B>. 282 Der Sietzener Anzeiger erscheint täglich, anxcr Sonntags. - Beilagen: viermal wöchentlich SithenerHamiiiciiblLtler, zweimal wöchentl.Kreik- dlattsürdenllrei-Gietzeu (Dienstag und Freitag): zweimal moiiatl Land' wirlschastllche Zeirfragcn Fernjvrech - Anschlüsse: iürdie SchristleiluiiglI2 Verlag,Geschältsstelleöl Adresse lür Trahtnach- richten: Anzeiger Kietzen. 2Innadme i»«n Anzeigen lür die TageSnumiiier bis vormittags 9 llhr. Erster Blatt ^4- Jahrgang Dienstag. Dezember H9W UW Rotetionsdrixk unt Verlag der Brühk'schen Univ. Buch- und Slcinörudcrei R. Lange. Schristlcitung, Seschästrjtellc u. Druckerei: Schulstr. 7. ,-,c-.»qS!> reis: liionatl. 75 Ps., viertel» jälirl. Mk. 2.20; durch Abhole- ».Zweigstellen nionatl. 65 Pf.; durch üieVosl Mk.2.—oiertel- jährl. ausschl. Beslellg. Zeilenpreis: lokalI5P>„ ausiv, 20 Pi. — Haupt- schriitleiter: 2lng. Goetz. Verantwortlich sür den oolit. Teil: Aug. Goch; für „Feuilleton", „Vermischtes" und„Gerichts- saal": Karl Neurath; nie „Stadt und Land": Otto Braun;- sür den Anzeigenteil: H. Beck. Reue Srsslge gegenüber kn Hüffen. Auszeichnungen yinLenöMgs und Ludenöorßs durch Kaffer Km-z Zofe?. Großes H a u p t q u a r t i c r , 30, Nov,, vormittags. (W.B. Amtlich.) Von der W c st front nichts zu melden. An der oft preußischen Grenze mißglückte ein U e bc r- l sallversuch stärkerer russischer Kräfte ans deutsche Besestignngcn | östlich Darkehmcn unter schweren B c r l u st e n. Ter , Nest der Angreifer, einige Offiziere und (iOO M a n n, wurde von ° uns gefangen genommen. Südlich der Weichsel führten die gestern mitgetcrltcn Gegen- j angrisse zu nennenswerten Erfolgen, Achtzehn Geschütze k und mehr als 4500 Gefangene waren unsere Beute. In Süd Polen ist nichts Besonderes vorgefallcn. Ober st e .Heeresleitung. Der inorgigen Reichstagssitzung, in der der Reichskanzler das Wort «rgrcisc» w.ird, ficht man mit der allergrößten Spannung entgegen, nicht, iveil es etiva irgendwie zweifelhaft wäre, daß der Reichstag die geforderten Mittel ohne Zögern bewilligen werde. Woie leiden- fchaftlich und nranrchajt der Nachsolger Bismarcks des Reiches Schutz zu wehren entschlossen war, Ter Hall seiner Worte im Reichstag hatte etlvas Ehernes, und die Wahrhaftigkeit ^seines Verhaltens nmrde als stolz und deutsch empfunden. '.Hielten >vir daneben noch die von beinahe schamhaften, Geiste «geborenen Berichte des englischen Botschafters in Berlin, der, nach seinen eigenen Worten zn urteilen, den Anklagen des Reichskanzlers nicht viel zu entgegnen wußte, so festigte sich allmählich die Ucberzeugung, daß in der Tat kein anderer als .Herr v. Bethmann.Hollweg selbst in der eirtscheidenden Stunde das erlösende Wort gesunden hat. Jetzt hat cs der Kaiser ausdrücklich bestätigt. Ter Kanzler nimmt unter den entschlossenen Führer» des Reiches den e r st e n Platz ein. Dieses Kaiscrlvort verschafft ihm in der morgigen Reichstagssitzung weithin über alle Welt Gehör und Autorität. Ein vom vollsten Vertrauen des Kaisers begleiteter Mann wird dem deutschen Fühlen und Denken die Richtung gebeii. Wenn er schon in den Vorverhandlungen mit den Parteien die Notwendigkeit ausgesprochen hat, daß angesichts der für uns günstigen Kriegslage nur ein dauernder Friede mit Entschädigungen für Gut und Blut in Frage kommen köunc, so festigt und stählt dies alle .Herzen Es .gibt kernen Kleinmut auch bei unseren Bundesgenossen Wen beglückt es nicht, daß Graf Tisza vor seinem ungarischen Volke dem Zusammenhalten mit dem deutschen Reich so anfeuernde Worte gewidmet hat. und iver tönnte atme Bewegung die Worte des greisen Kaisers Franz Josef Hören, mit denen er Deutschlands Stolz, unseren General- sekdiwarschall v, Hindenbnrg und seinen Generalstabschef «rusqezeichnet hat? Sprach ans der secle des tapferen Greises nicht der Mut und die lleberzengung, die schließlich -zum Siege führen müssen? Wir fürchten weder die Engländer noch die Russen, die auch nach der neuesten Meldung -aus dem deutschen Hauptquartier wieder Schläge und Verluste erlitten haben. Dem Reichstag wünschen wir, daß -er morgen der Welt ein treues Spiegelbild der unerschöpflichen Kräfte unseres Volkes sei! * . * Der Reichskanzler über die Lage. Berlin, 30, ')c»v, (Ctr. Blnl lieber die bisherigen Beil» echungen zwischen dem Reichskanzler und den Parteiführern erfährt der „Bert. Lokatanz,", daß die Aöcktetlnngen des leitenden Staatsmannes über die Geiamtlagc durchaus zuversichtlich klingen, sowohl,. über die im Westen, wv es nach linieren gegenwärtigen Stellungen misgeschlvssen erscheint, daß der Krieg von dort her je in unser Vaterland getragen werden könnte, als^ auch . über die durchaus günstige Lage im -Osten. Unter solchen Umständen besteht eine 1l ebereinst immun g zwischen der Regierung und den Bvlksvcrrretern darin, daß nur ein Friede geschlossen werden darf, der absolute Dauer verspricht und der uns sür alle dargebrachten Opfer an Gut und Blut entschädigt. Der Kaiser an General v. Mackensen. D a n z i g , 30. Nov. (WTB, Nichtamtlich.) Der Kaiser hat an General v. Mackensen folgendes Telegramm gesandt: „Die 9. Armee hat unter Ihrer bewährten sicheren Führung in schwerer!, aber von Erfolg gekrönten Kämpfen sich von neuem unübertrefflich geschlagen, Ihre Leistungen in den verflossenen Tagen werden als leuchtende Beispiele für Mut, Ausdauer i»u,ö Tapferkeit der Geschichte ev- halteu bleiben. Sprechen Sic das Ihren vortrefflichen Truv- pcu mit Meinem kaiserlichen Danke aus, de» Ich dadurch zu betätigen wünsche, daß Ich Ihnen den Orden Pour le Merite verleihe, dessen Insignien Ich Ihnen zugehen lasse. Gokt sei ferner mit Ihnen und unseren Fahnen. Wilhelm I, 8." General v. Mackensen hat dieses Telegramm in einem Armeebefehl betannlgegeben und hinzugefügl: „Ich freue mich, meinen heldenmütigen Truppen eine solche Anerkennung zur Kenntnis bringen zu können. Das Berdienstkreuz gilt der ganzen 9. Armee." Kaiser Franz Foses a» GeneralscldmarschaN v. Hindenburg. (WTB./P o s e u , 30. Nov. (Nichtamtlich, > Kaiser Franz Josei bat an Generalfeldmarschall v. Hindenburg und dessen Geucralstabschef v. Ludendorfs aus Anlaß ihrer Beförderung Glückwunschtelegrainme gesandt. Das Telegramm an v, .Hin- dcnburg lauket: __ Lieber Gencralseldmarschall v, .Hindenburg! Innig» erfreut, Sic zu Ihrer Beförderung in die höchste militärische Würde, die Sic der huldvollen Anerkennung Ihrer ruhmvvllcn Führung des unvergleichlich lavsereu Ostheeres seitens Seiner Majestät, Ihres erhabene» Kriegsherrn, verdanken, wärmstens beglückwünschen zu können, ist es mir Bedürfnis, Ihnen zu bekunden, welche vielbe- gründete .Hochschätzung ich und inein Heer Ihnen zollen. Klar, -fest und treu wirkten Sie in schwersten Käinpsen, in steter lkeber- einstimmung mit meinem Heere, und dieses wird stolz sein, sich je enger init Ihnen verbunden zu wissen, Ihren glänzenden Feld- herrnnamcn meiner Wehrmacht zum leuchtenden Sinnbild kriegerischer Höchstleistungen zu erhalten, ernenne ich Sie zum Oberstinhabe r meines Infanterieregiments Nr, 6 9, Möge es der unerschütterlichen Wafsenbrüderschaft meiner und der dentichrn Wehrmacht befchicden sein, der gemeinsamen gerechten Sache in beharrlichem Kampfe den Sieg zn erringen. Franz Joses. Das Telegramm an v. Ludendorfs lautet: Lieber Generalleutnant r- Lnbeüoorff! Zu Ihrer Beförderung, durch welche die höchste Anerkennung Ihrer glänzenden Leistungen seitens Seiner Majestät, meinem treuen Freund« und Verbündeten, zu, weithin sichtbarem Ausdruck kommt, beglückwünsche ich Sie auf das herzlichste. Es