M. 257 Zweiter Blatt 164. Jahrgang ®rfd»erm täglich mit AvSnotm« der Sw t ,«ir%n»er .famintHWilter" werben feem „8l»*ei«ter" mermoi rnödietiilirb beutetest, ixeä Jtrdsblcti ySr den Kreis Siehe«" zweimal wöcheruüch. Tie ,.Lanswirüchajüütze« Zeü- erschernew nisnattüh zwee««t. Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhejjen Zreitag. 1Z. November l914 Rotali»,««druck und Bering der Br üblichen Universtläl« . B»ch» und Sleindruckerei. R. Lange, Gießen. Schriitleitung.GejchäNSslelle u.Druckerei: Schulstraße 7. Geschättsstelle „.Vertag: SE51,Schrist- leitung: «^112. Adresse lür Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen. Gras haeseler in der 5ront. Jii einem holländischen Watte finden wir einen hoch- interessanten Bericht, worin der bekannte Mldhauer Arnold Rechberg, gegenwärtig Ordonnanzoffizier des Grafen Haeseler, das Leben des greisen Feldmarsck>alls in der Front schildert. Generalfeldmarschall Graf Haeseler hat eine Unerschrockenheit, so heißt es da, die erstaunlich ist. Beinahe hat es den Anschein, als wollte der Marschall den Beweis liefern, daß das Gesclzlecht von 1864/66 und 70/71 an Unerschrockenheit und Todesverackffung wohl erreicht, aber nicht übertroffen werden kvmie. Es ist wiederholt vorgekommen, daß er zu Pferde Zeuge von Infanterieangriffen war. Während rechts und links die Schützenlinien von einer Deckung zur anderen sprungweise und in gebückter Haltung Vorngen und dabei doch noch ziemlich schwere Verluste hatten, ieben der Marschall und seine Begleiter, deren Silhouetten dem Feind aus der Ferne deutlich sichtbar waren, wie durch ein Wunder unversehrt, obwohl die Franzosen nrit Maschi- uengewehren auf sie schossen. Er ist auch an den Laufgraben, in denen die Infanterie ffef eingegraben in Deckung liegt, öfters im Schritt entlang geritten. Es unterliegt keinem Zweifel, daß diese Haltung eines hohen Offiziers bei den Truppen Begeisterung erwecken nmß. Zn der ganzen Front ist es ein allgemein verbreiteter Aberglaube, der Graf sei kugelfest, nne es die Heere des 17. Jahrhunderts häufig von ihren Fülfrern glaubten. Man könnte beinahe sagen, die Truppen sähen den Grafen als eine Art Talisman an, dessen Antvesenheit alleiit schon den Erfolg verbüvgt. In den ersten Tagen des Krieges war Graf Haeseler übrigens Gegenstand eines raffinierten Angriffs. Ein Dorf lag mitten in der Gefechtslinie. Rechts und links von dem Dorfe marschierten starke Infanteriekolonnen auf, auf die der Feind nrit Geschützen feuerte, während das Tors selbst nicht im Feuer lag. Graf Haeseler hatte auf der deiu Feind« zugekehrten Dorffeite unter einem prächtigen alten Rußbaunie im Schatte» auf einem Stuhl Platz genommen, den man aus dem nächsten Hause geholt hatte, und von da an beobachtete er das Gefecht. Plötzlich bemerkten die Offiziere seiner Umgebung eine Granate, die geradeswegs auf den Nußbaum zuflog und in 200 Metern Abstand einschlug. Kurz darauf kam ein zweites Geschoß, aber diesmal nur iOn Meter zu kurz. Graf Haeseler, den man hierauf aufmerksam machte, glaubte die Zieländerung einem Zufall zu- fchreiben zu können. Als nun aber eine dritte Granate in kaum 50 Metern Abstano krepierte, sagte er: „Meine Herren, die übernächste wird den Nußbaum treffen." Als nun die nächste ganz in der Nähe einschlug, stand er auf und ging langsam zur Seite. Unmittelbar darauf schlug ein Treffer dicln bei dein Baum ein. Tags darauf stellte sich heraus, dag der Maire der Ortschaft eine Telephonverbindung mit den französischen Linien gehabt hatte. Er gab zu, daß er der feindlichen