Kt. 285 Der «ietzen-r Hnjdger erschein! täglich, allster Ssnut-qL. - Beilagen: viermal wöchenUich AietzenerKomllieilblätter: zioeimai wöchenU.lkr«i^- blatt für den Kreis Kietzen (Dienstag und Freiiaal; zweimal monatl Lind- «ittfftzestlich« Seistraac» nernivrech - Anschluss«: sürdec SchriitleilungNL Vertaq,KeschLitsstelIeöl Adresse <>">r Trablnach- richtrn: Anzeiger Sittze». Annahme reu Anzeige» >ür die Tagesnummer bis vormittags S Uhr. Erstes Blatt M. Zahrgang Mittwoch, 2. Dezemder IW Giehener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Rolationssrutk und Verlag der Srühl'schen Univ.-Buch- und Steinöruderci B. Lange. Schristleitnng, Seschäslrstelle u. vrockerei: Schulstr. 7. Bezugs» rei s: monatl. 75 Pf., vierte!- jährl. Mk. 2L0: durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. 65 Pf.; durch diePost Mk.2.— viertel- jäbrl. misschl. Bestellg. Zeilcnvreis- lokal 15P>„ answ. 20 Pf. — Haupl- ichriitleiter: Aug. Goetz. verantwortlich sür den volit. Teil: Aug. Goen,; liir .Feuilleton", ,Ber- inischtcs' und.DerichtS- saal": Karl Ulcurath; für .Stadt und Land" : Otto Braun; für den Anzeigenteil: H. Beck, AufllarungüberdietageimOften.Wiederum95VVGesangene! (WTB.- 8rohes Hauptquartier. l.Dez.. vorm. (Aurllich.) Auf dem westlichen Kriegsschauplatz nichts Neues. Auch in Ostpreußen und Südpolcn herrscht im allgc- mciurn Ruhe. In N o r d v o l e 11 , südlich der Weichsel, st c i - gertesichdir Kriegsbeute in Ausnutzung der gestern gemeldeten Erfolge. Die Zahl der Gesänge neu vermehrte sich um etwa 9 50 0. die der gewonnenen Geschütze um 18. Außerdem fielen 2 6 Maschinengewehre und zahlreiche Munitionswagen in unsere Stände. Oberste Heeresleitung. (WTB.) Großes Sauplguartier, l.Dez. (Amtliche Antuüpfend an den russischen Gcneralstabsbcricht vom 29. Nov. wird über eine Episode aus den für die dcutsckftn Waffen so erfolgreichen Kämpfen bei Lodz sestgestellt: Die Teile der deutschen Kräfte, welche in der Gegend östlich von Lodz gegen die rechte Flanke und den Rücken der Russen im Kampfe waren, wurden ihrerseits wieder durch starke, von Osten und Süden her vorgchende russische Kräfte im Rücken ernstlich bedroht. Die deutschen Truppen machten angesichts des vor ihrer Front stehenden Feindes kehrt und schlugen sich in dreitägigen erbitterten Kämpfen durch den von den Russen bereits gebildeten Ring. Hierbei brachten sie noch 12 000 gefangene Russen und 25 eroberte Geschütze mit. ohne selbst auch nur ein Geschütz rinzu büßen. Auch fast alle eigenen Verwundeten wurden mit zurückgeführt. Die Verluste waren nach Lage der Sache natürlich nicht leicht, aber durchaus keine „ungeheuren". Gewiß eine der schönsten Waffentalen des Feldzuges. Oberste Heeresleitung. Als die oberste Heeresleitung vor einigen Tagen jenen euischeideiidcn Schlag der Truppen des Generals v. Mackerr- scn meldete, der deni russischen Nordslügcl 40000 Gefangene «bnahnl, wurde damit der Hinweis verbunden, daß eine Entscheidung dennoch nicht erkämpft sei, da neue russische'Kräfte aus dem Süden und Osten vorgcdrungen feien. Wir hatten angenommen, daß diese neuen russisck>en Angriffe weiter südlich, also gegen das deutsche Zentrum oder gar den deutschen Südslügel, erfolgt seien. Das war, wie wir heule durch die ergänzende anitliche Mitteilung höre», ein Irrtum: der russische Vorstoß richtete sich gegen unseren siegreichen Nordslüg e l, der, wie es in der vorliegenden Meldung heißt, dadurch in seinem Rücken ernstlich bedroht wurde. Russische Meldungen, die von englischen und sranzösischeu Blättern gierig ausgegrifsen und ausgebauscht wurden, stellten daraufhin schon russ. Siege großen Umfanges fest. Das war aber, loie der russ. Generalstab selber zugebcn mußte, voreilig und unzutreffend, und in Paris zog wieder einmal die Enttäul- schung ein. Wir aber hatten nicht zu früh gejubclt und begrüßen aufs freudigste die herrliche Wendung, die uns heute amtlich TTritflftciit imro. Aus der ernstlichen Bedrohung wurde ein Sieg. Bis gestern sind in den letzten drei Tagen wieder 14 000 Russen in deutsche Gefangenschaft geraten, und wenn dw oberste Heeresleitung heute einmal ans ihrerZurückhaltung herausgeht und den tapferen Kampf der Unseren durch den Russengürtel als „eine der schönsten Wcrsfen taten des Feld- 8Ngek" bezeichnet, so dürfen wir wirklich über eine Vollendung jenes Sieges vom 25. November frohlocken. Wenn der deutsche Nordflügel, als er sich durchschlug, noch 12000 Gefangene und 25 eroberte Geschütze mitbrachte, so beweist dies, daß der russische Einkreisungsgürtel sehr Ivenigwider- standsfesr war. Auch fast alle eignen Verwundeten ftihrten die Deutschen mit sich fort; nach dieser Feststellung wird auch der kühnste englische Lügner nicht inehr behaupten wollen, die Russen hätten sich eines Sieges zu erfreuen. Die Lage ist jetzt in der Tat so, wie sie in unserehr Interesse sein soltte. Der russische Nordslügcl ist eingedrückt und geschwächt, südlich der Weichsel, bei Lowic, setzen die Truppen Hindcnburgs ihre Angriffe fort — und die russischen Generalstabsberichte werden sehr kleinlaut. Wir dürfen der loeitercn Enttvicklung der Schlachten mit Zuversicht entgegensetzen. ' . * Der Kaiser in Ostpreußen. (WTB.) Großes Hauptquartier, 1.Dez. (Amtlich,.) Seine Nkajcstät der Kaiser vcsuchtc gestern bei Gumbinnen und Darkehmen unsere Truppen in Ostpreußen und deren Stellungen. Oberste Heeresleitung. Dis Lage in Russtsch-Polen. Be rlin, .2.Dez. Unter der Ueberschrift „Eine mili- tärische Leistung ersten Ranges" wird dem „Berl. Lokalanz." von seinem militärischen Mitarbeiter geschrieben: Der rechte Flügel der Russen südlich der Weichsel war bereits durch den ersten Flankenangriff der Denh'chcn bedroht. Die ihm drohende Umfassung schien durch den russischen Gegenstoß von Osten und Süden abgewendet und ins Gegenteil irmgeivendct. Jetzt ist das alte Berlstiluris soweit wieder hergestellt, daß deni russischen rechten Flügel die Möglichkeit der llmiasfuna oder wenigstens die Abtrennung an Warschau vorbei bis nach Süden har droht, während der linke russische Flügel bei Pitica von den vereinigten Kräften der Verbündeten sestgrbüten wird, llnter diesen Umständen kann man wohl sagen, daß dieser strategische Meisterstrcich aus der mißlichsten die günstigste Lage zn machen wußte. Die „Tägliche Rundschau" schreibt: llnser militärischer Mitarbeiter, Generalleutnant Litzmann, Konrmandeur der 5. Gardedivisioil. bat vom Kaiser den Orden Pour lc Merste sür die Lodz« Schlacht erhalten. In der „Pos?' heißt cs: „Wir erialwen ans der Mittri- lung inrjercr obersten Heeresleitung, daß Teste unserer östlichen Streitkräste in der Tat durch starke russisch»' Kräfte, die östlich Lodz von Süden und Osten her vorgingcn, ernstlich bedroht waren. Ihre Lage wurde durch die Uebermacht des Feindes auss äußerste gcsährdet. In heldenmütiger Weise ist rs nun nnseren Truppei« gelungen, sich in dreitägigen erbittettcn Kämpfen der drohenden Umklammerung zn entziehen, den