Nr. 2Z8 Der Eichener Anzeiger erscheint täglich, anßer Sonntags. — Beilagen: viermal wöchentlich EichenerZamilienblöttcr, zivennalwöchcnll.ltreis- biattsnrdenUrcirSichen (Dienstag nndFreiiagl: zweimal monatl ranio wirtschaftliche Seiifragrn Fernjvrech - Anschlüffe: sürdieSchriitleitnngtI2 Verlag, Geschnitsstelleöl Adresse inr Draktnach- richten: Anzeiger Sichen. Einnahme von Anzeigen für die TageSimmmer bis vormittags 0 Uhr. Erstes Blatt m. Jahrgang Donnerstag, 2(). November M4 SezuqSv rei monatl. 75 Dt., viertel- ,ährl. Mk. 2 . 20 -, durch Ab hole- iu Zweigstellen inonatl 65 Ps.: durch diePost 2!k.2.— viertel- jährl. ausschl. Bestellst. Zeilenpreis-lokal 15Ps., ausw. 20 Pi. — Hanpt- schriitleiter: Ang. Goetz. Beranlivortiich iür bei» polit. Teil- Aug. Goetz; siir „Feinlleton", „Vermischtes" nnü.Gerichls- saal": Karl Neurath; fite „Stadt nnd Land": Rotationsdruck und Verlag der vrühl'schen Univ.-Vuch- und Steindruckerei R. Lange. Schristleitung, Geschäftsstelle u. Druckerei: Schulstr. 7. Anzeigen!-":' H? $ecf! General-Anzeiger für Gderheffen Die russischen Gegenangriffe in polen gescheitert. Rene Erfolge der Oesterreicher. (WTBZ Großes Hauptauartier, 25. Nov., vorm. (Amtlichff Tie englischen Schisse wiederholten gestern ihre Unternehmungen gegen die Küste nicht. Die Lage aus dem westlichen Kriegsschauplatz ist unverändert. Bei Arras machten wir kleine Fortschritte. In O st Preußen wiesen unsere Truppen sämtliche russischen Angriffe ab. Die Gegenoffensive der Russen aus Richtung Warschau ist in Lowicz-Strvkow-Brzezinh gescheitert. Auch in Gegend östlich Czenstochau brachen fämtlirfjc russische Angriffe vor unserer Front zusammen. Oberste Heeresleitung. * . * Wenn jetzt bestimmte Kricgsvorgänge unser Interesse in einem besonderen Grade beschäftigen dürfen —■ im Grunde sind die deutschen Unternehmungen im Osten und Westen von gleicher Bedeutung — so ist es die Lage in Russisch-Polen. Dort steht Meister Hindenburg, dort vollzieht sich von Norden her die deutsche Abschließung russischer Heereszüge von ihrer bisherigen Marschlinic, dort scheinen alle Anordnungen getroffen zu iverden, um in Gemeinschaft nrit den Oesterreichern dem Feinde weitere Anstrengungen zu verleiden. Ringsumher im Osten aber stehen einige Neutrale, die dem großen Ringen mit höchster (Spannung zuschauen. Wird der Zar trotz seiner bisherigen Mißerfolge noch feine Macht erweisen? Wenn es seinen .Heeren gelänge, der Feinde Herr zu iverden, würde die Orientpolitik der Balkanländer vermutlich immer noch! mit der spätere» Rache des Zarenreiches rechnen. Gelingt es dagegen, die Russen entscheidend zu schlagen, wird wohl auch Rumänien aus seinem steifen Beharrungszustand be- sreit werden; Bulgarien scheint nur darauf noch zu warten. Einige bedeutungslose Gruppen in Rumänien haben sich nochmals für die „Entente"-Politik erwärmen wollen, aber der Dunst von eitler Klatsch- nnd Oppositionspolitik hat, nach einer der neuesten Meldungen, anscheinend von amtlicher Stelle alsbald eine nachdrückliche Abwehr erhalten. So ist zu hoffen, daß Rumlänien nicht nur dien bisherigen Richtung treu bleibt, sondern sich auch zu einem entscheidenden Schritt ausraffl, der den Gang der Ivünschens-- iverten Ereignisse beschleunigt und erleichtert. Rumänien hat, altes Wohlwollen und alle Unterstützung nur von deutsch-österreichischer Seite zu erwarten. Denn es ist Ivohl nach dem Scheitern der neuesten russischen Gegenvorstöße unmöglich geworden, von der Kraft der russischen Heere noch viel zu erwarten. Im W c st e n steht die Lage für uns nach wie vor günstig oa. Wir erkennen dies am deutlichsten aus^ französischen Aeußerungen. Man rechnet auch dort nur mit deutscher Offensive; die feindlichen Heere sind nur eben stark genug, sich noch iu ihrer 'Verteidigungsstellung zu halten. Es fällt der französischen Regierung nicht ein, wieder nach Paris überzusiedeln, nnd die französischen Militaristen setzen ihre Hoffnungen setzt anscheinend nur noch auf England. Es scheint uns aber, als sollten wir die englische Drohpolitik, die uns ein weiteres feindliches Heer von einer Million in 'Aussicht stellt, nicht so sehr ernst nehmen. Im Gegenteil, die Taktik int O st e n darf im Hinblick ans die englische Großrederei nicht zu einer Unternehmung zweiten Grades herabgemindert werden. Tie deutsche Heeresleitung läßt sich durch keine Listen davon abhalten, dort ihre Bemühungen einzusetzen, wo sie am zeitgemätzesten sind nnd wo sie den meisten Erfolg versprechen. Die Stimmung, mit denen wir den Franzosen gegeir- überstehen, ist Mar grimmig und wird vielleicht eine 'Abrechnung „bis aufs Messer" erfordern: aber man sollte es sich in Frankreich ivohl überlegen, ob das Gebot der Klugheit es nicht erfordert, die alte Politik der Rache und des Haffes in andere Bahnen cinzuleuken. Immer zahlreicher werden jenseits der Grenze die Beweise bekannt, daß die gefangenen und verwundeten Franzosen unter deutschen Händen schonend und menschlich behandelt werden, und man wird sich in der Welt bald fragen müssen, ob der sprichwörtliche Edelmut des französischen Volkes noch vorl-anden ist. Leider ist in den letzten Tagen ein Bor- sall bekannt genwrden, der aus französisches lösbaren noch das schlimmste Licht wirst. Pariser Richter haben ohne Betveise (wie in ihrer Urteilsbegründung ausdrücklich gesagt wird) deutsche Acrzte zu Gefängnisstrafen verurteilt, Iveil sic au ge bl ich aus Plünderungen Vorteil gezogen hätten. Das ist selbstverständlich ein unerhörter, schamloser Vorwurf. Vom Verband der Aerzte Tcutschlands ist uns dazu heute folgende Erklärung zugegaugen: Der- ruchlose Feldzug, den unsere Feinde mit Lüge und Ver- Icuuidung gegen Deutschlands Ehre nnd Ansehen führen, hat ern neues fast unglaubliches Opfer gefordert. Pariser Richter haben sich bereit finden lassen, gefangene deutsche Aerzte wegen „(tze- walitätigkeiten gegen Einwohner nnd Nachlässigkeit bei der Be- bandtnng von Verwundeten" zu ein und zwei Jahren Gefängnis zu venrrteilen. Wem treibt diese Nachricht nicht die helle Glut der Einpörung iu das Gesicht? Deutsche Aerzte sötten geplündert nnd sich gewalttätig an friedlickwn Bürgern vergriffen, deutsche Aerzte sollen durch ihr Verhalten Kranken gegenüber eint derartige Strafe verwüst haben! Jedes Wort der Rechtfertigung auf diese^ungeheuerliche Lüge würden wir für eine .Herbasetzung unseres Standes halten: cs drängt uns, nur der allgemeinen Entrüstung und der Zuversicht Ausdruck zu geben, das: Deutschland diesen Faustschlag nicht ruhig htnnehmen, sondern so erwidern wird, wie es von scher gute deutsche Art gewesen ist. Selbst iu französischen Zeitungen hat das llrteil mancherlei Widerspruch gefunden. Im Auslande wird man, Ivohl oder übel, wieder einmal erkennen ^anf welcher SeiteMenscht- lichkeit, und auf welcher Haß und Verblendung kämpfen! * . ' Große Erfolge der Gesterreicher in Russisch-Polen. ,WTM.) Alien, 25. Nov. (Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 25. November, !Das gewaltige Ringen in Russisch- Polen dauert fort. Bisher machten unsere Truppen in dieser Schlacht 2 9000 Gefangene und erbeuteten 49 Maschinengewehre, sowie viel sonstiges Kriegsmaterial. Ter Stellvertreter des Chefs des Gencralstabs: v. H ö f e r, Generalmajor. Budapest, 25. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Die Blättermeldung, daß die im Komitat UnA eingebrochenen russischen Kräfte zurückgeworfen wurden, wird bestätigt. Auch in dem Komitat Zemplin wurde der Feind zum Rückzüge gezwungen. Das Betriebsmatcrial der in jener Gegend geräumten Bahnstation wurde zurückerobcrt. Die russisch-türkischen Kümpfe. Konftantinopel, 25. Nov. (WTB. Nichtamtlich)) Amtlicher Bericht des Hauptquartiers: Die Fortdauer des schlechten Wetters an der kaukasischen Grenze hält für den Augenblick unsere Bewegungen in den gebirgigen Gegenden auf. Auch die Russen halten ihre Grenzstellungen. Unsere Truppen, die in die Gegend von T s ch o r o k h ein»- gedrungen waren, haben einen neuen Sieg davongetrar- gen. Sie haben Morgul besetzt tmd den Tscharokh in dev Nähe von Burffchika passiert- Wir haben diese Stellung erobert und während dieser Bewegung mehrere Schnell-' seuergeschütze, eine Ambulanz mit allem Zubehör, zwei Antoniobile, 100 Zugpferde und Artilleriemunition, sowie eine Menge Dynamit erbeutst. Die Kurden und die Russen. Ko n st a n ti n o p el, 24. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) „Tas- wir i Efkiar" erfährt von seinem Berichterstatter in Musch, daß kurdische Kavallerie die Russen angrisf, die über Du tat südwestlich Karakilisse am Murad-Fluß vorrücken wollten. Die Kurden zwangen die Russen zu eiliger, vortustreicher Flucht und erbeuteten einige Kanorwn und ein Maschinengewehr. Die Lage in Flandern. Amsterdam, 25. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) „Tele- graaf" meldet ans Sluis: Sturmweiter und Schneewehen machten die Operationen an der Küste gestern schließlich unmöglich. Gegen Abend war lein Kanonendonner vernehmbar. Tie Grenze zwischen Belgien und Seeländisch-Flandern ist nach wie vor streng geschlossen und von dem deutschen Landsturm besetzt. Im Kämpfe um Dperu hat sich nichts geändert. Der Frosh hat aufgehört und der Boden ist wieder in Morast verwandelt, um so mehr als es in sden letzten Tagen ziemlich viel geschneit hat. IU Rousselaere herrscht Ruhe. Die Truppenbewegungen nach der Front und die Ankunft Verwundeter dauern fort. Die Laufgräben der feindlichen Armeen liegen an einigen Stellen nur fünfzig Meter von- einattder entfernt. Man hört sich gegenseitig sprechen. Tie Soldaten haben in den Laufgräben viel unter dem Wasser und Eis zu leiden. Amsterdam, 25. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) „Handels- blad" meldet aus London: „Takln Chroniclc" meldet aus Nordsrankreich, daß die englisch-französischen Armeen seit 48 Stunden von den Deutschen mit starker Macht an der Front von Dpern bis Lombartzpdc angegriffen werden. Die Schlacht gleicht in ihrem Umfange nnd in ihrer Jntensivität den Schlachten an der Marne nnd an der User. Die Deutschen begannen den Kamvf mit g r o ß e n Ver st ärkungen und neuen Kanonen. Die französische und die britische Armee handeln in direkter Kooperation. Tie schwersten Geschütz« sind in Aktion. _ Die englische Artillerie ließ bisher jede Bewegung der Deutschen scheitern. Der Kaiser bei den Schwaben. Stuttgart, 25. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Ein vom stellvertretenden Generalkommando des 13. Armeekorps zur Veröfsentlichung genehmigter Feldpostbrief im „Neuen Tagblatt" bringt nähere Einzelheiten über den bereits gemeldeten Besuch des deutschen Kaisers bei den Württemberg! scheu Truppen am 20. November. Der Kaiser, begleitet vom Kronprinzen, besuchte am 20. November die württembergischen Truppen. Bei dem ersten Truppenteil, den der Kaiser antras, hielt er eitckä folgende Ansprache: „Ich gratuliere Ihnen zu Ihren Auszeichnungen und freue mich, daß Sic so reich geschmückt sind. Sie haben schöne Erfolge gehabt. Fahren Sie so fort. 'Nicht nur hier, sondern auch bei allen anderen Armeen haben die Pioniere Großes geleistet. Ich halbe schon im Frieden viel von dieser Waffe gehalten und für diese getan. Ohne die Pioniere geht es überhaupt nicht mehr vorwärts. Ich gratuliere Ihnen." — Sodann begab sich der Kaiser in das Lager eines württcm.- bergischen Grenadierregimcnts und hielt auch dort eine kurze Ansprache, in der er etwa folgendes ausführte: „Ach freue mich, Euch Schwabe» gesehen zu haben. Ich kenne Euch als tapferen Volksstamm. Ahr habt Euch Eurer Väter würdig gezeigt und schöne Erfolge erreicht trotz großer Verluste. Es geht jetzt langsam voran, aber sicher. Vor kurzem habe ich I bic Freude gehabt. Euren Landesherrn, S. M. den König zu sprechen, meiner wollen wir heute gedenken und rufen! S. M. König Wilhelm II. Hurra, Hurra, Hurra!" Die Türken am Suezkanab. Ko n st a n t i n o p el, 24. Nov. (W. B. Nichtamtlich.) Den! „Tanin" zufolge können die Engländer den Suezkanal nui schwer verteidigen und tressen fieberhafte Verteidigungs- Maßnahmen. Sie ließen aus England Panzertürme kommen, stellten vor dem Kanal mehrere Kriegsschiffe aus uni errichteten vor dem Kanal Berschanzungen aus Eisenbahnwagen, Sandsäckcn und Stacheldraht. Konstantinopel, 25. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Eit/ amtlicher Bericht des Hauptguartiers besagt: Nach dem Kampfe an der Küste von Bassohra am 19. November, der mit großen Verlusten au Toten und Verwundeten aus englischer Seite endete, erhielt der Feind Verstärkungen und rückte unter dem Schutz des Feuers seiner Kanonenboote langsam den Fluß entlang vor. Unsere Truppen erwarten da den Feind in einer neuen Stellung, wo seine Kanonen und Schisse ihm nicht beistehen können! Das Schiss „Nil user" ist infolge eines Unglücksfalles bei Kilo untergegangen. Von den anderen Kriegsschauplätzen liegen heute keine Nachrichten vor. (Notiz: Das Schiss „Niluser", von dem in dem Bericht des Hauptguartiers die Rede ist, war ein kleines Fahrzeug von 208 Tonnen, das der Kriegsmarine als Mineickeger diente. Es soll aus eine Untersccmine, die von den bulgarischen Häsen abgetrieben! worden war, gelaufen sein.) Das türkische Parlament. , Konstantinopel, 24. Nov. (W. B. Nichtamtlich.) Das Parlament wird in der dritten Dezembcrwoche eröffnet werden. Eine englische Niederlage in Ostafrika. Aus Kopenhagen wird gemeldet: Das englische Ministerium des Aeußern veröffentlicht nachstehenden Bericht) der vom Montag datiert ist: Aus den letzt eingetroffenen) Nachrichten geht hervor, daß eine Truppenabteilung, die kürzlich von Britisch-Ostafrikä abgesandt wurde, um eine wichtige deutsche Eisenbahnendstation zu besetzen, von der gemeldet worden war, daß sie schwach besetzt sei, schwere Kämpfe zu bestehen hatte. Die Truppenabteilung wurde am 2. Noveiw der ausgeschickt. Es zeigte sich indes, daß der Feind mit bedeutender Stärke auftrat und, obschon es unseren Truppen gelang, bis an die Stadt zu kommen, wurden sie genötigt^ sich z u r ü ck z u z i c h e n und sich wieder e i n z u s ch i s- s e n und die Vorbereitungen für künftige Operationen abzuwarten. Unsere Verluste betragen beinahe 800 M a n n. Die amtliche englische Mitteilung verschweigt den Ort der Kämpfe, doch geht aus dem Eingeständnis, daß die Deutschen die Engländer bis aus ihre Schiffe zurückjagten, die Vollständigkeit der englischen Niederlage zur Genüge hervor. Die Engländer rechnen mit einem deutschen Einfall. London, 25. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) In der Unterhaus-Sitzung vom 23. November forderte Wedgwood die Regierung auf, die bürgerliche Bevölkerung darüber anfzuklären, wie sie sich bei einem etwaigen deutschen Einfälle zu verhalten habe. Obwohl eine Invasion wenig wahrscheinlich sei, müsse die Bevölkerung kctmpfcn, falls die Deutschen wirtlich nach England kämen. Die Regierung müsse es der Bevölkerntrg deutlich machen, daß sie sich in keiner .Hinsicht unterwerfen dürfte. Von der Regierung wurde geantwortet, daß an den Orten, die Einfüllen ausgcsetzt sein könnten, Komitees gebildet worden seien, denen bestimmte Instruktionen gegeben worden seien, die aber nicht öffentlich erörtert werdet! könnten. Es bestünde jedoch die Hoffnung. daß die Armee utt die Fldste imstande sein würden, eine Landung zu verhindern, oder, falls eine solche doch stattfände, den Feind so schnell als möglich in die See zu werfen. Sir Henrn Dal- ziel sagte, es müsse die nötige Vorsicht bei der Erteilung von Pässen nach .Holland obwalten, da dcnffche Spione ans diesen Wegen bequem zwischen England und Deutschland verkehren und den Feinden nützliche Informationen verschaffen könnten. Lord Charles Beresford fragte tvegeit der Verpachtung der Kanalinsel H e r m an eine deutsche Gesellschaft; an. Von der Regierung wurde geantwortet, daß die „Westbank Lieguitz Ltd." die Pächterin der Insel sei, bie seit drei Jahren von einer Hand in die andere übergegangcn sei. Die Regierung wisse nicht, was die Gesellschaft dort treibe; soweit ihr bekannt, werde auf der Insel nur Landwirtschaft getrieben. Die Gesellschaft beschäftige 25 Personen, darunter 12 Engländer. Nach dem Ausbruch des Krieges sei die Insel durchsucht Ivlorden, ohne daß etwas Verdächtiges gefunden worden sei. Sie habe jetzt eine englische; Besatzung. * . ’ Pom serbischen Kriegsschauplatz. Wien, 25. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Vom südlichen Krieg?, schauplatz wird amtlich qemeldet: 25. November. Unsere Truppen haben unter schweren Kämpien die versumvste oluliarn, Niederung überschritten und bereits überall im Angriff ans die östlichen Höhen Raum gewonnen. Mehrere heuige Gegenangriss, der feindlichen Reserven wurden unter großen Verlusten' de- Gegners abgewiesen. Zahlreiche Gefangene und Ueberläuser. südöstlich Valjcwo haben unsere Truppen die schneebedeck. ten Kämnie des M a l j c n und S u v o bo r käntpjrnd überschritten > Dort wurden gestern neuerdings 10 Offiziere imi> über 3 0u Mann gefangen genommen und drei Mafchinengewchre erbeutet, AuS Rumänien. Bukarest, 25, Nov, (WTB, Nichtamtliche In der Hestern von der Nationalen Aktion einberufenen Ver fammlung wilrde folgendes beschlossene Tie Bürger der Hauptstadt begrüßen begeistert die Kämpfer der Tripleentente, die sich für das Recht und den Triumph des Na- lionalitätenprinzips opfern. Sie drücken ihre Beivnnderung für das tapfere serbische Volk aus, mit welchem das rumänische Volk solidarisch die Beschleunigung der Mtion zur Verwirklichung der nationalen Ideale wünsche, Ter offiziöse ,,V i t t o r u l" schlecht zu der gestrigen Versammlung der Nationalen Aktion: Tiefes gemischte Publikum veranstaltete gcrauine Zeit in nndersvrechen- der Weise Kundgebungen, Es war peinlich, zu senen, wie die Haltung des rumänischen Startes in einer Atmosphäre des Skandals und der Bcschimpsun- g e n erörtert wurde, mit einer Nebelhaftigkeit und Leerheit, ivelche die meisterhafte Mache des Politikasters Filipescu beweisen. Seine elende politische Handlungsweise verfolgt nicht cingeslaudene Zwecke und verwandelt die grosse nationale Frage in eine Maskerade, well es zu den kleinlichen Zwecken seiner inneren Politik paßt. Aus Persien. Wien, 25, Nov. WTB, Nichtamtlich,) Tic „Neue Freie Presse" meldet aus Kvnstantinopel: Die Stämme der Schahsevennen babeu T ä b r i i besetzt. Aus Italien. Mailand, 25, Noo, WTB, Nichtamtttch Tie Blätter „Perseveranza", „Lmnbardia", „Seror" una „Sole" fordern von der italienischen Regierung energische Vorstellungen bei der englischen Regierung ivegen der ungerechtfertigten Beschlagnahme von Ku p s e r s e n d u n g c n nach Italien durch englische Kriegsschiffe. — „Lombardia" tadelt die frankophilen italienischen Blätter, welche pävttlicher als der Papst gegen den Turchfuhrvertehr mit der Schweiz eiferten, während dieser von Frankreich eifrig betrieben werde, rüill Portugal doch sich am Krieg beteiligen? London, 25. Nov, (WTB, Amtlich.) Das Reuterfche Bureau meldet ans Lissabon vom 24, ds,: Nachdem der Ministcrpräsidrnt vor den Abgevrdnctcii und Senatoren eine Erklärung abgegeben hatte, nahm der Kongreß einstimmig eiucn Gesetzentwurf a», ditrch tvclchrn dir Regierung ermächtigt wird, auf Grund des B ü ndn isscs in i l England in dem gegenwärtigen internationalen Konflikt in einer Weise zu intervenieren, welche ihr als die geeignetste erscheint, Tie Regierung lvird ferner ermächtigt, die hierzu erforderlichen Maßregeln zu ergreifen, Nach Miltcilungen der Presse wird ein Erlaß, durch welchen eine teilweise Mobilisierung verfüg! wird, morgen oder überniorgen erscheinen. Zugleich wird der Kriegsminister einen Aufruf an das Land richten. Humanität im Kriege. Während der letzten Wochen sind zahlreiche Fälle bekannt geworden, in denen französische Insassen deutscher 'Kriegst azaretke mtö Konzentrationslager in Briefen nach der Heimat die gute Behandlung und Pflege rühmen, die ihnen in Teutschland zuteil wird, Neü aber und ganz besonderer Beachtung wert dürfte ein uns in photographischer Wiedergabe vorliegendes Schreiben sein, ddem er in Noish lc Seo, Melun und L»ou als Kriegsgefangener zurückgeltaltcn worden tvar, erklärt, gesehen zu haben, wie die deutschen Kriegsgefangenen durch die Unseren mißhandelt wurden, und versichert glaubwürdig, daß auch er selbst in Lnon Gegcnstano der gemeinsten Schmähungen geworden ist, Tiefe Tatsachen haben tiefe Erregung bei dem ärztlichen Personal bervorgcrusen, das mit einer Aufopferung und einem Eifer für uns sorgt, die des höchsten Lobes würdig sind. Auch die Bevölkerung bat sich bis zum gegenwärtigen Augenblick äußerst fynivalhifch uns gegenüber gezeigt. Wir wollen hoffen, Herr Minister, daß die Vorkommnisse nur vereinzelt vorgekommcn sind, und sind überzeugt, daß Ihm» leicht fallen wird, dafür zu sorgen, daß die verwundeten und gefangenen Trutschcn mit Menschlichkeit behandelt tverdcn. Hierzu darf auch ein Beweis