Kr. 258 Der Sieben« Lnzckgtt erscheint tacilict), anher Sonntags. - Beilagen: viermal wöchentlich EichenerLamilitnblStter: zweimal möcheull.ilreis- b!atlfür-en Ureis Sietzen (Dienstag »nd Freitag): zweimal inanail. Landwirtschaftliche Zeitfragln Fernsprech - Anschliisie: snrdieSchriltleilnngllL Verlag,Geschäitsstclleäl Adresse iiir Drahtnachrichten: Anzeiger Kletzen. Annahme von Anzeigen sür die Tagesnumiiier bis vormittags 9 Uhr. Erstes Blatt OH. Iayrgang Dienstag, 3. November \%\ Rotationsdruck und Verlag der Srühl'schen Univ.-Such- und Steindruckcrei R. Lange. Lchriftleitung, Seschäftsstelle u. Druckerei: 5chu!str. 7. Bezugspreis: inonatl. 7ä Pf., viertel- jährl. Mk. 2.20: durch Abhole- u. Zweigstellen inoiiatl. 65 Pf.: durch diePost Mk.2.— viertel- jährl. ausschl. Beslellg. Zeilei,preis: lokal 15Pf„ ausiv. 20 Pf. — Hnupt- schristleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für dei> polit. Teil: Auq. Goeh: sür .Feuilleton", .Vermischtes" und„0)erichls- saal": Karl Neurath: sür .Stadt und Land": Otto Braun: für den Anzeigenteil: H. Beck. (WDB.siGrvtzesHaupka'nartrer, 2. 9hm., vornt. (Amt- Littr.) Im Angriff aus B Peru nmrde werteres Gelände gewonnen. Messtnes ist in unfern Llänüen. HsegcnWer unserem rechten Flügel smd jetzt mit Sicherheit Inder festgestcllt. 'Diese kämpfen nach den bisherigen Feststellungen nicht in eigenen geschlossenen Verbänden, sondern sind auf der ganzen Front der Engländer verteilt. dlnch in den Kämpfen im Argonner Walde wurden Fortschritte gemacht. Der Gegner erlitt hier starke Verluste. Im Osten ist die Lage unverändert. '©in russischer Dlurchbrnchversuch aus Szrttkehmen wurde abgewirsen. 1 • * * Trotz Überschwemmungen, die auch die Fciude in ihren Bewegungen beeinträchtigen, schreiten die Kämpfe an der belgischen Küste günstig für uns fort. Eine Entscheidung wird in einigen Tagen wohl erwartet werden können, nachdem eine Stellung nach der anderen von den Deutschen besetz! wird. Wit atemloser Spannung aber harrt in diesen Stunden alles der Entwicklung im Orient. Vermittlungsversuche zwischen der Türkei und Rußland, wenn sie überhaupt jemals ernsthaft in Erwägung waren, sind endgültig abgetan: auch zu Lande, am Kaukasus, haben bereits blutige Zusammen-« (stoße stattgefunden, und im Mittelmeer haben englische Kriegsschiffe ein griechisches Torpedoboot zum Sinken gebracht, L«s sie sür ein türkisches hielten, ein Vorfall, der noch ein Nachspiel haben wird. Aber wie wird es mit Bulgarien, Rumänien, Griechenland, und vor allem mit Italien? Noch kann auf diese Fragen keine bestimmte Antwort erteilt werft den. Es heißt heute, der Dreiverband hetze Griechenland in den Kampf gegen die Türkei und man spricht von militärift scheu Vorbereitungen in Athen. Ob diese aber dem Feldzug gegen die Türkei gilt -—> wer weiß es? Auch Bulgarien rüstet, Und über dessen .Haltung ist man weniger im unklaren. Ein Land, dessen Presse ohne Ausnahme in diesen Tagen russenfeindlich sich geäußert hat, wird schwerlich, dem Zaren- reicheHilfe leisten. Die butgarischenJnteressen neigen gegen Serbien und infolgedessen gegen Rußland. Vielleicht erhält man bezüglich Mazedoniens in Sofia ähnliche Beruhigungen, wie sie von der Türkei in Rom bezüglich des afrikanischen Besitzstandes abgegeben worden sind. Der türkische Kampf gilt Rußland und England. Schon sollen große türkische Trup- penmassen nach Aegypten unterwegs sein, und wenn auch die phantastische Meldung von den Sandsäcken, die den Suczkanal Überdrücken sollen, unbedingt in das Reich der Fabel zu vcr-> weisen ist, so erwacht doch jetzt auch für die Engländer- schwere Sorge. Hören wir nur, was die „Morning Post" schreibt: Lord Kitchener hat zweifellos Vorbereitungen zur Verteidigung Aegyptens getroffen und kann cüie beträchtliche Streitmacht nach Aegnvten verlegen, «obalü die Türkei England bekrregt, fallen die Verträge und Vereinbarungen weg, die den Stand Aegyptens Mischen England und der Türkei regeln. Die britische Regierung werde die bisher als türkische anerkannte Snzeränitat überneh- mm. Der bisher an die Türke» für 'Aegypten und Cyvcrn ge- Mhlte Tribut würde Wegfällen. Die Aufgabe der britischen Regierung sei bereits di« schwerste, die ie «in c r Regier u n g dieses Landes zuficl, daher legt die .Haltung der Türkei England und den Kolonien, sowle"J>n'd i'en die Notwendigkeit zu neuen An str en g n n g en auf. Rknß- lands Verbündete können nicht int Frieden tmt’fcct Türket bleiben, während sie Rußland bekriegt. Man darf annchmen, daß die'britische Regierung gemeinsam mit Frankreich und Rußland das 'AuscrMmenwu feit gesichert hat. Die Ruhe vor dem Sturm ist höchstwahrscheinlich auch noch ausgesüllt durch Verabredungen, die zwischen Bukarest und Sofia getroffen werden. Es ist ziemlich undenkbar, daß Bulgarien losschicvgen sollte, bevor eF mit Gewißheit weiß, Was 'Rumänien unternehmen wird. Wieder ist dieses Land König Karols, wie im Balkankriege, der Hüter des Züngleins an der Wage. Die Verantwortung, die den neuen König Ferdinaiid Treffen wird, ist schwer. Es ist begreiflich, daß Rumänien als unmittelbarer Nachbar Rußlands, ernstlich und lange erwägt, ob es geraten sei, selbst die Waffen zu führen oder die Politik des AbwartenS vorznziehcn. Hoffen wir jedoch, daß in Bukarest nicht nur kluge, sondern auch entschlossene Männer am Ruder sitzen! Wenn der günstige Augenblick verpaßt ist, entstehen schwere politische Schäden auch ftir Rnmänieit. Wie die Dinge jetzt liegen, würde ein herzhafter Entschluß, init Bulgarien zusammen den Anmaßungen Rußlands cntgegenzntreten, den beiden kraftvollen Staaten die Vormachtstellung auf dem Balkan ein- bringeu. Daß die Würfel noch nicht gefallen sind, erklärt sich natürlich auch daraus, daß der Faden, der in die griechische Hauptstadt führt, einstweilen noch fortgesponnen werden muß. Wärs möglich, daß das Feuer aus seinen jetzigen !großen Herd beschränkt bliebe, daß man der Türkei das Recht einräuntte, vorläufig allein sich zu den Kriegführenden zu gesellen? * . * Die Erfolge an der syscr. (WDB.) Berlin, 3. Nov. (Privattelegr.) An der Mer- Linie ist nach übereinstimmenden Meldungen der Blätter am letzten Oktober und am 1. November auf der ganzen Front ohne Unterlaß gekümpit worden. Obsthim die Angriffe der Deutschen durch die durch die Oefinnng der schleusen herbeigeführten Ueber- schiveiwuiungen erschwert wurden, dringen die Deutsch« n mit Todesverach t nn g v o r und gewi n n c n st än- dig an Raum. Augenzeugen berichten, daß der Mut der Deutscheu ungebrochen sei und daß die Deuffchen 'alte Hindernisse durch die hochentwickelte Teclmii ihrer Kriegsührimg zu überwinden verständen. Längs der Küste gelang es ihnen, viele belgische Soldaten, die in Zivilkleidung fliehen wollten, gefangen zu nehmen. Berlin, 3. Nov. (WTB.) Der „Deutschen Tageszeitung" wird berichtet, daß Leute, die von der belgischen Grenze kamen, große deutsche Verstärkungen wahrgeirommen baben, die in der Richtung Zoebrüggr marschierten. — Ein Mitarbeiter) des „Berner Bund" äußert, cs sei zweifelhaft, wie lange die französische Front noch dem deutschen Druck widerstehen könne. -— Nach dem „Corriere drlla Sera" schreitet die Ueberschloemmung langsam sott und zwingt die Deutschen, ihre Angriffe Iveiter südöstlich zu verlegen. Eine Vorlesung im Felde. Berlin, 3. Nov. Verschiedene Kriegsberichterstatter melden aus dem Großen Hauptquartier, daß der Leipziger Professor Payr, der als Generalarzt der Armee im Felde steht, dieser Tage vor einem großen Auditorium von Äerz- ten ein K r i e g s k o l l e g ü b e r d e n C h i r u r g i m Felde hielt und daß es Seiner Exzellenz, dem Generalstabsarzt, der Armee von Schjerning zu verdanken war, daß die Kriegsberichterstatter dem Vortrag beiwohnen konnten, der eilten ttefen Einblick in die Wirkung der Kriegschirurgie gewinnen ließ. Rückkehr der französischen Regierung nach Paris? Mailand, 2. Nov. (WDB. Nichtamtlich.) Nach einem Pariser Telegramm des „Eotriere della Sera" hat die französische Regierung -den Zeitpunkt ihrer Rückkehr nach Paris auf den 20. November festgesetzt. Die Kammer wird ungefähr am 15. 