m. 270 Der »ietzener Anzeiger erschein! täglich, außer Sonntags. — Beilagen: viermal wöchentlich -iebener§aml!ienblätter; zweimal wöchentl.liielS- blctlffirftcn Kreis ®:cf>cn (Dienstag nnd Freiing»; zweimal inenail Landwirtschaftliche Zeilsrag«» Fernsprech - Anschlüsse: sürdieSchr>itleilungN2 Verlag,Eefchäit-astelle5l Adresse !ür Drahtnachrichten: Anzeiger Sleßen. Annahme von Anzeigen sür die Tagesnummer bis vormittags 9 Uhr. Erster Blatt \W. Jahrgang WnerAilzei Dienstag, J7. November tzezugsvrci;: monatl. 75 P»., viertel» infivt. Ml. 2.20; durch Abhole- n. Zweigstellen inonatl 65 Pf.; durch diePostAlk.2.—viertel- jährl. ansschl. Bestellg. Zcilenprell' lokal lösch., aus:v. 20 Pi. — Hanpt- schriitleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich sür den polit. Teil- Aug. Goetz; sür „Feuilleton", „Vermischtes" n» 0 „Gerichts- saal": Karl Slenrath; iür „Stadt und Land" : Rotationsdruck und Verlag der vrühl'jchen Univ.-Vuch- und Zteindruckerei R. Lange. Schriftleitung, Geschäftsstelle u. Druckerei: Schulftr. 7. Anz-i^nteü/ h? B-ch Seneral-Anzeiger für Oberhessen Ziegreiche §chlachien Im Osten. Alls dem rechten weichjeluser 5000, auf dem linken 25006 Gefangene. (WTB.) Trotzes Hauptquartier, 16. Nov. vor-I mittags. (Amtlich.» Auf dem westlichen Kriegsschauplätze war gestern die Tätigkeit beider Parteien infolge des lrerrschen- dcn Sturmes und Schneetreibens nur gering. In J-lan-s der» schritten unsere Angriffe langsam vorwärts. Im Ar- gouner Walde errangen wir jedoch einige grötzcre Erfolge. Die Kämpfe im Osten dauern fort. Testern warfen unsere in Ostprcutzen kämpfenden Truppen den Feind in der Gegend südlich von S t a l l u p ö n c n. Die in W e st - preu tzen operierenden Truppen wehrten bei S o ld a u den Anmarsch russischer Kräfte erfolgreich ab und nrarfcn an> rechten Weichselufer den Vormarsch starker russischer Kräfte in einen! siegreichen Gefecht bei Lipno auf Plock zurück. In dieser» Kämpfen wurden bis gestern 5600 Gefangene gemacht und 10 Maschinengewehre genommen. In dcnsciteinigcnTageninHortsctzungdesEr- folgeS bei Wloclawec stattgehabten Kämpfen fieldirEntscheidung. Mehrrrcunsentgcgcn- grtretenc russische Armeekorps wurden bis Über Kntno zurückgeworfen. Sie verloren nach den bisherigen Feststellungen 2 3 000 Mann an Gefangenen, mindestens 70 Maschinengewehre und.Geschütze,dcrenZahlnoch nicht fest steht. Oberste Heeresleitung. Als unsere oberste Heeresleitung am 28. Oktober an- Rlndigte, die deutsch-österreichischen Heere hätten sich an der Weichsellinie nach Westen zurückgezogen, um den neuen russischen Kräften gegenüber, die von Fwnngorod, Warschau lund Nowogeorgiewsr aus verstießen, eine neue Stellung einznnehmen, da wurde dies im feindlichen Auslände natürlich schon als eine deutsche Mederchege ausgeschrien, während wir alle in der deutschen Heimat ein ruhiges Vertrauen bewahrten. Es stand uns ja noch so lebhaft vor Augen, daß dieses Vertrauen in einem ganz ähnlichen Fall, nämlich bei der ersten Ueberflittnng eines Dolles von Ostpreußen durch die Russen, uns nicht enttäuscht hatte. Ein an Zahl Und Stärke überlegener Feind kann immer nur durch größere Beweglichkeit und »'Gewandtheit, durch die Kunst der Strategie, besiegt werden. Soviel vom Schreibtisch aus »rnd nach knappen Andeutungen die Schlachtenläge überblickt werden konnte, dachten wir uns, es sei wohl möglich, daß unser genialer Hindenbnvg sein altes Meisterstück wiederholen werde. Und er hat cs wirklich mit bestem Glücke wiederholt! Das schwerfällige Heer der Russen, geleitet von unkundigen Führern, ohne genügende Ausschau und Llnfklärnng, operierte wieder init größtem Mißgeschick auf der inneren Linie, ivälzrcnd unsere Heeresleitung alles darauf anlegte, den Feind an seiner empfindlichsten Stelle in der Flanke zu fassen. Der Hauptschlag siel am 1b. November: Bei Wloclawec an der Weichsel, etwa 40 Kilometer von der deutschen G-renze entfernt, wurden nach mehrtägigen Vorbereitungen mehrere russische Armeekorps bis über Kntno znrückgeworfen, wobei 23000 Russen in deutsche Gefangenschaft sielen. Kntno liegt etwa 60 Kilonreter südlich von Wloclawec, und man ersieht daraus, daß der geschlagene Feind eine ziemlich stürmische Flucht angetreten hat. Vermnllich werden seine Verluste noch größer sein, als die erste Meldung von gestern verlant- baren ließ. Ob eine Verfolgung möglich war, steht noch dahin und ist etwas fraglich, da ein Vorstoß auf das feindliche Zentrum zurzeit vielleicht noch untunlich ist. Auch ioeiter nordöstlich, an der deutsch-russischen Grenze bei Soldau, haben unsere Truppen dem feindlichen Vormarsch nach Westen ein sehr fühlbares Hindernis bereitet. „Starke russische Kräfte" wurden auch hier bei Lipno auf Plozk zurückgcworfen. Die deutschen Abteilungen haben vortrefflich Hand in Hand gearbeitet: Lipno liegt nur etwa 20 Kilometer von Wloclawec, am rechten Weichselufer, und die Stadt Plozk liegt etwa in der Mitte des Weichscllauses von Warschau bis an die deutsche .Grenze. Auch hier gab es 5000 russische Gefangene. Ter neue Sieg in Ostpreußen vollendet, was in Russisch-Polen erkämpft worden ist. Höchstwahrscheinlich wird die russische zahlenmäßige Uebermacht ihr Vorrücken wieder einmal cinstcllen müssen. Ostpreußen, das darf heute ruhig ausgesprochen werden, war vorübergehend gefährdet, und wir werden uns in glücklicheren Zeiten dieses Teiles wackerer, opferbereiter Landsleute lebhaft erinnern müssen. Wo es bisher dort zu Gefechten gekommen ist, haben die Rüssen stets den Kürzeren gezogen. Am 9. November war gemeldet worden, daß nördlich des Wysztyter Sees der Feind unter schweren Verlusten abgeschlagen worden sei und 4000 Gefangene, sowie 10 Maschinengewehre in deutschen Händen gelassen habe. Das war wenige Kilometer südlich von Stallupönen, wo die Russen noch einmal ihren Vorstoß versucht hatten. Der Feind ist geworfen», so heißt es in der gestrigen letzten Meldung. Am 13. November hatten wir die amtliche Meldung verzeichnet, daß bei Eydtkuhnen und südlich davon erneute Kämpfe eingesetzt hätten. Wir dürfen wohl annehmen, daß die russische Gefahr jetzt für Ostpreußen wieder beseitigt ist. Die. Siege in Ostpreußen und Polen ergänzen sich^ auf das beste, und da als dritte im Bunde nun auch die Türken als Sieger auftreten, »oird der russische Großfürst Nikolajewitsch, die Seele der Kriegstreiber, vielleicht selbst nicht inehr an den Erfolg seiner hochfliegenden Pläne glauben. Auch die Serben sind von Bosnien aus aus der ganzen Linie geschlagen worden, und heute heißt es. daß der Fall Belgrads bcvorstehe. Nur in Galizien behaupten die Russen noch zeitweilige Erfolge. Przemysl ist wieder von ihnen eingeschlossen; aber die Befreiung wird nahen, wenn die deutschen Waffen »veiterhin dem Heer des Zaren Schlappen bereitet haben tverden und wenn der Ansturm des Islams die Russen genötigt haben wird, ihre Uebermacht unsere» Bundesgenossen gegenüber zurückzuziehen. Mit der Ausstreuung von lügnerischen Gerüchten haben unsere Gegner .auch kein Glück gehabt; das Wolfs- Bureau bezeichnet die Behauptung, es seien zwischen der deutschen und der österreichischen Heeresleitung Mißhelligkeiten ansgebrochen, ausdrücklich als Erfindung. stimmen der deutschen Presse. Berlin, 17. Nov. Die Kunde von dem Siege unserer Ostarmee wird, wie das Berl. Tageblatt schreibt, silr besorgte Gemüter befreiend gewirkt haben. „Wir dürfen nicht glauben, daß mit diesem Siege die ganze Masse des russischen Hanptheeres zum Stelwn gebracht oder gar zum Rückzüge gezwungen wäre. Es handelt sich um ein Millionenheer. Aber höchst peinlich wird der feindlichen Oberleitung dieser Strich auch durch die letzten Opcratronspläne jedenfalls sein nnd eine Verzögerung der Bewegungen zur Folge haben. Ein guter Anfang der neueit Episode in den östlichen Kämpfen ist gemacht." In der „Vossischeu Zeitung" liest man: „Die neu bcginneirde Offensive