Nr. 28f Swetter Blatt Effcheinl täglich mit Ausnahme des Sonntags. Tic „Lietzener.samikletiblättkt" werden dem »Anzeiger^ viermal wöchentlich beigclegt, das „ittellblatt ffir d«i Kreis Siegen" zweimal wöchentlich. Sie „Qmdwirtjchaftlichea Zett- si«g«»" erscheinen monatlich zweiinal. >ü-s. Jahrgang General-Anzeiger für Gberheßen VoMerrtag, 3. Dezember Rotationsdruck uni» Verlag der Brühlffcheu UniversuätS »Buch- und Stemövitcfcrci. R. Lange, Gießen. 2christlettung,GeschältSsIcllc ».Druckerei: Schulstraße?. Geschäitsstclle u. Verlag: e-«»wl,Schtiil- leituug: &Ss>112. Adresse für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen. Die Sperrung des ZuezkanaK, der Handel und Amerika. Die Xiirfei hat erklärt, fie werde den Suezkanal offen halten. Das ist aber sicher nicht dahin zu verstehen, daß die Handelsschiffe auch unserer Feinde ungehindert diese Straße wecken benutzen dürfen. Für sic wird der Kanal gesperrt lein, zumal England, solange es hier herrschte, den Konstan- trnopeler Vertrag von 1888, der die Freiheit des Verkehrs im wertesten Umfange gewährleistete, gröblichst verletzt hat. Die Wirkung dieser teilweisen Sperre auf die militärische und politische Lage des Dreiverbandes liegt klar zutage. Man denke nur daran, daß Indien und Japan infolge der notwendig gewordenen Kapsahrt um 24 Tagereisen weiter von Mitteleuropa abgerülkt sind! Mcht minder verhängnisvoll aber wird die Sperre auf Landet und Verkehr wirken: zu ungunsten Englands und .auch Frankreichs, zugunsten der Neutralen, nanientlich der Vereinigten Staaten von Amerika. Tenn von London aus ist der sceweg nach Bombay über Suez 8100 Kilometer, ums Kap der Guten Hoffnung aber 5950 .'Kilometer lang. Für die Fahrt von Le Havre aus sind die entsprechenden Iahten 2824 und 5800, für Marseille 2374 und 56.50, so daß der Unterschied hier 3276 Kilometer beträgt. Da nun der italienischen, holländischen und amerikanischen Sllffffahrt der Suezweg offen bleibt, jo liegen fortan die Häfen dieser Länder näher bei Ostindien als die englischen und die fratt- zöfischen. Beträgt doch der Weg von Neuhork.nach Bombay iiber Suez nur 3761 Kilometer, von tten Orleans nur 3724 Kilometer. Den Engländern wird angesichts dieser Lage schon nichts anderes übrig bleiben, als fortan den ihnen verhaßten Panama kanal zu benutzen. Bisher kam diese Straße für sie höchstens für den Verkehr nach Neu-Seeland in Betracht. Denn der Weg von. Plymouth nach LSellington auf 'Neu-Seelans über Panama ist «nva 1000 Seemeilen kürzer als der über Suez. Jetzt aber nnro sich für den gesamten« Verkehr nach Australien der Weg über Panama mehr als der Kopweg empfehlen. Und selbst für den ostindischen Verkehr wird der Panamawcg mit dem Kapwege in Konkurrenz treten, Diese Verschiebung der Seewege aber wird dem amerikanischen Handel und weiterhin dem anrerikanisclien Imperialismus in luchstem Grade zustatten kommen. Denn der Weg durch den Panamakanal nach dem ganzen Gebiete des Großen Ozeans ist natürlich für die Häfen der Uirion viel kürzer als ffir die Englands. So ist der Parmmaweg von Neuyork nach Melbourne 10 016 Seemeilen, von Plymouth 1257.5 Seemeilen lang. Uno während bisher Plymouth auf dem Suezwege den Häfen von Manila, Singapur, Hongkong und Schanghai um 1500 bis etwa 3000 Seemeilen näher lag als Neuyork auf dem Panamwvege, ist jetzt Neuyork in allen diesen Fällen der weitaus nähere Hafen. Jetzt wtck affo das eintreten, was viele NativnvWkon»- men bereits voraussahen, als ffir England der Suezweg noch offen stand Schon damals wucke darauf hinqewiesen, daß der Panamakanal ffir Suez ein gefährlicher Nebenbuhler sein lverde — tvegen der holten Abgaben bei der Durchfahrt durch Pen suezkanal und weil der Panamatanal auch von Segelschiffen benutzt werden kann. Tatsächlich ist ja auch bereits vom 1. Januar 1013 ab die Gebühr für die Durchfahrt durch den Suezkanal von 7'/. Franken auf 6*/, für die Tonne ermäßigt worden — mit Rücksicht auf die Eröffnung des Panamakauals. Infolge der Schließung des Suezkanctls füt den englischen Handel wiro sch aff» die für die Union durch den Pananiakanai ohnehin schon günstiger gewordene Lage noch unendlich verbessern. Die Ausnutzung der bisher nur mäßig erschlossenen Naturschätze der südamerikanischen Staaten auf der pazifischen Sette wird der Union uneingeschränkt zugute kommen. Die Hebung der Produktivität dieser Staaten wird das Werk der Union sein. Aber auch in China und Japan sowie in den Beziehungen zu Australien wird die Union England inaner mehr verdrängen. Englands Hoffnung, seinen Handel durch den Krieg auf- zusrischen, hat bereits getrogen. Die Besetzung des Suez- lanals durch die Türken vcckirbt die Rechnung völlig. Lriegrbriese aur dem Osten. Bon unserem zum Oflheere entsandten Kriegsberichterstatter (Unberechtigter Nachdruck, auch auszngsweise, verboten.) .Kämpfe auf dem Eis der Seenplatte. .......den 29. November. Unser Auto hält vor dem Schloß, das den Offizieren eines größeren gemischten Verbandes als Quartier dien«. Ein paar Kompagnien liegen auch dort. Wir sthresten durch die mächtige Eingangshalle, gehen die alten knarrenden Eichenstnsen hinauf nach dem Borrauni zum ersten Stock. Im Voroeigehen sehe ich auf die Bilder im Treppenhause, die Grafen und Gräfinnen, die einmal Über diese Stuien gestiegen sind niit leichten und schweren Schritten durch mancherlei Zeiten des gräflichen Hauses. Ein kleines Bildchen halte ich, ohne es zn wissen, in den Augen. Eine junge Komtesse mit seltsam lächelndem Blick, einem leicht geöffneten schmalen Mund und einer schier leichtsinnigen Art das weiße Spitzenhemü zu tragen. Oben ist ernfthajte Begrsißung. Wir werden dem Führer der Abteilung vorgeftelU. Rittmeister v. N. und die anderen Herren, die eben mit dem Frühstück fettig sind. ES ist 8 Uhr srüh. Der Diebel quillt, Itric wir sprechen, langsam cnrpor und die flattrigen Vorhänge vor den hohen «chloßseiifiern geben wie von unsichtbaren Händen nach oben gezogen die Aussicht in das weiße Winterland frei. Wir ivärmen uns ein wenig auf, legen die schweren Pelze und die paar Pfund Wolle, die lvir an uns toben, beiseite und machen uns inarschfcrlig. Oberleutnant K. wird nnS die Bescsttgungcn am User zeigen und vett'pricht nnS außerdem, daß wir die Russen diesmal von Angesicht zu Angesicht sehen würden. „Unsere Vorposten stehen sich drüben am Wald auf 80 Mtter gegenüber. Des Morgens begrüßt man sich. Ein paar Leute haben