Artillerie mitgeteilt habe, daß „le oeltzbrs Iiurescbui" unter dem Baume faß. So wenig Graf Haeseler sich um sich selbst bekümmert, so sehr ist er jedoch auf das Wohlsein anderer bedacht. Bei eineni der ersten Gefechte wollte der Graf durch ein Dorf reiten, das die Franzosen verlassen hatten und durch das bereits deutsche Schützen hindurchg^ogen waren. Bor dem Dorfeingauge machte ihn ein verwundeter Offizier darauf aufmerksam, daß die Dorfbewohner aus Kellern und hinter Fenstern hervor mit Schrot schössen. Der Marfchall bedankte sich, ließ sich aber nicht davon zurückhalten, durch das Dorf hindurchzureiten, und wunberbarerweise kam er unbeschossen zu dem anderen Ausgange. Darauf begegnete Graf Haeseler einer von der anderen Seite kommenden lllanenpatrouille. Er ging geradeswegs auf den führenden jungen Leutnant zu und sagte ihm: „Kamerad, bitte nicht hindurch, sondern um das Dorf herum zu reiten. Der Umweg ist unbedeutend. Die Bewohner des Dorfes schießen und Sie würden in Gefahr geraten." Wenn ihm nicht JÄe Zeit dazu fehlt, bemüht sich der Gras mit besonderer sorge und Güte um die Verwundeten. Er hat selbst mehrere Male auf dem Schlachtfeld« mitten im Feuer dafür gesorgt, daß Schwerverwundetc durch Krankenträger abgeholt, verbunoen und gelabt wnrden. Wenn ein- Deutsches und dänisches Geistesleben. Ein Wort von Knut Hamsun. In der dänischen Presse wird gegenwärtig eine eigentümliche Polemik über das Verhältnis des deutschen zum dänischen Geistesleben ausgesochten. Peter Nansen, der bekannte geistvolle dänische Dichter, hatte in einer Unterredung der Ansicht Ausdruck geliehen, daß zahlreiche dänische Künstler u. Schriftsteller für das Interesse, das die Deutschen ihren Schövsungen bezeigten, bei Deutschland in fieser Schuld ständen. Diese Aeußerung forderte einen anderen dänischen Autor, Sven Lange, zu der Gegenbemerkung heraus, daß eine Schuld dock» eine Allleihe ooraussetz«, und was hätten die Dänen vom modernen Deuffchland geliehen? „Haben wir (so fragte er) Deutschland gebeten, uns ettoas zu schenken, wonach wir Bedarf hatten? Ist es nicht eher Deutschland, das bei uns in Schuld sieht für unsere Bücher, unsere Theaterstücke, unsere Sänger und Künstler? Wir hoben den Deuffchen von dem geliehen, was uns gehörte — sie haben uns nichts geliehen." So Sven Lange. Ihm erteilt nun jetzt der norwegische Dichter Knut Hancsun eine sehr entschiedene Antwort, die im ganzen wiedergegeben zu werden verdient. Er sagt: .handelte es sich auch um nichts anderes, als um das bloße Interesse der Deutschen, so könnte sich Sven Lange gern zur Tankbarkeitsschnld dafür bekennen. Ist chm iranzösisches, russisches nnb englisches Interesse wertvoller? Ja, morn das über- l«ua>t nur existierte? Deutschland inlerefsiert sich für das Geistesleben der ganzen Welt, und so auch für das dänische Es „entleiht" nicht immer vom dänischen Geistesleben, es kauft dann auch wieder und tauscht und leistet Gegenzahlung. Ich bin nicht der Alaun, imt auszumachen, wie häßlich oder wie human Deuffchland bei diesem Handel gegen Dänemark vefiahren ist: pdoch für seine Bücher. Dhccuerstücie, Sänger und Künstler bckonrmt Däne- m16, aus Darmstadt. — Bat.-Arzt Dr. bans Al big, Jns.-Rgt. 240, aus Darmsladt. — Musk. Daniel Dets, Jni.-Rgt. 117, aus bepvenheim. — Res. Friedr. Wilh. Fels, Jni.-Rgt. 116, MuSk. Perm. Heusohn, Jns.-Rgt. 117, aus Gelnhaar. — Res. Peter Appel, Jni.- Rgt. 87, aus Rinderbüqen. — Res. Karl Schmidt, J«>.-Rgt. 116, aus Wenings. — Res. Heinrich Dellen, Jns.-Rgt. 116, aus Bleichenbach. — Unteroff. d. Res. Karl S a m e s, Jns.