Nr. 279 Zweites Erschein! täglich mit Ausnahme des Sonntags. Tie „Siehener ,;ainiIIenbIStter" werden den, .Anzeiger' vierniai wöchentlich beigelcgt, das „llreirdlatt für den Kreis Sichen" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen seit- sragen" erscheinen monatlich zwennal. Blatt Jahrgang Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oderhesjen greitag, 27. November Rotationsdruck und Verlag der Brühl'jchen Universitäts-Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen. Schriltleitung.Geschäitsslclle ».Druckerei: Schul straße?. Geschäftsstelle u.Berlag:s^^öl,Schrift- leitung: es^!12. Adresse ftir Drahtnachrichten: Anzeiger Gieße». Vorhaltungen einer Amerikaner; gegen Deutschland und ihre Widerlegung. Mit ganz besonderem Eifer wird der Kamps um die Seele der Neutralen in den Bereinigten Staaten von Amerika geführt, wo einerseits das Deutsch-Ainerikanertunl für unsere Sache ivie für seine eigene sicht, >vo aber anderseits die durchgängigen Anschauungen und Vorstellungen von den Verhältnissen Europas so unklar und verworren sind, daß die Engländer es leicht hatten, den Leuten eine deutschfeindliche Brrlle ans die Nase zu setzen, ehe sic es recht merkten. Einen interessanten Einblick in die sonderbare amerikanische Vor- stellungswelt und den Kampf dagegen gewährt das nachstehende Federduell, das zwischen zwei nanihastcn Persönlichkeiten ausgefochtcn ivorden ist. Auf der einen Seite steht der greise Präsident-Eineritus der Harvard-Universität. Professor Charles W. Eliot, aus der andewr Dr. Bernhard Tern- vurg, unser ehemaliger Kolonial-StaatSsekretär. Hören wir, nach der „Köln. Ztg", zunächst Eliot: Eliot gegen Deutschland. Es gibt manche wichtige Punkte, in denen die amerikanische Sympathie entschieden auf der Seite Deutschlands ist. 1. Tic deutsche Einigkeit, die Bismarck und seine Mitarbeiter vollbracht haben, svrickü naturgemäß die Amerikaner an, deren eigenes Land ein sester Bund von mehr oder weniger verschiedenen Staaten ist, die mehr oder tveniger verschiedene Völker umfassen. 2. Die Amerikaner fühlen uneingeschränkte Bewunderung für den tvirtschastlichen und sinanziellcn Ausschivnng Deutschlands in den letzten 40 Jahren, da sie glanben, daß er in erster Linie die Frucht einer wohl disziplinierten Industrie und großen Unternehmungsgeistes ist. 3. Alle gebildeten Amerikaner sind der deutschen Nation dankbar für ihre außerordentlichen Leistungen i» den Wissenschaften, in Kunü und Crziebung innerhalb der letzten 100 Jahre. 4. Alle Amerikaner, die etwas Erfahrung in Regierungs- oder Perwaltungsjragcn haben, erkennen die Tatsache tan, daß die deutsche Verwaltung — beides in Frieden und Krieg — die leistungsfähigste der Welt ist, und vor dieser Leistungsfähigkeit haben sic nur Achtung und Bewunderung, ausgenommen, tvenn die Leistungsfähigkeit eine unnötige Aufhebung oder Beschränkung der veriönlichen Freiheit mit sich bringt. 5. Die Amerikaner stehen mit ihrem einmütigen Empfinden aus der Seite eines Krieges, den ein Volk für nötig hält zu seiner Größe, so selbst zu seiner Existenz, ein Empfinden, welches für Familie und Besitz im Augenblick schwere Opfer heischt, die selbst d,e Zukunit nicht wieder einbringen tann, und sie glauben, daß das deutsche Volk heute von einem eben solchen überwältigenden Empfinden getragen ist. Wie kommt eS denn aber, dost, ivo all diese ausgesprochenen Empfindungen im Ainerika zugunsten Deutschlands in Knien oder schlechten Zeiten sprechen, dennoch das ganze Schwergewicht des amerikanischen Urteils in dem gegenwär- ligen Kriege auf der Seite des Dreiverbandes ist? a) Die Amerikaner widerstreben der Auslieferung einer Nation zu schwerwiegenden Maßnahmen der äußeren Politik durch eine ständige Bollzugsgewalt — Zar, Kaiser oder König — die sich insgeheim beraten läßt durch Bernfsdivlomaten, welche sich als die persönlichen Vertreter ihrer verschiedenen Souveräne be- trachten. b) Sic ividerstreben dem Verfahren, in irgendeines Herrschers Jöaiib die Macht zu legen, eine Mobilniachnng anzuordncn oder Krieg zu ertlären vor einer eingehenden Beratung mit einer Volksvertretung und ohne irgcndmelche Mithilfe derselben. Tie Tatsache, daß die deutsche Mobilmachung angcordnet wurde, drei Tage bevor der Reichstag zusammentrat, verwirrt alle amerikanischen Begriffe und Ansichten über die Rechte des Volks und die angemessenen Grenzen einer Vollzugsgewalt. c) Die Heimlichkeit europäischer diplomatischer Verhandlungen und internationaler Abmachungen und Bünönisbedingungen ist trach der Auffassung schlichter Amerikaner nicht mir unpraktisch, sondern gefährlich und unberechtigt. di Die Auffassung, daß man die wahre nationale Größe aus militärische Stärke bauen niüßle, scheint dem denkenden Amerikaner irrtümlich und am letzten Ende auch für eine christliche Nation nicht würdig zu sein. e) Die Amerikaner widerstreben der Ausdehrrung des Staatsgebiets mit Gewalt und entgegen den Würrschen der betressendcn Bewohner. Dieses Widerstreben ist das notweitdige Ergebnis unserer demokratischen Einrichtungen, und das amerikanische Volk ist dieser denwkratiscken Auffassung treu geblieben unter Verhältnissen von beträchtlichen Schwierigkeiten, z. B. als es sich von Kuba zurückzog, der reichen Insel, die amerikanische Truvveil Nünstlerbriefe aus dem Felde. Bon zwei jungen Künstlern, die dem Rui des Vaterlandes gefolgt find, liegen uns zwei Fcldpostbricsc vor. die zeigen, >oie das gewaltige Erlebnis aus ihre empfänglichen Seelen wirkt und wie die Hoffnung derer berechtig! ist, die von der reinigenden Kraft des Krieges auch eine tiefgehende Wirkung aus unsere Künstler und unsere Kunst erwarten. Die Seclcnschulc. P., Mitte November. ... Das war ein Monat, der Oktober. Voll der tiefsten see- lisäieil Erlebnisse, Körper und Geist bis zum letzten in Anspruch nehmend. Sein 'Abschluß war ein Sturni auf Z., bei dem nur Beethovens „Freudig wie ein Held zum Siegen" in dcir Ohren tönte. Noch ein paar schlimme Tage folgten, dann zog inan uns 30 Kilometer von der Schlachtiront weg in Rul>e: wohin uns weiter der Krieg führen wird, ioissen wir nicht. Man spricht von schönen Ausgaben... Was auch konimcti mag — tapfer und treu, >eden Tag mein Leb«: neu als Geschenk enipfangend, als Pfand, das wuchern muß... Ich bin froh, daß nlir jetzt beschieden ist, so viel schweres durchzukosten: es hat der Krieg eine reinigende Macht: er befreit mich voir inir selbst, und wenn Gedanken an