m. 26 Z Der Sietzraer Anzeiger erscheint tätlich, außer Sonntag?. — Beilagen: viermal wöcyei-llich Lietzenei§ami!:end>ätt«r; zweimal wöchcntl.Iircir- »IaN s«r Len iirrik Sietzen - uahmc an dem HeiligenKrieg proklamiert lvird. In der Provinz finden unausgesetzt patriotische Kundgebungen statt, deren Teilnehmer an die Regierung und die Zeitungen Telegramme richten, in denen den ruhmreichen Armeen Oesterreich Ungarns und Teulschlands als Waffenbrüdern der Türkei Grüße cntbolcn iverdcn. „Saba h" schreibt: Tie Ausführungen der österreichisch-ungarischen Presse über de» Tepeschenwechsel zwischen jtäiser Franz Joses und dem Sultan «eben di- zwischen Oesterreich-Ungarn und der Türkei herrschende sinnige Herzlichkeit an. Das mit Hilfe Gattes zu erhoffende Ergebnis des Krieges gegen die gemeinsamen Feinde wird den beiden Reichen ein glückliches Leben und eine glänzende Zukunft sichern, und da die Interessen Deutschlands mit denen Oesterreichs- Ungarns und der Türkei vollkommen überenrstimmen. so steht cS tnif.ier Zweifel, daß das von den drei verbündeten Mächten im Namen .ihres Rechtes auf ihre politische und historisck»e Existenz vergossene Blut ibnen eine glänzende Zukunft sichern wird. Der Kamps, sagt das Blatt, den >vir für unser Recht führen, ist ein heiliger, igesegneter stampf! Die Türken und die Russen. Wien, 12. Nov. «WTB. Nichtamtlich.) Die „Korr. Rundschau" meldet aus K o n st a n t i n o p e l: Die Kriegsberichte und Proklamationen der oltomanischen Regierung werden ungeachtet aller Vorsichtsmaßregeln der kaukasischen Behörden massenweise im Kaukasus verbreitet. Es gelang sogar, sie an den Anschlagsäulen in Tiflis anzubringen. Das Militärkommando im Kaukasus verlangte aus Petersburg telegraphisch Verstärkungen, weil die türkischen Trup- penbcständc an der kaukasischen Grenze weit größer seien als angenommen wurde. Ucberdies sei die Bevölkerung unzuverlässig. Der Kricgsministcr S » ch o m l i n o w wird in Begleitung höherer Stabsoffiziere in Tiflis erwartet. Konstant in opet, 12. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Nach einer Mitteilung aus denr Hauptquartier ist der türkischen Arnree ihr Angriff, der gestern früh begann, vollkommen gelungen. Die Russen konnten sich in ihren Linien kaum anderthalb Tage halten. Die cinge- laufeneu Nachrichten besagen wörtlich: „Der Feind wurde mit Gottes Hilfe geztmlngen, seine Stellungen zu räumen. Er weicht auf der ganzen Front zurück und wird von killen Seiten verfolgt." Bruch des Völkerrechts durch die Russen. Konstantinopel, 12. Nov. (WTB. Nichtamtlich) Die deutsche Kolonie in Täbris, die sich auf dem Wege nach Teheran befand, ist von russischen Streitkcäften angegriffen und nrit Frauen und Kindern aufgehoben worden, um nach Rußland in die Gefangenenschaft verschleppt zu werden. Versuchte von deutscher Seite, die persische Regierung zur Befreiung der Gefangenen zu veranlassen, ist durch) die Furcht der Perser vor den Russen vercitett morden. Die Hilfe, die von dem Emir von Sendjan erbeten wurde, traf zu spät ein. Bei der persischen Regierung und dem amerikanischen Gesandten ist ein energischer Pro- t e st gegen diesen durch die Verschleppung von Frauen und Kindern begangenen erneuten Bruch des Völkerrechts eingelegt worden. Der deutsche .Konsul wurde mit dem Archiv durch das rcchtzeittge Eingreifen der amerikanischen Gesandt schajt vor den Russen gerettet. Bnlgarien «ud die Türkei. Ofenpest, 12. Nov. (WTB. Nichtamtlich) Ter „Pester Lloyd" bespricht das Verhältnis zwischen der Tür kei und Bulgarien und hebt hervor, daß sich Rußland mit verdoppeltem Eifer aller abgebrauchten Schlagwortc bediene, um gegen die Türkei zu schüren, doch sei seine Agr tation völlig erfolglos. Tie Türkei und Bulgarien seien durch an beiden Staaten begangenes Unrecht sowie durch ihre Lebensinteressen miteinander verbunden. Tn türkischen Parteiführer Zmnre-Zade und Mehmed Pascha ge hören zu den treuesten Anhängern Radoslawows und seiner Politik. Tie bulgarische Regierung hat es verstanden, mit den Muselmanen gut auszukommen. In Thrazien sind den Türken die gleichen Rechte zugestanden wie den Bulgaren. Man lernte in Bulgarien an der Pomakenfrage begreifen, daß die Entnationalisierung der Türken ganz unmöglich sei. Nicht nur nattonale Momente verlangten gebieterisch eine türkensreundliche Politik von Bulgarien, sondern auch rein ökonomische. Ter Verkehrsweg nach Neubulgarien führe über türkisches Gebiet, solange die Bahnlinie Chaskowv- Porto-Lagos nicht gebaut sei. Andererseits verstehe man in Bulgarien das türkische Streben nach Tedeagatsch, weil mau wisse, daß ohne diese Hafenstadt die Entwicklung Adria.no- pels immer mehr zurückgehen müsse. Tie militärisch« und ökonomische Interessengemeinschaft der beiden Staaten sei ein so starkes Band, daß es von verhältnismäßig geringer Bedeutung sei, ob ein