ttr. 256 Ter Oietzener Xrtjrt««r erfotjnni täglich, autjet Sonntags. - Beilagen: viermal wöchentlich rle^enerZamUiendiäller, »weiina! ivöchentl.Xktir^ dlatt l'ärdeN iirei'5 Sietzen (TleiiSlaq »nd >>ie,'' i: zweiinal monnl!. kan^ wirlichastii»!,» ?,e:ijr« ,«n Jeriilprech - -. lürdie Schrötleuii iqlI2 Verlaq.lvelchäi.slreileäl Adresse tue Trablnach- richten: vnzeiger Kietzen, Annahme »an Anzeigen lür die Tage»nu:n :er bl! vormittags l> llhr. !64. Jahrgang Lümstag, 3 \. Gttober 19H '• ezugSv re> .. nianatl, 75 Pf., vicrtel- jährl. Mk. 2.2V: durch '.'Ibliole- u. Zweigstellen maiiatl 65 Pi.: durch diePosl Mk.2.— viertel- jährl. ausschl. Bestelle,. Zeilenpreis: lokal I5P>^ aui-ra. 2u ll>. — Haiipt- ichriitlciter: Aug. Goetz. Bernutworilich für bei» polit. Teil: Aug. Goetz: iiir .Feuilleton", .Vermischtes" und.ÄerichtS- saal": Karl Slciiralh: ' I . Hilf vanä ' BotatioBsfcrnd und Verlag der vrühl'schen Unio.vuch' und Stcinörncfcrei R. Lange. Zchriftleitung, Geschäftsstelle u. vrilckercl: Schulstr. 7. p" Beck'. Seneral-Rnzeiger für Oberhessen Gute Nachrichten m dem Hauptquartier. Der Mieß§au§druch am Vsrpsrur. Eine neue Heldentat der „Linden". (STOB'i Grobe« D a u ptg«a r kr er, 30. Cft., vornrit- tugs (Avrtkich. Unser Angriff südlrch Nienport und westlich slpern wurde erfolgreich sortgesetzt. Acht Maschinengewehre wurden erbeutet und 20V Engländer &u Gefangenen gemacht. Im Argonner Wald« nahmen unsere Truppen mehreie Blockhäuser und Stützpunkte. Nordwestlich Verdun grifsen di« Franzosen ohne Erfolg an. Am übrigen ist im Westen und ebenso auf dem ostlutien ikriogSschouvlube die Lage unverändert. Leipzig, 30. Okt. lWTB.f Die „Lechz Neuesten Nackir " verbreiten folgende« Extrablatt: Kopenhagen. Nach einer amtlichen Petersburger Meldung aus Tokio wurde der russische Kreuzer „Schemtschug" und ein französischer Jot« vedojäger aus der Reede Von Pulo-Prnang durch Torpedoschüsse des deutschen Kreuzers „Emden" zumSinkenge- bracht. Ter Kreuzer halte sich durch Anbringcn eines vierten, falschen Schornsteins unkenntlich gemacht und konnte sich aus diese Weise den vernichteten Schissen unerkannt nähern. (WTN Berlin, 30. Okt. . seit u>,: uns vor feindlichen Fliegern ii.' erfühlen und die Bajonettlpitzen der eigenen Wachmannschaft »ich: mehr spionsiilüstern das abendliche Duiilel durchblitzen. Verwundete Soldaten bieten ein friedliches Bild, das durch die Pinie, das Instrument der Behaglichkeit, vollendet wird, und es null uns bedürften, als lenkten sich Schritt und Tritt unserer braven Landsturniabieilungen in die quie alte Zeit hinein. Ilebrrall heißt es: Eile mit Weile. Aber die Fugend auf den Kutscherböcken der Milchsuhrwcrke und Bäckermagen klappert AntrrnehmungSlustig mit der Peitsche und veranlaßt mitunter einen sonderlich"» Trab. Draußen aus den ^ckrlacknreldern verrichtet der Tod m der Masse,iverinelttuiig blähender Mensoren ein grauen- volkcs Werk. Aber in t dein Bangen, da • uns dabei i - die Seele zieht, ernvch. im deutsche» ttzoiftc eine neue Welt -Haben wir es in seiner Größe nicht etwas überschätzt, da-: Zeitalter der Teclmik, der Nutzbarmachung unserer >:enni nisse von der Natur, des Ringens nack> äußerlichen Gliicks- gi'ttern? B'.ieb un? die West vergangner dentickier stieiste: Zierde vergessen, verstaubt und ungenutzt? Feitz öffnen uv. die Schubladen und holen ivieder liervor. :vas in harter Zeit uns erquickt: die Erzeugnisse deutschen Sinnens, den Rat unserer Besten und die Tröstung alb des Herben und Stolzen, Milden un» Säßen, was aus deutschem Munde in so vollen Akkorden unser Sclurffen durchklang E e öffnet sich eine Welt neuer Nächstenliebe, wir gewinnen »•: der Zeit, an die Bedürftigen, Aermsten, Maihieligen uns Beladenen zu denken. Wir sind eine Volkseinheit ge.osrde:: Immer in diesen Tagen richtet sich unser Blick nach England hiiküber, von woher uns ein bunter Nachrichtenmarkt überflutet, der unS aber doch so wenig wissen läßt. Geht nickt ein Ahnen, die Erwartung neuer Zeitgcbolc auch durch das britisch« Bott? Will es jt>trMirey und den anderen Herrschenden still abgewandt. Sehr lehrreich und zum Nachdenken stimmend sind einige geistvolle Aufsätze, die der in den Kreisen deutscher Bildung lyoch geschächte Engländer -Houston Slewerrt Elmmbcrlai» in der „Tägl- Rundsch " über sei» Vaterland veröffentlicht. Er beklagt die Zerrissenheit des Volkes in zuxi Kalten, deren Entstehung er auf die Mischung zurtickführt, die im 11- Jalirl/undert, »ach der lliuenversuiig der a»gelsächjifck>e» Bevölkerung d»rch di« Normanne», dein brnischeil Jusellandc aus Jalyrhunderte hinaus ein Gepräge gab- Tie Burgunder und Franken und Goten waren als ganze Völker ins Land eingebrockien; der größere Teil verschmolz volb- stündig mit den früheren Eüiwvhnern, nur Fürsten und Edle lneltcn sich geschieden und waren zahlreich genug, diese Jn- iucl>t lange Zeit durchiülzrr» zu können. Bcrhältiiismäbig gering mn Zahl waren dagegen die tzldelsgcsäilechter, die aiis der Normandie und aus Amou den ersten rvönigen nach England solgten: so slano denn dieser ?ldel, der nur einige wenige sächsische und dänische Adelsstämme in sich auinahm und asiimiliertc, von dem ungemischt angelsäcktzisch verbleibenden Volke volllominen gnrennt: hieraus entfiand nun die Taliache der E»g- land allein iuucrsä>cidrndeii oberen )"«lr, die bis zum heutigen Tage ihre eigene Svrache — genauer gesagt, ihre eigene ?ius- sprache — besitzt, doch umfaßt die Aussprache auch zahllose Wörter und Wendungen, welch: die der Kaste nicht angehörigen Engländer cbeniowrnig je richtig bcherrjä>en wie die ihnen unzugängliche?lus« sprauc. Aus diesen' Umstand ergab sich eine Zwiespoltuna, die noch lieulc das Volk in zwei unüberbrückbar geschiedene Bestandteile scheidet: einen oberen und eüien untere», einen vornehmen und einen uiivornehmen. Damit wirb die Eigenart des englischen Söldnerwescns und der englischen Parlamentspolitik erklärt. Als das Jnsel- land sodann, verlxiltnisniüßig recht spät, sich aus die See- sahrerei, ..Krieg, Handel und Piraterie", verlegte, wurde der bessere Öleist des Old Brilaiu vollends vertilgt. Ein charakteristisches Beispiel aus Chcunberlains Darlegungen wollen ivir hervorheben: Man erinnert sich des sckzöncn altenglisäzen Wcihnackstsscstrs mit dem Schiinuk von fruchttragenden Stechpalmen und den Mispel- zn-eigen, unter denen unschuldige Küsse gestohlen wurden: am ivcnigstcii an diesem Tage war, selbst noch vor dreißig Jahren, in ganz England auch, nur ein Mensch «>;. st-iiiiiii Heim « locken: heule sind die Säle aller Riesengasthäuser Londons schon ivochcnlang vorher