Nr. 263 Zweites Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags. Tie „Siehener Zamllienblätter" werden dem .Anzeiger^ viermal wöchentlich beigelegt, das „Kreisblatt für den Kreis Liehen" zweimal wöchentlich. Die „randwirtschastlichen öeit- sragen" erscheinen monatlich zweimal. Blatt 164. Jahrgang General-Anzeiger für Gberhefsrn Montag, y. November »M Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts - Buch- und Steindruckerei. R. La»ge, Gießen. Schriltleitnng.Geschättsstelle ».Druckerei: Schnl- straße 7. Geschäitsslelle u.Verlag:s®5l,Schrisl- leilung: es® 112. Adresse sür Drahtnachrichten: Anzeiger Gieße». Nriegsbriefe aus dem Westen. Bon uitfernt Kriegsberichterstatter. Unberechtigter Nachdruck, auch ausxugsweise, verboten.) Auf der Lokomotive durch Feindesland. Großes Hauptquartier, 5. Nov. Wir sollten morgens von unserem Pressealmrtier auS eine längere Autofahrt mrtreten. Mit einem seltsamen harten Dämmern zog der Wagen an. „Ich wette mit Euch, ivas Ihr wollt, daß wir mit dieser Maschine mitten unterwegs liegen bleiben," sagte sofort unser Kollege Oertel, der nn Privatleben ein Krasttvagen- sackpnann von Ruf in seiner Industrie äst. Und er hatte recht. Wir waren noch, keine Sttmde unterwegs, als das Hämmern im Getriebe immer verzweifelter wnrdc und der Wagen schließf- lick anhielt. Zweimal, dreimal rückte er noch hilflos an: dann lagen lvir endgültig fest. Glücklicherweise stieß uns das nicht ini exponierten Kriegsgebiete zu, sondern in ollupttrtem Lande, das schon seit mehreren Wochen fest in unseren Händen ist. Sogleich eilten cruige Soldaten von einer in der Nähe haltenden Kolonne herber, um «ns Düse zu leisten. Sie mußten sich daraus beschränken, den unbrauchbar gewordenen Wagen beiseite zu schieben, um die Straße sür die fortwährend durchziehenden Truppen freizumachcn. Nun war guter Rat teuer. Wir konnten vielleicht mit einer der Kolonnen weiter fahren, um unserem Bestimmungsorte näher :zu kommen. Aber inzwischen war der Vortrag, zii den: wir cin- geiaden waren, längst vorder. Ter begleitende Herr vom freiwilligen Automobilkorps eilte noch dem benachbarten, m deitt- schem Betriebe befindlichen Bahnhose, um nach einem Ersatz- krastnagen zu telephonieren. Dort wurde ihm gesagt, daß in wenigen Minuten ein Lokomotivcnzug durchkvmmeu werde, der just »och unserem Reiseziel snhr. Das Auto wurde also schnell entladen und gleich daraus bestiegen wir, je z-wer nnd zwei, > eine der Lokoniiotiven des durch den Bahnhvssbcamten zum Stehen | gebrachten Zuges. Seit fast drei Monaten zum ersteirmal« wieder aus dem I Schieneirweg! Drüben raucht eine von der deutschen Militär- I Verwaltung wieder in Gang gebrachte französische Fabrik, Und I uns entgegen braust ein anderer Zug, dessen tveißer Dampf I sich in einer langen, zerjließendcn Schlange in der stlllen Herbst- I tust weithin abzcickmct. Wir fahren durch ein Bachtal. Das klare, ruhige Band des I Wassers kooimt uns bald nahe, bald weicht es in großen Krümmungen vor uns aus, dem Gebirge zu, dessen bunte Hänge den Horizont säumen. Weiße Schäserlvötklein, im stumpsen Graublau der hohen HimMclswölbung sorglos verstreut, kommen bis an den Uservand, um sich neugierig im tiefen Bachspiegel zu beschauen. Bläßhülmer und Tauchenten rudern aus dm Schilsbänken und drehen die Köpschen nach dem über die Brücken dröhnenden Eisenbahnzuge, dessen Wiederkehr sie so lauge vermißt haben. Durch alte Parks windet sich der Bahndamm. In den Holderbüschen locken Meisen und Kleiber, Goldhähnchen läuten im schwarzen Fichtendickicht, ein Zaunkönig schilt mit hochgerccktcm Sterz im Hagebuchmzaun, im Wipsel einer uraltm Robinie singt ein | Bogel, dm ich nicht erkennen kann, ein sehnsüchtiges Hochzetts- I lied: nach der Melodie loürde ich ihn für aiue Grasmlücke oder! I einen Laubvogel halten. Aber wir sind im' Anfang November, das kann doch kaum möglich sein? Und doch war am Allerseelenabend die Landstraße vor unserem Quartter mit Glühwürmern besät, so daß ich zu träumm glaubte, bis ich einige von den grünphosphv- reszierendcn Käjcrchen in der.Hand gesammelt hatte. Noch halten die Bäume ihr in Pracht abstcrbendes Laub. Eine helle klingende Sinfonie in Gelb und Rot. Wie halbreife Zitrone» vrangm die Kugclgipsel des Ahorn, lmchtend goldig die Edel- kastanim, lederbraun die mächtigen Eichm, fröstelnd und bleich der heimatlose einsame Ginko, jene hier so oft angepslanzte blättcr- tragende chinesische Konifere. Und nur die Wetten am Userrand sind noch grün und wartm, bis sie der erste Frost zur Wintcrruhe gewaltsam zwingt. Ganz hoch an der Hiurmelskuppcl rudert eine Kette wilder Gänse in dreieckiger Reiseordnung nach Süden. Wie eine ausschäummde Brandung von hellem Blut überschwemmt der wUde Wein eine Burgmauer, die ihre» Fuß trotzig bis an die Gleise der Bahn setzt. Sie wurde gebrochen, als Kardinal Richelim die widerspenstigen Feudalherren dieser Gegend unter das Zepter des allerchristlichsteu Königs zwang. Durch eine Bresche hat man freien Einblick in den romantischen Gartm mit seinen bröckeligen Marmorblldern. „Gärten, die überm Gestein, in dämmernden Lauben verwildern." Eichendorsf, deutsche, sehnsüchtige Romantik. Und romantisch-sehnsüchtig klingt in dieser Umgebung, wo niemand ihren banalen Text keimt, die Weise der „LiebcS- laube", die ein schwäbischer Landsturmmann von der Eisenbahnbewachung seinem eine alte Nummer des Heimatblättchens lesenden Kameraden voispielt. „Denn in meiner Liebeslaube träumt es sich so süß". Man glaub! die ntlasbcschuhten Füßchen der Marquisen graziös im Takte über die mosigcn Terrassen huschen zu sehen. Meilenweit scheint sich der Park mit seinen Geheimnissen zu dehnen. Fern blinken einmal die hohen schnialeu Fenster des Schlosses durch das Geäst. Dort drinnen, in den weißen Sälen, mögen die Schäferinnen Watteaus und Bouchers weltentrückt die lächelnden Reigen einer versunkenen Schöuheitswclt tanze» und in Mondscheinnächten von den Balkonen ängstlich und leichtsinnig in das fremde Kriegsgclümmcl lauschen, dessen Hall von Westen her ferne herüberllingt. Ganz sacht fährt unser Zug, denn wir sind in Feindesland nnd bei aller scharfen Bewachung des Bahnkörpers ist Vorsicht geboten. Aber man könnte denken, er führe so leise, um das träumende Land nicht zu wecken, um es nicht zum Bewußtsein der furchtbaren Zeit kommen zu lassen. Große Grasgärten zeigen, daß wir mls eitlem Dorfe nähern. An den Zweigen der Bäume hängen in schwerer Last die rotbäckigen Acpsel, die stark duftenden Quitten. Nieniand ist da, der sie erntet. In den Koppeln, deren Zäune nickergebrochcn sind, hat sich das Rindvieh in riesigen Herden gesammelt, aber niemand hütet es. Im ganzen Dorf ist kein Mensch zu sehen außer der deutschen Wache, die das Balmwärterhaus mit der Reichsfahne und den schwäbischen'und bayrischen Fahnen geziert hat. Von Zeit zu Zeit fahren wir durch einen Bahnhof: deutsche Beamte grüßen uitt> melden unsere Durchfahrt nach der nächsten Station. Die Signalapparate sind schon wieder ganz vorzüglich im Gange. Sauber gemalte Tafeln enthalten den Fahrplan und die Entfernungen nach den nächsten Stationen. „Ach, das ist ein Kreuz mit den französischen Kohlen. Lauter Dreckzeug. So was siich wir aus deutschen Eisenbahnen nicht gewohnt," seufzt der Heizer, der unermüdlich das hungrige Feuerloch der Maschine mit kommißbrotgroßen Briketts stopft. Ter Lokomotivführer stimmt ihm bei. „Aber die Maschine ist mit," sagt er, wie ein Pferdekenner seinen jüngsten Kauf loben würde. „Sie müssen nämlich wissen, das ist nicht meine Maschine und auch nicht mein Heizer. Der Heizer ist aus Oberschlesien und ich bin aus Aachen, und die Maschine kennen wir beide erst feite heute morgen. Meine gute Lokomotive fährt eben bei Antwerpen in Belgien und wohin ich mit dieser Maschine fahren werde, das höre ich erst beute abeich. Die Hauptsache ist, daß ich draußen bin und dem Vaterlande im Kriege diene. Ich