der deutschen Waffeir hat mll einem außerordentlich großen Erfolg eingesetzt. Sie hat wiederum gezeigt? daß die Ueberlegeirlwit der Zahl, loie sie die Russen in das Feld führen können, allein nicht das Entscheidende ist. Die günstige strategische Lage, in der sich jetzt die verbündeten deutschen und ö»terreichiscki>-nngarrschen Truppen befinden, bietet eine Gewähr dafür, daß weitere Erfolge in oen nächsten Tagen erzielt werden und daß auch auf dem östlichen Kriegsschauplatz ein voller Erfolg der deutschen Waffen m sicherer Slussicht steht. Nach dem heutigen Bericht darf wohl angenommen werden, daß auch Generaloberst v. Hindenburg mit seinem Generälstabschef Ludendorff seinen Einfluß für die Neuordnung der Pläne auf dein östlichen Kriegsschauplatz eingesetzt hat. Zugunsten des neuen Verfahrens spreche es auch, daß man in Verbindung mit dieser strategischen Devensive in Serbien wieder die strategische Offensive ausgenommen hat. Anscheinend sind auf diese Weise die ursprünglichen strategischen Pläne v. Hötzendorffs wieder ausgenommen wordeir." Die „Kreuzzeitung" führt aus: „Durch den Hindenburgschen Sieg im Osten haben die Hoffnungen der verbündeten Weltmächte aus die mll großer Uebermacht austretende russische Offensive einen Swß erlitten. Diese Hoffnungen waren in der letzten Zeit besonders deswegen stärker zum Ausdruck gelaugt, weil es um die Sache Englands und Frankreichs im Westen nicht eben günsllg steht. Trotz der Schwierigkellen, die mll heftigem Sllirm nnd Schneetreiben verbunden sind, nehnren unsere Angriffe in Flandern einen wetteren, wenn auch langsamen Fortgang." Keine Gefahr in Westpreußen. Berlin, 16. Nov. Der Landrat des Kreises Marienwerder erläßt folgende Bekanntmachung: Wie aus zuverlässiger Quelle bekannt wird, liegt zurzeit für die Provinz Wcstpreußen, insbesvttdere aber für alle Teile des Kreises Marienwerder kein Grund zur Besorgnis vor. Der jenseits der Grenze zwischen Thorn und Soldau aufgetretene Feind wird von einer starken deutschen Hecresmacht erwartet, die ihn vielleicht schon in den nächsten Tagen zu einer entscheidenden Schlacht zwingen wird. (Ist inzwischen geschehen. D. Red.) Reue Kämpse der Oefterreichcr gegen die Russen. Wien, 16. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlantbart: 16. November. Auf dem nördlichen Kriegsschauplatz begannen sich gestern cm einzelnen Stellen unserer Front Kämpse zu entwickeln. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes, v. H ö f e r, Generalmajor. Der Krieg in Serbien. Wien, 16. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Von dem südlichen Kriegsschauplatz wird amtlich gemeldet: Auf dem südlichen Kriegsschauplatz ließen unsere siegreichen Truppen durch hartnäckige Verfolgung dem Gegner keine Zeit, sich in seinen zahlreichen, speziell bei Valjevo, seit Jahren vorderen, lelen besestigten Stellungen, zu einem erneuten ernstlichen Widerstande zu gruppieren. Deswegen kam es auch gestern» vor Valjevo nur zu Kämpfen mit den feindlichen Nachhuten, die nach kurzem Widerstande unter Zurücklassung von Gefangenen geworfen wurden. Unsere Truppen erreichten die Kolubara und besetzten Valjevo und Obrenovec. Der Empfang in Valjevo war charakteristisch: Zuerst Blumen, doch nur zur Täuschung, dann folgten ihnen Bomben und Gewehrseuer. Wien, 16. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 16. November. Feldzenameister Potiorek, der Oberstkommandierende unserer Balkenstreitkräfte, hat heute an seine Truppen folgenden Aufruf erlassen; Nach neuntägigen heftigen Kämpfen gegen einen hartnäckigen an Zahl überlegenen, in fast unbezwingbaren Befesllgungen sich verteidigenden .Gegner, nach neuntägigen Märschen durch unwegsames Felsgcbirge und grundlose Straßen bei Regen, Schnee und Kälte, haben die tapferen Truppen der 5. und 6. Armee die Kolubara erreicht und den Feind zur Flucht gezwungen, lleber 8000 Gefangene wurden in diesen Kämpfen gemacht. 42 Geschütze, 31 Maschinengewehre und reiches Kriegsmaterial erobert. Das Vaterland wird dieser Leistung seine Dankbarkeit und Bewunderung nicht versagen. Meine Pflicht ist es, die hervorragende Haltung aller Truppen voll anzuerkcnnen nnd allen Offizieren^ und Soldaten der 5. und 6. Armee im Ramm des allerhöchsten Dienstes wärmsten Tank zu sagen. Trotz der uMer schweren Opferir und ge- !valtigen Leistungen erzielten Erfolge dürfen wir noch nicht ruhen. Doch der hervorragende Geist der mll uillersteUlen Truppen bürgt dafür, daß »vir die uns gestellten Ausgaben anch siegrsich zu Ende führen löcrdcn zur Zufriedenheit unseres allerhöchsten Kriegsherrn, zmn Ruhme des Heeres und zum Ruhme des Vaterlandes, P o t i o r c k M. P., Jeldzeugmeister. Dieser Ausruf, der sogleich allgemein verlantbaren ist, wird gewiß allenthalben begeisterten Widerhall finden. Ich habe die tapfere Balkanarmee und ihren siegreichen Führer zu den weiteren glänzenden Erfolgen, die den völligen Zusammenbruch des zähen Gegners anbahnten, im Namen aller mir unterstehenden Streitkräfte beglückwünscht. Erzherzog Ferdinand. Belgrad vor dem Fall. Berlin, 16. Nov. Der „B. Z." wird aus dem österreichisch-ungarischen Kriegspresseguartier gemeldet: Die Besetzung Belgrads steht allem Anschein nach in den nächsten Tagen bevor. Keine Japaner bei den Russen. Die „Nationalzeitung" in Berlin verbreitete kürzlich die Nachricht, daß bei den Kämpfen in der Gegend von Evdt- kuhnen und Stallupönen Gefangene gemacht worden seien, die japanische Uniformen trugen. Es soll sich um Artilleristen handeln, die auf russischer Seite die Geschütze bedienen. An maßgebender Stelle in Berlin wird nun den „Münchener Neuesten Nachrichten" mitgeteilt, ist davon nicht das geringste bekannt. Damit fallen auch andere Gerüchte in nichts zusammen, die in den letzten Tagen in der auswärtigen Presse mit der deutlichen Absicht verbreitet wurden, einen „japanischen Schrecken" zu verbreiten. Berichte aus dem türkischen Hauptquartier. Konstantinopel, 15. Stob. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlicher Bericht des Hauptquartiers. Gestern griffen unsere Truppen in der Zone von Lasistan die Stellung von Liman-Sisi in der Nähe der russischen Grenze an. Der Feind erlitt große Verluste. Die Unsrigen umzingelten die russischen Truppen, die sich dort befanden. Die Rnsi'en wollten Berstärkungstruppen landen, aber diese lvnrdcn von unseren Truppen zerstreut. Eine andere Abteilung ven uns besetzte D uzheu y nnd umzingelte die feindlichen Truppen, die sich in der Stellung von Han-Medressessi befanden. Wir nahmen dem Feind eine Menge Munition und Lebensmittel ab. Heute bombardierten die Russen erfolglos die Posten von Kokmuch nnd Ab-Jslah nahe der Grenze. Tiflis, 16. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Die Petersburger Telcgraphenagentur teilt mit: Der Generalstab der Kaukasischen Armee meldet: Nach einer Reihe von Kämpfen in der Gegend von Köpriköi haben unsere vorgeschobenen Truppen endgültig die Gruppierung der feindlichen Hauptkräste festgestcllt. Da in den letzten Tagen beträchtliche türkische Verstärkungen an der Küste bei Chynskala, Erzerum und Trapezunt ankamcn, ziehen sich unsere Vor- truppen unter Kämpfen in die ihnen bezcichneten Gegenden zurück. Türkische Versuche, den Hügel von Khanessouk, den wir ihnen vorher abnahmen, wiederzunehmen, sind gescheitert. Die anderen russischen Truppenabteilungen hatten keine Kämpfe von Belang. Konstantinopel, 16. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Ein amtlicher Bericht des türkischen Hauptquartiers besagt : Gestern haben wir die Engländer bei F a o angegriffen. Sie hatten zahlreiche Tote, die wir auf 1000 schätzten. AbdurrezakBederkhani, der von der ganzen 'muselmanischen Welt wegen der revolutionären Umtriebe, denen er sich seit Jahren ergeben hat, verabscheut wird, hat die Grenze mit 300 Mann in der Gegend von Maku überschritten, um den Russen zu helfen, aber er wurde sogleich von unseren Truppen vertrieben. Eine große Anzahl seiner Anhänger wurde getötet. Eine russische Fahne, die in einem Dorfe der Umgebung aufgepslanzt ivar, ivnrd« von uns erbeutet. Abdurrezak i|t Kur d e und gehört zu der Familie der Bederkhani. Kaiser Wilhelm und der Sultan. Konstantinopel, 16. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) KaiserWilhelm hat an den Sultan folgende Depesche gerichtet: „In dem Augenblick, wo ich das Vergnügen habe, in dem Hauplguarticr meiner tapferen Armee drei Prinzen der kaiserlich vsmanischen Familie zu emviangen, lege ich Wert daran», Ew. Majestät zmn Ausdruck zu bringen, daß ich volles Vertrauen >n den Erfolg unserer Armeen habe, die sich vereinigt haben, mit gleich großen Zlllen sür Recht, Freiheit und Gerechtigkeit zu kämpfen." Der Sultan erwiderte mit folgenden Worten: „Der wohlwollende Empfang, dessen Gegenstand meine Neffen seitens Ew. Majestät bei der Ankunft im Dauptquartter der tapferen kaiserlichen Armee waren, ist ein Zeichen der kostbaren F r e u n d s ch a i t Ew. Majestät mir gegenüber sowie ein neuerlicher Beweis der Bereinigung unserer Armeen i» dem großen halligen Kamm. Ick» beeüe mich, Ew. Majestät aus diesem Anlatz meinen lebhaftesten Tank auszusprcchen, und ich lege Wert darauf. Ew. Majestät meine große Bewunderung sür die großartigen Heldentaten der Armee und Flaue zum Ausdruck zu bringen. Es ist mir ein großes Vergnügen, Ew. Majestät zur Krnntnrs zu bringen, dag meine tapferen Armeen nach blutigem Kampfe die russische Armee vollständig geschlagen haben und sie siegreich verfolgen. Ich erblicke in diesem ersten Sieg meiner Armer ein gutes Vorzeichen für den endgültigen Erfolg unserer gemeiniamen Ziele und hege die feste Zuversicht, bifc mit Luise des Allmächtigen diesem Siege bald grögere Siege unserer verbündeten Heere auf drei Kontinenten wie auch auf allen Meeren folgen werden." Tic Bedeutung des „heiligen Krieges". K o n st a n t i n o p e l, 16. Nov. (WTB Nichtamtlich.) Der Scheich ü k Islam, Hairi Ben Auni, der dem Konstantinopcier Vertreter des „Bert. Tagebl." in Audienz empfing, erklärte auf Fragen nach der geistigen Organisation des Js?ams und der Bedeutung, welche der „Dschihad" (heilige Krieg i für die mohammedanische Welt habe: Noch niemals hat das Kaliiat in der Form, in der sie heute bestkht, das Banner des Dschihad entfaltet. Selbst die heiligen Kriege, welche der Islam zur Zeit der Kreuzzüqe iührte, sind nicht mit der Größe dieser heiligen Aufgabe zu vergleichen. Seither lind Jahrhunderte vergangen. Aber das Wort und die Lehre, die der Dschihad gebiete, lebte in den Herzen der Mohammedaner weiter. Wenn heute die Fetwa-i-Scheris ergeht, weih jeder gläubige Mohammedaner und nötigenfalls jedes mohammedanische Weib, was i.bre Pflicht ist. Tie Feinde des Islams, die das staliat bedrohen, zwangen uns zu dem heiligen Kriege. Tie Anstrengungen, uns die Mittel des modernen Verkehrs zu unterbinden, werden ihnen wenig Helsen. Schon wissen die Hundertlausende von Pilgern, die von Mekka nach Medina ziehen, von dem Erlag des Fetwas. Wie Mikroben werden sie in den Körper der feindlichen Reiche, vor altem Englands und seiner Kolonien, dringen, unaufhörlich) werkend nnd an ihrem Marke zehrend. Ueberall, im Iran wie in den psrikonisckien Kolonien wird das Gebot des Dschihad den Lebensnerv unserer Feinde und aller, die sie unterstützen, zerrütten, Mich jener, die etwa noch künftig an ihre Seite treten sollten. Tie Kinder Mohammeds, deS Propheten, werden nicht untergehen. Wir find glücklich. Isen Krieg gemeiniam mit den Arnieen Oesterreich-Ungarns und Kaiser Wilhelms zu führen, dessen Wort: „Ich bin ein Freund der 300 Millionen Mohammedaner" alle Anhänger des Islam kennen. K o u st a n t i n o p e l, 16. Nov. (WTB.) „Tcrtschuman- i-.Hakkikat" erfährt: Der Kadi von M e b i u e, die Mufti der miiselmatitscheii Kulte der Hanesitcn und Sdjäfuten sowie die Wächter des Grabes des Propheten telegraphierten hierher, daß die Bevölkerung an dem Heiligen Krieg teilnehmen werde. rSic cs in Paris anöffcht. Zürich, 16. Nov. Ein in der „Neuen Zürcher Ztg." veröffentlichter Pariser Brief entwirft solg'nde Schilderung. Was uns in den Straften zuerst etwas Verb äfft, ist die Ruhe des Verkehrs. Kein Automobil, kein Pferdeomnibus ist zu sehen, da sie im Felde Verwendung gesunden haben. Nur wenige Straßenbahnen sind im Betrieb. Eilig hat es gegenwärtig niemand. Die Geschälte stehen leer. Biele sind nur osfen, um zu zeigen, das', man hier' geblieben nnd nicht beim blähen des Feindes geflüchtet ist. Es lvar dies eine behördliche Vorschrist, die man der Regierung im geheimen ein wenig verargt. Tie meisten großen Modehäuser sind lvieder geösfnet, meistens jedoch nur einige Stunden des Tages. Aber die seltenen Kunden werden hier viel streitger nach 5iome und Ort aesragt, als von den Militärpvsten an der Landesgrenze. Man will nicht, daß unter neutraler oder erborgter Frcundesslagge Erzeugnisse der Pariser Mode in das Ausland gelangen lwonach auch gar kein Bedürfnis bestell). Es >virl> fast gar nicht gearbeitet. Die bessergestellten Arbeitskräfte sind entlassen und cs gibt säst nur noch Arbeiterinnen. Sämtliche Theater sind geschlossen. Um 8 Uhr nrstssen die Kaffehäuser und um VtlO Uhr die Restaurants schließen. Die französische Regierung braucht neue KricgSkredite, Christiania, 15, Nov. Ein Telegramm aus Paris meldet: Die französische Regierung fordert vom Parlament 911 Millionen Franken Kriegs!redite. Davon sollen 800 Millionen für Deckung von Kriegsausgaben im November Verwendung finden. 7 Millionen sollen den Arbeitslosen zugute kommen. Eine Aeußcrung de» Königs von Bayern. München , 16. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Bei einer Besichtigung einer Abteilung der Wehrkraftschüler, welche der Reichstagsabgeordnete Major van Ealker dem Könige vorführte, hielt der König nach dem „Lokalanz," folgende Ansprache: „Der Krieg wird noch lange dauern, aber wir werden nicht ruhen noch rasten, bis der Feind aus dem Felde geschlagen ist und wir den Frieden haben, der uns auf lange Zeit vor einem Ueber- falle sichert. Ihr bereitet Euch aus den Krieg vor. Vergeht aber darüber Eure bürgerlichen Pflichten nicht und Euere Studien. Tenn unsere Ersvlge waren nur dadurch möglich, daß wir in der Schule eine Bildung erreichten, wie sie in keinem Lande der Welt möglich war. Vertrauet «jus Gott, vertrauet aus unsere brave Armee, tut Euere Schuldigkeit, Gott besohlen," Tie Ueberrefte der belgischen Armee. R 0 s e n d a a l, 16. Nov. In den letzten acht Tagen büßte die belgisckw Armee 18 (XD Mann ein. Die Verluste an Offizieren belaufen sich auf 600 Man». Etwa 2000 Mann flüchteten in Bürgerkleidung nach Holland. Die Zahl der von den Temscken gei'angenen Belgiern >m>d ans 4000 geschätzt. Diese Angabe lic- sctte ein vorgestern internierter Leutnant. Er teilte noch mit, daß die bei gesäten Heeresreste sich im Zustande völliger Auflösung befinden. 25 000 Mann sind noch vorhanden, doch läßt sich mit den Mannschaften nickws mehr unternehmen. ES üfteint, daß die französische Heeresleitung den demoralisierenden Einfluß der Belgier auf 'die Linientrupven befürchtet und eine strenge Sckteidung zwischen Frauzosen und Belgiern vorgenommen hat. Meutereien kamen in den letzten Tagen wiederholt vor. Die erfchöpsten Soldaten verliehen nachts die Schützengräben und boten sich dem Feind als ißesangene an. Ein Hanvimann, der seine Truppen zu einem Sturm antrieb, Nmrde durch einen Bajonettstich in den Nacken getötet. Dem König Albert ist es unmöglich, den Mannschaften Mut zuzusprechen. Seine Besuche in den Laufgräben werden von den Offizieren sehr peinlich einpfunden. Deutsches Geld in Belgien, Brü ss el, 16, Nov, (WTD. Nichtamtlich.) Eine Verordnung des Generalgouverneurs in Belgien bestimmt, die durch Verordnung vom 3, Oktober 1914 festgesetzte Verpflichtung, deutsches Geld in Zahlung zu nehrnen, wobei eine Mark bis auf weiteres mit mindestens 1,25 Franks zu berechnen ist, kann durch Parteivereinbarungen nicht beseitigt werden. Ein Landesverräter. Metz, 16. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Das Gouvcrne- ment hat heute auf Befehl des Gouverneurs eine Untersuchung gegen den Ehren-Domherrn Abbe Coll in aus Metz, zurzeit unbekannten Aufenthalts, wegen Landesverrats und Majestätsbeleidigung, begangen durch einen Artikel in der französischen Zeitung „La Croix", eröffnet. Die Schweiz »itd ihre Neutralität. Berlin, 16. Nov. (Priv.-Tel.) Das „Bert. Tagebl." meldet ans Rom: Nach einer Meldung des „Corr. d'Jtalia" schrie der französische Konsul in Bentimiglia eine Deutsch-Schweizerin, die ihren Paß visieren lassen wollte, laut an und erklärte, er werde ihr nicht gestatten, nach Frankreich zu gehen, da alle Deutsch-Schweizer Feinde Frankreichs seien. Die Szene wird diplomatische Folgen haben. Aus Italien. Berlin, 16, Nov, (Priv.-Tel.) Das „Bert. Tagebl." meldet aus Rom: Der Hochschulprofessor Telollis lenkt von neuem in einem offenen Briefe die Aufmerksamkeir der Regierung auf das Treiben des Direktors des französischen Institutes in Florenz, Lichaire, hin, der andauernd junge italienische Republikaner für das französische .Heer anzuwerben suche. Das französische Institut in Florenz sei zu einem französischen Rekrutierungsbureau geworden. Ein päpstlicher Hirtenbrief siir den Frieden. Rom, 16. Nov. WB. Nichtamtlich.) Der P a v st richtete an die Bischöfe der katholische» Welt eine Enzyklika, in der cs heißt: Ter Papst war, als er aus den Stuhl von St. Peter stieg, schmerzlich betrofsen über die bedauernswerte Lage, in der sich gegenwärtig die bürgerliche Gesellschaft befindet, aber freudig berührt von dem ersrcnlichen Zustand, in dem ihm fern Vorgänger die Kirche übergab. Tie Enzyklika begründet ausführlich diese beiden Eindrücke und spielt hinsichtlich des ersten auf den schrecklichen Krieg der Geister an, sür den sie vier Hauptgründe findet: 1. Mangel an gegenseitiger ausrichtiger Liebe unter den Menschen: 2. Verachtung der Autorität: 3. Ungerechtigkeit in den Beziehungen zwischen den verschiedenen bürgerlichen Klassen nnd 4. die materiellen Güter, die das einzige Ziel der menschlichen Tätigkeit geworden seien. Nach einer Prüfung der günstigen Lage der Kirche und des weiten Gebietes, das ihrer Tätigkeit noch osien- steht, schließt der Papst mit dem heißen Friedens wünsch: Frieden sür die Nation il. die in ihm unschätzbare Gü er sin-cn p ü ;t Fi'der fü die Kirche die ft ihm di ihr >>o w ndig' Freiheit finden werde sowie die Beendigung des anormalen Zinkandes, in dem sich heute der Stellvertreter Christi befinde und gegen den der Papst in Erfüllung seine: heiligen Pflichten die Proteste seiner Vorgänger wicperholc. Zn diesein Zwecke empfehle er, zu Gott um Frieden zu beten unter Vermittlung der heiligsten Jungfrau. Tie Lage in Indien. Wien, 16. Nov. Bon einem Oesterreicher, der aus Indien nach Wien zurückgekchrt ist, werden der „Neuen Freien Presse" Mitteilungen über die dortige Lage seit dem Kriegsausbruch gemacht. Tie Stimmung der M 0 h a m - nredancr war von Anfang an deutschfreundlich, Tie Kenner der Verhältnisse zweifeln nicht, daß die Nachricht von dem Heiligen Kriege über Afghanistan trotz strenger Nachrichtensperre Eingang finden toird. Tie Hindus ver halten sich indifferent, scheinen aber auch nur au» einen günstigen Augenblick zuirl Aufstand zu lauern. Japanische Geheimagenten bereisen in großer Anzahl das Land, scheinen aber keineswegs den Bundesgenossen, sondern versteckten Sonderinteressen zu dienen, welche die Inder bereits mit großem Misstrauen erfüllen. Kein deutsches Kriegsschiff in japanischen Händen. Rotterdam, 16, Nov. Nach Londoner Meldungen aus Tokio ist kein deutsches Kriegsschiff in die Hände derIapc, ner gefallen. Vielmehr sind vor der Uebergabe Tsing aus alle dortigen Kriegsschi fe einschließlich des österreichischen Kreuzers „Kaiserin Elisabeth" durch Explosion vernichtet worden. Aus Südafrika. Kapstadt, 14, Nov. (WTB. Mchtamilich.) Amtlich wird gemeldet: Der Kommandant V i s s e r nahm siebzehn Rebellen zwischen Baryburg uich Marigoto gefangen. Der Konrmandant de B e e r nahm ein Kommando von 50 Mann und 70 Pferden gefangen in der Umgegend von Schweizer- reneke. Auf beiden Seiten gab es zlvei Leichtverwundete, Aur dem Reiche. Berlin, 14. Nov. (WTB. Mchtamilich.) Die Kriegs» zentrale des Hansabundes hat dem Reichskanzler von der Begründung der Kriegskreditkasse für den deutschen Mittelstand e. G. m. b. H. Mitteilung gemacht. — Darauf hat der Reichskanzler dem Präsidenten des Hansabundes, Geh. Justizrat Professor Dr. Riesser, am 10. November aus dem Großen Hauptquartier geantwortet: „Euer Hochwohlgeboren bitte ich.für die freundliche Mitteilung über die Gründung der „Kriegskreditlasse für den deutschen Mittelstand" meinen verbindlichsten Dank ent- gegenzunelnnen. Der Geist der Organisation und Selbsthilfe, der auch aus Ihren wertvollen Bestrebungen spricht, ist ltnsere beste Waffe in diesem schweren Kampf. Gez. Beth- marm Holüvcg." Berlin, 16. Nov. (WTB: Amtlich.) Der „Reichsanzeiger" veröffentlick,t eine Königliche Verordnung betr. die Bildung von Genossenschaften zur Bo den Verbesserung von moor- und heideähnlichen Ländereien vom 7. November 1914. An» Stadt nnd tan-, Gießen, 17. November 1914, Ter Gießcner Landsturm im Feindesland. m. Sonntag ist's in der Heimat. Rings gehen die Glocken und laden die in jetzt doppelt angestrengter Arbeit Schaffenden zur Besinnung auf Bedeutung mrd Ziel dieser bewegten, großen Zeit. Anders draußen in Feindesland! Der Soldat hat meist alles Verständnis für Zeit Nnd Ranm verloren. Ihm bringt der Tanz der Horen den ewig gleichen Dienst, sei es im Schützengraben, sei es auf Wache im Etappengebiet. Wie ein Märchen ans alten Zeiten mutet es ihn an, wenn bei der abendlichen Be- seblsmisgabe am Wochenschluh die Mitteilung erfolgt, daß der nächste Tag ausnahmsweise einmal ein sonntäglicheres Gesicht zeigen werde, als seine inS Meer der Ewigkeit versunkenen Brüder der letzten Wochen und Monate. Auch der Gießener Landsturm nahm die kürzlrche Nachricht, ein deutscher Feldprcdigcr werde für die dienstlich abkömmliche Besatzung der Stadt SS. einen Feldgottesdienst halten, freudig entgegen. Tie vorgeschrittene Jahreszeit erlaubte sreilich nicht gut einen Gottesdienst im Freien, und so bemühte sich der inzwischen eingcttoffcne Geistliche um Erlangung einer der katholischen Kirchen der Stadl, fand aber ziemlich lebhaften Widerstand, angeblich aus Gewissensbedenken. Erst ein sanster milü arischer Nachdruck weckte die bessere Einsicht, und so wurde St. Nicolas für den gewünschten Zweck frei gegeben. Tiefe Kirche ist die ehemalige Kapelle des Jesuitenkollegrums und wurde zu Beginn des 17. Jahrhunderts erbaut. Nackchenr sie während der großen französischen Revolution in einen Tempel der Vernunft oerlvandelt worden war, wurde sie nach Abschluß des Konkordats von neuem dem katholischen Kultus gewecht. Trotz ihrer Stillosigkeit macht sie mit ihrer die Wände rings „mzichen- den dunklen Holztäfelung und den bequemen, das Schiß füllenden Baststühlen mit Betpult einen ganz anhetmekriden Eindruck. Der Hochaltar mar diesmal, von dem ewigen Lämpchen abge- sehen, in Dunkel gehüllt, aber einer der Seitcnaltäre war der unbefleckten Empsängnis zu Ehren mit Dutzenden von brennend«, Lichtern, mit Rosen und Astern, den letzten Gaben des Herbstes, geschmückt. Welch eindrucksvoller Gegensatz jedoch zivischen da, ttarrzösischen Mauern und den drutsckzen Liedern, den sranzösisckxn Formen nnd dem deutschen Geist! Aus der Kanzel der deutsche Feldgeistliche in, feldgrauen Rock nach militärischen» Schnitt und iu braunen Stiefeln und Ledcrgamascheu, als getsrlick-cn Standes nur durch