D. 252 Zwettes Blatt m. Zayrgang bet o«nulaa’. ^emflleabCitttr“ »erben ixm ,Änjri(|et' viermal wöchentlich beigelegt, dar „Kreil»i«K fär öe. Km« «ietzea" zweimal «ächenilcch. Die .F«»»»irrschafMch« Sei,- frageerseheinen «aaocktch zweimal. Gietzeim Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vienrrag, 11. smcwer w* Rotationsdruck und Verlag der Brühl'jche» Universitäts - Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- ftrape 7, Expedition und Verlag: feS§>51. Redaktion: s^s IIS. Tel.-Adr.:AnzeigerGieben. Krupensfis Trick. Kaum hatte der italienische Ministerpräsident Salon« )W »ach dem Tode San Gtzulianos erklärt, daß an tu* ßaötofitai Italiens nicht zu rütteln sei. da deckt die Diplomatie unserer l^egner ein Planchen aus, das sich in der bisherigen Sammlung unverschämter Tricks sehen lassen kann. Die Sache ist folgende: Krupenski, der Botschafter des Zaren in Rom, macht der italienischen Regierung das Angebot, die in russischer Gefangenschaft befindlichen Oesterreicker italienischer Rasse an Italien auszuliesern. So ein Anerbieten must natürlich im Biedermannston gemacht werden Es muß klingen wie: Wir überreichen dir hiermit ein hübsches Geschenk. Diese gefangenen Oesterreicher sind doch in Wahrheit Italiener Sie bereichern eure Bevölkerung, und cs ist ganz selbstverständlich, daß ihr sie sesthaliet und nicht nach Oesterreich zurückkehren laßt----Dieses „selbstverständlich" ist natürlich Bed-iitgung. Der ganzen Schiebung ßiegt natür- ti/f) nur der eine Sinn und Z,r«k zugrunde, einen glühenden Brand ins Pulverfaß der italienischen Neutralität zu werfen. Die geschenkten Oesterreicher alias Italiener haben nichts anderes zu tun, als Oel ins Feuer der irrcdcntistischen Bewegung zu gießen. Die italienisch sprechenden Lesterreichcr sollen ihre Freunde in Obcritalien dazu entflammen, die in Oesterreich „schmachtenden Brüder" zu befreien. Der Plan ist wirklich ganz reizend zurechtgelcgt. Die Verbündeten spekulieren gar nicht so schlecht. ststän erinnert sich wohl noch der blutigen Zusammenstöße und Straßen- kämpfe in Triest drei Adonai« vor Ausbruch des Krieges. Tetegeutlich der Maifeier veranstalteten damals die Slo- Bxntn an der Adria Kundgebungen. Von italienischer Seite Js«trb< behauptet, die österreichische Regierung habe sie begünstigt, und darob entstand in ganz Norditalien, wo die Jrrcdenta so starke Stützpunkte besitzt, große Erregung. Auf dem Markusplatz in Venedig verbrannten italienische Stur Lenten unter dem brüllenden Beifall der Menge eine österreichische Fahne. Es war ein elementarer Ausdruck von Volks- teidenschaften, die sich in naiv brutaler Weise Lust machten. Seit jenen Tagen, da nach dem Berliner .Kongresse Menotti Garibaldi in öffentlicher Versammlung zu Rom die Besetzung Triests und Tricnts sordcrte, hat die Jrredenla auf ihre Forderungen nicht verzichtet. Seit über drei Jahrzehnten bemüht sich Minister um Minister, die Stimmen zum Schweigen zu Dringen, die eine Einverleibung italienischer Sprachgebiete Oesterreichs mit dem Königreich Italien fordert. Man hat diese Stimmen nur zeitweilig dämpfen können und sie niemals verstummen gemacht- Das Schlagwort vom „unerlösten Italien" :>e herrscht heute noch alle .Kopie, es ist ein Gedanke, der sich gelegentlich auch in verzweifelten und verbrecherischen Taten entladen hat. Attentate und hochverräterische Umtriebe werden fast in jedem Jahve ausgedeckt. Wer das österreichische Küstenland kennt, der weiß, daß die Bevölkerung vou Gradv bis Pola aus chrer Liebe zu Italien nur sehr wenig Hehl