Nr. 275 Der kießener Anzeiger erschein! täglich, außer Sonntags. — Beilagen: viermal wöcbentlicii Siebenerzamillenblätter: zweimal wöcheull.Ureis- blatt sürden Ureis Gießen (Ticustnq nnd Freilag): zweimal monatl kand- wirlschastltcheöeilfragcn Fernsprech - Anschlüsse: iürdie EchriitleNuiig 112 Berlag,<öeschäilsstellebl Adresse Hir Drabtuach- richten: Anzeiger Gießen. Annahme von Anzeigen sür die Tagcsnmnmer bis vormittags 0 Uhr. Erstes Blatt *64- Jahrgang Nontag. 23. November *9*4 General-Anzeiger sür Gberhessen Rotationsdruck und Verlag der vrühl'schen Univ.-Such- und Steindruckerei R. Lange. Schristleitung, Seschästrstelle u. Druckerei: Zchulstr. 7 . Se zu q« » rei monatl. 75 Pf., Vierteljahr!. Mk. 2.20: durch Abhole- u. Zweigstellen monatl 65 Ps.; durch die Post Alk. 2.— Vierteljahr!. ausjchl. Bestellg. Zeilenprers- lokal!5Pj., ausw. 20 Ps. — Haupt- schriitleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich sür dev polit. Teil: Aug. Goetz; sür „Feuilleton", „Vermischtes" und.Gerichts- saal": Karl Neurath: sür „Stadt und Land": Otto Braun: sür den Anzeigenteil: H. Beck. Günstige tage in Russisch-Polen. Reue Ziege der Türken über die Russen und die Engländer. (MTD.) Große? Hauptquartier, 21. Nov. 1914 vormittags. (Amtlich.) Aus dem westlichen Kriegsschauplatz ist die Lage im wesentlichen unverändert geblieben. Fast vor der ganzen Front zeigt der Feind wieder eine lebhafte artilleristische Tätigkeit. Die Operationen im Osten entwickeln sich weiter. Aus O st - pren ß en ist nichts zu melden. Die Verfolgung des über Mla w a und P l o z k zurückgeschlagenen Feindes wurde fortgesetzt. Bei Lodz machten unsere Angriffe Fortschritte. In der Gegend östlich von Czenstochau kämpfen unsere Truppen Schulter au S-buller mit denen der Verbündeten und gewannen Bode». Oberste Heeresleitung. Wenn auch das heutige Soldatenlos einen Söldner aus dem Dreißigjährigen Kriege vom Schlage des Höllischen Jä- lgers, der „alle Tage Inas neues sehen" will, sicher nicht befriedigen würde, so haben wir bei der Betrachtung der Kriegslage heute doch von ganz anderen Gesichtspunkten auszu- 'gehen. Wir können uns nur eine sehr bescheidene und blasse Vorstellung machen, welche Fülle von Ueberlegungen die Ideutsche oberste Heeresleitung anzustellen hat, sicherlich iwch «mehr, als Hindenburg, der nur über den Osten kommandiert. Da werden die mannigfaltigsten Fragen sachgemäß zu untersuchen sein: wollen nrir darauf bedacht sein, an allen Fronten der ausgedehnten Kriegsschauplätze gleichmäßig dem Fetind die Stirn zu bieten, oder die Taktik bevorzugen, an einer Stelle, überraschend für den Gegner, „Kräfte zusammcnzuballen", wie Hindenburg sich ausdrückte, um durch lokale Siege einen Fortschritt in der Gesamtlage sicherzustellen? Dieses letzte Prinzip klingt verlockend; allein es sind viele Unterfragen zu stellen: darf die Arbeit miche- voller Tage und Wochen darüber gefährdet werden und hat übertriebenes Verschieben von Truppenteilen nicht auch große Bedenken und Nachteile? Im ganzen erkennen wir jetzt wohl, daß es der deutschen Heeresleitung von Anfang an darauf ankam, nicht nur gegen Frankreich die Offensive zu ergreifen, sondern zugleich zu verhindern, daß der Russe in deutsches Ostgebiet einrückte. Bei der zahleninäßigcn Uebermacht der Gegner ist das ein von sicherem Ueberlegenheitsgefühl geborener, tapferer, aber auch mühsam und langsam auszuführender Entschluß. Eines greift in das andere über, und darum scheint es uns öfter so, als dehne sich die Zeit so endlos hin. Auch mit den Oesterreicheru muß ja Hand in .Hand vorgegangcn werden. Wer freute sich heute nicht aus dankbarem Herzen, daß infolge der erwähnten großzügigen Entschlüsse der deutschen Heeresleitung jetzt eine so überaus günstige Lage im Osten geschaffen worden ist, die der gesamten Russenmacht ein Fiasko zu bereiten scheint und vom Auslande offen zu unseren Gunsten gedeutet wird? Ist dies nicht ein schöner Lohn für die Geduld, mit der wir den langsamen, aber Erfolg rmo Sieg verheißenden Vorwärtsbewegungen in Flandern zugeschaut haben? Ist die Lage jetzt nicht so gestaltet, daß auf beiden Kriegsschauplätzen zugleich der Sieg mit weittragenden Folgen gewonnen werden könnte? Die Kämpfe dauern an, und eine Entscheidung ist iwch nicht gefallen. Auch die Meldung der Oesterreicher, daß sie bisher 15 000 Gefangene gemacht haben, dürfte nicht, wie es von den Verteilern Frankfurter Blätter heute geschehen ist, als sensationelle Katastrophennachricht ausge- schrieen werden. Sie beweist lediglich, daß auch an den beiden letzten Kampftagen unseren Bundesgenossen das Glück hold gewesen ist. Ms sehr bedeutsame und hocherfreuliche Neuigkeiten kommen die t n r ki s ch e n Erfolge hinzu. Nicht nur befinden sich die Russen südlich des Kaukasus auf der Flucht, wobei sie neue Schläge erlitten haben, auch die Engländer haben eine empfindliche Schlappe erlitten. Die Türken sind bis an den Suez-Kanal voraedrungen und haben in neunstünüigem Kampfe die Engländer geschlagen, deren Verluste sehr bedeutend sein sollen. Wie sehr den Engländern jetzt die Angst auf die Nägel brennt, geht auch ans dem verunglückten" Angriff ans die Werft unserer Zeppeline in Friedrichshasen hervor. Sie besorgen, daß weitere Bauten von Luftschiffen bei gelegener Zeit ihr „sweet boine" arg gefährden können, und darum wollten einige allzu Kühne den .Herd dieser Gefahr vernichten. Der Streich mißlang. Einer der dreisten llnter- neh-mer, ein Oberleutnant, geriet iu deutsche Gefangenschaft, sein Flugzeug ist, wenig beschädigt, in unserem Besitz. Die beiden andern englischen Flieger sind nach der Schweiz entkommen. „Vermutlich werden unsere Friedrichshafener Wachmannschaften in der nächsten Zeir ihre Auf- luerksamkeit noch verschärfen und die gründlichste Abwehr bereit hatten. . * . Die Schlachten in Russisch-Polen. Wien, 21. Nov., mittags. (WTB. Amtlich.) Ter Angriss der Verbündeten auf die russischen H auvt krä fte in Russisch-Polen geht auf der ganzen Front vorwärts. In den Kämpfen nordöstlich Zzenstochau ergaben sich zwei feindliche Bataillone. Der Stellvertreter des Chefs des Gencralstabs: v. H ü s e r, Generalmafvr- Wien, 22. Nov. (WTB. Nichtamtlich) Amtlich wird verlautbart: 22, Nov. mittags. Tie Verbündeten setzen ihren Angriff in Russisch-Polen energisch und erfolgreich fort. Unser südlicher Schlachtflügel erreichte den Szraniawa-Abschnitt. Vereinzelte Vorstöße des Feindes wurden abgewiesen. Bisher inachten die K. K. Truppen über 15 000 Gefangene. Die Entscheidung ist noch nicht gefallen. Auch westlich des Dincrjes und in den Karpathen sind größere Kämpfe im Gange. Der Stellvertreter des Chefs des Generatstabs: v. H ö f e r, Generalmajor. ’ Meldung des russischen Generalstabs. Petersburg, 22. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Der Generalstab des Generalissimus teilt mit: Die Kämpfe zwischen der W e i ch s e l und Warthe und an der Front Czen- stochau—Krakau dauern an. In Ostpreußen fanden am 20. November nur kleine Gefechte statt. In O st g al i z i e n rücken die russischen Truppen andauernd vor. Eine schweizerische Stimme über die Kriegslage. Bern, 22. Nov. (WTB. Nichtamtlich) Ter „Berner Bund" erwartet in «Besprechung der Kriegslage eine äußerste Kraftanstrengung der Mächte des Dreiverbandes und weist aus einen Artikel des „Temps" hin, in dem die Rolle Japans sichtlich offiziös unigeschrieben sei. da die Lebensinteressen der Mächte des Dreiverbandes eine weitere aktivere Teilnahme Japans unbedingt erheischen. Es. sei zweifellos, daß. die 6h« Mlllionen kriegstüchtiger Japaner das Zünglein an der Wage der Entsche'dung ausschlaggebend beeinflussen könnten. Allerdings "önne die Entscheidung bis dahin längst gefallen sein. Ans russischer Quelle meldet das Blatt, daß die Russen mit ihrem rechten Flügel durch Abbiegen und Verschieben einen starken Tesensiv- hiken bilden müßten, wenn sie die Umfassung durch die Armee Hindenburgs abwehven wollten. Tie kompakten Masten des russischen Heeres scheinen durch die gtänzendeu Manöver Hindenburgs in ihren Bewegungen gehemmt. In der Defensive seien sie aber schwer zu erschüttern. Die Russen würden mit äußerster Kraftanstrengung fechten, da die Heeresleitung wohl wisse, daß diese Schlacht unter allen Um- ständen den Feldzug, wenn nicht gar den Krreg entscheide. . Die Känrpse in Flandern. Amsterdam, 22.Nov. (WTB. Nichtamtlich.) „Tcle- graas" meldet aus S l u i s vom 21. Nov.: In Flandern herrscht heute wieder völlige Stille. Es ist bitter kalt, der Frost hält an. Gerüchtweise verlautet, daß die Deutschen ihre Angriffe bei Nieuport eingestellt haben, um bei D i x m u i d e n einen größeren Druck ausüben zu können, Rotterdam, 22. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Der „Maasbode" meldet aus V l i s s i n g e n: Unter den hier nn- tergebrachten belgischen Flüchtlingen ist der Typhus ausgebrochen. Reue Kämpfe in Frankreich. Berlin, 23. Nov. Das „Berl. Tagebl." ineibet aus Rom: Dem „Messagero" zufolge leidet das französische Heer furchtbar unter der Kälte. Alle Spitäler seien mit Sterbenden und Kranken überfüllt. Man fürchtet, daß der Winter ebenso rauh werden wird wie der von 1870. Die Fahrstraßen sind sehr unwcgsani, so daß der Verkehr der Munitionskolonnen fast unmöglich gemacht wird. Nach Ansicht militärischer Kreise wird der Krieg sür die Alliierten immer schwieriger und fordert immer noch größere Opfer als bisher. — General Bannal glaubt nicht, daß die augenblickliche Untätigkeit der Deutschen den Verzicht des Angriffs auf den linken Flügel der Alliierten bedeute. Im Gegenteil scheinen die Deutschen nach den bisherigenl Erfahrungen nach mehrtägigen Angriffen auf einen bestimml- ten Punkt ihre Aktionen aus einen anderen Punkt zu verlegen. Die gegenwärtige Ruhe verberge zweifellos irgend« etwas. Die deutschen Angriffe würden sicher binnen kurzer Zeit irgendwo anders außerhalb der überschwemmten Zone von neuem einsetzen. Berlin, 23. Nov. Ter „Berliner Lokalanzeiger" meldet aus Genf^ Im Aisne-Gebiet, in der Champagne und im Wöure-Bezirk gewannen die deutschen Truppen trotz hartnäckigen Widerstandes ausreichendes Gelände sür die Vermehrung der Laufgräben. Kopenhagen, 23. Nov. Pariser Blättern zufolge dauert der Kampf um Reims niit großer Heftigkeit an. Die deutschen Linien umschließen die Stadt im Halbkreis. Die deutschen Angriffe waren in den letzten beiden Tagen von außerordentlicher Kraft und bewiesen, daß die Deutschen bedeutende Verstärkungen erhalten haben. Ein Antonnsall des Prinzen August Wilhelm. Berlin, 21. Nov. (WTB. Nichtamtl.) Prinz August Wilhelm erlitt bei einem Automobilunfall auf einer dienstlichen Fahrt einen komplizierten Unterschenkelbruch und eine Kieferkontusion. In einer späteren Meldung heißt es: Das Befinden des Prinzen August Wilhelm ist befriedigend. Zwei feindliche Flieger über der Werft des Luftschiffbaues Zeppelin. (WTB.) Friedrich sh äsen, 21. Nov. (Nichtamt- lich.) Wie das „Seeblatt" meldet, erschienen heute niittag zwei feindliche, anscheinend französische, Flugzeuge lüber der Stadt und führten einen Angriff auf die We r f t des Luftschiffbaues „Zeppelin" aus, wobei sie etwa 6 Bomben warfen, die jedoch keinen! Schaden anrichteten. Das eine der Flugzeuge wurde sofort abgeschossen, das andere entkam. Friedrichshafen, 21. slkov. (WTB. Nichtamtlich.) Ergänzend wird mitgeteilt: Heute mittag gegen 1 Uhr erschienen zwei englische Flugzeuge über der Stadt und versuchten, einen Angriff aus die Luftschiffwerft qus- zuführen. Ein Flieger, der etwa 400 Meter über der Halle kreiste, konnte alsbald von denr Ballonabwehrkommando mit Schrapnell- und Maschinengcwehrfeuer herabgcschossen werden. Dem anderen Flieger, der sich in ziemlich großer Höhe hielt und toiederholt die Halle umkreiste, gelang es zu ent- tommen, doch soll er nach einer späteren, noch unbestätigten Mitteilung in den Bodensee gefallen sein, Tie Flieger warfen fünf Bomben ab, die teilweise in a l 1 e r n ä ch st e r N ä h e d e r H a l t e e i n s ch l u g e n. Zwei Häuser in der Stadt wurden beschädigt, ein Mann getötet und eine Frau verletzt. Der Insasse des herabgeschossenen Flugzeuges, ein englischer Marineoffizier, wurde schwer verletzt in das Krankenhaus geschasst. Tie Anlagen des Luftschifjbaues blieben unbeschädigt. Karlsruhe, 23. Nov. Die englischen Flieger, die den Angriff auf die Luftschifiwerft in Friedrichshofen ausführten, haben nach Baseler Meldungen Schweizer Gebiet überflogen und somit die schwell zerische Neutralität verletzt. Die Engländer am Zuezkanal geschlagen! Konstantinopel, 22.Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Das Hanptauartier teilt amtlich mit: Die türkischen Truppen sind am Suezkanal ei.ngetroffen. In einem Treffen bei Kantara wurden die Engländer geschlagen und ergriffen unter starken Verlusten die Flucht. Konstantinopel, 22. