m. 2Z4 Der Sietzener Anzet-r, ericheinl läqlich, «über Somilaq?. — BeUaqen: vier»!«! wöcbenüich SichenerKamilienblätler: zweimal io6ebfntt.KrtU= blatl sörden Kreis Sieben (jiuistnfl nnbRveimfl); zweimal monnll lmid- wirljchasiliche aeirf tagen Feriilvi eck - Anschlüsse: IürdicSchri>tleilu»gl12 Perlaa.GeschäilsstelleLI Adresse llir Dralilnach- richlen: Snzeiger Siehen. Annahme von Anzeigen für die TaqeSnuiinner bis vormillags 9 Uhr. Erster Blatt M. Jahrgang Samstag, 21. November J9J4 SezuqSv re>»: nionatl. 75 Ps., viertel- jä'hrl, Mk. 2.20: durch Abhole- u. Zweigslelleu monall 65 Ps.: durch diePost Dik.2.—oiettel- jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenprech' lokal l5Pj., ans,». 20 Ps. — Haupi- schriitleiler: Auq, Goetz. Verantwortlich lür bei» volit. Teil: Auq. Goetz; sür „Feuillelon", ,Der- niischles" und„Gerichl'L- saal": Karl Oieurath; sür .Stadl und Land" : Rotationrdruck und Verlag der vrühl'schen Univ.-Vuch- und Zteindruckerei R. Lange. Zchristleitung. Sefchäftzstelle u. Druckerei: Schulftr. 7. Anzeigenteil:' H. Beck. General-Anzeiger für Oberhessen Zortdauer der Nämpfe in Russisch-Polen. An den Gräbern der Toten. Grob«sDauvtquarti«r,20. Nov., Vvrmiltags. (WTB. Amtlich.) In Westflandern und in Nordsrankreich keine wesentlichen Aenderungen. Der ausgeweichte, halbgesrorenc Boden und Schneestürme bereiteten unseren Bewegungen Schwierigkeiten. Ein französischer Angriff bei Combres, südlich Verdun, wurde abgrwiesen. An der Grenze Ostpreußens ist die Lage unverändert. Östlich der Seenplatte beniächtigten sich die Russen eines unbesetzten Feldwerkes und der darin stehenden alten, unbeweglichen Geschütze. Die über M l a w a und L i p n o zurückgcgangenen Teile des Feindes setzten ihren Rückzug fort. Südlich Plozk schritt unser Angriff fort. In den Kümpfen um Lodz und östlich Czcnstochau ist noch keine Entscheidung gefallen. Ober st e Heeresleitung. Der auffchäumcnoe Haß des ersten Kriegsmonats ist im deutschen Lager einer stillen Entschlossenheit gewichen. Selbst die Russen, die auf den ostpreußischen Fluren wie die Hunnen gehaust haben, werden —■ Hindenburg hat es in milden Worten jenem österreichischen Besucher gesagt — ohne Wut und ohne aufgepcitschle Leidenschaft bekämpft, Nur der Wille, zu siegen oder KU sterben, hat seinen sinstersten Ernst bei irns bewahrt. Der Krieg muß, so überzeugte uns der Meister des Ostens, mit llnerbiÄichßeit geführt werden, denn damit konunen wir dem ersehnten Frieden näher als durch Halbheiten, hiebet Eure Feinde"; das amtliche Organ der deutschen Reichsregiernng erinnert an dieses christliche Gebot, das den Gefangenen und Verwundeten gegenüber jeine Geltung behalten soll, zu keinem ungelegenen Zeitpunkt. Deutsche Gemüter werden deS morgigen Sonntags der Toten nicht vergessen und sich erinnern, was sie den Lebenden schulden. Die Kämpfer haben keine Rast genracht. Unerbittlich dringen unsere Braven über die hinderlichen Wasserstraßen Flanderns vor; ohne Beispiel ist, wie wir aus dem Munde der Feinde hören, das Ungestüm, mit dein unsere jungen Truppen nach der Palme des Sieges ringen, und im Westen herrscht derselbe tapfere, aber ritterliche tzläannesgeist wie im Osten. Wir haben keinen allgemeinen Waffenstillstand, um die Toten zu bestatten. Frankreich hat, vor Verdun, jüngst ein solches Angebot abgelehnt, und deutsche Heerführer werden es so leicht nicht ivieder- iwlen. So scheint es, als lehrten wir zu der todesschaurigen Nibelungen-Not zurück, da der düster malenden Sage nach die Helden das Blut der Gefallenen tranken. Mer christliche Lehre Irat die germanischen .Herzen seitdem bereichert, und in vielen Briefen wird uns dargetan, >vie zwischen den Schlachten die Hügel der Toten errichtet und mit den Zeichen des Kreuzes versehen werden, und auch vor den gefallenen Feinden wurden dieHäitpter entblößt. Christlich-germanische Kultur hat auch die homerischen Heldensitten gemildert, und vor unseren Augen erscheint heute mit Schaudern das Bild des schrecklichen Siegers, der Priamns' Sohn hinter Pscrdes- hufen vor den staubigen Wüllen Trojas umherschleifte. Dennoch, auch der Gricchenheld zollte der Trauer Priams ihren Tribut, und die Totenfeier an den Ufern des Skaman- bers trägt die Züge seinen Menschentums. Wir aber können morgen cm vielen fernen frischen Gräbern nicht das gewohnte Gebet verrichten. Unsere thedanken wandern suchend umher, und der gewaltige, Massen vernichtende Dod auf den Schlachtfeldern ruft nach einer andern Einkehr in uns selbst. Tie Ehristenfrage: Tod, wo ist dein Stachel, Hölle, wo ist dein Sieg - wird beantwortet auch mit anderem denn nur religiösem Trost. Ter Heldentod fürs Vaterland führt jenen kategorischen Imperativ zum Siege, den einer der tapsersien Geisteskämpfer der Deutschen, Immanuel Kant, uns mit so inännlükiem Ernste vor die Seele gerufen hat. Vor der (Ä-ewatt dev großen Ereignisse verstummt die Klage des Einzelnen, und wir lernen, besser als im Frieden, über die Fahre hinwegdenken. Aber das harmonische Bild des friedlichen nn- entdeckten Landes, das dennoch ein Boecklin mit der Fackel des Sehers gefunden hat, leuchtet uns heule nicht? Schrecken und Grausen umtoben die Stätten, 100 die Toten ruhen, losgetrennt von allen Lieben, entbehrend das tröstliche Geleite und den wonniglichen Gesang aus Kindermund, mußten die Toten in die Grube fahren? Nein, der Tod ist immer derselbe, wie und uro er