m. 25? Cer »letzener Anzeiger erschein! täglich, außer Sonntags. — Beilagen: viermal wöcventlich »letzenerFaniilienblalter: zweimal wöchentl.ilreir- blatt für&en Kreis Kietzen (Dienstag und Freilag): zweimal monatl. Landwirtschaftliche Zeitseagen Fernjprech - Anschlüsse: IürdieSchri!tleitung1I2 Verlag,GeschäitsstelleLI Adresse lür Draytnach- richten: Anzeiger Sieben. Annahme von Anzeigen sür die TageLnuinmer bis vormittags 9 Uhr. Erster Blatt ' Jahrgang Montag, 2. November IM Bezugs» reis: monatl. 75 Vs., viertel- jährl. Mk. 2.20: durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. 65 Ps.: durch diePost Mk.2.— viertel- sahrl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokallbPs., ausw. 20 Pi. — Hanpt- schriitleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich snr den polit. Teil: Ang. Goctz: sür .Feuilleton', .Vermischtes' und.Gerichts- saal": Karl Neurath; lür .Stadt und Land" : Rotationsdruck und Verlag der vrühl'schen Univ.-Vuch- und Zteindruckerei R. Lange. Schriftleitung. Seschästrftelle u. vruckerei: Schulstr. 7. Auzei^meil:' H^Bech Lin englischer Kreuzer durch ein deutscher Unterseeboot vernichtet. Dauernde Erfolge im Westen. Italienischer Uabinettrwechsel. (WTB.) Großes Hauptquartier, 31.Oktober vorm. (Anttkich) Unsere Armee in Belgien nahm gestern Rams- ca»eile und Birschote. Der Angriff ans Dvern schreitet gleichfalls fort. Sandvoorde, Schloß Hellebeke und Wambeke wurden gleichfalls gestürmt. Auch weiter südlich gewannen wir Boden. Oesilich Sois- s o n s wurde der Gegner gleichfalls angegriffen und im Lause des Tages aus mehreren stark verschanzten Stellungen nördlich von Bailly vertrieben, :Am Nachmittag würde dann Ballly gestürmt und der Feind unter schweren Berlustm über die Aisne zurück- geworsen. Wir machten 1000 Gefangene und erbeuteten zwei Maschinengewehr«. Im Argonner Walde, sowie westlich von Verdun und nördlich von Toul brachen wiederholte feindliche Angriffe unter .schweren Verlusten sür di« Franzosen im Feuer zusammen. Der Kampf auf dem nordöstlichen Kriegsschauplatz hat noch nicht zu einer Entscheidung geführt. Westlich von Warschau folgen die Russen langsam unseren sich neu gruppierenden Kräften. ^ lWTB.) Großes Hauptquartier, 1'. Nov., vormittags. (Amtlich.) In Belgien werden die Operationen durch Ueberschwcmmungen erschwert, die am Mer-Ipern- Kaual durch Zerstörung von Schleusen bei Nieuport herbeigeführt sind. Bei U p e r n sind unsere Truppen Wester vorgedrungen. Es wurden mindestens 600 Gefangene gemacht und einige Geschütze der Engländer erbeutet. Auch die westlich Lille kämpfenden Truppen sind vorwärts gekommen. Die Zahl der bei Baikly gemachten Gefangenen erhöhte sich auf 1'500. Im Nordvsten standen unser- Truppen auch gestern noch im unentschiedenen Kampfe mit den Russen. (WTB.) London. 1. Nov! (Nichtamtlich.) Amtlich wird unter dem 31. Oktober gemeldet: Ein deutsches Unterseeboot brachte heute im englischen Kanal den alten Kreuzer „.Hermes", der von Dünkirchen zurückkam. durch einen Torpedoschutz zum Sinken. Beinahe alle Offiziere und Mannschaften wurden gerettet. Wie uns von amtlicher Stelle mitgeteilt wird, liegt eine Bestätigung der Nachricht deutscherseits noch nicht vor. Hermes stammt aus dem Fahre 1898, hat 5790 Tonnen, legt 20 Seemeilen zunick und Ipit 480 Mann Besatzung. (WTB.) Konstantinvpcl, I.Nov. (Nichtamtlich.) Den Botschaftern Rutzlands, Englands und Frankreichs sind die Pässe z u g e st e l l t worden. Der russische und englische Botschafter reisen heute abend, der französische morgen ab. Der türkisch-russische Krieg hat mit guten türkischen Erfolgen eingesetzt: im Schwarzen Meer können die russischen Schisse der türkischen Flotte kaum.Widerstand leisten, und das Zarenreich hat dort schon geni-ichtige Schläge erhallen) Sebastopol in Brand geschossen, der Hasen von Odessa von der türkischen Flotte angegriffen: alles muh Rußland wehrlos über sich ergehen lassen, Natürlich wird inan in Petersburg ängstlich Umschau halten: wo erstehen Helfer?. Wer es regt sich nichts in der Runde, in Sofia erklärt man, es sei an eine Aenderung der bulgarischen Politik nicht zu denken, Rumänien bewahrt seine ruhige, abwartende Haltung, und auch Italien wird schwerlich- feindselig gegen die Türkei und Oesterreich Vorgehen, wenn, was kaum zu bezweifeln ist, seine Voraussetzungen sich erfüllen, daß die mohammedanische Bewegung ihm in Ltbizen keine llngelegenheiten be- reitet. Wir wüßten auch nicht, warum Italien gerade jetzt, nachdem die Aussichten der Triple-Entente ungünstiger geworden sind, sich auf deren Seite werfen wollte. Wäre ntcut in Rom gesonnen, mit England, Rußland und Frankreich zusannnenzugehen, so hätte man iir Rom doch wohl zu einein günstigeren Zeitpunkte los,geschlagen. Die tzwünde des jetzigen Kabinettswechsels sind noch nicht llar und unzweideutig bekannt: angeblich handelt es sich um Meinnngsverschieden heilen in der Finanzpolitik. Die neuesten tztachrichten aus dem deutschen Hauptquartier und von der österreichischen Heeresleitung aber lassen erkennen, daß unsere Heere auch aus eigener Kraft den Weg zum Siege finden. Auch der heldenhafte Geist in der deutschen Marine bereitet >urs fast täglich frohe Genugtuung: ein englischer Kreuzer hat, trotz Mrnenschutz irn Kanal, infolge des Torpedoangriffes eines deutschen Unterseebootes wieder daran glauben müssen. Tic Rolle Englands als Seemacht wird allmählich kläglich: schon machen sich die ersten Anzeichen bemerkbar, dag die Bereinigten Staaten v'on Nordamerika nicht gesonnen sind, sich die Seeräuber-Willkür Englands gegenüber amerikanischem Handelsschiffen auf die Dauer gefallen zu lassen. Die Londoner „Morning Post" verrät uns dies, und so müssen lvir es wohl glauben. " « * -* Die türkische Flotte in Tätigkeit. (WTB.) Konstantinopel, 31.Okt. (Nichtamtlich.) Aus amtlicher Quelle verlautet: Der Panzerkreuzer „Sultan Ja wus Sc lim" versenkte ein russisches, mit 300 Minen beladenes Schiff und ein KohlentranSpvrlschiff, beschädigte rin russisches kanoneiiboot und b c s ch o tz S e - wastopol erfolgreich. Der Kreuzer „Mirilli" zerstörte in Naruskr die Petroleum- und Grtreidelager und versenkte 14 TranSportdampfer. Der Torpedo- bootszer stör er „JadifHiariLillet" versenkte ein russisches Kanonenboot, der Torpedoboots- zerstürer „Muavenet" ein Schiff derselben Gattung. In Odessa wurden die Petroleumbehülter und 5 russische Schiffe beschädigt. Der Kreuzer „Hamidije" beschütz The odosia und versenkte in Kertsch ein Transportschiff. Wie dem „Berl. Tagcbl." noch berichtet wird, haben die Russen in Odessa und Sewastopol auf die Beschießung durch die türkischen Schisse mir Artillericseuer geantwortet. Nach Aussagen gefangener Matrosen, sowie aus der An-, Wesenheit eines in Grund geschossenen Minenlegers bei der russischen Flotte vor dem Bosporus geht hervor, daß die russische Flotte beabsichtigte, den Eingang des Bosporus durch Minen zu sperren und die türkische Flotle zu zersprengen, indem man die im Schwarzen Meere befindlichen türkischen Schisse von den Flotten^ teilen im Marmarameer abtrennte. Gegenüber diesen uner- ivarteten Angriffen, nach welchen anznnehmen war, daß die Russen die Feindseligkeiten ohne vorherige Kriegserklärung eröffnen würden, nahm die türkische Flotte die Verfolgung der russischen Flotte auf und zersprengte sie. In Konstantinopel selbst herrscht