ansvermictet: an rausend Tisckzcn sitzt Familie an Faniilie, itzt und zecht und lärmt, bis dann um Millernacku das gemeinsmne Abbrüllen trivialer Gossenlzauei im Stile des widerllchen kor he r a jolly good fellov." an hebt, nach ivelcher Verbrüderungstcier die Tische schnell adgeräumr iverden und nun alle die'« Jünglinge und Mädchen. die sich vorder nicht kaniilen, sich in widerlicher Promis- kuritäl dem Genüsse von Negertänzcn hingeben, während die Ge- ictztcrrn in Nebenräumcn Karlen spielen: so wird lieute die Geburt unseres Heilande:- Je us Christus in England gefeiert! tlnd dieses Beispiel wähle ick: aus d« Fülle abiichttcch, »veil sich in dieser g-schmackloien Art sich zu vergnügen bas Gegenteil des „merrzr" kundwl. Deutsckicr Geist und englischer Geist sind heute, trotz Shakespeare, zwei Verschiedenl^Kten, die sich nicht mehr miteinander vertragen wollen. Auch aus diesen Merkmalen läßt sich entnelpnen, warum der britischen Herrschsucht ein Ende bereitet werden muß. Mit dem herantvachfenden größeren Deutschland werden hoffentlich die Bedingnissc deutscher Kultur iminerdar Sckzritt halten! • . * Bestätigung der neuesten Siegestat der „Emden". Berlin, 30. Lkt. (WTB. Nichtamtlich.) Eine verspätet hier eingetroffene amilickye Meldung der „Petersburger Telegraphen-Azentur" auS Tokio bestätigt, daß der russische Kreuzer „Tchemtichug" und ein fran^ zöfischer Torvedojäger aus der Reede von Penang durch Torpedoschmse des deutschen Kreuzers „Emden" zum Sinken gerächt worden sind. Aus Kopenlzagen wird dem „Berl. Lok.-Anz." gemeldet: Der russische Mcrrinestab teilt folgende Einzelheiten über den Untergang des russischen Kreuzers „Schemt- schug" mit: Am 28. Oktober näherte sich die „Emden" den Schissen, welche die „Emden" für ein Kriegsschiff der Verbündeten hielten. Tic „Emden" fuhr mit voller Kraft .gegen den „Schemtschug". Sie erössnete das Feuer und ! schoß einen Torpedo ab, der am Bug des russischen Kreuzers explodierte. Der „Schfemtschug" erwiderte das Feuer. Die „Euideu" schoß einen neuen Torpedo ab, der den „Schcmt- schug" zum Sinken brachte. 85 Mchin der Besatzung ertranken. 250 Manu, darunter 112 Bcnvmidcle, lvurden gerettet. (Clr. Bin.) Der russisckw Kreuzer „Schemtschug" ist ein in Petersburg gebauter geschützter Kreuzer aus dem Jahre 1803, hat eine Wasserverdrängung vou 3180 Tonnen uirö ist mit acht 12-Zentimeter- Geschützen und sechs 4,7-Zentimeter-Gcsclilltzen ausgerüstet, hat außerdem sechs Maschinrngeivchre und zwei Torpedorohre. ver russisch-türkische Nrieg. Konstantinopel, 30. Okt. (Ctr. Fkst.f Die türlisck>e Regierung teilt amtlich mit: Während ein kleiner Teil der ottmnani- schen Flotte am 28. Oktober im Schwarzen Meere Ucbungcn vor- nahm. erössnete die russische Flotte, nachdem sie längere Zeit diesen Uebutigen folgte und sie zu stören suckstc, ain Donnerstag die Feindseligkeiten, indem sic die ottomanischen Schisse angrisf. Im Verlause de§ sich nunmehr entspinnenden Kampfes gelang cs unserer Flotte durch die Gnade des Allmächtigen den Minendampser „Prut", der k>000 Tonnen verdrängte und ungefähr 700 Mnen trug, zu vcrsciiken, einem der russischen Torvcdo- boolc schwere Beschädigungen beizubringen und einen Kohlcn- dampser zu kaperu. Ein voin türkischen Torpedoboot „Harret Millie^' abgeschossener Torpedo hat den eussisck>en Torvedojäger „Kubaner", der 1100 Tonnen verdrängte, versenkt und ein anderes vom Torpedoboot „Monavenet Millie" abgeschossenes Torpedo hat einem andern russischen Küsteuwachschifs sehr schweren Schaden »ugesügt. Drei russische Ossizrere und 72 Matrosen nmrden von den Unseren gerettet und, da sie zur Bemannung der versenkten und zerstörten Schiffe gehörten, gefangen genonrmen. Tie Kaiserliche Flotte hat durch dir Gnade Gottes keinerlei Schaden erlitten und der Kampf geht günstig für unsere Flott« weiter. Die Kaiserliche Regierung wird ohne Ztoeissl mit äußerstent Nachdruck gegen diese seindlickzc Handlung Einspruch erheben, die von der russischen Flotte gegen einen geringfügigen Teil unserer Flotte unternommen worden ist. sFrks. Ztg.f Nach einer andern Meldung der „Frkf. Ztg." aus Kon- stantinopel steht die K r i e g s c r k l ä r u n g Rußlands an die Türkei bevor, Konstantinopel, 30. Okt. sWTB. Nichtamtlich.) Die Beiramfrier war in der ganzen Türkei von einem Gefühl freudiger Erwartung getragen und von der Empfindung, daß man am Vorabend großer 'Ercig- n i s s c stehe. Ein Sitzung des türkische» Miniskerratc». kWTB.f K o » stau l in o vel, 30. Okt. iNickKamIlickz.) Da- Wiener Eorr.-Bur. meldet: ltzestern am späten Aachniittag trat aus der Pforte unter dem Bon'ir, des Großwesirs ein außerordentlicher Mini st errat zusammen. Berlin, 30. Okt. Den, „8 Uhr-Abendblatt" wird von der hiesigen türkischen Botschaft mitgcteilt: Heute ist hier eine offizielle Bestätigung der türkischen Ak- lion im Schwarzen Meere eingetrosfen. Das betref- sende Telegramm lautet folgendermaßen: Russische Schisse ver'uchlen, eie Ausfahrt der türkischen Flotte aus dem Bosporus in das Schwarze Meer zu verhindern. Tie türkischen Schüfe erössnelen das Feuer und vernichteten ein russisches Torpedoboot und rin Kanonenboot. Hierbei wurden 80 Gefangene gemacht. Eine ossizielle Kriegserklärung ist nicht erfolgt, doch kommt diese Aktion der Eröffnung der Feindseligkeiten gleich. Frankreich und der Türkcnkrieg. Gens, 30, Lkt. Begleitet von den Ministern Ribot und Millerand in Paris eingetroffen, erfuhr Präsident Poincarv von dem Bombardement von Theo- dosia und von der Entschlossenheit der Pforte, die Aufforderung zur Oessnung der Dardanellen kategorisch zu- rückruwelsen. Nach telephonischer Verständigung mit Bordeaux wurden die den Umständen entsprechenden diplomatischen und militärischen Maßnahmen getroffen, die angeblich darauf abzielen, Rumänien, Griechenland und Bnlgarienzu einer Erklärung für oder wider die Pforte zu nötigen. „Gocben" und „Breölan". Berlin, 30, Okt. iWDB.s Die heute eingetroffene Nummer der römischen „Tribuna" vom 26, Oktober meldet aus Athen vom 24. Oktober: Die „Go eben" und die .Breslau" sind eilig in den Bosporns zuruckgekehrt; wie es scheint, werden sie nicht wieder rm Schwarzen Meer anftreten. Die Botschafter Rußlands und Englands haben der Pforte erklärt, daß ilfrc Regierungen den Eigentums Übergang dieser Schiffe als u ul i u u d n i ch. l i g betrachteten. Wenn also die „Goeben" und die „Breslau" außerhalb der Dardanellen mit der englffchen oder itn Bosjwrus itnt der Flotke Zusammentreffen sollten, würden sie riskieren, in den Grund gebohrt zu werden, welche Flagge sie aud/ führen möchten. Die