Nr. 2Z6 Der Slehener erscheint täglich, außer Sonntags. — Beilagen: viermal wöchentlich SietzenerZaiiüIienblätter; zweimal wöchentl.Ukeis- blatt für t>cn Kreis ®ieften (Dienstag und Freitag); zweimal mono» Land- wirtschastliche Zeirfrag«» Fernsprcch - Anschliisie: lürdieSchriltleitungllL Verlag,Gcschäitsstelle51 Adresse lür Dratstnach- richten: Anzeiger Kietzen. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis vormittags 9 Uhr. Erst« SlM M Jahrgang Dienstag, 21. November Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen votationsdnick und Verlag der vrühl'schen Univ.-Such- und Steindruckerei 8. Lange. Schriftleitung, Seschästrstelle u. Druckerei: Schulstr. r. Bezugs» rei 5: monatl. 75 Pi., Vierteljahr!. Mk. 2.20: durch Adhole- u. Zweigstelle» monatl 65 Pf.: durch diePost Mk.2.—viertel- jährl. ausschl. Bestellq. Zcilsnpreis- lokal15Pf., ausiv. 20 Pl. — Haupt- ichriitlciter: Aug. Goch. Verantwortlich für der volit. Teil: Aug. Goetz: sür „Feuilleton", „Vermischtes" und „Gerichtssaal": Karl llieurath; sür „Stadt und Land": Otto Braun; sür den Anzeigenteil: H. Beck. Noch keine Entscheidung in Russisch-Polen. Bulgarien am scheideweg. Großes Hauptquartier, 23. Nov., vormittags. (Amtlich.) Die Kämpfe bei Nieuport und Ipern dauern fort. Ein kleines englisches Geschwader, das sich zweimal der Küste näherte, wurde durch unsere Artillerie vertrieben. Das Feuer der englischen Marinegeschütze blieb erfolglos. Im Argonnenwalde gewinnen wir Schritt vor Schritt !Boden. Ein Schützengraben nach dem andern, ein Stützpunkt nach dem andern wird den Franzosen entrissen. Täglich wird eine Anzahl Gefangener gemacht. Eine gewaltsame Erkundung gegen unsere Stellungen östlich der Mosel wurde durch unseren Gegenangriff verhindert. In Ostpreußen ist die Lage unverändert. In Polen schiebt das Auftreten neuer russischer Kräfte aus der Richtung Warschau die Entscheidung noch hinaus. In der Gegend östlich Tschenstochau und nordöstlich Krakau wurden die Angriffe der verbündeten Truppen fortgesetzt. Oberste Heeresleitung. Der Kampf gegen Rußland wird jetzt mit strammster Energie geführt, und wer iveiß, ob >vir in diesem Krieg« nicht die Ueberraschung erleben, daß die Serbenschützer 'am ehesten zum Frieden gezwungen werden. Es heißt zwar !heute in einer unbestätigten Pariser Meldung, in der französischen Hauptstadt habe auf dein Platze vor denr Finanzministerium bereits eine Kundgebung für den Frieden stattgefunden, allein wer den hervorstechenden Nationalcharalter der Franzosen kennt, wird von diesen Neuigkeiten nicht viel halten. Auch von angeblichen deutschen Friedenswünschen sind ja, wie in einer der nachstehenden Meldungen nach- gelesen werden kann, törichte Gerüchte verbreitet worden. Rußland in höchster Not! Sowohl auf den Kriegsschauplätzen, wie auch vor den diplomatischen Entscheidungen; das ist die Kennzeichnung der heutigen Lage: Wenn Bulgarien jetzt losschlagen würde, so wäre der russische Bär in einer Klemme, aus der er sich nicht zu retten vermöchte. Die !Art der russischen Kriegsführung hat allen denen, die etwa Hoffnungen auf das Machtgebot des Zaren setzten, gründliche Enttäuschungen bereitet. ES ist daher kein Wunder, ivcnn in eifrigen Bemühungen jetzt noch einmal alles erörtert wird, ivodurch Bulgarien seine im zweiten Balkankriege erlittenen Demütigmigen wettzumachen vermöchte. Tie So- branje ist zusammengetreten, und die Opposition des Kabinetts Radoslawow hat sich, vielleicht bestochen von Rubeln und Schillingen, nochmals für eine Unterstützung Rußlands eingesetzt, Ivenn schon die Neutralität überhaupt aufgegebcn werden solle. Ein Zeichen der kritischen Zeit ist auch, daß der türkische Botschafter in Sofia zeitweilig in Konstantinopel angekommen ist, vermutlich um letzte Schwierigkeiten eines beiderseitigen Bündnisses aus denr Wege zu räumen. Die in Moskau erscheinende „Rußkija Wjcdouwsti" meldet aus Sofia, Bulgarien habe ein langfristiges Ultimatum an Serbien gerichtet, worin die Ueberlassung Bul- garisch-Mazedoniens gefordert wird. Mer diese Nachricht scheint noch verfrüht zu sein, denn türkische Blätter warnen gleichzeitig vor unbesonnener Rücksichtnahme auf die Stimmen der bulgarischen Opposition. Ob eine Meloung der Turiner „Stampa", das Losschlagcn Bulgariens im serben- seindlichcnSinue stehe unmittelbar bevor,einen realenHiuter- gruud hat, vermögen ivir zur Stunde nicht zu übersehen. Das aber wissen wir wohl, daß den verantwortlichen Persönlichkeiten in Sosia jetzt ein entschlossener Wille zu wünschen wäre. Selten war es einem Lande beschielten, vor so schwerwiegende Entscheidungen gestellt zu werden, die sich um das ganze Sein oder Nichtsein drehen; selten spielten in solchen Entscheidungskampf so gewaltige Wogen von Leidenschaften mit hinein,wie sie noch ans kaum erloschenenFunken Verletzten Kriege emporlodern. Ptüchten die Vorstellungen der amtlich beeinflußten „Kambaua" den letzten Ausschlag geben, ivonach von der Türkei nichts zu erstreben, dagegen in Mazedonien das Verlorene zurückzunehmen wäre, und wonach ein Grundpfeiler der bulgarischen Politik das gute Einvernehmen mit einem starken Rumänien und das Vertrauen auf Oesterreich wäre. Bulgarien und Rumänien, mit der Türkei im Bunde, könnten das orientalische Problem einer auf lange Zeit haltbaren Entscheidung entgegenführen. Der Gedanke ist noch neu, und der Geschichte Fluten schienen eine solche Lösung verspült zu haben. Die Rechnung muß bis ans Ende gedacht werden, und man nmß sich an den Gedanken gewöhnen, dgß eines der größten Weltprobleme gegen Englands und Rußlands Willen entschieden wird. Der Weg ist klar vorgezeichnet und führt mit Sicherheit zum Ziele — wenn die in harter Kriegszeit erzogene junge Generation Bulgariens dem lauten Gebote sicheren Instinktes und politischer Notwendigkeit gehör äst! ' < ' \ ’ * - ». i U ■ * Der österreichische Schlachtcnbericht. W i e n , 23. Nov. (WTB. Mchtamtlich.) Amtlich wird verlaut» bart: 23. November mittags: In Russisch-Polen ist noch keine Entscheidung gefallen. Die Verbündeten setzten ihre Angriffe östlich gegen Czenstochau und nordöstlich Krakau fort. Bei der Eroberung des Ortes Pili ca machten unsere Truppen gestern 2400 Gefangene. Das Feuer unserer schweren Ar- tlllerie ist von mächtiger Wirkung. Die über den unteren Dunajec vorgegangenen russischen Kräfte konnten nicht dnrchdringen. Die Kriegslage brachte cs mit sich, daß wir einzelne Karpathenpässe dem Feinde vorübergehend überließen. Am 20. November drängte ein Ausfall ans Przemysl die Einschlie- ßungstruvpen vor der West- und Südwestfront der Festung iveit zurück. Der Gegner hält sich nunmehr außer Geschützcrtrag. Der Stellvertreter des Chess des Generalstabes: v. H ö f e r, Generalmajor. Kanonendonner in den Karpathen. Berlin, 24.Nov. Der nach dem galizisch-ungarischen Kriegsschauplätze entsandte Sonderberichterstatter des „Bert. Tageblattes" berichtet aus Ungvar: Gestern nachmittag hörte man deutlich Kanonendonner von den Karpathen her. Es scheint, daß die Russen weniger die Pässe und leichtbefahrbaren Wege als die waldbewachscnen Höhenzüge benutzen, wo sie meinen, unbemerkter vorrücken zu können. Wahrscheinlich werden sie von Führern mit guten Lokalkenntnissen begleitet. Wenn sie nach Ungarn kommen sollten, müßten sie sich auf einen heißen Empfang gcfaßst machen. Alle Maßnahüien, um llmen in wirksamer Weise entgegenzutreten, sind schon in umfassender Weise getroffen worden. — Der Gesundheitszustand der österreichisch-ungarischen Truppen ist trotz des Winterwetters vorzüglich! Bulgarien am Scheidewege. Sofia, 23. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) In der Sitzung der So brause sprachen zunächst niehrere regierungsfreundliche Redr -i, die die Politik des Kabinetts verteidigten. Sodann sprach s ’t frühere Minister des Aeuße- ren Genadicw, der Fübck der.Stambulowisteu-Partei. Er erinnerte an das Schicksal Belgiens und Serbiens und erörterte die von den oppositionellen Parteien vorgeschlagene Methode. Die These eines neuen Balkanbundes wies er als ein unerfüllbares Ideal zurück und legte die Gefahren dar, die sich aus der Haltung der Opposition ergäben, die durch ihre an alle Nachbarstaaten gerichteten Forderungen sie alle mißvergnügt machen und vielleicht dazu bringen könnte, sich aufs neue gegen Bulgarien zu verbünden. Der Redner hob die Unzukömmlichkeiten einer Politik der Verhandlungen mit dem einen oder dem anderen Teil hervor, einer Politik, die den ersten Schritt zum Aufgeben der Neutralität bedeuten und so den Krieg Hervorrufen würde, den die ganze Nation mißbillige. Die Gefahren seien um so größer, wenn man nur mit einem der Kriegführenden verhandeln wolle. „Wir sind," sagte Gendiew, „weder russophil noch russophob, und ebenso weder austrophob noch austrophil. Wir sind einzig und allein der Ansicht, daß wir verpflichtet sind, auf die Wahrung der Lebensinteressen des Landes bedacht zu sein, die gegenwärtig vornehmlich darin bestehen, die Integrität und territoriale Unverletzlichkeit Bulgariens gegen jeden Angriff, woher er auch kommen möge, zu wahren, und darin, nach Maßgabe der Möglichkeit das gegenwärtige Gebiet Bulgariens zu vergrößern. Die Regierung hat zu Beginn des europäischen Konflikts ihre Neutralität erklärt. Diese Neutralität, die ausschließlich die bulgarischen Interessen vor Augen hat, wird loyal gchandhabt. Da die Politik von der ganzen Nation gebilligt wird, ist die Bildung eines Kabinetts der patriotischen Konzentration eine überflüssige Maßregel. Die Neutralität ist der sichere Zufluchtsort, in dem die Regierung Schutz sucht. Wir müssen darin so lange als möglich verharren." In der Sobranse kritisierte der Vizepräsident Mom- t s ch i l o s f das Programm der Opposition und betonte, das unerschütterliche Vertrauen der Pdajorität zur Politik der Regierung. Er erllärte, die Neutralität müsse aufrecht erhalten werden; aber man müsse auch für alle Möglichkeiten gerüstet sein. Auf Antrag Momtschiloffs wurde dann die Aussprache geschlossen. Morgen wird Ministerpräsident Radoslawow eine Erklärung namens der Regierung abgeben. Konstantinopel, 22. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Im Hinblick daraus, daß in der bulgarischen So- brause sich Stimmen für ein Zusammengehen mit der Tripel-Entente erhoben haben, tadelt die ganze türkische Presse, obgleich sie die bulgarischen Ansprückfe auf Mazedonien anerkennt, offen den von der bulgarischen Opposition zur Berwtrllichung dieser Ansprüche empfohlenen Weg. Die Blätter verweisen darauf, daß. die Tripel-Entente sich gegenwärtig in einem derartigen Zustande befinde, daß sie nicht nur Bulgarien keine Unterstützung bieten könne, sondern gar nicht einmal die Zeit hätte, wegen Mazedoniens Verhandlungen einzuleiten. Der „Jkdam" erllärt: „Die Worte der oppositionellen Redner sind Gemenrplätz«, die schon ost jn den Blättern wiederholt worden sind und daher in Konstantinopel und Sofia wenig Eindruck machen. Die Gewässer, aus denen diese Redner trinken wollen, sind derart trübe, daß weder die Majoritätspartei noch die öffenttiche Meinung sie verdauen könnte. Bulgarien hat cs nicht nötig, sich um Verhandlungen oder Unterstützung bei der Tripel-Entente zu bemühen, um deren Zustimmung zu erlangen. Bulgarien sollte der gegenwärtigen und zukünftigen Politik Oe st erreich-Ungarns vollkommen sicher sein." Das Blatt glaubt, daß die Majorität Bulgariens anders denke als die Opposition, die die türkische Freundschaft nicht zu würdigen scheine. — Der „D a n tu" erkennt an, daß Bulgarien Ansprüche auf Mazedonien habe, und führt aüs: „Wir haben es nicht nötig, die Entscheidungen unserer Nachbarn M beeinflussen. Wir können ihnen aber versichern, daß die Türkei auf diesem Wege ihre Freundin ist." — „Sab ah" kommt in einem längeren Artikel zu der Schlußfolgerung, daß die Ausführungen der bulgarischen Opposition nicht verfehlen konnten, hier Erstaunen hervorzurufen, und betont« Bulgarien sollte nicht durch so phantastische Erwägunge;: sich irreführen lassen. Der türktsche Gesandte in Sofia, Fetht Bey, der hier cingetroffen ist, hat sich türkischen Journalisten gegenüber dahin geäußert, daß die Beziehungen zwischen der Türkei und Bulgarien sehr innig seien. Er wird in zwei Tagen auf seinen Posten tu Sofia zurückkehreu. Entgegen hier umlaufenden Gerüchten, die zweifellos auf die Ausführungen der oppositionellen Redner in der bulgarischen So- branje zurückzuführen sind, wird auch in offiziellen osmcmt- schen Kreisen festgestellt, daß die türkisch-bulgarischen Beziehungen außerordentlich herzlich sind. Fetht Bey habe in dieser Hinsicht zuverlässige Zusicherungen über- bracht. K o n st a n t i n o p e l, 23. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Der türkische Gesandte in Sofia war lediglich zu einem kurzen Aufenthalt hier eingetroffen, behufs mündlicher Berichterstattung auf der Pforte. Die Gerüchte, die Reise deute auf eine Verschlechterung der türkisch-bulgarischen Beziehungen hin, sind eine böswillige Erfindung! im Gegenteil, sie wurden enger und vertrauensvoller. Eine ausländische Erfindung. Köln, 23.Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Die „Köln. Ztg." meldet aus Berlin: Wie der Berichterstatter der „Daily News" in Washington telegraphiert, gingen der amerikanischen Regierung auf dem Umtvege über die Niederlande Mitteilungen zu, die in Amerika als ein ernster Friedens- antrag Deutschlands aufgesaßi wurden. Diese Mitteilungen führten zu Besprechungen im Weißen Hause zu Washington. Der Grund dafür, daß Deutschland eine solche Friedensneigung in Washington bekunden lasse, sei der Wunsch, möglichst bald die Vermittlung der Vereinigten Staaten zu erhalten, weil die Lage der deutschen Armee im Westen schwierig sei und ein Ruckzug aus, Flandern eine Panik in Deutschland Hervorrufen könnte. Hier sieht man schon, bemerkt die „Kölnische Zeitung", daß dieses ganze Gerede in den Bereich des höheren politischen Blödsinns gehört. Tie Stellung der deutsche» Heere ist weder im Westen noch im Osten kritisch. Tie militärischen Unternehmungen Deutschlands schreiten aus alten Kriegsschauplätzen vorwärts. Befriedigenderweise ist weder in der militärischen noch in der politischen Lage ein Umstand vorhanden, der Deutschland dazu veranlassen könnte, Friedenswünsche zu hegen und solche Wünsche einer neutralen Macht ausdrückeu zu lassen. Die Schlacht bei Aper». Berlin, 24. Nov. Das „Berl. Tagebl." meldet aus Genf: Nach italienischen Meldungen soll ein Erfolg Der deutschen Armee bei Ipern b ev or st eh en. Ein französischer Brief aus den Schützengräben. Der „Temps" veröffenllicht, wie uns einer unserer Leser schreibt, am 17. November den Brief eines im Schützengraben liegenden französischen Soldaten. Tie llcbersctzung des Brieses lautet: Lieber Freund, ick; schreibe Ihnen aut eine deutsche Feldpost- karte, die ich in einem Schützengraben gefunden Hube. Wahrscheinlich ist sie einem Toten abgeuammen worden, wie auch eine Mütze vdn hübschem Grau, in das unsere Feinde gekleidet sind und das sie tagsüber wenig sichtbar macht und nachts gar nicht erkennen läßt. Obwohl die Mütze von Kugeln durchlöchert ist und mit Blut befleckt, wickle ich sic dennoch nni nieine Beine, denn es ist sebr kalt. Es ist entsetzlich dies Leben in den Schützengräben, das wir seit sechs Tagen führen. Löcher in feuchter Erde, wo man ißt, schläft imd hauvtsächlich wacht, und von Ivo man vorsichtigerweise und unter keinem Vorwand herausgeht, denn die Deutschen schießen und sie sind auf 500—600 Meter vor uns entfernt. Wir kennen die Lage ihrer Schützengräben nicht, und sie auch nicht die der Unsrigcn, Gott sei Tank! Wenn wir sie gegenseitig kennen würden diese Plätze — welcher Hagel von Kugeln! — Es kommen so noch gcimg; man versteckt sich aufs beste in die Löcher, hier und da hört man einen Verwundeten, der schreit und weint. — Alle zwei, drei, manchmal auch füns oder sechs Tage wird inan abgelöst. Tas geschieht nachts, ohne das leiseste (wräusch, denn wenn „sie" irur etwas hören oder vermuten, schicken sie einen Hagel Kugeln imd eine einzige Maschine kann 600 Schüsse in der Minute abgebeu Währeiiö der Nacht versucht man Lebensmittel in die Schützengräben zu bringen; ein halber Laib Brot, ein kleines Stück gekochtes Rindfleisch für jeden Mann und Kaffee, der iratürlich kalt ankommt. Verboten ist nachts zu rauckzen. — Der Krieg ist nickt schön, der Krieg ist entsetzlich! Sogar der Mut ist nicht glänzend, denn er nt passiv. Seit dem 20., an dem ich zum ersten Mal das Feuer gesehen habe, (und loie!) habe ick die verschiedeniten Tinge erlebt' ick bin entsetzlich bombardiert worden, ich habe den Angrist. der aus ein reizendes Tori gemacht nmrde, auSgehallen, uno endlich habe ich auch feindliche Schützengräben angegnsten und mein Regiment lmt sehr große VerUistc gehabt. Dort ist der un- sickitbarc Tod: Kugeln, die einem sann ihr inörderisches Lied uin den Kopf singen. Granaten, die mit viel Lärm durch die Luft stiegen und in die Körper entsetzltck>e Löcher schlagen. Derjenige, der seinen Nerven kommandieren kann, macht eine gup Mgur, aper es ist doch mrr ein passiver Mist. 