ein schassendes Leben nach dein Kriege aussteigen, weist er Bahnen. Ich bin klarer und heiterer denn je. Meine Mannschaft sagt: „Immer lacht er, selbst trenn die Granaten neben ihm einschlagcn." Ich habe solche Wunder erlebt, an mir, daß ich fraglos lächelnd das hinnehme, was kommt, getreu meinen Aufgaben.. . Es ist ein neues, von guten, vornehmen Leuten bewohntes Haus, in dem ich mit einem Kameraden wohne. Wir leben wie im Frieden, machen Musik, singen Schubertlieder, trinken Tee, plaudern mit den Bewohnern. Am Abend sitzen wir zusammen mit den Kameraden und speisen, wie in einem Kasino. Die anderen Offiziere gehen aus die Jagd: ich selbst mache Reitversuche. Wir können stolz erzählen, was wir iu dein Kriege geleistet baden, wir Bayern, unsere Kavallericdivision, unsere Jäger. Unsere .Kavallericosiiziere tragen ieden Führer aus den Händen ... Der Krieg verlangt harte, neben der ungeheuren körperlichen Anstrengung vor allem Seelenarbeit: der Geist gibt dem Körper über- raupt meist noch die Kraft zu arbeiten, sonst könnte er nicht mehr: >oas von dem Führer, dem Ossizier gefordert wird, der denl Mann diesen Sioß geben muß, ist natürlich ganz besonders groß. Ich während dos spanischen Krieges besetzt hatten, und als cs sich weigerte, mit Gewalt in Mexiko cinzugreiscn, um amerikanisches Kapital zu beschützen, als dieses Nachbarland vom Bürgerkrieg zerrüttet war. Dieser Ernwand wendet sich gegen lang vergangene .Handlungen der deutschen Regierung so gut wre gegen die Vorkommnisse des jetzigen .Krieges, z. B. gegen die Wegnahme von Schleswig-Holstein und Elsaß-Lothringen sowohl wie gegen die Besetzung von Belgien. tst Tie Amerikaner nnderstreben entschieden der Verletzung von Verträgen zwischen Nationen unter denk Vorwände militärr- scher Notwendigkeit oder aus irgendeinem andern Grunde, sie wiegen sich in der Hofsiinng, daß. der Friede von Europa und die Reckte seiner Völker durch feierliche Abmachungen gesichert tverden könnten, und sie sehen daher in dem Verfahren der deutschen Regierung, den belgischen Neutralitätsvertrag nur als ein Stück Papier zu behandeln, das man zerreißen kann im Falle militärischer Notwendigkeiten, den Beweis, daß Deutschland rv einer rückschrittlicheu Politik der allerbedenk.ichsten Art übergeht. Jene eine Handlung Deutschlands, die Verletzung der belgischen Neutralität, toürdc die amerikanische Auffassung zugunsten dos Dreiverbandes gewandt haben, auck wenn nichts anderes vor- gekommcn toüre, denn Amerikas Hoffnungen auf den Frieden und die Ordnung der Welt ruhen aut der Hciligleit von Verträgen. g ) Indes ist die öffentliche Meinung Amerikas auck noch auf andere Weise sehr verletzt durch die deutsche Kriegführung. Ter einfache Mann in Amerika sieht keine Rechtfertigung für das Werfen von Bomben ohne bestimmten Zweck auf Städte und Törscr, die doch, in der Hauptsache von Nichtkäsmpfenden bewohnt werden, in dem Niederbrennen oder Sprengen von großen Teilen unbefestigter Orte und Städte, in der Zerstörimg kostbarer Denkmäler und Kunstschätze, in dem Sirenen von treibenden Mrnen durch die Nordsee, in denk Eintreiben von Kontributionen aus Städte» und Orten init der Drohung der Zerstörung, in dem Festhalten unbewaffneter iBürger als Geiseln für das frredliche Verhalten der großen Masse, und in der !Bedcohung der »Erschießung dieser Geiseln, falls »irgendwelche Unordnitngen Vorkommen. Fetzt, tvo der jähe Angriff aus Paris mißglückt ist und reichlich Zeit getvvnncn ist für die l-angsamer erscheinenden Kräfte von Rußland und England und wo diese beiden energischen und hartnäckigen Völker beschlössen haben, all ihre geistigen uno materiellen Kräfte zu vereinen nnt Frankreich gegen Deutschland, jetzt können denkende Amerikaner nur einen möglichen Ziveck des Streites sehen, nrag er nun lang oder kurz sein, nämlich die Niederlage Deutschlands und Oesterreich-Ungarns in ihrem gegenwärtigen Vorhaben und das Ablassen beider Nationen von der Lehre, daß ihr .Heil beruht auf dem Militarismus und der Beibehaltung auto- kratischer Regierungsorgane, welche die Macht besitzen und die Mittel zu plötzlichen Kriegen. Sie glauben, daß kein menschliches Wesen je mit solcher Gewalt bekleidet werden sollte. Das Gegenmittel ist natürlich eine echte konstitutionelle Regierung, bei der die militärische Gewalt der zivilen unterstehst. Das amerikanische Volk ist bekümmert über die furchtbaren Opfer civ. Leben, Eigentum und natürlichcin menschlichen Wohlbefinden, welche das deutsche Volk erduldet für ein falsches und unmögliches Ideal nationaler Macht und Wohlfahrt. Die Opfer, die Deutschland seinen Gegnern auferlegt, sind fürchterlich, aber man sann hoffen, daß, sie nicht nutzlos sind, daß die Freiheit und der Friede Europas durch sie gewinnen werden. Amerika ist dem deutschen Volk zugetan in seinen Leiden und Opfern, .aber nicht seinen Herrschern und nicht seiner Militärpartei und nicht denen unter seinen Professoren und Gelehrten, die seit mehr als einer Generation gelehrt haben, daß Macht vor Recht geht. Diese kurze Phrase enthält den Grundirrtum, der seit 50 Fahren idie Quellen deutschen Denkens und deutscher Behandlung öffentlicher Angelegenheiten vergiftet hat. Schließlich, hoffen und erioarten die Amerikaner, daß es sich in dem gegentoärtigen Streit nicht um ein so verhängnisvolles Ding handeln wird wie die Vernichtung oder d^n Untergang der deutschen Nation. Sie glauben im Gegenteil, daß Deutschland freier, glücklicher und größer sein wird als je, wenn es sich einmal losaemacht hat von der ungeheuerlichen Politik Bismarcks und der veralteten Auffassung des Kaisers von seinem Amt und zwanzig Jahre wahren Frieden genossen hat. Dernburg gegen Eliot. Professor Eliot erweist den Vertretern der deuffchcn Sache in dem gegenwärtigen Kampfe eine bohr Ehre, indem er ihnen aus- weiß, warum ich in ganz besonders schwierigen Lagen vorangehe, warum wir unserer Mannschaft Kaffee, Tee, Wein geben, so ojt wir können. Man schläft einen Tag im schmutzigen Schützengraben, den andern im Feldbett, man ißt heute ein Diner, morgen kaut man an einer harten Brotrinde — und ist gesünder wie im Frieden. Notwendig ist nur stete Verbindung mft der Heimat. Ich schreibe, so oft ich kann, bin glücklich, über jede Naclrricht von Hause, die di« llnsern in ihrem großen Harren zeigt. Es scheint der Krieg überhaupt durch die Kraft, länger durchhaltcn zu können, entschieden zu werden. Wir standen in der letzten Zeit