initgeteilt iverden, wie es deutsche Offiziere verstehen, auch in Feindesland durch Milde und Humanität sich beliebt zu machen, wodurch das Gerede von deutschen „Barbaren" vortrefflich beleuchtet wird. Es handelt sich in diesem Falle um einen Offizier, der früher lange Zeit,rls Hairptmann in unserem Infanterie Regiment Nr, 116 (Kaiser Wilhelm) gestanden hat und durch Familienbande mit-Gießen verbunden ist, Oberleutnant Müller. Er war Kominandant des Wormser Landstnrmbataillons, das 38 Tage tu Bouillon lag Beim Scheiden des Bataillons richtete der Bürgermeister von Bouillon im Namen der Gemeinde folgendes Dankschreiben cm den Kommandanten : An den Herrn Konnnandanten! Bevor Sie unsere Stadt verlassen, halten die Unterzeickmeten es für ihre Psticht, Ihnen den Tank der Stadtvcrtretung und der hiesigen Bevötkerung zu übermitteln. Besonders im Namen der Armen kommen wir. Ihnen heimlichst zu danken für alles, was Sic für dieselben getan baben, für Supve und Brot, die Sic ilmen verschafft I>abrn, Dir i>nd glücklich, Ihneii im Namni aller Einwobner für die Schritte zu danken, die Sie unternommen hoben, „m unsere unserer Stadt Mehl ^zu verschossen Mir bitten Sie, Herr Oberstleutnant, überzeugt zu sein, daß wir JE stets in bestem Andenken behalten werden, und den Ausdruck unserer vorzüglichen Hochachtung zu aenehinigen. Ter Sekretär: Der Bürgermeister: Michel, Lambert, Paris, 24, Nov, (WTB, Nichtamtlich.) Ein Leitartikel des ..Petit Journal" fordert die französische Landbevölkerung auf, die mit der Landarbeit beschäftigten deutschen Kriegsgefangenen nicht zu belästigen und nicht zu verhöhnen, Tie Landbevölkerung solle sich sagen, daß jene zum nationalen Wohlstände beitrügen. Auch solle sie bedenken, daß nach den Urteilen von Neutralen die Behandlung der Franzosen r n Deutschland gut sei. 21u* Hessen. 2er hessische Landtagsabgeordnete, Rechtsanwalt Tr, Boxhermer von Worms, Vertreter des Wahlkreises Lamvertherm, der in den Kämpfen bei Lille schwer verwundet worden tvar, ist rin Lazarett zu Comines den Verletzungen erlegen, Dr, Boxheimer gehörte der Zentrumspartei an. Aus dem Reiche. Pom sächsischen Lauötrigc, Dresden, 25, Nov, iWTB. Nichtamtlich.) Der sächsische Landtag trat heute vormittag zu einer außerordent- lichen Tagung zusammen, die durch den Vorsitzenden des Minister- rates, Kultusminister Beck, namens des Königs mit einer Rede eröffnet wurde. Der Minister führte aus, der außerordentliche Landtag trete zu eincni Zeitpunkt zusammen, wo Deutschland in ungeahnter Kraft sein scharfes Schwert zur Abwehr heimtückischer Ueberfälle einer ganzen Welt von Feinden erhob, die es auf feine Vernichtung abgeiehen. Tic fast übermenschliche Aufgabe von ebenso tiefem Ernste »nie toeltgeschichtlichcr Größe, vor die sich das Vaterland plötzlich gestellt sab, fand, Gott sei Tank, eüi großes Geschlecht, ein einiges Volk von Brüdern, bereit zu >edcm Opfer an Gut und Blut, Nicht als Ambos für andere Stationen, wie die Feinde sich dachten, sondern zu ihrem Schrecken als Hammer von kerndeutschem Stahl, von dessen wuchtigen" Schlägen bald die Tore Europas erzittert ten, nahm das Volk den Kampf entschlossen ans. Dankbar gedachte der Minister des Herrn der Heerscharen und der genialen HeerrS- leitung. Bereits ist,die stunde von unvergleichlichem Siegerr dev deutschen Truppen gekommen, in deren Reihen auch die königlichen Prinzen mit lugendlichcr Begeisterung eintraten, und Mitglieder beider Kammern sich dem Tienste des Vaterlandes widnietcn. Neben den Ruhmestaten des Heeres strahlt helleuchtend die Opferbereitschast der Bevölkerung, Er sei beauftragt, dem Lande hierfür den wärmsten königlichen Tank zu übermitteln, Ter Minister ging daim.auf die einzelnen, dem Laichtage gemachten Vorlagen ein, von denen die bedeutendste dazu bestimmt ist, für die mit dem Krieg zusammenhängenden Eriordernisse des Staatshaushaltes die ständtfchen Kreditbedürfniffc zu bewilligen, und durch welche das Finanzministerium ermächtigt werden soll, die Barbestände der Finauzhanprkasse um 200 Millionen Mark zu ver- stärken. Der Minister schloß: Tie Staatsregierung ist mit Ihnen in dem unerschütterlichen Entschlüsse eins, im Bewußtsein unserer unbeugsamen Stärke mit allen Kräften durchzuhalten, bis wir die Feinde niedergerunge n und einen, den u n - geheueren Opfern und vergossenen Träiten werten Frieden errungen haben. Stürmischer Beifall unterbrach die Rede wiederholt. Besonders bei den Schlußsätzen ivurde lauter Beifall hörbar, Ter Minister erklärte den auswrordentlicheu Landtag für eröffnet. Beide Kammern des Landtages nahmen die Regierungsvorlagen einsttmmig ohne Aussprache an, Berlin, 25,Nov, (WTB, Nichtamtlich.) Tas „Berl, Tage l latt" meldet aus Königsberg i. Pr,: Das Kommandanturgericht Rasten bürg verurteilte den Händler Julius Barth a»S Fütstenan ivegen K r i e g s v e r r a t S zu zehn Jahren Z » ch l- h a u s, Berlin, 25, Nov, WTB, Nichtanttlich, Tie von den Tarlchnskassen gewährten Tarlehn haben sich von, 14. bis 'um 23 November von 754 auf 594,8 Millionen Mark, also um 159,2 Millionen vermindert, Ter Bestand der Reichsbank an Tarletzenskassenscheinen ist von 754 aus 594,8 Millionen, mithin um 159,2 Miktionen Mark zurückgegangcn, Volt diesen 159,2 Millionen sind 16,1 Millionen in Verkehr gesetzt und 142,8 Millionen an die TarlehnSkassen zurückgegeben worden, Tie Einzahlungen auf die .Kriegsanleihe bei der Reichsbank, die bis zum ll, November 3673,8 Millionen bettuge», erfuhren bis zum 23, November eine Erhöhung von 96,1 Millionen und sind damit aus 3769,9 gleich 84>5 Proz, der ganze» g^eichneten Summe gestiegen. Tiefem Zuwachs der Einzahttmgen um 96,1 Millionen steht vom 14, November bis zum 23 November ein Rückgang der von den Darlchnskasten .für Zivecke der ikricgs- arileihe hergegebenen Kredite um 99,4 Millionen gegenüber, Tic Summe der mit Helfe der Tarlchnskassen geleisteten fkriegs- anleihezahlungen lxit sich von 750,4 auf 651 Millionen verringert, d, h, es sind jetzt überhaupt mir noch 17>', Prozent Kriegsanleihezahlunqen unter in Anspruchnahme der Darlehns- kassen geleistet, Berlin, 26, Nov, Hier fand gestern seit dem Ausbruch des Krieges die erste größere P artei ve ran stal t u u g statt, Tie Fortschrittliche Bolkspartei hatte zu einer KriegS- ver fammlung in der Neuen Philharmonie in der Köpenicker Straße einbcrufen. Lange vor der festgesetzten Zeit war der große Versammlungssaal bis auf den letzten Platz gefüllt, so daß zwei weitere Säle frei gemacht werden mußten, Professor v, Liszt ivrach über „Weltkrieg und Völkerrecht" und Landtagsabgeordneter K a ffel über „Freiheit und Vaterland". Es folgten dann noch weitere Redner, Tie Veranstaltung nahm laut „Berl, Tageblatt" einen ungestörten, würdigen Verlauf, Aus Köln erfährt das „Berl, Tagebl,", daß die Handcl s- b a n k der Rheinproomz 4 0 Millionen Mark für KriegS- unterstützungszwecke in der Rlteinprovinz zur Verfügung gestellt hat. Verlustliste. Jnsanterir-Regimeiit Nr, 116, Gießen II. und III. Bataillon, Anloh am 22,, Ancoufourk am 22. und vorn 27, bis 29., Autrö- court am 28. 