sei Ihnen vom Allmächtigen vergönnt, mich weiterhin in der gleichen vorbildlichen Weise in bewährtem Einklang mit meinem Generalstab an der Seite Ihres-ruhmreichen Feldkerrn zu wirten, Franz Josef, Englische Besorgnisse. Amsterdam, 30, Nov, (WTB. Nichtamtlich.) Das „Händelsblad" meldet ans London unterm 29. November: Tie „Times" läßt sich aus B o u l o gn e berichten, es scheint, daß die Deutschen ihren nächsten Angriff in der Umgebung von Arras unternehmen wollen. Sie sollen dort 700 000 Mann zusammengezogen haben und wollen offenbar einen neuen starten Versuch machen, auf der Linie Arras-Lille die Küste z-u erreichen, French über den Kamps in Flandern. Berlin, 30. Nov, (Ctr. Bln.) Der englische Feldmarschall French gibt, wie der Amsterdamer „Telegraaf" meldet, einen ausführlichen Bericht über die verflossenen Kämvie zwischen Ppern und Amentisres, der die deutschen Leistungen iinmerhin gerechter behandelt als die meisten früheren, englischen Mitteilungen über diese Kämvie, Er erklärt: Am 19. Oktober wurde die Lage bei Bvern kritisch. Der Feind stand mit ansehnlichen Krästen an der Los, während vier englische Arineekorvs über eine viel größere Farmt ausgebreitct waren. Außerdem rückten aus dem Weesm bedeutende deutsche Berstärkungen heran. Würde der Widerstand der Belgier gebrochen, tj mußre der rechte Flügel der Verbündeten weichen und der Weg zuiii »anal hätte dein Feinde freigestanden. French betont, daß ihm die Folgen der Besetzung eines Kanat- haiens durch die Deutschen so schwerwiegend schienen, daß er es lieber wagte, die Operationen aus der ausgedehnten Front zn beginnen. Daranf satidle er das l. Arnieekorps nach dein 4iorden von Dvern. ivährend die ül»rigeii Truppen so ausgestellt wurden, daß sie imstande waren, die Pläne des Feindes zu vereiteln. Die Belgier mußten soviel wie möglich dadurch helfen, daß ste sich am Kanal imd an der Mer cingrubcn, eine Maßnahme, die sich bewährte, French sagt weiter, das englische Heer habe seinen Zweck erreicht nach einer viel schwereren Arbeit, als ein englisches Heer je zu leisten gehabt habe. Er weist auf den strategischen Erfolg der Verbündeten hin und bedauert die sehr schweren Verluste, die sie erlitten haben. Tie späteren Gefechte trugen einen verzweifelten Charakter, Tie Verbündeten wurden von «inein übermächtigen Feind angrgriffcm Zum Schluß lagt French: Tic Wichtigkeit dieser westlicher ?kk- tionen kann man erst voll erfabren, wemi man bedenkt, daß es gelang, die Deutschen auf einer Lanfgrabenlinie von 260 Meilen sestznhaken, in dem Moment, als die östlirben Provinzen Deutschlands in Gefahr standen, von den rnsiischen Heerscharen überlaufen zn werden. Die Einstetlvng der Waffenfähigen in Frankreich. Lhon. 29, Nov, (WTB, Nichtamtlich ;hrr Beruhigung des in Frankreich herrschenden Unwillens, daß eine «große Anzahl Mobilisierter nicht eingestellt sei, schreibt „Lyon Republtcarn", es halbe sich dabei run lieber- zählige gehandelt, ivelctw in weitaus größerer Zahl ein- trasen, als vorheryesehen war. Es fehlte an Offizieren und es schien daher unnütz, die Staatskosten zu erhöhen und größere Mannschaftsbestände, als für die ersten Kriegsbedürftrisse notwendig waren, untätig in chren Garnisonen liegen zu lassen. Die größten Verluste habe von allen Waffengattungen zweiseilos die Infanterie erlitten, Man sei augenblicklich dabei, die überzählige» Infanteristen einzuberitsen und angesichts der großen Jnsante- rteverlnstc die überzähligen Soldaten anderer Waffengattungen der Infanterie einzuverleiben, um deren Lücken aus-- jüUen zu köirnen. Bombcnwcrscr über Geut. Berlin, 30, Nov, (Prival-Tclegr.) Der „Bert, Lakal- Anz," berichtet aus Amsterdam: Ans Sas van Gent wird)' gemeldet: Zwei Flieger, die über latent flogen, warfen zehn Bombe» in das Stadtviertel Molestceds und »er* wuiideten drei Personen, Wahrscheinlich beabsichtigten sie ein im Brügge-Kanal verankertes deutsches Schiff zu vernichten, auf dein sich höhere deutsche Offiziere befanden. Sie erreichten diesen Zweck aber nicht. Englisches Reginient in Armcntieres. (WTB.) Paris, 30, 9kov, ('Nichtamtlich,) Tie englischen Militärbehörden, denen Armentieres unterstellt ist, gaben durch Blaucranschlag tu Armentieres und Hazcbrout bekannt, daß ein seder Einwohner von Ar- mentiercs, welcher die Stadt verlassen hat, diese vom 27. November ab bis auf Widerruf nicht mehr betreten könnte. Tie Maßregel ist angesichts des Mangels an Lebensmitteln getroffen worden, welcher trotz des Abzuges von fünf Sechsteln der Einwohnerschast bemerkbar zn werden beginnt, Ter Ring um Bclsort. Zürich, 30, Nov, Ter „Züricher Taacsanzcic>er" meldet ans dem elsässischen Grenzgebiel: In den letzten Tagen haben wieder größere lüesechte in der (tzegeud Thann—Tennhcim - Gewenheim stattgefunden. Die Franzosen versuchten sich eine tiefer gelegenes Zufuhrstraße von Bclsort her zu sichern, da die Bogesenpässe durch den Schnee unpassierbar werden. Der sranzösische Vorstoß ist an« allen Stellen zurückgcschlagen worden. Der Ring um Belsort hat; sich bis nach Süden scharf an die äußersten Vorwerke vorgeschoben. Eine gerechte Vergeltungsmaßnahme gegenüber französischer Völkerrcchtsverletzung. Berlin, 30, Nov, «WTB, Nichtamtlich.) Die „Norddcntschc, Allgemeine Zeitimg" teil: u. a, mit: Französische Erlasse Habens ganz allgemein die Beschlagnahme und Seauestrativul des gesauiten Vermögens deutscher Unternehmirngen! in Frankreich angeordnct. Von dieser Anordnung nrird in der rüchichtslosesten Weise Gebrauch gemacht: ja vielfach wird das deutsche Vermögen liqmdiert und veifchleudert. Neuerdings trat die französische Regierung in gewissem Sinne den Rückzug an, indem vor den willkürlichen Verschleuderungen des sequestrierten Vermögens gewarnr wurde. Trotzdem stellen sich diese Schritte als so schwere völkerrechtswidrige Eingriffe in deutsche Privatrcchte dar, daß eine empfindliche Vergeltungsmaßnahme notwendig erscheint. Eine vom Bundesrat am 26. November erlassene Verordnung crtlärr nunmehr sür alle ganz oders überwiegend französischen llnternehmungen, für Niederlassungen von Unternehmungen und insbesondere für den gesamten in Deutschland befindlichen Grundbesitz französischer Staatsangehöriger die EinsetzmiA einer zwangsweise staailichen Verwaltung für zulässig. Mit der Einsetzung von staatlichen Verwaltern verliert der sranzösische Inhaber und Unternehmer Besitz- und Ber- fügnngsrecht über das gesamte Vermögen und die Unteniehmungen. Tie Durchführung der Verwaliung bestimmt die Landes-Zentrol- Behördc, Ter Berivälter kann sich, wenn nicht die Aufreckiterhal- tung des Betriebes z. B. mit Rücksicht ans die deutschen ?lrbeitev und Unternehmer im deutschen Interesse liegt, auf die 'Abwicklung der laufenden Geschäfte beschränken, und dann den Betrieb einstweilen stillegen. Er brauchi auch nichi die gesamte Bewirtschaftung selbst auszuüben, sondeim kann den Betrieb verpachten. Was jeweils als bas RicbUge erscheint, wird sich nur nach den Verhäkt- nisien im Einzelfalle entscheiden lassen, Tic Auflösung im ganzen, lediglich zum Zwecke der Beseitigung, ist ausgeschlossen. Nur deni Reichskanzler blecht es Vorbehalten, im Wege der Vergeltung, d, h, falls die französische Regierung ihrerseits die Liquidationen der deutschen Verniögcn guthcißcn oder anordnen sollte, auch die Auslösung der hiesigen französischen Unternehmungen für zulässig zu erklären. Es kann abgewartet werden, ob Frankreich uns zwingcic. will, auch solche Maßnahinen gegen die hiesigen französischen Unter- nehmungc-n, Grundstücke und Warenlager anzwoenden. 