dem englischen Heere gegenüber, den besten Trupven des Gegners, Berufssoldaten, die seit Jahren in Dienst stehen, meist in den Kolonien. die nickt für Weib und Kind zu sorgen haben, vorzüglich ausgebildet sind. Sic besitzen die englische Ruhe und Kälte, halten im fürchterlichsten Granatfeuer stand. Bei Z. ließen sie sich von unseren schrecklichen Maschinengewehren hinmähen, aber keiner wich. Manu an Mann lagen sic in den Schützengräben, jeder mit einem Kopfschuß. Der Engländer ist vorzüglich ausgerüstet, mit alle» Hilfsnsitteln versehen. Er hat Flugmaschinen. die Maschinengewehre tragen und auf unsere Flieger Jagd machen, genau wie der Habicht auf die Taube. Es war ein seltsames Erlebnis, als ich das vor acht Tagen zum erstenmal sah. Unsere Maschinengetvehrc vollbrachten kürzlich eine Heldentat, Der Angriff ging an diesem Tage von Z. aus durch «men großen Wald gegen f). vorwärts. ?tn einer Ecke hatte der Gegner große Trupvenmassen bereit und machte einen Borstoß. Auf uns ging die ganze Flut vorwärts. Wir wußten es erst, als der Gegner noch 130 Meter von uns war, mindestens dreimal so stark wie wir. Der Führer unserer Maschinengewehre, ein Held, bringt die sechs Gewehre auf einem Raum von 20 Meter in ein paar Augenblicken in Stellung. Sie bestreichen fticheriörmig den ganzen Raum, wo der Gegner in geschloffenen Massen erscheint. Ein Gewehr macht 2800 Schuß hintereinander, ein anderes 6000. In Massen stürzen sie, und immer neue kommen. Unentwegt seuern die Gttvehre weiter, ein Schütze hat bereits drei feindliche Kugeln im Leib, und noch immer läßt er nicht das Gewehr; füllt wieder Master in den Kühler und feuert weiter. Der Strom der Engländer kommt zum Halten, und der Tag ist gerettet. Wer auch wir zahlten teuer; der Führer der Maschinengewehre tot... mir tat das Herz tveh, als ich's hörte, er war der schneidigste, kindlichste, reinste Held, unerschrocken und gewandt.—> zu Hause harrt fern junges Weib; cinandcrfetzt, was er von der sogenannten Teutschseindschaft in den Bereinigten Staaten hält. Ich bin überzeugt, mau wird seine Ansichten auch in Deutschland mit großer Auiiyerksamleit lesen, obwohl man ihm freilich in fast allen wesentlichen Punkten wiver- tvrechen wird. Tic Anerkennung, die Professor Eliot dem deutschen Volk im ganzen zollt, tchäyen wir besonders doch, da sic von einem Gelehrten kommt, dessen große Autoritär ans beiden Seiten des Atlantischen Ozeans ini gleichen Ansehen steht. Tie deutschieindlichc Stimmung geht nach Professor Eliot aus von dem amerikanisck>eil Widerstreben dagegen, daß eine Nation durch eine ständige Vollziigsgcwalt schweren Fehlern preisgegebcn werden kann. Aber mit Ausnahme Frankreichs haben doch alle jetzt kriegführenden Nationen ständige Bollzugsgewalten und Berufs- diplomaten. Ihrer aller Politik wird geheim geftihrt, und alle ihre Herrscher, eingeschlosscn den Präsidenten von Frankreich, Imben die Macht, ihre Nationen in Krieg zu verwickeln. Der Deutsche Kaiser ist in dieser Hinsicht mehr eingeschränkt als die anderen Staatshäupter, und ich wüßte von keiner Kriegserklärung, die das englische Parlament ausdrücklich gutgeheißen hatte; sicherlich sind die Mobilmachung der englischen Flotta im Juli und die Mobilmachung der russischen Armee zur selben Zeit nicht einmal zur .Kenntnis der betresienden Partaniente gebracht worden. Wenn also in allen kriegführenden ctaalen dieselben Zustände herrschen, wie kann hier der Grund für die deutschfeindliche Stimmung liegen? Derselbe Einwanv gilt für die amerikanische Abneigung gegen die Macht von Herrschern, mobil zu machen oder Krieg zu erklären, bevor eine Volksvertretung gefragt worden ist. Wie gesagt, die englische Flotte ivurde mobil gemacht, ohne daß das englische Parlament gefragt wurde, tvährciid in Deutschland der Bundesrat ordnungsgemäß gefragt wurde. Ich füge hinzu, daß auch dieParteiführer des Reichstags, der selbst erst zwei Tage nach der Kriegserklärung zusanimenberuscn iverden konnte, beständig auf dem Laufende» ge-' halten und uni Rat gefragt worden sind. Gegen den nächsten Punkft, wo sich Prof. Eliot über die Heimlichkeit der europäischen Tivloniasie und ihre Abmachungen beklagte muß derselbe Einwand erhoben lvcrden. Der Zustand, ivie er hier Teutschland zugcschrieben ivird, besteht in allen europäischen Ländern, und weder der Zwcibundvcrtrag, noch die Abmachungen des Dreiverbandes sind jemals dem französischen oder englischen Parlament vorgelegt worden. Was dann die amcrikanisckre Haltung gegen militärische Vorbereitungen angeht, so sehe ich absichtlich da-> von ab, mich auf Amerika selbst zu berufen, obwohl ich daraus Hinweisen könnte, daß ein großer Teil des amerikanischen Volkes süv einen entschiedenen Schutz der amerikanischen Küsten gegen jeden Eindringling und fiir eine starke panamerikanische Politik. loo nötig, mit Waffengewalt eintritt, nicht minder wie die Deutschen darin einig sind, daß der Boden ihres Vaterlandes vor jedem Einbruch der Feinde und jeder Zerstörung mft der be- tvafsneten Stärke des Volkes freigchaltcu tverden muß. England hat cs immer gerade so gehalten, wenn nicht nnt seinem Heer, so! mit seiner Flotte, und ebenso denkeir und bandeln alle andern Völker^ Europas. Auch hier kann ber Grund für die dentschferud- liche cstimmung nicht gesunden werden. „Amerikaner widerstreben der Ausbreitung des Landesgebiet durch Gewalt." Derttschland hat nie derartiges getan, selbst wenn inan so weit zurückgeht, wie Prof. Eliot tut. Er ist zöllig .int Irrtum über die Geschichte der Eiirverleibnng von Schleswig- Holstein in Preußen. Schleswig-Holstein war ein Doppelberzog- tum und hatte niemals zu Dänemark gehört, sondern cs halte ernett Herzog und war unter der Regierung des Königs von Dänemark, solange er der altern Linie des Hauses Oldeirburg a rege hörte, Die ältere Linie erlosch, als König Christian VIII. ohne männliche Erben starb. Jetzt wollte sein Nachfolger die beiden deutschen Herzogtümer dein dänischen Königreich einverleiben. Ta erhob sich das Volk und verlangte, in der deutschen Bundesgemeinschast zu bleiben, der es immer angchört hatte, und dort befindet es sich jetzt n«k> seinem eigenen Willen. Was aber Elsatz-Lothringen angelst, so ist es doch bekannt, daß cs zu Deutschland gehörte, bis es gegen den Willen des Volkes von Frankreich urrter Ludwig XIV, erobert wurde, und es wurde zu TerNschland zurückgenonrmen von Rechts locgen, da mehr als drei Viertel seiner