macht. Agenten kommen über die Grenze und helfeu die Stimmung zu verstärken. Hüben und drüben werden Spione ab- grsaßt, die die Geheimnisse der Besestigungswerkr auszu- spähen trachten. Und wie man vor dem Kriege von einem bewaffneten Frieden sprach, io war in jener Gegend immer scherzweise von einer bewaffneten Freundschaft die Rede. — In dieses gc'ährlickie Problem soll nun während des Krieges von neuem ein Funke geworfen werden, indem man italienisch sprcckzende und fühlende Oesterreichcr gleich trnppenweisc nach Italien wirst und dort in gewissen Bevölkerungskreisen die österreichisch feindliche Stimmung zu Hellen Flammen auflodern läßt. Ist einmal Obcritalien ordentlich in Brand, so kann die Regierung in Rom nach der Ansicht und Absicht der Verbündeten die Zügel nicht mehr halten. Die italienische Snintz?ätzliche§ zu einer neuen deutschen Mode. Von Paula Messer-Platz, Gießen. Mancher wird es nicht verstehen, ja es als Zeichen von Oberflächlichkeit ansehen, daß in diesen ernsten Tagen, die von .Kampf und Not und Tod erfüllt sind, über Mode gesprochen wird: daß in führenden Tageszeitungen sogar mehr als sonst darüber gesprochen wird. OKwiß, manche Ratschläge nnd Aufrufe sind wertlos und einseitig. Wenn hier verlangt wird, die Frau möge sich nur schwarz und düster kleideif, dort, sie möge nur in Hellen Farben erscheinen, so ist dazu zu sagen, daß jede die Kleidung tragen foOC, die sie eben hat. Auch überlasse man ruhig jeder Einzelnen. >r»ie sie den gar nicht leick)ten Zwiespalt zwischen Sparen und Arbeitgeben für ihre Perlon und ihre Kleidung löst. Wann je, so bat uns der Opfermut unseres ganzen Volkes berechtigt, bei jedem Einzelnen diesen Willen zum Rechttun vorauszusetzen Gerade dieser Wille, sich vom Geiste des Ganzen tragen zu lassen, ist es aber auch, der in den Erwägungen über Mode zum Ausdruck kommt. .Denn plötzlich haben wir alle unser deutsches Herz entdeckt, plötzlich fühlen wir, daß Deutsch'ein nicht eine Nebensache ist tvie etwa blond sein, sondern etwas Wesentliches, das tief in Geist und Gemüt sitzt. Und auch hier ist's wie überall: Das neue Erlebnis will sich mrswirken im Sichtbaren. Anck, im Aeußeren wollen wir deutsch sein und frei, unseren Geschmack, unsere Gedanken, unsere Eigenart in der Kleidung zur Geltung M dringen. London und besonders Paris waren bis jePt der Wallfahrtsort deutscher Schneider und Schneiderinnen, die meist wahllos Gutes und Schlechtes zurückbrachten. Zu leugnen, daß Gutes dabei war, wäre ungerecht, wenn auch nicht uirterftlcht werden kannz was davon ein französisch getauftes Kind deutscher und Wiener Werkstätten war. Nun, für die Zukunft — und für die Zukunft allein darf heute von Mode gesprochen werden — wollen wir Deutsche auch hier den Schrill von der Autorität zur Freiheit wagen. Aber die Schlußfolgerung, als ob damit alles Bisherige verworfen werden müßte, wäre falsch, 'Noch immer ist das Schaffcmvollen ohne Tradition, ohne Zusammenhang, das Erfinden nach eineni Programm fehlgeschlagen. Erst werde man sich bewußt, was an den ftemden Kleidern undeutsch ist und schon ist der llebergang zur neuen Mode gesundem Deutsch — das ist das Streben nach Sachlichkeit. Wahrheit, .Gründlichkeit, Unterordnung unter das Ganze. Warum also empfinden wir z, B. Stöckelschuhe als undeutsche Mode? >Weil der Schuch dazu da ist, ba£ Gehen zp erleichtern, nicht Neutralität bricht zusammen und die „lateinische Tochter" geht reumütig ins Lager unserer Feinde über. So verwünscht gescheit Krupenskis Trick auch ausgeklügelt sein mag. er i>t in seiner