'Aber auch in diesem äußersten Falle würde es, tvie bei den übrigen Dvrschrrften der Verordnung, sich nicht um ritte Vermögens-Konfiskation handeln, da die Ergebnisse der Liquidation tvie die der BertoaUnng, sür die Rechnung des Unternehmers bis auf weiteres zu hinterlegen- sind. Eine Rede des Grafen Tisza. Budapest, 30, 9iov, (WTB, Nichtanitlich,) Abgeordnetenhaus. Bei der Beratung des Berichts betr. die Verwendung der .Honveds und des Landsturms außerhalb' des Staatsgebietes ergriff Ministerpräsident Graf Tisza das Wort und führte aus: Man kann jetzt auf Grund der Erfahrungen der letzten Monate sagen, daß der Krieg absolut unvermeidlich war. Einzelne Staaten neideten Deutschlmtd seine große wirtichaitlichc Entwickelung, andererseits wurde unsere Friedensliebe ols Tchwäckc gedeutet und darauf zurüctgcführt, daß die Monarchie untäh-.g und schwach sei, während tatsächlich unsere Politik von der Fc-iedcns- licbc aller leckenden Faktoren der Monarchie und namenllich iwn dem friedliebendsten Monarchen der 'Tüclidiktieri- war. > Zustimmung,) Der Krieg ist heute mehr als jemals uicht nur ein Rrngen der Armeen, sondern der Völker und Nationen, ,«n dieiem Ringen haben die ungarischen Truppen und die ungarische tzlatwNdMlßer- ordentliches geleistet, wie dieses auch der Höchstkoniinandterende, Erzherzog Friedrich, ausdrücklich bezeugt hat, Der Ministerpräsident sagte öarauk. er ,ei glücklich, ans Grund unmittelbarer Eindrücke sagen zu können, daß auch die leitenden Faktoren der großen deutschen Nation von A„ c r ke n n un g und Ve r t r a n e n für die ungarische Armee crfiillt seien, (Lebbasle Zilstiinmung.) Der jetzige Krieg sei auch der erste unter dem di,.altstischen Regime, Der Dualismus hat nnninchr die Feuerprobe bestanden, und es sei durch die Bsahrheit erhärtet, das, wrx «ino folüjf GtskaltlMtz der 'JJibiwidiie imtmittu' ji*i, die höchst« iteiftung.^f&btflTeit hu bewahren, lueldK Uwgrnrn« berechtigten Selbständigkeitsbestredungeii Rechnung trage und dennoch die Euisjeit der Gefühle und Bestrebungen verbürge, ätrns TibAa erklärte schließlich, er glaube de» Gefühlen aller Ausdruck Kr geben, wenn er sagst. das in Strömen vergossene Blut werde für die ungarische Station Früchte tragen. Der Kamps werde ohne Eriiiatten und ohne Klein- iiiiittgieit fortgesetzt werden müssen, bis die Bedingungen der künftigen Sicherheit für die ungarisckfe Nation geschaffen .'sind. * » * Zur Niederlage der Russen bei Homonna. - WTB. ) Budapest, 30. Nov. (Nichtamtlich.) Nach Berichten, die hier an amtlichen Stellen cingetrofsen sind, war die Niederlage der Russen in dem Gefecht bei Homvnna noch viel größer als anfänglich angenvmnien wurde. Unsere Truppen hatten die russische Stellung an beiden Flügeln uiw- fgßi und einen doppelten Flankenangriff gegen sie gerichtet. Das Feuer unserer Artillerie brachte den Russen schreckliche Verluste bei. Der bravouröse Sturmangriff der Fnßtruppen war so unwiderstehlich, daß der Feind eiligst den Rückzug antreten mußte. Während des Rückzuges wurden die Russen von unseren Geschützen mit einem Hagel von Schrap- nellfchüssen verfolgt. Neben 1500 Gefangenen verloren dw Russen in diesem Kampfe Tausende Tote und Verwundete. In dem Komitat Ung drangen die Russen nur ivenig über die Grenze, da sich ihnen sofort eine überlegene Gruppe unserer, Kräfte entgegenstellte, der es sofort beim ersten Zusammen-- stoß gelang, den Feind zurückzuiocrscn. Die Verfolgung des Feindes jenseits der Grenze ist im Zuge. Von der Front langen unausgesetzt russische Gefangenentransporte an. Ein weiterer Sieg der Oesterreicher in Serbien. W i e n, 30. Nov. (WTB. Nichtamtlich .) Vom südlichen Kriegsschauplatz wird amtlich gemeldet: 30. Nov. Auf dem südlichen Kriegsschauplatz dauern die Kämpfe an. :stestern wurde das hartnäckig verteidigte S u v o b o r, der Sattelpwrkt der Straße Baljevo — Cacal, nach heftigen Kämpfen erstürmt. Das Bataillon Nr. 70 zeichnete sich hierbei besonders aus; auch das Regiment Nr. 16 und das Landwehr-Regiment Nr. 23 haben sich in den letzten Tagen neuerdings hervorgetan. Gestern wurden insgesamt 125 4 Mann ge sangen genommen und 14 Maschinengewehre erbeutet. In llzice wurden viele Waffen und viel Munition vorgefunden. AuS dem türkischen Hauptquartier. Ko n st a n t i n o P e l, 30. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Der amtliche Bericht aus dem Hauptquartier vom 20. Nov besagt: Die Russen, die wir am 22. November in der Umgebung von Doutai geschlagen und in nördlicher Richtung zurückgeworfen haben, halten, nachdem Verstärkungen bei ihnen etngetrosfen sind, gegenwärtig eine Stellung in der Nähe von Kilitsch-Geudcg. Unsere Truppen nehmen eine Stellung vor den feindlichen Linien ein. Au» Heften. Krim kampflosen Landtagcwahlen in Hessen. rb. Darmstadt, 30. Nov. Der bekannte Plan, auf dseurrd einer gemeinsamen Berstänoigung aller politischen Marteren. wie dies auch in anderen Bundesstaaten geschehen ist, die demnächst ersorderlich werdenden Wahlen zur Zweiten Kammer ohne Kampf stattfinden zu lassen, ist leider enbgültiggescheiterl Bei einer gestern abend unter dem Vorsitz des Kammerpräsidenten Köhler ob gehaltenen Sitzung von Mitgliedern aller Parteien fand eine nochmalige eingehende Besprechung dieser Frage statt. Man war sieb im allgemeinen darüber einig, daß ein solches lleber- elnkommen nur unter der Wahrung des gegenwärtigen Besitzstandes und unter dern Gesichtspunkte erzielt werden könne, daß alle Parteien ihre weitergehenden Wünsche hinter dem Interesse der Sache zurücktreten ließen. Man wurde auch, was in der 14 Tage früher abgehaltenen Versammlung nicht der Fall gewesen »bar, darüber einig, daß in dem Wahlkreis Nauheim-Butzbach, den der parteilose Abgeordnete Ioutz vertritt, Wiederwahl stattfinden solle, >nährend frühere Vorschläge dahin gingen, in dem Kreise, in dem verschiedene Parteien stark vertreten sind, eine regelrechte Kampagne stattfinden zu lassen. Gestern erklärten aber die sozialdemokratischen Vertreter ganz im Gegensatz zu den früheren Vorschlägen des Abg. Ulrich zur allgemeinen Ueber- raschung in strikter Form, nur dann für die kampflose Wahl stinimen zu können, wenn eines der in Mainz in Betracht lammenden Landbagsmandatc ihrer Partei zugestanden irürde. Diese Forderung fand beli den Vertretern der andern Parteien entschiedenen Widerspruch, und da die Sozialdemokraten trotz aller Ermahnungen aus ihrer Forderung be- harrten, ging die Versammlung auseinander, ohne ein positives Ergebnis erreicht zu haben. Aus dem Reiche. Erweiterte Familieilunterftützungen. Die „Nordü Allg. Ztg." kündigt folgendermaßen eine Erweiterung des Personenkreises für Familienunterstützungen an. Dir Reilbsrcgieruiig Hai neuerdings weitere Richtlinien bezüglich der Anwendung des Gesetzes vom 28. Februar 1888 üi der Fassung des Gesetzes vom 4. Llugust 1914 betreffend die Familienunber» stützungen aufgestellt und den Bundesregierungen zur Beachtung empfohlen. Es bandelt sich dabei um eine recht bedeutende Erweiterung des Personenkreises der Anspruchsberechtigten. Ueber iveüerc Ergänzungen schweben zurzeit noch Verhandlungen mit den beteiligten aintlichen Stellen. Im einzelnen seien aus dem iltund- schrciben iolgrndc Punkte hervorgehoben: 1. Im Falle der Bedürftigkeit sind auch an Stiefeltern, Stiefgeschwister und Stie fkinder der in den Dienst Eingetrcteneu Fmnilien- uraerstützuugcn zu gewähren, insofern sie von ihnen müerhalten wurden, oder das Unterhaltmigsbedürfnis erst nach dem erfolgten Di-cnstcintrüt