formeller Verttag zwischen ihnen bestehe oder nicht. Sofia, 12. Nov. (WTB. Nichtamtlich) Tie offiziöse „Narodni Prawa" bespricht die Strömungen unter den Parteien für eine der kriegführenden Gruppen und betont, daß in einem Puukte unter allen Parteien völlige Einmütigkeit herrsche, nänilich, daß die Hanpibedingung für die aktive Teilnahme Bulgariens zugunsten einer der Gruppen sei, daß eine vollständige Bürgschaft die Erfüllung der nationalen Ideale Bulgariens geboten werde. Alle Parteien seien sich darüber einig, daß, wenn nach: Erschöpfung aller friedlichen Mittel Bulgarien zu einer Aktion gedrängt würde, hrcse nur im Einvernehmen mtt jener Mächtegruppe geschehen könnte, die mit der tatsächlichen Verwirklichung der nationalen Ideale des bulgarischen Volkes im voraus einverstanden sei. Ein Telegramm des Gouverneurs von Tsingtau. B e rli n , 12. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Durch Vermittlung der japanischen Gesandtschaft in Peking ist folgende, vom GouverneurvonTsingtauanS. M. den Kaiser erstattete Meldung hierher gelangt: Tsingtau, 9. November. Festung nach Erschöpfung aller Verteidigungsmittel durch Sturm und Durchbrechung in der Mitte gefallen. Festung und Stadt vorher durch ununterbrochenes neuntägiges Bombardement vom Lande mit schwerstem Geschütz, bis 28 Ctm. Steilseuer, verbunden mit starker Beschießung von See, schwer erschüttert. Artilleristische Feuerkraft zum Schluß völlig gebrochen. Verluste nicht genau übersehbar, aber trotz schwersten anhaltenden Feuers wie durch ein Wunder viel geringer als zu erwarten. Meyer-Waldeck. Aus dem englischen Unterhaus. London, 12. Nov. (WTD. Nichtamtlich.) Unterhaus. Nach! formeller Eröffnung des Parlaments durch den König wurden in beiden Häusern ^Adressen auf die Thronrede eingebracht. Sonnt Law sagte, Deutschlands einzige Siegesaussicht sei geschwunden. Tie Bundesgenossen nähmen eine bessere Stellung ein als beim Kriegsausbruch. As qui th sagte, der Kriegsausbruch führte di« Solidarität aller Parteien herbei und beispiellose Sympathiekundgebungen aus allen Teilen des Reiches unter allen HinrmekS- strichen von Angehörigen aller Nationen. Die Truppen der Verbündeten hävten das erste Ziel des Kaisers vollständig vereitelt. Das britische Reich würde auf eine Probe gestellt. Die Erfahrung der letzten drei Mönatc flöße die zuversichtliche Hoffttung ein, daß, je länger die Prüfung dauere, England ans den Kämpfen für die gerechte Sache um so mehr als Sieger hervorgehen werde. Asqutth kündigte cm, Lord George iverde dem Hnrnse ccm 16. November Finanz- vorschläge einschließlich der Frage der Kriegsanleihe vorlegeti. Der Premierminister schlug für den 17. November das Votum für die große Kredit berat ung und die Ergänzung für die Verstärkung des Heeres vor. Bisher seien nur 1176 000 Mann sür die reguläre Arnree bewilligt. Tie Armee zähle bereits 1086000 Mann. (Beifall.) Asquith erkannte die aktiv« Mitwirkung der Opposition an der schweren Aufgabe der Regierung an. Die Aussprache wurde vertagt. Aur dem Reiche. Berlin, 12. Nov. (WTD. Nichtamtlich.) Die „Norddeutsche Allg. Ztg." schreibt: Der Stellvertreter des Reichskanzlers, Staatssekretär Tr. Delbrück, hat einen schtve- ren Verlust erlitten. Nach langem Leiden v e r st a r b gestern abend seine Gemahlin Frau Meta Delbrück, geb. Liedke. Besonders herzlich tvird sich die allgemeine Teilnahme dem hart getroffenen Staatsmann gerade jetzt zu- wenden, wo auf ihm die schwerste Last und Sorge für die innere Wohlfahrt des Reiches ruht. In aufrichtiger Trauer gedenkt seiner vor der Zeit dahingeschiedenen Lebensgefährtin der Kreis aller, die der durch hohe Eigenschaften des Herzens und des Geistes ausgezeichneten Fttm nahetraten, namentlich aber derer, die ihre hingebende Arbeit in den Werken der sozialen Hllfstätigkcit gekannt haben. Wir glauben für alle diese zu sprechen, wenn wir den Wunsch aus- drücken, daß die unermüdliche Arbeit für das allgemeine Wohl es denr Staatsministcr Dr. Delbrück erleichtern möge, sein persönliches Leid zu ttagen. lWTB.) Königsberg, 12. Nov. (Nichtamtlich.) Eine lieber - sicht über die im Kriege zerstörten Gebäude weist im Regierungsbezirk Königsberg nach Mitteilungen von zuständiger Stelle zahlreiche schwere Schäden aus. Ganz oder teilweise zerstört sind 2142 Gebäude. Am schwersten betroffen^ ist der Kreis Gerda u e n mit 675 Gebäudeverwüstungen. Stark gelitten haben aucb die Kreise Wehlau, Friedlaird, Preußisch-Eylau, Rastenburg und Labiau. Hanau, 12. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) In Weimar, wo er im Ruhestande lebte, ist der lippische Minister a. D. und frühere preußische Regierungspräsident Carl v. Oertzen gestorben. Bon 1889 bis 1895 ivar der Verstorbene Landrat und Polizeidirektor in Hanau, wurde dann nach Detmold als Minister berufen und nach Beendigung des ThroniolgcstteiteS zum Regierungspräsidenten in Sigmaringeu sowie später zum Regierungspräsidenten in Lünäburg ernannt. Verlustliste. Infanterie-Regiment Nr. 116, Gicßcn. Scrmaize-les-Bains am 10., Reims vom 15. bis 17. und am 19., Cremen, vom 25. 