vollkom- mcneOrdnung. Die Ereignisse im Schwarzen Meer sind noch nicht, allgemein bekannt geworden. Me es heißt, haben die Dreiverbandsbotschafter bereits ihre Pässe verlangt und werden heute abreisen. Unmittelbar nach dem Beginn ^des Krieges hat die Pforte einen wichtigen diplomatischen Schritt unternommen, welcher beweist, daß sie auch entschlossen ist, ihre Souveräni- tätsrechte in Aegypten zu wahren. Dem „Berl. Tageblatt^ wird darüber aus Konstantinopel nach Wien gemeldet: Der Sultan hat an sämtliche Ai ächte eine Note gerichtet, worin er dagegen protestiert, daß ihn die englische Okkupationsarmee in Aegypten an der Ausübung seiner Souveränitätsrechte hindert. Auf Grund dieses Protestes wird der Khedive England aussordern, die englische Wühlarbeit in Aegypten einzustellen. In den letzten Tagen sind Russen, Engländer und Franzosen eiligst aus Konstantinopel abgereist. Der russische Botschafter forderte die Russen ans, die türkische Hauptstadt zu verlassen. Der englische Botschafter sandte seine Familie heim. Es kam zu zahlreichen Straßenkundgebungen für Deutschland und Oesterreich. Eine amtliche türkische Mitteilung. Berlin, ZI.Okt. (Ctr. Bin.) Ueber den Beginn der russisch-türkischen Feindseligkeiten liegt heute eine amtliche Mitteilung der türkischen Regierung vor. Sie lautet nach der „B.Z. a. M": „Während ein Teil der otwmanischen Flotte am 28. Ollober im Schwarzen Meer Uebnngen vornahnt, eröfsnete die russische Flotte, nachdem sie längere Zeit den Uebungen gefolgt war und sie zu.siöreu versucht hatte, am Donnerstag die Feindseligkeiten, indem sie die otwmainschen Schisse angrisf. Im Verlaus des sich nunmehr entspiuneuden Kampfes gelang es unserer Flolte durch die Gnade des Allmächtigen, den Minendampfer „Prut", der eine Wasserverdrängung von 5000 Tonnen hatte und etlva 700 Minen trug, zu versenken, einem der russischen Torpedoboote schwere Beschädigungen beizubringen und einen Kohlendamvstr zu kapern. Ein von dem türkischen Torpedoboot ,L>airet Millie" abgeschossener Torpedo hat den russischen Torpedos äzer „Kuvanez" (1100 Tonnen) versenkt, und ein anderer von einem türkischen Torpedoboot abgeschossener Torpedo Hai einem anderen russischen Küstenwachtschiff sehr schweren Schaden zugesügt. Drei russische Offiziere und 72 Matrosen wurden von den Unseren gerettet, und, da sie zur Bemannung dey versenklen urid zerstörten Schiffe.gehörten, gefangen genvnimen. Die kaiserlich türkische Flotte hat durch die Gnade Gottes keinerlei Schaden erlitten, und der Kamps geht günsttg für unsere Flotte weiter. Die kaiserliche Regierung wird ohne Zweifel mit äußerstem Nachdruck gegen diese seindlick« Handlung Einspruch erheben, die von der russischen Flotte gegen einen Teil unserer Flotte unternommen ivordcn ist. Aus diesem Bericht ergibt sich, daß der Ausbruch der Feindseligkeiten durch die russische Flotte provoziert worden ist Kon staut in opel, 1. Nov. (WTB. Mchtamtlich.) Der russische Botschafter ist am 31. Oktober mit Familie im Sonderzugc abgereist. Mit demselben Zuge haben auch die übrigen Herren die Botschaft verlassen, ihre Familien^ angehörigen sowie eine iHnl>e von russischen Persönlich-: keilen die Stadt. Die Reise geht über Bulgarien und Rumänien. Die Mitglieder fast sämtlicher diplomatischer Mis- sionen der nicht am Kriege beteiligten Staaten waren am Bahnhof erschienen, um >tch von dem russischen Botschaft ter zu verabschieden. Allgemein fiel cs auf, daß die Botschafter von England und Frankreich fehlten. Rom, 31. Okt. (WTB. Mchtamtlich.) Die „Agenzia Stefam" meldet aus Petersburg:' Nachdem die Türkei die Feindseligkeiten gegen Rußland eröffnet hat, hat die russische Regierung ihre Konsuln angewiesen, die Türkei zu verlassen und den Schutz der Russen Italien zu übertragen. Der russische Botschafter wurde angewiesen, Konstantinopel zu verlassen. Rußland wird den türkischen Untertanen in Rußland gegenüber dieselbe Haltung cinnehmcn, wie die Türkei gegenüber den russischen Untertanen. Keine Ausweisungen in der Türkei. Konstantinopel, 1. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Wie aus guter Quelle verlautet, wird die türkische Negierung nicht mit der Ausweisung der Staatsangehörigen der Tripel-Entente Vorgehen und diejenigen, die abreisen wollen, an der Ausführung dieser Absicht nicht weiter hindern. Die Regierung gebe damit einen Beweis ihres Humanitätsgefühls und der Zivilisation, die wohl höher stehe als die jener Mächte, welche nicht zögerten, die deutschen und österreichisch-ungarischen Staatsbürger auszuweisen. Um gegen einen eventuellen Angriff der feindlichen Flotten gesichert zu sein, hat die Regierung die notwendigen Maßnahmen zur Verteidigung des Hafens, von Smyrna getroffen. Die Stärke der Türkei. London, 31. Okt. (WTB. Nichtamllich.) Jü russischer militärischen Kreisen sieht man, Ivre die „Evening News' cricS Petersburg melden, die Türkei keineswegs als einen zu verachtenden Feirid cm. Obwohl die türkische Heeres- orgarnsation Mängel habe, könne fie doch eine halb-e Million Soldate n ins Feld führen und äußere dem 300 000 Mann Rcservetruppen. Die Russen seien voll) ständig- auf die Verteidigung des kaukasischen Gebietes vorbereitet. „Pall! Mall Gazette" glaubt, das Vorgehen der Türkei werde den ganzen Balkan in Flammen setzen, alle Länder außer der Republik San Marino müßten in den Krieg hineingezogen werden. Rußland und Persien. Konstantinopel, 1. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Nach Meldungen hier eingetroffcner persischer Blätter soll Rußland seine Truppen aus Persien zurückzichcn, um sie nach Polen zu schaffen, aber es verpflichte sich nicht, sie nicht mehr nach Persien zurückznsenden. Die Erregung-gegen Rußland hält an. Da die Russen die Bevölkerimg von Tar- gucvar und Margucvar angrisfen, so unternahmen die Bevölkerung und persische Reiter einen Gegenangriff. Etwa 100 Kosaken sollen getötet oder verwundet worden sein. Der russische Konsul in Jfpa- h a n soll infolge des Wandels der öffentlichen Meinung der Perser in eine derartige Erregung versetzt worden sein, daß er plötzlich .gestorben ist. — Der bekannte persische Führer Salar ed Dauleh l)at ein Abkommen mit dem Bachtiarenchef Emir Diu sah am geschlossen. Sie erließen einen Aufruf, in dem die Bevölkerung ihrer Stämme aufgefordert wird, das.Vaterland zu retten. — Es hat sich ein Ausschuß zur Befreiung des Kaukasus von den Russen gebildet, der eifrig nach Mitgliedern fahndet. — Der Ausschuß hat einen Aufruf erlassen, in dem alle Mohammedaner im Kaukasus aufgesovdert werden, sich für den bedrohten Islam zu erheben. Die Haltung Griechenlands. Athen, 31. Oktober. (WTB. Nichtamtlich.) (Agence d'Athönes.) Sämtliche Mächte haben die Gründe, welche die hellenische Regierung zur Wiederbesetzung von Nordepirus zwangen, als vollberechtigt anerkannt. Wie gemeldet wird, wird die vollständige Wiederbesetzung aller Bezirke des autonomen Epirus demnächst beendet sein. Rücktritt der italienischen Rabinettr. (WTB.) Rom, 31.Okt. (Nichtamtlich.) (Agenzia Stcf.) Der Schatzminister Rubini gab heute den Entschluß kund, von seinem Amte zurückzutreten. Infolgedessen entschied sich das ganze Kabinett dahin, gleichfalls aus dem Amte zu scheiden. Ministerpräsident Salandra teilte dem König diesen Entschluß mit. Der König behielt sich seine Entscheidung vor. (WTB.) Rom, 31. Okt. (Nichtamtlich.) Das „Giornale d'Jtalia" sagt in seiner Ausgabe von heute nachmittag den inzwischen erfolgten Rücktritt des Schatzministcrs Rubini voraus und führt als Gründe hierfür Meinungsverschiedenheiten an über die Art und Weise, wie man die Ausgaben über die militärischen Erfordernisse bestreiten solle. Rubini habe im heutigen Ministerrat, der uuv 1 Uhr nachmittags schloß, die gründe für seinen Rücktritt auseinandergesetzt und sei damit lebhaften Meinungsverschiedenheiten unter den Ministern begegnet. Minister-räsidenl Salandra habe überlegt, ob er dein König nur den Rücktritt des Schatzministers und des Ministers des Aeußern, oder den Rückiritt des gesamten Kabinetts unterbreiten solle. Rom, 31. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) „Giornale d'Jtalia" schlecht: Schatzminister Rubini wollte, daß das Kabinett von der Kammer 200 oder 300 Millionen neue Steuern fordere, um die militärischen Ausgaben zu bestreiten. Ministerpräsident Salandra und die anderen Minister waren aber der Ansicht, daß der gegenwärtige Augenblick dafür nicht günstig sei. Das Blatt glaubt, daß Salandra mit der Neubildung des Kabinetts beauftragt werden wird. Dixmuiden ausgezeichnet haben, ein Regiment von 1000 Marineartillerrsten, eine Gruppe von Automobilschcin- werfern und eine Flußslottc, Berlin, 1. Nov. (etr. Mn.) .Zu tot italienischen Ministerkrisis bemerkt der römische Korrespondent des „Bcrl. Tagebl", daß eine Aenderung der auSn>Lrtigen Politik durch den Wechsel im Ministerium jedenfalls ausgeschlossen sein dürfte. Der „Boss. Zeitung" wird dazu aus Rom gemeldet: Die Krisis im italienischen Ministerkollegium ist durch die Weige- rung des Finanzministers Rubini hervorgerusm worden, die Per- antwortung für die Beschaffung der außerordentlich großen Militärkredite zu übernehmen, die vom.Kriegsminister und den übrigen Mitgliedern des Kabinetts gefordert worden waren. Dem Minister- vräsidenten ist diese Krisis augenscheinlich nickst unangenehm, denn er bekommt dadurch eine günstige Gelegenheit, sein Kabinett aus eine breitere Grundlage zu stellen. Er kann nun eine Reihe einflußreicher Parlamentarier in den sMinisterrat nehmen nnd dadurch seine Gefolgschaft unter den Politikern und unter dem Volke bedeutend vergrößern. Salandras Wsicht wird es sein, ein sogen, großes Kabmett zu bilden, das Vertrauen bei allen Parteien genießt. Die Besetzung der Insel Saseno. Rom, 31. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) „Agenzia Ste- fani" meldet: Heute vormittag hat die Besetzung der Insel Saseno stattgefnnden. Admiral Patris telegraphierte, daß er in Haiba (?) und S an Nicola (?) eine Batterie und die dritte Kompagnie eines Landesbataillons ansgeschisft habe. Ein Ausstand in Algerien. Berlin, 31. Okt. (Ctr. Bln.) AuS Köln wird gemeldet: Rach einer Meldung der „Köln. Zeitung" waren dem Madrider „Fmparciak" zufolge die jüngsten Ereignisse in Algier ziemlich ernster Natur. In der Ortschaft Benigpsen weigerten sich die Eingeborenen, der Verfügung Frankreichs, wonach alle Mauren von 19—45 Jahren emzuberufen sind, nachzukommen. Die Gendarmen, die Rekruten gewalt- am aus heben wollten, wurden erschossen und ihre Leichname zerstückelt. Ms eine Zusammenrottung von etwa dreitausend Eingeborenen stattfand, wurde französische Artillerie und Kavallerie entsandt, um den Tod der Gendarmen zu rächen. Die Zensur verbietet Mitteilungen über ihr Eingreifen. Die Gefährdung der Kathedrale von Reims. Roin, 31. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Ta die französische Heeresleitung wiederum eine Batterie vor der Kathe- drale von Reims ausgestellt und einen Beobachtungsposten auf dem Turnt der Kathedrale eingerichtet hat, hat im Aufträge des Reichskanzlers der preußische Gesandte ' in Vatikan bei der Kurie gegen den barbarischen Mißbrauch von Gotteshäusern einen förm- ichen Protest eingelegt. Tie Franzosen allein trügen die Verantwortung für eine etwa eintretende Beschädigung; üe den Deutschen zur Last zu legen, sei eine Heuchelei. t&H Der österreichische amtliche Bericht. WTB. (Nichtamtlich.) Wien, 1. Nov. Amtlich wird verlautbart: 1. November mittags. In Russisch-Polen entwickeln sich neue Kämpfe. Angriffe auf unsere Stellungen wurden zurückgeschlagen und ein feindliches Detachement zersprengt. Die mehrtägige erbitterte Schlacht im Raume nordöstlich Turka und südlich Starh Sambor fühtte gestern zu einem vollständigen Siege unserer Waffen. Der hier vorgebrochene Feind, zwei Infanteriedivisionen und eine Schützenbrigade, wurde aus allen seinen Stellungen geworfen. Czernowitz wird von unseren Truppen behauptet. Das namentlich gegen die Residenz des griechisch-orientalischen Erzbischofs geeichtere Attillcriefeuer der Raffen blieb ohne nennenswerte Wirkung. (WTW.) Wien, 1. Nov. (Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 31. Oktober. Die Erfolge unserer Truppen, di« der ihrem seinerzeitigrn Einbrüche in die Macva dort auf starke mit Draykhindcrntsscn, geschützte Befestigungen stießen und in dies« erst vor «wer Tagen noch langen schwierrgen 'Kämpfen ber Ravnje Bresche schlagen konnten, erfuhren heute eine bemerkenswerte Fortsetzung. Trotz verzweifelter Gegemwchr der Serben und ungeachtet der schwierigen Paflierbarkeit der teckweis« sumpfigen Maeva drangen heute unsere sämtlichen über die Save und die Dana vorgegaugenen Truppen in breiter Front weiter vor und nahmen dort di« Orte Cruabara, Banovopolie, Radenkovie, GluSci, Ta bamvic. . 33ottoret, Fcldzengmeisker. Russische Greuel. England und Amerika. (WTB.) London, 30. Okt. (Nichtamtlich.) Die „Mor- ningvost" meldet aus Warshington: Die Politik Englands und Amerikas stehen imGegensatz zueinander. England wünscht natürlich zu verhindern, daß Güter nach Deutschland gehen, die dem Mutterlande als Kriegsmaterial von Nutzen wären oder ihm Helsen würden, gewisse Industriezweige zu erhalten. Die amerikanische Regierung würdigt die Lage Englands, fühlt sich aber nicht veranlaßt, England auf Kosten dcS amerikanischen Handels zu unterstützen. Es fühlt ich vielmehr verpflichtet, alles zu tun, was in seiner Macht teht, um. die Auslandsmärkte für amerikanische Erzeugnisse zu sichern. Es wird sehr bald deutlich werden, daß die Bert- hältnisse auf einen Zusammenstoß hintreiben, der nur durch Takt und Rücksichtnahme, sowie durch gegenseitige Zu geständnissc und eine großzügige, vornehme Diplomatie aus beiden Seiten vermieden werden kann. L o n d o n, 31. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Die „Times" melden au' Washington vom 29.Okt.: StaatssekretärBryän hat einen Befehl an die Hafcnbehörden erlassen, bis auf wei- teres nur den zuständigen Beamten der Regierung Auskunft zu erteilen über alle aussahrendcn Schiffsladungen sowie deren Bestimmungsort bis 30 Tage nach der Klarierung des Schiffes, in dem sich die Ladungen befinden. Der Korrespondent der „Times" fügt hinzu, die amerikanische Regierung handelt damit innerhalb ihrer 'Rechte, aber da England das Recht habe, Schiffe ans hoher See zu untev- ucheu, sei es fraglich, ob der erwähnte Befehl nicht zur Eins- Führung einer strengen britischen Patrouillierung des Atlantischen Ozeans und infolgedessen zu einer vermehrten Möglichkeit von Verwickelungen führen werde. Wien, 1. Nov. (WTB. Nichtamtlich. Meldung des Wiener Dorr.