Nr. 273 Der Eichener Stetig« erscheint täglich, außer Sonntags. - Beilagen: viermal wöchentlich Ojehenereamllicnlrlalter: zweimal i»öct)enIl.KitiS; biatl fürden Kreis Siegel, (Dienstag imb (VreitncO; zweimal monail £«nb= wirlschastliche seirfraßen gerniprcch - Anschlüße: inrdleSchrütleilungllL Verlaa.Keschäiirstclleöl 'Adrrße llir Drablnach- richien: Anzeiger Slehen. Avaahme von Anzeigen für die Taqesnummer bis vormittags 3 Uhr. Erster Blatt M- Jahrgang Freitag, 2«. November l ( M4 üeleierliielge: General-Anzeiger für Oberhessen Rotationsdruck und vtrlag der vrühl'jchen Univ.-Vuch- und Zteindrnckerei R. Lange. Zchriftlcitung, Seschästsstelle u. vruckerei: Schuir. 7. Bezugs» rei i: monatl. 75 PH, Vierteljahr!. Mk. 120; durch Abhole- u. Zioeigslelle» monatl 65 'Df.; durch diePojt Mk.L.— viertel- jährl. ausschl. Bestellg. Zcilciipreis-lokal 15Di„ ausiv. 20 Df. — Haupt- schrütleitcr: Aug. Goetz. Verantivortlich für bei» polit. Teil: Aug. Goch; für „Feuilleton", „Vermischtes" und.GcrichtS- faal": Karl Neurath; für „Stadt und Land": Otto Braun; für den Anzeigenteil: H. Beck. zortschritie der Oesterreicher in Russisch -Polen. Die Franzosen am westrande -er Argonnen zurückgeschlagen. Der Hasen von Libau gesperrt. ÄlMB.! Gwoh«?s Nanpbqnartlier, 19. Nov., vormittags. (Amtüch.! In Westflandern und in Nordfrankreich ist die Lage unverändert. Ein deutsches Flugzcuggeschlvader zwang auf eincnt Erkundungssluge Nvei feindliche Kampfflugzeuge jmt Landen und Irrachte ein feindliches zmn Absturz. Von unseren Flugzeugen ivird eins vermißt. Ein heftiger französischer Angriff in der Gegend Ser von, am Westrande der Argonnen, wurde unter schweren Verlusten für die Franzosen zurückgcschkagen. Unsere Verluste waren gering. Auf dem östlichen Kriegsschauplatz sind die erneut ein geleiteten 'K ämpfe irodj' im Gange. Oberste .Heeresleitung. * >WTB.) Berlin, 19. Nov. (Amtlich.) Am 17. November haben Teile unserer Cftiee Streitfrage die Einfahrten des Libaner Hafens dirrch versenkte Schiffe gesperrt uird die militärisch Nnchtigen Anlagen beschossen. Torpedoboote, die in den Jnnenhafen cürdrangeu, stellten fest, daß feindliche Seeschiffe nickt im Hafen waren. Ter stellvertretende Chef des Aümiralstabes: Behnck e. Ueber^ie Schlacht in Russisch-Polen, die uns jetzt hauptsächlich in Spannung gesetzt hat, hören wir heute nur, daß die Oesterreicher weitere Fortschritte zu verzeichnen haben: 7000 .Gefangene, 18 Maschinengewehre und mehrere Geschütze. Das ist freudig zu begrüßen, darf uns aber nicht etwa in die Hoffnung wiegen, daß jetzt in einigen Tagen das große Heer des Aaren vollständig geschlagen sein werde. Die deutsche Heeresleitung hat sich bisher darauf beschränkt, den Loieg über den russischen Nordflügel zu melden, im übrigen aber nichts besonderes angekündigt. Die erneut eingeleiteten Kämpfe find noch im Gange, so heißt es kurz; der Verzicht auf groß« Worte kann uns nur angenehm berühren. Ein Bericht der „Kreuzzeitung" aus Hohenfalza läßt einem Mitstreiter Hin- denburgs Gerechtigkeit widerfahren und' stellt fest, daß General v. M a ck e n s e n der eigentliche Sieger der Schlacht bei Wloclawec gewesen sei. 'Die Verdienste zu verteilen ist nicht' unsere Sache. Selbstverständlich bedarf ein leitender Heerführer der fähigen Mitarbeiter, die nach seinen Absichten gegebenenfalls auch eigene Initiative entwickeln. Aus dem erwähnten Bericht geht nur hervor, daß General von Mackensen als Führer im Feuer gestanden hat; sicherlich ist seiner Schneidigkcit das gute Gelingen des deutschen Angriffes zu verdanken. Da alle Einzelheiten der Vorgänge im Osten ein sehr großes Interesse haben, geben wir den Bericht bcr „Kreuzzcitung" nachstehend wieder: lim 6 l n Ubr gestern abend erschien das Extrablatt, das den Sieg über die Russen bei Wloclanxc verkündigte. Bald erscholl Glockengeläute über die Stadl und eine Menichennrenge sammelte sich mit der Frage: Wo ist Exzellenz v. Mackensen, der siegreiche Feldherr der'lO. Armee'? „Er ist zuin Abendbrot imOsfizierkasino," lautete die Antwort, worauf die Menge dorihin zog und uirtcrt Absingen von Chorälen und patriotischen Liedern auf das Hcraustreten des Siegers wartete. AIS er erschien, wurde er von einenr Herrn aus der Stadt begrüßt: Gott habe die brünstigen Gebete HodenfalzaS erhört und den Sieg gegeben, aber nun gcbübre auch dem Mamre Tank, der das Werkzeug in der Hand Gottes gewesen, dem Feldherrn der 10. Arrncc, der durch seinen Sieg Holrensalza nnd Dosen vor dem Einsall der Aussen errettet l abe. Tiefem unserem Retter etn dreifaches Hurra Iwch! Nachdem der Kaisergesang „Hell dir im Siegerkranz!" an- gesriminl und von der Menge begeistert mitgesungen war, antwortete Exzellenz o. Mackensen und übertrug den Tant, der ihm aargcbracht wurde, aui seine treuen Mithelfer, die aus dem Saale des Kasinos auf die Veranda mit ihm herauSgeireten Ivaren, und ruf die tapferen Truppen, die er kommandiere. Er ermahnte die anwesende Fugend, ebenso ^tückmg zu werden, wie sich mller Heer 'n dein uns aufgezwungenen großen Kampfe bewähre, und schloß mt den Worten: „Das .kann ich wohl schon heute sagen, daß bewaffnete Russen die Grenzen Posens nrcht überschreiten werden. Taoor braucht sich niemand inehr za fürchten." Ter Hinweis seiner Exzellenz auf die treuen Mithelfer und die braven Trappen wurde von dem ersten Redner insgenommen and ein dreifaches Hoch ans diese aasgcbracht. Mit dein Gesang des Verses: „Lobe den Herren, den mäckttgen König der Ehren" schloß die Feier, die allen, die au ihr teilgenommen, eine teure Erinnerung für das ganze Leben bleiben wird. Von Bedeutung von den gestrigen amtlichen Meldungen ist nur noch di? Tatsache, daß unsere Ostseeflotte bei der Arbeit war und den Angriff auf Libau wiederholt hat. Rußland hat nach dem Beispiel Englands es vorgezogcn, seine Flotte zurückzuhalten, und ivas Herr Ballin heute durch das Wolfs-Bureau verkünden läßt, daß England schon heute aufgchört habe, das alte England zu sein, ivird immer wieder mit all seinen Folgeerscheinungen bestätigt. Ter 'kindliche Dreiverband bedeutet noch keineswegs die Welt. Ta auch die Türken soiovhl am Kaukasus wie an der pcrsi- chen Grenze siegreich vorgerückt sind, dürfen wir uns dem Optimismus Hindenburgs anschließen, der einem österreichischest Besucher erklärt hat, daß >vir dis zum Liege durck^- -alten werden. Die Schlacht in Russisch-Polen. Wien, s.Rov. , 19. Nov. Die „Times" bringt in einem Artikel ihres Korrespondenten in Deutsckstand die Nachricht, daß es hervorragenden Patrioten von Tag zu Tag llarer würde, daß wir England nicht besiegen könnten. Ta zu den namentlich ausgesührten Männern auch ich gehöre, lege ich Wert daraus, zu konstatieren, daß meines Erachtens England schon heute besiegt ist: denn ellr England, das in einem solchen Kriege seine Flotte verstech und sich.nicht mehr aufs Meer hinaus traut, hat aufgehört, das