9. bis 6. 10. und Frcsnois am 1. und 6. 10. 14. I. Bataillon. 1. Kompagnie. Must. Heinrich Albert Hamm, Schiltig- heick, Kr. Stragburg, vw„ in Gesangenschast. —> Gesr. Otto Schneider, Hcrchenhain, Kr. Schotten, vw., in Gefangenschaft. — Musk. Georg Murrmann, Seligenstadt, Kr. Osfenüach, vw., in Gefangenschaft. -- Res. Adam Braun, Kleinsteinlohe, Bayern, vw., in Gefangenschaft. 2. Kompagnie. Bernhard Döll, Dienstgrad nicht angegeben, Lauterbach i. Hess., vw., in Gesangenschast. — Friedrich Hengst, Dienstgrad nicht angegeben^ Dorlar, Kr. Wetzlar, vw., in Geängen- schast. — Musk. Friedr. Karl Schmidt III., Gießen i. Hess., vw., in Gefangenschaft. — MnSk. Eugen Otto Zimmermann, Laichingen, Müsingen, vw., in Gesangenschast. — Musk. Konrad Loos, Ullershausen, Kr. Laulerbach, vw., in Gesangenschast. — Ilnteross. Louis Keil, Feldkrücken, Kr. Schotten, vw„ in Gesangenschast. — Unteross. Karl Ludwig Theo Schwender, Wcidcnthal, Kr. Ne:,stadt a. d. H.. vw., in Gesangenschast. — Musk. Jacob Weber, FttcdenSdors, Kr. Biedenkopf,, vw., in Gefangenschaft. — Res. Heinrich Näbeling, Burkl-ardtsselden, Kr. Gießen, vw., in Gefangenschaft. 3. Kompagnie. Musk. Karl Weber, Hagenau, Els.-Lothr., vw., in Gesangenschast. 4. Kompagnie. Res. Heinrich Schäfer, Albach, Kr. Gießen, vw., in Gesangenschast. II. Bataillon. 5. Kompagnie. Wehrm. Heinrich Döring, Bannerod, Lauterbach, gefallen. — Gesr. d. Res. Hermann Roth, Niederohmen, Alsfeld, schvw. — Gest. d. Res. Heinrich Glcitze, Plettenberg, Altena, lvw. — Res. Johann Hetter, Horchhcim, Worms, lvw. — Gesr. d. Res. Wilhelm Degen, Großenlindcn, Gießen lvw. — Res. Georg Glitsch, Landcnhausen. Lauterbach, lvw. — Gest, d Res. Heinrich Lind, Bermuthshain, Lautcrbach, lvw. — Bzielüw. Ferdinand Schäfer, Gießen, lvw. — Horn. Jakob Egner, Erbach i. O., lvw. ,— Unteross. Albert Glaßner, Sellbach, Oberlahn, lvw. — Unteross. Ludwig Lochmann, Tarmstadt, lvw. — Unteross. Heinrich Schorge, Hassenhausen, Marburg, lvw. — Musk. Wilhelm Lautenschläger, Stockstadt, Gr.-Gerau, lvw. — Res. Friedrich Köhler, Freiensteinau, Lauterbach, lvw. — Res. Karl Rühm, Lollar, Gießen, vm. — Res. Karl Wasser, Angersbach, Lauterbach, lvw. — Eiuj.-Freiw. Ernst Karl Eibach, Büdingen, vm. — Gest. d. Res Heinnch Schäfer, Ruppertsburg, Schotten, vm. — Res. Alfred Müller, Lang-Göns, Gießen, vm. — Musk. Justus Decher, Angenrod, Kr. Alsfeld i. Hess., vw., in Gefangenschaft. 6. Kompagnie. Musk. Josef Mcver II., Rengcrsried, Neumark, lvw. — Musk. Heinrich Knüll, Kilianstädten, Hana», lvw. —- Unteross. d. Res. Heinrich Goerg, Nieder-Florstadt, Fricdberg, Helsen, lvw. — Musk. Georg Rahn, Rixfeld, Lauterbach, lvw. Unteross. d. Res. Karl de Groote, Brooklyn, Nordamerika, ges. — Gest. d. Res. Otto Bommersheim, Billingen, Gießen, ges. — Musk. Johannes Winter, Ober-Seemen, Schotten, gef. — Musk. Hermann Stent, Bellersheim, Gießen, lvw. — Musk. Adolf Göbel, Bellersheim, Gießen, lvw. — Musk. August Sauer. Bernsselb, Alsfeld, lvw. — MuSk. Wilhelm von Bischovink, Evcking, Altena, lhß>. —7 Musk. Friedrich Mayer I., Niederstein, Oppenheim, vm. — Ahü°?tteiw. Julius Weinberg, Gersseld, vm. — Musk. Wilhelm 2He8 II., Gießen, vm. — Musk. Otto Louis Hopf, Schönbach. DUlst., vw., in Gesangenschast. — Gesr. Horn. Albert Stahl I., Haiern, Dlllsteis, vw., in Gefangenschaft. — Musk Heinrich Bender II.. Guntersblum, Rhld„ vw., in Gefangenschaft. 7. K o m v a g n i e: Lt. Kürt Borncmann, Ol>bornhofrn,Gießen, schvw. — Einj.-Freiw. Unteross. Wilhelm Schäfer, Gambach, Fricdberg, an seinen Wunden gestorben im Feldlazarett XII., RKthonvillers, 9. 10. 14. — Unteross. d. R. Jakoh Roscnbaum, Krosdors, Wetzlar, gefallen. — Unteross. Kurt No ach Nordhausen, ges. — Musk. Michael Czarny, Chicago, Nordamerika, lvw. — Gesr. Ludwig Velten, Sulzbach, Molsheim, lvw. — Musk. Georg Bickel, Mannheim, lvw. — Musk. Otto ocijneufer, Oltrrbach, Alsfeld, lvw. — Musk. Adam Becker, Dalheim, Oppenheim, low. — Musk. Wilhelm Oehl, Dexheim, Oppenheim, lvw. — Res. Peter Scharth, Marburg, lvw. — Res. Heinrich Korell, Strebcn- dorf, Alsfeld, ges. — Gesr. d. R. Karl Schick, Oberhausen, Ober- lahn, ges. — Res. Emil Wolldcit, Koschhausen, Mohrungen, lvw. — Res. Alex Joseph» Rüddingshausen, Gießen, ges. — Res. Karl Lenser, Frankenbach, Biedenkopf, gef. — Gest, d R. Heinrich Trommershäuser, Burg-Solms, vcrw., in Gefangenschaft. 8. Kompagnie: Einj.-Freiw. Gest. Otto Boecke, Eislebcn, schvw. — Musk. Rudolf Steubcr, Bronskirchen, Biedenkopf, lvw. — Musk. Rudolf Münch, Beienheim, Friedberg, verw. — Gesr. d. R. Otto Behr, Schönau, Pirmasens, lvw. — Musk. Ludwig Lukowiak, Psarski, Schrimm, lvw. — Musk. Richard Demlerft Niedcrmoos, Lauterbach, verw. — Musk. Heinrich Müller I., Muckendorf, Gclsenkirchen, schvw. — Res. Karl Müller II., Herbstein, Lauterbach, lvw. — Res. Georg Krug, Schwarz, Msseld, lvw. — Musk. Max Sayle, Mannheim, lvw. — Einj.