Ring zu sprengen und dem Gegner obendrein bei diesen! todcsnmtigen Ringen estic geradezu vernichtende Niederlage zu bereiten. Berlin, 2. Dez. Ter Genfer Berichterstatter der „Deutschen Tageszeitung" meldet unter dem 1. Dezember: Als in Paris der russische Schlack, tbe rittst meldete, daß die Kämpfe bei Lowicz fortdauerteil und die Deutschen die O f s e n s i v e bei S z e rz o w jortsetzten, bemächtigte sich der Pariser tiefe Niedergeschlagenheit. Der „Eclair" schreibt: Paris jubelte drei Tage, als Petersburg die Vernichtung der Hindeiiburgrsche» Armee berittstete. Jetzt ist es aber grabesstill. Es ist lächerlich, wenn amtlich aus Rußland gemeldet wurde, daß seit Mitte November 700 000 Deutsche und Oesterreicher gefangen worden seien und daß seit August die Zahl der Gefangenen 3 '/, Millionen betrage. Es sei unbegreiflich, sagt das Blatt, daß die Petersburger Zensur derartige Lügenmeldungen der russischen Blätter znläht. Der österreichische Tagesbericht. (WDB.) Wien, 1. Dez. (Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: l.Dez., mittags., An unserer Front in Westgali- Siicn und Russisch-Pölen war cs im allgemeinen auch gestern ruhiger. Vor Przemysl nmrde der Feind bei einem Versuch, sich der nördlichen Vorfeldstellungen der Festung zu nähern, durch einen Gegenangriff der ,Besatzung zurückgeschlagen., Der Kamps in den Karpathen dauert sort. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabsj v. tzöser, Gcneralmaz-or. Die russischen Offtzicröverlnfte. Berlin, l.Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Die „Deutsche Kriegszeitung" meldet aus Zürich: Nach amtlichen istachrich- ten des , Rufkr Invalid" betragen die r ns si schc n O fsi- ziersVerluste bis zum 20. stiovember 9702 tot,.19511 verwundete und 3679 vermißte Offiziere. Die Siege über die Serbe«. Wien, l.Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Dom südlichen Kriegsschauplatz wird amtlich gemeldet: l.Dez. Auf dem südlichen Kriegsschauplatz hat ein weiterer Abschnitt in den Operattonen seinen siegreichen Mschluß gesundem Die Gegner, welcher schließlich mit den gesamten Streitkräste« östlich der Kolubara und des Ljig durch mehrere Tage hartnäckrgften Widerstand leistete und wiederholt versuchte, selbst zur Offensive überzugehen, wurde auf der ganzen Linie geworfen und zum Rückzuge gezwungen. Er erlitt neuerdings empfindliche Verluste. Auf dem Gefechtsfelde von Konatice allein fanden unsere Truppen ca. achthundertunbeerdigteLeichen. Desgleichen bedeuten die zahlreichen Gefangenen und materiellen Verluste eine namhafte Schwächung, denn seit Beginn der letzten Offensive wurden über 19 000 Gefangene gemacht, 47 Maschinengewehre, 46 Geschütze und zahlreiches sonstiges Material erbeutet. Der verwundbarste Punkt Rußlands. Konstantinopel, 30. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) „Jeune Turc" legt mi der Hand von Zahlen dar, der verwundbarste Punkt Rußlands, gegen den Oesterreich-Ungarn, Deutschland und die Türkei operieren müßten, um Rußland zu vernichten, sei die Ukraine, deren Besetzung die Verpflegung der russischen Armee hemmen und den Eisenbahnverkehr lahmlegen würde, da die russischen Eisenbahnen ihre gesamte Kohle aus der Ukraine erhielten. Der Verlust dieser Provinz würde infolgedessen Rußland hindern, seine Rolle als Großmacht in Europa weiter zu spielen. Tie deutsch-österreichische Waffenbrüderschaft. Wien, 1. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Die „Wiener Zeitung" und das „Reichsgesetzblatt" verlautbaren eine Verordnung des Gesamtministeriums, die bestimmt, daß Militärpersonen des verbündeten kriegführenden Staates unseren Militärpersonen gleichznhcllten sind. Diese Gteichstellung gilt unter der Bedingung der Gegenseitigkeit. Die Verordnung bietet die Grundlage dafür, den Angehörigen der deutschen Wehrmacht Begün jtigu n- gen des Schutzes gegen Rechtsnachteile einzuräumen, die ihnen auf dem Gebiete des Verfahrens in bürgerlichen Rechtsaiigelegenheiten, des Verfahrens in Angelegenheiten des öffentlichen Rechtes usw. daraus erwachsen können, daß sie infolge ihrer militärischen Dienstleistung an der Wahrnehmung ihrer Rechte gehindert werden. Unsere Militär- Personen sollen dafür durch die im Deutschen Reiche für Militarpersoneu bestebenden entsprechenden Begünstigungen gesichert werden. Ein italienisches Zeugnis über die ungarische Armee. Wien, 1. Dez. (WTB. Mchtamtlich.) Der Krregskorrespon- dent des „Corriere d'Jtalia", Santaro, gibt in einem Schreiben an das Wiener „Neue Tagblatt" seine Eindrücke über die ungarische Armee wieder. Er lobt in herzlichen Worten die Hobe Befähigung des Oberkonrmandos, die Tapferkeit der Offiziere und die Bravour der Soldaten, auf deren Angriffskraft durch Bajoncttattackcn er insbesondere verweist. Lei diesen Angriffen zeigten die Soldaten einen glänzenden Ela», wofür am besten die große Zahl der Geborgene» zeugt. Santaro lobt auch die volltomlncue Organijattmr des Berprochaiftierungswescus und des Sanitätsdienstes und drückt die Hoffnung axS, daß der Dag sehr nahe sei, Ivo die österreichisch-ungarisä»e Armer einen hohen Preis ihrer Mühen und Opfer erringen werde. Was den selbischeu Kriegsschanplatz anlange, so sei die kräftige Offensive der österreichisch -ungarischen Truppen um so bemerkenswerter, als dir serbische Taktik nichts unterlassen habe, was den Vormarsch des Gegners verhindern könnte. Santaro sicht in dem Eintritt des Winters sür die österreichisch-ungarischen Operationen gegenüber den Russe» rin günstiges Moment, weil diese angesichts der Unmöglichkeit, sich in der gefrorenen Erde einzugrabcn, gezwungen seien, eine offene Feldschlacht anzunchmen, in der die österreichisch- ungarischen Truppen ihnen bedeutend überlegen seien. Schließlich verweist Santaro auf die Tatsache, die ihn bercüs gelegentlich der Mobilisierung in Erstaunen setzte, nämlich daß an der Front sämtliche Unterschiede der Nationalität verschwunden seien. Namentlich der lkrieg gegen Serbien habe in der eindringlichsten Weise den durchaus einheitlichen, hingebungsvollen und patriotischen Geist der Truppen der Monarchie offenbart. Gerade die Regimenter, die sich am meisten gegen die Serben ausgezeichnet haben, bestanden größtenteils aus Soldaten der gleichen Nationalität wie der Feind Dies sei eine Erscheinung von besonderer Tragweite, die auch im Auslände einen tiefen Eindruck gemacht habe. Spannung zwischen England «nv Holland. Berlin, I. Dez. (Ctt. Bln.) Ueber eine ernste Spannung zwischen England nnd Holland wird der „Deutschen TageSzbg^" aus Amsterdam berittstet: Der hollandseindlrche PresseseldAug nimmt an Heftigkeit mit jedem Tage »lt. Die Engländer! beschuldigen Holland, daß es die Initiative zu cukM gemeinsamen Protest der Neutralen gegen die Rordseesperre ergriffen nnd daß die mefften holländische» Zcittmscu mit ihren Sympathien ans deutscher Seite stehen^ Das letztere ist nmvahr, denn der Anlstcrdamer „Telegraaf" ist ausgesprochen dentschtzewt»- lich, das „Handelsblad" und der „Nicnwe Rotterdamsche C«l- rant", gegen welche sich der britische Zorn hauptsächkich wendet, sind nur impartcrisch. Hier glaubt imrn, daß England nnr nach einem Borwand sucht, n« einen Streit mit Holland vom Zaune zn brechen, der ihm gestatten würde, die Schelde» mündnng bei Blissingen zu forcieren und die deutsche Besatzung in Autwerven zu bedrohen. Die holländische Regierung trifft »umfassende militärische Maßnahmen, um die Seelande, welche die Scheldemündung umfassen, vor einem möglichen Hand st reich der Engländer zu sichern. Die Forts von Blissingen und Terneuzen werden mit den schwersten Geschützen versehen, alle seeländischen Garnisonen erheblich verstärkt. Die Blätter dürfen über die in Scrlaud getroffenen Maßregeln keine Einzelheiten berichten. Der König von England auf dem franzöfischen Kriegsschanplatz. (WTB.) London, 1. Dez. (Mchtamtlich!