England zu sein. Es hat vor allen Dingen sich damit ein für allcinäl der Rechte begeben, mitzusprechen, wenn es sich um die Frage des europäischen Gleichgewichts handelt. Ball in." Achtung den Amerikanern! Berlin, 19. Nov. (WTB. Nichtamtlich.! Unter dem Tllck „Achtung den Amerikanern" sckfrecht die „Nordd. Mg. Zig.": Für das Verhalten unserer Oessenllickrkeit gegen englisch spreärcnde Personen erscheint es angezeigt, nochmals darauf hinzuweisen, daß alle wehrsähigen englischen Staatsangehörigen innerhalb der Reichsgebiete festgesetzt worden sind. Tie übrigen Engländer mämi- lichen Geschlechts haben mit wenigcir Ausnahmen von der ihnen jüngst gebotenen Gelegenheit. Deutschlaird zu verlassen, Gebrauch gemacktt. Wo in der Oesientlickrkeit englische Laute an tmser Ohr klingen, wird säst nnmcr aiiznnebme» sein, daß esPch um Bürger der Vereinigten Staaten von Amerika handelt. ^.ie,en amerrka- nischen Gästen dürfen wir das Gefühl nidit beeinträchtigen, da» sie rm deMschen Volke rmangefochten leben können und der uns Gegenstand besonderer Rücksickn sind als Angehörige einer neu- tralen Macht, deren diplonmtische und konlularitche Beamte sich unserer in Feindesland befindlichen Landsleute annehmen. Zur Beurteilung der belgischen Neutralität. Berlin, 19. Nov. (WDD. Nichtamtlich.) Unter dem Titel „Zur Beurteilung der belgischen Neutralität" schreibt die „Nordd. Llllg. Ztg.": Aus einer vor dem Amtsgericht & Köln a, Rh abgegebenen Zeugenaussage (im Verfahren zur Feststellung belgischer Gewalttätigkeiten gegen Deutsche) teilen wir folgendes mit: Am 31. Jvli und am 1. August sah ich von der französischen Grenze bei Maubeugc — Grenzort Jeunront — bis Namur rmr einen belgischen Husaren. Tugegen war um diese Zeit die velgnwe Grenze nach Tcutschland von Namur bis Be r vier s dicht mit belgischen Tnippen aller Wassengattungen besetzt. In Ehar- I e r o i war die Mobilmachung in vollem Gange; schon um 4>'j Uhr morgens alles in Tätigkeit. Am 3l. Juli abends riet mir ein Belgier, die Nacht durchzufahren, denn bei Lüttich sei alles mit Truvven besetzt. Tie belgische Grenze gegen Frankreich stand also Ende Juli ganz offen, gegen Teutichland tvar sie dagegen dicht besetzt." Ferner teilt die „Nordd. Allg. Ztg." ans einer Zeugenaussage vor den, Amtsgericht iil Papenburg solgcndes mir: Ich wohne feit Januar 1907 iniolge eines kontraktlichen Engagements als Jngenienr-Tirekteur lechniguc des Usines de Nickel de la Nethe in Tuifcl, Provinz Antiverpen. srüher in Havans, Fanderies de Nickel de la Nethc. Meine Wohnung befand sich in einem gemieteten Hause, dessen Besitzerin das Kloster der Norbertincr- lchwcslern in Tufs.st ist. Dieses Haus liegt in Tusfel Place de I'eglise. Am Tonnerstag oder Freitag vor der deutick-en Mobilmachung wurden bereits bei uns drei oder vier Jahresklassen einberuscn und in der Nacht vom 31 Juli am de» 1. August ds. Js. zehn ipeitcrc Jahresklassen. Ich weist dies von unjeren Arbeitern, von denen ein groster Teil eintretcn mußte, tind zwar bemnden sich diese bereits ani Samstag morgen, als iic die Löhnung cntgegcnnehtnen ivollten, in Uniform. Am >. August mittags tvar bereits ein kolossales Leben bei uns in Tussel infolge der cinrückcnden Fortbesatzung und anderen Truppen. Rotterdam, Ist. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Der „stcieuwe Nottcrdamsche Courant" meldet aus O oft bürg : Nachdem ein deutscher Wachtposten in Zeebrügg" beschossen ivorden ist, wurden in Maldeghem vierzig der angesehensten Einwoh ner verhaftet. Sie sollen als Geiseln dienen, bis die Täter entdeckt sind. Cs heißt, daß ein oder zwei Mann von dem deutschen Wachtposten vermißt loerde». Tic Einwechselung deutscher Note» in der Schweiz. Bern. 17. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Ter Berner „Bund" stimmt Stellung zu der Notiz des Pariser „Teinps" vom 12. November, daß sich die Schweizer National- bank seit dein Ist. November weigere, deutsche Banknoten zu wechseln. - Tas Blatt bemerkt, daß diese Nachricht unrichtig sei. Der Umstand, daß der Kurs niedrig sei, erkläre sich daraus, daß der Export Deutschlands nach der Schweiz zurzeit gering sei und die Berschuldunig der Schweiz an Deutschland sich entsprechend herabgemindcrt habe. In dem niedrigen Kurs drücke sich, wie seinerzeit auch in dem Verhältnis zwischen der französischen und der italienischen Valuta, lediglich der Stand der gegenwärtigen kommerziellen Beziehungen aus. Tie Nationalbank Hobe keinen Anlaß, die Einwechselung der deutschen Note» zu verweigern. Tic Behandlung der Engländer in Ocsterrcich-ttngarn. Wien, 18. Nov. lWTB. Nichtamtlich.) Tas K. K. storr- Bur. teilt mit, dast mit Rücksicht aus die traurige Lage, in der sich unsere Staatsangehörigen, namentlich in England, beftndrn sollen, in der letzten .seit die Maßnahmen bei uns, besonders gegen die Engländer, verschärft wurden, indem anher weiteren Internierungen insbesondere auch verfügt wurde, das; englische Staatsangehörige phtre Unterschied des Alters und (N- tchlechtes von 8 Uhr abends bis 6 Uhr früh ihre Wohnung nicht verlassen, össentlichc Lokale aber überhaupt nicht besuchen dürfen. Tie Verschärfungen bleiben solange ausrecht, als nicht die Gewißheit besteht, dast auch unseren Staatsangehörigen in England eine andere Behandlung zuteil wird. Die internierten Ausländer tverden bei uns überall gut behandelt, da hier nicht der Ehrgeiz besteht, barbarische Sitten nachzuahmen. Türkisch-russischer Sectamps im Schwarzen Meere. Petersburg, 18. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Ein Bericht des Lldnüialstabss besagt: Gestern morgen erschien ein d e u t s ch c s Geschwader, bestehend aus zwei Kreuzern, mehreren Damp- jern und Ist Torpedobooten, vor Li bau. Die Deutschen beschossen die Stadt und 1>cn Hafen von Libau von iicuevi, wodurch mehrere Brände hervorgeruien wurden. An, gleichen Tage näherte sich frühmorgens die russische Schwarze -Meer-Flotte kein türkschcn Fori von Trave- z u n t und bcschost Fort und Kaserne, was an der Küste eine hejtige Feuersbrunst vcrrirsachtc. OSmanischc Schisse wurden aus der Reede nicht entdeckt. Der erste Teil dieser Meldung bestätigt, was uns vom deutschen "Adniiralsrab mitaeteilt worden ist: der letzte Satz verschweigt einen für die Russen nachteiligetl Seekampf, der von der Türkei wie folgt mitgetcilt wird: lWTB.) Konstaiitinopel, 19. Rov. lNichtanrtlich.) Das türkische Hauptquartier meldet: Unsere Flotte, die ausgelaufen war, uni nach der russischen Schwarze-Meer-Flotte, welche Trapezunt beschossen hatte, zu suchen, tras diese auf der Höhe von Sebastopol. Die scindlichc Flotte bestand aus z>vei Schlachtschiffen und Hiliskreuzeni. In dem Kanipfc. der sich entwickelte, tmirdc ein russisches Schl acht jchift ernstlich beschädigt. Die übrigen russischen Scknfse ergriffen, von unseren Kriegsschiffen verfolgt, die Flucht iu der Richtung am Sebastopol. K a P e n h a g e n , 20. Nov. Eine Petersburger amtliche Meldung bestätigt, dast gestern im Schwarzen Meer ein Gefecht zwischen dem türkischen Schiss- „Sultan eoelim" und cinenr überlegenen russischen Geschwader stattgesundcn hat. Tas russische Admiralschiff „Svawn Jesstavi" wurde beschädigt. "Aus russischer Seite wurden 1 Ossiziere und 29 Matrosen getötet, ein Offizier und 19 Mann schwer und 5 Matrosen leicht verletzt. Ter Kampf dauerte eine Viertelstunde. Der „Sultan Selim" wurde nur unwesentlich beschädigt B c r l in, Ist. Nov. iPriv.