7 i 4 i 5 s ij nt. 265 Etr Slehener Anzeiger crjcfjeint täglich, außer Sonntags. - Beilagen: viermal wöchentlich SietzenerZamilienblätlcr: zweimal wöchcml.lirei;^ blatt sürden Ureis Sietzen (Dienstag und Freitag): zweimal tnonall. Landwirtschaftliche Sciffrogtrt Fernsprcch - Anschlüsse: sürdieSchriitleitunglI2 Verlag,GeschäilsstetleSl Adresse lür Tralitnach- richtcn: Anzeiger Gießen. Aiinahme von Anzeigen sür die Tagesnummer bis vormittags 9 Uhr. Erster via« 164. Zahrgcmg Montag, 9. November (9(4 General-Anzeiger für Oberhessen Bezugs» reis: -.nonatl. 75 Ds., viertel- jährl. Mk. 2.20: durch Abhole- u. Zweigstellen inonatl. 65 Ps.; dnrch die Post Mk.2.— Vierteljahr!. ausschl. Bestcllq. Zeilenpreis: lokal 15Ps„ ausiv. 20 Ps. — Haupt- schristleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für den polit. Teil: Aug. Goetz; sür .Feuilleton", „Vermischtes" und.Gcrichts- saal": Karl lllcurath; sür „Stadt und Land" : Rotationsdruck und Verlag der vrühl'schcn Univ.-Vuch- und Zteindruckerei R. Lange. Schristlcitung, Geschäftsstelle u. Druckerei: Zchulstr. 7. Anz°,^-mell:' Tsingtau gefallen. Ziegreiche zorischritte aus allen Schlachtfeldern. Englische Bekenntnisse. Grvßjes Hauptquartier, 7. Nov., dorm. (Amtlich.) Unsere Angriffe in Richtung Ppern machten auch gestern, besonders südwestlich von Upern, Fortschritte; über tausend Franzosen wurden zu Gefangenen gemacht und drei Maschinengewehre erbeutet. Französische Angrisfe westlich No von sowie auf die von uns genommenen Orte Varlly nnd Chavonn.es wurden unter schweren Verlusten für den Feind abgewiesen. Der von unS eroberte und nur schwach besetzte Ort Soupir und der Westteil von Sapigncul, der dauernd unter schwerstem Artillericfeucr lag, musste von uns geräumt werden. Bei Servon nmrdc der Feind abgewiescn, im Argonnerwold weiter zurückgedrückt. Auf dem östlichen Kriegsschauplatz wurden drei russische Kavall criedi v ifronen/ die di« Wartha oberhalb Kolo überschritten hatten, geschlagen und über den Fluß zurückge- worsen. Im übrigen kam es dort zu leinen Zusammenstößen. * Grostes Hauptquartier, 8. Nov., vorm. Unsere Angriffe bei Dpres und westlich Lille wurden gestern fortgesetzt. Am Westrand der Argonnen wurde eine wichtige Höhe lbei Vienne-le-Chüteau, um die wochenlang gekämpft worden ist, genommen; dabei wurden zwei Geschütze und zwei Maschinengewehre erbeutet. Sonst verlief der neblige Tag aus dem westlichen Kriegsschauplatz ruhig. — Vom Osten liegen keine neuen Nachrichten vor. Oberste Heeresleitung. . „ * Der Präsident des Reichstags, Dr. Kaempf, hat namens des Parlaments in einem Telegramm dem Kaiser knndgctan, wie sehr der Verlnst Tsingtaus dem deutschen Bolksgefühl nahegeye. In den an Erfolgen so reicher: letzten Tagen schwingt nun doch auch der Don der Trailer mit, nnd die Reichshauptstadt, die eben noch im Gewände.fliegenden Flaggcnschnrucks den Seesicg über die englischen Kreuzer von den Türmen geläutet chatte, lauscht erschüttert die spärliche Kunde, die von dem Fälle des deutschen Vorwerkes im fernen Osten berichtet. Sollen wir aber, „wie Niobe ganz Tränen", die waffcnwogende Welt mit deir Zeichen nationaler Trauer überraschen? So war's auch von Herrn Kaempf nicht gemeint. Sein Telegramm klingt wie ein Gelöbnis des Reichstages: wir wollen, und das deutsche Volk mit uns, nicht rasten und ruchcn, bis wir die gerechte Sache zum vollen Siege geführt haben. Dainr )mrd auch die deutsche Arbeit in Tsingtau nicht vergeblich gewesen sein, nnd lvir werden uns wieder nehmen was uns gehört. Es berühren sich mit Kampfs Kundgebungen mich parlamentarische Erinnerungen aller Art, und nur verstehen es recht gut, das; der Reichstag an diesem Schicksal unserer erfolgreichsten Siedclung ganz besonderen Anteil nimmt. Was ist in den 17 Jahren, seit der unbedeutende Flottenstützpunkt als Kohlcnstation in dcntscl)e Hände gelangte, aus dieser Erwerbung geworden! Eine deutsche Kulturstätte hervorragender Art, die der stolzen aber überlebten nnd halbversunkcnen chinesischen Welt der llnnahbarkcit ein Muster zeitgemäßer Einrichtungen vorhielt. Haben doch die gelben Zopfträgcr auch von der neuen Hochschiulc in Tsingtau sehr zu ihrem Nutzen weitgehend Notiz genommen! Alles, was an finanziellen Opfern für Kiautschan vom Reichstag beivilligt worden ist, hatte herrliche Früchte getragen. Auch rein praktischer Natur: der deutsche Handel fand einen unvergleichlichen Stichpunkt, stinn aber hat Neid nnd Tücke alles sortgenommen? Nein, nicht nur Beweise deutscher Tapferkeit und todesmutigen AnSlsarrcns hat die heldenmütige Besatzung der Welt des Ostens gegeben. Die schöne Stadt, deren Emporblühen auch in diesen Blättern noch vor einigen Monaten so leuchtend und voll Deutschenstolz geschildert worden war, ist jetzt wohl ein Trümmerfeld, und die Japaner wcrdc.fi dort nur wenig Früchte ernten, die sie nicht gesät haben. Allein es wird aus dem Schutthaufen etwas fortleben, was keine Flamme vertilgen kann: der Geist, der das Wunderwerk vollbracht nnd dem Chinesenvolkc'Achtung nnd Sympathie abgenöstigt hatte! Und dieser Geist wird wieder- koimnen, das ist unsere feste Hoffnung. Die japanisch-chinesischen Beziehungen, heute schon gespannt, werden einmal zerschnitten werden, und dann wird man, ähnlich wie heute das Osmanenreich, den deutschen Retter ersehnen. Ein kühner ZukiinftStrauin, aber gar nicht so weltenfern. Amerika, China, Japan, diese drei Worte enthalten eine Spannung, die vielleicht fiir eines der nächsten Fahre weltpolitischer Geschehnisse aufgespart bleibt. Wir haben keinen Grund, die Fahnen zu umsloren, wahrlich nicht. Nur auf England, unseren grimmsten Widersacher brauchen wir zu blicken, um zu wissen, wie weit wir sind. Neue Stützpunkte in den Argonnen, ferner bei dem Dnrchbruchlor St. Mihicl haben wir gewonnen: wir sind auch mit den Widerständen westl. von.Ipcrn nnd Lille sertig geworden und werden die Belgier und Franzosen besiegen. Aber ein anderer Triumph wiegt noch schwerer: wir haben, durch unserer Treuen Mut und Tapferkeit, durch unserer Wallen Glück, das herausfordernde britische Selbstgefühl zerrissen! Glaubt man, die englischen Zeitungen erhöben jetzt den Schrei nach allgemeiner Wehrpflicht, um den F r a n z o - i e n zu helfen und dieBclgier zu retten? Das wissen sie genau, daß dafür solche Zurüstung zu spät kommen würde. Nein, sie fürchten den Angriff auf ihr eigenes Land! Was Lord Roberts den Regierenden so oft vergeblich ins Ohr geschrieen hat: 'jetzt wirb der Ruf gehört; noch hat er freilich nur schales, akademisches Gepräge, aber er dringt doch in weitere Kreise. Albion glänzt jetzt durch eine „vornehme" Offenherzigkeit. Einer eigentümlich gearteten Rot gehorchend. Es wiegt seine Verluste'und gibt zu, daß sie schwer seien, daß der deutsche Feind über gewaltige Machtmittel und auch sicheres moralisches Rüstzeug verfüge. Nie hat es sich so verblüffend' gezeigt, daß England keineswegs so furchtbaren kriegerischen Willen besitzt, als nwnche seiner Eisenfresser Vortäuschen wollen. Die An gst ist über das Jnselvolk gekommen, nicht tatkräftiger Entschluß. Es wird sehr interessant sein, zu beobachten, ob die heutigen Gebärden der öffentlichen Welt Englands nicht die Vorboten einer wachsenden Neigung znm Frieden sind! Man hält sich die Vorwürfe der Bundesgenossen über ungenügende Unterstützung mit beschwichtigender, aber bestätigender Gebärde vom Leibe und findet sich im Innern schon mit der neuen Lage ab. Die Welt soll jetzt, nach den anfänglicher! wutentbrannten Ausbrüchen britischer Drohungen und Schmähsucht, wieder rn das stille Heuch- lerautlitz Albions blicken, das durch die Gebärde allein die Welt beherrschte. Hinter der glatten Außenseite bewegen sich freilich leidenschaftliche Erwartungen und Empfindungen. Man sieht in London eine Welt gegen sich aufstehen: Buren, Islam, Perser und Inder. Wie lange noch soll der Krieg dauern? Es hat sich erwiesen, daß gerade Eng- land -die längere Dauer des Weltkampfes am schmerzlichsten spürte; die deutschen Vorbereitungen haben sich glänzend bewährt, und jeder Schlag, auch wenn er nicht vernichtend ist, dein. Deutschland gegen Britannien ftihrt, läßi die unterdrückten Völker des weiten Jnselreiches zu neuer Besinnung nnd feindseliger Erhebung kommen. Die Mahnungen englischer