Rt. 265 Eer Sietzenrr ?!n»dget erjcheinl täglich, nufer Sonntags. — Beilagen: viermal wöchentlich SiehenerX-amilienblöller: zweimal wöchenll.Urejs- dlattfürbenilreisSiehen (Tienstaq und Freilag): ziveiinal monall. Lanb- wirtschaftüche äeitjeagkn Ferniprech - Anschlüsse: sürdieSchrnlleilungllL Verlag,Geschäslsstelleäl Adresse für Drnbtnach- richlen: Anzeiger Sietzen. Annahme von Anzeigen für die Tagesnlimmer bis vormittags S Uhr. Erstes Blatt m. Jahrgang Mittwoch. November General-Anzeiger für Gderyeffen •Bern gsv rci S: monall. 75 Vs., viertel- sährl. Mk. 2.20; durch Abhole- n. Zweigstellen inonatl 65 Ps.; durch diePostMk.2.— Vierteljahr!. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokalloPj., auSiv. 20 P>. — Hanpl- schriitleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für den polit. Teil: Aug. Goetz; für .Feuilleton", „Vermischtes" und.Gerichls- saal": Karl Neurath; für „Stadt und Land": Rotationsdruck und Verlag der vrühl'schen Univ.Guch- und Zteindruckerei R. Lange. Schriftleitung. Keschäftrstelle u. Druckerei: Schulftr. 7. Anzememeü:' H^ Beck. Wetteres Vordringen i-y westen. fee Niederlage rLffscher rlavMerie inwGsch-p-len. WischeMNimMüsschUerzen^ (WTB.) GroßesHauptquartier,10. Nov. vormittags. (Amtlich.) Unsere Angriffe auf Dpern schritten auch gestern langsam vorwärts. Ueber 500 Franzosen, Farbige und Engländer wurden gefangen genommen und mehrere Maschinengewehre erbeutet. Auch werter südlich arbeiteten sich unsere Trnvpen vor. Heftige Gegenangriffe der Engländer wurden zurückgewiesen. Im Argonner Walde machten wir gute Fortschritte. Feindliche Vorstöße wurden leicht abge- wchrt. In Russisch-Polen bei Konin zersprengte unsere Kavallerie ein russisches Bataillon, nahm 500 Mann gegangen und erbeutete 8 Maschinengewehre. Oberste Heeresleitung. * . * Bei dem Lordmayor-Tag in London hat der Kriegsminister Lord Kitchener eine Rede gehalten, in der er den Verbündeten seine Lobsprüche für ihre militärischen Leistungen erteilte, aber von der allgemeinen Wehrpflicht in England sprach er kein Wort. General Joffre sei nicht nur ein genialer Stratege, sondern auch ein großer Mensch. Das wird in Paris sicher Eindruck machen. Aber die Ankündigung (die doch die Hauptsache ist), daß demnächst über eine Million neuer britischer Streiter das Zeichen zur Abreise erwarteten, wird wohl nur ein leeres Versprechen bleiben, und solche Mittel, auf den Lebensmut der in höchsten Nöten ringenden Franzosen einzuwirken, wird man in Frankreich vielleicht doch übel nehmen. Handeln, nicht schwätzen! Und wie es mit den Tatsachen aussieht, ersehen wirr ans englischen Blättern re ldnn gen, die zu der Kitchenerschcn Verkündigung wie die Faust aufs Auge passen. „Times" ist gewiß eine unverdächtige Zeugin, abemsie wiederholt immer wieder: Das Geschäft der Rekrutierung geht schlecht, immer fchlechttr sogar. Ein anderes Blatt fügt hinzu, das Erscheinen einer deutschen Flotte vor Aarmanth habe auch nicht einmal anfeuernd auf die wehrfähige Jugend Englands gewirkt. Aber — so sagt ein Dritter — die zunehmende Arbeitslosigkeit wird vielleicht zu Wege bringen, was der Kriegcrgeist allein nicht konnte, nänrlich das Heerlager füllerr. Das sind nicht gerade Zeugnisse einer feurigen nationalen Erhebung! Was der französische Gesandte bei dem Lordmajor-Esscn hervorsprudelte, steht auch auf keiner besonderen Höhe. Er redete von der deutschen Barbarei, Wohin ist der französische Soldatcngeist gekommen, das Erbe des großen Napoleon, wenn heute Galliens Staatsmänner den soldatenrock als unrühmlich, den rauhen Kriegergeist als ungebildet und barbarisch verschreien! 'Darauf lief dock) die Rede des Gesandten, soweit wir sie kennen, hinaus. Offenbar hat dieser Herr He- glaubt, in England verwandte Saiten berühren zu müssen; die Engländer waren es ja bekanntlich, die zuerst das ungeheure Geschrei über den deutschen Militarismus erhoben haben, und in England genießt der Soldat von allen Ständen das mäßigste Ansehen. Was an Albions Tafel geredet wird, kümmert uns wenig. Die Hauptsache ist, daß es und seine Mitstreiter, Schwarze, Braune usw. (die im Namen der Kitltur gegen das Volk Goethes und Schillers kämpfen) am Dserkanäl gründlich geschlagen werden. Auch am Montag war den Deutschen das Kriegsglück wieder hold: 500 Gefangene fielen in unsere Hand. Weitere 500 Gefangene stellte uns der Zar wieder zur Berfügung. Die „Nordd. Allg. Ztg." ermahnt, wie einer der nachstehenden Meldungen zu entnehmen ist, das deutsche Volk, es möge nicht nach dem Muster auswärtiger Schreier die fremden, feindlichen Herrscher mit Schimpswortcn verunglimpfen, und möge sich überflüssiger Lästerungen enthalten. Wir halten diese Mahnung für berechtigt und hoffen, daß sie namentlich dazu helfen wird, den Auswüchsen aus den Ansichtspostkarten entgcgcnzuarbeiten. Zur Sanst- m nt ist freilich das deutsche Voll jetzt wenig geneigt, so lange England das Gewimmel bunter Mordgeselien gegen uns ins Feld schickt. Man kann nicht gerade von einer Neigung unserer Heeresleitung sprechen, die Engländer zu schonen, wenn man in der letzten amtlichen Nachricht liest, daß über 500 Franzosen, Farbige und — Engländer gefangen genommen worden seien. Tie Engländer rangieren hier an letzter Stelle. Man vergleiche damit auch die Heereserlasse des bayerischen Kronprinzen, wie er seinen Truppen die Anwesenheit der Engländer in der feindlichen Front ankündigte! Er soll sogar neuerdings ein Gedicht, das zum Haß gegen England aufruft und das einer seiner Soldaten verfaßt hat, in seinen Truppenteilen in Umlauf gebracht haben. Der Haß des Perserkönigs gegen das griechische Ma- rincvolk war von einer anderen Art, als er sich jeden Morgen die bekannten Worte sagen ließ: Herr, gedenke der Athener! Was England dem deutschen Volke zugefügt hat, ist u n v e r- gcßlich. Es ist kein Ausbruch törichten Hasses, wenn dem Volke die klare Eröfsnnng gemacht wird, wem im Grunde die Schrecken des Krieges zu danken sind. Ganz allmählich strömen solche Erkenntnisse auch in die .Herzen unserer ungUicklichen Gegner, die heute noch an der Seite der Briten fechten. Aus dem Munde manches gefangenen Franzosen und Belgiers hat man schon bezeichnende Aeußernngen vernommen! Wahrheit und Äiildir werden sich von England nicht für alle Zell hemmen lassen. Tie nächsten Erwartungen im Westen. Berlin, ll.Nov. Der „HannoverscheCourier" schreibt: Die „Times" melden, daß in den nächsten Tagen ein gewaltiges Ringen bei Lille beginnen werde. Augenscheinlich bereiten die Deutschen sich hier auf einen großen Kamps vor. — Einer unverbürgten Nachricht zufolge mangelt es den Verbündeten überall an M unition. (WTB.) Basel, 10.Nov. (Nichtamtlich.) Tie „Baseler Nachr." geben folgende Pariser Meldung des „Corriere della Sera" wieder: Ein vom Kriegsschauplätze konrmcnder Augenzeuge schildert die Tapferkeit der indischen Truppen, die, sofort nach der Landung in die Schlacht- sront gebracht, gleich in den ersten acht Tagen ungeheure Verluste erlitten haben. So verlor eine Geniekompagnie beim ersten Zusarmnenstoß alle Offiziere und 60 Proz. des Effektivbestandes. — Das genaimte Blatt berichtet weiter, daß Verdun oft von deutschen Fliegern überflogen wurde, die Bomben warfen. Tie Bevölkerung sah den Fliegertanben ebenso neugierig und bewundernd zu wie die Pariser Bevölkerung. Tie Einwohnerzahl wuchs täglich, je mehr die Deutschen heranrückten, bis ihr besohlen wurde, Verdun zu räumen. Ein Eisenbahnzug mit 2000 Flüchtlingen entging nur durch Zufall dem Bombardement der Deutschen. Eine unglaubliche Panik spielte sich bei dem Ansturm auf die Züge ab. Dpern in Brand geschossen. Berlin, 1l. illov. Me Blätter glauben, feststellen zu können, daß sich die nnlitärische Lage im Westen seit einigen Tagen-zu unseren Gunsten bessert. „Daily Chronicle" meldet, Dpern steht in Brand. Am 9.Oktober früh ist es den Deutschen gelungen, die Stadt unter das Feuer ihrer sckftveren Geschütze zu nehmen. In jeder Minute fallen 10 bis 20 Granaten in die Stadt. Die Eroberung von Brenne le Chateau. Berlin, 9.Nov. Die Eroberung von Vienne ke Chateau ist eine wichtige Etappe in unserem Vorstoß, Berdun we st lichabzusch ließen. Rur 35Kilometer von Verdun entfernt liegt es auf einem Gebirgsrücken und bietet dadurch einen