8., Alliancelles am 6. und 7., Pa ganz vom 6. bis 10., Mörlcl am 17., Reims vom! (16. bis 19. 9 , Erämery am am 25, und 27, 9, und Frönvis am b. l0l, 44 II, B a t a i l l o n. Hffä d. Res, Adalbert Köhler v, d, 5, Komp,, verw, in sran- zösrscher Gefangenschaft Limoges, III, Bataillon, 10, Kompagnie: Musk, Fr, Hupp, Osfstein, Worms, oerm, — Musk, Fr, Schröder, Bcnsheim, Hessen, oerm, — Musk Georg Steiner, Essenheim. Mainz, g'allen — Res, O Deibel. Wieseck, Gießen, oerm, — Gesr. Konrad Richl, BurgrGemünden, Alsfeld, vertv, — Musk, Friedrich Eick, Almekc, Altena, verw — Res, Wilhelm Kornmann, Teckenbach, Alsfeld, verw, - Res Ernst Büchner, Merkenbach, Till, oerm, — Res, Ernst Hedrich! Edingen, Wetzlar, »rat. — Res, Otto Gemmer, Schwabenrod. Alsfeld, oerm, — Gcfr, Wilhelm Goubeaud, Daubhausen, Wetzlar, verw, — Res, Ad Gräb, Pfordt, Lauterbach, oerm, — Res, Hch, Harbach I,, Gr, Buseck, Gießen, verw, — Wehrm, Jos, Rinser, Münster, Gießen, verw, — Wehrm, Jak Roth, Nieder-Ohnwn! Alsfeld, verw, — Res, Otto Schäfer III,, Ober Bessingen, Gießen, oerm, — Wehrm, Feuerback, norm. — Res, PH, Bock, Roßoorf, Darmstadt, oerm, — Welpon, Johann Schneider, Winkel, BcnS- hcim, verw, 11, Kompagnie: Uftz, Svalm, Stockkausen, Lauterbach, lveno, — Rei, Wilhelm Schmiltberger, Oberlars, Schotten, lvcrw, — Gcfr d. Res, Richard Bück, Oberlais, Schotten, oerm — Rest Heinrich Timpe, Amenungsbern, Holzminden, lvcrw, — Res, Karl Friedrich. Stockkausen. Lanterbach, lverw, — Res, Daniel »eller, Freiensecn, Schotten, oerm, — Res, Hrch Steucrnagcl. Gr,-Eichen, Schotten, oerm, — Res. Ernst Tröller, Gr -Eichen, Schotten, gefallen Res, Gustav Fink, Leusel, Alsfeld, lverw' — Res. Hch Rübl. EKringhausen, Alsfeld, oerm, — Res. Karl Korber, Alten-Buseck, Gießen, lverw, — Res, Karl Balzer, Dorheim, Friedbcrg, schverw. Res, Leonhard Mos, Mögelsdors, Nürnberg, oerm. Res, Albert Schnaiitz, Frohnhausen, Till! lvcrw. Res. Oskar Kreuzer, Littfeld. Siegen, gefallen — Res, Emil Hain, Frohnhausen, Dill, oerm, — Res, Jolumn Hinder- thur, Kleinenberg. Büren, oerm, — Wehrm, Balzer, oerm — Wehrm, Rink, lverw, — Wehrm, Steiirmüllcr, lverw, — Geir d. Res, BenthauS, lverw, 12, Kompagnie: Vizefeldw, Will» v, d, Becke, Tarmstadt. gefallen, — Gesr, d. Res, Karl Jöckel, Lanzenhain. Lauterbach, gefallen — Gesr d. Res, Euler, Ober-Ohmen, Alsfeld, gefallen Iltis, d. Res, Gustav Seibert, Wiescck, Gieße», oerm, — Musk Heinrich Gebhardt, Bürstadt, Bensheim, gefallen, — Musk. Johann Monn, Sossenheim, Höchst, verm, — Musk. Theodor Bild- stein, Schirrhain, .Hagenau, oerm. — Musk. Heinrich Gödel I„ Homberg, verm. — Musk. Carl Mary, Barr, Schletlstadt, lverw, — Musk, Daniel Michlich, Dornhain. Gr, Gerau, lvcrw, — Musk, Georg Vogler, Brunath, Straßburg, verm, — Res Ernst Thönert, Ottlinghausen, Lüdenscheid, gesallen, — Res, Nikolaus Thilges, Heide, Hagen, lverw, — Res, Paul Bill, Gießen, gefallen, — Res. Heinrich Froh, Wißmar, Wetzlar, verm, — Res. Karl Philipp, Steinbcrg, Gießen, verm, — Gesr, d. Res, Karl Bechtvld, Eichelsdors. Schotten, verm, — Gesr, d. Res, Wilhelm Mühlig, Vetzberg, Wetzlar, verni, — Res, Wilhelm Hosheinz, Manderbach, Tillkreis, gefallen, — Res, August Sänger, Hirzcichain, Tillkreis, lverw, — Res, Emil Eckhardt, Nanzenbach, Dill kreis, verni — Rei, Georg Müller, Ilngcnrod, Alsfeld, lverw, — Res, >^chäfcr, Nanzenbach, Tillkrcis, verm, — Wehrm. Friedrich Aßmus, Pstiilg stadt, Tarmstadt, verin, — Wehrm, Adam Hastenzahl, Pfungstadt, Darmstadt, verm, — Wehrm, Konrad Schalch, Braunsels, Wetzlar, verm, — Wehrm, Heinrich Rockel, Maar, Lauterbach, verm, — Wehrm, Karl Helder, Ohrdruf, verm, — Wehrm. Adam LeichttveiS. Pfungstadt, Tarmstadt, verm, — Res, Heinrich Häuser, Stcinberg, (öießen, lverw, — Res, Eonrad Becker, Garbenteich, verm, — Wehrm, Georg Wenner, Pfungs tadt, Darmstadt, verin, _ Aus Stadt und Land. Gießen, 26. -November 1914, Auf dem Felde der Ehre gefallen. (Aus Hessen und den Nachbargcbiclen.) Hoboist Adam Stein, Int, Regt, 168, ans Ofsciibach a, M. — Res. SUftcb Leicht, JnsNliegt, 115, aus Ostenbach a. M. — Kriegsfreiw, sind, phil, Msred G ö tz ans Dillenbnrg. —. Gcfr, d, R. Adolz Becker, Jnf.-Regt. 116, mis Dierdorf, ** Ritter d c s Eise r n e » Kreuze s, Füsilier R i ß ans Rieder-Wöllstadt, Jnf.-Regt, 80, Kriegsfr. Wilhelm Appel ans Burkhards, Landrat Balentiner in 2ä)lüch- tern, Rittmeister d, R, im 3, Garde-lll m BestenarmerKinder. Großh, Musikdirektor Krauße will mit seinen Getreuen zwei wleitere Konzerte veranstalten, deren gesamler Reinertrag dazu verwendet tverde.i soll, um armen Kindern uttz- serer in Heer und Marine dienender Mitbürger Weih>- n a ch t s g a b e it zu beschasfcii. Der verfolgte schöne Zioeck, der manches jliiiderauge leuchten und damit manche Mnttei-» träne trockiren lassen tvird, sollte jedermann veranlassen, bic Konzerte, deren erstes kommenden Sonntag nachmitlag im Philosophenwalde ftattfinbet, zu besuchten. Das Programm ipird abernials vollkomuren neu sein, so daß bei den bewiw senermaßen hervorragenden Leistungen unserer „freiwilligen Kapelle" den Besuchern des Konzertes wiederum ein Kunst genuß bevorstehl, ** Offene H and fürs „Rote Krcn z". Man schreibt uns: „Unsere Schlesiee haben uns erzählt, daß sie mitten in der Nacht geweckt worden sino, kaum Zeit hatten, sich anzuklcidcn und dann mit der Bahn einige Tage und Nächte lang bis in unsere Gegend gebracht wurden. Warum dies alles? Tie Russen waren im Anmarsch und von ihren schändlichen Greuellaten in Ostpreußen wissen die Zeitungen stets Neues zu berichten Achnlich haben die Franzosen im Elsaß gehaust! Jetzt ist kein Feind mehr aus deutschem Boden und mir hier leben so ruhig, das; wir kaum vonr Kriege etwas spüren! Haben wir uns ganz klar gemacht, waS dies bedeutet und sind wir unseren Helden, die mit ihrem Blut imd Leben den Feiich von unscrcin Baterlandc sernhalten, genügend dankbar? Wir haben Dach und Fach, ein warmes Zimmer, Nahrung und Kleidung, ein behagliches Bett, Wir ivisien nicht, was es heißt, auf schlanimigen Wegen mit schtverem Tornister 40 Kilometer und mehr täglich marschieren zu müssen oder im Schützengraben zu liegen, von Regen und Schnee durchnäßt und gepeitscht, ohne imstande zu sein, die Kleidung zu wechseln oder sich auch nur die Hände zu waschen, Tazu das Sausen der Geschosse, die so manchen Braven niederstrecken! — Unsere Dankbarkeit können wir nur durch Liebesgaben beweisen. Es geschieht ja viel in unserer Stadt, Tausende von Frauenhänden sind tätig und liefern ihre Arbeiten dein „Roten Kreuz" und anderen Bereinerz ab, die sie an die Front schicken. Aber trotzdem gUt das Wort: „lbenug ist nicht genug", Tas „Rote Kreuz" hat einen Aufruf erlassen, namentlich bittet es um Geld für unsere Braven zum Ankauf warmer Kleidungsstücke, die der fttih eingctrctcne Winter so noltoendig mach!. Laßt uns geben mtd wieder geben, nicht nur das für