-Freiw. Unteross. Helwig Pausch, Erksdorf, Kirchhain, lvw. — Res. Karl Hamcl, Gießen, gef. — Res. Wilhelm Beltzer, Utphe, Gicszcn, verm. ■— Wzefrldw. d. R. Wilhelm Scheel, Ruppertsburg, Schotten, vermißt. III. Bataillon. 9. K o m p a g n i e: Musk. Adolf Seim, Ehringshausen, Hessen, verw., in Gefangenschaft. — Musk. Wilhelm. Klapp, Londorf, Gießen, lvw. — Res. Wilhelm Bauckhage, Holthausen, Mtena, lvw. — Res. Wilhelm Grüb, Holzheim, Gießen, lvw. — Gest. Heinrich Stoffel, Atzenhain, Msseld, gef. — Res. Ludwig Fahel, Londorf, Gießen, ges. — Res. Karl Dillmann, Storndors, Alsüld, lvw. — Res. Friedrich Sieuernagel, Ruhlkirchen, Alsfeld, lvw. — MuSk. Kern, Lompetthrim, Bensheim, lvw. — Musk. Wilhelm Eckhardt, Eberstadt, Darmstadt, lvw. — Wehrm. Karl Schmalz, Grüningen, Gießen, lvw. — Unteross. Wilhelm Tolle, Ebergötzen) Göttingen, schvw. — Wehrm. Johann Schambach, Bensheim, lvw. — Wehrm. Johann Kadel, Auerbach, Bensheim, lvw. — Wehrm. Hermann Gerstenmeyer, Tarmstadt, lvw. — Gest. d. L. Karl Funk, Tarmstadt, lvw. — Wehrm. Peter Reichenbach, Seligenstadt, Offenbach a. M., schvw. — Wehrm. Peter Stenger, Seligenstadt, Ofsenbach a. M„ schvw. — Wehrm. Ludwig' illnthes, Ar- Heilgen, Darmstadl, lvw. — Wehrm. Jakob Knöll, Brandau, Dieburg, gef. — Gesr. Karl Simon, Gau-Odernheim, Olzey, lvw. — Wehrmann Ernst Friedrich Wöhrle, Schmichcim, Freiburg, gef. 10. Kompagnie: Vizcseldw, Adam Feil, Hochheim, Worms, vw. •— Serg. Heinrich Schupp, Griesheim, Darnfftadt, tm>, — Untervff, Johannes Elmshäuser, Cappel, Marburg, vw, — Unteross. Heinrich Dechert, Güßen, vw. — Musk. MoiS Bastian- Rcichstedt, Straßburg, vw. — Musk. Lutnvig Bender, Brauns- bardt, Darmstadt, vw. — Musk. Edmund Heinzler, Untcrmeilin- gen, Augsburg, vw. — Musk. Eugen Karl Schweutzel, Sttaßburg, gefallen. — Mnsk. Aug. Zürlinden, St. Nabor, Molsheim, vw. — Res. Paul Lauer, Grvßfelden, Marburg, vw. — Musk. Heinrich Decher, Angenrod, Msseld, vw. — Musk. Karl Herz, Wiesbaden, gefallen, — Musk. Karl Keitzer, Angcrsbach, Lauterbach, vettvt — Musk. Heinrich Kaiser, Feldstücken, Schotten, verwundet. — Gest. d. Res. Adolf Weyel, Seilhofen, Dill, vw. — Musk. Gustav Komverhaus, Eschwege, vw. — Gest. Hermann Hahn, Oberzell, Schlüchtern, vw. — Musk. Heinrich Becker. Ilsdorf, Sckwtten,. vw. — Mnsk Wikh. Bechthold, Romrvd, Schotten, vw. — Musk. Heinrich Henkel, Eschenrod, verni, — Musk. Otto Keil, Ober- Beffingen, Gießen, vw. — Musk. Wilbelm Lehmann, Strinheim, Gießen, vw. — Musk. Wilhelm Seipp, Lollar, Gieswn, wo. — Uiitcroff. Ad. Seipel, Gundernbausen, Dieburg, verwundet. — Gesr. Hugo Bauerseind, Hohndors, Glauchau, vw. — Wehrm. Jakob Gehren, Raidelbach, Bensheim, vw. — Wehrm. Karl Heintel, Psalzgrasenwciler, Freudenstadt, vw. — Wehrm. Ludwig Jung, Messel, Darmstadt, vw. — Wehrm. ?ldolf Jung, Tittes- heim, Offenbach, vw. — Gesr. Heinrich Klein, Mümling, Grum- bach, vw. — Gest. Adam Marx, Fraurvmbach, Lauterbach, vw, — Musk. Karl Noack, Poln.-Wille, Schmiegel, gefallen. — Musk. Heinrich Rack, Messel, Darmstadt, vw, — Musk, Wilhelm Schub- leget, Darmstadt, vw, — Musk, Heinrich Schuch, Ofsenbach a. M., vw, — Musk, Arno Säring, Holzhausen, Leipzig, vw, — Gesr. Georg Stelzer, Roßdorf, Tarmstadt, gefallen. — Musk. Johann Strgmeier, Niesitz, Neresheini, vw. 1t. Kompagnie: Musk. Johaniies Rühl, Braucrschweud, Alsfeld, verm. -— Vizcseldw. Karl Ochsen Hirt, Ranstadt, Büdingen, lvw, — Minsk. Friedrich Voiihof, Ofsenbach a. M.. lvw. — Musk. Martin Nagel, Nierslein, Oppenheim, sckwiv. — Musk, Karl Vollhardt, Ofsenbach a. M„ lvw, — Res. August Michers, Elberfeld, ichvw. — Res. Wilhelm Keilholz, Sellnrod, Schotten, lvw, — Gesr. d. Res. Hermann Friedrich Hensel, Klecberg, Usingen, verm. —- Gcs». d. Res. Emil Müller, Brmrschcid, Attcna, schvw. — Res. krnft Ellrich, Groß-Eichen. Schotten. verm. — Res. Ludwig Liß- nann. Lich, Gießen, verm. — Gesr. d. Res. Georg Dürkes, Becht- jeun, Worms, verm. — Res. Pseiner »crm. — Res. Louis Schneller, Lumda. Gießen, verm. — Res. Hermann Packheiser, Mehlsack, Araunsberg, verm. — Musk Georg ?ldam Weber, Birkenau^ öeppenheinl, lvw. — Gest. Ludwig Mattisczack, Petzen, Schrimni, chvw. — Wehrm. Heinrich Debus, Darmstadt, lvw. — Wehrm. Wilhelm Weber, Lengseld, Dieburg, lvw. — Wehrm. Heinrich öang, Weitershain, Gießen, lvw. — Res. Wilhelm Friedrich Wörner, Mbenhausen, Wetzlar, verm. — Wehrm. Otterbein verm. — Res. Gustav Adolf Crummenerl, Berlinghausen, Mtena, verm. — Res. Emil Wagner, Trohe, Gießen, verm. — Musk. Jakob Andel. Darnrstadt, lvw. — Musk. August Ernst Clemens, Köhn- hcim. Straßburg, schvw. — Musk. Gottlob Wacker, Oferdingen, Tübingen, schvw. — Res. Ludwig