das aus der Brust hängende Kreuz und die Rote Zvreuz- Binde mit dem violetten Stteisen kenntlich. Unten im Schih die Gemrtirdc beider Konsessionen: der hessische Landsturm in den trog bestwilliger Bearbeitung mit Bürste nnd Seisc schon recht abgetragenen blauen Litewken, dazu Feldgrau und Eisenbahner. Tie BataillonSmusik erössnetc den seltenen Gottesdienst mit dem Niederländischen Tankgcbet. Dann wechselten Gebet und Liederstrophen bis zur Predigt, schlicht, herzhaft, kurz, wie es die Lage und den Bedürfnissen der Zuhörer entsprach, vom cinleitenbcn „Liebe Kameraden!" an bis zum kernigen Schluffe „Heil Schwarz- Weiß-Rot!" Ter Text Jeremias 30, i 1 ff. „Denn ich bin bei dir, daß ich dir helfe usw." gab dem Prediger Gelegenlscit, einen vollen Drritlang aus der Ewigkeit —• der treue Gott, die gerechte Lache, das herrliche Ziel — an zu sch lagen, so daß sich mancher der bärtigen Beter hörbar schneuzte, um das Taickwuruch unverfänglich in Augcnnähe bringen zu können. Nach Gebet, Vaterunser, Lege» und dem Liede der Deutschen, von der Blasmusik vorgctragen, leerte sich die Kirche, um draußen noch einmal ein militärisches Schauspiel zu sehen. Der .Kommandeur teilte dem aushorchcnden Bataillon den neuesten Erfolg unserer schneidigen Flotte im Kampf gegen ein englisches Kreuzergeschivader mit nnd fand mit bera ausgebrachten Hurra aus unsere blauen Jungen kräftigen Widerhall. Solche Stunden im Leben des Landsturmmannes bilden allerdings seltene Ausnahmen. Die Regel ist der eintönige Wechsel zwischen Postenstehen — zehn Schrille hin, zehn Schritte I»er — und der sog. Bcreitschast bezw. dem Arbeitsdienst, wovon sich das gemeinsame Kartossclschälen großer Beliebtheit erfreut. Als das Bataillon s. Z. in seinen jetzigen Standort B. mit Ilingrndan Sviel und Kriegslieder singend, strammen Schrittes cinrückte, hofften wohl alle auf eine Reihe hübscher kleiner Erlebnisse, tose sic die alten Kriegsgeschichten so angenehm zu schildern wisse«. Aber Poesie und Wirklichkeit stimmen nur selten zu schöner Harmonie: erst wenn die Erinneruiig als Dominante hinzuintt, gibt cs die Musik, die ein ganzes Leben mit Zauberglanze füllt. Vielleicht wird einst auch mancher der heutigen Landstürmer lauschenden Enkelkindern lächelnden Mundes von jenen grauen Tagen erzählen, da er ivcit draußen im Lande der dunkelhaarigen Fremden mit geladenem Gewehr nnd aufgepslanztem Bajonett sür die rückwärtige Sicherlwit der dem Siege entgcgengesiürmten Kameraden die neblige Herbstnachl durcknvachte, und rannt der Sturmwind um die Höhen des Vogclsbergcs braust und hundertjährige Föhren krachend zersplittert, wird er sich des Donners deutscher Geschäft erinnern, die Anno 1914 Tod und Verderben in die Reibe der Feinde aus allen Weltteilen schleuderten. Heute haben diese Ding« ein noch zu junges Gesicht, um als Ganzes ersaßt und gewürdigt zn werden. Die verdrießlichen Einzelheiten beherrschen die Emp sindnng, lind es ist menschlich nur zu begreiflich. wenn etwa an- gestellte Vergleiche sich weniger mit der Lage der Flontsoldairn als mit der niisgegebcnen im Schoße der Faviilic belassen. Alles in der Welt hat ja nur verhältnismäßigen Wert. Das Leben in Bürgeranarticren und der in mancherlei Bc- zichiing bildende Verkehr mit anders gearteten, anders denknidci« und redenden Menschen blieb also unsrrm Landsturmbataillon — abgesehen natürlich von den Offizieren — wie in E., so auch in V. bisher versagt. Die Kompagnien wurden vielmehr auö'inalidw- gezogcn und zur Bewachung verschiedener Bahnlinien verwandt. Nicht gleichartig sind also die Lose, die den verschiedenen größeren und kleineren Abteilungen des Ganzen ai::> der Urne des Schicksals, in diesem Falle also der Mapvc der Ordonnanz, entflattcr!«, Wohl aber dürsten sie trotz äußerlicher Unterschiede so -äemlich gleichwertig sein. Fliegen dem Kochkessel der eine» Feldwache Fasanen zu. indes sich im Keller des beherbergenden Hauses rin: köstliche Quelle roten Weines ausgctan hat, versieht rin anderer Zug den Wachdienst in der Stadt B. selbst, hat also verhällniömälig reichlich Gelegenheit, nnie und anregende Eindrücke z' »amtnetn, muß dafür aber in anderer Beziehung hinter den zu selbständiger Requisition — Soldatcnmund spricht von „Emvsang" - - Berechtigten zurückstehen. Es ist eben nicht alles Gold, was glänzt, und nur zu entschuldbar, wenn unter den verschiedenen Posten, unbeschadet der Kameradschastlichkeit, die Oleneigtheit besteht,^ die Schattenseiten der eigenen Stellung möglichst schwarz zu schildern, um ihre kleinen Vorteile um so ungestörter zu genießen, R. 8. ** Die Kartoffel not. Die L«ndtvirtschaslsk>immcr für das Großherzwgtum Hessen ersucht die Zeiliiusieit um Verbreitung der nachstehenden — dritten — Mahnung an die landwirtschaftliche Bevölkerung ihres Bezirks: „In den Städten lvird die Klage über ungenügende Anfuhr von Speisekartosfelit immer wieder, und in einzelnen Stadtbezirken sogar in verstärktem Biaße er« ltoben. Die städtische Bevölkerung unterschiebt de,, Landwirten eine absichtliche Zurückhaltung der Kartoffeln aus Spckulationszwecken. Wenn wir auch diesen Vorwurf nicht für berechtigt halten, da vielfach wirtschaftlich« Gründe die Landwirte zwingen, nicht mit selxr großen Mengen auf den Markt zu kommen, andererseits die Nachfrage außergewöhnlich groß ist. so fordern wir doch unsere Landwirte nochmals aus, möglichst alle für Berka»fszwecke verstigbaren Kartoffeln sofort zilin Markte zu bringen bezw. jetzt abzitgebcn. Tie Landwirtschaft will und muß zeigen, daß sic mit der Stadtbevölkeruttg einig bleiben w i IL" Ein grelles Streiflicht auf die Mißsiände, unter denen wir namentlich auch hier in Gießen zu leiden habm, wirst der folgende verbürgte Dorfafl: Gestern kam ein HandloerkS- meister in das Einqmirtierunae-bü 1 reau der Bürgermcffterei nnd bat, man möge ihin doch seine zwei Landstürmer abnehmen, er könne für Geld und Mte Worte keine Kartoffeln auftreiben und wisse nicht, womit er die Leute, die einen gesunden Hunger haben, satt machen solle. Der Mann erklärte, er habe einen Kartoffelhändler, der ganze Keller voll dieses Nahrungsmittels liegen habe, um Lieferung gebeten und 9 Mk. für das Malter geboten. Ter Händler aber habe bestimmt erklärt, er verkaufe jetzt keine Kartoffeln. Man quartierte die beiden Leute loegen der Kartoffelnot des Qnartierwirts einfach um. ** Ritter des Eisernen Kreuzes: Komandeur des Res.-Fäger-Bats. Oberstleutnant Frhr. Schenk zu Schweins b erg und seine Söhne Bernhard, Lt. d. R in der 2. Garde-Maschinengewehrabt., nild Karl, Lt. im Letb-Inf.-Regt. 115. Grenadier Ludwig Briel (Gardc- Oircn.-Regt. 5) aus ReR>ehausen bei Marburg. Oberst, und Kampa gnicführer im Rcs.-Jnf.-Rcgt. 76 F. W. Bich mann aus T-arnlstadt. Fritz Merck, Lt d. R. im Drag,-Regt. 14. Postassistent Siebenwurst, Lt. d. R Bmtrai R. Neuling von der Bauabt des Grvßh. FinMtzministerimnS beim Feldart-Regt. 6l aus Darmsdadt. WÄH. Brückmann aus Dortelweil. Kriegsfreiw. Redakteur Georg Dümas in Frankfurt a. M Bizefeldwebek mtb Kompagnicführer Heinrich Schmidt und Musketier Friedrich Gondolf aus Oppershofen. Assistenzarzt Dr. Heinr. Wolkclvitz im Ins.-Regt. 88, aus Taucrnheim. V^eseldw. Rudols M alk- mus vom Landw.-Jns.-Regt. 116 in Alsfeld. Posiafsistent Mzeseldwebel d. R Born auS Bad Nauheim. Telegraftheu- afftstent Einj.-Freiw.-Ufsz. Darmstädter aus Bad-vdtu- feint. SVfeThtn. Advlf Kammer au? BeAerNteim, ^ns. Regt. 116. Kandidat der Theologie Reinhold Bartels aus Maffburg, Res.-Jctger-Bat. 23. Ingenieur Karl Seip p aus Liedenkopf, Off.-Stel-lv. im Res -Aren.-Regt. 12. Gefreiter Heinrich Scholl aus Frantenberg, Pion.-Bat. II. Usfz. Wilhelm Becker, Jnf.-Regt. 130, Hermann Wolf, Art - Regt. 63, Lehrer Hermann Lenz, Landm.-Inf.-Regt. 81, aus Battenberg. Gerichtsassessor Köhler aus Weiiburg. Leut» d. R. im Fußart.-Regt. 9. Leutn. d. R. Rttdolf Schumacher aus Eschenau, Res.-Jnf.