Nr. 216 Zweiter Blatt Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntag?. Die „Eießener Lamilienblätter" werden dem »Anzeiger* viermal ivöchentlich beigelegt, das „Nreirblatt für den Nrcir Sieben" zweimal wöchentlich. Die „tandwirtschaftlichen Seitsragen" erscheinen monatlich zweimal. Ibis. Jahrgang General-Anzeiger für Oberhesjen Dienstag, 2 \. November Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen llnivcrsiiäts - Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Dießen. Schriltleit»ng,Geschäit»stelle «.Druckerei: Schul- straße 7. Geschäilsstclle ».BcrlaglS^öl.Schrist- leitung: r-E1I2. Adresse liir Trahtnachrichtein Anzeiger Gieße». Die vedeutung des Eisenbeton im Kriege. Die Tatsache, daß. unseren 42-Zentimeter-Mörsern kein modernes Fort mclxr Widerstand leisten karur, lenkt die Aus- mcrksamkeit aus eine grundlegende Aenderrnvg in der Mate- rialverwenduug für Fortshauten. Ter Eisenbeton soll sich bei den belgischen Forts schlecht bewährt haben und man vertritt die Aufsassung, daß dieses Material tvohl in Zukunft für derartige Zwecke unverwendbar sein werde. Wlein cs ist zu berücksichtigen, daß es sich bei den belgischen Forts um den viel schlechteren belgischen Stampsbeton gehandelt hat, in den die Pcrnzcrtürme eingebaut waren. Die geringe Widerstandskraft der Forts ist aus die Verwendung belgischen Zements zurückzuführeu, der weit schlechter in Qualität ist als deutscher Drehofen-Zement. Sicher ist, daß in guten Zementbeton auch Granaten aus schweran Mörsern nicht tief eindringen. Nach Schießversuchen dringt das Geschoß aus einer 30-Zentimeter-Haubitze etwa 50 Zentimeter tief in Zementbeton ein. Dann aber erfolgt durch einen Bodenzünder mit Verzögerung erst die Explosion, die alles auseinanderreißt. Schwerere Kaliber, derenKonstruktion technisch übrigens gar keine Schwierigkeiten bietet, werden noch größere Wirtungen erzielen. Das Schiffsgeschütz von 38,1 Zentimeter durchschlägt auf 12 Kilometer Entfernung eine gehärtete Nickclstahlplatte von 45 Zentinietcr Stärke glatt. Tie 42-Zentimeter-Geschosse mit einem Gewicht von 20 Zentner haben natürlich eine noch größere Wirkung; ihre Sprengladung allein beträgt 3 Zentner. Dagegen können natürlich weder Stampsbelondecken noch Eisenbeton- decken als bombensicher angesehen werden. Zur Erzielung einer größeren Widerstandskraft wird nun von einem Fachmann auf dein Gebiete des Eisenbetons die Auslagerung oder Einbetonierung von mehreren Stahlplatten mit Zwischenschichten aus Stampfbeton an der Oberfläche empfohlen. Die Explosion der Granate wird dann die eigentliche Betonkonstruktion gar nicht treffen. Mehrere Treffer an derselben Stelle tönnen natürlich auch daun verhängnisvoll werden. Jedenfalls eignet sich Eisenbeton besser als Stampfbeton, da er infolge der Eisenciulagc ioiderstands- fähiger gegen Truck und Zugspannungen ist. Die Deckschichten können bei größerer Sicherheit auch schwächer gehalten ioerden und die Fortsbauten leichter dein Gelände angepaßt werden. Die zurzeit im .Festnngsban verwendete Eisen- betonkoirstruktion kann nach Ansicht voii Fachleuten dadurch verstärkt werden, daß die durchgehende Armierung mit Netzen auS Monieretsen an der Oberfläche eine weitere Auf- vder Einlagerung von prosilierten Schienen oder Stahlplatten erhält, wodurch eine hohe Widerstandskraft erzielt wird. ’ , i Um die Aufstellung unserer schweren Mörser zu verhindern, bedienen sich die Franzosen weit vorgeschobener Behelfsbefestignnge» noch vor ihren großen Festungen im Argonner Waid. Auch in den Kämpfen im Norden Frankreichs spielen die Behelfsbefestigungen eine große Rolle, indem sie von beiden Seiten in geschickter kunstvoller Weise ausgeführt, die Entscheidungen tu den Feidschlachten solange lstnausschicben. Für derartige halbpermanente Äriegs- bautcn, die in der Zukunft noch eine größere Bedeutung gewinnen werden, eröffnet sich dcni Eisenbeton ein großes Verwendungsgebiet. Tenn hier tönnen Platten, Ballen und Röhren aus Eisenbeton, iveil sic schon vorher in Friedenszeiten in großen Mengen hcrgesteilt werden können, eine ganze Reihe von Kvnstrultioiicn liefern, die gegenüber dem Gewehrfeuer und den leichteren Feldgeschützen genügenden Widerstand bieten. Unsere Angriffsmittcl, das zeigt dieser Krieg, sind auf eine von feindlicher Seite kaum erreichte Stufe technischer Vollkommenheit gebracht i vor den, denen die feindlichen Verteidignngsmittel nicht geivachsen zu sein scheinen. Inwieweit unsere Berteidigungsnrittel in den modernen Fortsbauten mit den Angriffsmitteln gleichen Schritt gehalten haben, konnte erfreulicherweise bisher durch eine Probe aufs Exempel nicht erwiesen ioerden. Der Feind ist noch nicht in die Lage gekoimnen, eine deutsche Festung an- zngreiftn und wird es hoffentlich auch nicht, sollten unsere nwdernen Fortsbauten aber in dem oben angedenteten Sinne noch nicht allen Anforderungen entsprechen, so dürfen wir die Ueberzeugung haben, daß unsere verantwortlichen Stellen nicht zögern werden, sich alte Fortschritte der Technik unverzüglich zunutze zu mackxen. AU5 dem Reiche. Dir Festsetzung von Höchstpreisen für Kartoffel». Berlin, 23. Nov. (WTB. Amtlich.) Der Bundes- rat legte in seiner heutigen Sitzung die Höchstpreise für Kartofselproduzenten fest. Das Reich ist mit Rücksicht auf die Verschiedenheit der Produktionskosten in vier Preisbezirke geteilt worden. Der erste Bezirk umfaßt etwa die Gebiete östlich der Elbe, der zweite Bezirk die Provinz Sachsen, das Königreich Sachsen und Thüringen, der dritte Bezirk erstreckt sich auf die nordwestdeutschen Gebiete mit ihrer großen Schweinezucht, und der Westen und Süden des Reichs fallt in den inerten Bezirk. Di« Preise für die besten Speisekartoffcln, wie Daber, Imperator, Magnum Bonum und Uptodate sind um 26 Pfennig für den Zentner höher gesetzt worden als für die übrigen Speisekartoffeln. Die Landeszentral-Behörde kann noch andere Sorten bester Speisekartoffeln in diese erste Gruppe Hineinsetzen. Die Höchstpreis« sind für Speisekartoffeln der besten Sorten im Osten 3,75 Mk., in Mitteldeutschland 2,85 Mk., in Nordwestdeutschland 2,95 Akk., in West- und Süddeutschland 3,05 Mk. für den Zentner. Für die nicht herausgehobenen Sorten sind die Preise entsprechend: 2,50 Mark, 2,60 Mk., 2,70 Mk. und 2,80 Alk. für den Zentner. Die Festsetzung von Höchstpreisen für Futter- und Fabrikkartoffeln befindet sich in