ür. in Zweites Blatt Erscheint täglich nii, Ausnahme des Souulagz. Die „Eießener Zamilienblätler" werde» de», .Anzeiger' viermal wochenilich bcigelcgt, das „Krefsfalatl fiit den Krtis (Siegen“ zweimal wöchentlich. Tie „Lc.ndwckijchasllich«,, seit- fregen** erscheinen nionaiiich ziveunat. Jahrgang Iß General izeiger für Gdechefjen Donnerstag. November Rotationsdruck und Verlag der Vrübl'schen UnwcrsiiälS - Luch- und Vteindruckcrei. R. Lange, Gieße». Cchri'tleitinig.Geschältsslctte ».Druckerei: Schnl- strnue?. Geiwäilssiellc ».Verlag: s-^s5I,Tchi ick- leilung: sqlSllL. 'Adresse >iiv Traulnachrichten. Anzeiger Gieuen. ^aurrderhessischenAbgeordnetenmaudate. Cs ist bekannt, bas; die hessische Regierung die Zweite Kammer für den Monat Dezember einzuberuscn gedenkt. Da wirft sich von se.bjt die Frage ans, oo denn die im regcl- näs.igen Durnus ansscheidendcn Abgeordneten — für eie etzt hätte gewählt werden sollen, lvcnn der Krieg nicht gekommen wäre — noch eine Legitimation für ihr Mandat laben. Diese Frage muß bejaht werden. Und zwar nicht nnr ius dem Wortlaut des betreffenden Artikels des Wahlgesetzes, sondern auch ccuS der Geschichte dieses Artikels 64. Diese Geschichte soll hier dargcstellt werden. Der angeführte Artikel lautet: Das Mandat derjenigen ^geordneten zur Zweiten Kammer, welche in Gemäßheit rer Bestimmungen im ersten, zweiten und fünften Msatze >es Artikels lU aus der Zlocitcn Klammer auszittretcn haben, st mit dem Tage als erloschen zu betrachten, an dem die Neuwahlen erfolgen. (Zum besseren Verständnis sei hier bc- nerkt, daß der Artitel til die Dauer der Lkbgeordneten- nandaie auf sechs Jahre fcstsetzt.) Der Wortlaut des Artikels 64 wurde aus den früheren Wahlrechtsvorlagen anstandslos ülbernomnicn. Darum auch .st in den Motiven der letzten Gesetz gewordenen Vorlage von .909 zu dein Artikel im einzelnen nichts iveitcr gesagt. Wohl iber heißt es dort in der allgeineinen Begründung: „Jnjo- veit der Entwurf mit der aus dem 32. Landtag eingeorach- cn Vorlage übereiustimint, Imin hieriiach auf die der letz- ercn beigegebenen Begründung, sowie aus die von dieser ingczogenen Begründung der dem 31. Landtag vorgelegten Regierungsvorlage Bezug genommen werden. Dre nach- olgende Begründung beschrankt sich darauf, insoweit Er- äuterungen zu geben, als die neue Vorlage von der vor- etzten ablvcicht oder als sonst die ständischcii Verhandlungen >es 32. Landtags lsierzu Anlaß boten." Es ivird also hier lusdrücklich aus die Vorlagen verwiesen, die den 32. und ! 1 . Landtag beschäftigten. Bereits in der Rotheschen Vorlage >on 190t auf dein 31. Landtag erschien ebenfalls der in Rede tchende Artikel und zwar unter Ziffer 57. Hierzu wurde olgende Begründung gegeben: „Dieser Artikel gibt den Inhalt des einzigen Artikels des Gesetzes vom 5. Mai 1875, die Wahlen zur Zweiten Kammer der Stände Om., wieder. Jedoch ist die Aendcrung vorgcnommen Worten, daß das Mandat nicht bis zum Tag der Anordnung der Neuwahlen, sondern bis zum Tag der Neuwahlen selbst dauern oll, damit auch tunlichst in der Leit von der Anordnung bis zu >em Tag der Neuwahlen die Zwecke Kammer vollbesetzt ist. Das Aesetz vom 5. Mai 1875 war nur erlassen worden, um auszu- chlicßen, daß, nachdem Neuwahlen stattgesundcn hatten, ange- rommen werden könne, daß neben den neuen Mandaten die alten loch bis znm kalendermäßigen Ablauf der 3 bezw. 6 Fahre gültig eien." Im damaligen Ausschußbericht wurde (zum Artikel 57) rusgefiihrt: „In diesem Arlikrl wird eine nicht unwesentliche Aendcrung des seitherigen Rechtszustandcs vorgeschlagen. Das Gesetz vom 5. Mai 1875 hatte den nach dieser Richtung unvollständigen Art. 48 des Wahlgesetzes vom 8. November 1872 dahin präzisiert, daß das Mandat derjenigen Abgeordneten, welche nach Ablaut der ersten 3 Jahre, bezw. nach Ablauf des sechsten Jahres auszutreten hatten, falls im Lause des dritten, bezw. sechsten Jahres ein neuer Landtag berusen werden sollte, mit deni Tage als erloschen zu gelten habe, an welchem die Anordnung zur Neuwahl erfolgt. Der Entwurf dagegen will, daß das Mandat erst mit den: Tage erloschen sein soll, an welchem die Neuwahlen st a t t f i n d e n. Es ist diese Blenderung durchaus zu begrüßen, da sich Fälle denken lassen (z. B. die Notstandssällc des Jahres 1893), in weläwn es dringend wünschenswert ist, eine vollbesetzte und beschlußfähige Kammer auch für die Zeiten berusen zu können, in welchen die Wahlzeit der Hälfte tatsächlich abgelauscn ist." Der Artikel wurde von der Zweiten Kammer am 20. Juni 1902 ohne Erörterung angenommen. Jit der folgenden Wahlrechtsvorlage von 1903 erschien der Artikel wieder als Artikel 58, aber auch ivieder mit einer wesentlichen Aendcrung, in folgenden, Wortlaut: „Das Mandat derjenigen Abgeordneten zur Zweiten Kammer, welche in Gemäßheit der Bestimmungen im ersten, zweiten und fünften Absätze des vorigen Artikels aus der Zweiten Kammer auszutretcn haben, ist mit dem Tage als erloschen zu betrachten, an welchem die Neuwahlen erfolgen." In der Begründung dieses Artikels heißt es: „In diesem Artikel sind nach dem Wort „ist" die Worte: „wenn im Laufe des dritten bezw. sechsten Jahres der Wahlperiode ein neuer Landtag berusen werden soll" gestrichen worden. Hierdurch wird erreicht, daß jederzeit eine vollbesetzte Abgcordncten- kamnicr vorhanden ist und daß auch dann, wennausirgend welche» Gründen die Neuwahlen sich verzögern sollten, die allen Mandate nicht etiva vorher mit der» Ablauf des dritten bezw. sechsten Jahres der Mandatsdauer erlöschen, sondern über diese Termine hinaus bis zumTagc der Neuwahlen der Abgeordneten in Kraft blei- b e n." Bei der Beratung der Borläge im Kammerplcnum wurde der Artikel so ohne Aussprache einstimmig angenommen, auch die Erste Kammer stimmte ihm zu. Ein Vergleich zeigt, daß der Wortlaut dieses Artikels vollkommen mit dem heutigen Artikel 64 übereinstimmt. Die Motive für jenen gelten auch für diesen, wie schon begründet, so das; also der Sinn des heutigen Artikels 64 zweifelsfrei feststeht, nämlich daß die jetzt eigentlich ablaufenden Mandate noch bis zu den Neuwahlen Gültigkeit besten. Eine andere Frage ist, lvann diese Neuwahlen stattfinden müssen. Der Artikel 68 des Wahlgesetzes schreibt ausdrücklich für 30 namentlich aufgeführte Wahlkreise Neuwahlen in 19 14 vor. Eine etwaige — und höchstwahrscheinliche — Verschiebung dieses Termins bedarf somit einer Gesetzesänderung. Im weichsellande deiwloclawc. Das Weichselland auf jener Strecke, wo der große Strom südöstlich von Thorn seine trüben Wasser langsam der deutschen Grenze eickgegenwälzt, ist der Sck>auplatz, wo es den deutschen Massen vergönnt war, den andringenden russischen Streiikraften so schwere neue Schläge zu versetzen. Zu beiden Seiten des Flusses, hüben im Gouvernement Warschau, drüben im Gouvernnnent Plozk sind die Russen zurückgeworsen worden. Es ist ein alter geschichtlicher Boden, aus dem hier gestritten worden ist; es ist das Land der einstigen Herzogtümer Masoioien und Kujawien, die ja beide später im polnisck-en Gesamtreiche ausgcgangen sind. Die wechselnde Geschichlc dieser Landschaften spiegelt sich auch in der Schlichtung der Bevölkerung, in der noch heute verschiedene Stämme erkennbar sind. Neben dem polnischen Bauern sitzt hier ivestlich der Weichsel die alte kujawische Bevölkerung, während östlich, im Gouvernement Plozk, die Masuren einen großen Teck der bäuerlichen Bevölkerung stellen: und schließlich kommen als weiteres, in dieser ganzen Gegend sehr bedeutendes Bevölkerungselenrent noch die Juden hinzu, deren Zahl besonders in Plozk selbst sehr erheblich ist. Von diesen verschiedenen Stäm- nren sind die Masuren besonders interessant. Sie pflegen das Haupthaar über der Stirn kurz zu scheren, sonst aber lang hcrab- sallen zu lassen und lang herabhängeude Schnurrbärte zu tragen. Gleich den Russen tragen sie das Hemd über den Beinkleidern, durch einen wollenen Gürtel zusanrmrngehalten, darüber eine Art Kaftan von weißer oder schwarzer Farbe, den Sukman, rmd aus dem Kopse eine niedrige Schaffellmütze, im Sommer Wohl auch einen niedrigen Strohhut. Der einstige Herzog von Maso- mien pflegte im festen Plozk zu residieren, aber die acke Hauptstadt von Kujawien muß mau in der Einsamkeit und in der Einöde sucheir. Das ist Brest, das durch den Beisatz „Krjawsk" gekennzeichnet und von dein littauckaeii Brest, der ö.'tannte.i starten Festung lBrest-Litotvsk unter ckieden ist. Et:va 13 Werst wenlich von Wloclawec liegt diese einstige Residenz, H ut noch erkennbar an ihren alten Mauern und gral-enumrmg.en t llen. und tn c - essam durch eine bis ins 13. Jahrhundert z rückceiä:cnx Kirbe. Aber sonst ist die alte Herrlichkeit ocr rujawip, en Hauptiiadt dahin, die, vom Strome der Geschichte verlassen, heut nur noch ein elendes, vergesienes Landstädrchen ist. Die beiden Mittelpunkte dieses Weichsellandcs bilden die Städte Wloclawec und Plozk. Be des sind alte Grün ungen, alle