-Regt. 86. Leutn. u. Kommandeur Zobel aus Darmstadt. Ufsz. (Polizeisergeant) F a k o b aus Wetzlar, Landw.-Fnf.-Regt. 116. Oberlt. Paul Schönfeld aus Wetzlar, Körps-Briickentrain des 11. Armeekorps. Sieg mund Roscnbauin ans Hörnsheim, Füsilier beim Füst- Regt. 40. Osf.-Stcl.v Theodor Trauthig aus Reislirchen (Kr. Wetzlar), Inf.-Regt. 116. Musketier Heinr. Schmidt aus Bonbaden, Jus.-Regt. 88. Uffz 5>'inr. K bemann aus Burgsolms, Inf.-Regt. 116 (inzwischen gefallen). Cinj.- Freiw.-Uffz. Otto Appel aus Friedbcrg, Jnf.-Regt. 81. ** Kreiskomitee für Rotes Kreuz und Kriegshilfe. Nach Mitteilung des Kreiskomitees und unter Hinweis aus die Anzeige in Nummer 240 dieses Blattes vom 13. Oktober 1914 sind in der Zeit vom 11. Oktober 1914 bis 10. November 1914 aus folgenden Ge- m ein den usw. die beistehenden Beträge an den Kreis- lasscrechner abgclicfert und von diesem an den Landesvercin vom Roten Kreuz in Darmstadt überwiesen worden. Gern e i u d e n: Allertshausen 100 Mk., Großen-Lindcn 55 Mk., Inheiden 170 Mk., Lollar 200 Mk.. Laug-Göns 821 Mk., Londorf 294,90 Mk., Leihgestern 100 Mk., Obbornhofen 600 Mk., Reinhardshain 46 Akk., Röthges 88,50 Akk., Ra- bertshauscn 47 Mk., Staufenberg 100 Mk., Weitershain 400 Akt., Watzenborn-Steinbcrg 300 Akk., Saasen mit Bolln- bach, Veitsberg und Wirberg 215 Mk., weiter voul Kriegerverein Daubringen 50 Mk., vom Bienen- züchlervcrein Gießen 100 Mk., vom Eisenbahnerverein Großen-Linden 50 Mk., weiter von der Israelitischen Religionsgemeinde Holzheim und G r ü n i n g e n 100 Mk. Ter Gesamtbetrag der vorstehend ausgesührten Gaben beläuft sich auf 3837,40 Mark, cs ist also zuzüglich der bis zum 10. Oktober abgeliefertcn 28372,98 Mark und unter weiterer Eiurcchnuug der bis zum 10. September direkt nach Dcrrmsbadt abgel-ieserteu Gelder, in Höhe von 5905,58 Mark, bis jetzt aus d e u Landgemeinden des Kreises Gießen der Betrag von 38 115,96 Mark an den Landesvercin in Darmstadt abgesührt worden. ** Weihnachten int Felde. Millionen unserer Lieben wird in diesem Jahre kein Weihttachtsbaum leuchten, und fern der Heimat mild auf fremder Erde müssen sie den Tag begehen, der seiner eigentlichen Bedeutung als Fest des Friedens heute mehr denn jemals entkleidet ist. Da tut cs wohl, daß die oberste Heeresleitung ein sorgendes Verständnis für die Regungen des Dolksempfindens zeigt und alles, was in ihren Kräften steht, tun will, um mit- znhelfen, daß unseren Kämpfern das schönste Fest des Jahres nicht ohne jeden heimatlichen Glanz und friedlick)en Klang verslici.en möge. Amtlich wird folgendes bekanntgegeben: Es darf angenommen werden, daß das Weihnachtsfest in Millionen von deutschen Herzen den Wunsch rege machen wird, den Verteidigern von .Haus und Herd Zeichen der Liebe und Dankbarkeit zukommen zu lassen, sie für einen kurzen Augenblick vergessen zu machen, daß sie aus fremder Erde kämpfen, daß sie fern find von ihren Lieben in der Heimat. Ter Wunsch, die einem treuen Gedenken entsprungenen Liebesgaben bestimmten Personen zuznsuhren, bestimmte Truppenteile oder Hceresverbände, besonders zu bedenken, ist um die Weihnachtszeit so begreiflich, daß zu seiner Verwirklichung alles geschehen soll, was von militärischer Seite möglich ist, freilich in der bestimmten .Hoffnung, daß die Opsersreudigkeit des deutschen Volkes auch d i e Verteidiger des gemeinsamen Vaterlandes nicht leer allsgehen lassen will, deren keine treue Mutter oder Gattin, kein sorgender Vater oder Freund besonders gedenkt. Deshalb muß den Militärbehörden das Recht bewahrt bleiben, nach billigem Ermessen aus- zugleichen und Sendungen, deren Empfänger sich nicht mehr beim Feldheer befinden, zum Besten der Allgemeinheit zu verwenden. Für die Zuführung der Weihnachtsliebcsgaben an die Front sind solgende Bestimmungen in Aussicht genommene 1. Liebesgaben für Einzelne, a) Bis einschließlich 250 Gramm kann die Zusendung in Briefen durch die Feldpost jederzeit erfolgen; das Porto beträgt von 50—250 Gr. 10 Psg. Briefe von 250—500 Gr. (Porto 20 Psg.) werden voraussichtlich im Dezember eine Woche lang zugelasscn werden, b) Für Paket- sendungen bis cinschl. 5 Klg. ist nicht die Feldpost zuständig, sondern sind militärische Vorkehrungen gctrossen. Die heimatliche Post nimmt in der Zeit vom 23.—30. November solche Pakete an und befördert sie bis zu dem zuständigen militärischen Paketdepot in der Heimat. Das Porto beträgt 25 Psg. Bei den tnilitärischen Paketdcpots kann auch unmittelbar von Absendern — portofrei — aufgegeben werden. Die Namen der militärischen Paketdepots werden mit weiter ersorderlichen Einzelbestimmungen über Annahme und Beförderung der Pakete öffentlich bekannt gemacht uird in den nächsten Tagen bei sämtlichen Postanstalten des Deutschen Reiches angeschlagen werden. Tie Pakete werden von den militärischen Paketdepots geordnet und über die militäri- kchen Sainmelstrtionen an die Etappenhauptorte gezandt. Hier werden sie von den Etappenbehördcn übernommen, vetteilt und der Truppe zugeführt. Vorbedingung für die richtige Zustellung aller Briese und Pakete ist die richtige Adresse, Alle Angehörigen des Heeres sind erneut an- goviesen worden, tlrrc genaue Adresse nochmals ihren Angehörigen in der Heimat milzutcilen. Es wird sich empfehlen, wenn Svender von Liebesgaben, die in den nächsten Tagen keine derartige Nachricht erhalten sollten, vor Ilbsendung bei den nächsten Angehörigen ihres Freundes Erkundigungen einziehen. 2. Liebesgaben für bestimmte Truppenteile und Hceresverbände sowie Liebesgaben für die Allgemeinheit. Die Zuführung dieser Liebesgaben erfolgt nur durch Vermittlung der Organisation der freiwilligen Krankenpflege, a) Liebesgaben in ganzen Wagenladungen sind bei der Abnahme stelle für freiwillige Gaben I (für Verwundete und Kranke), und II (für Gesunde) am Sitze des iür den Wohnort des Spenders zuständigen stellvertretenden Generalkommando anzumelden. Die Namen der Abnahmestellen werden in den nächsten Tagen nochmals öffentlich bekanntgcgeben »no bei sämtlichen Postanstalten des Deutschen Reiches angeschlagen werden. Tie Abnahmestellen geben dann den Anmeldern Nachricht, an welche militärische Sammelstation sie die Wagen zu senden haben. Von der militärischen Sammclstation werden die Wagen auf den für den allgemeinen Nachschub bestimmten Bahnen den Eiappenbehörden zugeführt, die die Weiterführung der Liebesgaben an die Truppen bewirken. Es ist erwünscht, wenn sich Personen zur Verfügung stellen, de diese Effenbahnzüge von der Sammelstation nach dem Etapvcu- b.ruptort geleiten, um zur Sicherheit der Zuführung beizutragen. Wenn cs die Kriegslage erlaubt, kann ihnen von den Etappeninspektionen auch die Erlaubnis zur Begleitung »onk Etappenhanpl- ort nach vorne gestattet werden. Die Auswahl treffen die stell- orlretcnden Generak-Kommanbos im Einvernehmen mit den örtlichen Derriotvrial-Telegierten aus der Zahl der Personen, die fick bei der Organisation der Licbesgabentät'gkcit besonders ver- t'ent gemach! haben. Die stellvertretenden Generalkommandos stellen mich, die Geleitscheine von der Sammelstation bis znm Etappenhauptort aus. Grundsätzlich muß, jedoch die Fahrt in dem Eisrnbahnzug erfolgen, der die Liebesgaben vorführt und grunbsäAich muß die Fahrt in der Samniel- Itatwrt angetreten werden. Fahrten iu Kraftwagen werden für Ileberbringer und Geleiter von Liebesgaben in keinem F a l l g e st a t t e t. bfLiebesgabeningeringererMengealsganze Wagenladungen sind ausnahmslos bei den gleichen Ab- nahmestellen der freiwilligen Krankenpflege a b z u l i c f e r n. Von dort gelangen sie an die zuständigen Sammelstationcn. Weiler ivird mit ihnen wie unter a angegeben, verfahren, auch hinsichtlich der Begleitung. Vorbedingung sür die Versendung aller Liebesgaben ist, daß alle Absender sich« genau an die Bestimmungen über Inhalt und Verpackung Italien, Gegenstände, die raschem Verderben oder