164 . Zahrgang It. 253 Der Slehener Anzeig«» -rlcheinl täglich, außer Zonntags. — Beilagen! !>ie>nial wöckienllicki tichener.samlllrnblätier, . iivennal wöchenll.Ureis. »liNsürdenilreir Sieben DienSiag und Frcüaas; ^ iveiinol inonail. la»d- virlschaslllch« öelifragcn zernlprech - Anlct,bisse! ä»rdieSchriltleilungII2 8erlaq.»elchä!lsstclle5l Ädresfe für Drablnach- | achten! AnzelgeeSletzen. Annahme o»n Anzeigen iür die Tagesnu,inner dis vormittags S Uhr. erster via« Mittwoch, 28 . SNober VN General-Anzeiger für Oberhessen Notationrdruck und Verlag der vrühl'schen Unio.-Such- und Zteindruckerei R. Lange. Zchriftleitung, ckeschäftrstelle u. Druckerei: Zchulstr. 7. Bezugs» rr> monatl. 75 Pi., viertel- iährl. Mk. 2.28! durch ,'lbhole- u. Zweigstellen moiiatl 65 Ps.! durch diePost Mk.2.— vicrtcl- jälirl. ausichl. Bcsteilq. Zeilenprels: lokal 15 iif., aus,». 20 Pi. — Hanpl- ichri'tleiter: Aug. Goctz. Bcraiitivortlich für de>> polil. Teil! 2liiq. Koetz; iür .Fenillelon", ,D«r- inilchleS' ii" KerichtS» (anl“: Hoi ItiirollK iür .Stadl iu>d Land": Silo Braun: fiiv de» Anjeigenteil: ft. Beck. veutsche Fortschritte am yserkanal. Erfolge der Deutschen und Gesterreicher gegen die Russen. Große; Hauptquartier, 27. Okt., vormittags. (Amt- ich.) Die Kämpfe am Dser-?1vr«s-Kanalabschnitl bc» yprrs und südwcsckich Lille werden mit gleicher HarMäckigkett ortgesetzt. Tie deutschen Truppen haben .auch gestern .Fortschritte gemacht. Aus den übrigen Teilen der Kamps - ront im Westen haben sich wesentliche Ereignisse nicht zugettagen. Westlich Augustow ist der Angriff der Deutschen in lang- amem Fortschreiten. Südwestlich Warschau sind alle Angriffe starker russischer Kräfte von unseren Truppen zurückge- oiesen worden. Nördlich Jwangorvd haben neue russische Armeekorps die Weichsel überschritten. ' » * Ist se ein Krieg, den Deutsche zu führen hatten, so erlebend für ihr stolzes Ansehen in der Welt gewesen, als dic- cr? Niemals hat ein Verteidigungskrieg bestden Angegrisfe- ren so überwältigende militärische und sittliche Kräfte ent- 'acht, wir bei uns. Als vor 100 Jahren das Joch der Fremd- »errschaft abgeschüttelt wurde, hatten wir bei allen edelsten Regungen des deutschen Volksgefühls doch den Feind im »lande, und es gab deutsche Staaten und Herrscher, die erst allmählich Vertrauen zur deutschen Sacke faßten. Auch der alte Fritz wehrte den Feind innerhalb der Grenzen des eigenen Landes ab, und es stand oft bedrohlich um sein verzweifeltes Ringen. Das heutige Deutschland aber, noch immer in 'einer ungünstigen geographisch-strategischen Lage stehend, angegriffen von drei der bisherigen Weltmächte, setzt nach öald vierteljährigem Ringen seine stolze Ossensivc fort, dringt oor nach Norden, Westen und Osten und hat zur Stunde kaum einen Fußbreit deutschen Mutterlandes den Feinden überlassen. Auch die gestrige amtliche Meldung berichtet von Fortschritten am Bstrkanal und im westlichen Rußland! DaS kleine staanmverwandte Holland schaut mit Staunen und Erschütterung aus dir von deutschen Händen verrick:- trtc Riesenarbeit und cs ist sich, wie wir aus seiner Press« erfahren, vollkommen bewußt geworden, daß der Ausgang der gegenwärtigen gewalttge« Schlacht in Flandern eine entscheidende Bedeutung für die gesamte Kriegslage hat und daß damit der Zukunft ganz neue Wege gewiesen werden, Unfreiwillig, mtt elementarer Macht, ist das deutsche Volk in Waffen von der Abwehr zum Angriff, zum Eroberungskrieg ge- schrütcn! hatte man im Haag dies vorauSgesehcn, war die Neutralität, an der Holland festhielt, uns wohlwollend oder abgeneigt? W»r dürfen frohen Herzens schon heute bekennen, daß das Volk der Königin Wilhelmina von Anfang an nichts unternommen hat, waS beim späteren Friedensschlüsse uns in einen Gegensatz zu ihm treiben oder uns veranlassen könnte, ihm seine Rechte zu verkürzen. Dankbar werden wir uns immerdar «rimirai, daß unsere unter so schmählichen Verhältnissen auS Belgien vertriebenen Landsleute bei Maastricht und Breda eine gastliche Schwelle überschritten, daß dagegen die englischen Lügen keinen bevorrechteten Sitz in unserem Nachbarstaat an der Schelde fanden und die verbündeten Engländer und Belgier weder offen noch feindlich dort unterstützt wurden. Von England und Frankreich werden dem Lande nun bange Zukunstserwarlungcn vorgcsvie- gelt. Man :oeiß, wie sehr die Holländer, die auf eine ruhnr- reicke Geschichte zurückblicken und einst selbst eine Weltmacht besaßen, ihre Selbständigkeit lieben und mit welcher Treue sie an ihren nattonalen Eigentümlichkeiten hängen. ES ist von Deutschland oft wiederholt worden, daß Kaiser und Reich nicht daran denken, die holländische Selbständigkeit anzukasten, aber c? ist erfreulich, daß sich auch in diesen kritischsten Tagen eine Geleizenheit gesunden hat, eine offene Aussprache darüber herbeizunihren. Dem Leiter der holländischen Sozialdemokraten, Troelstra, hat, wie der Amsterdamer „Telegraas" mittcilt, Staatssekretär Dr. Zimmermann in einer Unterredung folgende Erklärung abgegeben: „Die deutsche Regierung schätzt tue Holländer und wein, daß diese selbstbewußt und, geradeso wie meine oslvreußii'chei» Landsleute, auch ein eigensinniges Volk sind. Was sollten wir mit ibnen beginnen? Kein ernstbaftcr Mensch bei uns denkt daran, den .Holländern tzüwalt anzutun und Holland dem Teilt schen Reiche einzuverleiben! Was auch die eine oder andere Privatperson früher gesagt oder geschrieben haben möge, bei der deutschen Regierung besteht in dieser hiniiäu die vollkommene Anerkennung der bolländiscben Unabhängigkeit urrd Unverletzlichkeit und das mit vollständiger Einmütigkeit. Ich kann Ihnen dies nicht nur persönlich, sondern amtlich versichern. Dies hinsichtlich der polittschen Unabhängigkeit, die Sie wohl in erster Linie intcrrssicrl. hinsichtlich der wirtschaftlichen B ■■ Ziehungen nach dem Kriege kann man jetzt noch nichts Bestimmtes sagen. Ich kann mir wohl oorsteffen, daß nach dem Kriege eine wirtschaftliche Annäherung zwischen verschiedenen Staaten sich entwickeln und daß Holland es dann von selbst als in seinem Interesse liegend erachten wird, sich anzuschlicßcn^ dlber mich in diesem Falle wird eine Annäherung zwischen uns und Holland nur auf freundschaftliche Weise zustande kommen." Sind es nun englische Einflüsterungen, die daS genannte Amsterdamer Blatt erwidern lassen! also würden nach dem für Deutschland günstigen Krieg Amsterdam und Rotterdam durch Konkurrenten wie Antwerpen, Enrden, Bremen und Hamburg totgedrückt werden und Holland, das politisch unabhängig gelassen werde, müsse sich von selbst annektieren? Wir glauben nicht, daß die offenen und freundlichen Worte des deutschen Staatssekretärs in Holland allgemein eine so hämische Auslegung erfahren werden. Wie sollten die Niederlande ans einer »virtschaftlichen .Anlehnung an das erstarkte große dcuffche Reich nicht selbst einen gelvalligen Nutzen ziehen können? Unter der Berivaltung der Habsburger hatte das Laird im 16. Jahrhundert doch auch eiuc» mächtigen Auffchwung aenoimnen, und wir glauben nicht, daß der Nationalcharaner der Mederländer bei der Erwägung nnrtsckzastlickKr Konkurrenz so neidisch und erbarm lich gerichtet sein könnte, wie derjenige der Engländer. Deutschland und die Niederlande haben die allerengste Kulturgemeinschaft. Deutsche Maler haben allerivege dort eine künstlerische Heimat gefuirden und den Ruhn» des feinsinnigen Volles begeistert weiterverbreitet. Alle Anzeichen deuten daraus hin, daß die Zukunst ein herzliches Einvernehmen zwischen beiden stammverwandten Völkern bringen wird. Deutschland wird es sich nach seinem Siege angelegen sein lasten, Holland nicht nur volle Selbständigkeit zu lassen, sondern seine Eigenart zn sörderit! Auch ein kleines Reich, ohne Weltmachtträume, kann befruchtend und knktnrbringend wirken, und die Vorbedingmigeit dazu für Holland lvird kein deutscher Machthaber jemals schmälern wollen! * . * 10 000 Russen gefangen! Wien, 2. Okt. (WM. Nichtamtlich.) Amtlich. Die Situation in Mittelgalizien ist unverändert. Südwestlich Jwangorvd stehen unsere bravourös fechtenden Korps, von welchen eines allein 10000 Gefangen« machte, im Kampfe gegen überlegene Kräfte. Tie Kämpfe in Wcstflandern. Rotterdam, 27. Okt. Wie ans London gemeldet wird, wiirden in dem Hafen von harwich vier englische Kriegsschiffe — augenscheinlich leichte Kreuzer — ein- geschleppt, die sämtlich mehr oder minder schwer havariert Ivaren. Man vermutet, daß eS sich um jene Kriegsschiffe handle, die bei den Kämpfen in Westflandern deutsche Volltreffer erhalten haben. Zur Beschießung von Ostende. Rotterdam, 27. Okt. (WM. Nichtamtlich.) Der „Nieuwc Rotterdamsche Courant" berichtet Mts Ostburg vom 26. Oktober! Die heftige Kanonade in der Richtung von Ostende ist seit gestern nachmittag nicht mehr gehört worden. Rotterdam, 27. Pkt. 