeckt, daß sich aut beiden Seilen stimmbegabte Länger bcsindcn, und nun singt man drin Solo und mehrstimmig und die Gcsangenen soerden trakttcrt. Ta plötzlich — was ist das? J-a, ivahrhaftig: ein stangvolicv englischer Tenor singt „God savc lhe Queen" und ein Deutscher singt die zweitt Sttmmc dazu, »ach^ derselben Melodie, aber mit dem deutschen Texte „Heil Dir im Siegcrttanz . . ." Wirst dies nicht, so setzt unser dänischer Gewährsmann feiner Erzählung hinzu, ein halb rührende«, halb komisches Streisticht aus die wirstichen Verhältnisse und bildet es nicht einen merk- würdigen Gegensatz zu manchen Schreckensberichten? Art» Stadt «nd Land. Gießen, 5. Dezember 191t. »uf dem Felde Ser Ehre gefalle«. (Aus Hessen und den Nachbargebieten,) Res, Heinr. Römer, Jns.-Rgt. 116, ans Ettingshausen. — Res. Hermann Stumpf und Res. Wilh. Kühn, Jns.-Rgt. 116, aus Wetterfeld. — Musk. Moritz Bernhardt, Jns.-Rgt. 116, aus Eubach. — Res. Wilh. Oe sterling, Jns.-Rgt. 80, aus Eubach. — Res. Jakob Willershausen, Jns.-Rgt. 83, aus Ockershausen. — Ernst Vier Helle aus Schotten. — Unteroff. Louis Keil, Jns.-Rgt. 116, aus Kölzenhain. — Landwehrm. Adam Ruhmann, Jns.-Rgt. 116, aus Tarmstadt. —• Ers.-Res. Phil. Leonhardt, Jns.-Rgt. 116, aus Arheilgen. — Muss, Heinrich Osterritter, Jns.-Rgt. 168, aus Worms. — Res, Johann Sedelmayer, Pionier-Rgt. 25, aus Worms. — Lehramtsassessor Oss.-Stellv. Rudolf Schmitt, Jns.-Rgt. 168, aus Butzbach. ** Ritter des Eisernen Kreuzes: Reservegefr. Richard Lenser aus Wetzlar, Jnf.-Regt. 116. Leutn. d. R. und Kompagnieführer Leo O e h l e r (Pottinspektor in Höchst a. M.). Uffz. Rudolf Lind aus Geißnidda. Zahlmeister Fuehrer aus F-riedberg, Jnf.-Regt. 168. Veterinär Dr. Koch aus Friedberg, 5.Fußart.-Regt. Uffz. d. R. Waldeck aus Ridda, Res.-Jns.-Regt. 116. Landwehrm. Gefr. Wllh. wie sie einander lieben. In den nächsten Tagen erscheint im Delphin-Verlage in München ein zeitgemäßes und lehrreiches Büchlein, welches zugleich in dieser ernsten Zeit für etwas Humor sorgt. Unter dem Titel „Unsere Feinde, wie sie einander lieben" hat Tr. Werner Klette kritische Acußerungen bcrülmtter Franzosen, Engländer, Russen, Belgier und Japaner über ihre Verbündclcn in geschickter imd zuverlässiger Auswahl zusammengestelll: und wenn unsere Feinde sM heut in deni Bemühen, uns recht schleckst zu inevben, einander überbicten, so können uns die hier zuiammengcstellten klassischen Zeugnisse verbündeter Nächstenliebe — sofern dies nötig wäre -— zum Trolle dienen. O, sic kemien einander, und sie haben sM gegenscttig mcht geschont! Noch heute sind die Worte nncrichütterlich wahr, die schon Napoleon I. über seinen Erbseurd England gesproelieii hat: „Tie Engländer lasten nützt von der Gcwvlfnheil, Nacktttckttn zu erst »den, sie zu Hause zu verbreiten und nachher in gartz Europa in Umlaut zu setzen, Sie hängen zu sehr an diesem Hilfsmittel, als daß sie es nMt nnaufhörlM gebrauchen sollten. Zwar dementieren sie eine falsche Nachttchl acht oder zehn Tage nach ihrer Veröffentlichung, aber diese acht oder zehn Tage sind verstrichen, die Tänictumg har bestände,i, und die «Gelegenheit bietet sich, eine neue Täuschung in die Welt zu setzen." Aber schon vor Napoleon hatte Rousseau die Seele des tugendhaften Engländers erkannt. „Ick nieiß «so sagt er cm „Emile" , die Engländer verstehen es, ihre Humanität und nationale Gutmütigkeit sehr herauSzustreichcn und nennen sM „good naturcd pcoplc" -eilt gut geartetes Voll. Allein mögen sic dies ousschreien, so lmit iie können, niemand wiederholt cs." Hundert Jahre später und Gup de Man passant spricht von „diesen Barbaren" -— ober für diesmal sind es »Mt die Deutschen,, sondern die -Barbaren sind die Engländer, von deren „furchtbaren Unterhaltungem", von deren Kiilturlossghttt er in der scharfen und witzigen Skizze „Unsere Engländer" een ickllagcndes Bild entworien hat. Dafür erscheint dann nstcdernm in der englischen Literatur der Franzose regelmäßig als ein eitler Winde beutcl; Thackeray hat in seiner nüchternen Wahrhaftigkeit beiden Völkern zugleich in keinem berühmten Snobsbuche die Wahrheit g sagt, als er schrieb: „Wie oft lachen wir über die Franzosen wegen ihres .Haages zur Prahlerei und wegen ihrer nnleidliche» Eitelkeit: nick dennoch glaube ich im Grunde meiner Seele, daß der bttttsckie Snob inbezug ans Dünkel, Sclbstzu- fticdenheit und Prahlerei ans seine Art nicht seines Gleichen hat.!" Tun min Marürnnc und John Bull beute alles, um einander nicht an die etwas stürmische Geschichte ihrer Beziehungen zu erinnern, so leidet das neue Liebesverhältnis mit Rußland nmtz schwerer unter den Erinnerungen der Vergangenheit. „Es ist klar, daß in Rußland die Reaktion unbeschränkt herrscht. Die Regierung ist entschlossen, jeden Versuch des Volles, sich freiheitliche uttb wirtschaftlich bessere Verhältnisse