Zudringlichkeit dockt so herzlich dumm, daß die Regierung in Rom sofort das versteckte Gift erkannt hat. Mit diplomatischer Liebenswürdigkeit er- llärtc Herr Salandva dem Boten Rußlands, daß er zwar „die in dem Angebot des Zaren offenbarte Gesinnung dankbar ancrfetrne", daß aber die Rechtsfrage, die das Airgebot auftoerse, gründlich geprüft werden muffe. Entgegen ständen einstweilen die Pflichten der Neutralität und Gründe, di« aus italienischen Gesetzen beruhen. Auf itrüstein schem Boden habe jeder Fremde, der nichts verbrochen habe, das Recht, zu gehen, wohin er wolle. Die italienische Regie- rung könne also die geschenkten Oesterrricher nicht zurück» halten (Rußland hat sich daß eben altes etwas ruffisch gedacht). Was aber die P,lichten der Neutralität anbelange, so will Salandva den russischen Antrag einem diplomatischen Schiedsgericht, bestehend aus fünfzehn hockzgestelften Italienern, unterbreiten^ Das fft sehr llug und vorsichtig von dem Ministerpräsidenten Italiens. Durch die Tätigkeit des Schiedsgerichts wird Zeit gewonnen irnv wir dürfen ihm diese scheinbar ausweichend« Behandlung nicht übelnelmien. Italien hat es nicht leicht. Und das Danaergeschenk der Russen wird es sich doch hüten anzunehmen. Berlin, 26. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Ein Züricher Telegramm der »M Z. a. M." meldet aus Mailand über das russische Angebot betr. die österreichischen Gefangenen fta- lienisckter 'Nationolttät: Der Präsidem des Ausschusses, der das russische Angebot prüfen soll, ist Salandva selbst, so daß fein Votum wahrscheinlich den Ausschlag geben wird. Die italienischen Blätter sind mit wenigen Ausnahmen der Ansicht, daß das russisckw Angebot in seiner jetzrgen Formulierung nicht au nebmbar ist Ein Vertreter des „Corriere della Seva" batte mit dem russischen Botschafter Kcupenski eine Unterredmig. Dieser erklärte, das Angebot des Zaren bedeute »st>ic offizielle Anerkennung von seüen Rußlands, daß die von österreichischen Untertanen ialientischer Nationalität bewohnten Orte italienische Gebiete sind. Der „Corriere della Sera" sieht das Angebot als sehr gef ährlickt an und schließt: „Gott behüte uns vor unsereit Fveunden!" ttriegrbriese so mit allen unsinnigen Kleidungs- formen, die ohne Schönheit sind, well ihnen die Zweckmäßigkeit fehlt. Was uns eine deutsche Bcru- und Möbclkunjst erringen ließ» das wird auch Ruhllftne für eine deutsche Kleidung geben, bei der Schneidertechniker, Vdediziner und Künstler mitzuraten und zu taten haben werden. Mit dem Grundsatz: das ist unbrauchbar und häßlich, wsil es vom Ausland kommt, schassen wir so wenig eine deutsche Mode wie nrit der früheren Ansicht: das ist schöst well es vom Ausland kommt. Ein tieferes Warum muß dahinter stehen, soll nicht der Wunsch nach einer deutschen Mode auch in Zukunft ohne Dauer und Erfüllung bleiben. Die deutsche Frau muß wieder lernen, ihre Kleidung als Ausfluß ihrer Persönlichkeit zu betrachten, die eben geistig und körperlich verschieden ist von der der Französin oder Engländerin. Daß der geistigen Eigenart wie der Gesundheit und dem Wohlbefinden der Trägerin gedacht werde,'das sei der Fortschritt einer deuffchen Mode. Körperliche Bewegungsfreiheit fördert auf die Dauer auch die geistige, und diese ist es jas die im Grunde unser Voll heute verteidigt. Die Mode der Zukunft wird zeigen muffen, wie weit Deutschsein uns Frauen nicht Phrase, sondern innerstes Erlebnis geworden ist. m Eine preußisch russische Bette. Es darf jetzt an eine Wette erinnert werden, die vor etwa achtzig Jahren