Zerbrechen ausgesetzt sind, keinesfalls ab- stnden. Sie müssen sich vergegenwärtigen, daß vom Tag der Ausgabe bis zur Zustellung etwa vier Wochen vergehen, da» guter Wille und rührende Liebe sich hart stoßen an der rauhen Wirklichkeit des Krieges! Großes Ä an Pt g u a rt irr , den 13. November 1914. Der Gcncratguartiermcisler. ** ®o f'b a u f f ä u f c r. Aus verschiedenen Orten unseres Verbreitungsbezirks wird uns mitgeleill, daß daselbst Leute ain Werke sind, die sich als Regicrungsbcainte ausgebcn und beauftragt sein luoiieit, das im Besitz der Bevölkerung be- sindliche Gold gegen Papiergeld e in z u t a u s ch en. Demgegenüber ist festzustclle», das; von Clonts wegen Einzek- persvncn mit einer solchen Funktion nicht beanstragt ind. Es handelt sich also um Schwindler, die entweder spetu lative Zwecke verfolgen und im Trüben fischen, oder, was noch schlimmer ist, mit Agenten, die aus irgend einem Grunde das finanzielle Rückgrat des Deutschen Reiches schwächen wollen. Daß von seiten der feindlichen Regierungen auf verschiedene Art versucht wird, möglichst viel Gold aus Deutschland herauszuzichen, ist bekannt, und man wird gut tun, oen gol'dwechselnden „Staatsbeamten" die Bekanntschaft mit der nächsten Behörde zu vermitteln, — Wiederholt sei auf die Wichtigkeit der Tatsache hingciviesen, daß die Reichsbant für jedes in ihren Kassen befindliche Ewld stuck den dreifachen Betrag an Noten ausgeben darf. Alle Postanstalten vermitteln die Umwechselung des Goldes in Papiergeld, und cs ist vaterländische Pflicht eines jeden, noch in seinem Besitz befindliches Goldgelb dem allgemeinen Wohl zur Verfügung zu stellen. Welch ungeheure Bedeutung darin fegt, erhellt ans der einfachen Tatsache, daß in den Kassen der Reichsbank gegenwärtig etwa 1885 Millionen Gold vorhanden sind, wahrend der Betrug des gemünzten Goldes in Deutschland schätzungsweise 4 l k Milliarden beträgt. **PostverkehrmitBrüssel. Die Briesbestellung in Brüssel muß vorläufig durch deutsches Personal ans- gesührt werden. Sie wird sehr erschwert dadurch, daß auf zahlreichen Sendungen die nähere Adresse nicht oder nur mangelhaft an,gegeben ist. Es liegt im Vorteil der Absender und Empfänger, wenn bei allen Bricfscndungen nach Brüssel, auch bei Sendungen an große Firmen, stets der Stadtteil, die Straße und die H a u s n u m m e r angegeben werden, ** Der Po st verkehr mitben Kriegsgefangenen. Wir geben nachstehend eine Zusammenstellung der sür den Post- vcrkchr mit kriegsgefangenen Deutschen geltenden Bestimmimgen, 1. Zugelasscn im Verkehr mit KriegsM-sangencn sind: 1. ossene Brieffcndungen ohne Nachnahme, und zwar offene gewöhnliche Briese, ^Postkarten, Drucksachen, Warenproben und Geschästs- papiere:^2. Briese und Kästchen mit Wertangabe ohne Nachnahme; 3, Postpakete bis 5 Kilogramm ohne Nachnahme Gach Frankreich Wertangabe nicht zulässig). 4. Postanweisungen (nach Rußland nicht zulässig). — 2. Die Sendungen sind sämtlich portosrei, sie müssen mit dem Vermerk „Kriegsgefangenensendling" versehen sein und dürfen mir bei den Postcrnstalten, gewöhnliche Bricfsendungeir auch durch die Brieskasten ausgeliesert, nicht aber an irgendwelche Behörden oder Bureaus im In- oder Ausland übersandt werden. 3. Adresse (möglichst genau): Vor- und Zunahme, Dienstgrad des Gefangenen, Unrerbringungslagcr, Lazarett usw., Bcstim- mungsort. Es cmpstchlt sich, Postsendungen erst dann an Kriegsgefangene abzusenden, wenn ihre Adresse bekannt ist. Bei gewöhnlichen Briessendungen genügt indessen mich die Angabe des Bestimmungslandes, doch ist in diesem Falle eine erhebliche Verzögerung in der Beförderung uirverincidlich. Bei Wertsendungen und Paketen muß der Bestimmungsort angegeben sein. Auf jeder Sendung muß der Absender angegeben sein. — 4. Wenn die Adresse eines Kriegsgefangenen anderweit nicht zu ermitteln ist, kann sic bei einer der uachbezcichneten Au s kn n f t st cl len , aber auch nur bei diesen, nicht bei irgendwelchen sonstigen Bureaus oder Behörden erfragt werden! 1. Zentralnachweis-Bureau des Kricgsininisteriums, Berlin NW. 7, Torotheenstraße 48, 2. Zentralkomitee der deutschen Vereine vom Roten Kreuz (Abteilung Gesangenensürsorge), Berlin. 3. Agence de renscignements pour prisenniers de guerre, Genf, rue de l’Athenee 3 (zu 1—3: Auskunft über Kriegsgefangene in allen Ländern; Anfragen in deutscher Sprache). 4. Auskunftsburcau des Roten Kreuzes in Wien 6, Dreihufeisengasse 4 (Auskunft über österreichische Kriegsgefangene im Auslande). 5. Auskunftsbnreau des Roten Kreuzes in Budapest 4, Vaczy-Utrza 38 (Auskunft über ungarische Kriegsgefangene im Auslände). 6. KricgsgeiangeneneBurcau vom Roten Kreuz, Wien 1, Jasomirgottstr. 6 (Auskunft über srcmdc Kriegsgefangene in Oesterreich-Ungarn). 7. La Croix Rouge Frangaise Commission des Prisonniers de Guerre, Bordeaux, 56 Quai des Charlons (Auskunst über Kriegsgefangene in Frankreich)) 8. The Prisoners of War Inlormation Bureau, London, 49 Wellington Street, Strand (Auskunft über Kriegsgefangene in Großbritannien; 9. Das dänische Rote Kreuz in Kopenhagen (Auskunft über Kriegs- gesangene in Rußland). 10. Rommander Prisoners ok War, Gibraltar (Anslunft über Kriegsgeiangene in Gibraltar). 11. Brüsseler Bureau des Roten Kreuzes, Brüssel (Auskunft über belgische Kriegsgefangene im Auslande). Zu 1—11: Briefe an diese Auskunftstellen müssen offen sein und, wenn sic portofrei befördert werden sollen, den Vermerk „Kriegsgefangcnenscndung" tragen. Die in den Niederlanden befindlichen deutschen Heeresangchörigen sind sämtlich in Bergen (Nordholland) untcrgebracht. — 5. B e sondere Bestimmungen: a) Briese an Kriegsgefangene können in deutscher Sprache geschrieben werden. Briefe mit Schokolade, Zigarren usw. müssen sehr haltbar verpackt sein, da sonst auf unbeschädigte Uckerkunst nicht gerechnet werden kann, b) Für Pakete gelten die im Pakctpust tarif für das Ausland enthaltene Veiscndungsvvrschriften 'Auslandspaketkarte, Zollinhalts - Erklärungen usw.). Tie Pakete dürfen keine schriftliche», Mitteilungen enthalten und müssen gut veroackt sein, o) Für Postanweisungen ist das sür dcs,r Auslandsverkehr bestimmte Formular zu verwenden. Die sür Frankreich und Großbritannien bestimmten Postanweisungen müssen aus der Vorderseite folgende Abvchse tragen: 1. für Frankreich: Obcrpostkoiitrollc Bern (Schweiz): 2. für Großbritannien! Königlich Niederländisches Postamt S'Gravenhaqc. Die Adresse des Empfängers der Gcldseirdung (s. unter 3) fft Großbritannien und den Niederlanden in der holländischen Guldenwährung auszustellcn. In der Schweiz wird bei der Umschreibung der^ Postanweisungen nach Frankreicki das Verhältnis von 102:100 Franken zugrunde gelegt, o) Briese mit Wertangabe dürsen außer schriftlichen Mittei langen mir Wertpapiere enthalten. Die Briese ,rnd Kästchzm mit Wertangabe müssen offen cingeliesert und nach Prüfung des Jin Halts durch den Annahmebecuilten unter dessen Augen vom Absender versiegelt werden, e) Sendungen an Kriegsgefangene in Gibraltar müssen adressiert sein: Rommander Prisoners ok War, Gibraltar. " Da? Kreisamt erläßt im Anzeigenteil der vorliegenden Ausgabe eine Bekamitmachuiig über die Maßregeln zur Bekänwumg der svlanl- und Klauenseuche, an! die wir ausdrücklich Hinweisen. Don Bedent-mg ist dabei namentlich auch die Ve- ilimuiung, daß tu den Sperrbezirke» die Hunde sestzulegen sind. Landkreis Gießen. O L i ch, 16. Nov. Trotz Krieg und teilweise ungünstigem Eiienbaknsa ri lan konnte d>« L a n d >v i r i i ch a ! t I i ch e W i ii t er- schule liier hente mit 22 Schülern erössnet iverden, von denen 10 die obere und i2 die untere Klasie besuchen. Kreis Büdingen <2 Nidda, 16, Noo. Ein l'l Iatzre alter Babnarbeiter von liier kam beute vormittag mit einem Bein an! de», hiesigen Bahnhof in die Drehscheibe. Der K » n wurde ihm stark z e r g u c t s ch t. Hessen-Nassau. b. Hanau, 18. Nov. Das p and ratsamt hat ftir den Bereich des Kreises Haiiau ein Ausfuhrverbot für Kar- t o i I c l n cilasien. I>. F ii l d n . 