Wehrpolitiker gelten für die weitere Zukunft und sind möglicherweise schon sür eine neue Lage berechnet, in der man mit der vergrößerten deutschen Weltmacht rechnen muß. Allem Anschein nach aber sehnt man sich in London nach einer baldigen schiedfichen Beendigung dieses Krieges. Tsingtau gefallen! Berlin, 7. Nov. (W.B. Amtlich.) Nach amtlicher Meldung des Rcntcrschcn Bureaus aus Tokio ist Tsingtau nach heldenhaftem Widerstand am 7. November morgens gefallen. Nähere Einzelheiten fehlen noch. Der stellvertretende Chef des Admiralstabs: B e h n ck e. Tokio, 7. Nov. (WTB. Reuter.) Der japanische Ober- beschlshabcr berichtete heute früh: Ter linke Flügel der Belagerer besetzte die nördliche Batterie ans dem Shautan-Hügel um 5 Uhr 10 Minuten und die östliche Batterie auf Tatungsjrng um 5 Uhr 35 Minuten. Inzwischen rückte das Zentrum gegen di« Forts Iltis und Bismarck vor und eroberte zwei schwere Geschütze in der Nabe der Hauvtwerke. Die Angreifer besetzten nacheiimnder die Forts Mottke, Iltis und B i s m a r ck. Die Garnison hißte um 6 Uhr die w e i ß e Flagge aus dem Observatorium. Die Küsten so rts folgten ihrem Beispiel um 7 Uhr 30 Minuten. WTB. Tokio, 8. Nov. (Nichtamtlich.) Das Rcutcrsthe Bureau nceldet amtlich: Die javanischen Verluste bei dem Schlußkampf um Tsingtau betrugen 36 Tote und 182 Verwundete. Auf seiten der Engländer wurden zwei Offiziere verwundet. Tie Deutschen sandten um 9 Uhr vormittags einen Vertreter, um wegen der Bedingungen der Uebergabe zu verhandeln. Die Besprechungen fanden in der Moltke-Kaserne statt. Eine zweite Reuterdepesche aus Tokio meldet: Die Erstürmung der mittleren Forts wurde von General Jashimi Hamada mit dem Geniekorps ausgesührt. Die V e r l u st e sollen sowohl aus deutscher wie/auf javanischer Sette sehr groß sein. London, 7. Nov. (WTB.) Ein Telegramm aus Tokio berichtet, der Gouverneur, Kapitän zur See Meyer-Waldeck, sei im gestrigen Kampfe verwundet worden. Berlin, 8. Nov. (WDB. Nichtamtlich.) Aus Anlaß des Falles von Tsingtau hat der Präsident des Reichstages Dr. Kaempf solgendes Telegramm an den Kaiser gerichtet: ' Das ganze deutsche Volk ist bis ins Innerste erregt und ergriffen angesichts des Falles von Tsingtau, das, bis zum letzten Augenblick todesmutig verteidigt, der Uebcrmacht hat weichen! müisen. Etn Werk deutscher Arbeit, von Eiv. Kaiserlichen und Königlichen Majestät unter der trendigen Anteilnahme des Volkes als Wahrzeichen und Stützpunkt deutscher Kultur errichtet, sällt dem Neide und der Habsucht zum Opfer, unter deren Flagge sich unsere Feinde verbündeten. Der Tag wird kommen, an demdiedeutscheKulturimferncnO st envon neuem den Platz einnehmen wird, der ihr gebührt, und die Helden von Tsingtau werden nicht vergeblich ihr Blut vergossen und ihr Leben geopfert haben. Ew. Kais, und Königs. Majestät bringe ich im Namen des Reichstages die Gefühle zum Ausdruck, die in diesem Augenblicke das ganze deutsche Volk beseelen. Präsident Dr. Kaempf erschien heute vormittag im Reichsmarineamt, um im Namen des Reichstages die Teilnahme an dem Falle von Tsingtau ausznsprechen. Ter Kaiser bei der Armee des Generals v. Kluck. Berlin, 7. Nov. (Ctr Bln.) Der Kaiser hat vor kurzem bei der Armee Kluck gciveilt. Der Verlauf und das Ergebnis des Besuches geht ans solgendem, der „B Z." vom tpestlichen Kriegsschauplatz eingesandten Befehl des Obierbefehlshabers der 1. Armee hervor: S. M. der Kaiser und König hatten die Gnade, gestern zum zweiten Male die l. Armee mit Allerhöchst ihrer Anwesenheit zu beehren und sich in hohem Lobe über den Zustand der Truppen und die große Tüchtigkeit und hervorragende Tapferkeit auszu- sprechen. S. M. besuchte kürzlich eine Gesechtsstellung und überzeugte sich Allerhöchst selbst von den Bauten der ersten Feuerbatterie sowie der Anlage von Schützengräben und der feindlichen Stellung im Aisnctale. Eine über das Grenadier-Regiment Prinz Karl abgehaliene Parade mit Ansprache an das Regiment in ausgezeichneter Haltung beschloß die Anwesenheit des Allerhöchsten Kriegsherrn bei den Truppen. Ans der Fahrt sielen ausgestellte Trains Seiner Majestät in vorteilhafter Weise auf und befahl Allerböchsldieselbe mir, der 1. Armee die große Anerkennung über die bei dem Armeekorps bei wiederholtem Besuche wahrgenommrncn vorteilhaften Eindrücke zur Kenntnis zu bringen. Indem ich mich dieses Allerhöchsten Befehles entledige, spreche ich den Herren Kommandierenden Generälen sowie den sämtlichen unlerstelltev Truppen meine Glücklvünsche aus. Vorwärts! (gez.) v. Kluck. Kämpfe südlich von Litte und Arras. Utrecht, 7. Nov. (Ckr. Bln.) Der ,,Times"-Kvrrespvn« denk in Nordfrankreich meldet: Südlich von Lille und Arras ist die Lage noch dunkel. Amtliche Meldungen berichd ten über diesen Teil der Front wenig. Schon einen Mona« lang kämpft man hier hartnäckig Der Kämpf ist hier ein Arkillerieduell. Die Deutschen sind in La Bassee, aber noch immer leisten die Verbündeten dem Vormarsch nach Boulogne Widerstand. Es wird gemeldet, daß deutsche Granaten anfangen, auf Bethnne zu fallen. .Am Dienstag lvnrde der Kirchturm von einer Granate getroffen, indessen kaum beschädigt. Mittwoch früh fielen 20 Granaten in die Nähe des Rathauses. Die Frau des Bürgermefftersj wurde getötet. Nachmittags lvnrde die Llpotheke und eine Goldschmiedewerfitätte zerstört. Man muß gestehen, daß) die Deutscksen tapfer fochten und manchmal nahe an unsere Stellungen herankamen. 1 Berlin, ,7.Nov. (Ctr.Bln.) Aus Kopenhagen wird dem „Berl. Lokalanz." gemeldet: Wie aus Paris telegraphiert wird, haben die Deutschen gestern die Besclfießnngs von Arras mit größter Heftigkeit ausgenommen. Die Stadt gleicht einem Trünmrerhaufen. Die ganze Bevölkerung ist geflüchtet, inrr die Behörden sind zurückgeblieben. Doch steht ihre Abreise unmittelbar bevor. Gestern wurden die allgemeinen Kärnpfe Mit Energie fortgesetzt. Sie scheinen jetzt den Höhepunkt erreicht zu haben. Keines der Heer« hat die Stadt bislser genommen. Granaten fallen massenweise nieder und verwandeln die noch stehenden Häuser zu Asche. Deutsche Flieger kreisten über der Stadt und verjagten die französischen. Tie Flieger lassen zeitweise Bomben fallen Acußerungen Hindcnburgs. Berlin, 8. Nov. (Ctr. Bln.) Der Chefredakteur der „National-Ztg.", Viktor Hahn, erzählt, wie er mit einem Transport von Liebesgaben zu Generaloberst v. Hindenburg kam. Er hatte mit Hindenburg ein längeres Gespräch, aus dem er verschiedene Mitteilungen macht. Hindenburg erzählte. ihm, daß er erst vor kurzem in der Nähe von Warschau einige russische Armeekorps geschlagen habe, darunter drei ost- sibirische. die erst kurz vorher mit der Eisenbahn angelangt waren. Der General zeigte auch ein Maschinengewehr, das von Wladiwostok mitgebracht und aus dein noch, kein Schuß abgegeben worden war. Es ist deutsches Fabrikat. General von Hindenburg erläuterte dann seinen Zuhörern die dcuffche Taktik, ebenso wie die österreichische nnd die russische. Er sagte von den Oesterreichern: Sic sind ausdauernd, tavser und zäh. Eben haben sie zwischen San und Weichsel die Russen in das Wasser gejagt. Die russische Artillerie schießt gut, freilich mit enormer Munitionsvcrschwenduug. Die Infanterie ist gleichfalls nicht gerade untüchtig. Aber die russische Kavallerie ist zu nichts zu brauchen. General von Hindenburg rühmt dann seine Truppen. Jeder in ihren Reihen ist ein Held. Die Stimmung ist einfach herrlich: vom General bis zum letzten Mann alles voll Zuversicht. Aber das Prachtvollste unter allem sind doch meine Flieger. Ich kann Ihnen gar nicht sagen, was mir diest schon durch ihren geradezu heroischen Aufklärungsdienst geleistet haben. Mir selbst geht es auch ganz gut. Ich schlafe wie eine Kanone. Wenn ich daran denke, so fährt Hindenburg fort, daß ich vor ein paar Wochen noch Pensionär in Hani- nover war! Ich hatte mich freilich selbstverständlich gleich bei Kriegsausbruch zur Verfügung gestellt, auch Bescheid erhalten, daß man im Bedarfsfälle auf mich zurückgreifcn werde. Aber sonst hatte ich nichts mehr gehört und nach ein paar Wochen hatte ich auch bereits alle Hoffnung auigcgebcn. Da kam mit einemmalc die Depesche, die mir mitteille, daß mich Seine Majestät mit der Führung des Ostheeres beauftragte. Ich hatte gerade so viel Zeit übrig, mir das Noy- wendigstc zu kaufen, da kam schon mein prachtvoller Generalstabschef Ludcndorss mit einem Extrazuge an. » , ' Ocsterreichische Erfolge. Wien, 8. Nov. Amtlich wird gemeldet: Ans dem südöstlichen Kriegssckmitt'lwtz dauerten die Käinpfe gestern den ganzen Tag auf allen Fronten mit niwermnrdertcr Heftigkeit an. Trotz deS zähen Widerstwrdcs des Eiegners, bei dem die Parole „Bis ans den letzten Mcrmrff" gc'gebcn )i*ar, rmiri>e im Rmtmc bei Krttp a n j Schanze auf Schanze von unseren tapferen Truppen erobert, bis heute um 5 Uhr vormittags auch Kostafnik, ein von den Serben für uneinnehmbar gehaltener wichtiger Stützpunkt, erstürmt wurde Die Zahl der Gefangenen und der erbeuteten Geschütze ist «bisher nur annähernd deiannt. 