abgeschlossen wurde, zur Seit des berühmten Lagers von Kalisch im September 183o, als preußische nnd russische Truppen vereinigt unter ihrem Herrscher Friedrich Wilhelm III. und seinem Schwiegersohn Kaiser Nckolaus manövrierten. Bei der Kaiserlichen Tafel tauchte die Frage auf, ob eine preußische reitende oder eine Kosaken- batterie schneller wäre. Diese Frage führte» wie in der Geschichte der preußischen Garde-Artillerie von Hauptmann Beutner erzählt wird» zu einer Werte der beiden befreundeten und so nahe verwandten Monarchen. Es wurde beschlossen» daß die beiderseitigen Batterien nebeneinander eine Strecke von 2600 Schritt zurücklegen, dann abprvtzen und feuern sollten. Welche Batterie den ersten Schuß adgäbe, oie sollte Siegerin sein. Am folgenden Tage wurde die Wette ausgefochlen, und zwar so, daß den betreffenden Batterien erst unmittelbar vorder Kenntnis gegeben wurde. Der König von Preußen wählte die von der 2. reitendst Gcrchekompaguie besetzte Batterie des Kapitäns Perle zum Austrag der Wette. Perle erklärte seinen Leuten den Auftrag und erhielt die mutige Autivort: „Verlassen Sie sich daraus» Herr Haupttnau«, die Keckks kriege» wär untert' bereits aus den Erfahrungen des ruffisch-lLpanischen und des Bolkankriegcs entwickelte. ^lus der offenen Feldschlackst der ungeheuren Fronten, mft der das Völlerringcu int Westen ein setzte und bei der dre Zu- sammenstöße zu zahlreich und für das Gcsanrtergebnis dennoch so sehr Episode waren, das, die Geschichtsiclmubinig den meisten Gesccksten erst später ihren Namen unrd gedm können, hat lick» in wenigen jkriegswockicn die endlose Linie der Schützengräben herausgcbilbet, welckre in säst irmmterlnockienem Zuge von der 9!ordsee bis zum Fuße der Mpen reickrt. Zwischen zwei Schützengräben, in deren jedem Millümenbeerc eingograbrn liegen, wird die Entickreidmig unr das Sckncksal Enropis anSgetragen. Seit inehr als vier Wochen geht, iveim man sich die Ereignffse in büdlickxr Vereinfachung vorstellt, das Feuer von ScküU'engraben zu 'Schützengraben. Seit mehr als vier Wocknm ^dröhnen von beiden Seiten nmmterbrockien die Geschütze bei Tag imd bei Nackst, bäniig so andauernd, daß man bicr vom Haiiptauartier aus ihr beständiges Dröhnen imd Donnern Nne eine fortwährende, nnabgeriffene, eintönige Melodie vcrnmnnt. Etnia so, wie das Rumpeln eines ichwereii Lastwagens aus einer hohlen Brücke, oder ivic das Rattern eines Eisenbahuznges durch einen Timncl, so hört man sttmdcnlang, wenn das Nebclwetter den Klang ein wenig abdämpft, das Todeslied der schwerni Geschütze hernber- ballen Es begleitet unS, wenn wir über Feld wandern, cs läßt leise die Fenster zittern, wem, war bei Tisch sitzen, es pvckst in die Ohren, toemi wir nach durcharbeitetem Tage den Schlaf suchen Und schliesslich, so unglaublich das klingt, ist man daran eben so gcivöhnl ivic an das Fallen der Eiästln und Kastmiien, die draußen inr Park bei iedein Windstoß wie ein Aagellchancr aus das dürre Hcrbstlaub llatscheii. Man bat das immittelbare Bewußtsein, daß jeder Hall dieses iminerwährenden (beschütz- donners jngeiidliche, tapfere Menschen aus der Liste der Lebenden streickst, zwar selbstveiständlich nickst verloren, aber man lernt, dieses Empfinden in das Unterbewusstsein zil verbannen, wo jetzt so vieles mit starkem Willen gebanitt nnd zur einstweiligen Ruhe bescktworcn liegt: Das Ciedäckstnis der vielen gefallimen prächtigen Menschen, die uns liebe Freunde waren, die Sorge um die anderen, die Angehörigen und Freunde, die draußen vor dem Femd stehen, das Mitgefilhl mit