Nr. 277 Der Stehener Anzeiger ericheinl täglich, außer Sonntags. - Beilagen: viermal wöchentlich Siehener.samilienblätler: zweimal wörkentl.iiitir- dl»N für den «reis Gießen (Dienstag and Freitag); zweimal monatl landwirtschaftliche ötirfragt» Ferniprech - Anschläge: fürdieSchrütleilu»gll2 Dcrlaq.Geschä'tsstellebl Adresse iür Dralitnach- richten: Anzeiger Kietze». Annahme »»n Anzeigen iür die Taqesnuminer bis vormittags 9 Uhr. Erster vlaü M- Jahrgang Mttwach, 25. November I?Ik General-Anzeiger für Oberhessen 8olatioirrr»ruck und Verlag der vrühl'schen Univ.-Vuch- und Lteindnickerei 8. Lange. Zchriftleitung, «eschäftrstelle n. Druckerei: Zchulftr. 7. Neznqs» rei >: monatl. 75 'Bf., Vierteljahr!. Mk. LN: durch Abhole- u. Zweigstellen inonall 65 -Vs.; durch diePost Mk.2.— viertel- jährl. ausichl. Bestellg. Zeilenvrris- lokal 15 Pi., ausw N Ai. — Haupt- schriitleiier: Aug. Goetz. Verantwortlich für de:' volit. Teil- Aiig. Koetz: für .Feuilleton'', .Vermischtes' und.GerichtS- faal": Karl Neurath: iür .Stadl und Land" : Otto Braun; iür den Aiizeigrnteil: H. Beck. Gin englischer Aederdreadnought gesunken. Kleinere Verluste der veuischen zlotte. Zum Geburtstag der Landerherrn! In den stillen Wnkeln der Heimat pulsiert das Leben langsamer, seit die deutsche Völkerwanderung über die Grenzen geflutet ist, und auch das Sinnen und Trachten ist über die enge Landesmark hinausgewachsen. Es folgt dem beute scheu Aar, der im Kriegssturm über Land und Meer die Fittiche schwingt. Biele Räder häuslichen Lebens stehen still, das öffentliche politische Getriebe ist in einen Kviegswinter- schlaf versunken. Dem hessischen Landtag, wenn er am 16.De- zember zu einigen Sitzungen zusammenkommt, bleiben nur die nötigsten laufenden Geschäfte zu erledigen. Es gibt keine Parteien, nur Deutsclzc. Aber die gesegneten deutschen Länder tragen noch ihr eigenartiges geistiges Weben, und von draußen her kommen die Boten und bringen Kunde vom Wirken treuer Landsmannschaften. Der Bayer freut sich des Lobes seiner derben Fäuste, und aus dem gestern veröffentlichten Briefe unseres Berichterstatters aus dem Westen erfahren wir, daß die Hügel der Champagne zu einer sächsischen Gegend nmgewan- delt worden seien. Einzelnen deutschen Stämmen sprach der oberste Kriegsherr seine besondere Zufriedenheit aus. Der deutsche Partikularismus — im guten Sinne genommen — hat seine unveräußerlichen Rechte behalten. Alles aber wirkt treu nebeneinander sür des Reiches Glück und Sieg. Wieder bewährt sich Bismarcks Gedanke, daß im Feuer der Not und Gefahr der deutsche Einheitsgedanke gestärkt und geläutert werden müsse. Der unvergleichliche erste Kanzler des Reiches hat seiner Schöpfung keine öde Gleichmacherei gewünscht, und er war weit entfernt davon, die Eigentümlichkeiten der Stämme in einem großen Reichsticgel einschmelzen zu wollen. Wenn er aus uns herniederschaute, wie würde er sich freuen über diesen lebendigen deutschen Organismus, der die kühnsten Hoff- jnnngen erfüllte! Ein schon öfter genannter Fremder, der die Vergleichsmöglichkeit in höherem Grade besitzt als tvir selber, ein Engländer, der freilich in deutschein Geiste sein Lebenselement gesunden hat, Houston Stewart Chaniberlain, hat jüngst in einem Aufsatz „Deutschland als führenden Wclte staat" die Mannigfaltigkeit der deutschen Staatsgebilde gelobt; es sei nur darum eine wahre, organische Einheit, weil es aus Teilen bestehe. Mag, so rief er, der Historiker Deutschlands Zerrissenheit beklagen, fouric die unsäglichen von ihr in früheren Zeiten verursachten Leiden; das Geistesleben gewann daraus die unvergleichliche Mannigfaltigkeit der Lebensbedingungen und daher auch die Verschiedenheit der richtenden Einflüsse innerhalb der durch die Sprache gegebenen Einheit des Erlebens und des Denkens. Vorbei ist es heute »ruch mit der Zerrissenheit im nationalen Ziele; ein hoher Vaterlandsgedanke faßt alle heimatlichen Klänge zu einer weltbewegenden Kraft zusammen. Die zunehmenden Schwächen des alten Kaisertums am Ausgang des Mittelalters sind durch ein politisches Erwachen und die Gebote vielfacher Erfahrungen abgeschüttelt worden. Die Willkür eigensüchtiger Kurfürsten und Landesherren ist einer Verschmelzung dyna- stischer und volkstümlicher Anhänglichkeit zu Kaiser und Reich gewichen. In diesen Stunden darf das hessische Volk seines Großherzogs Ernst Ludwig, der heute sein 46. Lebensjahr vollendet, mit den herzlichsten Wünschen gedenken. Er ist mit seinen hessischen Truppen hinausgezogen aufs Feld der Gefahr und hat in seinen Abschiedsworten die Zurückgebliebenen an die Pflichten erinnert, die nicht minder ernst und wichtig seien wie die der draußen Kämpfenden. Mancher wehe Gedanke im Hinblick auf Familienbande, die ins Zarenhaus führen, mag dem Landesherrn die Stunde noch schwerer gemacht haben als gewöhnlichen Sterblichen; sein letzter Erlaß aber zeigte uns, daß sein .Herz mit Begeisterung den deute scheu Waffen folgt und den Fahnen seines Hessenvolkes. Wenn die gewohnte Feier heute unterbleibt und vor der Majestät des Krieges lauter Jubel verstummen msiiß, so drängen sich die Empfindungen aller treuen Hessenkinder umso inniger hervor: alle Heimatklänge, an denen unser Land so reich ist, lochen um uns her und verschmelzen sich mit der Siegeszuversicht, die wir angesichts der neuesten Ereignisse