Vorbereitung. Die Verordnung über die Höchstpreise für S p e i s e k a r t o f f e l n tritt am 2 8. November 1914 in Kraft. Abänderung des W e i n g e s e tz e s. In seiner letzten Sitzung hat der Bundesrat Abänderungen der von ihm erlassenen Ansführungsbestimmnngen zum Weingesetz beschlossen. Damit findet eine im Reichstag an die Regierung gerichtete Anregung chrc Erfüllung. Es handelt sich um die Verwendung von O b st s ä f t e n bei der Herstellung des Haustrunkes. Gegenwärtig ist die Verwendung von Obstsäften für den Haustrnnk nach den vom Dundesrat erlassenen Vorschriften nicht statthaft. In den Kreisen besonders der süddeutschen Weingutsbesitzer war aber seit längerer Zeit der Wunsch hervorgetreten, cs möge zu einer besseren Verwertung geringer Weine für den Haustrunk ein Verschnitt init Obstsäften zugelassen werden. Im Frühjahr dieses Jahres sind die am Weinbau beteiligten Bundesregierungen um eine Begutachtung der angeregten Abänderung ersucht worden. Da keinerlei Bedenken dagegen erhoben wurden, hat der Dundesrat jetzt seine Ansführungsbestimmnngen dahin abgeändert, daß die Verwendung von Obstsäften für den Haustrnnk zugelassen ist. Ferner ist aus den Kreisen der Weingntsbesitzer eine Abänderung des Weingesetzes beantragt, die mit den gegenwärtigen wirtschaftlichen Verhältnissen im Zusammenhänge steht. Der diesjährige Herbst hat als Folge der ungünstigen Witterung in vielen Gegenden einen Wein ergeben, der bei Anwendung der im Weingesetz erlassenen Bestimmungen über die Zuckerung schwer verwertbar sein wird. Es kommt hinzu, daß auch der Mangel an geeigneten Arbeitskräften die Weinprodnzenten in eine schwierige Lage versetzt hat. Deswegen besteht bei ihnen der Wunsch, es möge unter Berücksichtigung oer besonderen Verhältnisse dieses Jahres durch Abänderung des Weingesetzes eine Erleichterung in Bezug auf die Zuckerung gewährt werden. Bereits haben Beratungen der zuständigen Stellen mit Vertretern der Weinproduzenten und des Weinhandels stattgeftmden. Zn welchem Ergebnis die Erwägnn- gen führen werden, läßt sich, so schreibt die „Frkf. Ztg.", vorläufig noch nicht übersehen. Berlin, 23. Nov. (WDB. Amtlich.) Der Bundesrat hat eine Verordnung erlassen, nach der jeder, der es unternimmt, Reichs.geldmünzen zu einem ihren Nennwert über st eigen den Preise zu erwerben, zu veräußern oder solche Geschäfte über sie zu vermitteln, mit Gefängnis bis zu einem Jahre und zugleich mit einer Geldstrafe bis zu 5000 Mark bestraft ivird. Ebenso soll bestraft werden, wer zum Abschluß oder zur Vermittelung solcher Geschäfte cmf- sordert oder sich dazu erbietet. Gleichzeitig ist auf Einziehung der Münzen zu erkenneir, die zu der Straftat gebraucht oder bestimmt waren. An» Heften. rb. Tarmstadt, 23. Nov. Der hessische Land- t a g ist vom Großherzog zu einer außerordentlichen Tagung, der 36., auf Mittwoch, 16. Dezember, einberusen worden. Wie schon früher bemerkt, handelt es sich nur um eine kurze Tagung von zwei bis drei Sitzungen, in denen die Regelung finanzieller Fragen, vor allcift die Art der Beschaffung bereits in den Vorjahren bewilligter Staatsmittel, in verfassungsmäßiger Weise erfolgen soll. An» Sta-t und €an$» Gießen, 24. November 1914. ** Vom Arbeitsmarkt, lieber die Lage des Arbeitsmarktes in Hessen, Hessen-Nassau und Waldeck im Oktober berichtet der Mitteldeutsche Arbeitsnachweis v e r b a n d: Der Monat Oktober brachte eine weitere Besserung des Arbeitsmarktes. Eine eigentliche Arbeitslosigkeit herrschte nur noch in einigen Speziakbernsen, ins- besondere im graphischen Gewerbe, in einigen Sparten der Metallindustrie (Bijouterie, Goldarbeiter) und bei den Kellnern und Köchen. Verhältnismäßig groß war die Zahl der arbeitslosen Schlosser, Mechaniker, Maschinenarbeiter und Hitfsarbeiter. In einigen Berufszweigen herrschte insbesondere infolge der Aufträge der Heeresverwaltung Mangel an Arbeitskräften. Starte Nachfrage herrschte nach Schmieden, Kupferschmieden, Drehern, Fräsern, Sattlern, Militärschneidern, Schuhmachern, Erdarbeitern und jungen Anslausern. Charakteristisch für die Arbeitsmarktlage ist der infolge der Bedarfsverschiebung notwendig gewordene llebergang in andere Berufe. In allen Städten fanden zahlreiche Einstellungen bei der Eisenbahnverwaltung, bet der Straßenbahn, bei Kanalarbeiten, bei Erdarbei- tcn aller 'Art statt. Eine Entlastung des Arbeitsmarktes wurde für unser Verbandsgebiet ferner herbeigeführt durch eine Reihe größerer Aufträge für auswärts. In einer Farb- warenfabrik, bei dem Bahnban Dillenburg^-Weidenan und in einem Stahlwerk in Lothringen konnten rund 500 Ar» beitslosc untergebracht werden. Auch zurzeit liegen größere Aufträge nach.auswärts vor, zu deiren bereits etwa 400 Arbeitslose in unserem Verbandsgebiet gemeldet sind. Die Schwierigkeit der Vermittlung liegt neben der Unsicherheit der Eiirbernfung des Landsturms zurzeit daran, daß teilweise zu niedrige Löhne gezahlt werden, Bedingungen wegen des Alters gestellt werden und bei auswärtigen Aufträgen daran, daß die Mehrzahl der Leute verheiratet ist. Durch Verhandlungen im einzelnen, durch Fahrgeldgewährung, gelang es in vielen Fällen, dieser Schwierigkeiten Herr zu werden. Bon größeren Arbeiten umerhalb des Verbunds» gebietes, die insbesondere dem Lande zukommen, sind zu erwähnen der Brückenbau bei Rübesheim a .Rh., wo zurzeit noch 500 Leute beschäftigt sind, ferner der Bau der Talsperre irr Hemfurt bet Bad Wildnngen, der Bahnban Dillenbnrg— Weidenau und die Bahnhofsnmbcmten in Nied bei Frankfurt a. M. und in Alzev. Die von vielen Slädtcn eingerichteten Notstandsarbeiten wurden verhältnismäßig wenig in Anspruch genommen. Die Nachfrage nach landwirtschaftlichen Arbeitskräften war naturgemäß im Oktober sehr rege. Nach den Beobachtungen der größeren Arbeits- Vermittlungsstellen ist ein Mangel an dauerndem landwirtschaftlichem Personal, insbesondere an Knechten, zu befürchten. Der Mangel an geeignetem Hauspersonal macht sich immer fühlbarer, da der Zuzug vom Lande fast vollständig fehlt, andernteils stellen die Herrschaften vielfach erhöhte Ansprüche zu schlechteren Lohnbedingungen. Mädchen mit Kochkenntnissen können immer untergebracht werden. Berk un st, Lviftcnscbast mtfc Cebett. — Eilte neue Lösung d e s K l c i st - P r o b l e m s. Das tragische Schicksal des größten Prenßenbichters, Hch. v. Kleists, der die Befreiung und Größe seines Vaterlandes in