Riegel zwischen Verdun und dem an ihn sich anschließenden rechten französischen Flügel der Kampffront Verdun—Meeresküste. Es sind noch manche auf demselben Gebirgsrücken gelegene Orte zu erobern, bis >vir einen) Durchbruch durch die französische Front bei Verdun als gelungen hinstellen können, und dabei sonrmt es darauf an, daß das westliche Steilufer der Maas gegenüber St. Mihiel ebenfalls von den Franzosen gesäubert wird. Paris als offene Stadt. M a i l a n d, 9. Nov. Der „Corriere della Sera" meldet aus Bordeaux, daß die französische Regierung beschlossen habe, falls mit einem vorübergehenden Borrücken der Deutschen auf Paris im Laufe des Feldzuges zu rechnen sein sollte, Paris zur offenen Stadt zu erklären und nur den äußeren Fortgürtel zu verteidigen. Tie veränderte Haltung der Regierung ergäbe sich auch aus denk Verbleiben der sozialistischen Mitglieder im Ministerium, die von der Bedingung, die Einwohner von Paris vor dem Schrecken einer nutzlosen Verteidigung zu bewahren, abhängig gemacht worden sei. Aus Metz. (WTB.) Metz, 10. Nov. (Nichtamtl.) Vom 12. November ab ist laut einer Bekanntmachung des Gouverneurs von .Metz Zivilpersonen der Eintritt in die Stadt und den erweiterten Festungsbereich ohne schriftliche Erlaubnis des Militärpolizeimeisters in Metz verboten. Die Maßregel ist veranlaßt durch den bei freiem Verkehr erfolgten Zuzug unliebsamer Elemente. Ein Armeebefehl des bayerische» Kronprinzen. Berlin, 10. Nov. (Priv.-Tel.) Der „Berliner Lok.- Anz." meldet aus München: Der Führer der 6. Armee, Kronprinz Rupprecht von Bayern, erließ einen Armeebefehl, in dem es heißt: Soldaten! Die Augen der gairzen Welt sind aus Euch gerichtet. Es gilt setzt in den Kämpfen mit unsereni verhaßtesten Feind nicht zu erlahmeu, seinen Hochmut endgülttg zu brechen; schon wird er mürbe. Es ergaben sich zahlreiche seindtiche Offiziere und Mannschaften freiwillig, aber der größte cntscher- dendeSchlag steht noch bevor, Ihr müßt darum a u s h a l t e n bis aus Ende. Der Feind muß hinunter! Ihr müßt ansdanern, ihn nicht aus den Zähnen lassen! Wir müssen, wollen und werden siegen. Der Lordmayor-Tag in England. London, 10. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Die gestrige Lordmayor-Prozcssion trug militärisches Gepräge. Zum ersten Male nahmen auch Abordnungen aus Kanada, Neuseeland und Neufundland daran teil. An dem am Abend abgehaltcnen Bankett hielten Asauilh, Balfour, Churchill und Kitchener Ansprachen. Kitchener rühmte die englischen Truppen, die sich auf dem Kontinent schlügen, und drückte dann seine Bewunderung für die ruhmreiche französische Armee aus. Er sagte u. a.: Unter Leitung I o f f r e s, der nicht nur ein großer Führer, sondern auch ein großer Mann ist, können wir Vertrauen aut den endgültigen Sieg haben. Ferner zollte Lord Kitchener den russischen Armeen Anerkennung, die unter dem Befehl des Großfürsten Nikolai Mikolajewitsch einen Sieg von größtem strategischem Werte davontrugen, ferner der belgischen Armee, die unbegrenzte Bewunderung wegen ihrer glänzenden Verteidigung erwecke, schließlich den Atmcen Javans, Serbiens und Montenegros für ihre heldenhaften Taten. _ Der Minister fuhr fort: Wir verfügen über außerordentliche Hilfsquellen an Menschen und Material, wir besitzen einen wunderbaren, Schwung, der an eine Niederlage nicht glauben läßt. Unser« V c r l n st e waren e r n st, aber weil entfernt, die Begeisterung des englischen Volkes zu vermindern, trugen sie im Gegenteil, dazu bei, den Mnttzinsercr jungen Männer zn entflammen. Indem Lord Kitchener auf die vernichtenden K r i c g s m a s ch i n e n zu sprechen kam, mit denen die Feinde sich so sorgfältig versehen hätten, sagte er, die, welche das Da-t tum des Krieges im voraus festsetzen, haben einen beträchtlichen Vorteil über die anderen. Weiter sagte Kitchener: Abgesehen von den kolonialen Kontingenten erwarten jetzt über 1250000 Mann das erste Zeichen zum Abrücken. (!) Der französische Botschafter sprach dann namens der Botschafter der verbündeten Mächte. Er erinnert« daran, daß Frankreich niemals kriegerische Hintergedanken genährt und alle Anstrengungen gemacht hätte, einen Konflikt zu vermeiden. Der Botschafter fuhr dann fort: Europa erlebte einst Einfälle von Barbaren, aber was es bisher niemals 'ah, ist, eine von Gelebrtcn als Dogma ansgerichtct« und gelehrte sowie von der geistigen Elite gepredigte.Barbarei, eine Brbarei, die durch Wissenschaft vermehrt wurde, eine schulmeisterliche Barbarei. Diese Lehrer her Brutalität hatten geglaubt, alles zn.vermögen, aber sie hatten nicht vorausgesehen, daß si« au dem Gewissen der zivilisietten Welt Widerstand finden würden. Der wirkliche Stand der englischen Rekrutierung. (WTB.) London, 10. Nov. Die „Times" melden, daß von dem erhofften Aufschwung der Rekrutierung noch immer nichts zu merken sei. Die letzte Woche war inl Bezug auf die Eintrittsmeldungen in die neue Armee die schlechteste feit dem Ausbruch des Krieges. London, 10. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Der Arbciter- abgeordncte Barnes hielt eine Rede in Birmingham, in welcher cr sagte: Es geht viel bedenkliches Gerede über die allgemeine Wehrpflicht um. Wenn die Konskription als praktische Frage in die Politik eintrete, werde die Nation sofort in zwei feindliche Lager geschieden sein. Biele jungen Leute würden denken, daß dann Amerika der letzte Zufluchtsort der Freiheit sei. Biele würden dahin auswanderu, und man könnte sie nicht einmal tadeln. „D a i l y T e l c g r a p h" meldet: Parmouth erholt sich von dem Nervenanfall, den die deutschen Granaten in der letzten Woche verursacht haben. Aber die ängstlichen Bürger blicken noch immer besorgt ans die See und fahren fort, den deutschen Geschützdonner zu erörtern. Es ist ebenso überraschend wie bedauerlich, daß der deutsche Ueberfall keine merklicheWirknng ansdie Rekrutierung hatte. Der Korrespondent meint, die durch das Dar- niclerlicgen der Fischerei verursachte Arbeitslosigkeit werde die lokale Rekrntiernngsfrage lösen helfen. Mit Mnsik. (WTB. Nichtamtlich.) London, 10. Nov. Die Blätter melden, daß das Kriegsamt beschlossen hat, zur Förderung der Rekrutierung Militärmusik durch die Straßen marschieren zu lassen. 200 000 belgische Flüchtlinge in England. (WTB. Nichtamtlich.) Genf, 10. Nov. Das Journal de Genöve" meldet aus Lottdon: Die Zahl der belgischen: Flüchtlinge in England beträgt rund 200 000. Rückkehr Deutscher nach Belgien. Die Rückkehr mittelloser deutscher Flüchtlinge nach Belgien ist einstweilen in deren eigenstem Interesse noch unerwünscht. Anträgen dieser Personen auf Gewährung freier Eisenbahnsahrt nach Belgien kann daher nicht entsprochen werden. Wer dahin zurückkchren will, muß dies bis auf wetz teres auf eigene Gefahr und Kosten unternehmen. Der Aufstand in Südafrika. London, 10. %>». (WTB. Nichtamtlich.) Das Renter- sche Bureau meldet aus Pretoria vom 9. November: Der Führer der Aufständischen De Wet gewann Fühlung mit einer Abteilung der Regierungstruppen, die unter dem Kommando des Mitgliedes der gesetzgebenden Versammlung, Cronje, stand und zersprengte sie. Ein Sohn T« Weis ist in dem Gefecht gefallen. Das Burenkommando, das sich in Zo ntinans* drift befand, ist nordwärts nach dem Bezirk pon Waterberg gegangen und wird durch den Kommandanten van De- venter verfolgt. Die Buren waren gestern bei Warmbaths. (WTB.) London, 10.Nov. (Nichtamtlich.) Aus Pretoria wird gemeldet: Das Mitglied der gesetzgebenden Versammlung, Cronje, verließ am 7. Novcinber mit einem Regierungskoinmando Winbuvg init dem Aufträge, andere Kommandos in der Umgebung zu sammeln. Es wurde gemeldet, das; General De Wet mit 2000 Mann sich in der Nackcharschaft befand. De Wet griff Cronje bei Dovrnberg an der Brücke über den Zandflutz mit dem Ergebnis an, daß Cronje 20 Buren, darunter U Verwundete, gefangen nahm. Zehn Buren fielen. De Wet erhielt jedoch Verstärüungen, denen cs gelang, tue Scfatigeiteit ju ße^reteit UttB Trvujes Wagen \u erbeuten. Das Borrücken der Türke« gegen Aegypten. (28335.'' Konstantinopel, 10. Nov. (Nichtamtlich.) Tie !Bllitter äußern lebhafte Freude über das Borrücken der türkischen Truppen aus ägyptisches Gebiet, das zum' Ziele habe, der seit 3.382 dauernden englischen Okkupation