zu schassrn, gewaltsam zu unterdrücken. Es ist aber unmöglM zu glauben, das; ein Voll von 150 Mstlioncir Ästenschen sich dauernd demüttg einer Auwkratie unterwirft, die sich dadurch zu erhalten sucht, daß sie das Voll mtt Alkohol vergiftet und Rassenhaß zwischen den verschiedenen Nationen mrssät, die das Reich bewohnenq Diese Autorität muß eines Tages doch fallen. Wer ist es, der diese schneidenden Wahrheiten über Väterchens Land ausgesprochen hat? Es ist der Belgttr Vandervelde, der lstut als Rund- rciscnder für die Verbündeten tätig ist. ^Dergleichen Anklagen haben die Russen ihrerseits mit nickt geringerer Abneigung beantwortet. In einem Briese Dostoiewskis vom 1. Januar 1868 heißt es über die Anstellung einer französischen Erzieherin: „Worüber soll dtt Französin mit den Kindern sprechen? Doch nur albernes dummes Zeug; afsekttert und gewaltsam wird stt ihnen ihre gemeinen, verderbten und lächerlichen imd blöden Anstandsregeln und ihre verdrehlen Begriffe über Religion und Gesellschaft beibringen." Tolstoi schrieb der Gräfin A. A. Tolstoi unmittelbar nach seiner Rückkehr aus Patts: „Patts ist mir so zum Ekel geworden, daß id> bemalst verrückt geworden ioäre: und in Turgenjews Briefen finden wtt das Uttttl: ,JM möchte Dich auf etwas Außerordentliches, wahrhaft Poetisches in der englischen oder in der ttanzösischen Lttteratur Hinweisen; Aber ich kann es nicht." So uttttlten Rußlands größte Geister über Frankreich und sttne Kultur, und so ließ sM die Reihe dieser Liebesäußarungeck noch weithin verlängern Sind doch selten Charakter und Leben eines Volkes mtt einer gerade wegen ihrer stillen Feinhett so verniltztendcn Ironie geschildert rauben, wtt dies m Octove Mirbeaus geistvollem Büchlein über seine Knrftwagenfahrt durch Belgien geschehen ist! Aber der liebe, lleine Japaner — ihn hakten wtt sa beinahe »ergesttn! Nun, Anatole France hat ihm ins Stammbuch das charaktervolle Wvtt geschrieben: „Dtt Abneigmig der wttßen Rasse gegen die gelbe .Rasse Nt so natürlM, daß es säst eine Ungchmierlichkett ist, sie zu besiegen." Dreimal Schande darum über das Volk dieses TMtcrs, das diese Ungeheuerlichkett dennoch begangen har. Ein Engländer, der hervorragende Japanolvge B. H. Chamberlain, ist es sodann, der es als einen ttesgehenden Unterschied zwischen Japanern und Chinesen bezeichnet, daß die Chinesen Rassenstolz besitzen, die Japaner hingegen nationale Eitelkeit. UM schließlich hat der „Mercurc de France", der mtt dem Kriegsausbruch sttn Ettcheinen hat entstellen müssen, weil in Franlrttch kein Raum mehr für eine Zcttschttst war, die den Kamps für die Wahrhttt und für die Gesittung W ihrckö ehrenvollen Ausgabe machte — dieser „Mercurc de France" har Japan also gekennzttämet: „Es ist ein gefähttülsts wid wildes Land, das bevölkert ist von kleinen ebenso verschlagenen wie energffchcn Kerlen, die ihren Haß mit einem Lächeln maskieren »M ihren DoM mtt einem Fächer. Mcht nur Frankreichs Interessen, sondern die der ganzen wttßen Raffe siM durchs Japans Ehrgeiz und Jnttigen bedroht.!" — Ueber Luftdruckverletzungcn ohne äußere Verwundung wurden in den wissenschaftlichen Menden der Mllitärärzte der Garnison Ingolstadt interessante Mittellungen gemacht, über die in der DeuNchcn Medizinischen Wochcnschrrst bc- ttchttt wird. So sah Dr. Sllberglttt als Folge von Granatetti- schlägen in der Nähe der Bettoffenen in vettchiedenen Fällen Bln- Mnaen aus MuM imd Nase, die z. T. sogar 14 Tage uM länger nach dem Unfall ttnttaten. Als Grund für diese späteren Blutungen kommen Zerrttßung von Gesäßen in Bettacht, viellttcht aber auch Einatmung von Nitrosegasen. Von schweren Erscheinungen nervöser Natur, hervoigerufen durch eine Granatexvlosion, sprach Dr. Füimrohr. Die Kranken waren durch ttne Granatexvlosion zu Boden gewotten worden, ohne von dem Geschoß verletzt zu werden. Als Folgeettchernung waren btt dem einen Pa- ttcnteu starke Erregungszustände zurückgeblieben; er fühlte sich verfolgt, hatte Halluzinationen und gelegentlich schwere bis 15 Minuten dauernde Anfälle, in denen der Körper ganz steif war. Ein anderer Pcttient hotte ähnliche Anfälle, nnb bei beiden ist cs ganz ohne Zwttsel, daß die Ettchttnungen durch die Grauatexplosiov ausgelöst wurden. Die Krankhellsbllder dürsten der^Hystette zu- zurechnm sttn. In ttnem cmdern Falle siel einem Soldaten eine Granatt in den Nacken, ohne zu krepieren und ohne ihn zu verletzen. Bald daraus Mer ttat btt ihm Bersteisung der Halswirbelsäule ttn: der Kopf war ganz nach vorn gebeugt und das Kinn der Brust genähert. Jede Bewegung des Kopfes ist unmöglich. Eine Röntgenaufnahme ergab, daß die Wirbelsäule völlig normal toar Von Zttt zu Zttt ttrten btt dem Pattenten auch heftige Zitter ansälle am ganzen Körper für einige Minuten aus. Des wttteren wurde ttn Fall mirgttttlt, in dem ein Auge durch Luildruckvcrlctzung SchMen ettitt, tntb dann wurden mehrere Fälle von Trommelfell - letzungen bttvrochen, die durch platzeMe Granaten verursacht ivarcn. Pops aus Wirfjpn, Lvlidtv -Inf-Regt 116. KriegSfreiw stud. Hugo Log, Jus.