-Rgt. 240, aus Dillheim. , **D asOverhessischeMufe«m«!nddie ®ötl> schen Sammlungen haben nt der letzten Zeit ersrei»- liche Bereicherungen erfahren. Bei Erdarbeitcn in dem Gv- fangenen-Lager auf dem Trieb wurde ein Brandgrab aus der ersten Eisenzeit, etwa 700 v. Ehr. angeschnitten und gehoben. In einer großen schwärzlichen Urne lagen calcff- nierte menschliche Knochen und Brandreste, sowie kleine Schallen, Becher und ein bronzener Armreif mit Verzierung. Ferner wurde beim Sandabheben in der städffschen Sand-- grubeanderStraßeGießen — Rödgen ein Skelettgrab aus der Steinzeit freigelegt. Bier hoch intev- essiantc Gesäße mit schöner Außenverzierung, die in hiesiger Gegend noch nicht festgestellt wurden, standen nebeneinander; sie mögen ein Alter von etwa 4000 Jahren haben. Vom Skelett war nichts mehr erhallen. Die neuzeitliche Samuü- lung ist durch eine sehr wertvolle Schenkung von seiten des Fürsten Friedrich Wilhelm von Asenburg-Bü- dingen zu Wächtersbach vermehrt worden. Sie stellt den Werdegang der Wächtersbacher Steingut-Manufaktur dar und ist durch ausgezeichnete, typische Stücke vertreten. Auch an dieser Stelle sei dem hochherzigen Stifter bestens gedanft. ** D i e richtige Adressierung der Feld Postsendung en. Trotz der wiederholten Hinweise auf bte Wichtigkeit der richtigen und deutlichen Adressierung der Feldpostsendungen bat die Zahl der unzulänglichen Aufschriften bisher keine Abnahme erfahren. Neben unfichfigen und unvollständiges Wort: „Noin — halt. Fahren Sie hin zu dem großen Geschicht^- m«icher. Aber nach Ihrer Rückkehr müssen Sie mir alles^crzählwr." Richmvnd sagte dies Msmarck und der erwiderte: „Sagen Sie M-omnisen, ivenn ick, Geschichte mache, so ist er der Größte in der Welt, der Geschichte schreibt." Als Mchmvnd darauf Mommsen diffen Ausspruch überbrachte, zeigte er sein unnachahmliches Lää^br und in seinen großen schwarzen Augen leuchtete es humorvoll auf: „Bismarck sprach niemals die Wahrhttt mü größerer Aufrichtigkeit." — Richmvnd fragte einmal Bismarck, ob er Wagner »effönl-ich kenne. ,-Ia," antwortete er, „aber es war mir ganz unmöglich, mich um ihn *u bemühen oder seine Annäherung M ermufigen. Ich hatte keine Zeü, mich seinem uneffäMichen eitle» Stolz zu unterwerfen. Vor dem Frühstück, beim Frühstück, vor und nach dem Essen forderte Wagner Sympathie und Bewunderung. Sein Egoismus war ermüdend und intolerant, und seine Anforderungen an den Zuhörer waren so unaufhörlÄ, daß ich seine Gesellschaft fliehen mußte. Ich war zu beschäftigt, um allen oder einem Teil seiner Anforderungen, welche er an meine Zeü stellte, Nachkommen zu können. 'Doch bewundere ich ferne Musik in höchstem Maße, obgleich ich g^wungen war, den Opernbesuch LruM'ugeben, weil ich die toundervokben urrd ergi?eisenden 2-otv folgen nicht aus dem Kops bekam: sie hefteten sich an mich und es fällt mir schwer, mich von ihnen frei zu machen, und dann stört es mich, so bewegt zu sein." An Deutschland? Juffend Du, unserer Heimat lebendige Burg, Deutschlands Jugend, nun halte durch! Wanke nicht im grimmigen Streit. Halte den Bu^ und wahre den ifid! Stürme wie Gottes Geschwader einher, Tfifs mü Entsetzen das srindlicke Hcerk Aus dem Frieden der heimischen Aue» Wartende Augen auf euch schauen! Väter und Mütter ohn' Ruhe und Ende Heben für euch die betenden Hände, Flehen bei Tage und flehen bei Nacht» Halten vor Gottes Throne die Wacht, Bis die Erfüllung herniedersteigl Und sich die Schale des Sieges euch nfigk! Deutschlands Stolz und Deutschlands Burg, Deutschlands Jugend, nun halle durch! W. 