Nr. zaa Ter Slehenrr Anzeiger erscheinl täglich, auüer Sonnlags. - Beilagen: oierin«! w»chen>:ich Sietze»erZ«7uiIienb!SNcr; zwemial wöchenll.iireir- bl«n (ürötn Kreis »ictzen (üen^tnq unbftreiuui); zweimal mono». £an6= wirtlchajttiche 5e ilfro ]tn tveruieved) ■ ?lnld;li;iie: fürbte£d)ci’«etlUiiqll2 Bertao.GelchäliesteNeSl SIbrefie lnrDrakmach- richten: Anzeiger Stehen. Annahme »«n Anzeigen lür b>e Taqesnuminer dir vormitiags S UI,r. Erstes Blatt )ayrgang greitag, 30. Gttober 19JI General-Anzeiger für Oberheffen !> e » q s j r : moimtl. 75 Vi., uievtel- alnl. Mk. 2.20; durch ,’lbf)p(e- u. Zweigstellen monatl 65 Ps.; durch die Post Mk.2.— viertel- jährL auc-schl. Bestellq. Zeilenpreis: lokal l5Ps., a»Sw. 20 Ps. — Haupt- schrislleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für den volit. Teil: Aug. Soetz; siir .Feuilleton', ,Per- nüschleL' uud.GerichtS- iaal": Karl Sleurath; iür .Stadt und Land" ; Rotations6ru die Land- verbindung voin Nil bis zum Indus herzuiiclleii. Tie Eisenbahnlinie von Kairo bis Kalkutta bildet sür die englifckwn Zukunsts- boifnunge» das Seitenstück zu der von Kairo nach Kapstadt. Will- cocks bat den Plan ansgestellt, dieses Land viü englischem (beldc und englischer Technik ivieder zur Kultur zurückzusülnen und es mit mohammedanischen Untertanen Englands zu besiedeln." „Tie deutscb-lürkische Bagdadbahn, die vom Bosporus durch ganz Kleinafien bis nach Bagdad lausen ivird, ist dazu bestimml, die entfernteren Reicholcile mst dem türkiickini Küslen- rcntrum in Analolien und inst Konstanrinopel zu vcrkiiuvseii. Sobald der Bau in eiwa zwei Iahrm (1911' Aleppo erreicht lmben wird, ist die Verbindung mit dem snrisckr-crrabischeii Bahnfnstriii hcrgeftellt. Damit wicrden die Dinge so weil sein, daß England, ialls es die Türkei selbst oder eine ain Bestände der Türlei mr- mülelbar interessierte dritte 'Macht aiigreift, mst der Möglichkeit eines türkischen Gegenangrifses aus Aeglzplen zu rechnen hätte," Daß heute, nackidem England nun einmal den Ausbruch des Weltkrieges herbeiarfüW hat, auch am Goldenen Horn der Kriegsruf ertönt, kst eine"Dell>stverständlick»tvit, die nicht lange mehr hinausgezvgert werden konnte. Und Deutschland hat allen Anlaß, das neue Ereignis mit voller Genugtuung zu begrüßen. Es hat auch am Goldenen Horn nicht zum Kriege gehetzt; im Gegenteil, seine Regierung hatte durch ihr Stilsverhalten während der Daliankriege manche nacht zu stärken und anszrchauen. Ein ersreulicher Schritt der türkischen Regierung war es hekanntlich. als sie im kriti- jchen Augenblick unsere im Mittclmeer gefährdeten Kteuzer Goebon und Breslau durch Kauf in türkischen Besitz brack)te, und der tapfere „itzoeben", in „Hamidje" umgetauft, hat ja jetzt wieder, vor Theodosia, einen schlagenden Beweis seiner Kriegstüchtigkeit erbracht. Eine günstige Wendung gegenüber der Lage beim Ausbruch des Balkankrieges im Jahrs 1912 ist auch insofern eingetrelen, als Bulgarien es abgelehnt hat, der Schrittmacher des russischen Panslawismus zu sein. Es blecht abzuwarten, ob es, im Einvernehmen mit der Türkei, jetzt oder später dazu schreiten wird, die ihm im .zweiten Balkankrieg versetzte Schlappe wieder aus der Welt zu schassen. Welche Haltung Rumänien, das in der letzten Zee Hafenstadt Theodosia hat etwa 30000 lriwvohner und liegt an der Südostküste der Krim, an einem Meerbusen gleichen Namens. Der Hasen ist von Osten her ofsen. Seil Odessa in einen bloßen Kriegshafen umgewandelt wurde, bat der Handelsverkehr in Theo- twsia zugenommen. Notoorossijsk liegt an der Nordostküste des Schwarzen Meeres. • . * Die folgenschwere Nachricht vom Kriege zwischen der Türkei uno Rußland trifft uns zu einer Zeit, >oo die Aussichten oer deutschen Sack>c auf allen K'riegvsckünipläszen die allergünstigsten sitw. Die vorgestrige Meldung, die infolge der angekiliidigten Verstärkungen, die unsere Gegner erhalten haben sollten, etwas bedrückend gewirkt hatte, ist überholt von einer sehr eingehenden, durchiveg froh und zuversichtlich stimmenden Nackwicht aus dem Hauptquartier. Südlich von Nieuport hat der dentsckje Angriff >rn Boden gewonnen, und westlich von Lille wurden >6 engl. Offiziere u. über 300 Mann gesange» genommen, als es gelang, dort mehrere feindliche Stellungen zu besetzen. Auch auf den anderen französisck>en Kriegssck)a»plätzen geht es dem Feinde immer stärker aus den Leib, ebenso im 'Nordosten den Russen. Es wird sich also im Lager der Neitlralcn in diesen kritischen Tagen kaum jemand finden, der den Eilgländern und Rujseu aus ihren Verlegenheiten zu helfen geneigt wäre. Wir begrüßen den Tag des Kriegsausbruckws znnschcn Türke» und Russen mit frohen Hoffnungen und gtmöben, daß nun auch eine türkische Erhebung in Aexstzpten, also gegen England, nicht mehr ausbleiben kann. Die türkische Flotte im Schwarzen Meer. Konstantinopel, 29. Okl. (Ctr. Frkft.) Die ganz» türkische Flotte ist gestern ins Schwarze Meer ausgelaufen. (Franks. Ztg.) Die Russen an der perfischen Grenze geschlagen. DDP. W i e n , 29. Oft. Hier angelangte Nachrichten aus Koa- stantinopel melden von neuen Kämpfen zwischen russischen Truppen und aufständischen K u r d e n in der Nähe von U r m i a. Die mit den Türken und Pm'ern verbundenen Kurden sind im A n - marsch au? die Stadt. Drangsalierung der ägyptischen Prcfie. Kopenhagen, 29. Okt. In Aegypten vcrschlim» mert sich, wie ckus London telegraphiert wird, die Lage immer mehr. Die Presse lvird drangsaliert. Die einzige lürkisckzc Zeitung in Aegypten wurde gleichfalls verboten. Au» Bulgarien. Wien. 29. Okt. (WDB. Nichtamtlich) Die „Reichspost" meldet aus Sofia: Der Vizepräsident der Sobranje, M o m s ch i l o w, hatte eine Unterredung mit deni Ministerpräsidenten über die polilisckze Lage. Er berichtete darüber den versammelten Jvnrnalisten. Sowest die Interessen Bulgariens in Frage kommen, ist der M.inisterpräsident mit der gegenwärtigen Lage vollkominen zufrieden. Die bulgarische Regierung hat die abschlägige Antwort Serbiens hinsichtlich der trostlosen Zustände in Mazedonien zur Kenntnis genommen und wird sich in nächster Zeit übei die weiteren Maßnahmen