neulich auf Bitten der Russen Tabak hingrlegt und dafür einen Pack russischen Tee bekomme». Die Vorpostenschießcrei hat hier keinen Zweck. Sie werden das Gelände ja gleich sehen." Vor den: Portal draußen locrdcn Karabiner verteüt, und wtt setzen uns in Marsch. Die mächtigen alten Eichen des« Schloß- varlcs sind weiß betupft, zuweilen Wirst der leichte Mud eine! Schneelast stäubend auf den Weg, der so glatt ist, daß ich jetzt schon bedauere, meine Knie nicht wattiert zu l>abcn. Es ist nurl der Ton von grau und weiß in der Parklandschajt, und ein hellgrauer Himmel, der neuen Schnee verspricht, wölbt sich darüber. Trotzdem ist der Weg von zauberhafter Schönheit, der Schnee flimmert, sltrtt und Mdet auf den breiten WiesenflLchen leuchtende Wellen und Hügel und spannt über alles Berwahrwste und Unansehnliche einen hlllen Schein. Um wärmer zn werden, schreiten wir, soweit es die Glätte erlaubt, tüchttg aus. Die Wiese dehnt sich plötzlich mellenfi«ett und' wird sehr glatt. Wir sind am Rarcde des Sees. Drüben, wo die dünnen Erlenbestände wieder ansaiigen. stehen die Russen. Dev schmale Landungssteg ist mit Sandsäckcu gedeckt. Hinter dem Ufer» schllf steht eine ivunderschöne Schilsvilla für den starken Posten. Ich gehr auf den kleineren Steg hinan-. Eine schmale Fahrrinne jülffl mub rechts in die Mitte des >SaeS, die noch nicht zngesroren ist. Ranch steigt da ans. Hinter einer Insel hervor damvsl ein kleines Schiss, dös aus dem Heck eine merkwürdige Sache zu stehen hat. „S. M. S. Schiff Ba r b a r a", sagt Oberleutnant K. „Unser Kriegsschiff. Es hat eine rnhnttcicho Ber- gangcnhett hinter sich von den erstem Kämpfen adc den Masuri- schen Seen an. Jetzt bricht es EiS und die Ängrissslnst der Russen. Es wick gleich anfangen zn funken." Da blitzt es auch schon am Heck der .Barbara" ans imd es dröhnt mit zehnsachem Widerhall von dem Ufer zurück. Dia schweren Battetten zur Rechten und tvetter zur Linken beginnen auch zu feuern. Das Ziel, eine Ziegelei am andern Ufer, ist aber von hier nickst zu erkennen. Die kleinen Inseln vor uns sind seit ein paar Tagen wieder in unserer Hand. Als die Russen sie mit stärkeren Kräftoi nahmen, mußte der Posten sie noch mit Kähnen verlassen. Jetzt sind ein paar Stellen, an denen das Eis bis hinüber trägt. Im Gänsemarsch setzen nur uns in Bewegung. Der Weg von vorhin war rauh gegen die Glätte dieser Strecke. An ein paar Streifen ist Spiegeleis. Durch die llare Eisdecke sieht mau wie durch dunkelgrünes Glas mii den Grund des SeeS. Tie Wasservflanzen stehen mit herzförmigen Blättern «regen die gläserne Mauer, au manchen Stellen ist ein Blättcrherz in die Eisschicht mit eingefroren, vlerade als ich die eisige Herrlichkeit still betrachte, beginnt hinter dem Gedöst auf der kleinen Insel, die ii1, jetzt fast erreicht dato, das gleickch mäßige Hämmern eines Maschinengewehres. Ich folge den anderen rasch nach und bin mit ein paar Schritten auf der Insel. Ein kleines Baucriilums, das der Bauer noch benwhnt, ein paar kümmerliche Ställe, in denen die Schweine grunzen, .Holzstapel und Ackergeräte heben sich mis dem weißen Sckmee. Aus Ziegetsteinen ist eine Brustwehr her gestellt. Man beherrscht die Eisfläche von hier bis zum anderen User. Maschinengewehre sind in Bereitschaft, lieber das Eis binwcg kann man aus der anderen Seite überschnelle! Schilshüttcn erkennmi. Sie gehen spitz »ach oben zu lvir die Jn- dianerzelie, die wir ims als Kinder bauten. Es sind die Vor- postenhütten der Russen. Augenblicklich sind sie aber nickst besetzt, aus der nahen Entfernung von kaum 2000 Meter könnte man sie von hier wie nn Sieb durchlöchern, da der Blick ffci ist. Mit dem Glas sehe ich deutlich am Waldrand dahinter eben eine schmale Kette russischer Infanterie bervorkommett. _ Sie mache» Halt. Das deutsche Maschinengewehr scheint sie besckwffen zu habe». „Im Falle eines Angriffs bitte den bezeichneten Rückweg zn benutzen". sagt der Oberleutnant, tllber die Russen denken an gar keinen Angriff, der am Tage über die glänzend weiße Fläche ancki sehr starke Opfer kosten müßte. Sie setzen sich am Waldrand nieder, der größere Teil »rcschloindet Ivieder, durch den dunklen Schleier der Erlenstämmc gedeckt. Von hier aus kann ick, das Ziel unserer Batterie und den braven „Barbara" erkennen. Ter holst Schornstein der Ziegelei ragt über den Baumfpitzen hervor. Rechts davon ist ein Dorf, tu denr ein russiscksts Bataillon liegt. Im ganzen scheint man zwei Regimenter gegenüber fttlsrellen zu könne», die aber «veiler rückwärts im Quartier liege». Das Bataillon ist vorgesckiobeu. Ta lodern in dem Torf die Flammen auf, in so weiter Ansdehmm» glüht es über der weißen Landschaft, daß «vir ini Zweifel sind, ob das die Wirkung unserer.Artillerie ist, oder ob «die Russen das Torf selbst an gezündet loben, weil sic abziehen wollen, Heute mittag wird unsere Jnianrerie vorstoßeir, um die Lage jeslznstellen, Bis dahin hat die Artillerie den Borswß auf jeden Fall genügend, vorbereitet. Sie sästeßt rn regelmäßigen Abständen nach deck russischen Steilung«»« hinüber. - Tie Russen scheinen keine Geschütze in Position gebracht Ml haben. Das gefantt« schwierige Gelände, dirs mir beherttchen, wücke es ihnen auch scluver erlauben. Ihre Battttien sseuern nach Lötzttl und Angerburg. Wenn ?ie_ das Feuer von oner Stelle sehr verlängeni, können sie d«m See bis zur Mitte etwa uock, erttichcu. Nack, rürigcr Zeit erscheinen auck, ein paar weiße Schrapncllwölkckstn in der Nähe der Stelle, wo die „Barbara" seuerl- Ae »veißen russischen Geschühlvolken schernmi den Oberleutnant an etwas zu erinnern. Er geht an die Bauernkate, llopff an das Fenster und nift drei Mann von der Wachmannschaft mit Name» heraus. Dann geht er an die Rückwand, die Schutz vor dem Wind bittet. Aus der Lasche nimmt or zwei lleine Pakttchcn in Seidenpapier und wickelt vorsichtig «arsö Drei Eiserne Kreuze. In der andern Hülle sind die Bänder. Die Lento treten an. Zwei Landwehttn'änncr rnrd ein: Reservist. Sie wissen, um loas es sich handelt. Ihre mageren Gesichter sind ein wenig verüben. Der Oberleutnant hält ihnen eine kurze Rede. „Kinder, weil Ihr neulich die Patrouille so gut gemacht habt, wegen Lhck, wegen Bialla. , . Ich hoffe, daß Ihr weiterhin so brav Eure Pflicht tut*.." Tie Batterie feuert in diesem Augenblick Salvenseaer, daß die lleine Kate leffe ztttett. Die Leute sieben stramm. Der Oberleutnant und Kompagnieches zieht das Band mtt dem