28ien, 8. Nov. (23228. Nichtamtlich , Amtlich wird vcr- lautbart: Auf dem nordöstlichen Kriegsschauplatz fanden auch gestern keine Kämpfe statt. Aus Bulgarien. (WTB.) Sofia, 7. Nov. (Nichtamtlich.) Ter Kriegsminister hat in der So b ran je eine Vorlage eingebracht über einen außerordentlichen Kredit von 33 M i l- lio nen zur Deckung der Ausgaben für die Armee. Die Regierung hat eine Verordnung erlassen, durch welche die Ausfuhr von Getreide, Mehl, Kartoffeln, Vieh, Futter, Texlilerzcugntssen, Beleuchtungsstoffen, Reizmitteln, rohen und verarbeiteten Häuten, Lebensmitteln, Arzneimitteln, Sanitätsmatcrial und Beförderungsmitteln verboten wird. Ter türkische Tagesbericht. Konstantinopel, 7.Nov. (23233. Mchtamtl.) Amtliche Meldung des Großen Hauptquartiers. Nichts Ne u es an der kaukasischen Grenze. Im Schat-el-Arab begegnete ein türkisches Motorboot, >das zur Ueberwachung dort kreuzte, bei Ab ad an einem englischen Kanonenboot und loechselte mit ihnr Schüsse, wobei eine Explosion auf dem Kanonenboot verursacht wurde. Mehrere Schüsse des türkischen Motorbootes schlugen in die Pe trol e u nrl ag e r in Slbadan ein und verursachten dort einen Brand, llnser! Motorboot kehrte ohne Schaden nach Bas sora zurück. Tie Petroleumlager brennen weiter. Der Schat-el-Arab ist die Bereinigung von Euphrat und Tigris; er inündct in den persischen Golf. Konstantinopcl, 8. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Großen Hauptquartiers: Mit Hitzfe Gottes ist die ägyptische Grenze gestern von den ll ns eigen überschritten worden. Da die russische Flotte sich in ihre Kriegshäscn zurückgezogen hat, hat unsere Flotte Poti, einen der bedeutendsten Hasen des Kaukasus, bombardiert und allerlei Schaden angerichtet. — Unsere Gendarmen und die aus unserer Seite stehenden Stämme haben die englischen Truppen, weiche in A k a b a gelandet waren, v e rn i ch t e t. 4 englische Panzerschiffe, die sich dort befanden, haben s i ch z u r ü ck g e z o g c n, nur ein Kreuzer ist zurückgeblieben. (WTB./ London, 8. Nov. (Nichtamtlich.) Nach einer amtlichen Mitteilung haben einige indische Truppenabtci- lungen und eine Secbrigade Fac an der Mündung des Schatt el Arab im Persischen Golf nach einstündigcm Kampfe in Besitz genommen. Sie hatten keine Verwundeten. Die Haltung der Armenier. (WTB.) Konstantinopel, 8. Nov. (Nichtamtlich.) Der Patriarch der armen.-gregorianischen Kirche richtete an alle Bistümer und Vikariate der Türkei ein telegraphisches Rundschreiben, in dem er hervorhebt, daß die armenische Nation, deren Jahrhunderte alt« Treue bekannt sei, im gegen- wärligen Augenblicke, in welchem sich das Vaterland init mehreren Mächten im Kriege befinde, ihre Pflicht erfülle und alle Opfer auf sich nehmen müsse für die Erhöhung des Rnh- ines des ottomanischcn Thrones, mit dem sie fest verbunden sei, und für die Verteidigung dos Vaterlandes. Die Bischöfe und Vikare wurden ausgcfordert, in diesem Sinne Ratschläge zu geben. Demnächst sollen Gebete in den .Kirchen des Patriarchats für den Sieg der ottomanischen Waffen abgebalten werden. — Das Patriarchat beschloß, dem .Heere 10 000 Paar Socken anzubieten. Diese Ergcbenheitskundgebungen der Armenier machen einen ausgezeichneten Eindruck. Russische Truppen in Pcrficn. (WTB.) Ko n stau tin o pel, 8. Nov. (Mchtankwich.) Tehcraner Blätter melden die Ankunft neuer russischer Truppen in Persien. Am 3. November trafen in Ardc- bil etwa 1000 russische Soldaten ein, die angeblich nach) Choi und Salmas an der türkischen Grenze /ich begaben«. .Hundert Mann kanien nach Kasrnin, das vor' einiger Zeit von den Russen geräumt worden war. 150 in Mesched gelandete russische Soldaten sind mit 70 anderen russischen Soldaten nach Kasrnin ahgegongen. Russische Truppen trafen mit Munition und Lebensmitteln in Baku und in Ehoi ein. Die Senussen gcgcu Aegypten. Mailand, (?. Nov. (Ctr. Wirkst.) Nack> einer Meldung der „Stampa" Hat der Scheik der Senussen seine! Streitmacht aus der Cvrenaika zurückgezogen und nach AcgNpten gegen die Engländer geschickt. Eine ttalie- ni.sck>e Abteilung, die am 29. Oktober von Zaui Beda abging, gelangte bis Mersa, ohne Feinde zu treffen. Dagegeü meldet der „Corriere della Sera" eine Selcbung der Raub- zügc der Rebellen in der Cyrcnaika gegen dtie unterworfenen Bcduin e n. (Frkft. Ztg.) Eine russische Kricgsstcuer. Petersburg, 7. Nov. (28TB. Nichtamtlich.) Das Finanzministerium hot einen Gesetzentwurf über eine Kriegs st euer ansgearbeitet und ihn dem Minisber- rat unterbreitet. Diese Steuer besdeht aus: 1. einer das ganze Einkommen von Einzelpersonen, Anstalten und Gesell- schäften erfassenden Steuer, wenn dieses Einkommen mehr als 1000 Rubel jährlich beträgt: 2. einer Personal- steucr für alle vom Militärdienst befreiten Männer; 3. einer den iu natura geleisteten Kriegs» dienst ersetzenden Steuer für alle Gebiete und Bevölkerungsteile, die von dem Kriegsdienste befreit sind. Die unter 1) genannte Einkommensteuer begnmt mit dem Satze von 10 Rubel für ein Einkoutmen zwischen 1000 und 1100 Rubel und erreicht eine Höhe von 15000 Rubel für ein Einkommen von 190000 und 200 000 Rubel; höhere Einkommen werden mit 8 Po^. besteuert. Finnland und die Gebiete der Kosaken sind vcm der oben unter 2 ) genannten Personalsteuer für die Befreiung vom Kriegs- dienstc ausgenommen. 'Tie Stener für den in natura geleisteten Kriegsdienst trifft die eingeborene Bevölkerung von Tür- lestan, die Provinzen AkmolinSk, SemipalatinSk, Samiriet- schensk, Turalsk, Tnrgas und Astrackum, die Muselmanen in den Provinzen Terek, Kübmi und Tronskaukäsien sowie die Eingeborenen der Gouvernements Stawcopol und Astrachan. Der Gesamtertrag dieser Kriegssteuer wird aus 85 Millionen geschätzt. Me oben zu 2) genannte Personalsteuer für vom Kriegsdienst Befreite wird bis zum vollendeten 43. Lebensjahre von den der Einkommensteuer nicht unterliegenden Personen mit 6 Rubeln jährlich erhoben; Einkommeusteuerpflichtige zahlen die .Halste ihres Ein- konimensteuersatzes. ' V*i. Ter Ausstand iu Südafrika. Rotterdam, 7. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Der „Nieuwe Rotterdams che Courant" veröffentlicht einen Brief seines Korrespondenten in Johannesburg vom 8. Oktober, in dem es u. a. heißt: „Daß die 'Deutschen bei dem ersten Treffen zweihundert Mann gefangen nahmen, diente nicht dazu, die Begeisterung für den Krieg zu wecken. Nur langsam koimncn Einzelheiten von dem Treffen bei Rand fontein, wo fast zwei volle Schwadronen des ersten Regiments berittener Kapschützcn und eine Jlbteilung der Transvaal-Artillerie in die Hände der Deutschen fielen. Mittags war die Munition verschossen, die Stellung unhallbar, die beiden Kanonen unbrauchsbar gemacht und Engländer und Aftikaner hißten die weiße (tzlaggc. Oberst Grant fiel verwundet in die Hände der Deutschen, die erst unsere Toten begruben, dann die ihren und alle Verwundeten gut behandelten. Z.vei Schwadronen, die vom Hauptquartier zu Hilfe geschickt wurden, wurden von den Deutschen unter heftiges Maschinenge wehrfeuer genommen; sie gaben den Bvrmarsch ans, als sie einige Verluste erlitten hätten. Das ist alles, was die Zensur durchließ." Zum Schluß heißt es in dent Brief: „Die Zufuhr frischer Mannschaften für die Armee ist ein schwieriges Problem. Ae letzten Reserven bestehen aus Wehrfähigen von 4 5 bis zu 00 Jahren. Borläusig will man es init Freiwilligen versuchen. Wirtschaftliche Gründe erschweren die Lage. Bol ha hat bisher 2000 Freiwillige, 313 berittene Schutzen und 1855 Infanteristen aufgerufen ; jetzt fängt man