Bevölkerung deutscher Abstammung ivaren und Deutsch sprachen. Aber ich möchte iimgekehrt Herrn Eliot siagen, wann hat je' England in seiner politischen Laufbahn den Willen des Volkes zü 1 Rate gezogen, wenn es ein Land an sich nahm? Geschah es. als England den Vertrag vou MasubmHill wie einen Fetzen Papier zerriß und den Burcnkrieg begann? Geschah es mit dem Volke von Zypern sin Jahre 1878? Ist etwas bekannt von irgendeiner Volksabstimmung in Indien? Hat England die Perser gefragt oder Frankreich die Bewohner von Marokko oder von Jndochrna? Ta Deutschland hier nicht anders gehandelt hat vor vierzig Jahren als takle andern Natiouen, warum führt Prof. Eliot die amerikanische Stimmung auf solche alten Grüude zurück, während er den Nasionen, denen er zugetan ist, Dinge verzeiht, die sie in weit neuerer Zeit begangen haben? „Die Ainerikaner widerstreben der Verletzung von Verträgen." unser Hauptmann tot... bei Mondenschein, lautlos begruben wir ihn... Es war ein schwerer Tag... Leb' wohl, teurer Freund. Wir sind glücklich, für unseres Vaterlandes Licken und Kultur unser Leben einsetzeu zu können. Mögen Würdige die Früchte ernten! M i t K l e i st i n s Feuer. Aus dem nächsten Heft der Schaubühne wird uns der folgende Feldpostbrief eines Schauivielers zur Verfügung gestellt. Ich habe, als Kriegsfteiwilligcr, auf dein Wcltthcater meine Rolle gut gespielt. Das Stichwort gab mir der „Prinz vom Homburg", in dem ich so oft aus der Schaubühne spielte. Ueberhauvt Kleist! Im Schlachtendrange lernt man ihn kennen und noch mehr als vorher lieben! Am zweiundzwanzigsten Oktober, ffüh um Sechs — die herrlichste Morgenstirnmung! Ich Nettere mit denk Oberstleutnant, tu dessen Bataillonsstab ich befördert war, aus dem finsteren Schützengraben, vergesse den hohen Vorgesetzten und ruie jauchzend, wie der alte Kottwitz: „Ein schöner Tag, so wahr ich Leben atme! Ein Tag, gemacht zu süßerm Ding, als sich zu schlagen! Die Sonne schimmert rötlich durch die Wolken, Und die Gefühle flattern mit der Lerche Zum Heftern Duft des Himmels jubelnd aus!" Der Oberstleutnant: „Was sind Sic zu beneiden, daß Ihr Beruf und Ihr Gedächtnis Ihnen die rechten Worte immer so in den Mund legt! Vergessen Sie die Dichter nie, wenn es mal draus anlommt!" Zwei Tage später kam es drauf an. Achtzig Mann lagen in letzter Reserve, sollten auf keinen Fall vor. Strenger Befehl des Generals, zu überwachen vom LeirtnmN. Der Abend kam, unsere Reihen sanken, die Reserven sollten und wollten aus Grund des Tagesbefehls nicht vor, trotz aller Hillerufe, Unsere Artftlerie wurde von Franzosen und Engländern gestürmt. Blutende Kanoniere stürzten zu uns und brüllten um Rettung. Da ein Moment in mir iich war einfacher Musketier): auf der einen Seite die Ordre, die starre Regel — auf der andern blutende Kameraden, vier verlorene Geschütze! Ein Moment: „Nun, Cäsar divus leuchte meinem Stern!" Es brüllt in mir ans: „Ich nehms auf meine itappe — folgt mir!" Seitengewehr ausge- Vftanzt, Sturnmiigrifi geblasen, hinein in tot Höllenrachen, andre schließen sich an. das Dorf wird gestürmt, unsre Artillerie gerettet! Mit schweren, schweren Opfern — alter der Steg war unter' Im Zeichen unseres göttlichen Kleist! Am anderen Tag wurde ich Unteroffizier und erhielt das Eiserne Kreuz. Am dreißigsten Oktober traf mich ein Dumdum-Geschoß, und imu liege ick schwer verwundet im Lazarett, Hi du anders die Tenffchen. Air haben unsere Verträge immer gehalten und gedenken es auch in Zukunft zn tun. Bei Belgien aber war die Neutralität sehr einseitig: die belgischen Befestigungen richteten sich nur gegen Deutschland, und die belgische Presse über- traj feit vielen Jahren die französische in Angriffen aus Deutschland. Aber ich kamt hier Herrn Eliot mit einer Autorität dienen, die bisher noch nicht angezweisclt worden ist. Als Sir Edward Grey im Unterhausc am 3. August den englischen Standpunkt darlegie, erklärte er. daß die britische Haltung von der britischen Regierung schon 1870 sestgelegt worden sei, und er führte wörtlich eine Rede Gladstones an, worin dieser sagte, er könne den Satz nicht unterschreiben. daß die cinsache Tatsache der Existenz eines Garantie- Vertrages für jeden Teilhaber bindend sei, gleichgültig wie die besondere Lage des Teilnehmers sei, worin er sich befinde, wenn die Gelcgeirhcit zum Lckutze der Garantie sich ergebe. Er nannte icnen Satz eine strenge und unpraktische Ansicht solcher Garantie und den ganzen Vertrag eine verwiclcltc Frage. So sprach Herr Gladstone, und mit ihm hat Sir Edward Grey den belgischen Neutralitäts- Vertrag nicht für bindend gehalten für jeden Teilhaber, wenn er gegen das Interesse war, das sich aus der beiondern Lage ergäbe, als der Krieg ansbrach. Es lag im Interesse Englands, diesen Vertrag aufrcchlzuerhaltcn, und darum handelte cs danach. Es war gegen das Interesse Deutschlands, diesen Vertrag aufrcchtzu- erhaltcn, und darum brach es ihn. Wohl bemerkt, das ist die englische und nicht die deutsche Theorie. Meine Theorie gebt mit dem deutschen Kanzler dahin, daß ich auss tiefste bcdaure die Notwendigkeit, die belgische Neutralität zu verletzen, nachdem Belgien beschlossen hatte, die deutsche Anfrage wegen freien Durch- « ibschlägig zu beantworten Es ist natürlich ganz klar, daß der der belgischen Neutralität durch Deutschland in England als ein Mittel benutzt wurde, um die öffentliche Meinung zu beeinfluss«!. Aber man soll doch luriu vergessen, daß die Haltung Sir Edward Grehs so hervorragend« Männer wie Lord Morlcy, John Burns und Sir Trevelian vcraitlaßr hat, aus dem Kabinett auszufckiecden, wo sic als die besten und liberalsten Mitglieder der regiereirden Partei galten. Bcrnard Shaw sagt von England, das; es niemals in Verlegenheit gcivesen ist um eine ivirksame moralische Pose. Aber das darf uns doch nicht blind machen dafür, daß die englische Regierung ans politijchcn Interessen in dieser Neutralitätssmge gehandelt hat. Ich verweise aus das Weißbuch, das die englische Regierung herausgegeben hat. .hier sagt Sir Edward Greh selbst: „Wir erwogen, ob wir die Verletzung der belgischen Rnitralität als einen Casus belli erklären sollten." Ich bin ein feuriger Anhänger aller mternationaleii Schieds- abkominen, nnd ich freue mich, daß das amerikanische Volk sie so fördert. Aber internationale Abmachungen dürfen auch nicht überschätzt werde». Es gibt Fragen, die sich niäst durch sie lösen lassen. Glaubt Professor Eliot