Kreuz darart durch das Knopsloch der Wassenröcke und steckt es dann fest. Es hängt natürlich viel zu lang herunter. Da geht unser Führer, der uns diesmal hierher gebracht bat, der famose Hauptmann W., Kommandeur des toaftwagenparkS der Armee, lstran und befestigt icdem einzelnen kunstgerecht das Bändchen. Er guält sich redlich ab. Die Ausgezeichneten sehen ans die eifrigen Finger, aber sie rühren sich nicht, zu helfen. Ihre Augen haben cimn Ausdruck, als blickten sie in wette Fernen. Da ist der Hauptrnann fettig. Er gr«ttnliett mtt kräfsigem Händedruck „Schreiben wir Mutlern, was?" In dem Gesicht des Mannes zuckt es jetzt. Er drückt die Hand wie mtt einem Schraubstock. „Japoll, Herr Hauptmann!" Der Reservist, ettl junger sorscher Kerl, „strahlt wittn Weihnachtsbaum", wir der Unteroffizier im Hint«-rgrnnd feststellt. Der Kompagnieches gratuliert auch jedem einzelnen. Sic sind jetzt schon freier in ihren Be- Ueue Briefe aus Gottstied Uellers Malertagen. Einen tiefen Edrblick in die Entlvicklung des jurrgen Gottfried Keller, besonders über seine Münchener Zeit, da er noch als Maler den rechten Wsg für ferne Begabung zn finden hoffte, geivähren die Briefe an seinen Freund und Malevgcnosscn Joh. Sal. Hegt, die Einil Ermatinger im neuesten Heft der Deutschen Rundschau veröffentlicht. Das KKünchcner Künftlerleben, Mir es der eigenwillige Schweizer bald in eifriger Ackert, bald in nachdentlichem Müßiggangs stets aber um die Gefkrltung seiner Persönlichkeit ringend, ffchrte, zieht ttr bunten Bildern an uns vorüber. Geldsorgen fehlen nie, aber dafür ist lustige Gesellschaft da. Schwieriger wt'cken die Verhältnisse, als schließlich die offizielle Unterstützung mifhört. „Du wirst vielleicht nvcimn peclnöicn Zustand begreiflich finden," schretttt Keller am 4j Februar 1841 in echten, Galgenhumor an den Freund, „wum ich Dir imlde. daß ick, von .Hause die vergnügliche Nachricht erhallen habe, daß ich nichts mehr zu erivatten hätte, indem das hochzulebende Oberwaisenamt es für unnötig erachtet habe, daß ich länger Geld brauchen soll: ich könne jetzt schon etwas getont haben intb dergl. Meine Mutter jchncb cs mir mtt denc grvßtru Kummer und bat mich, nach Hause zu kommen, wo ick, btt ihr schon lcden könne, hingegen in München könnte sie mich mit dem ihr Zugemessenen nicht erhalten. Solch Nachrichten haben Mick», sehr belulttgt, denn üb bin «ganz plesiicrltch auf den crond gesetzt und frei wie der Vogel in den Lüften, ober vielmehr vogelfrei. Jetzt heißt'S in die Hände «wsvuckt und geichnt: die Zeit der (Zeiämung eines Vogels auf dem Rand eines Freßtrögchns! und Zwttfchgen- knchen ist vorbei und es ist erschienen die Zeit der Wagnerischen Würste mittags oder auch rrur abends. Ich ackerte wie ein Neger in einer Zit cker lflaittage intb das gerne," Keller ist nun wvhl oder übel sehr fleißig, und ergötzlich schildert er in einem Schreiben vom 23. 2Ipril 1841 sein Tageiverk und seinen Kampf gegen den Müßiggang: „Ich male setzt von morgens sieben llhr bis abends sieben Uhr rwit wenig Unterbrechung und mtt großem Getmß. Ich habe gesunden, daß der Hund und alle Entbehrungen wett erträglicher, ia gar nicht zu beachten sind, wenn mait nur «rrbertek. Vor nwiner Staffele' vergesse ich alles, und wenn ich abends wieder ein gutes Stück meiner ücrmwmb beschmiert habe, io niache ich mtt meiner Gttarrc einen so tollen Lärm, als ob ick zehn Kw- pannen zn Nlittag gespttst hätte anstatt der Hundemahlzeit. Wenn nur der Teufel des Müßiggangs nicht wieder nt mich fährt: aber tch will ihm schon dos Loch vermachen; ich lasse ums Verrecken nicht „ach; jedtti Abend, wenn ich ins Bett gehe, schwöre ich heimlich bei meiner Ehre, morgen srüh ouffusiehen und .zu schanzen, dos muß natürlich gehalten werden, mid sitze ich daun nur einmal an der Arbett, so harre ich schon aus. Daß man all« zwei Stund etwa die Nase in ein Buch steckt, kcmn nach meiner Meinung durchaus nichts schaden, eher nützen; indem man das 'Bild «oieder weit besser übersieht, wenn cs eine halbe Stunde aus dem Gesichte war,." Mit einer gew-iffen Selbstironie erzählt er von seinen ersten ausgestellten Bildern: ,zBor Mei Wochen habe i ch zgtm erstenmal zwei Aquarellen ausgestellt; doch wurden sie nicht gekauft, well noch kein Schiedsgericht gewählt ist. Indessen soll ein Herr um meine Wreffe gefragt haben; das Luder ist aber nicht gekommen. Du wirst wissen wollen, ivas man dä^u gesagt hat? Ich weiß nicht! Wer mit mir davon sprach, schmeichelte mir sehr, aber auf das kann man nicht gehen. Einige haben mir gesagt, sie hätten's auch von andern rühmen hören." Aber auch spätere Versuche, beim Ausstellen etwas M verkaufen, schlagen fehl. In einem großen Klagckries vom 10. Aprll schildert er dem Freunde sein ganzes Elend : „Schon habe ich dreimal was ausgestellt, Konrplimente darüber eingesammelt, aber noch nie eine von lenen vermaledeiten An- kaussnunrmern cm meinen Bildchen entdeckt. Dabtt kann meuie licke Mte mir nichts mehr schicken, ohne äußettste Emschränknng. und um ihr allen Kummer zu ett'varen, schreibe ich ganz fidel nach Hause, als ob ich in größten Floribus lebte, indes ich ganz gemütlich ans dem räudigsten und schäbigsten Hunde relle, den es jemals gegeben hat. Meinen Bekannten sage ich immer, ich erwattc noch Geld von Hause, sonst hätten sie wahttchemlich vermöge ihrer glänzenden Generosttitt mtt längst nicht mehr gepmnpt und ich wäre also schon längst krepiert. Du siehst also, daß ich dtt Sache zicinsich leicht ausnehne: ich lebe, «tne der elendeste Windbeutel, in den Tag hinein, und setze meine Hoffnung immer aus die nächste Arbett, die fertig wttd, doch immer vergeblich. Dies du: Schattenseite memer gegenwärtigen Lage, die Lichtseite befiel# lediglich darin, daß üb mtt selbst sage: „Mut, Kellevchen, du hust dich ein wenig unbesonneuerweise ins Lcken hinousgeworsen. bfft ins Pech geraten; aber es wird schon wieder anders kommen: tue immer dein Möglichstes, mtb du wirst auch wieder hevausgezogen werden, andere haben auch das nämliche Los gehabt, die jetzt der verdammten Hure von Glück im Schoß sitzen, und es dient vielleicht zur größeren Würze deines spätcr«m Lebens, einst sagen zn können, das und das habe üb bnrchgemacht, und ich tobe oft lange Zeit nur Disteln und senkende Kcktenblumen statt Roscm und Listen gepslücllz Tos einzige, was mtt Angst macht, ist die Firrcht, ein gememes, untätiges wid verdorbenes Subjekt zu werden, und ich