mit dem Aufruf berittener Korn- inandos an und hofft, tausend berittene Schützen zu erhalten^ die Transvaal und der Oranje-Freistaat auf- bringen sollen." Amsterdam, 8.Nov. „Nieuws van den Dag" meldet aus Johannesburg vom 7.November: Rebellen, die durch Rcgicrungütruppen «erfolgt werden, sind in den O r a n j e f r e i ft a a t eingefallen. General Bdyers scheint sich bei ihnen zu befinden. Sie haben die Drücke über den Saudsluß bei Virginia zerstört. Truppen Dewets haben an verschiedenen Stellen die Eisenbahn nach dem Freistaat zerstört. (WTB.) London, 7. Nov. (Nichtamtlich.) Das Reu- icrschc Bureau meldet aus Kapstadt vom 7. Nov.: Ein K o nt - nia n do der A u s st ä n d i s ch e n hat gestern nachmittag die Eisenbahn bei Blömhof in Wcfttransvaal überschritten, ivurdc aber von den Regicrungstruppen unter den Koinmaiv- danten Delarcy und Swatz angegriffen. Diese machten fünf Gefangene Tie Aufständischen überschritten spät abends den Baalsluß lind) dem Freistaat und wurden von dem Kom-- maudantenOberstSimmei verfolgt. Eine Rede der Generals Dcwct. Rotterdam, 7.Nov. (Ctr.Mn.) lieber die Rede, die General Dewet in der Stadt Brede im Oranjefteist-aat hielt, wird gemeldet: Dewet erbat sich zuerst einen Stenographen, damit dieser jedes Wort auszeichnen könne, „weil er, was immer er in Zukunft sein dürste, nie eine größere rebellische Handlung begehen könne, als er schon begangen habe". Nachdem der General der „elenden pestartigen" Engländer Erwähnung getan hatte, schilderte er den Einbruch in Südwest als eine räuberische Handlung. Die gottlose Politik Bothas habe lange genug gedauert und die Südafrikaner würden ein sür allemal niit jeneni Skandal ein Ende machen. „Einige meiner Frcuirde," sagte Dewet weiter, „rieten mir, noch ein wenig zu warten, bis England größere Hiebe bekomm«. Wer es ist unter «unserer Würde, einem toten Hund einen Fußtritt zu versetzen. England hat schon alle Hände voll zu tun. Ich ver- abslheuc die Lügen, welche verbreitet werden, denen zufolge tausend Australier, Kanadier und Indier gegen uns entsandt werden können. Woher will England sie bekommen? Es hat genug damit zu tun, seine eigenen Schlachten zu liefern." In einer zweiten Rede an einem ungenannten Ort sagt« Dcwct: „Ich gehe weiter, um mich Maritz anzuschließen. Dort werden wir Waffen und Munition erhalten, und dann werden wir nach Prätoria gehen, um di« englische Flagge nrederzuholen und eine freie südafrikanische Re - vublik zu gründen. Dewet erkennt somit den „Bereenigings" Vertrag nicht mehr an. Er requiriert überall Wasfen, Munition und Proviant gegen die Llbgabe von Bons. In Vrede sind 2 / 3 der Mannschaften Dewets mit Gewehren bewaffnet. Ein englischer Minensischer zerstört. London, «7.Nov. (28TB. Mchtamtlich.) Wie „Dailh Mail" meldet, ist der Minensischer „Mary" bei Lowestost durch eine Mine zerstört worden. Der Secsieg an der Küste Chiles. New-Pork, 8. Nov. lW.B. Nichtamtlich.) Ueber die Seeschlacht an der chilenischen Küste werden noch folgende Einzelheiten gemeldet: Es war 6 Uhr abends, als die Deutschen die englischen Kriegsschiffe bemerkten und sie z u m K a m p f e z w a n g e n. Die deutschen Schisse waren a k t i o n s b e r e i t, als die „G o o d Hope" in Sicht kam und sich unter vollem Dampfe näherte. Als sie den Feind gewahr wurde, manövrierte sie sehr geschickt, so daß die anderen englischen Schissseinheiten hcrankommen konnten. Beide Geschwader fuhren in südlicher Richtung, wobei sich die Deutschen in der Nähe der Küste hielten, um sich dann den Engländern mehr und mehr zu nähern. Der erste deutsche Schuß fiel zu kurz. Aus tzine Entfernung von 6000 Bards eröffnete die „Good Hope'" mit ihren neunzölligen Geschützen das Feuer. „S ch a r n h o r st" und „G n e i s e n a u" erwiderten mit einer Breitseite, die vitale Teile des englischen Admiralschifses traf, so daß die Maschinen zu arbeiten anihörtcn. Jetzt griff der Kreuzer „M o n m o u t h" ein, um die „Good Hope" zu schützen. Die Gegner waren um diese Zeit 5000 Pards voneinander entfernt. Die Deutschen konnten alle Geschütze zur Geltung bringen und konzentrierten ihr Feuer auf die „Monmouth", bis diese sank. Der Zwischenraum zwischen den Kämpfenden war jetzt nur poch 4500 Bards. Die „Good Hope" hielt sich tapser, bis eine Explosion an Bord erfolgte und Feuer ausbrach. Es ist unbekannt, ob der .Kreuzer Herr der Flammen wurde, doch schien es. als ob die Feuersbrunst nach- ließ. Die „Good Hove" kam schließlich außer Sicht. Der Kreuzer „Nürnberg" kreuzte bis Tagesanbruch, um uach den Verwundeten zu suchen, doch konnte den Matrosen des „Monmouth" keine Hilfe gebracht iverden, da die See unruhig war und Rettungsboote nicht ausgcsetzt werden konnten. * . * Gegenseitige Borwürfe der Verbündeten. Haag, 7.Nov. Die „Times" schreiben in einem Leitartikel: Es sind Vergleiche angrstcllt worden über das, was wir geleistet haben, und das, was «rudere Nationen (Frankreich und Belgien) geleistet haben. Eigentlich haben wir mehr getan als unsere Verbündeten, denn wft hatten nie beabsichtigt, mehr als 150 000 Mann nach Europa zu senden, und haben dock) schon doppelt soviel getan. Wir haben nie behauptet, über eine große Armee zu verfügen. Unsere Verbündeten haben uns in ihre Mitte ausgenommen zum Guten oder Bösen. Niemand hat ein Recht, soviel mehr von uns zu verlangen, als wir zu geben beabsichtigten. Wir dürfen nicht gedrängt werden, noch darf man von uns Wunder erwarten. Tie Agitation für die allgemeine Wehrpflicht in England. London, 7. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Das Kriegs- amt hat beschlossen, das Körchermatz für Rekruten von 5 Fuß 4 Zoll auf 5 Fuß 3 Zoll herab zu setzen,da die Retrunerungszifscrn der letzten zwei Wochen nicht befriedigten. „Daily Mall" schreibt: Ter Sieg kann nur gewonnen werden und das britisch« Reich nur gerettet werden, wenn England für Armeen sorgt, die eine krässige Offensive gegen Tcittichland ergreifen können. Wir st«chen dein Angriff durch eine vollkonrmen bewaffnete hochorganisiertc Nation von 65 Millionen «legenübcr. Ez ist ein Kamps, der um unsere Existenz gebt England kann den Angrifi nur Niederschlagen und alle Ziele erreülien, wenn es möglichst bald Armeen von ein bis zwei Millionen Mann ins Feld stellen kann. Es gibt keinen anderen sickstbaren Weg zum Erfolg.^ Wenn die ireiwülige Rekrutierung nicht die erfordcr- lichcn Streitkräfte schasst, so muß England die allgemeine Wehrpflicht annchmen. Ir länger die RckrutiernngSbehörde zögert, bessere Methoden anzunehmen, desto näher rückt die all- gemeine Webrpslickü. Das Blatt sicht zuxn große Sckumcrigkeüen, die die freiwillige Rekrutierung behindern. Erstens mackst sich ein großer Teil des Publikum:- die wirkliche Lage an der Front nickst klar, was eine Folge der Geheimnistuerei der Behörden sei. Tier zweite Grund sei die ungenügende Fürsorge fiir die Frauen iind Familien der cintretenden Kriegsfreiwilligen und sür die Verwundeten. London, 7. Nov. (28TB.) Der Londoner Korrespondent des „M anchcsterGuord iau" schrellfi: Tie Gerüchte über die allgenieine Wchrpllicht nehmen täglich mehr Gestalt an. Der Rückgang der Rekrutierung bat eine Lage geschaffen, die ein weitsckxmendes Kriegsamt berücksichtigen muß. Die Regierung Hai icooch. wie ich erfahre, das Prinzip der allgemeinen Wehrpflicht in 'Betracht gezogen. Ge- plant wird ein 'Mittelding, um einen Druck auf die wehrfähige Bevölkerung onszuüben. Auf Veranlassung einer halbamtlickzen Vereinigung sind Formulare gdwuckt worden, die als Zählungssormularc allen Hausbesitzern zugesandt werden sollen, um die genaue Ziffer der Wehrfähigen ausfindig zu mackzen. Kein Hausbesitzer ist vervillchlet, Formulare auszu- füllen: aber die organisierend« Vereinigung wird das Ergebnis der Umfrage jcdenjalls als Anhaltspunkt bctrackstcn, ob die Nation für eine gewisse Form der allgemeinen Wehrpflicht reis ist. Das Gesuch »m Information ist von den Führern beider Parteien unterzeichnet worden. Teutschscindliche Ausschreitungen englischen PöbelS vor Gericht. (WTB.) London, 7.Nov. (MchtamtlichV „5*rtß) Telegraph" meldet: Gestern wurde vor dem Schwurgericht gegen 21 Männer und junge Leute loegen der deutschfeindlichen Ausschreitungen am 17. und 18. Oktober in Deptfoch verhandelt. Der Staatsanwalt