Knoten- punkte des Fluß- und Landverkrhrs. Wloelaivee liegt aui denr linken Weichseluser und gehört also zum Gouvernement Warschau, niilitmb Ui' Gouverneurentsstadt Plozk sich aus dem jenjtttigcn Weichselnser erhebt Diese Lage bedingt die Verschiedenheit der beiden Stadtbilder: denn aui dem ganzen Laufe der Weiche! von Nonw-Georgieivsk ist das rechte Weichselnser das Hobe, welches weithin das westliche Flachland beherrscht. Bei Plock steigt das rechte Weichselnser bis zu 60 Mir. an, und so bietet die Lladt, mit Alt- und Neustadt, über und an dem Flusse sich an-sdehnend, ein hübsches Bild, das besonders von den hochgelegenen Domanlagen bedeutend wirkt. Der Dom von Plozk stammt noch aus dem 12. Jahrhundert, und es birgt dies altertümliche Bauwerk so manches alte polnische Königs- und .herzogsgrab, ioie denn überlwuvt der Reichtum der Stadt an Kirchen ein beredtes Zeugnis ihrer einstigen Herrlichkeit und ihrer wandlungsvolle» Geschichte bilbet. Hier gleiten ans dem breiten Strome die Schifte vorüber, die von Warsckm» die Weichsel stromabwärts sahren. Ost ist es eine schwierige Schiftatirt, denn die Weichsel ist ein unzuverlässiges Wasser, das bisher unregnliert geblieben ist, und wiederholt im Jahre tritt der Strom aus, um dann nach Westen hin das Land weithin zu überschwemmen. Besonders im Hochsommer ist die Schissahrt dadurch sehr empfindlich gehindert. Hinter dem regen Pl zk wird der Stromlaus ivieder einsam und er blecht es aus eine lange Strecke, bis endlich Wioclawec als gemeinsamer Kmotenpunkt des Eisenbahn- und Flußverkehrcs in Sicht kommt. Wloclawec hat an Regsamkeit und Einwobncr- zah! heut selbst die Gouvcrrementssladt W zk übertroffen. Zwar nicht so alten Datums wie Plozk i! dock) auch Wloclawec eine der ältesten Städte Polens, Deren Geschichte bis ins 11. Jahrhundert zurückzuvcrsolgen ist. Mehr als einmal haben hier schon die Deutschen Kämpfe geliefert: im 14. wie im 15. Jahrhundert sind die Scharen der Deutschordensritter bis nach Wloclawec vorgc- drungen, das sic wic-crhott zerstört haben. Tie bedeutendsten Gebäude der Stadt sind die Kathedrale und das Bischoisschloß, jene ein aus dem 14. Jahrhundert stammendes, stattliches, von zwei Türm'en gekröntes Baudenkmal der Gotik, dies eine ansehnliche Residenz aus dem 18. Jahrhundert. Neben dem Handel hat in Wloclawec auch die Industrie sich angesiedclt, und besonders für Deutschland sind die Zellulosefabriken von Interesse, die viel Zeitungspapier in das westliche Nachbarland liefern. Denn an Holz fehlt es in der Nachbarschaft nicht und besonders ist daS Gouvernement Plozk reirf» an Wäldern, meist Tannen wid Fickzten. Dies Land östlich der Weichsel ist ini ganzen ein wenig einladendes, düsteres Gebiet, während aus der anderen Seite des Sttomcs nicht sowohl der dunllc Wald als ausgedehnte Ackerbreitcn vorherrschen. Es ist ein guter Weizenboden, den das Volk hier bearbeitet. Aber einförmig ist das Land auch in diesem Teile: und wer etwa mit dem' Zuge von Thorn nach Wloelmoec fährt, der blickt zu beiden Seiten nur aus die weile, ununterbrochene Ebene, ans der nur hier und da einmal ein dürfttges Dorf sich erhebt. Es ist ein Land, über dem der Hauch der Schwermut ruht, und schwermütig sind ja auch die Weisen, die das Volk am Weichselstrome singt und liebt. Viel hat es im Laufe der Jahrhunderte ersahren müssen, seit es von seinen eigenen Herzogen in Brest und Plozk regiert wurde, und wieder geht jetzt die Geschichte mit ihrem unbarmherzigen Schockte durch das Land um das rührige Wloclawec. M 000 000 Briefe. Man wird gegenüber den zahlreichen mehr oder mrndtzr berechtigten Klagen gegen die Feldpost milder gestimmt, wenn man vernimmt, wsas sie zu leisten hat. Im deutsch- Ein neues Heimatmuseum. Pflege des Hecknatsmns auch in Kriegszecken. Aus Hannover wird uns geschrieben: Auck ein erfreuliches Zeichen deutscher Kultur iscks, daß man allüberall in deutschen Landen in den letzten Fahrens so ersvlgreckh bestrebt war, den Heimatsinn zu pflegen. Das vielgestaltige deutsche Kulturleben mit all seinen Erscheinungen zu wahren, Ucberliesertes in dem Kreise zu erhalten, in dem es heimalberechligt ist, und wo es am besten verstanden werden kann. So entstanden in allen deutschen Gauen jene Hermatnruscen, die mit ihren Sammlungen dem Forscher einen nnerschöpslichen Quell des Studiums darbieten. Besonders im niedersächs i s chen Land cnestanden vaterländische Museen (Celle, Hannover usw.) oder Museen und Saurmlungen von Hetmatverernen, Freiltcht- Mkuseen, ja, es wurden sogar DorsmUseen angelegt, die von ganz besonderer Eigenart sind '.Wilsede, Hcrinunnsburg in der Lüneburger hxid« lusw.). Tie Betätigung im Sinne der Heimatpstcge hat sogar während dieses Krieges nicht nachgelasseri. Der .Hetmatsinn, einmal geweckt, erlalsnit so leicht nicht wieder, und es gibt Männer, die mich während der Kriegsstürnrc den Schuh der Heimat nicht aus den Augen lassen, die in dieser Zeit sogar neue Pläne fasten. So plant der Hümmlinger Hcimatbund die Errichtung eines Heimat-Museums bei Ostenwalde. Der Kreis Hümmling liegt unweit der holländischen Grenze im Regierungsbezirk Osnabrück, in nächster Nachbarschast des Emslandes. Der Hümmling oder Huimling ist eine ganz eigenarnge Landschaft. Inmitten von Mooren und Heiden erhebt sich dort in der Mähe der Ems ein sandiger Höl)enzug, der die Wasserscheide zivischen den lleinen Flußläusen Haase (an denr Osnabrück liegtl und Leda (an dem das ostsricsischc Leer gelegen ist) bildet und im Windbergc bei Würger die höchste Höhe init 94 Meter erreicht. Ter Hauptort und Sitz des Landrarsamts des (polckischen) Kreises Hümmling ist der kleine Ott Sögel. Tie Gegend ist ann und überaus schwach btt'ölkctt, der ganze Kreis zähl: etwa 16 000 Einwohner in 35 Landgemeinden.' Und doch hat er sich in den letzten Fahren nnrtsrboitlich gut entwickelt: deutscher Fleiß, hat auch diese Gegend erheblich vonvätts gebrackg. Trotz seiner Arnmt und Abgcscbie- denhnt besitzt der Hümmling eine alte, bodenständige Kultur, die mancherlei Wettvolles l)ervorgcbracht bat, z. B. an Lcinenge- ivcbttl. Der Hümmlinger Heimatbund will nun in dem g-planieu Heimatmusttim seine Kultur der Nachwelt erhalten, ähnlich wie das in der Lüneburger Heide in den oben genamtten Dorsmuscen gescheht. Ein Stück Land zur Erbaimug des Museums ist bereits erworben: in diesem sollen Hümmlinger Landcserzcugnisse, alt- hüimnlingtt Trocknen und Hausrat in guter Ordnung, alles an seinem Platze, ausgestellt werden. Auch, geschichtlich und vorgc- schchtlichi' Funde will man hier, im Lande des Hunnen königs Surwold, auibcivahven. Ein Vogelichutzbark soll das, stille, in bäuerlickwnr Stile zu erbauende Heimathaus unigeben. Nreder- sachscn toird daunt um ein eigenartiges Torfmuseum bercickwtt. H. W. « — Wie die Bilder der Londoner Nationalgalerie gegen die Zeppeline geschützt werden. Die Engländer, die in diesen drangvollen Zecken noch den Wunsch hegen sollten, der Nationalgalerie in London einen Besuch abzustatten, finden diese berühmte Stätte der Kunst seltsam verändett. Während sie durch den Anblick der Schönheit ihre Gedanken von den Sorgen des Tages ablenken wollen, werden ihre Blicke sogleich wieder aus dir Kricgsgesahr hingewresen, denn die Muscumsoer- waltung hat umsassende Vorkehrungen gttrosscn, um ihre kostbarsten Schätze gegen die Bomben der Zeppeline zu schützen. An den Wänden, von denen sonst strahlende Meisterwerke grüßten, herrscht gähnende Leere. Hie und da hängen als melancholische Ueberbleibsel der einstigen Pracht ein paar Bildchen von geringerem Wert, die sonst in die Winkel oder in die Nähe der Decke verbannt waren. In anderen Sälen, wo die Kostbarkeiten nicht so dicht beieinander waren, sieht es noch etwas voller aus; aber auch hier stolpert man sofort über einen großen eisernen .Wasserbehälter, der in der Mitte eines jeden Museumsraumes ausgestellt ist. Die vorsorgliche Verwaltung hat hier dir gerrügenden Wassermengen versammelt, damit die Löscharbeit im Falle einer durch Bomben hervorgerusenm Fcucrsbrunst sofort beginnen könne. Im ganzen sind mehr als 250 Bilder aus der englischen Nationalgalcrie entsernt und in bombensichere Gewölbe gebracht worden. Man fährt mit dieser „Internierung" der Bilder weiter fort, und die Zahl der aus dem Museum cntsernten Werke wächst von Tag zu Tag. Unter den in Sicherheit gebrachten Gemälden besinden sich Rafsacls „Madonna" und „Heilige Katharina", Vclasauez' „Venus und Cuvido", ein Bild, das vor einigen Monaten durch das Attentat einer Suffragette beschädigt wurde, dann Rubens' ..Urteil des Paris", Rem- brandts Selbstporträt. Murillos „Johannes der Täufer und das Lamm", Holbeins „Gesandte" und sein Porträt der ..Herzogin von Mailand". Der Wert all dieser Werke beläuft sich aus viele Millionen und läßt sich nicht genau abichötzen. Auch Privatleute, die dem Museum Vckder als Lechgabe überlassen hatten, sind ängstlich geworden und haben ihre Schätze