neun mich ungeheuer anstrengen, tot dem immerwährenden Peche dies zu verhüten; und mir durch gute Lektüre habe ich mich bisher noch solid erhalten," Keller kehrte als ein „Sckffffbttncfiiqer" mrcki Zürich zurück; aber hier entdeckte er seinen wahren Beruf und wurde zum Dichter. „Mich betreffend bin ich immer noch im altem Wogen und Treiben intb Vegetieren," schreibt er Hegt am 28. September 1845, „und mein einziges Trachten ist, meinen ersten Band Gedichte Msammenzttbrrngen, was mit einem «schlage «all meine Verhältnisse ändern wird. Alles Bisherige war nur sicher vockereitend und ich werde mit jedem Tttgg strenger und einsichtiger gegen mich selbst, um nichts zu übereilen." Und er bekennt von seinen ersten erschienenen! ,Z!lebeSlttderw': „Sie haben auch anderwärts so ziemlich gefallen und das beweist mir, daß ich eine gute Phantasie habe, denn es ist das meiste erdichtet, also wenig Wahres« daran. Zwar als ich sie machte, glatllite ich selbst, sie wären so ziemlich erlebt; denn diese Jugendliebe oder erste Licke war allerdings vorhanden; es ist aber eine ferne, unbestimmte und vecklaßte Geschichte, ein verblichenes Bild..." * — T as Theatergeschäft int Kriege Die deutscheir und österreichischen Theater haben trotz der sch«vierigen, durch den Krieg geschaffenen Verhältnisse znm großen Teil ihre Psottcn geöffnet und iv'elen, obwobl Aussichten «nn Gewinn toi der ntzigen Lage nicht bestehen. Wie sich die sinantziellc Lage der Bühnen n«m« mehr gestaltet hat, das eröttett, hauptsächlich an dem typisiheu Beispill der Berliner Theaterverhaltnisse, der bekannte Fachmann in allen Thvattrmiantzsrrtgen TL. Max Epstein in einem interessanten Aufsatz der „Schaubühne". Besonders schlecht sind die Thatterdttektoren daran, die sehr I»ohe Mieten zu zahlen haben oder, wenn sie Eigentümer ihrer Theater sind, große Syvothekenzinsen. So muß Max Reinhackt als Eigentümer settier Theattr alle Hyvo- thekenlasten selbst tragen, nmhrend die Direktoren, die nur Meter sind, von den Eigentümern tottächtliche Mietsnachlässe verlangt und eckalten toben. Tie Höbe der Nachlässe ist je nach dem Inhalt des Verttaa-'s und nach der Sicherheit des Direktors verschicken ausaeiallen. Wo ein sehr reicher Mann Pächter ist. >mc beim Theater tos Westens, muß er die volle Mete weiter zahlen Das ist «wer auch der einzige Fall in Berlin: sonst haben die Direktoren von den Eigeiüümern im allgemeinen eine Herabsetzung der Mett um etwa ein Drittel erhallen, das Deutsche Künstler' theater, das sich schon vor dem Kriege nicht gut rentiertt > wegimgen, aufjerbem scheinen |ie mit ihrem Oberleutnant auch chic Geheimnisse zu teilen. Denn der eine flüstert ihm etwas ins Otzr. was ich nicht verstehe und auch nicht verstehen will. Ter Oberleutnant nickt, und der Mann strahlt. Sic rücken ab. Der eine blickt dabei ganz verstohlen nach den, Kreuz hinunter, als ob er sich noch einmal überzeugen müßte, daß die Sache auch stimmte. 26ir gehen denselben Weg zurück und loinmen wieder zur Brücke, gerade in dem Augenblick, als die „Barbara" herandampft. Der Admiral, HaupNnaun £>., springt von Bord und „die Artillerie" fragt salutierend und strahlende „Das haben wir gut gemacht? Wie?" Also hatte die gute „Barbara" das Torf in Brand geschossen. Durch das Fernrohr hat man deutlich die aus den brennenden Häusern flüchtenden Russen erkennen können. Ter Kompagnieches einer zweiten Kompagnie kommt zur Brücke. Telephon mit dem Kominando. Resultat: Um 2 Uhr wird vorgegangen. Bis dahitl kann uns der Oberleutnant noch die Batteriestellungen zeigen unb die Befestigungsanlagen. Wir gehen wieder, diesmal nackt anderer Richtung auf das Eis hinaus. „Fünf Meter Llbstand." läuft durch die ganze Reiche^ die sich allmählich zu dreifacher Länge auszietzt. Das Eis ist blasig und schlecht, att vielen Stellen noch rollt dünn. Wir meiden die freien Flächen und gehen in das dichte Röhricht. Es knattert und springt vor unseren Schritten, die Binsen brechen und klirren zur Seite. Eine dicke gefrorene Glasperle ist au dem Fuß jeder einzelnen Binsen. Es sieht aus, als ob sie alle in kostbaren Kristallvasen ständen. Als wir über eine größere Freifläche müssen, deutet der Oberleutnant schweigend nach dem gegenüberliegenden Waldrand, der vielleicht an dieser Stelle 600 Meter entfernt ist. Da sitzt, Gewehr über Knie, eine starke russische Patrouille. Als unser Zug sich aus dem Röhricht entlvickelt, stehen ein paar Russen auf. Da ist aber auch die Spitze schon »nieder hinter dem dichten Binsenschleier verschwunden. Die Russen scheinen keine Lust zum Schießen zu haben. Was wir ihnen nicht übelnehmen. Vielleicht sind es dieselben Russen, die wir nachher am Abend im Schloß als Gefangene toiedersahen. Zunächst ichlagen sie noch in Freiheit die Arme übereinander, um sich zu erwärmen. Wir treffen bei beit Batteriestellungen und den Schützendeckungen alles in Arbeit. Es ist unendlich ntühevoll, was hier die Pioniere leisten. Nach zwei Spatenstichen kommt man schon auf Wasser und die Torferde ist nicht gerade gut für Befestigungszwecke. Aber man hat ausgezeichnete Stellungen trotzdem geschaffen. Es ist selbst- . verständlich über Einzelheiten nichts zu sagen, aber ich glaube nicht, daß die Russen durch die Seenkette kommenkönnten. Das Gelände ist so gestaltet, wie ich mich überall leicht überzeugen konnte, daß Massenentwicklung nirgends möglich ist. Es kommt auf die Geistesgegenwart und den schneid von jedem Einzelnen an. Der Dienst ist verdamtnt schwer und der Tod lauert nicht nur im Röhricht und stößt von oben aus dem Schrapnell herab, auch aus der Tiefe reißt er durch die dünne Eisdecke den Verteidiger nieder — aber auch den 2lngreiser. Solange die Russen Rußen bleiben und auf der anderen Seite deutsche Soldaten stehen, scheint mir hier keinerlei Grund zu irgendwelcher Beunruhigung vorzuliegen. Aus dem Rückweg treffen wir die lange Kette der Konrpag- nien, die das Eis überschreiten, um anzugreifen. Sie schliddern über die glatte Fläche und schieben das Gewehr, Kolben nach unten, vor sich her. „Nächstens werden wir auch noch Königlich Preußische Schlittschuhläufer", meint ein Musketier und sitzt auf dem dazu bestimmten Körperteil. t Tie Batterien schweigen. Hinter den Gehöften auf der Insel verschwinden die Mannschaften. Der Offizier verabschiedet sich. Ich sehe, wie er zu dem Unterossizier der Wache am User heraw- trilt und ihm einen Bries gibt. „Die Lldoesse meiner