Bovv, Hausen, Gießen, lvw. — Gest. d. R. Gusdav Wilhelm, Lehnheim, Msseld, lvw. — Gest. >. Res. Wilhelm Schwalb, Alten-Buseck, Gießen, lvw. — Wehrm. Friedrich Löchel, Darmstadt,, lvw. — Wehrm. Wilhelm Will, Annerod, Gießen, lvw. — Gesr. ix Res. Wilhelm Schuster, Hochelheim, Wetzlar, verm. — Ilnteroff. Karl Ntoritz Wittkop, Weilburg, Lberlahn, gefallen. — Res. Karl Hosfmann, Alten-Buseck, Gießen, lvw. — Gesr. d. Res. Konrad Wittich, Burg-Gemünden, Alsjeld, lvw. — Wehrm. Georg Auth, Bürgel, Offenbach a. M., lvw. — Wehrm. Martin Knauer, Oberfellendors, Ebermannstadt, schvw. — Wehrm. Wilhelm Eidenmüller, Darmstadt, lvw. — Gesr. d. L. Karl Schneider, Unterbeerbach, Darmstadt, lvw. — Wehrm. Wilhelm Linsenmaier, Darmsladt, lvw. — Gesr. d. Res. Friedrich Müller, Eibelshausen, Dill, lvw. — Wehrm. Rothhammer schvw. Wehrm. Valentin Schäfer, Raibach, Dieburg, verm. — Wehrm. Ludwig Prescher, Vilbel, Friedberg, verm. — Wehrm. iAugust Freund, Groß-Umstadt, Dieburg, verm. — Res. Kroll verm. — Res. Heinrich Möller, Wernges, Lauterbach, gefallen. — Wehrm. Karl Sauer, Marburg, gefallen. — Wehrm. Friedrich Necker, Cal- how, Oberkales, gefallen. — Res. Johann Merkel, Mendorf, Gießen, lvw. — Unterosf. d. Res. Grimmelt schvw. — Wehrm Heinrich Höhne, Worms, lvw. — Res. Rubels Schmitz, Borbet, Altena, schvw. — Res. Wilhelm Reuter, Lüdenscheid, schvw. 1 2. K o m v a g n i e. Uftz. Willy Hagen, Misterhorst, Gardelegen, gef. — Musk. Wilhelm Hirsch, Hilgenbach, Sregen, gef. — Wehrm. Karl Wagner, Ober-Ohmen, Msseld, gef. — Wehrm. Johann Schrodt, Langen, Offenbach, gef. — Ufsz d. R. Samuel Leonhard, Osfeirbach, gef. — Wehrm. Johann Friedrich, Eberstadt, Darmsladt, gef. — Gesr. d. R. Johann Kühler. Runborn, Erbach, gef. — Wehrm Georg Gövisch, Ober-Ramstadt, Tarmstadt, gcs. — Gefr. d. R. Peter Romann, Osburg, Trier, lvw. — Musk. Albert Rosenthal, Wenings, Büdingen, lvw. — Musk. Ludwig Beyerleim Hoheuweiler, Mittcliranken, lvw. — Musk. Engen Lanoix, Schivindratzhain, Zabern, lvw. — Musk. Albert Eisel«, Straßburg, lvw. — INusk. Georg Kleis, Maißenheim, Lahr, schvw. — Musk. Daniel Mischlich, Dornheim, Großs-Gcrau, lvw. — Res. Heinrich T-ietz, Erchelsdorf, Schotten, lvw. — Gesr. d. R. Adam Sauer, Rodenberg, Erbach, lvw. — Res. Friedrich Wolf, Tiesenbach, 'Wetzlar, lvw. — Gefr. b. R. GÜstav Finkensieper, Mainz, lvw. — Res. Otto Kreutzer, Gleiberg, Wetzlar, lvw. — Gesr. d. R. Karl Schmidt, Haiern, Dillkreis, lvw. — Gesr. Karl Schmitt, Lauter, Gießen, low. — Gefr. Wilhelm Haup, Linpcnau- bach, Dillkreis, lvw. — Wehrm. Heinrich Übrig, Eifa, Msseld, lvw. — Wehrm. giudolf Jäger, Großselda, Alsfeld, lvw. — Wehrmann Heinrich Wagner, Leihgestern, Gießen, schvw. — Wehrm. Ludwig Schnaitt, Watzenborn, Gießen, lvw. — SBelyrm. Mathäus Rovs, Worms, lvw. — Off.--Stellv. Jmbcscheidt, Darmstadt, lvw. — Wehrni. Johann Strohmenger, Lindensels, Benshetm, lvw. — Wehrm. Heinrich Teckzett, Eberstadt, Tarmstadt, lvw. — Wehrm. Peter Hauch Wittenberg, lvw. — Gesr, d. R. Karl Krämer, Hoinicksen, Döbeln, lvw, — Wehrm. Josef Häsner, Rieden, Wittenberg, lvw, — Wehrm. Karl Bender II., Hungen, Gießen, lvw. — Wehrm Jacob Helsmann, Langen, Darmstadt, lvw. — Wehrm. Paul Schulze, Stössen, Wcißensels, lvw. — Wehrm. Heinrich Müller, Langen, Tarmstadt, lvw. — Wehrm. Sebastian Tietz, Ofsenbach, lvw. — Musk. Peter Müller, Obertshausen, Ofsenbach, vm. — Rest Rudolf Heun, Eichelsdorf, Schotten, vm. Gefr. d. R. Robert Manderbach, Bergebersbach, Dillkreis, vm — Res. Wilhelm Klinkel, Lollar, Gießen, vm. — Wehrm. Friedrich Hofmann II., Heuchelheim, vm, — Wehrm. Heinrich Feldpnsch, Eifa, Msseld, vm. — Wehrm. August Schneider, Vierminden, Frankenberg, vm. — Wehrm. Johannes Dechert, Ebersladt, Darmstadt, vm. — Wehrm. Georg Breidert, Langen, Ofsenbach,. vm. — Wehrm. Karl Kircher, Rainrod, Msseld, vm. — Gesr. d. R. Karl Wender I., Bockenheim, Fanksurt, vm. — Wehrm. Emil Nisse, Homardingen, Saarbnrg, vm. — Wehrm. Jacob Herbold, Gr.-Rohrheim, Bensheim, ges. — Ufsz. d. R. Fritz Stoll, Windecken, Hanau, lvw. — Musk. Weidmann, gef. — Musk. Johann Schneider, Offstern, Worms, lvw, — Musk. Franz Hornung, Ofsenbach, lvw. — Wehrm. Johann Haber, Eifa, Msseld, vw., in Gefangenschaft, _ Au» stnöt und Land. Gießen, 13. November 1914. "Einen neuen schweren Verlust hat das Offizierkorps des Infanterieregiments 116 zn beklagen. Major August Schroeder, Bataillonskommandeur im Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 116, ist am 12. November den H e l d e n t o d in Frankreich- g e st o r b e n. Am gleichen Tage besiegelte sein ältester Sohn ,H o r st, der als Leutnant im gleichen Regiment stand, die Treue zu Kaiser und Reich mit dem Tode. Das doppelt schwere Opfer, das die Hinterbliebenen dem Baterlande bringen mußten, wird lebhaftes Mitgefühl finden, denn Major Schroeder voar in weiten Bürgerkreisen durch sein sympathisches Auftreten und durch seine vielseitigen, namentlich musikalischen Interessen eine außerordentlich beliebte Persönlichkeit, die oft und gern bei manchervei Gelegenheiten und Veranstaltungen zugczogcn wurde. Major Schroeder, der am 9. Juli 1869 in Fulda geboren war, ivurde 1889 Leutnant und kain als Oberleutnant im Jahre 1897 zu den 116 ern nach Gießen. 