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Ausführlichere Meldung aus denr Hauptquartier. Mit Gottes Hilfe sind unsere Truppen am Suezkanal angelangt. In dem Kampf, der zwischen Katasa und Kertebe, beide 30 Kiloineter östlich vom Kanal, und bei Kantara am Kanal selbst stattfand, sind der englische Hauptmann Wilson, rin Leutnant und viele Soldaten gefallen und sehr viele Soldaten verwundet worden. Wir haben z lemlich viel'Gefangene gemacht. Die englischen Truppen haben sich i» regelloser Flucht zurückgezogen. Englische Kamelreiter, die sich auf Vorposten befanden und Gendarmen, die bisher in engtischeir Diensten gestanden, ergaben sich unserer Armee. K o n st a n t i n o p e l, 23. Nov. Der K h c d i v hat das K o m- m a n d o über die Expeditionsarmee, die in Aegypten e i n r ü ck t, übernommen. (WTB.) Konstantinopcl, 21. Nov. (Nichtamtlich.) Die türkische Regierung hat die englische Eisenbahn Smyrna-Aidin, deren Konzession im letzten Sommer verlängert worden war, mit Beschlag belegt. Türkisch-russische Kämpft. Konstantinopel, 22. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Mitteilung aus dem Großen Hanptauartier. Unsere Strritkräfte, die ans Datum marschieren, haben die feindlichen Truppen völlig aus das andere Ufer des Flusses Tschuruk zurückgeworfen. Diese Gegend steht vollständig unter türkischer mlli- tärischer Verwaltung. Unsere Truppen, die auf A r t w i n vorrücken, haben diesen Ort besetzt. Nach Nachrichten über den Kampf am Schat-el-Arab ist festgestellt, daß die Engländer 750 Tote und ungefähr 1000 Verwundete hatten. Konstantinopel, 22. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Mittellung des Hauptguartiers. — Infolge unseres Angriffes ans ruisischeStreitkräfte, die im Tale des M u r a d -F l n s - s e s vorrücken wollten, ergriffen die Russen die Flucht uMcr sehr starken Verllrsten, Wir haben drei Feldgeschütze genomm en, (WTB.) K o n st a n t i n o p e l, 21. Nov, (Nichtamtlich.) Amtlicher Bericht des Hauptquartiers, Ter Kreuzer „H a - midie" hat gestern die russischen Petroleum-' depots und die Station für drahtlose Telegraphie, die sich in D u a p s e, einem Ort in der Nähe von Noworossijsk befinden, bombardiert und zerstört. — Ein heftiger Kamps- der nenn Stunden dauerte, hat am 18. November zwischen den Engländern und unseren Truppen in so ch a t-e l-Ar ab sich abgespielt. Tie Verluste des Feindes sind beträchtlich. Gefangene Engländer erklärten, daß sich der Oberbefehlshaber der englischen Truppen gleichfalls unter den Verwundeten befinde. — Eines unserer Geschosse, das von unserem Kanonenboot „Marmariß" abgc- seuert wurde, traf ein englisches Kanonenboot und verursachte eine Explosion. Einzelheiten fehlen noch. Petersburg, 22.Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Der Genc- ralstab der Kaukasischen Armee gibt bekannt: 20. Noo. vormittags. Der türkische Kreuzer „Ha midie" erschien,, begleitet von Torpedobooten, in Sicht vor Tuapsc und eröffncte das Feuer. Er gab ungefähr 125 Schüsse ab. Die russischen Geschütze erwiderten das Feuer Unsere Verluste Betrugen: drei Soldaten und eine barmherzige TS, weil er verwundet, ein en ehemaligen Reichskanzler Fürsten B ü l o w erlsetzt werden soll, ist bereits seft einiger Zeit im Umlauf und lanu, wie mich das „Berl. Tagebl." heute bestätigt, nicht als ganz unbegründet bezeichnet werden. Die Rück- trittSabsichten des Herrn v. Fkotow sind auf seinen schon seit langem gesch,nächten Gesundheitszustand znrnckznfüh- ren, sowie auf Familienverhälttiisse, die ihm den Aufenthalt in stiom wiederholt sehr erschwerten. Es scheint nun, daß man an maßgebender Stelle mit dem Gedanken nm- geht, den Fürsten Bülow, der ja unter den deutschen Tiptomaten als Liebling der Italiener gelten kann, zun, außerordentlichen Botschafter für die Dauer des K r r c g e s z u e r n e n n e n. Ob dieser Plan nrit Sicherheit tzur Ausführung kommt, kann noch nicht gesagt werden Doch durste sich die Entscheidung darüber kaum inehr lange «verzögern. Man wird iratürlich nicht dein Pariser „Figaro" beistimmen, der d,e angeblich bevorstehende Entsendung fBülowä nach Ronr den letzten Versuch, Italien seinen ftühe- iren Verbündeten zurückzngewinnen, nennt. Unser« Wissens besteht der Dreibund heute wie immer. Aber wir wollen gern zugeben, daß es wenig geeignetere-Männer gibt, um die vorhandenen freundschaftlichen Beziehungen zwischen Berlin und Rom zu erhalten und zu festigen. Baterlandslose Geschäftemacher. Berlin, 21. Nov. (WTB. Nichlamllich.) Tie „Nordd. Allg. Ztg." schreibt unter dem Titel „K r i c g s l i e s e r u n - gen an das feindliche Ausland": Mehr jache Wahrnehmungen lassen erkennen, daß. Misere Feinde bemüht sind. Warm, welche sie zur Kriegführung oder Aufrecht- frha^runl, ^ihrer Volkswirtschaft benötige», aus Deutschland zu beziehen. Sie bedienen sich dazu der Vermittlung von Geschäfts- zEmneurralm Länder, ivelchr di« Bestellungen ew weder un- t U»r vom neutralen Lande aus bei den deutschen Geschäftshäusern machen oder sich Waren durch deutsche Aufkäufer oder solche eines anderen Landes bei nns beschaffen. Leider geben sich hier und da deutsche Geschäftsleute dazu her, dieses Treiben zn unterstützen. Man liefert au bekannte Kunden im Ausland, trotzdem der Kunde offen mitteilt, daß die Ware iür Feindesland bestimmt ist; man liefert weit über das in Friedenszeit übliche Maß hinaus, angeblich ohne sich irgend eine Rechewcbast über die Ursache zn geben, die plötzlich zu einer so ungewöhnlichen großen Bestellung geführt Ijat; man tritt endlich in Verbindung mit Geschäftsleuten, mit denen in Friedenszeit jede Geschäftsverbindung gefehlt hat, oder die sich für den Krieg mit denr Vertrieb von Waren befaßten, die ihnen zn Friedenszeiten ganz fern gestanden haben. Selbstverständlich wird es niemanden emsallen, den regelmäßigen, in den bisherigen Grenzen bleibenden Absatz nach^den neutralen Ländern in irgend einer Weise zu stören. Selbst der Absatz in Feindesland über neutrale Länder wird, soweit cs sich um Waren handelt, deren Ausfuhr nichi verboten ist, oder die nicht geeignet find, der feindlichen Macht Vorschub zu leisten, nicht unter allen Umständen zn bekämpfen sein. Sofern aber der Handel mü Waren in Betracht kommt, deren Ausfuhr verboten ist oder deren Lieferungen der feindlichen Macht Vorschub zu leisten geeignet ist, liegen je »lach der Lage des Falles strafbare Handlungen vor. Welche Waren ansznführen verboten ist, ist öffentlich bekannt gemacht und kann bei den Handelskammern und Zollstellen unschwer erfahren werden. Der mittelbare uub unmittelbare Handel mit solchen Waren nach Großbritannien Und seinen Kolonien und nach Frankreich und Rußland, ist unter besonders hohe Frciheits- und Geldstrafen gestellt. Ob durch Lieferung von Ware in Feindesland, und zwar einerlei, ob die Ausfuhr verboien ist oder nickt, der Tatbestand des § 89 des Strafgesetzbuches begründet ist, wonach mit Zuchthaus bestraft wird, wer vorsätzlich während des gegen das Deutsche Reich ausgebrochenen Krieges einer feindlichen Mackst Vorschub leistet, ist in» Einzelsolle durch den Sirasrichier zn entsästiden. Da die Anzeichen sich inehren, aus denen dervvrgeht, daß tatsächlich aus Deutschland Waren geliefert werden, die, wie zmn Beispiel Gesckofdrehbanke, Stahlrohre zur Schrapnellfabrikatton, Geschoß- Pressen und Leder zur Fabrikation von Militärstieieln und dergleichen mehr, unzweifelhaft dazu dienen, einer feindlichen Macht Vorschub zn leisten, so ivird gegen die Lieferanten solcher Waren mit unnachsichtlicher Strenge vorgegangen werden. Das englische Parlament. London, 22. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Der Parla- nientsberichlerstatter der „Times" meldet, das Parlament werde sick wahrscheinlich cun Donnerstag vis Ende Januar 1915 vertagen. Die englische Minengesahr für die Neutralen. Haag, 21. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) .Halbamtlichivird mitgeteilt: Die eingeleitete Untersuchung hat ergeben, daß die bisher angeschwemmten Minen, ungefähr 100 an der Zahl, einschließlich derjenigen, die das Unglück bei West- k a p e l l e verursacht hat, durchweg englische sind und «ich darunter keine einzige deutsche Mine befindet. London, 21. Nov. (WTB. Richtamtlick).) Die „Times" melden aus Vlissingen: Ein holländisches Torpedoboot beschlagnahmte in holländischen Gewässern einen Fischdampfer, der die deutsche Flagge führte und Seeminen zn legen schien. (Notiz des WTB.: Nach Erkundigungen an unterrichteter Stelle in Amsterdam ist dort von dem Vorfall nichts bekannt.) Aus Südafrika. Amsterdam, 21. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) „Tcle- graas" meldet: Das in Pretoria erscheinende Blatt „Volkstem" veröffentlicht einen zwischen Ober st Maritz und der Regierung von Deutsch-Südwestafrika geschlossenen Vertrag. Er enthält sieben Punkte. 1. General Maritz hitt die Unabhängigkeü Südafrikas erklärt und den Krieg mit England begonnen. 2. Der Gouverneur von Deutsck-Südwestasrika erkennt alle afrikanischen Streitkräste, die gegen England operieren, als Kriegführende an. Sie werden nach weiteren Besprechungen den Krieg gegen England unterstützen. 3. Falls Britisch-Sübafrika für unabhängig erklärt wird, soll der kaiserl. Gouverneur alle tunlichen Maßregeln treffen, daß der Staat oder die Staaten baldmöglichst durch das Deutsche Reich als solche anerkannt und in die allgemeinen Friedensverhandlnngen cin- ,cschlossen werden. 4. In Anbetracht dieser Unierstütznng werden )er neu gebildete Stcmt oder die Staaten keine Einwendungen erheben, daß die deutsche Regierung von der Wal- fischbai und den Deutsch-Südwest gegenüber liegenden Inseln Besitz ergreift. 5. Der Talweg des Oranjeflnsses wird die Grenze zwischen Dentsih-Südwest und der Kapprooinz bilden. 6. Das Deutsche Reich wird keinen Einwand erheben, daß die oben genannten Staaten von der Delagoabai Besitz ergreifen. 7. Wenn der Aufstand nicht glückt, werden die Anfftändischen, die auf deutsches Gebiet übergehen, als deittslhe Untertanen anerkannt und als solche behandcll. Oberst Maritz schickte . Schian, welche derselbe zum Gedächtnis der Toten und zur Tröstung der Lebenden au die Gemeinde richtete, mit Andacht vernahmen. ** Ritter des Eisernen Kreuzes. Major Manger aus Weilbnrg, Bat.-Komnr. im Landw.-Inf.-Regt. 68 (1. Klasse). San.-Uftz. Walther Schnitze ans Weillmrg, Inf.-Regt. 116. Fcldw. Herrn. Menges aus Weilbnrg, Landw.-Inf.-Regt. 68. Tiefbautechniker der Stadt Wetzlar Heinrich Becker, Uffz. im 21. Pivn-Landsturm-Bat. Einj- Freiw. .Hans Boy aus Limburg. Fahnenftrnker-Uffz. Fritz Künklcr aus Limburg, im Fnf.-Regt. 88. Leutn. Kurt Rechenberg ans Di«,, Regt. Jäger zu Pferd Nr. 3. Stabsarzt Dr. L o m m c l von Rjod g. d. W. Gefr. d. R. Georg Weber aus Waldmickzelback). Vizefeldwebel Jakob Bohländer von Weitengesäß, Jns.-Regt. 118 (1. Klasse). Jäger Johann Stepl)«n Schnellbacher ans Lützel-Wiebelsbach. Feldw. Paul Seedler, Piow-Bat. 25. Eins.« Freiw. llfsz. Adam Stander, Pioru-Bat. 31. Postaff. Cinj.-Gefr. Max Frey er, Jns.-Regt. 87. Reservist Georg Rhein gans aus Westhofen. Lehrer Franz Neumann zn Sörgenloch, Uffz. d. L. im Res.-Fnf.-Rcgt. 118. Fahrer Joh. Mayer ans Lörzweiler, Fußart.-Regit.3. Uffz. Fr. Jung und Gefr. d. R Ehr. Zipp aus Heppenheim a. B, Usfz. d. R. Jacoby. Finanzamtsgehilfe Gefreiter Adam Stander aus Nackcnheim, Jns.-Regt. 117. Musk. Franz Kraft aus Bretzenheim, Jns.-Regt. 117. Kraftwagenführer Peter Doll ans Offenbach, Jns.-Regt 116. Kriegsfreinn, Fritz W e g c I, Uffz. d. R. im Res.-Fußart>Regt 7. Fetdut Gg. Z u l a u f ans Niederweimar, Dt-G.-Komp. Res.-Jns.- Regt. 93. Sergt. Karl Wörner aus Eckartsboim, Felbart» Regt. 61. Gefr. Wilh. Schmidt aus Bös-Gesäß» Inf.-Rgt Nr. 116. Leutn. Ela r ins cats Lindheim. Einj. Usfz. Rich. Schilly, Brandcnb. Art.-Regt.3, aus Oschofen. Feldzahl-, meister Karl Schoeler aus Darmstadt, Jns.-Regt 115. Rittmeister und Kommandeur der Res.-Mmt.-Kol.°Abteilurrg G. Diefenbach aus Darmstadt. Generalmajor Gras von Zech in Darmstadt (1. Klaffe). Uffz. August Wallen stein aus Burgsolms, Pion.-Regt 25. Schütze Wilhelm Kunz ans Niederbiel, Masch.-Komp des Jns.-Regt 88. Res. R uggar- ber in Herborn. Dr. Schäfer von Eibelshausen, Oberarzt im 2. bayr. Armeekorps. ** Die hessische Tapferkeitsmedaille wurde verliehen dem Major Stephan, zurzeit Führer des Ersatz- Bataillons Jnf.-Regts. 116, den Hauptleuten Bnhtz, Ri eck, Wehrheim, v. Thümen, Wolf und Bader, sämtlich Kompagniechefs im Jns.