Bewegungen des russisckzen Geschwaders gegen den Bosporus seien auf die Tatsache znrüc^uführen, daß die „Goeben" und die „Breslau" außerhalb der türkischen Gewässer signalisiert worden seien. (Mittlerweile hat sich die Lage ja gründlich geändert! Die Red.) Die Türken am Suczkanal. Wien, 30. Oft. Nach einer Meldung aus Krakau sind in dem Golf von Akaba starke türkische Kavallerieabteilungen eiilgetroffen. Türkische Kontrollschiffe mit drahtlosen Stationen such bis in dem Eingang des Golfes von Luez gesichtet worden. * w * Die Kämpfe an der bclgisch-kranzöfischen Küste. G e n f, 30. Okt. Die Franzosen suchen die Erfolglosigkeit des gestrigen Eingreifens von 16 größeren und kleineren englischen Kriegsschisfcn damit zu erklären, daß die deutsche Erkundung ganz außerordentlich sorgfältig sei. Weichwvhl habe sich die Landung kleinerer lchteilungen von Hinlmtruppen, die sich in dem neuen Gelände schon vollkommen zurechtsinden und eine erhöhte Aufmerksamkeit der deutschen Borposten erfordern, nicht verhindern lassen. Weder aus den amtlichen noch aus den privaten Depeschen geht hervor, daß die französischen Verstärkungen bei Zpcrn oder bei Dixmuiden irgendwelche Fortschritte erlvirkt haben. Tie im Westen von Lille errungenen Vorteile veranlagten die offizielle Erklärung, daß Armen- tiires immer noch in französischem Besitz sei. Die Deutschen besetzten Turnhout. London, 30. Okt. Wie die „Times" mitteilcn, wurde Turnhout gestern von den deutschen Soldaten besetzt, die in Bürgerquartieren einlogiert wurden und in der Umgegend der Stadt patrouillieren. Stockholm, 30. Okt. Die englischen Blätter berichten über den Kampf um Dixmuiden und am Bserkanal: Sckzon am Mittwoch griffen die Deutschen mit aller Gewalt Dixmuiden au. .hier kamen die schweren Mörser jum ersten Biate Mir (Anwendung. Tie Deutschen schossen die Stadt in Brand. Am Donnerstag rückten die Deutschen vor nnd die zerstörte Stadt wurde der Schauplatz eines crbitterteir Kamptcs. Nach Westen zu raste der Kamps noch wilder, hier hatten die DcMschcn schon seck Freitag die erbittertsten Versuche gemacht, über den Bserkanal zu dringen. Auf der langen Front bei Nicnport fanden Nahgesechte statt. Oft lagen die feindlichen Kräfte in den Schützengräben mrr wenige hundert Meter voneinander enfjcntl; dann nieder kärnvite man im Nahkamvt mit dem Bajonett. Dre Deutschen kämpften wie rasend. Um jeden Preis wollten sic die Nacht noch über dem Kanal. Em furchtbarer Kanrpi spuckte sich bei Bpern ab. Bei Drxmuideu uird Nieuport käMt'ften die Deutschen gegen di« Franzosen und Belgier, während sie bei Bpern hauptsächlich die Engländer als tbegncr hatten. Tie schwere Artillerie der Deutschen, die aus Antwerpen herbeigcschastt loar, nahm die englischen -Lchützen- graber unter Feuer, imd gegen die englischen Truppen wurden gewaltige Jiffauterieniassen onsgcsaudi. Der Mmpf wogte hrn und her. Schließlich wurde die Lage für d i e Engländer kritisch. Unter dem Schutz der TD neu rückten die Deutschen mir 'Sonntag morgen längs der Küste gegen Nienport vor. llmnittelbar vor der Stadt legten sie Schützengräben an. Die Erschöpfung im französischen Heer. Rom, 30. Okt. Der Korrespondent der ,,Trib una" in Dünkirchen berichtet: Der französische Soldat ist völlig erschöpft und völlig zitscrnunengehrochen. tzttir der Terrrtorialsoldat ist noch einigerrnaßl'i, munter. Der Liniensoldat und der Reservist Ä sen schlafen kaum mehr. Seit Anfang des .Krieges sie keine Zeit, an Körperhhoiene zu denken. Sie miessen alle 3—4 Tage endlose Märsche zurückleaen, kämpfend und dann weiter marschierend. Der französische Soldat ist an sich robust, aber er karrn nicht miehr, er kann einfach nicht mehr. Das den Deutschen crbgelernte Graben von Schützengräben, das er früher verlachte, bringt ihn vollends herunter. Die Entbehrungen sonne der Mängel an Reinlichkeit setzen ihn Krankheiten aus. Die Kolonialtrnp- p e n, die noch so große Dienste leisten könnten und sollten, sind vor Kälte erstarrt und werden binnen kurzem samt und sonders nach Sildfrankrcich gebracht werden müssen, um nicht zu erfrieren. Etwas besser sckzeinen die Hindus die Kälte ertragen zu können. Sie sind auch wärmer gekleidet als die nur'mit kurzen leichten Tuniken angetanen Afrikaner, die zudem im Freien schlafen müssen. Besonders leiden die Sudanesen, die immer eiskalte Hände habe». Am beneidenswertesten sind die E n g l ä n d e r dran, die sich gewissermaßen als Touristen fühlen, an nichts Mängel leiden und eine Art von Aristokratie im bunten Heere der Verbündeten bilden. Der amtliche französische Bericht. Paris, 30. Okt. (WTD. Nichtamtlich ) Anrtllch wird am 29. Oktober 1.1 Uhr abends gemeldet: Nach den letztst Berichten sind keinerlei Nachrichten von Bedeutung zu melden. Lob der Deutschen in England. London, 30. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Ein Telegramm der „Central News" aus Nordfrankreich zollt der Kamps tüchtigkeit der Deutschen hohe Anerken- mmg. Trotz der großen Verluste, die die Deutschen iu der letzten Woche erlittni hätten, hätten sie dock) noch gewaltige Streitkrastc zier Versützulvg und kämpften mit der größten Todesverachtung. Die englischen Soldaten sagten: „Wem, wir einen ^Deutschen niederschießen, ist es, als ob a ch t a ndere an seine Stelle sprängen." Die Truppen der Verbüudctsi nütztsi die vielen Bor leihe, die ihnen die Eigentümlichkeiten des Terrains gewährten, aus das äußerste aus. Verschiedene Hindernisse, wie Seen wird Bäche, »lachten das Borrücken der Deutschen schtoierig, aber über viele Flüsse hüttsi die Teutschen .Holzbrüchen gebaut. London, 29. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Die „Morning Post" schreibt über die Kriegslage: Deutschland ist einig und entschlossen, auszu- harren. Es wirft alle seine Hilfsquellen, die gewaltig und wohl- orgaiüsiert sind, in den Kampf. Seine Truppen sind diszipliniert, gut ausgebildet und gut bewaffnet. Ihre Tapferkeit ist wunderbar, Oiegen eine Nation, die augenscheinlich bereit ist, einen bohen Preis für den Slieg zu zahlen, für die Herrschaft in Land. Meer >md Luft, werden die Verbündeten schwer sür den Erfolg zablen müsse». Wenn Teutschland die Linien der Verbündeten zwischen der Schweiz und dem Meere nicht durchbrechen nnd die russischen Heere nicht erschöpfen kann, unterliegt es. Für die Verbündeten sind Geduld und Ausharrung die Losung, für England unermüdliche Anstrengung, um die Vermehrung seiner Streitkrüite vorzuberecken. Aber die Regierung kann die Männer nicht in schnellerem Tempo aufrusen. als so organisiert, ausgebildet und ausgerüstet werden können. Wir sind augenblicklich kaum in der Lage, die Anregung in denl am Montag verössentlichjen vortrefflichen Brief eines Franzosen anzunehnien. Tie Zeck mag kommen, wo ein allgemeiner Ausruf zu den Waffen nolwcndig wäre. aber auch eine solche Maßregel muß vorbereitet werden, wozu bisher keine Zeit >var, obwohl wir darauf vertrauen, daß sie erwvgen und geplant lvird. Tie augenblickliche Ausgabe ist die Ausrüstung und Ausbildung einer großen Zahl von Männern, die jetzt organisiert und gedrillt werden. Der König von Sachsen in Brüssel. Dresden, 30. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Der König von Sachsen ist ttoogeitern abenv in Brüssel ciuge- troffen und hat das dortige General-Gouvernement besucht. Gestern begab sich der König nach. Mecheln und Antwerpen. Cr l/atte aus dem stLoge Gelegenheit, ein sächsisches Lantz- wehrbataillon zu sehen und ließ sich im Gelände über die Eroberung Antwerpens Vortrag erstatten. Er überzeugte sich in Lier von der vernichtendsi Wirkung der deutschen schweren 42-Zentimeter-Gc schütze. Freiwillige werden in England zuriickgewicsen. London, 30. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Ein Ausschuß unter Lord Desb-orough organisiert Freiwillige, die nicht in die reguläre oder Territorial-Armee ausgenommen werden, um sich in den Waffen zu üben. Das K r i e g s- a m t drückte seine Sympathie für diese Bewegung aus, versagte ihr aber vorläufig die amtliche Anerkennung, da es mit der Bewaffnung und Bekleidung der neuen Armee Kitcheners vollauf beschäftigt ist. Prinz Ludwig von Battenberg! London, 30. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Prinz Ludwig von Battenberg ist von seinein Posten als Erster Seelord zurückgctreten. Aus Paris. (WTB.) P a r i s , 30. Okt. ^Nichtamtlich. Agence Havas.) Präsident P o i n c a r e und die Minister Ri b o t und Sembat sind hier cingetroffen. Reims während der Beschießung. L o n d o n, 30. Okt. Die „Times" melden aus Epcrnay: Bei dem Bombardement von Reims wurden ungefähr 600 bis 700 Beivohncr von Graitaten getroffen, 300 Häuser sind durch die deutsche Artillerie in Brand geschossen worden. Tagelang lebten ganze Familien in den Kellern und hatten nur Weißbrot zu essen. Viele erkrankten infolge der Entbehrungen. Deutsche Bestimmungen über Belgiens Ein- und Ausfuhr. R o t t e r d a m , 30. Okt. Das deutsche Generalgouvernement in Belchen ließ die Einfuhr sämtlicher Waren »rit Ausnahme von Sprengstoff zu. Zur Ausfuhr sind zugelasscn: Lebei.de Pflanzen, Teppiche, Papier. Streichhölzer, Farbe, Nägel, Maschinen, Ool, Gebäck, Zucker, Zement, chemische Düngerstoffe, Kaninchenhaar und Kaniucheuhäulc, sowie Gips. Holländisches Buttcr--l«sfnhrvcrbot. Rotterdam, 30. Okt. An dem heutigen Tage hat die Niederländische Regierung ein Verbot der Aussuhr von Butter erlassen. Bericht des österreichischen Generalstabs. (WDB.) Uten, 30. Okt. (Nichtamtlich.) Amtlich nnrd ver- laulbart: 30. Oktober, mittags: In Russisch-Polen wurde auch gestern nicht gekämpft. Am unteren San nmrden stärkere, südlich Nisko über den Fluß gegangene feindliche Truppen nach heftigen Gefechten zurückgeworsen. Bei Stary Sanckwr sprengte unser Geschützseuer ein russisches Munrtionsdepoc rn die Luft. Me feindlichen Angriffe ans die höhen westlich dieses Ortes wurden abgeschlagen. Zm Raume nordöstlich von Turka gewannen unsere angreifenden Truppen mehrere wichtige hohenstrllungen, die der Feind fiuckstartig räumen mußte. Unser Landsturm niachtc in diesen Känipfen viele Gesungene. Die Gesamtzahl der in der Monarchie iitternierten Krregsgesangenen betrug am 38. ds. 649 Offiziere und 73 179 Mann, nicht eingerechnet die ans beiden Kriegssstauplätzen sehr zahlreichen, noch nicht abgeschobcnen Gefangenen aus den Kämpsen der letzten Wochen. Der stellvertretende Chef des Generalstabs: i v. Höf er, Gcneralmryor. Rußland „rusfifiziert". (WDB.) Petersburg, 30. Okt. (Nichtamtlich.) Der Minister des Innern hat einen Gesetzentwurf ousgrarbritet, der Maßnahmen vorsieht zum Zwecke einer Reduktion des deutschen Grundbesitzes in Rußland. Ter tzsesetzentwurf wird der Prüfung durch einen «peziolausschuß mrter dem Vorsitz des Juso zm Misters nnter- brecket lverdcn. Die Gesinnung der Tschechen. (WTB.) Prag, 30. Okt. (Nichtamtlich.) Zu der Mitteilung des „Utro Rossij", daß die Moskauer Slawophilen erklären, ckn Interesse des (Tschechen tu ms s« es notwendig, daß das Königreich Böhmen nckt Rußland vereckrrgt werde, schreibt „hlas Narodna", die russische Ocsfentliäckeit und Politik könnte doch endlich von der völlig falschen Beurteikimg unserer nationalen Bestrebungen abstehen, di: uns toohl häufig in RtecnungsVerschiedenheiten mit unseren Regierungen und Landsleuten anderer Nationalität gebracht haben, niemals jedoch gegen den Staat oder das Reich gerichtet waren. Die guten Leute rn Moskau sollten sich endlich sagen lassen, daß die Interessen des tsctdcchischen Volkes nach der einmütüwn Ansclmuung aller ernsten tschechischen Politiker und politisch«! Parteien eng mit unserem Reiche verbunden sind nick» daß sie am besten und einzig in dessen Rahmen geivahrt und verwirklicht werden können. Wer die Bl- strcbungen des kschechiickwn Volkes nach der Siäwrung einer besseren Zukunft anders beurteilt, sühnt sich absichtlich in einen Jrr- twn und wird sich die unangenehmen Folgen ernes solchen Trugbildes und die bittere Enttäuschung selbst xnschreiben müssen, die seiner sicherlich harrt. Bulgarisch-griechisches Grcnzscharmützcl. Sofia, 30. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) (Agence Bulgare.) Ain 25. Oktober kam es zwischen den b ulg arischen iind griechischen Greuzposteu von Söoleschowo zu einem Ge Wehrs euer, das sieben St>rndeu währte. Veranläßt wurde der Zwischenfall durch derr Bersirch der Griechen, in der neutralen Zone Laufgräben zu errichten. Ans bulgarischer Seite imirde ein Mann verwundet, auf griechischer Seite ein Mann getötet und zwei vcrwlindet. Die Bukowina von den Russen geräumt. L o n dv n, 80. Okt. Die „Dimes" melden: Die Russen haben fast vollständig! die Bukowina geräumt Es sind neue österreichische Beainte in den wichtigsten Städten eingesetzt worden. * . * Die Minen an der irischen Küste. m st e r d a m, 30. Okt. Reuter meldet aus London: Die Besatzung eines in Fleetwood angekommenen Schiffes berichtet, daß einandercsDampsschiffander Nordküste von Irland auf der Höhe von Halin Hcad auf ein« M ine ge sto ß en ist.. Vergebliche englische Lügsnkünste. Berlin, 30. Okt. (WTB. Nichtanttlich.) Das Pressebureau der englischen Regierung ließ den lieu- traleu eine Mitteilung