'ikim^inmgeil btt Dmpderrtrckr Sommer nmnmtttc6 auch zahlreiche Adressen vor, in denen der Absent»cr diese Angaben nicht auK- grschriebcn. sondern Abkürzungen dafür angewandt hat, die dem Postpersonal unverständlich sind. Hierher gehören z, B. Abkürzun- gen wie „H. K. K." für „Höherer KaVallerie-Kommandenr", „R, E. B. K." für „Reserve-Eisenbahn-Bau-Kompagnie", ,,F. A. R", was „Feld"- und „Fuß-Ardilleri«-Rrgiinent" heißen kann, usw. Derartig unverständlich adressierte Sendungen geben Anlaß zu beklagenswerten Fehlleitungen. Die auf ihre Entzifferung meist ohne Erfolg verwandte Zeit und Mühe hält die Bearbeitung der Sendungen mit ordnungsmäßiger Aufschrift ans Die Postverwaltung hat sich daher genötigt gesehen, dir Ausgabe-Postanstalten anzuweisen, Feldpostsendungen mit unverständlichen Abkürzungen des Truppenteils in der Adresse von der Beförderung allgemein aus- z u s ch l i e ß e n und an den Absender unter entsprechender Verständigung zurückzugeben. ** Liebesgaben für die Gardetruppen. Dir vom hiesigen Gardevcrein eingeleitete Sammlung von Liebesgaben für die (Mardertruppen (siehe Gießener Anz. Nr. 263) hat sowohl, wie die zahlreichen Zusendungen ergeben, in der hiesigen Bürgerschaft als auch in der Umgegend guten Anklang gesunden. Auf Grund vieler Anfragen bittet uns der Verein, mitzuteilen, daß auch Pakete angenommen und mitbefördert werden, welche an che stimmte Gardisten adressiert sind, doch sind in diesem Falle die Pakete sorgfältiger zu verpacken und mit genauer Adresse des Empfängers und Absenders zu versehen. Auch empfiehlt es sich, die Adressen in dem Paket nochmals zu vermerken, damit bei ! etwaiger Beschädigung der äußeren Aufschrift der Empfänger dennoch sestgestellt werden kann. Vielseitigem Wunsche entsprechend, wird die Absendung der Liebesgaben um 8 Tage verschoben, damit eventuell angcsangene Strickarbeiten auch sertiggestellt werden können. ** Postbeamte im Kriege. Dem Postassistenten, Leutnant d. Res. im Jnf.-Regt. 115, G e ß n er aus Darmstadt, der vor kurzem unter gleichzeitiger Beförderung zum Leutnant mit dem Eisernen Kreuz 2. Kl. ausgezeichnet worden war, ist nunmehr auch das Eiserne Kreuz 1. .Kl. verliehen worden. Die Veranlassung zu dieser Auszeichnung gab eine von Geßner mit Umsicht und Wagemut unternommene und für die Truppen bedeutungsvoll gewordene Auskundung. — Außerdem wurden bis jetzt von Post- und Tele- gravhenbeamten des Bezirks Darmstadt mit dem Eisernen Kreuz 2. Kl. ausgezeichnet: Ober-Postinsvektor Hauptmann d. R. Gics aus Darmstadt, Vize-Postdirektor Hauptmann d. R. B i o n d i n o aus Bingen, Postinspektor Oberleutnant d. R. Pfeifer aus Osfen- bach (Main), Tclegravhensekretär Oberleutnant d. R. Gilbert aus Darmstadt, Postassistent Leutnant d. R. Richter aus Zwingenberg (Hessen), Postassistent Vizeseldwebel d. R. B o r n aus Bad- Nauheim, Postassistent Unteroffizier d. R. Linker aus Mainz und Telegraphenassistent Einj.-Freiw.-Usfz. Darmstädter aus Bad-Nauheim. "DasBerschiebenvonB riefen undPo st karten in Drucksachensendungen bildet fortgesetzt die Ursache unliebsamer Briefverschleppungen und Briesverluste. Ungeachtet wiederholter Anmahnungen durch die Presse und trotz unmittelbarer Ämrirkung der Postanstalten auf die Absender werden viele Trucksachcnsendungen leider immer noch in so mangelhafter Verpackung zur Post cingeltefert, daß sic leicht zu Fallen für kleine Sendungen werden. Als besonders gefährlich in dieser Beziehung erweisen sich, wie newe Feststellungen bestätigen, die häusrg