1905 wurde er zum Hauptmann und am 22. Mörz dieses Jahres zum Major befördert. ** Wechsel im Kreisarztamt, Die Großherzogin hat an Stelle des in den Ruhestand getretenen Kreisarztes des Kreisgesundheitsamtes in Gießen Geh. Med.-Rat Dr. I. H a b e r k o r n den Kreisarzt Med.-Rat Dr. W a l g e r aus Erbach zum Kreisarzt in Gießen und für Erbach den Kreisassistenzarzt Dr. A. Jaup ernannt. ** Oeffentlicher Dank. Der Kommandeur des Landwehrinfanterie - Regiments 116, Oberstleutnant Gras v. Schlieffen, ersucht uns um Veröffentlichung der nachstehenden T-ankesworte: „Das Landwehrinfanterie-Regimcnt Nr. 116 spricht auf diesem Wege dem Verein vom Roten Kreuz, allen Landesvereinen und Privaten, die das Regiment mtt Liebesgaben aller Art so reichlich bedacht haben, seinen w t r m st e n D a n k aus." ** Die militärische Vorbereitung der Jugend ist nunmehr auch in Gießen in die Wege geleitet worden, nachdem bereits an vielen Orten in dar Umgegend die Anregungen der Regierung praktische Form angenommen haben. Vorgestern abend fand in der Turnhalle der Oberrealschnle eine Zusammenkunft statt, die sich mit den einleitenden Schrüten befaßte. An ihr nahmen außer! dem Oberbürgermeister, den Vertretern des Osfizierkorps, der Lehrerschaft und der Sport- und Turnvereine etwa 150 junge Leute teil, die demnächst an den in Aussicht genommenen Uebungen sich beteilige» wollen. Stimmungsvoll leitete der Knabenchor der Stadt- Knabcnschute unter Leitung des Lehrer Görlach mit dem nieder- tändifchen Dankgebet und dem volkstümlichen Chor „Der Soldat" den Abend ein, woraus Oberbürgermeister Keller mit einer vatriotischen Ansprache sich an die Fugend wandte und auf den Zweck und die erstrebten Ziele der beabsichtigten militärischen Ausbildung der Jugend hinwies. Seine Rede llang ans in ein Hoch aus Kaiser und Reich. ür das die Versammlung begeistert cinstimmte. — Professor Tr. Krausmüller widersprach dem hier und da erhobenen Einwand, als ob es sich hier um eine militärische Spielerei handele, und wies daraus hin, daß unsere Freiwillige, t in einer Zeit von ivenigen Wocl>an als tüchtige Streiter für das Vaterland ihre Ausbildung erhallen haben und daß in Zukunft die militärische Ausbildung in der Kaserne für die Jugend weit einfacher und leichter sich gestalten werde, wenn der Rickcut schon vorher sich gewisse notwendige Fertigkeiten angeeignet habe. Dev Kriegsministcr habe die Behörden ausgesordert, sich der militärischen Ausbildung der Jugend ohne Massen anzunehmlejiz, und alle die Vereine, die bisher durch Äirncm, Sport und Spiel die körperliche Erlllchllgung erstrebt haben, müßten, da cs sich bei der militärischen Ausbildung der Jugend um eine echt vaterländische Sack>e handele, alle Sonderbestrebungcn z u r ü ck t r c t e n l a s s e n. Es sei geplant, jeden Sonnlag mittag um 2 Uhr die jungen Leute antreten zn lassen. Tie Uebungen werden geleitet von militärisch vorgebil- delen Personen. An jedem Mittwoch abend würde dam, eine Zu- sammenkunjt stattsinden, bei welcher die militärischen Uebungen für den Sonntag vorbereitet ,verden. Anschließend daran sollen der Jugend, so lange der Krieg dauert, die militärischen Geschehnisse aus den Kricgsfchauplätzen erllärt und näl>ergerückt werden. — Professor Volzel hielt hierauf eine zündende Ansprache an die Jugend. Er führte die Hörer zurück an die Zeit vor 100 Jahren, wo das ganze Volk sich in Deutschland erhob, um die Fremdherrschaft abzuschütteln. Er führte aus, wie es drei Haupteigcnschastcn gewesen seien, die unser Volk befähigten, die Ketten der fremden Knechtschaft zu sprengen: deutsche Sitte, deutsches Pflichtgefühl und deutscher Glaube. Durch diese Eigenschaften sei es unseren Vätern gelungen, das Deutsche Reich mit Blut und Eisen zu begründen, und mit diesen Eigenschaften werde der deutsche Geist auch ans dem uns aufgezwungenen Rieseukamps, wie ihn die Welt noch nicht gesehen, als Sieger hervorgehen. Es sei eine große Zeit, die nnferc Jngend beute miterlebe, die Erinnerung daran könne nie verblassen. Deshalb aber auch solle sich die Jugend dieser Zeit würdig zeigen, »nd sich bereit sinden lassen, einzutreten sür das Vaterland, besten Größe und dessen Wchrhastigkcit. Begeisterte Zustimmung der versammelten Jugend zeigte dem Redner, daß er mit seinen Ausstihrungen das rechte Verständnis gesunden hatte. Professor Dr. Krau smüller teilte mit, daß am Sonntag mittag um 2 Uhr aus dem Hose der Zeughauskascrn» die erste Zusammentunst stattsindet. Mit