> Me amck- lich gemeldet wird, hat sich König Georg gestern abend nach Frankreich begeben, «mt das Hauptquartier des Expeditionskorps zu besuäieu. Der „Berl. Lok.-Anz." meldet aus Rotterdam:: Amtlich wird gemeldet, daß König Georg von England gestern das englische Hauptquartier rn Nordfrankreich besucht hat. Er mackste Sonntag nachts die Uebcr- fcchrt nach dem Kontinent. Rener Kanonendonner in Flander». Berlin, 1. Dez. (Privatmeldung.) Das „Berliner Tageblatt" meldet aus Rotterdam: Gestern in der Dämme», rung wurde die Bevölkerung von Seeländisch-Flan« dein wieder durch starken Kcmonendouner aufgeschreckt. Man glaubt, daß Zecbrügge von neuem durch die englische Flotte beschossen wird. Frankreichs Altersklaffe von 1915. Bordeaux, l.Dez. (WTB. Nichtamtl.) Der Krieqs- mimster gibt bekannt, daß nahezu der gesamte Bestand der Altersklasse 1915 derJnfanterieeinverleibt wird. Der Kavallerie sind einzig die Tierarzneischüler euroerlcibl worden. „England und Belgien". Berlin. l.Dez. (WTB. Amtlich.) Die „Nordd. Allg. Ztg." bringt unter der Ueberschrift „England und Belgien" neue Dokumente über Englands Neutralitätsbruch. Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt: Es mehren sich die Belege dafür, daß England im Verein mit Belgien den Krieg gegen Deutschland nicht nur diplomatisch, sondern auch militärisch schon im Frieden aufs äußerste vorbereitet hat. Neuerdmqs erbeuteten unsere Triwpen geheime militärisch» Handbücher über Belgiens Wege und Flüsse, die der englische G e n e r a l st a b herausgegeben hat. — Die „Nordd. Allg. Ztg." stellt nach ausführlicher Inhaltsangabe dieser Bücher fest: Diese milftärqeogravhiswen Hondbiücher sind nun nicht etwa erst kurz vor öder iväbrcnd des KIrieqes herw'stellt worden. Esl wäre, von der Drncktequng abgescbrn, mich nicht möglich gewesen. Das Acaleriat danir wuroe vielmehr, wie die Beinerknngen über den einzelnen dlbschmttcn besagen, seit 19 05 durch Einzel- crkundungen gesammelt. Der erste Band tvirrdc dann 1912 gedruckt. Die Lettsädm beweffen wniit eine seit fünf Jahren betriebene eingehende Vorberciwng sür einen Feldzug im nen- tralen Belgien. Es lind nichts anderes als g Heime Dienstvor» schriftcn für ein dort kämvsendcs cnalisw. > $.w. Die englische Generalschaft bat sich Mithin schon feit geraumer Zeit aus diesen Fall sotvcit eingerichtet wtd ihn so sicher vorausgesehen, daß sie die mühselige 'Arbeit her Zusanrincnstellung dieser militän» scheu »andbückter dnrchsunrte. Ohne eine bereitnftllige und wei- -testgchcnde llulerstutzung der belgischen Regierung und Militär-» vehörden war eine solche Arbttt nicht tzu leisten. Derartig erschöpfende, bis ins Kleinste gehende strategische, taktische Angaben wie die oben mitgeteilten, oder so genaue Taten über bas rollende Material, über die Schleusen und Brücken kann ruan aus andere Weise sich rächt beschaffen. Die Listen über die Velegungssähigkeit, die über Belgien verfügen, als wäre es das eigene Land, können nur von der belgischen Regierung stammen. Äuer ist zweifellos amtlick>es belgisches Material benutzt worben. Man hat es für englische Zwecke zurechtgemvcht oder viele Stellen einfach ins Englische übersetzt. — So eingehend hatten lÄrg» laich und Belgien bereit» rm Frieden ein militärisches Zusammenwirke:, miteinander verabredet. Belgien war eben politisch und militärisch nichts anderes als ein Vasall Englands. Die Entrüstung, die England heilte wegen Deutschlands angeblichen Neulralitätsbrnchs vor aller Welt zur Schau trägt, ist durch diese Dokumente als völlig haltlos und ungerecht erwiesen. Wenn senlanü den Anspruch auf Empörtsein hat, so sind wir es. Als anläßlich unserer Operationen an der Küste die englische und französische Presse höhnisch meinten, wir seien über die Gefahren des Ueberschwemnrungsgebietes im sogenannten Polderland nicht unterrichtet, hatte sie insofern recht, als wir Belgiens Geländes- Verhältnisse zu Beginn des Krieges allerdings nur soweit kannten, wie sie sich aus den im Buchhandel käuflichen Quellen ergaben. — Umso wertvollere Beutestücke waren daher für uns die englischen Erkundungsberichtei und vorzüglichen Karten. Wir konnten dieses außerordentliche Material sofort den eigenen Zwecken dienstbar machen und England mit den eigenen Waffen bekämpfen. Darin liegt für die sorgsame Arbeit unserer Gegner wohl das beste Kennzeichen. Au» dem türkischen Hauptquartier. (WTB.) Ko n stau t in ope 1, 1 Dez. (Nichtamtlich.) Die gestern veröffentlichte amtliche Mitteilung: des Großen Hauptquartiers besagt: Am 29. November haben an der persischen Grenze unbedeutende Zusammenstöße mit den Russen stattgefunden. Die Haltung Gricchenlauds. Konstantinopel, 1. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) „Taswir-i-Eskiar" erfährt, daß Griechenland alle Anerbietungen und Bemühungen des Dreiverbandes, mit ihm zu gehen und der Türkei den Krieg zu erklären, zurückwies, weil Ettiechenland es seinen Interessen entsprechender finde, alle Meintrwgsverschiedenheiteil mit der Türkei freundschaftlich zu regeln. Au» Rumänien. Bukarest, I.Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Tie Kam- m e r wählte Michael Phorkde einstimmig ivieder zum Präsidenten. Die Agence Roumaine bemerkt, die Einmütigkeit der Wahl bekräftigte die Einigkeit aller Rumänen in diesem Augenblicke. — Ter Senat wählte den früheren Präsidenten Basil Missir wieder. Au» Bulgarien. Sofia, 1. Dez. (WTB. Mchtamtlich.) Die Brüder Buxton reisten am 90. November nach Nisch ab, wo sie kurzen Aufenthalt nehmen werden, um dann nach England znruckzutehren. Man betrachtet ihre Mission allgemein als gescheitert. Sofia, 1. Dez. (WTB. Nichtamtlich) Die „Agence Bulgare" meldet: Zwei Reserve-Jahrgänge, die zu Wasfetrübungen cinberusen waren, sind beurlaubt worden, um zwei neuen Jahrgängen Platz zu machen. Eine russische Drohung gegen Bulgarien. Kopenhagen, 1. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Die „Nv- w v j e W r e m i a" vom 24. November behandelt in dem Leitartikel das gegenwärtige Verhalten der bulgarischen Politiker und läßt sich in der erbittertsten und beschimpfendsten Weise über die Rebe des Abgeordneten G e n a d i e w aus, den sie als einen gewesenen Menschen bezeichnet. Die Zeitung zitiert das Geuadiew- sche Wort: „Wir sind keine Russoohvben," und bemerkt dazu folgendes: Mit diesen negativen Phrasen, die jeglichen realen Inhalts entbehren, charakterisiert der Redner die Beziehung Bulgariens zu Rußland. Augenscheinlich fand unsere Diplomatie in der letzten Zeit in Sofia gegenüber den Bulgaren nicht den richtigen Ton. wcnu der verantwortliche Redner der Mehrheit des Ministeriums sich bei Erwähnung Rußlands auf die eben erwähMe halb herablassende Phrase beschränkt. Das Blatt kommt auf die Möglichkeit des Einrückens Bulgariens in Mazedonien zu sprechen und »ersteigt sich zu folgender plumber Drohung: In diesem letzten Falle — und wir sind überzeugt, daß unsere Ansicht dm Stimme des gesamten denkenden Rußlands entspricht — würde nichts das Gefühl des Widerwillens und der Entrüstung zurückkalten können. Auf die Bulgaren würden die grausamen Wotte Taras Bulbas angewendet werden: Ich habe dich geboren, und ich werde dich auch töten. Der englische Protest gegen angebliche Reutralität»- vcrlctzung durch Ecuador und Columbien. London, 1. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) „Dailh Telegraph" meldet aus Washington: Bryan gab zu verstehen, daß er sich wegen !der englisch-französischen Proteste betreffend eine Neuttalitätsverlehung durch Ecuador und Columbien nicht weiter bemühen werde. Gegenüber den englischen Behauptungen, daß sich eine deutsche Funkeiistation in Columbien befände, begnügt sich die amerikanische Regierung mit einer Erklärung, daß dies nicht der Fchl sei. Es läßt sich nicht sagen, was die Vereinigten Staaten tun, wenn England und Frankreich selbständig gegen Columbien Vorigehen sollten. Der Korrespondent des „Daily Telegraph" glaubt, die Bereinigten Staaten würden sich einem energischen Auftreten England» und Frankreich,» nicht wider- setzen, man müsse abwarten, ob England und Frankreich dies wagen werden und ob nicht schlimmsten Falles die Vereinigten Staaten sich dennoch bemühen würden. Vom Burenkriege ist nur wieder eine englische Meldung zu verzeichnen: London, 1. Dez. >WDB. Mchtamtlich.) Die Blätter melden aus Pretoria vom 28. November: Hier wurde amtlich bekannt gemacht, daß General Louis B o t h a am 26. Rov. de, Zkastell die Buren unter Hendrik Brouwer angegriffen und rn der Richtung auf Nauwpoort zurückgetrieben habe. Zur Beurteilung der Bedeutung des Bürgerkrieges ist bezeichnend, daß die Frauen der Buren aus den Höfen arbeiten oder die Arbeit durch Kasfern verrichten lassen: die Männer stehen alle im Felde. Aur dem Reiche. Berlin, l. Dez. lW. B. Nichtamtlich.) Im Reichstag irat heute vormittag die sogenannte „freie Kommission" zur Vorberatung der neu gesorderten Kriegskredite zusammen. Von der Regierung sanden sich ein: Reichskanzler v. Äethmann H o l l w c q in feldgrauer Generalsuniform, säst olle Staatssckrelärr der Reichsämter und mehrere preußische Minister. Auch Vertreter der Bundesstaaten erschienen: darumer der bayerische Ministerpräsident (Äras v. H e r t l i u g. Außer den 36 Mitgliedern der "mmission sanden sich bei Beginn der auf 10 Uhr vormittags o „beraumten Sitzung so viele Abgeordnete als Zuhörer ein, daß der Saal des Bundrsausschusse« die Teilnehmer nicht zu fassen t" imochte Deshalb wurden die Verhandlungen alsbald noch Be- „m n ui de n Plenarsitzungsfaal verlegt. Ei» großer Teil der '.U>. geordneten war m feldgrauer Uniform erschienen. Der Vorsitzende deS Budgetausschusses. Dr. Spahn, leitete die Verhandlungen, deren strenge Verlraulichkeit der Ausschuß beschloß. Vor Beginn der Beratungen drückte der Reichskanzler in einer kurzen Ansprache seine Freude darüber aus, mit den Vertretern des Volkes wieder in persönliche Fühlung treten zu können. In begeisterten Worten pries er sodann den guten Geist unserer Arm« und Flotte und die Einigkeit des deutschen Volkes. Ausführungen über die politische Lage behielt sich der Kanzler für die morgige Vollsitzung des Reichstags vor. Reichstagspräsident Dr. Kämpf dankte dem Kanzler und versicherte ihn der unentwegten Einmütigkeit des deutschen Volkes. Stuttgart, 1. Dez. (W. B. Nichtamtlich.) Wie der „Staats-Anzeiger" hott, hat der König dem Reichskanzler zu seinem Geburtstage einen telegraphischen .Glückwunsch übersandt. Au» Stadt und Lau-, Gießen, 2. Dezember 1914. Auf dem Felde der Ehre gefallen. (Aus Hessen und den Nachbargebieten.) Hornist Gesr. Wilh. Schmidt, Ins.-Rgt. 117, ans Hain- Grüildan. — Lt. Max Eichel aus Tarmstadt. — Lehramts- Assessor Adam Ehrbard in Beerfelden. — Lt. d. Res. Hans Kleiner, Lt. bayr. Rcs.-Jns.-Rgt, — Landwehrm Jos. Dreht, J»I.-Rgt. 118, ans Worms. — Pionier Adain Trundt, Pionier- Bat. 2v, a>is KriegSheim. — Geir. Wilh. Heck, I. Res-Garde- Rgt. aus Dörnigheim. — Unteross. Ferd. La » nhar d l, Ins.- Rgt. 136, aus Hanau. — Osf.-Stellv. und Tiplom-Handelslehrer Tr. Hermann E l s ä j s e r ans Hanau. — Wehrmau» Wildelnr Simon. Fuß-Art.-Rgt. 7. au« Dtlleaburg. — Dr. phil. Willi. Schneider aus Nieder-Ramstadt. — Dragoner Karl Weitzel, Trag.-Rgt. 22, ans Darmstadt. — Einj.-Äeir. Wilh. Müller, 2. bayr. Jägerbat., aus Heinertshause». — Unteroff. d. Landwehr Franz Wilh. Keller aus Lffenbach a. M. — Ersatz-Restrvisl Adam Sybertz, Ins.-Rgt. 118, aus Offenbach a. M. — Unler- osfizier Jean Neurath, Pionier-Rgt. 25, aus Marburg. — Unteroff. Karl Achenbach, Jus.-Rqt. 83, aus Weitenbach. — Kaufmann Berlhold FriebertShäuser aus Gladenbach.— Res. Tambour Herm. AngerSbach, Nes.-J»s.-Rgl. 88, aus Biebeukops. — Unteroff. d. Res. Ludwig Müller aus Wommelshausen. , ** Von der Universität Der Pttvatdozent für Psn- chiattte und Oberarzt an der Klinik für psychische und nervöse Krankheiten der Universität Gießen Tr. Kart Berliner ist zum außerordentlichen Professor ernannt worden. ** Auszeichnung. Offizier-Stellvertreter Ludwig Bergör, Rcs.