Erster Blatt M. 263 Set «tcfiwtT Anzelgrr erscheinl iöftCid?, mitzer ©oimtaflS. — ®etlat)cn: viermal wöchentlich Oktzrnei'Lamiliknblättcr; ,we„nal wöchcnll.ltreir- »tatt für »en Uteis Kietzen (Dienstag und ftrtün«); zweimal monatl Sanfte wfttsch«sHich« St irfraicn Felliiprech - Anlchlüsse, für die Schriltl e nunq 113 Vertag. Keschänsslelletzl Adresse litt Drablnach- rlchien. Anzeiger «letzen, Annahme »aii Inzeige« sür die Tagesnunnner bis vormittags 9 Uhr. M. ZahrgMg Samstag, H- November M4 8een qSn rei >: monatl. 7b Ps^ oieriel- iährl. Mk. L.2t>: durch Abhole- u. Zweigstellen monatl 65 Pi.; durch üiePost Aik.2.—oicnel- jährl. ausjchl. Bestellg. Zeilenpreis- lokal 15 Pi., a»sw, 3U 1>f. — Haupt- schriitleiter: Aug. Goeg. Verantwortlich fitt den polil. Teil- Aug, Goetz; für .Feuilleton", .Vermischtes' und.Gerichts- faal": Karl illeurath; sür .Stadt und Land" : Ltlo Braun; für den Anzeigenteil: H. Beck. Grvh^S Hauptquartier, 13, Nov. vormittags. (WTB Amtlich.) Am Bser-Abschnitt bei Nieuvort brachten unsere WarinetrnppendcmFeindeschwersteBerlustebci und »ahmen 700 Franzosen gefangen. Bei den gut sortschrcllenden Angriffen ausDpern wurden weitere 116 0 Mann gefangen genommen. Heftige französische Angriffe westlich and östlich S o i s s o n s wurden unter empfindlichen Bcr- lusten für di« Franzosen zurückgeschlagen. Au der ostpreußischen Grenze bei Eydtkuhnen und südlich davon, östlich des Teen-Abschnittes, haben sich erneute Kämpfe entwickelt. Eine Entscheidung ist noch nicht gefalle». j | Oberste Heeresleitung. • s * Während in Westrändern noch immer ein heißes Ringen entbrannt ist und die tapferen deutschen Truppen alles daran sehen, bald in den Besitz des strategisch so wertvoblen Küstenstriches zu kommen, dämmert auch im Mvrgenlande unter dem blutroten Scheine der Kriegssackek eine neue Zeit heraus. Man darf die Türkei getvsiß nicht etw>a mit Deutschland vergleichen. wenn der Eindruck des Aufrufes, den der Sultan an sein Volk in Waffen gerichtet hat, auch an Deutschlands Lage erinnern mag.. -Das deutsche Volk war trotz Rcißgunst seiner zahlreichen Feinde in stolzem Aufstieg begriffen; das Schicksal des Osmanenreiches stand viele weltgeschichtliche Stufen tiefer, es glich demjenigen Deutschlands in der Zeit der Gtaubenskümpse und des Dreißigjährigen Krieges. Innere Wirren der Geister, äußere Feinde nnä> Nutznießer der nationalen Schwäche. Doch die Borzeichen für die Zukunft stehen heute anders. Ans sich oMein gestellt, müßte der heilige Krieg der MuseNmanen in einer Niederlage enden, denn der Sultan spricht wahr: England, Rußland und Frankreich haben ihm das Ende geschworen und sind Schuld an allem Ungemach, das im letzten Jahrzehnt von außen her Über das Dürkeuvolk heretugebrochen ist. Wie die Dinge aber heute liegen, winkt dem Befreiungskampf der Türken ein ähnlicher Ausgang- wie dem Volk der Deutschen nach dem russischen Feldzug Napoleons. ,^Die Sogt ist reif, ihr Schnitter zaudert nicht!" Wunderbar Hoden sich im Orient die Blätter der Politik güvendet. Bismarck hatte uns in seinen „Gedanken und Er- rnnernngcm" wiederholt die Unmöglichkeit eines Krieges mit Rußland vorgehalten. Er konnte noch nicht wissen, daß En g- l a n d in seinem Neide die Elemente zu solcher A^erwcrnder- setzung auf das Spielbrett bringen würde. Kein Krieg mit Rußland, so sagte Bismarck; es sei denn, daß der Bestand des Deutschtums ängefochten würde; so etwa fügte er hinzu. Wider Erwarten ist dies letzte eingetroffen. Noch schneller ist Umschwung über Umschwung in den Ländern eingetreten. die früher als Deutschland d-ic orientalische Frage mit Hoffnung oder Sorge betrachteten. Nach dem Ausgang des letzten BaKankrieges mußten wir annehmen, daß Deutschlands Einfluß in der Türkei nicht wieder zu seiner alten Hohe znrückkehreu würde. Deutschland und Oesterreich hatten eine diplomatische Niederlage erlitten. Da aber platzte der von Rußland nicht ohne Mühe zusammengebrachte Balkanbund auseinander. Der alte Gegensatz der Serben und Bulgaren erwachte; und ein neuer .Kickeg schuf eine ganz neue Lage. Der Stammesabkuuft nach sind die Bulgaren keine reinen Slaven wie die Serben, sondern aus Mittelasien eingewandert, den Türken verwandt. Es war wohl ein Fehler Oesterreichs und Deutschlands, daß König Ferdinand nicht schon von Anfang an, vor dem Ausbruch der Balkankriege, zu näherem Verhältnis herangezogen wurde; es heißt, er habe zeitig genug in Men gewarnt und seine Mitarbeit angebotcn. Die panslawistische Rache tras ihn; sein Volk wurde um die Früchte seiner im Dürken'kriege allein entscheidenden Mühen betrogen. So wuchs sür Oesterreich und Deutschland nochmals die Möglichkeit heran, die alte Scharte auszuwetzen, das Spiel Englands und Rußlands zu durchkreuzen. Wer auch die Türkei erkannte, daß ihre Zeit noch einmal gekommen fei, und so hoffen ivir, daß Sofia und Konstantinopel sich geeinigt hoben, daß keine russischen oder gar serbischen Einslüsternugen mehr die Richtlinie der bulgarischen Politik zu ändern vermögen. Die Stille und Ruhe in den neutralen Lagern ist unheimlich. Was wird Rumänien beginnen? Nach einer neuesten Meldung ist cs unwahr, daß Rußland von diesem Lande den Durchmarsch seiner Truppen gegen die Türken gefordert habe. Würde es so weit kommen, daß Rußland diesen Schrill wagte — so wird hinzngefügt —, dann müßte Rumänien eine neue Entschließung fassen. Das ist eine Warnung nach Petersburg, aber noch keine Gewähr, wie die endgültige Haltung Rumäniens aussehen wird. Rußland strebt nach der Meerenge, nach tionsrcnuinovel. Mit Recht fragt man sich in Bukarest; was wird dann nrit uns? Hie Siebenbürgen, hie Bessavabien! Nach dem Beschluß des Bert. Kongr. i. 1.1878 ftat Rumänien, trotz seiner Kriegshilfe, die es Rußland geleistet hatte, Bessarabien an Rußland abtreten müssen. Tie Lehre dieser Erfahrung mußte heute nachwirken. Folgt man beute dem Mnk aus Petersburg, dann gelingt es in, besten Falle (den wir freilich ftlr unmöglich l-alten), Sieben- bürgen von Oesterreich-Ungarn loszutrennen, aber die russische Gefahr bleibt für Rumänien bestehen. Im andern Fülle aber, wenn man sich an Wien anlehnt, gewinnt man Äessaoablen und für die Zukunft einen Schutz gegen das Zarenreich, während von Westen her das Rumänenreich ftcher nichts zu befürchten hat. Auch die Rechnung mit den Tendenzen Bulgariens müßte der Wegweiser sein. Wohin sich das Wafscimlück der Kriegführenden neigt, das ist vorläufig noch die Sorge der Neutralen. Man geht am liebsten mit den Stärkeren. Hoffen wir, daß es im neuen Bunde mit den Muselmanen, die heute nicht nur der Fahne des Propheten folgen, sondern auch politischen Unterscheidungen folgen gelernt hüben, gelingen wird, die Ziffern Englands und Rußlands gründlich durcheinander zu wersen! Die Kämpfe am Nferkanal. Amsterdam, 12. Nov. (WTB. Nichtamtlich) Die „Tijd" veröffentlicht folgenden Bericht ihres belgischen Korrespondenten aus Dünkirchen: Ain 10. November früh fand ein gewaltiger Kamps bei Nieuport und Dixmuiden statt, ein Kamps aus den Deichen um die Deiche. Wer Herr der Deiche war, wurde Herr des Geländes. Das Maschinengewehr- seuer trat in den Vordergrund, da schweres Geschütz in dem Marschlande nicht sortkommen konnte. Ter Feind hatte es verstmtden, äußerst geschickt an einigen Stellen Schwierigkeiten zu überwinden, die das überschivemmte Land bot. An anderen Punkten wurde buchstäblich im Wasser gesochten, oft Mann gegen Mann. Die Soldaten waren durch die Kälte find durch die durchnäßten 1 kleider, die am Leibe klebten und die Bewegungen hinderten, fast erschöpft. Die Verbündeten gewannen bei Menport Fuß um Fuß Gelände, indessen mußte die Mittellinie, die Dixmuiden besetzt hielt, dem Drucke weichen. Gegen Mittag war kein Halten mehr. Das zerschossene und ccusgehrannte Dixmuiden scch zum so und so mell eil Male die Deutschen wieder einrücken. Der Feind konnte den Ort nicht ganz besetzen, da die Verbündeten in den 'Außenvierteln sestsaßen. Inzwischen rückten Hilfstruppen nach dem bedrängten Platz, um dem Durchbruch der Deuffchen znvorziuckommen. — Bei Upern schlugen die Franzosen den Angriff der jüngeren deutschen Reservetruppen üb (?), verloren aber viel Tote und Gefangene. Beschießung von ArmentiöreS. (WTB.) Paris, 13. Nov. (Nichtamtlich.) Der „Ma- tüt" meldet aus St. Omer; Die Deutschen bombardieren seit vierzehn Tagen Armentitzres systematisch. Die Stadt hat bereits schweren Schaden erlitten. Die Einwohner haben den Ort geräumt, mehrere von ihnen wurden bereits ein Opfer des Bombardements. Regelung des Pckstwesenö in Belgien. Brüssel, 13. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Das Generalgouvernement erließ zur Regelung des Paßwesens Grundsätze, die in Uebereinstimmnng mit den Anordnungen des Ktckegsministers vom 22 . Oktober unter anderem anordnen; Für Einlaß aus Deutschland und Durchreise durch Belgien haben dienstlich reisende Militär- und Zivllbcamte einen behördlichen Personalausweis, Privatpersonen einen Reiseausweis des stellvertretenden Generalkommandos bei sich zu sichren, das für ihren Heimat- oder Aufenthaltsort zuständig ist. Für die Rückreise aus Belgien nach Deutschland genügt genannter Reiseausweis. Reiseausweise in das Operations- und Etappengebiet der deutschen Armee iverden nur von den für dieses Gebiet zuständigen Dienststellen erteilt .werden. Ms solches Gebiet kommt zurzeit im wesentlichen das Gebiet westlich der Eisenbahnlinie Äutwerpen-Brüssel-Mons sowie das Gebiet südlich der Linie Arlonint>-Morenville in Bettacht. Bon Deutschland hereinkonrniend« private Kraftfahrzeuge müssen sich so reichlich mit Bettiebsstoff versehen, daß. sie nicht gezwungen werden, die Depots des Generalgouvernements in Anspruch zu nehme». Empfangsberechtigt sind private Kraftfahrzeuge in Belgien ini allgemeinen nur, wenn sür die Fahrt ein Fahrerlaubnisschein ausgestellt ist. Fahrerlaubnisscheine sind sür Belgien unter allen Umständen erforderlich und körrnen von den Militärgouverneuren und den Kreischess zu einmaliger Führt bis pro Sitze des nächsten Attlitargonvernenrs reip. Kreischefs ausgestellt werden. Lediglich das Generalgouvernement stelll in besonders dringlichen, im militärischen oder öffentlichen Interesse liegenden Fällen für das ganze Gebiet des Generalgouvernements Scheine aus. Die Lage in Ostpreußen. Berlin, 13. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt: Nemrdiugs werden über die Lage in den Grenzprovinzen O st P r e u ß e n und Schlesien beunruhigende Gerüchte verbreitet. Diesen gegenüber kann auf Grund von Erkundigungen festgestellt iverden, daß nur in einigen Grenzsttichen Ostpreußens vereinzelt kleinere russische Truppenabteilnngen cingedrungen sind. Angesichts der sehr ausgedehnten ostpreußischen Grenze ist das Üeberschrei- ten durch feindliche Streilttüste, wie schon bei früheren Anlässen hervorgehoben wurde, nicht vollkommen zu verhindern. Wegen der ganzen Provinz Ostpreußen liegt ein Grurrd zu Besorgnissen nicht vor. Für die Provinzen Posen und Schlesien besteht überhaupt keine Gefahr. Berlin, 13. Nov. Der Kriegsherichterstatter des „B. D." meldet ans dem Armee-Oberkommando Ost: Mit besonderem Nachdruck versuchten die Russen am 7. Novbr. auf der Strecke Eydtkuhnen am nordöstlichen Rande der Rominter Heide durchzubrechen. Es kam zu heftigen Kämpfen. Der Berfolgung der unter erheblichen Verlusten — es wurden etwa 4000 Mann zu Gefaug neu g macht und 10 Maschinengewehre erbeutet — überall zurückgcschla- genen Feinde konnte ich gestern beiwohnen. Die Russen hielten sehr energisch stand. Der unter steter Mitwirkung der Artillerie unternommene nächtliche Sturmangriff unserer Infanterie, welcher auch uns Opfer — lwnvi auch nicht bedeutende — gekostet hat. muß aus sic von schw rem Eindruck gewesen sein. Ohne weiteren Widerstand zu wißen, hatten sic ihre vorzüglich gesicherten Stellungen verlassen. Alles deutete aus schleunige Flucht hin. Sie hatten an verschiedenen Punkten nicht einmal Zeit, ihre Toten mitzunehmen; wie sie es sonst tun. Unsere Infanterie, von Batterien gefolgt, ging gestern fortgesetzt vor, um den Erfolg zu sichern. Die türkisch-russische» Kämpfe. Ko n st au t i n o p e l, 13. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Ein Communique des Hauptquartiers besagt: Bon den vor acht Tagen von Konstanttnopel abgesahrencn, Transportschiffen „Bezmicckcm", „Barhri.imer" und „Mohat Pascha" fe h l t j e d e Na ch richt. Da diese Schiffe sich am Tage der Beschießung von Souauldak in jener Gegend befanden, wächst die Wahrscheinlichkeit, daß sie von der russischen Flotte angegriffen worden sind. Der Aufruf des Sultans an sein Heer. (WTB.) Konstantinopel, 14. Nov. (Nichtamtlich.) Der Sultan dal folgendes Manifest erlassen: An meine Armee und Flotte! Infolge der Erklärung des Krieges zwischen den Großmächten wäret Ihr unter die Massen berusen, mn nötigenfalls gegen die aui eine Gelegenheit lauernden Feinde die Rechte und die Existenz unserer Regierung und unseres Landes zu verteidigen, die stets ungerechten, unerwarttten An- grisjcn ausgesetzt waren. Seit drei Jahrhunderten hat Rußland unserem Reich.schwere Nachtelle zugefügt und sich inimec bemüht, sei es durch Krieg, sei es durch itt»e Art von List mrö Jnlrigue, jcdq sich kundgebcnde Aufrichrrmg, dü zur Erhöhung imserer nationalen Kraft und Größe hätte führen können, zu unterdrücken. Rußland, England und Frankreich, loclche Millionen von Muselmanen unter ihrer tyrannischen Bcrwaltung Hallen, laben niemals ausgehött, Hintergedanken gegen unser erlauchtes Kallsat zu hegen, mit ivelchem die Muselmanen durck» Religion und Gefühl verbunden sind. Sie sind die Urheber und Anstifter alles Unglücks und Ungemachs, das gegen uns gerichtet war. Durch den großen heiligen Krieg, den wir heute unternehmen, werden wir mit Gottes Hilse den Angrifien ein Ende setzen, welckzc einerseits gogeii den Ruhm unseres Kalifats, andererseits gegen die Reckste unseres Reiä-es geächtet waren. Die ersten Schläge, welche wir mit der Hilfe Gottes und dem Beistände des Propheten unseren Feinden durch unsere Flotte im Schwarzen INeer und nrit unserer tapferen Arruee in den Dardanellen und an der Grenze des Kaukasus versetzt haben, haben unsere Ueberzeugung verstärkt, daß unser Kampf aus dem Wege des Rechts von Sieg gekrönt sei» wird. Die Tatsache, daß die Gebiete und Armeen unserer Feinde heute umer dem Druck my'erer Verbündeten stehen, erhöhte noch diese Ueberzeugung. Meine heldenmütigen Soldaten! Lasset nie ab von der Festigkeü und der Ausdauer in diesenk heiligen Kttege, den wir gegen die Feinde eröffn-eten, die imsere^heillge Religion und unser teures Vaterland angreifen wollen. Stürzet Euch wie Löwen ungestüm aus den Feind, weil ebensowohl wie unser Reich auch das Leben und die künftige Existenz von 300 Millionen Muselmanen, die ich dmch das hnlige Fctwa zum heiligen Kickcg aufgerusen habe, von Eiierem Siege abhängm. Die Wünsche und Gebttc von 300 Millionen iinschul- diger, gedrückter Gläubigen, welche in den Moscheen und Meschids sowie in der sttaba sich mft Inbrunst an den .Herren der Wellen wenden, sie begleiten Euch. Soldaten, rneine Kinder! Die VflicÄ, die Euch heute obliegt, war nienmls bis setzt irgend einer anderen Armee der Welt auferlegt. Zeiget, indem Ihr diese Pflicht erfüllt, daß Ihr würdige Nachkommen der Armee der Ottomanen seid, welche einst die ganze Welt erbittern liehen, damit der Feind nickst mehr wage, an unser heiliges Gebiet zu rühren und die geweihte Erde der Hedschra, die die göttliche Koaba und das Grab des Propheten birgt, zu stören. Ich bin überzeugt, daß wir aus diesem heiligen Krieg glorreich und mächtig hcrvvrgehez iverden. Vmgeffet Mcht, daß Ihr in diesem ittieg die Waffenbrüderschaft Mit zwei der bedeutendsten und mächtigsten Armeen der Welt eingehl. Mögen Euere Mättyrer den Märtyrern, die Euch vorangcgaugen sind, einen neuen glücklichen Sieg brüigen. Möge der Säbel derjenigen, die überleben werden, schall sein, gez. Mehmed Reszat. Konstantinopcl beflaggt. Konstantinopel, 13. Nov. Heute wird in allen Moscheen ein Fetwa-i-Schettf verlesen, durch das der Heilige Krieg gegen alle Feinde des Islam proklaMimt wird Aus Anlaß des türkischen Sieges am Kaukasus ist ganz Slainbnl beslaggi. Heute sindeu großartige Kundgebungen von Muselmanen aus allen Teilen der Well, auch aus Jnüleui und Persien, ini Fathi-Biertel statt. Bon doll Ivird sich dm Zug nacb Dolniabagdsche zum Palais des Sultans begeben. — Bei der Bersol>n>ng der qe- schlagcncii russischen K-ukasusarmee siele», wie welle, gemeldet wird, russische i!NUnitlonstr,m6pvlle in die Hände der Kurden. Kundgebungen der Perser in Konstantinopel. Konstantinopel. 