hcrvorlrat. Unter denselben Voraussetzungen sind auch unehelichen, mit in die Ehe gebrachten Kindern eüier Edesrau Unterstützungen zu gewähren, mich wenn der Ehemann nicht ihr Barer ist. Elternlose Enkel der Ein berufenen sind den ehelichen Kindern der Emgctretencn gl eich zustellen; 2. Nicht nur den ,Familien der Mannschaften des Beurlaubtenstandes, sondern auch denpnnqe» aller übrigen im wehrpflichtigen Alter stehenden Mannschaften. welche infolge der kriegerischen Ereignisse nicht mehr in der Lage waren, in die Heimat zurückzukehren, sind im Fälle der 'öeMfcrftiflfett Und-rstätzungen zu gewähren, sofern glaubhaft gemacht wird, daß sie als Gefangene im feindlichen Ausland zurück gehalten weiden, wobei kein Unterschied M machen ist, ob sie vom Feinde als Kriegsgefangene oder als Zivil gefangene behandelt werden. Tos Gleiche gilt bezüglich solcher Mannschaften, von denen gxmdhast gemacht wird, daß sic im Ausland, bei einem Marineoder Truppenteile zur Einstellung gelangt sind. 3. Gemäß 810 ttf. '- werden Unterstützungen, falls der in den Dienst Eingetretene nor seiner :kückkehr stirbt oder vermißt wird, solang« gewährt, bis tnr Xonnotiem, welcher er angehorte, auf den FricdcnSsust zurück- geiührt oder aufgelöst wird: insoweit pdoch den Hinterbliebenen auf Grund des Gesetzes vom 17. Mai 1907 Bcwilliguithca gewährt werden, fallen die durch das Gesetz geregelten Unterstützungen fort. Diese Bestimmung ist so auszulegen, daß zwischen dem Fortfall der Familienunterslütziiilgen und dem wirklichen Bezüge der Hinterbliebenenrente eine Unterbrechung nicht eintreteii soll. Die Worte ,,gewährt werden" sind also gleichbedeutend mit den Worten „tatsächlich zur Auszahlung gelangen". Von der Anrech nung der vis zu diesem Zeitpunkte gewährten Familienimtcrstützun- gen ans die Hinterbliebenenbezüge ivird locgen der Schwierigkeit der Durchführung des Bersghrens abzusehen sein. Das Gleiche gilt, wcmi der in den Dienst Eingetretene infolge Verwundung oder Krankheit als selddienst- oder garnisondieustunsähig zur Entlassung kommt und ihni die Kriegsinvalidenrente zugesvrochcn ist. Wenn auch die unter Ziffer l bis 3 erwähnten Bewilligungen nicht ausdrücklich im Gesetz aufgcführt sind, lvird doch bei Erlaß des im 8 12 a. a. O. vorgesehenen Spezialgcsehes dafür Sorge getragen, daß die Bewilligungen in Höhe der in § 5 festgesetzten Mindestsätze den Lieferungsverbänden vom Reiche erstattet iverden. Arrs Siavt rrnv Cond. Gieße», 1. Dezeinber 1914. Auf dem Felde der Ehre gefallen. (Aus Hessen und den Nachbargebieten.) Lehrer Philipp K i elser aus Mainz. — Leutnant d. Res. und Amtsrichter Heinr, W i n k e l st e r », 2. bayr. Feld-Art.-Rgt. — Lt, Friede! Kaiser, Fuß-Art.-Rgt. 9, a»S Darmstadt. — Landlvehrmann Phil. Fischer, Jns.-Rgt. 116, aus Darmstadt. — Rel. Anton Kromer, Jns.-Rgt. 168, ans WormS. — Scesoldat Phil Seibert, 1. See°Bat„ ans Gimbsheim. — Gest. d. Res. Karl Reisingcr, Jns.-Rgt. 118, ans Nieder-Jngelheim. — Land- wehrmann Ernst Elans, Jns.-Rgt. 168, ans Herbornseelbach. — Gest-, Heinr. Maar, Jns.-Rgt. 116, aus Homberg. — Gesr. d. Res. Karl Strack, Jns.-Rgt. 116, ans Homberg. — Landwehr»,. Gg. Krämer, Jns.-Rgt. 118, aus Offeubach a. M. — Res. Jakob Schneider, Jns.-Rgt. 116, aus Metzlar-Niedergirmes. — Res. August Schäfer, Pionier-Bat. 25, aus Philippstein. — M»Sk. Jak. Karl, Jns.-Rgt. 168, aus Ratzeusnrt. — Res. Ang. Tamm aus Frisch born. , ** Der Kaiser beim 18. Armeekorps. Kurz vor seiner Abreise nach dem östlichen Kriegsschauplätze stattete der Kaiser dem 18. Armeekorps einen Besuch ab. In Begleitung des Kommandierenden Generals v. Schenck durchfuhr er die Reihen der tapferen Soldaten, die den obersten Kriegsherrn mit brausendem Jubel begrüßten. Später brachte der Kaiser, der außerordentlich frisch aussah, längere Zeit aus einem erhöhten Platze zu und beobachtete von hier die deutschen und feindlichen Schlachtlinien und einen Artilleriekampf. Beim Abschiede dankte er dem General für die tresf- lick>e Haltung der Truppen, die er gesehen habe, und bat den übrigen Formationen, die er nicht besuchen konnte, seinen kaiserlichen Dank und Gruß zu entbieten. Besonders dankte aber auch der Monarch dem General für die vorzüglichen Erfolge, die dieser mit dem Korps errungen habe. Unter stürmischen Kundgebungen der Truppen begab sich der Kaiser darauf mit seinem Gefolge in das Große Hauptquartier zurück, ** Geburtstagsfeier des Großherzogs in Feindesland. Dem Feldpostbriefe eines unserer braven Lan d stur mm ä nn e r in V. entnehmen wir folgende Schilderung über die Geburtstagsfeier nuferes im Felde stehenden Lau de s H err n: „Unsere Feier gestern abend war recht nett. Ein Saut in unserer Kaserne war gefegt und nftt Tairnengrün und deutschen und hessischen Fahnen sehr hübsch dekoriert worden. Das Fahnentuch hatten wir requiriert, d. h. die Franzosen mußten es bezahlen, unser Kompagnie Schneider fertigte die Fahnen, einige Leute, die sich darauf verstehen, schmückten die Wände. Die Tische wurden nftt Schirting überspannt, ein Klavier ivar herbeigeschafft worden, die elekttische Beleuchtung wurde in Ordnung gebracht, die Stadt mußte neue FiWöfen liefern, so wurde der Saal zu eiuem wirklich festlichen Raum. Sehr viele Offiziere nahmen an der Feier teil, auch mehrere Generale, darunter der Etappeninspekteur und sein Generatstabschef. Es gab ein Essen, bestehend aus einem guten deutschen Kartoffelsalat, kaltem Ausschnitt, nämlich Braten, Sck>inken, Leber- und Blutwurst, Butterbrot mit Käse und Sardinen. Doch sürsüich für ein Wendessen in Feindesland. An Wein und Bier fehlte es ebenfalls nicht. MUsikalisckis und deklamatorische Genüsse, höherer und iriederer Stufe, wechselten mit mehr oder weniger zündenden Ansprachen. Einer der Generale toastete auf den Kaiser, und da habe ich begriffen, was es heißt, Soldaten durch Worte zu höchster Begeisterung zu entflammen. Die mit einein außerordentlich markigen Organ und größtem soldatischen Schneid vor- getragene ttrrze Rede griff auch dem letzten bis ins innerste Mart. Da begriff ich, wie wertvoll eine solche Ansprache, im richtigen Augenblick gehalten, sein kann. Der Mann wirkte geradezu suggestiv. .Herr B., der in der 1. Kompagnie steht, die mit der 4. feierte, hielt zum Schluß eine Rede, in der er uns und allen deuffchen Soldaten den Schwur tun ließ, dem Kaiser zu seinem Wiegenfeste den Einzug in Paris als Gabe des deuffchen Heeres darzubringen."' ** Ritter des Eisernen Kreuzes. UM Wilhelm Bethge aus Herborn. — Fcldw.-Lt. Regierungsbau- meister A. Metzger, 1. Inf.-Landsturm-Bat. Friedberg, in Friedberg. — Bizefewtv. 5>. Res. u. Adjut. im Inf.-Regt. 81 Erdnuß aus Herbvrn. — Wachtmeister beim Garde-Train Heinr. h o s s m a n n aus Herborn. — Musk. Julius Kranz aus Neustadt bei Kirchlhain. —t August Schnittdiel aus Neustadt bei Kirchhain. — Kriegsfreiwilliger Carl Otto Endemann, 56. Jns.-Regt., aus Dillendurg; — Freiherr Cornelius von Hehl zu Herrnsheim, Rittmeister im 1. Garde- Drag.-Regt., aus Darmstadt. — Rechtsantualt Fr. Koch, Philipp Wiegand und Heinr. Jrle aus Büdingen im Friedberger Laudsturm-Bat. Lt. d. Res. Ernst Knorz aus Wetzlar. — Uffz. Lehrer Fritz H-ein, Res.-Futz-Art- Regt. 3, aus Oberwetz. -— Lt. jd. Res. Oberliehrer Jakob Kabel, Inf.-Regt. 118, aus Darmstadt. — Bizeseldw. Lehramtsassessor Herrnaun Schott, Res.-Inf.-Regt. 116, aus Darmstadt. — Schreibgehilfe Heinrich Koerschens aus Darmstadt. — Rittmeister .«reisamtmanu Dr. Probst aus Friedberg. — Nffz. Wrllh Dillemuth, Leibg.-Regt. 115, aus Bermuthshain. — Off.