llar werden. Jedenfalls ist es als erfunden zu bezeichnen, daß Oesterreich-Ungarn aus den Einmarsch Bulgariens nach Neuser- bien dränge. Oesterreich-Ungarn hat die Hilfe Bulgariens in der serbischen Auseinandersetzung nicht nötig. Es ist stark genug, seinen Willen mit eigener Kwast durchzusetzen. Bulgarien wird vorläufig gegen niemand etwas unternehmen, denn die Regierung ist davon durchdrungen, daß es mit der Sache des Vaterlandes gut steht. Es wird nicht verabsäumen, zur richtigen Stunde seine Forderungen zu verwirklichen. Sofia, 29. Okt. Wie die hiesigen Blätter melden, ha» die russische Regierung in einer eigenen Note Serbien emp- sohlen, der bulgarischen Regierung sür freier Durchlaß von Kriegsmaterial kleine Gebietsabtretungen anzubieten. Eine Abschrift der betreffenden Note ist der bulgarischen Regierung übermittelt worden. Bisher hat die serbische Regierung den von Rußland anemvfohlenen Schritt nicht unternommen, — wohl weil angesichts der gespannten gegenseitigen Verhältnisse seitens Bulgarien keine Geneigtheit besteht, mit Serbien in Verhandlungen dieser Art einzutreken. Deutscher Sieg bei Tirmuiden. Rotterdam. A. Okt. Einem von dem Berichterstatter des , Rotterdamsche Tid" verzeick)neten Bericht zufolge sind die gewaltig starken Schanzen der Franzosen und Engländer bei Dixmuiden am Dienstag nachmittag genommen worden. Im zerstörten Städtchen machten die Deutschen 200 Gefangm». Die Heerführer. Die „Ayence Havas" verbreitete am 26. Oktober folgende Mitteilung: Einige Presseartikcl halten immer noch General v. Kluckj für den Leiter der Operationen auf der deutschen Rechten. DaS stimmte zn Anfang der Aktion an der Ars ne AVer seit der Ausdehnung der Front im Norden der Oise ist die Armee des Generals v. Ktuck an der Aisne geblieben, und aufeinanderfolgende Aeirderungen in der Schlachlfront führten an feine rechte Seite Streitkräfte, die vorher am linken deutschen Flügel operiert hatten. (öegen- wärtig sind die deutschen Armeen, welche Mischen Oise und Meer kämpfen, von Süden her gerechnet, derjenigen des Generals v. Bül>ow, des Kronprinzen von Bayern und des Herzogs von W ü r t t e ui b e r g, letztere in Belgien. Ein Zeppelin über Paris. Stockholm, 29. Okt. (Ctr. Frkst.) Goeteborgs „Aftonbladet" meldet aus Paris: Am Mittwoch er- schienüberParisein „Zeppelin". Es wurden sechs Bomben herabgeworfen, von denen drei größeren Schaden anrichteten. Acht Personen wurden getötet und eine beträchtliche Anzahl wurde verlegt. Französische Flieger versuchten das Luftschiff anzugreifen, es entkam jedoch in den Wolken. Londoner Maßnahmen zur Irreführung der Zeppeline. London, 29. Okt. Aus London wird berichtet: Die elektrischen Bogenlampen sind oben schwarz gefärbt, damit sie für die Luftschiffe unsichchar seien. Dafür habe man in den öffentlichen Gärten lange Reihen elektrischer Lampen angezündet und schciichare Straßen markiert, so daß die Zeppeline irre werden müssen und Straßen vermuten, wo nur Wiesen sind. Die Behandlung der Deutschen in England. Hamburg, 29. Okt. Der stellvertretende kommandierende töeneral v. Roehl (9. Armeekorps) gibt heute abend folgendes bekannte „Me Frage der Behandlung der Deutschen in England ist in jüngster Zeit mehrfach Gegenstand der Erörterung in der iBresse gftvesen Bon besonderem Interesse waren daber die veröffentlichten Mitteilungen eines kürzlich aus England zurück- gekehrten Mannes, die sich auf das Gefangenenlager in Newbnrp bezogen und feststcAen, das; die Behandlung unserer dort untergebrachten Landsleute — nicht nur der Kriegsgefangenen, sondern auch der übrigen Deutschen in England — geradezu in e » - schenunwürdig sei. Jmolgedessen ist ein berechtigter Sturm der Entrüstung in den breitesten Schichten der Bevölkerung darüber entstaudmi, das, die Behanddmg der sich hier auftraltenden Engländer im Vergleich zu unseren Landsleuten in England eme viel zu milde sei. Diese Tatsache hat den zuständigen Behörden iBeranlassung gegeben, dem amerikanischen Botsäiaster in London nritzuteilen, das, di: h er befindlichen englischen Männer vom 17. bis zum 4 b. Lebensiah re gleichfalls gefangen gesetzt w-ürden, wenn nicht bis zum 5. November eine amtliche Nachricht über die Freilassung der wehrfähigen Deutschen in England einginge." (Frff. Ztg.) Berlin, 29. Okt. Der „Berk. Lvkalanz." schlecht: Wie .verlautet, haben nunmehr die deutschen Mlndesregrernngett .Vergeltungsmaßnahmen gegen die gegen deutsche Angehörige und ihr Eigentum m England beliebte Verfolgung) in Aussicht genommen. Eine entsprechende Vorlage wird dem Bundesrat demnächst zugehen. Der Aufstand in Südafrika. London, 29. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Aus Kapstadt wird geineldet: General Bot ha verließ Ruften- b u rg am Donnerstag morgen nnd bekam vormittags Fühlung mit den Anhängern des Generals Beyers, die er in die Flucht schlug. Bei der den ganzen Tag fortgesetzten Verfolgung wurden 80 Wann gefangen genommen. Rotterdam, 29. Oft. (WTB. Nichtamtlich.) Die Blätter drücken ihr Bedauern über die Ausbreitung des Aufstandes in Südafrika aus. Die meisten betauen, daß es sich hierbei mehr um einen Bürgerkrieg) als um die Losrerßung von England handele. München, 29. Okt. Burenobcrst Jvoste, der sich während des Burenkrieges in Deutschland befand, um @et> der zu sammeln, teilt einer F-irma in Marktreöiwitz über die .Haltung der Buren folgendes mit: Jedenfalls kann ich versichern, daß nicht der gemeinsame Feind des Burenvolkes der Deutsche, sondern der Brite ist. Die 4000 Gräber im Burenland und die 20 000 elendig rn den englischen Konzentrationslagern zugrunde gegangenen Frauen und Kinder sind ein beredtes Zeugnis für die englischen Frciheits- slaaten für das Burenvolk. Englisch« Lügen lmben es fertig gebracht, daß StreilkräfK des Kaplandes in Teutsch-Südwestairika eingeialjcn sind, um England in dem Kamvse gegen Deutschland zu unterstützen. Gebe Gott, daß die Wahrheit der europäischen Sachlage bis an den Orangefluß Vordringen Möge, daß zu End« dieses ungerechten Krieges das ganze Germanentum zu ewiger Kulmrarbeit sich die Hand reichen möge. Eine Deutsche