1Z. Nov. (WTB. Nüchtcwtttzich.) Eure Kundgebung der Perser für den helliMM Krieg b<> j fltirm twute tn Sta* bul tn>r brra von SBaifer WiHelm zur Erinnerung an seinen Besuch iur Iah« 1888 gestifteten Prachtbrunnen vor der Moschee Sultan Ahmeds. Tie Perser Konsrantinopels sammelten sich vor dem mit der persischen und der islamitischen Flagge geschmückten Brunnen, aus dem die Redner standen. Die Teilrrah-me der Bevvlkerung war allgemein, viele Bansende bedeckten den ganzer! Platz. Redner waren der Hodscha Ismail Haberi, ein vor den Russen ge- siüchteter Abgeordneter des Provinzialrats, dann der Direktor der hiesigen persischen Zeitung „Haver". Sie forderten zu dem Heiligen Krieg gemeinsam mit den Freunden und Verbündeten des Islam, nämlich mit Deutschland und Oesterreich-Ungarn, auf, deren lLasfcntaten die Begeisterung der ganzen islamitischen Welt erregen. Nach mehreren anderen Rednern zog ein riesiger Zug durch die mit Flaggen geschmückten Slragen nach Peru und veransta tete vor der österreichischen und der deutschen Botschaft grosse Kundgebungen. Ein verbot des Scheichs ül Islam. Wien, 13. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Die „Neue Freie Presse" meldet aus Sofia: Nach einer Meldung aus Konstantinopel hat der Scheich ül Islam deri Mo- ammedanern verboten, in den Armeen Erig- ands, Frankreichs und Rußlands zu dienen. Der Khedive organisiert ein Expeditionskorps. Turin, 13. Nov. Die „Stampcr" meldet, daß man nach in Rom eingetrofsenen Nachrichten große Ereignisse in Aegypten erwartet. Es sei ganz sicher, daß der Khedive, der noch iinmer in Konsdantinopel ist, ein Expeditionskorps organisiert, um gegen die englischen Okkupations- truppen vorzugehen und Aegypten txm den Engländern zu säubern. — Nach dem „Corriere della Sera" hat die Gärung in Aegypten ernan besorgniserregenden Um sang angenommen. Afghanistan mit der Türkei. Berlin, 13. Nov. (Priv.-Tek.) Der „Berl. Lokalanz" Meldet aus Konstantinvpel: Nach über Persien eingcgange- nen Nachrichten ist der Emir von Afghanistan entschlossen, den Krieg genteinsam mit dem Kalifen zu führen. Trotz aller ihm von Rußland und England gemachten unrftrwgretchen Zusicherungen gilt hie Kriegserklärung des Emirs an beide als bevorstehend. Die Verteidigung von Smyrna. Konstantinvpel, 13. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Der Militärkommandant von Smvrna veröfseutlicht eine Proklamation, in der es heißt: Die Mlliiärbchörde bat alle Maßnahmen zur Verteidigung SmyrnaS zu Lande und zu Wasser getroffen und wird bis zum Ende in der Verteidigung der Stadl beharren, was auch immer für ?lngriffe erfolgen werden. Die Armee ist entschlossen, ihre Pflicht bis zum legten Mann zu erfüllen, und überzeugt, daß kein Feind den Fuß aus den ge- ! heiligten Boden des Vaterlandes wird setzen können. Die Proklamation spricht sodann ausführlich von den Pflichten der Bevölkerung im Falle einer Beschießung der Stadt. — Die Veröffentlichung der Kriegserklärung in den Abendblättern wurde voll allen Bevölkerungsschichten mü lebhafter Freude aufgenom- meu. .Eine große Anzahl von Geschäften und Schissen sind beflaggt. Die Nachrichten über die Erfolge der Türken an der Kan- kasusgrenze haben große Freude bei der Bevölkerung erregt. In der österreichisch-ungarischen und deutschen Kolonie, sowie in amtlichen türkischen Kreisen wird erklärt, die Armee werde beweisen, daß sie ein wertvoller Bundesgenosse der Zentralmächtc sei. Ko n stan t ino pel, 13. Nov. (WTD. Nichtamtlich.) Nach einer amtlichen Mitteilung in den Smyrnaer Blättern erschien ein englisches Torpedoboot vor Di- kili und verlangte, die englischen Untertanen und einige Franzosen an Bord nehmen zu können. Das Ansuchen wurde jedoch abgelehnt. Das Torpedoboot eirtsernte sich, kam aber nach kurzer Zeit noch zweimal zurück- es erhielt jedoch jedesmal dieselbe Antwort. Konstantinopel in „Zargrad" umgetauft? Berlin, 13. Nov. (Priv.-Tel>.) Die „B. Z." meldet: Die Londoner „Central News" berichtet aus Petersburg, daß dort Konstantrnopel in .Lar graid" umgetaust worden sei. Der Zar werde dort später seinen Sommers itz neh- inen. Der Tagesbericht der Oefterreicher. Wien, 13. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird derlauibart: Im Norden ereignete sich gestern an der Front unserer Armeen nichts von Bedeutung. In Tarnow, Jaslo und Krosnos ist der Feind eingerückt. — Die Gesamtzahl der in der Monarchie internierten Kriegsgefangenen ist bis gestern auf 867 Offiziere und 92 727 Mann gestiegen. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs: v. H ö f e r, Generalmajor. Wien, 13. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Von dem süd- lichcn Kriegsschauplätze wird amtlich gemeldet: Der Feind setzt seinen Rückzug von Koceljevo uitd Baljevo gegen Osten fort. An der Save wurde Usce erstürmt und Beljin und Bonjani erreicht. Die feindliche Befestigungslinie Gomile — Draginje ist bereits in unserem Besitz und Sovvot und Stalice erreicht worden. Die von Westen und Nordwesten vorrückcnden Kolonnen sind gegen Baljevo herangekommen, wobei speziell die südlichen Kolonnen in schwierigstem Terrain bewunderungswürdige Leistungen vollsührten. Die Kriegsführung der Serben. Wien, 13. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Aus dem Kriegs-Presscquartier wird zu der Tatsache, daß die Serben die eigenen Ortschaften von der Bevölkerung räumen lassen und dann verwüsten, bemerkt: Tie Methode hat für uns mehrfache Vorteile. Unfern Truppen bleibt die Belästigung durch das hinterhältige Schießen der Einwohner genommener Ortschaften erspart. Tie geflohen« Bevölkerung nimmt ohnehin die nicht zu reich bemessenen Vorräte des Hinterlandes stark in Anspruch und verbreitet die Wahrheit über die .Kriegslage. Es scheint, daß die Serben, die derart vandalisch gegen eigenen Besitz Vorgehen, selbst nur noch wenig Hoffnung haben, diesen zu behaupten. Eine Lügenmeldung. Wien, 13. Rov. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung des K. K. Wien. Korr.