-Tel.) Das „Bcrl. Tagcbl." meldet aus Konstantinopel: In T r ap e z u n t zerstörten die Russen mit ihrem Bombardement das russische Konsulat und verwundeten de» noch anwesenden Konsul schwer am Bein. Der Koilsulärssekretär und ein Kawaß lvurdcn gleichfalls verwunde!. Bericht aus dem türkischen .Hauptquartier. K o n st a »t i n o v el, 19. Nov. ZW TB. Nichtamtlich.) "Amtlicher Bericht des Hauvtauartiers. Seit zwei Tagen greift unser Heer mit Macht das russische Heer an, das seine Stellung in der Linie Azab-Zazak-Khahab in der Richtung der Grenze eingenommen Hai. Mit der Hilic Gottes eroberte unser Heer durch einen Ba- joncttangriss die Höben in der Umgebung von Azab, die der Feind austerordentlich stark befestigt halle. Ter Kamps, der heftig ist, nimmt iür uns einen lehr günstigen Verlaut. Untere in der Richtung Saturn vorrückenden Truppen brachten dem Feinde eine weitere groste Niederlage bei und besetzten die Stellungen von Zavotlar und Koura. Sic eroberten bei avotlar eine russische Fahne, machten 6 Ofsizicre, darunter einen berstlentnant und einen Hauvtmann von den Kosaken, sowie mehr als 100 Soldaten zu Gefangene». Tie eroberten 4 Kanonen, l Automobil, eine Menge Pferde und viel Lebensmittel. Tie russischen Verluste sind groß. Der Rest rettete sich in ordnungsloscr Flucht in der Richtung Batum. Unsere Truppen, die in Äserbcidschan vorrückten, hatten am 16. November ein Gefecht mit einer starken russischen Abteilung in der Nähe von Salmas. Tie Russen wurden geschlagen und verloren an Toten 2 Offiziere und 100 ManiZ Die Häupter der persischen Stämme, die bis jetzt; udenRussengehaltenhaben, habe »sich samt ihren Stämmen mit unseren Truppen vereinigt. Konstantinopel, 19. Nov. (WTB. Nichtamtlich., Mitteilung des Hauvtauartiers. — In den Kämpfen bei Kövriköi nahmen die türkischen Truppen den geschlagenen Russen außer den bereits gemeldeten noch fünf Maschinengewehre ab. Schlechte Lage der Engländer in Aegypten. Konstantinopel, 19. Nov. (WTB. Mchtamtlich.) Aus zuverlässiger Quelle erfährt der Privatkvrrespondcnt des Wolfsschen Bureaus, daß infolge des Vordringens der Beduinen in Aegypten die Zivilbehörden von Suez, Port Said und Jsmcnlieh eiligst nach Zagaziz verlegt worden sind. Die Verwaltung des «uezkanals hat das Militär übernommen. Tie Regierungsschulen in Zagazig sind geschlossen, die Schüler entlassen nnd die Gebäude in Militärhospitäler nmgcwandelt worden. Ein englischer Versuch, eine Spaltung unter den ägyptischen N o r a b c t n und der Familie des Vizctönigs h crb c izu- führen, ist mißlungen. Hussein Kimnil ist von dem Polizeikommandanten Mainura nach Kairo gebeten worden, wo ihm der Zivilgonverneur C h e e t h a m den höchsten Posten anbot. Ter Prinz lehnte entschieden ab. Tiefe Ablehnung rust in ganz Aegypten große Genugtuung hervor. Es bestätigt sich, daß die männlicher! Mitglieder der deutschen nnd der österreichischen Botschaft in der zweiten No- vemberwoche rücksichtslos in Eisenbahnwagen gepsercht, nach Alexandrien geschafft und dann nach Malta verschifft wurden. Tic englische Kriegsanleihe. London, 19. Nov. sWTB. Nichtamtlich.) Einer Meldung des Reuterschen Bureaus uiiolge ist die Unterbringung der Kriegsanleihe von 350 Millionen Pfund Sterling bereits gesichert. Eine große Anzahl von Zeichnern habe den ganzen Tag über Voranmeldungen bei der Bank von England cingereicht. Deutsch-freundlicher Schritt eines italienischen Beamte». Rom, 19. Nov. „Tribuna" meldet aus Neavcl: Gestern abend ist, von Buenos "Aires kommend, der italienische Tamvicr „Ravenna" mit 631 "Auswanderern eingetrofsen. Ter Tamvicr war von den Engländern vor Gibralrar angchaüen und in den Hafen geschleppt worden, da sich an Bord 50 deutsche Reservisten befanden, die sich zu jener Zeit eingeschisik hatten, als das Dekret von London il.nen die Pa'sagc gestatlete. Jetzt verlangten die Ortsbehördcn ihre Ausschiffung als Kriegsgefangene. Tieicm Ansuchen wi d ersetzte sich der an Bord befindliche königliche italienische Kommissar, der dem Gouverneur von Gibraltar ausernandcr- ictztc, dast die deutschen Soldaten nicht als KriegSgef.mgene betrachtet werden könnten, weit sie zur Zeit der Wirksamkeit des englischen Tekrcts nach Europa abgcrcist seien. Die guten Gründe des Kommissars wurden anerkannt uiü> „Ravenna"" konnte die Fahrt nach Neapel sortsetzen. Petersburg, 19. Nov. (WTB. Nichlanrlkich.) Ter Kaiser liat eine Verordnung über die Einschränkung des Svirituosen- vertauss für Finland für die Tauer des Krieges bestätigt. Zür'ch, 19 . New. (WTB. Nichtamtlich.! Nach einer Meldung der „Neuen Zürcher Zeitung?" aus Mailand beschloß der Zentralvorstond des starken, über ganz Italien verbreiteten Landarbcitcrverbandes mit dem sitze in Bologna der Propaganda für eine Beteiligung am Kriege eine energische Aktion zugunsten der absoluten Neutralität Italiens entgcgenzusetzen. Tie tapferen Kroaten. Agram, 19. Nov. lieber die letzten Kämpfe in Serbien, die mit einer vollständigen Niederlage der serbischen Armee endeten, wird gemeldet: "Alle Höhen waren bereits in den Händen der österreichisch-ungarischen Truppen. Rur die höchste Spitze der Ern i v r h . die die ganze Umgebung gegen das Innere Serbiens beherrscht, wurde noch von drei serbischen Bataillonen Zaml "Artillerie verteidigt. Zur Erstürmung wurden Freiwillige ausgerusen. Es meldeten sich 700 Mann Da aber die Geländeverhältnisse die Entwicklung einer so großen Simmmacht nicht zulictzen, wählte der Hauvtmann nur 280 M a n n aus, mit denen er den Ansturm unternahm. Mit Todesverachtung erkletterten die Oesterceicher, die aus lauter Kroaten bestanden, die steile Höhe und nahmen sic nach einem furchtbaren Bajonetlkampfe. 