schleunigst zurückverlangt, um sie möglichst in Sicherheit zu bringen. — Die Ern enerung der Dresdener Hofkrrlhe. Das letzte Werk des römischen Barockstils, das seltsamerweise ans deutschen Boden steht, die von dem Italiener Gastrno Chiaven erbaute katholische Hofkirche in Dresden, hat in den letzten Monaten eine bemerkenswerte Erneuerung und Wicderh.wsielluug ersahren. Chmvett hatte den Bau verkästen, bevor er vollendet war, und man darf wohl annehnren, daß er das Innere nicht in den Zustand grauer Nüchternheit geduldtt hätte, in dem es sich bisher biftunden. Wie die Kunstchronik mckteilt, ist min in geradezu mustergültiger Weste die Wirkung des Kirckzeninnern zu erncm künstlerisch reichen Bstde gestcigett worden. Man bmutzte die uok- loendigen Fnstandsetzungsarbeckcn, um nicht nur einen reicheren Sckzmuck anzubttngen, sondern durch farbige Belebung den Raum auf das prächckgste zu heben. Die beiden Seitenschisfe > nur den in bläulickz-grouen und weißen Farbtönen derart abgeslust, daß die architektonisck)e Gliederung der Wandstächcn krästtg hervorttttt. Im Hauptschiff wurden die Dreiviertelsäulen oberhalb der Pfeiler im EinNang nckt den marmornen Säulen des Hauptaltars stirmpi- grün bemalt und die Mgehörrgen Kapellen vergoldet: ferner erhielten der Hauptsims ipvhlabgestimmte Farbcntönc uird die Stich- kappen der oberen Fensterreihe neue Ornamente. Ani Gewölbe aber beseitigte man die ganz zwecklosen bemalten Mppen, die gar keine architektonische Bedeutung haben, so daß das özewölbe zu einer großattigen Raumwirkung gestcigett wurde. Ueberhaupt hat das Ganze an festlicher Pracht ungemein gewonnen und kommt ettt jetzt zu polier Geltung. Die Erneuerung der vier Kapellen wurde aus sviedliche Zecken vettchvbcn: dagegen schrecket die Wiederherstellung des Aeußeren der Mrche immer Wecker fort. Bor allem wurde bei dem großattigen Figurcnschmuck der Oekanstrick, beseitigt, weil unter ihm die Verwitterung des Sandsterns nur fortüöreitet, ohne daß man sie bemerkt. Der Bildhauer Mattielli, der diese reichbewegtcn Skulpturen geschaffen, hat leider bei der Befestigung der verschiedenen Stücke, ans denen manche Figuren zusammengesetzt sind, effcrne Klammern bnmtzt, die rosteten und so zur i^rwüstung des Sandsteins beittugcn. Tie Figur des Johannes des Täufers war so schlimm verwittert, daß sie durch eine neue ersetzt tocrdcn mußte, während die Reste der ursprünglichen Plastik ins Kunstgcwerbemusemn gebracht wurden. — Funde von Hünengräbern ans der Insel Awagcr. Die Keine dänische Insel Amager, deutsch Amak, die, durch das schmale Fahttoasser Kallcbodsttand von Seeland gettcnnt, im Sunde liegt, wurde zu Anfang des 16. Jahrhunderts von .Holländern bevölkett, dmen Nachkommen noch heute ihre alte Kleidcr- tracht und Sitten beibebalten haben. Auf die Urgeschichte dieser Insel, die bisher völlig im Dunkel lag, fällt nun ein interessante? Licht durch einen bedeutsamen Fund, der hier gemacht wurde. Wie das Astenbladtt meldtt, stieß man auf der Insel auf einen Grabhügel von 3'/, Mtt. Höhe und 30 Mtr. Durchmesser, und der Archäologe Kjaer vom Nattonalmuseum in Kopenhagen, der die sogleich svstc- mattsch unternommenen Ausgrabungen leitete, entdeckte drei Hünengräber, in denen loichttge Funde aus der Bronzezeit gemacht wurden. Das älteste Grab stammt aus der Frühvettodc des Broinc- zeitaltcrs und wird von Kjacr in die Zeit um 1200—1000 v. llhr. gesetzt. Es enthielt einen Sarg aus Baumrinde. >oie äbnlickic fach an der jütländischen Küste gefunden wi'rden Das zweite Grab bestand aus einer Steinkiste, die unter den verbrannten Gebeinen Riemen- utid Güttelschmuck Bronze aufwies Es gehörte einer späteren Zeck an und war über dem ersten erttchtct. Einige Meter davon befand sich ein drittes Grab, in dem nn Eichcnkastcn aiif einem Steinunterbau von Manneslänge gesunden wurde. : ein» lag ein Miniaturschwett von Bronze mit großem Dovvelniovi, scr- ncr ein Schettncsser und eine stark beschädigte Radel, ^es Grab stammt aus dem süngeien Bronzeztttalter, ttwa 800—600 v. Ehr. Durch diese Funde ist erwiesen, das, sich aus der ^nscl Amager bereits lange vor der bolländischen Besiedelung in scrncn Vorzeiteii eine mcht unbedeutende jlUltur entnnckclt hat. französischen Kriege Warden vom Boanrn des Krieges, im Juli 1870, bis zum 31. Mürz 1871 befördert durch die Norddeutsche Feldpost: 89 6.70 000 Briese und Postkarten, 2304310 Zeitungen, 43 023 460 Taler Dienstgelder, 16 842460 Taler Privatgelder, 125916 Dienstpakete, 1853686 Privatpakete; durch die Bayerische Post etwa: 3 240000 Briese, 72000 eingeschriebene Briefe und Geldbriefe, 90000 Pakete; durch die Württemdergische Post bis zur Rückkehr der Truppen: 6898 000 Briefe, Karten und Zeitungen, 454 233 Paket- und Geldsendungen im Wert von 4 834 083 Gulden; durch die Badische Post: 1470 500 Postkarten, gewöhnliche und beschwerte Briefe, 114 400 Zeitungen, 1908 100 0-elder, 'Dienstgelder, 1023110 Gelder, Privatgelder, 63 007 Pakete. Bemerkenswert ist besonders die Angabe eines Poststatistikers, das; zur Kriegszeit der gesamte Postverkehr in Deutschland inkl. Feldpost um U/s gestiegen war, also sich mehr als verdoppelt hatte, trotzdem Handel und Wandel doch einen argen Stoß erhalten hatten. Man muß dabei bc- denken, daß Hunderttansende im Felde stehender Leute, die mit ihren Lieben daheim einen regelmäßigen Postverkehr unterhalten, in Friedenszeiren vielleicht überhaupt nie oder doch sehr selten Gelegenheit hatten, Briefe zu schreiben oder zu bekommen. Und dieser gesteigerte Verkehr ist nur mit ver- minderten Kräften ausjührbar, beim die altgcschulten Kräfte stehen als Kämpfer im Felde, und die neuen Kräfte müssen sich erst einarbeiten. vilder aus dem bombardierten Reims. „Ouararrts-nsuviäms Jour du bombardement!* — „Neuuundvicrzigster Tag der Beschießung!" — das ist die neue Zeitrechnung der Bewohner von Reims. Jeden Morgen, noch ehe es dämmert, kriechen sic aus ihren durch Sandsäcke geschützten Kellern hervor und eilen, Männer, Frauen und Kinder, mit einigen Flaschen Wein. Brot und kaltem Fleisch für ein „Al fresco Mahl" unter dem Arm aus die umliegenden Höhen der Stadt, von wo sie dem Artillerieduell der französischen Batterien mit den ans den eroberten Forts Brv- mout, Nogcnt, l'Abbesse und Bcdru aufgestellten deutschen Geschützen zusehcn. Am Abend, wenn das Artilleriefeuec Nachläße, kehren sie dann wieder in die Stadt zurück und die beiden noch erscheinenden Lokalblätter teilen ihnen mit, weichen Schaden die Deutschen am 49. Tage der Beschießung angcrichtet haben. Ein Mitarbeiter des „Daily Graphic" erzählt, daß besonders die alteren Sladtleilc, die Häuser der Rue de Marc, Rue Colbert, Rue de Betheny und Rue Bouchers de Perlhes scinver gelitten haben. Was die Go- schosse der deutschen Artillerie nicht zerstören, vernichten ihre „mit brennendem Petroleum gefüllten Handgranaten (!!)". Nach Ansicht der Reimser haben es die Deutschen besonders aus die großen Sektkcltereien von Pommcry unweit des Marnekanals abgesehen, deren elektrische Station gleich zu Anbeginn der Beschießung zerstört wurde. Auch die übrigen Gebäude sind schrvcr beschädigt. De» Champngnervorrätcn selbst können freilich auch die schwersten deutschen Hand-' granalen nichts anhaben, denn sie ruhen in ungefähr zwanzig Kilometer langen Gängen, die zehn Meter unter der Erdoberfläche in die Kalksteine der Reimser Berge gehauen worden sind. Bon den 120 000 Bewohnern der Stadt sind höchstens 40 000 zurückgeblieben. Obgleich sic sich tagsüber versteckt halten oder aus die Berge flüchten, sind doch gegen 700 die Opfer des ArtillerielampfeS geworden und über 1000 mußten, schivcrcr oder leichter verwundet, fortgeschasst werden. Die meisten Verlegungen sind aus herabfallcndc Mauer- stücke oder cinstürzende Häuser zurückzusührcn. Erst recht zeigt sich aber am Abend, wie verlassen die alte Krönungsstad« der sranzösinhen Könige jetzt ist. Kein Licht darf gebrannt werden; weder ans der Straße noch aus den Fenstern dev Häuser darf ein heller Strahl leuchten. In den Gasthöscn ziehen die Angestellten dovpelte dunkle Vorhänge vor die Fenster, che sie Licht anzündcn. Auf der Straße herrscht ägyptische Finsternis. Da cs oft regnet und man dann die Hand vor den Augen nicht sieht, muß man sich förmlich weiter tasten und fühl.'». Von Zeit zu Zeit erklingt der Schritt einer Militärpatrouille, die nachprüft, ob auch kein Lichtschein aus irgendeinem Hause den deutschen Geschützen ein Ziel zu bieten vermag. In den drei oder vier Kaffees und Restaurants, die ihren Betrieb aufrecht erhalten haben, sieht man llnisormen. Schon einige Minuten vor 9 Uhr ertönt der Ruf: „0n ferne! On ferme!" Dian schließt mit größter Pünktlichkeit und die Gäste müssen in dunkler Nacht ihre Irrfahrt nach dem oft im .Keller gelegenen Heim oder den« Hotel antreten. „Die größte Furcht der Reimser, so meint der Mitarbeiter des „Daily Graphic" — ist die, die Deutschen könnten vor ihrem