freudig in uns hegen dürfen, zu einem stolz hallenden Jubelgeläute, llnsere Streiter sind nicht die geringsten Hüter des Rheinstromes, und wir hüten nicht nur äußerlichen Besitz, sondern auch das Singen und Sagen, das zu Deutschlands Stolz von früh her daraus erwachsen ist. Heil dem treuen Fürsten, der uns Rheingolds Schätze schirmt und der Niebelungentreue tapferen Sinn bewährt hat! * * * (WTB.) Großes Hauptqu artier, 24. Nov. vorm. (Amtlich.) Englische Schiffe erschienen auch gestern an der flandrisä>en Küste und beschossen Lombartzhde und Zeebrügge. Bei unseren Truppen wurde nur geringer Schaden ungerichtet, eine Anzahl belgischer Landbewohner wurde aber getötet und verletzt. Im Westen sind keine wesentlichen Veränderungen cingetreteu. Aus dem östlichen Kriegsschauplatz ist die Lage noch nicht geklärt. In Ostpreußen Italien unsere Truppen ihre Stellungen an und nordöstlich der Seenplatte. Im nördliche» Polen sind die dort im Gange besnrd- lichen schweren Kämpse noch nicht entschieden. Im südlichen Polen steht der Kampf in Gegend Czen- stochau. Auch auf dem Südslügel nördlich Krakau schreitet der Angriff fort. Dir amtliche russische Meldung, daß die Generale von Lieber und von Pannewitz in Ostpreußen gefangen genommen seien, ist glatt erfunden. Der erste befindet sich in Berlin, der zweite an der Spitze seiner Truppe. Beide sind seit längerer Zeit nicht in Ostpreußen gewesen. Oberste Heeresleitung. Der englische Ueberdreadnought „Audacious" gesunken. R o t t e r d a ni, 24. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Nach Meldungen aus sicherer Quelle ist der englische Ueberdreadnought „A u i> a c i o u §" am 28. oder 29. Oktober an der Nordküste Irlands auf eine Mine gelaufen und gesunken. Die Admiralität hält das Ereignis streng geheim, um eine Aufregung des Landes zu vermeiden. (Notiz: „Audacious" hatte ein Deplacement von 27 000 Tonnen und eine Maschinenstärke von 28 000 PS., eine Geschwindigkeit von 23 Seemeilen und eine Bestückung von zehn 34,4-Zenti- meter- und sechzehn 10,2-Zentimeter-Kanonen. Die Besatzung betrug zirka 1100 Mann.) Berlin, 24. Nov. Verschiedene Berliner Abendblätter melden aus Kopenhagen 23. November: „National Didende" in Stockholm schreibt: Ein schwedischer Dampfer, der am 21. Oktober mit der „Olympic" New Jork verließ, sichtete am 25. Oktober an der irischen Küste ein großes englisches Kriegs schiff, das still lag und augenscheinlich in N o t war. 'Auf Verlangen des Kriegsschiffes nahm die „Olympic" 250 Mann der gesamten Besatzung von 800 bis 900 Mann an Bord. Der Rest wurde von einigen Kriegsschiffen aufgenonrmen, welche zu Hilfe kamen. Wie verlautet, war das große englische Kriegsschiff morgens stark beschädigt worden, doch war es ungewiß, ob durch eine Mine oder durch ein Torpedo von einem deutscher! Tauchboot. Uebrigens wurde den „Olympic"-Passagieren durch Anschlag verboten, in England etwas von dem Gesehenen zu berichten. Die „Olympic" versuchte, das Kriegsschiff, das eine starke Schlagseite bekommen hatte, ins Schlepptau zu nehiiren, was sich aber als unmöglich erwies. Nach dem, was 'die Passagiere später erfuhren, ging das Kriegsschiff kurz darauf unter. 250 Matrosen wurden nach Belfast auf ein anderes telegraphisch herbeigerufenes Fahrzeug übergeführt. Ein deutsches Unterseeboot gesunken. Berlin, 24. Nov. (WTB. Amtlich.) Nach amtlicher Bekanntgabe der englischen Admiralität vom 23. November ist das d e u t s ch e U n t e r s e e b o o t „II 18" durch ein englisches Patronillenfahrzeug an der Nordküste Schottlands zum Sinken gebracht worden. Nach einer Meldung des Reuterschen Bureaus sind durch den englischen Torpedobootzerstörer „Garry" drei Offiziere und 23 Mann der Besatzung gerettet worden, ein Mann ist ertrunken. Der stellvertretende Chef des Admiralstabs: Behncke. Zusammenstoß eines deutschen Torp<-dobooteS mit einem dänischen Dampfer. (WTB.) Kopenhagen, 24. Nov. (Nichtamtlich.) Der Dampfer „Dan" hatte in der letzten Nacht außerhalb Fal- sterbo einen Zusammen st oß mit einem deutschen Torpedoboot, das schwer beschädigt wurde. Zwei schwer verletzte Matrosen des Torpedobootes wurden an Bord des Dampfers gebracht. Der eine starb auf dem Wege nach Kopenhagen, der andere kurz nach der Ankunft hier. Einzelheiten fehlen noch. Notiz des Wagner-Bureaus: Von zuständiger Stelle erfahren wir, daß bei dem Zusammenstoß der Heizer Birnbaum, Obcrheizer Plaschke und Oberanwärter Stange schwer verletzt und mit dem Dampfer nach Kopenhagen gebracht wurden. Obermaschinistenmaat Reimer erhielt eine leichte Verletzung. Der Oberheizer Schlegiauz und Heizer Biermeister wurde« leicht verwundet. Die Schlacht in Russisch-Polen. Wien, 24. Nov. (W. B. Nichtamtlich.) Amtlich wird vcrlant- bart: 24. November mittags: Die Schlacht in Russisch- Polen wird bei strenger Kälte von beiden Seilen energisch sortgesührt. Unsere Trnvven eroberten mehrere Stützpunkte, gewannen insbesondere gegen Wolbrvm und beiderseits des Ortes Pilica Raum und machten wieder zahlreiche Gefangene. Ansonsten ist die Lage unverändert. Im Inneren der Monarchie befinden sich 140000 Kriegsgefangene, darunter 1000 Offiziere. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstnbs: v. Höfcr, Generatmaior. Der russische Bericht. Petersburg, 24. Nov. (W. B. Nichtamtlich.) Dom Stab des Generalissimus wird mitgeteilt: Der Kampf zwischen Weichsel und Warthe, der nördlich Lodz den Charakter äußerster Hartnäckigkeit angenommen hat, dauert an. Am 22. November wiesen wir überall die heftigen Angriffe der Deutschen zurück. Von der Seite von Weljun ttaten neue feindliche Streitkräftq mit dem Ziel, den linken russischen.Flügel zu umgehen, auf. — In der Kampflinic Czen stoch an — Krakau ist keine wesentliche Veränderung eingetretm. In den Kämpfen am 24. November nahmen wir über 5000 Oesterreichcr (?) gefangen. Ein russischer Großsürst schwer verwundet. Basel, 24. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Die „Basler Nachrichten" melden aus Mailand: Der russische Großfürst Demetrius ist in den Kämpfen mit der deutschen Kavallern an der Warthe schwer verioundet worden. Großfürst Demetrius (Dimitrij), geb. 1891, ist der Sohn aus erster Ehe des Großfürsten Paul Alexandrowitsch und der Prinzessin Alexandra von Griechenland. Großfürst Paul Alcxandrowitsch ist ein Sohn Kaiser Alexanders II. und der Prinzessin Marie von Hessen-Darmstadt. Der Großfürst Demetrius ist somit ein Urenkel des Großhcrzogs Ludwig II. von Hessen, genau wie die Zarin und die Großfürstin Elisabeth. Die Lage in Flandern. Amsterdam, 24. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) „Telegraof" meldet ans Sluis vom 23. November: Den ganzen Sonntag über wurde Geschützfeuer gehört, sowohl von Peer als auch von Dvern und Dixmuiden her. Der Eindruck, daß die Kämpse immer heftiger werden, wird durch die fortwährenden Truvvenbcwegungen verstärkt. Frische Truvven marschierten in großer Zahl nach Ypern. Unter ihnen sah man bisher ganz unbekannte Uniformen aus oirier Art grauen Sanetes. Die Bedarfsmittel in Frankreich. Basel, 24. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Die „National- Zeitung" bringt einen Bericht über die Bedarfsmittel in Frankreich. Das einheimische Korn ist zurzeit sehr rar. Die Bevölkerung fürchtet ein teilweises Zurückhalten des Getreides und fordert Gegenmaßregeln dagegen, von denen die Requisition die mildeste sein würde. Der offizielle Preis des Alkohols ist 60—65 Franken, was einem Aufschlag von ungefähr 2,50 Fr. in den letzten Tagen gleichkommt. Die Brennereien kämpfen sortwährend mit großen Schwierigkeiten. Sie ziehen es vor, ab Versandbahnhof zu verkaufen, statt lieferbar Paris. Der Zucker ist sehr rar. Die Schwierigkeit rührt daher, daß die Requisition alle Zufuhren bedroht, wodurch auch die Händler das Risiko laufen, für ihre Waren weniger bezahlt zu erhalten, als der Einkaufspreis betrug. Bezüglich der Weine wird aus vielen Gegenden eine starke Enttäuschung gemeldet, sowohl was die Güte wie die Menge anbetrifft. Das Ergebnis bleibt weit hinter der wirklichen Ernte zurück. Trotz aller Anstrengungen, die Flußschiff a h r t no'ch im Gange zu halten, ist der Verkehr stockend. Darunter leidet besonders die Ko h l e n z u f u h r., In Paris sind sämtliche Vorräte für öffentliche Zwecke re- auiriert worden, so daß großer Mangel herrscht. Die Preise sind ganz beträchtlich gestiegen, so daß sie vielfach unerschwinglich geworden sind. Die Regierung will crb- helfen und Eisenbahnwagen für Kohlentransporte ab Rouen zur Verfügung stellen. Die tapfere» Schwaben. Stuttgart, 24. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Der „Strats- anzeiger" meldet: S. M. der König hat folgende von S. M. dem Kaiser eigenhändig geschriebene Feldvostkarte erhalten: Einen Gruß aus dem Hüttenlager Deines Regiments; habe mich sehr erfrnck, auch das Meine in vorzüglicher Haltung gesehen unb Abordnungen anderer Reginienter sowie die ausgezeichneten Pioniere begrübt zu haben. Deine Schwaben sind ebenso stramm wie sie zähe und tapser sind. 20. November 1914. Wilhelm. Staatssekretär von Fagow in Berlin. Berlin, 24. Nov. (WTB. Nichtamllich.) Der Staatssekretär des Auswärtigen Amtes, v. I a g o w, ist heute für einige Tage in Berlin eingetrosfen. Aus der französischen Schweiz. Basel, 24. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) In Genf ist es zu einer Kundgebung der Studenten gegen den dortigen Professor Claparede gekommen, der erklärte, wenn belgische Städte von den Deutschen zerstört worden seien, so sei dieses geschehen, weil die Bevölkerung sich außerhalb des Gesetzes gestellt bobe, indem sie auf die deutschen Trnvven schoß. Bei der nächsten Vorlesung verlos, als der Professor erschien, ein Student einen Protest, in welchem der Rücktritt des Professors gefordert wird. Die Angelegenheit kam vor den Großen Rat. Es wurde einstweilen die Vernehmung des Professors beschlossen/ In der Märzsitzung des Großen Rats soll dann die Antwort erteilt werden. 'Die Studenten boykottierten inzwischen das Kolleg des Professors. * . * Das Ergebnis der österreichischen Kriegsanleihe. Wien, 24. Nov. (Ctr. Frkft ) Das Ergebnis der österreichischen Kriegsanleihe, deren Subffriptionsfrist heute um 12 Uhr mittags abgelausen ist, beträgt bis 12 Uhr mittags 144 1 Millionen Kronen. Da die formale Durchführung zahlreicher Zcichmingen durch den Krieg erschwert ist, dürfen die Zcichnungs- stellen auch weiterhin Anmeldungen entgegcimchmcn. (Frks. Ztg.) Der Protest der Schwei;. Ba s c l. 23. (WTB. N!.'