-Regt. Kaiser Wilhelm dir. 116, dem Oberleutnant Kienitz, dem Oberlenlwant v. Holly und Ponientzietz, dem Leutnant Wolf, den Vizefeldwebcln Bergk,Götz und G e m m e r, alle in demselben Regiment. ** Stadttheater. Vom Ministerium ist Anordnung ergaiMN, daß zu Großherzogs Geburtstag, in Rücksicht ans den Ernst der Zeit, keine besonderen Festlichkeiten stattfinden; nur ernste Darbietungen entsprechenden Charakters in den Theatern sind erwünscht, und so wird denn tfter wie in Tarnistadt die F e st v o r st e l l u n g die einzige festliche Veranstaltung zu des Landcsherrn Geburtstag bilden, während Festessen usw. dieses Jahr weg fallen. Der Reinertrag dieser Vorstellung (W a l l e n st c i n s Tod mit Herrn Bohnöe als Gast) ist für die .Hinterbliebenen von gefallenen Gießcnern bestimmt, und so wird jeder, der der Festvorstellung beiwohnt, zugleich ein Scherslein beitragen zu der Kriegssürsorge, die unserm Laiwes- vater besonders qm Herzen liegt. . ** Konzert-Verein. Der gefeierte und von früherem Äustreten hier in bester Erinnerung stehende Klaviervirtuos Wilhelm Backhaus will seine Kunst in den Dienst der Wohltätigkeit stellen und uns in nächster Zeit einige der glänzendsten Beethoven sch cn Sonaten Vorspielen. Ter Konzert-Dereür hat dieses Anerbieten sreudig angenommen und wird die Einzelheiten demnächst öffentlich bekannt geben. Das Konzert luirb voraussichtlich am Montag, den 7. D ezeni b e r , stattsinden. Ter Erlös soll, wie schon erwähnt, einem wohltätigen Zweck dienen. Ter Lorverkaus von Eintrittskarten sindet in der Musikalienhandlung von Ern st Challier statt. ** Der Män n e r tu rn v er e in feierte an: Sanistag sein 29. Stiftungsfest den Zeitumständen entsprechend mit einem Prunklosen, aber gemütlichen Zusammensein im Vereinslokal. Unter den zahlreich erschienenen Mitgliedern besanden sich einige Mitgrüirder. Ter derzeitige Vorsitzende Turner Carl Lenz begrüßte die Erschienenen mit cineni Hinweis auf den Ernst der Zeiten und die Tatsache, daß sich etwa 12 5 Münn erturner bei den Fahnen befinden. Er gedachte der für die heilige Sache gefallenen Brüder und stellte fest, das; mindestens 5 Turngenossen in diesem Feldzug bereits das Eiserne Kreuz crrairgen. hierauf richtete Ehrenmitglied und Mitgründer, Turner Adalbert Bindcwald, eine von vaterländischer Begeisterung durchglühtc, den Ereignissen Rechnung tragende Ansprache an die Anwesenden. Er führte in kurzem geschichtlichen Rückblick die zahlreichen Fälle in vergangenen Zeiten an, i» denen das „schwertfreudige und doch so friedliebende" deutsche Volt fremde Angriffe abzuwehrcn hatte. Tic felsenfeste Hofsnung auf den Sieg in denr gegenwärtigen schwersten oller Kämpfe schöpfte der Redner arcs der sittlichen und physischen Ueberlegenhcit und der vol.tommenen Geschlossenheit unserer Nation, au welchem hock,erfreulichen Zustand die deutsche Turncrei einen nicht geringen Anteil habe. Nach weiteren Ansprachen und turnerisch-patriotischen Gesängen trennten sich die Mitglieder in dem Bewußtsein, einen weihevollen und wahrhaft erhebenden Abend genossen zu haben. ** V o in Gefangenenlager. Neuerdings ist man daran gegangen, eine W a s ch - u n d B a d c a n st a l t für die Gefangenen zu errichten. Tie Anlage tvird außcrlhalb des Lagers, aber doch im Anschluß daran errichtet, erhält eine besondere Umfriedigung und ist durch ein Tor vom Lager aus zugänglich gedacht. — In den letzten Tagen sind wieder einige kleine Transporte von Eugländerit und Franzosen im Lager cingetroffen, so daß sich dasselbe allmählich zu lullen ansängt. ' ** Handelskammer z u Mainz. Die Großher- zoglichc Handelskammer zu Mainz befaßte sich in ihrer Sitzung vom 10. Nov. u. a. mit der Tätigkeit der Kammer aus Anlaß des Krieges sowie mit der Lage des Arbeit s in a r k t e s im Kainmcrbezirkc. Es wurde ein ausführlicher Bericht über die Tätigkeit der Handelskammer aus Anlaß des Krieges seit der letzten Sitznng der Kammer erstattet. Diese Tätigkeit betraf im einzelnen die Festsetzung von Höchstpreisen und Versorgung mit Lebensbedürfnissen, Post- und Eisenbahnnngclcgenhciten, Fragen des Kredit-, Geld- uttd Zahlungsverkehrs, den Arbeits markt und die gelverblichc Beschäftigung, zoll- und handelspolitische Angelcgenh^cn, Erleichterung der Einfuhr und Ausfuhr, UeberwachnM nusläudischcr Betriebe usw. Tic .Handelskammer wurde für die Erteilung von Auskünften und Ratschlägen über durch den Krieg geschaffene Verhältnisse in großem Umfange in Anspruch genommen. — Die Handelskammer hat auf Veranlassung des Großherzoglichcn Krcis- antts bei einer großen Anzahl von Firmen ihres Bezirkes eine II m s r a g e über die Lage des Arbeits Marktes veranstaltet. Trotz aller Schmierigkeiten und Hemmungen muß anerkannt iverden, daß sich das wirtschaftliche Leben verhältnismäßig recht gut gehalten hat. Tie Zahl der Konkurse und der Fälle von Zahlungsschwierig- fcitcn ist nicht erheblich, die Anpassung erfolgte so, daß bald überall Ruhe und Besonnenheit cinkchrte und daß das geschäftliche Leben sich unter den veränderten Verhältnissen in geordneten Bahnen bewegte. Der B e sch ü f t i g n n g s st n u b ist im ganzen u i ch tungün st i g und gibt jedenfalls zu Besorgnissen vor einer größeren Arbeitslosigkeit keinen Anlaß. Dies lvird auch bestätigt durch die Erfahrungen des Städtischen Arbeitsamtes in Mainz, das keinen größeren Andrang Von Arbeitskräften wie sonst zu verzeichnen hat. Auch die Kreditverhältnisse haben sich nach der Ucberwindung der Unsicherheit der ersten Wochen gebessert, und der Geldverkehr vollzieht sich im großen und ganzen in normalen Bahnen. Ter Ivciteren Entwicklung kann unter diesen Umständen, wenn auch jedermann sich gewisse noch steigende Beschränkungen aufcrlegen muß und wenn in manchen Gewcrbs- -zweigcn die schwierige Lage noch große Opfer sorderl. mit Ruhe cntgcgengeschen werden, um so mehr, als die Opfer, die die Bevölkerung zu Hause zu tragen hat, gering sind gegenüber den großen Aufgaben und Opfern, denen das deutsche Heer im Felde sich unterziehen muß. g| ** Die Haltung unserer Freiwilligen i in Fellic war, wogegen ivir wiederholt Stellung genommen haben, in Gießen mancherorts von inüßigen Schwätzern her ab gesetzt worden. Dieser Mangel an Vertrauen, bcu man in gewissen Kreisen in die Freiwilligen gesetzt hat, ist natür lich diesen nicht unbekannt geblieben. Wie man in ihrer Mitte über die Angelegenheit denkt, mag folgender Feldpostbrief zeigen, den uns ein Angehöriger des ..Bischweiler" Regiments, ein Gicßener Student, im Aufträge der Gießcner Söhne und Studcnlen des 1. Bataillons sendet mit der Bitte, -ur Kenntnis der Bürgerschaft zu bringen. Er lautet: Schützengräben, 15. Nov. 1914. „Wenn man draußen im Felde steht, freut man sich wie ein kleines Kind zu Weihnachten über jede Nachricht von daheim. Briefe und Karlen und besonders die Liebesgaben wurden von irns bis jetzt stets mit Jubel cntgegengenommcn. Bor allem war man au; die Briese aus Gießen und die „Gicßener Anzeiger" gespannt. Jetzt ist das plötzlich anders. Tie meisten Briese, die aus Gießen zu uns kommen, müssen uns mit Zorn und Entrüstung erfüllen. In den letzten 8 Tagen sind mir von mehr als sechs Leuten — Rainen können genannt iverden, auch die Namen derer, die es geschrieben haben — die Mitteilungen gemacht ivordcu, daß man sich in Gießen folgende S ch a u d e r d i n g c über uns erzählt: „Wir seien beim ersten Gefechte vor etwa 4—5 Wochen feige ausgcrissen, die Führer hätten mit