ein Ende zu machen. Tie Blätter betonen einmütig, das; die kanadischen und australischen Truppen außerstande sein werden, Aegypten gegen die Türken zu 'verteidigen. Der „Tanin" erklärt, die Ännektton Aegyptens tverd« nur rin sehr provisorischer Akt Englands sein, und erinnert an die Intrige Intrige der verworfenen Gegner, die ehemals unter dem Vorwände eines Bündnisses mit der Türkei sich Zypern angeeignet habe, um die englische Herrschaft im Mittelmeer gegen Rußland zu sichern. (28258 ) Konstantinopel, 11. Nov. Aus Bagdad wird berichtet, daß sich zahlreiche muselmanische Inder Und Afghanen als Kriegsfreiwillige melden. Mesopotamien besitze Gctreidevorräte für 5 Jahre. In Snryrna haben die 58ehörden drei englische Dampfer und drei englische und drei französische Schlepper sowie andere fremde Schisse beschlagnahmt Und die Besatzungen für kriegsgefangen erklärt. Aus dem türkischen Hauptquartier. Konstantinopel, 9. Nov. (WTB. Nichttlmtt.) Mitteilung des Hauptquartiers: Obschon Schnee und Nebel herrschen, dauert unsere Offensive an der kaukasischen Grenze an. Tie Russen leugnen den türkischen Sieg. (WTB.) Petersburg, 10. Nov. (Nichtamtlich.) In einer Mitteilung des Generalstabs der kaukasischen Armee wird bekannt gegeben, daß am 8. November bei Tagesanbruch der .Kampf in der Nähe von Kepriköi mit neuer Kraft tmeder ausgenommen Worden ist, als der Feind die gegen die Russen gesammelten Streitkräfte in der Nähe von Erzerum ttn- sctztc, die ihrerseits von der Besatzung dieser Festung verstärkt wurden. Am Nachmittag nahm der Kamps einen besonders hartnächgen Charakter an, als die Türken ihre Vorhuten durch neue Tiviswnen verstärkten. Indessen ser deren Versuch, einen der russischen Flügel zu umfassen, gescheitert. Zum Schlüsse heißt es: Tank der Tapferkeit konnten loir am Abend, als der Kampf nachlicf, alle eroberten Stellungen behaupten. Eine unserer Kolonnen bemächtigte sich der Stellung von Karakilisse und Alaschkertaka. Russische Anmaßungen in Persien. (WTB.) Konstantinopel, IO. Nov. (Nichtamtlich.) Bei der Besprechung der Verhaftung und Versckütung der K o n ! u l n Oesterreich-Ungarns und der Türkei in Täbrrs perweist das Blatt „Teraschmnan-Öakikat" daraus, wie sehr dieses barbarische Vorgehen mit der Höflichkeit in Widerspruch stehe, tveiche die Türken gegenüber den russisckzen Konsuln und Beamten >in der Türkei an den Tag legten und wie heuchlerisch das Dlant- sest des Zaren ist, das die Türken als Wilde uitd Folnde des 'Christentums hinstellte. Das Blatt erinnert an die in Petersburg gegen die österreichischen und deutschen Geschästslädcn sowie an die gegen .die Botschaslsgebände Oesterreickz-Ungarns und TeutMands begangenen barbattsck-en Ausschreitungen nrid betont, daß die Russen nach alledem kein Recht haben, im Namen der Zivilisation und des Christentums zu sprechen. Das Blatt richtet gleick'zttttg an Persien die Frage, wie lange es die seine Souveränität verletzenden Umtriebe dulden werde, irarnni es sich nicht beeile, die gegenwärtigen Verhältnisse zur Wiedererlangung seiner Unabhängigkeit zu benutzen. Außerdem sollte Persien seine Pflicht gegenüber dem Islam erfüllen. Das Konstmttrnopeler Blatt „Azatamaret" führt aus: Wir widersetzten Uns der Besetzung des vom armenischen Volke besiedelten Gebietes seitens Fremder. Das armenische Volk dar! nickst zu einenr .Handelsartikel noch Spekulattonsvbjekt einer fremden Regierung werden. Der armenische Soldat wird an allen Grenzen, die vom Feinde überschritten werden sollten, mit Entschlossenheit kämpfen. Mahmud Muchtar begiebt fich nach dem Hauptquartier. Berlin, 9.Nov. Wie das „Berliner Tageblatt" erfährt, ist der türkische Botschafter in Berlin, Mahmud Muchtar Pascha, heute abgereist, um sich auf besondere Einladung in das große Hauptquartier zu begeben. Berlin, 30. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Drei türkische Prinzen, begleitet vom hiesigen türkischen Botschafter und zwei deutschen Dolmetscher-Offizieren, reisten gestern vormittag um 8.14 Uhr mit dem fahrplannräßigen Kölner O-Zng vom Bahnhof Friedrichstraße nach dem Hauptquartier des Kaisers. Die Kämpfe der Desterrcicher. Wien, 10. Nov. (WTB. Nichtamtlich) Bon dem südlichen Kriegsschauplatz wird gemeldet: Die erbitterten Kämpfe an den Bergfüßen der Linie Sabae —Lies- n i e a wurden auch gestern dis in die Nacht fortgesetzt rutd hierbei einzelne feindliche stark verschanzte Stellungen erstürmt. Südlich der Cer P l a n i n a drangen unsere siegreichen Truppen weiter aus dem am Tage zuvor erreichten Räume östlich von Lv s n i e — Kru pans — L iub ovija vor. Auch lner kam eS zu hartnäckigen Kämpfen mit den Nachhuten des Gegners, die sämtlich in kurzer Zeit geworfen wurden. Unter den zahlreichen Gesangeneu befindet sich auch Oberst Radokovie, unter i>en erbeuteten Geschützen eine moderne schwere Kanone. Wien, 10. Nov. (WTB. Mchtamtlich.) Das „Frrmden- blatt" meldet ans Czernoioitz: Die an der Grenze bei Boja und Nmvosilieca stehenden Russen sandten gestern Schrapnells nach Czernowitz, doch wurden die feindlichen Batterien bald zum Schlveigen gebracht. Das Vorposten- gesecht bei Czernowitz endete mit dem Rückzug der Russe». Ist den Kämpfen östlich Czernowitz stehen meistens russische Landstürmer des letzten Jahrganges. Wien, 10. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Die „NeneFreie Presse" meldet aus Budapest: In Ostgal'izien und Bcssarabien sinden seit Tagen starke russische Kräfteverschiebungen statt, welche mit dem Kriege gegen die Türkei zusammenzuhängen scheinen. Eine österreichische Kriegsanleihe? Wien, 9. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Ist einer unter dem Vorsitz der Vertreter der dem österreichischen Konsow- tinm für die Durchführung der Kreditoperationen angehori- gen Banken wurde die Frage einer eventuellen österreichischen Kriegsanleihe erörtert. Die Vertreter der Banken erklärten, ihre Organisation für eine österreichische Kriegsanleihe zur Verfügung stellen und in BetätÜ^ung ihrer patriotischen Gesinnung alles ausbitten zu wollen, um einen vollen Erfolg herbeizu fuhren. Ei« neuer Tauchbootthp. New Bork, 8. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Wie die „New ?)ork Times" erfährt, beendete das Marinedeparte, ment die Vorstudien zu einem neuen Tauchboottyp, der größer sein soll als alle bisherigen. Das Tauchboot wird 900 Fuß lang sein, einen Aktionsradius von 3500 Meilen sowie eine Geschwindigkeit von 21 .Knoten besitzen. Die Kosten werden mit füns Millionen Mark angegeben. Aus Tsingtau entkommen. Aus der Schweiz, 10.Nov. (Ctr.Frkf.) Aus Tokio wird gemeldet: Major Zimmermann und fünf andere Offiziere seien laut „Kokumin" vor der Kapitulation, unbekannt wie, aus Krau tschau entkommen und befänden sich auf der deutschen Gesandtschaft in Peking in Sicherheit. (Frkf. Ztg.) Tic Deutsch-Amerikaner. Berlin, 11. Nov. Einem Brief aus New 2)ork entnimmt die „Vossische Zeitung" den Satz: Wirsindhieralle (Millionen von Deutsch-Amerikanern seit dem 1. August Reichsdeutsche geworden. Es gibt kein Opfer, das wir istcht zu bringen bereit waren. Wir sprechen sogar deutsch. 