führte aus: Der Zweck der Ausschreitungen war die Beschädigung des Eigentums Deutscher. Es sei unnötig, die Unmöglichkeit zu betonen, den Pöbel regieren zu lassen. Der Gedanke, daß es patriotisch sei, Eigentum zu zerstören, weil es Deutschen gehöre, müsst gründsich ausgetrieben werden. Der Richter .verhängte in drei Fällen Gefängnisstrafen von vier, sechs und 12 Mv- nateti, die übrigen wurden unter der Bedingung künftigen Wohlverhaltens fteigelassen, würden aber bei 28iedcrholun- qcn nachträglich Strafen für ihre jetzigen Vergehen cd. halten. Der Richter warirte die Angeklagten, da jede Wiedco holung strenge Bestrafung zur Folge hohen lvürde. * » * Deutschlands Helden! Der Weltbrand loht, des Krieges Furien rasen Nach Beute lechzend übers Schlachtgefild, Wild wälzt der jlampf sich durch die Flammenstraßen Und wo er wbt, gnnst der Vernichtung Blld. um Totenacker wandelt er die Fluren, ichts ist — und alles doch — das Leben wert. Wohin das Auge blickt, Verderbens Spuren Und fürchteckiche Ernte hält das Schwert. So tobt dahin das grause Völkcrringen, Wie keins noch war, seit Gott die Beste schuf. Rastlos des schwarzen Ritters 28assen llingeu Und schrecklich dröhnt des Todes Donncrruf. Wie Bestien stürzten sie, wie gift'ge Drachen. Des Satans Knechte dräuend auf dich eia. Zunichte dich, mein Vaterland, zu machen. Mitten im goldncn Friedenssonnenschein. Doch siehe! wie aus Erz und Stein gegoffeir Stand aus das Volk in überird'scher Kraft, Mit Gott im Bund zu Sieg und Tod entschloffeu. Wie nie so stolz, so stark, so tugendhaft. Ein Heer von Helden hast du ausgesendet. Du heißgeliebtes, teures Vaterland, Mcht von der Ruhmsucht eitlem Wahn geblendet. Von Raubgier nicht und Neid und Haß entbrannt» Doch wohl gerüstet mit geweihten 28affen, Das Herz von heil'ger Liebe heiß durchglüht. Gestählt in deutscher dlrbeit ernsten, Schaffen, In deutschen Wesens Sonnenglenz erblüht. Und zu Millionen salzten sie dem Ruse, Der wie Erlösung durch Alldeutschland scholl. Und beugten srvmm sich an der Allmacht Stust, Die Hetzen sicgbereit und glaubensvoll. Und jcker, der das Schwert sich umgegürtrt. War sich der Sturche heil'gen Ernstes llar: „Es gilt ein Kamps, uns tückisch ausgebücdet. So groß, so blutig wie noch keiner, war. Es gilt des Volkes HeiliaKes zu schützen, 's grlt deutsche Ehre, Macht und Herrlichkeit, Und keine Klage kann, kein Scuszen nützen. Um Sein und Mchtsein gilt der Völkerstreit." So zog't ihr airs als todesmut'ge Recken, Oiereiste Männer und jungsrisches Blut, Am Teuielsbund das Urteil zu vollstrecken, .Das sündhaft er aus seine Seele lud. Und sich! Gott segnete der Wahrheit Fahnen, '— Wie furchtbar auch der Opfer Fülle war —» Er führte sieghast sie des Ruhmes Bahnen Und seine Gnade ward uns offenbar. Doch die den Brand entzündet frechen 2Kntes, Voll Lug und Trug, Neid, Tücke und Verrat, Die ihr gefordert Ströme deutschen Blutes, Fluch und Verdammnis eurer Mssctat! Doch nein — nicht Rache soll das Herz uns meistern, Vergelter sei der ew'ge Gott allein, lins rnög' des Dankes edle Glut begeistern Mit ehr'nem Gottverttauen im Verein. Mit GotteS Kraft wirst du im heil'gen Ringen, Du sieggewaltig herrlich deutsches Heer, Der Feinde Legionen nicderzwingcn. Daß sie wie Schatten fliehen vor dir her. Auf denn mit Gott, ihr deutschen Heldenbrüder, Für Kaiser, Reich, Gut, Ehre, Weib und Kind, Ihr deutscher Freiheit sturmerprobte Hüler, Tie Siegesbanncr weh'n im Herbstcswind! Und wenn aus's neu' euch rufen die Trompeten Und neuer Opfer Fülle heischt der Krieg, Dann wisset, daß INtllionen Herzen beten Für euch ohn' Unterlaß um Heil uud Sieg! Roemheld, Nidda (Hessen). Aus dem Reiche. (WTB.) Hamburg, 8. Nov. (Nichtamtlich) Der Reichs- tagsabgeordncle Friedrich Wilhelm Metzger (SozialdcmokraO, langjähriger Vertreter des dritten Hamburger Wahlkreises, ist heule gcswrbcn. Aus Stadt und Land. Gießen, 9. November 1914. ** Großherzogsgeburtstagsfeier 1914. Wie uns mitgeteilt loird, hat das Großh. Ministerium des Innern die zuständigen Stellen darauf hingewiescn, daß dem Ernst der Zeit entsprechend in diesem Jahre davon abgesehen werden solle, das Geburtssest des Großherzoqs durch F c st - e s s e n , K o m m e r s e u. ä. zu feiern. Festliche Veranstaltungen ernster Art seien nicht zu beanstanden. — ** Generalmajor v. T r o t t a , der frühere Kommandeur der 116er, hat kürzlich das Eiserne Kreuz 1. Klasse erhalten. Sein und der von ihm geführten Truppen tapferes Verhalten zeigt folgender Korpsbesehl: „Am 13. d. Mts. haben unrer dem Befehl des Generalmajor-:- v. Trotla das Regimen! 114 und die zweite Abteilung des Feldartillerieregiments 30 im Verein mit Teilen der 1. Gardekavalleriebrigade und Gardejägern das von starken englischen Truppen befehle Tors Givenchyles-Labas- fee angegriffen und in tapferem, rücksichtslosem Vorwärtsgehen genommen. Dabei find 10berst, 2 Offiziere und gegen 200 Mann gefangen genommen, 2 Geschütze und 2 Maschinengewehre erbeutet worden. Ich spreche dem Führer, sowie allen beteiligten Offizieren, Unteroffizieren und Mannschaften meine volle Anerkennung für diese schöne, von flottem Angriffsgeist zeugende Wassentat aus. Dem Generalmajor v. Trotta ist das Eiserne Kreuz 1. Klaffe verliehen worden. Ter kommandierende General Allerhöchst mit der Führung beauftragt ge;.: Frhr. v. Matter, Generalleutnant." ** Handelskammer mahl. Am Ende dieses Jahres hat in den Wahlbezirken Gießen-Stadt und Lich eine Ergänzungswahl für die ausscheidenden Herren S. Hci - ch e l h e i in , A, Kl in g s p o r, A. N o 11, sämtlich in Gießen, und H. I h r i n g in Lich stattzufinden. Die Handelskammer veröffentlicht im Inseratenteil der vorliegenden Nummer die betreffende Bekanntmachung. ** Der Kartoffelvcrkauf der Stadt chatte ani Samstag ca. 500 Kunden angezogcn, welchen aber nur je 10 Pfund abgegeben wurden. Der Verkauf fand diesmal sein Ende. Es wurde der Kundschaft eröffnet, daß sic von nun an wohl auf den Wochenmärkten Kartoffeln kaufen könne. Beim letzten Markt auf dem Brandplatz war ein Hochheimer .Händler mit 20 Sack Kartoffeln ausgesahren., die er in länm 15 Minuten malterweisc absctztc. ** Vom städtischen Schlachthof. Die Schlachkun- gen in unserer Stadt hatten für das 3. Quartal l. I. folgendes Ergebnis: Großvieh 937 Stück (gegen 830 Stück im gleichen Zeitraum des Vorjahres und 832 Stück in 1912), Kälber 1665 Stück (1352 und 1378), Schafe 196 Stück (235 und 228), Schweine 3504 Stück (3000 und 3342), Pferde 13 Stück ,28 und 43), Ziegen 6 Stück (4 und 4), Ziegen- und Schaflämnier 4 >0 und 1), Spanferkel 1 (3 und 7). An Großvieh wurden geschlachtet 296 Ochsen (270 und 261), 89 Bullen (72 und 63), 149 Kühe (187 und 172), 403 Rinder (301 und 3361. Tie Mehrfchlachtnng an 500 Schweinen ist zwcifel- los, ebenso tvie die vermehrte Rinderfchlachtnng, u. a. auf die Einquartierung zurückzuführen, wodurch der zahlenmäßige Racknveis erbracht ist, daß das Metzgereigeiverbe ziemlich erhebliche größere Vorteile aus dem Krieg gezogen hat. ** Liebesgaben für die Gardetruppen. Der hiesige Garde-Verein veröffentlicht in heutiger Nummer einen Aufruf zur Spendung von Liebesgaben für die Garbetruppen. Es wird darin l-ervorgehoben, daß die Gardc- truppen aus alte« Ok-bicten des Reichs entnommen werden, und daß cs sich hierdurch erklärt, daß diese Truppen weniger mit Liebesgabe »send ungen bedacht werden wie andere, für die in kleineren abgegrenztcn Gebieten erfolgreicher gesammelt werden iänn. Gardctruppen, die vor kurzem mehrere Tage hier einquartiert waren, wurden in so auffallend herzlicher Weife ausgenommen und verpflegt, daß für sie auch wohl diese LiebsegabeusommsVung gut aus- f asten wird. __ ** Die Engländer, die man am Freitag und Samstag in das Gefangenenlager cingebracht hat, sind jetzt zu ihren in Berlin festgenommenen Landsleuten nach Ruh- leben bei Spandau verbracht worden. Fünf von ihnen, darunter der Admiral Mel, wurden, weil sie leidend sind, am Samstag abend nach Bad-Nauheim zurückgebrach.t. Zwei wn den in Gießen am Freitag sestgenommencn Engländern, Vater und Sohn, die in unserer Stadt geboren und ansässig ind, wurden am Samstag früh wieder auf freien Fuß ie setzt. Mau hört, daß der Vater, veranlaßt durch den krieg, vor Wochen schon seine Naturalisation betrieben >ar. und daß dieser Umstand für seine Haftentlassung den ilruud gebildet haben soll. ** T i e Direktion des StadtthcaterS weist darauf >in, daß in der morgigen Abonnementsvorstellung die sehens- certe Aufführung von „Wallenstcins Lager"' zum letztcnmale iczeigt wird. ** Das „U n i'v n-Thea t e r" (Seltersweg 81) verzeichnet ,n icm diesivöchigen Spielplan den sechSaktigcn dcutsdum Kunstilm „Das geheimnisvolle X", eine überaus wirksame Bersilmnng panncndster iriegerifchcr Ereignisse zu Wasser und zu Lande. Landkreis Gießen. § Klein-Linde», 7. Nov. Do» den Kriegsteilnehmern »stier Gemeinde sind bis jetzt sechs Tapiere de» Öelden- od gettorben. — Mit de»> Eijernen Kreuz wnrde» bis jetzt uä.ire djncl: peinlich Jung, Musketier der Mafcblncngewehr- Itzt iliing des 9»'—Ngts. Nr. 116: August Reuschliug, lÄesr. » Jni.