. sämtlich.) Zu dem Protest der Schlveiz gegen die Verletzung der Neutralität durch die Flieger Kriegführender bemerkt die „Nationalzeitung": Dos schweizeri,che Volk nimmt mit Genugtuung davon Kenntnis, mit welcher Entschlossenheit und Schnelligkeit die oberste Landesbehorde gegen die Verletzung unserer Neutralität durch Kriegführende, welcher Partei sic auch inrmer angehören mögen, Stellung nimmt und Protest erhebt. Man darf erwarten, daß die Regierungen, deren Armeen die Flieger angehören, nicht zögern werden, das begangene Unrecht einzugestehen und sich zu entschuldigen. Sie tverden zweifellos dem Beispiel folgen, welches die Regierung des Deutschen Reiches gegeben hat, als bei Lar- ginc (?) durch deutsche Geschosse Schweizer Gebiet verletzt worden war. Einberufungen in Dänemark. Kopenhagen, 24. Otov. (WTB. Nichtamtlich.) „Ber- lingsske Tidcnde" meldet aus Paris: Ter Kriegs- minister hat alle Jahrgänge der Reserven und Terri- torialtrnppcn von 1823 bis 1210 einberufen, die noch nickst cinberufen sind oder wieder heimgesandt worden waren. Tie Bulgaren vor der Entscheidung. Sofia, 24. Nov. iWTB. Nichtamtlich.) Sobranje. Der Saal und die Tribünen sind überfüllt. Der Präsident des MinisterratS, Radoslawow, erklärte in Beantwortung der Kritiken der Opposition, daß die Regierung der Neutralität, die sie seit Beginn der europäischen Ktstse erklärt habe, treu bleibe und dast sie diese Neutralität stets loyal ouSübe, trotz der ungerechtfertigten Vorwürfe, die ihr von der Opposition gemacht würden, die sie energisch zurückweise. Da gewisse Mächte geglaubt hätten, über diesen (Gegenstand Bemerkungen aussprechen zu müssen, gab die Regierung sogleich Erklärungen ab, die als genügend an- gesehen wurden. Gegenwärtig billigten alle Großmächte die Haltung Bulgariens. Dieses unter- I-altc die frcundsck>aftlichsten Beziehungen zu Rumänien, Griechenland und selbst zu dem kriegführenden Serbien. Seine Beziehungen zu der Türkei seien außerordentlich aufrichtig. Die Regierung sei glücklich, der Nation mitteilen zu können, daß sie die Integrität des Territorialbesitzes gesichert habe, istadoslawow fügte hinzu: Wenn die Umstände uns zwingen, in Berlyrndlungen für die Vergrößerung unseres nationalen Besitzstandes einzutreten, so werden wir es mit dem Wohlwollen des gesamten europäischen Konzerts tun, mit welchem wir die bestmöglichen Beziehungen unterhalten ivollen. Laute, anhaltende Beifallsruse folgten den Worten. Unterrichtsminister P a s ch e w führte in Ergänzung der Erklärungen des Ministerpräsidenten Radoslawow aus, daß die Haltung der Regierung von niemandem verdächtigt werden könne. Die Regierung beobachte die gleiche Neutralität zwischen beiden Gruppen der Kriegführenden. Das, was sie der einen (strnppe zugcftehe, gestehe sie auch der andern zu. K o n st a n t i n o pel, 24. Nov. (Nichtamtlich.) Terdschuman- i-Hakikat glaubt, daß sowobl die Ereignisse, wie die beiden europäischen Mächtegruppen Bulgarien drängen, eine cndgül- ligc Haltung cinzumhmcn. W«mn Bulgarien weiterhin zögere, werde es im Rückstände sein. Selbst wenn es späterhin eine klare Haltung cinnchmen sollte, würde diese keine Bedeutung mehr haben. Das Blatt erkennt an. daß die Politik des Kabinetts Radoslawow, das anstatt sich von jenen, die Bulgarien gegen die Türkei l>etzen wollen, sortteißen zu lassen, sein Augenmerk ausschließlich aus M a z e d o n i e n richtet, in dem die Bulgaren auf Befreiung warten. Selbst wenn Bulgarien irgend etwas mit Hilse Rußlands erlangen sollte, würde dasselbe Rußland es ihm morgen wieder i nehmen. Das Blatt ist überzeugt, daß trotz der Intrigen der .Opposition, die das Land ins Unglück stürzen wollten, die wirklichen bulgarischen Patrioten diese Wahrheiten erkennen und ihnen gemäß Vorgehen werden. Ein Aufstand gegen Essad Pascha. Durazzo, 24.Nov. (WTB. Nichtamtlich.) In Tirana ist ein Aus stand gegen Essad Pascha wegen dessen scrben freundlicher Haltung ausgebrochen. Der nach Tirana entsandte Polizeichef von Durazzo verkündete dorr das Standrecht und veranlaßte die Verhaftung mehrerer Gegner Essads. Durch diese Ntaßnahmen auf das äußerste gereizt, sollen sich die Bewohner der Umgebung in größerer Anzahl bewaffnet haben und nach Tirana gezogen sein, wo sie die Stadt umginlgclt haben. Als Vorsichtsmaßregel gegen einen Vormarsch der Aufständischen nach Durazzo ließ Essad Pascha durch ungefähr 1000 seiner Anhänger die Höhen in der Umgebung und die Haupteingänge von Durazzo besetzen. Der Verkehr nach Tirana ist eingestellt und die Telegraphenlcitungen durchschnitten worden. Die Lage in Indien. Kopenhagen, 24. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Nach einer Blättermcldung aus San Francisco macht das dortige revolutionäre indische Komitee große Anstrengungen, in I ii d i e n einen Aufruhr hervorziirufm. Es verbreitet in Tausenden von Eremplaren einen Aufruf, der eine Auf- zählung der Grcueltaten enthält, die die Engländer in Indien begangen haben. Die schlechte Verwaltung Englands in Indien ziehe jäl/rlich 167 Millionen Dollar aus dem Lande. > Aus Persien. Budapest, 24. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) „Az Est" erhält aus K o n st a n t i n o p e l die Nachricht, daß zwischen der Pforte und dem persischen Gesandten in Konstankinopel, R r z a B e y, seit längerer Zeit Verhandlungen über ein türkisch-persisches Bündnis gepflogen werden. Riza Bey wurde auch von dem Sultan in Audienz empfangen Rach Aeußerungen des Gesandten wünscht Persien so länge wie möglich die Neutralität zu bewahren. Indessen ist die Aufregung im Lande sehr groß, die Regierung ist kaum imstande. dic,e zurückzudrängcn. So eroberten persische Berg- stämme die Dörfer zwischen Täbris und Dschulsa. An der Spitze der Bergstämme steht Salared Dauleh. Andere Stämme haben das Uralgcbirge besetzt und von dorr aus die russischen Grcnztruppen beunruhigt. In Buschir wurde der euglaiidfrciindliche Gouverneur entsernt und ein rcvolutio- inäres Komitee ernannt, das die Teheraner Regierung aufforderte, entweder abzudanken oder sich dem Heiligen Kriege anzuschließen. Infolge dieser Unruhen ist in Bender Ab bas ein englisches Kanonenboot emgetrofsen, um die englischen und französischen Staatsangehörigen zu schützen. Die französische Not in Marokko. Paris, 24. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Agence Havas. Ter Gencralresident Liautey berichtet über die Zusammenstöße in dem Gebiet von Khenifra, D<1 § b ' c .' 3 rntl 5 ofcn aut 13. November das Laaer der Zaian nahe bei uhenisra unversehens angriffen Und dem Erdboden glerchmachten. Eine von Khenifra zurückkehrende französische Kolonne wurde von starken marokkanischen Kontingenten angegriffen, umzingelt und zu einem sehr heftigen Kampfe gezwungen. Tie in Khenifra zurückgebliebenen Mannschaften konnten rechtzeitig helfend ern- greisen und die Kolonne befreien, die eine große Anzahl von Offizieren und etwa 100 europäische Soldaten verlor und einen Teil des Artilleriematerials zurücklassen muhte. Tie Garnison von Khenifra wies alle Angriffe üb, bis eine Hilsskolonne aus Tala eintraf, die bereits unterwegs die aiigreifeuden Marokkaner zurückgeschlagen hatte. Am 19. November unternahmen die Fvauzosen einen allgemeinen Angriff und warfen die Marokkaner in die Berge zurück. Die Franzosen gelangten wieder in den Besitz des zeitweise zu- rückgelassenen Kriegsmaterials und bestatteten die am 13. November Gefallenen. * • * Der NeutraMtsbruch Belgiens. Berlin, 24. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt in einem längeren Artikel „Der Neutrali- tätsbruch Belgiens": Die englische Regierung hat sich daraus beschränkt, unsere Enthüllungen aus den ..Archiven des belgischen Kriegsministeriums über die englisch-belgischen milsiärischen Abmachungen aus dem Jahre 1900 mit der Erklärung zu beantworten, daß der an deren Ausarbeitung beteiligte Generalmajor Grierson gestorben und Oberst Barnaröiston Chef der englischen Truppen von Kiau- tschau sei. Es sei wohl möglich, daß eine akademische Diskussion zwischen den beiden englischen Ossizieren und den belgischen militärischen Stellen darüber stattgesunocn habe, welche Hilse das englische Heer in der Lage sein würde, Belgien zu leisten, falls seine Neutralität von einem seiner Nachbarn verletzt werden sollle. Die belgische Regierung hat erklärt, es sei nur natürlich, daß der englische Militäratlachö in Brüssel währcird der Agccirassiisis den Ehes des belgischen Generalstabes nach den Maßnahmen gesragt habe, das; die Verletzung der von England gewährleisteten Neutralität verhindert werden sollte. Ter Ches des Generalstabes Ducarme habe geantwortet, daß Belgien außerstande sei, einen Angriff, von welcher Seite er auch komme, abzuwchrcn. Die belgische Regierung knüvit hieran die Bemerkung: Hat die Unterhaltung die Grenze überschritten und hat Oberst Bcrrnardiston den Kriegsplan dargelegt, den der britische Generalstab einzulialten wünschte für den Fall, wo diese Neutralität verletzt werden sollte? Wir bezweifeln cs. — Indem sie die unverkürzte Veröffentlichung des in den belgischen Geheimakten aufgcsundcnen Materials fordert, versichert die belgische Regierung feierlich, daß sie niemals direkt oder indirekt aufgefordert worden sei, sich im Falle eines deutsch- sranzösischen Krieges der Tripelentente anzuschließen. Wie die _ vorstehend skizzierten Erklärungen erkennen lassen, ha! die englische Regierung von vornherein darauf verzichtet, die Feststellungen der kaiserlichen Regierung zu bestreiten. Sie hat sich aus einen Versuch beschränkt, sie zu beschönigen. Sie mag sich wohl gesagt haben, daß bei der drückenden Fülle des vorhandenen Bc- weismatcrials eine Ableugnung der Tatsachen zwecklos und bedenklich sein würde. Die inzwischen erfolgte Aufdeckung eines englisch-belgischen militärischen Nachrichtendien st e s und das Äusiindcn der von den amtlichen englischen Stellen Hergestell teu Kriegs karten von Belgien erweise» erneut^ eine wie eingehende militärische Vorbereitung der englischbelgische Kriegsplan gegen Deutschland erfahren hatte. Es folgt in Faksimile der Wortlaut des im Konzept auf- gefundenen Berichtes des OKuerals Ducarme au den belgischen Kriegsminister vom 10. April 1906, der der belgischen Regierung schwerlich unbekannt sein kann, da der belgische Gesandte in Berlin, Greindl, in einem Bericht vom 23. Dezember 1912 auf seinen Inhalt ausdrücklich Bezug genommen hat. Sollte der belgischen Regierung aber die Erinnerung daran geschwunden sein, so dürfte ihr Zweifel über die ,n den Unterhaltungen des Generals Ducarme mit dem Oberstleutnant Bcrrnardiston behandelten Themata durch den Wortlaut des Berichtes behoben werden, der in einem Umschlag mit der Aufschrift „Conveuiioirs cmglo-belges" im Kriegsministerium aufbewahrt wurde. Die „Nordd. Allg. Ztg." veröffentlicht