'Der „Nieuwe Rotterdamsche Courant" meldet über die Beschießung von Osteitde folgende Einzelheiten: Am Freitag bombardierten englische Kriegsschiffe Ostende; das hatte eine augenblickliche Panik zur Folge. Die ganze Beschießung dauerte nur einige Minuten, Das Hotel „Majestic" wurde am meiste:» beschädigt. Zwei Offiziere, ein Stabsarzt und ein Marineoffizier sollen dabei getötet worden sein. Der Zutrttt znm Meeresdeich ist rtutv mehr verboten. Der deutsche Admiral in Ostend« hat eine Proklamation erlassen, daß er tvegcn der Beschießung der englischen Hotels und der eitglischeu Untertanen im Interesse der letzteren die nötigen Maßnahmen) zu verordnen gezivnngen sei, inrd er befiehlt somit, daß alle Englärtder Ostende .und die übrige:: Orte an der Käst« verlassen. Sie werden unter sicheren: Geleit nach hollmtd über- gesührt werden. Ich kann, so schließt der Admiral seine Proklamation, keine VevanNvortung übernehme:: für das Elend, das die zwecklost englische Beschießung auf diese Weise über die bisher unter deuffchen» Schutz stehenden Frauen und Kinder bringt. Bom belgischen Parlament. Brussel, 27. Okt (WTB. Nichtamtlich.) Die von der Berliner „Post' verbreitete Meldung, der General- aonverneur von Belgien habe die beiden belgischen Kammern zu einer Tagung eingeladen, ist in oas Reich der Fabel zu verweisen. Dem Versuch, die kürzkiche Anwesenheit deS Reichskanzlers in Brüssel mit dicker Frage in Verbindung zu bringen, wird damit der Boden entzogen. Ter Berichterstatter der „Post" scheint einem Irrtum zum Opfer gefallen zu sein, denn wie verlautet, beabsichtigt die belgische Regierung, die beiden Kammern, die alljährlich am zweiten Dienstag des Novembers zusanrmenzu- trcten pflegen, nach Le Havre, dem jetzigen Sitz der belgischen Regierung, cinzubcrufen. Bei der Flucht aus Antwerpen sollen zahlreickK Deputierte und Senatoren dem Ministerium nach Frankreich gefolgt sein. Ter amtliche französische Bericht. Paris, 27. Okt. (WM. Nichtamtlich.) Die Amtliche Pariser Mitteilung pom 26. Oktober 3.25 Uhr nachm, sagt: Am Sonntag hiett sich uiffere Front auf der haupilinicl Nieuport-Dixmuiden. Tie deutschen Streitkräfte, welche die Bser zwischen diesen beiden Städte:: überschritten haben, konnten nicht weiter Vordringen. Sie hielt sich ferner in der Gegend zwischen DPeru und Roulers, zwischen Armentieres und Lille, westlich von L a B a s i6 c und Lens und östlich von ArraS. Diese Linie verlängert sich nach Süden durch die bereits in den Communiqnes a:igege- bene. Der Feind scheint in den letzten Tagen beträchtlich« Verluste erlitten zu habe::. — In der amtlichen Mitteilung vom 25. Oktober abends U Uhr heißt es: In üBebpeu mirb N-ieuport heftig beschossen. Ter Versuch der Deutschen, auf der Front Nienporl Tixmuidcn vorzustoßen, dauerte fort, ohne daß er nach den letzten ?lachrichte:r zu einem Ergebnis geführt zu haben scheint. Die ganze Front zwischen La Bassee nick der Somme ist ebenfalls Gegenffinrb hefffgcr Nachtangriffe, die alle zu rückgcschlagen wurden. Von» dem Rest der Front ist nichts zu melden. Ein Besuch beim österreichischen Gencralstabschef. Kopenhagen, 27. Okt. In der „Berlinske Politiskc Tidendc" schildert der in Galizien iveilendc Kriegsberichl- erstatlcr des Blattes die Eindrücke, die er bei einem Besuch des österreichischen Generalstabschess, Freiherrn Conrad von hötzendorff, empfangen hat. Er schreibt u. a.: Der Empfang fand im Arbeitszimmer des Generals statt, das in dem Hause eines alten Gpmnasialprosessors untergebracht ist. Das Zimmer ist groß und überall hängen und liegen Okeneralstabskarten. Auf einem Riesentische sind österreichische Generalstabskarten ausgebreitet, desgleichen viele belgische »nd französische. Das Meublement beschränkt sich aus eiuc Anzahl Stühle aller möglichen Formen. Der Freiherr war in Uniform, aber ohne Dekorationen. Sein haar und Bart sind weiß wie Schnee, aber es liegt trotzdem eine jugendliche aristokratische Spannung über allen seinen Bewegungen. Ich befragte ihn über die Stärkeverhältnissc und er antwortete: Wir kämpfe:: liier gegen eine große Ucbcnnaäg. aber wir liobcu ims die Aufgabe gestellt, die R::ssen zurückzudrängen; hoffenttich: wird uns die Lösung dieser Ausgabe glücken. Aus jeden Fall bitte üb Sie. nur die Wahrheit von hier zn berichten. Anders wäre c3 vielleicktt diplomatischer, aber daraus luolleu wir uns nicht ernlassen Unsere Komnruniques sollen mich in Znkimst „llipp und llar" sein und ohne irgendwelche Unffchüvciife. Wiener Stimmen über den Borschlag KrupenökiS. Wien, 27. Okt. (WTD. Nichittrmkttchl) Die Blätter besprechen ironisch dcrs Angebot deS riissifcben Botschafters tt, Rom, Krupenski, betreffend die Freilassung der Kriegsgefangenen italienischer Nationalität. Sie äußern ihre Genugtuung über die korrekte und dabei elegante Art, mtt der der ttalienische Ministerpräsident Satan dra den Versuch Rußlands, die öffentliche Meinung Italiens aufzureizen, beantivortet lsabe. Die „Nerrc Freie Presse" sagt: „Aus dem Vorkckilagc des Zaren werden di« unter seinem Zepter seufzenden Finländer, Polen und llkraiircr und die übrigen gequälten Bölkeffck«iften von selbst die sich ergebenden Folgerungen zu gelogener Zett ziehen. Der Zar scheint Rom mit Belgrad und Italien mtt Serbien zu verwechseln." Die „Sonn-und Montagszeitung" schreibt: „Saländra hat es offenbar mir aus höllichkeit unterlassen, Krupenski zil ffagen, wie er angesichts der Sperrung der Dardanellen und der Grsährdimg des baltisckvn Meeres durck» die dnitschc Fltotc die von der ruffischen Regierung sreizulassenden Kriegsgefangenen von Rußland nach Italien zu dringen gedenke." Aus der Forderung, daß Italien die Gefangenen bis znm Ende des lkrieges strenge beivachen solle, sei zn eirtnehinen, bat» die russische Regierung selbst ans dem Verhalten der italienischen Soldaten der Monarchie auf den Schlackchseldern die Ueberzengung geschöpft habe, sie würden sich bemühen, wieder in die Reihen ihrer Kamemden znrückzukehrcn. Die Italiener vor Valona. R om, 27. Okt. Das lleine italienische Geschwa- der, das vor Valona erschien, hatte den Auftrag, Valona und die albanische Küste vor einem Einfall jungtür- kischer Agitatoren zu schützen, die in Smyrna ein Expeditionskorps ausgerüstet haben, um nach Albanien zu fahren und hier die Kandidatur eines türkischen Prinzen und die Angliederung Albaniens an die Türkei durchzusetzcn. Daß Essad Pasckza mit im Komplott sei, stehe dahin. Die 5 italienischen Schiffe haben 50 Offiziere und 1500 Mann an Bord. Tic russische Zwangshcrrfchast in Finnland. Wien, 27. Okt. Die russische Zwangshcrrschast in Finnland gestaltet sich außerordentlich. Mit der größten Rücksichtslosigkeit beginnt man Rekrutierungen durchzuführen, erhebt aber trotzdem die Wchrsteuer mit aller Strenge. Die Befestigungsarbeiten in Finnland erregen in den skandinavischen Staaten ernste Beunruhigung. Die Spionenriecherci übersteigt alle Grenzen. In den verschiedensten Städten, namentlich aber in helsingfors, sind viele Personen unter den: Verdacht der Spionage und des Hochverrats verhaftet worden. Die finnländischcn Beamten werden fast durchweg entfernt und durch russische ersetzt. Eine Anzahl mißliebiger höherer Beamten, besonders eine Reihe von hosrichtern, sind nach Sibirien „beurlaubt" worden; andere wurden zu dringenden Konferenzen nach Petersburg berufen, wo man sie unter nichtigen Vorwänden festgehalten hat. England »nd Norwegen. Christi an ia, 27. Okt. (WM. Nichtamtlich.) Nach dem „Norges Handels- og