-Stelldertr. Pfarrer Happel aus Herbstein. — Uffz. Roßmann, Feld-Art.-Regt. 25, aus Frankenhausen. — Bizeseldw. Maas, Inf.-Regt. 118 aus Wornts. — Füsilier Müller, Postassistent Helm- reich und Lehrer Held aus Heubach. — Off.-Stellvertr. Blum aus Zwingenberg. — Prof. Dr. Grifft Friedber- ger-Berlm, .Htzgteniker beim 23. Reserve-Korps. Die Hessische Tapserkeitsmedaille erhielt Leutnant und Kompngniestlhrer Helmuth Bock. ^"HessischeLehrerim Felde. Von den viele» rm Heer kämpfenden hessischen Lehrern häben bis jetzt 60 den Heldentod gefunden. 16 Lehrer erhielten für ihr tapferes Verhalten vor dem Feinde das Eiserne Kreuz. ** P oft- und Paketverkchr mit den Feldtruppen. Feldpostbriefe im Gewicht von mehr als 250bis 500Gramm werden voraussichtlich allmonatlich einmal für die Dauer einer Woche ^gelassen werden. Eine lstrufigcre Zulassung ist nicht angäutzig. — Die Beförderung von Paketen dis zu 5 Kilogramm, neben den jeüerzerr durch Vermittlung der Ersatztruppenteile und Etappen bchörden zulässigen Sendungen, tvird nach einer zwischen der Post- und der Heeresleitung gettoffenen Vereinbarung gleichfalls tunlichst einmal monatlich für acht Tage zugetassen. Die Besffmmungen über die Beschaffenheit der Verpackung der Patete werden durch die Heeresverwaltung nach den Erfahrungen der beiden ersten Paketwvchen geregelt werden. ** Der Dank Elsaß-Lothringens. Auf die vor einigen Tagen erfolgte Absendung eines größeren Teiles der ^ Sammlung für die durch den Kckieg in Not geratenen Teile von Elsaß-Lothringen ist von dem Bürgermeister der Stadt Straßburg folgendes Schreiben eingegangen: An den Herrn Oberbürgermeister der Stadt Gießen. Sehr geehrter Herr Kollege! Ich bin Ihnen von Herzen dankbar für Ihre tatkräftigen Bemühungen zur Linderung der Not in den durch den Krieg heimgesnchten Gebieten Elsaß-Lothringens und es har mir eine große Freude gemacht, aus Ihrem Schreiben voni 19. Noo. zu ersehen, welchen Erfolg die von Ihnen veranstaltete Samnltung bereits hatte. Ich bitte Sie, sehr geehrter Herr Kollege, allen denjenigen, welche sich an der Sam mlung beteilig! haben, meinen w ä r m st e n D a n k, den ich zugleich auch namens unserer Bevölkerung hiermit aus- preche, übermitteln zu wollen. Mit kollegialer Hochachtung! gez. Dr. Schwander, Bürgermeister. ** Anlage städtischer Gärten. Wie aus einer Bekanntmachnntz in der vorliegenden Nummer hervougeht, beabsichtigt inan einem Plane näherzutreten, der zum Gegenstände l>at, städtisches Gelände in dem Winkel Mischen Licher Straße und Bahnüberqantz in Gärten auszuteften und zu verpachten. Dre Landwirtschiafts-» deputatton ist geneigt, der 3tadtvervrdnereiwerscmmtlung eine dahingehende Vorlage zn machen, wünscht sich jedoch vorher darüber zn vergewissern, ob di« Nachfrage nach solchen Gärten die dafür aufzuwcndendcn Kosten rech t st : r li gt. In der erwähnten Bekanntmachung werden daher Liebhaber solcher Gärten aufgefordert, sich zn melden. ** Die Engländer im Korpsbezirk. Das stellvertretende Generalkommando des 18. Armeekorps teilt — für den Korpsbereich des 18. Armeekorps gültig — folgendes mit: Laut Deffügung des stellvertretenden Generalstabes müssen englische Staatsangehörige, die das Reichsgebiet verlassen wollen, entweder bis zum 6. Dezember 1914 oder am 6. Januar 1315 die Reise aussühren. Zwischen diesen Zertpunkten ist dic Ausreise verboten. — Gesuche um Ausreise zum 6. Dezember sind bei den Polizeipräsidien bezw. Kreis- oder Landratsämtern bis spätestens 2. Dezember 1914, mittags 42 Uhr, einznreichen. Landkreis Gießen. X Großcn-Buseck, 1. Dez. Dem Stellwerksobeffchlasser Geiß in Grünberg ist voni Großherzog die unkündbare Sin* ft e U ii n 8 verliehen worden. # Großeir-Buseck, 30. Nov. Unsere Gemeinde bereitet für die Mannschaften, welche im Feld stehen, eine Weihnachts- bcscherung vor. Jeder einzelne unserer Krieger bekommt sein Weibnachtspaket, wrläws allettei Gegenstände enthält, die einem «Soldaten Freude machen können. — Die vor 3 Wochen gegründete Ing endwehr, Grohen-Bufeck, welche unter Leittmg des Wachtmeisters Glaub- Reiskirchen steht, hat sich über Erwarten für den Anfang gut entwickelt und zählt bereits 70 Mann. Tie vor 8 Tagen ansgeführtr effte Ucbuirg im Gelände erregte das lebhaft« Interesse mcht nur der daran beteiligten Jugend, sondern auch vielsach der Wien. In der Woche fanden 2 Jnstruktionsstunden statt welche ganz besonders dadurch auf die Jugend anziehend wirken, daß einige Unteroffiziere und Gefreite, die als Verwundete hier im Schloß liegen, als Instrukteure daran tellnahmen. Kreis Laulerbach. ff- B e r m u t s h a i n, 29, Nov. Der zweite Sohn des hiesigen Försters Dillemuth, der als Unterolfizier in der 11.Kompagnie des Jnsanterie-Regiments IIS diente, ist mit dem E i I e r n e n Kreuz ausgezeichnet worden. Dabei wurde er durch einen Bajonettstich an der einen Hand verwundet und bcftndet sich zurzeit in seiner Heimat zur Genesung. Der älteste Sohn des Försters Dillemuth, «benlalls Unteroffizier, befindet sich in französischer Gesangenschalt. Kreis Friedberg. % Frliedberg, 30. Noo. Die Gcwerbevercine des Kreises Frickbcrg beabsichtigen die Errichtung eines Kredrt- i n st i t n t c s für 5xnidwerker. Der Bezirksvcrbmrd wurde nirt der weiteren Verfolgung der Angelegenheit, die in den iveitesten Kreisen regem Interesse begegnet, betraut. — Jedem im Felde stehenden Mitglied« des Kreisgewerbevereins wird zu Weihnachten vom Bofflande eine Liebesgabensendmrg übermittelt. Starkenburg und Rheinhessen. X Darmstadt, l. Dez. Am Samstag vormittag wurde auf der Kranichsteiner Straße in der Nähe des Karlhoses der Taglöhner Jakob Holmann aus Griesheim von einem Auto, ni o b i l überfahren. Der Verletzte wurde von der Rettungswache nach dem städtischen Krankenhaufe gebracht, wo nur fein Tod festgestellt werden konnte. O Mainz, 30. Nov. In der Nacht zum Sonntag ist nach längerer Krankheit LandgerichtSdirektor Dr. Karl Georg Bocken- heim cr im Alter von 78Jahren gestorben. In ihm verliert der hefsifche Richterstand eine feiner Zierden, die GefchtchtSwissenfchast einen hervorragenden Vertreter, Der Verstorbene war Ehrenbttracr der Stadt Mainz. Kreis Wetzlar. X Wetzlar, 4, Dez. Schnell ihr Ziel erreicht hat eine Flaschenpost, welche von Angehörigen des Regiment- Msch- weüer auf ihrer Fahtt von Rordfrankreich nach — wo andershin am 25. Oktober ins Wasser geworfen wurde. Tie bett. Fellqwst. karte >var an di« Handfchuhfabttk Franz Terbeck hierselbst gerichtet und hatte laut „Wetzl. Anz." folgenden Inhalt: „An den Finder! Wir vom ResTRegt. — kamen beute, am 25. November 1914, morgens von Nordfoankreich ans der Turchsahrt durckz Deutsckiiland, Destimtmingsort unbekannt. Wir bitten den Finder, diese Karte der näctstlen Postanstall zu übergeben mit gefl. Angabe des Fundortes Und der Zell. Indem wir im vorrms danken, sind nur zn Gegendiensten gern bereit, Oskar Terbeck, Theo Wernberger, Steeg, Heinp, IDern, Heinrich Pmrscher, Will). Essel." — Die bett. Karte ist bereits mn 27. November, vorniittags 1k Uhr, von eineni Arbeiter der Gttte-Hostmrngshütte im fsthein- Herne-Kanal gesunden und seinem Ateffter übergeben worden. Letzterer, der Rohrmeister Paul Weth, Vofftandsmitglied des Ktteger- Vereins der Gute-Hostmmgshütte, hat die Karte zur Post gegeben und sic fft bereits am Samstag hier eingetrosfen, Hessen-Nassau. sj Marburg, 30. Nov. Eine bekannte Marburger Persönlichkeit, der 73 Jahre Me alleinstehende Ofenpntzer Wilhelnt Hermann genannt Büchse, entfernte sich vor einigen Tagen, iveil ihn