370 Serben sielen ihnen als Gciangene in die Hände. "Als die Höhe erobert war, erklang die ganze Kampffront entlang die kroatische Hymne und dann die Volishymne, tvorauf begeisterte Hochrufe auf Kaiser Franz Josef erschollen. Tie Bulgaren kehre» ans Rußland in ihre Heim t zurück B u k a r e sk, 20. Nov. In der letzten Zeit, in den letzten Tagen allein 2000, haben die in Rußland lebenden Bub- garen in großer Zahl Rußland verlassen, um in ihre Heimat zurückzukehren. Stimme aus Bulgarien. Sofia, 19.Nov. (WTB. Nichtamtlich.) In einem, dem früheren Minister Chcnadiew zugeschriebenen Artikel der offiziösen „Volia" heißt es: \ Ter Kanonendonner, der von Valjewo her vernehmbar ist, kündigt an, dast der Vertrag von Bukarest wirkungslos geblieben ist. Andererseits erkennt man setzt in der Pvessse der Länder- die am meisten iverteiiern, Rumänien, Serbien »nd Griechenland zu begünstigen und Bulgarien zu berauben, die große Ungerechtigkeit und noch viel größere Torheit an, die inan badurch beging, daß man den Bnkarester Vertrag unterschrieb. Was Deutschland und Oesterreich anlangt, so liegen dort die Snmvothien der öffentlichen Meinitng für unsere Sache oiiensick,Ilich zutage und datieren aus viel früheren Zeiten. Ales dies beweist, dast die Zeit herangckommcn ist, wo die Frage einer Revision des Bnkarester Vertrages aufgeworfen werden must. Welche Form hierfür gewählt wird, müssen nicht Wisscnschast oder internationale Gebräuche, sondern die Erfordernisse des Augenblicks enlscheiden. Tic amerikanische Presic und die englische Zensur. London, 19. "Nov. (WTB. Nichtaintl,) Tie „Times" berichten aus New Bork: Tie amerikanischen Blätter be- sassen sich nrit der englischen Zensur der Kriegsnachrichten, die weiter gehe, als durch die Umstände gerechtfertigt wäre. „Sun"" erklärt, daß alle unparteiischen -Beobachter der ossi- zietlen Verschwiegenheit den ersten Preis den englischen Zensoren zucrlcnncn müßten, Tas Blair bezeichnet die Haltung der Zen- sorcn als einen ernstlichen Irrtum und die schlimmste Sch m ä- hung, die dem englischen Volke angetan werden könne nnd schrecht, die Zensurbeamten tun Uw bestes, um ihr Land zu verwirren, entmutigen und zu verärgern und anstelle von Vertrauen in die Führung der öjfcntlichcn Geschäfte Mißtrau e n zu schassen. JohnBullincinen Vogel Strauß verwandelt zu sehen, ist eine der sonderbarsten Schauspiele der Geschichle. Der „R e w y o r k Hcrald" widmet diesem ltzegenstand einen Leitartikel, in dem es heißt: Niemand versteht besser als die englisch sprechenden Völker, dast der Krieg ein Spiel ist, das nick» von einer Scüc allein gespielt werden kann. Großbritannien hat diesen Kamps begonnen, indem cs sich als den Verfechter sehr hoher Ideale bekannte: es wird aber nicht die Menschen und das Geld anftreibcn, die es braucht, wenn cs nicht mit dem eigenen Volke gerecht verfährt. Es wird sein "Ansehen iin Auslände nicht gewinnen und erhalten, wenn cs nickst dürck- inn Wort^ber 34. beweist, daß es nicht vor der Wahrheit zurückschreckt so demütigend diese auch mitunter lein mögc.^ Die „Glasgow" in Valparaiso angekommen. Berlin, 19. Nov. (Priv.-Tel.) Die „Voss. Ztg."' meldet aus dem Haag: Einem Bericht der „Eentral News" aus Rio de Janeiro ist die „Glasgow" am Dienstag in Valparaiso ange kommen mit christlichen Spuren des jüngst überstandenen Kampfes, aber ohne ernstere Beschädigungen. Tic Opfer der „Emden". London, 20. Nov. Eine vfsiziellc Statistik von Lloyds sehr den Verlust, den die Engländer durch die „Emden" erlüten haben aus 83 Millionen Mark fest. Ter Burenfeldzug. Rotterdam, 20. Nov. Meldungen aus Durbar zufolge sind am Samstag etwa. 3 00 0 Buren bei Blvem- fontein erschienen und man befürchtet, daß sie auf die Stadt einen Angriff unternehmen werden. In Bloemsontein stehen nur etwa 500 Mann Regierungstrnppen mit einigen Maschinengewehren. — Tic Meldung, daß General deWet verwundet ivorden sei, bestätigt sich nicht, ebenso ist cs um richtig, daß die Zahl seiner Anhänger schwände. Dieses Gerücht ist vielleicht dadurch entstanden, daß die Schare» dcWces sich nach der bekannten Taktik in inehrerc Abteilungen aufgelöst haben, um getrennt zu operieren. Aus Kiautschau. Berlin, 19. Nov. (Priv -Tel.) Die „B. Z. am Mittag"" meldet aus Köln: Nach einer Meldung ans London be richtet der Korrespondent der „Köln. Ztg.'" von der holländischen Grenze, daß die japanische Regierung den General Kamio zum Gouverneur von Tsingtau und de- Kricgsgebiets von Kiautschau ernannt habe. Au§ dem Reiche. Frachtermäßigung für Kartoffeln. "Der aus Anlaß des Krieges Ende August eilige führte Ausnahmetaris für Kartoffeln, frisch, gedörrt oder getrocknet, in Wagenladungen von mindestens 10000 Kilogramm, ist neuerdings ans Kartoffeln bei Aufgabe als Stückgut und aus .Kartoffel stärkemehl, zur Brotbereitung bestimmt, ausgedehnt worden. Bei Ausgabe als Stückgut wird die Fracht für das halbe wirtliche Gewicht, mindestens für 20 Kilogramm, nach den Sätzen des Spezialtarifs für bestiminte Stückgüter berechnet. Die "Anwendung des Ausnahinctariss auf Kartstffelstärke- mehl ist an die Bedingung gebunden, daß als Empfängerin im Frachtbriefe die Trockenrartoffel Berwertungsgesclljchaft m. b. H. angegeben ist. Berlin, 19.Nov. (WTB. Nichtamtl.) Die Kaiserin empfing heute nachinittag eine Abordnung des Vereins deutscher Lokomotivführer behufs Ueberreichung einer von diesem Verein gesammelten Kriegs spende von 120 000 Mark. Die Kaiserin unterhielt sich eingehend mit jedem Einzelnen und bekundete hohe Freude über (die reiche itzabc, die in der Hauptsache dene Zentralkomitee vom Roten Kreuz zur weiteren "Ausgestaltung der Lazarettzüge überwiesen werden, zum kleineren Teile aber nach einem besonderen Wunsch der Geber den durch den Krieg besonders betroffenen Landesteilen von Ostpreußen nnd Elsaß zufließen soll. ( Berlin, 19. Nov. (WTB. Amtlich.) In der heutigen Bundesratssitzung gelaugten zur Annahme: bei Entwurf einer Bekanntmachung über das Verbot de-: Handels mit in England abgestcmpelte» Wertpapieren, der Entwurf einer Verordnung bcti" Tagegelder und Fuhrkosten für Sachverständige des nach dem Gesetze über die Kriegsleistungcn vom 13. Juni 1873 W bildenden Schätzungsausschusses, ferner die Vorlage betr. Aenderung der Bestinimwngcii zur Ausführung des Wcin- gesetzes. Karlsruhe, 19. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Die Großherzogin Luise von Baden hat den Wunsch ausgesprochen, daß die reichen Blumcngaben und Spenden, mit denen sie seit langen Jahren stets zu ihrem Geburtstag am 3. Dezember bedacht und erfreut lvurde, in diesem Jahre als Liebesgabe zu Weihnachten für die Truppen im Felde gesammelt werden möchten. Die Großherzogin wird diese Förderung der hohen Ziele des Roten Kreuzes mit aufrichtigem Dank anerkennen. An» Stadt nnd (aitO. Gießen , 20. November 1914. '* Personal nachrichte >i. Ter Grobherzog hat am 17. November d. I. dem Postjekretär a. T. Kleib in Tarmstedt die Erlaubnis zur Annahme »nd zum Tragen des idm vom Deutschen Kaiser verliehenen Verdienstkreuzes in Gold erteilt. — In den Ruhestand versetzt wurden lolgende Beamte iu der Hessisch-Preubiiche» Eisenbahugemeinschast vom I. Dezember d. I. an: Schaffner Balthasar Schäler zu Franksurt a. M., Bahnwärter Ludwig Jungk zu Zell. ** Kriegsauskunftsstelle für Arbeiterund Angestelltenversichcrung bei der Lande sv er s i ch e r u nysanstalt Großh. Hessen. Die deutsche soziale Versicherungsgesetzgebung hat in der gegenwärtigen Zeit für die Kriegsteilnehmer, ihre Angehörigen und Hinterbliebenen