bin genommen worden und alle Kollegen in meiner Direktion beneiden mich, denn in unserer Direktion haben sich sämtliche Beamte für das Kriegsgebiet gemeldet: da ist es schon eine Auszeichnung, lvenn einer genommen wird." Auf einmal biegt die Landstraße, die wir hinter der Hügelkette gelassen haben, mit einer großen Kehre über den flachen Hang> nach dem Tale hin, der Eisenbahn zu, neben der sie nun meilenweit dahinläust. lind so weit wir sehen können, ist alles mit vorwärtsziehenden Truppen bedeckt. Ein Kavallerieregiment hinter dem anderen, mobile Truppen und Troß. Lustig weben die Fähnlein im Wiird, scharf blitzen die Lanzen in der Mittagssonne. Man hört Marschlieder und fröhlich rufen uns unsere tapferen Jungen gute Reisewünsche nach. Mancher trägt einen Verband, denn sie kommen aus heißen Kämpfen zurück. Wir erkennen bald, daß eine ganze Brigade unterwegs ist. Ihre Arbeit auf einem Teile des Kriegs- theatcrs ist vollbracht, nun soll sie heute nach einem anderen Kampfgebiete rücken. „Wer nicht kennt den deutschen Reitersmann, der soll ihn lernen kennen!" singen sie. Nun fährt unser Zug ganz langsam durch eine Weiche. Wir sind an einer Strecke angelangt, welche von den Franzosen zerstört, von unseren Eisenbabntruppen wiederhergestellt worden ist. Da muß man die beiden Beamten sehen, wie sic die sachgeniäßcn Anlagen auf dieser ihnen ganz neuen Strecke bewundern. Ich.hätte sie nie für so beredt gehalten. Man sieht, wie sie mit ganzer Seele bei ihrem Berufe sind. Die malerischen Kricgsbildcr, an denen sie sich mit uns bisher gefreut haben, verblassen vor dem Interesse, das ihnen die „großartigen" Weichen und Signalanlagen bieten. Die ganze Eiscnbahngeographie des Deutschen Reiches wird zum sachverständigen Vergleich mit de» Neuanlagen herangezogcn. Wir machen sie aus ein prächsiges Jägerregiment zu Pferde aufmerksam, dessen schlanker Trab jeden Maler begeistern müßte. Doch sie hören nicht mehr. „Da scheu Sie hin, wie die Klarve die Hügelsenkung abschueidet! Das können Sie nur zwischen Erfurt und Würzburg so schön Wiedersehen. Dabei ist diese Bahnlinie in fünf Tagen gebaut. Donnerwetter, sind wir Eisenbahner doch Kerle!" Sie haben ganz recht. So mttß cs sein. Jeder muß seine» Beruf verstehen und in ihm dem Vaterlande dienen. Und deshalb hat cS mir so gefallen, daß die beiden Eisenbahner vor Witter Signalmasten, Kurven und Weichen nichts anderes mehr alsBahn- danim und Fahrroute gesehen haben. Da ivaren wir auch schon am Ziel. Mitten durch gespaltene Häuser fuhren wir geradeivegs in einen deutschen Kriegsbahnhof, ein. Unb als wir gerade hielten, kamen die übrigen Autos unserer Kolonne an. Wir hatten nichts versäumt und waren durch die Panne, die segensreiche, zu einer unvergeßlichen Fahrt auf der Lokomotive durch Feindesland gekommen. W. Scheuermann, Kriegsberichterstatter. Kriegsbmfe aus dem Osten. Bon unserem zum Ostheere entsandten Kriegsberichterstatter (Unberechtigter Nachdruck, mich auszugsweise, verboten.) Bildcrrcihe. Armee-Oberkommando Ost, ü. Nov. Die R u s s e n st r a ß e. ■ Tie kleine Stadt, in der ich sür einige Zeit in Quartier lag, hat einen Weg zur Bahn, der ungefähr dreimal so lang ist, als er zu sein brauchte. So oft ich von einer Fahrt zurücklehrte» ärgerte ick» mich, daß die müden Pferde noch di.cscn Rieseuumwcg einen steilen Berg dazu hinauf muhen mußten. Ein neuer Weg lvor begonnen worden, aber für Wagen und Pferd unpassierbar, er führte über ein Schnttseld. Bor ein paar Tagen sah ich ein paar hundert Russen, die dort eifrig arbeiteten. Ein paar Pioniere schwangen auch ihre Aexte. Gestern snhr mein Bursche einen merkwürdigen Weg zum Bahnhof. Ich schreie: „Halt!" Er lacht nur. Man hatte über den kieimm Fluß eine neue Wagcnbrücke gebaut mit mubermr Bohlenbeleg und festem Geländer. Hohe weiße Psäslc mit'Quer- ballen sollten als Laterncnhalter dienen. Tann war vielleicht einen Kllometer lang eine tadellose Straße von einandergcsügtcn Bohlen und Kies bis zimi Bahnhof gebaut worden. An der einen Seite waren weiße Holzpfciler nnd Abzugsgräben und alle zehn Meter ein Laternenpsahl. Der Weg zum Bahnbof war um zwei Drittel verkürzt: Die Einwohner freuten sich über ihre.neue Straße. „Nun hat Ihnen der Krieg doch was Gutes gebracht." sagte ich zu einer alten Frau, die den Kops über die Herrlichkeit schüttelte. „Aber ja — es ist vorläufig aber das Einzige!" meinte sie, „Es wird noch Nachkommen!" Sie glaubte mir sogar. Meldung. Wir saßen bei Tisch. Man sprach von der Balkanfrage. Der General war sehr interessiert und erzählte von seinen Erinnerungen. Es wurde später: das Gespräch kam auf 'König Milan, es gab Stellen, da die ganze Tafelrunde vor sich hin lächelte. Gerade in diesem Augenblick kommt ein Ordonnanz und meldet: Hauptmann N. von den Pionieren eben gefallen. Einen Augenblick stille. Ich fühle es, als ob eine fremde, eiskalte Hand mich airrührtc. Dev General sieht einen Augenblick in sein Glas. Er winkt der Ordonnanz ab. „Tüchtiger Kerl", sagt er halblaut vor sich hin. Er wendet den Blick hoch: „Ja, also Milan, die dollste Geschichte war doch .. Die fremde Hand löst sich von meinem Herzen. Nach zehn Minuten lächele ich wie alle anderen. Es scheint mir mehr als eine Episode diese Meldung, die ja täglich kommt. Ter Tod wird Gast, er sitzt an jedem Tische hier und man lächelt dabei, Bekannte.stören ja nicht. Wenn cs anders wäre, könnte niemand den Feldzug durchhalten. Das Taschentuch. Ein Feldartillerielcutnant zeigt mir ein schmutziges Taschentuch. Es scheint russisch zu sein. Das ist die Geschichte des Tuches, die es mir erzählte: „Wir machten Patroullle. Gräßliches Wetter. Regen und kühl. Leicht anziehen muß man sich auch. Ich fragte, wer mit will: zwei Freiwillige meldeten sich. Junge Studenten, Gieszener Stadttheater. Wir die Alten sungen ____ Lustspiel von KarlNiemann. Wenn die Alten vor ungefähr zweihundert Jahren wirllich so vergnüglich gesungen und die Jungen so amüsant gezwitschert haben, wie man es gestern abend im Stadttheater hören lonnle, dann hat man zu des alten Dessauers Zetten recht zufrieden leben können. Schwiegerväter, denen an der eigenen Reputation gerade so viel mehr gelegen ist, als es zum Glück ihrer Töchter entbehrlich scheint, hat es zu allen Zeiten gegeben: was es aber nicht inimer gab, ist die ehrstiftcnde Fürsorge der Landesmutter, und die hat Karl Niemann mit einer Menge von historischem Drum und Dran, liebgewordenen Reminiszenzen aus der pudcrdustendcn, zopfschwcn- kenden Rumpelkammer aus der Zeit des Alten Fritz und einem erheblichen Aufwand von harmloser, aber nach Umsang und Wirkung richtig ein geschätzter Sensimentalität — sentiraents sagt Her res Vater so stilgerecht — zu einem Lustspiel verarbeitet, das zwar keine literarischen Ambitionen zu Paten gehabt hat, aber einen Theaterabend ganz unterhaltsam ausiüllen kann. Dem hiesigen Thcvterpublikum ist die lustige Gescksichtsoer- drchung nicht fremd: schon im vorigen Jahre konnte das ansprechende Werk mehrfach des Erfolges und Beifalls sicher sein, und eine Inhaltsangabe erschiene dcslwlb eigentlich überilüsiig, nenn inan sie nickst mit ein paar kurzen Worten erschöpfen könnte. Seis also drum: Ter schlachtengewohnle alte Dessaner kommt, des Regierend ungewohnt, mit seinen landesväterlichen Pflichten und seinem Drausgehertum allzu oft in Konflikt, als daß es seinen Untertanen unter ihin behaglich werden könnte: zwischen seinenr im Grunde rein goldenen Herzen und seinen dienernden LandcSkindern aber spielt Anneliese, seine wachere .Herzogin aus dem Bürgerstandc, die feinsinnige, allverstehende Mittlerin und lenkt die Geschicke der Einzelnen so gut wie die des kleinen Reiches, während der Fürst vom Lachssang oder unter dem Rasiermesser seine lauten, aber kerneckstcn Direktiven gibt. So ists zu ersehn aus dem Beispiel, um das das Lustspiel sich dreht: Erbprinz Gustav und Sophie, des Viertelsmeisters Herre holdseliges