Sjoefartstidcnde" hat Großbritannien die Ausfuhr von norwegische m W a l f: s ch- trcrn crus seinen siidafrika.nischen Kolonien noch Norwegen verboten. Da die norwegische:: Walfisch-zotationen zu zivei Drttteln auf englischem Gebiete liegen, nn:s,e der Erlaß; alarmierend wirken. Ein dänischer Pafsagierdampfer von den Engländern angehalten. Kopenhagen, 27. Okt. (WTB. Nichtanttlich.) Der dänische Pafsagierdampfer „Oskar II." ist aus der Reise von New Dort nach Kopenhagen am SamStagj von einem englischen Kriegsschiff äuge hatten und nach Storno roa y gekracht woÄen. , ,' Weitere «eußerungen BjSrnssn». Kopenhagen, 27. Ott. iWTB. Nichtamtlich.) Der Mitarbeiter des „Efftrubladel^' betont gegeirüber der Aussprache Björn iBjörnsons über seine Berichterstattung deren Unabhängigkeit und erklärt, er verschweige darin auch nid«, was ihur an den Deutschen nicht gefalle. Was ihm aber Bewunderung abzwinge, se> der .foohe Glaube an den Sieg, der das deutsckie Volk beseele und ju chtcT Einheit mache. Es sei seine innerste, tiefste lleber- zeuguirg, dah das Volk den Krieg nicht gewollt habe, aber als er tarn, stand cs einig da. Diese allgemeine Begeisterung per- ■ftwAc Gutes für die Zukunft. Nacl) dem Kriege werde das cheuffche 8olk hervortreten vor dem Leer von Bajonetten, hinter denen eS bisher verborgen war. Er glaube bestimmt, das? Deutschland gegen Ost und West erfolgreich sein werde. Die Deutschen, die Antwerpen in zwölf Tagen nahmen, werden auch Paris nehmen und England üflt Boden werfen. Die Ruhe und das Selbstvertrauen der Deutschen sei die eine Hälfte ihrer Stärke; dre andere bestehe darin, das; sie für eiiie 'Idee kämpften. Auch Frankreich kämpfe für sein Land und ivie Deutschland für seine Unabhängigkeit; aber entbehre nicht der Kampf der Russen jeden ekhisthen Äiomeirtes? Das Bündnis zwischen Frankreich und Rußland und Frankreich und England sei ungesund. Die Franzosen seien früher niemals englandfreundlich gewesen und hätten England auch nichts zu daitken. England habe den Krieg gewollt. Rußland hätte den Krieg niemals ohne England im Rüsten gewagt. Frankreich werde früher oder später einschen, dag es von England hinters Licht geführt worden sei. Auch die Italiener wenden sich gegen englische Willkür. Rom, 27. Okt. Mit Berufung auf mehrere in italienischen Oppositionsblättern veröffentlichte Berichte beschuldigen die „Times" Italien, Konterbandetrausporte nach Deutschland und Oesterreich zuzulasscn. Die „Tribuna" erwiderte hierauf: Die Haager Bestimmungen gestatten den Neutralen allerdings keinen Transit Handel in Konterbande. Sache der Kriegführenden sei cs aber, den Schiffahrtsverkehr zu überwachen. England habe bisher ein Auge zugchrückt, weil die Konterbande vornehmlich von englischen Banden nach neutralen Häfen gebracht werde. Die neutralen Mächte können nicht gezwungen werden, ihren Handel und ihr ganzes wirffchastliches Leben zugunsten eines Kriegssührenden eruzuschränken. Würde nach dein Willen Englands verfahren werden. so müßte Italien seine Hanptausfuhrartikel im Lande behalten. Der Aufstand des Obersten Maritz. Kapstadt, 26. Okt. (WM. Nichtcrmtlich.) (Reuter.) Oberst Maritz ist geschlagen lvorden. Er ist verwundet und auf deutsches Gebiet geflüchtet Aus der Türkei. Aoustantinopel, 27. Okt. (WTB. Nichtamtlich) In der türkischen ,Mu st er sch u le in Ist a mb ul wurde litt« terrtch t in per deutschen Sprache eingeführt. Bisher rmude französisch als einzige Fremdsprache in den (türkischen Schulen gelehrt. Konstantinopel, 27. Okt. (WDB. Nichtamffich.) Das Amtsblatt veröffentlicht eine Bekamntirvachung, nach welcher der Minisberrat gemäß der Bestimmung dies Art. 5 der türkisch-bulgarischenHandekskonvention beschlossen hat, die Konvention als noch sechs Monaten außer Kraft getreten zu erachten. Die Frist wird vom 13. Oktober gerechnet, dem Tage, an welclzem die dahingehend« Note der bulgarischen Gesandtschaft übermittelt wurde. Es wird bemerkt, diese Maßnahme sei eine Folge des Beschlusses der Pforte, vom 14. März 1915 ab ein anderes Zollregime für alle Mächte einzu führen. Kon stantinopel, 27. Oft. (WDB. Nichtamtlich) Der ,)I k dam" richtet heftige Angriffe gegen England wegen seines willkürlistzen Borgehens in Aegypten, das den Dertrage» zuwiderlause nnd mit den Versicherungen Englands, daß es mit der Türkei auf freundschaftlichem Fuße leben wolle, wemg vereinbar sei. DaS Blatt fragt insbesondere, mit ioelchem Recht England die Rückkehr des Khediven verhindere, der der Stellvertreter des Sultans sei, und zählt dann hie von Englaich das im Lande als Herr schalte und uralte, verübten Gewalttätigkeiten auf: e4 erwähnt u. a. die Ausweisung der Konsuln Oesterreich- Ungarns und Deutschlands, deren Exeguator von der Türkei ausgestellt war, sowie den Versuch, österreichisch-ungarische und deutsche Schiffe «ls dem Suezkanal zu entfernen, der aus Grund von Verträgen neutral sei. Konstautiuopel, 27. Okt. (WDB. Nichtamtlich) Mehrere den verschiedenen muselmanischen Nationen angehörcubc Persönlichkeiten versammelten sich heute in der Redoktron der hier erscheinenden Zeitschrift „Dschar Islam" ( .Islamitisch Welt") und bcsMossen, Einspruch dagegen zu erheben. daß von Frankreich und England zahlreich Muselmanen ans Jirdien, Algerien und anderen Gebieten nach dem Kriegsschauplatz entfachst und aus diese Weise zum Tode verurteilt würden. Kon st an tino pel, 27. Okt. (WDB. Nichtamtlich) Die Ha sei, pr ü s e kt u r kündigt amtlich an, daß von beute abend ob das rotierende Leuchtfeuer von Anabol-Kavak (unweft der Em- fahrt in den Bosporus) gelöscht sein ttritb. Auslieferung der Muselmanen. Mailand, 27. Okt. Wie die Türmer „Stcnnpa" berichtet, liefert Deutschland seit einiger Zeit die inuselmanischen Gefangenen über Rumänien und Bulgarien an dicTürkei aus. Ein Bündnis zwischen Afghanistan nnd Belutschiftan. K o n st a n t i n o p e l, 27. Okt. Die Pforte hat folgende Nachricht erhalten: Afghanistan und Belutschistan haben ihre Streitigkeiten miteinander aufgegeben und ein Bündnis abgeschlossen. In Persien wurde ein besonders angesehener mohammedanischer Priester von den Russen ermordet. Das blutige Hemd des Priesters wurde darauf vom Volk auf ein Bajonett als Fahne ausgestcckt und mit diesem blutigen Zeichen zog eine Schar nach der Hauptstadt Afghanistan und demonstrierte vor dem Palast des Emirs, bis dieser heraustrat und versprach, sich mit seinem Volke an den Russen und Engländern zu rächen. Russisch-Persisches. Konstantinopel, 27. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Einem Teheraner Blatt zufolge drangen bei Mcsched russische Kosaken gewaltsam in ein Frauenbad ein und überfielen eine .Anzahl Frauen, die entsetzt flüchteten. Aus dem Reiche. Braunschweig, 27. Okt. (W. B. Nichtamtlich) Herzog Ern st Au gu st, der auf einige Zrft vom Kriegsschauplätze zurück- gekehrt ist. hm beschossen, anläßlich des gegenwärtigen Krieges ein Kriegsvrrdien st kreuz zu stiften. Das Kriegsberdienstkreuz soll in nur einer Klasse ohne Untersched des Ranges und Standes für Verdienste im Kriege verliehen Iverden. (Den? Herzog ist übrigens, vne die „Braunschweigische Landcszcittmg" hört, nach der Verleihung des Eisernen Kreuzes ztoeilcr Klasse auch das erster Klasse verliehen worden. Karlsruhe,27. Oft. (Nichtamtlich.) Narb einer Mitteilung der Badischen Nationalliberalen Korrespondenz finden die Landtagswahlen än den Bezirken Müll heim und Donau- e s cht n g e n-Eg ge am 16. Dezember statt. Im Bezirk Dvnau- cschingen ist ein Ersatz sür den verswrbenen nativnalliberMen Forstrat Dr. Wagner, in Mnllheim ein solcher für den verstorbenen nationallibcralen Bürgermeister Ko ge r in Tanncnkirch zn schaffen. München, 28. Okl. Der Vorstand der sozialdemokratischen Landtagsfraktion erläßt einen Aufruf, in dem er nachzuweisen .versuch, daß der Standpunkt der Negierung die Gcmeindewahlen nicht ,u verscheben, unrichtig sei. Es stehe im Widerspruch mit dem Sinn des Gesetzes, die Wahlen zn einer Zeit stattsinden zu lassen, in der die allermeisten Wähler im Felde ständen. Ebenso sprich er sich gegen die Wlehnung der Verschiebung der Gcmeindcwablen seitens der Regierimg aus. Der Wahlkampf