Proklamatiou. A m st e r d a m, 29. Okt. (Ctr. Frkst.) Reuter meldet, daß durch die Deutschen bei den Truppen des Maritz folgend« Proklamation in großer Anzahl verbreitet wird: An die holländischen Bürger von Südafrika! Da englische Truppen Ramansdrist genonrmen nnd dir dattsche Grenze überschritten Iwbcn, so stutzen sie damit den «rrvpürschen Krieg nach Südairila hinüberzubringen. Ich erkläre daher ausdrücklich, daß dieDeutschenkeinenKrieggegendieholländischen Bürger von Südafrika wünschen, sie tun im Gegenteil alles, nm den englischen Anfall aus asten Punkten znrückzuwersen, und sie n-erden den Krieg gegen die Engländer und alleingegen die Engländer bis zum Aeußersten führen. Windhuk, den 16. Sevtember. Seitz, Gouverneur von Südwestofrika. Aus Kamerun. Die „Voss. Ztg." meldet aus Rom: Londoner Meldungen zufolge haben die Franzosen in den Kämpfen mit den Deutschen in Kamerun vom 26. August bis 19. Oktober allein zehn Offiziere verloren. Eine Niederlage der Belgier im Kongo. B e r l i n . 29. Okt. (Priv.-Tel.) Das „Berl. Tageblatt" meldet aus Rom: Der hier erscheinenden „Stampa" >vird aus Paris berichtet: Ein inLeHavre eingetrossenes Telegramm des Gouverneurs in K a t a n g a besagt, daß die b e l - gischen Truppen unter dem Kommando des Generak- kommstsars Henry in einem Gefecht bei K i s s i n j i am Ki- wusec durch die Deutschen eine vollständige Niederlage erlitten hätten. Auö Portugal. London, 28. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Die „Times" melden äus Lissabon vom 36. Okt.: Gestern sind durch ein Dekret albe Klassen der Flottenreservcn auf gerufen worden. Eine Seebrigade von 600 M«mi wird Anfang November nach Angola geschickt werden, um das dortige Expeditionskorps zu verstärken. * . * Die Lage in Polen. Wien, 29. Okt. (WTB Nichtamtlich.) Bei Besprechung des gestrigen, von deutscher nnd österreichisch-unga- risckier Seite in gleichlautender Form ausgegebencn Be- riclstes über die N e ugrup pie r u n g der verbündeten Armeen in Russisch-Polen erinnern die Blätter an eine kürz liche Acußerung des ArmcekvMmandanten B o r o e v i c, der damals sagte, es handle sich gegenüber Rußland um eine einfache Rechnung. Bei der Ueberzahl der Bevölkerung Rußlands hätten wir anfänglich im Verhältnis 1 zu 3 gekämpft. Jetzt sei das Verhältnis 1 zu 2. Es werde die Zeit l'onnnen, wo Einer gegen Einen kämpft, und dann würden wir den endgültigen Sieg erringen, den das Volk erwarte. Bis dahin müßten unsere verbündeten Streitkräfte die russische Uebermacht aufstalten und schwächen. Fm Sinne dieser Aufgabe ergaben sich, wie die „Reichspost" schreibt, Kriegslagen, in denen es geboten erscheine, der letzten Entscheidung ausznmeichen und den abgebrochenen Kampf später unter günstigen Verhältnissen erneut auf- zunelstnen. Zu solche«! Entschluß hätten sich die verbündeten Armeen angesichts des Anrückens überlegener russischer Kräfte aus Warschau, Nowogeorgie wsk und Jwangorod genötigt gesehen, nnd den nun auf dem nordöstlichen Kriegsschauplatz erfolgenden Bewegungen wohne kein anderer Charakter inue, als beispielsweise der so zweckmäßigen, erfolgreichen Konzentrierung der deutschen Armeen in Frankreich!. Bei unserm Hiudenburg. Berlin, 29. Okt. Eine Hindenburg-Spende ist von mehreren Herren der Stadt Danzig zu den Truppen der Armee des Generalobersten ».Hiudenburg gebracht ivorden. Die Herren erhielten von ihrn die Einladung, an einem Abendessen teilzunehmen. Darüber wird in den „Danziger Neuest. Nachr." berichtet: Etwa 40 Herren nahmen an der Tafel teil. Den zurückgebliebenen französischen Koch hat Herr o. Hiudenburg nicht in seine Dienste genommen. Ein deutscher Koch aus den Reihen seiner Soldaten bereitet das Essen. Ein großer Raum ist als Kantine eingerichtet. Es gibt nur eine Hauptmahlzeit, die 8 Uhr abends eingcnoinmen wird. Es gab einen einzigen Gang, und zwar Huhn mit Reis, dazu ein einziges Schüsselchen Kompott, das nur für Herrn v. Hinden- burg und seine Umgebung bestimmt war. Alle Gerüchte, daß Herr v. Hiudenburg unter bedenklichen Krankheilserscheinungen zu leiden habe, sind falsch. Herzlich lachte er über die Leute, die ihm ein Gallensteinleiden zuschreiben. Er bat die Herren, daß diese Gerüchte, die ihm ein Leiden zuschreiben, aus der Welt geschosst würden. Nicht weniger als 82 Mittel gegen Gallenstein habe man ihm zugeschickt, die er doch aber nicht verwenden könne, da er kein Leiden spüre. Der österreichische Tagesbericht. Wien, 29. Okt. Amtlich wird verlautbart: 29. Okt., mittags: Auf dem nordöstlichen Kriegsschauplatz fanden gestern keine größeren Kämpfe statt. In den letzten Tagen) wurden Versuche der Russen, gegen den Raum von Turka vorzudringen, erfolgreich abgeschlagen. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs, v. H ö f e r, Generalmajor. Ein schwedischer Protest. Stockholm, 28. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Anläßlich des Telegramms, das das Presscbureau der englischen Regierung der neutralen Presse über die finanzielle Lage Englands und Deutschlands geschickt hat, schreibt Professor Cassel nochmals im „Svenska Dagbladet" einen Leitartikel, in dem er sagt: er halte sich für verpsiichtet, im Namen der Gerechtigkeit gegen eine solche unzuverlässige Informativ nstätigkert zu protestieren. Er führt dann aus: Das offizielle Telegramm des oben genannten Pressebureaus sagte u. a.: Der Wechselkurs für die Mark in New Pork ist bereits um vier Prozent gefallen, was zeige, daß man an der New Bvrker Börse über die deutsche Zahlungsfähigkeit gut unterrichtet sei. Die mit großer Reklame in Szene gesetzte deutsche innere Anleihe wurde nur durch die Sparkassen gedeckt, die von der Regierung gezwungen wurden, 25 Prozent ihrer Depositen an den Regierungsfonds zu übertragen. Cassel stellt fest, daß die natürliche Tatsache, daß die Mark-Kurse in New Park gefallen sind, keineswegs bedeute, daß New Bork das Vertrauen zu der deutschen Zahlungsfähigkeit verloren habe, gerade wie niemand behaupten könnte, daß zum Beispiel Schweden das Vertrauen zu der russischen Valuta verloren habe, obgleich der Rubel hier mehr als die Mark