Töchterlein, werden trotz aller Polterworte und Spczialinteressen der beidersettigen Schwiegerväter Dank Anneliesens Herzcnsdivlomatie ein Paar: Wie die Alten sungen. Nebenher geht noch allerhand liebenswürdiges nnd untekhalten- dcs Beiwerk: Die minder schwierige Liebesaffäre von Sophiens Schwesterlein mit dem Regimentsslldschcr, die Bürgermeisterwahl in der siebentausend Seelen zählenden Residenz, die mit einem lachenden nnd einem weinenden Auge getanen Blicke in die pulver- dampfende, schnrrtklirrende Vergangenheit des alten Dessauers und i» die Zeit seiner romantischen LiÄe zu der Bürgerstochter, vorder heut die Soldaten präsentieren, und was dergleichen lohnende Zulatrn mehr sind. Mles in allem ist die dramatisierte Lebensweisheit von den singenden Alte» ein bühnenwirksames, wcckcrcs Spiel, dessen teils kerniger, teils unschuldiger, von allen Seitensprüngen freier Humor es wohl verdient, auch in jetzigen Zette» mit Freude genossen zu werden. Die Aufführung am gestrigen Abend fand ein überaus bei- fallssrohcs Publikum, unter dem sich namentlich unsere Feldgrauen durch eine dankbare Heiterkeit hervortaten. Paul Schubert als der alte Dessaner hatte Augenblicke von treffendster Wirkung namentlich in der künstlerisch und technisch am höchsten zu bewertenden Szene, wo Anneliese dem unter dem Schermcsser vor Ungeduld zappelnden fürstlichen Gatten ihre chestistendcn Pläne unvermerkt „ein- zuflößen" versteht, und wo dann aus der rauhen Hülle des alten Kriegers das menschliche, reiche Gefühlsleben aus Augenblicke in seiner wahren Gestalt zum Durchbruch kommt. Ein wenig mehr Flüssigkeit im Spiel uich Vertiefung nach der eine Fülle psychologischer Möglichkettcn bietenden Seite der Rolle hin wären dem Gesamtbilde allerdings stellenweise zustatten gekommen. Auguste F r e n z e l bot eine ausgezeichnete Leistung als seinsinuige, kluge Fürstin mit lächelndem Verstehn für die am eigenen Herzen erfahrenen Liebesnöte der jungen Gcneratton. Walter D w o r - kowski, dessen Regie Leben und Farbe hotte, gab den starr- halsigen und doch so tveichherzigen Viertelsmeister Herre mit ansprechenden, glaubwürdigen Tönen, bei denen wir allerdings ab und zu das allzu stacke Mitschwingen der Heldenvatersatte zu vernehmen glaubten. Als seine betten Töchter konnten Maria Schild und Hansi Martini manchen Heiterkeitserfolg buchen und durch natürliches Anfassen der vom Dichter mit viel Anmut und Schelmerei ausgestatteten Rollen recht gefallen. Else Jüngling als Hökerin Hanne sächselte mit Bravour und fand ein stets lachbereitcs Auditorium, und Ludw. Grosser war als Herres Vater von zwingender Komik, zumal er den Titel des Stückes wörtlich dahin variierte, daß er als Neunzigjähriger sang, wo andere sprechen. Den hinsichtlich der Wahl seiner Zukünftigen in des Vaters Spurvn wandelitten Prinzen gab Ferdinand Steinhofer als lieben, goldenen Jungen im Wertherstil. Mit einigen geringfügigen Ausnahmen konnten auch die übrigen zahlreichen Darsteller ein Gesamtlob beanspruchen und sich mit den Genannten in den lachenden Beifall des Abends teilen. -a- * Neue vismarckgespräche. Im Septemberhefte der bekannten Zeitschrift „The North American Review" hat der englische Mater Sir William Blake R i ch m o n d Gespräche mit Bismarrk veröffentlicht. Der Künstler wellte im November und Dezember 1887 in Friedrichsruh, um Bismarck zu malen, und er hat die täglichen Gespräche Bismarcks, deren Zeuge und Teilnehmer er damals wurde, jeden Abend, und zwar möglichst im Wort- I laute, niedergcschrieben. Dr. v. Langermann hat sich durch I die Uebersetzung dieser neuen Bismarckgespräche, die im nächsten Hefte der von G. Clcinow herausgegebciien „Grcnz-- boten" erscheint, ein Verdienst erworben. Denn wenn schon alle Aelißerungen Bismarcks für Uns vmr hohem Werte und Interesse sind, so ist dies um so mehr der Fall, wenn cs sich, wie bei diesen Gesprächen, um Aeußernngen über Dinge und Personen von Bedeutung handelt. Fa, viele seiner kurzen Sätze haben unter den gegenwürtgien Verhältnissen geradezu aktuelle Bedeutung. So die Worte, die er im Anschlüsse an eine Unterhaltung auf dem Gebiete der Kunst aussprach. „Deutschland ist jetzt," so sagte der Fürst, „ein Kaiserreich und muß gegen mögliche Angrisse durch die eine oder die andere Macht oder gar beide Mächte, die eine östlich, die andere westlich von uns, geschützt werden. Sie (Richnwird) müssen daran denken, daß der nächste Krieg zwischen Frankreich und Deutschland dem einen die Vernichtung bringen wird. Wir liegen zwischen zwei Feuerlinien. Frankreich ist unser bitterer Feind und Rußland traue ich nicht. Friede kann weit unchrenhastcr, als Krieg sein. Wir müssen sür diesen gerüstet sein." Indem Bismarck auf die Veranlassung des Gespräches zurückkam, fügte er nock) hinzu: „Deshalb kann ich auch der Förderung der Fricdenskünfte nicht soviel Ausmcrtsamkcit widmen, wie ich möchte. Doch halte ich sie für durchaus nötig für die höchste Entwickelung einer Nation als Ganzes." Bon besonders aktuellem Interesse sind dcum Bismarcks Aeußerungen über den Karlamentarismus. „Warum," so fragte er Richmond, „hoben die Engländer keinen ständigen Kriegsminister, der nicht mit jedem Ministerium wechsell?" und fuhr daran anschließend fort: „Alle Dinge in England scheinen durch Amateure, und nicht durch Spezialisten, geregelt zu sein, die mit jedem Regierungswechsel ihre Obliegenheiten von neuem lernen müssen. Tic parlamentarische Regierungssorm ist eine ausgezeichnete, lvenn alles gut geht, der Krieg aber ist ein ernstes Ding. Mcs, was sich organisatorisch auf ihn bezieht, kann nur durch einen erfahrenen ulip dauernd an der Spitze steheittcn Man» befriedigend ge- handhabt werden, nicht aber durch das Hin- und Hcrströmen der Meinungen. Die ganze Leitung^der Mstung muß unter einer ständigen und verantwortlichen Spitze ruhen, die imr mit dem Finger aus den Knopf drückt und augenblicklich alles in Schwingung versetzt." Indem der Mrst auf die russischen Pläne rm Osten über- ging, sagte er zuversichtlich: „Rußlands Slbsichten geben zum Persischen Golf. Es will Persien annekttercn, doch glaube ich nicht, daß Indien als Ganzes, Mohammchaner oder Hindus, die russische Herrschajt der cnqlisckie» vorzichcir lverden. Wenn sie cs aber tun, so liegt der Fehler an England, welches urckliigerweise Indien die Preßfreiheit gegeben hat. Ich lveiß, wie gejahrvvll dies Experiment ist und wie Mer». Durch den 93alb. Wir konnten keine zehn Schritt sek>en. Nach kurzer Zeit begann das Rutschen. Es war stockdunkel. Der russische Schützengraben ist zehn Meter vor uns, mal auch mir fünf. Alle paar Minuten liegen wir still, und horchen angestrengt. Ein Kerl singt halblaut ein Lied. Wir rutschen weiter. Aus einmal sinke ich. Ich bin im Graben, der hier eine Biegung macht. Ich fass« an die Böschung, und fasse ein Tuch, das ich durch die Bcioegung an mich hcranzichc. Ern russischer Fluch. Ich stecke das Tuch in die Tasche. Schon im Weiterschlasen murmelt der Russe: „Du bleibst doch immer der gleiche Spitzbube, aber behalte es nur." Ich war zwar nicht gemeint, aber ich tat so." Ich sah mir das Taschentuch an. Es war ein gewöhnliches, ziemlich schmutziges Tuch. Es wurde mir trotzdem schwer, den Besitzer nicht darum zu beneiden RolsBrandt, Kriegsberichterstatter. Der Luezkanol. Das Eingreifen der Türkei in den Weltbrand rückt für England eine neue schwere Gefahr in den Bereich der Möglichkeit: die Sperrung des Suezkanals. Zwischen dcm Sucz- kanal und der asiatischen Türkei liegt nur ein Stück Land, bestehend aus der Halbinsel Sinai und der Wüste en Tih, das geographisch zu Syrien, politisch aber zu Aegypten gehört. Es ist etwa 120000 bis 150000 Quadratkilometer groß (etwa die doppelte Größe Bayerns), aber fast menschenleer und hat höchstens 20000 Einwohner. Die Entfernung vom Suezkanal bis zu der mit diesem ungefähr parallel lausend den türkischen Grenze beträgt etwa 150 Kilometer und