Nr. 255 Zweit« Blatt W- Jahrgang (jtfrfittnl ti Unrversttcsts - Buch- und S>ei»druck«e, R. Lange, Gießen. Echckstlcktung,GeschättSsiclle».Druckerei: Schul ftratze 7. Getchättsslelle U. Perlag: ^chöl,Schris>- lenung: fcaS llä. Adresse lür Drahtnachrlchtcn: dlnjerger Gieße». ver unbezwmgliche deutsche Vormarsch in weMandern. (WB., Berlin. 29. Ott. Dem JdtsS. tsfet) twti fernem tfT p r » flg » -nullt e ift gtter aus 9t »o |'e it- txuil gemeldet: (btßoaffnett belgische Soldaten, dte an den Gefechten Müschen Dixnruideu und Nieuport vour 23. bis 2b. Oktober tejlgentanrmen habe», schildern den unbeMingiichen Aornrarsch der deutschen Soldaten in beredten Wörter,. Ms ich eineu der durch Entbehrungen gänzlich herabqek o tir m r- uen Burschen fragte, ob die Verluste der anrückenden deutsche» Trnlchen, die den Übergang des Pserkanals erzwan- gen, bedeutend gewesen seien, erklärte er rundweg: Die TeustckSkerle treiben uns mit ihren Krmonen so gründlich zurüch datz sie wenig Leute xu opfern brauchen. Bei uns ist es leider daS Gegenteil. Uns j«gt man blindlings in die Schacht hinein. Biele nrerner Kameraden sagten: „Unsere Offiziere verstehen nichts Wären wer unter deutscher Führung, so lvnnten wir das Geschäft ebenso gut wie die da deichen " Wic in frühe r e n Gefechten litten auch diesmal die Belgier unter des unwiderjletzlichen deutschen Nachtangriffen. „Ls ist unbegreifliche, ruft einer der Entwafs- neten aus, „wie die Deutschen imstande find, sich bis auf ganz kurze To stanz anzunähern, ohne da» man sie bemerkt. Ihre Ausnutzung der Oertlichckeft ist sabelhaft und wird von Miseren Offizieren bewundert. Das bringen weder Franzosen noch Engländer zustande. Die deutschen Bataillone habe» einen eisernen Schritt. Das klingt, als kämen gerade zweimal soviel anmarschiert. Unter den entflohenen Belgiern gibt es nur eine Meinung: Di« Deutschen werden siegen." Die Bericht« über den Zustand in der französischen Region, die am Borabend der deutschen Besetzung steht, sind für die Berbünderen sehr ungünstig. Geflüchtete Einwohner des Städtchens Bergues erzählt«! den Belgiern, daß es an der nördlichen Front an Soldaten fehle. Die frischen englischen Soldaten seien so schlecht aus- gebildet, daß man sie nur in geringer Anzahl ins Gefecht schicken kann. Die Artillerie werde nur von Franzosen bedient. Das Durcheinander sei unbeschreiblich. Nichts gehe in Ordnung vor sich. Vas Rumänentum. Deutschlands Senoffe gegen das Rujjcntum. Die Haltung Rumäniens in dem Weltkriege ist von großer Bedeutung. Darum bemicht sich die sranzöslsche Presse >o eifrig um hie Beeinflussung der össenll-lcheii PLeimrng in dem „lateinischen Schroesierbinde", darum rollt der Rubel so freigebig über den Prutb nach Westen. Zweifellos nicht ohne Äsvlg. Die große Masse des rumänifctien Bokkes, ver- stiinmt über die unkluge RumänenpoKitik Ungarns der testen Jahre, hat den Hetzern an der stienxr uich der Seine willig Gellvr geschenkt, so daß es des ganzen Einflusses >>>:- weis«! und gerechten Königs Karl bedurfte, um wenigstens «ne streng neutrale Haltung des Staates u> d«n an seinen Grenzen tobenden Kampfe durchzusetzen. Mit verdoppellein Eiser sichren aber Franzosen und Russen in ihren Änstr«igpngen sott, seitdem der yrvsre Hobenzoller, dem Rumänien die Vormachtstellung auf dem Balkan verdankt, seine Aug«, znni ewigen Sckilase geschlossen hat. Da ist es von hohem Wert, aus eine Preffestümne hinzuweisen, die ihre Wirkung aus die Rumänen im Königreiche nicht verfehlen wird, kommt sie doch aus der Donau-Dvppelnrvnarltfte, in der angeblich die „unerlosten Brüder" nach Befreiung