gefallen ist, uni> doch sei die Mark auch in Stockholm unter pari. Der Verfasser meint, das offizielle Presscbureau sollte es unter seiner Würde halten, solche irreführenden Darstellungen zu verbreiten. Neues aus England. London, 29. Qkt. (WTB. Nichtamtlich.) Das deutsche Athenäum ist auf Beschluß des Klubvorstandes geschlossen worden. — Priltz Johann Sapicha wurde dem Polizeirichter vorgesührt, da er als österreichischer Untertan nicht awKezeigt habe, daß er einen geladenen Revolver und einen photographischen Apparat besaß. Der Fall kommt vor das Geschworenengericht. — Die Londoner Om- nibusgesellschast hat infolge der eingeschränkten Straßenbeleuchtung Und des früheren Geschüstsschlusses beschlossen, den Kraftwagenverkehr eine Stunde früher zu beenden London, 29. Okt. (WTB. Nichtamtlich)) Das Reuterbureau meldet: Am 27. Oktober hat der Polizeirichter von Deptford unter der Bedingung des künftigen Wohlverhaltens einen «oümten sre ig«lassen, der in Uniform an den Ausschreitungen gegen die Deutschen leibgenommen hatte, und der oom der Polizei in dein Schlafzimmer einer geplünderten Hauses im Besch von gestohlenen Ringen und einer gestohlerien Uhr verhaftet wurde. „Daily Chrouicle" kritisiert das Urteil scharf und schreibt, es sei fast eine direkte Ermutigung des Verbrechens. Die 'Militärbehörden könnten weitere Schritte tun; sie hätten hoffentlich eine bessere Vorstellung von ihrer Armee, als der Polizeirichter von der Ehre der Ration. London. £9. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Prinz Morch von Battenberg, der Bruder der Königin von Spanien, ist gestern seinen auf dem Schlachtfeld erlittenen Wunden erlegen. V London, 29. Okt. (WTB. Nichtamtlich. ! Der Oeltank- dampfer „Brindilla", der durch den englischen Kreuzer „Sussolk" angehalten und nach Halifax gebracht worden war, ist sreigelassen worden. Die Lage in Mazedonien. Sofia, 29. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Der Ministerpräsident empfing den bulgarischen Gesandten in Nisch, der ihm einen langen Bericht erstattete. — Das offiziöse „Echo de Bulgaric" bespricht die Lage in Mazedonien und betont, daß der unbarmherzige Vernich tu ngsfeldzug g ^ gen die bulgarische Bevölkerung in Mazedo. n i e n ununterbrochen fortgesetzt werde trotz der wiederholten Vorstellungen des bulgarischen Gesandten in Nisch. Das Blatt fährt fort: Jeder Tag bringt uns immer beunruhigendere Nachrichten über die Lage, die unfern Brüdern unter fremdem Joch bereitet wird. Wir sehen, wie die 'Behörden in Nisch, statt diesen Zustand zu beenden, ihren Eifer in der Erfüllung ihrer Versolgungspftichten verdoppeln und immer heftiger die Bevölkerung dieses geprüften Landes bedrängen. Zahllose Flüchtlinge, die unaufhörlich den Grenzen des Kö) nigreiches zuströmen, bilden in dieser Hinsicht einen unwiderlegbaren Beweis.^ Aber als tvenn dieses nicht ausreichm würde, haben die Serben ein neues Mittel ersonnen, um die mazedonischen Bulgaren auSzurottcn, Mazedonien zu entvölkern, und um es besser seiner Nationalität berauben zu können. Dieses Mittel besteht darin, die unglücklichem Bulgaren in die vorder st en Schlachtlinien zu st e l l r n, wo sie voni feindlichen Feuer dahingemäht werden. Bemerkenswert ist übrigens, daß die serbischen Behörden, statt die verwundeten Bulgaren in Militärhospitälern un- terzubringcn, und sich um ihre Verwundungen zu bekümmern, sie nach Hanse schicken, selbst wenn ihr Zustand besondere Pflege erl>eischt. Somit vertrauen die Serben den Eltern und nächsten Verwandten die Sorge an, die Soldaten zu heilen, die häufig bei ihnen in so hoffnungslosem Zustande eingeliesert werden, daß die Verwandten ihnen nur noch die letzte Ehre erweisen können. Das „Echo de Bulgarie" schließt: Das ist die Wahrheit über das Schicksal der Bulgarischen Bevölkerung in Mazedonien. So entsetzlich es auch sein mag, wir haben es vorgczogen, es der Oesfcntlichkeit zu enthüllen, um mir jedem unbegründeten Oplimisnius oder jeder irrtümlichen Auffassung aufzuräumcn. Aus Albanien. Balona, 28. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Heute vormittag besuchte der italienische Kontreadmiral Patris mit zwei Aerzten und dem italienischen Konsul das Lager der Flüchtlinge. Rom, 28. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) „Giornake d'Jtalia" meldet: Jii London und Rom war die Nachricht eingctrossen, daß in der Gegend von Argnrokastro vollständige Anarchie herrsche. Gegenüber dem Problem, die Flüchtlinge von Argvrokastro, welche sich nach Balona begeben haben, nach Argnrokastro zurückzuführen, hat sich England nach Athen und Rom gewandt, damit hi« beiden Re. gierungen die hierfür notwendigen Maßnahmen träte«. Italien hat bereits eine ärztliche und eine Hilssii' ))ion dorthin entsandt, und Griechenland ist im Begriff, die O rdnung in den Bezirken Argyrokastro und Premeki durch Entsendung von regulären^ Truppen wiedcrherzustellen. Es erklärt in sichten an die Signatarmüchte der Londoner Konvention, daß dies einen provisorischen Charakter habe, und daß die griechische Regierung an den Beschlüssen von Lonoon und Florenz festhalte. Ter fliegende Holländer. R o m , 29. Okt. Die „Triüuna" bringt eine Reihe interessanter Einzecheiten über die Tätigkeit der „Emden" in dem indischen Ozean. Sie schreibt aus Kalkutta u. a.: Sosort nach Bekanntwcrden der ersten Meldungen über dir Taten der „Emden" wurde ein gewaltiger Eindruck in Kalkutta hervorgerufen. Es wurde unmittelbar der Befehl gegeben, dag keine neuen Dampfer auslanfen sollen. Die Kriegsversichernng für die Schisse wurde aufgehoben. Alle Leute lebten in der furchtbarsten Äugst wegen der zahlreichen anderen Schisse, die entweder bereits überfällig und nicht in dem Hasen eingetrosten waren, oder sich noch auf der Fahrt befanden An einenr Sonntag nacknnittag hielt die „Emden" den „Diplomat" an. Der Kreuzer war von der „Mcrrkomania", einem Dampfer der Ham- burg-Amerika-Linie, sowie von dem griechiick>en Schiss „Pontopo- rus" begleitet. Der Kreuzer führte das englisch« Schiss „Car- binga" im Schlepptau. Außer den bereits gemeldeten schiften hat die „Emden" noch