'Dezember zu einer kurzen Reihe von Sitzungen zusammentreten. Einen Monat vorher wird' sich die Bilanzkommission zur Beratung von Finanzprojekten vereinigen. 1 Eine Parade vor dem Kaiser. Berlin, 2. Nov. (WTB.) Der „Berl. Lokalauz." berichtet aus einem Feldpostbriefe vom 26. Oktober, daß. an diesem Tage in einer Ortschaft unmittelbar hinter der Kampffront unseres Heeres in Frankreich eine Parade vordem Kaiser stattsand. Hierbei sagte der Kaiser etwa folgendes: Ich freue mich, in Feindesland hinter der kämpfenden Schlacht- ltnie eines meiner besten märkischen Regimenter begrüßen zu könneir. Friedrich! der Große setzte in zahlreichen Kämpfen an cnffcheidenden Punkten immer die Märker ein. Mich Ihr windet hier um Eure Fahnen neuen Lorbeer in diesem Feldsugc. Als König von Preußen und Markgraf von Brandenburg spreche ich dem Grenadierregiment Prinz Carl von Preußen Rr. 12 als dem Verttcter des 3. Armeekorps meine vollste Anerkennung und Zufriedenheit aus. Ich bin überzeugt, daß, Ihr, wenn dieser Feldzug es noch- erfordert. Eure Regimentsgeschichte mit neuen Ruhmesblättern füllt. Wenn der Krieg zu Ende ist, sehen wir uns wieder. Der Feind wird unter allen Ilmständen geschlagen. Nach her Ansprache nahm der Kaiser einen Parademarsch ab. Am Nachmittag wurde an derselben Stelle Feldgottesdienst abgehalten. Nach der Predigt hielt der Kommandierende General eine herrliche Ansprache, die alle Zuhörer! begeisterte. ' Der König von Württemberg an seine Truppen. Stuttgart, 2. Nov. (WDB. Nichtamtlich.) Fm würt- tembergischen Militärvcrordnmrgsblatt wird folgende Kgl. Order veröffentlicht: An meine Truppen! Offiziere und Mannschaften ! Ihr habt das Verttauen und die Erwartungen, die ich und mit mir das württembergischc Volk in Euch gesetzt, im bisherigen Verlaufe des Krieges glänzend gerechtfertigt. Durch ?lnsdancr sondergleichen »und unerschütterliche Tapferkeit seid Ihr allen, auch den schwersten Aufgaben, iir vollstem Maße gerecht geworden. Mit Euch gedenke ich bcioegteit Herzens, auch mit Stolz, der im Kampfe für unsere gerechte Sache heldcnmüttg gesallenen Kameraden. Ihnen und Euch allen, den Offizieren und den Mannschaften gebührt höchste Anerkennung, der ich auch äußeren Ausdruck geben will, indem ich zunächst, den Tapfersten der Tapferen Auszeichnungen verleihe. Stuttgart, 1. November 1914. Wilhelm. Eine Erfindung. (WTB.) Berlin, 1. Nov. (Amtlich.) Eine englische Nachrichtenagentur hatte die Meldung verbreitet, daß der Generalgonverueur von Belgien Freiherr v. d. Goltz sein Abschiedsgesuch eivgereicht habe. Diese Meldung ist erfunden. * . * Die ersten russisch-türkischen Kämpfe. (WTB.) Trapezunt, 1. Nov. An der russisch-türkischen Grenze haben bereits Kämpfe zwischen russischen und ttirkischen Truppen stattgesundcn. K o n st a n t i n o p el, 2. Nov. (WDB. Nichtamtlich.) Ein offizielles durch die „Agence Ottomane" veröffentlichtes Communique besagt: Nach amtlichen Nack>richten von der kaukasischen Grenze haben die Russen an mehreren Punkten unsere Gre nztruppen angegriffen, wobei sie zum Teil dank des energischen Widerstandes, der von den türkischen Truppen ihnen entgegengesetzt wurde, Verluste erlitten. Im Mittcl- mcer haben englische Kreuzer das Feuer eröffnet und ein griechisches Dvrped o-b'vot zjum Sinken gebracht, das sich ihnen näherte, d« sie es für ein türkisches hielten. Diese beiden Ereignisse zeigen, das; unsere Feinde zu Wasser und zu Lande die Feindseligkeiten gegen uns eröffnet haben, die sie seit langer Zeit gegen uns vorhattcu. Die ganze ottomanische Nation ist bereit, vertrauend auf den Schutz Gottes, den eiu- zigen Schützer von Recht und Billigkeit, auf diese Angriffe zu antworten, die darauf abzielen, -unsere Existenz vernichten. Eine Seeschlacht bei Odessa? Berlin, 2. Nov.. (Ctr. Bln.) Den „Lsipz. Neuesten! Nachr." wird aus Kopenhagen telegraphiert: Londoner Mel» düngen aus Petersburg besagen, daß gegenwärtig vor Odessa zwischen russischen und türkischen Kriegsschiiffen ciire große Seeschlacht shattsiitde, deren Ausgang nach unbekannt ist. Die türkische Botschaft in London. London, 2. Nov. (WTB. Nichtamtlich) Der türfische Botschafter hat Sir Edward Grey einen Abschiedsbesuch gemacht. Er reist morgen ab. Tic Abfahrt der Botschafter aus Konstantinopcl. (WDB. Nichtamtlich) Konstantinopel, 2. Nov. Der französische und englische Botschafter sind mtt dem' Personat ihrer Botschaften gestern abend 9 Uhr mittels Sonderzuges abgereist, «ie fahren nach Dedeagatsch, wo sie an Bord eines Dampfers gehm. Bei der Abfahrt der Botschafter herrschte vollste Ruhe und Ordnung. Der Kriegsplan gegen den Suezkanal. Berlin, 2. Nov. Aus Rom wird dem ,,Achtuhr-Abend-» blatt" berichtet: Der Direktor des „Messagero Egiziano" aus Alexandrien -erklärte, daß. nicht zu weit von dem asiatischen User des Suezkanals starke türkische Truppenmassen zusammen gezogen seien. Die Truppen führten mit sich viele Kamele und 300 000 Säcke, die, mit Sand gefüllt, in den Suczkanal geworfen werden sollen. Gegen eine solche auf diese Weise gebaute Brücke könnten die englischen Kanonen wenig aus- richten. Die englische Regierung hätte längs des ägyptischen Ufers ungefähr 50 000 Soldaten ausgestellt. Man ist überzeugt, daß der Khedive für die türkische Sache gewonnen worden sei, denn, obwohl er bejahend auf die erste Einladung der englischen Regierung, nach Aegypten zurückzn- kehren, antwortete, leistete er dieser Einladung keine Folge und erwiderte auf die zweite energische Einladung mit dem kürzen Telegramm: „Ich bin kein englischer Vasall." Die Türken würden in Aegypten wie Befreier von der Bevölkerung begrüßt werden. Türkensreundliche Kundgebung in Triest. (WTB.) Triest, 2. Rov. (Nichtamtlich.) Heute vormittag zogen starke Gruppen von Triestinern und hier ansässigen Deutschen vor das türkische Konsulat und veranstalteten hier eine Sympathiekundgebung für die Türkei. Eine Abordnung begab sich zu dem türkischen Generalkonsul und drückte ihm ihre Sympathien für die Türkei aus. Der Generalkonsul dankte der Abordnung wärmstens und hielt vom Balkon herab eine Ansprache, in welcher er erklärte, daß die Jahrhunderte alten Beziehungen zwischen der Türkei und Oesterreich-Ungarn in dieser ernsten Stunde noch mehr gestärkt seien. Er sprach die Zuversicht auf den Sieg aus und brachte ein Hoch auf Kaiser Franz Joses und Kaiser Wilhelm aus. Nachdem die Menge die Volkshymne und die Wacht am Rhein gesungen hatte, und Hochrufe auf die Monarchen von Oesterreich- Ungarn und Deutschland, sowie auf den Sultan ansgebracht hatte, zog sie, voran eine ttirfische Fahne, pattiotische Lieder singend, durch die Straßen und veranstaltete vor dem Palais des Statthalters eine patriottsche Kundgebung. Von dort bewegte sich der Zug nach dem deutschen Konsulat, wo der deutsche Konsul eine zündende Ansvrache hielt, welche mit begeistetten Hochrufen auf die verbündeten Monarchen und die Armeen ausgenommen wurde. 