-Jnf-Regt. 116, aus Gießen erhielt die Hessische Tapserkeitsmedailke. **Fürsorgefürim Krieg Wer st ümnielte. Am 27. v. Mts. fand auf Veranlassung des Schriftführers der Deutschen Vereinigung für Krüppelfürsorge, Heim» Professor B i e s a l ski-Berlrn, in den Mäumen der Landesversicherungsanstalt zu - Tarmstadt eine Besprechung statt, wie für die im Krieg Verstümmelten, nur noch teilweise Arbeitsfähigen gesorgt werden könne. An dieser Besprechung haben Vertreter des Großh. Ministeriums, des Landesvereins vom Roten Kreuz, der Landesversicherungsanstalt Großh. .Hessen, der Lazarett-Direktion Darmstadt, des städtischen Arbeitsamts, des Krüppclheims und des Hessischen Fürsorgcvereins für Krüppel teilgenommen. Als Ergebnis der Besprechung wurde festgestellt: Die Fürsorge für die Kriegsinvaliden muß m ög lt ch st ze i t ig, also schon während der Lazarett- behandlnng erlittet an» es ist daher anzustzreben, daß in den allgemeinen Reserve- und Bereinslazaretten den Verwundeten, die einer orthopädischen Behandlung oder Nachbehandlung bedürfen, diese auch zuteil wird, und daß sachverständige Aemte hierfür zngezogen werden. Nach Möglichkeit »soll in Orlen mit größeren Lazarett-Einrichtungen eines der Lazarette hierfür besonders erusgestattet und diesem die geeigneten Verwundeten überwiesen werden. Da den Kriegern, die als Folgen ihrer Verwundung am vollen Gebrauch ihrer Gliedmaßen behindert sind, möglichst ihre volle Arbeitsfähigkeit ivieder gegeben werden soll, ist in ihrem Interesse eine vorzeitige Entlassung! ans dem Lazarett- und dem Militärdienst zu vermeiden, und es ist zweckmäßig, den wiederhergestellten Mann unmittelbar in eine Arbeitsstelle zu entlassen. Da die Verwundeten zumeist nicht in ihren Heimatslazaretten verpflegt werden, ist wenigstens die Nachbehandlung in der Heimat anznstrebcn, um die Arbeitssuche zu erleichtern. Die Verwundeten sind daher möglichst vor Abschluß der Bchandlung einem der 'Heimat nahe gelegenen Lazarett zuznführen. — Zur Arbeitsvermittlung sind keine Neueinrichtungen nötig, sondern cs ist engster Anschluß an die Arbeitsnachweise und Arbeitsämter zu empfehlen. Die in Arbeitsstellen Untevgebrachten sind — wenigstens in der ersten Zeit — zu überwachen und sollten sich in dieser Zeit nicht selbst überlassen bleiben. ** Militärische Vorbereitung der Fugend. Tie zweite Jnstruktionsstimde am Freitag abend brachte nach turne- ttschen Uebungen Unterweisungen über vesichiedene Arbeiten unserer Pioniere (Anlage von Schützengräben usw.) durch die Herren Bou- sührer Pairan und Kreistechniler Müller. Der erste Zug der ersten Kompagnie wurde durch die Herren Ofsizier-Stellvertrtter Haupt und Kern über den Bau unseres Militärgewrhrs unter- richtet. Zum Schluß behandelte Herr Oberlehrer Lamby, geschmückt mit dem Eisernen Kreuz, in sehr interessanter Weise die Frage, womit unsere Artillette schießt. Ein späterer Dortrag soll die Frage llarlegen, wie unsere Artillette schießt. Am Sonntag nachmittag rückten die beiden Kompagnien nach der Wellersbnrg aus. Tie Feuerwehttapelle, die sich freiwillig in den Dienst der Jugend gestellt hat, führte die Iungm-umschatt hjnairs und bolie sie in Wieseck wieder zum Heimmarsch ab. Tie Uebungen im Gelände erstreckten sich auf Unterweisungen im Entsernungschätzen, Bildung der Schützarlinie u. a. m. An der Anstnldnnc, der Jagend in obigem Sinn haben sich bis jetzt beteiligt die Herren Pros. Tr. Mitterniaier, Offrz.-StÄlv., Univ.-Sekvetär Erle, Stadt- baumeister B r a u b a ch, Schuhmachermeister Weeg, LeutnaM Dingeidein, Leutnant Petri, Feldw.-Leutnant Herzet, Feldw.-Leutn. Horst, Feldw.-Leutn. Ranft, Ofsz.-Stellvettr. Haupt, Offz.-Stellv. Kern, Oberlehrer Dr. S ch a e s e r , Bauführer Wachsen, Dreher Fritz Wenzel, FrnanzaspirantM ü l l e r, Schuhmachermeister Erb, Schlosser R. Schwall, Schueidermür Horey leck, Kreistochniker Müller, Bauführer Pairan, Architekt Roll, Univ.-Tanzlehrer Will, Rttsender Ph. Hermann, Feldwebel-Leutnant Naumann, Krimiualkommissar Müller und Dr. Krausmüller. ** Für unanbringbare Pakete, die durch die Sammelstelle der Kaiserlichen Marine, 1. Ersatzbataillon Kiel oder 2. Dorpedodivisrvn Wilhelmshaven, an Angehörige der Feldtruppenteile der Kaiserlichen Marine in Belgien versandt wurden, sind folgende Bestimmungen erlassen: Derartige Pakete sind grundsätzlich an den Absender zurückzusenden, wenn sie nicht den entsprechenden Vermerk enthalten, daß sie znm Besten der Angehörigen der betreffenden Feldtruppenteile verwendet werden dürfen. Kansleute und Handwerker, die Waren auf Bestellung versenden, tun gut, wenn sie die Pakete mit dein Vermerk versehen, daß sie im Falle der Unanbttngdarkeit znrückzn senden sind, weil bei manchen Feldttuppenteilen die Berernbanrng gettoffen ist, daß alle unanbringdaren Pakete znm Besten des Truppenteiles verwendet werden sollen. ** Po st verkehr mit Ge fa nyenen in Rußland. Die russische Postver wa l t u n g hat nunmehr der Erösfniing des Postanwcisnngsverkehrs der Kriegs- gesangenen zwischen Deutschland und Rußland zum l. Dezember z u g e st i m ni t. Die Postanweisungen nach Rußland sind in schwedischer Währung (Kronen und Lere, Meisl- bettag 525 Kronen) anSzustellen und werden in Malmö nach dem Kurse von 175 Kronen — 100 Rubel umgerechnet, lieber die sonstigen, bereits früher mttgcteilten Bersendungsbedin- gütigen geben die Postanstalten Auskunft; im Schaltervor- raum jeder Postanstalt ist auch ein Aushang („Pvstverkehr mit den Kriegsgefangenen") angebracht, der die Verscn- dungsbedingnngen enthält. " Stadttheater. Man schreibt uns: Um auch eine Neuheit zu dringen, wird am kommenden Dienstag im Abonne> ment „Als ich noch im F l ü g e 111 e i b e‘, ein iröhlicheS Spiel in 4 Auszügen von Albert Kehm und 'Martin Frehsee, gegeben werden. Das liebenswürdige Werk dürste zurzeit das meist- gegebene Stück aus deutscheu Bühnen sein und wird überall sehr gut ausgenommen, wie auch aus Darmstadt berichtet wird, wo es im Spielplan des HostbeaterS erschienen ist. ** Backhaus' Beethoven-Abend. Der berühmt« Klaviervirtuos Wilhelm Backhaus will die glänzende Lluf- nahme, die er bei seinem siüheren wiederholten Austrtten hier gesunden hat, damit erwidern, daß er seine Kunst in den Dienst der Kriegswohllätigkeit zugunsten Gießens stellt. Zu diesem Zwecke wird er im Rahmen der Konzerwereins-Veranstaltungen einen Beethoven-Abend zum Besten geben, der am Montag, den 7. Dez. in der neuen Aula stattfinüek. Das nach Inhalt und Walil llassische Programm bringt die Pathätigue, die Appassivnata und aus der reifsten Schasfenspettode des »Meisters die Sonate op. 101 in A-dur und die dem Erzherzog Rudolph gewidmtte in 6-moll (op. 111). Ein ähnliches Konzert hat Backhaus kürzlich in Berlin, bei dem die Kronprinzessin ihr Erscheinen zugesagt hatte, veranstaltet, und ebenso in Stuttgart, wobei ihni im besonderen Aufträge der Königin von Württemberg das Hoftheater zur Verfügung gestelll wurde. Die Verehrer des Künstlers dürste es interessieren, daß er kürzlich von Amerika zurückgrkehrt ist, wo er den größten pianistischen Triumph der letzten Jahre erzielte. Bon den Pressc- stimmen, die über seine viermonatige Konzertreise vorliegen, mögen einige mitgtteilt sein: „New Aork Staats-Zeitung": „Backhaus erwies sich als ein Künstler von allererstem Rang, der den ihm vor» angegangenen großen Ruf voll rechtfettigte. Vor allem ist er wunderbar musikalisch. Dazu besitzt er Einfachheit, Sttlgesühl und als besondere Naturgabe eine gewisse Naivüät, die sich an die schtviettgsten Probleme mit einer Selbstverständlichkeit bermrmacht, die erquickend wittt. Die schtviettgsten technischen Aufgaben löst er mit unfehlbarer Selbstverständlichkett, als ob alles für ihn ein Kinderspiel wäre. Und immer hat man das Gefühl, daß da noch ein Ueberschuß an Kraft dattnstecke, der sich nie ausgebe. Das Publikum feierte den großen Pianisten nach Gebühr. Wilhelm Backhaus ist der