Rückzug, der nach ihrer im Norden bevorstehenden Niederlage nnvrrnteidlich ist, noch Rache an der Stadt nehmen und sie in Grund und Boden schießen!" Nun» die Ereignisse im Norden, also ans dem belgischen Kriegsschauplatz deuten auf alles andere, als auf einen Rückzug unserer Truppen; somit brauchen auch die Bewohner von Reims nicht die Rache unserer Artilleristen zu fürchten. Kriegsbriefe aus dem Osten. S&3 unserem zum Ostheere entsandten Kriegsberichterstatter (Unberechtigter NaÄrruck, auch auszugsweise, verboten.) Dir Erstürmung von Pabbcln. Armee-Oberlommando Ost, den 14. November. Die neueste russische Vorwärtsbewegung, deren Charakter hier neulich Umrissen wurde, hat nach den verlustreichen KLmvfcn bei Szittkehmen zu heftigen Gefechten bei Evdtkuhnen geführt, die noch andaueru. Aus dem südlicheren Teil dieses Kamvfabschnittes hotten inzwischen unsere Kräfte, die das 20. russische Kvrvs gegen die Romintener Heide zurückgeworsen hatten, zurück,icnommeii ,verden njiüsscn, da< oorr Suwalki über Goldao das 5. Kaukasische Korps heranrückte, das unseren Kräften sonst in die Flanke gekommen wäre. Unsere KorvS gingen auf eine besonders günstige Linie zurück. Auf den beiden Parallelstraßen, die von Klein-Kummctschen nach Gumbinnen abzweigen, gingen nun die Russen mit zivci Korps gegen Gumbinnen vor. Es wurde beabsichtigt, diesen Stoß auszuhalten, die Rüssen, sobald sie in geeigneter Lage marschierten, aus unserer Linie heraus aufzusuchen. Diesen blutigen und siegreichen Käurpfen, die mit einem fluchtartigen Rückzug dieses Teils der russischen Kräste endeten, konnte id) ungefähr im Zentrum mitten in der Gesechtslinic beiwohnen. Stärtere Truppenteile von unserer Seste waren von Darkehmen her m Richtung Goldap angesetzt Die Russen wurden dabei zu solch eiligem Rückzug gezwungen, daß ihre Bewegung fast in Flucht aus- artete, die erst hinter Goldavv zum Stillstand kam. Aus jeden Fall tvaren durch diese Kämpse die Kräste des deutschen Zentruncs auf sich angewiesen und mußten einen heftigen Front-Sturmangriif des XX. und Teile des II. Kaukcijisctzeii Korps zurückdrangen. Eure Ausgabe, die mit rrirverglerchliäfer Bravour und erstaunlich schnellem Erfolge gelöst wurde. * Die Tage vorher war heftiger Sturm gewesen. Er hatte meinen Wagen, als ich nach Gumbinnen fuhr, wie ein Segel vor sich her getrieben, nt der regenfeuchten Nacht tvaren die Pferde kaum zu, halten gewesen. Vor ,eoem Schatten, der über die Landstraße huschte, schreckten sie zusammen. Einmal, als ein mächtiger Flüchtlingswagen hart in unsere Räder fuhr, war der Fuchs gar nicht zu beruhigen. Der Wind heulte in allen Tonarten. Tie armen Leute auf der Landstraße . . . Jetzt kam der Nordwind von der Seite, und es sing wieder an kalt zu werden. Das Wort der Schlacht war lange vorher zu hören. Bei einer Mühle machten wer halt. Sie war Beobachtungsvunkt für schwere Artillerie. Ich stieg die schmale Holzlerter hinauf und sah durch das kleine Fenster nach vorn. Rechts seitwärts lag ein Dorf, das von russischen Schrapnells überschüttet wurde. Zweitausend Meter vor mir lag Pabbeln, das unsere schwere Artillerie in Brand schoß. Die Flammen leckten schon ü'-erall hoch. Mit dem bloßen Auge konnte man unsere Schützengräben sehen, -die nur leichthin angelegt waren. Eine Weile stand ich auf der kleinen Brücke, die von der Mühle zur Treppe führte. Ta brummte es. toic das Sausen von großen Kähnen. Rechts neben mir schlägt es in das Holzgeländer ein. lieber dem Koos summt es. Es ist besser, in den Müblra • ru- rückzutreten. Ein Stockwerk höher hat man glänzende Be bachtnng Fast jeder Schutz unserer schweren Artillerie sctzl an der nuin u eit Stelle. Eine leichte Batterie fährt in der Nähe der Mühle auf, neben uns aut dem freien Feld graben sich eilig die Beobachter ein. Es ist erstannlich, daß die Russen die Mühle nicht beschießen. Ta sängt es auch schon an zu heulen. Eine Granate schlägt genau in der Batterie ein. Atemlose Spannung. „Keine Verluste," meldet nach einer Weile der Leutnant. Neben einer mächtigen Tanne krepiert die zweite Granate, cs werden ein paar Zweige zerschlagen, weiter ist kein Erfolg. lliiserc schwere Batterte feuert ununterbrochen. Jetzt erscheinen die russisch. Schrapnellwölkck»eir, die lange Zeit mit säst komischer Rcgeluiäßiglerl crn paar hundert Meter hinter der Mühle geplatzt sind — immer an der gleichen Stelle, an der sich ein kleiner Obstgarten befand — plötzlich vor der Mühle. „Unser" Haupt,nann schließt für einen Augenblick den Schieber. Tie Beharrlichkeit der Russen ist diesmal nicht groß, sie haben jetzt auch mit unserer Jnsanterie zu tun. In langen Ketten geht die deutsche Infanterie nördlich von Pabbcln vorwärts. Aus der Höhe kommen sie in Granalseuer. Ich sehe durch das Glas ein paar Mann fallen. Es geht, zurück in eine kleine Mulde, in der gesammelt wird. Weiter südlich stehen hinter einer langgestreckten Scheune dichte Jnsarrtcrie- massen zum Ausschwärmen bereit. Ich sehe, wie d ieM a s chr ire n- gewehre langsam nach vorn getragen werden. Ein Mann fällt, ein anderer schleppt das Gewehr weiter. Ich sehe, wie der Gefallene lrampshasl die Füße hochhebt. Er stirbt dort, ich weiß cs, aber ich schaue, nur aus die dünne springende Reihe des Rastenburger Grcnadierregimcntes, das Pgen das brennende Pabbeln jetzt stürmt. Sie verschwinden hinter den Häusern. Ich suhle in allen Fiebern, wie wir vorrücken. Auch nördlich haben wir inzwischen die Höhe überschritten. Reserven schieben sich vorwärts in die Mulde. Unsere schtvrre Artillerie feuert ununterbrochen: „Der Eingang von^Pabbcln ist von uns besetzt," schreit der Ofsizier am Scherenfernrohr. Die Korrekturen werden jetzt z e h n- m e te tli-t i s e gegeben. Die Freude vom Beobachkungsstand wird laut, säst jauchzend. „Ta! Mitten rein!" ruft der Major. „Schnellfeuer!" geht der Beiehl nach unten. „Die Russen fliehen in ganzen Scharen, wir haben sie gefaßt." „2200 Meter, 2300 Meter, 2500 Meter, Schncllseuer!" Die Schlacht läuft vorwärts. Wir verlassen die Mühle, wir müssen mit. Tos lehmige Feld bölt die Füße ordentlich fest. Unser Hauptmann ist nach vorn gegangen, sich zu orientieren. Da er lustig und lebendig ans der Höhe neben einem Heuschober steht, nehme ich an, daß es richtig ist, ibm zu folgen. Der Rauch von den Geschützen und den brennen den Dörfern lagert über dein Feld. Wir sind bald an den Reserven vorbei. Wir gehen alle schnell, unbewußt schnell vorwärts. Ich höre es nicht mehr,.daß die .Kugeln sausen und daß die Granaten heulen. Ich bin im G e f e ch t s n e b e l und gehe vorwärts. Jedes andere (JVch'ibl erstirbt vor diesem „Vorwärts!" Russische Gefallene liegen haufenweise ans dem Feld. Ein Mann bat einen Granatsplitter in den Schädel bekommen, das Gehirn anillk weich heraus, trotzdem bewegt er ununterbrochen die Hand. Ein deutscher Geftciter ist beim Vorwärtsspringci, von der Kugel getroffen worden, sein Gesicht ist in die Erde gegraben. Durch den Körper geht eine leise zuckende Bewegung, als ich vorbeikommc. Dann liegt er still. An einer Stelle liegen zwei Feldgrau« dicht nebeneinander, der eine scheint dabei gefalle« zu fern, wie er dem anderen Hilfe bringen wollte. Mit unheimlicher Schnelligkeit entfernt sich das Jnfanterre- fcuer nach vorn. Dir Reserven schieben sich in dichten Schwärmen heran. Die russische Artillerie hat mit Feuern säst ausgehört. Sie scheint Stellung zu wechseln. Unsere schweren Batterien feuern ununterbrochen. Im Galopp geht eine Feldbatteri« hinter dem letzten Hanse des langgestreckten Dorfes Pabbeln in Stellung. Der Richtkreis ist bereits vorbereitet. Nach ein paar Minuten dröhnt schon der erste Schuß. Ich durchschreite einen großen Wirtshausgarten. Hier ist das Bild der Flucht: Dutzende von sortgeworfenen Gewehren, Patronentaschen, Brotbeuteln, Wasserflascheit liegen durcheinander, ein paar Russen bluten in gekrümmter Stellung, einer lehnt beinahe aufrecht an eine Tanncnhecke, durch die er sich flüchten wollte, als ihn der Schuß tras. Die Häuser werden durchsucht. Aus einer Tür wird ein Russe geschoben, der sich noch mit Gewehr versteckt hatte. In einer Scheune sticht dir Säuberunqskomvagrrie mit dem Bajonett in das fußhohe Stroh. Russische Hilirrufe schreien auf. Das Stroh färbt sich dunlclrot. „Nachher schießen die Hunde aus dem Stroh", sagt die Wache. „Das machen sie gern." Diese da in der Scheune von Pabbeln werden nicht mehr schießen. Große Trupps von Gefangenen werden die Straße hinunter- geführt. Sie sammeln sich bald zu langen Zügen, die stumpfsinnig nach rückwärts trotten. In einem Pscrdeslall liegt auf einer Tragbahre ein russischer Offizier vom kaukasischen Regiment Luchum. Er hat einen Schrapncllschuß bekommen. Die kurze Preise läßt er keinen Augenblick aus k>em Mund. Er such! mit allen Kräften Haftung zu wahren. Ausfallend ist, wie wenig dir gerangenen Mannschaften, die dabei stehen, sich um den Offizier kümmern. Sie beantioorten