7V. Geburtstag des Sultans. Heue <3. Novcmbert) wird der Sultan 70 Jahre alt. Denn am! 3.November 1844 ist Muhammed R^eschad ChanV. in Konstantiiwpel geboren, als der dritte Sohn des Großsnltans Abdul Medchsid. Seine beiden älteren Brüder sind ihm auf dem Throne des Sultans und Kalifen vorangegangen, erst Murad V., der 1876 für wahnsinnig erklärt wurde, dann Abdul Hamid, der aut 27. April 1909 des Thrones entsetzt wurde. Muhammed Re- schad, dessen lange Titelreihe mit beit dreien „Diener uiid Herp der Städte Rtekka, Medina und Jerusalem" beginnt, ist der 36. Sultan der Osmanen. ^ * * * Berücksichtigung der italienischen Interessen (WTB.) Berlin, 1. Nov. (Amtlich.) In einigen italienischen Blättern ist die Besorgnis geäußert tvvrden, daß nunmehr nach Ausbruch der Feindseligkeiten im Orient die islamittsche Bewegung auch nach Libyen übergreifen könnte. Wie tvir demgegenüber feststellcn können, liegen Zusicherungen der Pforte vor, daß sic in Berücksichtigung der italienischen Interessen alle erforderlicheriZMaßimbuien ttifft, um die islaniitische Beweguirg von Libyen sernzp- halten. ' Rom X Nov (WTB. Nichtamtlich.) Der König wird sich a« MoMag mit Manfredi, Giolitti, Sonnino, Luz- zatti, Earcano, Marcora, Secchi und Bis,olati über die Lage besprechen. Ein angebliches llltimatum Rußlands an Bulgarien. Berlin, 2. Nov. (Ctr. Blu.) 'Das Osenpester Blatt ,.Az Eft" meldet aus Bukqrestj: (Der ?ll>bruch der dipbomattjckicii Beziehungen zwischen Rußland Und Bulgürien stünde Unmittelbar bevor. Der russischere sandte in Sofia hübe solgcnde befristete Note überreicht: 1. Die bulgarische Regierung soll sich von nun ab jeder feindseligen divloinatischeu Aktion gegenüber Serbien enthalten. 2. Die bulgarische Regierung hat sich erneut zu verpflichten und Sicherheiten zu geben, daß sic in Zukunft unter keinerlei Formen Banden unterstützt. die Koinitatsckniührer in Makedonien nicht dulden und die Bandenführer ohne Aufschub vor ein Kriegsgericht stellen wird. 3. Bulgarien lägt eine strenge Zensur in Kraft treten gegen die Zeitungen bezüglich der Mtteilung von Nachrichten über Vorfälle, betreffend Rußland und Serbien. 4. Bulgarien fischt sofort jene Minen auf, die den Verkehr nach Varna und Burgas verhindern, ja sogar unmöglich machen. Die bulgarische Regierung ist verpflichtet, die Häsen sofort für den Transitverkehr nach Tedeagatsch und Saloniki zu eröffnen. Falls Bulgarien diese Forderungen, die mit Zeitfrist unterbreitet werden, nicht erfülle, wäre Russland gezwungen, die Beschienung auf Varna-und Burgas zu eröffnen. In Berliner unterrichteten Kreisen ist von dieser ganzen Angelegenheit nichts bekannt, was die Vermutung bestärkt, daß sic nicht auf Wahrheit beruht. (WTB.) Sofia, 2. Nov. (Nichtamtlich.) Ter liberale Politiker Fokin Wladitin schreibt in der „Ccimbana": Die Liberalen haben nur die Interessen Bulgariens und die Einigung aller Bulgaren- vor Augen. Sie würden selbst mit dem Teuicl ein Bündnis cingehen, um das Ziel zu erreichen, und daher au'ch Nötigenfalls gegen Rußland kämpfen, falls dieses sich der Einigung der Bulgaren widerseyte. Wladikin fährt fort: Rußland hat den Krieg der Balkanstaaten untereinander hervor- gcrufcu. es ist der größte Feind des Slawentums, weil es die Polen geknechtet bat und heute a.-gen Oesterreich kämpft, wo jeder zweite Soldat ein Slawe ist. Rußland handelt als Mörder am Slawentum, als Brudermörder. Die Peter-Paulfestung, Sibirien, Sachalin, und die russischen Spione, sowie die Schwarzen Hundert erfüllen die Südilawcn und die ganze Menschheit mit Entsetzen und Ekel. Das russische Regime und der Brudcrnwrd sind Taten, von denen wir uns mit Wscheu abwenden. Der österreichische Schlachtcnbericht. (WTB.) Wien, 2. Nov. (Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 2. November, mittags. Die Käinpfe in Russisch-Polen dauern an. In dm Gefechten ani San hatten die Russen, namentlich- bei Roswadew, schwere Verluste. Wir brachten 400 Gefangene ein und erbeuteten 3 Maschinengewehre. Südlich Starr, Sanibor nahm eine Gc- fechtsgruppe glcichlfalls 400 Russen gefangen. In diesem Raume und nordöstlich Tür io machte unsere Vorrückung- weitere Fortschritte. Ter stellvertretende Chef des Generalstabs: v. Höfer, Generalmajor. (WTB.) Wien, 2. Nov. (Nichtamtlich.) Die Blätter melden: Ein großer Teil der aus Czernowitz abzichendeu Russen marschierte westwärts über Vas linke Ufer des Pruth nach Galizien zu. Bei Zelucze von ocu unsrigen geschlagen, machten die Russen kehrt, um nach Russifch-Bowo- siclica zu gelangen. Da aber unsere Truppen mittlerweile das rechte Ufer des Pruth ostwärts von Czernowitz besetzt hatten, gestaltete sich der Rückzug für die Russen sehr gefahrvoll. Am vorigen Montag verlangte der russische Oberbefehlshaber die Ucbergabe von Czernowitz, erhielt jedoch eine abschlägige Antwort. Infolgedessen entwickelte sich am Dienstag ein heftiges ArtiUcricgefccht. Etwa 50 Schrapnells fielen in den westlichen Stadtteil von Czernowitz, ohne jedoch Schaden anzurichten. Ms etliche hundert Kosaken einen Ausfall aus Zuczka, nördlich von Czernowitz, wagten, richteten unsere Geschütze große Verheerungen unter ihnen au und zwangen den Feind zum sofortigen Rückzuge. Am Mittwoch und Donnerstag ruhte der Kampf, imirde aber am Freitag von neuein aufgenomrncn. Unsere Truppen erhielten Verstärkungen, überschritten den Pruth, trieben die Russen nach Norden zurück und machten viele Gefangene. Die Käinpfe im Liidostc». (WTB.) Wien, 2. Nov. (Nichtamtlich.) Amtlich wird vcrlautbart: Unsere Offensive durch die Mäcva schreitet s i eg reich vorwärts. Aus den befestigten Stellungen ver- lriebcn, leistet der Gegner bisher nur wenig Widerstand. Nur an der.Nvrdlisiere von Sabac mußten stark verschanzte Positionen int Sturmangriff genommen lverden. Sabac selbst wurde nachts erstürmt Unsere durch die Wacva vorgerückten Kolonnen haben bereits die Bahnlinie Sabac-Ljasnica überschritten. Die Kavallerie ist am Feinde und machte auch (befangene. Einen schweren Verlust haben unsere'Balkanstreitkräftc zu beklagen. Ter Feld Pilot Oberleutnant San che z ivurde vvi, einem seindlichen Geschoß, welches auch seinen Beobachter verletzte, schwer verwundet. Trotz furchtbarer Schuicrzen vermochte der wackere Pilot mit Ausbietung der letzten Kräfte den Apparat aus den zirka 70 Kilometer entfernten Flugplatz'-zu steuern und glatt zu landen. Cr starb gestern. Vorher hatte er das von Sr. Majestät telegraphisch verliehene Mil itärverdienstkreuz erhalten P o t i o r e k, Feldzeugmeister. Die Erkrankung des deutsche» GcneralstabschcfS. Berlin, 3. Nov. Zu der Meldung des „Wolffscheu Bureaus" aus Hoinburg über den Chef des Deutschen G e - neralstabcs bemerkt die „Kreuzzeitung": Es handelt sich um einen R ü ck f a I l d e s L c i d c n s, das den General schon wiederholt zunc Besuche von Karlsbad veraulaßte. Wir wünschen ihm von Herzen eine baldige Genesung, damit er sich von neuem der weltgeschichtlichen Ausgabe zu widmen vermag, vor die ihn sein Kaiser gestellt hat. Berlin, 2. Nov. WTB. Nichtamtlich.) Der Chef des Gencralftabes des Feldheeres, Generaloberst v. Mol tkc, über dessen Erkrankung kürzlich berichlct worden ist, bedarf zu seiner völligen Wiederherstellung eines Erholungsurlaubs Der Kaiser hat ihm zu diesem Zwecke sein Schloß! i,n Homburg zur Verfügung gestellt. Generaloberst v. Moltke hat sich am 1. November dorthin begeben. Seine Vertretung verbleibt wie bisher in den Händen des Krregs- ministcrs, Generalleutnant v. Fallenhayn. Tic Vernichtung des ruglischcn Kreuzers „Hermes" amtlich bestätigt. (WTB.) Berlin. 