zur Versendung von Drucksachen benutzten offenen Briefumschläge, bei denen die Absender die am oberen Rand ober an der Seide vorhandene Klappe nach innen einschlagen. I!» den dadurch entstehenden (Spalt verschieben sich unbemerkt Briefe, Postkarten us»',, die dann in der Drucksache oft weitere Irrfahrten machen. Im eigensten Interesse des Publikums muß eindringlich davor gewarnt werden, die Klappe solcher Umschläge nach innen einzuschlagen ; viel besser ist es, die Klappe über die Rückseite lose Überhängen zu lassen. Als recht zweckmäßig haben sich Umschläge bewährt, die an der Berschlußflapve einen zungenartigen Ansatz haben, der in einen äußeren Schlitz des Umschlages gesteckt wird. Sie sichern den Inhalt vor dem Herausfallen und verhindern das Einfchieben anderer Sendungen, ihre inöglichst ausgedehnte Verwendung ist im allgemeinen Interesse zu wünschen. Verhältnismäßig häufig verschieben sich auch Briese usw. in Zeitungen, die unter Streifband verschickt werden. Es ist dringend zu raten, die Streifbänder so fest wie rnöglich um die Zeitungen zu legen, nachdem diese umschnürt worden smd. Landkreis Gießen. = Ullendorf, 12. Nov. Offihierstellvertreter Lehrer Batz wurde mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet. , Kreis Schotten. + Ulrich st«'tn, 12. Nov. Heute morgen ist hier der erste Schnee gefalle». Starkenburg und Rheinhessen. O Heppenheim, 12. Nov. Gestern starb hier der älteste Einwohner unserer Stadt, der hundertjährige Abraham Suird- heimer. Trotz seines sehr hohen Alters erfreute sich der Verstorbene bis kurz vor seinem Tode der besten körperlichen und geistigen Frische. Bereits im Mar dieses Jahres feierte er seinen 100. Geburtstag. -f Aus dem südwestlichen Odenwald, 12. Nov. Bei einer Treibjagd wurde außer 12 Hasen und 8 Rehen noch ein kapitaler Damhirsch — eine seltene Jagdbeute in unserer Gegend — zur Strecke gebracht. O Affolterbach, 12. Nov. Gestern abend fand in der Kirche wieder eine Gedächtnisfeier für zwei gefallene Krieger statt, die Reservisten Jakob Trautmann und Peter Schmidt aus Scharbach. Die vorletzte Feier galt den gefallenen Reservisten Peter Bauer uird Peter Krämer. In beiden Gottesdiensten sangen der Kirchengesangverein, die Schulkinder und die Herren Schwöbel und Jäger eindrucksvolle Lieder. O Birkenau, 12. Nov. Den Tod fürs Vaterland starben aus unserer Gemeinde weiter die Reservisten Schmitt und Libmann vom Rcs.-Jnf.-Rrgl. 118. Bis jetzt sind aus der Gemeinde acht Krieger gefallen. m. Offenbach a. M., 13. Nov. Um den zahlreichen arbeitslosen Frauen und Mädchen, deren Zahl nach dem Stande vom 1. September 5000 beträgt und inzwischen weiter gestiegen ist, Arbeitsgelegenheit und Verdienst zu verschaffen, wurde in der gestrigen siebenten Kricgssitzung der Stadtverordneten aus Anregung der in der Kriegsfürforge mitwirkenden Frauen die Errichtung einer Werkstätte für arbeitslose Frauen und Mädchen beschlossen. As Arbeitskapital für Anschaffung von Materialien der in der Hauptsache herzustell enden Näharbeiten und Wo.'ffachen für das Militär wurden städtischer- seits 10 000 Alk. zur Verfügung gestellt. Man hofft jedoch, daß diesem Grundstock iwch wettere Stiftungen zusUeßen. Beschäftigt sollen nur die Mädchen und Frauen in den von der Stadl kostenlos zur Verfügung gestellten Räumen werden, die bereits das 16. Lebensjahr überschritten l>aben und in Ofsenbach wohnen. Um nun möglichst viele Frauen und Mädchen beschäftigen zu können, ist ein Hbckistverdienst festgesetzt, der so bemessen ist, daß die bc- trefsenden chven