sci>n>aten. (Die bedrückten Stanrmesbenossen in d«n von Rußland ,geraubten Bessarabien scheint nuoi zurzeit vergessen zu Itziben.) Die Adilteilnngen des BrreinS für das Deutschtum im Ausland bringen im Nachsteigenden einen Auszug aus einem Aussatz des nationalrumänischen Parteiblattos in der Bukowina, „Viats nova". der hoffentlich ein weithin lallendes Echo von den Karpathen bis zum SchwarztM Meer ivecken wird. Es heißt dort: „Für uns Rumänen ist unser Dasein und imserr natwiwte Entwicklung bedingungslos gebunden an das Borhandensein und die Borberrschaft des deutschen Elementes m ganz Mitteleuropa. Für Deutschland wird das rumänische Volk zimscl«, den, Dniester und d« Tonou stets ein Gegenstand besonderer Fürsorge sein, denn d>is Rumänentum ist daw !tzai»?ge gegen das «lawe.itum zu sein: für den russischen Koloß werden die iliitmaiieii bloß ein Hindernis in seinem Gange naä, Konstantstwpel bleil>en.....- Voller Enthusiasmus sind unsere Bukowina« Stamni, sgenossen in den Kampi für Dhron und Vaterland gezogen Die runiänischen Tfrauen^ beten ,et>en Sonntag „für den Kaiser", mit» r>K Eltern, deren Sohne in deir Kckeg gezogen sind, bitten den Geollich'n, in seinem Gebet zu «wähnen: den tkaiser Franz Jose! „ede:> dem in den Kckieg gezogenen Kämpftr" — ttaer eine >,:eui> Begeisterung der Rumänen Südwestrußlands ist bisher trotz aller Red- selrqkeü d« Drewerdandsnrckdung«, nicht» bekannl geworden. wie die Deutschen in Indien behandelt werden. Nach Berichten, die ans Kalkutta in die Schweiz gelangten. haben die Engländer nicht nur alle Deutschen in Indien seil Kriegsausbruch unter Polizeiaussichl gestellt, sie zwangen unsere friedlichen und ehrbaren Volksgenossen auch zur Eintragung ins Polizeiregister unter Beifügung des Fingerabdruckes, als ob es sich um gemeingefährliche Verbrecher horchelte. Alle Deutschen im militärpflichtigen Alter sind in das ehemalige Borenlager von Ahmed nagast rin Bombaydistrikt verschickt tvvrden. England ist, wie man sieht, mit Erfolg bemüht, sich von seinem kirulenbewehrten. Bundesgenossen Rußland hinsichtlich der Behandlung der seindncheu Staatsangehörigen nicht in den Schatte» stellen zu lassen. 2fu» Hessen. r. Darmstadt, 29. Okt. Das Sta at s m i n i ft« rt u m hatte für heute nachmittag die Vorstände und die Finanzausschüsse der beiden Ständekammern zu einer allgemeinen AuS'pnickie über llen nordwesMiche Kriegschauplahz England und seine Nachbartüsten. Wenn sich die Engl Luder mit ganz beiondemr Hartnäckigkeit dem Vordringen der deutschen Truppen an der Nordseeküste ent- Pk g en we rsen, io geschieht das. well innen der Gedanke uncrlrägüch ist, daß die DeMichr» lner am Kanal festen Fuß fassen könnteir Ist es doch oielinebr lahrhundettclang ein Leitgedanke.der englischen Polin! gewesen, daß Engtattd selbst sich einen „Brückenkopf" aa seinen Nochbarküstrn irineiis des Kanalcs sicher ballen müsse. Im Mittrlallrr sind die englischen Könige bekanntlich lange Lehns- tentr Ser Könige von Frankreich gewesen, von denen sie hie Normandie. Amon. Poitou und Aquitamen jn Lehen trugen. Damals also beianden sich mckt erwa nur einige Küstruplätzr, sondern vielmehr beinahe dä ganze Seeküstr Frankreichs vom Kap^Grisne, bei Eatais bis .zum ibascogner Meerbusen in englischen Händen und diesem Berhältulür machte erst jener durch Shakespeares er» g r eis ende Sänlderung besonders bekanM gewordene Mord ein Ende, den der haltloie Io bann oh« Land an leinem Ressen Arthur von Bretagne verübte Damals imach der Gerichtshol der französischen Paris den englischen König in seinem Charakter als Palr seiner Leben für verlustig und Philipp August von Frankreich beeilte sich, diesen Gerichtsspruch auszusühren ?