Ersten Einer und möglicherwttse der Erste von Allen." >— „The Sun": „Er genießt lwute die größte Wettschätzung und Verehrung aller ernsten Musiklicbhaber bei uns. Amettka ist überfüllt mit Künstlem, aber für solche Jdealerscheinungen der Musik ist immer rin Ehrenplatz frei: er mag wicdcrkommen!" — „New Bork City Revue": „Alles Empnndeu strömt in diese Zauberhäude, die zu singen nnd zu sprechen wttsem, Es ist so etwas Herttsities, Seltenes, einem Künstler sagen zu können, daß er die Kttttk eirt- ivaffnet, daß er den Kritiker zu einem Bewunderer seiner Kunst macht, ihn für viele Stunden der Unsieude und Unbefttedignng reichlich eirtschäbigt hat. Hier ist einmal ein Künstler, den man nur schweren Herzens wie einen liebgewordenen Freund schwinden sieht." ** Bortrag in der Unrversitüt. Wir machen nochmals auf den Borttag des Geh. Kirchenrats Prof. Dr. Eck: „Der Schotte Carlyle, Deutschlano und England", der heute abend 8 1 / i Uhr in der neuen Aula der Universität stattfindet, anftnerksam. Der Ertrag ist zmn Besten von Hinterbliebenen im Felde gefallener Gießenrr. ** Aenderungen im Wechselverkehr. Nachdem der Bundesmi durch Bekanntmachung vom 23, November die Protest»- sttst für Wechsck, die in Elsaß-Lothringen, in der Provinz Ostpreußen oder in einzelnen Kreisen »Destpreußeus zahlbar sind, sowie für solche im Stadtkreise Danzig zahlbaren gezogenen Wechsel, die als Wohnott des Bezogenen einen in Otz- vrenßen oder in einem der betettigten westpreußischen Kreise liegenden Ott anqeben, um weitere 30 Tage, also auf insgesamt 150 Tage, vettängett hat, ist die Postordnung vom 20. März 1900 entbrechend geändett worden. Ferner hat die Postordnung folgende beachtenswerte Aenderung erfahren: Während der Geltung der Bestimnnmgen über die Vettängerung der Fttsten des Wechsel- und Scheckrechts kann der .Austtaggeber verlangen, daß der Wechsel mit dem Postaustrage schon am zweiten Werktage nach dem Zahlungstage des Wechsels nochmals zur Zahlung vorgezeigt und, wenn auch diese Vorzeigung oder der Versuch dazu erfolglos bleibt, protestiert werde. Dieses Verlangen ist durch den Vermerk „Ohm die verlängette Proteststtst" auf der Rückseite des Postaustrags aus- zudrücken. Es können mithin künftig ausgeliefett werden a) Post- protestauiträge mit dem Vermerk „Ohne Proteststtst", d) Post- vrotestmifttäge mit dem Vermerk „Ohne die verlängerte Protestfrist" und c, Postprotestanfträge ohne leben Vermerk. Währeiü» bei den unter a bezeichneten Postprotestonsträgen sogleich nach der ersten vergebttchc-n Vorzeigung oder dem ersten Bettuch« der Vorzeigung Protest erhoben wird, sind die unter b und c auf» geführten Postprotestaufträge, soweit nicht eine zwette Vorzeigung überhaupt ausgttchlossen ist, wie z. SB. im Falle ausdrücklich« Zahlungsverweigerung bei der ersten Vorzeiguug, nochmals zur Zahlung vorzuzeigen und ersorderlichersalls zu vrotestieren, und zwar die unter o am zweiten Werktage nacki dem Zablungstage des Wechsels, die unter v bei Ablauf der verlängerten Wcchselproteststtst. ** Die Hnndebesitzer werden wiederholt darauf aufmerksam gemacht, daß nach dem Ausbruch der Maul- und Klauenseuche in der Stadt Gießen die Hunde so lange fest gelegt oder an der Leine geführt werden mnsserß als die Stadt Gießen einen Sperrbezirk bildet. Zuwiderhandlungen sind strafbar. Landkreis Gießen. F. Watzenborn-Steinberg, I.Dez. Unsere Jugend- w e h r ist nun ordnungsmäßig konstituiert. Ein Vorstand ist gebildet, Heller »nd Instrukteure, die sich bereitwillig zur Verfügung stellte», sind angenommen. Da nun auch gleich zu Anfang zirka 84 junge Leute beitraten und die Uebungen krisch und sröylich mtt- inachten, so Kursen wir hohen, daß die Einttchtung lebenSiähig sein wird und daß sie unserem Volke und vor allem unserer Jugend selber zum Segen gereichen wird. T. Watzenborn-Steinberg, l.Tch. Nachdem berttts am Sonntag, den 27. September ds. Is. in unserer Kirche eine Trauerfeier für die vier ersten gefaUenen Kttegar aus unserer! silameinde abgehalten wurde, fand am letzteil Totenfeste im Nach- mtttagsgottesdienst eine weitere sehr «ündrucksvolle und tier ergreifende Gedächtnisfeier für fünf Söhdre unserer mttnde statt, die ttn Dienste des Vaterlandes ihr Leben gelassen haben. Es find dies: Georg Harnisch IX. in Watzenborn, 29 Jahre alt, Karl Burk II. von Watzenborn, 25 Jahre alt, Ernst Häuser von Watzenboor, Theodor Ludwig Philipp twn Steinberg und Leopold Ka tz, Kriegsfreiwilliger von Watzen dorn, 19 Jahre alt. Inzwischen ist der Httmgang von nocki z>vei vielleicht drei unserer Jtrieger zur Gewißheit geworden, während noch einige vermißt werden, über deren VerÄ«b bis fetzt leine sichere Iiuskmlst zu erzielen matt x Utphe, 2. Dez. Die Liebes tat igkeit unserer Gemeinde hat sich glänzend bewährt. Bei der hiesigen Sammelst e l l e gingen bis l. Dezember ein 920.59 Mk., wovon 547.35 Mk. an das Kreiskomitee für „Rotes .cttenz und .Kriegshilfe" abgeliefert wurden. Ferner wltvden bis jetzt cur das Kreiskomitee in Gießen gesandt: 1000 Eier, 30 Pfund Wurst und Schinken, 1 Ztr. Aepfel, Türrobst, Wein, 500 Zigarre» und Zigaretten, Dabah 5 Pfeifen, 73 Paar Strümpsc, 64 Paar Handschuhe, 72 »opfschützer, 11 Paar Kniewärmer, 109 Hemden, 16 Unterhojcn. 38 Handtnck,er, 52 Bettücher, ein vollständiges Federbett, 2 Federkissen, Deckbett- und Ktssenbezügc, 9 Taschentücher, Scharpie, Watte und Zeitschriften. — Außerdem wurde das Lazarett in Hungen reichlich mit Nahrungsmitteln, wie «Leer, Wurst, Schinken, Obst, Bienenhonig, tzlelee usw. versehen. — Am 18. November ging an die in Not geratene Grenzbevölkerurrg Elsaß-Lothringens ein Daqgon mit Kartoffeln und Iehe». Zum Ersatz für diele sind 178 Privallehrrr, penstoniertc Lehrer, ehemalige Lehrerinnen und Ib Flüchtlinge heraiigezogc» morden. Ei,«gegen dem Verlange» der Lehrberren wurde ans Wunsch der Eltern ivieder mit den, Unterricht an den Fortbildungsschule» be gönnen. — Ti« Faniilie Holzhause» stiftete für die Versorgung von arnie» Kindern, deren Väter int Felde siehe», 20000 Mark. h. Frankfurt a. M., 30. Nov. Aus eine Eingabe des Deutschen Vereins sür Wohnungsrcsorm in Frankfurt (M.) an den Minister des Innern um Bereitstellung von fiskalischem Gelände und Bewilligung von Geldmitteln zur planmäßigen Förderung des Kleingarten wescns während der Kriegs- z c i t bat der pirußiichc E i s e n b a h n m i n i st e r die Eiscnbahn- dircktionen angewiesen, die Angelegenheit im weitesten llmiangr zu sördern. Mit dilsc der Dienst Vorsteher und Elsenbahnvereine solle» sosort die zum Kleingartenbau geeigneten Ländereien als Garicnbauland verwendet werden Außerdem ist der Kleintierzucht, besonders der Hühnerzucht, größte Sorgsalt zu ividmen. Ten Staatsriscnbahnverciiien und Arbeiterauslchüsstt, ist bei diesen Bestrebungen durch die Eiscnbahnverwaltungen jcdlvede Förderung zuteil werden zu lassen. Der Minister sordett von jeder Eisttlbahii- dircktion bis zum 1. Avril 1015 einen Bericht darüber ein, inwieweit seinen Anregungen entsprochen wurde. u. Usingen, I. Tez. Der Kutscher der KreiSabdcckerei Miihelm Pari ly aus Wilhelmsdorf stürzte während einer ächllichen Fahrt von seinem Wagen. Er genet dabei unter die Räder, die ihn z» Tod« schleittc». Seine Leiche fand inan am anderen Morgen au! der Landstraße. r. Rettert, 1. Tez Unter großer Beleilignng wurde der irüher« Bürgernrcister und Gastivirt Lorenz G emmer zu .'trabe getragen, Ter Verstorbene gchötte dem Krcisansschuß des Ilnterlahnkrcises feit langen Jahren an. llniDcrfitäU'üacbri^ten. Hk. Münster i. Westi„ 1. Dez. Der bekannte Physiker »nd Entdecker der KathodenStrablen, Keheiinrat Exzellenz Prosestor Tr. Wilhelm H i t! o r i in Münster i.W„ ist in, Alter von 90 Jahren gestorben. Zu Bonn geboren, promoviert« er 1818 und wurde bald darauf Prioaldozent an der Akodeiuie ijetzigen Universttä» Münster. 