kommen mag, nndl der ewige Schlaf Hai das Lächeln des Friedens. Wollen wir nicht auch bei der größten Häufung von Not und Trauer, bei der Suche nach der Wahrheit bleiben? Michel de Montaigne, einer der feinsten Geister der Franzosen, scheint uns heute ans seinem Grabe die Worte nachzurufen, die er vor mehr denn 300 Fahren einmal geschrieben Iwt: „Fch holte in der Tat dafür, es müssen die trostlosen Gesichter und die schauderhaften Anstalten sein, womit wir den Tod umgeben, die uns mehr ängstigen als er selbst." Und er zählt auf, was so furchtbar und schrecklich sei: das Geweine, die Besuche von gerührten, niedergeschlagenen Menschen, blasse Bediente, brennende Kerzen, ein von Priestern und Klagenden umzingeltes Bett. ,Sollen wir, so fragt der jranzöstsche Weise, nicht den Sachen ebenso die Masken abnehmen wie den Personen? Dem Tod jeden Stachel rauben und der Hölle ihren Sieg? Die Lage in Flandern. London, 19. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) „Evening Post" meldet aus Rotterdam: Von« Dienstag bis Mittwoch war der Eisenbahnverkehr in Belgien eingestellt. Dies ist ein Zeichen, daß ein neuer Angriff in Flandern und ein Vorstoß nach Calais mit verdoppelter Kraft bevor steht. Tie bloße Tefensivkraft der Franzosen und Engländer. Mailand, 20. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Im „Cor- riere della Sera" schreibt der Militärkritiker Angelo Gatti: Frankreich besitzt heute nur noch eine Tefensivkraft (korea äi resisteiwa). Hier eingetroffene vertrauenswürdige Nachrichten besagen, daß das sranzösische Heer sehr erschüttert ist, wenn es sich auch nicht in kritischer Lage befindet. Die sranzösische Kämpfesweise, ans taktischen Gründen ausgesprochen descnsiv, hat den Vorteil, daß die französischen Osfiziersverluste nicht so grvß sind wie die deutschen, also die französischen Truppen heute, was di« Führung'anbetrifft, sich in besserer Lage befinden. Die Reihen der Franzosen, sind nicht so sehr durch Verluste an Doten und Verwunderen gelichtet als durch Krankheiten. Tiefe Verluste sind sehr beträchtlich. Von der Kavallerie scheint schon ein großer Teil insolge starker Sterblichkeit der Pferde zu Fuß zu kämpfen. In ähnlicher Lage scheint sich die Artillerie insolge der Verluste an Bespannung, zu b«linden, wenn mich bei ihr der Mangel nicht in demselben Mähe zutage tritt wie bei der Kavallerie. Um die Lücken bei den Truppen auszufüllen, wurden die Männer über 47 Jahre zum Eintritt aufgefordert, wobei ihnen die Erleichterung gewährt wurde, daß sie sich den Dienstort wählen dürfen. Für diejenigen, die der Aufforderung nicht Folge leisten, ist ein Massenaufgebot angelllndigt, das keinerlei Vergünstigung gewähren soll. — Auch England, so schließt der Verfasser seine Ausführungen, besitzt unter denr heutigen Gesichtspunkt nur eine Defensivkraft gegenüber der lebendigen Kraft der Deutschen. England wird seine Defensivkraft nicht in lebendige Kraft umwandeln können, wenigstens nicht vor Ablauf einiger Monate. Starke Verluste der algerischen Truppe». Berlin, 20. Nov. Ter „Berl. Lok.-Anz." meldet aus Genf: Die zwischen der Oise und Aisne zum Ersatz ^eingestellten algerischen Abteilungen erlitten gestern bei T r a c y l c Val ungewöhnlich starke Verluste. Eine ttebcrbrückung des Ucbcrschwemmungsgebiets in Flandern. A m st e r d a m, 20. Nov. Der Korrespondent der „Tijd" meldet aus Dünkirchen: Obwohl die Ueberschwemmungen die Kriegshandlungen an der Mer sehr erschweren, erwartet man nicht, daß die Deutschen die Mer-Linie auigcben werden. Es ist nämlich eine große Anzahl von Pionieren mit Brückenmaterial hier angckommcn und alles deutet darauf hin, daß die Deutschen sich mit dem Gedanken tragen, das Ucbcrschwcmmnngsgebiet zu überbrücken. Grausamkeit der französischen Kriegführung. Köln, 20. Nov. lWTB. Nichtamtlicki.) Die „Köln. Zeitung" meldet: Wir sind im Besitz von photographischen Ausnahmen, die unsere Militärbehörde von französischen Jnsantericgeschossen Herstellen ließ, die einen unwiderleglichen Beweis für die Grausamkeit der französischen ^Kricgs- sührung bilden. Bei diesen Geschossen sind am Spitzen- ende zwei Drähte angelötet, die hernntergebogen sind. Wenn nun das in den Körper eingedrungene Geschoß aus dev Wunde entfernt werden soll, zerren und reißen die Drähte und verursachen entsetzliche Sckmrerzen in der offenen Wunde. Deutsche Fliegerpscile. Wien, 20. Nov. In dem Feldpostbrief eines deutschen Fliegers vor Verdun wird erzählt, daß die deutschen Flugzeuge und Lenkballons jetzt auch Fliegerpfeile — aber bessere als die Franzosen — haben. Auf jenen Pfeilen steht lakonisch: „Invention framcaise — Fabrication allemande." (Französische Erfindrmg — Deutsches Erzeugnis.) (Neue Freie Presse.) Sendungen von und nach Frankreich. Berlin, 20. stttw. (WTB. Amtlich.) Nach Mitteilung der Schweizerischen Postverwaltung läßt Frankreich Po st Pakete mitWertangabe von Kriegsgefangenen und für solche nicht zu. Es dürfen also n u r P 0 st - Pakete ohne Wertangabe und ohne Nachnahme angenommen werden. * s * Die Kämpfe in Russisch-Polen. Wien, 20. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wild Verlautbart : 20. November mittags: Auch gestern hatten die Verbüi> beten in Russisch-Polen überall Erfolge. Die Entscheidung ist noch nicht gefallen. Die Zahl der gefangenen Russen nünmt zu. Vor Przemysl erlitt der Feind bei einem sofott abgeschlagenen Versuch, stärkere Sicherungstruppen näher an die Südstoni der Festung hcranzubringen, schwere Verluste. Der Stellvertreter des Chefs des Generalttabs: v. Döfcr, Generalmchor. Das russische Hauptquartier nach Warschau zurückverlcgt. Kopenhagen, 20. Nov. Wie die Blätter aus Petersburg melden, wird eine teilweise Rückkonz cntri^e- r u n g der russischen Heeresmasscn auf Warschau in dem Tagesbericht der „Petersburger Tclcgraphen-Agentur" zugegeben. Das große Hauptquartier der Nordarmee ist von Skcr- nowizy nach Warschau rückverlegt worden. Ein Telegramm des Kaisers. B e r l i n, 20. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) DerKa i scr hat aus das gestrige Huldigungstelegramm der Schiffsbau t e ch n i s ch e n Gesellschaft, deren Protektor er i,t, folgende telegraphische Antwort gesandt: „Der diesjährigen Hauptversammlung der Schifssbautechnischen Gesellschaft sür die freundliche Begrüßung meinen wärmsten Dank! Ihre Neue Friedens arbeit hat mit zu den bisherigen» Kriegsersolgen beigettagen. Ich freue mich über die Zuversicht und das zielbewußte Schaffen der deutschen Industrie, die sich auch in dieser ernsten Zeit als eine kräftige Stühje des Bater-- landes erweist. Gott der Herr gebe auch seriver unseren Wasic» zu Wasser und zu Lande den Sieg! Wilhelm I. k." Präsident Wilson als Friedensvermittler. London, 20. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Die „Times" erfahren aus Washington vom 18. November: Die „Associated Preß" veröffentlicht einen inspirietten Artikel über die Auffassung des Präsidenten Wilson von seinen Pflichten als Friedensstifter. Amerika werde erst dann seine Vermittelung anbieten, wenn e i n e r oder mehrere Kriegführende ihre Bereitwilligkeit angezeigt hätten, das Anerbieten anzunehmen. Ter Präsident! sei der Ansicht, daß die Vereinigten Staaten bereits iniorniell und formell ihre Bereitwilligkeit, gute Dienste anzubieten, gezeigt hätten. Es würde nur Voreingenommenheit gegen ihren etwaigen Einfluß schassen, wenn sie in dem gegenwättigen Zeitpunkte mehr tun wollten. Der Präsident deutete an. daß er zwar gern mit anderen neutralen Staaten zusammenwirkeii würde, aber damit nicht den Anfang inachen wolle, bis eine der kriegführenden Parteien ihre Bereitwilligkeit zeige, eine Vermittelung durch eine Gruppe neutraler Nationen in Betracht zu ziehen. Der organisierte Diebstahl. (WTB.) Wien, 20. Nov. (Nichtamtlich.) Aus dem Kriegspressequarticr wird gemeldet: Zuverlässige Berichte ans den von den Russen besetzten Teilen Galiziens besagen, daß die Russen ganze Eisenbahnzüge voll Wertgegenstände nach Rußland abschieben. Vom serbischen Kriegsschauplatz. Wien, 20. Nov. (Nichtamtlich.) Vom südlichen Kriegsschauplatz wird amtlich gemeldet: 20. Nov.: Die Partiellen Kämpfe an der ganzen Front dauern fort. Der Angriff auf die befestigte Stellung von Laza- r e v a c macht günsttge Fortschritte. Gestern wurden sieben Offiziere linbfitiO JBann gefangen genommen. Es herrscht eine ungünstige Witterung; ans den Höhen liegt der Schnee ein Meter hoch. Tic Niederungen sind überschwemmt. Aus dem englischen Unterhaus. London, 20. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Unterhaus. (Verspätet eingetroffen.) Auf eine Anfrage Lord BeresfordS erwiderte Churchill, die Gesamtverlust« der Flotte seit Beginn des Krieges betrugen: 222 Offiziere tot, 37 verwundet, 5 vermißt, 3455 Mannschaften tot, 428 verwundet, einer vermißt. Tiefe Zahlen enthielten nicht die Vermißten von der Seebrigade noch die von der Besatzung der „Good Hope". In den beiden letzteren Fallen seien die Zahlen noch unvollständig. Schätzungsweise betrage die Zahl der Vermißten der Scebrigade 1000 und der Vermißten der „Good Hope" 875. Auch die in Holland internierten Offiziere und Mannschaften der Secbrigado seien in den Angaben nicht enthalten. Auf eine weitere Anfrage erklärte im Namen der Regierung Tennant, daß keine russischen Truppen onrch England auf den westeuropäischen Kriegsschauplatz befördert seien. (Heiterkett.) Sir William B u I l, llnionist, ffagte über die Zukunft der Kanalinscl Herrn an, die vor mehreren Fahren von einem deutschen Fürsten angetanst sei, der allen britischen Besuchern hartnäckig den Zutritt ver- weigerte. Mac Ken na antwortete: Tie Insel war nicht verkauft, sondern wurde von der Krone 1893 an eine deutsche Gesellschaft verpachtet, die Haus und Ländereien an einen deuffchcn Fürsten weiter verpachtete. Ter Zutritt zu der Insel war unter Beschräntnngcn erlaubt. Tie Insel wurde von Ansflnglern viel besucht. Die Regierung forderte die Verwaltung von Guernsey ans, Schritte zu. erwägen, um die deuffchc Pachtung zu beeirden. Die englischen Rekrntenanwerbnngen. Rotterdam, 20. Nov. (WTB. Mchtamtlich.) Ter „Nieuwe Rotterdamsche Courmtt" meldet: Die englische Fußball-Bereinigung beschloß» unter den Sports- leuten Propaganda für die Rekrutenanwerbung zu machen. Ursprünglich wurde erwogen, die Wettkampfe einzustellen. Man wandte sich an die Militärbehörden mit der Anfrage, ob dies gewünscht werde. Die Antwort lautete, daß inan es der Bereinigung überließe. Diese beschloß daraus, die Wettspiele sortzusetzen, aber in den Zwischenpausen kurze Ansprachen halten zu lassen, um zum Eintritt in das Heer anzuspornen, und die sich Meldenden durch MnsiSorps zur nächstgelegenen Werbestation begleiten zu lassen. Die Kämpfe der Türken nnd Russen. Ko n st a n tin op e l, 20. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Wie verlautet, Unterzeichnete der Sultan einen Erlaß, durch welchen dem Infanterie-Regiment, welchem in den Kämpfen von Köpriköi, nachdem es einen großen Teil seiner Offiziere und Mannschaften verloren hatte, gelang, die Anhöhe 1905 zu erobern, die Li a tat- (Verdienst-) Medaille verliehen wird. Ebenso sollen die überlebenden Offiziere und Mannschaften des Regiments Auszeichnungen erhalten. * ch * Bismarcksvolk! Mel.: Auf, mein Deutschland, schirm' dein Haus. 1. Bismarcksvolk so stolz und stark, Treu und edel bis ins Mar k, „Sieh", die Stunde ist gekommen Deiner Kraft und Tugend wert. Daß der Menschheit du zum Frommen Dienest Gott als Richterschwert. 2. Tief in deiner Seele Schoß Loht ein Feuer hell und groß, Deine sieggekrönten Waffen Läuternd in geweihter Glut, Stählend dich zu ernstem Schaffen, Spornend dich zu kühnem Mut. 3. Aus der Zeiten dunklem Schacht - Stieg empor in neuer Pracht, Wie im Lenzessturm geboren. Neuen Lebens Flammcngeist, Bismarckvolk, von Gott erkoren, Sei gesegnet und geprcist! 4. Deinen Hassern rings umher Trotzest du in heil'ger Wehr, Wie die sturmgeveitschten Wellen Bersten an der Selsen Tor, Muß an deutscher Kraft zerschellen Selbst des Satans Höllrnchor. 5 Gott ist Helfer dir und Hort, Fcldgeschrci und Losungswort, Ohne Zittern drum und Zagen Steh'n die Brüder kühn im Streit, Bis im Siegesglanz wird tagen Eine neue große Zeit. 6. Halte aus drum, halte aus! Festgefügt noch steht dein Haus, Trotz Millionen Feindesherden Es umtosen im Verein, — Bismarcks voll, du wirst auf Erden Fürchten nichts als Gott allein. Roemheld. Aus dem Reiche. Berlin, 20. Nov. kW. B. Nichtamtlich.) Das „Reichsgrfttz- blatt" veröffentlicht eine Verordnung des Bundesrats, durch welche Kaufverträge über Schuldverschreibungen des Reichs oder eines Bundesstaates, welche mit einem englischen Stempel versehen sind, sowie die Vermittlung solch« Verträge bei Androhung einer Gefängnisstrafe bis zu einem Jahre und gleichzeitiger Geldstrafe bis zu 500 Mk. verboten werden. Die Verordnung findet keine Anwendung aus Schuldverschreibungen, die seit dem 31. Juli 1914 ununterbrochen sich im Inland« betäuben. Das „Reichsgesetzblatt" enthält ferner eine Bekanntmachung, durch tvelchc die Perordnung bettcffend das Zahlungsverbot gegen England im Wege der Vergettung auch aut Rußland und Finnland für anwendbar erklärt wird. Au» Stavt und Land. Gießen, 21. November 1914. Den Toten. Riesengroß, mit seinen Grenzen sich in Nebel und' No-- dcmberdämmerung verlierend, dehnt sich das Feld, aus dem vor wenig Stunden die Schlacht gewütet, Geschichdoimer gebrüllt. Tausende von Gewehren geknattert haben, die Säbel gesplittert sind und die Trompete die Massen zum Sturme auspeitschtc. Die Hölle mit ihrer Wut und ihrem Tosen hat sich verzogen. Ganz fern rollt noch ab und zu ein Sh ich aus den Kanonen des verfolgenden Siegers. Und die Nacht blickt mtt rätselvollen Sternenaugen vom kalten Himmel aus das in Dämmer und Dmikelhcit sinkende Land. Die Erde will schlafen: und auf dem schlafenden Feld >vollen, viele, viele, die der Tod gefällt, das gleiche. Tausend sttlle bleiche Schläfer träumen so fest, daß kein Kriegswettern sie niehr aus den, letzten Schlummer zu wecken vermag. Sie schlafen den ewigen Schlaf..... .Herbstregen spinnt den grauen Faden; der Wintersturm ist schon, Schneeflocken und spärliche dürre Blätter vor sich herwirbelnd, über die kahle Erde gefahren. 'Der Sonntag der Toten ist in seinem Geleit gekommen. AuS letzten, Astern, Tamiengririi uich Efeu hat auch heute ivieder liebende Erinnerung die Kränze für die Hügel auf l-erbstkahlen Friedhöfen geflochten. In herzzwingender Gcwohnhett schmückt man heute wie stets die Stätten, an denen nach unserem Glauben die Toten dem Gericht entgegenschlasen. Ift's auch nur ein armseliger stiest von dem. was man einst sein Liebstes nannte — das Grab ist immer nock> der treue Halt, an dem die schwankende, dünkte Blume der Erinnerung ranken und blühen kann, lind mit sorglicher Liebe sckMückt heute die Hand des Bettlers nKe die des Reichen die stillen Wohnungen der Toten .... Das Schlachtfeld mit seinen langen Reihen frischer Gräber suchen die Gedanken verKbens. Wir wissen nicht, wo tausenden, die als Helden starben, die letzte Ruhestatt bereitet ist. Der Vorhang ist gefallen und trennt uns mtt den schweren Falten eirrer unsäglich bitteren Wehmut von dem (beschick eines, an dem wir keinen Dell mehr haben sollen. Kein Stein nennt seinen Namen, keine Blume blüht über seinem Grab, keine liebende Hand legt ihm heute den Kranz aus die kalten Schollen, unter denen er bestattet wurde. Das ist das Schwerste: die Wohnungen seiner Toten nicht kennen. Taheim tarn, die Liebe ihren hmligen Schmerz mit den Zeichen treuen Gedenkens versähven. Das Grad auf dem Schlachtfeld aber ist unerreichbar, unauffindbar, und doch wandert heiße Sehnsucht unermüdlich zu den unbekannten Zielen: To tensonuta^ 19141 *, . . Alte Soldatenlieder preisen es als schönsten Tod, vvm Feind erschlagen zu liegen auf grüner Heide. Ihr Empfinden lügt nicht. Aus des Levens höchster Höhe sttrbt der Krieger: WaS allen andern versagt blecht, sein Leben einzusetzen für die als gut und als recht erkannte Idee, das hat er erreicht, und in diesem Augenblick endet sein Lebenslauf. Größeres, Schöneres konnte ihm nicht mehr werden, nachdem der Tod ihm als die Bollendung des Zweckes seines Lebens erschienen war. Es ist wahr, es ist ein langer, endloser Zug, den der Tod vom Kampffelde wegjührte. 