>ur Aauilanien. die Mitgift der schönen Königin Etanwee ist damals noä, England verblieben^ Alleru dies« entlegene Besitz ftanzösischeu Landes ent sprach aus die Däner nicht den Interessen Englands. Mehr und mehr rückte mellncbr. wik m einem Aussätze des „Marzorco" .bervvrgehoben wird, iür England die Bedeutung von Flandern in den Vordergrund. wrlches de» Danpnnarti der englischen Wolle und der englischen Läute lnldrie So richtete sich die Aubnerkiamkeil der englischen Könige »eil dem 14. Iahrlnmderr daraus, an der slande rischen Küste sestrn Fuß zu lassen. Dies gelang zuerst Cbuard M. durch den Sieg bei dem ln jüngster Zell oft genannten Orte Slnvs. dessen französischer Name Eclausc laut«, ir» die Engländer am 24. Juni 1340 einen wichtigen Sieg «fochten. Ab« Slups genügte lbneu aus die Dau« nicht: imb darum machte sich Eduard III. im Jab« 1346 an die Belagerung von Calais isnti fortab bildac Calais etwa 200 Jahve lang den englischen Brücken dopt an Frankreichs Küste. Erst im Jahre 1558 gelang es dem Herzog Franz von Gnisc und dem Marschall Pierv Sttozzi. Calais wicd« ru die Lände d« Franzosen zu bringen. Tanials saß au! Englands Thron die .chlnllge" Räiria. und^ cs wirb bekanntlich von ihr beruht«, daß sie, dem Tode nabe, gesagt habe: „Wenn Zbr mir das Herz öffn«. w«dcl Ihr darin den Namen Calais finden." Maria veniand aliv wohl, was d« Verlust von Calais für die engfische FeUandspolüik bedeutete. Diese selbst ab« hat mrb hiernacki ihren Charakter und ihre Züäe nÄrt «rändert. Unt« Elnabrtb wurde für src da Formel ans^ebüdet, Englands Grerrro bilde das Me« an d« reindlichen Küste. Der neue „Brückenkavst' wurde zunächst Ostende, das die England« in seinem h lbnrmütlgen Kampe gegen die r>van:er nrlt alleni Nachdrucke uuttrstütztcn. Ostend' fick schlieft:ch. und jetzt richttte sich die Aufmrrksanrkett d« Engländer mm Er'a « aut Dünkirchen. Es tvar d« geniale Eromwell, der den 23«i Dün- Irtlr' 1 - als , raren englischen Bxücknrlop scharsblickand erkannte. Die Frucht seines Bündnöfe- mit Frankreich gegen Spanren rm Jahre 1658 war die Abtretung dickes Platzes, d« in euglischem Bckitze geblieben ist, bis Karl Ü. sich von Ludwig XIV. dazu v«- anlassen ließ, ihin Dünkirchen gegen bar al^utreten Drclc Ab- tteniiig kann als das ckgcntlickre Ende i>« Kngüschcn „Brückenkop- Politik" bezeichnet n«deu All in auch de E>el«y.cht.' des 19 Jahrhunderts hat von einem angriN iocisei, Vorgehen d« Engländer gegen die slandcrisäic Nachb.rrküste zu berichten. Das war damals, als Napoleon I. Plifirngen und die ScheDvründ-mrg stcrrl b.fckitgr und eine große Schiachtilotte bei iknvoerven veckanunelt hatte. Gegen sie wurde im Juli des Jahres 1809 eine unginoöhnlich große englisck» Flotte ausgefaudt, die 36 000 M.rmr und Pferde nach dem Festlmw bckorderte Ädmrral war Sir Richard r>trachan, kommaiidnrrende General Lord Ehatham und die Jnstruttion d« Unternehmung ging dabin, alle Schisse in d« Schelde nach Möglich- kckt zu bckckädigen od« zu z«störcn, die dafenanlagen von Ant- w«oeir zu vernichten, die Arsenale non Mssingen, Terneuzcn und Antwerpen zu -«stören und schlickzlich dir Schelde für große Kckegs- sal>«euge unsahrbar zu machen. Zu diesem Zwecke besetzte das englische He« die Inseln W a l ch e r e n und Süd-Bcoerland D« Ausgang diel« vickbeivrockwnen Ilnternehmimg war ab« kläglich, indem ßraaikhntcn und Ficb« das englische He« ans das übelste mitnabmen. Schon am 7. September mußte Lord Chatham den Rückzug antttten: noch ließ « 10000 Mann auf Walch«vi