eine besondere Bedeutung gewönnest, und eS liegt geradezu im nationalen Interesse, dafür zu sorgen, daß im einzelnen Fall die Berechtigten möglichst b a l d in den Genuß der ihnen gesetzlich zustehenden Bezüge gelangen oder diese ihnen doch sichergcstellt werden. Da aber in den einzelnen Fällen nichtimmer Klarheit über die Rechtslage besteht, da sich zudem unter den in Betracht kommenden Personen häufig Frauen befinden, die in Rechtssachen und im Verkehr mit den Behörden unerfahren sind, erscheint es zweckmäßig, auf dem Gebiet der Sozialven'ichc- ruug für die Dauer des Krieges eine besondere öffentliche Rechtsberatung zu schaffen. Der Vorstand der Landesver-- sicherungsanstalt Kvoßh. Hessen hat deshalb in seineni Verwaltungsgebäude in Darmstadl, Wilhelminenstraße34, eine K r i e g s a u s k u n f t s st e l l c für Arbeiter- und Angestelltenversicherung eingerichtet und ist bereit, allen im Großtz Herzogtum Hessen wohnenden Kriegsteilnehniern, sowie deren Angehörigen und Hinterbliebenen kostenlos mündlich und fchristlich Auskunft in Angelegenheiten der Arbeiter- (Kranken-, Unfall-, Invaliden- und .Hintcrbliebenenversichcrung,' und Angestelltenversicherimg zu erteilen. — Wir geben hiermit der Oessentlichkeit von dieser Einrichtun>^.Kenntnis und empfehlen den Interessenten ihre Benutzung. Schriftliche Anfragen wolle man an den Vorstand der Landesversicherungsanstalt Großh. Hessen in Darmstadt, Wilhelmincnstraßc 34, richten. ** Weihnachten im Felde. In näher das We ih - nachts fest lwranrückt, um so lebhafter beschäftigen fick» die Gedanken der Zurückgebliebenen damit, lvie man einen "Abglanz des schönsten Festes des Jahres auch zu unseren kämpscnden Truppen gelangen lassen und luie man ihnen zeigen kann, daß das Geshenken in der Heimat gerade um die c i) b l I eihnachtSzeit besonders herzlich nnd tatkräftig ist. Ueberau i deutschen Vaterlande regt sich mit Rücksich! auf die kom- -i 1 enden Weihnachtstage die sorgende Liebe für unsere Sol- ' iten, die gleicherweise den im Felde Stehenden und den rwundet in der Heimat Weilenden zugute tommen soll, uch in Gießen hat man sich der guten Sackse in kräftiger leise angeuommcn und ein in der vorliegenden Nummer ,m Oberbürgermeister, dem Alice-Frauen- e r e i n und dem Zweigverein des Roten Kreuzes ge- , ichneter Aufruf bittet die Bürgerschaft, das Ihrige in um- ,'sender Art dazu beitragen zu wollen, daß unseren Taps^- n die Trennung von der Heimat möglichst erleichtert wird. . ftr empfehlen den Aufruf der weitherzigen Berücksichtigung x Oessentlichkeit. ** Die ersten Träger des Eisernen Kreuzes Iin Res.-In f.-Re gt. „Bischweiler" sind: Gefreiter ildebrandt aus Fichtelberg, Äriegsfr. Bohr aus Sien St. Wendel und Ers.-Res. Kraft aus Höchst a. M. Ihre uszeichnung erhielten sie für Ueberbringung einer sehr aten Meldung über die feindlichen Stellungen an unsere rtillerie. ** Von den Gießen er Freiwilligen. Den riesen eines Offiziers des „B i s ch w e i l e r" R e g i in e n t s rtnehmen wir folgende Aeußerungen über die Haltung der ruppen vor dem Feinde: „Heute war ich vorne beim ersten I ataillon, und es hat mir wieder unendlich viel I reudegemacht.zu sehen, wie die Leute ivillignnd nüt umor alle Anstrengungen ertragen; denn Tag und Nacht caußen in der Erde vor dem Feinde zu liegen, das zieht in ie Knochen. Diese stolze, ruhige S e l b st v e r st ä n d- ichkeit unserer Leute, die in den^Trilmmern hausen nnd ie tägliche Todesgefahr als ein L-tück ihrer Pflicht und )chuldigkeit ansehen, über die man weiter keine Worte ocr- ■ ert, die ist erhebend undgroßartig. — Born in den ■ efeingegrabeneu Schützenlinien sieht es sehr nett aus. I nserc Le utesind herrlich, begreifen den Ernst der I age und arbeiten sich in der Erde unentwegt heran an den I cmb trotz aller Belästigungen. Bon drüben pfeifen die I ügeln fortwährend, und drrnnen in den Erdgängen stehen I in paar Soldaten als Beobachter; andere arbeiten eifrig mit I Schaufel und .Hacke, und wieder andere sitzen in ihren Erd- I schein, schreiben Briefe, lesen Briefe und Zeitungen und I un, als ob sie da zu Hause wären. In der Stacht ■11 dann die Hauptarbeit." — Dieser anschaulichen Schilde- I ung können die Eltern und Freunde der Gießener Kriegs- I ceiwilligcn entnehmen, wie es unfern lieben Jungen gegen- I iärtig geht. Besonders aber wird sie alle das hohe Lob I rfteuen, das das Bataillon von so sachkundiger Seite erhält. I )ie Anerkennung, die gerade unsere jungen Regimenter be- I eits in so reichem Maße von Freund und Feind erhalten' I oben, wird also auch unfern Gießenern zuteil: und das I oben wir auch gar nicht anders erwartet. ** Der Krieg im' deutschen Epos. Den Beziehungen I wischen dem Kriege und der deutschen epischen Dichtung ging in | mein fesselnden Vortrage gestern abend in der Aula der Uni- I-ersität Geh. Hoftat Prof. Tr. Behaghel nach. Du alt- ■ eutsch« Dichtung hat, so sagte der Vortragende, ihre höchste I Vollendung um die Wendung des 12. und 13. Jahrhunderts ge- ■ unden. Es war die Zeit, wo Geistrsbildwig, höfisches Wesen, I Uttertum und Frauendienst ihr« schönsten Blüten zeitigten. Es > mc aber auch die Zeit der schwersten .Kreuzzüge und des Kampfes I wisckjen Stauffen und Welsen, als die größten Dichter des Mittel- R tters ihre Harfen erklingen ließen. Wenn in den Liedern eines I Birtmann von Aue, eines Wolfram von Eschenbach, eines Gvtt- I ried von Straßburg, dft Fraucnminne, ritterliche Aben- > euer oder die Gewalt der allslegenden sündigen Leiden- I chaft besingen, der Krieg erwähnt wird, dann ge- I chieht cs nicht um seiner selbst willen, sondern vor- I rehmlich, um einen Hintergrund zu schaffen, von dem sich das I wählende Bild des Helden um so deutlicher und kraftvoller abheben > :änn. Der Krieg ist den mittelalterlichen Dichtern meistens also > in Mittel zum Zwecke. So sind die Kämpfe der Nibelungen nichts > rnderes als der Abschluß einer Familicntragödie, die Heerzüge m n der Gudrunsage dienen der Absicht des Brautraubes, die Fahrten H ind Kämpfe des Königs Rotder nach Konstantinopcl einem ätm- > lichen Zwecke. Das Alexanderlied des Piaffen Lamvrecht und das H liolandslied des Pfaffen Kvnrab sind die Verherrlichungen ciirzeliicr I Helden, und was in ibnen von Schlachten und Kämpfen gemeldet H wird, wird nicht um seiner ftlbst willen berichlet, sondern dient > dem Ruhme des Helden. Genauere Angaben über einzelne Schlach- > len enthalten eigentlich nur das Rolandslied mit seiner Beschreibung H net Schlacht bei Ronceval, das Lied von der Rabenschlacht und I nie Beschreibung des Kampfes zwischen den Paladinen Karls des > Großen. Wenn man also auch sagen muß, daß die Beschreibung des W Krieges den mittelallerlichen Dichtern niemals im Vordergründe W ihres gestaltenden Interesses gelegen hat, so gennnnen wir doch > ein überaus anschauliches Büd von allen Erscheinungsformen des > Kriegs, weil sich