künstlerhchen Ewigkeitswerten ahnend, aber nicht milertcben durste, ergreift uns heute, da sein „Prinz von Homburg" imd seine ,D>errnanns- schlacht" vielfach ausgesührt, stine Schöpfungen mit neuer Begeisterung gelesen werden, mit besonderer Gewalt. Trotz der estrigen Forschung der letzten Jahrzehnte liegt über manchen Einzel- hcstcn dieses Schicksals noch immer ein geheimnisvolles Dunkel, und die Aufhellung einzelner Episoden, wie der vielumstrittenen Würzburger Reise, die folgerichtige Verknüpfung seiner Erlebnisse, die uirs den verzweifelten Schritt des Selbstmordes erklären, ist noch immer nicht ganz gelungen. Deshalb bleibt der Phantasie in der Darstellung seines Lebens noch Tür und Tor geöffnet, und wie die Dichtung so gern sein Ringen poetisch ausdeukete, so hat sich auch die Wissenschaft immer wieder in neuen Vermutungen et» schöpft. In dieser Hypothcsenwelt bedeutet aber wohl doch einen Höhepunkt ungewollter Komik ein vor kurzem erschienenes Büchlein, aus das der vortreffliche Kleist-Kenner Pros. Georg Minde-Ponet in einem Aussatz des literarischen Echo warnend hinweist. Die Schrift „Heinrich von Kleists Geheimnis" von Richard Finger bietet eine ganz neue Lösung des Kleist-Problems, indem sic alle Tragik aus seinem Stottern herlestet. Zn den „großen Stotterern" der Weltgeschichte, zu Moses, Cervantes, Tago und Rousseau, die alle durch diesen Sprachfehler zu einer melancholischen gedrückten Stimniung gekommen sein sollen, gesellt sich nun Kleist, dessen „schwere Zunge" als erwiesen angenommen wird. Sein Sprachfehler werde durch indirekte lleberlieserungen bestätigt, so durch Dahlmanns Bericht, er habe dem Dichter häufig aus seinen Werken oorlesen müssen, weil Kleist „bei seiner bedeckten Stimme und seiner Hast leicht ins Stocken geriet", und durch Wielands Erzählungen von Kleists „seltsamer Art der Zerstreuung, wenn man mit ihm sprach", von seiner Gewohnheit, „oft bei Tisch, als wäre er ganz allein, zwischen den Zähnen zu murmeln", von dem „augenblicklichen Abbrechen eines Vortrages, angeblich, weil eine seiner Zuhürerinnen unaufmerksam war". Der Dichter komme in seinen Werken immer wieder selbst auf sein Svrachlkiden zurück, so in den Worten des Jeronimus: „Ich kann mich nicht entschuldigen. Mir lohmt's die Zung', die Worte wollen, wie verschlagene Kinder, nicht ans Licht," in Frau Martbes Worten! „Wenn ich gleich was Erkleckliches nicht auftmng’, Gestrenger Herr, so glaubt, ich bitt euch sehr, daß mir der Schlag bloß jetzt die Zunge lähmte", oder in Penthesileas Ausruf: „Laß dir vom Wetterstrahl die Zunge lösen, verwünschter Redner, eh' du wieder sprichst! Hört' ich doch einen Sandblock just so gern, endlosen Falls, bald hier bald dort anschmetternd, dem klafterhohen Felsenriff entvölkern." In dem tiefsinnigen Aufsatz über das Marionettentheater, in dem man mit Recht wichtige Grundgedanken der Kleistschen Weltanschauung gefunden, erkennt der Verfasser, was allerdings noch keinem vor ihm gelungen, „eine richtige Beschreibung des geistigen Stotterlechens und eine geistvolle Erklärung des Fluches^ welcher insofern nach Kleist aus dem Stotterer liegt". Ja, das Stottern wird sogar zu einem Hauptpunkt in dem ergreifenden Bekenntnisdrama „Robert Guiskard" erhoben, denn das hier dramatisch dargestelltc Lechen Aeists soll nichts anderes sein als ein Sprachlechen, „welches Kleist als Pest empfand und unter der Maske der Pest dramatisch schilderte". Der Unterricht bei Kerndörsser in Leipzig ist danach natürlich ein Versuch Kleists, seinen Sprachfehler zu heilen, und auch die geheimnisvolle Reise nach Würzburg ist diesem Zweck gewidmet. Das Stottern soll des Dichters Hang zur Einsamkeit befördert und einer Versöhnung^ mit dem Schicksal im Wege gestanden haben. Auch an seinem Selbstmord wäre es nicht ohne Schuld, und deshalb tötete er sich durch einen Schuß in den Mund, „in den zuckenden Mund mit der manchmal so schweren Zunge, welche der Quell war seiner Leiden und seiner Werke". — Der Zeitungsvertrieb an den Fürstenhöfen des 16.Jahrhunderts. Tie Zeitung ist lieute der tägliche Nachrichtenbringer, der uns gerade in diesen aufgeregten Krisgs- zeiten besonders unentbehrlich ist. Auf „Flügeln der Druckerschwärze" trägt sie die Telegramme in wenigen Stunden überall hin. Wie anders war es damit zu einer Zeit bestellt, da man noch nicht die Erfindung GutenbergS in den Dienst des Nachrichtenwesens gestellt hatte. Einen anschaulichen Einblick in diese Zeck der geschriebenen Zeitungen rm 16. Jahrhundert gewähren uns einige Bemerkungen, die Dr. Ernst Gonsentius bei Gelegenheck einer Kritik in der „Deutschen Lckeraturzeitnng" macht. Der Gelehrte, der ein vorzüglicher Kenner der Frühepvche dm: deutschen Zeitungen ist, sieht in diesen geschriebenen Zeitungen des 16. Jahrhunderts eine interessante Vorstufe der ersten gedruckten Wvchen-- zeckungen. Dabei ist besonders eigenartig, daß der Vertrieb dieser Blätter von den Fürstenhösen ansging, die direkte Sammelpunkte für Zeitungen aus aller Welt loaven. Ein Zeitungsversand des sächsischen Hofes läßt sich aus dem Jahre 1568 aktenmäßig belegen. mag aber schon viel früher bestanden haben. Am 20. Oktober 1568 schrieb der Kurfürst August von Sachsen von Dresden aus an den brandenbnrgischcn Kurfürsten Joachim II: „Wir übersenden E. L. auch hirbey sreundtlich Zehttungen, Daraus E. L. zuvernehmen, daß der Prinz zur Oranien nhunmehr über die Maaß gerucket, Unnd wie er dem feinde düc de Alba den Kopfs bieten wollenn, Der- selbige feldtslücktigk worden ist. So uberschickenn wir E. L. auch ferner andere Zehttungen», welchcrmaßenn der Königk zu Franck» reich einen Gesandten» beim Herzogen» zu Beyermi gchabtt, und was derselbigc aldo geworben» uund zur Anttlvortt erlanget, Daraus E. L. auch allerley zuvernebmenn." Mit einem solchen Begleitschreiben schickte der sächsische Kurfürst Nachrichten, die bei ihm eingingen, sofort an seinen brandenburgischen Vetter nach Berlin. Eilt solcher fortdauernder Austausch geichricbener Zeitungen fand im 16. Jahrhundert zwischen den ver>chiedenen Höfen statt. Die Boten gingen und kamen mit dicken Briefen, in dencir sic Ncuigkeilcmi aus deutschen Städten, aus Genf und Basel, «us Rom und Venedig, ja auch ans Polen und Schweden brachten. Anscheinend wurde dabei kein bestimmter Versand innegehalten. Sobald die Nachrichten am Hos cintrafen, wurden sic ihrem ganzen Umfange nach