über die finanzielle Lage Deutschlands zugehen, in der behauptet wird, die deut- fl sehe Kriegsanleihe sei nur durch die Sparkassen gedeckt worben, die gezwungen worden seien, 25 Pror. ihrer Depositen dem Regierungsfonds zu übertragen. Diese Behauptung zeigt, welchen Neid in England der Erfolg fl der Zeichntlngen auf die deutsche Kriegsankeihe erregt und wie infolgedessen die englische Regierung sich dazu verleiten läßt, die Wahrheit auf gen Kopf zu stellen. Ntck>t der geringste Zwang, sich für eigene Rechirung oder Rechnung der Einleger an der Zeichnung der Kriegsanleihe zu beteiligen, fl ist aus die Sparkassen des Reiches ausgeübt worden. TaZ fl einzige, was geschehen ist, war, oaß den Sparkassen nahegelegt wurde, solck>en Einlegern gegenüber, die die Kriegsanleihe zeichnen wollten, nicht auf der Jnnchaltung der » stündignngssiist für die Spargelder zu bestehen. Die | Summe, die durch die Sparkässcn deren Einleger auf die | Kriegsanleihe gezeichnet haben, war groß, sie beläuft sich I aber nicht entfernt auf 2b Prozent der (Anlagen bei den > Sparkassen. Nach dem Statistischen Jahrbuch für das Deut- I schc Reich betrugen Ende 1912 die Gcsamtgiethaben der I Einleger bei den deutschen Sparkassen 18679 937 000 3D£t.; I der Äetrag dürfte bis Mitte 1914 auf rund 20 Milliarden I angcschwollen sein. Da die Sparkassen und ihre Einleger, I wie wir hören, zusammen 88 4 M i l l i o n e n auf die Kriegs- I anleihe gezeichnet haben, sind — selbst wenn, was aber nutzt I der Fall ist, der ganze Betrag, aws die Einleger entfallen I lvürde — noch nicht einmal 4 l / s Proz. bet Einlagen zur Zeich- I nung auf die Kriegsanleihe verwandt worden. Vergleicht mai diese Feststellung mit der Behauptung des englischen Pressebureaus, so wird jedermann leicht erkennen, wa? er von den Mitteilungen der britischen Üiegieruitg über Deutschlands finanzielle Lage zu halten hat. Die Opfer der „Karlsruhe". Die „Times" veröffentlicht nun auch die Liste der von dem kleinen Kreuzer „Karlsruhe" im Atlantischen Ozean versenkten oder gekaperten 13 Scksifse. Fünf von diesen Schiffen waren bereits vor dem Bckanntwerden von Lloyds als nicht mehr versichcrungsfähig bezeichnet ioorden. Der Wert der Schiffe wird auf mehr als 30 Millionen Mark an- gegeben. Die Schiffe sind folgende: _, Name Tonnenzahl Ladung Strabbroy..... 4336 Kable Hinple Brauch .... 4338 Allgemein vigistand Hope .... 5150 Ballast Indra»»...... 570 ; kkoble Cormlh City..... 3816 Koble Rio Jguassa..... 3317 Hoble starn....... 4393 llohle Niccto de Larrinaqe . . 5018 Getreide Cervantes...... 4365 Kaffee, Mineralien usw. Pruth....... 4408 Nitro te und Getreide Lnnrowa»..... 3384 tSelreide Maria....... 4018 Condor ....... 3053 Allgemein Au» Cjcff«*». RB. Darmstadt, 30. Okt. Ter Finanzausschuß der ! Zlvciten Kammer hielt gestern und heute vormittag unter Vorsitz des ?lbg. Dr. Osann kurze Besprechungen ab über die allgc- uicinc Finanzlage im Großherzogtum und namentlich über diejenigen Punkte, die in der gestrigen geincinsamen Sitzung der Fi- >, nanzansschüsse in der Ständekammer mit der Regierung einer vcr- ttanlichen Beratung uMcrzogcn wurden. Im Anschluß an die heutige Sitzung beschäftigte die Ausschußmitglieder das große Ge- sattgcnenlager auf dc'm Griesheimer Triwvenübungsplatz. Der neue Kommandeur des Lagers, Herr Gcneraknlaior C o sa ck, hatte per- j sönlich die Führung übernommen und gewährte den Herren einen hochinteressanten Einblick in die ausgedehnten Anlagen und die ganzen Verhältnisse des Lagerlebens. Aus Stadt und Land» Eießen, 31. Oktober 1914. I ReforniationSfcst. Als das Landwehr-Jnfanterie-Regiment Nr. 116 die belgische Grenze überschritt, erklang aus seinen Reihen machtvoll das alte Luthcrlicd: Ein feste Burg ist unser Gott. Unter diesen wackeren Wehrmännern ist vielleicht mancher gewesen, ' I der dieses Lied lange nicht mehr gesungen hatte, aber das ist i das Kennzeichen dieser schweren und tränenreichen Zeit, daß die Herzensfrümmigkeit, die viele unserer Volksgenossen schon früher in sich trugen^ die sie aber aus einer gewissen Scheu, die das 5peiligste nicht gern anderen zeigt, nicht bekennen, wollten, nun in das helle Licht des Tages getreten ist. Diese Frömmigkeit, deren Haupteleineut ein schlichtes, deinütiges Gottvertrauen ist, ist ivesenllich ein Erbe der deutschen R«-- formation und eine Errungenschaft, die ivir Martin Luther »erdanken. Zwar hat Luther für die Art des Kampfes, in dem trnr jetzt stehen, noch keinen Blick gehabt, er hat den Krieg! mit den Augen seiner Zeit gesehen. Unverkennbar ist an alkn seinen Aeußerungen über den Krieg, daß er nicht an den Krieg dachte, den jeder Mann aus dem Volke mannhaft zum Austrag zu bringen entschlossen ist, iveil er für seine heiligsten Güter, für Haus und Heimat, für Weib und Kind, für! Kultur und Sitte in das Feld zieht. Der Reformator wußte nur von Landsknechten, die heute für den König von Frank- !I reich, morgen für die Stadt Venedig streiten und die bereit J sind, auch für den Großtürken in das Aid zu ziehen, wenck er ihnen genügend Beute verspricht. Darum schreibt Luther mich nur von dem Gehorsam des Soldaten gegen seinen Herrn, nicht von der Pflicht» des Datcrlandsvertcidiyers. Trotzdem können nnr sagen: Martin Luther ist jetzt mit in das Feld gezogen und schreitet in den langen Kolonnen der Deutschen einher. Er hat die aufgeschlagene Bibel in der Hand, er stärkt und trösckt seine Volksgenossen. As ist merkwürdig, wie alle die erhebenden Bibelstellen, aus die sich Luthers Glaube wesentlich gründete, iu diesen Tagen neue Bedeutung gewonnen haben und von uns viel tiefer als > früher ersaßt werden. Der 46. Psalm, aus dem Luthers größ-- > tcs Lied hervorgewachsen ist, ist ein Gegenwartslied ohne- I gleichen. Oiegen die Stadt Jerusalem zieht die Hecrcsmacht der Assyrer heran, der Untergang der heiligen Stadt scheint bcvorzustehcn. Dennoch verzagen ihre Bewohner nicht, trotzig erhebt sich ihr Glaube. Wir fürchten uns nicht, so sagen sie, auch wenn es »och viel schlimmer kommt, auch nicht, wenn die Welt cm Erdbeben untergeht; denn wir haben die Gch wißheit, daß Gott mit unserer gerechten Sache ist. Auch die Schrift des Neuen Testamentes, die den jungen Luther aus i hem Dunkel feiner Klosterkümpfc herauszesührt hat, der Brief I des Apostels an die Römer, steht mit ihrem Olcfügc großer » Gedanken und herzerquickender Trost>vorte jetzt vor uns in 1 einem neuen Lichte. Ist Gort für uns, >ver nlag ividcr uns I sein, so sagen wir iin Hinblick auf diesen Krieg, den wir nicht ! verschuldet haben, sondern der uns aiffgezwungeii worden ist.. Ist das schon ein bedeutengsvoller Ertrag dieser harten Zeit, daß lebendige, lautere Frömmigkeit Mieder durch die Reihen unseres Volkes gehr, io wollen wir a.,i> reichung aus Gottes Wort. Venn diese Verständigung a»ch in der Zeit des Friedens, den wir ersehn-». bleibt, so wird in uns die Erkenntnis wachsen, datz die großen, ickmrrzlichen Lvier für Vaterland und Volkstum nicht umsonst gebracht sind. ^ tz. B. " Von der Feldpost. Tie Reichsvost Verwaltung verbreitet angesichts mancher Klagen über die ."