auch oft voreilig die Fragen, die an den tVerwundcten gerichtet werden. i Aus der Landstraße trabt ein Stab vorbei. Durch Staubwolken sieht man die Fahnen des Roten Kreuzes wehen, das herannaht Die Aerzte und Träger suchen die Felder ab, tüber denen eben wieder Schravnellwolkerr erscheinen. Tic Russen scheinen sich noch einmal zum Widerstand auf- zurasscn. Der Kommandeur der Rastenburger Grenadiere macht einen Augenblick Halt. Ich werde ihm vorgestellt. „Meine Grenadiere!" sagt der Oberstleutnant und sieht nach vorwärts, als ob er sie vorn ein paar ^hundert Meter weiter in der Schützenlinie sehen könne. „Sic haben sie stürmen sehen...." Ich bejahe. Das Auge des Mannes ist einen Augenblick wie nach innen gekehrt. Er macht eine Wendung zu dem Adjutanten, der Befehl erwartet. Die Stimme ist jetzt kurz,und hart: „Sorgen Sie dafür, daß mein Ofsizier in einer Stunde,,ja, in einer Sttirrde, sagt der Stabsarzt, begraben wird! Feierlich. Vater unser. Nicht wahr?" „Zu Befehl, Herr Oberstleutnant!" sagt der Adjutant. ich den russischen Ossizier..." c „Auch Einzelgrab. Aber getrennt natürlich. Bftte, aber rasch.'' „Zu Beseht." , Ein anderer Offizier bringt euren Befehl. , „Das Regiment rückt vor," sagt der Oberstleutnant, und falz er sich vcrabfchiedet, sind seine Augen wieder mit diesem unbestimmten Ausdruck in die Ferne gerichtet, als ob.sie aus den Hügeln von Koszcmeken und Efpergallen den Sieg winken sehen ES gibt Sieg«, die so langsam wirken, daß in an sie kauw suhlt. Dieser hier nxrr wie ein funkelnder Trunks Er schlug nm mit Adlerflügeln ub r den Reg m.u.ern Ti: airrüclcird.m Truppen sangen. Man hatte die Not >ür Ostpreußen noch einmal wicoer aus Zeit zurück geschlagen. Wer iveiß, was man nach dze. ser Zeit ein setze n kann. . . Gleichzeitig kommt die Meldung, daß eine Tiviswn vp» DartclMen d c Runen vor sich her treibt. Ter Schützengraben ist jetzt nalse. Die Fliegen junrmcn, abci ick» geh: weüer. Eine große Papiermühle lodert vor uns in mächtigen Flammcrcgarben auf. Auf einem Stückckien Feld duckten wir uns plötzlich wie aui Kommando. Es ist fast komisch, mit welcher Gleichmäßigkeit wir die Furck»e atzisnutzten. Das sind keine verlorene» Gesckzosse, ,vir sind im russischen Feuer, und wir wenden uns doch lieber nach der Chaussee. Wft gehen im Graben weiter. Die Fenster der Fabrik sind zum Teil noch nicht gesprungen, die dunlelrolc Glut leuckstet unheimtich aus ihnen heraus und zeichnet es wie Blutilecken auf der gelben Gras, narbe. Tos russische Feuer wird wieder stärker. Schrapnells erscheinen. 'Die Dämmerung beginnt. Wir begeben uns ans den Rückweg, diesmal die Straße entlang. Tie Russen versuch:», den Rückzug mit Artillerie zu decken rlnd beschießen mit ocr- blüifender Präzision die Arnnarschstraßen, um den Munition;, uacknchub zu verändern. Hinter uns schlagen di« tbranaten iml unheim!ick»er Regelmäßigkeit ein. Sie ver olgcn uns ichier. Ir- desmal, wenn wir fünfzig Meter weiter find, saust die Granite rechts odkr links in den Straßengraben. Es ist kein schönes Vle- sühl, die Granate rm Rücken zu fühlen. Man kann ahnen, wie niederschmetternd und muwerrrichtend der Rückzug sein muß. Mn kommt zum Bewußtsein, was der russische Gegner eigentlich leistet, daß er trotz einer unausgesetzten Reihe von Niederlagen immer noch die nwralische Kraft zum Angrift aufbringt. Ich blicke nach der Stelle, wo vorhin der russische Berwun- detc mit dem Kopfschuß lag. Er befindet sich in der gleichen Lage, seine reckst« Hand bewegt sich noch immer. Im Graben am Eingang von Pabbeln liegen sich ein Deit- l'cher und ein Russe gegenüber, die im Bajonett kamps gestanden lraben. Ter blutjunge Deutsche hält das Getvehr mit dem auigepslanzren Seitengewehr noch wie zur Abwehr vorwärts. Sehr Kopi ist zur Seite gesunken. Sein Gesicht hat einen stillen und zufriedenen Ausdruck Es ist möglich, daß das eigene Gefühl die Beobackrtung täuscht, aber die Taten einer kiegrcrckren Schlacht, die so schnell vorwärts geh:, daß der Gesrl'ene nah an dm Sieg, um den er fällt, glaubt, lrakren oft diesen stiften, merkwürdigen Ausdruck, den nron nie wieder ver-fitzt, tvenu man ihn einmal gesehen hat. Als ob sanfte Hände über das Antlitz ge. fahren wären, als ob aus dem trüben Novemberhimmel rin schmales warmes Licht darüberhuschte Ich wünstkte, mau könnte irur solche Soldatengesichter von Gefallenen sehen, und nicht die andern. . . ». Meine Pferde greifen aus. Bald werde ick» in der toten St.'.dt sein, die hrrtc morgen im Frükstch mmcr siegende Soldawn dmch- zogcn. Ein Offizin: fragt mich nach dem Standpunkt seines Stabs. Ich gebe ihm den an, den ich von beute mittag kamrte. „Ten wusste ich selbst, aber sie sind schon weiter, viel tveiter." Ich lstttte sine Flasche Rotwein für den illbend nach der langen kalten Fahrt ausgehoben. „Wollen Sic das bitte auf uweren Sieg trinken!" Ich bin heiß genug iür beute. Ick» durste inmitten der vorgchcndrn Trupvc einen Hellen Sieg erleben. Rolf Brandt, Kriegsberichterstatt«. Zusammenstoß einer Lazarettzuges mit einem Materialzug. München, 18. Nov. (P.-T.) Die „Münch. N. N." melden: Der bayerische Lazarettzug der Freiwilligen Kraw- kenyflege, gestiftet von Oberstleutnant ä la suite Grasen v. M o y , ist bei einem Eisenbahn zusammen st oß in Lille schioer beschädigt worden. Der Lnzarettzug war am letzten Dienstag für 2 Uhr im Porbahnhos von Lille angekommen. Nachdem er etwa 20 Minuten gestanden hatte, erfolgte ein fürchterlicher Sloß, begleitet von einem gewalkt» gen Krachen. Der Lazarettzug wurde auseinandergerissc» und die Lokomotive mit mehreren Wagen eine Strecke loci! sort- geschoben. Die Insassen wurden aus den Betten geschleudert. Ein Matcrialzug mi! 60 Wagen tvar von rückwärts auf den Lazarettzug ausgcsahren. An dem aus 31 Wagen bestehenden Lazarettzug waren drei Güterivagen angehängt. Zwei von ihnen waren mit Liebesgaben belaocn. Im dritten befanden sich Pferde unter Aufsicht von zioei Offiziersdienern. Die Lokvmolive des Matcrialzuges bohrte sich derart in den letzten Güterivagen, daß dieser auf die Lokomotive gehoben wurde; über diesem lag der vorletzte mit ausivärtsragenden Rädern. Ein Wagen stellte sich senkrecht auf. Insassen und neun Pfleger mußten ihn durch die zertrümmerten Fenster verlassen. Ein Pfleger erlitt eine Gehirnerschütterung. Die letzten sechs Wagen des Lazarektzuges, die glücklicherweise keine Bertvundcten mit sich führten, waren auseinander geschoben und vollständig zertrümmert worden. Auch der Materialzug ist schwer beschädigt. Die beiden Ossiziers- diener sind lol, desgleichen ein Manir vom Maleriak- zug. Vierzehn Mann vom Malerialzug sind schwer verletzt. Die Verwundeten wurden ins Lazarett gebracht. üerlufilffe. Reserve-Jnfanterie-Regiment Nr. 116. Gestorben infolge Krankheit Utftz. Otto Metzger im Kriegs- lazarett Vouzners 28. 10. 14. 'Berichtigung früherer Angaben. Gcsr. Wfth. Ackermann. Ober-Ramstadl, bish. vermißt, vw. — Gcsr. Franz Adlon, Ostenbach, bish vermrist. verw. — Res. Karl Wilh. Andennonn, Klein-Linden, bish. verm., verw. — Res. Jakob Agel, Dteurftrnh, bish. verm., verw. — Wehnn. Will,. Alt, Malbach. bish. verm., veriv. — Welrrm. Rri«rd Best, Darmstadt, bisher verm., verw. — Res. Ludwrg Brand, Osfenbach, bish. verm., verw. — Wehrin. Johann Braun I., Außerfvl, bish verm., verw. — Get'r. Franz Becker l., Wolfsheim, bish. verm., verw. — Wehrm. Heinrich Binz. Mendorf, bish. vernr., verw. — Res Theodor Bingel, Schwalheim, bish« verm., im Laz. — Res. Otto Bühlig, Tazewerbe, bish. verm.» v«w. — Res Friedrich Blnhm. Käsemarkt, bish. rwrm.. verw. — Res. Jakob Breidert, Langen, bish. verm., rm Laz — Re>. Herrn. Baumann, Denimin, bish. verm., verw. — Res Frans Brauburger. Rvsenheim, bish. verm., verw. — Res. Gustav Blum- hoss, Ricsenburg, bish. verm., verw. — Rei. Karl Friedrich Böttcher, Zörbig, bish. verm., verw. — Res. Ludwig Fall, Steiniurth, bish. verm., gest. rm Res.-Feldlaz. 67 Lomme 2a. 10. 14. — Gcsr. Richard Aug SülMann, Weigelsdorf, bish« verwundet, gest. im Rcs -Laz. Marburg 5. 10. 14. LanßMehr-Jnfgntcrie Regt. Nr. 116. Darmstndt. Gestorben infolge Krankheit Wehrm. Ludwig Hartmamr im Krrcgslaz. Bouzims. Ecole de aareons 28 t0 14. Berrckstigung früherer 'Angaben. Wehrm. Ludwig Fink, Staufenberg, bish. verm., gest. iw Res.-Laz. Engers 1. 10. 14. Vu» Staot «nS Land, Ei eben, 19. November 1914. Auf dem Felde der Ehre gefalle«. (AuS Hessen und den Nachbargebielen,) Untero!Nzi-r Heinr. Möller, In!-Rqt. 13^, ans Kassel. — >s,bo!e C5Drift. ErÖBmanu aus Daichstadt, — Gelr, ü. Rei. l>U iit Alexander, Jnst-R t. 116, au« Nleder-Ltimen. ie. '/>>rein>. Relercnüar Taoid Schlesinger, Jager-Hat. II. i ülatbitrrt. — Einj-„rei>v. Unteroff Konr. Hann, Jn>- ,t. il,. ans Alain,. — Unteroff, b, :Kc| Anton »rbninqer, 117, ans Mainz. — Alusk. Johannes Dcchert, In'.- zt. 118, aus Stadecken — Lt. d Res. Rectztoanwatt Tr. Gre>o> c n n e s h t i m e r ans Mainz. — Gelr. d. Res Erich Schulte if. -iHfll. 