18S2 eriolgte ferne Ernennung zmn Proicffor der Physik und Chemie dalelbst. Hitlorf ivar ein Schüler JulinS Plücker« in Bonn. Plücker war einer der ersten, der stch mit den elektrrichen Lichterfcheninngen bcfchästigte. Von ihin hat Hittori die Anregungen ,»i>, dciondcrc» Studium der Beobachtungen an Geißler scheu Röhren erhalte». Er arbeitete über die Slüotrocrc des Selens und Phosphors und stellt« im Jahre 1365 gemeinsam mit Plücker lest, daß di« gleiche» Stoße bisrveilen verschiedene Spektra a»t- Ivciie» können. 1363 »nterinchtc Hittorf den Durchgang der Elektrizität durch sehr stark verdünnt« Gafe und land viele jener merkwürdigen Erscheinungen, di« 1878 durch Erooke« unter der Be- zeichnnug »Strahlende Materie' bekannt gemacht ivnrden. Bon seinen ivißcnschaltliche» Arbeiten sind a» erster Stelle seine Untersuchungen über die Elektrolyse z» nenne», insbefondere di« Unter- siichung über die fundamentalen Erscheinungen der »Uebersührnng oder Jonenmanderimg' »nd über »Eleklttzitälsleitung der Gase'. Der Gelehrte ist u. a. Mitglied der Akademien der Wiffenfchcnten in Berlin, 'München, Rom, Paris, Ehrendoktor der medizinischen Faknltät der Universität Leipzig, ^>er maihenratrsch-naturwißenschafl» lichen Fakultät der Universität Straßburg usw. Lingesaudt. Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Beranlwottung.) Gießen. 2. Dez. X Backhaus-Konzert. Wäre es Nicht möglich, daß vcr verehrliche Konzertverein dos .BackhauS-rkvnzett schon chm 4 Uhr beginnen ließe'? Bei den schlechten Zugverbmdungen nach vielen Seiten, vor allem auf den Nebenbahnen, wäre es dann auch vielen Landbewohnern möglich, sich an den Melodien unseres Betthoven zu erbauen, und dem griten Zweck tvürde manches Scherstein mehr zusließen. Tee Gießen« Musikliebhaber würden ioirklich vielen Land-- bttvvknttn damit ein Werk dtt Liebe ttweisen und könnten für den Tank dieser einmal den unbequemen frühen Konzettanfang aus sich nehmen, Medicus musicus. In der gestrigen Nummer Ihres geschätzten Blattes wird in dem Artikel über „Beleuchtung" ausgesühtt. daß die liescrn- den Gesellschaften mit dem Preis nicht ausgeschlagen seien und daß nur 1 bis Vs des srüheren Quantums geliefert würde: dieses ist richtig. Der rührige Geschäftsmann aber, der für Ersatz sorgt, damit seine Abnehmer nicht Not leiben» muß Petroleum aus anderen Quellen beziehen: da dieses teurer, muß er eben auch auffchlagen. Denn zum Zusetzen ist die gegenwärtige Zeit leider nicht geeignet. M. K. Märkte. le. Frankfurt a. M., 2. Dez. (Orig.-Telegr. des „Gieß. Anz»'s Amtliche Noiicrunqen der heutigen Fruchtmarktpreile. Weizen (hiesigerf Mk. 27.50—00.00, Knrhesnscher Mk. 27.50 —00.00, Wetrerau« Mk. 00.00 - 00.00. Roggen (hiesigerf Mk. 23.50-00.00. Gerste V, , 80- 84 . '/. . 80-96 . Getreidepreise ln Mannheim Brotpreise in Gießen: Weizen Ivo Kg. 00.00—00.00 Alk. Roggen 100 Kg. 00.00-00.00 Alk. Weißbrol 2 Kg. 68 P,,. Schwarzbrot 2 Kg. 60 Big. vüchertisch. — Der Verkehr mit der Feldpost. Handbuch nach ainllichcm Material mit Persendungs-Porschristen, Tarisen und Formnlarmusier» »ebst Llnhang: Vorschrift lür Weihnachtspalete ins Feld. — o. Münchow'sche Hof- und Universitäts-Druckerei (Otto Kindt), Gießen. — Preis 15 Pfq. — Direkt oder durch jede Buchhandlung zu beziehen. Ein Büchlein, das wirklich einmal „einem Bedürfnisse' enlsvttcht. Tie Formalitäten im Verkehr mit der Feldpost sind vielfach noch gänzlich imbekannt und doch für jedes HauS von Interest«. Die anitlichen Vorfchrriten sind von Anleitungen und Hinweisen für die Praxis begleitet. Formulare, zur Probe ausgefüllt, sind bcigeiügt. Wetteraus sichten in Hessen am Donnerstag, de» 3. Tez. 1911; Abnahme der Bewölkung, meist trocken, keine Teniperalurändcrung, westliche Winde. kehle Nachrichten. (WTB.) Großes Hauptquartier, 2. Dez. vormittags. (Amtlich.) Im Westen wurden kleinere Vorstöße des Feindes abgewiescn. Im Argonner Walde wurde vom württembergischen Infanterieregiment Nr. 120, dem Regiment Seiner Majestät des Kaisers, ein starker Stützpunkt genommen. Dabei wurden zwei Offiziere und annähernd 300 Mann zu Gefangenen gemacht. Aus Ostpreußen nichts Neues. In Nordpvlen nehmen die Küntpfe ihren normalen Fortgang. Zn Südvolen wurden feindliche Angriffe zurückgeschlagen. Oberste Heeresleitung. (WTB.) Großes Hauptguartirr. 2. Dez. vormittags. (Amtlich.) Dir in der ausländischen Presse verbreitete Nachricht. daß in der von uns gemeldeten Zahl von 40 (HK) russischen Gefangenen die bei Kutno gemachten 23000 mitent- haltrn seien, ist unrichtig. Die Oftarmee hat in den Sümpfen bei Wloclawrc, Kutno, Lodz und Lowicz vom 11. November bis 1. Dezember über 80 000 nnverwundrtc Russen gefangen genommen. Oberste Heeresleitung. Hollands Rüstungen. Amsterdam, 1. Dez. Holland rüstet Wester, um für alle Möglichkeiten vorbereittt zu sein, und beruft die Rekrutenklaffe 1915 die erst im Herbst des gleichen Jahres einrücken sollte, schon auf den 15. Tezembtt dieses Jahres ein. Man rechntt, daß die niedttländischc Arm« dadurch um rund 40 000 Mann verstärkt werden wird. Portugiesisch« Truppentransporte. Paris, 2. Tez. 12000 pottugiesische Soldaten sollen in mehreren Schiften die Straße von Gibraltar ostwärts passiert haben. In einer andern Meldung hieß es, die Portugiesen sollen den Engländern in Aegypten helfen. Der amtliche französische Kriegsbericht. (WTB.) Paris, 1.Dez. (Nichtamtlich.) Der amtliche Kriegsbericht von 3 Uhr nachmittags besagt: In Belgien fand gestern eine heftige Kanonade statt, doch wird kein deutscher Jnfanterieangrirs gemeldet. Nördlich Ar ras zeigte der Feind fortgesetzt ziemlick» große Tätigkeit. Im Gebiet der Äisne fanden zeitweilig aussctzende Kanonaden aus der ganzen Front statt. In den Argvnnen dauern die Kämpfe an, ohne jedoch die Lage zn verändern. Im Boevre und in den Vogesen ist nichts vorgefallen. Ein fmnzöftfthes ltzewbnch. Genf, 1. Dez. Bon den 160 Schriststmken des soeben erschienenen französischen Gelbbttchs erregen gerade jene, deren Herkunft höchst problematisch ist, das lebhafteste Interesse der Pariser Bevölferuirg. Die Skrupellosigkeit der ungenannt bleibenden Lieferanten von Geheimberichten wird im Gelbbuch grell beleuchtet. Den mit Belohnungen nicht kargenden Auftraggebern war auch die unwahrscheinlichste Kombinatton willkommen, wenn sie dazu beiträgt, dic Pariser These zu bekräftigen: Berlin will den Krieg uni jeden Preis. Serbien vor dem Ende, Wien, 1. Tezember. Ter i» Petersburg lveilende Vertrauensmann des serbischen Ministerpräsidenten, Zemo- witsch, sckyreibl in der „Noivvje Wremja": Tas Vertnschcn hilft nichts mehr. Tie Serben haben bisher mindestens 1000 00 Soldaten — fast ein Drittel ihrer Armee — verloren. Das, was Serbien droht, ist hundertmal schlimmer als das Schicksal Belgiens. Serbien steht vor der Gefahr der völligen Vernichtung. Türkische Beschlagnahme englischer Krirgskouirrbandc. 