-Bur. Dir Petersburger Meldung der ,/Daily News", daß die Russen unsere und deutsche Streib- kräfte in den Vorwerken Krakaus augreifen, entspricht nicht den Tatsachen. Japanische Kanonen für Rußland. Stockholm, 13. Nov. „Tages Nyheter" meldet: Die Japaner haben 300 Kanonen von derselben Größe, wie r ie bei der Belagerung von Port Arthur benutzten, a n R u fc land verkauft. Drei von diesen Kanonen sind in Svea- lorg cingetrofsen. Die russische Besatzung dort hat bereits Schießübungen mit diesen Kanonen unternommen. Das furchtbare Getöse, das dadurch entstand, ließ das Gerücht von eurer großen Seeschlacht auskommen. Lügen. Wien, 13. Nov. (W.B. Nichtamllich.) Die „Polit. Korr." schreibt: Für die Kühnheit der Erfindungen, durch die sich die Kriegsberichterslattung der Organe des Dreiverbandes aus- zeichnet, sind die nachstehenden hier telegraphisch eingelangten Meldungen besonders bezeichnend: „Moruing Post" erfährt aus Rom: Deutschland trug Rußland den Frieoens- s ch l u ß an, was von den Russen abgelehnt wurde. Eine Londoner Reuter-Meldung besagt, beinahe die ganze ungarische Kavallerie sei in Belgien vernichtet worden; die Wiener Brrlusilisl« sühre 867 ungarische Adelsnamen uMer den bei Lille Gefallenen an. Asquith über die Kriegsdauer. Kopenhagen, 13. Nov. Nach einer Londoner Meldung der „National Tidende" sagte Asquith in der Eröffnungssitzung des Parlaments, der Krieg könne noch lange dauern, tvenn auch nicht so lange, wie viele ursprünglich vorausgesagt hätten. Je länger er dauere, desto mehr würde sich zeigen, über welche kolossalen Hilssquellen das britische Reich verfüge. Zu Beginn des Krieges habe man dessen Dauer aus drei Jahre, einige Pessimisten sogar auf 10 Jahre berechnet. Aber er möchte hier die Meinung aussprechen, daß der Krieg kaum länger als 2 Jahre dauert, werde. — Asquith; Betrachtungen sind die erste Andeutung seitens der Regierung und ihre Auffassung von der Dauer des Krieges. — Im Oberhause sagte Lord Curzon, daß von den 1800 Millionen Menschen der Erde 900 Millionen, also die halbe Menschheit, direkt an dem gegenwärtigen Kriege interessiert seien. Die englischen Frauen in Aachen. Aachen, 13. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Hiesige englische Frauen sandten eine Eingabe nach London, in der es heißt: „Die in Aachen lebenden britischen Frauen richten die dringende Bitte an die britische Regierung, die deutschen und österreichischen Zivilgesangcnen, soweit sie nicht verdächtig sind, auf sreien Fuß zu setzen und den Inhaftierten ein der britischen Nation würdiges Unterkommen zu sichern. Außerdem fragen sie an, was mit den Frauen und Kindern der jetzt in Deutschland uip haftierten Briten geschehen soll, da sie, ihrer Ernährer beraubt, der Gnade und Ungnade der deutschen Regierung oder Privatpersonen ansgcliefert sind. Die englischen Frauen in Aachen möchteir der britischen Negierung unterbreiten, daß sie bisher von der deutschen Behörde mit der größten Schonung und Rücksicht behandelt worden sind, wie es dieser großen und starken Nation; würdig war. Wie es aber die deutsche Regierung jetzt sür richtig erachtet, mit uns zu verfahren, nachdem die traurigsten Aussagen von deutschen Zivilgesangcnen aus England eingetrossen find, muß abgcwartei werden." Das Ende der „Emden". kWTB.l London, 13. Nov. (Nichtamtlich.) „Daily Chro- nicke" meldet aus Keeling: Tic „Emden" traf mit Volldampf am Montag morgen 6 Uhr ein. Sie führte keine Flagge und hatte einen vierten Schornstein. Sie setzt« zwei Boote aus, die drei Offiziere und 40 Mann mit vier Maschinengewehren landeten. Sie zerstörten die Kabelstation und die dort befindlichst Instrumente. Darauf machten sic sich an das Durchschneiden des Kabels. Die „Emden" gab um 9 Uhr das Signal zm Alfiahrt, aber es war zu spät. Die Jnsclbcnwhner sahen bereits ein anderes Kriegsschiff austauchen, das sofort auf eine Entfernung von 3300 Metern den ersten Schuß abgab. Als die „Sidney" näher kam, gelang es ihr, einen Schornstein und ernen Mast der „Emden" weqzusckficyen. Beide Schisse seuerten heftig and entfernten sich schnell. Die Inselbewohner sahen und hörten darauf nichts mehr. Dir Bemannung der „Sidney" erzählte am nächsten Morgen, daß sie ihre Schnelligkeit benutzte, um sich außerhalb des Bereiches der Kanonen der „Emden" zu halten, bis diese ans den Strand lief. Das Gcf«ht dauerte 80Miuutrn. Nur zwei Schüsse der Deutschen trafen, töteten vier Mann und verwundeten vierzehn. Beide Kreuzer versuchten vergeblich, einander zu tor- vedieren. Alm Aberch schifften sich die gelandeten deutschen Matrosen aus einem alten Schoner ein, der einem Bewohner der Insel gehörte. Nachdem sie Kleider und Vorräte registriert hotten, fuhren sie ab. Man hat von ihnen nichts weiter gesehen. Das Geschwader des Grafe« Spee. Berlin, 13. Nov. (Prtv-Tek.) Die „Voss. Zeitung" meldet aus dem Haag: Die „Dimes" veröffentlichen eine Depesche des „New Pork Heralb" aus Valparaiso, nach der es dem Admiral Spee gelang, die „D r e s d e n" und „Leipzig", die zur Aufsuchung des englischen Kreuzers ,/Otranto" abgesandt waren, wieder mit dem Geschwader zu vereinigen, um der aus acht Schiffen bestehenden japanischen Flotte entgegenzufahren. „Good Hope" ««d „Monmouth". London, 13. Nov. (WDB Nichtamtlich.) Die Admiralität teilt mit, daß, obwohl keine näheren Nachrichten eingegangen seien, die Kreuzer „Good Hope"- und „ffion« mouth" als verloren betrachtet werden muffen. Englands Rekrutierung. London, 12.Nov. (WTB. Nichtaintlich.) Der Parlaments stenograph des „Daily Telegraph" erfährt, man glaube, Asguith werde die Genehmigung des Parlaments zur Anwerbung einer zweiten Million Soldaten für den Krieg «inholen. (WTB.) London, 13. Nov. (Nichtamtlich.) „Morningvost" meldet: Man erwartet, daß die Regierung einen Kredit von 210 0 Millionen Pfund Sterling fordern werde. Es wird beabsichtigt, einen nicht Unbeträchtlichen Teil davon durch Steuern zu decken, die 30 bis 50 Millionen einbringen werden. Asauith hat dir prinzipielle Anregung Bonar Laws angenommen, daß ein alle Parteien vertretender kleiner Ausschuß die Versorgung der Angehörigen der Soldaten regeln solle. Jrstotgedcs^n verzichtete die Arbeiterpartei daraus, euren Zusatz zu der Mwesse aus die Thronrede einzubringe», Bom Bnrenkricg. London, 13. Rov. (WD8. Nichtamllich.) Rach anrt- licher Mitteilung soll Bot ha De Weis Kommando nach einem forcierten Nachtmarsch 24 Meilen östlich von Win- b u r g getroffen haben. Die Buren hätten 250 Gefangene verloren. Berlin, 13. Rov. (Priv>-Del>,) Die „B. Z." meldet aus dem Haag: Wie ans London berichtet wird, bestätigt die „Wesrminster Gazette"", daß der ehemalige Burenkommandant Jo oste sich den Au s ständis chen in Doans- vaat angeschlvssen hat. Die Haltung Rumäniens. Wien, 12. Nov. (WTB. Nichtamllich.) Das „Deutsche Volksblatt" meldet aus B u k a r c st: Das Gerücht, daß Rußland von Rumänien den Durchzug russischer Truppen durch Rumänien verlangt habe, wird von hiesigen unterrichleten Stellen bestritten. Sollte die Petersbur-, ger Regierung eine solche Forderung stellen oder Rumänien irgendwelche andere Maßnahmen zumuten, die gleichbedeutend mit dem Auf geben der Neutralität wären, dann würde dadurch eine durchaus neue Lage geschaffen sein Lund neue Entschließungen der rumänischen Regierung würden notwendig werden. Wien, 13. 'Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Das „Deutsche Bolksblatt" meldet aus Bu kar e st: Die letzten Kriegsereig- nissc in Lstgalizien und der Bukowina haben hier eine starke Erregung gegen Rußland hervorgerusen, die auch in der bevorstehenden Tagung der Kammer zum Ausdrucke komnien dürste. Auch die geringe Leistungsfähigkeit Rußlands im Schwarzen Meere stemmt hier nicht zugunsten Rußlands. Die „Reichspost" meldet aus Bukarest: In einem „Das Testament Peters des Großen" betitelten Artikel führt das Organ der Konservativen „P o l i t i k a" aus, das letzte Manifest des Zaren beweise, daß Rußland nicht, wie in den früheren Kriegen mit der Türkei, für die Freiheit des bedränglen Volkes zu känrpsen vorgibt, sondern es sagt klipp und klar, daß essichdiesmalumdieDar- danellen handelt: Jetzt ist für Rußland die Zeit gekommen, diese Frage endgültig zu regeln. Wir müßten ganz blind sein, wenn wir nicht erkennen wollten, daßwirdann zunächst an die Reihe kommen; denn niemand von uns könnte glauben, daß Rußland über Wien nach Kon- stantinopel gehen werde. Das Testament Peters des Großen soll nun ausgeführt werden, darum müssen wer für unsere Existenz sorgen. Kriegsbriefe aus dem Osten. Bon unserem zum Ostheere entsandten Kriegsberichterstatter (Unberechtigter Nachdruck, auch auszugsweise, verboten.) Wintrrschlacht. Armee-Oberkommaudo