Frau wissen Sie ja. Na und wenn. . . sorgen Sie dafür." Der Unterofsizier versteht ohne viel Worte. „Sehr wohl, Herr Oberleutnant." , Wir sagen „Auf Wiedersehen!" weiter nichts. Wie aus einer Gesellschaftssorniel ein guter Wunsch werden kann, wie die Worte wieder ihren schönen reinen Sinn bekonönren haben, nachdeni ibrieg die Formen und die Formeln gründlich gereinigt hat. Im Schloß ist richsige Tafel. Die Elobelins such zivar in Königsberg, aber der Kamin ist hier gebliebeit. Es ivird dännnrig draußen. Ein „schwerer Arsillerist" legt unermüdlich mächtige Scheite in die Glut. Die Funken sprühen auf, die Flammen tanzen. Das letzttmal saß ich vor einem englischen Kanlin. ... Es ist lebhafte Unterhaltung, sie schwirrt mir fern vorbei. In ein pdar Stunden muß Nachricht da sein von dem Stande der Erkundungsgefechte draußen an der Zickgclei. Ich gehe durch das Treppenhaus, einen Schritt ttt den Park zu machen. Das huschende Licht dm» Kerzen unb kleinen Lampen fällt über die Wände. Es ist, als ob die Komtesse lächelte, wie die Schatten über ihr Gesicht streifen. Am Treppengeländer steht ein junger Freiwilliger und sieht ans das Bild. Auch er lächelt. Er ist fertig zur Pairouille und wartet nur auf den Abmarschbefehl. Ich gehe wieder in den setzt leeren Saal zurück. Im KamiH tanzen itnd singen die Flammen und sprühen knisternde Funken. Rolf Brandt, Kriegsberichterstatter. Ar»» Stadt rrntz CanA, Gießen, 3. Dezember 1914. Auf dem Felde der Ehre gefallen. (Aus Hessen und den Nachbargebieten.) Einj.-Frciw. Markus Plaut, 2. bahn. Jägerbataillo», aus Storndorf. — Ersatz-Res. Otto Hebermehl, im Bischweiler- Negiment, aus Wallcnrod. — Lehrer Hans Schönhals, Jakob Zin n , Ernst Zinn, Heinrich Friedrich und Wilh. Sci bert aus Reuters. — Assistent der Chemie am hyg. Institut zu Gießen Dr. phil. Herbert Stange, Unterosi. d. Res. — Res. Heinrich Lein, Jns.-Regt. 116, aus Holzmühl. — Untervss. Zenno Vogel, 5. Kav.-Div., aus Darmstadt. — Feldw.-Lt. Fritz in dieser Saison noch keinen Erfolg erzielte, sogar um zwei Drittel. Dem Deutschen Opernhaus ist von dem Eigentümer, der Stadt Chartottenburg, die Miete überhaupt erlaßen worden. Tie Direk- torett haben mit ihren Mitgliedern vielfach nur ganz kurzfristige Verträge abgeschlossen. Gerade bei den bestsundinten Theatnn, bei denen es sich um sehr große Objekte handelt, können bei eüter langen Daun des Krieges Verluste enlsteben, während bei klei- nnen Unternehmungen, selbst wenn sie schlecht fundiert sind, die Beteiligten größere Rücksicht nehmen. Im Deutschen Theater, wo zunächst Shakespeare trotz aller zustimmenden Antworten aus eine Umfrage nicht mehr „zielten" wollte, hat der große Ersolg des „Wallcnstein" jeden Zweisel an deni gesicherten Fortbestehen dieser bedeutenden Bühne gehoben: auch die Kammerspiele arbesteu mit volleu Häusern. Alle Berliner Theater sind jetzt geöffnet, mit Ausnahme des Mevropoltheaters, das zu Weihnachten auch seine Spielzeit beginnen soll. In den ersten zwei Dritteln des Weihnachts- monats geht das Theatergeschäft stets schlecht: zudem aber müssen auch die vielen Bühnen einander das Publikuntzwegnehmen. Bisher waren die Einnahmen am Sonnabend und Sonntag säst überall ausgezeichnet: jetzt aber, da fast alle Theater ofsen haben, >oird es schlechter, und Epstein schlägt deshalb vor, einzelne Theater tollten der Reihe nach eine bestimmte Zeit geschlossen bleiben oder die Theater sollten nicht täglich spielen. In Wien machen die Theater ganz gute Geschäfte; auch in Dresden sind sie erträglich. Viel mehr leiden schon Hamburg und Leipzig unter starker Ungunst der Theaterverhältnissc. Im allgemeinen liegt es aber überall ähnlich wie in Berlin. Die stellungslosen Schauspieler und Singer werden überall teilweise durch bunte Abende und Bor- träge beschäftigt, die sich jetzt großer Beliebtheit erfreuen. — Wie Blücher Feldmarschall wurde. Ter große Krieg hat uns wieder eine populäre Heldengestalt geschenkt, und der neue (tzeneralseldmurschall von Hindenburg hat das beste Anrecht daraus, sich cbenialls den Ehrennamen des „Maiicktall Vorwärts" zu verdienen. Blücher ist dieser Ehrenname fast zu gleicher Zeit mit seiner Ernennung zum Feldmarschall auf dem Schlachtfeld der Völkerschlacht bei Leipzig zuteil geworden. Am Tage nach dem großen Sieg erschien der Bruder des Königs, Prinz Wilhelm von Preußen, mit einer eigenhändigen Kabmetts- ndrr Friedrich Wilhelnrs beim schlesischen H«r, um Blücher Jäger, Jns.-Regt. 168, aus Akainzlar. — KricgSfreiw. Joh. Steiß, aus Friedberg. — Landwehrnr. Louis Georg, Jns.- Regt. 116, aus Burg b. Herborn. — Lanbloebrm. Reinhard St enger, Landw.-Regt. 41, aus Eibelshausen. — Bizeseldw. d. R. Könrad H e u s o h n , Jns.-Regt. 116, ans Hanau. — Land wehrt», ätmmermtifter Ludwig Toller, Jns^Regt. 83, aus Naunheim. * ** Von der Landesuniversität. Herr Professor Dr. Kahle, der neuernannte Vertreter der semitischenPhilo- logie, ist von einer Studienreise aus Aegypten zurückgetehrt. Auf der Heimreise war er in französische Kriegsgefangenschaft geraten, aus der er schließlich entlassen wurde aus Grund eines Passes, den ihm der englische Kommandant von Aegypten ausgestellt hatte. Professor Kahle beginnt jetzt seine Lehrtätigkeit an der Landesuniversität. Er hat unter anderem eine öfsentliche einständige Vorlesung über den Islam an gellt üdigt. ** Ritter des Eisernen Kreuzes: Vizewacht- meistcr d. R. Bergreferendar Jakob Cl o o s, Res.-Feldart- Regt. 21, aus Wetzlar. Sergt. Busse, Jns.-Regt. 13 (früher bei der Unteroffizierschule Wetzlar). Bizeseldtv. Otto Küpper aus Wetzlar, Res.-Regt. 8. Dizefeldw. Franz Neu aus Volpertshausen, Jnf.-Regt. 119. Leutn. Herm. Jäger aus Offenbach. Laudtvehrmann Gesr. Wilh. B o p s in Gießen (aus Pohlgöns), Landiw.-Regt. 116. Hauptmanu v. Thü- mann, Jnf.-Regt. 116 (früher an der Unteroffizier-Vorschule in Weilburg). Uffz. Arthur Schubert aus Linlburg, Rcs.-Jnf.-Regt. 87. Wehrm. Wilh. Loos aus Holzhcim. Uffz. d. R. Heinrich S ch i e b e l h u t h alis Lanterbach. Res. August Pnlverich aus Steinbach. Kriegs fr. Karl Otto Endemann ans Dillenburg, 56. Jnf.-Regt. Rechtsanwalt Dr. Lndw. Roth ans Wetzlar, Res.-Feldart.-Regit. 21. Lehrer Pfeiffer ans Beilstein, Uffz. beim Res.-Regt. 116. Leutn. d. R. Ernst Knorz ans Wetzlar. Lehrer Fritz Hein aus Obcrwetz, Uffz. im Res.-Fußart.-Regt. 3. Vizefeldw. d. R. und Ossiziersstellv. Erdniß von Herborn, Bat-Adj. im Jns.