'Ter glänzende Lack ist von dem rauhen Kriegswind von der Oberfläche des Deutschamerikaners weggespült, es bleibt nur noch der Deut- s ch e. Seit Jahren der Entfremdung zum erstenmal« e i n einiges Deutschland in Amerika. Es wird große Folgen haben. Präge Dir den Namen Hermann Riddcr ein, er ist Besitzer der „Newyorkcr Staatszeitung" und politischer Führer. Skandinavische Zeitungen in Paris verboten! Kopenhagen, 10. Nov. (WTB. Mchtamtlich).) „Po- littken" meldet aus Paris: In den letzten vier Tagen hat die Zensur verboten, skandinavische Zeitungen auszutragen. Das Versagen der Feldpost in Frankreich. (WTB.) Paris, 10.Nov. (Mchtamtlich.) Ter „Temps" kritisiert das völlige Versagen der Feldpost und sagt: Während die Meiimng berechtigt war, daß sie nach dreimonatiger Erfahrung nichts zu wünschen übrig lassen würde, funktioniert sie mit organischen Stockungen. Ihre Pflicht, die sie übernimmt, unsere Soldaten und ihre Familien nicht olme Nachttcht zu lassen, erfüllt sie in keiner Weise. Protest über Protest, aber alles umsonst. Die schönsten Versprechungen, aber kein Erfolg! Die systematische Verzögerung der Briese, von der die Postverwaltung immer faselt, wäre noch vefftändlich, twnn es sich um Sendungen von Soldaten nach Hanse handelte, aber gerade diese kommen ziemlich ordnungsgemäß an. Die Bestellung ins Feld aber ist mangelhast. In den Bureaus häufen sich die Sendungen, sie blechen zur Versendung liegen und werden wegen Mangel besonders an geschultem Personal nicht einmal sortiert. Bei den Stäben gibt es ziemlich viel unbeschäsligta Leute, aus den Nordgebieten sind viele jetzt Dienstfreie geflohen, warum stellt man diese nicht an? Aber die Postverwaltnng ttennt eine hcrmcttsche Scheidewand von der Militärverwaltung. Die Paketbestellung ist ebenso unzuverlässig. Kann das nicht die Familien und Krieger entmutigen? Schmähungen des Deutschtums im Ausland. Berlin, 10. Nov. (WTB Nichtamtlich.) Die „Nordd. Allg. Ztg." schlecht: An dieser wtelle wurde schon daraus hin- gewiesen, daß es der deutschen Würde nicht entspricht, aus die im seindlichen Auslande verbreiteten unerhörten Schmähungen des Deutschtums mit gleicher Münz« zu erwidern. In der Tat übertrisst dasjenige, was in England, Frankreich imd Rußland an Verunglimpfungen nich Schmähungen unseres Kaisers, Heeres und alles uns Hochstehenden und Heiligen hervorgebracht wird, bei weitem auch die schärfsten Gegenleistungen ans deutscher Seite. Gleichwohl sind die zuständigen Stellen im Interesse des guten Rufes und der Würde unseres Volkes bemüht, allem, was an; diesem Gebiete berechtigten Anstoß erregen könnte, entgegen- zutreten. Sv beschäfttgt sich ein Runderlaß des preußischen Ministers des Innern an die Regierungspräsidenten mit den Klagen, die über den Verkauf anstößiger Kriegspostkarten in der Oessentlichkttt wiederholt erhoben worden sino. 28emr auch diese Klagen nach den angestelltcn Ermittlungen teils übertrieben sind und nn übttgcn von der würdigen Stimmung und dem guten Geschmack der Bevölkerung erwartet werden dürfe, daß sie minderwertige, alberne, den Feind herabwürdigende Machwerke von künstlerischen und patriotischen Erscheinungen, unter welchen sich auch solche von gesundem Humor bcsinden können, zu unterscheiden weiß und erstere durch Mchtankanf unterdrückt, so seren die Polizeibehörden doch ans den Kattenhandel aufmerksam zu machen, damit sie gegen die Auslage und den Vertrieb unzulässiger Erzeugnisse mit Warnung und nötigenfalls mit Zwangsmaßregeln Vorgehen. AU5 dem Reichs Der Vorstand des Deutschen Städtetages beabsichtigt eine Konferenz der Verttetcr aller großen Gemeinden zur Besprechung der Kriegsmaßnahmen der Städte cinzuberusen. Berlin, 10. Nov. (WTB. Mchtamtlich.) Die nächste und dritte Plenarsitzung des Reichstages findet am 2. Dezember, nachmittags 4 Uhr, statt. Der Gegenstand der Beratung wird demnächst mitgeteUt werden. Ueber die Beschäftigung Groß-Berlins ist, wie einer Mitteilung des Stattstischen Amtes zu entnehmen ist, zu be- ttchten, daß diese in der letzten Oktoberwoche eine Zunahme von 0.32 Prozent erfahren hat. Besonders bemerkt wird die lebhafte Entwickelung des weiblichen 'Beschästtgungskveises bei de» 28 Allgemeinen Ortskrankenkassen. Ernstes und heiteres von Eichener Freiwilligen. Gießen, 11. Nov. Das Regiment, bei dem zum großen Teil die Freiwilligen aus (stießen und seiner Umgebung stehen, kennen all'e unsere Leser, auch wenn wir, der Zensur gehorchend, seinen Namen verschweigen. Bon ihm seien im folgenden einige Zeilen aus Fekdpostb riefen angeführt, die um solider gelesen werden dürsten, als man weiß, daß unsere Freiwilligen in der letzten Zeit den Exerzierplatz mit dem Schlachtfeld vertauscht haben, und die wir der Ansmerffam- keit um so mehr empfehlen, als sich vor kurzem müßige Schwätzer gerade mit den Freiwilligen in einer Art befassen zu müssen glaubten, die durch diese selbst am besten Lügen gestraft wird. Wir lesen in einem langen Briefe ans dem Felde n. a.: „Nein, das war heute ein Tag der Freude. Ich habe noch nie so vergnügte strahlende Gesichter gesehen, wie heute, als Post ausgegeben wurde. Unsere Leute waren unzufrieden, weil wir immer noch nicht ganz vorn stehen. Jetzt ist alles vergwigt. Alles Unangenehme vergessen____ Unser Regiment hat 3 große Lastautos mit Post bekommen. .... In unserem Nest ist jetzt eine alte Dreschmaschine wiederhergestellt worden und wtt dreschen den Leuten hier ihre Frucht, weil sie sonst verlmngeru. Ebenso werden Kartoffeln für sie ausgemacht. Wir exerzieren wie in Friedenszeiten. Es tut einem nur bitter leid, daß der Exerzierplatz sttsche Aecker mit sprossender Saat sind. Einstweilen ist unsere Tättgkeit hier noch friedlich. Es ist kein Pettolenm da, also schlafen wir von einbrechender Dunkelheit bis morgens 7»8. Das ist doch wirklich lang genug. Das Essen ist allerdings mäßig. Wir machen uns nnr den ganzen Tag Quellkartoffel und esten sie. Das schmeckt immer noch gut. Wir setzen uns Gottseidank fast immer noch init Humor über sowas weg. Aus dem Marsch nach hier sind wir durch ein Städtchen gezogen, wo Gießener Landstürmer waren. Ein bayrischer Landsturmmann sagte, als wir, d. h. unsere Division an ihm vorbeizog: „Donnerwetter, 'man meint ja, die hätten zu Haus eine Maschine, wo sie immer neue Soldaten herausleiern!" Das ist doch sein, so was zu hören. Unsere Truppen, die wir hier trafen, machten alle einen famosen Eindruck. Unser Bataillon ist schon in der Linie. Wir stehen dem Korps zur Verfügung. Bekanntlich werden dazu Abteilungen genommen, von denen man etwa? Besonderes erwartet. Heute ist ein Korpsbesehl gekommen, daß sich die Freiwilligen-Regimentcr ganz ausgezeichnet geschlagen hätten und worin aufgesorderi wird, Leute zum Eisernen Kreuz vorzu sch lagen. Schl, erzählte, daß drei Leute in seiner Konrvagnie geschrieben bekamen, die Gießener Freiwilligen hätten die Flucht ergrissen. Ich bitte, diesen und anderen unsinnigen Gerüchten entschieden entgegenzutreten. Dieses Bttespapier stammt übrigens aus dem Bahnhof, wo wir ausgeladen wurden. Ta war in dem Bureau ein furchtbares Durcheinander und ich habe mir etwas Bttespapier mitgenommen. Heute scheint in der Schlacht vor uns etwas Ruhe zu sein. Heute ist Sonntag. Leute, von denen man es gar nicht erwartet, sagten mir: „Ich wollte, ich könme heute mal zu Haus in die Kirche gehen." Es ist in mancher Beziehung doch mancher anders geworden . . . In einer Feldpostlarte von einem Angehörigen des gleichen Regiments heißt es: „Wer von uns den ersten Inder gefangen nimmt, bekommt 150 Mark, für den zwttten gibts 75 uird für den dritten 50 Mark. Ist das nicht großarttg?____Wir verleben herrliche Abende. Leeres Zimmer mit offenem französischem Kämm. Loderndes Feuer. Zu sieben liegen wir daruui, rauchen und singen lustige Studenten- und liebe Httmatlreder. Das ist unsere Erholung ...." Bon der „Zudringlichkeit" der französischen Flieger, der landwirtschastlichen Tätigtest unserer Soldaten imd der Stimmung unter ihnen plaudert ein drittes Schreiben, das wie die beiden andern ebenfalls von einem Gießener Frei» willigen im gleichen Regiment stammt. Aus ihm geht u. a. hervor, daß unsere Freiwilligen draußen wenigstens den Borzug haben, daß sie vom Gießener Kartoffellrieg nichts merken. Die betreffenden Stellen lauten: „Draußen dröhnt es wieder ganz gewaltig, die Fenster zittern und über uns kreisen den ganzen Vormittag fremde Flieger, die andauernd von Ballonabwehrkanonen und auch von unserer Maschinengewehrkompagnrc befeuert werden. Das erregt immer allgemeines Interesse. Aus den verschiedenen Klängen kann man ganz genau unterscheiden — wenigstens hat man allmählich die nötige Gchörübung — ob man es mit Schüssen der Flieger, mit Granaten oder Schrapnells zu tun hat. Btt den ersteren sieht man zuerst meist ziemlich wttt ab vom Flieger eine grünlich schillernde Wolke austauchen, dann 2, 3, 4 und 5 und nach langer Zeit dröhnen die mächtigen Donner von oben her. Mau erwartete schon für gestern abend eine Ueiue Beschießung, da am Nachmittag Flieger unsere Anwesenheit mit Sicherhttt erkannt hatten, glllcklickierwttse konnten wir aber unsere gebratenen Hühner noch verzehren und dazu den von mir „erkundeten" Rotwein trinken» Das wäre auch zu gemein gewesen. Und heute vormittag exerzierten wir wie im tiefsten Frieden, während über uns andauernd Flieger beschossen wurden. Es ist ganz eigenartig, wie