'Athen, 1. Tez. Der Befehlshaber von Smyrna beschlagnahmte auf der Elsenbahnstrecke nach A i d i n 9 L o k o m o t i v c u 300 Eisenbahnwagen » nd 15 000 Säcke Hafer der englisckfcn Firma Bittet. Der Aufstand der Somali. Konstantinopel, 1. Tez. Tic jüngst gemeldete Erhebung der woniali bestätigt sich An ihrer spitze sieht der Nahib TeS Seid Ahtvc'd cl Tetach der aus der berühmten nwhoi»- medanischen llniversiiät El Ashar in Kairo studiert Kat. Er sor dcrt in einem Ausruf zum Kriege in allen französische,« »nd englischen Kolonien Afrikas ans. Auch der einflußreiche Scheikh der Muntesikaraber Inn südlichen Mesopotamien', Saadim Pascha, hat sich zur Teilnahnre an denr Kampfe eickschlossen. Er wird mit 40000 Mann gegen die Engländer bei B a s sorg h ziehen und stellt außerdem der türkischen Regierung bedeutende tzielreidevorräte zur Verfügung. Aufruf an dir Nlohammrdaner Albaniens. Wien, l. Tez. In Skutari hat eine große Verianinl- lung albanischer Mohcnmnctxm« stattgefmiden, an der Ifla Bol» jetinaz und Prenk Bibdoda teilnahmen. Boljttinaz sordette die Versammlung auf, bem Ruse des Kalifen zu jolgeu uns cmiu Aufruf ait die Mohamim'daner Albaniens zu «lassen, in dem an die Mißhandlungen de» Alboni« durch die Sttben und Acun- tencgttner erinnttt und die Moharnmedan« Albamens zn den Wafteu gerufen werden, damit sic Schulter an Schult« mit den Verbündtten des Kalifen kämpften. Drr Heilige Krieg in Marokko. Mailand, 1. Dez. Mailänder Zeitungen melden aus Taug«, daß Tanger außer Gefahr sei. Tic gegen Tang« vorrückende Kohorte habe den Vormarsch eingestellt und sich gegen d,e Stadt Fez geivandt, wohin auch andere aufttändische Askaristämme marschierten. Fez selbst sei bttcits seit Mitte September von jeder Vnbindung mit Tanger abgeschmttcu. Japan und Französifch-Hmterindie». Berlin, l. Dez. Die „B. Z. am Mittag" meldet aus Peking: Tie „Osaka Taily News" vom 23. Srpleinb« bringen aus ami- lich« Quelle die interessante Nachricht, Japan habe Frankreich den Vorschlag gemacht, lapanische Truppen nach Frau- zösisch-Jndochina zu senden, „damit Frankreich in Ruhe alle seine dortigen Truvven nach Europa sendcn könne". Frankreich habe dieses „sreundschaftliche 'An«bitten" (!) abgelehnt. — ltntex den Einwohn«» im sranzösischen Schutzgebiet von Anam (im südlichen China- soll eS nach der „Peking Pik Poo" vom 4. Nov, übrigens bereits zu einem Auss and gekommen sein. Eine gute Acußrrung des „Porwürts". Berlin, 2. Dez. In einem Artikel über den Zusauimen- tritt deS Reichstages konrnit der „Vorwärts" ans die Festsetzung der Höchstpreise, den weiteren Ausbau der Ilnterstützuugs- einrichtungen, die Deckungsfrage und die Fvajge der Freiheit der Presse zu sprechen und sagt zum Schluß: Auch bei uns könnten ausflihrliche parlamentattschr Debatten niemals den Eindruä abschwächcn, daß das deutsche Volk entschlossen sei, in diesem Kriegs mit gesammelter Kraft und restloser Energie alle seine Kräfte aufzu' bieten, um seine Gegntt von seinen Greirzen zurückzn«ckflggen mti sich einen gerechten und dauernden Fttcdcn zu sichern. Sie erweisen unseren tapseren Soldaten im Selbe eine Wohltat, wenn Sie bei tiebergabensendungen 1—2 Schachteln Zaqr ächte 5obener Mineral - Pastillen beifügen. Dadurch beugen Sie mancher schweren Lrkram kung der Lust- und Atemwege vor und unterdrücken bereits entstandenen husten. Heiserkeit und Verschleimung im Ueime. Amtlicher Teil. Bekanntmachung. Sämftichc sich in d« Heimat aufhaltcnden Unteroffiziere »nd Dcannschaften d« Reserve, der Land- und Seewchr l und II, der Ersatz-Reserve und des Landsturms II. Aufgebote haben sich in der Zeit vom 1. bis 5. Dezember 1914 beim Hauptmcldeamt in Gießen — Zimmer 13 — perfönlich unter Vorzeigung ihres Militärpaftes zu melden. Es sind auch diejenigen Leute einbegriffen, welche berefts bei einem Truppenteil eingestellt waren und als dienstuntauglich wieder entlassen worden sind. Bon d« Meldung befreit sind diejenige,,, welche als unabkömmlich anerlannt oder vom Httresüienst zurück- gestellt worden sind. Die Unterlassung der Meldung wird nach den Kriegsgcsetzcn bestraft. Gießen, den 27. November 1914. Großh«zoglichcs Bezirkskommando. Naumann, Obetttleurnant und Bezirkskommandnir. Bekanntmachung. Betr.: Feldbereinigung Ebttstadt: hier Grmarkimgsgrenzrcgu- li«nng mit Bttgheim. In d« Zeit vom 1. bis emfchl. 8. g^zencker 1914 liegt aus Großh. Bürgettncist«c'i Holzheim . das PachlentschSdigungsonzrichnls pro Ernte,ahr 1914 zur Einsicht d« Btteiligicn offen. Einwendungen hiergegen sind ber Meldung des Ausschlusses während d« oben sestgcfetztcn Ossenlegungszcit schttftlich „nd mir Gttinden vettehen bei Großh. Bürgermeisterei Holzhcim cinz». reichen. Friedberg, den 25. November 1914. Der Äroßherzogliche Feldbereinigungskommistar. Schnittspahn, Regiernng^oat. Total-Ausverkauf wegen vollständiger Geschäftsaufgabe in meinem Geschäfts - Um bau Schulstrasse 6 Sämtl. Warenbestände, insbesondere Garnierte Damenhnte, wollene Mützen Strümpfe, weisse und farbige Wäsche Unterröcke, Spielwaren aller Art etc. werden zu .jedem annehmbaren Preise verkauft Günstigste Gelegenheit 1. billige Weihnachtseinkänfe A. Goldschmidt Sehnlstrasse 6 GIESSEN Sehnlstrasse 6 IUI 1111 M S IUI IUI H1I IUI 1111 MI MI «II Rll MI U nserer verehrlichen Kundschaft zur gefl. Kenntnis, dass von heute an nur noch zwei Sorten Brot gebacken werden können. — Laut Bundesratsverord- aung dürfen nur noch zwei Sorten Weizenmehl a) Weizenmehl Nr. 0 b) Brotmehl gemahlen werden. Der Preis für letzteres stellt sich wesentlich teurer wie seither. Eine gleiche Preissteigerung hat das Roggenmehl erfahren. Der Preis des Brotes beträgt ab heute: 2 Kilo gemischtes Brot 68 Pfg. 2 Kilo Kornbrot 64 Pfg. Zu letzterem müssen laut Bundesratsverordnung 5°/ # Kartoffelmehl verwendet werden. Bäcker-Innung Giessen NB. Die Brötchenlieferung bleibt weiter bestehen, doch muss auch hierzu 10°/ 0 Roggenmehl verwendet werden, und bitten wir die verehrl. Kundschaft, dies berücksichtigen zu wollen. ll9i9D III! 7 Zimmer 117331 Die von tim. Hauvtrn. Eoulmann imiflcU. 7-Zim. Wob«.. 1. Ela., ist anderw. w nerni. 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