zurück. die ab« im Dez«nb« glckchialls, und zwar säst durchweg fieberkrank, lickmkehtten. Das Mißdkschick dies« Unternehmung «- regle damals in England größte Auiregung und lcbbasten Unwillen. So hat. wie die Gckchichre zckqt. England etwa 600 Jahre lang keine ?!achbarküst«i bedrolit, und cs ist daher wohl zn verstehen, daß es schon in d« bloßen Möglichkell einer Bedrohung von dick« Sale durch eine seindliche Macht die größte Geiahr für seine Zn- druk «dfickt. — Die New Parker O pornsviel zeit 1914. D« Krie g macht sanc Wirkungen auch in d« New Parker Theaterwelt fühlbar. Die in d« ganzen Wett herrschende Krisis hat bewirkt, daß »«schiedene große Theat« grichlofien bleiben werden. Dagegen wird die wick>rigste d« amerikanischen Bühnen, das Mettopolitan Ov«a Douse in New Pork, s«ne Spietzeü regelmäßig «öffnen und durchführen, wie sie vor dem Ausbruch des Krieges ststgcsetzt worden ist. D« Gen«aldirektor d« Op«, d« Italien« Gatti-Casazza, d« in diesen Tagen leine Ucbcckahtt von Italien aus angttretcn bat, machte vorh« einige bem«kenswerte Mitteilungen über das Zustandekommen und den Plan d« dies» lähriqen Spieltest. Am 16. Novemb« werden die Ausführungen beginnen, du bis zum l.Piar nächsten Jahres dan«n sollckr. Eine Anzabl Künstl« ist lnrests nach Amerika unttrweqs, di« übrigen werden in diesen Tagen folgen. Die Zahl d« Solisten ist sehr groß. 16 Soprane, unt« ihnen die Tarnen Alda, Bori, Tcstinn, Farrar, Garzfi, Lempel, Kutt und Ravvold, 16 Mezzo» Soprane, darunt« die Damen Hwm«, Matzenau«, Ob« uich Telaunors, 15 Tenöre, darmrr« Caruso, Diartstielli, Botta. Urlus, Dlarttn und Sembach, 12 Barstour, d arunter Amtsto, Wlly, Äorzg, Scotti, Tegani und Weil, und 12 Bässe, darunl« Braun, 7 starr, Rofii, Rothi« und Segurola. Die Aufführiingsleilnng liegt in den Händen ToScaninis, und Dirigenten sind Polacco und Hertz. D« Svielvlan umfaßt «wa 35 Opern all« großen Mein« „nh all« Schulen. Unt« d«i Nniaufiührungen erreg! die grösüe Aus- merflamkeit „Madame Sans Glne", die neueste Over von Umberto Giordano, mit cknem Librttto von Renato Simoiii. die in d« New Pork« Ov« ihre Tauie «leben wird. Toscainni setzt große .Hoffnungen aus da» neue Werk, das in den ersten Tagen des Januar zur Uraufiübrung gebracht w«den ivird Ferner wi-d die russische Ov« „Prinz Igor" von Bvrvdinr und.jL'O.acolo , «ne cknakfige Ov« des nock» ivenig bekannten Italiener- Franco "eoni, gegeben. Webers „Eurhanthe", Betthovens „Fu>?lio" ,md 'lliztts „Carmen" sollen die wichfigsten Nttieinsludierungei, sein. Aus di« Frage, ob es denn lttcht war, „ist« den gegenwärfigen schwierigen B«hältnissen alle bttnliiften Künstl« aus Enroi« hrraus- zubckommen, antworittc der Direktor d« Mttiovolitan Oper mst cknem Seufz« und schlld«te dann ausiührlich die umständlichen P«handlungen und Bemühungen, durch die es in monatelang« Arbckt endlich gttungtti war, die Künstler zusainmenzubrii, ,en und die schwieckgr Uebeckahrt durch die gcsährdtten Meere nach Ainerila sicher; ustellen. — Kleines vlämisch-sranzösisches Ortsleri- kon zum Kriegsgcbrauchc. Nicht wttiige Leser d« Be- ckchte vom belgisch-sranz»sischen Kckegsichauvlatze sind durch die Tovvckiorm d« Städtenamcn dickes Gebietes mehr als ckirmal in Verwirrung gcketzt worden. Die Zwckstämmigkcit, die der Re- siedelungsgcklhichle des Landes den Charaller auigcprägi igt. hat cs auch mit fich gcbrackst. daß «ne groi;e Anzahl von Otten vl„ nistz- germLillsche und sranll-sisch-romanische Namen Hcbmrnouuet tragen, in baten es oft Xhw« hält, dickelbe Stadt wstderznerkennen. W« könnte %. B daraus kommen, daß die rechts o« «helde nordöstlich