wohl, daß die Mehrheit des ameri- kaniselren Volkes bereit wäre, die ungeschriebene Monroelehrc zum Gegenstand eines Schiedsgerichts zu machen? Sicherlich nicht. Säe kann so wenig schiedsgerichtlich entschieden werden wie eme religiöse oder moralische Frage. Herr Eliot hofst, das glückliche Ergebnis des Krieges werde sein, daß Deutschland amerikanische Regierungsformeln annimmt Warum soll aber Deutschland allein eine repräsentativ« Republik werden? Warum nickst Rußland, England, Italien. Oesterreich, Japan? Professor Eliot glaubt, die Deutschen däcksten, Mackst gehl vor Recht. Das ist sehr unge- r.cht von ihm. Unsere Geschichte beweist, daß wir niemals nach diesem lß-rundsatz gehandelt haben. Wir haben niemals ein Weltreich gebaut oder zu bauen versucht, ivie es England aut dem Wege der Macht getan hat. In Deutschland ist dieser Grundsatz imr besprochen worden, um zu zeigen, wie die großen Weltreiche von England und Frankreich geschaffen worden find, aber nur damit wir uns aus der Hut vor solchen Lehren halten. Darf ich Herrn Eliot sagen, ivas ich für den Grund der amcrt- kanischen Stimmung halte? Da ist vor allem die ethische Seite. Tie Amerikaner' haben einen ausgesprochenen Sinn für Hochherzigkeit und sind im allgemeinen gute Sportslcute. Sie sehen in Belgien eine kleine Ration, roh überfallen von einem viel mäch- tigern Nachbar. Sie empfinden, daß der Kleinere sich tapfer und ritterlich ivehrt gegen den Größern und kämpft mit allem, was er hat. So etwas wird immer die amerikanische Sympathie gewinnen und Stimmung gegen den mächtigcrn Gegner machen. Dazu kommt dann die geschäftliche Sefte. Ter Krieg hat im Anfang schwer die wirtschaftlichen Interessen Amerikas getroffen, nnd so ist das Bolk naturgemäß erbitten gegen den, von dem es glaubt, daß er den Krieg begonnen hat. Da Deutschland sich im Anfang hier kein Gehör verschaffen konnte, so glaubte mait. es sei es gewesen, das die Welt in Brand gesetzt lwbe, und war darüber erbitten. Aber ich denke, jetzt wird das aineNkanifche Volk nicht mehr nach der Vergangenheit, sondern nach der Gegenwart und Zukunft urteilen und die Lage in ihrem wahren Lichte sehen. Tann ivird es finden, daß Belgien im Bunde gewesen ist mit dem Dreiverband, lange bevor der Krieg ausbrach. Dann wird es ferner sehen, daß «S nicht Deutschland ist, sondertl England und seine Verbündeten, die den Handel stören, Kabel zerschneiden, Posten aushalten und Neutralilälsrerträge so gut ivie andere brechen, nur um ihre Ziele zu erreiche». Tann ivird es endlich ftndcn, daß England eine Weltherrschaft zur Sec ausgerichtct hat, der selbst Amerika sich unter- iversen muß. Dann werden sie wohl auch bald einsehen, daß der Friede der Welt nur gesichert iverden kann durch ein Einverständnis zwischen Deutschland und de» Bereinigten Staaten, als ein Gegengewicht gegen das maßlose Amvachsen der englischen Seemacht. Dann ivird auch die Stimmung gegen Deutschland besser werden, ivobci ich aber schließlich noch bemerken möchte, daß sie mir gar so schlecht nicht zu sein scheint. Kird>c und Schul«. Die Geistliche» und der Dienst »nit der Waste. Berlin, 26. Nov. (WDB. Mchtamtlich.) 160cvan- gelischePsarrer aller Richtungen Groß-Berlins haben eine Erklärung unterzeichnet, in der eS heißt: „Die Unterzeichneten Geistlichen Groß-Berlins sehen in der Bestimmung des Reichsmilitärgesetzes, daß ordimerte Geistliche des Beurlaubtenstandes und der Eriatzreserve zum Dienste mit der Masse nicht herangezogen werden, ein nickt z u reckt- iertigcndes Ausnahmegesetz und eine Zurücksetzung! ihres Standes in der sonst allen Ständen zustehenden Ehre, mit den Waffen das Vaterland zu verteidigen. Sie leiden bei der bisher geübten strengen Durchführung des Gesetzes unter der Halbheit und zwar vor der Ordination mit der Waffe dienen zu dürfen, dafür aber nach der Ordination, sowohl in Friedens- als auch besonders in Kriegszeiken von dem Vorrechte ausgeschlossen zu sein. Zwar erkennen sie als die vornehmste Pflicht an, in Kriegs- zefteu durch die Predigt und Seelsorge im Felde >r»c daheim die geistigen Vorbedingungen da? Sieges zu schaffen, verlangen aber über den Berns hinaus als Staatsbürger auch der Tat für die in ihrer evangelischen Verkündigung auigestellten höchsten sittlichen Forderungen eintrrten >» dürfen. Ter Erlaß des evangelischen OberkirckenratS vom 18. Sevteniber beseitigt die Unklarheit über die Auslegung und Anwendung des Gesetzes nicht. Darum lind wir entschlossen, beim Reichslage um Auf Hebung des Gesetzes cinzukommen und eine gesetzliche Neuregelung der militärischen Stellung der evangelischen Pfarrer im oben angc- deuteten Sinne zu beantragen." Dieser Erklärung hat die Versammlung des Berliner Evangelischen Pfarrvereins vom 24. November zugestimmt und den Zentralvorstand der evangelischen Pfarrvereine Deutschlands ersucht, für eine gesetzliche Neuregelung einzutreten. Aur Stadt und Land. Gießen, 27. November 1914. -Urs dem Fclvc der Ehre gefallen. lAus Hessen und den NachbargebietenZ Oberl. RcchlSanw. und Laudlagsavg. Tr I. G. B o x h « i m c v, ö. ba>>r. Ins -Rgt., aus Wornis. — Einj.-Freiw. Unleroff. Ernst Lndw. L o e b, 5. bayr. Feld-Art - Rgt., Frankfurt a. M. — Unleroff. d. Res. Finanz-Aspirant Ferd. Wo wer, F»s.-Ral. 168, ans Offenbach. — Kriegslreiw. Schulamtskandidat Heinr. Gaul, Jns.-Rgt. 116, aus Aßlar. — Kriegslreiw. Seininariil Wild. Süß, Jnl.-Rgt. 116, ans Le»». — Landwehrin. Reinb. Gei dt aus Marburg. — Kriegslreiw. Fritz Decker, Rei.-Jnl.-Rqt. 116, aus Darinstadt. - Reh Rich. Geyer, Jns.-Rgt. 66, ans Darin- sladt. — Ersatz-Res Georg Haas ans Tarnistadt. — Ll. der Res. Poslaff. Karl E i e b e» >v u r sl, Jm.-Rgt. 96 i» Darmsladt. Hauptmann nnd Komv.-Edes Max Heinz Tcute, Jns.-Rgt. 118 i» Worms. — Einj.-Freiiv. Willi Wehr Hahn, Bnnlbeamler, Jns.-Rgt. 118 in Wornis. — Rcj. Aug. Danm, Jnl.