die Dampfer „Jüdus", „Lovat", „Killm" und „Larnano" angehalten bezw. versenkt. Als die „Emden" sich nach Singapore wandte, nahmen englische, russische, sraw- zösische und japanische Kriegsschiffe die Beriolgung aus. Als man in der Nähe von Colombo der „Emdeir" den Garaus machen wollte, gelang es, ihr die Funksprüche der Verfolgenden auizu- sangen und abermals zu entwischen. Mit dreien enühr die „Emden" auch dre Route der zwischen Colombo und Kalkutta fahrenden Dampfer. Die „Emden" trat dann den englischen Tamprer „Sniila", der anderen Schiffen Informationen weitergab. Die „Emden" ließ die „Dmila" unbehelligt nach Colombo gelangen und letzterer brachte falsche Informationen, die rhin der deutsche Kreuzer übergeben hatte. Präsident Havenftein über den Geldmarkt. (WTBü Berlin, 29. Okt. In der heutigen Sitzung des Zentralausschusses der Reichs bank teilte Präsident Haben« stein u. a. folgendes mit: Tie Ausweise der Reichsbank im Oktober waren durch den Einfluß der Einzahlungen aus die Kriegsanleihen beherrscht. Ms znm 5. Oktober waren 2420 Millionen Mark, bis znm 28. Okt. 3470 Millionen Mark, das sind 78 Prozent der Gesamtzeichnmig, eingezahlt worden, also fast 700 Millionen mehr, als für dre beiden ersten Termine verlangt worden waren. Znm größten Teil sind dies« Zeickmnngen ans bereit gehaltenen Mitteln geleistet worden. Di« Inanspruchnahme der Darlehenskassen bleibt hinter den Erwartungen zurück. Ter Hüchstbcttag der bei diesen ausgenommenen Kriegsanleihedarlehen betrug am 7. Oktober 710 Millionen gegenüber den bis zu diesem Tage emgezahltcn 2420 Millionen, ging dann bis zum 15, Oktober aus 593 und bis zum 23. Oktober, an welchem Tage 3087 Millionen eingezahlt naren, auf 534 Millionen zurück. Dieser Rückgang und die fortgesetzten neuen starken Einzahlungen beweisen, daß ein erheblicher Teil dieser Darlehen nur für ganz kurze Zeit benötrgl wurde. Diese gewaltigen Zahlungen erfolgten ohne nennenswerte Störung des Geldmarktes. Ter Goldbestand der Reichsbank verstärkte fid> infolge dieser Eiryahlungen nnd der srei« uilligcn Sammeltätigkeit oom 23. September bis 23. Oktober um 152 Millionen, seit dem 31. Inst um 575 Millionen. Der Bestand an Äheidemünzen hob sich von der niedrigsten Ziffer von 18.6 Millionen bereits wieder ans 30.1 Millionen, was als ern Zeichen der Ueberwindung der Kleingejdnot anzu- lchen ist. In der Zeit vom 7. Oktober bis 23. Oktober gab die Reichsbank in kleinen Darlehens scheinen 39.2 Millionen in den Verkehr. Die Gesamtlage ist seit dem 30. September uni 1854.6 Millionen, seit ihrem HöckKstand am 31. August um 1980.7 Millionen zurückgegangen, woran im Oktober auck> die diskontierten Wechsel erheblich beteiligt sind, die seit ihrem Höchststände .Mitte August um 750 Millionen abnahmen. Du reine Golddeckung der Noten erreichte mit 46,1 Prozent anr 23. Oktober einen um k Prozent h.öl>eren Stand als am 31. Dezember 1913, obwohl damals der Notenumlauf um 1375 Millionen geringer war. Die Metalldeckung stie>i oom 30. September bis 23. Oktober von 38,7 Prozent auf 65,5 Prozent. So bietet der Stand der Reichsbank ein Bild des berechtigten Vertrauens in Deutschlands wirtschaftliche nnd jmanzielle Verhältnisse. Nriegrbrieft <111$ dem Osten. SwMmferem zum Oft Heere entsandten Kriegsberichterstatter (vnberechNqter Nachdruck, mich auSpigsLetie, verboten.) Beobachtungen über die russische Armee Armee-Oberkommando Olt, 25. Okt Tie Wirksamkeit der russischen Armer war in irre, deutlich getrennten Abschnitten zu beobackten F« de, Kämpfen bis zur Schlacht von Tanncnberg (bet Insterburg. OHttn bnroen usw in den beiden großen Schiachten bet lanirenb-rg und den Masurischen Seen, und in dem lehren russischen Ock.it- sipstoß, der ,ext endgültig pmi Stillstand gekommen zu senr tckc-.rt Das Bild, das sick. von den verschiedenen russ ichen W slen. gattungen aus diesen bisherigen Kämpien ergibt, ist für zwei Gruppen gleichmäßig. Für Kavallerie und Ar tillcrie Tie Kavallerie hat von Anfang an verjagt, ihre ersten Lorstöße, die Ostpreußen übertchwenrmen tottsiu. bra!-> unter devt Feuer von Lands.urmkomvaguien znlamme i' später be» Tonnenberg und den Masurischen Seen war die Ar iktärnng»- arbeit der K-vnllene miherordenttich schlecht und ungenttg-nd. Saß den Kosaken teder iniltlärüche Werl abausprelten tu. s.beiut die russische Heeresleitung von »ornherern genmßr zu hat«eti. s«e sollten nur „beunruhigen", dar. die; Gesindel aber bttg denlirl vor deuischen Radtadterratronitten ausgerrlien nt. scheut ntät einmal die russische Heeresleitung angenommen zu haben Tnru nt den Biteien »tue» höheren russ. OFizters. b,e man geirut > K stand der bez-schnenb- Sah, daß er sich dir Mtnderw.rte-k'tt der Ävsaken Kavollerre doch nicht io hoffnungslos tsfe'fli bade Augenblicklich tft tue russische Kavallerie vor der Fernt über hm irr kaum mehr zu sehen Daß ich neulich von dem stipkn Ausblick eines hohen Eutidaumes eine Koiakenprttmfll' mrt dem Fernglas beobachten kannte, iit ern sehr seltener Zmllt Tie Behandlung der Pierde ,sottet jeder Beschreibung. Zck> habe nach Hohenstein und nini» den Masurtsckien Leen um mindesten gehängt würden, hält den größeren Teil dicker Leute zusammen. Tic ehemalige Wilna-Armee ist durch frische sibttitche Korps verstärlt worden. Wie die gesamte russische Infanterie sind auch diese Korps zum Anqriss nicht zu gebrauchen, aber sie h-szen im Schützengraben bis zttin Aeußerstcn swnd Tie vielen kleinen Gestalten. die kindliche Haltung, die ich bei sehr vrcien Gefangenen, nach Tannenbcrg und Gerdauen beobachten konnte, fehlte hier Gut ausgerüstet, große, starke, blonde Burschen, die ein guimüng-s Lachen baden und >>ch kindlich treuen, wenn man ihn«, mckkckkt, daß sie bei uns keineswegs massakriert würden. Bei den anderen Teilen der zehnten russischen Armee muß da« Aushalten allerdings dadurch erzwungen iverden. daß die Offiziere mit geladenen Revolvern hinier der Front stehen. Dies hoben die vielen Istesangenenvernehmutr^n, denen ich bei- wodnte, stets ergeben Erst gestern wurde es von ein paar recktl intelligenten Polen wieder bestätigt Es ist möglich, daß. wenn