diesen Wortlaut, der höchst ausführlich ist und der belgischen Regierung keine Gründe zu weiteren Ausflüchten bieten wird. Zum Schluß stellt die „Nordd. Mg. Zig." fest: Hier ist es direkt ausgesprochen, daß die englische Regierung die Absicht hatte, im Falle eines deutsch-französischen Krieges sofort mit ihren Truppen in Belgien cinzurückcn, also die belgische Neutralität zu verletzen und gerade das zu tun, was sie, als ihr Deutschland in berechtigter Notwehr darin zuvorkam, als Vorwand benutzt hat, Deutschland den Krieg zu erllären. Mit einem beispiellosen Znnismus hat ferner die englische Regierung! die Verletzung der belgischen Neutralität durch Deutschland dazu verwertet, um in der ganzen Welt gegen uns Stimmung zu machen und sich als dckn Protektor der kleinen irnd schwachen Äst ächte aufzuspielen. Was aber die belgische Regierung betrisst, so wäre es ihre Pflicht gewesen, mcht nur rnit der größten Entschiedenheit die englischen Insinuationen zurückzuweisen, sondern sie mußte auch die übrigen Signatarmächte des Londoner Protokolls von 1839, insbesondere aber die deutsche Regierung, aus die wiederholten englischen Versuche Hinweisen, sie zu einer Verletzung der chr als neutraler Macht obliegenden Pflichten zu verleiten. Die belgische Regierung hat das nicht getan. Sie hat sich zwar für berechtigt und verpflichtet gehalten, gegen die ihr angeblich bekannte Absicht eines deutschen Einmarsches in Belgien nsilitärische Abwebrmaßregcln im Einvernehmen niit dem englischen Generalstab zu treffen: sie hat aber niemals auch nur den geringsten Versuch gemocht, im Einvernehmen mit der deutschen Regierung oder mit den zuständigen militärischen Stellen in Deutschland Vorkehrungen auch gegen die Eventualität eines französisch-englischen Ettnnarsches in Belgien zu treffen, trotzdem sie von den in i/effer Hülh. Hosmann, Jnf.-Regt. 116 aus Mtenschsirf. — Off.-Stellv. Lebrer Heinr. Ohlh, Jnf.-Regt. 116 aus LbersiBessingen, — Rch Adam Korn mann, Jnf.-Regt. 116 aus Nicder-Lhmen. — Einj.« Untcroff. Otto Jüling, Jnf.-Regt. 168 aus Offenbart, a. M. Einj.-Freiw. Ludwig Singer, Jnf.-Regt. 168 aus Seligenstadt. — Ers.-Res. Maximilian Will,. Karl Jakobr, Jnf.-Regt. 116 aus Offenbach a. Mt — Res. Jos. Sauerdorn, Jns-Regt. 168 ans Offenbach a . M. — Lt. d. R. Franz S ch a » r e r und Lt. d. R. Hans Schanrer, 2. bayr. Jäger-Bat. aus Hanau., — Musk. Karl Werner, Jnf.-Regt. 81 ans Hamm. — Musk. Heinrich Metzger, Jnf.-Regt. 88 «ms Tillentomg- — Grrn. Konrad Gaul, Königin-Elisab.-Gren-Regt. 7 aus Oder-Biel. — Lt. d R. Dt. phll Ernst Knorz, Jnf.-Regt. 16 ans Wep- l«rr. — Kriegssreiw. Wllh. T h e i s, «ms Wetzlar-Niedergirmes — Lehrer Wlh. K a s s i n g, Jnf.-Regt. 60 «ms Bonbaden. — Kriegssreiw. Dr. Phil. Werner Hosfmann, Jnf.-Regt. 118 aus Worms. — Ers.-Res. Rud. Müller, Jnf.-Regt. 115 «ms Wornrs. — Vizesckdw. und Lehrer Otto Lack, Jnf.-Regt. 116 aus Dorheim. — Untrroff. d R. Äldoff Nassauer. Jnf.- Regt. 81 «ms Wallau. — Res. Friede. Debus, Jnf.-Regt. 136 ans Günterod. — Kriegssreiw. Alfred Schmidt aus Wetzdrr- — Musk. Wikh. Röhr ich, Jnf.-Regt. 81 aus Oberkben. ^ Musk. Karl Mack, Jnf.-Regt. 81 aus Niederkleen. — Res. Jak. Eich, Jrff.-Rcgt. 118 «ms Ober-Flörsheim. — Landwehrur. und Briefträger Ällbert D i t t m a r, Aff Siegt. 168 aus Dkllen- burg. — Lt. d. R. und Gerichtsaffeffor Hermann Hahn, Jnf.- Regt. 168 ouS Büdingen. — llnteroff. Louis Kerl, Durg-Äiegt 13 aus Kölzenhain. — Res. Otto Stein, Jnf.-Regt. 11b aü? Schotten. — llnteroff. Wuh. Ullrich, Jnf.-Regt. 168 aus Rainrod. — llnteroff. d. R. sind. sur. Otto Hallenslebrn, Jnf.-Regt. 99 «ms Hamm. — Res. Heinr. Mohr, Jelbatt.-Regt. 25 «ms Tarmstadt. — Landwehrm. Karl Scitw, Jnf.-Regt. 116 aus Büßseld. — Limdwehrm, Karl Blum, Jnf.-Regt. 116 ans Alsfeld. — Lanvwehrm. Gg. Ditschler, In,-Regt. 116 «ms Zell. — Res. und Lehrer Karl Decher, Jnf.-Regt. 116 aus Elbenrod. — Einj.-Freiw. Ludwig Singer, Jnf.-Regt. 168 aus Seligenstadt. — Res. Ehr. Gaertner, 2. bahr. Jnf.-Regt, aus Ofsenbcich a. M. ^ ** Handelskammerwahl. Bei der yvffrraen Wahl zur Handelskammer, die ohne jede Agitation verlies, wurden die ansscheidenden Mitglieder Geh.Kommerzieurack Heichelheim, Fabrikant Kommerzienrat Klingspor und Drogenhändler Ad. Noll mit 70 von 72 abgegebenen Stimmen wiederqewühlt. Für Gießen-Land wurde im Bezirk Lich das bisherige Kämmermitglied Bvauereibesitzer Jhring einstimmig wiedevgewählt. — P e r s o n a l n a ch r i ch t. Ter G r o h n « r z o g hat am 21. November d. Is. dem Pkariasfistenten Flitz P a b st zu Rhein- Türkbeim die evangelische Pärrstellc zu Sieleribeini übertrage». "Ritter des Eisernen Kreuzes: Leutu. d.R. Rudolf Wittich, Trag.