-Rgt. 118 aus Worms. — Res. Karl Lerch, Jägerbat. ll, ans Büches. - Lt. Gustav Lohniann, Pionier-Rgt. aus Hanau. — Unleroff. Hermann Bartelt bei Schcinwerlerzng, aus Haiger. ** GroHherzogs-GeburtStagsfcier im Lazarett. Eine große Freude wurde den Verwundeten des Reserve-Lazaretts Steins Garte» am Mittwoch nachnlitlag zuteil. Anläßlich des Geburtstages unseres Groß- hcrzogs fand ein kleines dem Ernste der Zeit entsprechendes Fest statt, das Herr Pfarrer Schwabe durch einen sein- durchdachten Vortrag über die Eigenart des deutschen Wesens einleitete. Herr Oberstabsarzt Dr. Siegert gedachte in markigen Worten der Bedeutung des Arges icnd feierte unfern Großherzog durch ein kräftiges dreifaches Harra, an das die Versammlung begeistert einstimmte. Die Damen, die in Steins Garten pflegen, hatten dem Saale durch Schmük- kung mit Blumen eilt festliches Gepräge verliehen, nnd an einer schön gezierten Das«! verspeisten Verwundete gemeinsam mit Pflegepersonal und Aerzten einen von Mediziner Werner gestifteten Hirschbraten. Fräulein Metel Leist und Fräulein Belke versönten den Abend durch Vortrag einiger schöner Lieder zur Laute. ** Ritter des Eisernen Kreuzes. Pfarrer S ch l o s s e r in Rodheim bei Hungen. Off.-Stellv. im „Bisch- weiler"-Jnf.°Regt. Friedrich Jährling aus Worms, Jns- Regt. 118. Leutn. Martin Jnlicher aus Marburg, Fuß- Art.-Regt. 14. Off.-Stellv. Ferdinand Wirges aus Marburg, Jnf.-Regt. 171. Metzgermeister Frank aus Marburg. Oberapotheker Köhler aus Braunseld. Oberstadtassistent H o s m a n n aus Dillenburg, beim Stab der 21. Rej.-Tiv. Feuerwerksleutnant Emil Schneider aus Wetzlar. Eins.- Freiw. Lehrer Fritz Barthel aus Wetzlar. Marincinsant. Ritter und Edler v. Oetinger, Gutsbesitzer zu Erbach a. Rh., Hauptm. d. R. im 1. Garde-Feldarl. Regt. Präpa- randenlehrer Karl Welcker aus Wad Ems. Hessen Nassau, m. Neustadt, 25. Nov. Das Komitee des hiesigen Zweig- Vereins vom Roten Kreuz hat in seiner letzten Sitzung be- schlossen, neben der Zuführung von Liebesgaben an den Kriegs- ausschuß in Kirchhain auch den Söhnen unserer Stadt, die im elde stehen, direkt Liebesgaben, als wollene Bekleidungsstücke, igarrrn und Schokolade zuzusenden. Mit der Ausführung dieses eschlusses wurde der Schatzmeister des Komitees, Stahlkammer«: Ke v vier, betraut. Für die Anfertigung der großen Mengen wollener Sachen regen sich viele fleißige Hände, besonders sind es die Mftglieder des Frauen Vereins, die an den festgesetzt«, Tagen eine größere Menge fertigstellen. Jung und alt ivetteffert bei diesem schönen Liebesdienst, und selbst die kleinen Mädchen in der Schule opsern gern ihre freie Zeit, um Pulswärmer, Strümpfe usw. zu stricken. Unter den vielen Gaben, die bei der hiesigen Sammel- stelle cingingen, befand sich auch ein paar Strümpfe, das einen Zettel mit folgendem schönen Wunsche der ^rrickerin,^Alice Wert- heim, enthielt: „Ich Hab' bei der Arbeit gesungen, Sic mich reckt beglückt. Und meine besten Wünsche. Hab' ich in die Strümpfe verstrickt. Sic mögen den Tapferen begleiten HinrmZn den blutigen Krieg, Beim heiligen Kampf um die Heimat, Sie tragen ihn sicher zum Sieg. Und wenn die Glocken künden Dem Lande Frieden nnd Glück, Tann tragen sie ihn zur Heimat, Zu seinen Liebest zurück". Der Empfänger dieser Strümpfe wftd gewiß über die vocliscke Beigabe besonders erfreut sein und den ausgesprochenen Wunsch der Kleinen gerne erfüllen. — Wiederum sind zwei Söhne unserer Stadl mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet wvr den, nämlich die Herren Le vi. der bei dem 83. Jnfanterr^Regi ment kämpft, und August 2 cki m i t t d i e l bei demselben Regime»!: auch der bei dem Dragoner-Regiment in Hofgeismar dienende Ge- ireite D h c i s aus dem nahril Allendors hat dieselbe Auszeichnung erhalten. Bis jetzt sind aus unserer Stadt 160 junge Leute zu den Fahnen einberuicn ivorden. — Die zu steuerlichen Zivecken vorgenommene diesjährige P e r s o n cn standsauf na h m e ergab 2213 Einwohner, gegen 2196 im Vorjahre. Es ist also in diesem Jahre eine Zunahme der hiesigen Bevöllvrung uni 17 Per soucn zu verzeichnen. Von den 2213 Einwohnern «mttallen auf männliche über 14 Jahre 665, weibliche 776, und Kinder unter 14 Jahren 772. l>. .Hanau, 27 Rov. In außerordentlich scharfer Weise gebt das Landratsamt gegen die V er heimlicher von K a r t o s - fcloorräten vor Tic bcscklaglnahmten Kartoffeln — eS Han dclt sich um recht erhebliche Mengen — dürfen vorerst nur im Stadl- und Landkreise Hanau vcrkanit iverden. Tie Beschlagnahme ivurde auch aus solche Kartossel» ausgedehnt, die angeblich bc reits vor dem Tage der Festsetzung der Höchstpreise bestellt gc- ivescn sind. Sämtlickc Bürgermeister werden persönlich dafür haftbar gemacht, daß jeder nickt sür den Bedarf des Besitzers notwendige Vorrat in vollem Ilmiailge deschlaqnahint wird. Ausnahmen für Lazaeettzweckc nno der öffentlichen NahrnngSmittelvcr- sorgung behält sich der Landrat zur alleinigen Entscheidung vor. h. Frankfurt a. M., 26. "Nov. Das stellvertretende Geil c r a I t o in m a ii dv hat das A »Siege n von Witzblättern und Tageszeitungen des feindlichen Auslandes in Wirtschaften, Gast nnd Kaffeehäusern, Wartesälen und Zcitungsverkaufsstellen voiit 1. Dezember ds. Js an verboten. Znwiderhandlnng«! werden mit Gefängnis bis zu einem Jahre bestraft. Der Privat- bezug dieser Blätter ist dagegen weiterhin gestattet. h. Frankfurt a. M., 26. Nov. B« außerordentlich mäßiger Bercliigung fanden heute die Stadtverordneten» wählen in 17 Bezirken statt. Durchschnittlich übten ettva 20 Prozent der Wähler ihr Wahlreckt aus, gegen 80—90 Prozent in früheren Jahren. Da von allen Parteien ein gegenseitiger .Burgfrieden vereinbart war und auch heute prompt gehalten wurde, hatte man von den üblichen Aufrufen, Umzügen und sonstigen Werbemitteln Abstand genommen. In der Stadt selbst merkte man von dem Wahltage nicht das Geringste. Zw« Stunden nach Beendigung des Wahlaktes lag das (Kesaimergelmis bereits vor. Gewählt wurden 11 Fortschrittler, I l Sozialdemokraten, 3 Nationalliberale und l Zentrnmsmann. Unter den tße- wähltcn befindet sich auch Reichstagsabgeordneter Dr. Duant, der vor zwei Jahren fein Mandat an die Bürgerlichen Verlor. Durch die lzeutigen Wahlen bleibt der bisherige Besitzstand der einzelnen Fraltionen gewahr t. h. Frankfurt a. M., 27. Nov. Im Stadtteil Eckcnhcim feiert heute der Privatmann Ernst von Hanxleden mit seiner Gattin das Fest der diamantenen Hochzeit. Beide Eheleute, die im 90. bezw. 85. Lebensjahre stehen, erfreuen sich noch einer bewundernswerten Frische des .Körpers und des Geistes. h. t a d t p r o z c l t e n , 26. Nov. Ein Glücks- iunge ist der siebenjähripe Schüler Brand. Bor Jahresfrist siel er aus dem zweiten Stock eines Hauses und' verletzte sich iticht im Geringsten. Gestern^siel der Junge in den Main und ivurde von der starken Strömung imsit fortgerissen Schließlich trieb er gegen einen Weidenbusch, an dem er sich fesMammerte, bis er gerettet wurde. Märtte. ke. Frankfurt a. M. B i e h h o i in a r k l b e rl ch l vom 26. Rov. ?Inl>rieb: Rinder b:3 (Ochien 14, Bullen 00, Kühe und Färsen 149), Kälber 665, Schafe 472. Schweine 1166. Tendenz: Kälber gedrückt, Schale rege, Schweine gedrückt. Preise für 100 Pld . Lcb«id- Schlacht- gewicht Kälber. Mt. Mk. Feinste lbiastkälber.......... 