2. 'Nov. (Amtlich.) Tie nichtamt- ,iche Meldung über die am 31. Oktober erfolgte Vernicletung des englischen Kreuzers „Hermes" duvck, ein deutsches Unter seeboot wird hiermit amtlich bestätigt. Das Unterseeboot ist wohlbehalten zurückgekehrt. Der stellvertretende Chef des Admiralstabs: Bestücke. tWTB.» Wteu, 2. Nov. (Nichtamtlich., Die Blätter heben tue Bedeutung des Umstandes hervor, daß es den deutschen Unterseebooten gelungen ist, bis in ve„ Aennelkanal oor- -udrtngen und dort ein englisches Schiff zum Sinken zu bringen. Die „Reichspost" sagt: Der Verlust des alten Kreutzers „Hermes" rnag immerhin ohne größere militärische Bedeutung sein, wre das britische Publikum vertröstet wird: Wohl aber ist cs von großer militärischer Bedeutung, daß die gesürcksteten deutschen Umeriec- bootc auch schon den Aennelkanal den Briten sperren und den Truppen- iinü KriegsniaterialtranSport zu unterbindeu drohen. Vielleicht nicht der Verlust des Kreuzers, wohl aber der Schauplatz der Katastrophe dürfte in England die schmerzlichsten Empfindungen auslösen. — Die „Neue Freie Presse" bewirt, daß. dre „Hermes" als Mutlen'chifs für Luftfahrzeuge umgcbaut war. Wenn auch zweifellos der Umbau eines anderen -Schiffes für die Zwecke der Luflschissahrt in absehbarer Zeit beendet sein kann, iu doch in einem Augenblick, wo es sich wegen der Entschcidrmg in Belgien um Tage handeln kann, die Vernichtung d;r „Hermes" von großer Bedeutung. Ter Wechsel in dev britischen Adniiralität. London, 1. Nov. (W.B. Nichtamtlich.) „Daily Chronicle" schreibt: Sic, ganze Nation begrüßt die Rückkehr Lord Fishers in die Admiralität. Das Blatt erklärt, cs wolle kein Wort zur Verkleinerung der Admiralität sagen, der das Reich den glatten Verlaut 'der Mobilisicrnng der Flotte verdanke. Aber cs sei Tatsache gewesen, daß das Personal der Admiralität nicht ans besonders hervorragenden Männern bestanden habe. Diese seien durch die starke Persönlichkeit Churchills in den Schatten gestellt und vielleicht niedergehalten ivvrden. Das Kollegium sei für normale Zeit gut genug, aber einer Lage von höchster Dringlichkeit nicht gewachsen gewesen. Wir wünschten, schließt das Blatt, daß diese offenkundige Tatsache früher erkannt ivorden iväre. Wenn Churchill im August Lord Fisher und Sir Arthur Wilson berufen bälte, so Iväre das Opfer Battenbergs im Oktober unnötig gewesen. Tic Deutschen in Amerika. B e r l i n, 3. Nov. Wie ein ans St. Loüis eingetroffener Brief mitteilt, haben die Dentscheii dort eine Million Dollars sür die deutsche Kriegsfürsorge gesammelt; die Deutschen in New Port und Chikago würden je die doppelte Summe aufbringen. Aus dem Reiche. Berlin, 3. Nov. Nach den neuesten Berichten des Kaiserlich Statistischen Amtes über die Arbeitslosigkeit im ersten Kriegsvietteljalfr war Ende Oktober bereits ein Nachlassen der Arbeitslosigkeit eingetreten. Hannover, 2. Nov. lWTB. Nichtamtlich.) lim der im Bereiche des 10. Armeekorps stärker heroortrelenden Spionage wirksamer cntgegentreten zu können, l>at der stellvertretende Kommandierende General des 10. Armeekorps über den Korpsbezirk den verschärften Kriegszustand verhängt. Um einer Beunruhigung der Bevölkcning durch diese Maßnahme vorzubengen, erklärt der stellvertretende Kommandierende General in der Bekanntmachung ausdrücklich, daß das einwandfreie patriotische Verhalten der Bevölkerung des ganzen Kvrpsbezirks während der Kriegszeit in ferner Weise Anlaß zu der Erklärung des vcrschärsken Kriegszustandes gegeben habe, ebensowenig wie die allgemeine Kriegslage hierzu Anlaß bietet. Aus Ltcrdt und Gießen, 3. November 1914. Auf dem Felde der Ehre gefallen. (Aus Hessen und den Nachbargcbieten.) Landwehrm. Valentin Wahl, Jns.-Rgt. 118, aus Worms. — Oss.-Stellv. Lehrer Hcinr. Müller, Jns.-Rgt. 29, aus Burgsolms. — Res. Wilh. Will, Jns.-Rgt. 167, ans Waldgirmes. —- Gesr. Karl Job. Theod. Jacob, Jnf.-Rgt. 88, aus Hanau. — Lt. und Komp.-Führer Res. Dr. jur. Jul. Brandt, aus Haiger. — Laudwchrni. Johann Iochum, Jns.-Rgt. 118, aus Worms- Neuhauscn. —• Kanonier Georg Bicking, 25. Res.-Fcld-Art- Rgt., aus Bermersheim. — Res. Karl Rahn, Jns.-Rgt. 116, aus Eichclhain. ** Ritter des Eisernen Kreuzes. Sanitätsfeld- webcl Röscher (früher an der Unteroffizier-Vorschule zu Weilburg). Wehrmann-Gefreiter Hermann Krön er aus Gräveneck, Res.-Inf.-Regt. 81. Hugo Bech t (Sohn des vcrft. Hatlptlchrers Becht von Weilburg). Bergingenieur Karl Z i e l f c l d ans Wetzlar, Lcutn. im Jnf.-Regt. 55. Assessor Hans Kirchholtes aus Wiesbaden, Lentn. im Ulanen- Regt. 14. Forstassessor Wilhelm Göb el ans Laubach, vom Sächs. Schützenregiment 108. Pionier Friedrich Jakob, Pionier-Bat. 20, aus Burgsolms. Major und Dat.-Komm. im Knrh. Jnf.-Regt. 82 G. Schmidt aus Kassel (1. Kl.). Lentn. d. R. Dr. Hans Müller vom Jnf.-Regt. 83. Lentn. d. R. Wilhelm Zahn in der reitenden Mteilung des Feld- Art.-Regt. l l. Lentn. d. R. Oskar Br e t t ha u c r im Feld- Art.-Regt. 11. Kgl. Rechtsanwalt und Notar und Gesr. d. R. Dörr bei der Maschincngcwehrabt. des Marbnrger Jäger- Bats. Bizeivachtmcister Heinrich B r ü ckc l aus Waldhausen. Bizewachlmeister Anlon M n l l a ch aus Limburg beim Oberkommando der 5. Armee. Regierungs-Landmesser.Adolf Bill aus Limburg. Oberlt. und Kompagniefiihrer im Osten, vwfr. Heinrich Fell er ans Limburg beim Jnf.-Regt. 160. Gesr. H o l z b a ch aus Limburg beim Res.-Jnf.-Regt. 87. Dr. F. Witt aus Hadamar, Bat.-Arzt in der 21. Div. Bizefeldw. Theodor Schmitz aus Wetzlar, im Res.-Jnf.-Rcgt. 28. Ed. Weber, Redakteur und Mitinhaber der „Aklg. Ztg." in Kassel. Lcutn. W. Bohne (Hanau) vom Jnf.-Regt. 88. Vizefeldwebel Hch. Wörner (Hanau) vom Jnf.-Regt. 88. Forstassessor Arnold Zimmer vom 8. Rhein. Jäger Bat. ans Fricdbcrg. Karl Hunsingcr, Weißbinder Dickert aus Nidda llffz d. R. Lehrer Rabenau aus Heisters. Bizefeldw. im Jnf.-Regt. 97, Saarburg, Ludwig Jen sch ans Nidda. Sergt. Karl H o f m a n n, Drag.-Regt. 6, aus Steinheim. ** Scheu kungandieUniversitäts -Bibliothek. Namens der Hinterbliebenen des Zahnarztes Dr. G. Koch in Gießen hat dessen Sohn, Smiitätsrat Tr. Ad. Koch in Schömberg bei Wildbad, die sachwissenschastliche Bibliothek seines Vaters (zirka 270 Bände und >500 Hefte) der IIiiiversitäts-Bibliothek überwiesen. ** Rote-Kreuz-Marken. Dem Roten Kreuz sind von einer Druckerei i» dankenswerter Weise Rote- Kren z-Mwrken zur Verfügung gestellt worden, die am Bahnhoi und in der Stadt verkauft werden. An dem Verkauf beteiligen sich auch die hiesigen Kricgervereine. Der Erlös ist ausschließlich zu Veranstaltungen von Weihnachtsfeiern für die in sämtlichen hiesigen Lazaretten untcr-- gebrachten Verwundeten bestimmt. Ein flotter Absatz ist des» halb sehr zu wünschen, und es kann durch Kons von Marken auch in kleinen Beträgen zu diesen, guten Zweck bcigctragen werden. . ** ©icf.euer Fre ilicht-Büh„ e. Nachdem sozusagen alle Abonnenten auf Rückerstattung des Betrugs sür nicht benutzte Gutscheine (infolge des Kriegsausbruchs konnte die Spielzeit nickst zu Ende geführt werden) verzichtet hatten, verfügte die Waldbühne noch! über 120 Ml. Im Einverständnis mit dem Ehren ausschuß und sicherlich auch mit den Inhabern der Gutscheine ist diese Sumine der hiesigen „Sammlung für die Hinterbliebenen der im Felde gefallenen Krieger" nbenviesen worden. — Das Ergebnis der Tellersammlung von, 27. 