'Aber aus den Augen derer, die ihm folgen, leuchten Kraft und Leben, imd wie aus einer unbekannten, besseren Welt dringt es wie ihre Stimme zu uns: „Gedenket, daß Ihr Helden zu Söhnen und Vätern, zu Brüdern und ttzatten hattet." lind deshalb kann und darf es nicht sein, daß unsere Gedanken lieute nicht weiterfliegen, daß sie sich müde und hoffnungslos an den fernen Gräbern niederlassen, daß sie nur von Trauer und Bitterkeit wissen wollen. Das Lied vom Leben und Sterben hat einen neuen Klang erhalten. Der schmetternde, helläugige, sieghafte Hochgesang von Heldentum und Kampfeslust tnngt darein und die jauchzende, lachende Verachtung des Todes. Auf fernen Meeren hat die deutsche Flagge Wochen um Wochen über hundertfach überlegene Meine triumphiert, und das Lied von Deutschlands Herrlichkeit erklang, als unsere Jun^mannschaft auf den Feind stürmte: So bahnen sich unsere Soldaten den Weg zum .Himmel, zu den Scharen der alten Helden und der Väter unseres großen Volkes! Und deshalb sei im .Kriegsjahr 1914 der Totensonntag nicht nur ein Tag sttller Trauer und Erinnerung, sondern auch ein Tag kniebeugeuder Ehrfurcht vor Heldenhaftigkeit und Liebe des Vaterlandes. Der Wind wird in den Friedhöfen der .Heiniat die Kränze bald zerpflücken und verstreuen; die Goldschrift auf Stein und Schleife wird im Regen bleichen; und draußen aus dem Schlachtfeld wird die Natur tu kurzer Frist die Spuren viel- huudert ftischer Hügel tilgen. Aber blülft den Toten draußen keine Blume und grünt ihnen kein Kranz — Alldeutschland legt seinen Söhnen oen unverwelklichen Kranz des Ruhms und der Dankbarkeit auf die Heldeugräber, und ihren Lieben in der Heiniat nahen himmlische Heerscharen mit dem! Trosteswort: „Sei getreu bis in den Tod, so will ich dtp die Klone des Lebens geben." Auf dem Felde der Ehre gefallen. (Aus Hessen und den Nachbargebieten.l Hcruptm. und Komp.-Chef Georg Coulmann, Jns.-Regt. 116 aus Wetzlar. — Res. Heinr. Gat h, Inf.-Regt. 81 aus Burgsolms. — Landwehrm. Friedr. Schlaubrafs, Pionier- Rcgt. 25 aus Wetzlar. — Tambour Adolt Kaudinus, Bah. Res.-Regt. 12 in Wetzlar. — Ge fr. Wilh. Lich, Gießen« Freuv- Regt. aus Wetzlar. — Unteroff. Emil Gai l, 13. Jüger-Ragt. zu Pfnd aus Alleudorf, Ttllkreis. — Res. Adam Kornmann, Int.-Regt. 116 aus Nieder-Ohnien. — Unteroffiziere und Lehrer Per« Vollrath und Albett Euler aus Nieder-Florstadt. — Lt. b. R. und Lehr« Emil F u h r y , Inf-Regt. 136 aus Hainstadt. — Einj.-Freiw. Unt«off. und Lehr« Konrad Fritz Heister, Jnf.-Regt. 116 aus Hain-Gründcui. — Off.-Stellv, und Lehrer Karl Daniel, Jns.-Regt. 118 aus Flomborn. — stztes. Jak. Köhler, Jnf.-Regt. 118 aus Worms. — Kviegsfreiw. Georg Tarmstädter aus Griesheim b. Darmstadt. — Lt. d Res. und Postass. Karl Sieben Wurst, Jnf.-Regt. 99 aus Torinstadt. — Off.-Stellv. Konrad Bauch, Jnf.-Regt. 132 aus Frankfurt a. M. — Musk. Aug. Teufel, Jnf.-Regt. 168 aus Offenbach a. M. — Freiw. Karl Markert in Offrnbach a. M. — Landwehrm. Daniel Becker, Jnf.-Regt. 116 aus Hausen b. Offenbach. — Off.-Stellv. und Ob«lehr« Dr. Otto Schaffner, Gren-Rrgt. 2 aus Darmstadt. — Lt. d. R Carl Reich, Fäldart.-Regt. 63 aus Hanau, — Lt. d. R. nnd Amtsvicht« Heinr Winkelstern, 2. baycr. Feldart.-Regt, aus Waldau. — Obcrstlt. j. D. HanS Nippraschk, Landw-Regt. 99 aus Mainz. — Gefr. Thwdor Weber, Jbif.-Regt. 168 aus Mainz. — llnteroff. b. R. L. Klaas, Jnf.-Regt. 116 aus Sin». — Ginj.-Freüv. «md. mcd. Julius Weinberg, Jnf.-Regt. 116 aus Herborn. « "BonderLanbesuniversität: DaSveterinärmedizinische Kollegium ist in eine veterinärmedizinisch« Fakultät umgewandelt worden. "Ritter des Eisernen Kreuzes: Leutn. d. R. Gerichtsass. Dr. Otto Boeckner aus Gießen, 2. bayer. Jnf.-Regt. Gefr. d. R. Ingenieur Karl Eidmaun aus Gießen, Jnf.-Regt.34. Gefr. d. R. Josef Elbert aus Rosenbach, Res.-Regt. 118. Freiballonführer Heinr. Wolf, Leipzig, ein geborener Alzeyer. Res. Wilh. Ihrig aus Schöllenbach. H. B e i m e r t von Kailbach-Windloch. Art.- Leutn. Rudolf Schlich ans Höchst t. Odenw. Baninspektor Wagner, zurzeit Offizier im Landw.-Regt. 116. Res. Gg. Rheingans ans Westhofen. Franz Neumann zu Sörgenloch, Usfz. d. L. im Res-Jnf.-Regt 118. Fahrer Joh. Man er ans Lörzweller, Fnßart.-Regt.3. Uffz. Fr. Jung und Gefr.d.R. Chr.Zipp von Heppenheim a. B. Hauptm. R a i t h, früher Oberst. und Kompagniefuhrer an der Unter- ofsizierschule in Weilburg. Uffz. Roßbach aus Villmar, Jnf.-Regt. 87. Musk. Wilh. Flach aus Villmar, Jns.-Regt Nr. 81. Hanptmann Karl Otto ans Hadamar, Jnf.-Regt. Nr. 111. Wachtmeister Otto Paul aus Hirschhansen, Feld- Art.-Regt. 27. Uffz. d. R. R e i tz ans Hintermeilingen, Res.- Jnf.-Regt. 87. Uffz. d. R. Wllch Achenbach aus Dillen- bürg. Gefr. Stamm von Eudorf. Assessor Frh-r. Röder zu Diersburg, Leutn. d. R. im Leibgarde-Jnf.-Regt. 115. Vizefeldw. d. R. Friedrich Lange aus Neuwirtshans, Jnf.- Regt. 118. Feldw. Gröber, Res.- und gegen tz 3 lAnnahme der Ausiorderung znni Verrat , arischer Geheimnisse) zur Last gelegt. Das ReiwSgericht »ahn, t er Tat des Angeklagten jtve, selbständige Handlungeu an, die , zusammen begangen mit den, ehemaligen Bizeleldivebel 1, l. Bei der Tat des Angeklagten habe es siel, zwar nicht um I im zu haltende Tinge qehandett, doch habe der Angellagie dies nommen. Erschwerend fiel die gewinnsüchtige Absicht des An- igten ins Gewicht. Univepsitüts-Nuctirichten. Wien, 20. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Ter Präsident der graphisch. Gesellschaft, Universitätspro'essor Oberhummer, ,ach einer Vereinbarung des Unterrichtsministeriums mit der umbia Universität in New York zum A u s t a u s ch P r o s e s s o r mnt worden. Er beabsichtigt, Vorträge über die politische Geo- chie Europas zu halten. vermischter. *Dopvelmord in Bayern. Aus Dos in Bayern d voni 20. Nov. berichtet: Im benachbarten Jo d itz .de heute morgen die Ehefrau des Grundbesitzers Dreß und ■ Mutter, eine Frau Heller. mit durchschnittenen Kehlen Bette liegend tot ausgefunden. Aus dem Tische lag eit, tiges Messer, Als Täler kommt der früher dort im Dienst i m >esene und jetzt spurlos verschwundene Knecht Sieger in ! W ige. Der Ehemann der ermordeten Frau steht zurzeit im |dc. Russischer „Kriegskomfort". Eins hat der bis- ge Verlauf des russischen Feldzuges jedenfalls beiviesen: un- sercitet sind sie diesmal nicht in den Krieg gegangen. Sie haben ei ihr Augenmerk nicht nur aut die Ausrüstung ihrer Truppen Massen gerichtet, sondern auch eine Reihe Neinerer Eriindungen ktisch ausgeführt, die für das Besinden des Soldaten im Felde t ohne Wichtigkeit sind. Unter diesen neuen Erfindungen, die erst zu iorrden verdienen, wird in einem Bericht des „Eorrierg ! a Sera" besonders die des Fürsten von Oldenburg, des Lber- I ptes der Organisation vom Roten Kreuz, hervorgehobcn, die einer Anwendung von Thermosflaschen in grösstem ßstabe bestehen. Sie hat aus den Schlachtfeldern ganz vorzüg- e Dienst« geleistet und viele Menschenleben gerettet. Alle bewegen Lazarette sind niit zwei riesigen Kesseln zind einem unge- ren Behälter, der nach den Prinzipien der Thcrmosslasche struicrt ist, ausgerüstet: beide werden auf Wagen transportiert. Suppe wird in den Hcizavvaraten gekocht und in den Thermos- ältcr gegossen, so dass sofort von neuem gekoclit werden kann. ■ sehr bequeme, leichte und bewegliche Apparat liefert die Nah- g für 1500 Menschen und kann dies in dem Augenblick tun, in i sic zum Schlachtfclde Vorgehen oder aus. dem Kampf zurücken. (tzeradc die letztere Tatsache macht, wie die Aerzte ver- ern, die Heilung der Leichtverwundeten sehr viel sicherer, da die körperliche Verfassung der Soldaten äußerst günstig bc- flusst. * Die Behandlung der Gefang«neu und rwundete». Tie „Nordd. Allg. Ztg." schreibt: Zn ge der an sich beqreiflichen Erregung über dos Schicksal lerer in feindlicher Gefangenschaft befindlichen Landsleute in vereinzelten Presscäußerungen der Tod von feindlichen Ständern in deutscher Gewalt, z. Bi des jungen Del- s s ö oder des Bruders von Sir Edward G r e n. gefordert rden, wenn das Los unserer Gefangenen nicht in kurzer it ein besseres wird. Die Erbitterung mag solche Aeuße- ngen entschuldigen, Krieg wird aber geführt gegen eine übliche Staatsgewalt, und nicht gegen einzelne Menschen, il sic Angehörige des feindlichen Landes sind. Sogar für >' feindlichen Kämpfer gilt, sobald sie verwundet oder geigen sind, das christliche Gebot: Liebet Eure Feinde! efcs befolgen unsere braven Truppen und unsere uncr- | üblichen Äcrztc und Krankenpfleger und gleich ihnen die fopserungsvollen Schwestern vom Roten Kreuz. Sie be- I lgen es nicht aus Rücksicht auf das Ausland, sondern aus | rem Gewissen und dem Gebot der Selbstachtung. So v e r- ngt es die Gesittung des deutschen Volkes. ! rran kann auch nichts durch den zufälligen Umstand ge- idert werde», daß einzelne in unsere Hände gefallene Aus- nder Brüder oder Söhne von feindlichen Staatsmännern rd. Letzte Nachrichten. lWTB. l Großes Hauptauartier. 21. Nov„ vormittags. I lmrlich.) Auf dem westlichen Kriegsschauplatz ist Die Lage r wesentlichen unverändert geblieben. Fast vor der ganzen s ront zeigt der Feind wieder eine lebhafte artilleristische ätigteik. Dir Operationen im Osten entwickeln sich weiter. Aus stprcußen ist nichts zu melden. Die Berfolgung des über ! tlawa und Plozk zurückgcschlagcnen Feindes wurde fort gesetzt. Bei Lodz macksten unsere Angriffe Fortschritte. In der Gegend östlich von Ezenstochau kämpfen unsere Truppen Schulter an Schulter mit denen unserer Verbündeten und gewannen Bode». Oberste Heeresleitung. Vom Kampfe in Flandern. (WTB.) Berlin, 21. Nov. Ter „B e r l. L o k. - A n z." meldet aus Kopenhagen: Pariser Telegrammen zufolge gelang es einer d c „ t s ch c n Division, in der Nähe von Yvern die Linie der Verbündeten zu d n r cb b r c ch e n. Unler Hurrarufen rückten die deutschen Soldaten in die feindliche Front in einer Ausdehnung von 5 Kilometern. Hier stießen sic aber auf große Reserven in starken Verschanzungeii. Nachdem die Verbündeten iveiterc Verstärkungen heranzogen, gingen die Deutschen vor der erdrückenden U e b e r m a ch t in ihre alten Stellungen zurück. (WTB.) Berlin, 21. Nov. Nach Blättermeldungen aus Paris liegt der Schnee in Nordfrankreich 5 Zentimeter hoch. (WTB.) K o p e n h a g e » , 21. Nov. Nichtamtlich.) Aus London wird gemeldet, daß ein neuer, heftiger Kampf ans der Linie Ypern —La Basse c mit den englischen Truppen begonnen hat. I» der Nacht aus Mittwoch näherten sich die Deutschen kriechend den feindlichen Larlsgräbcu und es cntivickelle sich ein Kampf Mann gegen Manu. Um Mitternacht war er vorüber und der Angriff angeblich abgeschlagen. Am Mittwoch früh nahmen die Deutschen die Offensive jedoch wieder