-Regt 1I6„ a»S Gießen. ** Auszeichnungen. Tie Hessische Tapferkeit s m e d a i l l c erßilteu Reservist Fritz Kühl, Jns- Reg, 117 un£> Mehrinann Gefreiter Wilhelm Bopf vom Landwehr Infanterie Regiment l lli aus Gießen. ** © t a i> 11 b e a t e r. Man schreibt uns aus deni Theater- buremi : Das außerordentlich frische, UebnSwürdige Lustsviel „A l s ich Nord i nt Flügelklcide", das die Verfasser mit Recht ein „fröhlich Spiel" betitelt haben, macht gegenwärtig den Weg über die deutschen Bühnen und erringt überall dank seiner liebenswürdigen Harmlosigkeit, die mit einem Körnchen deutscher Senti- nientalitat gemischt ist, außerordentlichen Beifall. Es ist ein Erfolg, der an den von „Alt-Heidelberg" seiner Zeit gemahnt. Er gibt neben einem großen Teile des Personals auch den Damen Martini und Sonntag Blume Gelegenheit, sich wieder einmal in größeren Ausgaben zu zeigen, was bei dem gegenwärtigen Spielplan scletner als im vergangenen Jahre möglich ist. ** Backhaus-Konzert. Ter Konzert-Verein inacht daran» »usmerlsam daß sämtliche Eintrittskarten zu dem Backhaus Konzert, das am nächsten Montag in der Uni- versitätsaula statttindet, für numerierte Plätze gelten. Stehplätze sind nicht vorgesehen, sofern sie nicht ein besonders großer Andrang nötig machen sollte. Für alle Plätze im unteren Saal- raum ist der Zutritt durch beit Haupteingang in der Ludwig- st r a ß zu nehmen, zu der Galerie dagegen ausschließlich von der G o e t h - st r o ß e Kassen- und Saalössnung findet um 77« Uhr statt und ist alllcitigcs rechtzeitiges Erscheinen sehr er- wünscht. ** Zur Steuerveranlagung. Ans Anlaß der Aus- sorderung zur Abgabe der Steuererklärungen für die Veranlagung der Steuern für 1915 wird vielfach die Frage erörtert, welcher Werl bei in Wellpapieren angelegtem Vermögen anzu- nehme» ist. Jin allgemeinen wird es sich empfehlen, bei Aufstellung der Steuererklärungen von jolgenden Gesichtspunkten aus- zvgehe» Rach Art. 26 Abs 2 des Vermögenssteuergesetzes sind Wertpapiere, wenn sie in Deutschland einen Börsenkurs haben, nach diesem, aiidc'msalls nach deni Verlausswerk zu veranschlagen. Da nun z. Zt. Wertpapiere an der Börse »ich! gehandelt iverden, somit 'ich auch kein Börsenkurs bildet, ist, sofern einzelne Papiere bekannterweise oder nach glaubwürdiger Angabe von Steuervtlichtigen einen Verkaufswerk haben, dieser Verkauss- w e r t bei der Veranlagung zugrunde zu lege». Soweit iich ein Vcrkauiswert nicht seststellen läßt, wird es sich in Ermangelung anderer Unterlagen empfehlen, bei der Veranlagung für 1915 von dem letzten Kurswerte vor Ausbruch des Krieges l.Kurse vom 25. Juli l. I., auszugehen. Wesentliche Veränderungen im Kurswerte, die etwa bis zum l. April 1915 eintreten sollten, wärm zu berücksichtigen, gegebenenialls im Wege der durch die Steuerpflichtigen zu erhebendeil Berufung. Zur Frage der Veranlagung schreibt man uns noch: Nach der im Kreisblatt veröffentlichten Bekanntmachung sind die Steuererklärungen bis spätestens t 5. Dezember er. bei dem Finanzamt oder bei der Bürgermeisterei des Wohnorts einzureichcn. Mit Rücksicht darauf, daß ein großer Teil der Haushaltungsvor- ständc zu de» Waffen einberuien ist, die Angehörigen aber in derartigen Angelegenheiten meist wenig Bescheid wissen, sei darauf hingewiescn, daß Personen mit einem steuerbaren Jahreseinkom- men unter 2600 Mk, zur Abgabe einer Ei n kommen st euer- erklärung nur dann verpflichtet sind, wenn sie vom Finanzamt hierzu besonders a u s g e fordert werden. Beträgt dagegen >as jährliche steuerbare Jahreseinkommen 2600 Mk. und mehr, io ist oucki ohne besondere Aufforderung eine Erklärung abzugeben, S sei denn, daß im unmittelbar vorausgegangenen Steuerjahr bereits eine Veranlagung zur Einkvmmenstener l. Abteilung lEin- koinincu von 2600 Mfi und mehr) stattgesunden hat, der Steuerpflichtige auch inzwiichen seinen Wohnsitz nicht gewechselt und keine Einkommensverbesserung erfahren bat, die seine Versetzung in eine höhere Klasse bedingt. Eine V e r m ö g e n s st e u e r erklä- rung hat bei seiner erstmaligen Veranlagung zur Vermögenssteuer vor allem derjenige abzugeben, der ein steuerpflichtiges Vermögen Kapitalvermögen usw.) von 3000 Mk. und mehr hat. Außerdem sind zur Abgabe von Vermögenssteuererklärungen verpflichtet, Betriebs Unternehmer s Gewerbetreibende, sowie Personen, die Land und Forstwirtschaft betreiben', sofern sie ein strucrpslichtigcs Einkommen von 2600 Mk. und mehr haben und znm ersten Male mit ihrem Anlage- und Betriebskapital zur Bernrögenssteuer lzeran- gezogen werden — Zur Gemeinde st eucrveranlagung haben dinenigen