9. ist zugunsten der hier untergebrachtcn Perwundclcn verwendet werden. Bl "Neues Eilzngspaar. Bon, 9. November an werden wieder die Eilzüge 107 Frankfurt—Gießen, hier an 312 Uhr, und igg, Gießen—Frankfurt, hier ab 3ö9 Uhr, gefahren lverden. ** Der n c ue Fa hrpl an. Am 2. November ist, wie schon kurz nritgeteilt, ein neuer Fahrplan zur Ernssthrung gelangt, au; Grund dessen die größere Anzahl der siüher im Frieden gefahrenen Personen- Und Schnellzüge wieder eing«legst wird. Der Fahrvla» liegt in den Stationsbureaus zur ErnsiiH. nähme offen. Der „A intllche Tasche ns ahrplan" wirb in den nächsten Tagen neu erscheinen imd im -Buchhandel und an den Schaltern der Stationen zum Preise von 15 Pfennige für das Stück zum Verkauf gelangen. Er umsaßt die strecken des Direktionsbezirks Franksiirt (Main! einschließlich der Kleinbahnen, die Anschlussitrecken bis Köln, Kassel, Würzburg, Eberbach, Heid«l. borg, Mannheim, Worms. Münster a. «t. 'und enthält diO Frank- furt berührenden Jernverbi'stdungen. — Wir verweisen auch nochmals aul den in vorliegender Nummer enthaltenen Fahrplan. " Personalnachrichten. Die Großherzogin hat an, 28. Oktober d. IS. die LandgestütSdicner Martin Antz und Adani Brnnncngräbcr auf ihr Nachsiichen in den Ruhestand versetzt, die LandgcstütSbeiknechte Karl Fuhr und Wilhelm Schlag zu Darmstadt zu Landgestntsdicnern ernannt; zum 1. November d. IS. dem Kreisbauinsvektor des Kreises Oppenheim Thilo Rothamel zu Oppenheim den Charakter als Daurat erteilt. — Z» RegierungSbauineistern wurden ernannt die RegierungSbailführer Rudols Schäfer aus Mannheim und Wilhelm Orth ans Worms. ** Stadttheater. Ta die Aufführung vom vergangenen Sonntag sehr starken Anklang gestruden hat, so ivird sie, also Prolog, Wallenstcins Lager und Eisernes Kreuz, am nächsten Sonntag nachmittag bei Dolkspreisen iviedcrholt werden. ** Eine angenehme Ab wechsln» g wurde cun letzten Sonntag den in der Heil- und Pflcgeanstalt untcr- gcdrachte» Verwundeten bereitet. Die Gescrngsabteilnng des E v an gelischen Arbciterverc ins besuchte mit einigen Mitgliedern des Gernhardschen Zither- und M a n d o l i n e n ch o r s die in eincin Bau der Anstalt stationierten Baierlandsvcrteidiger. um dieselben durch Ge- sangsvorträge und musikalische Darbiettingen zu erfreuen. Tie einzelnen Chöre und Musikstücke fanden reichen Beifall. Anschließend hieran wurden auf besonderen Wunsch auch in einer Frauenabtellung der Anstalt mehrere Gesangsvorträge nnd nrnsikalisck)« Darbietungen zu Gehör gebracht, die, so- iocit man feststellen komitc, den mciften der armen Patienten eine besondere Freude bereiteten. ** Eine kleine Feier eigener Art fand am vergangenen Sanistag nachmittag in der hiesigen Turnhalle statt: die Einstihrung der zuletzt geprüften freiwilligen Pflegerinnen von der Abteilung „Turnhalle und Kaufmännisches Vcreinshaus" deS Res.» Lazaretts I in ihr bereits seit Wochen gcübles Samariteramt. Da man gewiß das Interesse eines weiteren Kreises voraussetzen darf, aus Zwcckmäßigkeitsgründen aber von besonderen Einladungen abgesehen werden mußte, dürfte eine kurze Schilderung vielen ioill- kommen sein. In dem hohen weiten Raume, von kundiger Hand an Wänden und Decken mit farbensatlen Fahnen und Äaumgrnn stimmungsvoll und mit Geschick geschmückt, vor den 5 ioeißen von bunten Herbststräußcn aus den Tischchen belebten Bettenreihen der verwundeten alten und blutjungen Verteidiger von Deutschlands Größe, die sich selber so seitlich als möglich gerüstet hatten, war gegen 3 Uhr die kleine Fciergemcindc vmammelt, bestel>end ans den Pflegerinnen, den Aerztcn und dem Personal der Lazarettabteilung, Frau ltzeheimrat Gebhardt, 1. Vorsitzende des Alicesrauen- vereins nir Krankenpflege, dem Reiervelazarettdirektor Herrn Oberstabsarzt Dr. Sieg ert u. e. wenigen Angehörigen der Gnanntcn. Chorgesang des hiesigen Knabenchors unter Leitung des Herrn Hauptlehrers G c r l a ch erössiietc die Feierlichkeit. Der leitende Arzt, Herr Dr. W aslo, würdigte daran! in knapper, warm enip- sundcncr und zu Herzen gehender Rede die Bedeutung der kleinen Feier und die schöne vaterländische Pflicht und Ehre des Amtes, für das die 21 Damen ein Zeugnis und Abzeichen empfangen sollten. Frau Gchcimrat Gebhardt überreichte nach einigen ivei- tcren erläuternden Worten über Zloeck imd Sinn der Sache den srci- ivilligen Kandidatinnen das bekannte weiße Häubchen und die Rotekre uzbrosche, worauf ihnen von Lehr und Prüsungs- arzt Dr. Waslö mit Leitwortcn ans der Bibel und unseren klassischen Dichtern die zur steiwilligen Krankenpflege im Kriege bercchttgenden Zeugnisse misgchändigt wurden. Nach kurzem Dank für Unterweisung und Unterricht von seiten der Damen wandte sich der Lazarcttdirektor in patriotischer Ansprack,e in niar- kigcr und kerniger Art mui besonders an die oerwundclen Pfleglinge. Begeistert stimmten mit ihnen alle Anwesenden in das Fürstenhoch ein. Gemeinsamer Gesang des „Heil dir im Siegerkranz" und ein Ehoral, vom ilnabenchor gesungen, beschlossen den mehr amtlichen Teil der Feier, die noch durch einige Liedervorträgc von Fräulein Iba Stammler angenehm verschönt und fortgesetzt wurde. — Damit die Genüsse nicht allzu cinseittg geistig sslie- ben, stifteten die neuen Pflegerinnen ihren Pslegebcsohlenen ein angemessen festliches Abendessen, das auch sein nicht zu verachtend Teil zur Ssimmungserhöhung beitrug, bis nach dem letzten Lied und Spiel die Lichter pünktlich erloschen und ein Tag zu Ende war, der unseren Verwundeten zumal gewiß stets in steundlicher Erinnerung bleiben wird. — Es soll nicht versäumt werden, allen, die znm guten Gelingen der kleinen Feier Zeit, Kraft und Mittel svcundlich und bereitwillig beigesteuert haben, so u. a. Fräulein Jda Stammler, Herrn Hauptlchrer G e r l a ch, Herrn Klavierlehrer Jül. Hahn, den Herren ^upez-ercr Arnold und Gärtner Schmitz im Namen aller, die teilnahmen, noch herz« lichst zu danken. ** Wechselverkchr und Krieg. Nachdem der Bunde s r a t durch Bekamttmachung vom 22. Oktober die Protestsrist für Wechsel, die in Elsaß-Lothringen, in der Provinz Ostpreußen oder in W c st p r e u ß c n in den Kreisen Mcrrien- birrg, Elbing Stadt und Land, StulM, Marienwerder, Rosenberg, Graudenz Stadt »ich Land, Löbau, Culm, Briesen, Strasburg, Thorn Stadt und Land zahlbar sind, sowie für solche im Stadikreise Danzig zahlbaren gezogenen Wechsel, die als Wohnort des Bezogenen einen Ort anqeben. der in Ostpreußen oder in einem der bezeichneten westpreußischcn üreise liegt, im Anschluß an die in der Bekanntmachung vom 24. September vorgesehene Verlängerung um weitere 30 Tage verlängert hat, ist die Postordnung vom 20. März 1900 entsprechend geändctt worden. Postprotest« auittäge mit Wechseln der bezeichnetci, Art werden daher in Fällen, in denen bei der ersten Vorzeigung die Zahlung nicht ausdrücklich verweigert wird und der Protest auch nicht aus anderen Gründen nach der ersten Vorzeigung oder nach dem ersten Versuche der Vorzeigung zu erheben ist, erst am eiiihundertuudzwanzigsten