von Tonrrrai belegene Stadl Rousse dickelbe ist, h? die Wallonen und Franzosen Renast ncimen! Dagegen sind die ftanzösischen Namen für Gent, Mecheln. Löwen, ült Brüg x Dand, Malincs, Louvarn, Liögr und Brnge- wohl al - a'lgemckn bekannt vorauszusetzen. Nanrur h«ßt germaniich Namen. Was den Tckl des Kckcgsschauplatzes berriist der jetzt im Bord«grunde des Iistercki'es steht, so ist die alle germanische Beze.chnunq äv Lille Rtzssck: die Holland« brauchen dicken Namen noch dcnt. imr ftc ülnwhaiwt es Eisernen Kren»«s. Lehrer Sander von Fischbach (Kr. Alsseld). ttffg. Otto Fischer ans Selters. Pfarrass. Hch. Hebbel aus Ortenberg. Musk. Otto Nahrung, J.-Rgt. 116, aus Ober-Mockstadt. Oblt. (Amtsrichter) August Waldschmidt, Jnf.-Regt. 80, cms Wetzlar. Oberlü. (Gerichtsassessor) Fink, 1. "Bayrisches Fels- Art.-Regt., aus Wetzlar. Wchor Frhr. Raitz von Frentz, Res.-Regt. 116, bisher bei der lluteroffitzimschul« Wetzlar. Leutn. Ritter v. Vogtländer, Kcmrhagniefuhrer imRes.- Jnf.-Regt. 78, von der lknteiwffiKierschule Wetzßar. Gesr. Aug. Perron aus SSü&e®, TLlegr.-Bat. in Koblenz. Dipl.- Jng. Plügge, Leutn. d. R. im Großh. Art.-Korps 25. Großh. Regiernngsbaufiihrer Bernhard Lonrx, Vizefeldw. im 1. Bayer. Delegrapheu-Bat. Mnsk. H'e n che aus Niedershausen, Jnf.-Regt. 88. OberregierungArat v. Wufsow, Mitglied der Verwaltung in Brüssel (früher Landrcrt des TillckreiseS). llffz. Bernhard Schnatz ans Diez, Eich -Freiw. im Jnj.-Regt. 160. Lenin, und Kmnp«g7riefiihrer im 67. Mcrchzeb Jnf.-Regt. Alfred Keller ans Darmstadt. Rechs- Amt des Feu>art.-Reglts. 27 Stabsarzt Dr. Siegfried Loeb. Fewrv. Jnl>. Schmidt, Großh. Förster ans Ohmes, und Gesr. d. Landw. Otto Lo i t s ch, Kaufmann ans Alsfeld. Wilheßm Kann und Heinrich Jüngst von Dillenbnrg, Wahl und SachtätsseEiw. Walter im 65. Fns.-Regt. ans Niederscheld, llffz. Friedrich Jüngliing, Mnschinengcro.- Abt. Leibg.-Regt. 115 aus Stockheim. " Die Groß h erzo g liehe Hofbi bliothek in Darmstadt hat sich als Landesbibliothek seit Beginn deS KnrrgeS bemüht, sämtliche a uf den Krieg bezüglichen Drucksachen, soweit sie im Großherzogtum tzeriegt oder hergestellt werden, zu sammeln, um damit ein wertvolles Material, das sonst voraussichtlich fast spurlos verschwinden wird, für alle Zukunft zu erhalten. Es handelt sich dabei nicht nur um zusammenfassende Darstellungen, sondern auch um GetsrenheitSliteratur jeder Art, dichterische und künst- lerische Erzeugnisse wie Gedichte, Bilderbogen, Karikaturen, ferner Predigben, Maueranschläge, Karten und Pläne. Da diese Bemühungen leider nicht überall daS wünschenswerte Entgegenkonnneu gesunden haben, wendet sich die Direktion der Bibliothek auf diesern Wege an all« hessischen Verleger und Drucker mit der Mtte, ihr derartige Drucksachen in »wem. «ütuägitch »ber in zwei Exemptaren znjenden zu wolle». — A k, dem sicher Turn-, »«b G p iel- pl«tz. D» Stadtverordneten genehmigten gestern in nichtössentlicher Sitzung den Verkauf von 35000 Quadratmeter Gelände an die llniversitätSbehörde unter ge« wiffen Bedingungen zu einem billigen Preise zur Anlage ein«? Akademischen Turn», Sport« und Spielplatzes. Das Gelände liegt 2 Minuten von dem End- halteplatz der Straßenbahn hinter dem Schützenhaus »nd erhält seinen Zugang durch die Fortsetzung der Straße, die zwischen dem Schützenhaus und der Kaserne der Maschinengewehr-Abteilung von der Kaiser-Allee abbiegt. Der Universität sollen von einem auswärtigen Gönner zum Erwerb und zur Herstellung deS Platzes 50 000 Mk. als Geschenk zur Verfügung gestellt sein. ** Deutschlands »nd Englands chemische Industrie. In der Reihe der