-Bur.) Wie erst ietzt bekannt wird, haben die Russen in den von ihnen besetzt gewesenen Tellen der Bukowina arg gehaust. Zahlreiche Meierhöfe und sonstig« Gebäude wurden niedergebrannt, viele Wohnungen geplündert und Passanten auf der Straße von Kosaken beraubt. Vom Lande werden mehrfach grundloseHin- richtungen und andere Gewaltakte gevieldet. In Czernowitz führten dH Russen unter Nichtachtung des Roten Kreuzes Sanitätsoffiziere und Jnfpekttonsbeamte zum Teil mit Ketten gefesselt als Kriegsgefangene ab. Insbesondere auch die Rumänen in der Bukowina hatten vielfach zu leiden. Die ausschließlich von Rumänen bewohnte Gemeinde Maidom bei Stvro- zynets ist in geradezu vandalischcr Weise zcrstött worden und völlig medergebrannt und ausgeplündctt. Biele Einwohner haben ihr gc- sanites Hab und Gnt verloren und sind davongejagt worden. Das Schloß des rumänischen Schriftstellers Ritter Wolkcynski in Bu- dcnitz wurde unter der Führung eines Offiziers geplündert. Aus dem GMshose des rumänischen Großgrundbesitzers Janosz in Panka wurde bestialisch gehaust. Alle Oiebäu de wurden niedergebrannt und die Vorräte geplündert, wodurch ein Schaden von mehreren hunderttausend Kronen angerichtet wurde. Die Gemeinde R o p o s o, in der auch sonst arge Gewalttaten vorkamei^ wurde geplündert. Der Bürgermeister, ein Rumäne, entging nur mit knapper Not durch das Eingreifen unserer zufällig ankommeuden Pattouülen dem sicheren Tode. Auch die Gemeinde Kuszuttvars wurde geplündert. Aehnliche Meldungen gehen noch ständig in großer Zahl ein. , Der französische Tagesbericht. Pcvri-s, 31. Okt. (WTB. Nichtamtlich) Nachmittags ittutL'/r Uhr wurde folgendes EommuniguS ausgegeben: Der Dag wurde charakterisiert durch» einen allgemeinen Offensivangriff der Deutschen auf der ganzen Front von Nieu- Port dis Arras imb durch heftige Angriffe auf allen Teilen der Schlachtlinie von Meuport dis zu dem Kanal von La Bassse. As gab abwechselnd Vorwärts^- und RückwättS- dewegungen. Südlich Nieuport wurden die Deutschen, die Ramscapelle nahmen, von dort durch Gegenangriffe vertrieben. Südlich Bprrn verloren wir einige Stützpunkte (HolledekS und Zcmdvoord), rückten aber östlich Apern gegen Passchendael vor. Zwischen La Bassse und Arras wurden alle Angriffe der Deuffchen unter großen Verlusten zurück- aewiesen. In der Gegend von Chanlnes rückten Wir über Li ho ns hinaus vor und uahmen Le Quesnoh en Santerre. 'Ich der Gegend Mt der Aisne sind wir ebenfaW auf den Höhen des racksten Ufers stromabwärts Soifsons vorgerückt, mußten aber gegen Vailly zurückgehen. Wir sind in der Gegend von Souain vorgerückt. Im Argonnenwcckd und in der Woevre ist ein heftiger Kampf entbrannt. Im Walde von Le Krstre haben wir weiteren Boden gewonnen. Von der französischen Marine. Bordeaux, 1. Nov. (Agence Havas.) Die Marine hat aktive Formationen gebildet und zwar eine Brigade mft 6000 Mann Füsilieren und eine Maschinenge-, wehÄompagllie, die sich unter dem Admiral Honarch hei Ans Kamerun. Bordeaux, 31. Okt. (WTB. Nichtamtlich. Meldung, der Agence HavaS.) General Dobbell, Kommandant der Verbündeten in Kamerun, hat dem Gouverneur von Französisch-Wcstafrika mitgeteilt, daß eine Kolonne französischer und englischer Marinesotdaten am 26. September Edea am Sanagaflusse, 90 Kilometer von der Küste enfernt, besetzt habe. Aus Stadt und Land. Gießen, 2. November 1914 . Die Schiffahrt in und an der Themse. London, 31. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Die Admiralität gibt bekannt, daß bis auf weiteres alle Schifffahrt in und «ms der Themse durch Edinburgh-Channel oder durch Black-Deep, südlich Küock John und Knob Bojen, und durch Caze-Deep gehen muß. 9Hfe anderen Fahrstraßen sind geschloffen. Kein Fahrzeug darf zwischen sieben Uhr abends und 6 Uhr morgens unterwegs bleiben. Die innerhalb der Sunk Head-Boje oder innerhalb der Linie zwischen South Lang Sand und dm Fast Shing- leS-Bojen vor Anker liegenden Schiffe dürfen innerhalb der bezeichneten Punkte zwischm 7 Uhr abends und sechs Uhr morgens keine Lichter zeigen. Damit ist die Schifffahrt von und nach London auf eine einzige enge Fahr- sttaße beschränkt. AuS Portugal. London, 31.Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Die „Mor- ningpoft" meldet aus Lissabon vom 27.Oktober: Zahlreiche Verhaftungen haben im ganzen Lande stattgefunden. Der Herausgeber des Blattes „Restauracao", Romen Christo, wurde des Landes verwiesen. Die Carbonari haben seit der Amnestie des letzten Februars daran gearbeitet, um die Gefängnisse wieder zu füllen. Sie wissen, daß bei der gegenwärtigen Lage Europas die Verhaftungen von Royalisten wenig Aufmerksamkeit finden und glauben, die langersehnte Gelegenheit sei gekommen. Die Bewegung wurde unterdrückt und alle royalistischeu Zeitungen beschlagnahmt. Telegramme an die Auslandspreise werden zensuriert oder gänzlich unterdrückt. Die Regierung scheint den Karbonaris freiere Hauch zu lassen als je. Di« republikanische Press« Liffabons fordert die Regierung auf, keine Gnade zu zeigen. Der Korrespondent schließt: England hätte ein Jahr früher Portugals mtlitärische Mitwirkung sicher nicht erbftten oder annehmm können, und wenn es dies jetzt tut, muß es unter der Bedingung gesckuhm, daß keine weiteren Vergewaltigungen und Verfolgungen durch die Karbonari Vorkommen. November. Tie Farben des Herbstes verglühen allgemach. Die Gärten stehn leer, die Bäume opfern dem Nachtwind die letzten dürren Matter. In der Lust liegt der,Atmr welken Laubes und feuchter Erde. Manchmal ist es, als sei die Sonne ganz versunken, als sei all ihr Leuchten erloschen, und wir fichlen die tiefe Melancholie der Novembertage, an denen der Blick ttn Grau versinkt und der farblose Himmel müde die Ferne verhängt. Regen und Wind machen sich daran, ein Großreinemachen in der Natur crbzuhcrlten und den Einzug des Winters allmählich! vorzubereiten. Gran und farblos, nicht Herbst mehr nnd noch nicht" Winter, sind die Novembettage, und in keinem Monat hält es schwMr, zur Natur in innere Beziehung zu treten, als gerade jetzt, wo sie sick» unfreundlich und gleichgülttg allem Schönheitssinn des Menschen verschließt. Im November denken wir der Toten. Allerseelen und Totensonntag sind ihnen geweiht. Wem noch Wünsche den Ehrgeiz bedrängen, und wessen Gemiß- frende noch Wonnen ersehnt, der fühlt sich an diesen Tagen, die der Werksorge entlastet und nur dem Gedächtnis der Toten bestimmt sein sollen, an der .Wurzel des Lebens tiefinnerlich bedrängt. Lebenwollen ist allen, die noch mit frischen Kräften im Lebendigen stehn, und auch denen, die schon altersschwach gebeugt sind, gemeinsam, und der Tod ist allen der gemeinsame und über alle Gegensätze hinweg verbrüdernde Gegner. Und trotz dem Gedanken, daß nür die Befristung des L»bens menschliche Kraft und Leistung erzeugt, und daß ein ewiges menschliches Lebeu ein ebenso langes Hinsiechen aller kraftvollen, zusassenden Lebendigkeit sein tnüßte — die Gegnerschaft, das dunkle Auflehnen gegen den Tod spüren wir alle, wenn wir, wie im November, der Toten denken. Heute mehr als jemals. Das große Sterben des Krieges war uns ftemd geworden, und für die Mten und Aelteren, die im Frühling oder Sommer des Lebens die Zeit von 1870 und 1871 erlebt haben, hatte die Erinnerung an ihre Tränen in den Jahren des langen Friedens ihr« Schrecken fast verloren. Weit draußen auf den historischen Feldern, an blühenden Rainen, in einem Wiesengrnnd, manchmal auf stillem Dorffrredhof im