Tage nach Ablaus der Protestsrist des Att. 41 Abs. 2 der Wechselordnung nochmals zur Zahlung vorgezeigt tverden. Fällt der letzte Tag der Verlängerungssrist aus einen Sonn- oder Feiertag, so erfolgt die zweite Vorzeigung und die Protesterhebung am nächsten Werktage. Ferner hat die Postordnung folgende beachtenswerte Ergänzung erfahren: Solange die Verlängerung der Fristen des Wechsel- und Scheckrechts besteht, kann die Post damit betraut werden, neben der Wechsclsumme auch die vom Tage der ersten Vorzeigung des Wechsels an fälligen Wcchsclzinsen cinzu- ziehen und im iltichtzahlungssalle deswegen Protest zu erheben. Wird hiervon Gebranch gemacht, io ist in dem Vordruck zum Postprotcstauitrag hinter „Betrag des beigesügtcn Wechsels" einzutragen „nebst Verzugszinsen von 6 v. H. vom Tage der ersten Vorzeigung, nämlich vom..........ab." Ter Zeitpunkt, von dem an die Zinsen zu berechnen sind, ist nickst anzu- geben, wenn die Post die erste Vorzeigung des Wechsels bewirkt. Hat der Auftraggeber die Einziehung der Zinsen verlangt, so wird der Wechsel nur gegen Bezahlung der Wechselsumme u n d der Zinsen ausgchäildigt, bei Nichtzahlung auch nur der Zinsen aber wegen des nicht gezahlten Betrags Protest mangels Zahlung erhoben. ** 'Xen 'Beherrschern der Lüste, um'eren braven Fliegern, sind bei dem schweren Mampfe sehr große Ausgalien gestellt: ober erst in späterer Zeit kann deren eminente Bedeue tung in vollem Umfange öiieuttich gewürdigt werden. Dvckz beute ist bereits der außervrdentlick-e Wert unserer jüngste» Waste ofsenkundig. Eine Kriegstätigkeit zur rauheren Jahreszeit stellt an die Leistungssähtgkett des Einzelnen enorme A.nsorderungen, weshalb es eine dringende Notwendigkeit die Fürforcts-dev .KrreasverwEung sür unsere Flugzeugführer, . Backter, sowie sür die .ikraftsalwer durch private Atitwrrkung i tgehend zu epaänz-en. Eine Zusendung von Liebesgaben sür tz ere Fliegernbteilungen nnd Flugzeugparks, die in groher Zahl I Felde stehen, ist bislang leider nicht eriolgt, weshalb die Presse u Mitteilung gebeten wird, das; gütige Spenden dringend er K rftfvt sind. Es wird gebeten, solche Sendungen (fertig gepackt, 7 für den einzelnen Mann vorgeschrieben) cm den Z a h l - 7 r st er d-er Flieger - E rs a tz- A b terln n g N r.l in Dö- Icrtz mit dem Vermerk „Liebesgaben" zu richten: drese Zen- t stille ist beauftragt, sämtliche Fliegerabteilungen mit Sonder- Z eidung üsw. zu versorgen. '"Einquartierui, gsgelder. Tie Nachweise über die l, 1. bis 15. Oktober 1914 in Anrechnung zu bringenden Ver- egungstage sür die Mannschaften vom Landsturm- fanterie-Ersatz-Bataillon sind im Stadlhause, tenl'au, zur Einsicht der Beteiligten ansgeleat. Nach dein . Mts. werden Einsprüche nicht mehr zu, klaffen. De,»nächst d bekannt gegeben, von wann ab die Vergütungen bezahlt den. " O es i e n t l i ch e B >", ch e r h a l l e. I», Oktober ivnrde» 14 Bände ausgeliehen. Davon koininc» ans: Erzählende ratnr 994, Zeitschriften 272, Jugendschrisicn 172, Literatur- stchte ll, Gedichte und Dramen 43, Länder- und Pölker- 7c 37, Kiiltnrgeschichte 15, Geschichte und Biographien 131, Rimil- sichtc 4, Naturwissenschaft und Technologie 71, Heer- nnd wesen 22, Gesnndheitslehre 3, Religion »nd Philosophie 28, atswissenschait II, Sprachwissenschaft 6, Fremdsprachliches Lände. Nach auswärts kamen 42 Bände. Landkreis Gießen. E. G e i l s h au! e n, 2. Nov. Drei Söhne unseres Ortes ni bisher das Eiserne Kreuz erhalten, nnd zwar Bize- vebel der Reserve Heinrich Walleniels, sein Bruder Gesr. Helm Wallensels, beide Söhne unseres ForstwartS Wallen- und Sergeant Christian Niebergall. I. B c t t e n h a n i e n, 2. Nov. Auch unsere Gemeinde hat i Opfer des Krieges zn beklagen. Es starben den Heldentod ard Roth, Sohn unseres Bürgermeisters, und Heinrich hier. Vcrwlmdet sind vier Mann. KI. 21 l t e n - B u s e ck, 3. Nov. Als erster aus unserer Gerde hat der Reservist Wilhelin St.öcker im Jnlnnterie- iment »Kaiser Wilhelm" Nr. 116, Giessen, das Eiserne : u z erhalten. kl. D a u b r i n g e n, 2. Nov. In letzter Woche wurden zwei gen Einwohnern vier Gänse, die frei an der Lumda untiefen, t o t g e s ch l a g en. Wachtmeister Brück aus Lollar er- elte nun als Täter drei noch schulpflichtige Junget, hier, deren Eltern nun für den Schaden autkommen müssen. A Obborn Häfen, 1. Nov. Nun hat auch in unserem ■ der Krieg sein erstes Opfer gefordert. Der Unterossizier Fried- Walter ist feinen schweren Verwundungen in der Giesiener ik erlegen. Tie Beerdigttng fand heute unter sehr großer Teil- ne der Ortseinwobner, sowie der benachbarten Dörfer statt. : Abordnung des 116. Regiinents unter Führung eines Fels- el-Leutnants gab dem Toten das letzte Geleite. Ter Kriegerin und die eitigezogenen Landstürmer lieben einen Kranz erlegen. Starkenburg und Mcinhcsscn. 0 Darinstadt, 3. Nov. Grobe Heiterkeit löste am tag abend auf dem hiesigen Bahnhof der drastische Befehl es biederen Landwehrmannes der Begleitmann- ten aus, welche einen aus dem Felde ankommenden Transport äffscher teils leicht, teils schwer verwundeter Fran- e t mitzuüberwachen hatte. Da das Ausladen der Schiver- .'irndeten einige Zeit in Anspruch nahm, sollten sich die anderen tnge aut herbeigeholte Bänke niederlassen. Als nach einigen uten einer der Franzosen immer noch vor der Bank stehen >, ries ihm der Landwehrmann in energischer Weife ,K u f ch 1 1" zu nnd — der Befehl war von dem Angerufenen sofort anden worden. Ja, so ein bischen Französisch I Kreis Wetzlar. A WißNIar, 2. Noo. Bei der Zusammenlegung rer Gemarkung handelt.es sich um eine Gesamtfläche von 729 ar. In unserm Genteindewald, 690 Hektar grob, wird sich bei bald beginnenden Holzfällung reiche Arbeitsgelegenheit bieten. X BnrgfolmS, 2. Nov. Unsere Jugendwehr zählt tzu 100 Teilnehmer, die von drei Abteilungsvorstehern ans- ldet werden. y. Waldgirmes, 2. Nov. Unsere Schulmädchen nelten 15 Körbe Feldsalat für das Reservelazarett in Stadt .lar, O Atzbach, 2. Nov. Am Nachmittag des Neformations- s fand in der hiesigen Kirche eine G e d äch t n iS s e i er für gefallenen vier Krieger der vereinigten Kirchengemeinde statt, velcher neben der ganzen Gemeinde sämtliche Vereine keil- nen. Insgesamt 99 Mann stehen aus unserem Dorfe unter Massen. Hessen-Nassau. — Wiesbaden, 2. Nov. König Friedrich 2luqust 1 Sachsen ist vorgestern nachmittag mit grobem militärischem >lq« im Automobil vom ivestltchen Kriegsschauplatz hier einoffen und im Hotel .Rose" abgestiegen. Der König reiste abends dem sahrpkanmätzigen V-Zuge um 10 Uhr 10 Min. nach Iden weiter. O Cronberg, 3. Nov. Vorgestern nachmittag stattete die ob Herzogin von Hessen auf Schloß Friedrichshos der tilie des Prinzen Friedrich Karl von Heften einen Bei- osbesuch ab. Gestern früh fuhr die Grobherzogin iiiiAulo- il nach Darmstadt zitrück. Liiftschiffahrt. Lnstsahrerdank. Man schreibt uns: Im Jahre 1913 wurde von dem Präsidenten des Deutschen LufttahrerocrbandeS, Exzellenz Generalleutnant z. D. Freiherrn von der Goltz der Lustfahrerdank ins Leben gerufen. Zweck dieser, unter einem Kuratorium stamhafter Persönlichkeiten stehenden Gründung ist die Unterstützung verunglückter Flieger nnd Lustschisser, sowie deren Hinterbliebenen. Uebcrall fanden diese Fürsorgebcstrebungen Slnklang. Von Reichs- und Staatsbehörden, Kommuncilvarivaltungen und allen Schichten des deutschen Volkes flössen dem Lnstsahrerdank Mittel