man. an solche Sachen ganz rasch gewöhnt wird. Es ist nicht ausgeschlossen, daß wir noch länger hier in Reserve liegen. Diese Zttt wird nicht ungenützt gelassen. Du kannst Dis denken, daß die hiesige Bevölkerung wie vor den Kopf geschlagen ist. Die Leute haben jede Fassung verloren und systematisches Arbeiten ist ein unbekannter Begriff. Dazu sollen sie nun wieder erzogen werden, d h. der landwirtschaftliche Betrieb wird wieder organisiert. Jede Kompagnie stellt heute eine größere Anzahl Leute mit Spaten und Hacken, da werden mit Hilfe der Landbevölkerung Kartoffel ausgemacht und angesammelt, andere dreschen Getreide usw. Dies geschieht aus zwei Erwägungen. Einmal steht der Winter vor der Tür, läßt man all das draußen stehen und verkommen, dann haben wir als die Eroberer des Landes die Verpslichtung, die Leute vor Hungersnot zu bewahren. Dann aber wollen auch wir leben, und seitdem man diese Sache planvoll! in die Hand nimmt, leben buchstäblich wirwicGottinFrank- r e i ch. Schließlich aber wird das Berttauen der Landlcute wieder geweckt. Wir werben btt unserer Arbeit von der katholischen Geist- lichkttt unterstützt. Es wäre wünschenswert, wenn diese Gedanken auch in unserem Lande bekannt würden, d. h. also, daß wir gewissermaßen 1 Kilometer hinter der Gefcchtslinie und im Granatseuer Kulturarbeit ttttben und organisieren. Wir haben hier in kttner Beziehung unter Unbotmäßiglttt der Bevölkerung zu leiden, sie ist freundlich und entgegenkommend. . . R. ist 10 Min. von uns, ein Ott, um den schwer gekämpft wurde. Es sieht unbeschreiblich dott aus. Die große herrliche Kirche hat gestern noch den Gnadenstoß bekommen, eine engl. Granate hat sie zu einem Tttimmerhausen gemacht. Denke Dir, oben in der Orgel saß ein ... er, wie er dorthin in den Trümmerhasen kommeun konnte, ist ttn Raffel, und spielte ein Tedeum. Eine ganz cigenattige Sttmmung packte uns, als wir aus dem Hausen von Steinen und Trümmern die Orgelklänge hörten. ... Die Stimmung unter den Leuten da vorne ist herrlich. Alle brennen darauf, den Engländern an den Kragen zu können. Trotz unserer guten Gläser konnte man vom Feinde nicksts sehen, allzulange kann man sich mich nicht aufhalten, da sie sogar aus ttnzelne Leute Granaten verschwenden. Die Gegend hat hier große Aehnlichkeft mit der Lüneburger Heide, viele Häuser sind noch mit Stroh gedeckt. Aus den Feldern liegt viel verendetes Vieh. Wir haben hier in B. für unsere Komvagnie 21 Kühe eingttangen und wollen morgen mit Bitttern beginnen. 200 Zentner Kartoffeln sind ttngebracht und heitte wurde wieder gedroschen. . Du sieW also, daß der landwirtschaflliche Betrieb blüht. Schließlich noch ein Lebenszeichen von einem, dem Feldküche und Quellkartosfeln allein nicht genügen, und der in. anderen Briefen um die Zusendung von einigen schmackhaften Zugaben bittet. Als diese Briefe nicht schnell genug den gewünschten Erfolg hatten, griff er zum Lapidarstil und schrieb die folgende Feldpostlarte: „Uih, was Hammer Hunger! Schickt Futter!" I Aus allem sieht man, daß es dem Regiment, bei dem die Gedanken so vieler Gießener weilen, den Umständen nach recht gut geht, und daß nichts falscher ist, als unsere wackeren Freiwilligen anders einzuschätzen wie die älteren Kameraden. Wenn es erst ernst an den Feind gehl, werden wir auch von ihnen so Rühmliches hören, wie vom Regiment 116. Ar»r Stadt und LanS. Gießen, 11. November 1914. ** Die Familien-Kriegsunterstützung der im Felde und im Garnisondienst stehenden Mannschaften hat im Oktober l. I. in unserer Stadt rund 27 000 Mk. erfordert. 'Davon tragen 17 000 Mk. das Reich imd der Kreis, und 9000 Mk. schießt die Stadt Gießen zu. Durch die weitere Einziehung von Mannschaften für den Heeresdienst ist diese Aufwendung noch in ständigem Sleigen begriffen. ** Feldpostbriefe nach dem Feldheer im Gewicht über 250 bis 500 Gramm sind, wie gestern schon kurz mitgetttlt, für die Zttt vom 15. bis einschließlich 21. November von neuem zugelasseu. Die Gebühr beträgt 20 Pf. Die Borschristenüberdie Verpackung sind während der ersten Zulassungszttt leider vielfach nicht gehörig be- achttt worden. Jnsolgedeffen sind zahlreiche Päckchen mit Waren- inhalt schon btt den Postsammelstellcn beschädigt und mit teilweile verdorbenem Inhalt angekommen. Um der Wiedettehr solcher Erscheinungen vorzubeugen, wird nochmals dringend empfohlen, zur Verpackung nur sehr starke Pappkartons, festes Packpapier oder dauerhafte Leinwand zu verwenden. Für die Wahl des Verpackungsstosses ist die Nattir des Inhalts maßgebend: zerbrechliche Gegenstände sind ausschließlich in starken Kartons nach vorhettger Umhüllung mit Papier oder Lttmvand zu verpacken. Die Päckchen, auch die mit Klammerverschluß versehenen, müssen allgemein mit dauerhaftem Bindfaden fest pmschnürt werden, bei Sendungen von größerer Ansdehrmirg in mehrfacher Kreuzung _ Dir Ausschristen sind aus die Sendungen niederzuschreiben oder unbedingt haltbar auf ihnen zu befestigen und müssen deutlich und richtig sein. Auf die Verwendung Nein« Betlei- imn-sstnrle und Gebrnuchsgegenitändc brrrucht sich der Päckchcn- »erketzr nicht zu beschränken. Es sind auch Lebens- und Gennßmittel zulässig, aber nur solveit, als sie sich zur Be- föredcmig nttt der Feldpost eignen. Ausgeschlossen sind leicht verderbliche Waren, wie frisches Obst, Butter, Fett, frische Wurst; ferner feuergefährliche Gegenstände, wie Patronen Strcickj- HArcr und Taschenseuerzerrge mit Benzinsüllung. Päckchen m i t Flüssigkeit! lind nur Mgclassen, wenn die Flüssigkeit in einem starken, sicher verschlossenen Behälter enthalten und dieser in einem dnrchlochten Holzbllock oder in eine Hülle aus starker Pappe fest verpackt iit, sowie sämtliche Zwischenräume mit Baumwolle, Sägespänen oder einenr schivammigen Stoffe so angesüllt sind, daß beim Schadhaftwerdei, des Behälters die Flüssigkeit ausgesaugt wird. Sendungen, die den vorstehenden Bedingungen nicht entsprechen, werden von den Postanslalten unweigerlich zurückgew esen. ** Verluste der Maschinengewehr-Kompagnie Infanterie-Regiments l 1 6. Vom Bezirkskommando erhalten wir die nachstehende V e r l u st l i st e der Maschinengewehr- Kompagnie des Regiments Nr. 116 vom 31. Oktober und 1. November (Gefecht bei Le Quesnoy), die der jetzige Führer der Kompagnie, Oberleutnant Müller, dorthin eingesandt hat: Hauptmann Poly, Gießen, tot. — Vizeseldw. Hantel. Großen- Linden, tot. — Vizeseldw. Amend, Gießen, lverw. — Ujfj. Nicklaus, Gießen, schverw. — Ufsz. Rau, Gießen, schoerw. — lkssz. Schneider, Ernstdors, schverw. — Ufsz. d. Res. Rübsam, Mainz, schverw. — Ufsz. Stork, Günnigfeld, lverw. — Ussz. Kraas, Schwerte, lverw. — Gesr. Fischer, Gießen, lverw. — Gesr. Schomber, Beuren, schverw. — Gesr. d. Res. Hartmann, Meßbach, lverw. — Gesr. Bäumlcr, Mainz, lverw. — Res. Meyer, Rabertshausen, schverw. — Res. Aberle, Franksurt a. M., lverw. — Ers.-Res. Grimm, Ofsenbach a. M., lverw. — Ers.-Res. Titschler, Osfenbach a. M., schverw. — Ers.-Res. Regu, Bieber, tot. — Res. Einhäuser, Älten-Buseck, schverw. — Res. Launspach II Iieiskirchen, lverw. — Res. Dietze, Tarmstadt, lverw. — Musk. Koch, Lülerkborn, tot. — Musk. Hollstem, Offstein, schverw. ** Feldbriefe aus allen Himmelsrichtungen haben sich auf unserer Redaktion in den letzten Tagen wieder in großer Zahl angesammelt; von Angehörigen aller Formationen der 116 er, vom Landsturm, selbst von hoher See, so letzthin vom Kreuzer „von der Tann" gingen uns in kaum geringerer Zahl Krieg spoesien der verschiedensten Art zu. Bei der erdrückenden Fülle dieser Einsendungen ist es uns selbstverständlich schon aus Raummangel nicht möglich, von dem reichen Material den Gebrauch zu machen, den die Einsender meistens wünschen. Soweit wir die uns überlassenen Schreiben nicht an anderen Stellen veröffentlicht oder dem Absender zurückgegeben haben, können wir aus dem Rest nur eine kleine Blutenlese veranstalten. Unsere Marine soll zuerst das Wort haben: „Von der Tann", 1. Nov. 1914. Unserer lieben Heimatstadt Gießen senden die besten Grüße die Gießener von S. M. Panzerkreuzer „Bon der Tann". >Bovts-Maat W. .herrmann, Ober-Sanitäts-Gast W. Walz, Heizer Fr. Klotz, Matrose H. Kehl." Dem Verein ehemaliger 116er dankt ein schlichter Landwehrmann aus dem Felde für die