LuruSausgaben bcreilliegcndc Geld, nicht nur, >vas tvir sonst zu Weihnachtsgeschenken für unsere Lieben bestimmt haben, sondern alles, waS über das Notwendigste hinaus geht. Laßt uns entbehren, damit mir teilhaben am heiligen Kriege, damit ver derbenbringcnde Krankheiten unseren Helden fern bleiben, damit das Bewußtsein unserer liebenden Fürsorge sic stärkt im schioerrsr Kamps für uns, für Herd und Heimat, für Ehre und Vaterland ** TaS Land wehr-Brigade-Ersatz-Bataillon N r, 4 2 bittet unS um Ausnahme eines WcihnachtSwun- l ch e S, Es sei zum größten Teil aus Oberhciien gebildet und stehe seit September vor dem Feinde, Nältere Angaben über seinen Standort dürfen von uns nicht gemacht werden, doch sei der Schluß des Schreibens des Bataillons, auf den es vor allem ankdmmh wiedergcgeben: „Michürger' Oefinct Eure Hände und bercitcl Euren braven Landsleuten, die fern von Weck und Kind für Euch kämpfen und die Ihr bisher vergessen habt, ein frohes Weihnacht S s e st! Sendungen von Liebesgaben können gerichtet werden an: IX, Arnice Landwebr-Ersatz-Brigadc I: Landw,-Ers - Regt, 4: Landw.-Brig, Ers, Bat, 42," ** Tie Feldpost. Tie Oberpostdircktion in Tarinstadt bittet uns darauf hinzuiveisen, daß die Ober-Postdircktion und die Postl'ammelstelle in Franksurl (Main), aus die alle Fcldpost- lendungen zur Weileriendung ins Feld von den Postanstalten geleitet werden, geni bereit sind, aus schrisllichcn Anttag hi» die angewandte Feldadr^cssc zu prüfen, loenn nach Mit- ieilungen aus dem Felde Seudunget,, die diese Adresse getragen haben, wiederholt nickt! angekommen sind, Ta das von der Obcr- Postdirektion in Vorschlag gebrachte Verfahren sicher dazu bei tragen dürste, in vielen Fällen ausklärend zu wirken imd die bei einem Teile des Publikums leider immer noch vorhandene Mißstimmung über angebliches Vertagen der Feldpost nach und nach verschwinden zu lassen, so darf man annehm«», daß von diesem Entgegenkommen gern Gebrauch gemacht wird, »^Stadtthcater, In der Aussübrung von Halbes Strom am morgigen Freitag sind in den Hauptrollen beschäftigt die Tam-n Gkettner üttb Grenze! imb die Denen Direktor Stetu- goetter, Rotteck, Steinhoscr und Grosser. — Au» Kreisen der Soldaten und Verwundeten ist schon häufig der Wunsch laut geworden, etwas Heiteres sehen zu können. £ic Bühnen- Irituiig hat deshalb Sonntag-Nachmittag da» bekannte, harmlos. liebenswürdige „Weihe Rössl" bei BolkSpreisen zur Ausführung angesetzt. Religion und Krieg. Der dritte in der Reihe der Vorträge, die vom O b c r h e s s i s ch c n Verein s ü r innere Mission veranstaltet werden, wird am nächsten Sonntag, den. 29. November, abends 8 Uhr, in der Stadtkirche gehalten werden. Bros. O. I. Schoell, Tircklvr des Predigerseminars in Fried berg, wird das Thema behandeln: „Ter Krieg als Erzieher zum vraklischen Christentum". ** Wir machen auf den Bortrag des Herrn Professor Tr. König: D> i e B e r tt> e n b u n g ö c r 9J a t lt r f v ä f t e i n, Kriege, der heute abend 8 H 4 Uhr in der neuen Aula der llniverfität statlfindet, aufmerksam. Ter Ertrag ist zum Besten für Hinterbliebene im Felde gefallener Gießener bestimmt. ** E i s v e r e i n G i e h e n. Trotz der Kriegszeit will der Eisverein auch in diesem Winter feinen gewohnten Betrieb aufnehmen, einmal, um auch fein Teil beizntragen zur körperlichen Ertüchtigung unserer Jugend: zum andern, um feinem Personal den gewohnten Winterverdienst zu erhalten. Selbstverständlich wlird er aber davon abfehen, in dieser ernsten Zeit Konzerte und sonstige Vergnügungen zu veranstalten. Dse Tätigkeit des Vereins wird also rein sport licher Art sein. In der kürzlich stattgehabten Haupi Ver- sammlung wurde beschlossen, die alten, abgebrauchten Bogen lampen durch 400kcrzige Halbwattlampen zu ersetzen. Tie Anlage ist vom städtischen Elektrizitätswerk ausgesührt wov- den. So ist zu hoffen, daß die Mängel der Beleuchtung, die im letzten Winter sehr fühlbar wurden, nunmehr behoben sind. Um den Mitgliedern iinnier eine tadellose Lauffläche zu bieten, wurde die Beschaffung eines zweiten Eishobels beschlossen. Weiterhin beschloß die Hauvlversainntluug ein- stimmig, den bisherigen Vorstand wieder- und die Herren llniv.-Prov. Sieve rs und Bankprokurist ,H a b c r k 0 rn neuzuwählen. ** A m tlI che P er s 0 n al u 0 t iz e 11 . Ter G r 0 st h e r z 0 g hat am 18. November ds. Js. ans Anlast der am 16. Tezember Itattsindenden Einberufung des 36. Landtags deni Ministerialrat SlaatSrat Wilbrand die Funktionen eines landesherrlichen Kommissars bei der Ersten Kammer übertragen und die Ministerialräte Staatsrat Tr. Best und Hölzinger zu Mitgliedern der landesherrlichen Einiveiftingskommissioit für die Zweite Kammer ernannt. — Entlassen wurde am 14. November dS. IS. die Lehrerin an der höheren Mädchenschule zu Mainz Gerda Mayrhofer aus ihr Nachsuchen mit Wirkung vom 1. Februar 1015 an aus dem Schuldienste. ** D a s F e st der Silbernen Hochzeit feiern heute die Eheleute Gustav Trinkaus. Landkreis Gießen. 4 - Klein - Linden, 26. Nov. Das ISjährige Tochtcrchen des Landwirts Langsdorf rettete gestern nachmittag einen etwa 8 Jahre alten Jungen von, sicheren i obe des Ertrinkens. Derselbe hatte sich an der Bahn- )ö schnng ans die dünne Eisdecke einer 2 Meter liefen Wasser« - tubc geivagt und war eingebroche». Das Mädchen vernahm die Hilferufe des Ertrinkenden und zog ihn mit eigcner LebenSgesahr aus dem Wasser. Nur der Entschlossenheit seiner jungen Retterin hat der leichtsinnige Junge sein Leben ' zn verdanken. (fi Lumda, 25. Nov. In der Nacht vom verflossenen Samstag aus Sonntag wurde in der Wirtschaft Schultheiß ein E i n- b r u ch verübt. Der Dieb drang durch cm nach der Straßenseite liegendes Fenster ein. Es siel ihm jedoch nur ein geringer Betrag Kleingeld in die Hände. Tie Ausführung der Tat läßt daraus schließen, daß der Ticb lokalkundig war. — Wie in anderen Orten, wurde auch hier zur Linderung der Not der schwer hcimgesuchien Bewohner von Ostpreußen und, Elsaß-Lothringen von dem Ortsiömitee des Roten Kreuzes eine Hmiskolielte erhoben, die die Summe von 151,50 Mk. ergab. Kreis Büdingen. X- Nidda, 25. Nov. Zur Feier de? Geburt ag es des Groß Herzogs iand gestern im Gambrinnssaole ein v a t e r- Iä n d ii ch er A be 11 d statt. Oberamisrichler R ö m b e l d hielt die Begrüßungsrede, Plärrer Hermann die vaterländische Ansprache, die in einem dreifachen Hoch ani den Grobherzog ausklang. AIusikvoiträge des Kaiser-Orchesters, vaterländische Gesänge deS gemilchten Chors und geineinsame Lieder der zahlreichen Bci- saminlung ivechselten ab und gaben der echt patriotischen Gesinnung kräftige» Ausdruck. Kreis Lauterbach. O A » s dem ö st l i ch e n B 0 g e l s b e r g, 25. Nov. Das W e > h n a ch t s! e st gibt schon sein Herannahen hier allerorts zn erkennen. Händler ans Frankinrl und anderen nahegelegenen Städten lassen z. ZI. in den jungen Fichlcnbeslcuiden Bäumchen lianen, um dnnn den Städten ihren vieltnusendsachen Bedars an Chrislbäumen