von dort bis Jerusalem weitere 150 Kilometer. Die Bahn Damaskus—Mekka nähert sich aber dem Suezkanal teilweise bis auf stchck 200 Kilometer. Da die türkische Laudinacht den in Aegypten stehenden englischen Truppen zweifellos unendlich überlegen ist, ist es vom militärischen Standpunkte aus also durchaus möglich, daß sich die Türkei des Geländes bis an den Kanal bemächtigt und diesen dann unbrauchbar macht. Die technische Möglichkeit einer zeitweiligen Zerstörung ist vorhanden. Auch nach der neuesten, von 1899 ab begonnenen Erbreiterung des Kanals ist die Sohle kaum an einer Stelle breiter als 50 Meter, während die Breite des Wasserspiegels zwischen 80 und 120 Metern schwankt. Die nngestrcbte Tiefe von 10 Metern ist noch nicht überall erreicht. Vvr der Erbreiterung, als die Kanalsohle nur etwa 20 Meter breit war, genügte manchmal schon eine kleine Abschürfung am Rande, durch ein unvorsichtig fahrendes Schiss, um den Kanal stunden- und manchmal tagelang unbrauchbar zu machen. Bei einer beabsichtigten Sperrung genügen daher sozusagen wenige Stunden, um den Kanal so zu verstopfen, daß seine Wiederinstandsetzung Monate erfordern würde. Die Schwierigkeit des Unternehmens liegt lediglich in der Ausrüstung einer immerhin erheblichen militärischen Expedition auf weite Entfernung und durch unwirtliches Gelände, den daraus sich ergebenden Verpflegungsschwicrig8 leiten usw. Dafür aber wäre der Schlag für das englische Wirtschaftsleben auch von allcrweittragendstcr Bedeutung. In den letzten Jahren durchfuhren den Kanal jährlich 4500 bis 5000 Dampfer mit 16'/, bis 18 Millionen Neltolonncn. Dicrvon entfallen aus England allein ctioa zwei Drittel, also 10'/- bis 12 Millionen Tonnen. Tie etwa 2'/, Millionen Tonnen, mit denen Deutschland beteiligt war, sind natürlich jetzt schon völlig ausgefallen. Würde nun England für seinen ganzen Verkehr mit Asien auf den Umweg um das Kap der guten Hoffnung angewiesen, der für die Fahrt Bombay— London je nach der Schnelligkeit der Dampfer 25 bis 30 Tage ausmacht, so würde das nicht nur eine ungeheure Kostensteigerung bedeuten, sondern auch ganze Industriezweige lahmlegcn. Truppentransporte durch den Suezkanal zu leiten, würden die Engländer schon jetzt wohl nicht mehr wagen, abgesehen davon, daß sie bei der veränderten Sachlage jetzt ihre wenigen Soldaten in den Kolonien selbst bitter notwendig haben. An» Stadt und Land. Gießen, 9. November 1914. Auf dem Felde der Ehre gefallen. lAus Kessen und den Nachbargebieten.) Landsturiiimam, WUbeln, R üh l, Landsliirm-Baiaillon Fried- berq, aus Pohlgön«. — Unieross. der Res. Postassistent Gustav Eckert, Fnß-Art.-Reat. 6, aus Ebershemi. — Re>. Wilh. Zivi, Maschinengewehr-Ableitung Ins.-Rcgt. IIS, aus Mainz. — Res. Johann Schotter, Jni.-Rgl. 1l7, aus HeideSdeim. — Landwehr,n. Gg. Fr. Wei brich, Inf.-Rgl. 118, aus Wackernheim.— Komv.-Feldwebel und Beamt-r der Nass. Landesbaick Paul S ch a 111 a , 2. Landw.-Pianier-Komv. in Mainz. — Hauptmann Fritz Quabbe, Ini.-Rgl. 117, aus Main«. — Landwehrni. Inj. BooS, Jni-Rgt. 118, aus Mainz-Kostbeini. — Landwehrman» Veinr. Kaiser, Ins.-Rgt. 115, aus Ossenbach a. M. — Res. Karl Baumgartner, Ins.-Rgt. 115, aus Darmsladt. — General- masor Rudols von Level, 55. Reserve-Division i» Weimar. — Musketier Julius Stöcker, Inl.-Rgt. 118, aus Osscnbaeh a. M. Landwehrmann P. Heinrich Feix, Jnlaulerie-Rcgiuient 116, aus Ofsenbach a. M. — Gesr. d. Res. Franz Bolz aus Wiesbaden. — Gelr. Georg S ch e l l h a a 8 , Iw -Regt. 116, aus Tarmsladt. — Untcross. d. Landwehr Adain Dechert, Ini.-Regt. 116, aus Alsield. — Landwehrmann Heinr. Weiß, Jni.-Rgt. 116, aus scheu von Erziehung, aber ohne Prinzipien und Sinn für Wahrheit, die Tatsachen in höchst gefährlicher Weise verdrehen können und mögen. Wenn dies schon für erzogene und ausgeklärte Menschen zutrisst, um wie viel gefährlicher ist es, eine derartige Bewilligung dem Gebrauch oder Mißbrauch einer unausgellärtcn und ungebildeten Bevölkerung gnzugestehen. Es war dies, nach meinem Dafürhalten, ein sür England sehr gefährliches Zugeständnis." Der Beruf des Besuchers brachte es mit sich, daß das Gespräch sich öfters auf die Künste und Bismarcks Stellung ^u ihnen lenkte. So sagte er einmal: „Die Musik liebe ich sehr, doch muß ich davon absehen, sie anzuhören, da mir nur zu schnell die Tränen in die Augen steigen. Kein Herz ist stärker als mein Kopf. Welche Selbstkontrolle bade ich mir nicht durch Erfahrung teuer erkaufen müssen!" Es gab, so fügt Richmonld hinzu, viele Augenblicke während unserer Unterhaltung, welche diesen Ansspruch bekräftigten. Die außerordentliche Beweglichkeit seiner Haltung und die mannigfachen Schattierungen des Ausdrucks sprachen ihm von einer sensitiven und gcmütsbeweglichen Veranlagung Bismarcks. „Wer ich habe ein stetes Feuer in mir, das bisweilen mächtig aufslammt." Aus die Frag«: „Sind Sie denn in Wirklichkeit der Eiserne Kanzler?" antwortete er: „Nein, nicht von Natur, das Eisen I)abe ich erwarb«:, um es zu gebrauchen, wo es nötig ist." Der Fürst kam noch bei anderer Gelegenheit auf die Selbstkontrolle zu sprechen und sagte: „Ich »rußte mich drillen. Unter den schwierigsten körperlichen und geistigen Umständen ist mir die Arbeit das Höchste und der stärkste Trost." Richinond bemerkt dazu, er habe während seines Friedrichsrnher Aufenthaltes den Kanzler bei schrverer staatsmännischer Arbeit gesehen, während er unter neuralgischen Anfällen litt und seine Augenlider schmerzvoll über die flamntenbeu und geschwollenen Augen lies hercchgesenkt waren. , . - ^ * * * ..«> * Nieder - Breidenbach. — Landwehrmann W>lh. Riete, Ins- Rqt. 116, aus Ober-Widdersheim. — Landwehrmann Wilhelm 9! an mann, Inl.-Rgt. 116, anS Bleichenbach. — Reservist Hein- riet) t'aiifllilj, Jm.-Rgl. 116, au« Bindsachsen. — Reservist Oliv Bähr, Jni.-Rgt. 116, au« öHaiibctq. — Landwehrmann Otto Matter», Jns-Rgl. 116. a»S Wippenbach. — Reservist Jakob L» ckhanpI, Greiiadier-Regi>»e»l Nr. 1, anS Nledcr- Ramstadt. "Ritterdes Eisernen Kreuzes. Generalmajor Gronau, Kommandeur der 22. Feldart.-Brigade, Oberst Frhr. v. P r e u s ch e n, Kommandeur des Feldart.-Rogts. 11 und Hauptmann Strauß, Batteriechef im Feldart.-Regt. Nr. 11 (sämtlich mit dem Eisernen Kreuz 1. Kl.) aus Kassel. Wachtmeister Bernhard R a m b aus Momberg. Dr. phil. Hermann Schmeel, Ufsz. d. ist beim Stabe der Mun> Kol.-Abt. II des 14. Armeekorps in Darmstadt. Uff*- Otto Strauch, Jnf-Regt. 115, in Darinstadt. Oberst, u. Kom- pagnicführer Schütz, Res.-Jnf-Regt. 98, aus Wetzlar. Hauptmann Weber, Jnf.-Regt. 131, aus Wetzlar. Uff* Fr. Well-er, Res.-Jnf.-Regt. 81, aus Dorlar. Vizeseldw. und Feldwebcldiensttuer Ernst Knorz, Jnf.-Regt. 166, aus Dutenhvsen Einj.-Ufsz. Karl Ferger in Tillcnburg, Jnf.- Regt. 80. Fürsth Forstmeister Scheel, Hauptm. imLand- weßr-Jns.-Regt. 87, Gesr. Müller, Musketier Münzer in Braunfels. Res. Osw. Bender aus Niederscheld. Oberlehrer Tr. Beck, Leutrr. d R. im 2. Miss. Jnf.-Regt. 88 (früher an der höh. Töchterschule in Aiteßeu). Lehrer Hrch. H a l k st e i n in Lich. Vizeseldw Margots, Jnf.-Regt. 116 (und die Hess. Tapferkeitsmedaille) aus Rüddingshanseni. Vizeseldw. d. R. Eduard Schlicht und Ndusiker Hermann Krön er aus G-räveneck. Direktor Raszmus, komm, als Hauptmann im Jnf.-Regt. 174. Wachtmeister Karl Späth aus Worms, Feldart.-Regt. 61. Musketier An des von Ost- Hosen, Jnf.-Regt. 118. Dr. Gärtner aus Worms. Walter Schütte, Festart.-Regt. 74, aus Worms. Landwehrmann Philipp H ölz e l von Hofhcini. Land'.virtschaftslchrer Friedrich Nos von Düdelsheim. Unterarzt Karl Henrich, Jnf.- Regt. 116, aus Düdelsheim. Oberst. Willy Rummel, Feld- Art.-Regt. 14, aus Darmstadt. Obcrpostassistent Bruno Krause, zurzeit Wachtmeister im Feldart.-Regt. 63 in Frankfurt a. M. Gesr. Ehr. Klotz beim schweren Funker- Oberkommando Nr. 2, aus Gießen. ** Personalnachrichten der Oberpostdirek- tioninDarm sta d t. Aus Anlaß des Scheidens ans dem Dienste wurden vom Kaiser der Charakter als Geheimer Postrat dem Postdirektor S ch a d in Darmstadt, das Prcuß. 