sofort abge- schrieben und weckergesandt, oder cs wurde auch ein Auszug her- gestellt, wobei also ein Redakteur in Tätigkeck treten mußte, und der „Extrakt" dann Wecker befördert. Bei der schleunigen Weitergabe benutzte man jede sich bietende Möglichkeck, oder wenn gerade keine Gelegenheit zur Uebersendung da war. wurden auch besondere Boten eingestellt. Ms Beispiel einer solchen geschriebenen Zeitung bietet Consenlius einige Auszüge aus Berichten, die 1587 nach Dresden gelangten, dort abgeschriebcn und an den Iwandenbur- gischen Kurfürsten weitergegeben wurden: „Aus Antorsf deir 19. De- cembris Anno 87. Von England soll man Aviso haben, der König von Schotten, habe gegen Engelland ein einsall getban, daßweaen dieselbe Königin ihn denn den Millort de Gree mit biß in 30 000 man nach Schotland abgefertiget, Resistentiam zu thun, würd auch presumirt, der König von Schotten habe auch auss verwüste Absart, und hilf der Spanischen Armada sich verlassen, und zu savor wider Engelland movirt, den grund mag man mit Ersten briefsen aufs Engelland vornehmen." „Aus Cöln vom 24. Deeembris. Gestern morgens unlängst vor dem tag hat Martin Schenck mit dem Graffeit von Moers sampt 2000 man zu Roß und fuß die stad Bon über- saNen. und durch zcrsprengnng so viel volcks hineingebrachl, ehe man zur Gegen tvehr greifscn können, das cr Dgrr der Ska» blieben . . Iviivecs zu ^enterten ist die Inangriffnahme einer besseren Regelung der Heimarbeit, insbesondere einer besseren Entlohnung der Heimarbeiterinnen, die von einer Reihe von ArbeitsiiachMcisWt, Frankfurt a. M„ Mainz, Darmstadt, Ofsenbach a. M. und Kreuznach unternommen worden ist. "Kon der Verwaltung der Allgemeinen Ortskranken Lasse Gießen-Stadt wird uns geschrieben: Es sind in letzter Zeit, insbesondere von den Mit- gliederrr auf dem Lande, Klagen darüber geführt worden, daß die Kasse alle Mehrleistungen mit Ausnahme der ärztlichen Familienbehandlung eingestellt habe, und es herrscht bei den Mitgliedern die Anschauung, daß hieran die Kasse die Schuld trage. Dem ist jedoch nicht so. Der Reichstag hat am 4 August l. I. in Erwartung, daß die Kassen nach Beendigung des Krieges eine äußerst schwere Belastungsprobe zu bestehen haben, ein Notgesetz angenommen, inhaltlich dessen ab 4. August alle Mehrleistungen ein zu stellen und die Beiträge ans 4V. Proz. erhöht sind. Der Vorstand der allgemeinen Ortskrankenlasse Giesten-Stadt hat sofort zu diesem Notgesetz Stellung genommen und iin (Gegensätze zu vielen anderen Kassen beschlossen, von einer Beitragserhöhung ab- zusehen und die Familienbehandlung trotzdem bestehen zu lassen Nach äußerst langntzerigen Verhandlungen hat die Aufsichtsbehörde diesen Beschluß gutgeheißeu, aber dabei ausdrücklich betont, daß derselbe mit dem Notgesetze nicht im Einklang stehe, da ohne Beitragserhöhung eine Mehrleistung nicht gewahrt werden dürfe. Nur dadurch, daß die Aerzte sich vergleichsioeisc verpflichteten, während der Dauer des Krieges die bis 3l. Dezember 1913 geltenden niedrigen Honorarsätze zur Berechnung zu bringen, toar die weitere Gewährung der Familienhilfe gesichert. Sobald die Kasse kann, wird sie sich bemühen, die bisher gewährten bedeutenden Mehrleistungen wieder cinzuführen, jedoch wird sich dies voraussichtlich vor Beendigung des Feldzuges nicht verivirklichen lassen. Schließlich sei noch) bemerkt, daß zurzeit 90 Familienvater, die im Kriege verwundet sind, von der Kasse K r a n t e n g c l d in Höhe von 7b Psg. bis 3Mk. pro Tag beziehen. - N IM FELDE erwarten unsere Angehörigen aus der Heimat Nachrichten über die Vorgänge daselbst und über die Ereignisse und Fo tschritte auf den Kriegsschauplätzen. Durch die regelmäßigeUebersendung des Gießener Anzeigers kann mancher lebhafte Wunsch erfüllt werden. Die Nachsendung des Gießener Anzeigers ins Feld erfolgt am zweckmäßigsten durch die Post. Man bestelle ihn deshalb bei den zuständigen Postämtern vom 1. Dezbr. an unter genauer Angabe des Namens, des Armeekorps, der Division, des Regiments und der Kompagnie. Außer dem üblichen Bezugspreis erhebt die Post nur eine monatliche Umschlaggebühr von 40 Pfennig. Bestellungen nimmt außerdem entgegen die Geschäftsstelle des Gießener Anzeigers. V__ ) ** Der Vorstand des Landesverbandes der Hausbcsctzervcreine im Grohherzogtum Hessen hielt anc 19. November in O sfen b ach eine Sitzung erb, wobei Mainz als Vorort vertreten mar. Die Tagesordnung erstreckte sich auf das Thema: „M ie tvcrhä lt- uisse und Hy po t he kenno t tage während des Kriegszustandes". Es fand eine mehrstündige eingehende Besprechuirg statt, und die einzelnen Verbandsvorstände wurden nnterrichter, anc sie sich bei Schusterigketten in Mietverhältnissen ucrbalieii sollen, um eine einheitliche und für beide Teile zufriedenstellende praklische Behandlung solclicr Vorkoininnifsc zu betätigen, ncn sie verinittelnd zum kostenfreien Austrag zu bringen In diesem Sinne wird min in den einzelnen Städte» von den Geschäftsstellen der Vereine verfallen werden, und es ist bei deren sorgltckierLeitung bestimmt zu erwarten, daß die iveitaus größte Anzahl solcher Differenzen auf diese Weise beseitigt wird, wie das der äußerst starke Verkehr aus der Geschäftsstelle des Mainzer Verbandes beweist, auf der tagtäglich eine erhebliche Anzahl solcher Differenzen zum gütlichen, außergerichtlichen 'Austrage kommen. ** Personal Nachrichten In de» Ruhestand versetzt ivurde am ll.Novencber d. I. der Lehrer Johannes Schaaf zu Allmenrod, Kreis Lauterbach, ans sein Rach- suchcn mit Wirkung vom 16.November 1914 an. — Eric annt wurde am 18.November d.I. Daniel Nischwitz in Pfeddersheim zum Schreibgehilfen am Amtsgericht Pfeddersheim. — Ernannt wurde am 20. 