Schatten eines allen Kirchleins — da hatte man beim Besuch der Schlachtfelder von Anno 70 Kreuzt ei n an Kreuz gesel»eit, dazwischen loohl auch den prunkenden Stein eines ruhmreichen Regiments. Und mancher hat dort gestanden und sich abgefunden damit, daß er die Ruhestatt seines Sohnes, fernes Bruders oder Gatten nicht'fand; und hat gedacht: Wie war das nur, als sie hier kämpften, fielen und bestattet wurden — was muß das für eine große, erhabene Zeit gewesen sein. Und wer von den Aelteren die Reise auf die Schlachtfelder nicht gemacht hat, der hatte gelernt, sie in Gedanken aufzusuchen. Und inzwischen ist'manch ein Grab auch in der Heimat, das einen toten Krieger aufnahm, verfallen, weil die Angehörigen dem Toten folgten, ist die Erinnerung an die Zeit vor 44 Jahren blasser geworden, hatten die Jüngern sich daran gewöhnt, in den Denkmälern der Helden mehr einen Schmuck der Sttaße denn eine Ehrung für die gefallenen Sieger zu sehen. Nun stehn wir wieder mitten im Kampf ums Leben, das nur tausendfacher Tod uns geben kann. Im Osten und Westen ist die Erde rot vom Blute Tausender, die vor wenig Wochen lebensfroh und lebensstark hinausgezogen sind für des Vaterlandes Ruhm und Herrlichkeit, und die nun schon zu den stillen Schläfern gehören, denen die Gedächtinstage der Toten geweiht sind. Wer hätte vor einem Jahre geahnt, daß das Gebot des Sterbens fast jede Familie, fast ein jedes Haus unter seinen grausamen Willen zwingen toürde? Das Leid eint wie die stumme Auflehnung aller gegen das Sterben, die uns mit grausamer Deutlichkeit in den dunklen Novembertagcn befällt. Und die Trauernden so Die letzte Tat der „Emden". London, 1. Nov. (Nichtamtlich) Der Marinekorrespou dent der „Times" schreibt: Wie die auf der Reede bo-nJBe- nang liegenden Schisse die „Emde n" trotz ihrer Mas- kieruug ohne Prüfung herankommen ließen, bleibt unerklärlich. Die List der „Emden" war natürlich vollkommen fair, wenn sie die falsche Flagge vor der Eröffnung des Feuers herunterholte. Sie war von einem Offizier, der sich als so unternehmend und schneidig gezeigt hat, wie Kapitän v. Müller, nur zu erwarten. Der Angriff auf Tsingtau. Tokio, 31. Okt. (WTB. Nichtanttlich.) Amtkich wird bekanntgegeben, daß der alkgemeine Angriff auf Tsingtau von der Land- und Seeseite heute vormittag begonnen hat. Mobilisierung in China. Berlin, 31. Okt. (Priv.-Tel.) Das „Berl. Tgbl. meldet aus Wien: Nach einer Kvnstanttnopeler Meldung steht eine Art allgemeine Mobilisierung Chinas bevor. Ein Ausschuß unter dem Vorsitz Jüanschikais arbeitet an der Fertigstellung der Mob Uff icrungSv Urschriften, gut -wie die, an deren Tür der Tdld noch, vorüberging, müssen das Herz in beide Hände nehmen, um der Größe des Volkes das Liebste, das sie besaßen, auftechten Nackens zu opfern. Wir wissen, warum wir diese Opfer tragen. Und die Tage, an denen wir in diesein Monat der Ber>iorbcnen gedenken, -gewinnen in dieser großen Zeit ihren Wert erst dann, wenn wir ohne Grollen vor unfern Gott hintteten und sagen können: „Drin Wollen ist heilig. Segne, die von uns schieden, laß sie ihren Tod nicht umsonst gestorben sein imd lege ihn auf deine Weltenwage, daß sie sich füx uns zu Sieg und Frieden neige!" '** Der neue Fahrplan, der nrit Gültigkeit ab 2. November von der Eifenbahnverwaltung herausgegeben worden ist, wird morgen im „Gießeuer Anzeiger" erscheinen. ** Die Kartoffelversorgung. Die Laub- wirtschaftskammcr verbreitet folgende wohlgemeinte Mahn u ng Mt die Kartoffelerzenger und -Verbraucher des Großherzogiums: „Um die Befürchtungen der Städte, für kommenden Winter ihre Bevölkerung nicht mit genügenden Mengen vm Kartoffeln versehen zu können, zu zerstreuen, ersuchen wir die hessischen Landwirte, keine Kartoffeln nach den benachbarten Staaten abzugeben, sondern sie in den l»essischen Städten zum Verkauf zu bringen. Die städtische Bevölkerung aber wind gebeten, nicht zu sehr aus so- fortige Lieferung zu drängen, da die Landwirte zurzeit mit der Feldbestellung noch stark in Anspruch genommen sind." Daß die erwähnten „Befürchtungen der Städte" nicht so grundlos sind, erhellt klar daraus, daß am letzten Samstagmarkt, wie an ddn Vormärkten, we der ani Brau d- platznochaufOswaldsgarten Kartoffeln zum Verkauf angefahren waren. Die Stadt hatte im Schulhaus cm der Neustadt noch einen Rest von 9 Zentnern auf Lager, der in einer Stunde in Mengen bis zu 20 Pfund ausverkauft war. Hunderte von Frauen, die Katt off« ln haben wollten, mußten unverrichttter Dinge abziehen oder umstanden ratlos das Gebäude. Sie erklärten, daß >n Gießen für Geld das für ihre Famllie notwendige Nahrungsmittel in kleineren Mengen nicht zu haben sen Man sah vielen dieser Frauen ans daß sic zu den Aermsteir .der Bevölkerung gehörten. Der Gedanke, daß es- trotz aller ertrfttjr uns gutgentetnten ssorrtemtitgen mm ökxn ttod» jut Amveubung von Zwangsmaßregeln kommen dürfte, wie man es für Alsfeld bereits in Erwägung gezogen, hat, wird für niemanden etwas Erfreuliches haben. m ** Prin z Maximilian von Hessen gefallen. Tie Nackricht, daß Maximilian, Prinz von Lessen, Leutnant im Großh. Hess. Loib-Tiagoiiar-Regimcnr Nr. 24, der Lohn des Prinzen Friedrick Karl von Lessen nnd der Prüizeisin Margarethe geborenen Prinzessin von Preußen, am 13. Oktober d. I bei Baalleul in Nordfrankreich verwundet und in dem Trappistcn- Klostrr St, Jean-Chafellc, ivvhin er überführt, den erliticiren schweren Verwundungen erlegen ist, wird nunmehr bestätigt Pruiz Max war ein Neffe unicres Kaisers und bis jetzt der nächste Per- wandte des Kaisers, der sein Blut im Kampfe für das Vaterland vergossen hat. ** Militärische B eförderungen. Zu Hauvt- leuten wurden befördert die Oberleutnants: H c y e r, der Land wehr a. D. (Gießen!, znlcsU ÜauÜw-Ins ll., und Sch e er der Land», a. D. iGceßm). zuletzt Landw.-Fnf. I. Ausg., beide jc;;t tm Landsturm-Jnf.-Bat. Gießen, ju Oberleutnants: Cra- m<-t, üniln. d . Landw, a. D. iGreßxn,. zuletzt in der Landw.- Inf. H. Amsg., jctvt tm LQndsvtrrn-Iirf.^Bat. (U^en, und K r ü- ger, der Landw. a. D (Gießen', zuletzt in der Landw.-Jüt- II. Ausg., jeszt Advrta.nl bcun Bczirk-kmnmando Gießen. ** Aus dem Bureau des Stadttheaters schreibt man uns: In der morgigen ersten Abonnementsvorstellung, die „Minna von Barnhelm", Lessings ewig jußcndsrisches Soldatenstück, bringt, sind in Hauptrollen beschäftigt die Damen Stettner (Minna), Wen gerbt (Franziska), Frenze! (Dame in Trauer), sowie die Herren v. Noggenhausen (Tellhcim), Goll (Wirt), Schubert (Werner), Rotteck (Riccant de la Marlin irre) und Grosser-Braun (Just). — Es sei besonders erwähnt, daß die Einzelpreise bei Abonncmentsvorstellungen der sog. „gewöhnlichen Preise" für diese Spielzeit cnnäßigt worden sind. ** Unser Museum ist neuerdings um eine interessante Sammlung moderner Keramik bereichert worden, die nebst dem Ausstellungsschrank vom Fürsten Wilhelm zu Dsenburg- Büdingen geschenkt wurde. ** Gestohlen wurden in der Nacht von Freitag auf Samstag ca. 25 Kartoffelsäcke en Berechtigungsscheine zum Dcireten der Stadt oder des crlvcitcrten Befehlsbereichs der Festung befinden. Es werden deshalb Fahrkarten nach Straßburg (Elf.) imr ausgcgeben an Reichsdeutsche bei Vorlegung eines Passes oder Passierscheines der zuständigen Behörde ihres Wohnortes und an Ausländer bei Vorlegung einer schriftlichen Erlaubnis, die für die linkSrheinisckien Ortschaften