zu verschaffen. Kreis Friedbcrg. X Friedberg, 26. Nov. Ter Koniiiiaudeuc des Landsturm b a t a i l l 0 n s F r i e d b e r g richte! au die Zeitungen seines Bezirks folgendes Schreiben, das von so manchen freudig ausgenommen werden wird: Ma r ki r ch, 22.1l. 14. Der verehrlichen Redaktion teile ich ergebenst mit, wie deni Landsturm - Jnsaiiteric - Bataillon Friedberg gestern weitere sieben Eiserne Kreuze, so daß sich deren Zahl jetzt aus 20 beläuft, verliehen wurden und zwar an: Feldwebelleutnant und Bataillons-Adjutant Freitag von Butzbach, Bataillonsarzt Dr. Mattheß von Mtenstadt, Feldwebelleutnant Otto von Bad-Nauheim, Feldwebelleutnant H u m m e l von Bad-Nau- hrim, Feldwebel Leuchtgens von Friedberg, Unteroffizier Schmidt Vvn Frieüberg, Gefreiter Voll von Friedberg. Mit diesen NcuauszcÄ-nungcn ist die Liste derer, die in Vorschlag gebracht sind, noch nicht abgeschlossen und dan das Bataillon aut weitere Verleihungen in der nächsten Zeit rechnen. Aus mein Gesuch an die zum Korps Eberhardt gehörige Division Ferling, zu der das Landsturmbataillon zählte, wird dieses, das teilweise seit dem 4. und vereinigt seit dem 7. September treue Vogesenwacht ausübte und haS der Erholung bcdürjlig ist, schon heute nachi teilweise nach Straßburg zurückgezogen. Es fuhren zunächst ab die 2 . und 3. Kompagnie, demnächst, am 24. nachts, Stab, 1. und 4. Kompagnie. Tie Ablösung wurde bereits heule ikiorqrn durch zwei Kompagnicn des bayerischen Land- stnrmbataillons Rosenheim bewirkt, von dem die beiden letzten Kompagnien am Dienstag trüb cintrcsscn. Das diesseitige Land» stnrmbataillon wird in der Margarelciikasernc, unweit Haupt- bahuhos, untergebracht und wird nach seinem vollzähligen Ein treffen in den ersten 10 Tagen zu keinerlei Dienst hcrangezogen. Da die Mannschaften laut Gouvernements-Befehl einen längeren Urlaub als sieben Tage nicht erhalten, lasse ich lercils des Bataillons Donnerstag und Freitag (26. und 273 aus Urlaub gehen. Der in Straßburg verbleibende Rest tritt noch Rückkehr des großen Urlaubsschwarms ebenfalls die Reise nach der Heimat aus sieben Tage an. Welaw Ausgabe nach Vollendung des Urlaubs dem Landsturmbataillon gestellt wird, kann ich noch nicht sagen. Jedenfalls werde ich dies nach meinem Eintreffen in Straßburg erfahren. Zum Schluß führe ich noch an, daß ich der Witwe des am 13.11. im Lazarett zn Schlettstadt verstorbenen LandsturmmaiinS Sparender-, von Echzell aus versüg- laren Mitteln des Bataillons heule 300 Mark als Unlerstützuug habe zugcheu lassen. Weimer, Oberst und Bataillonskommandeur. Hessen-Nassau. li. krön berg, 25. Nov. Ter Kaiser hat dein Prinzen Friedrich Karl von Hessen jetzt auch das Eiserne Kreuz erster Klalse verlieben. TaS Befinde» des Prinzen hat sich erheblich gebessert. Während das prinzliche Ho'lager während des Winters regelniäßilt in Frankinrl verweilte, verbleibt eS diesmal im hiesigen Schlosse Friedrichsdos. a A n s K n r b e s s e n, 24. Nov. Am heutigen Tage begeht Oderregiernngsral Tr. Robert P ä h I e r - Kassel, der Leiter des höheren Schulwesens in der Provinz Hessen-Nassau, sein sünszig- jähriges Doktors nbltäu nt. I. Liinbnrg, 24. Nov. DaS K r i e g s g e i a n g e n e n - lager steht jetft mit 69 Baracken vollend et da. Es gilt jetzt noch, die eriorderlichen Winschaitsbarackea, zn denen noch Räume inr die Wachinannschafte» und die Verwaltung kommen, herzurichten. Jede Baracke kann 145 Gefangene austiehmeii, mithin dielet das Lager snr 10 000 Kriegdgciaiigene ltnterknnft. Ani einem besonderen Grundstück, das jedoch mit dem Lager in Derbindnnq steht, sind gleichzeitig Baracken errichtet inr ea. 800 verwundete oder kranke Geiangene. h. Frankfurt a. M., 25. Nov. Mehrere Damen, die heute in der Straßenbahn strickten, wurde heute diese Betätigung mit dem Hinweis aus ein generelles Verbot der Direktion untersagt. Als Grund wird angegeben, daß durch das freie Hantieren mit den Nndcln leicht eine Verletzung der Nachbarn cintrelen könne. sc. Von der Lahn, 25. Nov. In der Nähe der Station Laurenburg stürzte gestern ein Soldat aus einem in der Fahrt befindlichen Zuge, geriet unter die Räder und war s 0 - fort tot. rkirchliche Nachrichten. Israelitische Neligioiizgcmeip.dk. Gottesdienst in der Synagoge (Süd-Anlage). Samstag, den 23. November 1 0 1 4 ; SorabenV 4.30 Uhr. Dl orgens 0.05 Uhr. Nachmittags: 3.30 Ilhr. «christerklärnug. L« bb ataaZ 3 ait 3 : 5,20 Uhr. Israelitische tteliaionzgesellschast. Sotterdicnjt. Sabbat! e!ee am 28. N 0 v c in b c r 19 14: Freitag abend 4.05 Uhr. Samstag vormittag 8.30 Uhr, Samstag nachmittag 3.30 Uhr. Sabbat-AuSqanq 5.20 Uhr. Wocheiigottesdieiist: Morgens 7.00, abends 4.00 Uhr. Verantwortlich für „Feuilleton", „Gerichtssaal" u. „Vermischtes": I. V.: August G 0 c tz. Letzte Nachrichten. Die Manlwurssstellnngen im Weste». Berlin, 26. Nov. Tic „Kreuzzeitung" schreibt: Die Unternchinungen aus dem westlichen Kriegsschauplatz e trugen in der letzten Zeit den Charakter eines mühseligen Stellungskrieges, dem der Kaiser den treffenden Na--' men „Maulwurfskrieg" gegeben hat. Die nasse Kälte, in die das Wetter dort nach einer Zeit klaren Frostes umgeschlagen war, erschwerte unseren Soldaten das Vordringen erheblich, ja es 1 brachte stellenweise die Unternehmungen sogar zum Stillstände. Hierin scheint aus dem rechten Flügel unserer Ausstellung soeben eine Aenderung emgetreten zu sein. Hoffentlich werden wir bald gutes erfahren. Paris, 25. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Die Zeitungen, die seit Wochen erklärt hatten, die Schlacht an der A i s n e habe mit einem Siege der französischen Armee geendet, der Rückzug der Deutschen in Frankreich stehe bevor und die Deutschen seien zu geschwächt, um die Offensive wie- der nusnehmen zu können, sangen an, die Oesscnt- lichkeit daraus vorznbereiten, daß die Wie deransnahme der deutschen Offensive in großem Umfange b e v v r st e h e. General B 0 n n a l erklärt int „Matin": Wir müssen Jossre noch einige Wochen Frist lassen. Mit Hilfe englischer Verstärkungen minder Mtersklasse 1914 und mit genügender Mimition werden wir vorwärts niarschiercn können. Bis dahin genügt cs, die Stellungen zu behaupten. Oberstleutnant Ronsset schreibt in der „Liberto": Die Schlacht au der Aisnc scheint leine ernstlichen Folgen haben zu können. Es sei denn, daß künftige Nachrichten aiidcwe Schlüsse zulassen und nicht vorläufig nur bedcMcii, daß die Deutschen Nachlassen, einen entscheidenden Schlag an den Paris zunächst liegenden Teilen der Front aussühren zu wollen. Der „Figaro" schreibt: Es ist wenig wahrscheinlich, daß die Deutschen sich mit der Devensivc begnügen werden. Man muß vielmehr glauben, daß sie eine ernstlich starke Offensive maskieren und vorbereiten wollen, Möglicherweise setzt die Osicusive bald an den von ihnen gewählten Stellen rin, die wir nicht kennen. Wir können aber versichert sein, daß die Offensive die französische .Heeresleitung nicht unvorbereitet treffen' wird. Generaloberst