Vorträge, deren Ertrag zum Besten der Hinterbliebenen im Felde .gefallener Gießen« bestimmt ist, sprach gestern abend Geheimer Hofrat Professor Dr. E l b s in der Universitätscrula über „Die Entwickelung der chemischen Jn- dustrie in Deutschland und England". Er führte aus: „UMer den nus zurzeit bekämpfenden Feinden ist England unstreitig der widerwärtigste und rücksichtsloseste Gegner. Nicht sittliche Werte haben ihm das Schwert m die Hand gedrückt, sondern einzig und allein wirtschaftliche Vortelle. Seit der vor 44 Jahren erfolgten Gründung des Deutschen Reiches hat das deutsche Volk ungeheure Fortschritte gemacht. Niemand gönnt sie uns, am wenigsten England. Uusere aufstrebende Industrie hat die englische Nation an der empsiitdlichsten Stelle getroffen, am Geldbeutel. Daß ein Volk Ideen hat und aus dem Gebiet der Forschung und Wissenschaft Hervorragendes leistet, daran liegt dem Engländer berzsich wenig, aber daß die Ergebnrffe der Forschung aus das Gebiet der Technik und vrakttscheu Verwertung übertragen worden sind, so daß wir unseren Wirt scha s tlichen Nebenbuhler vielfach überslügelte», das konnte man uns nicht verzeihen. Mit am meisten kam die cheueisch« Industrie Englands ins Hintertreffen. Sie strkst noch rm weserttlick^n aus dem gleichen Standpunll wie vor 30 Jahren, und es wird ihr nicht gelingen, den Vorsvrung einzuholen, den Deutschland vor ihr voraus hat. Es ist dies für England um so bitterer, als gerade es als das Mutterland der Farbrnindustrie an- zusehen ist. Allerdings waren fs deutsche Männer, wie der in Gießen geborene, aus der Schule Liebigs hervorgegangene W. Öofmann, sowie dessen Schüler, der Darmstädter .Karl Schorle m e r und andere, die einem Rust nach Englaud folgten mü> aus dem Gebiete der organischen Chemie Großes leisteten. Durch die Tättgkeit dieser deutschen Forscher angeregt, brachte Perkins 1856 die erste Anilinfarbe, das Mauvein, das er fabrikmäßig darstellte, in den Handel, und die Gebrüder R e n a r d von Lyon nahmen sich einige Jahre später Patente in Frankreich und England ans die Darstellung des Anilinrots oder Fuchsins, deffen synthettschen Ausbau Hosmann ausgearbeitet hatte. Es folgten dann wertere Farbstoffe' Fluoresrn, Eosin irnd Alizarin, wodurch der Krappbau vollständig aushörte. Me dstse Anllrnsarben stellt man aus dem bei der Gas- und Koaksbereitung als Nebenprodukt entstehenden Steinkvhlenteer her, der als solcher nur einen geringen Wert hat (1 Kg. Kohlenwasserstoff 20 Psg4, in seiner Durchbildung aber sehr wertvoll wird (l Kg. Farbstoff 2,60 Mk >. Ilm die Darstellung eines anderen Farbstoffs des Jndigoblaus hat sich der Gelehrte Adolf Beyer große Verdienste erworben. Jnsolgcdeffen bat die Einfuhr des natürlichen Jndigo- farbstofss aus englischen Kolonien, die im Jahre 1880 noch 25 Millionen Mark betrug, jetzt ganz aufgehört, und England muß sich überlegen, wie es die hierdurch frei iverdende Boden- siächc mit anderen Kulturpllanzen anlogen soll. Der hierdurch in Englaud mesgeibrochene Kampf trägt vollständig die Kennzeiche, des unlauteren WetLewerbs. Man machte geltend, der künstlich hecgesteltte Jndigoiarbstoss sei giftig, unecht und unbrauchbar. Ae englischen Belwcken selbst warnten vor dem Gebrauch, da der syu- thcttsch hergestellte Indigo doch nur ein Surrogat sein. Heute ist dieser Kampf vockei und entschieden. Unabhängig von den Ernten der Kolonien wick diese Farbe für den vierten Tell des Preises des natürlichen Indigos geliefert. So hat sich denn bei uns die Ausfuhr dieser Teerstosse iu den letzten 40 Jahren von 900 Tonnen auf 88 000 Tonnen gesteigert, während