- Regt. 81. Landesbankgehilse Karl Ant. Diehl ans Limburg, Uffz. im Res.--Jnf.-Regt. 87. Leutn. d. R. Karl Rensch aus Diez, Res.-Jnf.-Regt. 81. Sergt. Karl Ka h aus Diez, Fust- Art.-Regt. 16. Unterarzt Paul B o r n e m a n n ans Obbornhofen, Drag.-Regt. „von Wedel" Nr. 11. ** Das Einqnartierungsgeld für die in der Zeit vom 16.—31. Oktober 1914 in Bürgerquartieren untergebrachten Mannschaften des Landfturm-Ersatz-Bataillons wird im Laufe dieser Woche von der Stadkkasse in den Vormittagsstunden von 8—12 Uhr ausbezahlt. Tie Empfänger werden gebeten, die ihnen znstehenden Beträge bis zum Samstagmittag, den 5. Dezember, tn Empfang zu nehmen. ** Die „Bischiveiler". Ten Freunden und Eltern der „Bischweiler" teilen wir mit, daß die Weihnachtspakete am Montag abgegangen find, und daß wir die begründete Hoffnung haben, daß sie rechtzeitig an ihrem Bestimmungsort ankommen werden. Weitere Pakete für unsere „Bisch- Weiler" müssen, auch nachdem unsere Truppen — anders wohin überführt worden sind, an das Ersatzbataillon Jnf.- Regt. 87 in Mainz gesandt werden. ** M ehrTatt! Man schreibt uns: Im Interesse aller der Familien, die das Unglück erleben, teure ins Feld gerückte Angehörige zu vermissen, mochte ich durch diese Zeilen die Bekannten solcher hartge prüft er Familien aus die Qualen Hinweisen, die ein häufiges Frage n nach etwaigen Nachrichten von den Vermißten erregt. Sobald derartige Nachrichten eintreffen, werden es die Angehörigen sicher sofort ihren Bekannten rrrrtteilen: bis dahin sollte der mitfühlende Takt seine Teilnahme durch gütiges Schweigen beweisen, nicht aber die schwer Betroffenen inrmer wieder durch die Frage, ob eine Nachricht eingetroffen sei, zu der traurigen Antwort „Nein" zwingen. " Oefsentliche Bücherhalle. Im November wurden 1616 Bände aus geliehen. Davon kommen ans: Erzählende Lileratur SIb, Zeitschriften 187, Jugendschristen 158, Literaturgeschichte 14, Länder- und Völkerkunde 38, Kulturgeschichte 15, Geschichte und Biographien 66, Kunstgeschichte 8, Natniwifsenschast und Technologie 72, Heer- und Seewesen 9, Haus- und Land- wirlschast 7, Gesundheilslehre 8, Religion und Philosophie 37, Slaatswissenschast 7, Sprachwissenschast 7, Fremdsprachliches 38 Bände. Nach auswärts kamen 59 Bände. ** Ver kaüfsnachntiittage des Fröbel-Seinr- nars. Wlan bittet uns um Ausnahme folgender Zeilen: Veranlaßt durch die jetzige Kriegstzeit wich das Gießen er Fr übel- Seminar statt seines alljährlichen Mkolanssestes zwei Ser- kaufsnach mittage abhalten, die in den Räumen des Ge- setlschastsvereins, Sonnenstraße, Samstag und Sonntag 5. und 6. Dezember von 3 Uhr ab stattsinden sollen. Die von den jungen Mädchen und den Kindern hergestellten Gegenstände sowie ein Teil der aus der Getverbe-Ausstellnng ausgestellt gewesenen Ar- beiten sollen zugunsten des Roten Kreuzes und der Kricgshüfe verkauft werden. Die Kinder wechen mit ihren Darbietungen von Spiel und Musik das hofsenllich zahlreich erscheinende Publikum sicher gut unterhalten. Neben den wirllich hübschen Verkaufssachen imd Sächelchen für Groß und Klein und den kleinen Darbietungen der Kinder wich fiir das leibliche Wohl mich gesorgt sein, indem Kaffee und Kuchen zu haben sind. die Ernennung zu überbringen. „Durch wiederholte Siege mehren Sie Ihre Verdienste um den Staat schneller, als ich mit den Beweisen meiner Dankbarkeit Ihnen zu folgen vermag," sagt der König in seinem aus Leipzig vom 20. Oktober datierte»! Schreibe». „Empfangen Sie einen neuen Beweis derselben durch die Ernennung zum Generalseldmarschall, und bekleide» Sie diese Würde noch recht lange zur Freude des Vaterlandes, als Vorbild sür die Armee, die Sie so oft zu Ruhm und Sieg geführt haben." Auch sonst wurde Blücher hochgeehrt: der Kaiser von Oesterreich verlieh ihm das Großkreuz des Therrsienordens in entern gnädigen Handschreiben, und der Kaiser Alexander über reichte ihm, da er schon alle höcksiten ruffsichen Orden besaß, einen reich mit Juwelen besetzten goldenen Ehrcndegen. Tick Soldatm jubelten über diese Anerkennung der Taten ihres „Vater Blücher". Ter also Gefeierte selbst aber nahm' alles mit Ruhe hin, mir hielt er es sür notwendig, seine als höchst sparsanr bekannte Frau auf die neuen Repräscittationspslickiten hinzuweisen. „Aus. dm eiulagm wirst du daß mehrere etsiehen," so teilt er ilu mn 25. Oktober sein« neue Würde mit. „Als Frau Feld- marschallin mußt du nun cmstendig lebm und sey mir nicht geizig und laß dich was abgehen und kriege rmn doch ein ansehnlich Gehalt, aber wir habm leider in 2 Monate kein gehald gekrigt weil von Berlin nichts zu tms kommen konnte,.. Mit die ordms weiß ich noch nun kern Rain mehr 'ich bin wie «iw allt tnttsch Perd behängen, aber der gedanko lohnt mich über alles daß ich derjenige wahr der dm übermütigm tihrannm demütigte." Die altm russischen Soldatm, die ihm vorher dm ehrenvollen Schm»ch«lnamen des „klemm Suwarow" gegeben hatten, nannten nun zuerst dm nmm Feldmarschall in Erinnerung an den Sturm auf Leipzig, von dem ihnm sein unaufhörlicher, gewaltig rn- scuernüer Zuruf „Vorwärts!" noch in den Ohren klang, den „Marstlzall Vorwärts", und Ernst Moritz Arndt dichtete sein schönes Lied vom Feldmarschall t „Bei Leipzig auf dem Plane, o Iterrliehe Schlacht! Da brock) er dm Franzosen das Glück und die Macht, Da lagm sie sicher nach blutigem Fall, Ta loard der Herr Blücher ein Feldmarschall." Landkreis Gießen. *■- • » — Heuch « lheiui, 2. Dez. Eine S a m in lang in unserer Glemcinbe zur Linderung der Not in der durch den Krieg schwer heinigesuchlcn Provinz Ostprenßen, sowie der Reichsland Elsaß-Lothringen ergab den Betrag von 866 Mk. 3t) P!g.. davon von den Tlrbeitern der Firma Rinn & Cloos allein 120 Mk 20 Psg. dieser Summe soll Ostpreußen und !4 Elsaß-Lothringen zitgesührt iverden. -I- Reiskirchen, 2. Dez. Auch unsere Soldaten erhielten nunmehr ihr Weihnachtspakel. Es mürben jedem warme Uittec- kleidtnig, Schokolade und Zigarren geiattdt. Unsere Gemeinde zählt bereits 9 Mann, die mii dem Felde der Ehre gesallen sind. -f Dors - GiIl, 2. Dez. Tie gestern veranstaltete Viehzählung ergab für den hiesigen Ort iotgenden Viehbestand; 37 Vierde, 370 Stück Rindvieh, 120 Schase, 335 Schweine nnd 47 Ziegen. — Während in allen 9lacl)bavorteit sich die Jugend fleißig an den llebittigen der I tt g e n d w e h r beteiligt, hat hier bts jetzt keiner der jungen Lenle so viel valerlättdische Begeisterung gezeigt, daß er dem Ruse zu dm Uebttugeu Folge