-Rcgl. Nr. 112, und Ernst Lutz, Reservin im I»i.-Rcgt. Ir. 116. — Tie üeilnahnie linierev Gemeind« au der Kriegs- ü r s o r g e ist jetzr crireulich. ‘iai Ortskomtlee des Rote» Kren,es i in reger Tätigleil und tank der Op'erwilligkcit unserer Genicindc» istglieder tu der va.ie, sortgcietzt vicbesgaben abzulieieru. Tic irstich vorgeuouiuieue Eiusa,nuilung vou Kartoffeln, Geu-üse. bu „iiv. ist über alle Erwartung befriedigend nuSgeiaUcn. Zum eil ivurdeu die eiugesammclten Produkte soiort au einzelne uzaretle abgeaeocu, zum Teil iverdeu sie in hicsigrn Gememdc- llcr» bis au> Abrui ambewabrl. — Unter der uiänulicheu ugeud zeigt sich ein guter vaterländischer Geist. Tic Teilualuue )> der militärischen Vorbereitung der Jugend ist lehr ark. Es ftudcu in der Woche Jusirutliousstunden in einem Schul- ale und a» den Sonntagen iür den Militärdienst tu Betracht nn,»ende Hebungen (Ererzicren und Geländeübungen^ wobei die »ugingiinschalt ei» grobes Jnlcrcsje an den Tag legt, statt. 1’. Garbenteich, 8. Rov. Pan den Arbeiter» der Firma ng. Ackermann, Zigarreniabrik. Garbcntctch, sind für die »Neidenden in O st v r e u ß e n 50 Mk. gesamnielt worden. Kreis Wetzlar. (:) Wetzlar, 8. Nov. Ter Bürgermeister macht bekannt, im Kleinhandel sei die Festsetzung der Hoch »preise iür Kartosseln nicht i u n e g e l> a l t c ii worden. Gegen die betreffenden Verkanser sei eine 6) e l d st r a s c verdangt ivorde». Von den Beslinnnnngen des Gesetzes. Geldstralen bis z» 3000 Mark und zwangsweise Wegnahm« der Vorräte werde »»nachßchtlich Gebrauch gemacht werde». Jeder Falt der llebertrelnng möge dem Bürgermeisteramte niitgete It und unter keinen Umständen mehr als der iestgesctzlc Preis bezahlt iverdeu, da sonst die Tnrch- südrnng der getroffenen Platznahmen nicht in vollem UnOangc möglich sei. Hessen-Nassau. m. N e II st a d t 8. Nov. Glück hatte der Tambour Rich. Groll von hier. Während eines Gefechts in Frankreich wurde ihm durch einen Granatsplitter die Tronnncl nebst Lcdcrzeug vom Leibe gerissen, während er selbst ohne den geringsten Schaden davongekommen ist. — Ter Webrmann Ludwig Röder aus Burg- holz erhielt seines tavieren Verhaltens wegen vor dem Feinde das Eiserne Kreuz und wurde, da er vorzügliche Meldungen über die Stellungen de§ Feindes gebracht halte, zum llnteroisizier befördert. — Der Stand der Wintersaaten ist in der hiesigen Gemarkung im allgemeinen befriedigend. Durch die günstige Wittcruiig sind die Winterfrüchte gut ansgegangen und zeigen schönen Stand. Stellenweise macht sich der Schncckenfraß unliebsam bemerkbar. I>. Frankfurt a. M., 8. Nov. Dos nach dem Vörbkkdc der Marburger Anatomie erbaute Univcrsitätsinstitut s ü r normale Anatomie wnrde am Samstag eröffnet. Der technisch mustergültig eingerichtete Bau erforderte eine Bansnmmc von 420 000 M. und mackst in allen seinen Teilen den Eindruck großer Zweckmäßigkeit und weiser Voraussicht für fernere Entwicklungs- Möglichkeiten der Universität. Deutschtum und Zrlam. Von Hans Otto Becker. Der Augenblick, in dem die Türkei, in den Wellkrieg eingreifend, an die Seite der Zentralmächte tritt, veranlaßt uns, einen Rückblick auf die historischen Beziehungen zwischen Germanentum und Islam zu werfen. Die ersten Beziehungen waren kriegerischer Natur' bekannt ist, daß der Major domus des Frankenrciches, Karl Mnrtell, der Sohn Vipius, die aus der eroberten iberischen Halbinsel über die Pyrenäen vordringenden Sarazenen, die die christlich-germanische Welt unterjochen wollten, bei Tours und Poitiers 732 in einer siebentägigen Schlacht vernichtend schlug. Er gebot dem Feind der Christenheit damit Halt und warf ihn nach Spanien und Afrika zurück. Als die Hausmcier der Merowinger das köitigliche Erbe angetreten hatten und.KarlderGroße sein Weltreich er- rickftet hatte, da verbreitete 'ich der Ruhm des ersten deutschen Kaisers bis weit hin ins Morgenl.ind. Im Jahre 807 erschien sogar eine Gesandtschaft ans dem Orient, um dem mächtigen Kaiser des Abendlands Grüße und Geschenke von Harun o l Rastbist, nein auch aus dem Märchen der „Tausend und Eine Nacht" wohlbekannlcn Kalifen von Bagdad zu überbringen._ Schon früher hatte der machtvolle Herrscher, der „Augustus der Araber", seinem abendländischen Antipoden, das Heilige Grab in Jerusalem geschenkt. Nun sandte er zum Zeichen seiner Freundschaft und Bewunderung die kostbarsten Geschenke: Seide, Balsani, Zelt, Salben, Rahden, Rauchtnc- !, Leuchter, die Gebeine einiger Märtyrer, ein Schachbrett, eine Wasseruhr, die den Franken, als etwas gänzlich unbekanntes, wie ein Zauberwerk vorkam: sie zeigte durch den Fall von metallenen Kugeln auf ein metallenes Becken die Stunden ;»i: waren 12 Stunden abgelaufen, so öffneten sich au der einen Seite der Uhr zwölf Türen, aus denen zwölf Reiter hervorkamcn, die an der anderen Seite wieder hinciurilten. Karl zeigte sich durch Gegengeschenke erkenntlich: er sandte dem Kalifen Getreide, Wein, Oel, einen Bären, deutsch.' und spanische Pferde und fränkische Hunde ourch die heimkehrenden orientalischen Gesandten. Auch schickte Harun al Raschid dem Kaiser für den Tom zu Aachen eine Orgel. — Gute Beziehungen zwischen einem deutschen Kaiser und dem mohammedanisch. Orient wurden erst nach einigen Jahrhunderten wieder gepflogen. Vorher zogen deutsche Kaiser und deut'che Ritterheere mit der ganzen abendländischen Christenheit zum Kamvj um das Heilige Grab gegen die Moslims. Die Krcuzzüge haben dem Abendland ungeheure Opfer an Gut und Blut gekostet, ohne daß es möglich war, einen dauernden Erfolg zu erringen. Mit maßloser Erbitterung ward aus beiden Seiten gestritten!, da bei beiden religiöser Fanatismus die militärisch-politische Energie noch wescnllich stärkte. Doch auch freundschaftliche Beziehungen und kuliurelle gegenseitige Förderung blieben nicht aus; durch Verträge und gegenseitige Toleranz ward schließlich mehr erreicht, als durch die blutigsten Kämpfe. An Karls des Großen Verhältnis zu dem Kalifen von Bagdad erinnern die Beziehungen des Kaisers Friedrich II. zu Insu ff Salahcddrn (Saladinß dem Sultan von Syrien und Aegüpten, und dessen Reffen Sultan Kamtl von Aegypten. War Friedrichs Großvater, der Kaiser Rotbart, auf seinem Kreuzznq unrühmlich im Flüsse Sales (Kal-ikadnus) ertrunken, so erlangte Friedrich II., der gegen den Wilden des Papstes, im Kirchenbann, seinen Kreuzzug unternahm, 1229 Jerusalem unv einen großen Teil Palästinas durch Beitrag ohne Blutvergießen, nachdem er durch seine Heirat mit der Tochter Johanns von Brienne, des Titular-Königs von Jerusalem, ein Anrecht ans den Thron erworben lyttte. Durch dipto nückisches Geschick, Toleranz und Verständnis für die Moslims erreichte Friedrich II. weit mehr als mancher sürMckw Kreuzfahrer vor ihm mit den Waffen. Dieser genialste der deutschen Kaiser war überhaupt ein warmer Freund der Muselmanen, und für seine Zeit unglaublich tolerant, wodurch er den lebhaften Zorn des Papstes erregte. Friedrich ließ sich aber dadurch nicht irre machen. Er hatte längst den Wert der mohammedani- schen Kultur erkannt und für ihn waren auch die Sarazenen, wenn sie seinen Namen wohl fürchteten, doch begeistert. Friedrich hielt, fern der deutschen Heimat, Hof in Palermo in seinem sizilischcu Königreich. Tort umgab er sich mit Weisen, Gelehrten, Künstlern, unter denen die Araber eine hervorragende Stellung climahmen. Seine Bibliothek enthielt viele arabische Werke. Mit Friedrich II. endeten aber für lange Zeit die freundlichen Beziehungen