48—50 80—83 Mittlere Plast- und beste Saugkälber . , . 48—50 00 -00 Geringere Plast- nnd gute Saugkälber . . . 44—47 75—80 Schale. Stallinaslschase: Mastlämmer und jüngere Plaslhammel . . . 36—37 78—80 Aelter« Masthammel, gut genährte junge Schale und geringer« Mastlämmer . . . 28—30 68—7t Schweine. Dollfleijchige Schweine von 80 bis 100 kg Lebendgewicht..... 56.00-57.50 70.00—72.00 Vollfleffchig« Schweine unter 80 kg Lebendgewicht........ 55.00 —56.00 38.00—70,00 Dollsietschig« Schweine van 100 bis 120 kg Lebendgewicht..... 56.00—57.50 70.00—00.00 Voll fleischige Schweine von 120 bis 150 kg Lebendgewicht..... 56.00—57.50 70.00—72.00 Vergessen Sie nicht, Weihnachts-Paketen an unsere tapferen Kampfer im Felde den glänzend bewährten Cefabu-Kaffee undheissem Wasser sofort löslich — beizufügen. Nur die verwendbaren Stoffe der Kaffeebohne in Pulverform, Tabletten und Würfel mit Zucker. In OV~ kn Item ■ ohne Satz. Sofort trink fertig Kein Hahlen — Kein Filtrieren — Garantiert reiner Behnenkaffee — Kein Surrogat. 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Bekanntmachung. Pom über die Höckitvreiie sür Getreide und Kleie. 28. Oktober 1911. Au! Grund vvu 8 3 des Gesetzes, betreffend Höchstpreise vom 4. August 1911 iReichs-Geietzbl. ©. 339) in der Fassung der Bekanntmachung vom 28. Oktober 1914 iReichs-Geietzbl. Seite 438) hat der BundeSrat folgende Berordnung erlassen: § I. Der Preis für die Tonne inländischen Roggens dari im Grösst,anbei nicht übersteigen in: Aachen 287 Mk., Berlin 220 Mk.. Braunschweig 227 Mk.. Bremen 231 Mk., Breslau 212 Mk., Bromberg 209 Mk., Easfel 231 2>!k, Eülu 236 Danzig 212 Mk.. Dortmund 235 Mk., Dresden 225 Mk., Duisburg 236 Mk.. Emden 232 Pik.. Erfurt 229 Mk., Frankfurt am Main 235 Mk.. Gleiivitz 218 Mk., Hamburg 228 Mk., Hannover 228 Mk.. Kiel 226 Mk., Küttigsberg i. Pr. 209 Mk.. Leipzig 225 Mk., Magdeburg 224 Pik., Mannheim 236 Mk., München 237 Pik., Poicn 2l0 Mk., Roüock 218 Mk., Saarbrstike» 237 Mk., Schwerin i. Pi. 219 Pik., Stettin 216 Pik.. Strastburg i. Eli , 237 Pik., Stuttgarl 236 Mk.. Zwickau 227 Pik. 8 2 Beträgt das Gewicht des Hektoliters Roggen mehr als 70 Kilogramm, io steigi der Höchstpreis iiir jedes volle Kilogramm um eine Mark fünfzig Piennig. 8 3. In dem tm 8 1 nicht genannten Orten iNebenorte, ist der Höchstpreis gleich dem des nächstgelegenen im 8 1 genannte» OncS iHauvtort). Diestandeszeniralbebördenoder die vonihnen bestimmten höheren BerwaliungSbehörden können einen niedrigeren Höchstpreis sestsetzen. Ist iiir die Preisbildung eines Ncbcnorts ein anderer als der nächstgelegene Haupt- ori bestimmend, io können diese Behörden den Höchitvreis bis zu dem für diesen Hauvtort iestgeietzten Höchstpreis hinauisetzen. Liegt dieser Hauvtort in einem anderen Bundesstaate, io ist die Zustimmung des Reichskanzlers eriorderlid). 8 4. Der Höchstpreis ftir die Tonne inländischen Weizens ist vierzig Mark höher als der Höchstpreis für die Tonne Roggen (§§ 1 und 3,. Beträgt das Gewicht des Hektoliters Weizen mehr als 75 Kilogramm, so steigt der Höchstpreis sür jedes volle Kilogramm um eine Mark fünfzig Piennig. §5. Der Höchstpreis für die Tonne inländischer Gerste, deren Hektolilergewicht nicht mehr als 68 Kilogramm beträgt, ist in den vreustiichen Provinzen Schleswig-Holstein, Hannover und Westfalen, sowie in Oldenburg. Braun schweig, Waldeck, Schaumburg-Livve, Lippe, Lübeck, Bremen und Hamburg zehn Mark, in dem rechtsrheinischen Bauern dreizehn Mark, andernorts stinfzehn Mark niedriger als der Höchstpreis iür die Tonne Roggen >88 1 und 3). 8 6. Ein nach den 88 1 bis 5 in einem Orte bestehender Höchstvreis gilt sür die Ware, die an diesem Orte abzunehmen ist. 8 7. Ais Grosthandel im Sinne der 88 1 bis 6 gilt insbesondere der Verkehr zwischen dem Erzeuger, dem Verarbeiter und dem Händler. 8 8. Der Preis iür den Doppelzentner Roggen- oder Weizenkleie darf beim Verkaufe durch den Hersteller dreizehn Marl nicht übersteigen. Diese Vorschrift gilt nicht iür Futtermehl tBollmebl, Rand, Griestkleie und dergleichen). 8 9. Die Höchstpreise bleiben bis zum 31. Dez. 1914 unverändert, von da ab erhöben sie stch am 1. und 15. jeden Monats bei Getreide um eine Mark fünfzig Pfennig sür die Tonne, bei Kleie um fünf Pfennig für den Doppelzentner. § 10. Die Höchstpreise gelten für Lieferung ohne Sack und iür Barzahlung bei Empfang: wird der Kaufpreis gestundet, io dürfen bis zu zwei Prozent Jahreszinsen über Reichsbankdiskont hinzugeschlagen werden. Sie schlichen bei Getreide, aber nicht bei Kleie, die Kosten der Verladung und des Transports bis zum Güter- bahnboie, bei Waffertransvort bis zur Anlegestelle des Schiffes oder Kahnes des AbnahmcorteS ln sich. 8 11. Diese Verordnung tritt am 4. November 1914 in Krait. Der Bundesrai bestimmt den Zeitpunkt des AusterkraittreienS. Berlin, den 28. Oktober 1914. Der Stellvertreter des Reichskanzlers. Delbrück. U807B Bekanntmachung über die Höchstpreis« von Haier. VomN.Novemb. 1911. Aus Grund von 8 3 des Gesetzes, betreffend Höchstpreise vom 4. August 1914 tReichs-Gesetzbl. S. 339) in der Fassung der Bekanntmachung vom 28. Oktober 1914 iReichs- Äeietzbl. S. 458) hat der BundeSrat folgende Verordnung erlaffen: Der Preis für die Tonne inländischen HaierS darf tm Grosthandel nicht übersteigen in: Aachen 221 Mk., Berlin 212 Mk., Braunschweig 217 Mk. Bremen 219 Mk., Breslau 204 Mk., Biomberg 206 Mk. Kassel 218 Mk.. Köln 221 Pik.. Danzig 207 Mk., Dortmund 223 Mk, Dresden 212 Pik, DuiSburg 222 Mk, Emden 218 Mk. Erfurt 217 Mk, Fr»nkiurln-M. 221 MO Gleiwttz 202 Mk, Hamburg 217 Mk, Hannover 218 Mk, Kiel 216 Mk, Königsberg i. Pr. 204 Mk, Leipzig 214 Mk. Magdeburg 216 Mk- Mannheim 222 Mk, München 220 Mk, Pose» 205 Mk, Rostock 210 Mk, Saarbrücken 224 Mk, Schwerin i. Di. 210 Mk. Stettin 209 Mk. Strastburg i. EI). 223 Pik., Stuttgart 220 Mk, Zivickau 215 Mk Der Höchstpreis gilt nicht für Saathaser, das nähere bestimmt der Bundesrat. 