'November d. I. der Bizeseldwebel cm Leibgarde-Jusanterie-Regiment Nr. 115 Wilhelm Ä ö d e ck e r zum Amlsgerichtsbiener bei dem Sünts- gericht Höchst. ** Die Jugendwehr wird in diesem Fahre anstelle des hiesigen Regiments die AuSfichrung des Zapfenstreichs am Vorabend von GroßherzogS Geburtstag übernehmen. Auch die Parade auf dem Oswalds- garten wird sic um IS llhr aussühren. Die Einwohnerschaft ivird gebeten, den Zug durch Dazwischendrängen nicht zu stören und den Anweisungen der 'Absperrung bereitwillig Folge zu leisten. ** Die 3. Gießener Liebesyabenfahrt, die zum aktiven und zum Reserve-Jnfanterie-Regiment 116 führte, ist an ihren Bestimmungsorten glücklich angelangt. Trotz erheblicher Schwierigkeiten konnten die Gaben beiden Formationen unmittelbar ausgehändigt werden. Bereits gestern ging dem Oberbürgermeister vom aktiven Regiment nachstehendes Dankschreiben zu, welches die Freude Mer die Spenden deutlich widerspiegelt: Hochzuverehrender .Herr Oberbürgermeister! Die durch Gießener Bürger treu geleiteten Liebesgabe» erreichten das Regiment am 7. November. Nach den harten Kämpfen, die das Regiment vom 30. Oktober bis einschließ,- lich 2 . November zu bestehen hatte, wurde von Offizier, Unteroffizier und Mann dieses fürsorgende Gedenken der Heimat besonders dankbar empfunden. Die Sendicng ist wohlbehalten angekommen und ist Ihrem Wunsche entsprechend an alle Angehörigen deS Regiments verteilt worden, denen sie eine hochwillkommene Gabe war. Das Regiment bittet der Stadtverwaltung. den Bürgern der Stadt und dem „Roten Kreuz" seinen allerherzlichstcn Dank aussprechen zu wollen. Das Regiment sendet Ihnen, hochzuvcr- ehrenüer Herr Oberbürgermeister, und der Bürgerschaft in treuem Gedenken die herzlichsten Grüße und Dank für die ausgesprochenen Wünsch«. Mit vorzüglicher Hochachturng gez. Schwierz, Masor >lnd Regimentsführer. Das Rcserve-Jnfanrerie-Regiment richtete folgendes Dankschreiben an den hiesigen Zweigvcrein vom Rot ni Kreuz: Dem Zweigpercin vom Roten Kreuz Gießen beehre ich mich, den allerhcrzlichsten Dank des R.-R. 116 sür die überaus reichliche Zusendung von Liebesgaben ergebenst auszusprechen. Alle Gaben sind Hvch'-villkommen, sie können ausgezeichnet gebraucht werden und find eine große Wohltat. Sie tamcn zu günstiger Zeit an, wir haben gerade zwei bis drei Ruhetage, so daß eine Verteilung statlfmden konnte, was im Gefecht nicht möglich gewesen wäre. Indem ich nochmals den aufrichtigsten Taut wiederhole, erlaube ich mir die besten Grüße des Regiments zu übersenden und verbleibe mit der Bitte um Weitcrvermcttlung unseres Dankes in vorzüglicher Hochachtung sehr ergebenst gez. v. Wcsternhagen, Oberstleutnant und Regiments-Kommandeur. ** Für unseren im Felde stehenden Landsturm oenvcndet sich nachstehende Zuschrift, die sicherlich manchem aus dem Herzen gesprochen sein dürste: „Für unsere „Bischweiler" sammeln wir, sür unsere braven 116er, unser Reserve- und unser Landwehr-Regiment, um ihnen allen eine Weihuachtsgabe darzubicten: wer ha! aber bis jetzt der Gießener Landsturm-Bataillone gedacht? (tzewiß, unsere Tapsern in der Front gehen vor, sie wolle» wir zuerst bedeuten, wie wir'S bisher schon getan haben; aber werden wir nicht doch auch gerade jenen alten Leute», denen es besonders hart ankommen wird» das schönste Fest des Jahres fernab von ihren Lieben in Feindesland verleben zu müssen, mit eurer Weihnachtsspcnde aus der Heimat herzliche Freude bereften und so manchem unter ihnen leichter iiber die Wehmut, die ihn wohl am lteiligen Abend beschleichen Möchte, Hinweghelsen können? Wer da mittun und dasiir sorgen wilh daß unsere bisher vergessenen Landstürmer zur Weilpiacht auch eine Liebesgabe erhalten, sei gebeten, seine 'Adresse nach Johannesstraße 4 mitzuteilen." **Sie Ersatz-Eskadron des Garde-Dragoner- Regiments Nr. 23 bittet uns um Ausnahme folgender Zeilen: „Für die ,n so reichem Maße bis jetzt gespenbeten Liebesgaben für das Regiment gestattet sich die Ersatz-Eskadron auch auf diesem Wege allen gütigen Gebern herzlichen Dank zu sagen. Es ist der Ersatz-Eskadron gelungen, den größten Teil der Liebesgaben in der 2. Halste des Oltobers und Ansangs November direkt dem Regiment zuzuiührrn. Die Freude war groß imd wurden die Gaben mit dankbarem Herzen angenommen. — Zu Weih»ach- t e n soll nun den Angehörigen des RegimeMs, welche genau so wie dre Infanterie seit den letzten Wochen m den Schützengräben kämpfen, eine Weihnachtssreude bereuet werden. Die Ersatz-Es- kadron biucl daher alle Freunde und Gönner des RegimeMs um Zusendung von Weihnachtsgabe». Erwünscht sind lauge, breite, wollene Halstücher, Tabak, Zigarettenlabak, Zigarren, Zigaretten, Tabakspseisen, Tabaksbeutel, Trockenzünder, elektrische Taschenlampen mit Ersatzbatlerstn, zusammenlegbare Laternen, Kerzen, Lichthalter, Briespapler, Tintenstifte, Heine Gesellschaftsspiele, Zeitschriften, Taschenmesser, zusammenlegbare Eßbestecke, Rum, Arrak, Punschejsenze», Lebkuchen, Konfekt, Nüsse, Zwieback, Keks, Bouillon- und sonstige Suppenwürfel, kondensierte Milch, Kakao, Tee, Zucker, Haserslockrn, hart getrocknete Fleisch- und Wurstwaren und Seife. Kurzum, jede Gabe ist willkommen und toird mst vielem Dank angenommen. Auch für Geldspenden, die zum Ankauf weiterer Gaben verwandt werden sollen, würde die Eskadron besonders dankbar sein Die Ersatz-Eskadron hat Vorkehrungen getroffen, daß die Weihnachtsgeschenke dem Regiment direkt z u - gehen und eine rechtzeitige und sichere Ankunst gewährleistet ist. Dieser Sendung können auch sür Angehörige des RegimeMs bestimmte, persönliche Pakete angeschkossen werden. Es wird gebeten, daß alle Sachen bis spätestens 4. Dezember 1914 in den Besitz der Ersatz-Eskadron gelangen. Geldspenden baldmöglichst erbeten. Ausnahme von Gaben: Darmstadt, Kaserne Marienplatz, Zimmer 69, zwischen 10 und 12 Uhr vormittags." Landkreis Gießen. — All« »darf a. d. Lda., 22. Nov. Heute mittag fand hier «in Gottesdienst zum Gedächtnis der künf aus oiffcrcr Gemeinde gefallenen Krieger statt. Die ergreifenden Worte des Geistlichen machten auf die zahlreichen Zuhörer tiefen Eindruck. Der Kriegerverei» „ahm durch gemeinsamen Kirchgang mit verhüllter Fahne an der Feier teil. Bon seinen 26 emberu>encn Mitgliedern sind bereits drei auf dem Felde der Ehre gefallen. — Unsere I » q e n d w e h r, zu der 60 Jünglinge gehören, wird von Bahnmeister Hilz geleitet. F. Geilshausen, 23. Nov. Eine Sammlung sür die Notleidenden ln Ostpreußen ergab in unserer Gemeinde den Betrag von 200 Mark. Auch ist sür di« Marine eine Sammlung eingeleilet worden. — An unsere Krieger vor dem Feinde werden ans Beschluß des OrlsvorftandeS Weihnächte» pakete aus Gemeindekosten abgelandt. — Ein Bosten »eugcstrickter warmer Cache» und ein Paket Eharpi« konnte wieder an daS Kreirkomite« in Gießen abgelieiert werde». — Unsere Jugend wehr hat nunmehr 7 Uebungslage hinter sich. Führer wie Jmigmanrrschast verrichten mit Eifer und Freude ihre Pflicht. Kreis Büdingen. —- Nidda, 22. Nov. Am T o t e n s«st e iand in der hiesigen evangelische» Kirche eine ergreifende T o t e n