Säbel und Pistole gegen uns dorgehen müssen, 20 seien wegen Meuterei erschossen tvordcn, schon in Metz-Longcvillr seien mir in die Kasernen cingcsverrt worden, damit wir nicht davon liefen, jetzt wären wir durch Hunger, Durst und Kranklieit völlig ruiniert." Wir sind sprachlos. Das glauben die Gießen« von ihren Söhnen und von ihren Studenten? Ich nehme an, daß nur eite klein« Teit diesem Unsinn Gehör geschenkt und es weiter «zählt hat. Auß«dcm müßte sich denn doch Gießen selbst sür seine Truvven schämen Wer hat diesen Unsinn nur um alles in der Welt erfunden? Kein Wort davon ht wahr. Tenken denn diejenigen, die solches reden und schreiben, nicht daran, wie tveh sic uns dainit tun, wie bitter sie uns kränken? Wir sind bereit, uns« alles für das Vaterlaird und die Lieben zu Hause hinzugeben, und so macht man es uns ! Das Unsinnigste aller dieser Redereien ist, daß wir bereits vor 4—5 Wochen in einer Schlacht ausge- lissen sein sollen, und damals haben wir noch gar keine Schlacht mttgcmacht. Wir lagen längere Zeit in Reserve und haben böch- stcns ab und zu einmal einen Flieger beschossen. Jetzt allerdings sind wir seit einiger Zeit auch an der großen sranzöiischen Weltschlacht beteiligt. Lillein in den Schützengräben bet M. und Ch. liegen wir schon üb« 14 Tage. Daß wir uns hi« gut gehauen haben, das zeigt der Umstand, daß wir bereits trotz cnergisckfer Gegenwehr der Engländer uns ein gewaltiges Ende v o r » gearbeitet haben. Leicht war cs nicht. Unsere Verlustlisten müssen leider eine große Anzahl von Verwundeten und manche Toten auszeigen. Glaubt Ihr zu Hause vieNcicht, für nichts hätte eine Anzahl von uns das Eiserne Kreuz, das Zeichen für Tapferkeit und hervorragende Leistungen, erhalten? Laßt Euch «zählen von tühncn PatrouiUcilgäugen und Kämpfen mit England«», Indiern und Turkos. Unsere junge Truppe hat sich wacker geschlagen und gut gehalten. Was das Gerede über den Gesundheitszustand uns«« Soldaten anbe- lanot, so trissl das allerdings zu, daß ivir oft Magenkranke gehabt haben, aber das kommt auch bei den aktiven Truppen vor und ist glücklicherweise nur vorübergehend. Zu essen und trinken haben wir noch mim« gehabt, wenn man sich auch sehr einschränken und meistens mit Brot, Konscrvcnsuppe oder Speck zufrieden sein mußte. Wir haben jetzt eine Bitte an Euch: Helft, daß das dumme Gerade über uns bald verschwindet. Macht die Schwätzer daraus ausmerlsam, wie tveh sie uns mit diesem ungerechtsertigtcn Verdachte tun. Derartige Leute sollten nur mal eine Nacht zähneklappernd, naß bis aus die Haut, mit uns in einem Erdloch liegen und -„gedeckt mit einer feuchten Decke, vor Nässe dampfend, zu schlafen versuchen. Trotz alledem sind wir wohl und munter und hoffen noch manchen Erkol g zu erlagen, um unserem Vaterland und unserer Stadt Gießen alle Ehre zu machen. Macht Euer Verfehlen durch andere freudige Nachrichten rind Liebesgaben wieder gut." ** ,,B i s ch w« i le r" W e i h n a ch t s g a b en. Die Aufforderung, die vor einigen Tagen in dieser Zeitung an die Einwohner unserer Stadt und ihrer Umgebung gerichtet worden ist, auch das gegenwärtig im Schützengraben liegende und Bereits wohl bewährte „Bischweiler" Bataillon mit Liebesgaben zu bedenken, hat eine gute Slättc gesunden. Mit dankbarer Freude iverden die Eltern und Freunde der jungen Truppen hören, daß eine große Fülle von lvcrtvollen Gaben und Geldsendungen in kürzester Zeit an den Ausschuß ab- gelicsert worden ist. Auch die Mitglieder der Universität haben auf eine Aufforderung des derzeitigen Herrn Rektors in höchst dankenswerter Weise eine stattliche Summe zusammengebracht. Besonders heben wir cs auch hervor, daß sich unter den nicht mit Namen bezcichneten Gaben auch solche besanden, die offenbar aus ganz armen Häusern stammten, nnd ferner, daß sich besonders einige Klassen der Mädchenschulen durch sinnige Spenden ausgezeichnet haben. So haben auch wir die allgemeine Opserwilligkeit, das schönste Zeichen unserer großen Zeit miterleben dürfen. Allen freundlichen Spendern sagen ivir im Aamcn unserer tapferen Söhne unseren herzlichsten Darrt. Ihre Gaben werden es bewirken, daß auch die weniger Bemittelten unter unfern jungen Soldaten, die von den Ihrigen teine oder nur wenig nmsangreichePakcle haben erhalten können, oeS WeihnachtsfesteS froh werden können. Ta sich das hiesige „Rote Kreuz" >vie aller ans Gießen hervorgegangener Truppenteile so auch des „Bischweilrr" Bataillons fürderhin annehmen lvird, hat der Ausschuß beschlossen, von den noch vorhandenen Ueberschüssen dem „Rolcn Kreuz" eine beträchtliche Summe zuzustcllcn. —l. ** Kricgssür sorge der Landesversiche- r n n g s a n st a l t d e s G r o ß h e r z o g t u m s H c s s e n. Um de» Kommunalbehörden die Fortführung öffentlicher Arbeiten zu ermöglichen und zur Auszahlung der Unterstützungen an die Familien der im Felde Stehenden hat die Landes- vcrsicherungsanstalt den hessischen Kreisverwaltungcn und einzelnen Gemeinden bisher etwa fünf Millionen D a r l e h n zur Verfügung gestellt. Zur Milderung der durch den Krieg in Ostpreußen verursachten Notlage hat sic sür Liebesgaben 2000 Mark bewilligt und der Landesversicherungsanstalt Elsaß-Lothringen zur Verstärkung ihrer Barmittel ein Darlchn von 500 000 Mark überwiesen. ** Postverkehr mit Kriegsgefangenen in Rußland. Von jetzt ab sind auch nach und aus Rußland Postanweisungen für Kriegsgefangene oder von solchen zugclasscn. Die Postanweisungen »ach Rußland (Meistbetrag 000 Rubel) sind auf der Vorderseite des für den Auslanosverkehr bestimmten Vordrucks mit der Adresse „Königlich Schwedisches Postamt Malmö l Upa., Schweden" zu versehen, während die Adresse des Empfängers der Geldsendung ans der Rückseite des Abschnitts genau anzugeben ist. An der Stelle, die sonst sür die Freimarke» zu dienen hat, ist die Bemerkung „Kriegsgefangenensendung. Taxfrei" anzubringen. In Malmo werden die deutsch-schwedischen Anweisungen in schwedisch-russische und die russisch-schwedischen Anweisungen in schwedisch-deutsche umgeschrieben. Kreis Wetzlar. w. Wetzlar, 22. Nov. Tie Stadtverordneten sind dahin schlüssig geworden, daß der Januarmarkt, der von der Regierung n»i drei Jahre genehmigt war (bis 1915), eine dauernde Einrichtung werden soll. Die Märkle wurden wie lolgt vorgcichlagen: 12. Januar, 23. Februar, 22. März, 5. und 26. Avril, 24. Mai, 14. Juni, 12. Juli, 23. August, 26. September, 4. Okiober, 19. November und 13. Dezember. — E b r i n g s h a » s e », 22. Nov. Kreisstraßciimeisler B i e l e ck c blickte m d er vergangenen Woche aus eine 