müsse zudem die von allen anderen Bundesstaaten sorgsam gewahrte Einigkeit des Volkes auf das gröbste stören. Landsberg (Warthe), 27. ,Okt. In Krinitze im Kreise Schwerin (Warthe), ist ein Spion, der die feldgraue Uniform eines Offfzierstellvertreters trug, sestgenommen worden. (Berliner Tageblatt.) fjccv «iid Flotts. Frankfurt (Main), 27. Okt. (W. B. Nichanitlich) Das Generalkommando des 1l. Armeekorps gibt bekannt, daß am 1. November eine Militär-Borbereitungsanstalt in Jena 'eröffnet wird, und daß sich Freiwillige bcinr Bezirkskommando Wcinrar zum Eintritt in die Anstalt anmelden können. — Die nalleren Bedingungen sind bei Mlcn Bezirks- kommandvs zu erfahre». An» Stadt und LanS. Gießen, 26. Oktober 1914. Die stillen Abende. Die Zeit ist wieder gekommen, wo die Dämmerung ihre grauen Schatten schon früh in die Stunden des sinkenden Tages webt. Früh geht die Sonne schlafen, Abende und Nächte werden länger und stiller. Die Zeit ist wieder da, lvo das Leben der Familie sich früher und lieber um den Schein der Lampe sammelt, die Zeit, in der schon ganz fein und schüchtern wie weite, kleine Sterne Weihnachtsgedanken aufblsttzen .... Mer manclier Platz am Familientisch ist leer. Die sonst ihn einnahmen, wissen nichts vom traulichen Lampenschim- mer, von der warmen Stube, in die sonst um diese Zeit die heimliche Behaglichkeit der stillen Abende cinzukehren pflegte. Ihnen scheinen abends nur der Mond oder die ungewissen Flammen eines Wachtfeuers, und vielen mag der Herbstwind die letzten Blätter über das frifdE>e Grab wehen. Und wenn des Tages Mühen und wechselnde Gesichter so manches Herz nicht zum ruhigen Sinnen kommen lassen — abends, wenn sich die Ruhe auf die Dächer senkt, und au einem Fenster nach dein andern das Licht sich entzündet, dann kommen die Gedanken mit lautlosem Flügel, wird die Sehnsucht nach den fernen Lieben wach, tieft jeder Pendelschlag die Frag?: Du Lieber, atmest Du noch? Und die müde Hand läßt die Zeitung sinken, die uns nur von Riescndinaen erzählen kann, in denen das Geschick des einzelnen wie der Tropfen im Bache mitgerissen wird. Der Blick träumt ins Leere, nnd die Gedanken wandern wett übers Land, wo ein Gatte oder ein Liebster, ein Brudew oder ein Vater vor acht, zehn Tagen den letzten Brief, die letzte Karte schrieb. Lebt er noch kann er unser noch denken? Ach, wie war es schon, als er noch unter uns weilte! Wie wollten wir ihn pflegen und verwohnen, wäre er nur hier! Wenn sonst der Herbsttvind abends ums Haus fuhr und am Fensterladen riß. erzählte di« Mutter Geschichten, »der .der Vater sprach wohl gar schon vom Nikolaus. Der Mutter steht heut der Sinn nicht nach Plaudern nnd Erzählen. Und der Vater? Wett hinten am Meere — die fremden Namen können wir Kleinen nicht behalten — kämpfen sie schon sett einer Woche, und der Vater ist auch dabei . . Und der Liebste schrieb, sein Regiment sei vor Tagen schon hinauf in die Wettereckc gezogen, und sett dem nichts mehr — und der Bruder hat vor eiuer Woche eine Pause, in der die meisten schliefen, wo sie unrsanken, zu cftnemi knappen, kaum leserlichen Gruß benutzt, dem letzten — und der Sohn — je nun, bei einem ist's wie beim andern. Was gestern war, kann heute schon nicht mehr sein .... Still und ttaulich ist es sonst im Lampenschimmrr. Still ist es auch heute, aber die Stille ist nicht vom Frieden, sondern von der Last der Fragen geboren, die am Abend au§ allen Winkeln blicken. Wir sollen uns nicht bemühen, ihnen allen zu antworten, sollen es nicht versuchen, den grauen Gedanken den Flug abzngewinnen. Es wäre nicht groß und wäre nicht deutsch, wenn die Zeit der Ruhe, die der Dag uns läßt, rntt Seufzern und Klagen gegen das Watten des Geschicks erfüllt werden sollte. Sie läßt sich anders nützen. Das Denken nnd die Träne sollen unseren .Kämpfern und unseren Toten nicht entzogen sein, nnd die sttlle Abendstunde erhält durch sie ihre Weihe. Aber wenn die Mutter oder die Netteren versuchen, sich nnd den Kleinern den erhabenen Sinn der Zeit llar zn machen, wenn die Hand, statt müde das' Haupt zu stützen, sich in fleißigem Tun für das Wohl unserer Krieger regt, wenn mich die Kleinsten an den dringend rufenden Liebesiverkcn teilnehmen — dann wird die Stille der Herbstund der kommenden Winterabende im waliren Sinn des Wortes gehettigt. Tenn handeln und stark sein heischt die Zett —i nnd Arbeit und Wille helfen am besten Mut und Vertrauen zu wahren, wenn Zweifel und Leid im sinkenden Licht durchs Fenster sehn wollen. ■ Trinker-Fürsorge st ekle sür Stadt und Landkreis Gießen, Gieße» Asterweg 9, Sprechstunde jeden Tonnerstag abend 6 bis 7'/. Uhr. ** Persvnalnachrichten. Die Großhcrzogin hat in Vollmacht des Großherzogs am 17. Oktober d. I. den Geheimen Regierungsrat Dr. jur. Dr. med. h. c. August D i e tz , Vorsitzenden der Landesversicherungsanstalt Groß- herzogttrm Hessen und des Hellstätten-Vcreins sür das Großherzogtum Hessen, zu Darmstadt zum Mitglied des Zentral- komttees des Alice-Frauen-Vereins für Krankenpflege ernannt. — Die Großherzogin hat am 24. Oktober d. I. dem Kammermusiker Peter Dern die Krone zum Rtttcr- kreuz 2. Klasse des Phflipps-Ordens verliehen. — Das Ehrenzeichen für Mttglieder freiwflligcr Feuerwehren wurde verliehen cm Johannes Bohländer und Adam Friedrich, beide zu König. — In den Rnhcstajnd versetzt wurde am 21. Oktober d. I. der Lehrer Johannes E ck zu Gunders- heim, Kreis Worms, auf Nachsuchen mit Wirkung vom 1. November 1914 an. ^Ritterdes Eisernen Kreuzes. An das Jäger- Bataillon Nr. II in Marburg konnten bisher 31 Eiserne Kreuze 2. Kl. verliehen werden. 'Die ehrenvolle Auszeichnung) erhictten: Major Graf v. Soden, Hanptm. v. Har nier (verw.), Hanptm, h. R. Amtmann nnd Rittergutsbesitzer ans Fredeburgin Wests, v. Aschebery, Hairpim. Frhr.Grot« (gefallen), Hanptm. v. Grae f fe n do r f f, Hanptm. Ckag. ßen (veno.), Oberlt. d. R. Kgl. Oberförster in Bad Neivv, vors Beutin (verw), Oberlt. und Lldj. v. Apell, Oberst v. Scheffer (vrrwt), Lentn. Prinz zu S o l m s-hvhen^ solms-Lich (verw.), Lentn. Swart, Lentn. Friedrich Wilhelm Prinzzur Lippe D., Lentn. Müller (verwt) Lentn. Mohr, Lentn. d. 3t Bürgermeister von Rinteln Wachsmnth, Lentn. Scheffer (verw.), Lentn. d. R. Dr phil. und Chemiker Gon der aus Griesheim a. M, Leutn v. Kü st e r (verw.), Lentn. d. R. Kaufmann aus Schmab iälden, Berger, Lentn d. R Kgl. Forstasseffor Lichtende r g e r aus Forsthans Pulverfabrik bei Hanau a. M fallen), Leutn. Brünig, Leutn. d. R. Gerichtsrefererwrr Pira aus Remagen, Kr. Mjrweiker, Leutn. o. Seebach (veno.), Feldw. .Speck (gefallen), Feldw. Beltz, Feldw. Kothe, Vizeseldw. Langerhans, Oberjäger Lorenz (veno.), Vizeseldw Burchard, Sanitätsscrgeout Hücker Oberjäger Knoop, Vizeseldw. Kühn, EKfr. Faßben^ der und Jäger Schneidewind. — Ofs.-Stellv. Heinz Kremer aus Fricdbcrg (l.SI.). Uffz. Johs. Neusinge, aus Vadenrod. Feldw. vom Jnf-3iegt. 88 Jul. Schmidt aus Heidelbach. Assistenzarzt Dr. Fritz Prenzel im Inf. Regt. 60. Oberlt. Hoesling von der Unteroffizierschule Wetzlar. Leutn. und Kompagnieführer A. Schnellvacher im 9. Bayer. Jnf.-Regt. aus Darmstadt. Stabsarzt d. R Dr. Otto Groß, 18. Armeekorps, 21. Div., 3. Lan-Wmp. Uffz. d. R. Aug, Sch a t t ans Hanau, Doli:ietsck,er im Inj.. Regt. 88. Dr. Büschier, Mainz-Kastel, Hanptm. und Bataillonsführer des Landw.-Jnf.-Regts. 118 (und die hen. Tapserleitsmcdaille). Rechtsanwalt Dr. Otto Anfseu. borg, Hanptm. im K. B. 5. Res.-Feldart.Megt. in Fmnk. furt a. M. Die Marbnrger Professoren Leonhard, Bredt und Andrse. Präparandenlehrer Hasting aus Friedberg. Gesr. Weimer aus Eubach, Gefr. Stahl aus Edelsberg, beide ini Res.-Jns.-Rcgt. 87. Kartonier Philipp Heb che n aus Limburg heim FelLart.-Regt. 63. Oberlt (Ingenieur) Adolf Müller, 5. Bahr. Feldart.