Personen, deren Anlage- >md Betriebskapital mindestens 3000 Mk. beträgt, bei ihrer erstmaligen Veranlagung zur Gemcindegewe> besteuer eine Erklärung über ihr Anlage und Be- Kiebsiapüal abzugcben Außerdeni hat jeder Steuerpflichtige, dessen Kapitalvermögen mindestens 3000 Mk. beträgt, bei' seiner erstmaligen Veranlagung zur Gemeindclavitalsteuer eine Erklärung über sein Kapitalvermögen ein,zureichen. Falls sich das Kapitalvermögen gegen den bereits zur Steuer herangezogenen Betrag um mehr als 3000 Mk. erhöht, so ist eine neue Erklärung über das Kavitalvermögcn abzugeben. ** Tünyemittelschwindel Man schreibt uns: Es kst wahrscheinlich, daß der Landwirtschast jetzt noch mehr als im Frieden von gewijsenlosen Agenlen mehr oder weniger wertlose Düngemittel angebvte» >v-»den. Hager ist verschärste Aufmerksam keil und krlti'chr Sichtung der Zeitungsanzeigen mehr denn >e geboten. Vor allen Tiugen müssen die Landwirte, um nicht über- norteilt zu werden, ihre Düngemittel nur aus dem Bcreinswege bestellen oder dieselben von reellen Firmen, die Garantie leisten und unter Kontrolle amtlicher Versuchsstationen stehen, taufen. Es mag an dicier Stelle besonders gewarnt sein vor folgenden ivertlosen Düngemitteln, die .eben anderen in den letzten Jahren häutig ongebotcn ivurden und auch jetzt wieder vertrieben iverden: I Frankfurter oder Kasseler Poudretle oder Fäkalgnanv: 2. la. tierisches Dnngmehl oder animalischer Dünger: 3. Animali- 'cher Stickstoisdnnaer, 4. Ammoniak Phosphat: 5. sogenannter Salveterabiall Samtlirbe Versuchsstationen, Landwirtschastslehrer erteilen in jedem Fall Ausknnit. desgleichen dir Landwirtickioittiche luskunslsstelle der Deutschen Ammonic' Verlaufs-Bereinigung in Kassel. Landkreis Gießen. O Leihgestern, t. Tez, Bis jetzt sind neu» Söhne unseres Orte« den Tod s ü r ? B a t e r l a II d gestorben. Bier Familienväter gellen schon monatelang als vermißt imd sind trotz aller Bimübuiige» nicht z» ermitteln. Bon de» vielen Derwundelen sind schon einige ivieder ins Feld gezogen. Bis jetzt sind fünf Mann müdem Eiserne» Kreuz und einer hiervon noch mit der Hessische, i Tapferkeit« mcdaille ansgezeichnet worden. — Am Eonntog, de» 8. Tezeniber, hält Herr Kirchenrat Strack leine ?l b I ch i e d s p r e d i g t. Er ist in Pension getreten und hat seinen Ruhesitz »ach Gießen verlegt. Die Gemeinde verlier! in ihm einen treuen Mitarbeiter, der stets dar Wohl seiner Gemeinde i,» Auge hatte. Starkenburg und Rßkinhesskn. O Wald-Micbelbach, 3. Tez In de» zwei Schwestern- hä»seru unserer Gemeinde iverden jedenfalls schon in Kürze zwei Lazarette errichtet werden. — Bor einige» Tagen Ist auch hier eine Auzadl Schlesier eingetrossen. Die Leute werden lür unbestimmte Zeit hier und in Orten der Umgegend unter- gebrocht. eiitivendel. Tie Strnikoinmer erkannte gegen den Dieb aus eine Ümonntige Kesäiignisslrase. Vergehen gegen die Verordnung belr. Höchstpreise. Ter Händler Joh. H.-Gießen hat Kartosseln zum Verkant feil- gehalten, ohne anbei die in der Verordnung betreffend Höchstpreise vorgesehriebenc Preistafel ssir die Ware anzubringe», doch hat der Alan» beim Bebaut Kartoffeln nur znm Höchstpreis abgegeben. Die Strailammer ahndete die Unterlassung, indem sie ans eine Geldstrafe von Mk. 3 eventuell 1 Tag Gefängnis erlaunle. Eines K o n k u r S v e r g e h e n s bat sich der Ingenieur Ed, L.-Bad-Na»hein> lchuldig gemacht. Er betrieb im Kreise Friedberg ein elektro-technilches Geschält in der Weise, daß er Installationen übernahin und ausführte, doch ivar die Firma handelsgcrichtlich eingetragen, Nach AiiSbrnch des BaiikerottS gaben o,e Bücher kein übersichtliches Bild der Vermögenslage. auch halte der Mann keine Bilanzen gezogen. Tlk Strnikanuiier ivar >» Uebereilistiinmuiig »»t dein Staatsanwalt der Ansicht, daß der Fall sehr milde liegt und eitaimte aus eine Geldslraie voii Mt. SO. vermischte». 'Ein großer Da in vier im Kanal gescheitert. Tas „Bert. Tgbt.' nietdel aus Dover: Infolge eines schweren Unwetters scheilerte a»t der Höhe von Dover ein großer unbekannter Tampier. Hilse wiirde sofort ausgesandt. ' T o l st o i s Familie i in Kriege. Wie amerikanische Blätter ans Petersburg erfahren, »inimt die Fainilie Tolstoi an dem Kriege tätigen Anteil, Mit »nter den ersten Opfern ivaren zwei Sühne des großen Dichters. Gras Jlja und Gras Leo befinden sich als Mitarbeiter des Roten Kreuzes an der Front. Gras Leo ivnrde bei einem Z»gzusamme»>loß in der Nähe der Feuerlinie verivundet. Ein anderer Sohn, Gras Michael, steht als Relerveolsizier beim Heere und hat die Slanislans-MeöaiUe ssir Taoieikeil erhalten. Eine Tochter des Dichters, die Gräfin Alexandra, ist Kranieuschwester im Lazarett von Bselostock, Tie Wilwe Tolstois l.at mit ihrer andere» Tochter Tatsaaa den weltberühmten Landlitz Jaffnaia Poljana zu eine», Lazarett für verwundete Sotdaten Inn gestattet und ist hier eiirig tätig. Drei Enkel Tolüois, alles Söhne des Grase» Jlja, käinvie» im rusisichen beere. Einer dieser Enkel, der aktiver Offizier ist, ivnrde von den Oesterrcichern gelange» ei» anderer trat als Kriegsfreiwilliger ein und der dritte ist Leutnanl bei der baltische» Flotte. Märkte. Gießen, 5 Dez Marktbericht. Auf dem heutigen Wocheninarkte kostete Butter das Piund 1,10—1,20 Mk.: Hühnereier 1 Stück 12—13 Psg,, 2 Stück 00 Psg.