die Stadt ft, einer AnstM unterbringen wollte. Gestern früh fand man die erstarrte Leiche des Mannes in einem Graben in der Nähe de- Bahnhofs. □ Marburg, 30. Nob Als fr e iwttlli a er Ja g e r ins Feld gerückt ist der Schreinerlehrling Jakob ScKitz von hier, der im Alter von 15 Jahren und 5 Monaten steht. Der Baterlandsverteidiger, der bereits Gefreiter lvnrdc, ist allerdings von großer kräftiger Gestalt. nt. S i t tfi b a i n , 30. Nov. Eine erhebende Trauer- und c b ä di t nt e f c t c r für seine im Kampfe für das Vaterland gefallenen Sangesbrüder Johannes Pitz und Konrod Schaub ver anstallcte der Gesangverein Niederwald unter Mitwirkung des dortigen Kriegervereins. Beide Vereine marschierten mit ihren trauerumslorten Fahnen gemcinschastlich zur Kirche. Herr Lehrer Rüger, Tirigcnt des Gesangvereins, gedachte der Verstorbenen in einer zu .Herzen gehenden Rede Ter Gesangverein trug einige der Feier würdige Lieder vor. Tie Schuljugend beteiligte sich durch Vorträgen vatriotischcr Gedichte und verschiedener Lieder. X. Ha»au, 29. ölov. In der letzte» Zeit sind in Ravoli- baniei, bei Sana» zu verschiedene» Zeilen drei Brande auS- «iebroelie», deren Entstehung, ivic an? einem AnSschreibe» der Staatsanwaltschaft hervorgeht, nur ans vorsätzliche Brand- flistilng znrückgesnhrt werden kann. Von der Hessischen Brand- vers>chcrnng?a»slalt in Kassel ist eine Belohnung von 308 Ml. ani die Entdeckung de? Täters ansgeselzt ivordcn. X. Gelnhan se», 29 Nov. Ter KreiSansschnb de? Kreises Gelnhausen hat 1000 i'!f. sür die gcsehadi gen Osi- ureiijcii beivilligt. ($/ Aus Nassau, 30. Nov. Ter Ev ang. Obcr- k i r 6> e ii r a t macht bekannt, hier und dort hätten Gemeinden die Anlegung besonderer M ricgergräber beschlossen. Ter Gedanke dürste auch siir alle die Kirchcngemeiiiden, die eigene Friedhöfe besitzen, und in denen eine grössere Anzahl Todesfälle von Kriegern zu erwarten steht, sich zur Nachahmung empfehlen. Gerade die unentgeltliche Darbietung einer solchen würdigen Ruhestätte werde vielen durch den Heldentod ihrer Mitglieder schwer getroffenen Familien die Teilnahme der Äirchengemeinden wohltuend bezeugen und dazu beitragen, die Herbigkeit des B c r l u st e s versöhnend zu m i l- d c r n. A»>»versltät»-rincr>rick)ten. h Frankfurt a. M., 30. 4at das englische Publikum tir, erschüttert, und man hat es unter allen Tragödien des Krieges sür die snrchlbarsle erklärt, wenn Hunderte von Menschen, wie bei der Vernichtung der „Hove" und „Momnoulh", wehrlos ertrinken müssen Wenn cs möglich iväre, die Matrosen mit einem Avoa- >at auszustaiten, der sie sogleich über Wasser hält, so würde dadurch viel gewonnen sein Deshalb erwägt man in den Kreisen der englischen Marine die Einführung einer „Lebensretter-Uniform", die ein Mr. I. W. Gicve erfunden hat Es bandelt sich dabei um einen Schwimmgürtel, der in die West? jeder Marincuniform erngenähi werden soll und der durch eine kleine Röhre, die an >ljm beseitigt ist, in ivcnigcr als 20 Sekunden auigcblasen werden kann. Tic Erfindung ist in Wcumouth von mehreren höheren Marineoffizieren geprüft worden, und cs Hai sich gezeigt, daß sie nicht nur den Träger über Wasser hielt, sondern auch noä, zwei andere Männer, die sich an den mit der Lebensretter-Unisorm Bekleideten seslhielten. Bei den letzten Katastrophen, die di.- englische Marine betroffen, erwies sich das Umlegen der vorhandenen Rettungsgürtel als viel zu umständlich und nicht wirksam genug. Beim Untergang des „Hermes" rcrtetcn sich verschiedene Matrosen dadurch, daß sie teere Petroleunrtanncn dazu benutzten, um sich über Wasser zu halten. Ein mir der Kleidung iedes Matrosen sest verbundener Schtvimmgürlel würde die beste und schnellste Hilfe leisten, und so könnte durch Einführmig der Erfindung manch wertvolles Leben gcrertet werden. Märkte. kc. Frautsurt a. M. BiehhoiMarktbericht vom30.Nov. Austrieb: Rinder 1806 (Ochsen 391, Bullen 65, Kuh: und Färsen 1409,. Kälber 272, Schafe 138, Schweme 2311. Tendenz: Rinder in guter Ware lebhaft, sonst ruhig, nahezu Ochsen. Bollffeischige, auSgeniäüele, höchste» Schlacht- weriis, 4—7 Jahre alt .... . ... di« uaü, nicht gezo leu haben (migejochtcj . . Junge fleischige, nicht anSgemänele n»d ältere Bulle». ^ Voll fleischige, ausgewachsene, höchste» Schlack,tw. Vollfleischige, jüngere......... Färsen, K ü h e. Vollfleischige ausgein. Färsen höckift. Schlachtw. VoUlleijchige ausgem, Kühe höchste,i Schlacht- wertes bis z» 7 Jahre»....... Mäßig genährte Kühe und Färsen Kälber. Mittlere Mast- »nd beste Sauqkälber Geringere Plast- und gute Saugkälber Schake. Stallmastsckiase: Plastlämmer und jüngere Maslhammel Aeltere Masthammel, gut genährte Schale und geringere Masllämmer Schwei» c. Vollfleischige Schweine von 80 bis 100 kg Lebendgewicht..... Vollfleischige Schweine unter 80 kg Lebendgewicht........ Vollfleischige Schweine von l00 bis 120 kg Lebendgewicht..... Preise sür 100 Pkd. Lebend- Schlachtgewicht Mk. Mk. 53-57 49—51 97-105 90—95 46—48 85—90 47-50 40—43 SO—83 70-84 43-53 86-95 44-47 40-46 37—42 28—34 80-84 77-88 70-78 56—68 47—50 42—45 80—85 71-76 40—00 86-00 29-00 70—00 imige 54.00- 57.50 69.00—71.00 54.00- 56.00 88.00—70.00 56.00- 57.50 69.00—71.00 Amtlicher Wetterbericht. Dessen tlicher Wetterdien st, Gießen. OLetteraussichtcn i» Lcsscn am Mittwoch, &e;i 2. Dez. 19U : Fortdauer der beuel,enden Witterung: Bedeckt, zeitweise Niederschläge, Temperatur wenig geändert, südwestlich« Winde. Letzte Nachrichten. Die Kriegsbeute in Rußland wächst! (WTB.l Großes Hauptauartirr. I.Dez. vorm. (Amtlich.» Aus dem westlichen Kriegsschauplatz nichts Neues. Auch in Ostprcußrn unv Südpolen herrscht im allgemeinen Ruhe. In Nortzpolen, slwlich der Weichsel, steigerte sich dir Kriegsbeute in Ausnutzung der gestern gemeldeten Erfolge. Dir Zahl der Gefangenen vermehrte sich um etwa 95,00, die der gewonnenen Geschütze uni 18. Außerdem fielen 20 Maschinengenwyre und zahlreiche Munitionswagen in unsere Hände. O b c r st e -Heeresleitung. Der Reichstag. Berlin, 1 Dez. Tie heute stattsindende Sitzung des freien Ausschusses des Reichstaiges dürfte sich, wie das ,/Berl. Tagebl." schreibt, lauge lffnziehen und wahrscheinlich am nächsten Tage fortgesetzt werden. Me sozialdemokratische Reichstag sfr aktion beschloß laut „Vorwärts" »ach eingehenden Beratungen, den geforderten Krediten zu- zustimmen und ihren Beschluß mit einer motivierten Er- llärung zu begründen. Die Tätigkeit der Kriegsmotorboote im Osten. Berlin, 1. Dez. Das Freiwillige Motorboot- k v r p s hat sich, wie der „Vossischen Zeitung" aus dem Osten gemeldet wird, auf den o st v r e» ß i s ch e n Flüssen lebhaft am Kampse beteiligt. Auf der Meniel, aus dem Kurischen Hass und vor allem aus der Weichsel sind Motorbootflottillcn unlerwegs gewesen. Aus der Weichsel halten sie regen Anteil an der großen Schlacht bei Wloclawek. Sechs Boote waren hier aus vorgeschobenen Posten, bestimmt, den linken deutschen Flügel zu decken. Sie haben mit M a s ch i n e n g e w c h r c n sich tapfer am Kampfe beteiligt und auch Lan- dungs kor Vs' entsandt. Ei» Boot erbielt einmal in kurzer Zeit l>i Trester. Das schwierige Fahrwasser der Weichsel mit ihren Sandbänken machte den Booten besonders zu schassen. Obgleich die Boote aus der Wasjersläche dem Feinde immer ei» gutes Ziel boten, ist kein Boot verloren gegangen. Leider ist jetzt durch den Frost und d» Eisverhältnifse die Tätigkeit der Motorboote im Osten gehemmt. Die Entrechtung Finnlands. Berlin, l. Tez. Zur russischen Entrechtung Finnlands wird der „Vossischen Zeitung" aus Stockholm gedrahtet: Ter frühere Spreckier des finnischen Landtages, Svinhusvud, der seines Amtes entsetzt wurde, weigerte sich, seinen Posten zu verlassen Ter russische Generalgouverneur hat ihn daraus ahne gerichtliche Untersuchung nach Sibirien verbannt. — Nach einem Petersburger Telegramm der „Neuen Zürcher Zeitung" fiftierte der russische General gouverneur zwei Zeilungcn in Ltbau und Hangö, weil sie sich lobend über den Kommandanten der „Emden" ausgesprochen hat len. — Wie die „Boss. Ztg." bericküet, wurde vor einigen Tagcz nördlich der Stadt Tamnierssors nachts die Brücke über den -o-cr Pnhae Jaervi in die Luit gesprengt. Tie Sprcngstcllen befanden sich an beiden Landseiten. Tie etwa 500 Pieter lange Brücke ist voll ständig zerslört worden. 