Lebensunterhalt davon bestreiten können. Die Arbeitsbeschaffung soll durch Vermittelung des städtischen Arbeitsnachweises erfolgen. Die sertiggestckllten Arbeiten sollen mit einem kleinen pr-^enwalcn Aufschlag abgegeben werden, wodurch einmal die Unkosten gedeckt sowie ein kleiner Verdienst erzielt :»erben soll, der dem Grundstock zugeführt wird. Tie Einstellung der Frauen und Atädchen erfolgt nur bei gegensertiger eintägiger Kündigung. Für die Beschäftigung der Arbeitslosen wurden 30 006 Mark zur Verfügung gesteUt. Unter den Mitteilungen gab der Oberbürgermeister Kenntnis von dem bestehenden Ausfuhrverbot für Kartosfeln im Landkrers Hanau. Br- schossheimer Bauern, die sonst ständig ihre Kartoffeln nach Offrn- bach bringen, wurden nämlich an der Mainkur durch preußische Gendarmen unter dem Hinweis auf das bestehende Ausfuhrverbot daran verhindert. Ter Oberbürgermeister hat daraufhin soso« Schritte cingeleitet, um entweder das Ausfuhrverbot aufheben zu lassen oder Gegenmaßregeln zu treffen. Er ist bei oem hefjischen Alintsterium um Erlaß eines gleichen Ausfuhrverbots für Kar- tofteln nach Preußen emgekonrmen. Die hessische Regierung ist daraufhin bei dem Regierungspräsidenten in Kassel um Aufhebung dieser ^Maßnahme vorstellig geworden, die auch berefts den Landrat in Hanau zur Rücknahme des Verbotes veranlaßt hat. Kreis Wetzlar. w. W e tz l a r, 12. Nov. Am 10. November hock der Kreistag den Beschluß gefaßt, zur Deckung der vom Kreise auf Grund des Reichsgesetzes vom 28. Februar 1888/4. August 1914 vorzulegenden Kr ieg s u n te r stützu n g en an dre Familien einoerusener Reservisten und WeyrkeUte, sowie zur Förderung des Gesundheitswesens, Schaffung von Arbeitsgelegenheiten usw. bei der LandesversicherungsanstM der Rhelnprovinz eine Anleihe von 350 000 Mk. auszu- nehmen und mit 4 Proz. zu verzinsen. Hessen-Nassau. X. Marburg, 12. Nov. Das HLeflge Schöffengericht verurteilte heute einen Arbeiter, der in den Ortschaften der Umgegend unwahre Sensationsgerüchte über die Kriegslage verbreitet hcrwtz zn vierzig MarkGeldstrafe. x Dilkheim, 12. Nov. Unteroffizier Karl Sa»es starb den Heldentod für das Baterliand. h. Bad Homburg v. d. H., 12. Nov. Die seit cüdhea Wochen hier weilenden französischen Parlamentäre erhielten heute vom Generalkommando zu Frankfurt die Erlaubnis zur Rückreise nach Frankreich. Sie nahmen ein Verzeichnis der deutschen Kriegsgefangenen in Frankreich mit und erklärten, daß sic ihren ganzen Einfluß aufbieten würden, um das Los der Soldaten menschenwürdig zu gestalten. Ueber ihren Aufenthalt in Deutschland und die ihnen hier gewordene Behandlung äußerte« sich die Franzosen in Worten größter Anerkennung. Ob die Einflüsse dieser Herren jenseits der Vogesen eine B>«.mng zum Bessern herbeiführen werden? ■issa Neu eingetroffen: Militär- Schaftstiefel sowie vorschriftsmäßige braune und schwarze Miiitärschnürstiefel und Gamaschen Schuhhaus L. SÜSS Marktstr. 9 Alleinverkauf der berühmten „H E RZ“-Schuhwaren 11437 a jgfB ( 4 Zimmer | loönnngÄfc^: 11 . n. Zubehör zu vermieten. Hcimstättcnbaugcs. m.b.H. Näh. Bergstr. IIP. >11361 BersetzungShalber fchöne WmMnialiilUllg saSSS 078021 Bismarckitr. 10 L ! 3 Zimmer HirritdiDlaO 23, Neubau Z Zimmerwohn. foiorl zu ve r m. I. St. 111263 kleine 3-Zimmer-Wohn, nn ruinne Leute zu ocrmietcn. MiibereS bei Franz Bete. 