Ost, 11. Nov. Schon zweimal ist die russische Ossensivc blutig zusammcnge- brochen. Aus dem ungeheuren Meirschenbehältcr sind immer nein Massen herangcworsen worden, und es hat den Anschein, ats öb der Versuch, m Ost- oder Wcslpreußen einzudringen, durchaus wiederholt werden soll. Vermutlich spielen dringende und wrcber- holte Notschreie der Verbündeten eine Rolle bei einem Versuch, der rein militärisch nicht völlig zu verstehen ist. Daß man billige Lorbeeren nicht pflücken kann, sollte doch der Oberbefehlshaber Nicolai Ricolajcwitsch, der nicht vergqssen käme, daß es sich m Insterburg so hübsch „Majestät" spielte, eingescbcn haben. Tannrn- berg und dre Masurischen Seen beim ersten Versuch, Augustowo, Philivvowo, Suwalki, Schirwindt beim zweiten, sprechen ernr deutliche Sprache. Nacheinander und gleichzeitig sind die drei Unterführer vor unserer Ostfront, Rennenkampf, Miscenko und der tüchtige Schilinsky geschlagen worden; es wird auch diesmal die inzwischen kaum verbesserte russische Armee chrcn beinahe verzweifelten Vorstoß blutig bezahlen müsserl. Daß inzwischen Grenzgebiete von Ostpreußen dem neuen Anprall, dessen Stärke und Richtung hier nicht abgeschätzt werden soll, zum Opfer satten können, ist möglich; bei der Lag« von Ostpreußen, das nach zwei Seiten eine wenig glückliche Grenze geigen Rußland hat, wird sich solch Hin- und verspielen des Krieges an den Grenz- strecken nicht immer vermeiden lassen. Die Ofscnsivkrast der russischen Armee wird aber zu der neuen Ausgabe nicht mehr hinreichend sein, der derzeifige Staich der Düige gibt zu Beunruhi, gungrn keinen .Anlaß. Es war von vornherein anzunehmcn, — und es ist hier gebührend betont worden —, daß die Entwicklung des Feldzuges im Osten nur langsam vor sich gehen könne, daß der recht schwierig« zweite Teil erst im Beginne stände. Das Ende wird sich in dem Rahmen vollziehen, den sich unsere Heeresleitung gestellt hat. Es ist im russischen Feldzug bisher noch stets so gewesen, daß wir den.Russen unseren Willen anfge- z w u n g« n haben, man kann gewiß sein, daß wir es auch diesmal tun. Dem kleinen Osiensivstoß auf Szittkebmcn, über dessen Abweisung ja amtlich berichtet wurde, und dessen letztes Zusanuncn» brechen ich letzthin miterleben konnte (in dem „Nachtgesech!" bandelte es sich um diesen russischen Angriff), folgte ein neues Vordringen von etwas nördlicherer Stelle aus. Der Gencralstabsoffi- zier, dem dir Berichterstattung der Presse zugcteilt ist, der liebenswürdige Hauvtmann H„ gab uns Gelegenheit, deni letzten Akt dieser neuen nutzlosen russischen Offensiv-Bewegung beizuwohncn. * Ein glitzernder blauer Winterbimmel, unter dem wir unserem Ziele, dem Darf und Gut T., zusaustcn, spannt fick über die hartgefrorene Straße. Wagen aus Wagen mit Flüchtlingen stillst vorüber. Die kleinen ostvreußiichen Pferde gehen im festen Trab, kleine Fohlen umtraben die Mutterstuten, die rührend in ihrer Ausdauer find, wie fie den schweren Wagen vorwärtsreißen Es find Ostpreußen. Es scheint mir, vielleicht ist es auch die strahlende Wintersonne, die über der Straße liegt, ich weiß es nicht, aber cs scheint, als ob auch das Flüchten zur Gewohnheit werden könnte. Dieselben Züge habe ich vor Monaten gesehen, da war das Bettzeug in inniger Verbindung mit dem Vogelbauer, und die unnützesten Dinge nahmen rührend viel Platz sort. Jetzt ist alles beinahe sachgemäß verpackt, das Riemenzeug ist in Ordnung, für die Kinder ist vorgesorgt, und die Fahrt geht flott und glatt. Ich weiß, daß hinter diesen festen Gesichtern viel Herzleid gebannt ist, ich weiß, daß diese Menschen an ihren verlassenen Wohnstätten mst einer stummen Liebe hängen, die nicht spricht, aber das äußerliche Bild ist ruhiger geworden. Mit Staunen stelle ich fest, daß bi« Menschen selbst in das Elend Ordnung bringen können, daß sic in dieser tätigen Ordnung ein Mittel haben, es zu vergessen. Die Wagen werden seltener. Wir fahren mü siebzig bis achtzig Küomctern. Rechts nach vorn ist eine driüsche Batterie zum Feuern bereü. Kavalleriepatrouillen reiten über die Felder, eine Feldküche scheint eben verteilen zu wollen. Da saust es plötzlich über unsere Köpfe. Ein paar Meter weiter im Straßengraben schlägt eine russische Granate ein, bei dem harten Boden fliegen die Spreng- stückc bis zu dem Auto heran „Unser" Hauvtmann läßt höchste Ge- schlviiidi gleit einftellcn, und in rasendem Tempo fliegen wir von der bestrichenen Zone, di« bald von Granattrichtern durchlöchert jem muß. Noch »vr ein paar Stunden war die Höh«, auf die wir zn- filhren, und die Straße in russischen Händen. Wir müssen das Tempo verlarrgsamen. Zerschossene Wagen, totwnnde Pferd« sperren den Weg. Unsere Infanterie auf den Höben ist in weü ansrinander- gczogenen Truppen bereit zum Bor stoß. Die ArtÜlerrc stinkt in einen lleinen Wald, der dunkelgrün aus der hellen Landschaft sich abhebt: es ist so kalt, daß der Atem weiß in der Lust steht: in der kühlen Klarheit sieht man deutlich, wie die Granaten die Zweige von den Bäumen schlagen. Der Wald ist still, schön, leuchtend in dem sonnigen Mittag, es ist, als ob der Harzgeruch mit leichtem Wind herüberwehtr, je stärker die Granaten das Gezweig« niedcrschmettern. Es wird festgestrllt, daß der Wald von den Russen geräumt ist. Alles geht vor. Fern rechts das Jnsantcriesignal zum Avancieren. Wir durchschreiten das Waldstück. Ein kleiner, uralter, vergessener und verlassener Friedhof schläft mitten in dem Waldstück. Die Granaten haben ein Grab aufgerissen, mürbe Knochensplitter und morsches Holz liegen auf dem braunen Trichter. Die belle Wintcrfiinne streift über di« zerfalleieen Gitter. Ein kurzer Blick. Weiter! Dir Schlacht geht so eilig vorwärts, daß nicht Zeit ist, alten Friedhöfen nachzuträumcn. Am jenseittgen Waldrand fährt unsere Arttllcrie aus, um die abziehenden Russen noch zu fassen. In gestrecktem Galopp reiten die Offiziere vor, einen günstige» Beobachtunqsstand zu stnden. Dir Pferde sind in weiße Damvs- molken gehüllt. Mit unvergleichlicher Präzision fährt die Batterie in die neue Stellung. Ein vaar Schüsse erreickzen die russisckw Nachhut noch, aber der Rückzug ist jetzt so ellig, daß es nicht mehr lohnt, weiter zu feuern. Da werden auch schon aus einer Mulde russische Gesangeme oorbcigesührt. Der Oberst, der muf der Anhöhe, auf der >vir fteheu, hält, läßt sie herankommen. Es sind fast auSschlteßlich fffiffiSte ©oßwfea b» Jtem. 6h haben lfn«e, fast z» vitge Gesichter mrt> Hcmre, bic t» allen Schattierung cn von Rotblond spielen. Sie sprechen deutsch. „3s mx bei die Russen," erklärt ein Krieger mit großcin. rordraunttn Bart. „Mcchten schon viele kommen. Exelenz, aber ist schrrr schwierig." Zum Lus,prrchcn des se-rrr braucht er säst io viel Zeit, wie zu dem ganzen übrigen Satz, um dir Größe der Schwierigkeit zu betonen. „Aber, habe ich gewunken so mit Kappe!" Und er macht mit einer unglaublrch finnischen Bewegung vor wie er sich bemerkbar gemacht hat. „Mußten dcilsche Soldaten lachen, sprang ick denen hinüber." Es wird dem Mann gern geglaubt, daß »ne deutschen Soldaten lachen mußten. Auch von uns kann niemand ernst bleiben. Auf den Vorschlag, die aitdern, die auch gern dommen wollten, zu holen, antwortet der Kluge mit einem viel- sagenden Grinsen. „Warum soll ich mich totsästeßen lassen, nachdem ich gefangen bin?" Sie werden weitergrsühtt. Auf der Strafe rückwärts sammeln sich schon wertere Transport«. Es scheint uneder eine recht erhebliche Anzahl von Gefangenen zusammenzukonrmen. Immer wieder ist man versucht, den Wert der russischen Armee nach Gesprächen mit solcher Gruppe gleich Null anzuschlagen, bis eurem ein anderer Gefangenentransport wieder ein anderes Bild gibt. Unsere Wagen hatten inzwischen rn der Nähe einer Scheime gewartet. Da hatte unser Chauffeur die Gelegenheit beiruht, die Zahl der Gefangenen zu vermehren. In der Scheune hatte er einen scstschlasenden Russen in voller Ausrüstnna. mit Gewehr und Munition gesunden. Der Mann war zunächst auf's äußerste erschrocken. als er beim Erwachen den Prußaki vor sich sah. Er ließ sich danach aber mit deutlichem Vergnügen gefangen nehmen. Er wurde an einen anderen Transport abgesülitt. „Mmicher macht im Schlas sein Glück", war vermullich der Gedanke des Davon- marschierenden. » Die erfreulichen Resultate des Tellgescchtes werden ja wohl vom amtlichen Draht schon gemeldet sein, wenn dies« Zeilen gesetzt werden. Es war das erste richtige Wintergefacht, in deml sie errungen wurden. Eine an dieser Stelle angxlsetzte nutzlose russische Ossensive verpuffte und der deutsche Gegenangriff schritt so schnell vorwärts, daß sich die Zahl der Gefangenen sehr rasch steigerte. Ein Vorspiel zum Winterfeldzug, das man gerne annehmen lärm. RolsBrandt, Kriegsberichterstatter. Verlustliste. Jnsanterir-Negiment Nr. 116, Gießen. Verluste infolge Krankheit: Musk. Wilhelm Emmerich, gestorben im Kriegslazarett St. Quentin 21. 