- Enteneier 1 St. 0 Pfg. 2 St. 00 Pig., Gänseeier > St. 6-0 Psg,, 2 St. 00 Pig.: Käie das Stuck 10—12 Psq„ Käiemalte 2 Stück 5—6 Pfg., Tauben das Paar t,00—1,40 Mk., Hayner das Stück 1 , 00 — 2,50 Mk., Hahnen das Stück 1,00 — 2,50 Mk-, Enten das Stück 2,50—3,0» Mk„ Gänse das Pld. 00—70 Pfg.: Welsche 4—5 i9t., Ochsensteiich dasPsd. 86 -96 Pig,, Rindsteisch das Pfund 90—94 Pfg,, Kuhfleisch 80—90 Psg,, Schweine- steisch das Pfund 80—90-96 Pfg., Kalbfleisch das Md. 80-84 Psg. Hnmmelstelfch daS Pfund 70—90Psg, Kartoffeln 100Kilo 7,00—Mk„ 1 Kgr. 8Pfg., Weißkraut das Stücks—15 Plg.; Zwiebeln der Ztr 12,00—15,00 Alk.: Milch das Liter 22 Psg.: Aepiel der Zentner 15—20 Lik.. Birnen das Pfund 12—15 Psg, Nüsse 100 Stück j0—b0 Psg. — Marktzeit von 8 bis 2 Uhr. Standesamtsiiachrichtei». Gießen. Aufgebote: November 27. Friedrich Schmitt, Gefangen» aufseber in Gießen, mit Luise Thorn in Freiendiez. — Dezember 2. Wilhelm Schäfer, Fabrikarbeiter in Nieder-Weriel, mit Katharine Zimmerman» in Groß-Karben. Eheschließungen: Dezember 2. Heinrich Karl Müller, Postbote, Wehrmann. mit Katharine Avvel, beide in Gießen. Geborene: November 20. Dein Dentisten Oscar Graes eine Tochter, Karoline Elisabeth Gertrud. — 21. Dem Geschäftsreisenden Franz Lösch eine Tochter, Lieselotte. — Dem Dachdiiker Heinrich Prang eine Tochter. — 22. Dem Weißbindermeister Kon- rad Dürr ein Sohn, Konrad. — Dem Schneider Heinrich Hahn eine Tochtrr, Marie, — 24. Dem Bäcker Ernst Gotisried Find ein Sohn, Karl Eugen. — 25. Dem Wächter bei der Wach- und Schließgesellschast Konrad Funk eine Tochter, Erna Elisabeth. — 26 Dem Kaufmann Isidor Berliner ein Sohn, Lothar. — Dem Metzgermeister August Hilgardr eine Tochter. — 28. Dem Taglöhner Johannes Schmidt ein Sohn, Wilhelm. — 29. Dem Prediger an der Bavlistengcmeinde Heinrich Valentin Euler ein Sohn, Ernst Bernhard Friedrich. — Dem Geschäftsreisenden Emil Albert ein Sohn, Emil. — Dem Werkmeister-Anwärter Philivv Moritz Karl Stiehl eine Tochkcr, Marie Auguste. Sterbefälle: November 26. Theodore Roth, geb. Bogt, 7? Jahre alt, Schillerstraße 16. — 27. Heinrich Eduard Krüger, 3 Monate alt, Rodheimcr Straße 36. — 28. Mathilde Priest, geb. Loth, 42 Jahre alt, Ebelslraße 2.' — Emma Minna Rockel, 2 Monate alt, Weserstraße 13. — 29 Margarete Mühl, geb. Rübsamen, 74 Jahre alt, Bahnhosftraße 26. — Gustav Stern, ohne Berus, 49 Jahre alt, Licher Straße 106. — 30. Philip» Euler, ohne Berus, 76 Jahre all, Katharinengasse 8 Im Felde qesallen: August 22 Heinrich Eberhard Stofsregen. Maler, Reservist, 23 Jahre alt, Kaiser-Allee 18, bei Anloü gefallen. — August Reitz, Gcomekergehilse, Musketter, 23 Jahre alt. Kaiser-Allee 116. bei Anlot, gesallen. — Hermann Bauer, Hausdiener, Reservist, 25 Jahre alt. West-Anlage 35, bei Anlov gesallen. — Heinrich Wilhelm Wetter, Kaufmann, Reservist, 25 Jahre alt, Tchützenstraße 9. bei Anton gesallen. — 24 Karl Heinrich Heun, Postassisleiit, llnterossizier der Reserve. 25 Jahre all, Ebclstraße 9, bei Anlov gesallen — September 6, Heinrich Wagner, Gummiarbeiker, Reservist, 22 Jahre alt. Crednerstraße 46, am Rhein-Marne-Kanal gesallen. — Oktober 2. Heinrich Ger- heim, Schuhmacher, Reservist, 24 Jahre all, bei CrunN gefallen. — 4 Martin Revv, Dachdecker. Wehrmann, 35 Jahre all, Neustadt 31, bei Lille gestorben. — 31. Hans Ernst Karl Rumps, Student. Kriegssreiwilliger, 20 Jahre all. Ludwigsttaße 8, bei le QueSnoy geiallen — Wilhelm Hantel. Vizejeldwebel, 25 Jahre alt, Kaiser-Allee 116, bei le Quesnon geiallen. — Kaspar Heu», Vizeieldtvebel. 23 Jahre all, Landgraf-Philipp-Platz 4, bei le Ouesno» gefallen. — Johann Heinrich Karl Becker, Student, Kriegssreiwilliger, 20 Jahre alt, Walltorstraße 53. bei le QueSnoh gesallen. — November 1 Hermann Georg Richter, Taglöhner, Reservist, 27 Jahre alt, Wetzstcingasse 19, bei le Quesnot, gesallem — 10 Georg August Emanuel Eoulmaun, Hauplincui». 