9Krdienstlrcuz in Silber dem Postageniten Heß in Groß- Rohrheim, Vvn der Großherzogin die Krone zum Ritterkreuz 1. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen dem Postdircktor S ch a d in Darmstadt, das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift: „Für langjährige treue Dienste" am Bande des Verdienstordens Philipps des Großmütigen dem Ober-Postschaffner Rühl in Alsfeld, das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift „Für langjälirige treue Dienste" dem Ober-Briefträger B a u m a n n in Pfungstadt verliehen. — Versetzt wurden die Postdircktoren Geycrvon Mainz nach Darmstadt und Klingelhöffer von Rüdcsheim nach Nhainz; die Telegraphen gehilsin W i e g- m a n n von Bad-Nauheim nach Frankfurt (Abain). Etats- nräßig angestellt wurden die Telsgraphcngehilsinnen Baumüller und Mischler in Darmstadt, Limbach, Dietz und Keil in Mainz, Schloer in Worms. — Die Pvstsekretärprüsung bestanden die Postassistenten Schwcrdt in Ofsenbach (Main) und Klinger in Mainz. — Angenommen zu Postgehilfen wurden" die Oberrealschüler Gilbert aus Arheiigcn, Oe ft reicher aus Alls- Heim, E r m e l, S t r ö ß i ng e r, Bögler aus Darmstadt, Krämer aus Traisa, Arnold aus Pfungstadt, die Realgymnasiasten S ch ni i t t aus Albig, Geyer aus 'Darmstadt, Kabel aus Viernheim, der Gymnasiast Bauer aus Auerbach und die Realschüler Franz aus Heldenbergen, Koch aus Lautcrbachz zu Tclegraphcngehilsen: die Oberrealschüler Dern, Made, Spatz, Scherer, Wenzel in Darmstadt, B c r g n e r und H o s s e m e r in Worms; zur Tele- araphengehilsii,: die Anwärterin Haßhoff in Bad-Nan- heim; zun, Postagcnten: der Bürgcrmeistereigehilse Schimpf in Niederwcisel. — Freiwillig sind aus- geschieden: der Postament Krausgrilk in Nieder- wciscl. — Gestorben i|t Ober-Postassistent Engel in Darmstadt. — Vor dem Feinde gefallen send die Postassistcnten Eckert, Heun und Wörtche. •* Umtausch vo» Gold gegen Papiergeld durch die P o st a u fl a 11 c n. Die Goldmünzen gehören in den Schatz der Reichsdank! Das beherzige jeder, der Goldmünzen im Besitze bat. DiePoslanstalten tauschen Gold gegenPapier- geld »m »nd iühren alte üioldmünzcn der Reichsbank zu. Dies iil trotz eine« Ausdanges in den Echaltervörranmcn noch immer nicht Innrcichcnd bekannt Es wird deshalb erneut daraus h,n- qewiclen, daß die Postanstalten inr jedermann eine begueine Gelegenheit znm Umtausch der Goldmünzen bieten. Kreis Schotten. # Schotten, 8. Nov. Heute begingen der Kaufmann Salomo» Heß und dessen Ehefrau Sophie gcb. Kaufmann — Ucber die „aktuellen" Bühnen st ücke, die jetzt wie Pilze au« der Erde sprießen, fällt Dr. Friedrich Düsel im ersten Novcmberhcst des „Kunstworts" «Verlag Georg D. W. Callwcn, München) in einrm Lluffatz „Wie die Bcrlüier Theater mobil machen" ein vernichtendes Urteil. Er schreibt: „Die Berliner Lustspiel-, Possen- und Singsvirlfabrikantcn, die unsere Bühnen mn ihren schnellfertigen Aktualitäten überschwemmen, möge:, die ehrliche Absicht haben, „in die Mitte der Zeit" zu treffen, aber was sic zu Markte bringen, bleibt am äußersten Rande der Begleit- stinrmungcu oder kräuselt eben nur die Oberfläche dessen, was uns bewegt. Mit einer einzigen Ausnahme haben all die Stücke von Krieg und Kriegsgcschrei, die ihr bißchen Handlung aus den Tagen der Mobilmachung und den ersten siegreichen Sitstachten erraffen vor dem tieferen Zeitgefübl ebenso schlecht bestanden wie vor dem bölwren Kunstgeschmack. Ob sich so ein eilig zusammengcleimtcs Stück nun „Anfang gut, alles gut" oder „Es braust ein lldif" oder „Sieg" nennt, ob Leute wie Jean Gilbert (jetzt zu Max Winter- fcld umgetaust) sentimentale Operettenmnsik oder ernsthafte Komponisten gediegenere Musik dazu machen, der einzige Gewinn, die einzige Hoffnung, die aus den dntzrndsachen Abwandlungen des Themas von der Svioncnriecherei. des Reservisten- und Extra- blälterjubcls, der Parleiversöhnmig, der endlichen Belohnung des Guten und Brandmarlnng des Bösen herausschaut, ist eine zaghafte Siärkung der „Volksstückelrmcntc". Eine innere, lebensvolle Beziehung zu den neugeborenen Krästen unserer Zeit ward nirgends gewonnen." Es ist wirklich zu wünschen, daß wir lieber die 'wertvollen alten Stücke Hcrvorholen »nd uns in dieser ernsten Zeit zu eigen machen, als daß wir uns an allerlei „aktuellen" Plunder verlieren. — August Weismann i. In Freibnrg i. Br. ist der durch seine Forlchungen über die Darwinsche Theorie und über die ..Deszendenztheorie" überhaupt bekannte Biologe Proscffor Dr. F. L. Wcismann gestorben. Am 17. Januar dieses batte der sehr geschätzte Gelehrte unter großer Antrilnalnne ,ooa ■ Geburtstag feiern können. Er wurde am 17. Januar 1884 m rxranksurt a. M. geboten, habilitierte sich 1863 als Privat- an der Universität Freiburg, wurde 1866 daselbst ordent- Ucher Proscssar und erhielt 1906 den Titel Wirklicher Geheimer Regierimasrat mit dem Prädikat Exzellenz. August Jahres seinen im Kleise der Ihren das seltene Fest dar goldene« Hochzeit. Der Jubelbräutigam zählt 78, seine Gattin 68 Jahre. Salomon Heß ist der Mitbegründer der Firma A. Heß Söhne, Zigarrenfabrik. Starkenburg und Rheinhesse». O Mainz, 7. 9!ov. In der htnl'gen Siznng der Stadt- v e r o r d n e t e il sprach Oberbürgern«eisler Tr. Gott et in an „ der Stadt Franksnrt z»r Errichtung ilncr llniversiläl die beste,i Elnckivünsche aii«. — Zur K ri e g s s ürs o r g e I»r die Faniisier der städiiiche» Bedienslelen »nd Ärbeiler wurde non der Bürgermeisterei beantragt, dah außer der Halite des seilheriaen Lohnei lind der Fainilienznlage die llnlerslützima sich bei jedem unter 16 Jalire alle» Linde um je 5 Prozeul ti« znm pöchstbelrag, bei 6 Lindern und mehr ans 80 Prozent erhöbt. Tie Sozialdeinolraleii öeantraaten, den vollen Lohn bei 6 Lindern eintrcle» z» lassen. Tieier Antrag wi,rde abgelehnt n:ld die Vorlage der Bürgermeisterei genehinigt. Kreis Dehlar. ?. L ü tz e 1 l i n d e n, 6. Nov. Bei der heute abgehaltenen Treibjagd im östlichen Teile der Gcmarkniig Lntzellmden wurden 29 Hajen, 1 lieh, 1 Fuchs und 18 Fasanenhähne ,nr Ltrecke gebracht. — In der Bürgermeisterei Groß-stiechtenbach wurde eine I » g e n d iv e h r k o m v a a n , e gebildet, deren Jung- maimschait bereiir die sialttlche Zahl vo» 200 iideischiillen Hai. Tie Führung der Komvagni» hat Herr Pfarrer Roos in Niederkleen überiiommeii. Hessen-Nassau. m Bisch ha Ilsen (Schwalnn, 9. 9lov. Don einem schmerzlichen Unfall ist der 12jährige Soö>' der hiesigen Familie 7 ch ö n delrosscii ivordcn. Teijclbe ivielic mit »lehrerkn gleichalterigen Knaben an einer Nliiilelrnbenschneideinalchiiie. Durch nnbedachi- sanlcs Hanliercii an derselben geriet der JiiNge mit der rechten Hand in das Rädergetriebe, ivobei ihm vier Finger total ad- gclchnitten wurden Ger!ch»»faar. Der Ausdruck „Kerl" ist beim Alilitär keine Beleidigung. ~ Breslau, 6. Nov. Daß schroff klingende Worte beim Militär nicht die Absicht der Beleidigung iil sich bergen, erfuhr ein Wehrnrann des Land- wchr-Jniauterie-Regiments 51, der sich vvr dem hiesigen Kommandantur-Kriegsgericht wegen Achtungsverlctzung zu verantworten hatte. Der AngeNagte stand eines Tages in der Front seiner Kompagnie, die ein Feldwebel befehligte. Da die Kompagnie die Ucbun- gen nach der Meinung des BeschlShabcrs nicht genau genug aus- ftihrte, rief dieser den Mannschaiten zu: Kerls, ich lasse euch gleich ftrammstehen. Durch diesen Ausdruck fühlte sich der Wchrmann beleidigt. Er trat zwei Schritt vor die Front und erklärte: Wir sind keine Kerls, wir sind Soldaten, die das Bosinland verteidigen. Die Folge war, daß der Wehrmann vor das Kriegsgericht zit.ert wurde. Er erhielt wegen Achtnngsverletzung im Dienst unter Gewehr vor versammelter Mannschaft drei Wochen und sechs Tage strengen Arrest. — In der Begründung des Urteils wurde aus- gesvrochen, daß der