-stellxnz der größeren F« ldvostsendnngen soloende orststetlvi-om,: Es ivird vicliach darüber geklagt, daß i„ FelopostbeÄ»» VSachen an Ängeiöiige des iyt,-) hei der 3lnkt-n>t rin Teil ocS fi n holte Irhlt oder auch, daß der Inhalt »lana.mal nicht stimmt. Demgegenüber wird daraus hingewiesen. da» es kich hierbei keine-weg- immer um eine Beraubung der »rk« unlerlauien Zumeist lasten sich dir dorausgeiallenen 2 HK.- nbvr- hauvt nicht wieder unterbringen, io daß >,e nach Borstbrnl iür „nanbringliche Gegenstände lehandelt werden müsirn. wtdren» sie dem En.p'inger scblen. Daß im Betriebe der heimischen Post- anstallcn neuerdin.s hier und da auch Diebs. die »der Be- rai-bungon von Frldposiwarenoriesen vorgekommen sind, ist der Zrldoanoerwaltnng bekannt. Es kann dies auch nicht ausitü'ig erscheinen, da die Rexi^poiiveridallung bei der M»b«lmechung mit einem Schlage 70 000 Köpfe eiugeschultrn und bewüh «eii Personals verloren bat, das zu den Fahnen gegnn re» ist. und wo'ür unrrprod:e bestliäst.giingslosc Zivilpersonen als Sriatz eingestellt werden mußten Vorkommnisse dieser Art lassen sich auch durch die besten ttontrollmaßiiabmcn nicht verhindern. Tie Past- behörde übergibt ciurn leben solchen Fall dem 6-rrucht zur Aburteilung. " tzelst unseren blauen Jungen! Ter Marine- P e r e > n 6> i . st e n schreibt uns: lim unsere blauen Ji.n-.ien ebenst» ivie die Tarieren des Heeres ntit Liebesgaben zu unlerstüven, wett» eisern die usariileocreiue mit den Kriegervereinen um da« l os derer, die für siganS und Dos »nd für den eigenen Derb kiimvie». nach /Tizlichterl rn e> liLirr» Tee Marine-Verein Osteszen. der zn ' Bereiniguiig deulsoee 'larine-Bereine m:i über 27 0» Mü- alr deen g-Hitt. bar es sich zur Ausgebe gemacht, die aktiven iowie viaktiven Namerad««, vre i "Ft. unter der Dlagge diene». VEekl Niki ?iebe->gal»n> al linier Tu den und dir "Not her ^bs-.st'gen FamkFritang. hörigen zu ststdern. »rr 'euer JyiHrf»fC*»eft» bat birrvou in weitgeltzgipstein Mas-r Gebe.»ch gemacht, war-an dir vielen Tanksn reiben der einzrlnen STaifrrl. ffammanoJÄ iotvir der ?lrekl unttr'iül len Kanieraden beredtes Zeugnis abirgeu — Es liegen Bririe vor, dü davon zeugen. datz kcscr seine Mkichl erfüllen wüt. gclreu senirin Flaggeneide, und alle brenne» vor Begierde, sich mit dein Peiler senseits des Statutl« messen zu können Wie angenehm »irü beliebt R a » chs a ch c n.T a b a i lind Zigarren sind, davon schreibt ein Maat des Linienschisias „D eil en", naidri» dessen Besatzung durch den Marine-Verein n,id Girßener Bürgern inebrere Sendungen erhalten hatte. daß inarlxr in Jenen des vielen VaiirsteHrns gern sein i">ittages>«n >ir eine ..Piep Tobok ' gib! Wir verweisen au» das W o H l- tätigkeitskonzrrt am Sonntag, den 1. Novenibrr l Js im Philosophenwakv Weitere Liebesgaben nimmt nach ivie vor der l Borlirende des Marnie-Vereins Gießen Gg. Dcbftreit, itlinikstr. 31 entgegen. "Musiki,, st ruinentesiirReservetruPpen- teile. Trw Dfrekkvrrum des Bundes für sre»oMaen Bater- landsdienst wendet sich mit folgenden Zeilen an die Presse: Um jDni Reiervetruppenteilen eine Musik zu verschaßsr», wird nur Zuwendung von Musikinstrumenten tiefer Stimmung Flöten, iNoriiietten, Tromveten, Waldhörner. Tenor- Hörner, Posrninen, Baßtuben, Heine Trommeln und große Trommeln dringend und l«°rzlich gebeten. Auch ist die Spende von Mundharmonikas uiw sehr erwünscht. Provinäialausschnststpung am Damstag, den 7. November l. I4-, vormittags Sh4 Uhr. Tagesordnung: 1. Klage des Geiaintarmenverbandö Nienstedten zu Blankenese gegen de» Lrtsarmrnverbaich Dlorn- dori wegen Iliiteiststdung des j>. Günther. 2. Klage des Lchöiers Angnst Philivp Keller. Bnlch.ich, gegen die Fär- sorzckasse für Beamte und Bedienstete der Landgemeinden und Kvminnn ilverbände wegen Gestattung der freiwilligen Fortscyung der Mitgliedschaft. 3. Klage des Geiireiiiderats- mitgliedes Heinrich Ruppel XI. und Genossen von Ebbvrn- hosen gegen den Befchlust des Kreisaus'chnsfeS vom 1V. Lepiember 1914. 4 Gesuch des Heinrich Ripper zu Fried- berg um Erlaubnis zum Betriebe einer Schankwirtschaft m dem Hause Hanauer Dtraste 3. " Stadl lh.'at er. Es sei nochmals ansdrüiklich aus dir für bi ries Kiiegsjabr getrostone Einrichtung bingewirien. baß Militärvcrsoneu vom Feldwebel abwärts bei säwtiichen Barstelliingen für II imh III. farfett nur l> albrPreise zahlen In der morgigen Vorstellung gelten kleine Preise, so daß die oben angesüdrlen Penourn für II Parkett nur 75 Pig. und für III. Parkett nur 45 Psg. auszuivenden brauchen. *• Jubiläum. Agent Satlöftmnnn, Dollenqastr 13, leiert beutv als Sprecher bei der Bäckrrinnung Gießen sein 35jäbeigrs Jubiläum. Der Jubilar ersreul sich olsteiti«r Belirbibeit, und sind ihm zahlreiche Glückwünsche an seinem Ehrentage übermittelt worden. Landkreis Gießen. F 33 a B t tt b a r » - 3 t f i » b t r a ,_ 31. Cft. AuS unserer Gemeinde wurden durch den Orisausschnß vom Roten Kreuz bisher an ül.idiM' st:-.,.». Aabrungsmiiteln usw an die verschiedenen St'iioi"« tos Zeote» Krenzes MI» die einzelnen L»za- rette in Gi.-i-r» abgeli-iert: 1360 Eier. 33 Psiind B-nrr. 3(>P„z. Speck. 13 Pid. Zervelatwurst, ht Frisandellen nebst strauttalat. I Psiind Torrile, n>, 0 Gläser Gelee, 13 Psd. dlepirt. 3 Tü»K eingemachte: Kürbis. l üvr'.chen Tomaten. 1 Top» H»et»n»avr.,e. lade, 4.Körbe voll grüne Bohnen, Kohlrabi. Wirimg. L-eisckrant. gelbe Rüben, »ario'stttn: ierrier 303 weiße Demdeu. 54 bun.r Hemden, 136 Paar §:rümpie. 44 Dandlächer. 34 Kihenb.-züge. 18 Bettücher, 150 genllkte Spreukiiscn. 50 Fu^apvrn, 3Lrit>- binoeu, 100 Waichlao»» mir je einem Stück Leise. 40 Paar Dandschuhe, 13 stovibülien, 18 Paar äuicwärmer, 7 Leibbinven. 8 Sack Charpie und 1 KiNchen Zigarren. Kreis Friedberg. ?. Stammheim. 30. Lkt. Tie zur Wahrung der Rekla- mationsrcchle der :in Kriege brsinüliciwn Grundeigentümer i» Slanimheinl gm 36 und 37. .IM. vorgenommcnc Berßeige- rung der Masscngrunbstückc hatte sollendes Ergebnis. Lcrpachiet wurden auf die Tauer von mix einem Jahr 184 Pormgk- morjen zum Pack:vre- r >n 6786 Mk. - rund 37 Bkk. pro Morgen Be, einem 8 l.n.b mit dem 'Mchäxongsweri kommt der Pachtvreis einer B."»