-Regt, aus Wetzlar. , ** Der nächst« LiebesgabentranSpart z» den 116ern soll bereits am 3. November abgehcn. Es wird gebeten, noch beabsichttgtc Spenden bis spätestens 2 . November bei den Sammelstellen in der Stadtknabe«. sckMe und der Alten Klinik abzugebcu. Nach dem jetzige« Stand der Sammlung ist vor allem noch die Sttftnng von Socken, Leibbinden, Ptilswärmern, Brustfclmtzern und Unterjacken erwünscht, um unseren heldenmütigen Trnppai den harten Winterfeldzug etwas erttäglicher zu machen. Aus den noch täglich eingehenden Dankschrerbeil der bereits bedachten Truppen ist ersichtlich, mit welcher Freude unt» Dankbarkeit sie die Sachen entgegennahmen. Di« jetzige Sendung geht zum aktiven und Reserveregiment und wird wiederum unmittelbar zur Front ftihren. ** Weitere Dankschreiben aus dem Felde. Dem hiesigen Zweigverein vom Roten Kreuz ging folgen- des Schreiben zu: ,-Jm Auftrag des Führers des 3. Batst Land w. -Inf. - Regt s. Nr. 116 habe ich gesttrn die zahlreichen, aus Gießen angckommenen Liebesgaben unter die Mannschaften der vier Kompagnien verteilt. Mit großer Freude wurde alles, insbesondere die warmen Wollsachcn und Eßwaren von den Mannschaften end> gegengenommen. Wir erhielten zahlreiche wollene Hemden, Beinkleider, Strumpfe, Socken, Fußlappen, Pulswärmer, Ohrenschützer, Handschuhe und dcrgl. mehr. Die ausgezeichnete Wurst sowie die Schokolade schmeckten den Leuten voo- trefflich und bildeten eine wertvolle Abwechselung in der üblichen Kost. Ebenso wurden die Rauchwaren und Taschenmesser dankbar entgegengenommcn. Ich möchte nicht vev- sehlen, den Dank der 9. Kompagnie und aller ihr angehörigen Mannschaft der Leitung des Roten Kreuzes »um Ausdruck zu bringen. Auch bitte ich unfern Dank allen Spendern freund- lichst übermitteln zu wollen. Hochachtungsvoll gez. Dr. Hermann Wagner, Oberleutnant d. R. u. Führer der 9. Kompagnie Landwehr-Rcgt. Nr. 116. Mit der Bitte um Veröffentlichung sendet man uns folgende Feldpostkarte: „Die Landsturmmänner der l.Komp. des Landsturm-Inf.-Batst Gießen 1, 6. Etapven-Jnspek- tion sprechen hierniit der Gießener Bevölkerung sür die liebevolle Aufnahme und Pflege während der Zeit ihrer Anwesenheit in Gießen iwchmals ihren besten Dank aus, wünschen allen ein recht gutes Wohlergehen und hoffen aus Wiedech sehen." ** Die Gießener Landstürmer kn FekudeSkand, Vom Wohlbestnden des Landsturmbataillvns Gießen I und seiner Reise ins Feld erzähtt uns ein vorliegender Fel dp» st b ries eines Offiziers wie folgt: „Von Köln, von wv Nur Mittwoch, den 7. Oktober, nach- mittags 4 Uhr absuhren, ging die Reise über Aachen, Hcrbesthal, Verviers, Lüttich, B., M, B., C. nach St. O- und von dott noch einer Stunde Ausmthalt wieder zurück nach C., wo wir in Bürger- guartieren gut untrrgebracht waren. Die Fahrt war oft von stundenlangem Halten auf der strecke uifterbrochen, doch sahen wir außer vercmzetten abgebrannten Häusern und Bahnhofs- gebäuden eigentlich gar nicht? vom Kriege. Schrecklich war allerdings der Anblick von L. vom Balznhos mis. Ans dem Bahir-ost- Vlatz, der früher einmal sehr schon gewesen sein muß früh die Gräber der Landsturmleute, di« bei dem Uebersall am 29. Armnst ihr Leben lassen nmßten, übrigens nur wenige, aber sie ,nachten auf unsere Leute doch merklichen Eindruck. Es war uns besonders schmerzlich, daß wir von Brüssel nttt all seinen Herttiäzkciten gar nichts sehen konnten, da nur nachts daran vorbciffihren. In T., einer schön angelegten Stadt nttt herrlichen Baroch gebäirden, wimmelte cs von Militär aller Waffcirgattungen, so daß von der Zirttlbcvölkrrung wenig zu sehen tvar. Die wenigeir, di« man ttaf, waren außerordemlich höflich und gefällig, man inerkte nichts von Feindseligkeit: anders wie in Belgien, wo man immer das Gefühl hatte, daß jeder gerne Mif uns losknallen möchte. Schießen aus dem Hinterhalt ist hier in der Gegend von C. über- Haupt noch nicht vorgekommeic. Auf dem Marktplatz mtt seincin schönen Stadthaus brachte unsere Landsturmkapelle dem Prinzen Siupprecht von Bayern, der hier sein Haupt- guartier hatte, ein Ständchen, das dem hohen Herrn, der selb!t aus die Sttatze kam, um sich zu bedanke«, sehr gefiel. Uebcr- haupt werden wir u m unsere Musik sehr beneidet. In C. stand man mitten im Kttegsbetticbe und bekam den Eindruck einer ungeheuren Maschine, deren zahlloses Räderwerk mit absoluter Sicherhett arbettct und von cüicm großen Willen ge- tttebcn wird. Vor dem Stadthaus, in dem sich das Zentralorgan des militänschcn Lebens hier, die Etapvenkommandantur, befüidet, war ein solches Gewühl von Last- und anderen Mtvmvbilen^ daii das Ueberschrcitcu des Platzes oft unmöglich schien, llnaujhörlich kommen große Munitions- und Lcbensnttttclkolonnen, Autos smisal lstn und her, deutsche Flieger überfliegen die Stadt. Vorige Woche sind drei ftanzösische Flieger, die Bomben geworfelt hatten, hcr- untergeschoffen worden. Die Gefechte bei A spielten sich in etwa 30 Kilometer Entfernung von hier ab und schienen gut zu steben für uns, man hörte den ganzen Tag den Kanonendonner. Ilcber- baupt war der Aufenthalt in C. sür schwache Nerven nickst geeignet nnd die Ruhe.hier in der ersten Zeit recht »wisttuend. Wir haben die Bahnstrecke von hier bi» L. z» beivachen, eine Bcjchäs- tiguiig, die bald reckt langivcilig werden wird. Materiell geht O «n( und bc nun auch die Höffmmg berechtigt ist, daß ie Nachrichten ans der Heimat uns regelmäßig erreich«, — bis ■acte, den 18., hatte ich noch keinen Brief — werden w ir's i»er wohl anshalten können. Die Bevölkerung hier soll «riaer zuverlässig sein als bei C., doch ist sie infolge des Strai- erichts, das seinerzeit Über Ochrics verhängt wurde, eingcschüch- rxt und yurücfhaltenb." Auch ans diesem Schreiben >oie ans dem am Montag von uns Mkdergc ge denen Telegramm erhellt, was es mit den unsinnigen äertchtcn auf sich hatte, die ui der vorigem Woche über unsere hpldstürmer im Umlauf waren. " Die Wahrheit ins Ausland! Ein neues H»ppelblalt der vom Deutschen Handclsta.y herant-gegebe- ; int „Nachrichten zur Aufklärung über Deutsch, and und den Krieg", das als Beilage zu Briefen an Grunde und Verwandte ins Ausland versandt iverden soll, ,1 erschienen und wird unentgeltlich in den Gietzener Buchhandlungen und im Lesesaal der Universitätsbibliothek abgegeben. Das Blatt enthält wertvolle Mitteilungen über die mmer wieder von neuem bewiesene wunderbare Einmütig- eit unseres Balles, über die Erfolge der rrriegsaiUeihc, über ne wichtigen in Brüssel entdeckten Aktenstücke über den Zrnch der belgischen Neutralität durch England und Frankeich und dergl. mehr. »» Angebote für lkrie^slieferungen. Bei >em Königlichen Kriegsmini ft erium gehe» täglich roße Mengen Angebote aus Lieferungen für die Militärver» rntltung ein, obgleich die Bengebmvg der Lieferungen an Gc- .'äten, (Geschirren, Wäsche nsw. für den Kasernen- und Laza- clthanshalt durch dos Kriegsministerium nicht erfolgt und wn diesem die Angebote iveitergogeben werden nrüfsen. Es iegt daher im Interesse der Firmen, besonders auch wenn, ■ine Berücksichtigung ln eiligen Fällen iil Frwge kommun oll, die Angebote nichtan das Kriegsministerium oder an das Generalkommando zu richten, son- ,«rn an die stellvertretende Intendantur oder zwvlkmästcger noch an die örtlichen Garnisonverivaltun- yen und Lazarette, wo die zu liefernden Gegenstände ge- i»nicht werden. ** Postnachrichten Me Beträge (in der Franken- vährung- der Po st an Weisungen an Kriegsgcfan- yene in Frankreich werden bei der Umschreibung in Bern nach dem für Postanweisungen aus der Schwerz nach Frankreich geltenden .E inz ahlnngsku r s e von 102 Fr. — 100 Fr. umgerechnet, so daß eine Postanweisung aus Deutschland über J02 Fr. nach der Umschreibung icur noch ruf 100 Fr. lautet. — Telegraphische Postanweisungen aus Deutschland für Kriegsgefangene in Frankreich werden von der Oberposlkontrolle in Bern zwar angenommen, sie >oerden aber als gewöhnliche Postanweismigen nach Frankreich weitergcsanot, vorausgesetzt, daß der neue Bestimmungsort angegeben ist. *» Aus dem Bn r e an des S ta d tt he a tr r s schreibt man nnS: Um Mistverständnissen vorzubeugen, sei unter Hinweis auf das l-cutige Inserat auch an dieser Stelle darauf aufmerksam gemacht, dast dieses Jahr keine beson- deren Benachrichtigungen über Zuteilung der gewünschten Plätze au die einzelnen Abonnenten ergehen. Die gewünschten Platze wurden sämtlich zugcteilt und können von jetzt ab täglich im Theaterbureau zwischen ll und 1 Uhr ab- gcholt werden. — Bei der Eröffnungsvorstellung am kommenden Sonntag gellen kleine