den Hinterbliebenen nnd denen, die zu Hause notleiden, weil die Ernährer ins Feld gezogen sind. All das darf »ns jetzt nicht übermannen, all das ruht mit eisernen Willensllommern gefesselt bis zu dem Tage, wo die Waffe» schweigen werden. Das ist etwas Wnnderlick»es, Wunderbares in des iNenschen Art, daß er cs vermag, durch die Zauberkraft starken Enffchknffes die gigantische Mackst der in solchen Zeiten auf llm cinstürimmdeil Eilebnisse und Eindrücke zu übenvältigen und ihnen zu gebieten, daß sie riilfcii, bis es Zeit sein wird zur Totenllagc imd zugleich zur Siegesfrelide. Ms hätten sich alle hier draußen im Felde das Wort gegeben, so hilft einer dein andeni über die schtvere Zeit hinweg Und dankbar ivird jeder begrüßt, dem die groß e Kimst gegeben ist, die übrigen mft echtein Hmnor zii stärken. Ein gutes, aus dm Stunde geborenes Scherzwort läuft wie eine Parole durch das ganze Lager. Es weht mft Wrnbessckmelle von Armee zu Armee, dir ganze Front entlang nnd nwhin man kommt, lacht es ans den Augen der Kämpfer. Es wäre nicht angebracht, diesen wahren, aus den blntbenäßten Schlachtseldern erwachsenen Humor schon jetzt zu sammeln und nach der Heimat zu berichten, weil er, seiner Umwelt entrifferr, doch leicht ein en falschen Begriff vom Ernste der Stimmung unserer Truppen geben kö-nntc und weil man hier draußen den Eindruck hat, daß so wie so in der Lermat sich noch imm er in Theatersingsangs, Witzblättern nnd Nlkpostkarten ein Geist brett macht, der schleckst nnd häßlich zu dieser Kriegsmonate blutiger Bitterkeft paßt. Hier draußen, wo jede Minute Glieder irnb Leben kostet, hier ha t der Kriegshumvr seine heilige, aufricktcnde Berechtignrig. 2lber wenn wir hören, daß zu Hanse in den gesicherten Gehegen der Tan- tiemcpiantagen dieselben bernssmäßrgen Witzlinge sich in feldgraue Begeisterung stürzen, die noch vor nnmigen Worben in giftigen Rcvne-Eouplets den deutsck«n MlitarismnS verhöhnt haben, darm fragen wft uns doch voll tieser Beschämung, ob urrser Volk diese Schlacken lemals los werben wird, wenn ihm selbst die Feuerreinigimg dieses Krieges nicht Wst. Meine Absicht kann es also nicht sein, in diesem Aiigenblicke eine unsterbliche Kiste von Kriegswitzen auszupacken, wie sic in der Das Zeichen wurde gegeben und die Preußen und Russen setzten sich in Bewegung. Die Batterien mutzten quer über die Beete von Aeckern fahren. Da die Beete in Polen nur 3 Fuß breit sind, so ist das Fahren darauf sehr unbeguem. Pferde nrüssen» um in schneller Gangart gleichmäßig zu ziehen» gut eingeübt sein, was wohl die Russen, nicht aber die Preußen waren. Während nun erstere gleich rm Karriere losfuhren» lieh Perle erst antraben und, als die Pferde alle nn gleichmäßigen Zuge waren, Galopp und Marsch-Marsch blasen. Er überholte die Russen bald, protzte am Ziel! ab nnd chatte schon einmal durchgefeuert» ehe der erste Schuh der Kosäkenbatterie ftel. Von allen Seilen wurde er beglückwünscht. Abends stand die siegreiche Batterie beim Appell, als der russische Artilleriegeneral Sumarokow erschien, um nochmals seine Anerkennung auszusprechen. Da trat der Trompeter Porth vor und sagte zu Sumarokow: „Aber, Exzellenz» wie haben Sie sich nnt den Preußen einlassen können! Da muffen Sie ja immer unterliegen!" Sprachloses Erstaunen, von dem sich zuerst der General Sumarokow fatzte. Er sagte: „Freilich, wenn ein solcher Geist in der Truppe herrscht» daß selbst der Trompeter davon beseelt fft, so muß sie natürlich auch Außerordentliches leisten können." Dann gab er Porth fünf Dukaten und sagte: „Hier, mein