21 us einem nahegelegenen ^Magazin sehlen 300 Kilogramm Tynamil. Der französische Tagesbericht. (WTB.j Paris, 30. Nov. «Nichtamtlich.! Ter amtliche Tagesbericht von 3 llhr »achniittags lautet: In Belgien hielt sich der Feind in der Defensive, mir rückten an einige» Punkte» vor und behauptete» sicher den von uns ani 28. November bei Fan besetzte» Boden. Tic Beschießung der Stadt Soissvns wird zeitweilig ausgcsetzt Im A r g o n n e n w a l o c wurden mehrere Angriffe ans Bagatelle zurückgeivorfen. Dichter Nedei liegt auf denMaa.- höhe». Im Äoevre beschoß der Feind ergebnislos Apre mont. In den Vogesen nichts Neues. Gute Nachrichten aus Spanien (WTB.j Berlin, l. Dez. (Nichtamtlich.) Aus Madrid erhallen wir vom 21. November folgende Nachrichten : Bei der Eröffnung des Parlaments erklärte Ministerpräsident Dato, die Req,erm- str engen 4t e u t r a l i t ä t fest. Wenn doch ein Ausgeben dieser .Haltung nötig werden würde, witrdc das Parlanient gesragl werden. Jeglichem Eingriff von irgend einer Seite würde Spanien mit allen Mitteln entgcgentreten. Alle Parteisührer, mit Ausnahme des Radilalen Ferraux, erklärten ihr vollständiges Einverständnis mit der Regierung. Die allge meine Stimmung schlägt stark zugunsten Deutsch- landsum.diePresseäußcrtsichnmtwenigenAus n ahmen in deutschfreundlichem Sinne. — Die an läßlich des Todes des Prinzen von Baltenberg an die Königim gesandte Beileidsdcveschc des Deutschen Kaisers ist, trotzdem ne offen in englischer Sprache abgcsaßi war, nicht angeloinmen. Anscheinend lourde sie von den Gegnern zurückgehalten, um Mißstimmung zu er zeugen. Tas Bckannrwcrden dieses Vorfalles erregte hier in den betreffenden Kreisen Empörung gegen imserc Feinde. — Ans Marokko wird von bedeutenden Unruhen der Kabul e» in der iranzösischen Zone berichtet. Ein anderes Gerücht meldet von ernsten Vorgängen in Easablanra, wo die eingeborenen Mauren die sraiizösische» Behörden und das vorhandene wenige Militär angegriffcn haben sollen. Einzelheiten sehlen noch. Aus Albanien. Wien, 30. Nov. >WTB. Richtamtlidt.) Die Albanische Korrcspondenz meldet aus Sann Quaranta: Tie provisorische Regierung hat an das Volk von Oberepinis eine Proklamation erlassen, in welcher es heißt: Unsere Kämvfe haben mit einem Triumph geendet, alle unsere Wünsche haben sich verwirllichi. Ihr trelct endgültig in die hellenische Familie ein. Tie provisorische Regierung spricht sodann allen Ossizieren, Unterosffzieren und Toldalc», die ltcldenhaft »nier dem epirotischen Banner aekämvit hätte», den herzlichsten Tank aus und erklärt ihre Mission sür becndct. Sie schließt: Lebet immer alücklich, ihr und euere Nachkommen im Schoße unserer Mutter Griechenland. Dac- Pariser KriegSgerichtSurteil gegen deutsche Militärärzte. Berlin, 30. Nov. lWLB Amtlich.) Das Auswär- t i g e A ni t ltztt. nachdem cs von den, in Paris gegen deutsche Militärärzte eingeleitetcn Strafvcrfcrhren K-enutniS erhalten hat, die zeugeneidliche V e r n e h m u n g d e S O b c r st n b S - arztcs -Tr. Pust veranlaßt. Tiefer twt unter Eid aus-- gesagt: „Ick, >uar vom 7. bss 9. Sevtcmvcr nachmittags 2 Uhr 15' Minuten Ehesarzt des Feldlazarettes 7 des zweiten Armeekorv-i u, Lizn. Als ich um 2 Uhr 15 das Lazarett verließ, bcfmiden sicki dort 405 Verwundete. Ta unser weniger milgebrachter beige- triebencr Wein bei den vielen Verwundeten bald verbraucht >r-ar, befahl ich meincin ersten Lazarettinspektor Gast am ö. «epttmbc- vornrittagS, für unsere Kranke», die aus Deutschen, E-ngländernl und Franzosen bestanden, Wein gegen Bons zu requirieren. Erbrachte kurz vor unserem 21 brücken, ivelches durch das rajckie Heranrücken der Franzosen beschleunigt wurde, zwei Faß Wein von je etwa HX) Liter heran, die er, wie ich durch Betragen sci:- stelfte, aus den Kellern des liiartenhauses des Schlosses in Lizn genommen halte. Et' sagte mir, daß er einen Bon, wie ich ihm beiohlcu Halle, nicht Imbe abgcbrn lönnen, weil weder der Bürger nieistcr von Lizck nocki der Eigentümer des Schlosses nock> irgend ein Bediensteter desselben zu linden gewesen sei. Einen Bon in den Keller des Gartenhauses nieoerzulegeii, sei ihm zire-k- los erschienen. Ich lonitte mich nicht weiter um die -irV kümmern, weil ich zu wichtigeren Sachen abliernscu wurde. Ich hakte möglichst ichnell Anordnungen ivegen nnsere» beschleunigten Rückzuges und wegen der Ucbergabe des Lazaretts an den ebcusalls in sraiizösische süesangensckmsi geratenen Stabsarzt der Reserve Tr. Schulz zu treffen. Weder Stabsarzt Tr. Schulz noch Oberarzt Tr. Tavidfolin trifft irgendeine Verantwarlnnq iür den Wein, ich allein habe die Herbe,sckoffuna des Weines in der oben anqege denen Weise veranlaßt. Es ist mir uncrklärlicki, wie man auf die Idee lommcn kann, daß dieser von mir für die Vcrwnndcton, und zwar nicht allein sür Freund, sondern auch sür Feind requiriert« Wein aus unrechtmäßige Weise erworben sein sollte." Eine beglaubigte Abschrisr der -Aussage ist der ameritanischen Botschaft in Berlin beknss Uebermittelung an die französische Regierung zn- gestellt worden. Wegen rcchtzcittger Einlegung der zulässigen Rechtsmittel durch einen veriranenswürdigen Verteidiger ist Vorsorge getroffen worden. _ L. Bernhardt, Giessen Fernsprecher 435 Schuhmaehermeister H S ‘*“ ls ‘ r ?“ e i >« t Hallestelled Straßenbahn Sport-, Jagd-und ^ Einheitspreis für Winter - Schuhe Salvator - Stiefel in allen Preislagen . 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Tie in, Fahre 1895 gedorenrn Militärpffichtiae«, iowic diejeuiae», welche dicieS Älter bereits »ber- , ichriltcu. aber ff«h zur Mnitrrnna noch nicht geitellt ^, liabcn oder bei der Musterung und bei dem KricgS- criatzgeichäit i» 1914 zurückgeitellt tuordei, sind und l entweder in Gießen ihren dauernden r'tuseiilhell haben oder sich als Studierende. Schüler von Lehranstalten, Hau?- und Wirischasisbeamte, Dienstboten, Handtungs- gehilfen, Lehrlinae »iw. in Gießen aufhaltcn, werde» hiermit ausgeiordrrt, sich vom 1. bis 10. Dezember 1914 au» dem Standesamt im Rathaus am Marktplatz zur RekrutierunaS-Stammrolle zu melden. Die beim Krieasersahgeichäft zurückaeitellten, seither zum elniäbr sreiw. Dienit berechtigten Mililärvilichliaen haben nd) cbeniatls anzuniclden. Bezüglich derjenigen Mtlitärvklichtiaen, welche zurzeit vorübergebend ndweici, d nnd, haben deren Ellern, Vormünder, Lehr- oder Kaorikhcrrcn die Slnmeldung zu vollziehen. Die in 1893 geborenen Mlichtigen baden ihren Gc- burtsichcin, alle übrigen ihren 'MuitcrungSauSweiS oder Bcrcchtignngsichciu bei der Slnmeldung vorzn- lcgen. ES wird ausdrücklich darauf bingewirjeu, da», ffch alle Dicnitvffichtigrn bis zum 10. Dezember gemeldet haben müssen. Wer die vorgeschriebene Meldung zur Stammrolle unterläßt, wird nach 8 L11 der Wehrordnung mit Geldstrafe bis zu 30 Mk. oder mit Hast bis zu drei Tagen beftraki. Gießen, den 3V. November 1814. Der Oberbürgermeister: Keller. 