'Man geht nachts vor, kriecht inr Schlamme über Rübenfelder und, wenn sich das Wunder vollzieht und man wird itid)t 30—i0 Meter vor dem Feind durch einen Kugelregen überrascht, der eine Kompagnie von 25 Mann in einigen Minuten wegmäht, dann kann man aus den „»sichtbaren Deutschen schieben. Bis jetzt habe ich noch keine F-urck: gehabt: ich rühme mich dessen nicht, aber ich bin ttond.nn glücklich darüber. Jede Nacht eine Hölle von Geschossen, und diese Löcher, worin sich der Soldat versdestl, sollen sie ihn nicht an das, aus dem man nie wieder herauskommt, gewöhnen? Hollands militärische Vorbereitung. Berlin, 24.Nov. Der „Perl. Lokal-Anz." meldet aus Rotterdain, daß Holland die Jahresklasse 1915 für Mitte Dezember einberuft. Ein dänisches Ausfuhrverbot für Pferde. Kopenhagen, 23.Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Die Regierung hat heute ein Ausfuhrverbot für alle Pferde erlassen. General v. Francois Führer der VIII. Armee. Danzig, 23. Nov. Wie die Danziger Zeitung mitteilt, ist der bisherige Kommandierende General des 1. Armeekorps v. Frangois gleichzeitig mit General v. Mak- kensen, der zum Führer der neu gebildeten 9. Armee ernannt wurde, zum Führer der 8. Armee befördert worden. Zum Kommandeur des 1. Armeekorps ist General v. Kofch, bisher Divisionskommandeur in Posen, ernannt worden. Berlin und Budapest. Berlin, 23. Nov. iW. B. Nichtamtlich.) Dem Oberbürgermeister W e r m u t h ging vom Bürgermeister Dr. B a r c z y - Budapest solgendeS D a n k t e l e g r a m m zu: Gerührt und gehoben, dankt unsere Stadt sür die Umbenennung einer bedeutsamen Hauptstraße der stolzen Rcichshauptstadl aus ihren Namen, wie auch sür die bundesbrüderliche Wertschätzung unserer Nation, welche die geneigte Verständigung Eurer Exzellenz in so edlen Worten bekundet. In Bewunderung und Anhänglichkeit der deutschen Macht und Tugend verbunden, setze» wir unser Bestes ein für die höchsten Güter, denen das herzliche und freundschaftlich« Einvernehmen unserer Städte sür immer lvährendc Zeilen Hort und Wehr bieten möge. Kein Mangel an Acrzten und Pflegepersonal. Rcichstagsaba. Prof. Dr. Werner schreibt uns: Die wiederholten Klagen darüber, daß es iin Felde an Aerzte» und Pflegepersonal fehle, veranlagten mich, beim twiLgsnrinisteriuin vorstellig zu werden. Ich erhielt daraufhin unterni 17. Novenrber folgende Antwort: Die Angabe, im Felde mangele es an Acrzten und Pkleae- versonal, toährcnd ii,t Hrimatsgcbiek noch verfügbare Kräfte unbenutzt vorhanden seien, kann in dieser allgcmciven Form als richtig nicht anerkannt werden. Tie Zahl der iui Felde stehenden Aerzte und Pfleger hat sich bisher durchweg als ausreichend erwiesen: wenn in einzelnen Fällen unvorhergesehenen groben Ver- mundctcnzugangs Anforderungen des Feldsaiütätsckiefü ergangen find, so hat diesen bisher ausnahmslos enlsprochen werden können. Dast sich im Heimalgebiet noch versügbarc Aerzte finden, ist richtig, ihre Zahl loird indessen von Tag zu Tag geringer, da der Bedarf mit der wachsenden Zahl der errichteten Lazarette und der zunehmenden Ausdehnung der Elappenlinie ständig grüner wird. Sämtliche Meldungen von Acrzten ach einmal zu berücksichtigen, ist nicht möglich, da einerseits sonst ein Teil von ihnen ohne hinreichende Beschäftigung sein ivürde und da andcrerseils eine Anzahl dieser Meldungen an Bedingungen geknüpft ist iBcrwendung in bcstiinmten Formationen, ans bestimmten Abschnitten des Kriegsschauplatzes usw.), die sich nickst immer ohne iveiteres erfüllen lassen. Schließlich ist ein nicht geringer Bruchteil der.sich zur Verfügung stellenden Aerzte nur für das Heimatsgebiet bereit und geeignet. Es ließt, so fügt der Einsender hinzu, wohl im Sinne der Allgemeinheit, ivenn diese amtliche Darlegung weitesten Kreisen bekannt wird. Daß Aufklärung in dieser Beziehung nötig ist, zeigt folgende Mitteilung vonr 18. Nov. aus Bad-Nauheim: „Im großen Bad-Nauheim hat mrni mir etwa 800 Betten zur Verfügung m i t 20 ord i n i e r e n- jden Badeärzten mit 15 Mark Honorar täglich. Hiervon könnte die Hälfte als selddiensttauglich in der Front Bertvendung finden, deren Ersatz durch noch unbeschäftigte Kurärzte reichlich ausgesüllt würde." i • Die 5chweiz verlangt Genugtuung. Bern, 23. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) (Meldung der Schloeizerischen Depeschenagentur.) Am Samstag über» tflogcn einige englische, vielleicht auch französische Flugfahrzeuge von Frankreich her kommend schweizerisches Gebiet. Sie griffen hierauf in Friedrichshafcn die Zeppelin-Werften an. Angesichts dieser offenkundigen Verletzung der schweizerischen Neutralität hat der Bundcsrat die schweizerischen Gesandten in London und Bordeaux beauftragt, bei der britischen und französischen Regierung energisch zu protestieren und für die Verletzung der schweizerischen Neuttalität Satisfaktion zu verlangen. Die japanische Boktöstimmung gegen den Krieg. Berlin, 24. Nov. (Ctr. Mn.) In Japan macht sich mach iu Berlin eingetrosfenen ostasiatischen Blättern eine starke und steigende Bewegung gegen den Krieg bemerkbar. In Tokio zu Tausenden beschlagnahmte 'Aufrufe verlangen, man hätte statt oes Vorgehens gegen Deutschland lieber die Frage der Mandschurei und Moru- igolei crusrollen sollen. Äe iapanisckst Regierung stehe ofsen- char im Solde Englands, für das Japan nur che Kastanien Aus dem Feuer holen solle. Biele derartige Proklamationen haben Eingang in die Kasernen gefunden, und auch in der Prirsterschaft herrsche Mißstimmung gegen den Krieg. In 'Osaka entfalte» Agitatoren eine besonders lckhafte Tätigkeit, namentlich unter den Arsenalarbeitcru, die aufgefordert werdru, sich der neue» Mongolenbcweguug anzu- schließen und die Regierung zu stürzen, die Japan unter die jAbhängigkeü von Europa bringe. Ariegsbriefe au§ dem Westen. Von unser nr Kriegsberichterstatter. Ktabercchtigtrr Nachdruck. auch ausz»gSweise, verboten) In der Kampfeslinic bei Reims. Großes Hauptquartier, 18. Nov. Wenn Jcanne d'Arc von ihren- Sockel vor der Kathedrale in Reims stiege, um den »achsen. welche sic dort ^besucht haben, als nöllichc Französm eine Geqcnvisüc in der Schützengrabenlinie östlich der Siadt zu machen, so würde sie erstaunt sein, wie sich die Gegend verändert hat. Die flachen Hügel der Champagne sind schon seit Monaten zu einer ganz sächsiichen Gegend geworden. Ter tvang der Kricgscreignisse hat die sächsischen Regimenter genötigt, sich in cinein weit ausgedehnten L veralionsgebiete für lange Zeit festzusctzen, und da haben sie sich denn so häuslich eingerichtet, wie es nur möglich war. Wie in der Völkerwanderung die nach dem Westen vordringen- den Germanen ihren Wohnsitzen so gern die Namen aus der allen Heimat gaben, oder wie die Einwanderer in Nord-Amerika ihr Schwarzwaldstädtchcn oder Heidcüors aus der Landkarte neu zu Ehren kommen ließen, so haben die reisigen Sachsen ein Stück der Topographie ihres Königreiches auf die Champagne übertragen. Das ganze ausgedehnte Operationsgebiet ist mit Wegweisern versehen, die nicht nur gut deutsch sind, sondern manchmal sogar starke Leipziger oder Dresdener Dialektanklänge aufweisen Und die Jäqcrbataillone haben bei der Benennung der neu angelegten Waldpfade der Sehnsucht nach den schönen heimatlichen Bergforsten ganz rührend Ausdruck gegeben. Ter Miltclounkt dieses neu-sächiischen Landes, dessen Karte in der Kriegsgeschichte eines der humorvollsten Blätter bleiben wird, ist aber nicht etwa Nru-Tresden, Neu-Leipzig oder Neu-Ehemnitz, sondern der „Döhenlustkurort Oberbärenburg". So heißt jetzt ein Platz an der höchsten Geländererhebung, von deren Gipset man einen entzückenden Rundblick weithin über die Umgebung hat und von wo aus man einen große» Teil der kriegerischen Vorgänge wie in einem Panorama überblicken kann, wenn das Wetter Uar ist. Trotz dieser hervorragenden Lage bieten die nahe dem Gipfel mündenden Bodencinsenknngen auf Kilometer im Umkreise die größte Sicherheit gegen die schweren Geschosse, mit denen der Feind fortwährend das ganze Gebiet bestreut. Deshalb sind hier oben die Rastorte sür die von mehrtägigem Aufenthalte in den Schützen- gräben abgelöstcn Truppen und die Erholungsstätten für Leicht- erkranlte. Ganze Straßcnzügc von Höhlenwohnungcn winden sich an den Berghängen hin und schmale Fußpfade führen bald zu Einzelhäuechen, in denen nur ein paar wegen ansteckendem Schnupfen abgesonderte Insassen wohnen, bald zu größeren Schlasgebäuden und geräumigen Versammlungshäuscrn, wo die gesamten Mahlzeiten eingenommen und die langen Tage mit fröhlicher Kurzweil, einem Männerskat und Gesang gekürzt werden. Ter Weg von hier bis zur vordersten Schützengrabenlinie ist noch ziemlich weit. Aber dank der guten Markierung kann man ihn nicht verfehlen. 