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Mit herzlichem Dank für diese Gaben wird um weitere Zuwendungen gebeten. _ 11422B Fichtendeckreiser Verkauf. Um den ständig wicderkebrcnden Kragen nach Fichteu- Deckreiiern nach Möglichkeit enigegenzukommen, hat sich die land- und forstwirtschaftliche Dcpulalion im Einverständnis mit der Oberförfterel entschlossen, noch Deck» reifer In geringerer Qualität lAstreiser) ausarbetten zz lassen und an Liebhaber abzugeben. Anmeldungen hierz» muffen bei Meldung derNichtberückffchtigung bis ivätcfteus zum IS. November 1914 aus Zimmer Nr. 15 der Bürger- metsterei erfolgen. Der Preis dieser Deckretser ist aus 20 Psg. für die Welle festgesetzt und bet der Bestellung zu bezahlen. 11383 B Gießen, den lt November 1914 Der Oberbürgermeister. _ I. V.: Grünewald. _ Stadt. Wohnungsnachweis Gießen» Asterweg S. 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ES iuchen Arbeit: 1 Installateur, 10 Schlosser, 2 Spengler, 3 Buchbinder, 3 Polsterer und Tapezierer, 5 Schreiner, 1 Glaser, 1 Schuhmacher. 3Schueider, lOWeistbindcr »nd Lackierer, 4 Kausleute, Schreiber, landwirtschaftliche Arbeiter und Knechte, Erdarbeiter, Tanlöhner, Kellner, Hanobinscheu, Putz-, Wasch- und Lausfrauen. Lehrlinge: 1 Schlosferlchrling. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme an dem Tode meines lieben Mannes, meines guten Vaters herzlichsten Dank. Frieda Poly, geb. von Meibom Felicitas Poly. ■w.\ ________ Am 12. November starben auf Frankreichs Erde Seite an Seite den Tod fürs Vaterland mein lieber Mann, unser gütiger Vater August Schroeder Major und Betailionskommandeur im Res.-Inf.-Regt. 116 11440 Horst Schroeder Leutnant im Inf.-Regt.,Kaiser Wilhelm 1 Nr. 116, kommandiert zum Reserve-Regiment Nr. 116. Im Namen der Hinterbliebenen: Nanna Schroeder geb. Ooecke Gustav Schroeder, Fahnenjunker Gießen den 13. November 1914. im Inf.-Regt. „Kaiser Wilhelm* Nr. 116 Kurt Schroeder, Kadett Gerd Schroeder. 11452 Danksagung. Den Heldentod fürs Vaterland starb am 31. Oktober bei einem Sturmangriff unser teurer, unvergesslicher Sohn, Bruder, Bräutigam, Schwiegersohn, Schwager und Onkel Heinrich iicllof Landwirtschaftslehrer Kriegsfreiwilliger im Inf.-Begt. Nr. 116, 8. Komp. im Alter von 23 Jahren. In tiefem Schmerz: Familie Wilhelm Bellof onzi Anna Lamprecht als Braut Familie Fritz Lamprecht Familie Ernst Stamm. Giessen (Wolfstrasse 15), Bonn, den 13. November 1914. Für die vielen Beweise herzlichster Teilnahme an dem uns betroffenen schweren Ber- iuste unserer lieben Schwester und Nichte Maria Weil sagen wir allen unseren iiesgesühlten Dank, besonders Herrn Pfarrer Hainebach sür die trostreichen Worte am Grabe, Herrn Lehrer Römer mit Kirchenchor für den schönen ergreifenden Gesang, der Krankenschwester sür die sorgsame Pflege. den beiden Pfarrern sür die Krankenbesuche, sowie allen anderen sür die schönen Kranzspenden. Im Namen der Hinterbliebenen: Familie Pevvler, IZur Linde». Grohen-Linden, den 13. November 1914. L4 Den Heldentod sürs Vaterland starb am 17. September im Feldlazarett mein innigstgelicbter Mann, unser treusorgender Vater, Sohn, Schwiegersohn, Bruder, Schwager und Onkel Wbate Heinriii Min 8. Komp. Landwehr-Regt. 116 im 30. Lebensjahre. Die titflrmrildeil Hinterbliebenen. Gießen (Steinstraße 15). o ?828 VlMi toU we Am 21. Oktober starb infolge seiner am 20. Oktober erhaltenen schweren Verwundung, im 34. Lebensjahre, im Feldlazarett den Heldentod fürs Vaterland mein innigstgeliebter, herzensguter Mann, der treusorgende Vater seines Kindes, unser braver Sohn, Schwiegersohn, Bruder, Schwager und Onkel Johannes Götz Bitter des Eisernen Kreuzes. I im Inf,-Reet. .Kaiser Wilhelm' 116, t. Komp. In tiefstem Schmerz Die trauernden Hinterbliebenen: I. d. N. Elisabeth tHMs, geb. Bott u. Kind Gott dem Allmächtigen hat es gesallen, nach kurzem, schweremLeiden meine liebe,gme, unver- gebllche Frau, unsere gute Mutter und Schwiegermutter Frau Minna Müsfing geb. Busch im Alter von 47 Jahren zu stch zu rufen. Mit der Mite um stille Teilnahme die trauernden Himerblieben: Georg Müssing nebst Modern Familie Vollaad. Gienen iSchts Darmftadt, enberaer Weg Sirahourg, 12.9 71), Wetzlar, iovember 1914. Gießen (Landgraf-Philipp-Platz 4) .Flensungen, Nieder-Kainsbach im Odenwald. 