vom Militär-Polizeimeister in Straßburg (©ff.) und für die rechtsrheinischen vom Zivilkommissär in Kehl ausgestellt sein müssen. Ans Militärpersonen in Uniform stndcn diese Be- stimmungcn keine Anwendung. ** Pferdemangel. Der Tierschutzverein für das Großherzogtum Hessen schreibt uns: Wer jetzt durch die Stallungen hin und her in unserem deutschen Lande wandern würde, der würde manchen Platz, an dem sonst ein braver Schimmel oder wackerer Brauner gestanden, leer, au mancher Stelle ein altes, gebrechliches Tier finden, das kauni die Hälfte dessen zu leisten imstande ist, was sein Vorgänger ohne Murren geschasst. Das Vaterland hat viele- viele, auch aus ihren Reihen zum Felddicnst berusen, und mansier alte Invalide wird nun wieder zu stärkerer Arbeitsleistung in der Heimat herangezogen. Da liegt cs im Interesse der Allgemeinheit, besonders aber jeden Fuhrunternehmers, das vorhandene Pferdematerial nach Möglichkeit zu schonen, durch Darreichung kräftiger Nahrung und guter Streu nnd durch genaue Jnnchaltnng der nötigen Ruhezeiten dafür zu sorgen, daß die Tiere so lange als möglich leistungsfähig erhalten werden. Es gilt zu bedenken, daß ein altes oder kränkliches Tier unmöglich dasselbe Maß von Arbeit leisten kann und unbedingt mehr Ruhevauien nötig hat, als ein junges und gesundes. Wenn dadurch Stockungen im Betrieb entstehen, wenn es unterwegs langsamer vorangehl, so laßt den Aerger nicht an euren Tieren ans. Sic sind unsckmldig daran, daß sie nicht kräftiger sind, sie haben ihre Kraft meist in strenger Arbeit anfgekwancht und leiden genug unter den Beschwerden des Alters. Viele Besitzer haben jetzt neue Pferde anschafsen müssen, die bisher vielleicht in ganz anderer Art, in ganz anderen Betrieben gearbeitet baden. Verliert nickt gleich die Geduld; wenn sie nickst ebenso wacker die ungewohnte Last ziehen, wie die, die ihr weggeben nrußtet. Denkt daran, wie manche irgend ein Gebrechen haben, wegen dessen sie nicht für den Felddicnst verwendet werden konnten, nnd das sic hindert, so zu arbeiten, wie ilir es zu verlängert gewohnt seid. Auch Tiere haben innere Krankheiten, Lungen- und Herzfehler, und manckwr Fuhrmann würde die Peitsche sinken lassen, wenn sein Pferd ibm saqen könnte, warum es nicht besser zieht. Auch rin Tier muß sich in eine neue Arfeit erst eingewöhnen. Legt ihm erst kleinere Lasten ans und nack und nach größere. Vermeidet das gedankenlose Zerren am Zügel, das inan bei so vielen Fuhrleuten fast ununterbrochen beobachten kann: eS schädigt das Gebiß und dadurch den ganzen Organismus des Tieres. Seht nach, ob das Geschirr, namentlich das Kummet, euer Pferd nicht wund reibt: bedenkt, wie sihmerz- hast solche Stellen besonders beim Ziehen sind, und beugt rechtzeitig vor. Es soll noch darauf hingewiefrn werden, welch' großen Einfluß ein gütiges Zureden, der ruhige Klang einer menschlichen Stimme gerade auf das Pferd hat. und daß man damit in den meisten Fällen weiter kommt, als mit Peitschenhieben, die das Tier nur kovsicken machen. Was ihr eueren Pferden an Fürsorge und Freundlichkeit zuteil werden laßt, ist nicht verschwendet, sie Werdens euch reichlich lohnen, des seid gewiß! Landkreis Gießen. O Eteinhetm b. Hungen, 31. Okt. Als erster aus unserem Orte hat der Sergeant Holma nn im Dragoner-Regiment Nr. 8 für Taplerkeii vor den, Feinde dar Eiserne Kreuz erhalten. — L > ch , 30. Okt. Lehrer Wilhelm Rabenau in Heisters bei Lanierbach bat das E i l e r n e Kreuz erhallen. Er wurde zun, Reserve-Jns.-Reg, Nr. 116 als Unteroffizier eingezogen, hat sich beim ErkundignngSdienst und als Führer in hervorragender Weise ansgezcichuet und wurde bei Seda» verwundet. Er ist ein Sohn des nun hier im Ruhestand lebenden Lehrers Rabenau von Müschen heim. Kreis Büdingen. X B n d i II g e n , 29. Okt Humor bei der Musterung zeigte hier ein eiivas beleibter älterer Landsturmmann. Aus die Frage, zu Ivclchem Truppenteil er gerne wolle, antwortete er: »Zu der dicken Berta". Sein Wunsch wurde «rlüllt; er kam zur schweren Artillerie. r Kreis Alsfeld. 6. Alsfeld, 1.Nov. Wie das Kreisamt mitteilt, sind bereits Verhandlungen bezw. Erwägungen über Maßnahmen zur Beschlagnahme überflüssiger Kartoffelvorrätc im Gange. Ten Anlaß zu diesem Vorgehen bietet die Zirrückhaltung der Kartofscln durch die Verkäufer, so daß es den Konsumenten unmöglich ist, ihren Wintertzedars zu angemessenen Preisen zu beschaffen. Das Krcisamt warnt die Verkäufer nochmals vor Zuwiderhandlungen gegen die amtlichen Preise. Kreis Friedberg. b Friedberg, 1. Nov. Das Kreis amt hat für den Ort H a r h e i m Höcbstvreise für Brot lestgesetzi. Es kostet das Plund Weihbrct 18 Psg., das Plund gemischtes Brot lö Psg. und das Plund Schwarzbrot 11 Pig. Starkcnburg und Rheinhessen. b D a r in st a d t, l. Nov. Das grobe (Lelangcncnlager flul den, GrleSheimer Truppenübungsplätze war schon seit langen Tagender Schauplatz von Prügeleien zwischen den En g- l ä n d e rn und F r a nzo s en. Diesen eigenartigen Berbrüderung»- kundgeliungcn sah man zwar anfänglich nicht ohne eme kleine Schadenfreude zu; letzthin wurden die Prügeleien aber derart stark, daß das Lagerkommando am Freitag abend die Engländer eüicm anderenLager zuführ«» mußte. Hessen-Nassau. -s- Fulda, 31. Okt. 'Aus den, hiesigen Güterbahnhose wurden während der vergangenen Nacht die Rangierer M o h r aus Mittelrode und Gaul aus BeterSberg von einem ein- fahrenüen Eilgüterzuge üb ersah reu und getötet. Mohr war verheiratet und Vater von drei Kindern, Gaul war ledig. vermischte». * Ern Prinz, derben Trope „Waldbau studiert. Wie der HolzlveN aus Kopenhagen berichtet wird, ist Prinz Erik, ein Sahn dos dänischen Prinzen Waldemar, jetzt aus dem Motorschiss ^Tonaking" nach Singapore abgereist, um etwa ein Jahr lang eine Reihe Kautschukplantagen, Teakholzwälder, zu besuchen und die tropischen Baumartcn, den Einschlag und die Holzflößerei aus der Malakka-Halbinsel und in Siani zu studieren. Prinz Erik halte sich früher in England praktisch in der Landwirtsckwit aus- gebildet. nnd er Iwt dann den Unterrichtskursus im Tropcnwald- bau, den die „Cftafiitifle Kvmpagiri" m Kopen hegen abhielt, mir durchgeniacht. * Zeitungen, die Nummer zu 200 Franken ! Die sonst so heiteren Brüsseler, sind in recht gedrückter Stimmung, seit sic unter deutscher Verwaltung stehen und die deutschen Kriegsnachrichten zu lesen bekommen. Um sich nun doch etwas aufzuheitern, verschaffen sie sich für teures Geld englische Zeitungen. Es ist säst unglaublich, waS für Preise sie dafür bezahlen. Ein Berichterstatter des „Algemeen Handclsblad" (Amsterdam) versichert, für eine neue, also einen Tag alte „Times" werden in Brüssel 160 bis 300 Franken bezahlt. Wer soviel Geld nicht auswenden kann, kann sich die Times leihweise beschaffen. Allein das ist auch nicht billig: um daS Blatt auch nur 5 Minuten lesen zu dürfen, muß man 10 Franken bezahlen, und außerdem muß man sich dazu erst in einer Liste vormerken! Amtlicher Wetterbericht. Oefsentlicher Wetterdienst, Gießen. Wetteraussichten in Hessen am Dienstag, de,, 3. Noveinber 1311: Wolkig, trocken, kühl, südöuliche Winde, Moigennebel. kehle Nachrichten. Der Kaiser und das Eiserne Kreuz. (WTB.) München, 1. Nov. (Nichtamtlich.) Die „Korrespondenz" Hofsmann meldet: König Ludwig von Bayern hat, sich eins wissend nril allen deutschen Bundcsfürsten, Kaiser Wilhelm gebeten, die hohe