'Man muß nur immer den Wegweisern zur „Einsiedelei" folgen und sich an der Abzweigung des Pionicr- wcges, dcr zum Pionicrdepot führt, und des Feldküchenwcgcs, der beim Abkochvlatze endet, immer geradeaus holten. Tie „Einsiedelei", die viel bewunderte .Höhle,willa des Majors von Einsiedel, ist der Mittelpunkt eines ganz neu erschlossenen unterirdischen Kulturzentrums. Bis hierher reicht das Telephon, welches die vorderste deutsche Schützenlinie mit dem Brigadekom- mando und mittelbar aus langen Drahtstrecken durch das Opera- tionsctavvengebiet hindurch mit dein Heimatlandc und mit dcr Reichshauvtstadt Berlin verbindet. Hier steht die hölzerne „Litfaßsäule". an der täglich die Berichte des großen Houptguartiers »nd eine Reihe anderer Kriegsnachrichten angeschlagen werden. Auch die neuesten Zeitungen, welche die Feldpost bringt, werden hier zur allgemeinen Kenntnisnahme ausgehängt. Leider sind sie meist schon recht altbacken geworden, ehe sie hierher gelangen. Aber den aufmerksamen Leser hier oraußen entschädigt die Stimmung, die ihm aus unseren deutschen Blättern entgcgenweht. Er wird froh in dem Bewußtsein, >oie unerschütterlich fest die Lieben zu Hause an den sicheren Erfolg ihrer tapferen seldgraucn Jungen glauben, und er freut sich, daß er, wenn auch etwas später, doch alles das zu lese» bekommt, was Mutter daheim int Lehnstuhl gelesen hat, als sie ihm die dicken Mnterstrümpse strickte. Als ich an der Litsaß- säule bei der „Einsiedelei" stand, war gerade eine von uns mit- gebrachtc Berlüter Zeitung neu aufgchängt worden, aus der ein Gefreiter etwa 20 Mann vorlas, die sich lautlos um ihn drängten, und nur hin und wieder seine Worte mit einem kurzen Ausruf der Zustimmung oder Begeisterung unterbrachen. Und ich freute niich des Anblicks, der eine so schöne Illustration der großen Aufgabe der Presse war, und war stolz, daß auch wir Presseleute dem Vaterland »ach bestem Vermögen Kriegsdienste leisten können. Denn wie könnte diese große überwältigend starke Stimmung, die das Ausland in Staunen und Furcht setzt, so fest geschlossen erhalten bleiben, wenn nicht die Verbindun zwischen der kämpfenden Truppe und der in stiller Arbeit sie untersrützenden Heimat immer wieder durch tausende von neuen Fäden erhalten bliebe! Tie „Einsiedelei" ist so recht ein Beispiel für die in den Feldpostbriefen in der Front so ost geschilderten und mit vollem Rechte gerühmten Bauleistungen der im Schützengraben liegenden Truppen, Von außen läßt der mit Rasenstücken bedeckte Erdhaufen nicht ahnen, >oic viel Behaglichkeit und beinahe Schönheit er eifersüchtig in seinem Inneren verbirgt. Es gehört sogar einige Geschicklichkeit dazu, um durch den engen und niedrigen Eingang in das Znnevc zu gelangen, aber dann steht man in einer kleinen mit Baumstämmen gestützten Holle, deren Decke von Rrmdhölzcrn getragen und verblendet und deren Fußboden mit Wellblech belegt ist. Das meiste Ausstattuugsmobilar ist aus Naturholz, aus verschlungenen Arsten imd KaumwurzÄn, sehr stil- mü> lunstvoll gebaut. Jin Schneiden blitzblanker Bretter aus grünem Holz scheinen unsere Pioniere Näeester zur sein. Aber der eigentliche „Komfort", mit dem hier nicht etwa gespart, sondern der eher in einer überbunten Mannigfaltigkeit angehäiist ist, tarn nicht den Anspruch machen, bodeuwüchsig zu sein. Man hat oielniehr meilenweit von den verschiedensten Stellen aus bat von den Franzosen selbst zerschossenen Dörfern berbeigetragen, was irgend dienlich sein konnte, um Gliederreißen und Rheumatismus obzuwehren. Ntotratzcn, Säcke voll Heu und Stroh, vor allem aber Tücher, Docken und Teppickw jeder Art, ein mehr als mannigfaltiges Gei,risch: und dock» ist das Ganze so zweckmäßig imd behaglich geordnet, daß Man sich in dein unterirdischen, durch einen schmalen verglasten Svalt beleuchteten Raume sofort in einer gemütlichen Reibestinnnung befindet. Mau vrogißt ganz, daß der Danpttzwak der Anlage die Sicherheit gegen die soNwciirrend drohenden Sprcngstücke feindlicher Geschoss« ist und daß die nieter- l»och init Balken und Erde bclcgte Decke gegen Volltreffer doch keinen Schutz bieten kann. Für die Heitzung ist sehr gut gesorgt. Bor kurze,» sind aus der Heimat einige hundert kleiner gußeiserner Oeien von besonderer Art ein getroffen, die mit jedem .Heizmaterial gespeist werden können »mb deren Rauch m langen Erdkanälen niedergesckilagen wecken kann, so daß «r dem Feind kein Ziel bietei. Wenn es aber nebelig oder regnerisch ist, oder wenn die Tämmernnß herabsinkt, dann kommt neben dem deutschen Ofrn dcr französische Ktamm zu Ehren, der weiß und elegant, wie ans Marmor gemeißelt, in den Kreidemergel hineingestochen ist. lind beim Knistern dcr Scheite kvinmen dann die Kostbarkeiten der Billa aus ilnrn verborgenen Nischen Hutter den Vorhängen zum Vorschein: ein gutes Buch, eine Flasche Landwein, oder gar die bei sparsamer Benutzung unglaublich dauerhafte Flasche Rum oder Kognak, aus welcher der T« gewürzt wird. Au solchen imtewtt Schönheiten wette,lern mit der Einsiedele, eine Reihe benachbarter Villen, so die Villa „Waldsricke", deren Name freilich ein« hunwristische Eontradicnpn ist, denn sie lieg, sehr urttvicklich mitten in, französisch-englischen Schußfeld«: tue „runiänischc Hütte", di« ihre Bezeichnung davon hat, daß als Kronleuchter ein paar Faßreifen dienen, wie cs imch den Versicherungen der glaubhastesten Ethnographen dieser Gegend in Rimränien üblich sein soll; und das ,/rltdeutzsche Bierstübcl", das wirklich die gemütlrckrsle Kneiphölfle der Welt trotz Auerbachs Keller sein kümur, wenn nur die Hauptsache vorhanden wäre, dcr hier völlig zur Sage gewordene braune Stoff, All diese Bauwerke sind van sächsischen Oberjägern entworfen und ausgesührt. und es ist schade, daß nicht eines von ihnen, so nüe cs steht und liegt, in das deutsche Klqiegsmukeum überführt werden wird, welches wir nach dem Frieden bauen wecken. Denn diese Erdwohnungrn sind Denkinäler deutscher Kultur, die sich n, Ehren sehen lasten dürfen. Freilich, so gern das an die Grauen des Krieges gewöhnte und durch die Brandruincn ehedem blühender Dörfer und Städte bis tzum Abscheu übersättigte Auge aus diesen Stätten einer selbst im Mauffvurssloch sieghaltrn Lebensbejahung vcrwellt, so darf doch nicht t>er Anschein erweckt werden, als ob dies« unfreiwillige Wildwestromantik in Wirklichkeit einen Ausgleich gegen die stetige Lebens- und Gesundheitsgefahr bieten köirnt«. Man könntc in diesen Erdlvohnungen ebenso gut an die unterirdischen Totenhäuser denken, die manche Völker des Altertums und heute noch der sibirischen Ltcppc für ihre Totgeloeihten erbauen. Wie unsichtbare Lemuren lauern Rheumatismus und Erkältung hinter den bunten Teppichwäicheit, und jeden Augenblick kann eine Granate einichla- gcn, welche den ganzen Märchenzauber in ein zngcschüttctes Grab verwandelt. Eben, als ivir durch einen Annälurungsgraben der vordersten e Leute, die ivir vorne ini Schützengraben trafen, ließen sich denn auch durch das Gebrüll der ehernen Schlünde nicht im mindesten in ihrer Ruhe stören. Tic nieisten lagen gemütlich in Decken gehüllt aus dicken Strohschütten in den splitteriichcren Unterständen und srculcn sich der Ruhepause, die ihnen dcr düstere NovemibeNag venchasst hatte. Auch als kurz darauf aus sehr naher Entfernung das Knattern französischer Jnsantcriegewchrc losging, so daß die Kugeln dicht über unsere Köpfe sausten, waren ivir Kriegsberichterstatter als srenche Gäste in dieser einladenden Gegend die Einzigen, die davon Notiz nahmen. „O, das ist weiter nischt", versicherte nur ei» dicker Landwehrmanit. „Ta ist eine französische Patrouille unterwegs, und wenn die Kerle gar nischt anders zu tun haben, knipsen se c bischen herüber. Wir antworten gar nicht, denn bei dem Nebel wäre das