gesandten Gaben und die Unterstützung seiner Lieben: „Liebe, werte Kameraden! Soeben erhalte ich ein Liebesgaben-Paket, welches mir sehr große Freude bereitet hat, und wofür ich herzlich danke. Ich und meine Kameraden liegen gerade westlich D. im Schützengraben 109 m vom Feinde entsernt, und da ist es eine große Freude, etwas zu rauchen zu haben. Besonders danke ich für die gütige Unterstützung meiner Familie. Gott wird es dem Verein lohnen." Wie man auch iin Felde daran denkt, den Taheim- gebliebenen die Sorgen zu erleichtern, zeigt, folgender rührende Zug, den wir dem Brief eines aktiven 116ers entnehmen. „Ich habe iin der Kompagnie einen Unter st ütznngssonds für die Angehörigen der Reservisten und Landwehrleute geschaffen. /Die Junggesellen und solche, die weniger ihre Löhnung gebrauchen, stillen au jedem Löhnungstage etwas für den Fonds, und so sehen die Leute, daß bis aufs äußerste für sie gesorgt ist, fühlen sie sich wohl und werden chr Leben lang an die Kompagnie denken, die sich sogar in dieser schweren Zeit der Angehörigen ihrer Untergebenen erinnert. In der Kompagnie ist dieser von mir gemachte Vorschlag am ersten Löhnungstage mit der Sammlung von 110 Mk. beantwortet worden, so daß ich 11 Wehrleuten je 10 Mk. auszahlen konnte." Vielen unserer Wackeren genügt es nicht, die Korw- pagnie oder das Regiment summarisch für die Liebesgabensendungen danken zu lassen. Sie möchten Gelegenheit haben, ihre dankbare Gesinnung zu spezifizieren. So schreibt uns ein Unteroffizier im Auftrag der Mannschaften der 10. Kompagnie Jnf.-Regts. 116: „Verehrte Redaktion! Bei den Liebesgaben, die wir empfangen (bes. Strümpfe, Näh- bentel), liegen oft Zettel mit den Worten „Unfern l. Vaterlandsverteidigern" oder „Mit Golt für Kaiser und Reich" bei, aber ohne Namen der Schreiberin oder des Schreibers. Wir bitten deshalb in Ihrer werten Zeitung zu veröffentlichen, daß die l. Spender Namen und Wohnorte dazusetzen, damü wir denselben aus dem Kriege durch eine Karte danken können, was doch sicher große Freude macht." Uebrigens hat eine ganze Anzahl unserer Leser diese Anregung schon vorher befolgt, denn viele haben darauf Persönlich Dankschreiben von den Empfängern der Liebesgaben erhalten. — ' Ein Freiwilliger hat die Eisenbahnfahrt zwischen Na- mur und Maubeuge zum Dichten benutzt. Die Veröffentlichung der Verse müsien wir uns leider versagen, aber die Mitteilung, daß er und seine Kameraden „schon mittenmang" sind", sei gern wiedergegeben. Wie nahe Scherz und Ern st draußen zusammenwohnen, zeigt nachstehende Briefstelle: „Eins ist sicher, und das ist wahrlich das Beste: Der Deutsche er ist ein Krieger, >vie ihn seinesgleichen keine Macht besitzt. Kaltblütig nud tapfer ist er, ein Gegner von besonderer Güte. In all die grausigen Eindrücke nrischt sich das Klaoierspiel und das Singen der Soldaten „Wenn ein Mädchen einen Herrn hat etc." Ja, k ö st l i ch i st ein S o l d a t e n h e r z, es ist gestählt und tjt allem Elend ist der Humor stets vorhanden. Da plötzlich eine Musikkapelle. Was ist das? Alles verstummt. Unter den Weisen des Chopinschen Trauermarsches wird ein Haupt- mann zur letzten Ruhe getragen. Aus dem Friedhofe der zerschossenen Kirche hat man ihm ein Grab gemacht, und gefolgt von Obersten und Ossizieren, tragen 6 Mann die Leiche des wockern Hauptinannes. Der Geistliche hält eine Ansprache, die Musik spielt das Gebet und alle Augen sind feucht. Kanonendonner senden aus der Ferne diesem auf fremdem Boden liegenden Helden den letzten Gruß ins Grab. . Die wackere Tat eines Reservisten aus Großen- Linden, der bei den Marburger Jägern kämpft, schildern jolgendc Zeilen: ,,Bei Erstürmung eines feindlichen Schützengrabens wurde im Handgemenge dem Kompagnieführer durch einen Schuß in die Hand der Degen enttissen. Ein Franzose, der den wastenlosen Offizier wahrnahm, wollte dies rasch ansnützen, indem er das Gewehr erhob, um ihn von hinten zu erschlagen. Schon hatte der !Franzmann die Wafje zum tödlichen Schlag erhoben, da sprang in demselben Moment der Gefreite Velten, der der Feinde, die auf ihn selbst eindrangen, nicht achtete, hinzu und stieß den Franzosen mit dem Bajonett nieder. Der Hauptmann, der erst jetzt sah, in welcher Gcstlhr er geschivebt hatte, klopfte Belten ans die Schulter und sagte: „Das haben Sie brav gemacht, Velten, ich werde es Ihnen nie vergessen." Kurze Zeit daraus erhielt Velten das Eiserne Kreuz." Den Beschluß mag ein kleines Stimmungsbild machen, das erkennen läßt, wie unsere Soldaten in allen Sätteln gerecht sind und im Handumdrehen aus einem nassen Viehwagen einen vielbeneideten Aufenthalt machen können: „Die Stiefelschäjte sind bis obenan voll Wasser, bis an die Knöchel stampften wir in dem Schlamm und Morast herum. Dazu waren die Knochen durch das Liegen in den Schützengräben schon steif und halb erstarrt. Nachts um 1 Uhr kamen wir an dev Station an und wurden auch sofort verladen. Wie sroh wir waren, endlich in einem wasserdichten Wagen zu sitzen, wenn es auch nur im Viehwagen war, können Sie sich wohl denken. Der Wagen wurde halb mit Stroh gepackt, und wir krochen hinein wie die Mäuse. Als der Zug auf offener Strecke längere Zeit hielt, meinte auf einmal ein ganz Schlauer, es wäre sehr schön, wenn wir einen brennenden Ofen im Wagen hätten. Gesagt ■— getan. 'Drei Grenadiere springen ans dem Wagen und begeben sich aus die Suche nach einem Ofen. Ich war natürlich auch dabei, bei so was durfte ich nicht fehlen. Es dauerte auch nicht lange, da kehrten wir mit einem solch nützlichen Instrument zurück. In irgend einem Bahnwärterhäuschen hatten wir den Ofen — na, sagen wirs offen — gekrampst, mitsamt dem Ofenrohr, Kohleneimer mit Inhalt, Feuerhaken und Schaufel: also eine ganze komplette „H e i z u n g s a n l a g e" schleppten wir aus dem Rücken heran. Im Handumdrehen war die Heiznngsanlage von fachmännischer Hand montiert und bald brummte ein Kohlenseuer im „Kanonenosen". So konnten wir wenigstens unsere Kleider trocknen und unsere erfrorenen Knochen austauen. Es dauerte nicht lange und Freund „Humor" hielt seinen Einzug bei den Grenadieren im Viehwagen mit der Heizungsanlage. Himmelgroße Witze wurden gerissen, daß es nur so eine Art hatte. So flössen die Stunden dahin und leider war die Fahrt zu schnell zu Ende. Am Nachmittag des 3. Oktober kamen wir in der Eirdstatton „C." an. Mit einem Gefühl von Wehmut verließen wir unser „Trautes Heim", den „Viehwagen mit der Heizungsanlage". ** Kriegshunde. Zur Ausbildung von Führer- und Sanitätshunden für den Gebrauch im Felde sind den hiesigen Vereinen, die deren Ausbildung besorgen, 16 Hunde von Besitzern aus ganz Oberhessen überlassen worden. Auch haben sich bereits 6 Führer, die bereit sind, mit Hunden ins Feld zu gehen, gemeldet, eine Zahl, die allerdings noch eine Vermehrung vertragen würde. Unter dem zur Verfügung gestellten Hundematerial besindet sich eine ganze Anzahl sehr edler und wertvoller Tiere, mit deren Dressur bereits ein viel versprechender Anfang gemacht worden ist. ** Landwirtschaftliche Genossenschaftsbank, D a r m st a d t. Die stille Liquidation der Landwirtschaftlichen Genossenschaftsbank in Tarmstadt hat in der letzten Zeit bedeutende Fortschritte gemacht. Die Schwierigkeiten, die der Landwirtschaftlichen Genossenjchastsbant erwachsen sind, sind bekanntlich zum großen Teil dadurch herbeigesührt worden, daß die frühere Leitung der Bank außerorventlich große Summen bei der Reichsgenossenschaftsbank in Frankfurt a. M. sest- flclcgt hat, und daß letztere ihre Zahlungen einstellen mußte. Das Engagement beläuft sich aus nicht weniger als rund acht Millionen Mark. Nach schwierigen Verhandlungen ist es nunmehr gelungen, eine befriedigende Verständigung mit der .Reichsgenossenschaftsbank herbeizuführen. Im Hinblick aus die schweren Verluste, die das hessische Genossenschaftswesen erleidet, haben die üdrigen Gläubiger der Reichsgenossenschaflsbank aus ihre Forderungen zu Gunsten der Landw. Genossenschaftsbank in Darmstadt verzichtet n nd die Werse der Reichsgenossenschaftsbank wurden der Landw. Genossenschaftsbank zur Verrechnung ans ihre Forderung überwiesen. Gleichzeitig wurde von genossenschaftlicher Seile im Reiche ein erheblicher Barbetrag zur Deckung der sonstigen baren