8 2 . In den im 81 nicht genannten Orten (Nebenorte) ist der Höchstpreis gleich dem des nächstgelegenen im 81 genannten Ortes lHauvtorti. Die Landeszentralbehörden oder die von ihnen be- stimnilcn höheren Verwattungsaehörden können einen niedriacren Höchstpreis festietzen. Ist iür die Preisbildung eines NebenorlS ein anderer als der nächstgelegene Hauvt- ort bestimmend, so können diese Behörden den Höchstpreis diS z» dem iiir diesen Hauvtort festgesetzten Höchstvreis binauisetzen. Liegt dieser Hauvtort in einem anderen Bundesstaate, so ist die Zustimmung des Reichskanzlers erforderlich. 8 3. Ein nach den 88 1 u. 2 in einem Orte bestehender Höchstvreis gilt für die Ware, die an diesem Orte abzn- nehmen ist. 8 4. AIS Grosthandel im Sinne der 88 1—3 gilt insbesondere der Verkehr zwischen den, Erzeuger, dem Verarbeiter und dem Händler. 8 5. Die Höchstpreise bleiben bis »um 31. Dezember 1914 unverändert, von da ab erhöhen ste stch am k und 15. jeden Monats um eine Mark iünszlg Piennig stlr die Tonne. 8 6 Die Höchstpreise gelten iür Lieferung ohne Sack und sür Barznhlung bei Empsang: wird der Kaufpreis gestundet. io dürien bis zu zwei Prozent;>abreS»inien über Reichsbankdiskont binzugeichtagen werden. Sic fchliesten die Kosten der Verladung und des Transports bis zmn Guterbnbnhoie, bei Wassertransport bis zur Anlegestelle des Schiffes oder Kahnes des AbnahmeorteS in sich. 8 7. Diese Verordnung tritt am 9. November 1914 in Kraft Der BundeSrat bestimmt den Zeitpunkt des Auherkrasl- tretenS. ^ Berlin, den 5. November 1914. Der Stellvertreter des Reichskanzlers. Delbrück. Samstag, den 8. Dezember 1914, vorm. I I", Uhr, werden mii dem Lindenplatz sie iiir den sogen. Weibnachts- mnrkt gewünschten Plätze öffentlich meistbietend versteigert. Zuiammenkunit Lindenvlatz. 11809B Freitag, den 4. Dezember 1914, vorm. 11 llbr' werden im Stadthaus, Gartensrrahe 2, Zimmer Nr. 12, verschiedene städtische Plätze zum Pcrkau! von Ebritt bäuinen meistbietend verpachtet. 11808B Bekanntmachung. Die Verpfleg»ngsgclder für die im Monat Oktober 1914 <16.—31.) in Bürgerwohnunge» vervflezten Manu- ichasten des Laiidstiirm-Eriatz Bataillons werden den Emviangsberechligien oder den an ihrer Stelle mit ichrist- lichem Ausweis iVollmachti Auftretenden bezahlt: denjenigen, deren Namen beginnen mit den Buchstaben: A—F am Mittwoch, den 2. Dezember, I 6—K am Donnerstag, „3. „ I von 8—12 Uhr L—R am Freitag, „ 4. „ | vormittags 8—2 am Samstag, „5. „ J Zahlstelle ist die Sladlkasse, Gartenstrabe 2, Eingang von der Sud-Anlage. Giesten, den 27. November 1914. Der Oberbürgermeister. Keller. 1181«B Für die durch de» Krieg besonders schwer beim geiuchte Provinz Oftvreusten sind bei dem Oberbürgermeister weiter eingcgangcn von: L. Ratbfchla» 10 Mk„ Steuerauiieher i. P. villerl 5 Mk., N. N. 7 Mk, Pfarrer Scriba 10 Mk., Dr. Z. tu Pik. Frau Amend 5 Mk, Frau Fach 5 Alk, Johannes Bolz 10 Mk. Ernst Ludwig Sack 25 Mk, OrlSgerichtsvorfteher Simon 20 Mk, Geb. Kommerzienrat Heickielheim 50 Alk, Buchhändler O. Roth 25 Mk, Reallehrer Wagner 5 Bk, Rech- nnngSrat Schreiber Wwe. 5 Mk.. Frau Ul-. Lejeune 40 Ml., Ungenannt 5 Mk. M.P. 3 Mk., August Greb 5 Mk, Gend.- Wachtmeister i. P. Schäfer 10 Mk, S. Katz Wwe. 10 Pik, E. K. 10 Mk. K. N. 5Mk, T. 3 Pik. Bäckermeister Ludwig Rübl 30 Mk, Oberzahimeister Becker 20 Mk, Frk Nahr- gang 5 Mk, O. G. 2 Mk, E. G. 5 Mk. Gustav Bergen Wwe. 10 Mk.. Frau Bichler 25 Mk, Brauereibeiitzer Jhring-Lich 50 Pik, Karl Dörmer 10 Mk, Ertrag eines „Deutschen Abends" im Wartburgverein durch Pfarrer' Schwabe 73 Mk, Trude Sieiel 10 Pik,' Ertrag einer Sammlung in der Gemeinde Wieieck durch Pfarrer Bernbeck 30.) Mk, Julius Nnttmann ien. 10 Pik. Ertrag einer Sammlung in der Gemeinde Allendors a. Labn durch Allbürgermeister Volk 400 Pik, Sammlung in der Klaffe 5b2' der Erweiterten Mädchenschule 10 Mk, Proieiior i. P. Dr. Stahl 10 Mk, Ungenannt 5 Mk, Frau Pi. Dreniust 10 Mk, Hauptlehrer Knaust 5 Mk, zusammen 1273 Mk. Mit herzlichem Dank für diese Gaben wird um weitere Zuwendungen gebeten. _ 11817B Für die durch den Krieg bcimgeiuchten Reichslande Ellas, Lothringen sind bei dem Oberbürgermeister weiter eingcgangen von: Pröscher 5 Mk, Meygermeister Friedrich Schreiner 10 Pik, L. Rnthschlag 10 Pik, Ertrag einer Sammlung in der Kriegsbetstimde zu Sleinheim bei Hungen 13 Pik, Steueraufleher i. P. tztllert 5Mk, Rob. Haas Ww. 10 Pik., N. N. 7Mk, Schreinermeister I. Lenz 10 Pik, Peter König 10 Mk., Pfarrer Scriba 10 Mk, Frau Amend 5Mk, Land- gericktsrat Neuenhaqe» 10 Pik, Dr. Z. 10 Mk, Frau Fach 5 Mk, Johannes Äoiz 10 Mk, Louis Petri II. 10 Pik, R. L. 20 Mk, Karl Jackei 8 Mk, Frau Fubrmeiiter Ww. 50 Mk. H. E. 5 Mk, Kirchengemeinde Rodhcim a. Horloff 120 Mk, Garteniniveklor Rehnelt 5 Pik. Ernst Ludwig Sack 25 Mk, Ortsgerichlsvorsteber Simon 10 Mk, Sirchit. I. Stein Ww 30 Mk, Frl. Piathilde Emmelius 20 Pik, Geh. Kommerzienrat Heichelheim 50 Mk, Buchhändler O- Roth 25 Mk. Reallehrer Wagner 5 Mk. RechnungSrat Schreiber Ww. 5 Pik. Firma 211er. Salomo» 20 Mk, M. S. 10 Mk, dluguit Heb Ww. 50 Mk., Ungenannt 5 Pik., Pi. P. 3 Mk. Pros. Dr. Travv 30 Pik. Aua. Greb 5 Pik., Pi. S. 3 Pik, N. N. zu Lich 20 Mk.. E. K. 10 Mk.. K. N. 5 Pik., Ungenannt 10Mk, Lehrer Oft 5Mk, T 3Mk. von Gästen des Aauarlums durch°E. H. Müller 25 Mk, Geh. Hofrat Dr. Hansen 20 Mk, Bäckermeister Ludwig Rühl 30 Mk., Ober'.ahlinelfter Becker 10 Pik, Frl. Nabryana 5 Mk, Briefträger Wörncr 3 Mk. Kanzleirat Schiffnie 5 Pik., Frau Sch. 5 Pik. Frau Bichler 25 Mk, O. G. 3 Mk., Vormundschaft Irene Günther 20 Pik. Spengler Heinrich Blum 10 Pik, Heinrich Belloi Wwe. 10 Mk, Witwe Forbach 10 Pik. Konrad Bender 10 Mk, Erich Bender 2 Mk, E G. 5 Mk, Branereibesttzer Jhring-Lich 50 Mk, Geh. Medizinalrai Dr. Gevvert 50 Mk, I. B. 10 Pik., Sammlung in der Gemeinde Wieieck durch Piarrer Bern- beck 330 Mk, Julius Nattmann ien. 10 Mk, Geh. Hofrat Dr. Haupt 3 Mk. Sammlung in der Gemeinde Slllcndori a. d. Lahn durch rilibürgermeiiter Volk 147 Dik., Proieffor t. P. Dr. Stahl 10 Mk. Frau M. Dreniust 10 Pik, Haumlehrer Knaust 5 Mk, zusammen 1517 Mk. Mil herzlichem Dank ftir diese Gaden wird um weitere Zuwendungen gebeten. _ 11818B Stadt. Wobnuugsnachweis Gießen, Asterweg S. ES stnd zu vermieten: 118253 1 Wohnung von 7 Zimmern, eventk mtt Mansarde, 1 Wohnung von 5 Zimmern und 1 Dianiardenzimmer. 1 Wohnung von 8 Zimmern, 1 Wohnung von 4 Zimmern. IWohnung v. 4—8Zimmern, 5Wohnungen v.3Zinimern, 7 Wohnungen von 2 Zimmern. 1 Lager- oder Fabrik raum, 6 möblierte Zimmer, davon 2 nebeneinander- liegende. Zu mieten aeiucht: 18 Wohnungen von 2—8 Zimmern. oftädt jtfrbeitsnachiüeis giessen. Asterweg 9. 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