07827 Die Beerdigung findet Sonntag, den 15. Novem der, nachmittags 2 Uhr, von der Kavelle des neuen Friedhofes ans statt. 11433 Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme an dem schweren Verluste unseres lieben Sohnes Heinrich Jung sagen wir allen uMeren herzlichsten Dank. Die trauernden Hinterbliebenen. Grosten-Linden, den 8 . November 1914. 11439 Großes Lager in d |«dtr Form u. jeden Stil, wie Junker & Rnh. Fried- riclishütte, Xenhtltte und noch verschiedene erste Finnen. Lager in Kaehelttfen, Gaskochern, Gasherde Sie kaufen am billigsten bei der Firma W. Dürbeck Nachf. erstes Spezialgeschäft am Platze. Diezetr. 6 . „«ss Diezstr.b Gebe gebrauchte Oefen u. Herde zu jedem Preis ab Wasserdichte Uniform- Westen aus Regenschirroseide. das einzig beste Mittei gegen Dnrchnftssen der Unterkleidung. Eigene Fabrikate. Seltersweg 52. 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O'-’^+ä« - 3 „ 3^0 ^ SS o' n a<=® 3 - 3 "fgp 3 o- §3,©" S’o-S-a 3-g.p »äs S Sq V 2*S.p^TE 3 C mig «0 = öi 3 © 3 g.^ = 3 ui" A *“ P re core " “ i?s öS-® - <2Jp? 5 3 5 rt _ 3:3 P:—-^.©COO © ° So 3 CTcS 5 2 §■ 10 3 gS 3 " rp^© p 3-^ Ärg^o 8^ --7r © - «'<2 ®3 i"S>a sr a '§ «g «iS- — e ,”s3-|0fi J, 3 CO sE LS © S» fllfsll Äg 2 >II. _.2 ° SrS'S'TI IwfsS|S PZA 3 " r 3^m ° o P « 3 «£ © © 33 • - ' - 3 §ÖÖg“ a^68ä rt 8 3 ?2,= i3° o r^g* 2f ^ '— ipe' ~ .er er g §8 50 8t -T* 2 ^ g.s ^s| ~ re « or co Cj re pi 3 J er 1§ -.5 i=§re £t,ep O:^ ••3 ' Ä3 Iss 3 3- rpr 8* » 3 Z , « fS' * r * co ♦“* *5^25 3 erg" » - -■". 5= 3 3 Sr S5.2. - •'’S3 §■ Oü.Ci3 r® ' 3': «ST ~ = (ÄJ ^ o~ ^ 3 •ST O0<©_ ^ 3 3 Kg P 3 00 -8 3 er Ö S ^gg S 5 $2*1 " ts» s.i'o 2 8- *"** "re 1 A n A 8 2 I ®^Tcr W §;2o P jo 3 3 O- O - . 2 =®5o-&5 S; s 2Ä t | SZLZF 3‘ p’B'or ® Sg 5 2 c - §;3l§-s O 3 0 = 3 -f§s 3 3 SC 2 or° 2 er <3 c ö' 2 •^‘•-2*' 3 osr 2_ fi ^k05 O** O ♦—= s —»—o-w «-> ' * W ii 8 cr>^. o s; ff S=TT^t&" "§L sgg 3 ^' gg^fS 3^5 m 5q = J 's. 3 3 --. 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O — --» 2.ri o er erg, ^„«3.0=1»^,' HkZ? -•’ co S3a ö an ,. _.- _ 0! ^' s ’"§ > ??- 3 »l;S?ä5 SS ß t ,ä°!S3 2 öS ® — "o*© 8^ t~p*- L?LEZ -1 . h 2 i?-/« A *“^ «.. 3-s ?a2 s>g S°« K»r-' ^-,OLk •-» _Ln ^,.,0 er '-’ '-*'7k l _ «-s - g;: ö' -•' CD i;=a^a= ®c §;8§s» *s S^^^SS 3 3 » s «°5 ™’ 2.S" ^ 3' 3 /^\ «-t» Srjrr^'-* rr « 'vfi ^ !D C Cg o z _ Zl CT m Ji §§Sp L » «2 3^ 3 3 3' ^ 3 0 er« a ^."2,-- LS 3™§ 2.AL Ö '*2 3 g;«' W 3 <*- s 2.V2P A_ ^ 01 a " ^ ^B .5 5w3 5.3-2 ®"S3? — .or^r-« r = o 2 2 : g ^ O' §T 2 - ^ or B © : " 3 Ä •3 c*g B 5 a -2 ©' 3 * re 3 er f| 'er 3 S *3 re" 2 » 3 « - ' 56 B •Ö ) —»i 8 - j* ^353 k 3 2; ^ 2 ** g. g 3* oH.Z S'^k.s 1 ^- -• U C'S c W S')'5« & 'jo . . 3 3 3 f-t >— 1 ,, ^ 6S 2.« wj Co ilfeSl-tp S'gO© ■ co2 h-3 - c °°3.8ssS^-^- - ° SS* ; “§V “2 rt S ? Z 3 Ö’» 2L?ro » s^o^© r*^ 2 w r ’a.S 2 agfflg.-a« h-c||» L.-8LZL-U-NZ ä'"* 5 2®' « rt SS«? g- oM3 r 3 oä'* 1 *''’ 5 “ A So °SS' * 3“ 5 I £31 ., . => ^co^ && I Lrs 3 tS ►“ 36 5 ' £l 10--- D l °Ög'fi' 2 g 2. 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