Verpflichtungen der Reichsgenossenschaftsbank aufgebracht, damit die Landw. Genossenschaftsbank in Tarmstadt hierdurch nicht belastet wird. Die Landw. Genossenschaftsbank löst die Sicherheiten, die die Reichsgenossenschaftsbank bei der Landwirtschastlichen Hypo- thekenbanl in Franksurt a. Main gestellt hat, aus, so daß die Landw. Hypothekenbank in Frankfurt a. M. wieder das Psand- briesprivileg erhält und flott wird. Unter dem ausdrücklichen Vorbehalt, daß das Pfandbriefprivileg erteilt wird, hat die vorgestern in Franksurt abgehaltene Aktionär-Versammlung der Reichsgenossenschaftsbank den Vereinbarungen zugestimmt und die Liquidation der Reichsgenossenschaftsbank beschlossen. Hierdurch werden auch die erheblichen Berwaltungs- kosten der Reichsgenossenschaftsbank, die letzten Endes der Landw. Genossenschaftsbank zur Last fallen würden, für die Zukunft erspart. Durch diese Maßnahmen wird die stille Liquidatton der Landw. Genossenschaftsbank in Darmstadt znmBe st ender hessischen Genoss enschafteninerfreulicherWeisegesördert. Es ist anzunehmen, daß die wenigen hessischen Genossenschaften, die seither der stillen Liquidation noch nicht zugestimmt haben, sich der gütlichen Verständigung nunmehr alsbald anschließen werden. ** Zeitgemäße Warnungen verbreitet das Wolfs'sche Bureau: Immer noch tun sich anläßlich des Kriegszustandes A u s - kunststellen über Verlvundete und Vermißte auf. Die Tätigkeit solcher privater Auskunftsstellen widerspricht den militärischen Interessen und ist v erboten: sie dient auch nicht dem Interesse des Publikums, da die Arbeiten solcher Institute gar nicht kontrollierbar sind und die gegebenen Auskünfte im besten Falle den Auftraggeber nicht zeittger erreichen können, als die kostenlos gewährten Auskünfte der amtlichen Stelle des Kriegsministeriums, Berlin, Dorotheenstraße 59. — In bewegten Zeiten blüht leider auch stellenweise der Aberglaube und sucht sich seine Opfer unter denen, „die nicht alle werden". Phrenologen und Wahrsager bieten sich an und auch der religiöse ...Ketten- b r i e s" taucht wieder auf. An sich ein harmloses Gebet, ist er doch geeignet, Unheil zu stiften, da er neun Tage hintereinander einem andern lieben Menschen ohne Unterschrift zugesandt werden muß; wer dies verabsäumt, dem droht Unheil. Es liegt klar zu Tage, daß das ein Unfug ist, vor dem gewarnt werden muß. ** Postnachrich t. Von jetzt ab gelten neue Einzahlungskurse: Für Postanweisungen nach Niederland 100 Gulden gleich 188 Mark. Nach den Vereinigten Staaten von Amerika 100 Dollars gleich 458 Mark. Landkreis Gießen. -r- Annerod, 10. Nov. An Geldbeiträgen kür das R o t Kreuz gingen seit Beginn des Krieges in unserer Genieinde ein: Bei einer Haussammlnng an> 9 August 407,50 Mark, bei der Kirchenkollekle am 9. August 40 Mk. und aus einer Rrieqsbetstnnde 5,50 Mk., zusammen 453 Mk., welche teils an die Zweigstelle in Gießen, teils an die Hauptstelle voni Rolen Kreuz in Darinstadt abqelielert wurden. Am Erntedanksest ivurden weitere 403,40 Mk aelanimelt, welche teils sür die Gemeinde-Krankenvflege, teils zur Versendung von kleinen Liebesgaben sür die ans der Gemeinde ins Feld gerückten Krieger dienen foflen; ein etwaiger Rest soll womöglich eraänzt werden »iid sür die^ dnrch den Krieg geschädigten Ostpreiißeii Verwendung finden. Für bedrängte Familie» von Kriegstetlnehniern a>is uiiserer Gemeinde wird in de» Sonntags- Gotlesdienncn iorliauiend gelainnielt. Es giiigen hierkür bi? jetzt etiva 110 Mk. ein. — An Aatnraliengaben koniiten an die Zweig- nelle in Gieße» abgelieiert iverden: 60 Eier, 7 Pfimd Speck, 26 Zentner Gemüse, 30 Malter Kartofselii, 2 Flaschen Wein, 3 Pfimd Dörrobst und 200 Kuchen. An Kleidungsstücken gingen ab: 18 Paar Strümpfe, 27 Wollhemden, 66 leinene Hemden und 7 Unterhoseii. Für den Lazareligebrauch standen ziir Bersügung: 23 Bettücher, 15 Kissen- und Bettbezüge, 2 wollene Decken, 13 Unterlage» »nd 26 Handtüeher. Mnncherlei Nahrungsniittel, wie z. B. Milch und Kuchen, ivurden verschiedentlich auch unmittelbar an die Verwundeten iit den Laiaretten verabreicht. Ö Rodheim b. Hungen, 11. Nov. Daß unsere Gemeinde an Opferwilligkeit und Gebefreudigkeit hinter andern Gemeinden des Kreises Gießen nicht zurücksteht, beweisen folgende eingegangene Geldspenden und Liebesgaben fürs Rote Kreuz und Kriegs- Hilfe. Zwar wurden die hier gesammelten Gaben nicht an das Kreiskomitee abgeliefert, sondern nach Ermessen des hiesigen Ortsausschusses verteilt. Es wurden 90 Mark bar an das Reservelazarett II zu Gießen abgeführt, 100 Mfirk an hiesige bedürftige Familien von Kriegsteilnehmern gegeben, 83 Atark für die Hinterbliebenen der Gefallenen an die Post zu Hungen geschickt, über 30 Mark für WoUe ausgegeben, und 175 Mark bar sind noch vorrätig. Wetter ergab eine Sammlung bei hiesigen Einwohnern 125 Hemden, 52 Bettücher, 98 Paar Strümpfe, Kissen, Bezüge, Handtücher usw. 430 Eier und eine Wagenladung Gemüse, Kar- tosfeln und Aepsel erhielt das Reservelazarett II zu Gießen. Heute geht eine Sendung Kartoffeln und Gemüse für die Ober-Elsässer nach Mülhausen ab. 30 Kriegsleilnehmer wurden durch die Gemeinde versichert. — Am letzten Sonntage versammelten sich die Jugendwehren von Langd, Rabertshausen, Rodheim und Stein- Heim unter Führung der Lehrer dieser Gemeinden zu einer gemeinschaftlichen Kriegsnbung zu Rodheim. Kreis Schütten. § Schotten, 10. Nov. In den Gemeinden des Kreises wurden bis jetzt nahezu 21000 Mark für das Rote Kreuz gesammelt. — Vorige Woche fand aus dem „Bockzahl" eine Instruktion für die militärische Vorbildung der Jung- mannschaften des Kreises durch Leutnant der Reserve Petri aus Gießen statt. Die Uebungsleiter der einzelnen Genieinden waren säst vollzählig erschienen. Die hiesige Jungmannschast führte das in der Kürze Gelernte vor und fand allseitigen Beisall. In allen Kreisen der Bevölkerung bringt man den Bestrebungen reges Interesse entgegen. Starkcnburg imd Rhcinhessen. O Ober-Mossau, 10. Nov. Tie hiefiae Psarrstell- ist Piarrasfistent Müller ans Jugenheim (Rheinhessen) übere tragen ivorden. Der neue Piarrer ist der sünite Geistliche, der innerhalb Jahresirist in unserer Gemeinde wirkt — gewiß ein seltenes Vorkommnis. O Wald-Michelbach, 10. Nov. Zum Amtsrichter bei den, hiesigen Amtsgericht wurde Werichtsassessor Paul Schmidt in Bad-Nanheini ernannt. Tie Neubesetzung ist notwendig geivorden insolge des Todes des Oder-Amtsrichters Bickel Haupt, der in Frankreieh gefallen ist. O Rim ha eh, 10. Nov. Mit dem Eisernen Kreuz ivnrde der llnterosfizier Philipp S eh a a b im Jns-Regt. 118 ausgezeichnet, der Turnwart unseres Turnvereins. O Birkenau, 10. Nov. Wehrmann Kinnscher ff erhielt die hessische Tapferkeits-Medaille. Hessen-Nassau. [] Marburg, 10. Nov. Die ZahlderStudieren- d e n der hiesigen Universität beträgt in diesem Wintersemester nur 2032, darunter 165 Damen. Neu eingeschrieben wurden 144 Studierende, darunter 36 Damen. Es studieren Theologie 221, Jurisprudenz 260, Medizin 597 (darunter 30 Damen), Philologie 954 (darunter 135 Damen). Der weitaus größte Teil der Studierenden ist ins Heer eingctreten. () Frankfurt a.M„11. Nov. An der U n i v e r s i t ä t Franksurt a. M. sind für das laufende Wintersemester bisher 380 ordentliche Studierende immatrikuliert. In Anbetracht des Umstandes, daß es sich ausschließlich um neu immatrikulierte Studierende handelt, da die ncugegründete Frankfurter Universität nicht wie die andern über einen alten Stamm von Studierenden verfügt, übersteigt die Ziffer die Erwartungen, die man nach den gegebenen Verhältnissen hegen konnte, nicht unbeträchtlich. Die letzte öffentliche Jms- matri.kulatwn findet Freitag. den 13. Nov., statt._ Danvel. — Höchstpreise für Metalle. Nachdem in der letzten Zeit trotz der Zurückhaltung, die sich die führenden Firmen auferlegt haben, die Metallpreise eine in den Verhältnissen durchaus nicht berechtigte Steigerung erfahren haben, steht jetzt, so schreibt man der Franks. Ztg. aus Berlin, die Festsetzung von Höchstpreisen für eine Reihe von wichtigen Metallen (zunächst sür Kupfer, Aluminium, Antimon und Nickel) nahe bevor. Es ist zu erwarten, daß durch diese Maßnahme auch die jetzt in der Hoffnung aus wettere Preissteigerungen zurückgehaltenen Vorräte dem Markte