der russische Ossszicrsverlust einen geipsssen Prozentsatz übersteigt, der Zusammenbruch der russischen Armee verhältnismäßig sehr viel rascher vor kick gehl, al« man nach den Ersabrungen von anderen Arinern schltcsi-n durste. Es ist möglich, daß er dann über- honvt nicht mehr autzubalten sein wird. Borläusig ist dieses Maß aber noch nicht erreich», und da der russische Offizier ziemlich vorsichtig ist. kann man über die Zeitpunkte des Eintretens dieser Möglichkeit schwer etwas sage». „Man bat uns svrtgejagt. Eizellen,. wir mußten schießen, sonst wurden wir erkchosien." sagt rin junger Finnlönder, der die bknuen Inngensauqen voll Furcht hatte. „Ich null so gern in Deutschland arbeiten mit den Kameraden. Werde ich dürfen. Erzekbnz?" Mit solchen Truppen kann man keine energischen Oite«i»- stöße durchsitbren Leitung und Geist dcS rnsitschen Generalstabes ergeben dann noch ein Kapitel für sich, das jetzt nickst -bgehondekk werden soll. Rolf Brandt, Kriegsberichterstatter. Au» Stadt und Land. Gießen, 30 . Oktober 1914 . ** Höchstpreise für Kartoffeln. Nachdem das Kreisaml vor einigen Tagen den Höchstpreis für auserlesene Speisekartoffeln aus 6. für geringere Ware aut 5 Mark für den Doppelzentner festgesetzt hat, wird nun auch von der Stadtverwaltung eine neue Beifügung über die Kanosselpretsc erlassen. Danach werden unter Aus- Hebung der früheren Festsetzungen die Höchst, preijc sür Lpeiselanoffeln einschl^ freier Lieferung in den Ausbeivahruugsrauiu des in der Lladt Gießen wohnenden Käufers mit sofortiger Wirkiamkrit sür die Stadl Gießen wie solgl festgesetzt: sür beste ausgeiesene Sveise- kartofseln der Doppelzentner 6.50 "Vit, für geringere Ware der Doppelzentner 5.50 Mk. und für beste Lveisekartoffeln im Klcinverkaus das Kilogramm 0.07 Mk. — Wir emp- feßlcn die ausführliche Bekannwiachung des Oberbürger- metsters im Anzeigenteil der heutigen Nummer der besonderen Aufmerksamkeit. ** Ter hessische Krankcnkassenverband. dem Zsi Kaffen im Großkerzogtum Heisea angehören, harte nach dem soeben erschienenen H o r st a n d s h e r t dt t tut ab- gelaufenen Rechnungsjahre eine Geiamleinnahme von 5077 OühJ.62 Mark, darunter 4 196007,25 Mark au Beiträ- trägen zu verzeichnen. Tie Gesamtausgaben bcliesen s»ch aus 4 767 563,31 Mark. Es wurden für ärztliche Bebandiung verausgabt 816 220^0 Mark, oder 7,13 Mark pro Mitglied. Im Borjahr betrugen die Ausgaben für ärztliche Behänd- Inng pro Mitglied 6,69 Mark. Tie Ausgaben für Arznei und Heilmittel beiiefeit sich auf 472175,11 Mark, sie haben sich pro Mitglied von 3,70 Mark im Borjahre ans 4,12 Mark im Verichlsiahrc erhöht. In Krankengeldern sind verausgabt für Mrtglieder 1 859 203.80 Mark und für Angehörige 49 609,85 Mark. Es ergibt sich daraus pro Milglted eine AuSqabe von 16.25 Mark für Aiitglieder gegen 15,09 Mark im Vorjahre und 8,43 Mark für Angehörige gegen 0,38 Mk. >m Bori>rhre. Die Zahl der Erkrankungssälle betrug 63034 »der 55,1 aus je 100 Mitglieder. An Krankheit »tagen sind verzeichael 1289 952. Das srnd sür jeden Krankdeüssali 20.4 Tage oder auf jedes Mi^lied 11,2 Krankheitslage. Tie verfönllchen Berwaltungskol.en betrugen 344 880,01 Mark oder 3,01 Mark pro Mitglied, im Vorjahre 2,73 Mark, die acht»chen 72 185,03Mk. oder 0,63 Mark pro Mitglied gegen 0,84 ,in Borzahre. D«e Turchichulltsinttgliederzahl der an der Staliikik beteiligten 26 Kassen betrug 114 354, die in der Slatistik nicht ans.re..rhlren ükrtg-e» 9 Kassen des Derbmrdes Halen rund 8«^0 Mil>9teder. " Tie Olründung einer Kriegskreditkasse in G4ie;';«t ist scher die 'Ansangsftadien nicht hinausgekom- mcu. Ae Grüirdc dafür wird man namentlich in dem Um stände zu suchen haüen, daß das Kreditbedürfitis nicht den U m s a n a hat, wie man annehmen zu müssen glaubte. Es hatten sich sür die Kasse, wie man uns milteilt, zwei .siapitalisten mit ei:: 'm belrächtlictien Kapital genieldel, dagegen verhirtten sich die Kreise der Bürgerschaft, in deren Interesse das Unternehmen eigentlich ins Leben gerufen werden sottte, edlehnenü. ** Staüttheater. Aon neuen Mitgliedern wird in der Ercfsnungtzvorft"l1ung Frl Martha Schild als Sprecherin des Prologs und als „?Nagda" in dem Wichert- i'chcu LabvdUzüd „Das Eiserne Kreuz" austreten: der neue erste .Held Herr v. Lk ogg en hausen vom Stadttheater Frankfurt a. Oder wird sich ?unächst als erster Kürassier in „W«lle-'st«nö Lager" vorstellen und dann am Dienstag ak? Rolle den „Tellheim" in „Minna von Barnhelm" gebe«. fr n, Gefangenenlager am Trieb sind seht die ersten 100 Gösan^enen, darvnter LIndier und drei Turkv« eingeliekert. Lie sind in eirer der schon fertigen Bare.cketi unterxebracht. Tie Leute iperden vorerst bei der in AuSs.'struiig begriffenen Kanalisation des Lagerplatzes mit leichten Srdarbeiten beickriftigt. Kreis Schotten, r. Fr eien feen, 99 Ctt. In hiesiger Gemeinde wird mmiatlich für das „Kote Kreuz" gesammelt. Hierdurch, sowie »on Kirckenko-cekeen gingen seither im gannm 1515.38 Mark ein kin kl kirrer Junge brachte leuchtenden Blickes seine Sparpfen'ck^e. Art Liebesgaben gingen außer den Arbeiten der Schulkinder 226 Paar Slrümpse, von den Frauen tmb Zungfraucn gestrickt, ab. Dem Lazarett zu Laubach wurden in wecktentkichen Lieferungen 36 Psd. Butter, drei Wagen Kariosfeln mrd 438 Eier gekiesert, ferner Bienen- I/onrg. Salat, Kraut und gelbe Nähe«. Kreis Friedberg. *. Bad-Raubei m, 29. Oft. In der benttaen S la dl- oerorbnelen-Versaininliing wurde über tolqendcS Be- ichluß gelabt i Beb>i<« Reüitgnna '«4 noch in der vorderen Lndwig- ftrast« lievendet, alle» Kanals sollen dort einige Schächte ein- aebant werben. Ti« onqewedertcn 1200 Mk. iverden bewilligt. Die Neulierlretluiu, de« nt der Lndwialtraße vorgeiebenen Kanals wird durch diese Tcha^l.taitla gen nicht berührt. - Aus dem neue» Friedbot soli»» in der Aätzc der Leichenhalle und neu auzn- le»«»rde»^ Erbtzegräbutbe Bäume und Pflanzen gesetzt werden. Die Betsamncknng bewillig bOO ?;f. (iit diese Zwecke — Der Vertrags- und der V > I d u n q 4 v e r e t n , di« Ichoti seit Fahren ssir das tlnterlstliui'qSbcdiirsnts unserer Winterkurgäsle und Einwohner