Preise. »»Eine Erleichterung der Briefbestellung. Das Postamt ist aus den Kreisen des Publikums veranlaßt worden, nachstehend« Anreimug Mir Kenntnis zu bringen: Den Dank der Briefträger würden fick diefenigcn Besitzer und Bewohner mehrstöckiger Häuser verdienen, die sür sämtliche Geschosse Briefkasten in der Haustür oder im Hausflur an- bringen würden, wie es in vielen anderen Orten ziemlich allgemein üblich und auch hier in manchen Gebäuden schon geschehen ist. Vom Einlegen von Briefen gibt dann der Briefträger den Empfängern durch die neben dem Kasten anznbriugendc Klingelleitung tkrnnlnis. Derartige Einrichtungen dienen nicht nur zur Bequemlichkeit der Besteller, sondern auch wesentlich zur Beschleunigung der Bestellung. Kreis Schotten. • R n n I ft o ü, 28. Oft In Nr. 251 des .Gieß. Anz.» brachten wir eine Mikteillinq. wonach der Slrnnenivart Wilhelm Appcl im Lazareti gestorben lein sollte. Tie Meldung ist latsch u»8 beruht aut einer bedauerlichen Nachläsllgkclt einer Mitarbeiter-. Ter Toigesagte war, wie er un» mitteilt, verivundet, hofft ater bald wieder genesen z» sein. LanSrvirtsckaft. Rom, 27. Okt. (WTB. Nichtamtlich .) Das Internationale Landwirtschaftsinstitut in Rom veröffentlicht folgende Ernteschätzungen in Tonnen: Rußland (zehn asiatische Gouvernements): Weizen 3300 000 (gleich 12,3 Prozent weiriger als im Vorjahre): Roggen 800 000 (gleich 3,l Prozent mehr): Hafer 1800 000 (gleich 9,4 Prozent weniger). Spanien: Mais 700 000 (gleich 14 Prozeiü mehrl: Reis 200000 (gleich 12,3 Prozent weniger^ Vereinigte Staaten: Mais 68 000 000 (gleich 9,4 Prozent mehr). Japan: Reis 6 100 000 (gleich 13 Pro- zcnt mehr-. vermischte». ' Hum or i m Gefangenenlager. Unter den vor Wochen in Zerbst angekommenen verwundeten Franzosen be- ionb sich einer, der am rechten Bein verwundet mar und dem man im Felde, um das Bein verbinden zu können, das rechte .Hosenbein abgeselmitten hatte. Er kam also ohne das rechte Hosenbein mit verbundenem Wem hier an. bat hier im Lazarett des goldenen Löwen gelegen und sollte vor einigen Tagen als geheilt in das OKfangenenlagcr entlassen werden. Da fehlte ihm nun natürlich dos rechte Hosenbein sehr und ohne ein solches wollte und konnte man ihn doch auch mcht dinaustchicken. Wo ber- nehmen? Der Lazareügehilfe Esckhol; (Friienr -nt der Heide) schasste Rat und stellte ein altes Wimerbeinkleid zur Lstrsügang. AIS der sehr praktische und bei den Verwundeten auch beliebte Lazarett-Wärter Backemann diese Hose bekam, meintt er, man darf nickst so verschwenderisch sein, der Aiann braucht nur das rccküe Hosenbein, und wer weiß, wie wir das an dere noch praktisch verwenden können. Gesagt, getan Das rechte Holendem wurde abgeschnittrn und dem Franzosen an sein < einllcid ge» iiähi Mi: einem schwarzen und einem roten Hosenbeui zog mm der Franzmann in das Gcfangenriilager. AIS vorgeuern der L 1 aretvrärter Bachrmnn zufällig im 0lrian>raienIagei zu tun liatw. ries der Franzmann, aus das rechte Bein zeigend, Ichon von uxnther: Backmann! (das ch kann er nicht ausiprechcnl, E s ch 0 l z warm, und aus das linke Bein zeigend: France kalt! Der Frangose war lehr vergnügt dabei, und man kann ivobl annehmen, daß ihm das deutsche Winterbeinkleed des Herrn Cschholc weit besser gelallt, als seine dünne rranzö'i-che .'Needung. » Ein Konslikt der Pflichte». Ein eigenartiger Kon- slikt ist zwischen den Bürgern von S ch w a b a ch »nd ilirem Bürgermeister Dümlcr ausqebrochcn. Dieser hatte sich bei Beginn des Krieges als Freiwilliger gemeldet, wurde auch angenommen und tut jetzt Dienst in Füttb. Er bat solches Gefallen am «oldatenleden gesunden, daß er an die Stadtverordneten den Antrag naitete, ihm weiter Urlaub zu geben. Die Stadtväter stellten üch aber aur den Standpunkt, daß sie ihren Bürgermeister für sich haben wollen. Ein städtisch er Beamter in so kwbcr Stellung sei für eine Stadt unabkömmlich, zumal Kriegsireiwillige in jungem Alter genügend vorhandeir seren. 'Die Schwadachcr haben ihrem Bürgermemer nun eine Frist gestellt, und wenn er bis dahin nicht zurückgekchrt tst, wollen sie gänzlich ans seine Dienste verzichten. Märkte. Ie. Frankfurt a. M. kchweineinaektbrrk chl vom 28. Okt. Au'getrieben waren 1452 Schweine. Vollfleischige Sckiweine von 80 bis 100 kg Lebendgeivicht 59.00—62.00 Schlachtgewicht 6.00—78.00Mk, vollfleischige Schweine unter 80 kg Lebendgewicht o 1 * .50—6.1,00 SDIf„ Schlachtgewicht 74.00— 76.CO Ack.: vollsteijchige Schweine von 100—120 k? Lebendgeivicht 60.00 —62.50 0!fr, Schlachtgewicht 76.00—78 Dlt. vollfleischige Schweine von 120 bis 150 k» Lebendgeivicht 603)1—63.50 Mk, Schlachtgeivickst <6—78ch0 Mk. Geschäft ziemlich rege. Ie. Frautsurt a. M., 28. Okt. (Orig.-Telegr. de) .Niest. A»z.»> hlinlliche Notierung«» der heutig»,, Fruchtmarktvreil Weizen lh.estgerl Mk. 28.0)—28.25. Kurgü-gcher Mk. 28.00 - 28.95» Weticrauer Mk. 00.00 - 00.00. Nomen (hicstgers Mk. 20.50-28.75. Gerste sWeiterauerl Mk. 21.00-24.00. Gerste. Franken, Blatt-r, Nied Pik. 23.00—24.00. Vater Mk. 23.25-23.40, Mais Mk. 00.. 00.0-d, Weizeimiehl 0 Ttf. 00.0-0 -00.00. Weizenmedl I Mk. 00 . Oe - 00 . 00 , Aeizcnmc st III Mk. 00 00 - 00.00. Rogqenmelil 0 Mk. 00.00 -00.00, RogqenmcKi 0,l Mk. 00.00—00.00, Roggenmehl I M. -00.00—00.-», Wcizenkleie Mk. 0.00 —0.00. Keizenicholen Mk. 0.00—0.00, Noogen- lleie Mk. 00.00 - 00.00, Malzkcime Mk. 00.0 >— 00.00, Biertreber 00.00 — 00.00, Futtergerste lök. Uö.09 — 00.00. 3lUe5 ver 100 kg ab hier. le. Frautsurt a. M.. 28. Okt. (Orig.-Telei,r. des .Diestener dtiizcigerS".) ll a r t 0 t t e l n, a r k t. Man notierte: Kartoffeln »1 Wag ons Mk. 6,50-7,00, im Kleinhandel Mk. 8,00—9,00 für je 100 kg. Amtlicher Wetterbericht. Oeffen tlichcr Wetterdienst, Gießen. Wettcrausiichicn in Hessen am Donnerslag, den 29. Okt. 1914; Trstb und regnerisch, »ii!0, südwestliche 'Winde. Letzte Nachrichten. Von der Entschkidunffsschlacht im Westen. (WTB.) Berlin. 28. Okt. (Nichtamtlich.) Während dcr gestern ausgegebene offizielle cngliichc Bericht über die Lage zivisckien Nienport und Bvcrn sagt, dic Allücnen s eien im Bc- grisse zu gewinnen, Heist es in einer über Stocklwlm eingegangeiren Meldung der ^.Nationalzeirung^': Die Deutsche» machen die energischsten Versnckie, niisere Front zu durch- breckc» und haben in der Gegend von La Bafföe Terrain gewonnen. WTB. Berlin. 28. Okt. (Nichtamtlich.) Die Mailänder „Gazette dcl Povolo" meldet ans Nicnvor!: Dic mörderische Schlacht der letzten Tage in dem belgischen Gebiet bringt nicht einmal nachts einen Augenblick deS Massen st instand e s. Vom Meere herüber tönt das Brausen, die Schisse schleudern Granatrezen auf die Küste, während die Scheinwerfer mit Beharrlichkeit ihr hundertstrahliges Lichtauge dorthin werfen, wo sie die deutschen Batterien vennutcn. Das schreckliche Kanonen- duell dauert Tag 1111 b Nacht zu Lande und zur See an. Die deutschen Truppen haben Verstärkungen aus Belgien erhalten: man sagt, daß in Dünkirchen unausgesetzt an den Bejestigungcn ge- aicheitet wird. WTB. London, 27. Okt. (Nichtamtlich.) Dic „Daily Mail" meldet aus .Havre: Die Verluste der Belgier betragen in den nenn Tagen, wo in diesem Gebiete gekämpft wird, 10 000 Tote und Verwundete. Aus dem eroberten Belgien. Berlin, 28. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Von der Tätigkeit der deutschen Verwaltung in Belgien bringen verschiedene Blätter Mitteilnngrn. In nreineren Städten der Gegend von Luik fehlt es an Brot und Kartoffeln. In H e r st a l, einem Orte von 22 000 Einwohnern, werden täglich 14000 Portionen Suppe ausgeteilt. Flucht aus Calais. Folkestoue. 27. Okt. (WTB. Mchtamtl-ich) (Reuter.) Der Dampfer „Queen" ist mit 2500 Franzosen h-ier eingetroffen. Es sind Männer, Frauen uicd Kinder, meistens Bauern aus der Umgegend von Calais, die an Bord des „Lldmiral Ganteume" von Calais nach Havre befahren Maren. Der „Admiral Ganteume^^ stieß in der Hö-hr von Boiilognc auf eine Mine. Au Boü> brach eilte Panik ans und 30 Passagiere ertranken, als sie an Bord der ,,Queen" gebracht werden sollten. Rückkehr dmtfchrr Zivilgcfaugencr aus Frankreich. (WTB.) Berlin, 28. Okt. (Nichtamtlich.) Dem Zeu- tralausschus; des Roten Kreuzes hat, loie der „Boss. Zeitung^' aus Karlsruhe mitgeteilt wird, der Reichskanzler bekannt gegeben, daß. etn« 20000 deutsche Reichsangehörige, meist Frauen und .Kinder, aber auch Männer unter 17 und über 45 Jahren, die in Frankreich als Zivilgesangene sestgehalten wurden, die Rückwände- rungserlaubnis erhalten haben und deinnächft in einer badischen Grenzstadt einlreffen würden. Die bayerischen Waffentatcn. München, 27. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Die Korrespondenz Hoffmann teilt mit: Der Kaiser hat, veranlaßt durch die hervorragenden Wasfentaten der bayerischen Truppen im großen Kamps um Deutschlands Zutunft und Ehre, dem Könige mit einem .Handschreiben das Eiserne Kreuz erster und zweiter Klasse übersandt. Urlaub für die .Helden aus deutschen Schützengräben. i. Köln, 28. Okt. Die „Köln. Ztg." meldet aus Berlin: Die durch den langen 2llisen!holt in Schützengräben und die dabei ausgesdandenen Entbehrungen hesoiwers nrftgenommeneii Maimschaslen erhalten einen Erholungsurlaub von 5 oder 6 Tagen Daher sieht man bereits viele nnvenmindete Krieger im Schmucke des Eisernrn Kreuzes in der Heimat weiten. Die Rückkehr deutscher Reservisten aus dem Ausland. (WTB.) Berlin, 28. Okt Nichtamtlich) Die eng- lische Admiralität hat verschiedenen Blättern zufolge der englischen Flotte Befehl gegeben, deutsche und österreichische Reservisten, dic auf neutralen Schiffen nach neutralen Häfen unterwegs sind, nicht mehr gefangen zu nehmen. Dieser Schritt ist mtt Mcksicht auf die Empfindlichkeit der neutralen Staaten geschehen, wie der Mailänder „Corriere della Sera" erfährt. — Der Militarkritiker der ,, 4 .imes" schreibt, daß der Zuzug von deutsckfen Reservisten aus den Ueberseeländern eine neue Gefahr bedeute. Dasselbe Thema behandelt „Morningpostz', darin audcutend, daß die Londoner Erklärungen von dem Parlament nicht bestätigt tvorden seien. Es würde Englands Schade sein, lvcnn eine Million Reservisten aus Nord- und Südmnerika Deutschland erreichen köimten. Reichstagsermtzwahl. Heidelberg, 27. Okt. (WTB. (Nichtamtlich) Bei der heutigen Reichs tagsers aywahl im 12. Reichstags- wablkreis (HeideLberg-Eberbach - wurde Landgerichtsdirektor Dr. Obkircher (natlib.) bei schwacher BeterÜgung mit4438 Stimmen gewählt. Gegen Teuerung und Arbestsmangrl. Berlin, 28. Okt. lWTB. Nichtamüich.) Tie deutschösterreichische Sozialdemokratie ist in eine Aktion getreten, die ruf) gegen die Teuerung und gegen die Arbeits- losigkeit richtet. Ter Minister Präsiden: tn Wien har laut „Vorwärts" einem Ausschuß der Abgeordneten xrllätt, daß eine Reihe von Maßnahmen sowohl in bezug aus die LrbenSimttelpvlftrk als auch inbezug auf die Arbcilsbeschafftmg in Angriff geiwivmcn seien. Der neue Fürstbischof mm Breslau. Breslau. 27. Okt. (Mchtamtlich) Der neue Fürstbischof der Diözese Breslau, Dr. Adolf Bertram, hielt heute nachmittag seinen Enrzng in die alte Bifchossstadt. Er icmrde am Hanptdahnhos von den Spitzelt der Behörden, den Vertretern des katholischen Adels und einem Ausschuß, der aus angesehenen Laien mrr Lradt bestmid, empfangen und begrüßt. Bo» der Dontbrücke bis zur Kathedrale hatten die katlwlischen hölrcrcn Lehranstalten, die katholischerc Bereine und Accheitervereine mit ihren Falmett Aussveiffmg genommen. Unter Borantritt der isterstlichkeil zog der neue Fürstbischof i» die Trmikirche ein. Am Portal erwarteten das Domkapitel und die Professoren der kallwlisckr-theologischcir Fakultät den Bischof. Nach dcr Feier wurde der Fürstbischof in einer Prozession in das bischösliche Palais geleitet. Auf besonderen Wunsch des Fürstbischoss war von einem besonderen große» Empfang und von einer ÄuSschmüctwig der Straßen Llbstand genommen mvrden. Nachrichten von „Göbrn" >md „Breslau". iKöln. 28 Okt Dic „Köln. Ztg." meldet auS Koveubagend Aus London wird lwricktet: Die ikrenzcr „Gäben" und ,,Dres- l a u", die Deutschland kurz nach dem Ausbruche des Krieges an die Türkei verkauffr. sind nach einem Ausflnae in das Schwarze Meer jetzt eiligst in den Bosporus zunlckgekchrl. Der englische und der russische Botschafter in Kviistairliiwpel benachrichttgteir die Pforte, sie bettackücten den Verkauf der beiden K re u - zer nicht als rechtsgültig. £ie beiden Schifte rvürden angegriffen werden, sobald sie her a u s kämen. (Drcselbc löbluiw Absicht hatte man seinerzeit auch bet Massrna. — Dic Rcd. des G. !Ar) 'Der russische Botschafter erklärte ferner, die Beivcguiig der russischm Flotte im Bosporus se» nur aus di« Taffackre zurückzuführen, daß die beiden Kreuz« sich mißcrhalb der türkffchen Gcwass« zeigten. Gute wirtichaftiiche Berhültnissc in Oesterreich. (WTB.) Wien, 27. Okt. (Nichtamtlich.) Ein Sonderabdruck des Anttsblattcs der Stadt Wien biffpricht m emem „J>n Wien während des .Krieges" betitelten Flugblatt dre günstige Ltnmahme des vorangegaugeuen g l e i ch a r t r g e » Flugblattes und bemerkt. daß nur die Stadtvenvaltimg von Gcnt die Verlmeitimg der darin enthaltenen Nackuichttn „weiien strikter Wahrung der Neuttalität" ablchncn zu ntüssen geglaubt lgit. 2!us dem weiteren Inhalt sei urltgeteilt: Im Monat September sind die Ste»erein- gäiige mir 5,8 Milk, aus l l,9 Mllinnen gestiegen. Dre Spareinlagen betrugen der den Dinier Sparkassen Ende Selstember 1914 38 Äiillioiinl Kronen mehr als am Ende des vorigen IahieS. °T»c Kriegsdarlehnskafse und die Kricgskreditbank sorgen für dos gesteigerte Kreditbedürfnis der Geschäftswelt. Das Arbefts- und Dienstvermittelungsamt »ermittelte für die erst« Hälstt des Oktober 9219 Personen Arbeit oder Verdienst. Für Handwerker und Arbeiter ist genug Llrbeitsgelegenheit vvrlianden, die Lcbeiisniittel- vn'sorgung ist vollkommen ausreichend. Tie (Yesundbeitsverbältniffe sind sehr günstig, bei der einheimischen Bevöllerimg ist kein Clwlcra- sall vorgekommnr. Tie Stimmung der Bevöllerung ist voll Zuversicht, aus den Straüni herrscht reger Verkehr. Die Theater find sämtlich wieder geössnet. . Rusfifche Aussichten. Berlin, 28. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Zu den tefn den österreichisch-un gariscknm Truppen der Jvangvrod erruugenm Erfolgen schreibt die „Krrn z z ei tu n g": Das mrmschövstiche Meit- schenreservoir Rußlands, womit unsere Feinde mis schrecken möchten, gestattet ja den Russen, noch eine Unmenge von Menschen; aut die Schlackffelder zu schicken, Gott sei dank aber nicht eine Unmenge Soldaten, ffirben dem nach Aussagen von Gefangenen immer empfindlicher tverdenden Mangel an Offizieren fehlt es an Kriegsmaterial jeder Art. Was Rußland noch in die Linie zu führen hat, das ist mit den bisher ins Feld gcschicktenl Truppen in keiner Weise zu vergleichen. Französische Spione aufgehoben. (WTB.) Berlin, 28. Okt. In Basck wurde ein sran« zösisches Spionagebureau aufgehvben, das Nachrichten üb« Truppenbewegungen im Ober-Elsaß nack) Bellort weiter gab. England und die amerikanisthr Pctwlenmindustrie. i. Köln, 23. Okt. Tie Köln. Ztg. meldet ans Kiel: Die Standard Oil Company in New Bork hat nach nordischen Blättern die Mitteilung verbreitet, daß die Ladung der drei von England beschlagnahmten Tankdamvser Leuchtöl eittbalten habe und für sehr angesehene Häuser in neuttalen Häfen bestimmt geweseir sei. Tie Verschiffung sei in keiner Weise ungewöhnlich gewesen. Wenn solche Ladungen beschlagnahmt würden, würde ernsteFol- gen für di ePetroleumiudustric dcr BereurrgtenStaaten nicht ansbleiben können. Die Haltung Bulgariens und der Türkei. (WTB. Nichtamtlick,.) Sofia, 27. Okt. Ein Teil der russisckren Preffe hat eine Information veröffentlicht, oev zufolge das jungtürkische Komitee von der bulgarischen Ge- salidtschaft in ^onslaittinopel offiziell davon m Kenntnis gesetzt worden wäre, daß, im Falle der russisckrc Feldzug in Galizien zu einem glücklichen Ende kommen wurde, das Kabinett Radoslawow seinen Platz einem russophileti Kabinett unter Malirww räumen wurde. Dic bulgariscl-e Gesandtschaft hätte daraustftn der Pforte geraten, ihre Politik Rußland gegennder zu ändern, um nicht auf dem Balkan isoliert zu bleiben. — Die „Agence Bulgare" ist zu der Erklärung crnrächti-gl, daß diese Nachricht in allen Punkten erfunden ist. Dom Kalimarft. (WTB.) Berlin, 27. Okt. (NichtaMttich.) Nach dem der GesellschafterversamMlung des Kalistzndikats erstatteten Geschäftsbericht sind vom 1. August bis zum 15. Oktober 1913 zusammen 12 404 000 Doppelzentner Kalisalze abgesetzt worden. In der gleichen Zeit des Jahres 1914 l>etrug d« Absatz 4 00 ! 