dem gemeinsam gesungenen Liede: „Deutschland, Deutschland über alles" schloß der gute Anfang eines zweifellos für Jugend und Vaterlandgedanken zweifellos bedeutsamen Unternehmens. ** Das Recht der Zukunft machte gestern abend in der Aula der Universität Geh. Justizrat Pros. Dr. Leist znm Gegenstände eines tiefgründigen bedeutsamen Vortrages, dessen kühne und originale Gedanken das gespannte Interesse der Zuhörerschaft sanken. Der Streit der Parteien, so führte der Redner aus, ist in der Größe des Kampfes gegen den äußeren Feind verstummt. Der Deutsche weiß, daß cs hinter der Front keine Uneinigkeit geben darf, wenn er draußen siegen will. Das ist kein Gebot der Opportunität, sondern eine sittliche Notwendigkeit. Wir, die wir nicht für das Vaterland sterben dürfen, sind seiner nur wert, wenn wir mit voller, ft»geteilter Seele für das Vaterland leben. Muß nun später der Krieg im Innern wieder entflammen, wenn der äußere Find nicdcrgernngen sein wird? Was nützte es den Deutschen, wenn sie die ganze Welt gewännen, aber Schaden an der Volksseele erlitten? Alle Erfolge, diic wir gewinnen:, sind der Opser nicht wert, wenn uns die gemeinsamen Ziele wieder verloren gehen. Es fällt gewiß schwer, zu glauben, daß dies herrlich« Volk, das wir jetzt kämpfen und leiben sehen, wieder in die Gehässigkeit der letzten Jahrzehnte zurückfallen sollte. Ein Mick in die Geschichte lehrt uns aber, daß wir sehr wohl damit rechnen können, ist es doch nach der herrlichen Zeit von 1870/71 nicht anders gewesen. Parteileidcnschast ist eben „keine Hcringsware, die mack" einpökclt aus einige Jahre", Spaltet sich nach diesem Kriege Deutschland wieder in verschiedene Parteilager ohne gemeinsame Partciziele, so mag Deutschland vielleicht mächtig und mächtig werden, — zufrieden wird es nicht sein. Ohne zn untersuchen, ob der Kapitalismus, wie man es von mancher Seite behauptet, die Notwendigkeit neuen inneren Kampfes herausbcschwört, so taucht doch bei dem Gedanken, daß die Gegensätze zwischen der besitzenden und der besitzlosen Klasse sortdauern werden, die Frage aus: Ist es nötig, daß diese Kämpfe und Gegensätze forlbestehen? In dieser Fage liegt die Frage nach dem Rechte der Zukunft. Unsere Wirtschaftsordnung beruht ans dem Privatrecht. So ergäbe sich eigentlich folgerichtig als Mittel zur Beseitigung des wirtschaftlichen Gegensatzes die Abschaffung des bestehenden Privatrechtes und die Ersetzung desselben durch ein öffentliches Recht, wie ein solches der Sozialismus anstrebt. Sein Ideal ist die rechtliche Verteilung aller Produktion und aller Einkünfte durch den Staat und die Gemeinde aus der Grundlage eines öffentlichen Rechtes. Man muß sich aber fragen, ob die Beschränkung des Privateigentums, die Betonung des Erbrechtes des Staates, die Reservierung wichtiger Industrien für ihn und die ins nn- gemcssene ausgchehnte Arbeiterversichcrung die Klassengegensätze auf die Dauer aus der Welt schalten können. In diesem Sinne erscheint es sehr schwer möglich, das Privatrecht mit den Forderungen des Sozialismus in Einllang zu bringen. Es bliebe also seine vollständige Beseitigung. Vielleicht gibt es aber noch eine dritte Möglichkeit. Ms solche wäre eine Fortbildung des Privatrechtes, ein Umbau desselben eben im Hinblick auf die Klassen- kämpse ins Auge zu fassen. Betrachtet man unser Wirtschaftsleben als einen Strom, dessen Bett durch Sittlichkeit, Sttte und Recht gebildet wird — nur in einem solchen Bett kann das Wirtschaftsleben zur Volkswirtschaft werden — so muß aussallen. daß Beobachtungen darüber, wie das Privatrecht dieses Bett beeinflußt, fast vollkommen fehlen. Daß die Möglichkeit eines Einslusses des Privatrechtes auf die Gestaltung dieses Sttombettes vorhanden ist, kann nicht bestritten werden. Aber man llammert sich in der geltenden Rechtsauffassung nun einmal zu sehr an Vulpians Wort, daß das Privattccht die Utilitas singulorum sei. Doch die Anschauungen und die Interessen sind veränderlich. Ter Gegensatz zwischen Besitzlosen und Besitzenden wird bestehen, so lange es ein Privatrecht gibt, der Gegensatz zwischen einer besitzlosen und besitzenden Klasse aber besteht mir deshalb, weil es heute als Einzelfall angesehen werden muß, daß Sparsamkeit, Fleiß und Befähigung dem Besitzlosen die Erreichung der gleichen menschlichen Ziele gestatten wie dem Besitzenden. Hier muß der Hebel angesetzt werden. Zur Ausbildung des Kapitalismus hat das Privtarecht mitgeholfcn, also kann es auch an der Beseitigung der aus ihm kommenden Mängel helfen. Es kann sich für das Privatrecht nicht darum handeln, den Sttom des wirtschaftlichen Lebens zurückznbämmen: Reaktion wäre ihm ein schlechtes Rezept. Aber in dem Strombett können Veränderungen bewirkt werden, aus dem Geröll, das der Kapitalisimis mit sich sühn, können Dämme errichtet werden, die.den Strom zum Meere zwingen. Wie