Ausdruck „Kerls" beim Militär keine Beleidigung in sich schließe. verinifcbter. ' * Trauriges Schicksal einer ostpreußischen Grenzgemeindc. Ein trauriges Schicksal, so schreibt der Grmidenzer „Gesellige", hat die Gemeinde Szameitkehmcu (Kr. Tilsit) durch die Russen ersahren. Von den ehemaligen Gebäuden sind im ganzen 16 Gehöfte mit 28 Gebäuden niedergebrannt. Am 31. August näherten sich mehrere Russen von der Grenze her dnn Dorse, in dem sich deutsche Soldaten besairden. Ein Russe wurde von einem preußischen Soldaten erschossen, während rin zweiter Russe verwundet wurde. Dem Erschossenen wurde von dem Gemeindevorsteher das Gewehr abgenommen. Dies bemerltc der Verwundete und machte hiervon dem russischen Osfizier Mitteilung, der glaubte, daß die friiLlüheu Besitzer die Schüße abgejrucrl hätten. Ohne den Sachverhalt festzustellen, befahl der Ossizicr seinen Trupven, das Dorf, das ungesähr 150 Eimvohner zählte, niederzubrcnncn, ein Beschl, den die Barbaren nur zu schnell und gründlich anssührten. Es sollten alle männlichen Einwohner erschossen werden. Davon aber sah mau ab und führte nxir einig« Bewohner als Gefangene auf Wagen fort nach Tilsft. Unterwegs war jede Unterhaltung bei Todesstrafe verboten. Rack sechsstündiger Fahrt langte das Fuhrwerk in TUfit an, die Deutschen wurden in einem Dachraum der Dragonerkasernc gefangen gehalten, mußten aus der Erde liegen, hungern und sich so manchen Hieb und Stoß seitens der Russen gefallen lassen. Nach drei Tagen erst wurde durch den verwundeten Russen dein Befehlshaber klargclegt, daß die Schüsse am 31. August von einer preußischen Patrouille abgegeben wurden, worauf die Gesangenen auf freien Fuß gesetzt wurden. Sie begaben sich in ihre Heimat, wo sie ihr Eigentujm verwüstet fanden. Die Russen hatten fürchterlich gehaust und sogar alte gebrechliche sriedlickic Bewohner mit Kautschukslreichen und Säbelhieben blutig geschlagen. Das Plündern nennt die Horde „Spielen", ebenso die gegen unschuldige Männer verübten Martern. Märkte. ke. Wiesbaden, 6. Nov. B ich markt. Aul dem heutigen Diehniarki ivaren aulgelrieben: Rinder 125 (Ochsen 17, .Bullen 13, Siibc 96), Kälber 57, Schale 40, Schweine 163. 2 Ochsen, 3 Bulle« 12 Kühe aus Holland. Meteorologische Beobachtungen der Station Gletze». Nov. 1614 in fo.i n O- w i* w ll !§ « z es if * i J?f £ B sS & ©tan 8. J 752.8 11.7 7,3 71 w 2 9 Sonnenschein 8. i>- 749,6 7 9 6 7 85 w 2 10 Bed. Himmel 9. -55,4 4,1 5,9 05 still still 10 Leichter Nebel Höchste Temoeralur am 7. bis 8. Nov. 191t -f- 12.4 ’ C. Niedrigste , . 7. , 8. . 1311 = + 6,1 • , Niederschlag: 0,0 mm. Ktandescrintsncnchrichten. Gießen. Aufgebote: Okt. 30. Jakob Heinrich Emil Haardt. Kaufmann, mit Anna Jofepha Herr. geh. Kuhnert, beide in Gießen. — 31. Ludwig August Nickol, Schneider, mit Anna Katharina Ortwein, beide in Ockershausen. Eheschließungen: Okt. 31. Tr. Friedrich Franz Gustav Heinrich Karl Sandmann, Oberlehrer in Frankfurt a. M„ mit Marie Schudt in Gießen. — Hans Ludwig Friedrich Martin Hartleben, Musiker, mit Anna Johanna Margareta Josephinc Klara Luise Katharine Handloscr, beide in Gießen. — Nov. 4. Fritz Hugo Mcndle, Postassistcnt in Leipzig-Möckern, mit Luise Koro- line Balßer in Gießen. — Johannes Lixscld, Handlungsgchilse, Reservist, in Runzhausen, mit Marie Gerhard in Gießen. Geborene: Okt. 26. Dem Wcißbindermeister Friede. W>ll^ Fcuerbach ein Sohn, Albert Heinrich. — Dem Monteur Julius Michel eine Tochter, Rest. — Dem Rechtsanwalt Dr. Leopold Kotz eine Tochter, Margot Ruth. — 28. Dem Schuhmacher Jakob Leinweber eine Tochter, Else Frieda. — Dem Eiscnbahugchilsen Friedrich Ferdinand Otto Thiemc ein Sobu. — Tem Eisenbahn-Hilss» schassner Heinrich Hoß eine Tochter, Emilie. — 29. Dem Zuschläger Ludwig Binz ein Sohn, Ludwig. — Dem Ingenieur Johannes Karl Walter Zahn ein Soho, Gustav Walter Otlouiar HanS. — 8V Dem {hitfdjrr Adolf Siefjet eine Tochter, Hedwig Elisabeth, — Dem U inversitätsvräparator Hugo Schmidt ein Sohn, ■— 31. Dem Kaufmann Karl Anton Ampt eine Tochter, Gertrudc lobine. — Dem Kaufmann Andreas Reining eine Tochter. — ®. 2. Dem^Dachdecker Wilhelm Panz eine Tochter, Wilhelmine. — 3. Dem Fabrikarbeiter Wilhelm Dinges ein Sohn, Ernst. — 5. Dem Werkzeugschleifer Karl Keil eine Tochter, Elise Marie. Sterbefälle: Okt. 29. Margarete Mainzer, geb. Keßler, 51 Jahre alt, Crednerstraße 35. — 30. Johannes Wißncr, Zi- garrenmacher. 74 Jahre alt, Krosdorfer Straße 24. — 31. Emma Maria Magdalena Battenberg, geb. Klos, 49 Jahre alt, Schiffen- beiger Weg 52. — Nov. 1. Katharine Peter, geb. Grün, 75 Jahre alt, Großer Steinweg 5. — 4. Anna Bender, geb. Schlauer 66 Jahre alt, Ludwigsplaß 10. Im Felde gefallen: Ang. 22. Johann Michael Hußew dörser, Fabrikarbeiter, Reservist, 25 Jahre alt, Lüweiigasse 5. — Karl Wehn, Maschinenbauer, Gefreiter der Reserve, 26 Jahre alt Am Niegelpfad 52 a. — Heinrich Jakob Wilhelm Rusch, Kocktz Musketier, 20 Jahre alt, Kanzleiberg 5. — Anton Kern, Handlungsgehilfe, Gefreiter der Reserve, 24 Jahre alt, Kaiser-Allee 32 — Hermann Mübus, Bankbeamter, Einjähr.-Freiivill.-Gefreiter. 20 Jahre, alt, Steinstraße 13. — 28. Louis Friedrich Wilhelm Engen ^„chbach, Kaufmann. Vizefeldwebel der Reserve, 29 Jahre alt, Seltersweg 24. — Sept. 9. Karl Zimmermann, Metzger, Jäger der Landwehr, 26 Jahre alt, Bahnhofstraße 5. — 16. ©ermann Lauer. Kaufmann, Reservist, 28 Jahre alt, Mittelweg 8—17 Ludwig Heinrich Hauß, Fornier, Reservist. 28 Jahre alt, Damm- itraße io. — Dr. Hermann Jakob Paul Blätter. Lehramtsreiereu- dar, Unteroffizier der Reserve, 24 Jahre alt. Ebelstraße 10 — 25. Otto Ludwig, Vrzefetüwebel, 27 Jahre alt, Landgraf-Philipp- Platz 4. — 26. Ernst Karl Johann Becker, Schlosser, Musketier, 18 Jahre alt, Wilsonftraße 4. Büdingen. Eheschließungen: Rov. 1. Wilhelm Knas II., Metzger mrt Elise Wagner, beide in Güdingen. Geborene; Nov. 1. Dem Arbeiter Josef Jarros eine Tochter, Cecrua. St erb es alle; Okt. 31. Hugo .Kramer, Fabrikant 57 -sahre alt. — Nov. 1. Katharine Schultlfeiß, 15 Jahre alt — 3. Heinrich Reiter, Handarbeiter, 57 Jahre alt. Butzbach. , Geborene: Okt. 17. Dem Maschinensetzer Ludwig Rapp eine Tochter, Luise Lina Anna. — 21. Dem praktischen Arzt Dr,. med. Heinrich Köhler von Rodheim v. d. H. ein Sohn, Fritz Heinz. — Nov. 1. Dem Maschinensabrikanten August Frei- atg ein Sohn, Erwin August Willi. Sterbefälle: Okt. 19. Johann Anton Drrn, Gefangenrufseher i. P., 86 Jahre alt. — Nov. 1. Fabrikarbeiter Christoph Heinrich Kunz, 55 Jahre alt. Im Felde gefallen: Ang. 28. Wehrmann und Küfer Heinrich Grüninger, 28 Jahre alt. — Unterofirzrer und Schreiner Franz Albert Karl Schulz, 30 Jahre alt. — Sept. 26. Lizeseldw. Friedrich Wilhelm Herinann Barenschee, 28 Jahre alt. Fricdbcrg. Aufgebote: Okt. 31. Franz Christian Michael Odenhe-.iner, tserichtsschreiberaspirant, mit Elisabeth Barbara Bertha Gerhard, >cibe in .Friedberg. Eheschließungen: Nov. 4. Theodor Bingel, Schreiner n Friedberg, mit Maria Dur in Kaichen. Geborene: Okt. 28. Dem Hilfshnzer Heinrich Christian karl Engel ein Sohn, Hernrann Karl Adolf. — 30. Dem M a- chinenschlosfer Wilhelm Bauer eine Tochter, Anna. Sterbefälle: Okt. 31. Heinrich Mühlseld, 45 Jahre alt, ii Friedberg-Fauerbach. Hungen. Sterbefälle: Nov. 2. Gerhard Peppelenhos, Holzarbeiter ms Gillingen. Lollar. Geburten: Sept. 25. Dem Metzger Viktor Löwenstein in Sohn, Manfred. — Okt. 28. Dem Hüttenarbeiter Jobannes Schwerer ein Sohn, Hans. — Dem Former Hermann Hahn ein öohn, Werner. Sterbefälle: Okt. 26. Elisabeth Karber, 10 Dlonat alt. Nidda. Sterbefälle: Okt. 29. Otto Daune, 10 Monate alt. Zn K v t c $ n u d Friede n gebraucht man gegen Husten und Heiserkeit - Eutol-Bonbons ----- Dose 30 Pia. Feldpostkarton 65 Pjg. 1112i)hv Lerantloortlich für „Feuilleton", „Gerichtssaal" u. „Vermischtes" I. V.: August G o e v. Amtlicher Teil. Bekanntmachung. 