von Hausen. i. Köln, 26. Nov. Die „Köln. Ztg." meldet ans München: Der frühere Führer der dritten Armee Generaloberst vvv H a ii s c 11 ist in P a r l c n l i r ch e n cingctrosfen. Nach der München-Augsburger Abendzeitung ist der General an einer lleber- aiistrcngung der Nerven erkrankt, bettlägerig und cmp- sängt keine Besuche. Leere FriedcnSgerüchte. i. K öl u, 26. Nov. Zu den neuen amerikanischen Friede n s ge; ü ch t en ertlärt die „Köln. Ztg.": Uns muten diese vagen Friedensgerüchte geradezu frivol an, und wir sind überzeugt, daß lein deutscher Diplomat oder Soldat daran denkt, einen sanken Frieden zu mackien mit den Mächten, die von unfern Truppen anss Haupt geschlagen worden sind und noch geschlagen werden. Auch hallen wir cs für ganz ausgeschlossen, daß Herr Dernburg in Amerika einen Frieden befürwortet, der alles jo beding!, wie es vor dem KIriege gewesen ist und Deutschland der Gefahr aussetzt, von dem politischen C r - w erbssyndikat nach zehn Jahren a u s s neue über - fallen zu werden. In Deutschland ist man vom Kaiser bis herab zum Tagelöhner entschlossen, diesmal reinen Tisch zn m a ch c 11 . Das ist Deutschland sich selber, seinen Toten und seinen Opfern ichuldig. Was in England jetzt von Friedensabsichten Dcntschlands geredet wird, ist nrchts als Bluts. Wrihnachtsgaben für Marinrangehörige in Konstantinopel. Berlin, 25. Nov. (Amtlich,' Weihnachtspakete siir in .Konstantinopel befindliche Marineangehörige können zur Beförderung an das Reichs marineamt gesandt werden. Tie Pakete niüssen außer der Adresse des Absenders und des Empfängers die Abschrift iragen „LiebeSgabensammelstelle für Konstantinopel, Reichs« marineaml Berlin" und Porto- und bestellgeldstet bei IrMctm eingel.en. Ihr Gewicht darf 5 Kilo nicht übersteigen. Tic Beförderung von Berlin erfolgt siir den Absender und Empfänger kostenfrei. Für Verluste oder Beschädigung der Pakete übernimmt das Rcichsmarineamt keine Verantwortung. Das Scheitern der russischen Gcgenofsensivr. Berlin, 26. Nov. Im „Bert. Lot.-Anz." heißt es zu dein Scheitern der russischen Gegenossensivc: Die ersolgeeiclie 'Arbeit ans dem russischen Südsliigel schreitet rüstig fort. Diese Erfolge östlich von Ezcnstochan und im Zentrum östlich von Lodz sollten genügen, um dem russischen Oberkommando klar zu Mn eben, daß eine russische Offensive keine Aussicht aus Erfolg mehr habe. Rumänisches Ausfuhrverbot. (WTB.) Bukarest, 26. Nov. (Nichtamtlich.) Tie Ausfuhr folgender Artikel ist verbolcn worden: Binsen, Leinen, Wachs, Leinwand, Säcke und Samen von Sonnenblumen. Ein provisorisches Ausfuhrverbot für diese Artikel war schon Endo Oktober erlassen worden. Die gesaugcue Besatzung von Tsingtau. Berlin, 25. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Nach den bisher vorliegenden Nachrichten beträgt die Zahl der bei dem Kampfe um Tsingtau beim Falle der Festung gefangenen Angehörigen etwa 4250 einschließlich 600 Berwnndele. Tie Zahl der Gefallenen soll etwa 176 betragen, darunter 6 Offiziere. — Von dem L österreichisch-ungarischen Kreuzer „Kaiserin Elisabeth" sind > Leutnant und 8 Mann verwundet, 8 Mann tot. Tie Behandlung der Gefangenen in Japan soll gut sein. Die japaniiche Regierung hat die baldige Uebersendung namentlicher Listen der Toten, Verwundeten und Gefangenen in Llussicht gestellt. Unruhen in Meriko. London, 25. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Das Reutersche Bureau meldet aus New Bork: Ernsthafte Unruhen fanden gestern nacht in Mexiko statt. Eine Menge sammelte sich vor dem National- valast, griff die Kasernen an, bemächtigte sich der Waffen und Mnniliön und entwassnele die Polizei. Ter Straßenbatznoerkehr ist unterbrochen. Eine Person wurde getötet. Wctteranssichten in Hessen am Freitag, de» 27. Nov. 1914: Trüb, zeitweise Niederschläge, südwestliche Winde. ^ 5 Zimmer \ Crednerstraße 14 hübsche 5-Zim.-Wobnnna ne bst Zubehör, Gartennnteil :c. vce fo'ovt z 1 ucnriieien. 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Die Beerdigung findet in aller Stille in Löhnberg statt. — Kondolenzbesuche und Btnnlciispeuden dankend verbeten. o^ooo Teil Heldentod sürs Vaterland starben: am 8. Oktober »Hier lieber Lohn, Bruder, Schwager, Onkel und Bräutigam Jäger zu Pferd am 1. November sein Bruder, unser lieber Gatte, Sohn, Binder, Schwager und Onkel 111763 Rcserve-Jnf.-Ncgt. Nr. 11«, «. Komp Die tiestrancrnde» Htnterblicbeiien Kamille Otto Gailinaiin l Familie Otto Olasimaiin II Familie Utodcnbcber Familie Vorig KamilieKolweS Kamille Stock Kamilic Brnder Familie Lange. Gr.-Linden, Hevvcubcim n. d. B„ t'iarbenicich, Lützel linden, Besse a, Berg, 25. Nvvcmb. 1914. APOTHEKE!' P308ERIEN CREME DEHNE beste 50^ in SeltcrKweg 81 Heute und morgen finden wieder Zur Vorführung gelangt die ge' :stc Eilmschopfung aller Zeiten: (aus de m Befreiungskrieg 1809) i. 5 Akten Kinder haben zu diesem Film Zutritt. Preise der Piützc: III. Platz 21 Pfg., II. Plat* 40 Pfg, I. Platz 60 Pfg. Wir bitten, uns alle zuqesagten bereit zu stellen, daß sic im Laufe des Freitags, den 27. November 1814, abgehvlt werden können. Notes Kreuz, Gietzc». (11760a) Verlag von Emil ,§ 7 )?^Noth in Gieße». Wichtige Gesetz© vorwiegend militärischen Inhalts. Deutsche Reichsgesetze in Ein.clabdrnikc». Herausgeber: Meli. Knitirra« vr. Karl Gareis. v. ö. Prosessor der 9>ednc an der llnivcrsität Müiiche». Nr. 532 533: Tie.Hriegsgcsetze.-.ivilrcchllichenFnlialis- Bo>» 4. Anglist 1914.........SKf. 0.40 Nr. 534/535: Die KrlegSgesctze öfscntlidi rechtlidicn und verwaltungsredttlichen Anhalts. Bon, l. Bugnit 1911 ..........Ml. 0.40 Nr. 536/537: Nachtrag ru de» Kricgsgcsctzc» Ml. 0.40 Ferner: Sir. 15: Gesetz gegen den Gebrauch van Lpreugsioncu (sogen. Dvnamit-Gclctz) vom 9. Fiml 1884. 5., bis 1913 ernmiAte blutlage........Mt. o.2ü Nr. 74: Oiesetz bei», die Unter,'Innung von Kamilicn in den Dienst ciiigctretcncr Maunschasten. Boi» 28. Februar 1888 Mit der 'Abänderung vom l. Angnst 1914. '_> Ausl. 1914 ... Mk. 11.20 Nr. 250/253: Militäriiraigerichts- Ordnung nebst DtNiplinargejetz kur MilitärgerichiSbcamtc vom 1. Der. 1898 mit Bcriidsichtignng der 2lbä»der»ngcn uoni il. Februar 1911. 3.. bis ans die Neuzeit cr- gänrie '.'lnilagc...........Mt. 0.80 Nr. 255: Gesetz, beir. die bcntschc Flotte. Fn der Fassung der AekannUnachiing ». 27.Funi 1912 Ntk.0.20 Nr. 834/338: Die Militärveusioiisgesetze v. 31.5. oft und vom 17. Mol 1907 ii i: dem Fürsorgegesetz snr militärische 8»>lsnbrer. Vom 29. Funi 1912 2)!k 1.— Sir. 485/486: NcichoinilitärgeieN vom 2. 5. 74 mit den bis 22. Fnli 1913 crkolgien Abändciiinqen Mk. 0.40 Nr. 518 522: Bcrordnungen und Gesetze inbezug aus d. international. Verkehr mit Krastiahrrciigri,. Ausgabe 1914...........Ml. 1.— Nr. 528: Gesetz gegen den Verrat militärischer <6e brimuisse. Vom 3. Funi 1911 ... Mk. 0.20 Nr. 529/531: Militäritrnsgesctibiich. Vom 20. 6.1872. Fn der Fassung der 'Novelle vom 14. Kuli 1944. 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