eben das ganze Deuten und Füllten des Millel- W alters viel mehr, als es heule der Fall ist, auf den Kampf als > solchen einzustellen hatte. Wir hören aus den Epen der deutschen > Dichtung von den Ursachen des Krieges, von der Kriegserklärung, W von den Vorbereitungen, der Mobilmachung der Streitkräste, I der Anzahl der Heere, ihrem Aussehen, dem Marsche, dev Be- m waffnung, von der Belagerung der feindlichen Stabte, den tech- I nischcn Maßnahmen zul Neberwindung der Hindernisse, der Vcr- ■ lvundetenpslege, von der Tätigkeit der Fekdkapläne, mir hören, I wie die Nachrichten aus dem Feld in die .hcima, kommen, wir I sehen, wie die Spiellcute, die in den allen Zeiten die Presse ver- I traten, die Neuigkeiten weiterverbreiteten, ivie selbst das Lügen, I das unsere bcutigen Gegner so ausgezeichnet verstehen, auch da- I mals schon angewandt wurde — merkwürdigerweise lügt immer I die Partei, auf deren Seite die Sympathie des Dichters nicht ist — wir finden weiter Angaben über die Zahl der Berlnste und der I Gefangenen, über die Art der strategischen Gliederung und der I Gefcchisverbändc, über die Auiklärungs- nnd Kundichasterdienste, I über die angewandten Kriegslisten wie .Hinlerhalt, Verkleidung, I Immlichc Ucbersälle, wir lesen die Beschreibungen der Flucht, I des Begräbnisses der Toten, der Behandlung der Gefangenen und I Belegten und erleben die Art nnd das Zustandekommen des Zric- I deusschlusses. lieber die eigentliche schlackt erfahren wir wenig. > Bor dem newaltigen Bilde des Kampfes großer Massen machen die I Dichter des Mittelalters gerade so .Halt, ^wie die Dichter der I Neuzeit. Sie lösen die Beschreibung der Schlacht vielmehr in I viele Einzelbilder aui, die der anschaulichen Beschreibung I natu.gemäß leichter zugänglich sind. Alle diese Anaaoen belegte der Vortragende mit einer über- I reichen Fülle von Beispielen ans der epischen Dichtung unserer Li- > teratur, die einzeln anzusübren naturgemäß zu weil gehen I nnirde. Er führte damit den Beweis, daß in irühercn Zeiten das I menschliche Tinnen und Trachte», soweit es sich mit Kampf und I Krieg besaßt, fast dieselben For>nen hatte, wie wir es heute erleben. ** S t a d t t h c a t e r. Aus tcm Theaterbnrea» schreibt mnn I uns: Um den Besuch der Vorstellnna z» Großherzogs Gebiirtstay I an, nächsten Mit,,noch ivelteren Kreisen genehm zu machen, in te- I tanntlich ei» ernstes Stück ,W a l l e n 1t e i n s Tod" mit Herrn I Oskar Bohnäe vom Kasseler Hostheatct als „Wallenstein" ge. I wählt worden. Tie Darstellung wird unter der Regie von Direktor I Steinqoettcr anls lorgtältigste vorbereitet »nd gelangt im Abonnc» » ment » i cd t zur Wiederholung, lim den Erlolg dieser Dorstelluiig I — deren Reinertrag b-kanntlich eine», vaterländischen Zwecke z„- I stießt — nicht z» beeinträchftae», findet am kommenden Dienstag I keine Vorstellung statt. Tie Preise sind die gewöhnlichen» die aber I lür dieses Jahr ermäßigt worden sind. ** D i c dankbaren Schlesier. Ein großer Teil I der in den letzten Tagen in Gießen untergebrachten schlesischen I Landsleute hat Gießen wieder verlassen, um Quartiere iw neu umliegenden Sanbfreiieit zu beziehen. Tie ineistensollest im Kreise Schotten unlergebracht werden. Für die noch hier Gebliebenen bemüht sich die Stadtverwaltung um Arbeitsgelegenheit. Die andern, die Gießen wieder verlassen haben, bitten uns, nachstehende D a n k e s w o r t e zur Kenntnis der Bürgerschaft zu bringen: „Für die uns anläßlich deS Kricgsquarliers in Gießen erwiesene liebevolle Ausnahme und Verpslegung sagen >oir der Stadtverwaltung, dem Einquartierungskomitee und vor allem unfern Quartierwirten herzlichen Dank. Wir werden der Stadt Gießen ein dankbares Andenken bewahren. Ein donnerndes „Glück auf" der Stadl Gießen." Kreis Büdingen. = Sitten ftnbt, 19. Nov. Tie am letzten Samstag crwlgle' plötzliche Lerhastnng des Lehrers W. im nahen Engellal hat in der hiesigen (Legend zu allerlei saljchen Gerüchlen und Der- nintunqen geiiibrl. Tie DerhasNmg hat aber mit der gegenwärtige» Kriegslage durchaus nichts zu tun. Schon seit längerer Zeit ichweble gegen den Derhasiete» ein G e r i ch l s v e r > a h r e n wegen Verdachts eines Meine,des. Tamil ist die Perhasiung >» Z»sain»,enhang zu bringen. C Nidda, 18. Nov. Hier hat sich ein Ortsausschuß gebildet, um die vom Laiidcsausiclsiiß vom Roten Kreuz in Tainnsladt beschlossene Kreuz -Pkennig-Sammlung,cin- zusührcil. Es sollen Rote-Kreuz Marken zu l, ö und 10 Pf. in größerer Zahl durch die Mitglieder des hiesigen Zweigvereins vertrieben werden. Tic meisten Beamten, Lehrer, Rechner und Gcschäjtsleute haben ihre Mitwirkung zugesagt. Anstatt der in vielen Geschälten bisher ausgegebcnen Rabattmarken werden die Geschäftsinhaber ftinslig Sammelmarken im Werte von 2 Proz. des Käusspreises der Lieferung den Kunden verabreichen. 'Auch bei Belämpsung der Fremdwörter, bei Vergleichen uitd Sühneversuchen, bei Strafgeldern in Vereinen, Nachlässen an Rechnungen und dergleichen können die Marken recht zweckmäßige Verwendung sinden. Von den eingehenden Beträgen bleiben nur Vio den« hiesigen Zweigvcrcm; die übrigen Teile werden mit ’-’Uo und mit s /io dem Landesausschuß in Trlrmstadt, die übrigen Teile dem Hauptverein in Berlin übermittelt. ^ Hessen-Nassau. )( Marburg, 18. Nov. Nachdem am ö. stloveniber der Höchstpreis für Kartoffeln aus 3 bezw. 3,50 Mk. für den Zenwcr srstgrscßt worden war, erklären jetzt die Kartosscl- händler, daß sie den Kärtosfelvcrkauf e i n st e l l e n müssen, weil es ahnen nicht möglich sei, Kartosseln zu diesen! Preise einzu- lausen. Weiter gibt der Magistrat bekannt, daß er Mittel und Wege sinden würde, die Bürger mit Kartoffeln zu versorgen. Zugleich wird aber auch von anderer Seite mitgeteilt, daß durch Vermittlung des Landrats aus hiesiger Gegend Kartosseln bezogen werden können. h. Frank f „ r t a. M.. 19. Nov. Auf eine ganz schamlose Weise suchte sich die Ehefrau des Kaufmanns Z. im Vorort B o - namcs in den Besitz einer großen Geldsumme zu setzen. Die Frau schrieb einer Witwe in Bonamcs, deren Mann im Felde gefallen ist, einen Brief, in dein sie mitteilte, daß der Gatte nicht tot sei, sondern in der Gefangenschaft schmachte. Aus dieser könne er aber gegen eine Summe von 12—15 000 Mark durch Vermittlung besreit werden. Tie Witwe übergab den Brief sofort der Polizei, die der Frau riet, scheinbar aus die Sache cinzugchen. Es wurde mit der im Briefe vorgeschlagenen Mittelsperson eine Zusammenkunft verabredet. 