67, tu W esbnden- — Landwebrai. Permessimgslcchgikc. aal Breiten dach, Pion.-Bat 7, ans Tniieloori. dt b. lies, rul Eckert, Res,-Jn'.-Rqt. 82, ans Wiesoadcn. — dandwehein. ,rob Schambach, Jni.-Rgt. ilH, aus üeppenheii». — Res swalb Ei dach, Jnl,-Rgt, 116, ans Haiger-- cell ach. — Bi e- ->webcl Ingenieur Friedrich v. d. H , y d t , Eisenbat n-Ilgi. 3, ,s Sinn. — Landwehr,». Fril, Neck er, Jni.-Rgt, ll", a..s ffcnba.l) n. M. — Land,vehrmann Job. Adam Kr „der, Int.- egl. 16«, ans Dietesheim. — Unlerost. d. Rel. 'l. ! ofIaififtent veinc. v ii j ui 3 , Jns.-R.it. 48, ans Ta> nislndt. — Landstnznnmann lind ihrer ,seist eommel, Landfk.-Bal. Ho! eistalza, ans Rri liels- nn ii» OdeinvalS. — Unteroff. d. Res. Peter Schneider, , endnl>n-Rgt. I, aus Erbenhaujen. — Gesr, Gustav US ei cf et, „s.-Rgl. 116, aris Leusel. ** Ritter des Eisernen Kreuzes: Feldw. Uhl, andm.-Jns.-Regt. 116, aus Rodheiin v. d H. (erhielt auch ie Hess. Tapserteitsmedaille). Ofs.-Stellv. Hugo Kinzen- a cy aus Weilburg, 2. bayr. Inf -Regt. Reservist Heinrich a n g aus Wolsenhauscn, Jciger-Bat 9. Lcntn. d. R. Pro- eltor Dr, Ehlert vom Seminar in Ufiu^eri. Gerichtsass. >r. iut. Viktor Knipp aus Limburg, Motorradfahrer bciin itao der öl. Res.-Div, Wachtmeister Georg Schönig aus iberweper vom FelLart.-Regt, 27. Oberlehrer Wilh. Appel, eutn. d. R im Jnf.-Reat. 83 aus Marburg. Herm. Wolf om Art.-Regt.63 und Lehrer Herm. Lenz, Landw.-Jnf- tegl. 81, aus Lattenberg. Lenin, d. R. H. Stroh aus Gam- ach, 2. boyr. Jager-Bat. Landwehrm. Gefr. Aua. Zim- i e r, Landw.-Jns.-Regt. 40, aus Espa. Wzefeldw, und )fs.-Stellv. K. Kraft, Leibkomp. Ans.-Regt. 168, in Butz- ach. Wachtm. Herm. Stork im Art.-Regt. 14, aus Rupertsburg. Hans Kämmerling, Ins.-Regt. 242. Rcgie- ungsass. Dr. Ernst Papst, Lt. d. R. im Inf.-Regt 115, us Darmstadt. Bataillonstambour Seitz aus Dcrrinftadt, leidbgarde-Fnf.-Regt. 115. RechtsanM. u. Notar Höfing- , o s s von Langenselbold, Landlv.-Fns.-Regt. 87, aus Hanau, (eldZahlmeister Döring aus Hanau, Feldart-Regt 63. Stabsarzt Dr. Hofmann, 8. Armeekorps, aus Nauborn. Iffz. Aloys Hasselbach, Sanitätskomp. 52, aus Wetzlar. Ussz. Hechelmann aus Braunfels, Inf.-Regt 81, zum Ziz f tb'.ncbel b fördert. Jagdaufseher d.s Bad-Nauhcimer lubertusk.ub, Jäger & a i f e in Bad-Nauheim. ** Kein Telegrammverkehr mit Gefange- ,en. Telegramme und telegraphische Postanweisungen >ürsen weder von Kriegsgefangenen noch an solche abgesandt verden. " Dortrag in der Universität. Wir machen a»s den I o r t r a g des Herrn Geb Hol, als Pros. Dr. Bebaghel: Der 1 r i e q i in altdeutschen E v o s, der beute abend 8ZL Uhr in >er neuen Aula der Universität stattfindet. ansmerksam. ** Postscheckverkehr. Am 20. November wird der Postgiroverkehr zwischen Deutschland und Oesterreich-Ungarn wieder ausgenommen. ” Das Unrrechnnngsverhältnis für Postanweisungen aus Dänemark nach Deutschland ffr von der Tän.sck>en Postverwalrung aus 100 SRI. — 86 St'roueu festgesetzt worden. Landkreis Gieffrn. A Eberstadt, 18. Nov. ffl e m allen Teilen unseres Vatcr- kemdes, so ist man auch in niiscreni Srte bestrebt, das Rote Kreuz durch Liebesgaben zu linlerstützen. So wurde dem Zweig- verem zii L i ch die e r st e G e I d s a in m l U » g in Höbe von r.88,1 ? Mt überwieseii. Dem dortigen Vereinslazareit iourben lvöter Natnralteii zugeiührt. Tie nach einiger Zeit im Namen des K-iegeroeretns veranstaltete ziveitc Snminliinq ergab be» swönen Betrag von 519,60 Alk. Diese würbe» dann hanptlächlich dazu verwandt, den Kriegsteilnehmer» aus hiesigen» Trtc Liebesgaben ii, Gestatt voi, Hcinben. Uitterho>en, Slrümplen Puls» ivärinern, Letbbiiiden, Ohre schüizern „i,a Funlapo-n z» senden - Tie biestqe F e l d b e r e > n i g u » q s k o mm > s i i o » überwies der» Landesverein des Roleii KrenzeS die summ« von 600 Mt An Ion iigen Spenden gingen dem Krelsoerein zu Gießen 'olaende Liebesgaben 51t: 18-0 Eier, 200 Mund rohes Cb» und 32 Tevte mit ringe »achtem Obb, I >2 D>ui>d Wurst und Fleisttiwaren. 156 Heuiden, 8 Belincter, 13 Kovskil'en, 87 aar Stiiiiiicle unddDaar Dilsivärmer. Ziir (pnleten Ueberiühruna »acb lÄictzen wurden biec »naelähr 1500 Zeiitiier Bolinen >>i>d Saiierkraiit eingcinachi. T >n Lazarett iin nahen Kloster Arnsburg überwies inai, edeii- salls eine Watentadiing inst Nal»>alieii. KreiS Alsfeld. X Ans dem Ohintal, 18. Nov. Ein begebrter Han d e l s >1 e q e n st a n S und durch die Krie iszeit die Erbse » geworden Sie werden >>ir die .Uonservei>>ab>>kei, aiigeknn't Beza wird der 8e„l er »>,t 35 D!k. 3» nocmalen I lten kostete der Dovvelzeniner 18 Mt Leider sink gerade in dleseiN Jahre die Erbsen tu hiesiger Gegend nicht besoii^ers geraten. Kreis Friedberg. bFriedberg, 18. 8>ov. Tie Wiederwahl des B ii r a e r- weisiers Stahl wurde von der zuständigen Behörde bestätigt. Hessen-Nassnu. -s- T i e z. 18 Nov. Dam Landrat siiid für den Unter laluikreis Höchstpreise iär Karioileln iest escgi. Für den Zentner glile Svei efaitofeln srei Keiler des Känlers oder frei nächste Bahnstation des Deikäu ers siild 3.40 Mk. 'estgeiegl, bei», Be kau! van Men e» »nler eiiie n Zciituer 4 D-q das D'inid. d Obernrsel, > 8 . stov. Die Bolizei stellte b!er bei sgintlichen Landwirieii ie vorbaiidenen >i a r I 0 i I e l v 0 r r ä t e >en ii 81 u s der R hön , H s»ov. Frü zeitig hat der IL i » I e r i i »scre» Berge» !«> >«n Einzug geaalten Seit einigen Tagen stiid graste L ch n e e in g ss e ii niedergeganae». die bis tief in die » ' n linabreieyeii. In Gerstels liegt der Schiike bereit^ 0 . .ti». hoch. wa; der belgische Uriegszemor von den Vrrefen deutscher Kr crsgefa irc;:cr erzählt. Ein Belgier, der mit der Ausgabe betraut war, die Briefe der in die Hand der Belgier gcjalleiien deutschen Kriegsgesangc- nm durchzusehen, und alles darin zu streichen, was irgendwie militärische Ausklärungen hätte geben können, teilt dem „Nienwe io.tcrdamsche Courant" allerlei über di^e Briefe mit. Es war eine endlose Arbeit, die vielen Briese durrpznarbciien; einige der Gefangenen waren sehr eifrige Briesschreiber, und besonders ein Leutnant aus Hannover „eine in jeder Beziehung spm- vathische Figur", ist ihm besonders ausgesallen. Augenscheinlich war er erst seit kurzem verheiratet! fast jeden Tag schrieb r an seine Fra», und oft fragte er, warum er noch innnt-.- kcine Antwort bekommen habe. Der Zensor wußte es ivohlst er I.stte so viel zu tun, daß die Briefe des Leutnants noch gar nicht abgeschicht waren. Was einen günstigen Eindruck mach!, so er- iShlt, der belgische Zensor weiter, ist die nette, deutliche Sandlchrist der deutschen Soldaten, meistnis cinsaäZn: Baucni aus Pommern, Mecklenburg und Hannover, In wenigen Säpen teilen sie das unbe.'ingl Nötige mit. Alle versagen über einen Ml- dungsgrad, der ein schönes Zeugnis von der Sochsalt des deutschen Schulunterrichtes ablc.gt. Die Mannschalten sind meistens ganz guter Laune. Einer schreibt z. B. kurz und bündig in großen Buchstabeir quer über das ganze Blatt: hurra, wir leöeu noch: andere teilen mit, daß sie, verwundet oder unvcrwundet, in belgische Kriegsgefangenschast geraten sind, daß es ihnen gut geht, und daß sie genug zu essen und zu trinken bekommen und sprechen dann die Hossnung aus, ihre Familie bald wicderzusehen. Mit der Verpflegung durch die Belgier scheinen säst alle zufrieden zu sein, und nur ein einziger klagt über „Gänsewein und dünnes Vier", lieber den Krieg selbst äußern sich die Mannschafien säst gar nicht: höchstens crlundigen sie sich nach Gefährten, die mit ihnen aus- gezogen sind, und die sie nun aus den Augen verloren haben. Manche sind sogar so guter Stimmung, daß sie sich ziemlich humoristisch ausdrückcn: „Unkraut vergeht nicht", meint einer und ein anderer teilt sogar mit, „er mache gegenwärtig in Belgien eine Gesundheitskur — allerdings als Kriegsgefangener", — Wieder ein anderer — das hat den Zensor recht sympathisch berührt — bittet seinen Bruder, gut für sein Handwerkszeug zu sorgen, denn nach dem Kriege brauche er es wieder. Ganz anders sind die Briese der Offiziere, Man muß dabei im Auge behalten, daß sie aus den ersten Ansängen des Krieges stammen: es bandest sich um Kriegsgefangene aus dem August, die noch nichts von der Einnahme von Brüssel wußtm, von den weiteren Ereignissen ganz zu schweigen. Die frohe Laune der Mannschastsbrieje iehlt hier: aus alicm Uc|t man die Trauer darüber heraus, daß sie nun ihrem Bernse nicht mehr leben können und nichts vom Gange der Ereignisse erfahren. Sie wollen Nachrichleu haben und klaacn über die erzwungene Untätigkeit. Zuweilen schildern sie auch die Beschwerden, die der Krieg ihnen und ihren Mannschaften gebracht hat: einige Briese enthalten auch Urteile über die Belgier: die Belgier scchten wie Löwen, heißt cs beispielsweise, und umgekehrt werden auch Urteile der belgischen Offiziere über die d.ntt'chen Kämkfer mätgeleilt, die voll hoher Bewunderung für den heiligen deutschen Augrijs waren. Der