s«t e r sür die A»- aedörige» unserer Gemeinde statt, die den Heldentod fürs Vater- land gestorben sind. An der Kirchen varade belelltgten sich die Krtegerocreme von Nidda und Michelnau mit ihren Fahnen, ibnen ichiojicn sich der Peteranenvercin und die ganglähigen Verwundeten des hiesigen Lazaretts an. Ter leierliche Zug bewegte sich in das dtchtgesüllte Gotteshaus. Plärrer Herma»» hielt über Offenbarung Johs. 2,lv eine zu Herzen gehende Gedächtnisrede. Bis jetzt sind aus Nidda gefallen: l. der Leutnant der Nes. Oberlehrer prch. Kühner, Rektor der Höh. Bürgeffchule, 2. Leutnant der Nelerv« LehramtSasseffor Dr. Ehr. Bär, 3. Sergeant Franz v. Landenberg, 4. Gest. d.Res. Karl Bechtold, Maschine»- lchlofier, 5. Kriegsfreiwilliger Hrch. He in eck. «taä. pbil., 6. Gelr. Dragoner Jakob. R e h n. Der älteste dieser Tarieren erreichte «in Alter von 88 Jahren, der jüngste war erst 22 Javre alt. Beim Ausgang aus dem GolleSdause wurde eine Kollekte zuin Besten der i,n Felde stehenden Krieger des Kirchspiels erhoben. Kreis Wetzlar. V Wetzlar, 23. Nov. Die am Samstag, den l4. November, im Reservelazarett eingelieserten verivu ndeten Russen, von welchen inzwischen einer gestorben ist, dürsten nach ibrer Genesung den ersten Bestand sür das hiesige Gesänge nerilager abgebeu., Die bisherige gute Verpflegung hat ihnen aus das beste zugesagt. richtete doch ein stämmiger Rnffc treuherzig an den Dolmetsch die Ansrage, ob er nicht dauernd hier in Wetzlar verbleiben könnte. © (5 r » »> b a ch, 22. Nov. Aus unserer Gemeind« sind nun schon drei Mitbürger den Heldentod fürs Vaterland gestorben. Es sind dies Jäger Otto W a l d s ch in i d t und die Reservisten Ludwig Wagner und Karl Schmidt. Waldschmidl und Wagner waren verheiratet und hinlerlassen jeder Frau und zwei Kinder. DanvsI. — Preiserhöhungen. Tic Preise sür Altniaterialieu, besonders Zuck, Messing und Kuofcr, find seit Ausbruch des Krieges erheblich in die Höhe gegangen und werden vorausstchllich »och iveitere Steigerung eriahren. — Das Kupüri lcchstzndikat erhöhte »euerdings scnre Preise UI» Iveitere Alk. 3 die 100 leg. — Bo» de» Börsen. Nachdeal man in den ueulralen nordischen Ländern die Börsen mit Errolg wieder crüffnet Hai, ist N e w ')> o r k darin neuerdings ge'olgt. Ta nrarr in Berliner «örsenlrcile» der Arrsrcht hnldi t. daß an svckulairve Ausschrert- urigen auch an der Berliner Börse nicht gedacht zu rverde» braucht, i!i sehr viel Etinrrnuirg vorharrden, die börseulose Zeit sürTeutsch- lauü cbenialls bald zu beenden. Mörtte. Gießen, 24. Nov. Marktbericht. Au! dem heutigen Wochemriarkte kostete: Butter das Plurrd 1,10—1,20 Mk.: Hühnereier I Stück 12—!3Pfg., 2 Stück 00 Psg.: Enteneier t St. 0 Pig. 2 St. 00 Pfg.: Gäaseeier I St. 0-0 Prg., 2 Et. 00 Pfg.: Käse das Stück 10—12 Psg., Käscrnalte 2 Stück 5—6 Psg.: Tauben das Paar 1,-00—1,40 Mk., Hühner das Stück 1,00—2,50 Mk., Hahnen das Stück 1,00 - 2,50 Mk., Eicken das Strick 2,50—2,0» Mt, Gär,sc da« PW. G>—70 Pi.,.: Welsche 4—5Mk.: Ochienfleiich da;P>d. 86—98 Pfg Rindfleisch das Plurrd 80 — 94 Psa, Kuhflerjch 80—90 Psg., Schweine- fleisch da? Plurrd 80—30-96 Psg, Kalbfleisch das Pid. 80-8. Psg. Harnrirclfleisch das Pirurd 70—90Pig.; Kartoffeln 100 Kilo 7,00— ®ff„ I ügr. 8 Pfg., Weißkrarrt das Stück 8—15 Pfg.: Zwiebeln der fltr 12,00-15,00 Mt.: Milch das Lltec 22 Psg.: Aev'el der ZenMer 15—20 Alk.: Birnen das Pirrnd 12—15 Pfg., Nüsse 100 Stück 40—:0 Pig. — Marktzeit vo» 8 bis 2 Uhr. te. Frankfurt a. M. V i e h h o s in a r k t b e r i ch t vom 23. Nov. Arrstrieb: Rinder 1398 (Ochsen 223, Birllen 36, Kühe und Färsen 1139), Kälber 322, Schass l IsSchwernc 2509. Tendenz: Ru,der besonders guter Ware flott. Kälber, Schas- und Schweine gedrückt. Ochsen. Bollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlacht- weries, 4—7 Jahre alt........ die noch nicht gezo ren haben (ungejochte) . . Jnnge fleischige, nicht ansgemästetc und ältere airSgemästele ........... Bullen. Vollfleischige, ausgewachsene, höchsten Schlachtw. Vollfleischige, jüngere......... Färsen, K ü h «. Vollfleischige ausger». Färlen höchst. Schlachtw. Dollfleischige ausger». Kühe höchsten Schlacht- werles bis zu 7 Jahre»....... Wenig gut entwickelte Färsen...... Aeliere ausgemästete Kühe....... Mäßig genährte Kühe und Färsen .... Gering genährte Kühe »nd Färsen .... Kälber. Mittlere Mast- und beste Saugkälber ... Geringer« Mast- und gut« Saugkälber . . . Schafe. Stallmastschafe: Mastlämnier und jüngere Masthammel . . . Schwein«. Bollfleischige Schweine von 80 di» 100 kg Lebendgewicht..... 56.00—66.00 70.00—78.00 Vollfleischige Schwei»« unter 80 kg Lebendgewicht........ 56.00—67.00 69.00—71.00 Bollfleischige Schweine von lvo bis 120 kg Lebendgeivicht..... 56.00—58.00 70.00—73.00 Bollfleischige Schwerne von 120 bis 150 kg Lebendgewicht..... 58.00—58.00 70.00—78.00 Ic. Frankfurt a. M., 23. Nov. (Orig.-Teleqr. des .Greß. Anz.") Amtliche Notterunqen der heutige» Fruchtmarkioreise. Weizen (hiesiger) Mk. 37.50—00.00, Kurhessischer Mk. 27.50 — 00.00, Haler Mk. 22—23.10. Ti« übrige» Fruchtgattuirgen wurden zu den Höchstpreisen gehandelt. te. Frankfurt a. SB)., 28. Roo. (Orig.-Telegr. des .Gießener Anzeigers") Kartossel markt. Man notierte: Kartoffeln in Wag ons Mk. 7,50 - 8,00, in, «leinhandel Mk. 8,50—,900 sür je 100 kg. FC. Wiesbaden. Biehhos-Marktbericht vom 23. No». Austrieb: Blinder 114 (Ochsen 31, Bullen 17, Kühe und Färsen 76), Kälber 17, Schafe 10, Schweiu« 267. 8 Ochsen, »Bullen, 23Kühe aus Holland. Marltverlaus; Schleppend, Großvieh Ueberstand. Preise für 100 Wh. Preise sür 100 Psi», Lebend- Schlacht- Mk. Mk. 64—61 60—53 100-107 91—97 41-45 75—83 48-58 44—47 80-88 76-80 48—63 86-96 1 111 1 80—84 77-88 70—78 60—72 62-64 48—62 44—47 81—88 75-80 39-40 84—86 Ochsen. Bollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlacht- wertes tm Alter aon 4—7 Jahren . . . Junge, fleischige, nicht ausgemästete und älter« auSgemästete............ Mäßig genährte jung« und gut genährt« ältere B ir l l e ». Bollfleischige, ausgew. höchsten Schlachtw. . Bollfleischige, jüngere......... Färsen. Kühe. Bollfleischige, ausgemästete Färsen höchster» Schlachtwertes........... Lebend- Schlachtgewicht. Mk. Ak. 51—54 03-100 48-51 88-93 43 —47 81—87 44—17 78—84 39—44 66—78 47—68 87—96 Lollfleischig« ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwertes bi« zu 7 Jahren .... 