3 5 j ä h - r i g e Dienstzeit zurück. Hessen-Nassau. si Marburg, 22. Nov. Die Stadtverwaltung ist i» eürigklcr Weise bemüht, durch Schassnng von Arbeitsgelegenheit jeglicher Art die Horten, ivclche der iirieg nut sich bringt, nach Möglichkeit z» lindern Vom nächsten Dienstag ab wird auch in einem der Stndt gehörenden Hause »eben dem Ratbanle eine Volksküche eingerichtet »nd zwar zunächst sür die Wintermonaie Mil Rücksicht ani die KriegSnot dürste sich die letztere Einrichtung jedenlallS diesmal bester bewähren als vor eliva ze» Jahren, >vo die damals eingerichtete Volksküche mangels genügender Inanspruchnahme ivleüer cingehen inusttc. X Hanau, 22. Nov. Bei dein Versuche, i» hiesigen Bijouterie- sabriken Gold auszukanien, sind zwei Kansieule aus Char- lottcnbiirg vo» der Polizei s e st g e » o m m « n worden. Ter Fang kann als gut bezeichnet iverden denn e- ergab ft daß die beide» Kausieute bereits in einigen andere» deutschen Städten Gold sür das Ausland nuigekanjt halte». Sie waren im Besitz reicher Geldmittel »»d belasten 'Auslandspässe. X Schlüchtern, 28. Nov. Der Land rat des hiesigen Nreiles, B a l e »l i n e r, der als Rittmeister der Res. im 3. Garde- Ulanen-Regiinent dient, hat iür einen schneidige» »nd ersolgreickten, teilweise im heiligsten ieinülichen Feuer zurückgelegtcn Aniklärungs- rilt das Eiserne Kreuz erhnllen. __ h. Frankfurt a. M., 22. Nov. Im Stadtteil Sachsenhausen »mrde die Wagnerei von Weste nbcr g e r durch ein G r o st - scuer nahezu eingeäfchert. Die Feuerwehr hatte mit st Schlauchlinien 4 Stunden zu tun, um des Feuers, das die Nachbargcbäude schwer gefährdete, Herr zu werde». Der Schaden ist bedeutend. — Ein Brand zerstörte die reichen Vorräte einer Drogerie im Lcder- weg. — T« Magistrat der Stadt beantragte bei der Stadtvcrord- netenversamnilung die Bewilliguug von 250000 Mark zu Erweiterungen der st t ä d t i s ch e n K r a n k e n a n st a l t in Sachsenhausen. Wie der Magistrat bei der Aufstellung der Kostenanschläge mitteilt, ist bei Kdein Posten aus äußerste Sparsamkeit i Rücksicht genommen. vermischte». ' Ein Enkel Bis niarcks im Felde. Die letzte Ausgabe des .Militär-Wocheublaltes' meldet die Beförderung vor 14 Unlerosftziercn des Regiments der Gardes du Corps zu Fähnriche». Der jüngste dem Tiensialier nach ist der U n t e r o i i t z i er Gras von B i s », a r ck - S ch ü n h a u s e n. Es handelt sich um einen Enkel des Alt-Reichskanzlers, nämlich »m den an, 2>>. Ala, 1896 in Königsberg geborenen Graten Nikolaus v. Bisniorck Schönhause», den einzigen Cohn deS Grasen Wilhelm v. Bisniarck. ^ E i n e C t r a st c n u m! a n s u n g in Berlin. Ter von dem Potsdamer Platz nach dem Brandenburger Tor sührende Ztrastenzug, die i r ü h e r c K ö n i g g r ä tz e r Straße, wurde heule in seierlicher Weise aus den Namen „B u d a p e st e r Straße" n in a e t a n s t. Tie Straße war in den ungarischen Fa> ben und mit Kränzen geschmückt. Oberbürgermeister W e r m u t h letzte den Bürgermeister von Budapest, Barczy, von dem Tansakt durch ent Telegramm in Kenntnis, in welchem er gleichzeitig die ausricktigsle Bewunderung und die Sympathien sür die Helden mütige ungarische Naiion und ihre schöne Hauptstadt anSdrücktc. Tas Denkzeicben sür das herzliche sreundschaitliche Einvernehme» der beiden Städte werde auch »och die Nachkommen an eie große Zeit gemahnen, die zivei mächtige Völker sür den Kamps um ihre höchsten Güter zusainiiienschmiedcle. vüchertisch. — D i c „Nationale Rundscha u", Zeitschrift für deutsches Geistesleben. (Verlag: Georg Gornitzka, Buchhandlung, L« lim Wilmersdorf, Motzstraßc 49) bringt in dem vorliegenden l.Hest eine Auswahl beachtenswerter Beiträge ans der Fcd« bestbe- laniit« Persönlichkeiten. Ter Gedanke, h«vorragendc Militärs, Wissenschaftl« und andere Autoren als Mitarbett« für ihre Spezialgebiete hcranzuziehcn, kann nur sympathisch begrüßt wer- dcn in dies« Zeit, in der mehr denn je auch die große Masse der Gebildeten dos Bedürfnis empfindet, den Worten und Aus- sülrungen von berufenen Führern deutschen Geisteslebens zu lauschen. So finden ivir in dem, seinem Inhalt entsprcckzend schlicht nnd ivürdig ausgestotteteil Heft nach einer gewandt geschriebenen Einführung, die in Form einer „Umschau üb« die Nation" die Begriffe des echten und falschen Patriotismus behandelt und getreu ihrem Wahlspruch „Ueber alles die Wahrheit" einige beherzigenswerte Ausführungen bringt, eine kurze Abhandlung des Geh. Rcg.-Rat Prof. Tr. B. Haendcke (Königsberg! über d:c „Belgischen Franktireurs und die Kunst Belgiens", iu der dieser hervorragende Kunstsorsch« die Kunst der Belgier mit dem Wesen dieses Voltes in Einklang zu setzen v«sucht. Der Hauptaussatz des vorliegenden Heftes ist ab« zweifellos eine von größter Sochtcnntnis zeugende Skizze des LberitteutnaMs z. D. Pro,. Tr. h c. P a u l P o ch h a in m er ü br r Ge n er a l o b e r ft v. H i n d c n b u r g , den Sieger von Tannenberg. Die hochaktuellen Llussührungen Pochhammers über den militärischen Werde- gang des Befreiers Ostpreußens sind in ihr« Ausführlichkeit und aus der berufenen Feder seines einstigen Lehrers an der B«liner Kriegsakademie zweifellos als ausgezeichnete Quelle für spätere Biographen dieses genialen Mannes anzuirreck>cn. lieber die sehr wichtigen „sttahrungsmitteisragen des Krieges" äußert sich in hochinteressanter Weise der bekannte Berlin« Physiologe mid Univttsstätsproseswr Tr. Berg eil, während ein fesselnder Aussatz über „Kriegsmusik" aus der Feder des Musikschriststellers Tr. Paul Bruns de» Beschluß dieses reichhaltigen Sbeites bildet. Aus der Anzeige des Inhaltes des nächsten Heftes ersehen wir, daß darin Beiträge des Wirkt. Geh. Ober-Kousistorialrat und ttzcucralsuperintendcnt der Kurmark Paul Köhl«, Pros. Ehristo- sani (Wien), Paul Tehu, Kadettenhauspfarr« Gruhl u. a. ausgezeichneter Autoren enthalten sein w«den. wöcyeirtk. Uedersicht der Todesfälle i. d.Ltadt Sichen. 45. Woche. Vom l. bis 7. November 1914. Sterblichkeitsziffer: 38,5 »/«, nach Abzug von 4 Octsire »den 31.6 Einwohnerzahl: angenommen zu 32 960 (inkl. 1606 Mann Militärs. Kinder Es starben am Zusammen: Erwachsene: im vom 1. Lebensjahr: 2.—15. Jahr : Altersschwäche i 1 — — TnvbnS l.Krieqs 1 1 — — Lungenenljündimg 2 (1) 2(1) — — 'Abzehrung d. Kinder 1 (1) — Kl) — Gallensteinen 1 (1) 1 (1) — — Bruch, eingekl. 