die Ech- fuhr von 2l)00 Tonnen ungetähr dieselbe geblieben ist. Den chemischen Kenntnissen und Erfahrungen sind die Fabrkk- einrichtungen entsprechend geändert und neu eingerichtet worden. Der deutsche Kausmaim hat neue Handelsbeziehungen auigesncht. Wie ans iwch anderen Gebieten, so besonders auf dem Gebiete der Farbcmindnstrie ist das deutsche Volk führend geworden. Es sei nur noch an die Herstellung der synthetischen Heilstofsc undSprengmittcl erllinert. Heute schon klagen nicht bloß dst mit uns rm Kriege lebenden Völker, sondern auch die m-ntralen Länder, wie Nockamerika, über den Mangel der aus Deutschland bezogenen Handelsarttkel, wodurch ganze Industrien wie dre Wollweberei und Tuchfabrikation brach liegen. Spüren wir den Ursachen nach, durch die effl solcher Aufschwung der chemischen Industrie in Deutschland möglich war. ß» ist zunächst die Llnnahnie, daß wir an genialen Forschern aus diesem Gebiete reicher ivärrn, nicht berechttgt, wenn es auch richtig steht, daß der Engländer eine größere Vorliebe für die anorganische Chemie zeigt. Sehr zugut kommt uns aber die deutsche Att, fremde Leistungen anzuerkennen und hoch zu halten. Wir haben von den Engländern gelernt, sie aber nicht von uns. England hält am bewährten Verfahren fest, nur suche» und forschen immer weiter und bemühen uns, jeden wiffenschaftliche» Fortschritt in die Tat umznsctzen. Infolge seiner Langsamkttt kommt der Engländer zu spät. Ferner hält der Engländer den Jugenieur für wichtiger als den Chemi ker nnb bchahlt ihn dementsprechend bester. Daraus ergibt sich der Nach» tnl, daß sich chemisch begabte Köpft sehr häufig nicht der Msftn- schaft, sondern der Technik zuwendeu, zum Schaden für die ganze Eutwickelung. Wissenschaft und Technik sind bei uns enger «ft einander veckunden. Man kennt bei uns die in England sehr häufig vorkommercken Chemikanden, dft wohl praktisch ganz gut dnrchgebildct, aber wissenschaftlich schlecht auszebüdet sind, wenig oder gar nicht. Sie sind zwar billiger, aber da ihnen te Grit icke für ihr Tun uiübekannt sind, können sie in ihrer Leistungsfähigkeit den Vergleich nicht anshaften. Bei llmwäl- znngen und Neuheiten kommt der Engländer nicht ruft. D« deutsche Chemiker weiß, daß die Wstsemschait etwas Flüssig«- ist. Er probiert rrnmcr noch einmal und ist au dft Auffaffimg gewohnt, daß sich an wiffen schaflliche llnterfuchnnqen und Erftlge rocht rncmer angenblicllick-e Werte anschLesien. Der ftoaktffche ©am btS Engländers aber legt sich nicht daraus ftst, er wlll sofort einen Erfolg sehen. Sodann kann uns die großartige Organisation unserer großen Farbwerke, dft nrilitärffche Nrasf- heft deS glanzen Betriebs, dft in den Händen eines Stabes von wissenschaftlich durchgcchildetrm AnffvAspersonal liegt, das ^jrdeu Arbeiter soiort richttg einschätzt und verwendet, nicht ft leicht nachgemacht wecken. Wenn nun England durch seine rm großen in Szene gesetzten Patenckiebstäbft und andere Schikanen dns unschädlich zu mache« vermeint, jo kann es dadurch weiter nick« erreichen, als daß es noch einen weiteren Schritt von ftrirer südlichen Höhe herirnterftergt. Es wick dadurch nicht reicher und wir nicht ärmer. Auch auf diesem Gebftte steht es bei uns gut, so daß wft ruhig durchhalten und mit dem Dichter sprecl-en können: „Lieb Vaterland, magst ruhig sein". ** Die städtischen Laftwage-n beachten im letzten Recinmngssahre im ganze« Mk. 6621,85 lgegen Mk. 6587,76 im Vorjahres ein. Aus di« einzelnen Wage« entjallen: Neostädter Tor Mk. 4851 • g « —« S35 " ++ TJ*t.emi 9 -M I«ai|>8 «t «>-»«-a>S »* oa»c» 1! ü ,, Cunttpu •-qu'M H _ W O *'“* »» y,,Sl,kp«»g »aijopig 1 1 OM*7 «? ad o» » s» cm cg l»jeij(pn»g >P>1«WIS ao *o « i «"3 a*I in|D. ao »o“ L fc «o 5 ^ i pjiünq« .6 !»o unuiaipa ®5_® ÄS? SnS £■§■« «■£ C U S »n LZ- CM £» Cm wW X. » O» Q cm cg eo | © |"© I o I O I © i © i-^ i o I 3 = L. i-rf = I" r “ 3 = ® JE S: o. O = oO) = 1 s: © = <5 k- = » © = *Ji = !