10. 14, daselbst beerdigt. — Res. Karl Krast, gestorben im Kriegslazarett St. Quenttn 24. 10. 14, daselbst beerdigt. — Musk. Hermann Stucke, gestorben im Res -Lazarett M.-Gladbach 27. 10. 14. Berichtigung früherer Angaben: Gefr. d. Res. Rickiord Bäck, Ober-Lais, Kr. Schotten, bisher vermißt, gestorben im Res.-Lazarrtt I Trier 4. 10. 14. — Fahne,ij Unteross. Otto Fischer, Lorsch, Kr. Bensheim, bisher verwundet, gestorben im Festungslazarett Koblenz 6. 10. 14. — Res. August Ahlhaus, Lüdenscheid, bisher vermißt, verwundet. Landwrhr-Jnfantene-Rrstimcnt Nr. 116, Darmstadt. Cernay en Dormois vom 23. 9. bis 1. 10., Ripont avi 1., Perth^ am 8. und Somme Ph-Tahurr am 12. 10. 14. Stab: Obersilt. Krause, verwundet. I. Bataillon. I. Kompagnie: Ossizier-Stellv. Tritsch, verwundet. 4. Kompagnie: Wehrm. Heinrich Hillgärtner, Pfungstadt, Darmstadt, vermißt. — Wehrm. Valentin Hörnest, Gundernhansen, Dieburg, vermißt. II. Bataillon. 5. Kompagnie. Wehrm. Heinr. Kutscher, Bertzrvd, Gießen, ldw — Wehrm. Otto Lehmann, Ulfa, Schotten, schon,. — Gefr. Karl Orb, Beltershain, Gießen, lvw. — Wehrm Heinr. Stöhr, Ulfa, Schotten, schon,. — Wehrm. Ludwig Kroll, Darmstadt, vm. 6. Kompagnie. Wehrm. Franz Hergenröther, Steinach, Kissingcn, lvw. 7. Kompagnie. Wehrm. Julius Kieffcr, Riedisheim, M< Haufen i. E., lvw. — 8. Kompagnie. Wehrm. Georg Dittmann, Obcreisenhausen, Biedenkopf, om. III. Bataillon. 10. Kompagnie. Ltn. Schäfer, vw. — Gefr. d. L. Ferdinand Rau I., «mlzböden, Wehlar, schvw. — Wehrm. Heinrich Hott cs, Friedberg, Hessen, lvw. II. Kompagnie. Wehrm. Theodor Blechinqer, Frankfurt a. Maiu, gefallen. — Wehrm. Adam Knäß, Egelsbach, Darm- stadt, schvw. 12. Kompagnie. Wehrm. Wilhelm Müller, Münzenberg, Fttrdberg, gefallen. Verluste infolge Krankheit. Wehrm. Michael llebelacker von der 9. Komp., Culmbach, Obcrfranken, gestorben am Herzschlag. 3u* Stadt und Land. Gießen, 14. November 1914. **Dr. H ermann Knö Hin g er f. Zu den schweren Bcrlusten, die der hessische Oberlehrerstand in diesem Kriege erlitten hat, ist ein weiterer hinzugetreten, der im ganzen Hessenland und weit darüber hinaus von vielen beklagt werden wird. Hermann Knöllinger, geboren 1883 in Groß- Gerau, vorgebildet auf dem Mainzer Gymnasium, studierte i» München, Berlin und besonders in Gießen, wurde hier 1908 zum Dr. phil. promoviert und versah nach bestandenem Staatsexamen zunächst eine Lehrerstelle in Alzey. Seil dem Herbst 1909 verband er mit seiner Tätigkeit als Lehramtsassessor an unserem Landgraf-Ludwigs-Gymnasium, dann an unserer Oberrealschule die Stellung eines Assistentenmn philologischen Proseminar der Landesuniversität. Auch leitete er mehrere Semester hindurch mit großer Hingebung die akademischen Fortbildungskurse für Arbeiter. Sein offenes, liebenswürdiges Wesen, sein gründliches und vielseitiges Wissen und seine pädagogische Begabung gewannen ilfin überall schnell die Liebe und Hochachtung seiner Kollegen und Schüler. Im Lehrbetrieb des philologischen Seminars und Proseminars war er als bodenständiges Element und wegen seiner engen Fühlung mit der Praxis der Schule eine besonders wertvolle Kraft. Nachdem er in seiner sehr tüchtigen Dissertation erhebliche Teile einer verlorenen philosophischen Schrift des Cicero aus einer unerwarteten Quelle wiederaewonnen hatte, bereitete er eine kritische Ausgabe der physischen Probleme des Aristoteles vor, die sich im Druck befand, als er die Feder mit dem Schwert vertauschen mußte. Als Bizcseldwcbel im Infanterie-Regiment Nr. 116 durch das Eiserne Kreuz ausgezeichnet, fand er am 31. Ov. bei der Erstürmung eines französischen Dorfes den Heldentod. Sein Andenken wird allen, die ihn kannten, teuer sein. ** Personalnvtizen. Die Grohherzogin hat am 11. November ds. Js. der: evangelischen Pfarrer Jolzannes St ärmer M Vielbrunn auf sein Nachsiichen zwecks Ucbernahme der sochsten Pfarrstrll« an der evangelisck^n Gemeinde Lüdenscheid in Westfalen, mit Wirkung vom 16. l. Mts., aus dem Dienste der Hessischen evangelischen Landcskircl»e entlassen. — Durch Entschließung Großh. Ministeriums des Fnuecn vom 7. November 1914 wurde der Lehramlsreserendar Jakob B l a ß aus Gimbsheim, Kreis Worms, zum Lehramtsassessor ernannt. — Die Großher- zogin hat am 7. Oktober ds. Fs. dem OrtsgenchtSmann Johannes Hilpert in Hemmen anläßlich seines Ausjcheideics aus dem Amte das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift „Für langjährige treue Dienste" verliehen. ** Das 100jährige Jubiläum ihres Be - stehens feiert morgen die Universitäts-Frauen- klinikundHebainmenlehranstalt. Wir werden die Bedeutung des Instituts am Montag in einem längeren Artikel würdigen. ** Militärische Ausbildung der Jugend. Me erste praktische Uebung findet morgen nachmittag von 2 Uhr ab statt. Treffpunkt ist der Hof der Zeughauskaserne lam Brand). Nach der Einteilung in Kompagnien und Züge finden Uebungen in diesen Formationen (bei Regen in der Exerzierhalle) statt. Es wird einfacher Anzug geuninscht. Die Ausbildung ist rein militärisch. Es steht deshalb zu S offen, daß eine stattliche Teilnehmerzahl sich sindet, ins- esondere alle diejenigen, welch« schon gemustert sind. Bei der Einteilung in Gruppen wird das Alter berücksichtigt werden. Diejenigen, welche an den Uebungen regelmäßig teilnehmen, erhalten durch den Letter der militärischen Vorbereitung eine Bescheinigung über ihre Ausbildung, die ihnen bei dem Eintritt in das Heer oder die Marine als Empfehlung dient und die Militärbehörde auf diese, welche für den Menst besser vorbereitet sind, aufmerksam macht. ** Ein Weihnachtszug für das 18. Armeekorps. Um sämtlichen Angehörigen des 18. Armeekorps eine Weihnachtsfreude zu bereiten, plant man die Absendung eines besonderen Weihnachtszuges. An den Spenden soll sich der ganze Bezirk des 18. Armeekorps beteiligen, damit niemand der im Felde stehenden Krieger leer ausgeht. **FürdasReserve-Jnfanterie°Regiment „Bischweiler", wie wir es kurz nennen wollen, sollen auf Anregung der Frau Oberst R o t t Geschenke an das Ersatzbataillon des Infanterie-Regiments 87 zur Wetterbeförderung geschickt werden. Me „Bischweiler" stehen seit etwa 14 Tagen dicht vor dem Feinde, haben bis zum 8 . nur wenig Verluste gehabt und sind, wie uns bayrische Verwundete, die mtt ihnen gekämpft hüben, erzählten, diesen wegen ihrer großen Tapferkeit ausgefallen. Wir werden nun um Bekanntgabe folgenocr Anregung gebeten: Da es der berechtigte Wunsch vieler ist, daß die für das Bataillon „Bischweiler" bestimmten Gaben hier in Gießen gesammelt und gemeinsam abgeschickt werden, empfieht sich eine mündliche Anssprache über die Angelegenheit, zu der hier- mtt die Eltern und sonstige Interessenten der jungen Batcr- landsverteidiger für morgen, Sonntag, den IS. November, nachmittags 