37 —44 70—85 Wenig gut entwickelte Färsen...... 43—46 76—86 Aeltere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickeste jüngere Kühe...... 32—87 64—70 Kälber. Feinste Mastkälber.......... 00—64 100—00 Mittler« Mast- und beste Saugkälber . . . 56—66 94— 97 Gering« Saugkälber....... 48—51 80—85 Schaf«. Wetdemastschafe: Mastlämmer und Masthanrmel.... 40,00—41,00 84—86 Geringere Masthammel und Echase . . . 38'/,—00 76—80 Schweine. Bollfleischige Schweine von 80 bis 100 kg Lebendgewicht........... 56 —67 72—73 Bollfleischige Schwein« unter 80 kg Lebendgew. 51'/,—55 70—71 Bollfleischige Schweine von 100 bis 120 kg Lebendgewicht...........67'/,—58 72—73 Felischwernr über 150 kg Lebendgewicht . . 54—55 68—69 unreine Sauen »nd geschnittene Eber . . . 52 -00 65—00 Wegen AuSbruch der Maul- und Klauenseuche wurde alle§ abgeschlachtet. Verantwortlich für „Feuilleton", „Gerichtssaal" u. „Vermischtes": I. V.: August G o e tz. In Krieg und Frieden gebraucht man gegen Husten und Heiserkeit —- Eutol-Bonbons == Dose 30 Psg. :: Jetdpostkarton 65 Psg. 11129hv Liäbig & Fehling seit 50 Jahren ärztlich verordnet Oie aus diesem can- »•tfierten Malzextract hergestellten sieht chemisch o. technisch an der Spitze aller Malz-Präparate eilen anderen Hustenbonbons weitaus überlegen. Einvorzügl.Näfir- Präparat f . Kinder und Kranke. Von sicherer Wirkung bei Husten, Brust- katarrh, Influenza sind an Wohlgeschmack und rasch I Saendcr Wirkun g Stets. .Lotiunds' in Hamster, Schmaschen, Wildkatze, Bisam etc. mit wasserdichtem Bezog: Mk. 120.— bis Mk. 198.— Pelz-Westen Mk. 33.— bis Mk. 65.— Gebrüder Stamm, Giessen Telephon 384 11723a Telephon 384 MmMm i M i MM i MM i mawueuMMOOT OTwmM i I 9 i 9 S 1 I Fortgesetzte Ersparnisse im Haushalt! 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Ini.-RgtS.Nr.17S im Alter von 23. Jahren. Er ist das zweite Opser, das der Krieg von uns sordert. In tiefer Trauer: Familie Ludwig Lcpcrcr. Bolizeidiener Fra» Katb. Leuerer geb. lltühl u. Kinder Familie Balthasar Lenerer Pauline Schmidt als Braut. Climbach, Wicseck,Franksurt a.M., 23.Nov.1914. «w .» 7 . 7 . Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme an dem uns so schwer betroffenen Verluste sagen wir innigsten Dank. 08024 Fmilie Wilhclm PH. MD. Mainzlar, 24. November 1914. Vermietung auf Tage und Wochen Göbel & Appel Bestellungen werden eutgegengeuommen: Alicestr. 25, Süd-Anlage 20, Telephon 102, Seltersweg 61, Telephon 916, _ Hotel Ktihne, Telephon 123. rny.6 sind io grosser Auswahl wieder eiofeiroileo: l IMSIM, Wes'en Sesodeo, Hosen. Strickwolle grosser Vorrai! «-» Alex. Sin L Sie. Grau-u.Weißstiickkalk sowie Kalk mehl juJ'ünneäioecfenlieftTta638ev[8itOer Ealinkaik - Industrie Gr.-LindEii - GleOen Tel. S8S. (Inh.: Carl Haas jr.. Gießen.) 114341) Petroleum - Heizölen Emil Pistor Nachfolger 5 u „ P70 Böte,Schleier, Crepe, tarnte, Seidenstoffe, obllWdIZu Blusen, Scbürzeo u. linterröcke, Untertaiiien. Hamlscliulie, Strümpfe, Socken, Krawatten, Broschen, Kelten, Arm- n. l.ut-Plore, Nadeln. Schulstr. 4. Schalstr. 4. Heule abend 7’/? Uhr entschlies sanit nach kurzem schweren Leiden unser lieber unvergeßlicher Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Georg Pfeiffer Schneidermeister im Alter von 70 Jahren. Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Karl Strackbein Familie Karl Pfeiffer. Krofdors, Walleseld lBez. Köln». den 23. November 1914. Tie Beerdigung findet Donnerstag, den 26. Nov.. nachmittags 2 Uhr, statt. 108036 Für die vielen Beweise liebevoller Anteilnahme beim Hinscheiden unseres teuren Entschlafene» sagen wir allen unseren auirichtigsten Dank. Besonderen Dank Herrn Psarrer Barth sür die trostreichen Worte am Sarge, sowie den Kricgervereine» von Ovpenrod und Burkhards- selden sür die erwiesene Ehre. FsmilitHgiis nebst sihriskchiütkrblikbciieii. Oppenrod, 24. November 1814. (08030 11168a 15 K“ brot. f= Händler, welche den Vertrieb von ; H Kartoffelflocken Kartoffelwalzmehl W Kartoffelstärkemehl |§ zu Zwecken der Brotbereitung aufnehmen M ES wollen, werden gebeten, sich an uns zu wenden. = = Ein provisionsweiser Verkauf durch Agenten D S= findet nicht statt; desgleichen ist eine Ueber- g = tragung des Alleinverkaufes für bestimmte = SS Gegenden ausgeschlossen. =§ Berlin W. 9, Schellingstraße 14-15. 1“ IN0 Trockenkartoffel- Verwertungs-Oesellschaft m.b. H. p liiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiifiiniiiiiHiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiinniiiiuiiiiiiiiiiiiiiiI Amtliche Bekanntmachungeu der Stadt Gietzen. Die Beiträge zur land- und sorstwirtichastlichen Bern isgenoiienschast tür das Rj. 1913 und die Beitrage zur LandwirtschaitSkammer sür das Rj. 1914 können in den nächsten 8 Tagen noch ohne Kosten an die Siadlkasse be- zahll werden. 11707 B Betr.: Ausführung von Gasanschlüssen. Fnsolge des sich in letzter Zeit bemerkbar machenden steigenden RedürsnisscS für GaSbeieuchlung ist anzn- nebmen, daß auch noch in nächster Zeit 2tnschlüsse an die Gasleitung beabsichtigt werden. Wir ersuchen daher die betr. Hausbesitzer, etivn uorzunehmende GaSeinsührungen baldigst anznmelden, da dieselben bei stärker austrctendem Froste nicht mehr vorqenomnien werden können. Die AuSsuhrungen der Anichtüsse ersolgen in der Reihenfolge der eingegangenen Bestellungen.__ 11706 B Bekanntmachung. Vom 27. November ab ist für voraussichtlich 6—8 Woche» eine grötzere Anzahl Mannschaften mit Verpflegung in Bürgcr- qnartieren nnterznbringen. Die Vergütung beträgt 2 Mark für de» Tag. Anmeldungen werden bis spätestens 25 . November, abends 6 Uhr, int Stadthaus, Erdgeschoß, Zimmer Nr. 8, entgegengenommen. Gießen, de» 23. November 1914. Der Oberbürgermeister. Ketler. H714B Unterbringung der hier Angewiesenen Schlesier. Unter den der Stadt Gietzen zugcwiesenen wehrpflichtige» Schlcfiern im Alter von 17 bis 20 Jahren befinden fich Schüler höherer Lehranstalten, die während des Aufenthalts hiesige höhere Schulen besuchen sollen. ES ist erwünscht, diese jungen Leute in Bürgerquartieren — möglichst unentgeltlich — unterzubringen. Ich bitte um gefällige Mitteilung, wer von der hiesigen Einwohnerschast bereit ist, diesen im vaterländischen Jntereffe ihrer Familie entzogenen jungen Leuten während der Zeit ihres Hierseins Aufnahme zu gewähren. Gietzen, den 23. November 1914. Der Oberbürgermeister. Keller. imsv ofiädA jFrbeiisnachu)eis giessen. Asterweg 9. (n?26B ($9 können eingestellt werde«. a. bei diesigen Arbeitgebern 2 Bauschlosser. 