36 Jahre att, Stephanstraße 14. im Feldlazarett zu CommeS gestorben. — 14. Wilhelm Rceb, Unteroffizier, 25 Jahre alt, Licher Straße 65, in Berlin-Weißensee gestorben. «Ibach. Geborene: Nov, 22. Dem Landivirt Ludwig Heinrich Langsdorf eine Tochter, Anna Maria. — 25. Dem Landwirt Ludwig Arnold III. eine Tochter, Marie Büdingen. Llufgebote: Nov. 27 Wilhelm Tervur, Schneider, mit Marie Schelbert, beide in Büdingen. Geborene: Nov. 25. Dem Obcrschtveizer Karl Koch ein Sohn. Max Peter. Sterbesälle: Nov. 28. Dr. Johann Ernst Karl Otto Wiesner, Großh. Kreisarzt und Medizinalrat i. P., 54 Iah« alt Friedberg, A u sgebote: Nov. 26, Johann Nikolaus Mühleisen, Lchrci- nermeister, mit Marie Emilie Agnes Ohm, geb. Wieprecht, beide in Mainz. Geborene: Nov. 22. Dem Divloni-Jnqcnieur Wilhelm Jolxinn Viktor Eduard Atder ein Sohn, Wilhelm Joacksim Hermann, — 25. Dem Weißst luder Heinrich Ulrich eine Tochter, Erna. ^ ^ Sterbesälle: Nov. 25. Johann Heinrich Stein, Landwirt, 81 Jahre alt. — 29. Heinrich Müller V., Vereinsdiener, 66 Jahre all. — Tez. I. Johann Bieri, Schweizer aus 2lssen- heim, 39 Jahre alt. ^irehliche Nachrichten Evangelische Gemeinde. ^ Sonntag, den 6. Tezeniber, 2 . Advent. Kollekte für die hilssbedürsilgen evangelische» Gemeinden in Oesterreich. Kotterdlcnlt. »er Stadtkirche. Dormittags SV, Uhr: Pfarrer Schwabe. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirclie für die Marknsaemeinde. Pfarrer 2 ch w a b e. Abends 5 Uhr: Pfarrer O. S ch l o I s e r. Beichte und heiliges Abendmahl >nr ötc Matthänsgemelnde, ivozn bcjonders auch die konsirnnerte Jugend cingeladen wird. Anmeldung vorher bei dem Pfarrer der Gemeinde erbeten. Sonntag, den 6. Dezember, abends 8 Ui r : Pereinigung der konsirinierlen männlicben Jugend der Markusgemeinde. lTiezstr. 15). Dienstag den 8. Dezember, nachmittags 3 Uhr, im Llalthäns- saal: Frane»n>iisionSverei». Dienstag, de» 8. Dezember, abends 3 Uhr: Pereiiiignng der konfirmierten iveiblichen Jugend der Ltarkusgemeinde. dlächiikünfiigen Sonntag, den 13. Dezember, als am 3. Advent, findet im Abendgottesdiensi Beichte und heiliges tzlbendinahl für die Markusgemeinde da l, wozu besonders auch die konsirmierte Jugend eingeladen iv>i■ . Amneldnng vorher bei dem Pfarrer der Gemeinde erbeten. Zn der Tohanneskltche. Pormittags 9'/, Uhr: Pia,rer 'AuSield. Vormittags I I Uhr: Ki»derkir>he <ür die Jobaniiesaemeiiide. Pfarrer A » s s e l d. Abends 5 Uhr : Pfarrer B e ch l o I s l> e i m e r. Beichte miü heiliges Libendniabl stir die Lnkasgenieinde, ivozn besonders nach die tonlirmierte Jiigend einaeladen wird. Anmeldungen vorher in, Pfarrhause Liebigftraße 56 erbeten. ?>bends Vi, Uhr: Vereinianng der konfirmierten männlichen Jugend der Lukasgemeinde »»- Lntaslaale. Abends 8 Uhr: Beisaininlinig und Bibelbesprechnng Im Johannesiaal. Mittwoch, den 9. Dezember, nbends 8 Uhr: Kriegsbetstunde. Pfarrer B e cht o l s h e i >n e r. Freilag, den 1l. Dezember, abends 'Lfi Uhr: Vereinigung der konsirmierlei! weiblichen Jugend der Iohannesgemeinde. NächslkUnitigen Sonntag, den 13. Dezember, als am 3. Advent, findet im Abendgottesdie»ll Beichte und heiliges Llbendmahl sür die Johniiiiesaeniemoe statt, wozu beionderS nach die konfirniierte Jugend emgetaden wird. 'Annietdimgen vorher bei dem Pfarrer der Gemeinde erbeten. Wartburg, evangelischer Ziinglinqr^ und Männet-v;reia. Sonnlag, den 6. Dezember, abends 8 Uhr: Bortrag »nd Besprechung. Dienstag, den 8. Dezember, abends 8'/, Uhr: Bibelktnnde. Donnerstag, den 10. Dezember, abends 3'/, Uhr: Leseabend und Vorstandssttzimg. Samstag, den 12. Dez., abends 8'), Uhr: Llcltere Abteilung, vlbelkränzchen für Schüler HSHeret kehtanstalten. Für die lungere Abteiliuig feden Blittwoch »an 6—7 Uhr, für die allere Adteilnnq jeden Samstag von 6—7 Uhr nn Johaiinessaal. vibelkränzchen sür Mädchen au; der Z»hanne;gemeindr. Jeden Dienstag von 6-7 Uhr im Johanncsjnal. Sonntags-Verein für Mädchen. Jeden Sonntaaiiachiiiittaq von 2 Uhr ab Diezstr. 15 p. (Ansprache, Gesang, Spiele, Bibliothek). Evangelischer Gotterüienst. Kirchberg: Sonntag, den 6. Dezember, vormittags 10 Uhr. Pfarrer Büchner, Trei« a. d. Luindn. Mainzlar: Mittwoch, den 9. Dezember, nbends 8 Uhr: Kriegsbetstunde. Dekan Guß mann. ttatfiolische Gemeinve. Gottesdienst. Samstag, den b. Dezember: Nachmittags um 5 Uhr n»d abends »in 8 tlyr- vKl-genhelt zur beit. Beichte. Sonntag, den 6. Dez., 2. Advents-Sonntag. Vormittags von 6V, Uhr an: Gelegenheit zur ht. Beichte. , uni 7 Uhr: Die erste hl. Llesje. , ni» 8 Uhr: Austeilung der lst. Kontmunian. , um 9 Uhr: Hochamt mit Predigt. , um 11 Uhr: Hl. fflejj: mit Predigt. RachmitagS um Uhr: Juiiairaiien-Kongregation. Nachmittags »ni b'/ 2 Uhr: Chrinenlebre: Andacht Alontag nachniittag um 5 Uhr ist Beichtgelegeiilsi:. Dienstag »nd Freitag abend um 77, Uhr in Kriegsbitiandacht. viaspora-Gotterdienst. In Laubach r»n 10 Uhr, In Lich um 9'/. Uhr. IVetterausiichten in Heiien am Sonntag, den 6, Tez, > »i : Zunahine der Bcivölkiuig, doch meist trocken, indweflliche Winde, Letzte Nachrichten. sW, T. B.) ÄroßcS Hauptquartier, 5. Dezember voruk. sAmtlich.) In Flanderu und südlich Metz wurden qestcrn sranzösische Angrifse abgcwieseu. Bei La Bassst, im Argonner Wald uud in Gegeud südwestlich Altlirch lunchlcii nuscrr Truppe» Fortschritte. Bei den Kämpfe» östlich der masurischen Seen ist die Lage günstia. Kleinere Untcruklimuiigcn brachten dort 1200 Gefangene. In Polen verlausen imserc Operatloncii regelrecht. Oberste Heeresleitung. ____ Verantwortlich für „Feuilleton", „Gcrichtssaal" u. „Vermischtes": _ I. V,: A u g u st G o e tz ^ V-ol Auf vielfmchr VuresiUNti >uis de», Felde liefern wir zum Versand ma Liebesgabe V» Flasche Odvl iit einer hübschen MctaU-Feld-Tosc. die fiv uud fertig als Feldpostbrief (10 Pfg, Porto) verpackt, in allen Apvtbeken Drogengcschäften, Parfümerien usw. zum Original-Preis von 85 Pfg.") zu haben ist. 1 Die Melall-Jeld-Dose wird ivährcnd de» Feldzuges aelieiert. 