■ i”. ir.ng von 5 Pro», gleich. FC. Bildet, S<\ CU. In, nahen Petterweil hallt fei Weißbtiider Wilhelm Le»har» de» üegreichen Führer der Csi- arinee, Generalabcesl Panl v. Beneckendorf >md v Hindeniurg. gebeten, die Patenstelte bei der Taus« eines TöchlerchsnS zu übernehmen. Um. estend erklärte sich der Sieger a» den masurischen Leen tamil »inoeestansen und am vergangenen Sonntag hielt der euüache Arbeiter Taus«. Dem Kinde wurde der Name Paula gegeben. Ltark-ichirrg und Nktriiihrssen. FC. Mainz, Sd. LN. Dir Unteroistzigr Weih von der 4. Koini-aa-i'e de« l. 3 lai>a>n 1 chen P>on,er-t aiaillons Nr. 31 er- lielt das kikerne Srenz iür einen nmsichtigen Pairanille»- gsiig a»> dem w«nl> en KriegSsch»»: laß Weiß lxiite sich mit \'ix 1 ionieien last dit .» die seint.ichci! Schüo.enlv.ien hero»- eei^tiM,,, ,-:>b eine r-«id« So. a-e. läo Stück, die zwischen der s«i>. Clt. 3l»r de,n Ge'angenrnlager ans dem Truppenüdiin-Griesheim ist ein iranzösilcher Zivilist Regoual Töillinqer enitprung'». Er ist 35 Jahre all. nut-iseizl. krüNig. nul aisgedrrtie.n > Glichen-. Schnurrbart »nd nur »ich bnnTem sttnz-g oivir gleich«: Möge betleidet. Ein Sonder- btait des ,?"oSährl>ch> »o rden kan») «nd m» Fesi„al,,nr sowie stiachiicht an die Milugr- deHörde. Kreis L-rvlar. --- W e ß l a r, 3l). Ckt. Der l. e h r e r v e r e i » des Kreises Weglar stih te ö 0 Mt. iür das Rote Kreuz. m Blnderrbach, 30 . Cft. Pc rer 3trinbre ch t , 0(fijiex- Ttettvettreter, ivnrde ju n Leutnant belördert. ». Cdcrblel, :d. Ckt. Mn de», Eiserne» Kreuz wurde W,»te'dw«.el Lehrer 3Iöam Dich vonr Rcservc-Regimenl Ar. «1 a!,S,,rzo.<'"el ? Erda, 30 Ckt. Di« beide» köhne des DachdeckeeineisterS D r o ß n> a n » starben den I» r e u > o d iür daS Vaterland. Seffcn-Nassau. m A >- S d » m R r e i (t St i t.!) h a i», 30. Cft. In der Ge- meinde ErtSdors betri-q die kanvnlung lür das Rote Kreuz !V °0 ip,f hiervon sind 2-4)0 dem Rote» Kreuz in Kirchhain »de wiese,, worden mit der Bestimmemg, daß UXw Pik. iür die ooUevcn?cn C preniit» obgeinhr! >ve>de» solle». kanSel. Gerüchte über ein holländisches Tabakaus- suhrverbot ans .Holland. Seil einigen Wockwn ist da? Go-.stcht verbreitet, daß d:e hokitr.dische Regierung sich veranlaßt sehe« Imme, ein Bv-snHrvcrbvt über Tabak zu erlassen 4-em- rrzrnüber erliätt die ..Lchbeiitsche Tabakieirung" eine Mriieiliiiig von autoritativer Stelle in .Holland, die lautet: ^Leihst zur Erwägch'g eines AusfuHoverbotes würde die Känigl. R-ederlandihhe R.-gierung sich nur dann veranlaßt sehen, wenn ed eine leöare.'.galtnng betrisit, von ivelchcr ein geisstgeiidee Porrat für den heiiuhchrn Konsum im Jnlanüc m't vr hrnoon ist. Andere Gründe sür ei» Aussuhrverbol bc- ftrßs« hir die niederkätrdische Regierung nicht." 4-o:i einem Tabalaussuhiverbot an- doltand kann somit leine Htcdc scui. Eingeschirdt. lFür Form und Inhalt aklee „nker diejer Rubrik stehende» Artikel ühernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verankivoriung.) Gießen, 30. Cktobcr. Die (finqualtiekrmg des Znsanterie-Laadstiirms und Landsturm- Znsantereäfrsatz-Bataiklon?. Durch öffentü de» Ä>-»ichreiben wurde» di« Bürger zur ?ln- »ncldung Iür Cluaitier« snr de» Landltnrm aulaelordert und bekannt gegeben^dal. B k. 2,— pro Tag, mit Ausnahme der Wachelage, wo b-c Perosteguug van anderer Seile stattiände, vergütet icksirde». Uni mir als Siel.e -loser den Unterhalt zi- veid-ene», ivar ich auch dabei. Bei der ?ki>rechnung pro Tepiember wurde mir mm bekannt gegeben, daß beim Landsturm Mk. 3,— und beim Ersaß »nr ®l. I,i8 vergütet würben. Ich war erstaunt über diese Berechimnas-Aeräiidernng. da mir von keiner Seile von dieser ?lbändernng et-oar bokaiint gegeben worden ist. Ich kann mir mtrh ntdH dcnk»>>, daß e3 im Suine der Allgemeinheit gehandelt Ist, den Ersaß-Lmidii-Ivn, innider-verliger bcliandela Zii lasten olr den Landftnrm. --nd den Cuartiergebern, die oh-ichin durch die Fehler tu der Liste schon 6mhni.e erlitten, noch Ooier aniz-.e>legen. da bei den erhöhte» Sebensmitlelvreiscn vo-> e »em Geschäik doch keine Siede l«n kann. Auch ist wohl kaum bei dem strengen »nd viele» Wachdienst, der »och z» erwarten ist, ei->e minderwertige Periüegnng nngebracht, ganz bcionderS, da doch niüere allen L«ndsti.rn,er keiue stüngiinge mehr sind. Ich hasse besilin-nt, daß unser oeeelwter Cdcrdsiegermeistir liier ?le»derung einirtlen laßt, die »k»m v-'i» i-der x eit- Dank »i--b-i-'aen wird. B -. - - - -> - - 1 — ; _ 1 ■ . L." Marltr. Gießen, 81. Cft. A! a . kiberIcht A»> dem heutigen Wochcuiuarkte kostete: Butter das Pinnd 1,10—1,20 Mk.: bühner- ,ier 1 Sicht It—tQ W«., i Stück 00 Pig.: Enteneier I St. 0 lag. 3 Ti. 00 Mi: Dä'-leeier 1 et 0-0 Pig.. 2 2t. 00 Pi,.: Udfe da« Stück 10—1? IM/), Röiamoite 2 Stück 5—6 Psg.: Tauben daS Paar I.OS—1,4 ' P,st„ tzikimer da> Stück 1,50—3,00 Mk.. k-gl»>en da» Stück 1,50 — >,06 Rk., Ente» Sr« Stück 3,00—4,0» Pit., (häuft da« Pich. 79 - 70 Pli-: 4—5 T!k.: Cch-ensieilch da; Lld. 66 -96 Pig., chmdistüch bas Piimd »0—>4 Pi I-, Kulisten ti 70—80 Big.. Schwcine- sie,>ch d.'» P.i-m» 70-««—86 ti.,.. Kalbsteilch da» Pinnd 1 Mk., ch«w»:kt!st«isch dn« Pstmd 70—96 Ptqg Karkoiseln lk>0 Kilo 0,50— r -,b~' S'.f., Wrißirant das St. 6—16 P>g.: Zwiebeln der Zlr. b>,03—ir.00 Alk.: st'tich d'S Liier 2? Pkg.: Stev-ck der Zentner 10—16 "P?.; Binra- da« Pinnd 10—15 Psg., Siüsse 100 Stack 40—rO Pkg. — Mo.rktzeit von 8 bi« 2 Uhr. eli. Rieder-Fngett,ein». 29. Ckt. Cbstinarkt. Biruen 4-1» Mk., ««dM 0 -14 Mk.. Zwet-chen 9,00-0,00 Pik, Quitlen 10 Pik.. To-nottu 7 Mk. der Ze'-tiirr. Letzte Nachrichten. Gro»e Fortichpiite in Belgien. Großes Hanplauartier, 31. Okt., vor- mittrrgS. -Amufich Ilnicre Armee in Belgien nahm gestern Sicmscapelle und Bi»Pb»:c. Ter Angrrss aus Bvcrn schreiicl ateichfatts fort, ««thvvsrde, 2chloß 5?cklcbeke und Wamdekc wurden aeLurmr. ?luch weiter südlich gewannen wir.Boden. Lefilich SsiiWK- wurde der Gegner gleichfalls angegritien und im L^iiie deS T»ges aus mehreren stark verschanzten. Stellungen nördlich v»n Baillt, vertrieben. Am Nachmntag wurde d'nn Tdaittv gestürmt und der Feino unter schweren BrrlnSeu über die Ai»ue zurück aeworsen. Wir machten 1000 Ge'angene und erhemeten 2 '.Raschinengewehrc. Z-m Argststbirer Walde, sowie westlrch von Berdun und nördlich von Toul brachen wiederholte feindliche Angriffe unter schweren Verlusten sür die Franzosen im Feuer zu- smnmen. Der Kampf aus dem nordöstlichen Kriegsschauplatz hat noch md>) zu «tuet knfscheidirng q«führt. Westlich von Warschau svlgen die Russen langsam