3V 4 Uhr, in den Felsenkeller eingeladen werden. **.Die Fcldpost. In Zeitungen sowie in Zuschriften an die Postvcrwalttmg wird alS Vorwurf gegen die Feldpost öfter die Frage aufgeworfen. wie es kommt, daß die Klagen über die Feldpost nicht aushörcn. Das Reichspostamt hat in einer sinnen Druckschrift unter Benutzung amtlicher, auch im Felde gesammelter Unterlagen hierzu Stellung genommen und weist darin nach, weshalb die Klagen über die Feldpost nicht aufhärrn können. Wie wir hören, ist das Reichspostarnt berett, diese Schrift „Weshalb hören die Klagen über die Feldpost nicht auf" kostenfrei unmittelbar an die Interessenten abzngeben. Mese hätten nur ihren Wunsch durch Postkarte der Geheimen Kanzlei des Reichsvostamlcs, Berlin IV. 66, mitzuteilen. ** Stadttheater. Nochmals sei auf die einzige Vorstellung des morgigen Sonntags nachmittags 3V* Uhr hinge wiesen, die Wildenbruchs wirkungsvolles Schauspiel „Me Rabensteinerin" bei llcinen Preisen bringt. Eine Ilufführung dieses Werkes im Abonnement ist nicht vorgesehen. ** Auszahlung der Einquartierungsgelder. Eine zweckmäßige Anordnung hat die Stadtverwaltung getroffen, indem sie die Auszahlung der Berpflcgungsgelder durch die Stadtkaffe in geordneter Reihenfolge bewirken läßt. Durch die Einteilung der Empfangsberechttgten in Gruvpen wird ein größerer Andrang und somit für den einzelnen ein längeres Warten aus Abfertigung vermieden. In den Stunden von vormittags 8 bis 1 Uhr können die Vergütungen in Empfang genommen werden. Me Empfangsberechttgten werden auch an dieser Stelle besonders auf die bezügliche Bekanntmachung in heuttger Nummer aufmerksam gemacht. ** Silberne Hochzeit. Gestern feierten die Eheleute ührer Näich. Nonnenbrvich das Fest der Silbernen Bürgermell!«rcmtte eingeganqeneS E chr ei b en aus Re« P»rk wiever einen Beweis: .Herrn Bürgermeister Krün-Kirckluttn: Wir haben Jhion heute per Poll 204tzLt Mk. geschickt zur Ll„d«» rong der Rot er Witwen und Waisen «fferer Heimat >> »dt Alle wir Teutschen in Amerika sind stolz aus di« bei uns unerivarteten Ersolge der deutschen Aruiee Uiid die überraschenden Lieg« der Marine. Wenn auch England »nd Alliierte Lügen- berichie i» die Welt schickt, die Antwort muß aus dem Lchlachttelde gegeben werden Der Fall von Antiverpen hat die Stimmung vier viel geändert, wenn sich Paris ergibt, ist alle Literatur, um die gerechte Sache auftuklcire», unnötig. Mit vielen Grüßen verbleiben wir Louis und Karl Stern." <—i Habnstädten, 13. Nov. Eine durch das hiesige Piarr- amt veranstaltete Sammlung sür Ostpreußen ergab in palmslädten 500,80 Mk., in Zollhaus-Hohlense 3 173 Mk. und in Kaltenholzhausen 130,90 Mk, zusammen 304,70 Mark. d. B jeden kops, 13. Nov. Der Ausruf zur Bildung einer llreis-Jugendwehr ist überall tm Hinterlandkreis aus fruchtbaren Boden geiallen. Insgesamt 1735 junge Burschen sind bis jetzt zu 14 Kompagnien unter bewährten Führern veresmgt. - Königsberg, 13. Rov. Durch Pfarrer Martin wurde» in unserer kleineii Geuteinde 205,85 Mk. sür Ostpreußen gesainmeltz vermischte». *SchlittenfürdenWinterfeldzug. Me die „Holz- welt" mittcilt, hat die deutsche Heeresverwaltung in ihrer Borsorge sür einen Winterjeldzug auch etwa 2000 Holzschlitten sür Transportzwecke vergeben. Die Schlitten sind ans Esche, Eiche und Bttke mit den erforderlichen Eisenteilen anzuscrttgen. Da die Transpottschlitten für den russisch-polnischen Kriegsschauplatz in Betracht kommen, sind in erster Linie ostdeutsche Firmen mit der Herstellung bttran! worden. Man erwartet jedoch noch wettere Bestellungen. "Tie Schwester Lord Fishers i» Deutschland. Unter den Engländern, die sich in Deutschland befinden, ist auch, wie eualische Blätter milteiten, die Schwester des jetzt zum ersten Seelord ernannten Admirals Lord Fisher, Mrs. Neeld. Eie begleitete ihren Gatten, den üldmiral R. R. Neeld nach Bad Nauheim, wo der Admiral Genesung von seinem Herzleiden suchte. Admiral Neeld, Lord Fishers Schwager, ivird nun das Schicksal der andern Eualänder teilen müssen. Seiner Gattin wurde schon vor einiger Zeit die Erlaubnis erteilt, aus Nauheim »ach England zurückzureiscn; sie nahm aber dieses Anerbielen nicht an, sondern wollte bei ihrem Manne bleiben. Danöel. — Preiserhöhungen. Der Verband deutscher Bürsten- und Piuselindullrieller hat beschlossen, seine Verkaufspreise mit so- iottiger Wirkung um 15 Prozent zu erhöhen. — Die Mennig- und Glättevereinignng hat ihre Preise um Mk. 1 pro 100 dg c>- höht und losten jetzt: Mennig Mk. 58, Glätte rein Mk. 57 die 100 kg. — Das Kuplerblechsyndikat in Kästet erliöhte abermals ihren Preis aui Kupserblech um Mk. 5 au! Mk. 248. Wttteraussichten in Hessen am Sonntag, den 15. Nov. 1914 - Unbeilänbtg, zeitweise Niederschläge, südwestliche Winde. _ ** Zu unserem Berichte über die militärische Vorbereitung der Jugend in der gestttgen Nummer ist richttg zu stellen, daß Herr Prof. Völtzing die erwähnte Ansprache an die Jugend gehalten hat. / Landkreis Gießen. (e; Billingen, 12. Nov. Die Eheleute Konrad und Marie Ziegler feierten am 10. d. Mts. ihre Silberne Hochzeit. Kreis Friedbrrg. d Friedberg, 13. Nov. Tie Oberkörfierei Friedberg wird am 1. Dezember ausgeteilt und von der Oberlörsterei H e l d e n- bergen übernommen: diese erhält ihren Sitz in Friedbera mit der Bezeichnung O bersörsterei Fried b erg An Helden- vergen lallen die Gemarkung Staden, an die Oberiörfterei Nidda Ober- und Nieder-Mockstadt. Tie neue Oberkörfierei erhält von tteldenberaen die Gemarkungen Altenstädt, Mai kwaid, Höchst a. d. 9t.. Oberau, Rommelshausen und Rodenbach. Ranftadt fällt an Nidda. Tie Oberkörsteiei L i cd erhält von der Oberiörsterct Friedberg die Gemarkungen Bellersheim, Betteuhauscn, Muschenheim, Obdorn- hosen und Trais-Münzenberq. Hessen-Nassau. m. Kirchhain, 13. Nov. Daß auch die Teutschen iin Ans» lande jetzt in dieser ernsten Zeit ihres Bateriandes gern gedenken und viele OoKr bringen, ist in den deutschen Zeitungen schon oft bekannt gegeben worden. Hiervon liefert auch ein beim biefigeu Letzte Nachrichten. Dir zwei ersten Wochen des russisch-türkischen Krieges. Konstantinopel, 12. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Die „Agence Ottomane" veröffentlicht falzendes Eommuniquö des Hauptquartiers über die Vorgänge an der Ostgrrnze, über welck>e aus strategischen Gründen noch nicht berichtet werden konnte. Die Russen suchten an der Landesgrenze den überraschenden Augrifs zu wiederholen, den sie gegen unsere Flotte versucht hatten. Ohne Knegsersiärnng überschritten sie am 1. November in 5 Kolonnen die kaukasische Grenze. Es steht außer Zweisel, daß die Durchführung einer solchen Bewegung nur nach langen Vorbereitungen erfolgen konnte. Trotz dieser Vorbereitungen und dieses Angriffes des Feindes sühtten unsere Grenztrupven die ihnen etteilten Befehle mit viel Tapferkeit und Geschicklichkeit durch. Zunächst schoben sie sich, indem sie dem Fnndc starke Schläge versetzten, sehr langsam zurück. Wir fügten den Russen zahlreiche Verluste zu und setzten durch diesen Zeitgewinn unsere Nachschübe in den Stand, die notwendigen Stellungen ernzunehmen. Angesichts deck beständigen Widerstandes unserer Vottruppen konnte der Feind, der alle seine Kräfte sammelte, erst vier Tage uachj Ileberschoeilen! der Grenz« in die Gegend von Kolbachte und Köpriköi gelangen. Ein Angttfs der Kosaken gegen Köpriköi wurde durch eine unserer Divisionen zurückgeschlagen. Am 5. und 6. November stellte der Feind seine Bewegungen ein und begann Verschärfungen zu er- nchten. Unsere inzwischen in Zwischenräumen eingetrosfcnen Truppen hielten den Vormarsch des Feindes aus. Unsre Jnsantettc tras die notwendigen Vorbereitungen zum Stnrmangttss. Am 7. Nov. gsiigen unsere TruvPen zur Ossensive über. Der Feind leistete in den starken Stellungen, welche er im Westen von Köpriköi errichtet