zwischen 'Deutschtum und Islam. Im .Heiligen Land gingen bald alle christlichen Beziehungen verloren >i„d dann erfolgte der Gegenstoß des mohammedanischen Orients gegen das christliche Europa, der mit der Zertrümmerung des über tausendjährigen oströmischen Reiches und der Eroberung Kvnstantinopels durch Mohammed II., den Sultan der osmanischcn Türken, und der Unterwerfung der Balkan- und Donaulündcr seinen Höhepunkt erreichte. Jetzt findet sich das Deutsche Reich, dessen Grenzen im Osten gar von den Türken bedroht wurden, mehr als zwei Jahrhunderte laug immer wieder im Kampf mit dem Halbmond. Doch auch die Flut der Türkenkniege ebbte wieder zurück — Wien und Belgrad sind Namen von gutem Mang für die deutschen und österreichischen Heere — nnd Ungarn ward wieder frei von der türkischen Herrschaft. Und wiederum etwa zwei Jahrhunderte später ein anderes Bild: Oesterreich tritt auf dem Balkan, eine holze Knlturmission erfüllend, die türkische Erbschaft an, und die beiden deutschen Kaiserreiche finden sich in ihrer Politik zusammen mit dem osmanischcn Staat, da sie sich alle drei gegen einen gemeinsamen Gegner, den Moskowiter, wehren müsse». Lange hat man über die Freundschaft Deutschlands mit dem „kranken Mann" am Bosporus gelacht. Aber der kranke Manu ist wieder kräftig und gesund geworden, das beweisen die .Hiebe, die er schon ausgeteilt hat. Die Freund- uns schöne Früchte getragen. Auch dieser unser Kaiser hat den uns schöne Früchte getragen. Auch unser Kaiser hat den Orient besucht,' ©nöe des vorigen Jahrhunderts weilte er in Palästina, und Anfang des neuen Säkulnins in Tanger, Und wenn er sich offen als Freund der Muselmanen bekannte, so werden diese ihm jetzt die Treue halten, uns zum Heil! Amtlicher Wetterbericht. Oesscntlicher Wetterdienst, Gießen. WctterauSüchlcn in Hessen am TicnStaq, den 10. Nov. 131 Ir Ziemlich bedeckt, regnerisch, ivcstliche Winde. Letzte Nachrichten. (WTB.) Großes Hauptquartier, 9. Nov. vorm. (Amtlich.) Wieder wiederholten mehrere feindliche Schiffe ihr Feuer gegen unfern rechten Flügel. Sic wurden aber durch unsere Artillerie schnell vertrieben. Ein in den Abendstunde» ans Nicuport heraus nnternommencr und in der Nacht micderhollcr Vorstoß des Feindes scheiterte gänzlich. Trotz bartliäck igsten Widerstandes schreiten nnscre Angriffe bei ?)Peru langsam aber stetig vorwärts. Feindliche Gegenangriffe südwestlich Dpern wurden abge- wiesen und mehrere hundert Mann zu Gefangenen gemacht. Im Osten wurde ein Angriff starker russischer Kräfte nördlich des Wyßthter Sees unter schweren Verlusten für de» Feind abgesitilagei!. Die Nuffcn ließen über 4000 Gesänge, ic und 10 Maschinengewehre in unteren Händen. Konslantinovel, 8. Nov. (Amtlich > 6 Uhr abends. Zwciie: amliichcr Bericht aus dcni Großen Hauptquartier: Im Kampfe, de- seit 2 Tagen au der kaukasischen Grenze andauerte, ist di: russische Armee volkkonimen geschlagen worden. Unsere Armee hält die russischen Stellungen beietzt. Einzelheiten werden später bekannt gegeben werden. Ein Telegramm des Großadmirals von Tirpih. Bremen, 8. Nov. (WTB- Nichtamtlich.) Auf ein am 6. November anläßlich de? Erfolges unseres Kreuzergeschwaders an der chilenischen Küste an den Staatssekretär des Reichsmarincamts, Exzellenz v. Tirpitz, gerichtetes Glückwunschtelegramm der bremischen Handelskammer ist bem Präsidenten der Handelskammer, Lohmann, heute folgende Antwort zugegangen: „Euer HochN'vblgcborcn und.den Mitgliedern der Bremer Handelskammer sage ich. meinen aufrichtigsten Tank für die be- qcisterten Glückwünsche zum Erfolge unseres Krcuzergeschwaders. Möge cs unserer Flotte beschieden sein, in dem uns ansgczwungc- ncn Kampfe um Teutsckstands Seegeltung und Handel sich weiterhin erfolgreich zu lwtätigcn und so das Vertrauen zu rechtiertigcn, das die Kauftiwnwcbafl der alten Scehandelsstadt Bremen ihr cntgcgenbringt! Großadmiral Tirpitz." Ungarn »nd btr Krieg. Os« npcst, 8. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Im „Journal de Gcnöve" ist vor einigen Tagen ein anonnmer Artikel aus der Feier eines ungarischen linabhängigkeitsvolitikers erschienen, der dagegerc Stellung nimmt, daß Ungarn in einen Krieg geführt worden sei, der im Falle eines Sieges ebenso wie im Fallt einer Niederlage für Ungarn verhängnisvoll sein müßte. Der Autor bemerkt schließlich, daß ein großer Teil seiner ungarischen Landsleute dieser Ausfassung sei. Er selbst bezeichnet sich als Mitglied der ungarischen Unabbängigkeitsvarlci. Gras Albert AvvonNi antwortete in einer Zuschrift an das bezeichnete Blatt und stellte fest, daß nur einkrankesSittlich- kcitsgefü hl einen Unaarn zu der Ausfassung, fvic sie im „Journal de Genövc" milqeteilt wurde, führen könne Denn Ungarn kämpfe heute für seine Eristenz gegen die russischen Bestrebungen, welche seinen Bestand bedrohen. Wenn wir auch Differenzen mit Oesterreich gehabt haben, heißt cs in dem Schreiben weiter, so ist es heute keinesfalls Zeit zur Erneuerung böser Erinnerungen. Keinesfalls darf heute der Gedanke einer Scvaration. den die IIn- abbängigkeitspartei im übrigen stets entschieden zurückgcwicsen I>at, gebegt werden, wie auch die Erschütterung der Idee der Zusammengehörigkeit mit jenen Staaten, mit denen wir Schulter an Schulter käinvien. mit denen wir siegen oder fallen müssen, leinen Augenblick! in den Bereich der Möglichleit gezogen werden darf. Wenninder Partei die Beurteilung der Trcibundpolitik früher auch Verschiedenheiten aufgcwiescn hat, kann heute angesichts der festen Entschlossenheit die Solidarität mit unseren mächtigen Verbündeten anirechtzuerhalten, von solchen Verfchiedcnbcitcn seine Reve mehr sein. Nur Einfalt kann die Meinung hegen, daß eine Umgebung der Kriegsnotwcndigkcit möglich gewesen und daß deutsche Ersucht einen Krieg hervorgcrufcn habe. Deutschland kämvit uni die freien Enl- wicklungSmöglichkeitcn seines Volkes gegen den Neid, der sich die französische Revanche-Idee dienstbar gemacht hat. Rußland war entschlossen, die Idee der panslawistischcn Herrschaft aus den Trümmern der österreichisch-ungarischen Monarchie, namentlich aber eines zerstückelten Ungarn, zu verwirklichen. Tic serbischen Attentate waren Vorpostengescchte dieser russischen Asvi- rationen. Es must also als ausgeschlossen betrachtet werden, daß heute ein Ungar sich soweit verirren könnte, mit dieseni Rußland und seinen Verbündeten zu kokettieren. Das Gegenteil ist in Tatsache» verbürgt. Ms die Krise ausbrach, nnrr Ungarn so sehr in sich zerklüftet wie in den bösesten Leiten seiner Geschicke. Mer aus den ernsten Slurmruf traten wir Schulter an Schulter in die Reihen der Streiter. Es gab in Ungarn nur noch Ungarn, Staatsbürger, die für ihr Vaterland kämpften. Deutsche Kacstamen'iffÄÄCÄ SV Dr.Oetkers Gustin zumal dies ein deutsches Fabrikat und besser ist. ziimmmiimiiiiiiiiiiiimmiiiiiimiiiiimiiimiimiimimimiiiimmmiiiiiiiiiiiiii: E Brust- und Riickenwttrmer aus MI/ Q - = = echtem Kamelliaarstoff, das Stück = Leibbinden aus echtem Kamel- MI/ Q- = E liaarstolT, das Stück...... I Cas Besie niid Wärasle für üasere Truppen! | ! Jedes Stück als Feldpostbrief von 250 g zu verschicken, i - [11327a] EiiiiiiiiiiiiiituiiiitiiMiiminniiiinuiUuiituuilimimuiiMnimuniniHiiiiiinmius Aufruf. MilitirischeNttbtrcitNgderJiigeOisährrodderKrikgSzcil Schon find Millionen deutscher Krieger, dnrchdrungcn von der Ueberzeugnng, daß wir siege» müssen, wenn wir nicht untergehen wollen, den Fahnen gefolgt, um Blut und Leben einzusetzeu für des Vaterlandes Ehre und Macht. Das deutsche Volk tämpst gegenwärtig um seinen Bestand, denn unsere zahlreichen Feinde aus fast allen Weltteilen haben sich in der Abficht geeinigt, das deutsche Reich, deutsche Industrie und deutschen Handel zu zertrümmern. Darum müssen wir Vorsorge treffen, daß die Zahl unserer Kämpfer weitgehendst erhöht und ein Ersatz für die im Felde entstehenden Lücke» herangebildet wird. Auf Anordnung des Königl. Preußischen Kricgsministeriums sollen die im Alter von 16 bis 20 Jahren stehenden jnngen Leute für den Kriegsdienst soweit vorbereitet werden, als dies ohne Waffe möglich ist. Das Großherzogl. Hessische Ministerium hat mit Durchführung dieser Maßnahmen im Großherzogtum den Hessischen Landesverband „Iungdeutschland" betraut, auf dcffen Anregung sich in