-Regt. 24, und Leutn. Delp «ms Darmstadt. Bizcwachtmeister Johann Kraft, Garde-er dem außerordentlichen Etat zugeführt «vordeu ist. Tie Bezirkssteuer hat firf) aut '1 055 238,67 Mark beziffert gegen 1007 023,20 Mk. im Vorjahre. Ter Satz der Bezirkssteuer hat f«t dem Jahre 1910 zehn Prozent betragen. Am Schluffe des Bcrichtjahres 1913 hat das dein Bezrrksver- bande, seinen Fonds und Anstalten ergeirtümlich gehörende Vermögen 48 588 629,48 Mk., das Vermögen der unter der Verwaltung des Bezirksverbandes sichenden Sozietäten 6 021012,27 Mark betragen. Nicht einbezogen in das vorstehend bewertete Vermögen sind di« Landstraßen und die zu ih«ten gehörenden sogenannten Straßenparzellen. h. Frankfurt a. M., 24. Nov. Als neulich ein Wagen mit Feldpostsendungen verloren ging und erst nach Wochen sich wickersand, war alle Welt „baff". Wie wird sie sich jetzt erst wundern, wenn sogar neun Wagen mit Liebesgaben, die abhanden gekommen waren, wieder da sind! Neun Wagen, die für die 21, Rescrvedivision bestimmt waren und 20 000 Feldpost- Pakete aus deni Bereich des 18, Armeekorps enthielten, wurden neulich wegen Ueberlastung eines Zuges irgendwo zurückgelassen und erst dieser Tage durch einen besonderen Kommissar wieder aufgefunden. Die vergessenen Wagen wurden nunmehr einem Sonderzng angehängt und den einzelnen Truppen zugeführt. , . Märkte. te. Frankfurt a. M. Sckimeinemarktberiüt vom 25. Nov, Aufgetrieben waren 1718 Schweine. Vollfleischige Schweine von 68 bis 108 ks: Lebendgewicht 5B.00—58.00 Mk„ Schlachtgewicht 10.80—73.00 Mk., vollfleischige Schweins unter 8g k£ Lebendgewicht 56.00—57.00 Mk„ Schlachtgewicht 69.00—70,00 Mk.: vollsteifchige Schweine von 100—120 ko- Lebendgewicht 58.00—58.00 MH, Schlachtgewicht 70.00—73 Alt.: vollfleischige Schweine von 120 bis 160 kg Lebendgewicht 56.00—58.00 Mk, Schlachtgewicht 70—73.00 Mk. Geschäft langsam. 1c. Frankfurt a. M„ 25. Nov. (Oriq.-Telegr. des „Gieß. Anzck) Aintliche Notierungen der heutigen Fruchtmarktpreife. Weizen lhiestger» Mk. 27.50-00 00, Kurveftischer Mt. 27.50-01.00. Wetterauer Mk. 00.00 - 00.00, Roggen (hiesiger) Mk. 23.50 - 00.00. Gerste (Wetterauer) Mk. 22.00-00.00 (über 63 Kilogramm 'Mk. 24.50-25.00), Gerste, Franken, Psalzer,. Nie; Mk. 00,00 bis Mk. 00.00, Gerste iür Branzwecke Mk. 00,00—00,00, Hafer Mk. 22.00-22.10, Mais Mk. 00.00- 00.00, Weizenmehl 0 Mk. 00.00-00.00. Weizenmehl I Mk. 00.00-00.00, Weizen- mehl III Mk. 00 00 - 00.00, Roqqenmehl 0 Mk. 00.00—00.00, Roggenmehl 0/1 Mk. 80.00—00.00, Roqqenmehl I Mk. 00.00-00.00, Weizenkleie Mk. 0.00 —0.00, Weizenschalen Mk. 0.00—0.00, Roggen» (leie Mk. 00.00 -00.00, Malzkeime Mk. 00.00—00.00, Biertreber 00.00 — 00.00, Futtergerste Mk. 00.00— 00.00. Alles per 100 kg ab hier. fc. Frankfurt a. M., 25. Nov. «Orig.-Telegr. des „Gießener Anzeigers".) Kartoffel markt. Man notierte: Kartoffeln in Wag ans Mk. 7,50 - 8,00, im Kleinhandel Mk. 8,50—,900 für je 100 kg. Amtlicher Wetterbericht. Oesfentlicher Wetterdien st, Gießen. stSetteraussichtcn in Heften am Donnerstag, den 26 Nov. 1911 : Bedeckt, zeitweise Niederschläge, etivas wärmer, südwestliche Winde. Hetzte Nachrichten. (WTB./Großes Hauptauartier. 25. Nov., vormittags. (Amtlich.) Die englischen Schiffe wiederholten gestern ihre Unternehmungen gegen die Küste nicht. Die Lage auf dem westlichen Kckjegsschanplatz ist unverändert. Bei Arras mach trn wir kleine Fortschritte. In Ostpreußen wiesen unsere Truppen sämtliche russischen Angrisft ab. Die Gegenoffensive der Russen aus Mich tung Warschau ist in Lowicz-Strykow-Brzezin» gescheitert Auch in Gegend östlich Czenstochau brachen sämtliche russische Angriffe vor unserer Front zusammen. Oberste Heercslritnng. Hindrnburg an der Arbeit. Basel, 24. Nov. (WM. Mchtamtlich.) Tie „B a f c (e r Nach r." bringen eine Meldung des Petersburger Korrespondenten des „Corriere della Sera", welche die Frage behandelt, was der Borstoß des deutschen Gcneralstabs südlich von Plock zu bedeuten halbe. Die Meldung schließt Die Deutschenrücken gegenwärttg noch gegen Lodz und nach Osten ans Warschau v o r. So halten HmdenburgS Truppen zwischen der Weichsel und der Warthe elnen Kreisbogen besetzt, welcher sich über die Linie Lodz- Skernjewitze wölbt. — Aus diesen Angaben des italienischen Korrespondenten ergibt sich, wie die „Baseler Nachr." urteilen, daß es den Deutschen gelungen ist, einen T e i l d e r russischen Armee von Warschau und Nowogeorgiewsk zu trennen und daß Hindenburg mit dem freie» Weichselstrom im Rücken südostwärts marschiert. Südlich von Plock bedeutet also, daß der Plan H i n d e n b u r g s in der letzten Phase der Ausführung begriffen ist. Vom Grneralfcldmarschall v. d. Goltz. (WTB.) Berlin, 24. Nov. Der „Boss. Ztg." zufolge meldet der Berichterstatter des „Hamburger Kor re s p o n d e n t", daß der Generalgouverncur Freiherr von der Goltz, als er jüngst die Truppen im Schützengraüen aussnchtc und dabei über ein freies Feld gehen mußte, von einer feindlichen Kugel getroffen und im Gesicht verwundet wurde. Der Generalgouverneur ertlärte, daß die deutschen Truppen sich einfach wundervoll geschlagen und die ungeheueren Strapazen mit Begeisterung er tragen haben. Es gehe gut vorwärts, auch an der Mer. Tic Feinde kämpfen mir dem Mute der Verzweiflung, denn sie wüßten, was davon abhänge, wenn >vir an der Küste seien. Ader wir würden cs schaffen. Zu dem Eingreifen der Türken erklärte Freiherr von der Goltz, daß wir einen fanatischen und zähen Bundesgenossen gewonnen haben. Tie Türken würden der Welt beweisen, daß der Ruhm ihrer Tapferkeit ewig bestehen bleibt. Das Ergebnis der öftrrreichischen Kriegsanleihe. Serajclvo, 24. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Tie Zeich innigen aus die Kriegsanleihe zcüigtcn in Bosnien und der .h e r z c g o >v i n a ein überraschend günstiges Ergebnis. Durch die Zeichnung des für die hiesigen Verhältnisse sehr namhaften Betrages von etlva 25 Millionen drückte die hiesige Bevölkerung in unverkennbarer Weise und ohne Unterschied ihren Patriotismus aus und bewies neuerdings, ivie sie sich mit den übrigen Tellen der Monarchie eins fühle. Der Erfolg der Zeichnungen muß um so höher eiugcschätzt werden, als die Bosnier ebenso ivie die Bewohner der Herzegowina bekanntlich alles Bargeld gleich in Immobilien sest- zulegcn pflegten und im Ankauf von Wertvapieren unerfahren sind, und eine erforderliche Belehrung und Aufflärung in der kurzen Zeit und den nameMlich an der Grenze sehr schwierigen Verkchrs- verhällnisien nicht möglich «var. Die kierländiichcn Gemeinden zeichneten 1H» Millionen, die Beamtenschaft etwa l Million Mack Italien und die Schiffahrt im Snrzkanal. R»IN, 24. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Agenzia Stefani. — Die oSinanischc Regierung hat sosort bei Beginn ihrer Teilnahme an dem Kriege der italienischen Reche-- rung die Erilärung abgegeben, sie verpflichte sich, die freie Schiff-- fahrt im Suezkanal nicht zu verletzen. Der französische Tagesbericht. i. Köln, 25. Nov. Die „Köln. Ztg." meldet aus Kopen» Hagen: Der letzte amtliche französische Bericht spricht von einer hestigcn Kanonade bei Reims und Soissons. In den Argonncn sollen die Deutschen heftige Angriffe machen- Das Werben des Dreiverbands um Italien. i. ST öl n, 25. Nov. Die „Köln. Ztg." meldet aus Kopenhagen : Der italienische Gesandte in Frankreich T i t t o n i ist nach einer Unterredung mit dem Könige und einer langen Besprechung, die er in Rom mit dem Minister des Auswärtigen hatte, nach Bordeaux zu r ü ck g c k e h r t. Der englische Botschafter weilte gestern aus der Durchreise nach Rom in Paris. Englische und französische Schiffe in den türkischen Gewässern. i. Köln, 25. Nov. Tie „Köln. Ztg." meldet aus Kopenhagen: „Politiken" bringt eine Pariser Meldung aus Athen, wonach französische und englische Schiffe vorden Dardanellen erschienen sind und türkische Torpedoboote beschossen haben. Ein englisches Geschioaber soll an der tlein- asiatischen Küste kreuzen. Rußland friert ein. i. Köln, 25. Nov. Die „Köln. Ztg." meldet aus Kiel: I« diesen Tagen dürste Rußland von der übrigen Welt abgeschnitten werden. In Archangelsk, dem einzigen Hafen für den Verkehr mit Europa, der Rußland seit der Beherrschung der Ostsee durch die Deutschen und der Sperrung der Dardanellen durch die Türken noch zur Verfügung steht, herrscht heilige Kälte, und das Thermometer ist schon aus 10 Grao unter Null gesunken. Der Frost hält an. Alle Bemühungen Englands, Rußland gegen die Naturgeioalteii zu helfen, sind erfolglos geblieben. Das Weiße Meer ivird auch der stärksten Eisbrecher spotten. Viele Dampfer dürften bei dem starkeil Verkehr in Arckiangesk eingcscklossen lverden. England bezog über Archangelsk namentlich Holz, Getreide und Eier, aller. Gegenstände, die es zur Ernährung seines 44 Millionenvolkes nir' t entbehr m kann. Für Rußland bildet dieser starke Erport eine Lebensfrage. Wladiwostok und K j a ch t a kommen für den Verkehr mit Europa nicht in Betracht, ganz abgesel>en davon, daß der erster« Hasen bald ebenfalls von« Eise gesperrt werdet wird. Libau ist von den Deutschen vor einigen Tagen so gründlich gesperrt worden, daß kein Sck>isf selbst bei Nacht und Nebel den Hasen verlassen könnte. Aus dem Auslande kommt also kein Geld mehr nach Rußland. Das Eiserne Kreuz für Erzherzog Karl Franz Josef. (WTB.) Wien, 24. Nov. «Nichtaintlich.) Aus deoi Kriegs- presseauattier wird gemeldet: E r z h c r z o g K a r l F r a n z I o s e f hat heute folgendes Tclegranim des Deutschen Kaisers erhalten: Großes .Hauptauartier, 24. Nov. Ew. Kaiserlichen und Königlichen Hobest bewährre Teilnahine an den Operationen der Verbündeten Armeen gibt mir zu dein Wunsche Veranlassung, Ew. Kaiserlichen und Königlichen Hoheit als Zeichen Meiner hohen Wertschätzung die Zweite und Erste Klasse des von Mir iür Mein Heer erneut gestifteten Eisernen Kreuzes zu verleihen, deren Insignien Ich Ew. Kaiser!, und König!. Hoheit zugeden lasse. Wilhelm. — Ter Erzherzog hat von der Auszeichnung Käfter Franz Joses telegraphisch Meldung erstattet und folgendes D a n k t c l e - gramm an Seine Majestät den Deutschen Kaiser gerichtet: Ich bitte Ew. Majestät für die allerguädigste Auezeickmnn-i des Ei-' r neu Kreuzes zweiter und erster Klasse Meinen ergebensten Tank enkgegennehmcn zu «vollen. Ich werde dieses Ehrenzeichen der- von Mr viel beivunderten Deutschen 'Armee in stetein Eledenteir der treuen Waftcnbrüderschaft mit besonderem Stotze fragen und bin dessen gewiß, daß es den in seltener Eintracht Schulter an Schulter käinpfenüen Arm«» 'gelingen ivird, den mäintigen Feind niederzuringen. Erzherzog Karl. Warme Unterzeuge " willkommendtten Liebesgaben für ankere Truppen Ausnahme-Ansrebote in: HIMär llnterzeugen Unterjacken N ? r wt 2.40 Hemden Ä aNor Mt3.60 Md 4.00 Unterhosen?Ä w Ä2.85a3.00 Unterhosen Ä ras tiT 3.10,3.35 Bester Ersatz für Normal-Wäsche Wesentlich haltbarer wie billige Normal-Wäsche 11741a Eigenes Fabrikat in beiter Verarbeitung ÜORcick, Wärdie*Fabrik ............................... ..... .............................................................................................. = 11379 CARL BERG GIESSEN Schuhwarengschäft - Mäusburg Nr. 4 -Anfertigung nach Maß- Lager fertiger Herren-, Damen- u. 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