hatte. Widerstand. Am 8. November wurde unsere Ossensive sortge- letzt. Am Nachmittag drangen unsere tapscren TruvPen weiter rückwärts in die Berschanzungen des Feindes ein und besetzten seine Stellungen, welche von vier Jnfantettcregimentern, einem Ar- tillerieregiment und einer Kavallcriedioision vcttcidigt ivorben waren. Der Feind zog sich zurück und besetzte eine andere Stellung in der Umgebung von Köpriköi, wo Verstärkungen einzutteffsn begannen. Am 9. November hatten wir vor uns eine russische Division und Ibas ganze erste kaukasische Korps. Tie feindliche Front erstreckte sich in einer Länge von 15 Kilometern von dem Arax- fluß im Süden bis zum Gebirge im Norden. Ter Feind liatle in der ganzen Ausdehnung der Stellung Befestigungen crrichtel und vcr- sügle hinter dem linken Flügel über starke Reserven. Am 10. November tras unsere Armee die notwendigen Maßnahmen, uni zur Offensive überzugehen. Sie begann am 11. Nov. früh mit einem allgemeinen Sturmangriff. Nach einer bluttgtti Schlacht nahmen unsere Trupven gegen Mittag mit dem Baionttt Kövttköi, das einen der feindlichen Stützpunkte bildete. Bei Einbruch der Nacht ivoren drei Biettel der feindlichen Stellungen von unseren Trupven besetzt. In der Nacht wurde mtt dem Bajonett auch die Höhe 1905 östlich von Kövriköi, der letzte feindliche Siützpunft, genommen. Am 12. November war unser Sieg endgülttg. Me feindlichen Stellungen waren genommen. Ein ganzes russisches Armeekorps war geschlagen und ergriff die Flucht. Unsere nner- schrockene, unermüdliche Armee nahm die Verfolgung des Feindes auf. Infolge dieser Niederlage des Gros der ieindlichen Armee besteht knn Zlveifrl, daß die fchioachen feindlichen Stttitlräfte, die vor Tvrtum und Karakiliffe gehalten haben, gleichfalls vettagt iverden. Ungeachttt der fünftägigen Kämpfe und des gebirgigen Terrains ist die Moral unserer Truppen ausgezeichnet. Der Zustand zahlreicher Gefangener und Desetteure, deren Zahl noch nicht geschätzt werden kau», beweist, wie erschüttert die Moral des Feindes ist. litt. Oetker’* GUSTIN „Oastin" ist besser und billiger als das englische Mondamin. Unübertrefflich zur Herstellung von Puddings, Mehlspeisen und Suppen aller Art für Jung und Alt, sowie zum Verdicken von Saucen und Suppen. an Stelle des englischen Fabrikates Mondamin! Gebrauchsanweisung steht auf jedem Paket! Ueberall zu hbaen in Paketen zu 15, 30, 60 Pf. wo Dr. Oetker’s Fabrikate geführt werden. Reich bewurzelte, tapsende Obstbäntne m allen Formen [11092 Philipp Volkmann VI. Biuasclmle, Benckclhelm. Gaslamoen und Gasherde empfiehlt zu billigen Preisen J. Thörner gnstallattons-ttzeiLäfi 107438 .----- 40. W 3 32 Ffitr Kriegs-Aiisrlisl&egigen und Liebesgaben gross© Posten warme Winter-A^tiksi rssti eieigetroffen m EKXSBBTZimmmSS nsaä?SE^2ja?H22s.. naHHHsaaEBaoR rr.3!: -sx s? Vom 15. bis 21. November sind wieder 500-Gramm-Sendangen zulässig und können meisten Artikel als Feldpostbriefe verschickt werden. == Verpackung kostenlos. = r t^a«a3E ^ ^^ . ?r g g^ T ^«ag rT , v.3gr.-;xassgi , r7 die Sonntag. 15. Novbr. 1914, adcndS 8 Uhr, im Theater $m Äesirii SkrSiliieidriedkueii gksglleiier Biegnier Konzert k. b. Kammersänger und U.ZLZGSWWMLS Hoivianiit Stücke aus Wggner's Lohengrin, Meistersinger: Holländer, Walküre. Siegiried |H. Knote», von Bach. Schumann. Liszi ((£. 91 i e tu a n nl. Eintrittskarten von 75 Psg. bis 5 Mark. Studenienkarlen tote gewöhnlich. Barverkauf ab Montan, !t. November, an der Theaterkasse. Beranitaltct von der I11278D Li'tsgruvpeet'eficn des Alldeutrchcu Verbandes Vom 14* bis inkl. 17. \ovomber 11)14: Kine sroMse l'cbeirasciHm^s-Daibictnni;: H«ss Lnftforpedo Sensationelles kinematoprraphisches Schauspiel in 3 Akten voll aufsehenenvprenden hochspaunenden Momenten. Jnlins als Gladiator. Komödie. 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Das Reserve-Fnsanterie-Regimenl -tr. 222 bat, da es als Kricgsbildnng einen dauernden heunatlichcn Standort nicht besitzt, bisher keinerlei Liebesgaben erhalten. Um nun den Tapferen im Neide, die mit Begeisterung zum Stampfe für uns hinauSzvgen, eine Wetbnachissreude zu bereiten, bitte ich, als Frau des RegimentS-Kominandeurs, recht herzlich um Gaben. Willkommen sind: wartneS Unterzeug, Strüntvse. Handschuhe, Taschentücher. Zigarren, Zigaretten kurze Pfeifchen und Tabak, Bücher. Zeitungen. Seite, Sterzen, Feile zur Hautbebond- !lung in Tuben, Löstet. Taschenmesser, elektrische Taschen, .lampen mit Reservebatterien. Tee, Dauerwurst. Speck, Schokolade, Stets, Zttcker, Salz, Honigkuchen. ES ivird gebeten, die Gaben gut verpackt, bts iväieiiens zunt 25. November zu senden an daS Ersatz Bataillon drS Fnsaittrrie-NegimentS 87 i„ Mainz, das für Wei- »erbesorderung Sorge tragt. Die Packele bitte ich recht deutlich zu verseben mit detn Vermerk »Liebesgaben" für das Reserve-Infanterie Regiment Nr. 222 . 1 1400D _ Statt Rose Rott GrnifChallier Rudolph's Hackt. Siehen • rieuenweg 9 • Tel. 671 I [üusikalien- u. 1 [Tluslkinslrumenlen-Baus Grammophone Offizielle Perkauisllelle der Deuddten Srammophon- Üksten-Seselllchatt Berlin Vertretungen: Zteinway& Sons, BechstetN,' verdnr, Zeurich, hosberg, Unauh, Mand, -Nannborg, Nesmeger, perzina, Nönisch, Schtedmaper, Lhürmrr 9 <9 [ ,wl7 a Harmoniums «t. Hoher Barrabatt • BIrine Raten • Langjährige Garantie • Probelieferung überallhin Zu vermieten: monatlich 2 bis 30 Mark ÄirtllC'ttturne Bei Ankauf eines gemieteten Instrumentes Gutschrift der Miete laut besond. Bedingungen phonola - phonoiaprano - weite-Mignon lZrspiette pianinor, Zingel und Harmoniums Wrlh Rudolph. Ächen . Fernfpr.ZSS« Großh.^ess.^ostief.-Seltereweg St öppsnlieimer iröienbrunnsn dukeitreicher, vorzügl. Weist- wcin, per Flaiä>e (.'/* litten Mk. 1.20. 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Die VervstegungSgelder für die ttn Oktober 1914 in Bürgertvodnttngrn untergebrachten Mannichatteu vom Landsturm-Infanterie Bataillon (für die Zeit vom 1.-4. 10.1, vom Landsturm Insanterie-Ersatz-Bataillon (für die Zeit uont 1.—15. 10n werden den Empsannsberechtiglen oder den nn ihrer Stelle mit enrivrechendem Ausweis (Bollmaehll Aus- trelenden bezahlt: an die Emviangsberechtigten, deren Namen beginnen mit den Buchstaben keft, Katarrh verschwinden nach Geb'auch von schon wenigen Caramellen. Aber man «oll es srar nicht soweit kommen lassen. Mnn führe bei allen Ausg&njren Kaiser’« Brust-Caramelien bei Bich, dann sind Erkältungen au9ge- pinn Zeugnisse von schlossen. U Aervten und Pnvann. Pakei 25 Pfennig, Dose bJ e>g.. K. ic d j -ug -o Pll). dvclii«-/.mark- : :i Tanne .. Zu naben bei: Apoth. r.. trolrt. Eiiffel, Wallenfels, Marktp!.2l AiiRust Wailen- fei«, Marktplatz 17, Alois Staudt, NeuenBäue 17, Jacob IKaternu« und Clir. Kielcer- Neustadt in Giessen, J. ü*ej>p- ler in Lanpr-Göns: Aue:. Sei- l>ert uii'i He . ÜUmtucl in Wieseck: Fr. Volk 11. n. Kecker VII. in Heucbelheim; Willi, xtül.l in Gr -liuseck; Tb.SÜcicIimana.Stadt-Apotn. in Kirtorf. p—Z am Donnerstag, den 19. November, von 8—1 Uhr. _ Zablitellc ist die Stadlkasse, Gartenftrabe 2. Etngnng: rud-2lniage. Gietzen, den 14. November 1914. Der Oberbürgermeister. Keiler. 14488 8 Bersteigernng. Fortsetzung der grasten Warenversteigerting ftndet Msntiiii.dcll lö.Ngvmbcr k>.Z.,MMsßs 1 Uhr im SlukiionSsaals, 'Neustadt 55 statt. ES kommen insbesondere zur Bersteigerug: Einige Anzüge, 1 Partie Hosen, Hosenträger, Turn- gurlel, eine graste Partie Kragen, Phantasteniesten, Hemden, Slinderanzüge, Fovven «. a. m. 111477 2N ii i i e r, Grostb. Gerichtsvollzieber. Bahnbofstraste 28 II. jetzl mit iCaikmehg ist billig macht die Pflanzen gesund erzeugt krästige Körner liefert gutes üppiges Futter macht den Boden locker wirkt Siickftofi ivarend kann jederzeit, auch den Winter über, ansgestreut werden. Oberh. Kalk- u. 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