unseren sich neu gruppierenden .Kräfien. Ter DLmpf an der belgischen Küste. B e r 1 1 n, 31. Clt Der englische Gesandte im Haag teilte laut ,,Boks. Ztg." mit. daß aut dem euglisck-n Minenzer- störer Falsein an der Ostender KAste eine Granate erplo- rierte, die einen Offizier und 8 Mgmi tötete, wahrend ein COizier und 15 Merrn ver'.vn.udet ivurden. — Es heißt dann weiter, das; deutsche Untevieebosbe noch immer an der belgi- sckrem ^üsre tätig seren. — Ebensatls auf den zkampi bei Ostende dürste lich solf-aude Trabtmeldung des Züricher Lorre- jpondenten der „Buss. Ztg." beziehen: Der Trrester Piccolo ' vernimmt aus Rotterdam, am 29. Oktober seien in dem Hasen ovn Harvich vier kleine englische Kriegsschiffe eingelaufen, die von feindlichen Geschossen beschädigt waren. Die nach Frankreich grsUichieten Belgier. (STB. Pa; is. 3l. Ol«. Michkantt-ichl Rarl) einer von dem Rinlsierium des Innern voraciwmmenen Zählung beträgt die Zahl der nach Frankrercl» gesliichteten Belgier 400000 Personen. Ludwig von Battenberg. i. Köln, 31. Okt. Tir ,GvI». Ztg." meldet von der holländischen Grenze: Zu dein Rücktritt des Prinzen Ludtvig von Batten- b:rg als rrltrr Srelord der britischen Admiralilät n>erde dem ..siiottrrdamschrn Eourirr" aus Loudvn dcriilstei, daß der Rücktritt als eine Folge der Angrissc aii-iesrhrn n-ird, dir rinigc Tvru- und volkorümlichr Blätter, u. a. der „(Robe", aogrn den Prinzen -n'rtä 'rt batten Tie-c Blätter, inat der !wNä»dtsä>e Bericht- r. statt-r hinzu, werden »aiürlich -ehr d«küb>r vrrivunben sein, daß ihre Wünsche so schnell in Er-ällung gingen. Das Schreiben, worin der Marineminister Elnirchill den Rücktritt »inahm. »st io schr hcrzlichrn LSorirn grballrn. .Kn::0geb»ngrn vor der türkischc» Botschaft in Berlin. Berlin, 30. Ckt Bor der nnfilrtxn Votünalt fände» ge s. ern abend große Zi,stln»iuliigokundgrb»n<,e!l statt. Au» der '.i'litic deZ Publikums wurüeu mehrere Ansprachen ge»iltrn, die ,n bnnisrud ausgeuommeue Hoch« au i den S miau und den deutschen Kaiirt au>N n,n'» Der Botschauer, (Kenrrol tt'alimu« Muthtar Pascha Inest ebenfalls eine k u r z c Ansornche / in n-elcher er seiner Freude Ausdruck gab, Eirütze der Deutschen n-iit seiner szeimat übrrimurln z» können. Er wolle nick» viele 33vrtr n-aä»m in dirse, fdwemt Zeit, in der dir Türkei an brr Seite Driitscliiaiids käinpir. Er sorderr dl« Menge auf, in dir deutsche Nationalhumne ri»z»sttnin>en. Denischlaiw und die Miiseiinanen. WTB. K v n st a ii l i n o v r l. 31. Cft. CJaditomllich ) Die Blätter geben einen '.'lrttkel des Teheranrr Blattes „Rrsobad" wieder. der dir Uebrrschriit Iragl: „Ter bctrtfelK üailrr und dir mu- hani!» Dänische Welt". Es wird in ihm Hrrvorgedobrn. daß dcr rin- lige Freund der 'Mobammrdaiier Trutsüiland sei. nach ivrlchrm sich die Blicke aller Mnirltiiaiirii ivrnden Tie Talsaä>r. daß Deutschland immer mit dem 2i«r des Kalisais herzliche und lrenndschast- Itchr Brzirhungcn unieihalirn habe, habe ihm die Symvthicn aller Musrimancn gewonnen. Italien und Griechenlaiid Ko n st a n l i n o v r l, 30. Clt. WiB Nichtamtlich.) Die türkischen Blätter besprechen das Vorgehen Itatiens in Ba- l o n a und dir Besetzung des E v i r n » durch Grieche n- land. und heben die Wichtigkeit beider Ereigilisse hervor. Sie können sich aber die Gleichzeitigkeit und die '.Uetmlirf feit der pon Italien und -Griechcnland an-iegebe»en ,Gründe nicht erklären. ..Tanitl" gianbi darin ein Abkomni,'» jn-ii.lien Griechenland und Italien zu sehen ,^kdam" ist der Meinung, daß rin Sturm aul dem Balkan nahe. Zum 'Äijclmiitj des türkisch russischen Krieges. Berlin, 31. Okt. Wie verschiedene Blätter erfahren, ist die Eröfsnnng der Feindseligkeiten dnrcki die türkische Flotte darauf zurückzusühren, iveil ein russischer Minenleger itiiter dem Schube eines Kanviienbootes versuchte, im B o s p o r u S M i ti e n z u legen. Die ersten Feindseligkeiten seien demnarlz von RiußlMtd gegen die Türkei unternonunen worden. Bulgarien und Rubland. i. Köln, 31. Okt. Die „Köln Ztg" meldtt aus Zürich: Der Mitarbeiter des Aattrs „Ulrv Rnssia" in Sosia berichtet: Der rnssischc Botschasler in Sofia hnbc ihm in einer Unterrrdun« rrkläri. und ihn gebeten, »ns mitzntrilen. daß dir Slimninn» in Billgarirn durchaus russrnseindlich sei. Alle Brrsliäzr des Bvt- ichasters, hierin eine Ariidcnring zu erreickien. sind erfolglos ge- bliel>en. Er habe seiner Regierung von dieser Stimmung Mitteilung gemacht. Fwstwetter in Ostpreußen. Berlin, 31. Olt Zn ganz Ostpreus;en ist bei scharfen Rordvsttoinden F r o st eingetreten._ , MrtterauSüch'.rn in Dessen am Sonntag, de-i 1 Stovrniber 19X1 Wolkig, doch trocken, kühl, lüdö-tliche Winde. Bcrantwortlich sür ..Feuilleton", „GrrichlSsaal" u. „BrnnischtrS"! I. B.: August G o r tz. Ter-trirerunr. Montag, den 2. k. Mts., narl,ni.2- Uhr, ioll. babirr Walttoritranr <> (Tariu- städirr ^»auö>: I0T8IX j Kastenlchrank. r-0 Büchse» MonictB., 1 Ladet-einrichlunn L’Sfancn, 2»vllii Briten, ei» ttleiderlchr,2 Mi l. :!>aarr., l Ichreibmasch.. NioMtitbeel- ienner, I Biiiott. iowie e>ne größere Partie Schnhwaren „. Hand-». Küchonger. nll-M r« ztvanaöw geq.bar verit.werd. Gießen, am 31. Cft. 1914 Seipel, Gerichlsvallzieber. G ® Auf Teilzahlung© 1 Posten elpff. Anzüge 1 a. 2 reiliij?c Fassons statt ti- k. mir 24. — Mk. Anzahlung 12 .— Mk. Ein Post 8 B Gnpes «.90, 7.3«, 9.75. Mk. 12.—, 18.—, 26.—, 36.—, 40.— Anzahl. Mk. 4.-, 8— 10.-, 15.— per Wochenrate Mk. 1.—. Pnlryrk ln frtt.üfer 1. t/IAÜ Auawahl. 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Die Auftraggeber derartiger Anzeigen werden deshalb um Auf- tragSerneuerung gebeten, falls sic diese Anzeigen auch weiterhin veröffentlicht zu sehen wünschen. Vcrl.rg des (Hiesietter Anzeigers. 9 ® 9®99999 9999 mm I 07500Mahahokslr. k>,2-Z.-W,z. v, OiäH.Hint. der Wesi-Anl. 15. 07612 2-Ziinmcrwoliiiung zu verm. Löwengassc I I. Jur Vermeidung von Verwechselungen ^bdesrrNunfl von Vermietunys- Dnzelgn, oder dql. wird dringend um LngavederSnret-7«nnu7r,7ner gebet. Verlag des Gieß.Anzeigers ( Vcrsohiedene | Wilbclmstraftc herrsch. 5-Zimmerwobn. mit Bad, löartenanteil usw., deSgleich, kerrfchgsUiche 3-Zimmer- Wohnung mit Bad, Atädchcn- zimmer pp. zu permieten. Nähere? bei L. Altdoff tind Licbigstr. 83. im Lad. !8301 7-8-Ziiim.-Wsill. hochherrichaftb, 1. Stock, mit allem Komfort, Zenlralbetz., tu ruhiger Lage und Nähe der Universität, per fofort zu permicteu. 8008 Emil Heinrich Müller, Schillersirasie 20. Dst-Anlage 12. Elcgaitte ^ - Ziiiiüicr - Wtihiüniif mit Bade-undLMansarden- zimmcrn. 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