1 Schntied, 1 Buchbinder, 1 Gerber, 2 Bäcker, l Küier, 1 Schneider, 3 Schuhmacher, drei Sanier, landmiitschasil. Arbeiter, 1 Heizer, Dienst Mädchen, 1 Metzgerlehrling. d. bei auswärtigen Arbeitgebern: Schlosser, Lisendrcber. Sattler, 3 Elcklromontcnre. vier Klempner u. Installateure, Werkzeugmacher, Wagner, 1 Heizer, 2 Schuhmacher. landwirlschaitlichc Arbeiter und Knechte. Erdarbeiter, Mineure, Steinbrucharbeiter und Taglöbner. ES tuchen 'Arbeit: „ ... 8 Schlosser. 1 Sveagler. 2 Buchbinder. -> Polüerer und Tnnezierer. 5 Schreiner, 1 Glaser. I Schnbmacher. 3 Schneider, 8 Weißbinder und Lackierer. 4 Kauslente. Schreiber, lniidwirlschgitttche 'Arbeiter und Knechte, Erdarbeiter, Taglöbner, Kellner, Hansbnrschen, Putz-, Waich- und Laustraacn. Lebrlinae: 1 Schlosscrlehrling. Den Heldentod für das Vaterland starb am 11. November in Westflandern der Kaiserliche Bankbuchhalter Hcit Wilhelm Halm Leutnant d. Re?, und Komp.-Führer im Res.-Inf.-Regt. Nr. 118 Ritter des Eisernen Kreuzes. Wir betrauern den Verlust eines ausgezeichneten Beamten und lieben Kollegen, dessen Andenken wir stets in Ehren halten werden. Der Vorstand und die Beamten der Reichsbankstelle Giessen. B Giessen, den 24. November 1914. U72SD Am 13. November starb den Heldentod für das Vaterland unser lieber Kollege, treuer Freund und guter Lehrer Herr Lehrer Otto Lack Vizefeldwebel der Landwehr im Landw.-Inf.-Regt. Nr. 116. In tiefer Trauer: Lehrer Knüll Pfarrer Nies Beigeordneter Johannes Opper V. Die Schüler u. Schülerinnen der 2. Klasse. Ettingshausen, 24. November 1914. Die Trauerandacht findet in der Kirche zu Ettingshausen am 25. November, nachmittags 1 Uhr, statt. 11708V nrsy Den Heldentod fürs Vaterland starb am 31. Oktober bei einem nächtlichen Angriff unser einziger, unvergesslicher Sohn, Enkel, Neffe und Vetter Hans Rumpf, stud. phil. Kriegsfreiwilliger im Infanterie-Regiment Nr. 116 im Alter von 20 Jahren. In tiefstem Schmerze: E. Rumpf, Reallehrer i. Ulld Frau, geh. Klippel. Giessen, 23. November 1914. Beileidsbesuche dankend verbeten. U 730 Den Heldentod fürs Vaterland starb am 9. November bei einer Nachtpatrouillo in Belgien unser iunigst geliebter einziger Sohn und Bruder, unser lieber Neffe und Vetter Erwin Platz Fahnenjunker im Inf.-Regt. 168. In tiefer Trauer: * Sanitätsrat Dr. H. Platz, Stabsarzt d. R., z. Zt. im Felde Adelheid Platz geh. Welcker Alice Platz. Grossen-Linden, den 23. November 1914. 11713 Die Trennungsstunde schlug zu früh, Doch Gott der Herr bestimmte sie. Auf Frankreichs Erde starb am 22. Oktober nach Teilnahme an vielen erfolgreichen Kämpfen den Heldentod fürs Vaterland mein innig geliebter, unvergesslicher, herzensguter, braver Mann, unser treuer Sohn, Schwiegersohn, Bruder, Schwager, Enkel, Onkel und Neffe Ludwig Velten XIII. Wehrmann im Reserve-Infi-Eegt. Nr. 116, 5. Komp. im 31. Lebensjahre. Die tieftrauemden Hinterbliebenen: Katharina Velten geh. Schupp Familie Johannes Velten I. Familie Philipp Schopp I. Ww. Grossen-Linden, 24. November 1914. 11709 m Den Heldentod fürs Vaterland starb in der Nacht vom 22. auf 23. Oktober 1914 während eines Sturmangriffs auf englische Schützengräben in Nordfrankreich unser herzensguter, unvergesslicher Sohn, Bruder und Schwager ims Wilhelm Ullrich tnteroffizier i»> Infantcrie-ResrSment Hr. 168, 9. Komp. Ritter des Eisernen Krenzcs im 21. Lebensjahre. In tiefstem Schmerz: Familie Jolis. Ullrich nebst den teilnehmenden Angehörigen. Kainrod b. Schotten, Giessen, 22. November 1914. Am 12. November stark auf Frankreichs Erde bei einem Sturmangriff, nach neuer Vsiichteruistung, mein Herzensguter. innigstgc iicblcr Mann, das Glück meines Vcbens, der treu befornte Vater feines .stindcS, unser guter Soiui, Schwiegersohn, Schwager, Onkel und Neffe Wilhelm Schneider Bizefcldwcbcl im Rcscrvc-Jnsanfcric- Regiment Nr. 116, 5. Kompagnie IM 28. Lebensjahre. In tiefem Schmerz: Katharine Schneider, geb. Seivv, u. Kind. Familie Seivv. Schneidcrineiftcr Familie Schneider. 8 Grosien-Bufeck, 24. November 1914. 108029 mmmsmm Nachruf. Am 27>. Oktober starb auf Frankreichs Erde den Heldentod fürs Vaterland unser lieber, treuer SangeSbruder Heinrich Brück Wcbrmann im Reserve Fnfantcric-Neaiuicnt Nr. 116, 6. Komvagnic. Wir werden ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren, Gesangverein Germania. Burkhardsfelden, 23, November 1914, «mo Üx@sichts' ausechbg, Pickel, Mitesser, Flechten ver» schwinden meist sehr schnell, wenn »nan den Schaum von Zucker’« Patent-Medizinal-Seife (in drei Stär- len, ü50Pf.. M. 1.—U.M.1.M abds.eimrockn.lätzt. Sdiaum crit moraenö abwaschcn u. mit Zut kooh-Creme (50 und 75 Ps.l nachürcichen. (tfrob- nrlinc Wirtuna, v. Tausenden bestätigt. Zu liaben in der Univcri. 2lvotbeke, Hirich- Ävotdcke. bei Aua. Noll. (<. Seibcl. B). Kildingcr. Q. Sckaai, E. Karn, (^rust Noll u W. Sdirader, Drog. ,10397 811 _ W16 Hemden 11609 a ducken Werten Sti ümpfe Socken Fußlappen Kniewärmer Kopffechützer Schal« 25al*t üclier Pu Im wärmer IlandMchuhe Schieß ha ndschahc 11 osentrikger empfiehlt in groß. Auswahl Spezialgeschäft Franz Bette Milusburff 10. Aus Frankreichs Erde sielen Ini Kampf fürs Vaterland unsere liehen Sangesbrüdcr ^tto Waldschmidt Gefreiter im Jäger-Bataillon Nr. 24 Ludwig Wagner Reservist im Jniantcrie-Regiment Nr, 83 Karl Schmidt Reservist im Infanterie-Regiment Nr. 83. Wir verlieren in ihnen treue und pflichteifrige Mitglieder, denen wir stets ein ehrendes Andenken bewahren werden. . 11712 Gesangverein Harmonie, Crnmbach. Den Heldentod fürs Vaterland starb nach schwerer Verwundung vom 22. August aus Frankreichs Erde unser lieber SangeSbruder Gefreiter Philipp Becker 12. Komvagnie, Jlnf.-Rcgt. Nr. 113. Wir verlieren in dem Heimgegangenen einen treuen Sangesfreund und werden ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren. Gesangverein Harmonie Rciskirchcu (Kreis Giehen). Küchenlampen Ja. Hängenaösvarbrenner u Mk. 5.40 (04562 Carl Sebaoek, Bakaholitr. 54. W Ziehung: 3.,4.,5.Der. ß&IiöHris- »Lollerie ler Deaiscften tolonlal-GeseSsclioll 227273 Lose. 7334 0e!dgew.-»M.: 250000 i75000 130000 120000 i iOOOO U8W. USW. W8lillalirls-Los2ZBM.3J? Porto und Liste 30 Pfg. extra zu hab. bei d. Kgl. Lotterie-Ein- nehm. u. all. Lose Verkaufsstellen Verband Könlgl. Preußisch. Lotterie-Einnehmer Berlin C. 2, Burgstraße 27.