3 e t r.: Die Ausübung der Jagd im Bereiche des 18. Armeekorps während des Kriegszustandes durch Angehörige feindlicher Staaten. Nachstehende Verordnung wird veröffentlicht. Gießen, den 6. November 1914. Grobherzogliches Kreisamt Gießen. Or. U s i n g e r. XVIII. ?lrmee-Korps stellvertretendes Generalkommando III b Nr. 36 385/1638. Verordnung. Auf Grund der §8 1 und 9 des Gesetzes über den Belagerungszustand vom 4. Juni 1851 odrne ich hiermit an: Angehörigen feindlickfer Staaten ift während des Kriegszustandes die Ausübung der Jagd im Bereiche des Korpsbezirks verboten. Zuwiderhandlungen gegen diese Verordnung werden nach §9 des vorgenannten Gesetzes mit Gefängnis bis zu einem Jahr bestraft. Der kommandierende General: Freiherr von Gall, General der Infanterie. An die Großh. Bürgermeistereien der Landgemeinden und die Groszh. Gendarmerie des Kreises. Sie wollen darauf achten, daß unbefugte Personen die Jagd nicht ausüben. Das Polizei-, Forst- und Feldschutzpersonal der Gemeinden ist entsprechend zu bedeuten. Gießen, den 6. November 1914. Großherzogliches Kreisamt Gießen. I)r. Usinger. Bekanntmachung. Betr.: Das Verfüttern von Brotgetreide und Mehl. Die nachstehend abgedruckte Bekanntmachung bringen wir zur öffentlichen Kenntnisnahme. Zuwiderhandlungen werden unnachsichtlich zur Anzeige gebracht werden. Gießen, den 4. November 1914. Großherzegliches Kreisamt Gießeck. vr. U s i n g e r. Bekanntmachung über das Verfüttern von Brotgetreide und Mehl vom 28. Okt. 1914. Ter Bundesrat hat auf Grund des 8 3 des Gesetzes über die Ermächtigung des Bundesrats zu wirtschaftlichen Maßnahmen usw. vom 4. August 1914 (Rcichs-Gcfctzbt. S. 327s folgende Verordnung erlassen: 81. Das Verfüttern von mahlsähigem Roggen und Weizen, auch geschrotet, sowie von Roggen- und Weizenmehl, das zur Brot- bereitung geeignet ist, ist verboten. 8 2. Die Landeszentralbehörden können das Schroten von Roggen und Weizen beschränken oder verbieten. 8 3. Soweit dringend-e wirtschaftliche Bedürfnisse vorliegeu, können die Landeszentraibehörden oder die von ihnen bestimmten Behörden das Verfüttern von Roggen, der im landwirtschaftlichen Betriebe des Biehhalters erzeug! ilt, für das in diesem Betriebe gehaltene Vieh allgemein für bestimmte Gegenden und bestimmte Arten von Wirtschaften oder im Einzclfalle zulassen. 8 4. Die Landeszentralbehörden erlassen die Bestimmungen zur Ausführung dieser Verordnung. 85. Zuwiderhandliingen gegen diese Verordnung oder gegen die geinäß 88 2,3 und 4 erlassenen Vorschristen iverden mit Getd- slrase bis zu eintausendsünshundert Mark bestraft. 8 6. Diese Verordnung tritt mit dem 4. November 1914 in Kraft. Ter Reichskanzler bestimmt den Zeitpunkt des Außerkrafttretens. Berlin, den 28.Oktober 1914. Der Stellvertreter des Reichskanzlers. Delbrück. An das Großh. Polizeiamt Gießen, an d;ö Großh. Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises und die Großh. Gendarmerie des Kreises. Sie wollen darüber wachen, daß die obigen Vorschriften befolgt werden. Tie Großh. Bürgermeister haben die Bestimmungen der 88 1 und 5 öffentlich bekannt machen zu lassen. Gießen, den 4.November 1914. Grobherzogliches Kreisamt Gießen. I)r. U s i n g e r. Bekanntmachung. Betr.: Bekanntmachung über das Ausmahlen von Brotgetreide. Die nachstehend abgedruckte Bekanntmachung bringen wir zur össcntlichen Kenntnisnahme. Gießen, den 4. November 1914. Grobherzogliches Kreisaint Gießen. De. Usinger. Bekanntmachung über das Ausmahlen von Brotgetreide vom 28. Oktober 1914. Ter Bnndesrat hat ans Grund des 83 des Gesetzes über die Ermächtigung des Vundesrats zu n. irtjjfjoftfieffen Maßnahmen usw. vom 4. August 1914 (Reichs-Gesetzbl. S. 327) folgende Verordnung erlassen: 81. Zur Herstellung von Roggenmehl ist der Roggen mindestens bis zu zweiuiidsiebzig vom Hundert durchzumahlen. 8 2. Zur Herstellung von Weizenmehl ist der Weizen mindestens bis zu fünsuudsiebzig vom Hundert durchzumahlen. Tie LandeszentralbehörLen oder die von ihnen bestimmten Behörden können diese Ausmahlung in der Weise zulassen, daß hierbei ein Auszugsmehl von bestimmter Höhe hergeftetkt wird. 8 3. .Soweit ein Verkäufer von Roggeninehl infolge dieser Verordnung nicht vertragsmäßig liefern kaim, ist er verpflichtet, Mehl, das im Verhältnis von zweiundsiebzig vom Hundert aus- gemahlen ist, zu liefern. Soweit ein Verkäufer von Weizenmehl infolge dieser Verordnung nicht vertragsmäßig liefern kann, ist er verpflichtet, eins nach §2 zugelassene Mehlsorte zu liefern, die der verkauften irrt AuSmahlverhältnis am nächsten steht. Der Kaufpreis ist bei Lieferung eines geringerwertigen Mehls nach den 88 472,473 des Bürgerlichen Gesetzbuchs zu mindern, bei Lieferung eines höherwertigen entsprechend zu erhöhen. Der Käufer ist berechtigt, von dem Vertrage zurückzutreten, soweit der Verkäufer infolge dieser Verordnung nicht vertragsmäßig liefern kann. Das Rücktrittsrecht erlischt, wenn der Käufer nicht unverzüglich davon Gebrauch macht, nachdem der Verkäuser ihm angezergt hat, daß er ganz oder teilweise nicht liefern kann. 8 4. Wer den Vorschriften dieser Verordnung zuwiderhandelt, wird mit Geldstrafe bis zu eiiitausendsünfhuudert Mark bestraft. 8 5. Diese Verordnung tritt mit dem 4. November 1914 in Kraft. Ter Reichskanzler bestimmt den Zeitpunkt des .Außerkrafttretens. Berlin- den 28. Oktober 1914. Ter Stellvertreter des Reichskanzlers. Delbrück. An das Großh. Polizeiamt Gießen, an die Großh. Bürgermeistereien der Landgenreinden des Kreises und die Großh. Gendarmerie des Kreises. Sie wollen über den Befolg vorstehender Vorschriften wachen. Die Müller sind auf die erlassene Bekanntmachung des Reichskanzlers besonders hinzuweisen. Gießen, den 4. November 1914. Grobherzogliches Kreisamt Gießen. Or. U s i u g e r. Bekanntmachung. Betr.: Die Höchstpreise für Getreide und Kleie. Nachstehende Bekanntmachung bringen wir zur Kenntnisnahme der Händler mit obigen Waren. Gießen, den 4. November 1914. Grobherzogliches Kreisamt Gießen. Dr. Usrnger. Bekanntmachung über die Höchstpreise für Getreide und Kleie. Vom' 28. Okt. 1914. Auf Grund von 8 3 des Gesetzes, betreffend Höchstpreise vom 4. August 1914 lRcichs-Gesetzbl. S. 339) in der Fassung der Bekaiiiitmachuirg vom 28. Oktober 1914 (ReichS-Gesetzbl. S. 458) hat der Bundesrat folgende Verordnung erlassen: 8 1. Der Preis für die Tonne inländischen Roggens darf im Großhandel nicht übersteigen in: Aachen 237 MI., Berlin 220 Mk., Braunschiveig 227 SOIf., Bremen 231 Mk., Breslau 212 Mk., Bromberg 209 Mk., Cassel 231 Mk., Cöln 236 Mk., Danzig- 212 Mk., Dortiiiuich 235 Mk.. Dresden 225 Mk., Duisburg 236 Mark, Emden 232 Mk., Erinrt 229 MT, Frankmrt a. M. 235 Mk.. Glciwitz 218 Mk., Hamburg 228 Mk., Hannover 228 Mk., Kiel 226 Mk., Königsberg i. Pr. 209 Mk., Leipzig 225 Mk., Magdeburg 224 Mk., Mannheim 236 Mk., München 237 Mk., Posen 210 Mk., Rostock 218 Mk.. Saarbrücken 237 Mk.. Schioerin i. M. 219 Mk., Stettin 216 Mk. Straßburg i. Elf. 237 Mk, Stuttgart 237 Mk., Zwickau 227 Mk 8 2. Beträgt das Gervicht des Hektoliters Roggen mehr als 70 Kilogramm, so steigt der Höchstpreis für jedes volle Kilogramm um eine Mark fünfzig Pfennig. 8 3. I» den im 8 1 nicht genannten Orten (Nebenorte) ist der Höchstpreis gleich dem des nächstgelegenen im 8 1 genannten Ortes Landeszentrakbehörden oder die von ihnen bestimmten höheren Verwaltungsbehörden können cinei« niedrigeren Höchstpreis sestsetzen. Ist für die Preisbildung eines Nebenorts ein anderer als der nächstgelegene Haupwrl bestimmend, so können diese Behörden den Höchstvreis bis zu dem sür diesen Hauptort sestgesetzten Höchstpreis hinaufsetzen. Liegt dieser Hanptort in einem anderen Bundesstaate, so ist die Zustimmung des Reichskanzlers erforderlich. 8 4. Ter Höchstpreis für die Tonne inländischen Weizens ist vierzig Mark höher als der Höchstpreis fiir die Tonne Roggen! (88 1 und 3). Beträgt daL Gewicht des Hektoliters Weizen mehr als 75 'Kilogramm, so steigt der Höchstvreis sür jedes volle Kilogramm um eine Mark fünszrg Pfennig. 