2lm Bahnhof traf n>an sich; die Witwe übergab der tief verhüllten Vermittlerin das Geldpaket, während mehrere Kriminalbeamte von ferne den Vorgang beobachteten. Tie glückliche Gcldeinpsüngerin eilte mit ihrem Gelbe nach der Innenstadt, wo sie verhaftet wurde uub als die Kausmannssrau Z. sich entpuppte. Tic gewissenlose Betrügerin wollte sich auf diese Weise in den Besitz ihrer Mitgift setzen, von der sie ihrem Manne immer erzählt hatte, die sie aber niemals besessen hat. Die Frau ist erst seit einigen Wochen verheiratet. > Hessen-Nassau. h Frankfurt a. M., 19.9!ov. Don dem A u s w e i I u n q s» b eseh l werden in Franksurt etwa 2300 Personen betroffen. Eine kleine Anzahl Ausländer konnte Bürgen stellen und dar! vorläufig in der Stadt verbleiben. Die Unbemittetten werden dein Gießener Gelange neu lager zugekührt. li B o m M a i», 19. 9ioo. Bei Retzbach überfiel der Holzarbeiter Kövlert den Fuhrmann Gaul und verletzte ihn i» lebensgelährlicher Weise. Ter Täter, der den Gaul berauben wollte, erbielt bei den, Ringen j e 1 fa ft schwere Verletzungen und mußte dem nächsten Kraukeuhause zuqesübrt werde» b. B a d H o in b n r g v. d. H„ 19. Nov. Die Stadt- v e r o r d n e l e n-V e r s a m ,»l u » g bewilligte lür die Verpflegung eines kriegsstarken Bataillons, das hier einquartierl wird, monatlich 6090 Mark. Die Eingnarlierung ist für drei A! o „ a l e vorgeseben. Vermischte». * General und Feldvrediger. Im achtzehnten Jahrhundert gab es in der preußischen dlrmee einen General Renzel, der e§ lieble, Scherz^ zu inache» und spaßige Reden z» lnhren. Einst hatte er die Stelle des Tivisionsplarrera in Potsdam z» vergeben. Ein Kandidat Harnisch meldete stch dazu bei den, General. Jienzel aber sagte, des Bewerbecs Namen icherzhask per- wandelnd: ,Tie Stelle kan» er nicht kriegen, inei» lieber Küraß, die ist schon so gut ivie vergeben I" — „Na." antwortete der Be- iverber jchlag'ertig, „dann tut es nichts, General Tornister, dann muß ich mich anderweitig umjehen." — ,Er ist ja ei Schwerenöler," antwortete nunmehr Renzel, „solch einen brauche ich aber bei meinen Soldaien, der das Manl aus dem rechten Fleck uat. Er soll die Stelle haben." So ivurde Harnisch Tivisions- psarrer »nd der General ivar mit ihm zusrieden. Büchertisch. — Die Kriegsdep eschen 187 0,7 1 sind soeben in einen, würdig ansgeslatteten Neudruck tut Verlage der Firma Otto Elsner, Berlin 8. 42, erichiene». Fn richtiger Erkenntnis des großen Interesses, das diese Zusamnienslellnng sämtlicher Kundgebungen der Aruieelcilnnq ans dem deuisch-sranzöstschen Krwge ]>>70/71 gerade in gegenwärtiger Zeit beim ganzen beulsche» Volle finden muß, bat der Verlag den Preis sür das 160 Seite» um- lassende Büchlein auf mir 20 Psg. festgesetzt. Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden tzlrtikcl übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Ein Mahnnwrt an Gießens Fugend! Tie großen Zeiten von 1813 und 1870 sind übetholi durch die heutige weit größere und säjioerere Zeit. Nicht nur ein Volk, sondern eine ganze Welt von Feinden umgib! unser geliebtes Buterland. Tentt'chlands Macht und Größe soll gestürzt, unsere in lljähriger Friedenszeit geschasjene segensreiche Arbeit mit einem Schlage vernichtet werden. Groß ist die Zabl unserer Feinde; aber groß ist auch unsere Atacht. Millionen deutscher Männer stehen tjeuie im Felde. Bedeutende Erfolge imirden bereits erniiigen, aber eine schwere Arbeit steht uns noch bevor. Viele Opfer müssen noch gebracht wrrdcn, wem, wir als Sieger aus diesem Vülkerringe,, lwrvorgehen wollen. Und tvir ivollen und iirüssen. Uns Zurückgebliebenen, die wir nicht mit im Felde stely-n können, drängt sich nun cme ernste Frage aus: ..Wie heben wir die Widerstandskmsr unserer^ Jugend, um in Zukunft die Wehrkraft unseres Heeres noch zu steigern?" Da nahen sich die Turnvereine! Tie Deutsche Tnrnersckjaft hat sich schon immer mit großem Eifer „nb Erfolg dcr^ Jugend angenommen. Tie Datiachen, daß sie vor Ausbruch des ziricaes über eine Million Mitglieder zählte, 600 000 Mann ins Feld schickte und Laß ihr beute 198 000 nock> nick» 17 Jahre alte Jünglinge als Jngend- turner angehören, erbringen den Beweis dafür. Die Turnvereine suchen nicht durch Aeußerlichkeiten ju itnrfen; sie legen vielmehr aus erzieherischen Gründen das grüßte Gewicht auf möglichste Einsachheft und stille, aber eifrige Arbeit. Die Liebe zur Heimat und zum Vaterlaude, sowie die Prlichttrene sollen gepflegt werden, der noch im Wachstum befindliche Körper soll eritarken, damit er den hohen Anforderungen, die das Leben heute an jeden stellt, gcivachsen ist. Im Kreise srolzer Mtersgenossen schart sich die Jugend um ihren Portunier, der ihnen Freund und Berater zugleich ist. Im frohen Turnen an den Geräbew, in anregenden Turnspielen vergehen die Abendstunden ans dem Turnplatz. Au freien Sonntagen wird bei Wanderfahrten di« Teilnahme an der Schönheit der heimatlichen Fluren geweckt. Das sind Einrichitingei' von größter !Bedeutt,ng. die zu gebrauchen, Pflicht jedes jungen Vvrwärtsdenkenden Mannes ist. Und Ihr Eltern! Kommt einmal anj unjerr Turnplätze, seht Euch unsere turnende Jugend an, ivie die Angen blitzen im Jugendfeuer, wie die Muskeln sich spannen im Bewußtsein der Kraft, ivie die Jungteute heranwachsen frank und schlank ivie die Edeltannen und kernig «u,ch knorrig wie deutscher Eichen Holz. Wie sie ljeraiiivachsen zu eckjtcn Deutschen, die im wirtschaftlichen Kampf ihren Mann stellen, die aber auch das Vaterland, den heimischen Herd zu schützen wissen. Und nun Ihr Jünglinge!, die Ihr kanM der Schule entwachsen seid und dem Turnen noch fern steht, tretet em in unsere Reihen! Sckstägt Euch nach schwerer Arbeft in Fabrik, Werkstatt oder am Schreibtisch die Feierstunde, so sorgt für die Entwickelung Eures Körpers. Tenll, daß alle Kenntnisse und Fertigkeiten in Eurem Berus nutzlos sind, ioenn der Körper versagt; daß Ihr viel frischer und fteudiger beider Arbeit sein werdet, je gesünder nnd kräftiger .Ihr seid. Darum nochmals: Kommt zum Turnen! Ihr seid es Euch und dem:Vaterland schuldig. In Euch liegt Deutschlands Zukunft. P. R. R e n g e r, Mitglied des Turnvereins von 1846. Märtte. Ie. Frankjnri a.M. Vi-hhokmarktbericht vom 19.Nov. Austrieb: Rinder 96, Ochsen 4, Ochsen aus Oesterreich 0, Bullen 6, Kühe und Färsen 86, Kälber 460, Schafe 408. Schweine 1449. Tendenz: Kälber lebhaft, Schafe und Schweine rege, ge- räumt. Preise sür 100 Pkd. Lebend- Schlachtgewicht Käkbee. Mk. Mk. -einste Mastkälber.......... 52 -66 86-93 Mittlere Mast- und beste SaugkÄber. - - - 52 -56 86 -93 Geringere Mast» »nd gut: Saugkäkdrr . . . 48-51 81—86 » ch a' e. Slallmastschkckr: Mastlämmer uns jünger: Mastdrmmrt . . 33—37 78 - 80 Acltcre Masthammel, mit genährte junge Schafe und geringere Mastlämmer...... 29 - 32 70 - 85 Mäßig genährte Hammel und Schafe (Mcrz- id)afe>: ......... 28-29 66-68 Schstv ec «t:. Vollfleischlq: Schweine von 60 —116 7r Lebendaewicht........ 57.00—6900 72,00—7401 Vollsteischig; Schwein: unter 60 Lebendgewicht ....... . 56 00—57.50 70.00—72 00 Lollfleischige Schweine von 100—110 'r» Lebendgewicht ....... 57,00—59,ö) 72.00—74.00 VollfleijchigeSchwein: oj» 110—15 ):; Lebenügewicht . ....... 57.00—59 00 72.00 — 74.