Kriegsauszeichnung des Eisernen Kreuzes erster und zweiter Klasse, die jetzt die Brust so vieler tapferer deut- Kfjer Krieger schmückt, als oberster Bundesfeldherr zur Ehre der ruhmreichen deutschen Armee an legen zu wollen. Der Kaiser dankte darauf dem König und den Bundes- fürsten durch ein Telegramm aus dein Hauptquartier. Er werde das Kreuz non testen tragen in Andenken an die Entschlossenheit und Tapferkeit, welche alle deutschen Stämme in unserem Kampf um Deutschlands Ehre 'czuszeichnet. Der König hat außerdem dem deutschen Kaiser das ö ro ß°> kreuz des Militär-M a^-Jo sef-O rd cns verliehen und dem Kaiser dasselbe im Hauptquartier durch den Flügcladjudanten Obersten Grafen Castell überreichen lassen. Zwei Herrenhmismitglieder gestorben. Koblenz, 1. Nvv. (WTB. Nichtamtlich.) Oberbürgermeister O r t m fl n n , Mitglied des Herrenhauses, ist heute nachmittag 6'/- lth-r insiüge einer Mlnddarntoperativn ge- ftorbe n. Posen, 1. Rov. (WDB. Nichtamtlich.) Das Mitglied des Herrenhauses Graf Adolf von Höchenthal ist heute abend 5si« Uhr an einer Lungenenlzündung g e ft o r b e w Ein vergeblicher Vermittlungsversuch. Berlin, 1. Nov. Aus Konstantinopel ward dem „Bert. Tagebl." berichtet: Ein Vermittlungsversuch, den der französische Botschafter Domvard gestern unternahm, scheiterte. Er ist aber interessant, weil bei diesem Versuch zugegeben wird, dast sich Rußland als der angreifende Teil bekennt und bereit sei, we!gen der Vorfälle ini Schwarzen Meere Zugeständnisse zu machen. Die türkische Regierung verlangte darauf die Demobilisierung der russischen Schtvarze-Mcer Flotte, was Rußland ablchnte. Aus Acuherungen von Gefangenen, die vernommen wurden, hat sich ergeben, daß der rusirsche Minenleger „Pruth" bereits vor acht Tagen mit Minen von Sewastopol unterwegs war. 'Der kommandierende Offizier hat ehedem auf dem russischen Stationär in Konstcmtinopel Dienst getan. Die Vernichtung des „Hermes". (WTW.) Dover, 11. Rov. (Nichtamtlich.) Meldung des Reuter scheu Bureaus: Der englische Kreuzer „H ermes" wurde gestern morgen duvck» zw« Torpedos getrosten. Das Schiss blieb 45 Minuten über Master, bis es kmterte und sank. Bon der Besatzung werden 40 Mann vermißt. Ein englischer „Dreadnought" kampfunfähig. (WTB.) Berlin, 1. Nov. (Nichtamtlich.) Laut „SerL' Tageblatt" ist der ctzrund dafiir, daß das englische Schlachtschiff „Benerable", das 14 Tage lang die Belgier durch Bombardement gegen die Deutschen unterstützte, nach England zurücklehrte, der, daß die ,,V«ierable" von einer deutschen Granate od-er einem Unterseebovttor- pedo lamp funsahig gemacht worden ist Zeppelinversichermtg in London. lWDB.) Berlin, 2. Nov. (Nichtanitlich.) Die Unruhe des englischen Publikunis wegen einer deutschen Luftschxffinva- si o u wird durch die vou den „Daily News" eingeführte Abonnenten Versicherung wegen Aiohirimgssck>äden durch Flugzeuge gekennzeichnet. Eine Kundgebung für die Türkei in Bremen. Bremen, 1. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Aus Anlaß des Eingreifen der Türkei in den europäischen Krieg smid heut« mittag l Uhr bei dem türkischen Konsul in Bremen, Herrn Elfeldt. ein Empfang statt, dem Vertreter und Mitglieder des ,ip«n«ts, Vertreter brcmisckwr Behörden, des Reiches und der Militärbehörden, der österrsichische Konsul, die Kvwuln Preußens imb der übrigen Bundesstaaten, sowie Vertreter von Handel nnd Industrie Bremens beiwohnten. Vor dem türkischen Kvnstilst spielte ein« Musikkapelle. Bei diesem Empsang kam die vllseitige Sympathie sür den türkischen Freund zum Ausdruck, sowie die freudige Genugtuung über die bereits erzielten Wosienerfolgc der Türkei. Die tüi-kißhen Operationen. Berlin, 2. Nov. lWTB Nichtamtlich) Der Mailänder „Secolo" meldet, in P a l ti CH na werden unter Be kki -Pascha Truppeng eg e n Aegypt'en zusammengezogen. In Samsun stehen 200 000 türkische Truppen mit der Front gegen den Kaukasus. Das 18. Armeekorps unter Kiamil Pascha geht durch Pevsren g«g sn Indien. Lolland imb die belgischen Flüchtlinge (WTB.) Haag, 1. Nov. (Nichtarttüich) Der „Nienwe Rot- terdamsck)e Eoumnt" meldet: Holland hat das Anerbieten Englands, zur llnterstüMmg bclsrschLv Flüchtling« beizutragen, iabgelehnt. i Zur Haltung der Balkmrftaaten. (WTB.) Sofia, 1. Nov. (Nichtamtlich.) Der Ansbruch des Krieges zwisckMn der Türkei und Rußland erregt hier lgroßes Aufsehen. Im albgenieiucn herrscht größte Gcnugtunng. (WTB.) Athen, 1. Nov. (Nichtamtlich.) Mcldimg der Agcnce d^Äthönes. Die Blätter besprechen die durch den türkischen .Handstreich geschasserr« Lage urtd erklären, Griechenland wolle nach wie vor rn Frieden leben. Nach der Meinung der Blätter lßirrgt jedoch der Friede auf dem Balkan einzig tmd allein mm Bulgarien ab. Griechenland wache über seine Interessen. (WTB.) Sofia, 1. Nov. (Mchtamtlich) Nach einer Meldung aus Varna ist das Kabel Varna — Sebasto- pol zerschnitten worden. Eine innere russische Kriegsanleihe. (WTB.) Petersburg, 1. Nov. (Nicktamilich.) Ein kaiserlicher Ukas ordnet die Ausgabe einer fünsprozcnügen rnnecen Anleihe von 500 Millionen Rubel an, die rn 50 Jahre» amortisiert -verden soll. Indier gegen Tsinglmr. (WTB.) London, 1. Nov. (Nichtamtlich,) Amtlich wird bekannt gegel>en, daß sich ein indischer Truppenkontingent mü den englischen und japanischen Streitkräften vor Tsingtau vereinigt hat. Ans Tsingtau, (WTB,) Frankfurt a. M., 2. Nov. (Nichtamtlich.) Die „Frankfurter Zeitung" bringt zu einer Msldinig der Agence Havas aus Tokio vom 31. Oktober: „Die Festung von Tsingtau ist zerstört word«i, die Operationen iverden mit allgemeinem Erfolge sortgesetü" folgenden .Kommentar: Die Javaner hatten bnrits vor längerer Zeit angekündigt, daß sic am Namenstag ihres Mikado, dem 01. Oktober, ihm als Ehrengeschenk die eroberte Festung Tsingtau dacbi«gcn wollen. Dieser Wunsch war wohl auch der leitende c^ckanke bei der Her«usgabie des vorliegenden Telegramms, das die Agenee Havas sich zu verbreiten natürlich eilsertig bemühte — denn das vorlicgrndc Telegramm ist offenbar unrichtig. Wir verhehlen uns nicht, daß unsere iapsercn Landsleute in Tsingtau einen Ver- zweislungskamps gegen eine viek'ache llebermacht zu führen hab-e:. dem sie zum Sckstuß hctdenmiitig werden erliegen müssen. Aber noch Ivird es nicht so weit sein: denn» wenn die Fapaner die ..Festung von Tsingtau" zerstört hätten, dann wäre es nicht ersichtlich, gegen wen sich ihre weiteren „allgemeinen ersolgreül-en Opcratienen" ricksten sollton. Einen werteren Schutz als die Festung besitzt Tsingtau nicht, imd es müßte den Japanern dock» ein leilhteZ sein, mit ihrer gewaltigen tiefe» macht nach der Zerstörung der Festung den openen Platz zu nehmen! Es wird wohl richtig fern, daß das konzentrische Feuer von der Land- urrd der Ostseitc einzelne Teile der Festung beschädigt bat, aber daS geht aus der Havasmeldurig deutlich femm: Noch hält sich in der Festung die feldenmütige BesaMmg! Die Stimmunli in Paris. Berlin, 2. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Aus Genf vont 1. Nov. meldet der Sonderberichterstatter der „Deutschen Tageszeitung": Der amtliche französische Bericht gab in Paris Anlaß zu großem Pessimismus, weil er ein Eingeständnis mehrerer Niederlagen der Der-» kündeten enthielt. Das belgische Eommunique gibt ebenfalls das siegreiche Vordringen der Deutschen zu. Aus Spünicn. (WTB.) Paris, 1. Nov. (Nichtamtlich.) Der „TempS" meldet, der spanische Ministcrrat setzte die O t sen sj »st är ke iär 1915 aus 140 463 Monn Lanüheer, 11096 Matrosen und 4100 Mann Marineinsaiüerie sest. In Krieg nnd Frieden gebraucht man gegen Husten und Heiserkeit ------- Eutol-Bonbons Dose 30 Psg. :: Jeldpostkarton 65 Big. 111291iv Todes-Arrzeige. Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Mtteilung, daß heute nach, mittag I V- Uhr meine liebe Frau, unsere gute Mutter, Tochter, Schwägerin, Schwiegermutter, Großmutter und Tante Frau Emma Battenberg geb. Klös im Mtcr von 50 Jahren sanft entschlafen ist. Die ttauernden HinterSliebenen: Familie Eduard Battenberg Familie Georg Thoma« Familie Heinrich Schneider. Gießen, den 31. Oktober 1914. Die Beerdigung findet Dienstag, den 3. November, nachmittags 3 Uhr, von der Kavcllc des neuen Friedhoss aus statt. mtl Nachruf! Am 18. Oktober starb auf Frankreichs Erde den Heldentod fürs Vaterland unser ttcues Mitglied Heinrich Speier Reservist im Garde- Fnf..Regiment Elisabeth. Wir werden ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren. ilibS Stwlflnb „Sujaftti" Sipar Statt jeder besonderen Anzeige. Den Heldentod fürs Vaterland starb am 10. September bei Manrupt mein heissgeliebter, treubesorgter Mann, unser herzensguter, lieber Sohn, Bruder, Schwiegersohn, Schwager und Onkel, der Grossh. Forstassessor und Fürstlich Schönbcrg’sche Oberförster Ludwig; Nfcolaus Leutnant der Reserve und Kompagnieführer im Inf.-Rgt. Nr. 116. In tiefer Trauer: Hedwig Nicolaus geb. Wallau Lehrer i. P. Ludwig Nicolaus und Frau Anna Meissinger geb. Nicolaus Grossh- Forstmeister Karl Nicolaus und Familie Götz Wallau und Frau Lehrer Heinrich Meissinger Alex Wallau und Frau Elsa Wallau. Neustadt i. Odw., Giessen, Steinbach, Romrod, Wolfach, Berlin, 2. Novbr. 1914. Von Beileidsbesuchen bittet man absehen zu wollen. ,,, Verwandten, Freunden und Bekannten die schmerzliche Mitteilung, dass heute mittag mein innigstgeliebter Mann, unser lieber Vater, Bruder, Schwiegervater, Grossvater, Schwager Herr Meier Hess nach kurzem Leiden im Alter von 75 Jahren sanft entschlafen ist. Die tieftrauernden Hinterbliebenen. Bad-Nauheim, Grüningen, Mainz, den 1. November 1914. Die Beerdigung findet Dienstag, nachmittags 3 1 /, Uhr, vom Portale des Israel. Friedhofs Bad-Nauheim aus statt. mzz Am 26. Oktober starb im Feldlazarett zu Powillers infolge schwerer Verwundung vom 22. August den Heldentod fürs Vaterland mein unvergesslicher, heissgeliebter Sohn, Bruder, Bräutigam, Schwager, Schwiegersohn und Onkel Reservist Heinrich Schmidt 11. Kompagnie, Infanterie-Regiment 116 im 25. Lebensjahre. In tiefer Trauer: Familie Schmidt Wn. I.ndwig Schmidt Familie Carl Schmidt Ww. Mina Rodenhansen Familie Heinrich RodcnhansenI T. Familie Gg. Waldschmidt. Wieseck und Bieber, den 2. November 1914. 0 7650 Todesanzeige. Den Heldentod für das Vaterland starb in der Klinik zu Giessen am 30. Oktober, infolge der auf dem Felde der Ehre erhaltenen Wunden, mein herzensguter Mann, unser treusorgender Vater, unser lieber Sohn, mein guter Bruder, Schwiegersohn, Schwager, Onkel, Pate und Neffe Friedrich Walter Unteroffizier der Landwehr im Infant.-Regt. 116 5. Komp. im Alter von 31 Jahren. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Marie Walter, geb. Hitzel. Obbornhofen, Hopfgarten, Münzenberg. 11155 Danksagung Nachruf Von dem verein ehemaliger 116er starben den Heldentod für Kaiser, Großherzog und Vaterland: Heinr. Hüttenberger Feldwebel im Landw.-Reg«. 116. W. Bechtold Unteroffizier im Laiidw.-Regt. 118. Semmy Rothenberger Gefreiter im Reseroe-Regt. 118. Joh. Reining Reservist im Reserve-Regt. 116. Emil Werner Unteroffizier d. R. im Jns.-Regt. Kaiser Wilhelm. Jacob Roscnbaum Unteroffizier d. R. im Jns.-Regt. Kaiser Wilhelnr Inhaber des Eisernen Kreuzes. Karl Hamel Reservist im Jnsanterie-Regt. Kaiser Wilhelm. Das Andenken dieser unserer heldenhaften lieben Kameraden werden wir stets in Ehren halten. 511 "v Verein ehemaliger Uber Giehen Am 24. September starb den Heldentod fürs Vaterland mein innigstgeliebter, unvergeßlicher, treuer Mann, Sohn, Bruder, Schwiegersohn, Schwager und Onkel Heinrich Schmidt Wagenführer Res. im Res.-Jus.-Regt.,Kaiser Wilhelm' 116 im 27. Lebensjahre. In tiefer Trauer: Anna Schmidt Familie Schmidt Familie Gilde. Gießen (Wetzsteinstraße 42), Wolfhagen. 07630 Gott dem Allmächtigen bat es gefallen, unsere innigst geliebte unvergeßliche Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante gras Katharina Peter Wm. geb. Grün im 76. Lebensjahre heute mittag 2'/, Uhr in die Ewigkeit abzuruien. Die trauernd Hinterbliebenen: Familie Heinrich Peter, Schlosser Familie Karl Peter, Schreiner Margaretbe Peter und 1 k Enkel. Gieße» tGroßer Steinweg 5), L November 1914. Die Beerdigung findet am Mittwoch nach- mittag ‘/»3 Uhr. von der Kapelle des neuen Friedhofs aus start. Für dis vielen Leweise herzlioher Teilnahme an dem uns so schwer betroffenen Verluste sagen wir innigsten Dank. Heinrich Kolb Familie Wilh. Kolb iii 44 Familie Karl Kolb Familie Ludwig Kolb. Giessen, Langen, Marburg, 2. November 1914. Nachruf. Den Heldentod fürs Vaterlmid starben: 1. Infolge einer am 8. September erhaltenen schweren Verwundung unser treues, »flicht- cifrigeS Mitglied, unser lieber Freund und Sangesbruder FcrdinandSchwalb Gesr. derRes. im Jns.-Regt. Nr. 116,3. Komp. 2. Am 17. September unser langjähriges, treues Mitglied, der Postbote Ludwig Harnisch Reiervift im Jns.-Regt. Nr. 117. 16. Komp. Ein ehrendes Andenken werden wir ihnen stets bewahren. kmnMkin „kintrM" Mtn-Bllstil. Ällg. Dec'sGli. FraoeGverem Ortsgruppe Gieße». Auskunftftelle für Zrauenberuse. Frauen ». Mädchen erhalten »ne'itacltlich Rat und AliSkuntt iür alle Berufe iinalienRathauS Marktplatz 14, Dienstag nachniittagS von SV» bis 7>/> Uhr v >* Rechtrschutzftelle. Frauen u. Mädchen erhalten unentgeltlich Rat und Auotnnst inNechtsnntlclcgcnheilcn im allen Rathaus Markt- vlat! II Mittwoch nachmittags von 6*/<—8 Uhl. Rachruf. Am 22. August 1914 starb bet Anloy den Heldentod fürs Vaterland unser lieber Saoges- bruder Wilhelm Konstanz Musketier der 16. Komp. Jnf.-RegtS. 11«. Wir verlieren in ihm ein treues Mitglied und werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren. Großen-Bufeck, 1. November 1914. 11147 kesailgverm „tauitin" Croßen-Biiskck. Heute nachmittag V-2 Uhr verschied sanft in dem Herrn.nach kurzem, schwerent Krankenlager, unsere liebe, nute, ircusorgcnde Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester und Tante Elisabeth« Hentz, Wwe. geb. Rühl, tm Alter von 72 Fahren. 11148 Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Familie Philipp Hc»ß, Biebknstrierer Familie Wilh. Heng, Briefträger Familie Heinrich Pfeiffer, Schuhmacher Familie Wilh. Schätcr Wwe. Großeu-Buieck, Alten-Boieck. den 1. November 1911. DieBcerdigungftndelDienStaa,denS.November, nachmttMgS 8 Uhr, in Großeu-Buieck statt. Hch. jeder Art. Grubcr, Baumschule, Nlten-Buscck. 107531 D. H. V. Lrtsgruppe Gießen. Nächsten Mittwoch Monatsversammlung imHotelKobcl, abends llllbr. 2Ü3SD Ter Vorstand. Dir.: Hermann Steingoetter. Dienstag, de»3.Nov.19>4 abends Ubr . 1. DienStag-Abonn.-Vorsieu. Gewöbnl. Preise termähigü Lustspiel in 3 Aufzügen von G. E Lesung. l'““C Ende gegen IO 1 /» Uhr. Soldaten, vom Feldwebel abwärts, zahlen bei allen Vorstellungen nui II. UN" III. Parkett nur halbe Preise.