1119198 Bekanntmachung. Die VcrvffegungSgelder iür die im Monat Oktober 1914 116 .—31.1 in Bürgerwohnungen vervllegteii Mau» »chaiten des Landsturm-Grsatz-Bataillons werden den Emviangsberechtiglen oder den an ihrer Stelle mit schrifl- Uchem Ausweis iVollmachtl Auftrctenden bezahlt: dcnienigen. deren Namen beginnen mit den Buchstaben: A—F um Mniwoch, den 2. Dezember 1 0—X am Touncrscaq. „3. „ i von 8—12 llhr L—R am Freitag, „4. „ ( vormittags S—Z am Samstag, „5. . / :!ablüelle fit die Sladtkaise, Garienitraße 2, Eingang von der Süd-Anlage. Gießen, den 27. November 1914. Der Lberbürgerineister. Keller. _UWOB Die Zinsen der Stittuiia der Kinder und (srben des Kommcr.ztcuratS Georg Karl Gat! für das Jahr t!U4 in Höhe von 1200.— Mk. und in Gaben von je 300.— Mk. an bedürftige, in Gieüc» wobucudc Familie» oder allcinftebeude Prrionen zu vergeben. Anmeldungen werden Ästerivcg!h Erdgeschoß, bis zum 1.-. Dezembe r d. F. rnlgeaengciiounn eii.__ llinordt 'Ünltpnj unD l>erj)fltfituna ftäDtifdier Men. Bei der städtischen Berwallung ist angeregt worden, das an der Licher Straße zwischen dem Bahnübergang und dem Waldciugaug vor der Ziegeiizuchliiaiion gelegene städtische Gelände zu ettva 30 cingeiriedigteu Gärten in der Große von-je etwa 300 gm anzulegcn und dabei fiu' eine beaueine Wcisscruerlorauna dieser Gärten durch eine Abzweigung von der dort voriiberjübrenden Wasserleitung zu sorgen. Weiter iit die Anlegung von etwa 12 solcher cinge- sriedigtcr Gärte» aus dem städtischen Grundstück am Wismarer Weg rechts der Lahn, gegenüber der Militär Badc- anstaft, angeregt worden Die landivirtschattlichc Devulalio» in iitcln abgeneigt, der gegebenen Anregung näber zu treten. Bevor sie jedoch in eine cinaehende Prütung über die Austührbarkeit und Zweckmäßigkeil der mit erheblichen Kosten verbundcuen Anlage dieser Garien cintrilt und diesbczüglidie Anirage bei der Tladivcrordiielen-Bcriammlung slelli. loünschl ste gestsiellunaen darüber, in welchem Uinianac ei» BediirsniS nach solchen Gärten bei der bießgen Einwohneriäiail beliebt. Liebhaber solcher Gärten werden daher hiermit am- gesorder,. in den Gesäiänsräuiuen des Oberbürgermeisters — Zimmer 2lr. 13 — bis ivätesteuS 1. Januar 1913 ihre Absichi zur Pachluug eines derartigen Gariens gegen die hicriür sestzusetzende Pacht aus die Dauer oo» ,uii,hes,en-- 3 Jahren zu erklären. (119048 Der Lageplan kann daselbst eingesehcn werden Sonntag abend verschied nach langem Leiden meine gute treusorgende Gattin, unsere liebe Mutter und Schwiegermutter im Alter von /4 Jahren. Giessen, 1. Dezember 1Q14 (Bahnhofstrasse 26). Die tieftrauernden Hinterbliebenen: Familie Georg Möhl Luise Matheis, geb. Möhl Heinrich Matheis, z. Zt. im Felde. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 2 . Dezember, nachmittags 3 Uhr, von dem Portale des neuen Friedhofes aus statt. 11002D In Frankreichs Erde ruht mein Glück! Ach, viel zu früh verliehest Du die Deinen, Die in der Heimat um Dich weinen. Am 24. Oktober starb den Heldentod fürs Vaterland im Feldlazarett an einer schweren Verwundung unser unvergesslicher Sohn, Bruder, Onkel und Schwager, mein innigst geliebter Bräutigam, unser guter Schwiegersohn Fritz Jäger Feldwebel-Leutnant der 10. Komp. Int.-Regts. Nr. 1(38, früher 9. Komp’ Inf.-Regts. Nr. 110; Ritter des Eisernen Kreuzes im 30. Lebensjahre. Fürs Vaterland fielen unser lieber A. H. der Forstassessor in Karangsono (Java) Karl Schmall Leutnant der Reserve im Infanterie-Regiment 118 A. H. der Lehramtsassessor Karl Gärtner Enijähriger-Unteroffizier im Infanterie-Regiment 118 r A. II. der Laodwirtschaftslehrer und Assistent am landwirtschaftlichen Institut der Universität Gießen Dr. Wilhelm Schneider, Kriegsfreiwilliger a. B. stud. forest. Wilhelm Bauer Inhaber der Rettungsmedaille, Kriegsfreiwilliger im Infanterie-Regiment 118. Die Landsmannschaft wird ihnen ein ehrendes Andenken bewahren. In tiefer Trauer: U900D Mainzlar, Giessen, den 30. November 1914. 08164 In tiefer Trauer: Familie Friedrich Jäger Familie Müller Familie Weide Luise Lapp Joh. Lapp und Frau. Die Landsmannschaft „Darmstadtia“. -E L A. d. C.: Theodor Hesemann XXX Verwandten, Bekannten und Freunden die Nachricht, dah wir nach langer Ungewlhheit die schmerzfiche Mitteilung erhielten, dah unser lieber Sohn und Bruder Kr starb so früh und wird" so sehr vermißt. Er war so lieb, so gut, daß man ihn nie vergißt! Todes-Anzeige. Am 25. Nov. starb in Nordfrankreich den Heldentod fürs Vaterland unser lieber, herzensguter Sohn, Bruder, Schwager, Onkel, mein heissgeliebter Bräutigam Wilhelm Zörb Bürgermeisterei-Sekretär in Hohensolms Gefreiter im Res.-Inf.-Regt. Nr. 81, 10. Komp, im Alter von 27 Jahren. In tiefem Schmerz: Peter Zörb u. F. he fr au Anna FJis. geb. Braun Peter Zörb u. Ehefrau Kath. geb. Strassheim Heinr. Heiser n. Ehefrau Anna Elis. geb.Zörb Karl Zörl» Otto Zörb Die tiefgebeugte Braut: Marie Franz Familie Friedr. Franz IV., Lützellinden. Dornholzhausen, den 30. Nov. 1914. Heinrich Keller Musketier in der Leib-Kompagnie des Jnsanterie-Rcgiments Nr. 118 am 22. August den Heldentod fürs Vaterland gestorben ist. um In tiefer Trauer: Familie Adolf Keller III. Ober-Bessingen, den 30. November 1914. Am 24. September starb den Heldentod fürs Vaterland mein lieber guter Mann, der treubcsorgte Vater seines Kindes, mein lieber Sohn, Bruder, Schwager und Onkel Zoha»« Nicolai, r, im 30. Lebensjahre. 11,1,9 In tiefer Trauer: Anna Nicolai geb. Herzbcrgcr und Kind. Echzell, Großen-Buseck, Gießen, Alsfeld. HAitesser Pickel im Gesicht u. am Körper beseitigt rasch und zuverlässig Znckcr’s Patent-SIedi- zinal-Setfc tin 3 Starken, h80Ps.,M.l.-u.M.l.S0i. Nach jed. Waschunam.Xuek<»«I,- Crcme, Tube 50 und 75 Pt, nachbehandcln. Frappante Wirkung, non Tausenden be- stäiiat. Zu babeu in der Uni- versitäts Apulbckc, Sirjch- Ikpotbcke, bei August Noll. CT. Scibel, W. Kilbinger, O. Schaas, E. Karn, Ernst Noll u. W. Schräder, Drog. (10397sl) Brunnenbau Bohrungen ond Pump-An lagen billigst. 81 . Kulm, lniieiden- Hangen Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme an dem schweren Schicksalsschlag den unsere Familie betroffen, sowie für die trostreiche Grabrede des Herrn Pfarrer Schulte und die zahlreichen Kranzspenden sagen wir auf diesem Wege tiefgefühlten Dank. Im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen: Sophia Veiten, geb. Weigel. Grossen-Linden, den 1. Dezember 1914. Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Mitteilung, dah unser guter Bruder, Schwager und -Onkel Philipp Enler im Atter von 78 Jahren sanft emschlasen ist. Im Namen der Himerblicbenen: Friedrich Enler. Giehen, de» 30. November 1914. Kaplansgasse 21 ,08183 Die Beerdigung srudet sta«: Mittwoch, den 2. ®e*etnber, nachmittags 2'/, Uhr, ans dem neuen Friedhos. Herzeql. ßraunschw. Baugewerkschule Holzminden errichtet finrhHail ^rpflegungs- Tit7fh7lll Direktor j| 1X31 IJÜUJl/d u Anhalt - UC| UaU c. f?aarmann I Sommemnterridit 2. April. Reifeprüfung. tDinterunterricht 15. Oktober. 1 —' ■ Gleichberechtigt mit den König). Prcufi. Baugoperkfchulen. — innacnis-Lonerie. Ziehung am 21. I>ez, GießenerGewerbe Ausstellungs-Lose ä Hk. I.— n7M sind in allen bekannten Lose-Geschäften zu haben. 1848 Gewinne !. W. von Mk. 30000 Hauptgewinne 10000 4000 usw. General-Vortrieb: Kirhard ltucliacker, Neuen Baue 11. 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