18. Nov. Der Fuldaer L i e b e S g a b e m - wagen, der für das hier stehende Feldartillerie-Reginient Nr. 47 bcstiniinl war, ist in den poinische» Sünipien Necken geblieben »nd v e r!» n k e n. vermiscHtes. *• Eröffnung des Deutschen Hauses ln Agra. Am 15. November ds. Js. ist in Agra im Kanton Teffin an der südlichen Abdachung der Collina d'Oro oberhalb des Lugancr Sees das Deutsche Haus erössnet worden. Das Deiitsche Haus in Agra, eine Tochtcranstalt der Deutschen Heilstätte in Davos, ist, ebenso wie die Davoscr Anstalt, aus sreiwilligen Beiträgen cntsinnden. Für die Dauer des Krieges werden die 100 Betten des Tculschcn Hauses zu ermäßigten Preisen deutschen verwundeten und erkrankten Kriegsteilnehmern und ihren Angehörigen zur Verfügung gestellt. * Herr und Frau Caillaux. Meldung der „Agence Havas": Caillaux und Frau haben sich am Samstag nach Brasilien eingeschisst. Ter ehemalige Ministerpräsident ist beauftragt, verschiedene Landcscrzeugnisse daraufhin zu untersuchen, ob sic sich zur menschlichen Nahrung bezw. zu Zwecken der nationalen Verteidigung eignen. ' D i e N o t t i n g h a in e r gegen d i e P l a n e » e r S p i tz c, Iii Nottingham kand kürzlich eiiic KriegSsttznng der dortige» Sviiien- igbrikgule» linkt, deren Gegensinnd die Besprechimg von Biicieln und A-eqen bdöete, um den dentlckie» Svitzeilbandel, besonders glich die Plnueiier Erzeugnisse, nnf deni Weilmarkl n»sz>äcbaitcn und die Geschälte den englische» Nntcrnebmern znzuiühren. Schon vorher hotte, wie der »Konfektionär" be-ichtet, in London eine Beratung verschiedener Vertreter der cngiischen Spitzei»nd»slrie stgtt- geinnden, die den Beschinst geigßi hatte, die Großhändler zur Ver- ivcndmig der tzlolliiighanier ilat! der beutidten, besonders tei Pianener, Dpsye zn veranlgsseii. Allein bet der Besprechung in Nottinghaii, mußten die nteressenten selbn sellstelien. daß die Pianener Spitze ni t ;u denneibe» billigen Preise in Notliiigbam beriestclll werben könne. Pianener Spitze dort herznnelle». bedinge die Anfsiellnng neuer koübarer Piaichiiien, nitb der önju iiötigc Ülufiuoiib ivürdc sich mir don» bezahlt inache» kviine», ivenn die Großliaiielcr in de» ersten Jah>eii bedcnlcndes Eiilgegeii- konnneil bezetiieii. Fer-ier joiirbc hervorgehoben, daß die Be- dieiinng der Planeiier Maschinen »nverhältnisinäßig hohe Arbcils- iöhne criorderii würde. Den» aiicch das j ihrelangc Darniederliegeii der Spitzen »nd Stickereinidlistric in iliigland seien die geschickten und ailsgcbildete» Krgitc zu anderes, Jndnslrieen übergeqangen, so daß jetzt eiitwcder überhaupt kei» Nachivuchs oder aber nur ver- einzelle teicrc Kräite zu haben seien. Kurz: auch hier scheini der englische Wettbewerk mit der deutsche» Industrie ein Haar in der Suppe z» finde». Die Noltiiighainer Svitzenfabrikanten Hohen nun aui die .große pailiotische Welle" besonders >» Fraiikreich, wo man hoffentlich nach dem Kriege kein Kleid mit dem scheu spitze» werde mehr trage» wollen. Nun, die deutsche Soitzen» indiistrie mit ihrer g»ßerorde»tiichen Leistungsiähigkeit kann dieser .große» patriolischeii Weile' mit Gemütsruhe eillgcgeiisehc». Amtlicher Wetterbericht. Oeffentlicher Wetterdienst, Gießen. Wclleraussichtcn in Heilen a»> Mittwoch, de i 18 Nov. 1911! Ziemlich heuer, trocken, kalt, Nnchisro», nördliche Winde. Letzte Nachrichten. (WTB.) GroßesHauplauartier.l?. November, vormittags. (Amtlich.) Auch der gestrige Tag verlief aus dem westlichen Kriegsschauplatz im allgemeinen ruhig, Süd- lul» Verdun und nordöstlich Cirey grifsen die Franzosen er- folgws an. Die Operationen auf dem östlichen Kriegsschauplatz nahmen weiter einen günstigen Fortgang. Nähere Nachrichten liegen noch nicht vor. Oberste Heeresleitung. Der (Gouverneur von Warschau srefaugeu. (WTB.) Berlin, 17. November. (Nichtamtlich.) Unter den in der Schlacht bei Kuttw Gefangenen befindet sich der tzlouverneur von Warschau, von Korff, mit seinem Stabe. Die Del-andlung der deutsche» Zivilgesangenen in Frankreich, i. Köln, 17. Nov. lieber die Rückkehr der deuffchcn Zivil« gefangenen aus Frankreich schreibt man der „Köln. Ztg.": Die tlnterkunst der Gefangenen war in fast allen Fällen menschenunwürdig. Wegen zu großer Feuchtigkeit leerstehende Kasernen, verlassene .Klöster, Ställe und 'ähnliche Räume dienten als Gefängnisse. Betten gab cs fast nirgends. In manchen Fällen gab es Strolffäcke und Decken, in sehr vielen, wenn nir!>t den meisten Fällen, diente sür alle Gefangenen ohne Unterschick des Mters und Geschlechts Stroh als Lager. Durcliweg lv-.rb über das Essen lebhaft geklagt. Sellen >var es ausreick>end, nur den Hungei' zu stillen. In fast allen Fällen beschwert man sich auch über die schlechte ^Besdchsenheft des Essens. Statt walz wurde durchiveg Soda genommen. In einem Falle sollte es in einem Lager Sonntags etwas besonderes, nämlich Gulasch mit Reis geben. Als aber die Sch üssel auf dem Tische stand, entströmte ihr ein solch durchdringender Petrolcumgeruch, daß niemand an diesem Tage einen Bissen genießen konnte. Ueber die Behandlung wird in unzähligen Einzelheftcn bitter gellagt. Ein Kommissar in Roubaix ließ alle Gefangenen vollständig ausziehen, um sie ans Geld und ähnliches zu untersuchen. Er nahm allen 40 Prozent ihrer Barschaft ab. Die englischen Millionenkrcdite. i. Köln, 17. Nov. Die „Köln. Ztg." meldet aus Kopenhagen : Berlingske Tideude berichten, daß As guith dem Parlamente heute die auf 225 Millionen Pfund sich belaufenden Krcditforderungen der Regierung vorlegcn werde. „Daily Mail" bemerkt zu dieser Tatsache, daß dies das erstenmal in der Geschichte Englands sei, daß solche Forderungen auf einmal gestellt würden. Im Frühjahr 1915 werde England über drei Millionen Soldaten verftigcn. (Und was für welche! D. Rck. d. G. A.) _________ Schnupfen iüöä Kreuz- platzl3 Meyerhoff & Goslar Kreuzplatz 13 An die Bewohner der AM Gießen und Umgegend! Mit dem in Giene» auSgcbildcten Bataillon des „Bischweilcr" Nescrvc- Fiiiantcrie Regiments ist eine grolle Zahl von Giellcncr Studenten und von Eöbuen diesiger Familien ins Feld gezogen. Go entspricht dem Wunsche Vieler und dem wirklichen Bedürsnis, wenn wir hiermit eine Gabcnsammlnng sür das Wcibnachtsiest eröffnen. 4Vio bitten, die Gaben ln Gießen >lnd zwar: 1) Geldbeträge, die zum Auskans von nötigen Gegenständen verwandt werden sollen, a) im Sekretariat der Universität, Bismarckstralle 22, und d> bei Herr» Kanzleirat Schifsnie. Kaiser-Allee 2: 2) Pakete, unter Bezeichnung des Inhaltes und des Absenders, einznlicsern mit dem Vermerk „Für das Bischwciler Regiment" a) an die Klinik, Frankfurter Strahc stst, oder b> bei Herrn Kitbingcr, Löwen-Drogerie, Sclterswcg 79». Die Sammlung mull ivätcstens am Sonntag, de» 22. November geschlossen werden. Gewünscht werden: warmes Unterzeug, Strümvsc. Haudschubc, Taichcu- t,icker, Zigarren, Zigaretten, kurze Pseischcn und Tabak. Bücher. Zeitungen, «eise, Kerzen, Fette zur Hautbchandlung in Tuben, Lössel, Taschenmesser, elektrische Taschcnlamvcn mit Rcscrvebattcrien, Tee, Dauerwurst, Speck, Schokolade, Keks, Zucker, Salz, Hoiiigkuckcn. An einzelne Adressaten bestimmte Pakete, wen» sie nicht das Gewicht von 1» Pfund überschreiten, sind neben allgemeinen Gaben zulässig. Für die Universität: Der Rektor der Universität: Sommer. U52UD Für die Eltern: vr. Gerhard, Gewerberat. Dr. Gunkel, Universitäts-Professor» Kauzleirat Schissnic. flach Liebig & Fehling seit 50 Jahren ärztlich verordnet sieht chemisch u. technisch an der Spitze aller Malz-Präparate Die aus diesem con- centrierten Malzextract hergestellten j ln Apoth«k«n I I und Droganan J Löflunds Bonbons .allen anderen Hustenbonbons weitaus Dberlegen. Ein vorzugl Nährpräparat T Kinder und Kranke. 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