1(1) 1 (1) — — Nierenlchrumpsiiiig 1 1 — — imbek. Ursache 1 — 1 — Kriegsverletzungen (in Frankreich ge» sallene Gießencc) 15 15 Summa: 24 (4i 22 (3) 2 (1) — A n m.: Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viel der Todesfälle in der betreifeniden Krankheit ans von answätts nach Gießen gebrachte Kranke konimen. Amtlicher Wetterbericht. Oesfcntlichcr Wetterdienst, Gießen. Wetteiaussichtcu in Hessen am Dienstag, den 24. Nov. 1914: Wollig, ooch meist trocken, kalt, wechselnde Winde, Letzte Nachrichten. Schweres Eisenbahnunglück. (WTB.i Stendal, 23. Nov. (Amtlich.« Das Königs. Eisenbahnbetriebsamt Stendal teilt amtlich folgendes mit: Heute nacht ist der v-Zug Berlin—Köln auf einem lieber holungsgleis auf dem Bahnhof Schönhauserdamm auf den Güterzug 3950 aufgefahren. FünfPersone nsind tot, zwölf verletzt, darunter zwei schwer. Ter Ma terialschaden ist nicht erheblich. Die Ursache des Unglücks ist vermutlich Ueberfahren des Haltesignals. Die Untersuchung ist noch nicht abgeschlossen. Verurteilte Kriegsverräter. Neu-Breisach, 23. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Das Kriegsgericht verurteilte den ehemaligen Fabrikdirektor Wagner ans Mülhausen wegen Kriegsverrats zu drei Jahren Zuchthaus. Wagner hatte einem französischen Offizier eine Karte gegeben und ihm das Gelände erklärt. Weiter verurteilte das Kriegsgericht drei aicdere Angeklagte aus Mülhausen wegen Äriegsverrats zu je vier Jahre» Zuchthaus nnd zehn Jahren Ehrverlust, iveil sie einen dent scheu Reisenden wegen angeblicher franzosenfeindlicher Aeußernngen der sranzösrschen Wache angezeigl hatten. Der Reisende war verhaftet, später aber wieder f r e i g e 1 a s s e n worden. Verantwortlich sür „Feuilleton", „Gerichtssaal" u. „Vermischtes": I. V.: August G o c tz. Zur Desinsektion lhutz der Mund' und Rackenbildle. als» »is Oliv 911 A-IIIIIV .M.v in u tllO it< vor Ansteckung, bewäliren nry die erornlnnnut-Tnblcttcu Firma Bauer £ Eie.. Berlin. Zur Verscnkmnn nn unsere -ieger. die im Felde den Nnbllden der Kalte, Raste »nd WitternngS' nschläae täglich ai,Sae>coi sind-etzineni» besonders die„Formamin,. Advostbricivackiina". die m t'lvoibekcn und Drogerien erhältlich . Es lei ausdrücklich nn» den der heutigen Nummer beiliegenden Aufruf! Am Mittwoch, den 25. November 1914, abends 7 l / 2 Uhr, findet im Stadttheatcr eine ^est - Vorstellung zur Feier der Geburtstages 5r. König!. Hoheit des Grotzherzogs statt. 1. Vorspiel zu der Oper „Titus" von Wolfgang Amadeus Mozart, ausgcführt unter Leitung des Grotzh. Musikdirektors Krautze; 2. Gastspiel des Hosschauspielers Oskar Bohn6c vom König!. Hoftheatcr in Kassel: V von Friedrich von Schiller. JerZikiliertragwikdjilkulsiexstrHjiitkrblikbemülikilllkiitrkicsikükrllkriiieiiSkt Ich ersuche die Bürgerschaft, durch zahlreichen Besuch den vaterländischen und wohltätigen Zweck der Borstellnng in vollem Matze sicherzustellen. Der Oberbürgermeister: Keller. 11 692u Stadäiheater Giessen Direktion: Hermann Steingoetter. Mittwoch, den 35. 5fov. 1914, abends VI, Uhr. Gewöhnliche Preise (ermäßigt). Gntecbeine haben keine Gültigkeit. Fest-Vorstelflung znr Feier den Gebiirtsta^cis Sr. Kbniel. Hoheit den Großherzo;?** von Hessen und bei Kheln. Der Reinertrag ist für die Hinterbliebenen von gefallenen Giessenern bestimmt. Ouvertüre zu .Titus von Wolfgangs“ Amadeus Mozart; ausgeführt unter Leitung des Großh. Musikdirektors Krauße. Hierauf: CinKtnplel des Hofschauspielers Oskar ftohnec vom Königl. Hoftheatcr in Kassel Wallensieens Tod Dramatisches Gedicht in 5 Aufzügen von Friedrich von Schiller. Ende gegen 10V S Uhr. Soldaten, vom Feldwebel abwärts, zahlen bei allen Vorstellungen an! II. nnd III. Parkett nnr halbe Preise«. '■«»(.' Marine-Verein. (SS aingcn weiter an Liebesgaben ein; 11891D Albert Sioll Mk. 5.—, Loko»iotiv!iihrer und Anwärter Mk. 7,0.—, Karl Gras Taschenlampen und Batterien. Fabrikant Heb Ziaarren, Fabrikant Wiesen Zigarren. Fabrikant W. Hornberger Tabak, F. Kann Sühne Kognak. Den Gebern sei hier herzlich Dank gesagt. Bis zum 5. Dezember I. CI. werden noch Liebesgaben sür die Weihnachtssendung sür die II. Marine- Division in Gent und die übrigen Marineiruppen bei Gg. Hebstreit, Klinikstr. 21, entgegen genvinmen. Giehen, den 24. November 1914. Der Vorstand: __ Gg. Hebstreit. _ W. Schmidt. Feldpost! Wiederverkaufer! Vorschriftsmäßige ÄcIressen-Vordrucke zum Aufnähen auf Pakete Pappe-Kartons in T“ 6 “ Isa. Oeltüdi in Bogen und Rollen empfiehlt f 11694 Kxha Nlarke Ne ue»-jf.Weinert,dessen T ?, 1 ® p ^ n weg 9 Buehdruckerei u. Paplernaren-Rroßhandliins Lichtspiel-Haus \nr bis Dienstag, den 21. Xovember: l Filmschauspiel Außer dem vorzüglichen sonstigen Programm noch 1. Ostende im Zeichen des Krieges. 2. Einzug deutscher Truppen. 3. Artüleriekampf in den Dünen 4. Deutsche Matrosen bringen eroberte belgische Schnellfeuergeschiitze an der Ostender Strandpromenade in Verteidigungsstellung. 3. Englisches Schiff in Sicht. 6. Beobachtungsposten in den Dünen. 7. Beschießung eines englischen Fliegers. 8. Lille, um Einsturzgefahr zu vermeiden, werden die Reste der zerstörten Häuser niedergerissen. BliliUr ohne Ckarge zahlt werktags die Hüllte. 1 eldpsBt-’Pakete 11546 Zahnbürsten. Seifen, Zahnpasta nnd Honda asser (Odol im Feldpostbrief), etc. etc. Hantcrcme Kosrrak, Arrac.Rom Wein und Punsch Tabak, Zigarren nnd Zigaretten, Kaffee-, Tee- und Kakaotabletten, Schokolade Kola pastillen, Pfefferminz, Frost- and Prttscrvatlvcreme, Formamint, Verbandstoffen, Leibbinden, Ohrenschützer liefert ver-andfertis Kreuz Drogerie August Noll Bahnhofstrasse 51. Gegründet 1888. Fernsprecher 2082. Bestellungen für Weilinachtspakete jetzt schon erbeten. Konsumverein Men-Buseck e. G. m. u. H. Generalversammlung Sonntag, den 2». November, abends 7 Uhr, im Saale der Witwe Becker dahier. Tagesordnung: 1. Ergänzungswahl des Aussichtsrats. 2. Gewährung eines Weihnachtsgeschenks für die im Felde stehenden Mitglieder. 3. Verschiedenes. U6S1 Für den Vorstand: Für den Ausstchtsrat: Vogel, Direktor. L. Einhäuser. | Verschiedene \ Mansardenwohnung sofort su vermiete». (171177 Vidier Str. 19. 6 Sir.c kl. Wohnung zu penn, tlliltcrgofic 28. 08014 Suche 4 ei Wohnung mit Vager, niriit weil o. Bahnkoi. Schrift!, Angebote ». 08010 a» den Gieh. 2t»seiger erb. Mehr.tiiA.Hcm» zum Besuch von Privaten sür de» Berkaus eines her vorragenden 11003 Kriegsartikels geiudit. Jedermann Käufer. Kein Besuch ohne Erfolg. Zu meide» Dienstag von 7—9 lthr Sjo tcl Pi ktoria. Reichlichen Verdienst bietet der Vertrieb unseres neue ue n Kriegsatlayes 10 Seiten stark, in hochseiner Anssuhrg. Probeeremvlare franko gegen Einsendung von 23 Psg. in Briefmarken. ("•“ ». 2 (l)üf| & Cie. t S oiüiichr», Herrenstrahe li. 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