aus.. Türkische Erfolge. (WTB.) K o n st a n k i n o p el, 21. Rov. Ein Cominuni- quö des Gencralstabs besagt: Unsre Truppen nahmen am 17. November mit einem Bajonettangriff 'alle Blockhäuser in der Gegend von A r t w i n. Der Feind ergriff die Flucht und lief zahlreiche Tote, Geniemateriat und Ausrüstungs- gegenstündc zurück. Ter » a m p i mit der Gruppe der russischen Armee an der Grenze des Kaukasus dauert fort. Nach heftigem Kampfe schlugen unsere Truppen die russischen Truppen in der Gegend von Liman auf russischem Gebiete. Tie rnlsi- s ch c n Truppen f l o h e ir, nackzdem sie große Verluste erlitten hatten, zum Ufer des Tschuruk. Briefe englischer Offiziere aus der Front, London, 20. Nov. (WTB. Nichtamtl.) Tie „Times" veröf- seiiilichcn Briese englischer Offiziere aus der Front. Ein Major des Hochländerregimcnts schreibt, England sei noch immer nicht zu dem vollen Bewusstsein der Anforderungen des Krieges Ackommen und tadelt die englischen Zeitungen, die Artikel veröffentlichen, in denen gesagt wird, die Deutschen könnten nicht schießen und liefen davon. Das deutsche Heer sei letzt aus alten Männern und Knaben zusammengesetzt. Ter Major schreibt: Diese Dinge sind unwahr, oder ivenn sic wahr sind, dann lämpfen die alten Männer und Knaben wunderbar gut. Man sagt von den Derwischen der Schlacht bei Atbara, daß ihre Tapserkest jede Tapserkeit zivilisierter Völler übertresfe. Die Deutschen sind schwerer aus den Schützengräben zu vertreiben, alsdieDerwi scheeswaren. Wenn die gegenwärtige Spannung noch ein bis drei Monate andauert, wird es zum Durchbruch der Schiachtlinie tommen. wenn nicht bedeutende Verstärkungen geschickt werden. Ein Brigadegeneral schreibt: Tie deutschen Gewehrkugeln sind besonders rötlich, da sic von ausgesuchten Schützen abgcseucrt werden, die nur darauf warten, daß sich in unseren Lausgräben ein Kops zeigt. Auch die d e n t s ch e Artillerie ist außerordentlich gut. Ich bin über die Berichte der Blätter über die Minderwertigkeit deutscher Soldaten empört. Ihr Mut, ihre Tüchtigkeit, ihre Organisation, ihre Ausdauer und ihre Führung sind ausgezeichnet. Ich bin voll von Bewunderung für sie; so denken alle, die sie kennen gelernt haben Schwere englische Verluste. (WTB.- Basel, 21. Nov. (Nichtamtlich.) Die hiesigen Blätter enthalten eine Meldung aus Mailand, wonach die letzte Verlustliste des englischen Expeditionskorps sür einen einzigen Samstag die Namen eines Brigadegenerals, von acht Ober st en und vier- zehnMajorenals tot, verwundet oder gefangen aufweist. Der russische Generalstabsbericht. Petersburg, 20. Nov. (WTB. Nichlamlsich.) Ter Bericht des Großen General st abes besagt: Aus dem linken User der Weichsel entwickelte sich in den letzten Tagen aus zwei Schauplätzen, aus der Front zwischen der Weichsel und der Warthe und aus der Linie Czenstochau-Krakau, eine Aktion. Die Kämpfe nahmen einen äußer st erbitterten Charakter an und zeigten im allgemeinen einen unaufhörlichen Wechsel von Offensive und Defensive. — Zn O st Preußen greisen unsere Truppen die stark ausgebauten Stellungen östlich von A n g e r b u r g an. Tic deutschen Laufgräben lind nrit dreifachen Drahtverhauen, Wassergräben und aus der ganzen Rechten mit Stacheldrahtnetzeit befestigt. Wir bemächtigten uns eines Teiles dieser Stellungen, die sieben Werst östlich von Angerburg entfernt waren, sowie eines Durchganges zwischen den Seen bei Banwetno und Tyrklo. Tort nahmen wir dem Feinde 19 Geschütze und 6 Maschinengewehre und machten mehrere Hundert Gefangene. Zit Westgatizien dauert unsere Offensive an. (Notiz des WTW.: Was es mit diesem „sich bemächtigen" und „weg- nehmen" auf sich hat, ist inzwischen durch den deutschen Bericht in seiner vollen Belanglosigkeit festgestellt worden.) Der Zusammenbruch der Russen in offener Feldschlacht. Stockholm, 22. Nov. Der militärische Vertreter des Stockholmer Tageblattes schreibt: Es muß die besondere Befähigung der Deutschen iir der offenen Feldschlacht besonders anerkannt werden. Ebenso wie im August dre französischen Truppen bei ihrem Zusammenstoß mit den vorrückenden deutschen Armeen gänzlich zusammenbrachen, so loerdeir auch in der jetzigen Schlacht in Polen die R u s - sen in offener Feldschlacht über den Hausen geworfen werden. Diese Taktik ist zweifellos eine Folge der systematischen Ausbildung. Und die Deutschen sind Meister in dieser Art Operationen. Rußland und dir Ukrainer. WTB. Konstantin o vel, 21. Nov. Wie T a sv ir-i» E f k i a r meldet, verhaftete die rusiische Regierung in den letzten Tagen zahlreiche Ukrainer und sieß sie in Gefängnissen unterbringen. Aus dem cnglisckfrn Oberhaus. London, 20. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Im Oberhause sprach, Lord Ereivc am 18. November über die Kämpfe in Ostafrika. Er sagte: Es war im Ansang des Krieges deutlich, daß die britische Regierung dort nicht völlig sicher war und daß es frühzeitig notwendig wurde, Verstärkungen zu senden. Ter Kamps begann im Westen und dauerte an verschiedenen Punkten mit wechselndem Ergebnis an. Ms man genaueres über die deutschen Vorbereitungen wußte, wurde es notwendig, Verstärkungen aus Indien zu senden. Nicht wenig!er als sieben kleine Aktionen fanden auf dem britischen Gebiet mit wechselndem Ergebnis statt. Die Operationen waren mit beträchtlichen Verlusten verbunden. In einem Falle wurde ein Angriss aus eine wichtige, von dem Feinde mit einjer Anzahl Leute und Maschinengewehren gehaltene Stellung gemacht, bei dem unsere Truppen schwere Verluste erlitten haben, ohne ihr Ziel zu erreichen. Die Gesamtverluste in Ostafrika betrugen in 2 Monaten etwa 900 Mann. Obwohl das Schicksal des Krieges von dem Endergebnis abhängt, ist es ooch notwendig, die britische Stellung als Vormacht in Süd- und Zentralafrika zu erhalten, und in Ostafrika ist es notwendig, die deutschen Angriffe mit allen verfügbaren Mitteln abzuwenden und bei günstiger Gelegenheit zu erwidern. Keine italienische Kriegsanleihe. (WTB.) Rom, 21. Nov. (Nichtamtlich.) Tie „Ag enz i a Stcsani" dementiert nachdrücklich die von einer Reihe von Zeitungen gebrachte Nachricht von der angeblich demnächst bevorstehenden Emission 4 1 /.prozenliger Schatzanwei- jungen. Der Burcnaufftand. Rotterdam, 21. Nov. Wie hier verlautet, haben die unter De Wet und Beyers bisher getrennt kämpfenden Buren bei Bloemfontein ihre Vereinigung vollzogen. Die Angaben über die Stärke der aufständischen Buren widersprechen einander. Man schätzt sie aber auf 15 000 Mann. Die Bedeutung des „Heiligen .Krieges". lubcrdem erteilt Auskunft über Adresse und Rat iür | elbpoitbricfc gern ». uncntgeldtich in ihrer Sprechstunde: die Francnrcchtsschntzstcllc Gießen. I lliilwoch Nackni. i! 1 8 Uhr im allen Rathaus. 11651D -amstag. den 21. November d. 3., abends 8'/ 2 Ubr Herbst-Hauptversammiung in der Resianralion Sauer. OSmaldsgarten lSaal). Tagesordnung: 8 9 der Satzungen. , 3m Anschlun an die Hauvtvcriammlnng wird >nkcr 2. 'Tonitfciidcr Herr Sekretär Mosig aus viel I eitigcn Wunsch über dir bei den LicbeSgabcutranS« I oortci, -» de» Truvvcn in die Front grlamniettcu | Gindrückc und Erlebnisse berichten. Um allsciliges Erscheinen bittet Ter Borstand. ntS 53 D flerzogl. Braunschw. Baugewerkschule Holzminien. |cr !iT Hochbau Vtr C%r-- Tiefbau c .~nn | Tommeruriterrlcht 2 . April. Reifeprüfung, lvinterunterricht 15 . Oktober. — öleldjberedjtlgt mit den KOnigl. Preufi. BaugauerKfiJjulea, — ÄsieMtEipielliaiiss Ab Samstag, den 21. November IV Xnr 4 Tage Hsta üieBsen als Hauptdarstellerin in dem 3aktigen Filmschauspiel terner die neuesten Kriegsberichte. 11633a Militär ohne Charge zahlt worktags die Hälfte. Generalversammlung. Montag, den 30. November, abends 8 Uhr. findet die 2. ordentliche Generalversammlung des Spar- oniteciiüßveim, e. G. m. u.fl..zuTreis a.Lonida auf dem Nathause statt, wozu alle Mitglieder freundlichst cingeladen werden. Tagesordnung: 1. Wahl des Vorstandes 2. Verschiedenes. UG 0 Der Aufsichtsratsvorsitzende: W. Dapper. I Wismar, Ostsee. ISEXSÜ+JSSZ Z f «nd AroWt«M«o. — (Elß«nbetonban und Kulturtechnll.) — * Neue Laboratorien. _ . 1912111« Martinßeintt 1913«. . SMlihkiiiitt 1011 Odernheiniet* 1 kill er Naturwein 1Q11 , Kfcddersheimer lt/liev Naturwein diverse Kotweine sowie bessere Llkttre offeriere zu alten Preisen. H.Lublinski, Eck« SKI»-». DunBStr. 41 ., Optima Fahrräder sind oeti annbertrofsenet Stile n bdltbarfcf«. Versand tu niedrig» stenOriginatvreisrn. DerlongcnStr losten» lose Zulenbtmg meines bsuplkalalogr». H. Ilmmonn. HannouGMOG Inhaber Harald Runge. OcgrOod« 1*62. Sonntag, den 22. November, vorm. 10 Uhr: Jf.nsnmmonkunft in. Frankf. Hof: 11 Uhr: flhnlrknngbci dem iinttoadlcnat In der Turnhntlc; nachmittags 5 Uhr: Mitwirkung >> >t. Gottesdienst in Steins Garten Zahlreiche Beteiligung erwünscht 11616D Her Vorstand. Jur Vermeidung von Verwechselungen bd 7 Jbb«ftellung »»n Vernnidi»qs- Tnzeigen oder dql. rdrd dringend nm Ango de der^nrei gerrn uinmer gebet. Verlag des Gich.Anzeigers 6 Zimmer Süs-Aalage 15 1. ■8 Miner mit Bad uod Veranda und allem Zubehör alsbald oder später zu verm. [100:12 Näheres Parterre daselbst. 5 Zimmer Wctrlar.WcglFlll., neuen über des Bahnhofs, schöne 5-Zim.-Wobn., Balkonusw. per sofort zu verin. Näheres Kitn, Friedrichitr. 14 I. (8027 5-ZiMkr-Wohnung fofort zu vermieten. [10U0O Näh. Eredncrstraffe 16 I Credncrftraffe 14 hübsche !5-Zim.-Wobiiung nebstZu- (behör, Gartenanteil rc. ver sofort zu vermieten. l®* Näheres Hosmannktr. 14 . Wobnung, II. Etage, von 5 Zimmer riebst Bad mit Zubehör Aevlerstrafte 11 p. sofort zu vermieten. 110231 Abermann & Klina. 4 Zimmer | -t-Z>«kr-Mli. preiswert zu vermieten. (9460 Walltorstraffe 32. t-Zilium-Mn. mit Zubehör sofort zu verm. Fricdrichstraffc 5. 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November 1914. Seipel, Gerichtsvollzieher. Versteigerung. Montag.de» 23.Novcmbcr lid.Js., nachi»ittngs31lbr, sollen im städt. Psandlokalc. Seliersweg 11, dalüer, ein Kaffenschrank u. 1 Schreibtisch versteigert werden. >,,«« Bersteigerung zu 2 bestimmt. Gemmecker, Piandmeister. kMvikhlt^bsibäMt^r Hch. Grubcr, Baumschule, Alten-Buieck. («7831 638!amo6ii und Gasherde empsi eblt zu billigen Preisen J. Thörner Installations-Geschäft [07426 Lndwlgrstraße 40. Vogel futter In. ((nallUt in Sorten, sow. in verschied Mischungen für Körner- na» Weichsresser (H656 offeriert: Helnr. Hahn. fiteMen, Samenhandlung, Neustadl 8. Tclcvb. 403, )n wieset! lausen Sie alle Arten Oefen von den ciniachstcn bis z» den scinstcn Ausiübrungkn sehr vortcilbast bei » Amadeus Aiozart. auSge' fnbr, inner Leilima d« Groffh. Muftkdirekt. Krauffa Hieraus: Gastspiel d. Hossdiauivielers Lskar Bobiwe vom Künigl- Hostheater in Kaffel- MdtiltiUd lüi 1 von Friedrich von Schiller- Ende gegen 10>/, Ubr. 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