zugesührt werden. kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. Heute abend 8 Uhr: Kriegsbelstnnde in der Johanneskirche. _ Piarrer Bechtolsbeimer. Wetteranssichten in Hessen am Tonnerslaa, den 12. Nov. I314r Trüb, Regeniälle, etwas wärmer, westliche Winde. Letzte Nachrichten. Aus Luxemburg. Luxemburg, 11. Nov. Der Eröffnung der dies-, jährigen Luxemburgischen Kammersession wird die Großherzvgin Maria Adelhaid mit ihrer Mutter und drei Prinzessinnen beiwohnen. D i e Großh er zogiu. wird selber die Thronrede verlesen, was .seit langer Zeit nicht vorgekvmmen ist. Man glaubt, daß die Großhcrzogin bei der Eröffnungssitzung der Kammer Gelegenheit geben wird, die deutschen Anschauungen aus direkter Quelle kennen zu lernen, in der Thronrede die internationale Lage Luxemburgs besprechen und gleichzeitig durch ihr Erscheinen im Parlamcntsgcbäude die im Auslände verbreiteten Gerüchte über eine Gefangennahme durch die Deutschen entkräften werde. Englische Flieger bei Brüssel. Rotterdam, 10. Nov. In der vergangenen Woche versuchten englische Flieger vergeblich, aus das Benzttilager in Haren, nördlich von Brüssel, Bomben zu werfen. DasLager wurde nicht getroffen. Der angerichteteSchaden ist gering. In Belgien ist der Bahnverkehr fast vollständig wieder hergestellt. Diplomatische Mißerfolge des Dreiverbandes aus deni Balkan. Athen, 10. Nov. Aus gutinsormierter Quelle wird erklärt, daß die Diplomatie des Dreiverbandes ihre Anstrengungen in den neutralen Balkan-Hauptstädten scheitern sieht. Derselben Quelle nach lehnte Bulgarien es ab, sich gegen die Türkei zu erheben, trotzdem ihm als Lohn von dem Dreiverband Thrazien mit Adrianopel versprochen wurde. Dies wird als Beweis, dafür angesehen, daß das Einvernehmen der Türkei mit Bulgarien' effektiv ist. Französische Beurteilung der Kampflage. Genf, 10. Nov. Tie Kriegslage wird von den französischen Blättern dahin beurteilt, daß die Deutschen zum letzten Streich a u s h o l e n, um die Verbündeten im Norden zu schlagen. Man möge nicht vergessen, heißt es, daß dieser Kraft- auswand womöglich noch größer sein wird, als der seit drei Wochen unternommene Versuch. Die Deutschen werden nicht auf den so lange begehrten Besitz der Küste von Calais verzichten, bis sie nicht ihre letzte Karte ausgespielt haben. Bei den großen Hilfsmitteln, über die der deutsche Generalstab verfügt, ist es unmöglich, im voraus zu wissen, wie dieser äußerste Kampf im Norden verlaufen wird. Man wird einer erbitterten Schlacht entgegensehen müssen. Bulgarien und Serbien. Konstantinopel, II. Nov. Wie der „Osmmiische Lloyd" berichtet, habe die buligarisrhe Regierung ihren Gesandten in Nasch angewiesen, der serbischen Regierung folgende Forderungen zu unter breiten: 1. Serbien entläßt sofort aus seiner Armee die aus Macr- donien stammenden bulgarischen Soldaten: 2. die serbische Regierung bestraft sofort jene Serben, die den nach« Strumitza entsandten bulgarischen Abgeordneten Gregoriew ermordeten; b. die serbische Regierung trifft geordnete Maßnahmen, um das Treibeir der serbischen Behörden in Maeedonien unmöglich zu macken: 4 die bereits geioählte serbisch-bulgarisckx Kommission beginnt in dem Gebiete Gewgbcli und Jjttp sofort ihre Tätigkett. Halil Bcy in Bukarest. Bukarest, 11. Nov. Halil B e y, der Präsident der türkischen Kammer, dcr vor seiner Erwählung zum Kammerpräsideitten als Bolschaster in Bukarest auserseheu lvar, ist in besonderer Mission in Bukarest «ingetrosse». / JTm Kampfe für das Vaterland fiel am 1. November unser lieber Corpsbruder Ernst Bötticher, stud. med. Einj.-Freiw. Gefreiter im Infanterie-Regiment Nr. 116. Der C. C. der Starkenburgia. 11385D Den Heldentod fürs Vaterland starb auf Frankreichs Erde am 21. Oktober mein innigstgeliebter Mann, der gute Vater seines Kindes, unser lieber hoffnungsvoller Sohn, Schwiegersohn, Bruder, Schwager und Onkel Unteroffiz. Theodor Ludwig Philipp 7. Kompagnie Reserve-Regiment Nr. 116 im 29. Lebensjahr. M Steinberg u. Lang-Göns, den 11. November 1914. In tiefer Trauer: Frau Tiaric Philipp und Kind Familie Johannes Philipp Hi. Familie Johannes Hänser III. Familie Karl Khmer Familie Karl Philipp II. Den Heldentod für das Vaterland starb auf Frankreichs Erde am 24. Oktober mein innigstgeliebter Mann, der treusorgende Vater seines Kindes, unser lieber Sohn, Schwiegersohn, Bruder, Schwager und Onkel Karl Andreas Baiser Im Rescrve-Inf.-Regt. Nr. 116, 7. Komp. In tiefer Trauer: Christine Kaiser, geh. Hahn u. Kind Vier Familien Baiser Familie Hahn Oppenrod,Frankfurt a-M., Familie Heinrich Brück III. Beuern, Homberg Familie Dort a. d. Ohm. Familie Schmidt. 11366 Am 22. August starb bei Anloy den Heldentod fürs Vaterland unser lieber, guter, unvergesslicher Bruder, p aaj Schwager und Onkel Wilhelm Konstanz Musketier der 10. Komp. Inf.-Regiments 116 im Alter von 22 Jahren. Die tieftrauernden Hinterbliebenen: Familie Heinrich Konstanz II. Familie Heinrich Karl Kessler Bertha Konstanz. [ 07m Grossen-Buseck, Steinbach, Giessen, den 10. November 1914. Gesund und Irisch das Leben fürs Vaterland gegeben. Imiiicimiin'n'nTMmmniiiiiiiiiiiliiiMCMiiliiimilimiiiiiiniibimiHiimiiiilllllilblliillllillillilliinillllillilli/illllhilildiiiv Meine Puppen-Kiinik ist eröffnet Ferner biete grösste Auswahl In gekleideten und ungekleldeten Gelenk-Puppen Stoff- und Ledergestellen Charakter-Puppen — Puppen-Wäsche, -Kleider,-Schuhe, -Strümpfe, -Schürzchen, -Hütchen und -Mützchen. — Ferner echte : Haar-Perücken; 11369 1 J. H. Fuhr, Sonnenstr. 25 .................... ......imimimiin....................................................... .............................. Fluß- u. Seefische I. M. Schulhof Telephon 119. — Promoter Versand nach ouSioätfä.l 1 '’ 26 * «Trauer empfehlen unser Lager ing Trauerhüt., scirw. Schürzen, schw. Satin - Blusen, schw. Handschuhen, Trauer-Flor, Crüpe, schwarze Krawatten, Telephonieren Sie Trauer-Schleier. 8635a Im Kampfe für das Vaterland fiel am 1. November bei einem Sturmangriff unser lieber, guter Sohn und Bruder Ernst Bötticher, stud. med. Einj.-Freiw. Gefreiter im Infanterie-Regiment Nr. 116 im soeben erreichten 19. Lebensjahre. Med.-Rat Dr. Bötticher Marie Bötticher, geb. Möller Hilde Bötticher Eduard Bötticher Lilli Bötticher. 07808 Es wird gebeten, von Beileidsbesuchen abzusehen. Den Heldentod fürs Vaterland starben unsere beiden Brüder und Schwäger Karl Mörschel, stud. phil. Ein j.-Unterofl. u. Kewelirf ülirer Her 3I.-G.-K, Nr. 116 gefallen am 22. August bei Anloy in Belgien und Otto Mörschel, cand. tlieol. Kriegsfreiwilliger im Inf. Regt. Nr. 116, 6. Komp. gefallen in Frankreich. Im Namen der Geschwister: Wilhelm Mörschel, Lehrer. Garbenteich, den 11. November 1914. Beileidsbesuche dankend abgelehnt. 07g04 Für umsei’© Truppen wärmste und beste Unterkleidung aus echfesii iCameihaarstoffen Mk. 3.— Kamelhaar-Lungenschützer und Leib- Mk. 3. — binde in einem Stück gearbeit. Mk. 6 .— Kamelhaar-Lungenschützer. Kamelhaar-Leibbinden . . . 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Grandioses Filmschauspiel von hervorragender Ausstattung in 4 Akten. An der schönen blauen Donau. Wunderbare Naturaufnahme. Snob als Tierbändiger. Urgelungener Filmschwank. .InIIns tanzt den Rttrentanz. Komische. Die Schwester des Schmugglers. Drama aus dem Schmugglerleben. Die schwam Veno«. Komödie. 11380a Schellfische grobe 1*/*—5 Psd. 48 Psg. Eabliau o. Kops 44 „ Bratfische Psd. 24 „ Erbsen Psund 4« „ Bodnen Psund 35 „ Linse» Psund 40 „ Hch. Kalbfleisch Lleblgstr. 71 Tel. 285. Tannen - Brennholz kurz geschnitten der Karren 2.75 Mk. cmpsieblt (11274 Kfifefei Philipp SommeFkorn, Blcichstraktc 12 . Oplima- Fahrräderj f»ttb ocb uwiftmrofifMt 68K «.hdMbdrtm. \ fkrlimh w nlebrlg. / ltenOriginoimedr,. Der lange, Ste kosten, lole Zol«»kiiiog meine« HaupIkdkLlog«. 0 . Tlmun, Hannoverl06 töfienperfin gichcrfoftl Donncrstag,dcnl2.d.Mts. abends 9 Ubr [11382D Zufanimcuknuft IM BereinSiofai Krämer. Ter Vorstand. Oie.: Hermann Steingoetter. Freitag, den IZ.Nov. 1914, abends 8 Ubr 2. Frrltag-Abonn.-Borstellg. <6ewöb»l.P reise termänigt) m Earohelni Lustspiel in 5 Auszügen von G. E. Lessing. Ende gegen 19 Ubr. Soldaten vom Feldwebel abwärts zablen bet allen Bor- stcllungen aus2.ii. 3. Parkett nur halbe Preise. 111372C