^0 Ie. Wiesbaden, 19. tziov. Heu - und Strohmarkt. Angelahren waren 26 Wagen mit Heil und Stroh. Man notierte: Heu 3,75-4,00 Alk., Stroh (Richtstroh) 2,80—0,00 Alk., Krumm- ürob 2,10-2,20 Aik. — F rnch tmarkt. Haser 11,00-12,00 Mk., Alles je 50 Kilo. Wettcraussichten in Hesien am Samstag, den 21. Nov. 1914 ? Ziemttch heller, kalt, nordöstliche Winde. Letzte Nachrichten. Dcutschlmw und Irland. jWLB.l Berlin, 20. Nov. Dft „Nordd. Allg. Ztg." schreibt unter der Uebersckwift „Deutschland und Irland": Der bekannteirische Nationalist Sir Roger Casemen, der kürzlich aus den Bereinigten Staaten von Amerika nach Berlin gekommen ist, wurde im Auswärtigen Amt emp- ja n ge n. Sft Roger Easemen wies daraus hin, daß ,n Irland anscheinend von der brilischen Regierung autorisierte Darstellungen des Inhalts veröfsentlicht ioürdcn, ein deutscher Sieg würde dem irischen Volke großen rvckjaden zusügen,, da sein Land, seine Wohnstätten, seine Kirchen und seine Priester aus Gnade und Ungnade dem Heere der Eiitdringlmge prcisgegeben sein würden, die nur Raub und Eroberungssucht leiteten. Neue Aeußc- rungen des Ministers Redmonds gekegcuilich feiner Rekrulicrungs- reisc durch Irland sowie namhaske Aiislas,„ngen der britischen Presse über diesen Gegenstand hätten, so betont Sir Rogcntz eine weitere Verbreilung gesunden und unter den Iren natürlich Be- fürchtungen hcrvorgcrufcn bezüglich der Hallung Teutsckilands gegenüber Irland i», Falle eines deutschen Sieges. Sir Roger bat um die Abgabe einer überzeugenden Erklärung über die Absichten Deutschlands gegenüber, die seine Landsleute in der ganzen Welt und besonders in Irland und Amerika angesicküs der beunruhigenden, von verantwortlicher brUtscaer Seite stammenden Darstellunqcn zu bnuhigen vermöckjtc. Der Stellvei-- tretcr des Staatssekretärs des Auswärtigen hat daraut im Aufträge des Reichskanzlers folgende amtliche Erklärung abgegeben: Die Kaiserliche Regierung tvcist die böswilligen Wuchten, dft ihr in den von Sir Roger angeführten Darstellungen unterschoben werden, aui das entschiedenste zurück und benutzt diese Gelegenheit, um die kategorische Versicherung abzugeben, daß Tentichland nur Wünsche jür die Wohlfahrt des irischen Volkes, sein Land und seine Einrichttingen l-cge. Tie Kaiserliche Regierung erklärt in aller Form, daß Deutschland nieniaks mit der Absicht einer Eroberung oder Vernichtung irgend welcher Einrichtungen in Irland einsallcn würde. Sollte im Verlause dieses. Krieges, den Deutschland nicht gnucht lmt, das Wafscnglück jemals deutsche Drnvven an die Küste Irlands führen, so würden sie dort landen nicht als eine Armee von Eindringlingen, dft kommen, um zu rauben und zu zerstören, sondern als Streitkräste einer Regierung, die von gutem Willen gegen ein Land und ein Volk beseelt ist, dem Deutschland nur nationale WohlfahN und nationale Freiheit wünscht. Widerlegung sciiidlichrr Lügen über die Mcchelner Kathedrale. Berlin, 20. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) 'Tie „slivrdd. Allg. Ztg." schreibt: Ter Geh. Regiernwgsrat Professor Dr. v. Falke hat ans Brüssel vom 13. Oktober berichtet: Ws Nachtrag zu ineinem Bericht vom ■>. O kl ob er 1914 über "die Kanstlverke in Mcchcln ist die freiivillige Kundgebitiig des Dbmhcrrii der Mechelner Kathedrale v. Lcmgendonck von Wichtigkeit. Er hat bei seiner Vernehmung in Brüssel erklärt, daß die Beschädigungen der Kathedrale in,bedeutend seien und daß das erste Bombardement des Turmes der Kathedrale wie auch ohne Zweifel die folgende» Beschieß,in- ,gen den Zweck gehabt haben, den ans dem Turme postierten belgischen Beobachter zu entfernen. Wenn in der anßerdent- scheil Presse von einer zwecklosen vber barbarischen Beschädigung der Mechelner Kathedrale durck, die dnitsche Be ichlcßniig die Rede sein sollte, lau» diese Acußerung des belgischen 'Domherrn als Gegenbeweis verwendet werden. Tie Firma H. Underberg-Albrecht in Rheinberg spendete als Liebesgabe l00l>>0 Fläschchen ihres bekanitten Bitterlikärs „linder- berg-Boonekamp". Derselbe hat bereits un Krug- 183' Vorzug licht Dienste geleistet und durtte auch letzt de:: .::: Fr.:c !:ehe»dcit Truppen «mc besonders wüllommcnc Gabe sein. Noch nie dagewesen! Noch nie dagewesen! UnionTheaier Seltersweg 81 Ab morgen Samstag, den 21. November die gewaltigste Filmschöpfung aller Zeiten: ßifpcr (sisiicrtia 6. iv - Waffen Ciulrittsgcld 4Mk. Jahresbeitrag»Mk. Derselbe ivird vom Vereinsdiener ^Adolt «chwan in de» nächsten Tonen I erbosten, bester Quitinng wird eine Beikartc beigefügl. Weitere Deikarten a üv Psg. wolle mnn gleich bcini Vereins diener eninestinen. Beikarlen können nur für die HauS- standsmilglieder der engeren ftamilie verlangt iverde» und find nicht iiber- lrngdar. Minbrüuchliche Aenulzung dieser Karte» zieht zunächst den sofortigen Ausschluß aus dein Verein nach iich »nd wird gegebenen Falles gerichtlich verfolgt. Anmeldungen können beim Bereinsdiener oder auch bei Herrn Ernst Baiser, Mäusburg 1l, erfolgen. Gietzcn, den 20. November 1914. 11590D Iler Voi’Kit/.ernte. aus dem Befreiungskrieg 1809, mit Musik und Gesang, in 5 Akten. 07958 Allein-Aufführungsrecht für Giessen. Das geschichtliche Schauspiel „Tirol in Waffen“ in howeguugs- bildlicher Darstellung zu sehen, ist ein hoher Genuß. Der Beschauer erlebt die traurige Zeit der Fremdherrschaft mit, ebenso die ergreifenden Auftritte bei den Erhebungen und wahrend der Freiheits- Kämpfe bis zum traurigen Ende Andreas Hofer*. Die wunderbare Alpenlandschaft, die geschichtlichen Schauplätze der Handlung von 1809 erhöhen die Wirkung. Das oft leidenschaftlich bewegte Mienenspiel der Hauptpersonen, Andreas Hofer, Speckbaclier mit seinem Jungen, Gasbinger und des Verräters Itaffl, ist reizvoll. Herzliches Familienleben, Vaterlandsliebe, Heldenmut und opferfreudige Treue der uns stammverwandten Tiroler treten uns vorbildlich vor Augen M i 10 000 Mitwirkende! 10000 Wlitwirkende! Jeder Deutsche muss dieses grosse Filmwerk sehen. Anfang an "Wochentagen 4 Uhr; Sonntags 3— 11 Uhr abds. Licht - Spiel - Haus Vom 18. bi« inkl. 20. Xorember 1914: Die berühmte heißblütige Filmschauspielerin Llsst Nebascbka als Hauptdarstellerin in dem 3-aktigen faszinierenden lcinematographischen Meisterwerk I Ein Seedrama von realistischer Darstellung. ,tlarslca im Winter. Naturbild. I»as Koinpagniogescliiift. UrgelungeuePosse. Winterflirt. Prachtvolle Komödie in 11 Akten mit Lissi Neimschka in der Hauptrolle. Todesnmt. Erschütternde Tragödie. Wer zuletzt lacht, lacht am besten. Lustige Burleske. 11008 XfB~ Militär ohne Charge zahlt Werktags die Hälfte. aren heisst jetzt die Losung Sie sparen viel Geld, wenn Sie sieh Ihre Blusen, Kleider, Böcke, Leibwäsche nach den bekannten Favorite-Schnitten anfertigen. Jede Dame ist dadurch sofort imStandealles selbstmachen zu können Allelu-Verkauf bei: 11585a Salomon&Cie, Straße Straße w röe CHirf* dftpüzmt. 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