000 Doppelzentner, so daß sich gegen das Vorjahr infolge des Krrcges ein Wsatzrückgang von 8 400 000 Dovvclzentncrn ergab. Der Rückgang ist besonders im August wegen Wagenmangels cuigetreten. Der September brachte bereits wieder 45 Prozenc oes Sevtemberabsotzes 1913, für den Monat Oktober wcDcn etwa 50 Prozent des gleichen Monats des Jahres 1913 erwartet. Dem Werte nach beträgt der Absatzrückgang in den erster neun Monaten 1914 16 91X1000 Mark. Es ist zu hoffen, daß die dentt'che Landwirtschaft und diejenige der benachbancn neu- ttalen Länder im Novemb« und Dezember die D ü n g u n g d e r - jenigen Aecker nachholt, welche bisher wegen Wagcn- mangcls nicht gedüngt werdeit konnten. Nach feindlichen Staaten werden Kalisalz« weder direkt noch indirekt geliefert. Das U c ber- s e e g « s ch ü s t, das in der ersten Zeit noch dem Kriei^aiisbruch fast völlig uMerbrochen war, hat sich in letzter Zeck erlrenlicherweise wieder belebt. Erdbeben in Italien. eo om 27 Okt (WTB. NichtamÜich) T-epeschen aus Florenz, ftfta Jvvrno Pisa. Lucca und Mas so berichten über cm E r d- b e n das am 20. Oktober vormittags Aufregung unter d« Bc- kerung hcrvorrief, aber keinen Schaden verursachte. Nur aus -ca und Massa werden leichtere Be,ä>üdigiingen gemeldet. Mail spürie de» Erdswß auch aus der Insel Elha. in Bologna rcdig, Turin, Genua, Mailand, Ancona, Forlt, Cascna, Faenca > Verona. Irgend ein Schaden ist nicht augcrichtel wyrdeic. Den Heldentod fürs Vaterland starb am 22. August bei Anloy mein iimigstgeliebter, hoffnungsvoller Sohn, unser unvergesslicher, treuer Bruder Adolf Müller Reservist im Inf.-Regt. „Kaiser Wilhelm“ Nr. 116, 3. Komp. im Alter von 24 Jahren. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Louis Müller, Schreiueimeister. Giessen (Schiffenberger Weg 16), den 28. Oktober 1914. 11023 Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Mitteilung, daß unser geliebter Gatte, Vater und Bruder am 20. d. Mts. im 48. Lebensjahre saust verschieden ist. Gatt dem Allmächtigen hat ei gefallen, meinen innigstgeliebten Mann, nnfcrcn herzensguten, treusorgcndcn Vater, Schiviegcrvaler, Grobvater, Bruder, Schwager und Onkel Adam Volk Lehrer i. P. nach längerem Leiden zu sich in die Ewigkeit abzuruicn. Im Namen der ticstrauernden Hinterbliebenen: Kath. Volk. pa Giehen iDiezstrahe 10), Cbarloltenburg, Fulda, WorniS, den 27. Oktober 1914. Die Beerdigung findet Freitag, den 30. Oktober, uachniittagS 3 llbr, von der Kapelle des netten Fricdhoies aus statt. 11023 Nachruf. De» Heldentod für das Vaterland starb im Lazarett zu Berlin infolge der aus dem Felde der Ehre erhaltenen Vcrivnndung unser liebes Mitglied Friedrich Felde Gefr.d.S.Romp.Leibgarbc-Jnf.-Rgts.Nr.ll!» An ihm verlieren wir einen guten, treuen Freund, ein treues Mitglied unseres Vereins, dessen schmerzlichen Verlust wir ausS tiefste bedauern. — Wir werden ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren. 11022 KksaiiMmii „Kttnims" Mainzlsr. Nachruf. Den Heldentod siirS Vaterland starb unser werter Vorsitzender Ludwig Aabel Gefreiter der Reserve im Jns.-Regt. 11«, Inhaber der Tapferkeits-Medaille. Wir werden ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren. 11012 Vulsckenlliib „Kiniglkil" Lonkisrs. Im Dienste für das Vaterland starb im Feldlazarett »u Sermaize, kurz nach einer am 8. September erhaltenen schweren Verwundung, unser innigst geliebter Sohn, Bruder, Schwager, Onkel und Bräuligan, Ferdinand Schwalb Gefreiter der Reserve des Jnf.-Regts. „Kaiser Wilhelm" Nr. 116 im Alter von 28 Jahren. In tiefer Trauer: Familie Ferdinand Schwalb Familie Ludwig Schwalb Familie Wilbelm Clos Familie Otto Christ, Gründers, Neumühle jratbarinc Lecker als Braut. Allen Buseck, 27. Oktober 1914. Todes-Anzeige. Heute vormittag 7'/, Uhr entschlief sanst nach kurzem, schwerem Leiden unser guter Vater, Schiviegervatcr, Grohvaler, Bruder, Schwager und Onkel Konrad Failing II. im Aller von 65 Jahren. Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Pbilivv Bender IV. Familie Ludwig Bender X. Familie Nonrad Failing Familie Heinrich Failing Familie Wilhelm Schlierbach VI. Karl Failing Ludwig Failing, z. 31. im Felde. Rsdheim a. d. Bieber. Fellingshausen, den 27. Oktober 1914. Die Beerdigung stndet Frettag, den 30. Oktober, nachmittags 2'/« Uhr, statt. [07532 Danksagung. Allen denen, die uns bei dem schweren Verluste unseres lieben Sohnes 11021 Otto freundliche Teilnahme erwiesen haben, sagen wir auf diesem Wege unseren herzlichsten Dank. Zamilie Zohr. Zieck. Gießen (Hammstr. 14), 28. Oktober 1914. Für empfehlen unser Lager in Trauerhüt., schw. Schürzen, schw. Satin - Binsen, schw. Handschuhen, Trauer-Flor, Cr6pe, schwarze Krawatten, Trauer-Schleier. 8635a Trauer Telephonieren Sie Rheumatismus-Gicht-Ischias. Auf vielseitiges Verlangen will ich nun für obige Leiden Itat und Hilfe erteilen. Nach meinen25jährig. Erfahrungen habe ich 10709 anerkannlepinaßen genügende Kenntnisse hierfür gesammelt. Lanier grnt« Erfolge. Zu sprechen: morgens 9—11, mittags 3—5 Uhr. Christian Petri, Moltkestraße 7. liefert In Jeder gewünschten Ausstattung stilrein u.preiswert 1 di, BrkUTsghe Unlv.-Drnoktrel Nach Gottes Ratschluss starb am 18. September ds. Js. den Heldentod für das Vaterland Heinrich Hüttenberger Kompagnie-Feldwebel im Landw.-Inf.-Regt Nr. 116. Wie der Heimgegangene unserem Verein und seinen Zielen lange Jahre hindurch in vorbildlicher Weise Treue erwiesen, so werden auch wir seiner in Treue stets gedenken. Wartburg [““"Di evangel. Jünglings-und Männer-Verein Der Vorsitzende: Schwabe, Pfarrer. Giessen, 27. Oktober 1914. tm Danksagung. Für die uns erwiesene liebevolle Teilnahme beim Hinscheiden unseres lieben Entschlafenen Heinrich Weiss I. sagen wir allen unseren innigsten Dank. Dank auch der Gemeindevertretung, der Krankenschwester und den beteiligten Vereinen für liebevolle Anteilnahme. Die tranernden Hinterbliebenen, Grossen-Linden, den 27. Oktober 1914. 07539 um Liebesgaben für unsere tapferen, im Felde stehen- den Kameraden der Infanterie-Regimenter Nr. 116. Nachdem die uns in so reichem Maße übermittelten Liebesgaben an die Truppen der hiesigen Garnison abgeliesert und von diesen mit großer Freude und Dankbarkeit entgegengenommen wurden, werden wir unsere Sammlungen während der ganzen Dauer des Krieges fortsetzen und richten an alle Mitbürger die dringende Bitte, uns durch Spenden von wollenen Unterkleidern aller Art, Zigarren, Tabak, Dauerwurst, Lichtern nfw. tatkräftigft zu unterstützen, damit wir auch weiterhin das Los unserer Braven im Felde erleichtern können. Wir sind gerne bereit, diese Liebesgaben bei jedem einzelnen der Spender abholen zu lassen. Die Unterzeichneten nehmen die Gaben sowie Anmeldungen zur Ab> holung derselben gerne entgegen. Heinrich Böller» Albert Nenbürger, Steinstr. 17 Frankfurter Straße 58 Heinrich Tpiest, West-Anlage 27 Karl Haupt, Landgrasenstraße 4 Karl Weidig, Liebigstraße 87 LeopoldMayer, Bahnhofstr.63 HeinrichWerner,Bahnhofstr.27 Der Vorstand des Vereins ehemaliger 116er. io962v Für Verwundete, Kranke und Genesende empfehlen wir: Schlaf rocke aussol. warm. Stoff. Haus-Anzüge Jacke und Hose aus halb- und reinwollenem Flanell Kamelhaar - Schlafdecken Plaiddecken • Reisedecken Gebrüder Imheuser Marktplatz 9-10 10944a Marktplatz 9-10 Gcislüfter Gaskronen, GaSIamven »sw. vm rasch zu räumen spottbillig CarlZchunck^"^' 03728 k ftrahe 54. Gaslamoen und Gasherde empfi ehlt zu billigen Preisen J. Thörner Installations-Geschäft 107426 Lndnlgalralle 40. ■Ul unsere Eusanose-Tabletten einhewikrle* Kähr- nl KrUtignngsmlttel besonders auch als Verheigingsmlltel gegen Lagen- and Harm Krankheiten für unsere Soldaten im Felde, ln geeigneter Packung zum Versand als Feldpostbrief 1 Schachtel Mk. 1.—. In allen Apotheken kdnfliek. Nährmittelwerk H. A. V. den Apotheker-Vereins Im ßrossh. Hessen » Betnkeim (Hessen). 10245ss