zu. Neben der Unfallversicherung von Fliegern wurde die Lust- fahrerfürwrge besorgt durch freie Verpflegung der Verunglückten in Krankenhäusern bczw. Unterstützung von Hinterbliebenen mst Barmitteln. Wenn schon die Gelder für einmalige und laufende Unterstützungen vornehntlich der Hinterbliebenen unserer Flieger und Luttschisfcr im Frieden Bedeutende sein'mußten. wievielmehr bedarf es solcher in der jetzigen schweren Zeit, zumal die bislier ausgetlblc wirtschaftliche Betätigung des Lnstsahrerdank säst vollständig ruht. Unseren deutschen Piloten sind Ausgaben gestellt, die sie im Feindesland in allererster Linie den Gefahren des Krieges aussetzen. Der Luftfahrcrdank wrnvet sich daher an alle Kreise Deutschlands und bittet, ein Scherslein, fc,i es noch so gerinig. baizu- steuern zum Besten der Fürsorge für Flieger und Lustschisfer, auf deren bisherige Erfolge.jeder Deutsche stolz sein kann, und dre während des Krieges sicher ihre volle Pflicht und Schuldigkeit tun werden. Beiträge werden ans das Konto des Lnstsahrerdank, bei der Nationalbank für Deutschland, in deren Dcpositcnkassen oder an die Zentral-Gcschästsstellc des Lnstsahrerdank, Berlin-Charlottenburg. Joachimsthalerstraße 1 erbeten. SanveL. Berlin, 3. Nov. Wie der „Konfektionär" mitteilt, ist in Berlin der erste amerikanische Einkäufer seit dem Kriegsbeginn eingetroffen, um Da menmäntel st ofse zu kaufen. § Der Krieg und die deutschen Aktiengesellschaften. Aus Hamburger Börsenkreisen wird dem „Hamb. Fremdenblatt" geschrieben: „Diejenigen Gesellschaften, die am 30. Juni ihr Geschäftsjahr schließen, veröffentlichen nunmehr ihre Gewinnzisfern. Tie Ergebnisse sind vom Krieg noch nicht berührt und wenn die Verdienste infolge der abgestauten Konjunktur auch geringer als im Vorjahre waren, so halten in normalen Zeiten doch bei den leidenden Gesellschaften keine wesentlichen Dividenden- redukttonen stattgesunden, und die Abschreibungen wären trotzdem genügend gewesen. Denn alle Gesellschaften haben in guten Zeiten kräftig vorgesorgt! Der Ausbruch des Krieges vcranlaftte nun die Leiter der großen Konzertte wie Phönrx, Luxemburg, Hohenlohe und auch 21. E. G. das Interesse Her Aktionäre hintan ztl stellen und die gerade in diesen so ernsten Zeiten so nötigenj Gewinnausschüttungen ju beschränken, oder ganz ausfallen zu lassen, so daß Rückwirkungen auf bie Börse und das Wirtschaftsleben unausbleiblich sind. Mehr als je ist der Aktionär aut dem Eingang, von Dividenden angewiesen, mehr als je benötigt er das Geld — nicht mir zum eigenen Gebrauch, sondern vor allem, um seinen Beipflichtungen als Staatsbürger und Patriot uach- zukonrmen, und wenn ihm diese Quelle versiegt, wenn ihm seine Altenbestände überdies noch entwertet werben, — denn bcr Wert einer Aktie beruht doch auf den Erträgnissen dann sind Rückwirkungen ernster Natur unausbleiblich. ß Ausfuhr nach den Bereinigten Staaten. Die Ausfuhr aus dem Kvnsulatbezirk Chemnitz nach den Vereinigten Staaten von «Amerika betrug im dritten Quartal 2018 559 Dollar, gegen 3125 722 Dollar in der Parallelzeit 19 13. 8 Zum Rauhwarcnhandel. In New Uork erfolgte die Gründung einer Gesellschaft amerikanischer Rauhwarensirmen zur Veranstaltung von Rauhwarenverstrigerungen in New-Aork. Ob es sich um ernsthaften Wettbewerb für die Londoner Versteigerung, oder um einen Wettbewerb sür St. Louis handelt, steht dahin. Der Leipziger Ranhffvarenhandel wurde zur Beteiligung aujge- fordcrt. . ____________________________ _ 11 —. ua Meteor ologische Beobachtungen der Station Sichen. Nov. hb.% 1914 || 5-g £<5 o. n £.o 6* £ 3 ZA ■i-f 95 5 » If !o c I äS'S | ©£■§<* & 'Hat» 2 2 U ! 743,0 9,4 80 90 SSE 2 10 2. 9*|| 745,2 7,3 7,2 96 SE 2 10 3. 7 fc I 745,4 6,6 7.1 97 NNE 2 10 Nebel Höchste Temperatur am 1. bis 2, Nov. 1914 = Z- 10,0' C. Niedrigste , .1,2. „ 1314 = +■ 4,8' , Niederschlag: 0,0 mm. Amtlicher Wetterbericht. Oeffentlicher Wetterdienst, Gießen. Wetteraussichten in Hessen am Mittwoch, den 4. November 1914: Keine wesentliche Aenderung der bestehenden Witiernng, wolkig, doch meist trocketi, Temperatur wenig geändert, Nebel. Letzte Nachrichten. Die Stadt Emden und ihr Patenkind. Emden, 2. Nov. Aus dem Großen Hauptquartier ist am Dienstag nachmittag folgendes Telegramm des Kaisers, eingetrosfcn: Oberbürgermeister, Emden. Ich beglückwioische die Stadt Emden zu ihrem Patenkinde im indischen Ozean, dessen kühne Kreuzerstückchen ein jedes deutsche Herz mit Stolz und Freude erfüllt. Wilhelm I. st. Die niederländische Kriegsanleihe. i. Köln, 3. Nov. Die „Köln. Ztg." meldet von der holländischen Grenze: Ueber die nicdertändischc Kriegs-Anleihe wird mitgcteilt, daß die Absicht bestehe, die Regierung zu ermächtigen, daß. sofern die Anleihe den vorgesehenen Betrag von 250Millionen Kronen nicht erreicht, die ö ch.st best euertew gezwungen werden können, sich trach Maßgabe ihrer Vermögen an der 2lnleihe zu beteiligen. Der Zinsfuß für die Zwangsanleihe soll geringer- gehalten werden als derjenige für die freiwilligen Zeichnungen. Der Dreiverband und die Türken. i. Köln, 3. Nov. Die ,,Köl>n. Ztg." meldet aus Sofia: Auf Grund diplomatischer Meldungen nimmt man an, daß die Frage, ob im Großtvesirat ein Wechsel eintretest werde, heute entschieden wird. Im Dreiverbände wird an der Herstellung von Beziehungen zwischen der Türkei nnd dem Dreiverbände gearbeitet auf Grund von für die Türkei erniedrigenden Bedingungen, darunter die Entfernung der deutschen Seeleute ans der türkischen Wotte. Andernfalls müsse man damit rechnen, daß Griechenland vom Dreiverband in den Krieg hineingeheht werden würde, nnt die englischen Kastanien aus dem türkischen Feuer zu holen. Griechenland solle danst im Golf von SaroS nnd in Kleinasien Truppen landen, um die Dardanellen von der Land- feite aus anzugreifen. i. Kö ln, 3. Nov. Die „Köln. Ztg." meldet ans Svfia: lieber griechische Kriegsvorbereitungen erfährt man, daß große Truppenabteilungen zwischen Saloniki und Kawala zusammengezogen werden. Kawala soll durch schwere Geschütze befestigt werden. Bulgarien beruft zwei Jahrgänge Reservisten ein, wodurch der Stand etwas über die Friedensstärke gebracht wird. Pussischc Steuer für militärfreie Personen. Zürich, 2. Nov. Aus Petersburg wird gemeldet: Das Finanzministerium hat beschlossen, eine Militär st euer in Rußland einzusührcn sür Personen, die in den letzten 22 Jahren nicht gedient haben. Die Steuer betrage 1 Rubel bei Einkommen unter 1000 Rubel, und bei Einkommen über 1000 Rubel 50 Proz. der Einkommensteuer. Das Ministerium verspricht sich jährlich 84 Millionen Rubel aus dieser Steuer. Anarchische Zustände in Serbien. Wien, 2. Nov. Aus Nisch wird über Sofia gemeldet: König Peter ist schwer erkrankt, angeblich hat er ein Gehirnleiden» Er begibt sich ost in den Badeort Wranja. Ministerpräsident Paschitsch ist so unpopulär geworden, daß er sich kaum auf der Straße zu zeigen wagt. Das im Verkehr befindliche Geld ist russischen Ursprungs, lieber die Verluste wird niemals etwas bekannt gegeben. Auch hoben die Serben noch keine Nachricht davon, daß Belgien von den Deutschen erobert worden ist. Auswärtige, selbst russische Blätter dürfen nicht in das Land hinein. Das russische Offizier-Detachement ist in Nisch sehr wenig beliebt, die Russen gaben ihren serbischen Kollegen oft Befehle. Trotz des Verbotes kamen Duellezwischen denrussischcn nnd den serbischen Offizieren