Gedanke, nicht für das Vaterland kämpfen zu können, steht aber überall im Vordergründe. Manche Ossiziere klagen über strenge Behandlung: man behandelt sie nicht als Männer von Ehre, die nur ihre Pflicht getan haben, man entzieht ihnen ihre Freiheit, schließt sie in getrennte Zellen cim läßt sic nur während weniger Stunden kdes Tages mit ihren Kameraden zusammen und vor allem: es fehlt ihnen an ernsthafter Beschäftigung, Hierzu meint der Zensor, es habe sich Zwischen in dieser Beziehung vieles verbessert. Als Einzelheit ei ein Bericht eines Ofsiziers herans- gegrifsen, der in seinem Briese einen ganzen Erknndigungszug beschreibt: mit 30 Mann drang er tics in das Land vor: tagsüber hielt sich der Vortrupp verborgen: es gebrach an Nabrungsmltteln und dennoch rückten sie vor, es gelang ihm, wertvolle Ausschlüsse zu erlangen und durch Mannschaften zur Hauptmacht zurückzuschicken, bis der Rest der 30 bei einem plötzlichen Ueberfall in Gefangenschaft geriet. Aus den Briefen zieht der Belgier den Schluß, daß „die meisten Offiziere gebildete Leute sind". Nirgends bat er einen Ausdruck des Hasses gegen k>en Feind gesunden, freilich Ausdrücke der Erbitterung gegen England, das alle als Ursache des Krieges betrachten. Nur einmal hat der Belgier starke Ausdrücke gefunden, und diese stammen von einer Ofsiziersfrau. Darin werden die Javaner als gelbe Ekel bezeichnet, und die Engländer, „die an allem schuld tragen", werden mit dem Worte „Schweinigel" bezeichirrt. vermUchte». Dr. Doyens Erfahrungen auf den: Schlachtfeld. Der bekannte französische Arzt Dr. Doyen, der als erster Chefarzt dem 10. französischen Armeekorps beigegcbcn ist, äußert sich über seine medizinischen Erfahrungen, die er während seiner mehr als zweimonatigen Tätigkeit in den Feldlazaretten gesammelt hat. In der Organisation, die ihm unterstellt ist, sind in dieser Zeit etwa 32 000 Verwundete behandelt worden, hauptsächlich Franzosen und Deutsche ?lls das wichtigste Ergebnis seiner Behandlungen hebt Doyen die Heilung de- Wundstarrkrcrmpses hervor, die ihm in 80 Prozent aller Fälle gelungen ist. Er will diese über alle Erwartungczz günstigen Erfolge einer neuen M ethode verdankst!, über die er in seinem der Biologi'chcn Gescsisehrfl erstatteten Bericht einige nähere Angaben macht. Der Ersindcr dieser nerien Behandlungsart ist Dr. d'Hotel aus Doir Tcrron in den Ardennen, der bereits im Jahre 1909 einen Aufsatz veröffentlichte, in dem er die Dortrilc der Umkehrung der Korverlage nach der Einspritzung des Antt-Tetanus-Serums in das Rückenmark hervorhebt. Doyen begann am 10 September diese neue Behandlung methodisch zu studieren. Seit diesem Tage starben von 24 Tetanus-Fällen, die sich in dem Lazarett befanden, nur noch drei Kranke. Die neue Methode, die von Doyen in Gemeinschaft mit den Aerzten Brisset und Le Monnier ausgearbeitet und in ein System gebracht worden ist, ist sehr einfach, gefahrlos und wirkungsvoll. Doyen schreibt ihr seine überaus günstigen Erfahrungen in der Bekämpfung des Wundstarrkrampfes zu. Des weiteren sprach er sich streng gegen das Operieren aus. Doyen sieht in der Entfernung eines Gliedes oder auch nur eines Teiles eines solchen das letzte und äußerste Mittel, zu dem man nur in den dringendsten Fällen schreiten darf. Man muß zwar alle infizierten Stellen wegschneiden, aber wenn die Wunde gereinigt und ossengehalten ist, dann besorgt die Natur die Heilung in der wundersamsten Weise. Bon 408 Operationen, die Doyen in dem Lazarett von Granville vornahm, fand er es nur in 6 Fällen für notwendig, zu Amputationen zu schreiten, Wunden, die durch Kopfschüsse heroorgcrufen wurden, haben seine besondere Aufmerksamkeit aus sich gezogen. In diesen Fällen empfiehlt er keinen Versuch zur Entfernung der Kugel zu machen. Das Loch muß bisweilen vergrößert werden, um die Reinigung in umfassender Weise vorzunchmen, aber die Kugel kann ruhig drin gelassen werden, vorausgesetzt, daß sie den Verwundeten keine großen Schmerzen verursacht. Er hebt die Leichtigkeit hervor, mit der der größte Teil der Wunoen in diesem .Kriege heilt. Diese Gutartigkeit der Brrletzungeu ist hauptsächlich der antiscptischen Natur des Loches zuzuschreibcn, das die Kugeln der Gewehre hinterlassen. Von den 32 000 Berwnndcten im Gebiet des 10. Armeekorps sind nur 300 gestorben, und darunter 73 an Wundstarrkrampf in den ersten Tagen des Krieges, da man die neue Behandlung noch nicht anwcndete. » * Alteundneue Zeitungen i» Brüssel Wie unter den zurückgekchrten Belgiern wieder das Interesse au den k: 1 -1 und grossen Vorgängen crivarbt ist, zeig das Er ch einen euer Reihe alter und neuer Zeitungen in.Brü stl, üb r die dem Nieuivc „Rottcrdamichc Courant' einige nw; Mitteilungen gemacht werden, „Nile uu'erc irühereu Gewohnheiten", heißt es da, „können wieder ausgenommen werden. Wir bekommen ickwii, wenngleich nur einmal am Tage, unsere Briegckzasten ins Haus gebracht. Auch holländische Zeitungen erhalten wir regelmäßig: allerdings sind sie recht teuer. lln> nun hört man auch belggckie Blätter ausrusen: „L'Llmi de lOrdre" von Namur oder „Le Bien Public" von Gent. Diese belgischen Zeimngen stehen natürlich unter strenger Zenür. ,A!e D:«n Public" hatte in seiner letzten Nummer zioa Spalten l er. Tie Brü seler Blatter ersch inen noch rückü wieder, und so haben die Brüise.er Journalisten Ferien: einige von ihnen lwben sich zusammengetan mid geben eine Zeitung heraus, in der alles Kriegerische systematisch vermiede» wird: uri h n ist cs das einzige Bla t d.r Welt, in d'M kerne Kriegs- neulgkeiten zu leien sind. Groß ist hingegen die Zahl der Ze.tungen, die ihr Entstehen dem Kriege verdanken. Jeden Tag erscheinen neue der Art. und sie uzersen auch vicl gelesen. Merkwürdig ist lie große Zahl derer, die die hol1l.indischcn^Blättcr bevorzugen: man iit erstaunt über die »iederiändische Sprachkcnul- »is all der Leute, die vor dem Kriege nicht um die Welt ent Wort vlämisch g.lpro»cn-pder gelesen haben würden,,. Alt dieser geistige „Konrsort" iedexl>," sälmt der Berichterstntrer son, „verhindert es nickst, daß der Mangel an Brok täglich größer wird. Wir hoben zepi alles iut lieber kuß, sogar neuerdings Käse, der in großen Akengen aus Holland kommt und den man bis in die Straßen hinaus verkauft. Nur Brot fehlt. Wie verlautet, werdm w r, vor äusig w n gstrns, aus Riten ge elli: 2)0 l ramm am Tage. Biele Bäckereien bleiben tatsächlich ge,.y.offen. Andere kündigen an, daß sie noch.Hefe besitzen und bereit seien, Brot zu backen von dem Mehl, das sie „erwarten". Aber nur noch wenige Menschen haben Feinmchi vorrätig: alles wurde zu den Pmnu- kuchcn verbraucht, di« dos täglick>e Butterbrot ablö>leu Glücklicherweise soll, wie man sagt, Getreide aus Amerika eintrcssen, so daß wir in Dosftmng leben,. ." * Eine französische Schützengraben-Zeitung, Bon unserer deutschen Soldaten-Zeitung, „Der Landsturin", die ihr Dasein dem wochenlang andauernden Lagern in den Sch» '«n- gräben verdankt, ist schau wiederholt berichtet worden. Aber auch die französischen Soldaten, die in der Ausgestaltung und der Ausstattung ihrer Schützengräben mit den Deutschen loettei ein, haben sich ihre Schützengraben-Zeitung geschasfen, um de n Mangel an Nachrichten und Ilnterhaltung abznbelsen. Ein Berichterstatter hat eine der ersten Nummern zu Gesicht bekommen, die von einem Kolonial-Regiment hergestellt worden ist. Weniger ansvruchsvoll als die deutsche, die von Buchornckern nach ollen Regeln ihrer Kunst gesetzt und gedruckt wird, ist die sranzösische cm einiaches vervicliältigtes Blättchen, das de» Titel „Ter kleine KoloiiiLl- Soldat" führt. Aber auch so hotte die Schützcugrabcnzeitung großen Erfolg, so d.aß sie immer weiter auSgestaltet ivird. Tic gibt nicht nur eine kurze Uebcrsicht d^r neuesten Meldungen vom striegsschau- Vlotz, sondern häufig in humoristischer Form Nachrichleu aus dem Lagerlebeu und selbst aus der Politik. Es ist unglaublich, was in dieses kleine Blatt im Briefpapier-Format alles hincingcht. Sogar Zeichnungen und Karikaturen iiuden sich da, die von dem Karikaturisten Hcnriot gemacht worden sind. Am Kops des Blattes wird mitgeteilt, daß die Abonnements gratis sind, ssittürlich seylcn auch die Verse nicht: denn ohne solche Lieder und «pottverse ist der französische Soldat nicht zu denken. Ter „Kleine Kolonial» Soldat" hat in einer seiner ersten Nummern dirett einen Aufruf ind 9 der ini Verlag von Julius Hofsinann ii, Stuttgart erscheinenden klricqs- zeilschrist »Der Völker krieg, spielt sich der erste Akt des gewaltigen westlichen Schlaebtendrainas vor unserem geistigen Auge ab: die Ereignisse von der Riesenschlacht bei Metz und in den Vogeien bis zu dem ersten Erscheinen deutscher Truppe» vor Paris. Vor- angeilellt ift eine übersichtliche Skizze des Aufmarsches der deutschen Wellheere, dann solgeii die .klassischen" Depeschen des Generalqiiarlier- i»e>s!ers v. Stein. Tie Schlachten der beiden Kionpiinzenarnicen lullen das 8. Heil: das 9, schildert die Kample 11» Obe>elia» und den Rnckzug der Verbündeten init beit Niedcilagen der Engländer und dem Vornan der demichen Heeresspitzen a»l Paris. Das 10. Helt des „Völkeikriegs" zeigt die Wirkungen dieser Ereignisse aus die innere Lage Frankreichs und Englands. Heil 10 beschließt den ersten Band der Zeilschrist, dem als Anhang das dokumentarische Material über die Verwendung von Tnindiimgesehosien bei unseren ölcgnern beigegeben ist, vorzüglich erläutert durch einen voraiis- gehenden Anssatz von Elehesnirat Tr, Bruns über die verschiedeueir Ilrle» von Tmndliinftksck osien. Tie Büderdeigoben (Bildnisst unserer Heersnhrer »nd der seindlichen Generale u d Staatsmänner, Schlacht>e,dai>snabmen nsw.) heben auch äußerlich den Wert hervor, den diele drei Helte der für späiere Zeiten wertvollen Chronik durct ihreii vielseitigen Inhalt besitzen. Kirchliche Nacl-richten. Jzraeiiiische Rcllgionsgemeii:-e. Gottesdienst in der Synngoqe (Srid-Anlage), Samstag, den 21. November 1614. fotnii eif) 4 30 llyr, A ergens 0.01 llstr. Feier des Geburtstages Lr. Kgl. Hoheit des GroßhcrzogS, 8i a ch ni t t t ag s: 3.31 !