Munirionsvcrschweichung. Aber man tut doch besser dran, seinen Kops nickst zu zeigen, sondern sich ein klein wenig niedcrzuducken." Ueber die Kriegslage in diesem Kampfgebiete gab mir ein anderer von den Schützengrabenrnsassen solgende sehr zutressendc Darstellung: „I, mtzr brauchen doch denen nich zu kommen, die müssen doch uns kommen, mir könnens abwarten." Und man ahnt nicht, ivas sür eine Selbstbeherrschung in diesen Worten bei Leuten liegt, die dem Feinde so nahe gegenüber stehen und die brennend gern an ihn hcranmöchten, namentlich an diel Engländer, die sich säst nie zeigen, deren Lydditgranaten aber von Zeit zu Zeit aus weiter Ferne herüber kommen. Ein Aschbecher aus der verbogenen Wandung einer englischen Lydditgranate gehört, wie cs scheint, zur Ausstattung jeder besseven unter den beschriebenen ErdvUIen. Uebrigens ist der Aufenthalt im Schützengraben durchaus nicht so langweilig und eintönig, wie es scheinen möchte, sondern von Zeit zu Zeit wird sür eine WWechslung gesorgt. So hat man kürzlich einmal auf einer Stelle des Kampsgebictes sehr geschickt einen Rückzug markiert. In der Meinung, daß die Schützengräben verlassen seien, kam eine Schar Turkos angcstürmt und sprang mit wildem Sicgrsgeheul in die Gräben. Da kamen aus ihren Schlupflöchern die Sachsen heraus und sagten als höfliche Leute: „Nun entschuldigen Sie gütigst, meine Herren, daß mii auch noch da sind," und nahmen die ganze Bande gefangen. Die Schwarzen waren mit ihrem Pech nach der ersten Berblüsfung ganz zufrieden und freuten sich, daß sie in gute Gefangenenlager kommen würden, denn sie waren alle von dein ihnen unerträglichen Ncbetwetler furchtbar erkältet, und einige schüttelten sich vor Ficker. Ein andermal wucke durch einen Handstreich der nächst gelegene französische Schützengraben genommen. Bon den Gesangenen erfuhr man, daß eine Patrouille unterwegs war. die sogleich crntreffen mußte. Man verhielt sich also ganz still. Bald erschienen drei Rothosen, die mit einen: Sachsen, der sich eines der Käppis der Gesangenen aufgesetzt l»atte, einen fröhlichen Gruß tauschten mtb mit lautem „bon soir les camerades" ahnungslos in den von den Deutschen besetzten Graben hüpften. Sie wurden sofort gckackt, und man fand bei ihnen sehr wichtige Befehle, die über einen beabsichtigten Vorstoß des Feindes Sluskunft gaben. Dieser konnte dann ohne alle Verluste von unserer Seite blutig abgewiesen wecken. Gönnen wir unseren tapferen Jungen im Schützengraben, daß sie recht ost solche Freudcntage erleben: denn so manckwn, der über den wohl gelungenst Turbo sang herzlich mit gelacht hat. deckt schon das Heiden grab. Hinter den Schützengräben ist ein Frick- hof angelegt, wo mancher, der mitrr den Fröhlichen dcr Fröhlichste war, den ewigen Schlaf schläft. Die Gräben liegen nr Reihen, nrrt Tannenhaumchen und Astern, welche wert anö den Gärten der zerstörten Dörs« hergeholt surd, liebevoll bepflanzt. Jedes Gvab ist eingefaßt mit „Ausbläserti", den nicht zsrm Platzen gekommenen frantzösisckien Geschossen, mit denen dos ganze Operationsgebiet so dicht übersät ist, daß man kaum wenige Schritte gehen kaim, ohne aus erneu zu stoßen. 'Aus bem weißen Krcide- stein haben kunstfertige Kameraden den Gefallenen schöne gs- meißelte Grabdenkmäler errichtet breite Kreuze mit einem Palmcn- zwaig davor oder Obelisken mit dem Eisernen Kreuz, Heldenmal«, me blank auffeuchten in den nebelverschleierten Gesbilden der Ehaurpague. Und auf den Inschriften stehen unter dem Namen und dem Truppenteil des Gefallenen lies cingeschnitten die Worte zu lesen: „Schflas in Frieden. Auf Wiedersehen!" W. Scheuer mann, Kriegsberichterstatter. A«r Stadt «nd Land». Gießen, 24. November 1914. **DerLaudesverein vom Rotr n Kreuz erläßt im Anzeigenteil der vorliegenden Ausgabe einen Aufruf, ihn bei der Weihnachtsbeschcrung der hessischen Truppen weitgehend unterstützen zu wollen. Der Landesvcrein hatte die Absicht, mit seiner Wcihnachts-Liebesgaben-Gen- dung auch alle ihm übergebenen mit einer persönlichen Adresse versehenen Pakete zu befördern. Neuere, höhere Verfügungen schreiben aber eine andere Regelung vor. Es findet nunmehr in der Zeit v o m 23. b i s z u m 30. dS. Mts. ein« Weihnachtspaketwoche statt. In dieser Zeit können Liebesgaben für einzelne, gleichgültig, ob sie bei einem hessischen oder einem anderen Truppenteil im Feld stehen, ausgegeben werden bei der Post l25Psg. Potto): in der nämlichen Zeit auch beim Paket-Depot in Darm- stadt (portofrei), hier jedoch mrr für die im Friedensbereich der 25. Division ausgestellten Truppenkörper. Bei beiden Beförderungsarten geben über Jnhall, Verpackung und Adressierung die Organisationen des Roten Kreuzes und die Post- arrstalten Auskunft. (Wir werden in dcr morgigen Nummer die ausführlichen Bestimmungen zur Kenntnis bringen. Die Redaktion.) Es dürfen aber auch diejenigen Soldaten nicht leer ausgehen, die aus irgendwelchen Gründen von Angehörigen Weihnachtsaaben nicht erhalten können; ferner sollen bedacht werden die in den Lazaretten des Kriegsschauplatzes untergebrachtcn Verwundeten und Kranken, sowie das tätige Pflegepersonal. Für dirse alle will d a s R o t e Kreuz sorgen. Es wird daher dringend gebeten, dem Rote n K r e u z Liebesgabe» zu schenken. Zu Liebesgaben eignen sich besonders: warmes Unterzeug, Leibbinden, .Kniewärmer, Stauchen und Handschuhe, Ohrenklappen und Taschentücher; ferner Tabak, Pfeifen, Zigarren, Feuerzeug (ohne Benzin), Honigkuchen, Weihnachtskerzen, hart geräuchette Fleisch- warcn, Schokolade, Kakao, Tee, Seife, Lichter usw. — Nicht befördert lvcrden Fett, ungcräuchcrte Flcischwareu und Streichhölzer. — Der Landesverein erbittet diese Liebesgaben entweder verpackt in Pakete ohne den Namen eines Empfängers oder lose verpackt in Kijben oder Säcken, spätestens bis znm 2.Dezember. Nur durch das Rote Kreuz und die Militärbehörden ist eine gleichmäßige Verteilung der Liebesgaben an alle möglich; nur so kann verhindert werden, daß einzelne Truppenteile Ueberfluß haben und andere Mangel leiden. ** Stadttheater. Die unter Leitung von Direktor Steinqoetter sorgfältig vorbereitete Fest- und Wohltätig- keits-Vorstellung ain Mittwoch verspricht nach dem Ergebnes der Proben eine abgerundete Leistung. In den Haupttollen sind außer dem ktzast beschäftigt die Herren Steinhoser, Bitteck, Dworkowski, (Zoll, Grosser und Stcingveltcr, sowie die Damen Stettner, Frcnzel und Schild, > -PostdienffanSrotzherzogS GeVnrtstag. Am 25. Nov. findet eine zweimalige Briefbestel-- luug sowie eine einmalige Geld- und Paketbestellnng statt. Die Postschalter sind von 8—9 vorm, und von 11 vorm, bis iVo nachm, geöffnet ** Die Geschäftsräume des Haupt st eueramts bleiben am 25. November wegen der Feier des Geburtstages des Grotzherzogs geschlossen. ** D i e Weihnachtssendungen. Die Reichs-Pvstvcr- waltung richtet auch in diesem Jahr an das Publikum das Ersuchen, mit den Weihnachtssendungen bald zu beginnen, damit die Paketmasscn sich nicht in den letzten Tagen vor dein Feste zu sehr zusammendrängen. Bei dem antzerordent- lichen Anichwellen des Verkehrs ist es nicht tunlich, die gewöhnlichen Besörderungsfristcn einznhalten und namentlich auf weite Entfernungen eine Gewähr für rechtzeitige Zustellung vor dem W eihnach tss este zu übernehmen, wenn die Pakete erst am 2 2. Dezember oder noch später cinge- liefert werdeir. Die Pakete sind dauerhaft zu vervacken. Etioaige aus dem Verpackungssioss vorl>andene ältere Aufschriften und Beklebezettel müssen beseitigt oder unkenntlich gemacht werden. Tic Benutzung von dünnen Pappkasten, schwachen Schachteln, Zigarrenkisten usw. ist im eigenen Interesse der Absender zu vermeiden. Tie Aufschrift der Pakete muh deutlich, v o l l st ä n - big und haltbar hergestcllt sein. Kann die Aufschrift nicht in deutlicher Weise auf das Paket selbst gesetzt werden, so empfiehlt sich die Verwendung eines Blattes weihen Papiers, das der ganzen Fläche nach fest aufgeklebt werden muh. Am zweckmäßigsten sind gedruckte A n s s ch r i f t e li aus weißem Papier, dagegen sind Vordrucke zu Paketkarten ungeeignet sür Palei- ausschristen. Bei in Leinewand verpackten Sendungen mit Fleisch und airüeren Gegenständen, die Feuchtigkeit, Fett, Blut usw. ab- seyen, darf die Aufschrift nicht aus die Umhüllung geklebt werden. Der Name des Bestimmungsorts muh recht groh und kräftig gedruckt oder geschrieben sein. Tie Paketaufschrift muh sämtliche Angaben