vor. Allen gegenteiligen Berichten gegenüber soll cs wahr sein, daß sich griechische Truppen in Serbien befinden. Der Unterschied sei nur der, daß diese Leute sich Legionäre nennen, obwohl sie die reguläre griechische Uniform tragen. Der bulgarische und der türkische Gesandte sind, wie es heißt, in Erwartung der Weisung zu ihrer Abreise. t < Militärparade in Kairo. i. Köln, 3. Nov. Die „Köln. Ztg." meldet aus Kopenhagen: „Berlinskc Tidcnde" meldet aus London: Die große Militärparade in Kairo hat ihre Wirkung auf die Eingeborenen nicht verfehlt. Es sind alle Maßnahmen getroffen, um türkische Einfälle zurückweisen zu können. Verantwortlich für „Feuilleton", „Gerichtssaal" u. „Vermischtes"! I. B.: A n g u st G o e g. ij Die nützlichste Liebesgabe ug istder als Kräftigungsmittel sowie zur Linderung bei Magen- und Darmerkrankungen,insbesondere Durchfall tausendfach bewährte ärztlich empfohlene W Kasseler Hafer-Kakao m (Nur echt in blauen Schachteln für 1 Mark, nie lose!) lefen S 8 Oefen Es gebt nichts über ein aut durchwärmtes Zimmer und dieses erreichen Sie nur mit einem echten $p?i’s Öripi-BierM-Oiefl non der Firma Esch & Como, Mannheim. Mit diciem Oicii lvaren Sie viel Geld und Zeit durch seine gute Zcigerregiilieriing. Er mach! sich in kurzer Zeit bezahlt au Brand, daher der § billigste und dauci härteste Ofen auf dem Marklc. - 735 ~ »aacr und Laden: Ticzstrabe Nr. <> Alleinvertretung für Gießen und Umgebiing: /üh.DürbeckNachf. zstraße 6 GIESSEN Diezstraüe 6. Reiner Bienenhonig l-Pfd.-Glas Mk. 1.15—1.40. Reformhaus Kreuzplatz 5 Landwirte verwendet zur Aufzucht von aller Art Jungvieh, Kälbern, Schweinen etc. Viehtran- Emulsion. 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AuSzatliing der Quartiergelder 173,25 , desgleichen bei der Lürgermeiftcret .... 127,03 , von Geh, Kirchenrat D. Schlosser ..... 10,— , non H. E. Jugbardt...........15,— , von Stadtgeomcter Wihner 3. Rate .... 20,— , von Ungenannt.............50,— , von UniverniätS-Sckretär Erle......10,— , von Finantrat Or. Offenbächer 3. Rate . . . 20,— , von Professor Dr. Travp.........20,— , von Professor Dr. Hirt..........21,— , von Hofmetzger 2ldol! Möht.......100,— , vom Giebener Lebrervere-n st Rate .... 200,— , vom Giebener Lehrcriniienverein 3. Rate . . 145,— , von P. H. 9 Mk.. I. I. S. 3 Mk., B. H. 9 Mk., B. H. 6 Mk. lEinguariierunasgeldl. . . 27,— , von Oberlehrer Di'. H. Molz.......50,— , von Bäckermeister Wilhelm Lange.....10,— , von einer Skatgesellschaft........ 23,20 , von Stadtfekretär Allcndors 2. Rate . . . . 15,— , Zusamme n: 1317,98 Mk. Mit herzlichem Dank für diese Gaben wird um weitere Zuwendungen gebeten. M163B Die Lieferung von Lunakteinrabmstückcn (2 Loset zur Herstellung von Einfasiinigsaräbern auf dem neue^ Friedhof soll Mittwoiii, dcil 11. Nüvcmbcr &. I., vom. 10 llhr, öffentlich vergeben werden. Zeichnungen, 'ArbeitSbeschreibung und Bedingungen liegen auf dein städtischen Hochbaimmt zur Einsicht offen. Ilngcbotc auf Vordruck, der daselbst erhältlich, sind bis zum gcnaniuen Terinin dorthin einzureichen. Zulchlags- ftift 3 Wochen. _111628 Bekanntmachung. Betrifft: Das Einhalten der Tanbe« während der Saatzeit. 111598 Die Besitzer non Tauben werden unter Hinweis auf Artikel 39. Ziffer 2 des Feldstrafgesetzes non, 13. Juli 1804 ausgesordert, ihre Tauben wegen der Saatzeit bis 15. November ds. Js. cinznbalten. Diese Bekanntmachung findet auf die Militärbriesi tauben keine Ilnwendung. Giehen, den 2. lltovember 1914. Der Oberbürgeimieister. _I. B-: Grüncwald.__ Geländeverpachtiiirg. Montag, den 9. November, werden nachfolgende städtische Grundstücke an Ort und Stelle meistbietend verpachtet: . . vormittags 9 Uhr brainnciid mit Zufammenkunst auf der Kaifer-?lllee, an der Kreuzung mit der Woliittabc 95 Triebvierrel am Miiielweg:, nachmittags 2 Ndr beginnend mit Zinammenkunft auf der Frankfurter Strabe, an der Kreuzung mit der Klinikstrabe ^ „„ . 4 Grundstücke an der westlichen Klinikstrabe, 16 Grunds,ückc auf der Labninfeh 1 cingefriediglcr Garten auf dem Hamnr 3 Grundstücke auf der Hohlcich hinter der Pulver,»üble. Lieben, den 31. Ottoher 1914. Der Overblirgernwisier. I. B.: Grünowwt-d. 18568 Ü Todesanzeige. Hemte mittag 3 Uhr entschlief sanft nach langem, mit Geduld ertragenem Leiden unser innigstgeliebter, treusorgender Vater, Schwiegervater, Grossvater, Schwager und Onkel, Herr Daniel Schmidt, Schmiedemeister im 68. Lebensjahr. kW Die tieftranernden Hinterbliebenen. Allendorf a. d. Lumda, den 1. November 1914. W Die Beerdigung findet Mittwoch, den 4. November, nachmittags 3 Uhr vom Trauerhause aus statt. o7Sli8 Biicher-Rückgabe an die Universitäts - Bibliothek. Sämtliche Benutzer mit Ausnahme der Universitätslehrer haben die vor dem 1. Aaenst entliehenen HUcher bis spätestens am 15. November zur Musterung vorzulegen. Giessen, den 2. November 1914. Der Direktor der Universitäts-Bibliothek. _ Dr. Haupt. _ 1U28D iilnirlm trifft sich am Mittwochabend 8 Uhr, bei Spuck. o:mi Am 17. September starb den Heldentod fürs Vaterland unser innigstgelicbter einziger Sohn, Bruder, Schwager, Onkel, Bräutigam und Schwiegersohn Ludwig.Harnisch Res. im Fns.-Rcgt. Nr. 117, 10. Komp. im 28. Lebensjahre. Die tiestrauernden Hinterbliebenen: Familie Harnisch Familie Grubcr Familie Vogel Familie Hosmann Gleichen Walter als Braut. Alten-Buseck, Großen-Buscck, den 2. November 1914. 1U61 in verschiedenen Füllungen erhältlich bei: | tr w»» August Noll Kreuz-Drogerie Bahnliofstr. 51. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme an dem uns so schwer betroffenen Verluste sagen wir innigsten Dank. 07676 Dina Schneider» geb. Mainzer Emmi Mainzer Ernst Mainzer- Heinrich Schneider. Gießen, 3. November 1914. Für unsere Flieger! i Nächste Ziehung 5. u. 7. NovemSer I9U. R r ^msclie Lutter- Lotterie Zur Verlosung gelangen | 11521 Gewinne im Werfe v. Mk. | 270000 Haup tge winn e i m W erte von Mark 60 ÖOO 3 S BO® mmm 20000 I Lose zu 3 M. ohne ,cde Nach Zahlung für zwei Ziehungen gültig (Porto u.offizi- | | eile Gewinnlisten für die 2 Zic- j | hungcn40Pf.extra). Zu haben in | JGießen bei den Königl. I Lotterie-Einnehmern |Bnchacker,F!itnm, Legier. _110973 C/J_ Danksagung. Vielen Dank für die überaus zahlreiche» Beweise herzlicher Teilnahme hei de,» »ns so schwer hcirosscnc» Berlnsle unseres für das Balerland so jriib dabingesd>iedenen [11170 Friedrich Walter. Herzlichen Dank Herrn Pfarrer Engel für die trostreichen Worte. Dank dein Kricgcrverein, den Landslurmmänucrn »nd seinen verw. Kameraden. Besonders a»d> nod> Dank dem Herrn Leutnant, den Unterossizierciiu. Soldaten deS Regiments IN! für die Begleilnng und Ehrensalve. Marie Walter. Obbornhosen, de» 1. November 1914. Wasserdichte Uniform- Westen aus Kegenschirmseide, das einzig beste Mittel gegen Durchn&ssen der Unterkleidung. Eigene Fabrikate. Seltersweg 52. [10832 Obstbäume schütz! man gegen Frost- Spanner n. Langen durch liiaia-iiaiipensoiiii (Pergamentstreiteii ».Kordel! Adler - Drogerie Selters »cg 39, Otto Schaa!.,«,, , Empsehle mein grobes Lager in Odstkelteru Rübenschneidern Dickwurzmühlen Jauchepummpen Jauche Verteilern (»iessen l>»,«a Eiienhandlung, Haus- u. Küchengeräte Tel. 165. Neustadt II. AAA AA AAAAAAX* Ich empfehle Wasserdichte Schlaf- und Wäschesäcke Wasserdichte Westen, ä Mk. 12. —, luftdurchlässig u. doch wasserdicht u. warm. 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