geleistet hätte. Kreis Alsscld. X J ls do rs, 2. Dez. 2>»f de» großen Kor b w« i d e n- v l l a n z n n g e n der Freiherrlich Riedejel'schm Besitzung in unsercr ttzeinarkung, den Wadenbänser Erlen, fand die V e r ft c i g e r u u g der diesjährigen Korbweiden slalt. Zu der Versteigerung halte sich eine grobe Zahl Liebhaber eingeiunden und die Ernte von zirka 400 Zenlnern ging glatt ab. Erlöst wurden sur den Zenlner durchschnittlich über 3 Mark. Kreis Friedberg. r. Bad-Nauhe.im, 2. Dez. In der heutigen Stadtverordnetenversammlung tvnrde folgendes beschlossen: Unter der 'Bedingung, daß sür rinhciinischc Kranke genügend Platz bleibt, gmehmigt die Versammlung, daß ein Teü des städsischen Krankmhauses zum Vereinslazarett eingerichtet wird. — Für Herrichtung des Bürgersteigs am Kaisercn- Etisabeth-Platz mit Asphalt iverden 2600 Mk. bewilligt. Tie Verbindungsstraße zivischm .Hombnrger- und Mtitelstraße erhält den Ramm Jorckstraße. — Mit Wirkung vom 1. dz. Mts. ab wird die den Familien der städtischen Arbeiter, die am Feldzug teilnehmen, ausgesetzte K r i e g s u n t e r st ü tz u u g von 25 auf 30 Prozent des normalm Arbeitsverdienstes erholst. — Das am Sonntag tzmn Bestm der Kriegsfürsorge in Bad-Nauheim abgehaltene Konzert des Vereins „Eoncordia" hatte sowohl künstlerisch, wie pekuniär «inen ausgezeichuetm Erfolg. Trotz niedriger Eintrittspreise konnten dem guten Zweck etwa 300 Mk.. zugesührt werden. — Bei 'der hmte statigesundcnm Wahl zur Handelskammer wurdm die bislierigen Vertreter Käui- mann Philipp Müller nnd das Vorstandsmitglied des Spar- nnd Vorschußvercins Hartmann St oll mit allen abgegebenen Stimmen wiedergewählt. I). Nieder-.M örlen, 2. Dez. Der älteste Veteran des Kreises Friedberg, Philipp Zimmer, ist hier im Aller von 93 Jahren gestorben» Zimmer war Teilnehmer des Feldzuges von 1848. Starkcnburg und Nheinhessc». h. Groß-Auh eim, 2. Dez. In einem Anfall von Sckiwernmt erhängte sich im hiesigm Lazarett der Krieger H e n n i g. Er besand sich au) dem Wege der Genesung und hinterläßt eine .Witwe mit mehreren kleinen Kindern, Hessen-Nassau. h. Bad-H o»übürg v. d. H., 2. Dez. Nach vierwöchigem Anfmthalt hat der Chef des Generalstabs, Gmeralobcrst von Moltke, Homburg wieder verlassen und ist nach Berlin ab- gereist. ä. Dillenburg, 2. Dez. Zur Erhebung von 185 v. H. Zuschlägen zur StaatScinkoiniiieiisteuer als Gemeindezulage in der Sladigemeinde Dillenburg für das Rechnungsjahr 1914 ist vom Oberpräsideiiten die Genehmigung erteilt worden. LanSrvirtfÄsast. -Llbgabe von ausrangiertenMilitärpserden. Samstag, den 5. Dezember, vormittags 10 Uhr, werden aut dem Pserdemarkiplatz in D a r m st a d t etwa 40 ans- rangierte Pserde, daitmler 12 Ardenner Fohlen durch die Land' wirlschallskamnter versteigert. Zur Dersleigermig werden nur Landwirte zugelasseu, die sich veipflichten, die Pierde in ihrem Betriebe zu verwenden und sie ivährend der Kriegszei! nicht zu verkaufen. Die Versteigerung erfolgt gegen Barzahlung. vermischte». *■ Der Kriegsbart. Der Krieg wird zweifellos die Bartlracht dauernd beeinflussen, und die Bartlosiglcit und die kurzgeschorenen Schnurrbärtchen werden nicht nur wegen der englischen Herkunft verpönt sein. Tie meisten aus dem Felde Hcnn- gekehrten haben Votlbärte, auch wenn sie vorher, rn Lazaretten und anderswo Gelegenheit hatten, sich diese abnehmcm zu lassen. Schon die Llbsicht, ivieder in die Front zu gehen, wo das Bart- scheien nicht immer angängig ist, — beim Donner der 6)eschütze zttiert Mick) die sicherste Hand nnd macht Schnitte, — hält viele davon ab, sich ben einmal erworbenen Bart wieder abnehmen zu lassen. Dabei mag daran erinnert iverden, daß der Deittsch-Frmi- zösische Krieg von 1870/7.1 ebenfalls insofern bestimmend für die Bartttacht war, als er mit den Bariverboten aufräumte, die da und dort noch bis dahin in Deutschland, — man sollte es kaum fiir möglich, halten! — bestanden hatten. Natürlich beschränkten sich diese Bartverbote nur auf bcsttmütte Kreise. So bestand z. B. in H e s s e n - T' a r m st a d t ein Bart-Regulativ vonr Jahre 1851, das wörtlich) lautete: „Ten Civilbeantteu ist nicht gestattet, andere Bärte als Backenbärte zu ttagen, mit Ausnahnte der Forstbeantten, Postbkantten und Erseitbahnbeamten, welchen mtßerdent gestattet ist, auch Schnurrbärte zu ttagen. Knebelbärte, sowie nur das Kinn gehende Bärte sind verboten." Erst nachdem dann im Kriege diese Bart-Ordnung vielfach notgedrungen überschritten wurde und viele der heimgekehrten Beamten mit vor- schriftswidttgen Bärten den Dienst wieder aufnahmcn, erschien im Juli 1871 die Kabinettsvrder: „Ick) sinde mich veranlaßt, die in Meiner Cabinettsordre vom 28, November 1851 enthaltenen Vorschriften über das Tragen der Bärte der Civilbeamten nunmehr wieder aufzuheben." Heutzutage bestehen wohl Bartverbote nur noch bei den niederen Hofb«amte>t, denen zumeist das Tragen der Schnurrbärte verboten ist, und zwar besteht dieses Verbot bei den meisten fürstlichen Hofhalten. Am Kaiserlichen .Hose war es während der kurzen Regieniitgszeit Kaiser Friedrichs außer Krasc gesetzt, aber wohl auch nicht offiziell aufgehobem_ Amtlicher Wetterbericht. Dessentlicher Wetterdienst, Gießen. Weiteraussichten in Hessen am Freitag, den 4. Tez. 1911: Trüb und regnerisch, iüwcslliche Winde, mild. Letzte Nachrichten. Zusammenkunft des Kaisers mit der österreichischen Heeresleitung. (WTB.) Großes Haupta»urtier. Z.Dez. PC. Wiesbaden. Dich hol-Marktbericht vom 2. Dez. Huilrteb: Rinder 101 (Odjfen 8, Bullen 15, Kühe und Färsen 78), Halber 137, Schale 79, Schweine 331. Preise lür 100 Psd. Geschält lebhast. Lebend- Schlachtgewicht. Mk. Ochsen. Lollsieischige, ansgemästete, höchsten Schlacht- wertes im Alter aon 1—7 Jahren . . . Junge, fleischige, nicht ausgemästele »nd ältere ansgemäslete............48—50 Mäßig genährte junge und gut genährte ältere 13—17 Bullen. Vollfleischige, aiisgew. höchst»^ Schlachtw. . 13—18 Lollsieischige, jüngere.........38—42 Färsen. K ü h e. Lollsieischige, ausgemästete Färsen höchste» Schlachtwertes......... . 48—53 Lollsieischige ausgemästete flöhe höchsten Schlachtwertes bis zu 7 Jahren . . . . 38-45 Wenig gut entiDideUe Färsen...... 10—46 Kälber. Feinste Mastkälber..........60—00 Mittlere Man- und beste Saugkälber . . . 51—56 Geringe Saugkälber..........16—47 Schale. Weidemastlchase: Mastlämmer und Masthammel.... 11,00—00,03 Geringere Masthammel und Schale . . . 