der Stadt Gießen aus Vertretern von der Jngeud- pslcgc dienenden Vereinen ein besonderer „Ausschuß zur militärischen Vorbereitung der Jugend" gebildet hat. Ich hoffe, daß die Anregung zur militärischen Vorbereitung der Iugend^von allen Seiten kräftig unterstützt werden wird, und richte diesen Rnf an alle Klassen der Bevölkerung. Vor allem ergeht der Ruf an die Lungen Männer aller Stände, die ihm mit Jubel folgen nnd gern bereit sei» werden, körperlich geschult und hinreichend vorbereitet auf der Wacht zu stehen zum Schutze des heimatlichen Bodens. Der Oberbürgermeister. Keller. An unsere Jugend; Nachdem sich in diesen Tagen ein Ausschuß zur Militärischen Vorbereitung der Jugend hier gebildet hat, werden die Uebungen schon in aller Kürze beginnen. Wir verweisen daher ganz besonders auf den obenstehcnden Aufruf des Herrn Obcrbürgernieisters an unsere Jugend. Listen zum Einzeichncn der Teilnehmer liegen auf der Großherzoglichen Bürgermeisterei und in den Schulen offen. Die Jugendlichen, welche der Jugendwehr angehvren, brauchen sich nicht besonders zu melden, da die Jugendwehr als selbständige Organisation bestehen bleibt. Jeden Sonntagnachmittag finden Uebungen im Freien statt, jeden Mittwochabend Uebungsstunden in einer Turnhalle, in denen gleichzeitig kurze Mitteilungen über die Kriegslage gemacht werden. Die erste Zusammenkunft, verbunden mit einem kleinen Festakt, bei welchen! ausklärende Mitteilungen über die geplanten Uebungen gemacht werden, findet Mittwoch, den l l.d.M., 8*1» Uhr, in der Turnhalle der Oberrealschulc statt. Wir laden hierzu unsere Jugend herzlich ein. Zer AiösAi zur militäriläieti ÄrbmitW kr 3 »pö. I. N.: Pros. Dr. Krausmüllcr. Der Unterzeichnete Verein ist gebeten worden, den herzlichen Dank der unlängst hier mehrere Tage einquartiert gewesenen Gardetruppen der Bewohnerschaft Gießens für die überaus gute Ausnahme und Verpflegung zu übermitteln. Während alle anderen Truppenteile sich mehr oder weniger aus der Umgegend der Garnisonen rekrutieren, setzen sich die Gardetruppen aus allen Gebieten des Reichs zusammen. Es ist daher begreiflich, daß die Garnisonstädte von aus ihrer Umgegend stammenden Soldaten viel ergiebigere Sammlungen von Liebesgaben zu Wege bringen, als dies in den Garnisonen der Gardetruppen möglich ist. Wir haben deshalb eine Sammclstclle für Liebesgaben für die Gardctrnppcn im Felde bei unserem Mitglied Heinrich Heß, Frankfurter Straße IS errichtet und bitten die Bewohner von Gießen und Umgebung um gütige Ueberweisung von Liebesgaben aller Art, wie warmes Unterzeug, Daucr-Eßwaren, Zigarren, Zigaretten usw. Die Gardetruppen sind es wirklich wert, daß auch ihrer gedacht wird. Die Abscndung der uns zugehenden Liebesgaben erfolgt n. Samstagabend. Herzlichen Dank den Gebern im voraus. ^Ler G arde- Verein für Gießen und Umgebung. r>s»»«« »o e eoG Oeoao— Beschluß. ri«r Vetr.: Konkursverfahren über das Vermögen der Gewerbcbank Lollar e. G. m. u. H. Rechtsanwalt Roemheld wird, da er durch Einberufung zum Kriegsdienst an der Ausübung seines Amtes als Konkursverwalter verhindert ist. für die Dauer dieser Verhinderung von seinem Amt entbunden und an seiner Stelle Rechtsanwalt Dr. Spohr in Gießen als Konkursverwalter bestellt. Gießen, den b. November 1914. 11317 B Großherzogliches Amtsgericht. holl. Vollheringe cinaetroften ( 112-8 I. M. Schulhof Marktftrab« 4 . Tel. 119 . Hch. («ruber. Baumschule, Attcn-Buicri. 107531 Pilatus-Stahl Messer. Scfiereo cs*. oor echt mit dieser Entels-Marke. Nr 1833 . Trnppcnmjsssr, extra stark, prima Qualität tPIlatus-G-Stahl, mit schwarzem lieft aus Ballonit, welches jedem Witterungseiiifluß widersteht und sich selbst in den Tropen auf das beste bewährt hat. 2Klinsen, fein blau poliert, Büchsenöffner aus Stahl, extra stark und widerstandsfähig, Schraubenzieher, Pfriem und runder, bequemer Stahl-Korkzieher. Alle Teile sind extra stark nngefertigt, das Messer ist daher fast unverwüstlich, mit Ring.....utt.tl Kr. 14121, Sicherheitsketle, zu obig. Trap' < nmesser, auch z. Anhängen v. Portemonnaie, Bleistift usw. .X 0.2t Kr. 48kl, Soh’ater.-Taächsmajsser, einfach, ausgeführt als Nr. 4810. ohne kl. Klinge, Korkzieher u. King JC 1.20 Nr. 274b, Basier-Apparat mit massivem, gut versilbertem Griff, mit 6 der besten, zweischneidigen deutschen Klingen, mit Kasiemapf, Seife und Pinsel, in starkem, schönem Etui, auch als Doppelbrief zu versenden........................ ^4(1.— Illustriertes Praiabnch mit ca. 12303 Kammern, darunter viele Soldalen-Bedarls- nnd Weihnachts-Artikel, versende ich portD’rcl an Private. Händler wollen H.-Katalog verlangen. £^geSs¥je^!k 0 2 W. Engels, Fo©£ne b. Solingen. Grüßte *pcaia!-Stahlwaren- Fabrik mit Versand an Privat«. P. 5/14 Heidelberger Straße, Filialen (Ladengeschäfte) in Frankfurt a. 31., Zeilpalast. Mannheim. 3innrbr ficken, Bahnhofstraße 43—45, Antwerpen, 2 Pl ont de Mcir. 11313hv jgKaa«~)S.-; Eine große Freude bereiten Sie dem Soldaten durch ein gntes Taschenmesser oder einen Rasierapparat. Gegen vorherige Einsendung des Betrages durch mein Postscheckkonto Köln Nr. 7145 oder in Briefmarken versendeich direkt ins Feld oder an Ihre Adresse, an letztere auch durch Nachnahme: dieser Engels-Marie. i rr- ---= 3 E^ Ilgplä-Iipls!: 2000 Meter Normal-Flanell Prima weiche Flaneil-Wars für Militärhemden, Jacken und Hosen Bester Ersatz für Trikot-Unterkleider. ===== Vom 7. Ms ir.kl. 10. November 1911: »sie !i i Ilde. Grosser Detektiv- und Kriminalroman in 4 Akten. Tollpatsch geht zur Jagendwehr, Urfidele Filmposse. [11271a Der Zngersee. Wunderbare Originalaufnahme Dan, Vesperliluten. Dramatische Handlung. Die vielumworbene Witwe. Novelle. Hochaktuell. "?3G IfiT“ Sehenswert. Oer* Kampf um Antwerpen. Authentische Aufnahmen von der Belagerung Antwerpens und die Stellung unserer 42 cm Mörser. BV Verwundete ruhten werktags kalke Preise. "360 Betreffend: Handelskammerwahl. Ans Grund des Gesetzes über die Handelskammern hat am Ende dieses Jahres in den Wahlbezirken Gießen-Stadt und Lich eine Ergänzungs- wähl für die ausscheidenden Herren S. Heichelheim, A. Klingspor, A. Noll, sämtlich in Gießen, und H. Jhring in Lich stattzufinden. Es wird dies mit dem Anfügen bekannt gemacht, daß die Listen der Wahlberechtigten vom l0. bis einschließlich l9. November d Js. auf dem Sekretariat der Handelskammer in Gießen bczw. auf der Großh. L ü germ.istcrei in Lich während der üblichen Amts- stundcn zur Einsicht offen liegen und daß Einwendungen gegen den Inhalt der Listen innerhalb der 10 tägigen Frist bei der Unterzeichneten Handelskammer schriftlich vorzubringen sind. Gießen, den 5. November 1914. Die Großherzogliche Handelskammer. _ S. Heichelheim. _ H 307 D Bekanntmachung. In unser Handelsregister Abt. A wurde heute bezüglich der Firma Carl Berg in Gießen eingetragen: Der Carl Berg jr. Ehefrau, Marie geb. Will in Gießen, ist Prokura erteilt. 11316 B Gießen, den 7. November 1914. Großherzoglrches Amtsgericht. Bullenkanf. Die Gemeinde Daubringen kaust einen sprung- fähigen Dogelsbcrger Bullen. Verkäufer wollen ihre Angebote an die Bürgermeisterei gelangen lassen. Großh. Bürgermeisterei Daubringen. Walter. ' > lsu Schmo rb raten St i pp ehe n mit Kraal und andere Sorten. Ferner in Tuben: Fleisch paster* Fisehpasten Makao Komlcns. Milch Butter usw. Cefabn-KafFce Schokolade Kigarren Zigaretten Kognak Kam 11049 und viele andere Artikel für Feldpostbriefe HeinriehDriesch fccltersvreg 70 Ochsen a-Extrakt würzt und kräftigt alle Suppen, Saucen und Gemüse in gleicher Weise wie der eng- 1 scheLiebig-Fleisehextrakt 1 Pfd. „Ochsena* hat den Gebrauchswert von lOPid. Kindfleisch. In den meisten Detailgeschäften per Pfund L 20 Mk., V* Pfd. 65 FY.kftufilch. I*lQbr&Co.,ß.m.b.H.,Al!on 2 *E. l!323si Wasch&tfrdd rmxxi j I Sdl m-JentHLm i i\ u £iihnifr I; säfeiortg .mli 1 ! .........Illl' il.j.ipi.mllllll'Vllllllilllllllll . tuhnb Seifen ’/abnXen ■Sornien Dir.: Hermann Stflngoetier. Dienstaa, 10. 2 !ov. lvlt abends B Uhr . 2. DienSlan-Abonn.-Porlicll. Gcwölinl.Preiieiermäülg» tedo iläD Schlaclilen Schaaiviel in 1 ktuizull oon Björnitjernc Björmon. Hierauf: WgllkilslkiliS Lllskl von Tvricbricf) von Sdnllcr. Ende neuen IN Nbr. Soldaten, von: Feldwebel abwärlS, zahle» bei allen Borilellungcn aus lk III. Parken nur halbe Preise-