8 5. Der Höchstpreis für die Tonne inländischer Gerste, deren Hektolitergewicht nicht mehr ats 68 Kilogramm beträgt, ist in den preußischen Provinzen Schleswig-Holstein, Hannover und Westfalen sowie in Oldenburg, Braunschweig, Waldeck, Schaumburg- Livpe, Livv«. Lübeck, Bremen und Hamburg zehn Mark, in dem rechtsrheinischen Bagern dreizehn Mark, anderorts fünfzehn Mari niedriger als der Höchstvreis für die Tonm Roggen (ßß 1 und 3), 8 6. Ein nach den 88 Ibis 5 in einem Orte bestehender Höchsl- Vreis gilt sür die Ware, die an diesem Orte adznnehmen ist. 8 7. Ats Großhandel im Sinne der 881 bis 6 gilt insbesondere der Verkehr zioischen dem Erzeuger, dem Verarbeiter und dem Händler. 8 8. Der Preis für den Doppelzentner Roggen- oder Weizenkleie bars beim Verkaufe durch den Hersteller dreizehn Mark nicht übersteigen. Diese Vorschrist gllt nicht für Futtermehl (Bottmehl, Rand, Griegkleie und dergleichen). 8 9. Die Höchstpreise bleiben bis zum 31. Dezember 1914 im- veründert, von da ab erhöhen sie sich am 1. und 15. jeden Monats bei Getreide um eine Mark fünfzig Pfennig für die Tonne, bei Kleie um fünf Mennig für den Doppelzentner. 8 10. Die Höchstvreisc gelten für Lieferung ohne Sack und für Barzahlung bei Empfang: wird der Kauipreis gestundet, so dürfen bis zu zwei Prozent Jahreszinsen über Reichsbankoiskont Hinzugeichlagen ioerden. Sie schließen bei Getteide, aber nicht bei Kleie, die Kosten der Verladung und des Transports bis zum Gnterbahnhose, bei Wassertransport bis zur Anlegestelle des Schisses oder Kahnes des Abnahmeorts in sich. 8.11. Diese Verordnung tritt am 4. November 1914 in Krast. Der Bundesrat bestimmt den Zeitpunkt des Außerkraittrelens. Berlin, den 28. Oktober 1914. Der Stellvertreter des Reichskanzlers. Delbrück. (Hanptort Die ! 2 Zimmer | '.rolilorier Str. -5 ich. 2-Jttu- ler-Wohn. m. GnS, Ganen . verm. Näb. Asterweg 23 E. 07761 . röcn=®ol)iiui!(i nti. 11295 St r. 19. II Hl öt>l. Jini. m. elekti. zu vrm. Ltevi g str. 10. Ang. 1914 Peni.Bellevuei. aal. luobl. Jim.. Jeittral- ma.Bad. ; Mo bl. Jim. s. nenn. An den Babuliösen 7t. ch. uiobl. Jim. IN. od. o. Pens, uerm. llrLbevrtr.illl. | W7W .Mcrbcitall mit Burirbeiv rinn z» vermiet. Näheres Lalltoritr. 75 l., Bureau. ,8128, ületgeiinche. 'er 1. Januar 1913 schöne '-Zimlnkrwohinliil, 1 . Zubehör zu mieten aeiucht. iähe Nord-Aul. bevorzugt. -Uiristl. Angeb. unter 11215 den Gieß. Anzeiger erb. Wegen Erkrankung meines Backe.geielleu suche ioiort einen tüchtigen Geiclten. Ludwin Nüiil. Bäckermilr.. Marlivlah 13. _ I077ii7> e (i'iiiiüc WrkWr sucht £>. Launspnch, Allcestr. 22. Mciitl.,zMrl.Mchcn zur Aushilfe ncüidit, evtl, für immer. Fenn Fnliiis Kotz. Latmtioturaiie 32a. [11319 Suche ein. Mädch., 19—20I. Frau Süttenberger, gewerbsmänige Slellenrer- Mittlerin, SelterswegM. 6"™ Zuml.Dezemberjüiiaeres Dienstmädchen vom Lande, welches schon nrdieutbat, «esr.clit. Bor- zulteUeu zwischen - ,9 Uhr und , Mi Uhr vormittags u. Zwischen 1 und 3 Uhr nachm. 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Seipel 2£arl Schmidt, Pfarrer Ilse Schmidt, geb. Lehde Hedwig Heymann, geb. Schmidt Heinrich Heymann, Oberlehrer Lmma Seipel, geb. Hamm. Die Beisetzung findet später zu Rodheim a. d. Bieber bei Giessen statt. 11325D Todes-Änzeige. Verwandten, Freunden und Bekannten die schmerzliche Mitteilung, dass unser guter, treusorgender Vater, Schwiegervater, Grossvater, Bruder und Onkel Herr Friedrich Carle Werkmeister i. P, im Alter von 73 Jahren nach kurzem Krankenlager heute in die Ewigkeit abberufen wurde. Um stille Teilnahme bitten Die trauernden Hinterbliebenen. Giessen (Liebigstr. 51), den 8. November 1914. Die Beerdigung findet Dienstag nachmittag 3 Uhr von der Kapelle des neuen Friedhofs aus statt. 11322 Den Heldentod fürs Vaterland starb 1. November im Feldlazarett nach schwerer Verwundung in den Kämpfen bei Roye niein innigstgelicbter, herzensguter Sohn, unser unvergeßlicher Bruder, mein Verlobter Heinrich Lannspach Gefreiter der S.Komp.Juf.-Rcgiments „Kaiser Wilhelm" Nr. 116 im Alter von 21 Jahren. om . In tiefer Trauer: Heinrich Lannspach Ww. < und Angehörige Marie Musch Familie Musch. Reiskirchen, Rüddingshausen, 7. Nvbr. 1914. Grossberzoglicbes Gymnasium Fridericianum Laubach. Im Kampfe für das Vaterland fiel unser lieber Amtsgenosse Dr. Julius Her, Gndragl. Hessischer Lehnlsessessor Leninant der Reserve im Infanterie-Regiment Kr. 136 Kitter de» Eisernen Kreuze». Sein Verlust trifft uns alle schwer. Glänzende Begabung und hervorragendes Pflichtgefühl brachten seiner dienstlichen Tätigkeit trotz ihrer leider nur kurzen Dauer reichen Erfolg. Seine persönliche Liebenswürdigkeit und seine jugendliche Frische gewannen ihm sehr bald Liebe und Zuneigung bei Schülern wie Amtsgenossen und erwarben ihm auch über den Kreis der Schule hinaus zahlreiche Freunde. Wir werden ihm allezeit ein ehrendes Andenken bewahren. 11308 Die Direktion und das Lehrerkollegium. Am 22. August starb bei Anloy den Heldentod fürs Vaterland unser innigstgefiebter, braver, unvergesslicher Sohn, Bruder und Neffe Heinrich Flocke Infanterie-Regiment Nr. 116, 3. Kompagnie Alter von 21. Jahren. 11309 Die tieftrauernden Hinterbliebenen: Familie Pit. Flocke, Königl. Wagenmeister Familie Wilhelm Vogt, Klein-Linden. Giessen (Buddestrasse 6), den 7. November 1914. Todes-Anzeige. Heute nachmittag 9 Uhr verschied sanft nach kurzem, schwerem, mit Geduld ertragenem Leiden mein lieber Mann, der treusorgende Vater seiner Kinder, unser unvergesslicher Bruder, Schwiegervater, Grossvater, Schwager und Onkel Herr Georg Lehr Lehrer zu Daubringen im kaum vollendeten 61. Lebensjahr. Die tieftranernden Hinterbliebenen. I. d. N.: Ernst Lehr, Hauptsteueramtspraktikant. Daubringen, den 7. November 1914. Die Beerdigung findet Dienstag, den 10. November, nachmittags 3 Uhr, vom Trauerhause aus statt. [ 11321 Nach einer auf bem Selbe berühre erhaltene» Krankheit starb den Heidentob für fein geliebtes Vaterland mein treu geliebter, herzensguter Mann, der treusorgende Bater seines StinbeS, unser lieber Sohn. Schwiegersohn, Bruder, Schwager, Pate und Onkel 11320 Otto Metzger Umerosstzier der Landwehr im Landwebr-Jns.- Regt. 9!r. 11 «, 12. Komp. im 31. Lebensjahre. In tiefem Schmerz: Frau Marie Metzger, geb Krämer nebst Kind. Tie vier Familien Metzger, «vamtlie Teivv. Familie Heinz. Familie Sttämcr. Langsdorf, Nannenroth, Birklar. Nachruf. An den Folgen des Feldzuges, erlitt am fl. November den Heldentod für das Vaterland unser unvergeblicher Sangesbruder Carl Schmidt Landwedrmann im Jniaiitertr Regime«! „Jtaifer Wilhelm" Nr. 116. Wir betrauern ihn als ein treues, langjähriges Mitglied mit edlen Cbaraktereigen- schäften, dem wir ein ehrendes Andenken be- wabren werden. 11326D Gesangverein Heiterkeit Gietzen. Für die vielen Beweise herzltcher Teilnahme an dem uns so schwer betroffenen Verluste sagen wir allen unseren herzlichsten Dank. Familie Bnchtaleck Familie Döring. Grohen-Buseck. 07760 Bekanntmachung. Für das Gefangenenlager sind erforderlich: 166 Bettstellen von Eilen mit Zubehör. 11312 O Angebote mit Angabe der Lieferzeit sind bis zum II. ds. Mts., vormittags 16 llbr, der Garnisonver- walmng Gietzen einzureichen. Garnijonverwaltung. Allij.DeiM FraoeavereiH Ortsgruppe (flirten. Auskunftstelle für Zrauenbemse. Frauen u. Mädchen erhalten unentgeltlich Rat und Auskunft für alle Berufe im alten Rathaus. Marktvlatz 14, TieuStaa nachmittags von 67> bis 7V, Uhr. 0>" Rechtzschutzstelle. Frauen u. Mädchen erhalten unentgeltlich Rat und Auskunft j in Rcchtsaniiclclf eiihciicn im astenRathaus Marktplatz 14 Mittwoch nachmittags von 67«— 8 Uht. Holländiitclie Hyazinthen Tulpen (11150 Aarzlssen Croeni Schneeglöckchen Scilla u, a. sind in Ia. Qualität eingetroffen und empfehle solche zur Zimmerknltur sowie zur Bepflanzung v. Beeten und Grabstätten. Reiche Lorten wähl. Preisliste gratis. Hemr. Hahn Samenhandlung ] Xcasladt 8 Tel«\ 403 n.\ 1