der Paketkarte enthalten, also auch den Frankovermerk, bei Paketen mit Postnachnahmc den Betrag der Nachnahme sowie den Namen und die Wohnung des Absenders, bei Eilpakctcn den Vermerk „durch Eilboten" usw., damit im Falle des Verlustes der Paketkarte das Paket doch dem Empfänger in gewünschter Weise ausgehändigt werden kann. Auf Paketen nach großen Orten ist die Wohnung des Empfängers, auf Paketen nach Berlin auch der Postbczirk (C, W, SO usw.) anzugeben. Emvsehlenswert ist die Anbringung einer zweiten Aufschrift innerhalb der Verpackung. Zur Beschleunigung des Betriebs trägt es wesentlich bei, loenn die Pakete s r a n k i e r t a u f g e l i e s e r t, d. h. die zur Frankierung erforderlichen Marken schon vom Absender ans die Paketkart- geklebt werden. — Die Versendung mehrerer Pakete mit einer Paketkarte ist für dieZcit vom 12. bis einschließlich 2 4. Dezember weder im inneren deutschen Verkehr noch im Verkehr mit dem Ausland gestattet. Gemeinschaftliche Einlieferungsbcscheinigungen über mehrere gewöhnliche Pakete werden in der bezeichneten Zeit nicht ausgestellt. ** Das Kranken-Automobil, das bekanntlich einer Spende des Geh. Kommerzienrat H e i ch e l h e i nt sein Dasein verdankt, hat für den Transport der Verwundeten sich glänzend bewahrt. Es wurde bisher damit in 496 Fahrten eine Wegstrecke von 1600 Kilometern zurückgelegt, und 1115 Verwundete wurden befördert. Von der Heranziehung der Privatautos zum Verwundeteittransport hat mau in letzter Zeit nur im äußersten Notsall Gebrauch gemacht, doch muß dankbar anerkennt werden, daß Privatbesitzer ihre Wagen gern und willig in den Dienst der Nächstenliebe stellen, lvenn dieselben darum gebeten irrenden. **DasRegierungsblatt enthält in seiner letzten Ausgabe u. a. eine Verordnung, betreffend die Abänderung der Verfassung der Lan des un i»er f i tat Gießen. ** In dem Bericht über das Stiftungsfest des Man nerturn Vereins ist der Name des 1. Vorsitzenden irrttimlich mit Carl Lenz statt Carl Lang angegeben. Landkreis Gießen. .. L i ch. 24. Nov. Auf Anregung unseres Bürgermeisters T ärmer wurden hier und in einer größeren Anzahl benachbarter Dörfer Sammlungen sür die schwer geschädigten Bewohner der oft preußischen Grenzmarken veranstaltet. Diese Anregung siel bei der opferbereiten Bevölkerung aus den günstigstcu Boden. In großen Mengen wurden zur hiesigen Hauplsanmielstellc, deren Leitung Hemptlehrer Roth übcruom- mtn hatte, gebracht: Kleidungsstücke und Wäsche für Männer, Frauen und Kinder, Strümpfe, Stiesel, Schuhe, Mützen, Hüte, Möbel, Betten, Küchengeräte, Kinderwagen, Porzellan und viele andere im Haushalte nötigen Gegenstände. Außerdem lieferten manche Gemeinden der Umgegend ganze Wagen voll Kartosseln, dazu Kraut, Wirsing, Kohlrahen, dörre Bohnen, Linsen, Reis, Dörrobst usw. Drei schtvrrbeladrne ErjenbaAuoagen nnt diesen Liebesgaben gingen im Zeiträume von 14 Lagen an den Vorsitzenden des Hilisausschusses, Oberbürgermeister Tr. Körte in Königsberg i. Ostpr., von hiesiger Station ab. Auch Geldspenden gingen reichlich ein, und es ist erstaunlich, zu scheu, welche verhältnismäßig hohen Beträge besonders gering l>emittette Leute sür diesen schönen Zweck opferten. Allen gütigen Gebern wird hierdurch Iwrzlicher Tank ausgesprochen, lieber das Endergebnis der Geldsammlung, die noch nn Gange ist, werden wir später berichten. Einwohnern gesoendel und an das Komitee in Gießen zur Milbelörderung abgelandt. Bei dein Regiment dient eine Anzahl Krtegslreiwilllger ans unserer Genieinde. i. Ettingshausen, 24. Nov. Den in dieser Woche abgehenden Weihnachtspaketen an unsere Soldaten werden auch die Liebesgaben beigepackt, die von den Frauen und Mädchen der hiesigeit evangelischen Gemeinde hergestellt wurden. Dieselben bestehen aus allerlei Wollsachen und Weihnachtsgebäck. Daß auch sonst allerlei nützliche und er- fteuliche Dinge wie Stearinlichle, Zigarren und Tabak nicht fehlen, ist selbstverständlich. Kreis Schotten. O Herchenhain, 23. Nov. Bon den siebe» Reservisten, die zujanime» am 4. Modilinachungstage unseren Ort verließen und auch zusammen der 6. Kompagnie des Reserve-Jnsanlerie- Rcgiments Nr. 116 zngeteilt wurden, ist znrzeil keiner mehr bei der siomvagnie zu sinden. Am 28. August verloren sie bei Mouzon schon einen Kameraden durch de» Tod. In weitere» Ge- iechlen wurde» drei vertvundet. Am si. Oktober, bei eurem Ltnrm- augriss gegen Li: Engländer, wurde einer von den Tapleren verwundet, die beiden letzte» sind de» Heldentod sür da« Vaterland gestorben und sollen nach Aussage des Verwundeten in einem Grabe bestattet morden sein. Do» den weiteren Kriegern ans unserem Orte verunglückt« ein Landwehrmann bei den Pferden, von einem anderen Ländwchrmanne >«HIt schon seit dem 1ö. Sev- leutbcc >«de Nachricht. Drei von den altwen Soldaten wurde» schwer verwundet. Im ganzen sind von den 30 ins Feld a»s- gerückle» Dnterlandsverleidigekn acht verivnndet, drei gesallen und einer gilt als vernitßt. X Sichenhausen, 23. Nov. Gelreiter der Relerve Heinrich B e u l e r hier, der beim Jnlanterie-Regiment Kaiser Wilhelm Nr. NS am 22 August bei Anloy verwundet wurde, ist nun, nachdem er völlig genesen, am vorigen Samstag gegen die R „ s s e ii aujgezogen. Kreis Friedberg. ck, Bad-Nauheim, 33.Nov. Bis zuni 31.Oktober 1914 betrug die Person«nfrequenz 26 982 Kurgäste und die Bäderabgabe 344491. Starkenburg und Rheinhesse». Ä Darmstadt, 22.Nov. DerGroßherzog und die Grobherzogin haben sich Sonntag vormittag ün Automobil nach Frankfurt zum Besuch des verwundeten Prinzen Friedrich Karl von 5)essen begeben, von wo sie am Abend wieder nach Darmstadt zurückkchrten. Tie für Sonntag festgesetzt gewesene Wiederabsahrt des Großherzogs zu den Truppen im Felde erfolgte daher erst Montag. — Bon den ca. 5000 jungen Schleiiern, die anfangs voriger Woche nach Darmstadt gebracht und hier zumeist in Massenquarticren einlogiert worden waren, sind am Sonntag in den Abendstunden etwa 3200 Mann in drei Sonderzügen wieder nach ihrer schlesiscksen Heimat zu rückst esch afft worden. Es ist das jedenfalls eilt sehr erfreuliches Zeichen dafür, daß sich nach den neuerlichen großen Erfolgen der deutschen Waffen an der Ostgrenze die ganze Situation daselbst wieder wesentlich günstiger gestellt lgat. m. O s s e n b a ch a. M., 24. Nov. Die neuerrichteteA rbeits- w e r k st ä t le für arbeitslose Frauen und Mädchen ist nunmehr in Betrieb genommen worden. Es werden dort bereits mehrere hundert Frauen und Mädchen beschäftigt. In der Hauptsache werden Mililärsachen, wie Hemden, Wollsachen und üergl. angefertigt, dir von den eingestellten Arbeiterinnen, die in Ojsen- bach ansässig und bereits das 16. Lebensjahr überschritten haben müssen, nach kurzer Anlernung zu Hause angefertigt werden. Die Akkordlöhne sind so bemessen, daß unter Festlegung eines Höchstsatzes die Äctrefjendcn ihren Lebensunterhalt bestreiten können. Tie Maßnahme der Festsetzung des Höchstoerdienstes wurde deswegen getrosten, damit möglichst viele Beschäftigung erhalten können. Zur Beschaffung der erforderlichen Materialien wurden tädtischerseits 10 000 Mark einstweilen zur Verfügung gestellt. Die Zahl der arbeitslosen weiblichen Arbeiterinnen beträgt zurzeit 3000. O Affolterbach, 22. Nov. Am letzten Mittwoch fand in der Kirche für den gefallenen Krieger Nikolaus Kr äin er eine Gedenkfeier statt. Der Gefallene ist das dritte Ovser, das der Krieg in unserer Gemeinde gefordert hat. — Daß unsere deutschen Soldaten nicht die „Barbaren" such, als welche sie von unseren Feinden verschrien werden, geht auch aus einem Feldpostbrief eines hiesigen Kriegers hervor. Es heißt darin u. a.: „Seit 15. d. Mts. sind wir das erstemal unter Obdach. Einige Familien sind hier wieder angekomme», oft koinmen deren Kinder zum Essen; wir haben sie in der Ndittq, und sie essen kräftig mit, manchmal geben wir ihnen auch nock> mit nach Hause/' A Wald-Michelbach, 22. Nov. Unter dem Vorsitz des Geheimrals von H a h n - Hepvenheim fand am vorigen Freitag nachmittag eine gemeinschastliche Sitzung der Vereine vom R o t e n K r e u z des Bezirkes Hevvenheim im nahen Weinheim statt. Erschienen waren Vertreter der Gemeinden Wald-Michelbach, Fürth, Birkenau, Affolterbach, Lampertbeim und .Hirschhorn. Den Hauvtgegenstand der Tagesordnung bildete die Versendung von Wcihnachtspaketen sür unsere Truppen im Feld. O Mainz, 23. Nov. Der Eilgüterzug 6031 Richtung Bischofs