allerdings die Einführung einer Effindung schwieriger zu sein pflegt als die Erfindung selbst, so wird es schwerer sein, diesen Gedanken einzu- bürgcrn als einen fettigen Entwurf für die Reform des Privatrechts in diesenr Sinne zu erdenken. Ist es doch eine ganz neue Federung, mittels des P r rva t rechtes So zra l politt k in größtem Stil zu treiben, huldigt man doch der Ansicht, das Privatrecht entwürdige sich, wenn es versuchen wolle, das Wirtschaftsleben zu korrigieren, und ist man durchgchends noch der Meinung, ein für menschliche Zwecke ungebildetes Recht bedeute eine Prosanierung der gegebenen Rechtswahrheiten. Ein junger Philosoph hat kürzlich unsere wichtigste Lebensfrage dahin präzisiett, ob cs nicht möglich sei, das Bildungsprivileg der Besitzenden zu durchbrechen. Fest steht, daß es nicht gut ist, daß in den untern Schichten die ethischen und intellektuellen Kräfte nicht in vollem Umfange dem Gemeinwohl nützlich gemacht werden können, wie man es doch auch mit jeder Naturkraft und mit den Schätzen der Motette macht. Deutschland braucht nach dem Kriege die vollen ange- svannten Kräfte aller seiner Kinder, wenn es seine weltgeschichtliche Mission erfüllen will. Das Privatrecht und auch nur dieses kann diese Kräfte in dem nötigen Umsange durch Reformen sreimachen. Es erwachsen ihm also heilige Ausgaben, auch wenn es dabei den Nimbus des von wirtschaftlichen Interessen unberühtten Selbstziveckes «inbüßcn sollte. "Personalnotiz. Ernannt wurde am 3. November Wilhelm Grö ßer in Gießen zum Schreibgehilsen am Amlsgettcht Gießen. " Turnerisches. Nächsten Sonntag, den 15, Nov., vormittags 8'/- Uhr, findet in der Turnhalle des Männerturnvereins (Oberrealschule, Bismarckstraße) unter Leitung des Gauturnwarts Will» Gießen die zweite Bezirksvorturner stunde des zweiten Bezirks des Gaues Hessen zur militärischen Ausbildung der Vorturner statt. Gäste sind willkommen. " Die Silberne Hochzeit feiern heute die Eheleute Christian Bepperling und Frau, Auguste, geh, Euler. Hessen-Nassau. r. Winnen 1. Nov, Vorige Woche wurde di« älteste Frau unseres Srlcs und auch ivobl der biehgen Gegend, Frau Christine Hosiman», »n Aller vou 94 Jahren zu Grabe getragen und gestern ivnrde Johannes Müller, Veteran von 1870,71, zur letzten Ruhe bestallet. Der Kciegerverein Jlordeck- Winnen gab die drei Ehrcnlalven ab, m Neustadt, 12. Nov, Mit dem Eisernen Kreuz zn'eiter Klasse wurden ausgezeichnet Amtsgerichtssekretär G o t l - s ch l i eh von hier, zurzeit Feldwebel-Leutnant, ferner Feldwebel Tbcodor D o m l ch l o h po» hier, der aus dem östlichen Kriegsschauplatz kämpil. Tie Zahl der hiesigen Kämpfer, die das Eiserne Kreuz erwarben, ist bereits aus iüns gesl-cgen. w. Cronberg T., 12. Nov. Kinder Schnallenstiefel p a r! h : Größ ^ 1.50 Kinderstiefel &■ mi ‘ Lackkapp ?- Gr ? ße20/ t2.50 Kinderstiefel ¥*Z arz nnd brann '. Größ0 . 18i ü: 1.40 Kinder- und Mädchenstiefel BoxMe» o oc Größe 25/26, Paar M. 3.75, Größe 22/24, Paar M. O.CO Knaben- und Mädchenstiefe&g a n k . A 9 c geltem Boden, Derby, Boxleder Größe 27/30 M. ^ do. Größe 31/35, Paar ......... M. 4.75 Bessere Herren- und Hiee-Üliefel in Boxcaü und Glien, mH nnd ohne Lackkappen, zu bedeutend herabgesetzten Freisen i, um uiiu uuuu uuuimuppuu, Versand nach auswärts gegen Nachnahme. Nichtgefallendes eventl. 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Giehcn.) 11434D BnUen-Verkanf. 2 Bullen der Gemeinde Londorf (ein Simment. u. ein Vogelsb.) sollen ans dem Submissionswege verkauft werden. Angebote pro Zentner Lebendgewicht, getrennt für jeden Bullen, sind bis zum 18. d. Mts., vormittagsllNhr, bei uns einzurcichen, woselbst auch die Bcrkaufsbedingungen cingesehcn werden können. Londorf, den 12. November 1914. Großhcrzogliche Bürgermeisterei Londorf. 114S0 Auma n n. Kaufhaus Katz. Gießen Bekanntmachung. In unser Handelsregister Abt. A. wurde heute bezüglich der Firma Ludwig Huhn in Gießen eingetragen: Die Firma ist erloschen. Gießen, den 10. November 1914. m , 8 B Großherzogliches Amtsgericht. SiajperioK* holl. Bollherinqe einactrofieit (11283 I. M. Tchulhof Marktitrake 4. Tel. 11». KüchenlampLn la. HängeaaSsvarbrenuer ä Sllt. 5.4« [04862 Carl Sehenck, Bahnhofstr. 54. «SG«:GGGG Sunft’itlnßflMlifrfii Die für Samstag. den 14. 8ioo. nttneiebte Simp stunde fällt aus, die nächste Singstunde findet Dienstag, den 17. Rov. statt. (1142111 Der Vorstand. 01r.: Hermann Ltelngoettee. Freitag, denl3.Nob.19lt, abends 8 llbr 2. Freiiaa-2tbonn.-Borstellg. («ewöbiil.Prcisesermähigv Lustspiel in 5 Auszügen von G. E. Lesstng. Ende IO«/* llbr. Sonntag, d. 15. Nov. 1914, nachmittags 3'/, Udr. Kleine kreise! Kleine kreise! Schauspiel in 4 Ilkten von Ernst mm Wtldenbruch. Ende «V. Ubv. Am Abeatl keine Verstellnng Soldaten vvmFeldwebel abwärts sablen bei allen Bor- stellungen aus2. u.3. Parkett nur balde Preise. 111420t/ 1