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Urkunden und dgl) beizusügen. ^ar Wiedererlanq. ung derartiger Papiere, sowie auch von Bildern nur ausnahmsweise behilflich sein, weil uns di« Auftraggeber von vfferlanzeigen in den meistenFällen nicht bekannt sind Don wertvollen Dapieren dürfen den Angeboten stets nur Abschriften deigegeben werden. Verlag des Gießener Anzeigers 12003(0) Für den Verkam von Kunstspciiu > fett wasserfrei, salzfrei, »relchbar, reinschmeck, als Schmalzerf. ». als Butlerersah, iverd. in all. grüh. Plätzen Vertreter gesucht, welche bei Grossist, u. Detaillist-gut eingesuhrt lind. Off. mit Rcser. u. Nennung d. Firmen, welche sie jetzt vertr., n. I-.26ZS des. dieämelg«»-v«r- mittl. Heinr.Eisler,Hamborg 3. Besähigte MetiVlieMäul. für neue zeitgemähe Erscheinung, i. jed. Hause gekauft allkit Mn flfiidit. Sohks einfoinmcn. Off. u. F. H. 0. 8296 an Rndoll Bwoa.Framhlmrl »-M.I 12052ss rn*„iiroinfiim eoentl. iest. QU Gehalt. Für den Bcrtr. unserer zeitgem. Artik.: V«Idaaedl»g»»ed»»It»,LIii«t- oiom- 0 . 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Vergüt. abgeh.werd.Seltersag.lll.,-,» mviii ßeu für 11756 lilitürlitittungtu & foufen 3. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme an unserem schweren Verluste, sagen wir Allen, insbesondere auch dem Verein ehemaliger 116er, aufrichtigen Dank. Ara» 6 Mottc Sifiicitriciit und Angehörige. Gießen, den 5. Dezember 1914. Für Liebesgaben empfehle: Normalhemden und Jacken Unterhosen, gestr. Westen wasserdichte Westen mit u. ohne Futter, Kopfsehützer Ohrensehützer, Brustsehützer Leibbinden,Sehiesshandsehuhe Pulswärmer, Kniewärmer Socken, F usslappen wasserdichte Fusssehlüpfer usw. Carl Horn Marktstrasse 28 12056a _ Marktstrasse 28 Zur Weihnachts-Feier empfiehlt zu billigsten Preisen: mss* Laubsäge- und Werkzeugkasten Dilettantenhobel und Werkzeuge Laubsägeholz, - Vorlagen und Beschläge Schlittschuhe und Schlitten Gleichzeitig verkaufe aus Kinder-Spielwaren als: Eisenbahnen und Zubehörteile Dampfmaschinen und Modelle Laterna magica Kinder-Kochherde Küchen-Spielzeuge usw. 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[08234 aus dem Wege von dem Kon- seutrationSlagerGiehen nach Friedberg am Freilagnach- niiltag aus einem Auto einen Karton mit Klcidungs stoffen. Der ehrliche Finder wird geg. Zusicherung guter Belohnung gebeten, sewiaes ver Post zu senden ohne Nachricht zu geben a» l 1071 Fr»n A. SchSnwaKier, Schwalheim Post Friedberg, sHessenl. Tentrlferani;. Montag, den 7. ds.MtS., nachm. 2>,.llbr. toll, dahier Walltorstrabc 6 (Tarn, ftädter Hans): s08238 EmeLaüenelnrlcht.,lSosa, 3Sl.Werkh, lDivan.lNah- masch., 1 Bett, 1 Klavier, IKaffenschrank-lKommode, lKleiderschr.,1 Schreibtisch, 2 mille Zigarren, 100 Mist- beetsenber, 1 Gramophon, 1 Rcgistrierk, 1 Kaffeebeh., 1 Warenschr., 1 Dezimalw., sow. e. gr. Part. Schubw. u. Haus- u. Küchenger. all. Art zwangsw. gegen bar versteigert werden. Giehen, 4. Dezbr 1914. Seipeh Gerichtsvollzieher. Zutaten für Koniekt und Kuchen bäckerei. Zur Lebkuchen berei- tnngi Siirnvbonig emvsiehlt Adler-Drogerie Selters weg 39, Otto Schaaf. s,,«. Viel zu früh bist Du geschieden Und umsonst war unser Flehn, Ruhe sanft du Herzensguter, Bis wir uns einst Wiedersehen. In treuer und tapferer Ausübung seiner Pflicht fürs Vaterland starb auf Frankreichs Erde am 11. November unser innigstgeliebter herzensguter braver Sohn, unser unvergesslicher lieber Bruder, Schwager und Onkel Hilfshoboist Adam Stein im 5. Grossherzogi. Hessischen Infanterie-Regiment Nr. 168 (xesaugverein Harmonie Giessen Gegründet 1846. Hiermit erfüllen wir die traurige Pflicht, unsere Mitglieder von dem Hinscheiden unseres treuen und langjährigen Sangesbruders und Rechners des Lahntal-Sängerbundes [12054D Herrn Hermann Heilster geziemend in Kenntnis zu setzen. Wir verlieren in ihm ein pflichtgetreues Mitglied und werden sein Andenken stets in Ehren halten. Um recht zahlreiche Beteiligung bittet Der Vorstand. Die Beerdigung findet statt: Sonntag, den 6. Dezember 1914, nachmittags 3 Uhr, vom neuen Friedhof. im 21. Lebensjahre. Lang-Göus, Giessen, den 5. Dezember 1914. In tiefstem Schmerz: Die Eltern Adam Stein and Frau Katharine, geh. Ruhl Heinrich Stein Wilhelm Stein Familie Dietrich Familie Heinrich Heeb Karl Schmidt, z. Zt, im Felde Marie Schmidt. 