heim—Kaiserbrücke—Mainz überfuhr heute vormittag 12 Uhr 47 das in Haltestellung befindliche Signal F bei Kaiserbrücke-Ost rechtes User und fuhr dem aus der Richtung Biebrich-Ost kommenden Güterzug 7 306 in die Flanke. Der Personenzug 1607 aus Richtung Mainz nach Biebrich-Ost wurde durch in das Profil ragende entgleiste Wagen leicht gestreift, zwei Schaffner des Güterzuges und eiu gleisender des Personenzuges wurden durch Glassplitter leicht verletzt. Entgleist sind 13 Güterwagen, darunter einige stark beschädigt. Alle vier Gleise waren gesperrt, Gleis Mainz—Biebrich-Ost war 7 Uhr 15 wieder fahrbar, die Sperrung der übrigen Gleise dauerte weitere zivei Stunden. Einige Personenzüge fielen aus. Die Ettzüge 134 und 154 wurden über Mainz-Kastel geleitet. Me Untersuchung des Unfalles ist eingeleitet. ch. Aus R h ein h e s sen, 23. Nov. Die Zuckerrübenernte ist in Rheinhessen in vollem Gange, während in den srüheren Jahren die Ernte recht schnell beendet war. zieht sich das Einbringen der Zuckerrüben diesmal recht in die Länge. Die Zuckerfabriken nehmen in diesem Jahre immer nur die Menge Rüben auf, die sie sofort verladen können. Da aber die ihnen zur Verfügung stehende Wagenzahl nicht allzu groß ist, wird das Geschäft noch einige Zeit dauern. Mit dem Ertrage der dies- jälirigen Ernte können die Pflanzer durchweg zufrieden sein. Kreis Wetzlar. O Gleiberg, 23.Nov. Ein weiteres Opfer hat der Krieg aus unserer Gemeinde in dem Briefträger Karl Leib gefordert. Leib war ein knappes Jahr verheiratet. f. Lützellinden, 23. Nov. Der hiesige Kriegerverein sendet allmonatlich cm seine im Felde stehenden Mitglieder Pakete mit Liebesgaben. Derselbe bewilligte auch die Summe von 100 Mk. zur Unterstützung hilfsbedürftiger Familien der ins Feld gezogenen Krieger. — Den ansehnlichen Betrag von 300 Mk. bewilligte die hiesige Gemeindevertretung, damit jedem im Felde stehenden Gemeindeglied ein Weihnachtspaket übersandt werde. — Die Uebungsstunden der hiesigen Fugendwehr- gruppe sind auf Sonntag nachmittag festgelegt. Außerdem findet jeden Freitag, abends 8 Uhr beginnend, eine Justruk- tions- und Vortragsstunde statt. r Hessen-Nassau. h Hanau, 23. Nov. Von den polizeilich sestgestellten Kartofjelvorrätcn hat der Landrat sämtliche überschüssigen Kartosseln beschlagnahmen lassen und stellt sie einer Bekanntmachung zufolge stir Rechnung der Eigentümer zum Verkauf ans. Die Bürgermeister der einzelnen Gemeinden wurden mit deni Verkauf der bedeutenden Bestände beauftragt. Zugleich hob der Landrat das sür den Stadt- und Landkreis erlassene Kartosselaussuhrverbot ans. Universitätr-Nachrrchten. Berlin, 23. Nov. lPriv-Tel.) In den Kämpfen bei V p e r n siel der bisherige Privatdozent an der Universität Leipzig, seit dem 1. Oktober 1914 außerordentlicher Professor sür deutsche Rechtsgeschichte und deutsches Privattecht an der Universität, Basel, Dr. jnr. Meister. tßcri ctjtifool» Berlin, 23. Rov. lPriv-Tel.) Das „Bcrl. Tageblatt" meldet aus Insterburg: Zahlreiche Plünderer hatten sich vor dem Jnsterburger Kriegsgericht zu verantwotten. Drei russische Untertanen, die Arbeiter Rollkewitz und Kollpack, sowie di« Arbeiterin Lipke, welche bei geflüchteten deutschen Gutsbesitzern in Dienst waren, wurden wegen Plüiiöerunq zu süns bezw. dreizehn Jahren Gefängnis verutteilt, ein Arbeiter Fresdorf aus Sam- lucken bei Schirwindt, welcher eine ganze Wohnungseinrichtung gestohlen hatte, zu sechs Jahren Zuchthaus._ vermischte». * Heber das Edelweiß. Eine Leserin in München schreibt uns: In Ihrem geschätzten Blatt« lese ich soeben den Attikcl: „Die Wahrheit über das Edelweiß" und erlaube mit folgendes darüber zu bemerken. Nach einiger Erfahrung besteht meiner Ansicht nach ein großer Unterschied zwüschen dem Edelweiß im Hochgebirge und dem Edelweiß in Gärten gezüchtet, da dieses an Frische und Sck>önheit jenem nicht gleichkommt. Das Edelweiß, welches ich selbst im Schweizer Hochgebirge über Saas-Fee lKanton Wallis) pflückte, bildete einen großen Kontrast zu der Blüte, die ich in einem Genfer Privatgarten sah, demi hier konntr man die Blume nicht mehr Edelweiß nennen, da ihre Farbe, mit her Länge der Zeit, zwischen grau und grün schwankte. Dies ist um so begreiflicher, da ich die schönsten Blütensterns im Gebirge nur an feuchten, stets sickernden Stellen angettosfen habe. Und was die Abstammung dieser Blume in den Steppen anbetrifst, so^habe ich eine derartige Blüte dort nie gesellen, obgleich ich einige Jahre in den südrnssischen Steppen zubrachte und dort öfters aus die Such« nack, schönen Feldblumen ging: cs müßte beim sein, daß sie sich in den sibirischen Steppen befindet. Briefkasten der Redaktion. (tlttontiRie Ansrngen bleiben unberücksichtigt.) Dl. G. W. Wir verweisen Sie aus die Notiz unter .Stad und Land* in der heuligen Nummer, die über Ihre Frage Aus fnntt gibt. kirchliche Nachrichten Evangelische Gemeinde. Mittivoch, den 2>. November, abends 8 Uhr: KriegSbetstunde i» der Johanneskirche. Plärrer A u S i e l o. Amtlicher Wetterbericht. Oeffentlicher Wetterdien st, Gießen. Wetteianssichlcu in Dessen am Mittwoch, den 25. Nov. 1911: Wolkig, vereinzelte Niederschläge, Temperatur wenig geändert, nordwestliche Winde. - -- -- » > » . 1, ~ 1 " ■ ' » Meteorologisch e veobachtungen der Station Giehes. Nov. 1614 fs>.f s'i I c <= V B * u c ■§ “5“ J5 Z if | K f! | Wau» 23 1 r 1 730.0 — 0,1 3,2 70 N 2 10 23. 1 l' 5 ■.40,9 00 42 91 N 2 10 24 | 143,0 — 0.3 3,7 83 WNW 8 10 ! ! I l > Höchst« Temperatur am 22. bis 23. Nov. 191 1 = -f- 0.3 "C. Niedrigste , . 22 , 23. » 1911 = — 3,1' , Nieüersckilaq: 0,0 mm. Letzte Nachrichten. Falsche Friedensgerüchte. K o p e n h a g e n, 23. Nov. lWTB. Nichtamtlich.) „Politiken" schreibt: Ständig gehen Friedensgerüchte um. Seit dein 3. Oktober verbreitet Sie „Daily Chronicle" Nachrichten, wonach die Deutschen Annäherung an einstußreiche Franzosen suchten, um zu erfahren, ob Frankreich stir einen Friedensvorschlag aus der Grundlage der Abtretung von Rletz nnd eines Teiles des Elsaß zugänglich: sei. Vor vier Tagen brachte die „Morning Post' ein Telegramm ans Rom, daß die Deutschen den Frieden mit Rußland suchten. Jetzt haben die „Daily News" eine Nleldnng ihres Korrespondenten in Washington wiedergegeben, nach der die Regierung der Bereinigten Staaten von Nordamerika von deutscher Seite um ihre Friedensvernsttttnng angegangen worden sei. Da die „Daily News", obgleich Regierungsblatt, während des jetzigen Krieges die verschiedensten Meldungen gebracht haben, d,e auf gleicher Höhe mit denen der „Tastv Chronicle" und der „Morning Post" standen, muß diese Nachricht iiber nahe Friedensans- sichten mit großer Vorsicht ausgenommen werden, da sie ostenbar nur dazu bestimmt ist, in Englach eine gute Stimmung zn erkalten. Es ist augenblicklich gang undenkbar, daß die deutsche Regierung Friedcnsoerhandlnngen wünscht. Der Mindestpreis für den Frieden wird die Aufgabe Belgiens rmd die Zahlung einer Anzahl von Milliarden als Kriegsentschädigimg sein. Mistenden, steht Deutschlands Heer ach feindlichiem Boden, uch seine Flotte ist noch gar nicht in Aktton getteten. Daher würde ein Friedensvorschlag der denichen Regierung dem Volke als ein Verrat imd als Vergoldung aller bisher gebrachten Opfer erscheinen. Ein Krieg, der um die Wellherrschaft begonnen worden ist, loird nicht nach drei bis vier Monaten aufgegeben. Ein Eingreifen Bulgariens? i. K ö l n, 24. Nov. Die „Köln. Zdg." meldet aus Zürich: Die Turiner „Stampst' hält ein Eingreifen Bulgariens für unmittelbar bevorstehend. Die offiziöse „Kambana" schreibt nach dem genanTtten italienisckfeir Blatte: Wir sind vollkommen entschlossen, ganz Mazedonien bis zum Flusse Bistritza zu besetzen. Von der Türkei haben wir nichts zu verlangen und mit Rumänien wollen wir in Frieden leben. Es liegt in unserem Interesse, ein starkes Rumänien zwischen uns und dem russischen Bären zu haben. Unser einziger Zweck ist die Vernichtung Griechenlands und Serbiens. Eine Schlappe der Franzosen in Marokko? Madrid, 23. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Nach glaubwürdigen Zeitungsnachrichten lmben französische Truppen bei Kanifra am 13. dieses Bdonats eine schwere Schlappe erlitten. Es sollen mindestens 23 Offiziere und 600 Mann gefallen sein. Die Marokkaner eroberten zwei Batterien. Englische Truppenlandungen in Palästina? i. Kü l n, 23. Nov. Die „Köln. Zbg." meldet aus Zürich: Nach einer Melduitg der „Tribuncr" ist in Athen das Gerücht verbreitet, daß die Engländer Truppen in Jaffa gelandet haben. Durchstechereien in England. i. Köln, 24. Nov. Die „Köln. Ztg." meldet von der holländischen Grenze: „Daily Chronicltt' führte nach einer Meldung des „Nieuwe Rotterdamsche Courant" einen Feldzug gegen Durchstechereien zum Nachteile des Kriegsnttnistettums. Das Blatt versichert, daß innerhalb der englischen Eisenindusttte ein Ring bestehe, der von der Regierung höhere Preise verlange als von Privaten. Fluchtversuche dl einem englischen Gefangenenlager. London, 23. Nov. kann, wenn er oerivlmdci ist und die eigne» Kräiic nicht mcbr reichen, „m sich bemerkbar »u machen, durch eine» Lusihauch ein meitbiii ichallrndes Signal abgeben. In vielen Fällen also kann diese Pseise ein IKbenS. retter sein. Siehe Auzeiae. Aufruf! Am Mittwoch, den 2S. November 1914, abends 7 l / t Uhr, findet im Stadttheater eine Fest - Vorstellung Zur Feier der Gedurtrtage; §r. königl. Hoheit der Srohherzogr statt. 1. Vorspiel zu der Oper „Titus" vou Wolsgang Amadeus Mozart, ausgeführt unter Leitung des Grotzh. Mufikdirektors Krautze: Gastspiel des tzosschauspielers Oskar Bohnöe vom Königl. Hoftheatcr in Kassel: SbofiC)t]iCtU^ von Friedrich von Schiller. Sei “ ‘ Ich ersuche die Bürgerschaft, durch zahlreichen Besuch den vaterländischen und wohltätigen ^weck der Borstellung in vollem Matze sicherzustellen. __________ Ter Oberbürgermeister: Keller. , I 692 B Sfadilheafer Giessen Direktion: Hermann Steingoetter. Mittwoch, den ‘25. \ov. 1914, abends 7V 3 Uhr: Sowöhahctae Preise (ermäßigt), flatsehelnt ha’icm keine Gültigkeit. Fest-Vor sfeilung Ktir Feier des (■ehnrtstages Sr. Köni.tl. Hoheit des GroUherzogN von Hessen und bei Khein. Der Reinertrag ist für die Hinterbliebenen von gefallenen Giessenern bestimmt. zu .Titus“ von Wolfgang Amadeus Mozart; ausgeführt «uter Leitung des Großh. Musikdirektors Krauße. Hierauf: (iastsplel des Hofschauspielers Oskar üohnrr vom Königl. Hofthealer in Kassel WalSensteins Teci Dramatisches Gedicht in 5 Aufzügen von Friedrich von Schiller. Ende gegen 10'. Uhr. Saidaleii, vom Feldwebel Bbwitrts, zablea bei ,11«» Vor- selluagea anfll. and III. Parkett nur halbe Preise. [ I17U C LiGhtspial-HatiS Xur bis OienstuK. «Jen 24. \oreiabcr: SJi l Filnischaiispjel J Außerdem vorzüglichen sonstigen Programm noch ™ nenesti 1. Ostende im Zeichen des Krieges. 2. Einzug deutscher Truppen. Äriüleriekampfin den Dünen 4. Deutsche Matrosen bringen eroberte belgische Sehnellfcnergeschütze an der Ostender Straud- promenudo in Verteidigungsstellung. 5. Englisches Schiff in Sicht. 0. Beobachtungspolten in den Dünen. 7. Beschießung eines englischen Fliegers. 8. Lille, um Einsturzgefahr zu vermeiden, werden die Beste der zerstörten Häuser niedergerissen. ijr Militär ohne Charge zahlt werktags die mitte. Union-Theater* Seltcrsweg 81 lllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllIHllllliiiiiiiifiiiiiiiiiii D Horden Mittwoch, «len 25.und Donners- j® lag, den 21». \ovember, sind von nach* mittags 2 l ln* bis abends 7 I hr Schüler-Vorstellungen | za kleinen Preisen mit Tirol in Waffen Sn fünf Akten an« dem Befreiung«* Krieg 1809. 08037 Kinder zahlen 10 und 2V Pfg. Erwachsene volle fi*rei«c. Die Vorsiellungen beginnen 2,3 V-,5,8V- Uhr. fl! .itiirmst ttt raita Wichtigste Liebesgabe für jeden jlOIltiUIdlDIClTC* Feioc stehenden Loldaicn. > » r' > * Bon der Heeresleitung enipsobleii. Feder Krieger kann, wenn er verwundet ist und die eigenen Kräile nicht binrctchen. um sich bemerkbar zu machen, durch einen Lnslhanch ein weitbin schallendes Signal abgcden. Dieses Signal muerscheid. sich von all. übrig.Pfeifen, indem cseinen ganznenarttg.Ten nbgibi n. fosort sed.Soidat iveist, dast ein biiiemch. verwundel.Kaineraddies.Zeichen abgegeb.. um die Mficijtn. des Liegevlatzes näher zu bezeichn. In viclcn Fällen atio ci»Ledcnsrcttcr. Preis Ifiip} MpiifnlHi Manhiirn 75Pfg. Porto 10Pfg. BerkaiifSftelle: Mll liCÜIClIll, ffldlUUy. 1117201 Me"cr° Bttcklittge und Sprotten frisch eingciroffen bei 19830 GeorgWallenfels Schn itt in in. 4er bogen, erprobte Sieub-, alle Grasten, für jede Damen-Figur pass., z. bill. Preis von Mk. 1.5t». Zu bezieben durch haaühaana, Frankinii a.ffl., Luise,isir. 54. 11718 Markt 21, gegenüber der Engciavotbeke. MichMtii olciidiiiuliifn in allen Grösten empfiehlt bill. IVilh.Koiilemmnn, Küfcrci, 'Neustadt 12. ,11025 iskldsost-Lclsiniökartöiis in verschiedenen Grösten >ur 50-,250-u. 50Ü-Grg»im-u.3- u. 5-KiIo-Pakel-Bcrpadung so- wic ivnsfcrdichfes Lcilnd, zu billigen Preisen. 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Königsberg Kirche Erinnbach Crumbach Frankenbach Naunheitn Waldgirmes Betzberg Schutzbezirk HiebS- orie Holzart Geschabte Holzmengen Stämme Stangen IIÜII 'IV V I |II III Feitmeier Stück 2 in lang Nutzholz in Nöllen Sdteit Knüv. nn rm Name des Auskunft erteilenden Försters Haina und Bieber Bieber Haina Bieber Haina Frankenback Waldgirines Rodheim 3,9a, b. 10,23b, 27b,c, 29a, 32a e. 3jc.34c.37i>. 41b, d, 4«a, b, 47b 27b, 32a, c, 37b 28 10 B. 9a 9a 2b, 4b 2b, 4b 15a, b 3 1 fic 20b 7b 4c, 5b, c 0a la 2c 2a 2a A. StaatSwald, Eichen 15 70 | •j Buchen ^ 7 15 Fichten 20 100 SO 30 10 B. c Eichen 8 I | Sietem 70 Fichten 90 550 500 350 50 170 100 80 Eichen 25 15 Fichten 20 140 100 70 30 25 160 380 800 25 30 25 Kiefer» 85 90 Fichten 20 75 Eicken 5 10 Kteiem 10 100 120 rotftb. Bieber Metzner Wagner zu Rodh. Fischer zu Waldg. Reist zu Haina 1 Mk. bezogen werden, Tie schristliche» Slngebole find nach Voten getrennt für 1 Vfittn., 1 Rm. und 1 Stück der nach dem Einschlag stch ergebenden Holzinasten in verschioiienem Umichlng mit der rlustchrtsi „Schriftliches Gebot für Nuvdotz" bis zum 7. Dezember d. F., nachmittags, a» die König!. Obertörfterei Siruvbach bet Giesten abzugeben. Sie müssen den Namen des Bieters. Ort und Datum, sowie die Erklärung enlbailen, datz der Bieter stch den Berkaussbedingmigen »merwiril Die Feststellung der Gebote ersoigt am 9. Dezember d. F, nachmittags 2'/, Uhr, in Gegenwart der etwa erscheinende» Bieter im Gasthos Schlierbach SU Bieber. 11705 20 05 10 50 10 10 Metzner zu Bieber und Klinge zu 1 Klinge Klinge Metzner Klinge ifilpdjtellfbpliei!für Um fdl Ten unter schwierigen Verhältnissen in West und Ost so heldenmütig kämpsen- den Truppen, die im Friedensbereich des XVIII. Armeekorps ausgestellt ftnb, soll eine Weiht,achlsiretide bereitet werden. Es ist geplant, das XVIII. Armeekorps, das XVIII. Reservearmeekorps, di, sonstigen Reserve-, Landwehr- und Landslnrmsornrationen, die Kolonnen und Trains, die in den Lazaretten des KriegsschanplaneS nntergedrachten Berwundelen und Kranken und das darin tätige Pflegepersonal gteichmästig zu bedenken. In der Gewisthett, dab dieser Pia» in allen Kreisen Zustimmung findet, bitten wir um Liebesgadenipenden in reichlichem Plaste. Ta sehr umfangreiche Arbeiten zu bewältigen sind, wenn die Truppen sicher zu Weihnachten ihre Gaben erhalten sollen, bitten wir ferner, sie so bald wie möglich zu schicken und zwar diejenigen aus dem Bezirk der 21. Dibision nach Frankfurt a. M. an die Zentrale für KriegSfürsorgc, Tbcatcrpkatz 14., oder an die Adnahmcstelle 1, Hotel Carlton, oder an die Abnahnicstetlc II, Hedderichstraste »9, die aus dci» Bezirk der 25. Division nach Darmstadt, Materialieu-Ab- kcilung, «Ucs Palais. Freiherr von Gast, General der Infanterie, stellvertretender kommandierender General des XVIII Armeekorps, Hengstenberg, Territorialdclcgicrtcr der freiwilligen Krankenpflege für die Provinz Hessen Nassau, von Hombergk zu Vach, Territorialdclegicrker der freiwilligen Krankenpflege für das Großheriogtum Hessen.__ ii729n j 6 Zimmer | Süd Anlage 15 I. 6Zjmmer mit Bad und Veranda und allem Zubehör aiSbaid oder später zu verm. il0032 Näheres Parterre daselbst. Tüchtige Milt und 5 Zimmer | Eredncrstrastc 14 bübidie 5 Zim.-Wobniina nebstZu- bebör, Gartenantcil rc. vcr sofort za vermieien. Siäh eres Hos mannstr. 14. Wohnung. II. Etage, von 5 Zimmer nebst Bad mit Zubehör Kevierstrastc 4 4 p. sofort zu perinieien. 110231 Slbermann & Silin«. 4 Zimmer coli IZiiiiiuce», Bad. Beranda, a. Zubehör zu vermieien. Hcimstättcnbaiigci.m.b.H. Stäb. Bergstr. IIP. i>!381 3 Zimmer Kirchenplat! 23, Neubau 3-Ziinmerwohn. sofort zu verm. I. St. 111263 2 Zimmer 11510] 2-Zimmerwobnung zu verm. Grabenstrastc 8. SH. 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