>-r. Labbatausganz 5.2,5 Uhr. Israelitische Reliaionraeiellschaft. Eatterdienst. Sabbar. Sabbat-stusaang 5.25 llfic. Wock enqottesdienst: Morgens 6.45, abenai 4 "0 Nbr. _ Letzte Nachrichten. (WTB.) Großes Sauptyuartier, 19, Nov.. vormittags. «Amtlich.) In Westflandcrn und in Nordfrankreick, ist die Lage unverändert. Ein dculsches Flugzcuggeschivader zwang auf einem Er- kundigungsfluge zwei feindliche Kampfflugzeuge zum Landen und brachte ein feindliches zum Absturz. Von unseren Flugzeugen ist eins vermitzt. Ein heftiger Angriff in der Gegend Servon am Wesh- rande der Argonnen wurde unter schwc rn Verlusten fiir die Franzosen zurückgcsck,lagen. Unsere Verluste waren gering. Aus dem östlichen KriegsschanplaZ sind die erneut ein- gcleiteten Kämpfe noch im Gange, Oberste Heeresleitung. 'Di? Spcrrnttg des Libaner Hnf ns. (WTB.) Verlin, 19. Nov. (Amtlich.) Am 17, November haben Teile unterer Ostsee-Slrcilkrästc die Eiiisah'tcn des L daucr Hafens durch vcrscnkic Schiffe gesperrt nnd die militärisch wichtigen Anlagen beschossen. Torvedobootr, die in den Znmiihasc» cindrangen, stcltle» fest, daß feindliche Zecschlffc nicht im Ha'cn waren. Der stellvertretende Chef dos Admiralstabes. gez, B e k> n ck c. _ Verantwortlich für „Feuilleton", „Gerichtssaal" u. „Verinlschles": I. V,: August G 0 c tz. V 8 l > 1 Mds 8 g 3 d 8 nAn die Bewohner -er ZtadL Giehen und Amgegend! Damit auch das Reserve-Jnianterie-Regiment 116 zu Weihnachten im Felde einen Grün aus der Heimat erhäl', bittet man alle, die dazu miihelsen wollen, insbesondere Angehörige von Offizieren und Mannschasien, die im Regiment stehen oder standen, Gejchcnkvakete bis rum 25. Nov. au Frau Oberstleutnant von Westernbaacn. Darmstadt, Moicritranc 9, oder (Scldgaben zur Au' schaffuua von warmen Sachen und Anderem an Frau Hauvtmauu Bubt?, (Sieben, Mollkestratze 211., ebensall- bis zum Li. November einsenden zu wollen. Die Bcr' teilnng im Felde besorgt der derzeitige Kommandeur des Regiments Herr Oberstleutnant von Westcrnbagcn. 1°*“° Licht-Spiel «Hsms Vom 18. bis inkl. 20. November 1014: Di« berühmte heißblütige Fi mSchauspielerin Liasi Kobißehha üls Hauptdarstellerin in dem 3*aktigen faszinierenden kinematogTaphischen Meisterwerk h n Öl) Ein Seedrama von realistischer Darstellung. SSaraica im Winter. Naturbild. I>as Kompaeniegeschäft. Urgelungene Posse. Winterllirt. Prachtvolle Komödie in 3 Akten mit Lissi Nsbnschka in der Hauptrolle. TTodesrnnt. Erschütternde Tragödie. Wer zuletzt lacht, lacht am besten. Lustige Burleske. 11568 £S5~ Militär odno Chrroe zahlt Werktags die Hälite. 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Wir bitten, die Gaben ln Gielim und zwar: 1) Geldbeträge, die znm Auikaus von nötigen Gegenständen verwandt werden sollen, a) im Sekretariat der Universität, Bismarckstrabe 22, und d> bei Herr» Kanzleirat Schiffnie, Kaiser Allee 3: 2) Pakete, unter Bezeichnung des Inhalte» und des Absenders, cinznliciern mit dem Vermerk „Für das Bischweilcr Regiment" a) a» die Klinik, Frankinrtcr Strabc 9». oder d) bei Herrn 5lilbiiigcr, Löwcn-Drogerie, Selterswcg 79 a. Tie Sammlung ninb spätestens am Sonntag, den 22. November geschloffen werden. Gewünscht werben: ivarmes Untcrzeng. Striimvse, Handlchnbe, Taschentücher. Zigarren, Ziaarcttcn. kurze Pseischcn und Tabak. Bücher. Zcitungc», Seile, Kerzen, Fette zur Hautbciiaiidlung i» Tuben, Löffel, Taichcnmesser, clettrischc Taichculamvcn mit ll-cicrvcbattcrien. Tee, Dauerwurst, Svcck, Schokolade, Keks. Zuikcr, Salt, Honigkuchen. 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Pokorrry & Wittekind, Das in Nr. 266 des Gieffe- ner Anzeigers veröffentlichte DaukichreibcnderBcrwnn- detenderAckerdanichuIcz» Lich Inuit dahin berichiigt werden, dass das Lazarett in Lickt nicht ausgelöst, sondern in iolge nnderwciier Verwendung der Ackerbausäulle von dort nun nach der Rentkam- mrr de» süriilich. Schlöffe» verlegt worden ist. 107952 Die versandeten Soldaten des L azarett s in hle l;._ Geld gesunden. 07940 Katharineugaffe 12, Hth. v. 1 1912|13« Itrtinffinrr 1913». . LMnhtiiurr 1 Ql 1 Odernhelmer 1 w 11 £t Namrwein 1 (111 Heddernhoimer lall er Naturwein cliver«© Rotweine sowie bessere I.iköre offeriere zu alten Preisen. H.Lublinski,WeiobailiillD(] EeknStel n- n. vaa,»»>r.41^„„ Schellfische ». Kabliau i. Eisvackuna, tadellos lebend- irische seinfte Nordsecware. soeben etngeiroffen u. billigst bei 400 August Wallenfels, Giebeu. Marktvlat» 17. Telephon 262. Oppenheimer Krötenbrunnen bukeitrelcher, vorzügl. Weitz- wcin, per Flasche C 5 /. Liter, Mk. 1.20. 1Ma A. 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Im Wahlbezirk Gießen-Stadt: die Herren Sieg mnnd Heichelheim, Adolf Klingspor und Augu', Noll; 2. Im Wahlbezirk Lich-Hungen: Herr Heinrich ing-Lich. e Ausscheidenden sind wieder wählbar. Gießen, de» >7. November 1914. Tie Großherzoglichc Handelskamiu.r. _ S. Heichc > he im. _it572n Jbh'i Du hctlirh in 25 versoh ' 9denen Mustern, in ver- u duJiolUlill schied. Breiten, in bekannt guter Ware Schulsfrasse SälomOfl (StClG. SchatslrsMe _IISTU Rheumatismus-, Ischias- und Gichtleidende uehmen die gl&nxend bewahrten Petrin - Tabletten Nam^gesctzlich geschützt S®J inerkannt bc»tf« IfIttel, da vollstttndlg nnachlkd- lich, ohne jegliche Nebenerscheinnngen und .leher wirkend. — Xu haben in allen Apotheken. NB. Patieitcn wird Rat nad H Ile erteilt Qeltkeitraisi 7. __Borge»» 9—11, mittag» 3-S Mw. Feine Damen-Schneiderei Mu Seltersweg 75 1115041 Telefon 406 Zum Totenfest empfehle ITpönna wie alljährlioh alle Sorten 1 4i!uC, zu allen Preislagen. Wilh. 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Am Ber- kausStage können weder Einlösungen noch Erneuerungen der verfallenen Bsänder vorgenommen werde». 10 Jede Pläftanstalt | brmaoht Mae Petectplutetnekiee »» 4er rtnlerWi* dwrd-liueMiienlabrilt Bumsti 7S00 9t. ln Bet riebe. FOfSlLL 163 0»en. keelmt Dmcksactisn aller irl rHxbFxiS lailieali Ddpüi't-Persaniikiirtsiiö in verschiedenen Grünen sür 50-,250-u. üOEGramm- u. 3- u. 5-Kilo-Pakct^>crvack»ng sowie wafferdichtes Oettnch zu billigen Preisen. Wtrder- verkäuscr erhalten Naba-t. Fipl ir MUu | ,Slll«r»¥l|U. Fleischbütten Waschbütten gebr. Wkinfaßvütten emoffehlt billigst SLsttti PH. LüNmerköni Blcichstraiic 12. a 'n [11574c Dlrd Hennann St.lnseetter. Freitag, deu20.Rov.1914, abends 8 Uhr 7olk»-Pr»!»»I Valk»-Pr»t»4l Yolkavorn teilnng. Lustspiel in 4 Akten von Karl Nlemann. Ende gegen 100. Uhr. Soldaten vomFeldwcbcl abwärts zahlen bei allen Vor- steüungcn anf2.it. 3. Parkett nur halbe Preise. |N5'70 AAA. AA A AAA wwwwvv ▼▼▼ 4 * VT e a i a i I MI •S- a a. o „ >o §* ** !§ S -S 3 "2 fct -r “ S =5 J' 0 s, -'S ., o _* eu -*-» ^ CU SS —^> o 3 E E — a i h e j? ss *■* " aS' S S- fr* — ■'r> i ;3«w Sss a-glf 3 A cs Lü,c a ** 'S" . w «a - ~ u 3$j| ’ - r. 4t :0 ^ a d J3- 15® i li* v u i ä^3—* SSc s ^5£ KO « ’S •£ jj m h gO °V n ä tst jq s>s nffip - c lll'g :5(S)^ JÖ 'Q'-S.w Ü .- -q .*ü *'■“ eu ü> (9 Boa 1^,0 ““u <13 Z g-5“ 3 g -L OÖS CO« “ * l“c£o; ,J § . ä.Ä : F°s g|.Ä-| 2-S » H ,a 0 »fer'i ui d fa-K da : •®u! -.— w — 'g'Sp e o ' C ßgO « *'“ c ' .5 -O SS 05 E , - ft* ^ SS 5 1 .2.® g w a-^£‘~-9-B " 2 .g- » ' b P3Ä~ -— “ • —° 2 >S - E E o W * D*= n 05.~ | C 2 3 .1 t2.iO . — . «s* ^ SJ J? .5*^ /Z -O .X ^ - 0-3 “ §LR £ 8-1 ‘e i .-ss^se: 83 ^ ns» - * ■£? ö § p 1 - O - 43 SS G o 3 «?"*= 't PO ^rjv ,hL Xi rtSO -C C CU Ui v-c X3 t— f~ j— J_, >—I E^SrT EJ' Q-t »f-t ■- r S ° ^ 5,2 «oX - m o e 5 •— —* *-* j-» 2 “ 3 2L© 3 ^ CXÄ' Ä SS Du ? ‘ B E w iirthi 0 - 5 a ®-M_C •SwSS*SE5»6ö®** coaS5-o o; ks> 3 -a 'S' 3 o 5J p J4 ZZZZ-Z |®|s| .Q ^'o -usr>.^ IS) ca uj EL r 3 5 m ^ C 4> | B I ° ä ■si " o L /to ) Ol -u CJ ^ .21 ^ E--°W 3 W h *j :G ^—- G ^ >ö- ^ ^ ^ 3^. 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