0 8232 Den Heldentod fürs Vaterland starb am 2, Dezember im Lazarett infolge schwerer Verwundung vom 24. September mein innigstgeliebter Mann, der treue Vater seines Kindes, mein lieber, unvergesslicher Sohn, unser guter Bruder, Schwiegersohn, Schwager und Onk el Heinrich Braun Wehrmann i.Res.-Inf.-Regf.KaiserVVilhelmNr.l 16,5.Komp, im 27. Lebensjahre. In tiefem Schmerz: Anna Brann, geb. Walter, und Kind Familie Georg Brann, Schuhmachermeister Familie Kaspar Walter Familie Ludwig Mohr Familie Heinrich Weimer, Gremeinderechner. Daubringen, den 4. Dezember 1914. Die Beerdigung findet Sonntag, den 6. Dezember, nachmittags 3 Uhr, in Daubringen statt 08227 Mag Frankreichs Erde Dich auch decken, Der deutsche Gott wird Dich erwecken. Auf Frankreichs Erde starb am 24. November den Heldentod fürs Vaterland unser innig geliebter Sohn, Bruder, Schwager, unser lieber Neffe und Vetter Otto Jung* Pionier im Pionier-Regiment Nr. 21, 1. Komp. im Alter von 22 Jahren. Die tieftrauernden Hinterbliebenen: Familie Jobs. Jung XII. Familie Karl Jang Familie Georg Jang VI. Leihgestern, 5. Dezember 1914. Familie Konr. Schneid initiier Karl Otto. ..... In Frankreichs Erde ruht mein Glück. Ach viel zu früh verließest Dn die Deinen, Die in der Heimat um Dich weinen. Am 20. Oktober starb den Heldentod fürs Vaterland in Frankreich mein innigstgeliebter, herzensguter, unvergesslicher Gatte, der treusorgende Vater seiner Kinder, unser lieber, guter Sohn, Bruder, Schwiegersohn, Schwager und Onkel Karl Mandler, Postbote Reserve-Infanterie-Regimcnt Nr. 116, 8. Kompagnie im 30. Lebensjahre. In tiefem Schmerz im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Emma Mandler, geb. Abel, and 2 Kinder. Krofdorf, Rodheim, Dillenburg. 0S21 , : ;'v:> / v "' - Am 13. Oktober starb beit Heldentod fürs Vaterland unser innigstge- liebter Sohn, Bruder, Enkel, Onkel und Neffe os^s Karl ZchLiser Gefreiter in der 4. Esk. Trag.- Regiments Nr. 24. Im Namen der Hinterbliebenen: Zamilie Ludwig Schäfer >!. Grüningen. Watzenborn. den 4. Dezember 1914, Am 30. Oktober starb infolge schwerer Verwundung in Douai den Heldentod fürs Vaterland mein innigst geliebter Mann, unser guter Vater, Sohn, Schwiegersohn, Schwager und Onkel Ferdinand Meister Reservist im Jnf.-Regt. 142 im 27. Lebensjahre. 1!0 " In tiefer Trauer: ÄIIIIS Mkisttr, Skb.SMild, rniil Kind. Gießen (Bismarckstr, 17), 5. Dezember 1914. Er zog so mutig in das Feld, Er ist gestorben als ein tapfrer Heid. Am 31. Oktober starb aus Frankreichs Erde den Heldentod fürs Vaterland unser iimigst- geliebter Sohn und Bruder Reservist Karl Roth im Infanterie Regiment 116 , 11. Kompagnie im Alter von 28 Jahren. In liefern Schmerz: Familie Karl Retli. Hungen, den 4. Dezember 1914. 12048 Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme an dem uns so schwer betroffenen Verluste sagen wir auf diesem Wege herzlichen Dank, Heinrich Prieh und Kinder. Gießen, 4. Dezember 1914. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme sagt innigen Dank Im Namen der Hinterbliebenen: Friedrich Euler. Gießen, 5. Dezember 1914, Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme an dem Tode meines Mannes, des Majors August Schroeder und meines ältesten Sohnes, des Leutnants Horst Schroeder sage ich herzlichen Dank. Im Namen der Hinterbliebenen: Frau Hanna Schroeder. 13036 Die Todesstunde schlug zu früh, doch Gott der Herr bestimmte sie. Am 12, November starb beim Sturmangrist in Frankreich den Heldentod fürs Vaterland unser unvergehlicher, guter Sohn, Bruder u. Schwager Karl Müller Uuterosstzier im Rck.^las.-Rcat. 168.3. Komp. Ritter des Eiserne» Kreuzes im 23, Lebensjahre, [08228 In tiefer Trauer: Aamili« Müller nebst Angehörigen. Reiskirchen, Giehen, Frankfurt, 4, Dezbr, 1914. Biel zu früh bist du ße schieden von den Deinen, die in der fernen Heimat um dich weinen. Trauersaclieii werden m kürzester Zeit tadellos schwarz gefärbt. J. O. Wallenfels Färberei, chemische Wasch-, Dekatur- und Bettfcdern- Reiuigungs-Ansl alt. Fabrik u. Laden Kirchenplatz 21—23. Telephon 644. Aufträge nach außerhalb werden prompt erledigt. [11264 bervorr. Frostschutzcreme. unentbehrlich für unsere Truvven im Felde. In Aoo- iheken u. Drogerien. Orig.- Dose 50 Big. 114832 Niederlage: Hirschavotbckc sowietScrmania, Kaiser- u. Kreuz-Drogerie. Zöpfe Haarunterlag., Lockendreher som. alle sonst, Haararbetten werden schön und dauerhasl angesertigt in dem SpfZ.-Aamea -Frleler- nnd Haar-6eachält Hermann Plank Ww. Kaolansgasse 2 1114.4 Im Nu! ein lustMs KMtnfnitr durch „Schnellfeuer" D. R. r. der Holzwerke Astlar, Fried- bcrg >» Hess, 2, 25 Muster 70 Pfennig. Prospekte frei, Niederlage bei Gebr. Kahl. Kohlenhandlung, Eichen.«