33'/,—00 Aellere Masthammel, aut genährte junge Schale und geringere Mastläininer . . . 00-00 Schweine. Lollsieischige Schweine von 80 bis 100 kg Lebendgewicht...........54*/,—65 Lollsieischige Schweine unter 80 kg Lebendgew. 56 —56'/, Mk. 51—55 93-102 88-93 81—87 76—82 66-75 88—98 70—86 77-86 100-00 90-91 77—82 86-00 75-30 00-00 72-73 72-73 Lollsieischige Schweine von 100 bis 120 kg Lebendgewicht........... 52*/,—51 68—69 Lollsieischige Schweine von 120 bis 150 kg Lebendgewicht . . . ......... 54—51'/, 69—70 wöchentl. lleberficht der Todesfälle i. d. Stadt Stehen. 47. Woche. Vom 15. bis 21. November 1911. Einwohnerzahl: angenomnien zu 32 930 sinkt. 1600 Manu Militär). Sterblichkeitszisser: 14,6%. nach Abzug von 11 Ortsfremd«,r: 28,5%,. ES starben an: Zusammen: Erwachsene: im vom im Wochenbett 2(2) 1. Lebensjahr: 2(2) 2.—15. Zahr Tuberkulose 2 2 — — flcuchhuslen I — i — Masern 1 — — 1 Lungenentzündung 3(2) 1(1) 2(1) — Cchlagflnß I (I) 1 (1) — Gestleskrankheit 2(2) 9(2) — — Niereukrankheit 3(2) 3(2) — — flrebS 1 (I) 1 (1) — — Zuckerkrankheit 1 (1) 1(1) — — Im flrieg gesallen 12 12 — — Summa: 29 (11) 25 (10) 3 (1) 1 9t n nt.: Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viel der Todesfälle in der betrefjeniben Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kvmnreii. kirchliche Nachrichten. Israelitische Religionzgemeinde. Sottc;dienst in der Synagoge (Süd-Anlage), Samstag, den 5. Dezember 1911: Lorab en» 130 Uhr, Morgens! 0.03 Uhr. Nachmittags: 3.80 Uhr. Labbaiausgang! 5.20 Uhr. Israelitische Reliaionsgesellschast. Sotterdienst. Sabbatleiee am 5. Dezember 1911: Freitag abend 1.00 Uhr. Samstag vormittag 8.33 Uhr. Samstag nachmittag 3.33 Uhr. Sabbat-Ausgang 5.15 Uhr. WochengotteSdienst: Morgens 7.00, abends 1.00 Uhr. Verantwortlich für .Feuilleton", „Gerichtssaal' I. B.: A u g u st G o e tz. u. „Vermischtes" Amtlicher Teil. Bekanntmachung. Sämtliche sich in der Heimat aufhaltenden Unterofsizisre unl Mannschaften der Reserve, der Land- und Seewehr I und ll, der En'atz-Reservc und des Landsturms II. Aufgebots haben sich in der Zeit vom I. bis 5. Dezember 1911 beim Hauvtmeldeamt „i Gießen — Zimmer 13 — persönlich unter Vorzeigung ihres Äiilitürpasses zu melden. i Es sind auch diejenigen Leute einbegriffen, welche bereits bei einem Truppenteil eingestellt ivaren und als dienstuntauglich wieder entlassen ivorden sind. Bon der Meldung befreit sind diejenigen, loelche als iinabköiiimlich anerlannt oder vom Heeresdienst zurück- gestellt worden sind. Die Unterlassung der Meldung wird nach den Kriegsgesetzen bestraft. Gießen, den 27. November 1914. Großherzogliches Bezirkskommando. Naumann, Oberstleutnant und Bezirkslommandeur. Verlag von Emil Roth in Gießen. I0V~ Wirklich gesunder Lesestoff! Mehrfach preisgekrönte Jugendschrift: Zm Zorfthause Halkenhorst. Erzählungen und Schilderungen aus dem Leben im Bergsorsthause und Bergwalde. Herausgegeben von Albert Meiuschmidt, Schulrat. Mit 4 Biersarbendruckbildern nach Aguarellen von Kunstmaler Cbr. Botlelcr und zahlreichen Terl- abbilduagen von Kunstmaler Ernst Otto. ......... Sechster Band lSchlubbands. —........ In Prachtband gebunden Mk. 1.—. Das deutsche Psarrerblatt: In erzählender Form wird uns das Leben einer Familie — fern von der großen, Inntc» Welt — tm einsamen Bcrg- walde miigeieilt. Mil Spannung folgt matt der Entwicklung! gcioinnt die Glieder dieser Familie lieb und sindet reges Fnlcresie »»d sichtlichen Gesallen an den Personen ihrer Umgebung, den einiachen und natürlichen Doribewohnern. Kein müßiges Spiel auige- regler Embildungskrail, sondern tatsächliche Wahrheit ist eS. was uns der bewährte Berfasier in den vorliegenden 6 Bänden aus dem „Fornbauic Fallen- horst" schlicht und tre» erzählt. — Klare Naiur- Nüchternheit und tiesinnerliche Moral ist dem geschätz- ien Autor eigen, der auch dem echten Frohsinn zu seinem Rechte verhilsl. Auch erfahrene ernste Männer und Frauen lesen diese Bücher noch mit Spannung »nd Genuß und ost haben junge Mädchen schon erklärt, ans diesen Büchern mehr Naturkunde gelernt zu haben als tn der Töchterschule. Schulblatt der Provinz Sachsen: Der Verfasser — der als pädagogischer Schriststeller bekannte ehemalige .KreiSschulrnivektor A. fl. — versteht eS immer miss neue, dem Leben in seinem lieben Forsibause iiud Bergwalde neue Seiten abzulauschen. Da ist lüchtS von spannenden Abenteuern, und doch liest inan das mit hohem Jnterege und innigem Behagen. Ein geweckter Junge zumal wird sich darin förmlich sestlegen. lind wenn er bis zur letzten Seite gekommen ist, so wird auch der Gewinn nicht anSge- bfteben sein: die Liebe znm deutschen Walde mit allem, was drin leibt und lebt, wird sein Herz umsangen. Kleinschmidt ist ein seiner und aumierksamer Beobachter, der die Natur zu erschließen weiß und der die Tier- und Pflanzenwelt des Waldes kennt wie selten einer. So wird er auch dieses Mal zum WeihnachiSseste mit seinem 6. Fallendorsl Jahrgang nicht vergeblich anllopsen. (119128 tr 3a haben in allen Bnchhandlnngcn! "•B Gewandter jung-Wauli auch Maschinenschreiber und Stenograph, von hies. Zigarrensabrik für gleich gesucht. Schrift!. Angeb. u. I I941 a. d. Gieß. Anz. Gesucht 1 intelligenter junger Man» (18—19 Jahre) f. Bureau- arbeiten in das Versandmagazin. Schrift!. Off. an KiniiiMk.i>.d.K. KittiilssHtbrik, kühn. Fttr unser© Werkstatt suchen wir 111980 2 Feior-SGluniede kür dauernde Beschäftigung. 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Oktober starb den Heldentod fürs Vaterland mein inninitgeliebter herzensguter Gatte, der treusorgende Vater seiner Kinder, mein lieber, unvergeblicher, einziger Sobn, Schwiegersohn, Bruder, Schwager und Onkel Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme an dem uns so schwer betroffenen Verluste sagen innigen Dank feine vamen-8ekneil!el'6l I, Hairth PrinerTatWorei Fußstreupuiyer, SchweiB- scife, SallDjlTaaellne- Seltersweg 75 nisotj Telefon 406 Wilhelm Gilbert Reservist im Res.-Jnf.-Rrgt. »n-. 11«. 8. Kompagnie >NI 26, Lebensjahre, nn Namen der tieftrmrernden Hinterbliebenen: Frau Katharine Schneider, geb. Seipp, Jndnstrielehrerin, und Kind. Die trauernden Hinterbliebenen i Katb. Gilbert, geb. Bender, und 3 Kinder. Wild. Gilbert in. Altbürgermeister Familie Georg Heinrich Bender Familie Christian Louis Engel Vamilie Wilb. Heinrich Bender Aainilic Heinrich GraSmeber. Großcn-Bnseck, 3. 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