§i 19 i sZk o t(0 — 5^5 S 2 I - © = 5 > i s. c — 0| r © g o» s: — o O H - « s D -3 0Q © 4 es tFI D L -ZS 3 “ s =? e “ *>. Saö st.s I! 5 lgSjL.* - -gaSo-ä?" g öS-jS.H -«•> '*** e , S ^ ^ J» S ° ■§1 t s iysi! sl|s*« *>!-'§.• € S-JqI* N ^Soc 8« Sx»«S •““ B g «ÜJ5© 2b. vau>S 3 O «* sag} 1 ? L •c £ ö» J a. a 3 ; i« «E C xi 4- « w LZ r§ 3x> ~ 3 £ a {: |Q ä B g«T S ♦* S? s un £ P XJg) c D 5 5 2© “s Lr 8«s i fr£ l»ls s« “ * o — s? 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Der Unterrtchi in der allgemeinen JoribtldungSschule beginnt Montag, den 2. November 1914, nachmittags 3 Uhr, im Schulhause der Stadtknabenschule, Nord-Anlage 8. ES werden deshalb die Schüler ansgesordert, an ge- nanniem Nachmittag vünktlid, erscheinen zu wollen. Gießen, den 29. Oktober 1914. Der Schulvorstand: Keller. 110728 Stroh- und Heuliefernng. Die tzieierung von 100 Zentner Streuftrob (Roggen- ftrob-iv!aichinendruichi und so Zentner iüßes Wielen- he» I. Güte sür die Schlachihosverwaitnng ist zur alsbaldigen Ilniicieruna zu vergeben. Angebote hterauiwerden bis spätestens lO.November im Stadthaus, Zimmer Nr. 15, enigegengenommen. [»»nB Kartoffel Verkauf. Samstag, den 31. Oktober 1914, vormittags von H—12 Ilbr.werden seitens der Stadtverwaltung imiSchul- hauie in der Neustadt Kartoffeln in Mengen bis zu 20 Pftind an Bewohner der Stadt verlaust. Der Preis beträgt für Pfund 3 Pfennig. 110758 Gießen, den 29. Oklober 1914. Der Oberbürgermeister. Keller. Bekanntmachung. Die Zinsen der Friedrich Hever vonNokcnscldTche« Stiftung mit 67.20 find am 21. Dezember 1914 an solche evangelische würdige Stadlarmen zu verietlen. die selbst und deren Ellern und Großeltern in Gießen geboren sind und das Bürgerrecht besitzen oder besnfien. Meldungen nimmt das Städt. Armcnami, Aster- Weg 9, bis 10. November 1914 entgegen. 110748 Gießen, den 29. Oktober 1914. Der Oberbürgermeister. lArmenvcrwaittingi. Stadt. Wohnungsnachweis Gietzen» Asterweg 9. Es sind zu vermieten: 110650 1 Wohnung von 7 Zimmern, eventl. mit Mansarde 1 Wohnung von 5 Zimmern und 1 Mansardenzimmer, 1 Wohnung von 5 Zimmern, 2 Wohnungen v. 4 Zimmern, lWohnung v. 4—5Zimmern, 3Wobn»ngenv.3Zimmern. 4 Wohnungen von 2 Zimmern, l Wohnung von ein bis zwei Zimmern, 1 Lager- oder Jabrikraum, 8 möblierte Zimmer, davon 2 neben einanderitegende. Zu mieten gesucht: 18 Wohnungen von 2—7 Zimmern, zftädt. jfrbeitsnacfiideis giessen. Astcrweg 9. sii 0668 ES können eingestellt werden: a. bei hiesigen Arbeitgebern 1 Bauschlosser, I Schmied, 2 Installateure sür das Gaswerk, 1 Müller, 1 Schuhmacher, landwirtsch. Slrbeiter, 2 Dienstmädchen, welche gut kochen können, l Lehrmädchen Lehrlinge: i Gärttieriehrling. h. bei auSwärtigen Arbeitgebern: Eisendreber, 1 Müller. 1 Metzger, l Schuhmacher, land- ivirtschafilichc Arbeiter und Knedftc, Drainanearbeiter- Erdarbeiier, Maurer, Ztmmericutc, Bctonarbciter Taglöhner. Lehrlinge: 1 Schuhmacherlebrling. ES suchen Arbeit: 1 Schmied, 6 Schlaffer, 1 Spengler. 2 Buchbinder 3 Polsterer und Tapezierer. 5 Schreiner, l Glaser, 2 Schuhmacher. 3 Schneider, 8 Weißbinder und Lackierer. 1 Stukkateur. I Kausieute, Schreiber, iandwirlschaitlich- Arbeiter und Kneckne, Taglöbner. Kellner, Hans- buricheii. Putz-, Waich- und Lauffrauen. Lebrlingc: 1 Schlofferlehrling, 1 Glatertehrliu»