lättz sind, sgben sich tiir diesen Winter eine besonder« lotwnSwerte An'gabe gestellt. Die bei ihreti Deranttall- ungen erzielten Uebersibüge slietzen nicht in die Vereinskaffen, sende»» werden zu Zwecken der ltri-gSiiirtorge verivaiidi. Anher- dein erbalieti die stier in Psie^ bestndliche» Mannschastcn, soweit Plätze vetilutbar sind, irciet, En,I in zu den Tlteatervorücllimqcn. kisitzerien oder sonsiu.en Berat,staltunge». Ter Aamisienverein .iteukordia^ hat ebetealt« di« Absicht, im Lause des Winters ein» tkvehlläißckeztsvetchetltutq znm Besten der verivundete» Krieger zu verenhelten. © Butzbach, 30. Oft. I» der Rächt vom 28. zum 29. CTtcber verunglückte bei Hausen das Auto des Halzhändkers ck l o S aus Wetzlar. Der Führer des Autos >var ein Butzbacher nameu« Süß. Er hatte seine Freunde zu einer BergnÄgui^srour mitgenommen. Tre Mitfahrer blieben unvertetzt, wahrend der Führer verwundet und ins Irchannfterkrankenhaus Mederweisel überführt wurde. Hessen-Nassau, m. Kirchhain, 29. Okt. In der aeftrigen Stadtver- orbneteuvcrsammlnn^ wurde zunächst einem Magistratsbeschluß. die Pachtdauer sür eine Anzahl städtisckscr Grundstücke bei zur Ausweisung der neuen Pläne zu verlängern, iugeftmtml. — Zur Bezahlung der Bcrpslegungsgelder sin tm im September d. I. hier eineuart,erten Soldaten sind 79>>9lRk. erforderlich. Ta es jedeniall« noch längere Zeit dauern wirb, bi) die Gekder vom Reich überwiesen werden, >oll bei der städtischen Spa,taste ein kurzfristigcs Darlehen sür diesen Zweck ausgenommen werden t8ei der Besprechung dieses Punktes wurde die Hoffnung ausgesprochen, daß rin grosse Teil der hiesigen Einwohner aus die ilmen zuuetnuisten Beträge zugunsten wvbltitigrr Ztveckr verzichten wird. — Durch den Krieg hat die Sradt erhecktichen Ausfall bei den Einnahmen, cs wurde deshalb emc» Magistiatsvori'cklag zur Zurückstellung einer Anzahl vorgescb''aer Arbeiten und Anjckassungen zugcstimmt, da eine Zteuerrrdöhnng vermieden werden kvtl. — Für eine größere Anzahl tm Felde stehender Reservckten und Landwehrleule, denen durch die Mabiimachuns ihr Einkommen stark geschmälert oder r nz aus«ei«lleu ist. wurde die Befreiung von der emeindcgeuer bcschlsssen. — Weiter wurde von der. Berhandlnngen über die Regulierung der Ohm Kennluis genommen. Für diese Regulierung waren uriorüntztich 50 Prozent Staatebethils« vorgesehen, dicke Bck- Hilfe ist aus Antrag der Stadt Sirchhain um 10 P r oer hSht worden, und eS vermindern sich dadurch die Kosten für die Gemarkung Kirchbain v»n 53 627 Mk aus 88 900 Mk. Tie Anshihrung der Arbeiten s«N r» Zusammi-itdang mit der Zusammenlegung eckalgen Tann w-.»rüe bekannt gegeben, daß zur Annahme der Zuwendung deS Herrn Bierbrattereibesitzers B » p p - Marburg im Bcckraxe v»n 15 000 Mk die landesberrsiche Genehmigung er- trift (st — Ter Unterotsi»'" der Reserve im 3 Brandenburger Fuß-ArtiUerie.Regiment Rr 3. Postaisiücnt Karl Leonhäuser von Iner. erbiclt Eiserne streu, X. Hanau, 29. Oft. Tie Stadtverordneten haben heute nach sehr eingehender Debatte über die Kar- rofselpreise beschlossen, den Magistrat zu ersuchen, bei der preußischen Regierung und dem Bundesrate dabin vorstellig zu werden, daß nicht nur für Brot- getreide, sondern auch für Kartoffeln Höchstpreise — und zwar niedrige, dem Ernährungsbednrfnisse des Bol- kes angemessene — festgesetzt und dirjeingen Maßnahmen durchAeiührl werden, die nvtwendrg sind, um die Abgabe der vartvsieln zu diesem Preise zu tühern. — Für die notleidende« kriegsgeschädigten Eks a ß-Lo t hrin - g e r haben die Ttadloerordneteu 2000 Mark bewrNigt. vermischte». * Kerzen aus Ta b akrauch Nicht nur aus grünem und abgetaUeinn» welken Laub und andere» Pegetabilieti läßt sick I inich den Untersuchnngen von Dr. E. Thomae» Gtehen in > raniabler Weis« Wachs gewinnen, ans dem man Kerzen Herstellen kann, auch der Tabakrauch stellt Kerzenntatetial dar. Tie Zigarre,t» nnd Zigariitenwölkchen wid die Wollen der Pfeile bestehen nach den Tbomaeschen Uiilersuchunge» nicht, wie man allgemein annimmt, ans Flugasche, sondern aus P s l a n z e n w a ch das von Tabakharz. Nikoiin, nie!ki)latninarlig riecktenden Substanzen, .'Lasser u. f. w. begleitet wird. Sckon ä>ts hundert Zigarren tonnte Tr. Thomae ein helldrcnncndes Lichtchen Herstellen. Letzte Nachrichten. vie „Emden" vernichtete einen rnssischenttreuzer und einen ftanzösischen Torperwjäger. (WTB.s Leipzig, 30. Oktober. Die „Lcipziger Neuesten Rachrichten" verbreiten solgcndcS Extra- blr.lt ans Kopenhagen: Nach einer amtlichen PeterS- bnrger Meldung an» Tokio wurden der russische Urcuzer „Schemtschug" und ein sranzstsischer Tor» peLojäger aus der Rhccde von Pnlo - Pinang durch Torpedoschüsse des deutschen Kreuzers „Emden^^ znm Linken gebracht. Ter Kreuzer hätte sich durch An- bringen eines vierten salscheu Lchornstein» «»kenntlich gemacht und konnte sich aus diese Weise den vernichteten Schissen unerkannt nähern. Ter Kreuzer „Lcheintschng" ist 1903 erbaut, hatte eine Schnelligkeit von 24 Seemeilen nnd eine Wasserverdrängung von 3180 t. Er snhrtc eine Besatzung von 356 Mann. Zwei russische Kihrzeuge tnirch -ie Türken znm 5tnten aedrardt. at. Beyers war viele Fahre Amtsgemn'se von Bot ha und muß bis ans drn letzten Punkt alle militärsi'chen Pläne der Regierung nnd Me ihre Hilfsmittel kennen, sowie auch tvissen, wo ihre Stärke und ihre Schwäche liegt. Ohne Zwckfck ist bet ihn, General Kemp, ckn frübertt Offizier Dela rens. der ak? tapferer Mann und tüchtigtt Cf filier aus den, Burenkriege bekannt ist Sein peckönlichrr Einiluß rckchl wckt sii Südwestasrika. Es bcktehen wenig Zwckiel. daß Olsisiere wie de Wet. Beyers und Kemv aus eineaewisse Gesolgschast rechne u können Tic Rebellen wählten den Augenblick gut. Tin südattikanisches Erveditiouskorps ist durch Operationen gegen Deutschland vollständig in Anspruch genommen. Die englychen Truppen, die vor den, Kriege in der Union ihre Garmson hatten, wurden durch die südafrikanische Regierung ^ rir tx-n^ xtsTtit tn Eurvpa abgcköst utch haben da» Land waiutck-inltch verlassen. ^ie „Times" glauben scktoch, daß die Autständnchen etnen endgültigen En'olg nicht haben werben . „ , ^ Dir Behandlung deutscher tkriegsgefangener in England. i Köln 30 Okt TcrBeretiiderdeutschenSec« schisfahre'r faßte angesichts der m e n f ch e n u n »ü t b i - gen Behandlung und Beköstigung deutscher Leeleute in England den Beschluß, die deutsche Negierung zu bttton, entweder für eine bessere Behandlung der Deutschen in England zu sorgen oder aber die rn Deutschland gefangen gehaltenen Engländer in der gleichen Weis« zu behände 1 n, wie in England gegen die Äeutjcheii verfcchretrzoerde. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem uns so schwer betroffenen Verluste unseres für das Vaterland so früh dahingeschiedenen Sohnes Herrmann sagen innigen Dank. ll#M Familie Balth. Hinterlang. Klein-Linden, 29. Oktober 1914. Danksagung - Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme am Verluste unseres lieben unvergesslichen Entschlafenen Herrn Zahlmeister Ernst Wolf, ,.M sage» ■wir »Ben unseren innigsten Dank. Namens der tieftrauernden Hinterbliebenen J. Wolf und Frau. GRessen, den 99. Oktober 1914. 11070 Nachruf! Jnioloe schwerer Verwundung starb den Heldentod siirS Vaterland der treue und unermüdliche Turnwart und Mitbegründer unseres Vereins Ferdinand Schwalb letr. d. Res. im Jns.-Negt. ..Kaiser WtlbclnC Getr. d. Res. im Jns.-Negt. „Kaiser Wtlbclm" Nr. iis, :r. Komv. Kon edlem Cünrakier und treuer Pslicht- crsülluna beseelt, sepie er leine gnnse Krall sur uniere edle Sache ein. Sein Hinscheiden be- dcuiet für uns einen schmerzlichen, unersetzlichen Verlust. iilSir werden ihn« stets ein ehrendes Andenie» bewahren. 11076 Turnverein „Gut Heil", Altcn-Bnseck. Heute nacht 1 Uhr starh nach längerem Leiden meine liebe Frau, unsere gute Mutter, Schwiegermutter, Grossmuttcr, Schwester und Schwägerin Frau Dorothea Kolb c;eb. Kaltenschnee im Alter von 59 Jahren, Die trauernden Hinterbliebenen: Heinrich Kolb, Lokomotivführer i. Familie Wilhelm Kolh Familie Karl Kolh Familie Ludwig Kolb. Giessen (Henselstr. 10) Langen, Marburg, 29. Oktober 1914. Die Beerdigung findet Samstag, den 31. Oktober 1914, nachmittags 3 Uhr, von der Kapelle des neuen Friedhofes aus statt. noei Heute abend 6 Uhr entschlief sanft nach langem, mit grosser Geduld ertragenem Leiden unsere innigstgeliebte, treusorgende Mutter, Schwiegermutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Margarethe Mainzer Ww. geb. Kessler im 52. Lebensjahre. Die tieftrauernden Hinterbliebenen. Giessen, den 29. Oktober 1914. ° 758 * Crednerstrasse 35 Die Beerdigung findet Sonntag, den 1. November, nachmittags 2 Uhr, von der Kapelle des neuen Friedhofs aus statt. Nachruf. Am 17. September d. Js. starb den Heldentod fürs Vaterland unser treues Mitglied Heinrich Hammel IV. Reservist der 12. Komp. Infanterie-Regts. Nr. 116. Ehre seinem Andenken. Annerod, den 30. Oktober 1914. Gesangverein Heiterkeit ums Kriegerverein. 0 -m m mm Schutz gegen Regen und Kälte Enorm billig! Enorm billig! Gummi-Kläiilel Mk. 13.75, 15.75, 19.75 Loden -- Capes Mk. 6.75, 8.75, 12.75. 13/75 Wasserdichte Westen mit Flanelllntter Mk. 15.— T&~~ das Beste "QHX Gummistoffe für Capes Anf ertignng in 3 Stunden Preis 50.— bis 35.— Mk. Kaufhaus Katz, Gielen Bahnhofw*aßc 14. Feldpost- Briefe in verschiedenen Füllungen erhältlich bei: hoM August Noll Kreuz-Drogerie Bahnhofstr. 51. Wasserdichte Uniform- Westen aus Regenschinnseide, das einzig beste Mittel gegen Durehnässen der Unterkleidung. 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Es ist selbstverständlich, daß geringere Preise insbesondere dann ge- fordert werden, wenn die Beschaffenheit der Ware oder sonstige Verhältnisse eS angemessen erscheinen lassen. Die Verkäufer, unter denen alle Personen zu verstehen sind, welche mit Kartoffeln, sei es im Marktverkehr, in Läden oder sonstwie handeln, haben die vorstehend festgesetzten Preise mit Angabe der Menge, aus die sich die Preise beziehen, durch einen fichtbaren AnsHlag an den Berkaufs- ffcBctt zur Kenntnis zu bringen. Sie haben diesen Anschlag mit dem polizeiliche« Stempel versehen zu laffen und täglich während der BerkausS- zeit auszuhängen. Der Verkäufer hat ferner eine Wage mit geeich^n Gewichten bei der Verkaufsstelle aufzustellen und ihre Benutzung zum Nachwiegen der gekauften Waren zu gestatten. Auf die hierunter abgedruckten §§ 2 und 4 des Gesetzes, betr. Höchst- preffe, vom 4. August 1914, wird besonders hingewiesen Außerdem kann zur Verhinderung von Zuwiderhandlungen gegen die Dorschristen des genannten ß 4 die Schließung der Verkaufsstellen derjenigen Verkäufer erfolgen, welche die Jnnehaltung der Höchstpreise verweigern. Gießen, deu 29. Oktober 1914. Der Oberbürgermeister. Keller. noss» § 2. Weigert sich trotz Aufforderung der zuständigen Behörde ein Besitzer der im § 1 genannten Gegenstände, sie zu den festgesetzten Höchstpreisen zu verkaufen, so kann die zuständige Behörde sie übernehmen und auf Rechnung und Kosten des Besitzers zu den festgesetzten Höchstpreisen verkarrsen, soweit sie nicht für deffen eignen Bedarf nötig sind. ß 4. Wer die nach § 1 festgesetzten Höchstpreise überschreitet oder den nach § 3 erlaffenen AuSsührungsbestimmungen zuwiderhandelt oder Vorräte an derartigen Gegenständen verheimlicht oder der Aufforderung der zuständigen Behörde nach § 2 nicht nachkommt, wird mit Geldstrafe bis zu dreitausend Mark oder im IlnvermögenSfall mit Gefängnis bis zu sechs Monaten bestraft. (Pfalz). Bindfaden, Kordel und Packstricke la. erstklass Fabrikate, ständig. Lager von ca. 3000kg sortiert in den gangbarsten Nummern. Ludwig Lazarus A«Herweg 53 Fernsprecher 505. [10399 Ohüthäunie soh8!*l man gegen Frost- npanrer n. Haopen dam (Peremmenlsri eisen u.Hoticll Adler - Drogerie Selters cgäS,0!IoScliael.i.s 888 8888 8888H Dir.: Hermans Stringoetter. Sonntao. den I.Nov. 1911. abends 7>/, Ubr [Uno; Kleine Preise! Prolog von Hermann Sleinaoetiev oesvrochen von Maria Schild, und MndcS 2M1&: Hieraus: SWeii&fiiä Snfltr von Friedrich von Schiller. Vu>n Schlus,: Dos eiserne Kreuz Lebensbild in l Sinsum von O'nttt i'3iihcvt, in neuer El»- richiunn von Sktchard Keliler. Ende gegen 1« Ubr. [““O