Sohn, nimm dies für dein stolzes Wort!" Aber auch von preußischer Seite blieb der Lohn für Dorth nicht aus: er erhielt — drei Tage Arrest für unerlaubtes Sprechen vor der Front. Der Preis der von König Friedrich Wilhelm gewonnenen Wette bestand in einer russischen Batterie von 8V-Psündigen sogenannten Einhörnern (langen Haubitzen) nebst 68 prächtigen Pftrden. Die Einhörner, die lange mft zu den Paraden geführt wurden, kamen später ins Zeughaus. — Sorgt für gute Gedenklbikder unserer gefallenen Helden. Die Vereinigmig bildender Künstler in Berlin bittet uns um Aufnahme folgender Zeilen: Kunst und Geschichte dienen »cm Vnteckandc, indem s» di« großen Ereignisse fcsthalten. Nicht jedem Einzelnen kormen offciil- liche DenkmÄer errichtet werden, aber in den »ranrucen, den Ahnen- galerien, den öffentlichen Gebäuden sollen solche durch gute Bckd- nisse für spätere Zeiten geschaffen werden. Es wird 'Ausgabe der einzelnen Künscker-Vereimgmigen >cm, d«s — aus Anlaß des Krieges zu mäßigen Preisen — zu veranla„en Zunächst null die Bereinigung bildender Künstler IJuryfrecc Kunsychan Berlin)" versuchen zwischen Publikum nnd Künstlern in dieser Richtung zu vermitteln, imd erbittet Anfragen, auch von außerhalb, imter Angabe und Einsendung des zu Gebote stehenden Materials (Photographien usw.) an ihre Geschäftsstelle Berlin» Wzchmannstraßc 18. Nähere Auskunft erfolgt alsdann. Fr«lt unb am Logrrfeuer umgehen. Es gehört mit zum Wesen des Kriegs hu mors, daß er nur in feiner Umgebung wirkt. Die hübschen Anekdoten, welche unsere Veteranen von 66 und 70 am Stammtisch erzählen und von denen der jetzige Krieg sicherlich eine große Fülle erzeugen wird, sind meist erst später in der beschaulichen Rückerinnerung entstanden. Wenn der junge schwäbische Freiwillige, der sich seinen von einer Granate zerschmetterten linken Fuß mit einem Abschiedsblick be leuchtet , che er ihm im Feldlazarette abgenvmmen wird, ruhig und betrüblich sagt: „Hätt'S nit lieber die linke Hand sein könne? aus oem Fuß >oär i halt gern noch enial aus unserer Kirchweih getanzt!" so ist das kein Witz, der aus das Gelächter der Zuhörer berechnet ist. Wer es liegt eine tröstende Krast lür die anderen in der Fassung des Schwerverwuudeten, der tapfer genug ist, den tzeilen Zuspruch zu bieten, während er selbst den Jugendsreuden Valet sagt. Oder ein anderes Beispiel: Einem Landwehrmanne, einem zungcnstinkcn Schneider aus Neukölln, ist,vor Lüttich eine belgische Jnfanteriekugel in die linke Hütte gefahren und zur rechte:, wieder herausgedrungen. Bei der Untersuchung im Lazarette stell' sich heraus, daß die Verwundung sehr seltsam verlauten und zwar schmerzhaft, aber nicht gefährlich ist. Die Kugel itt unmittelbar ymtrr bei Bauchhaut im Bogen um den Leib heruingegangen und bat keinen edlen Teil gefährdet. „Del sind nu wieder ianz die Belgier," bemerkt der Neuköllner zu dieser Feststellung. „Niemals jerräezu, immer die verfluchten Winkelzüge." Solch ein Wort wird von Belt zu Bett weitergegeben. Es verklärt die blassen Gesichter der Leidenden und kommt mit der nächsten Krankenträgerkolonne schon in den Schützengräben, wo die Kameraden des Verwundeten noch im Feuer liegen. Und zwischen Laden und Zielnehmen geht es von Mund zu Mund: „Du, haste schon gehört, tval Emil zu seinein Bauchschuß jesagt hat! Braver Kerl, ,oat?" — Feuer! Und die Kugeln zischen von hüben und drüben. Halb noch im Lachen, daß Emll so einen guten Spaß gemacht hat und halb im Schmerz, weil ihn selbst eben die Kugel traf, parkt ein anderer seinen zerschlagenen Arm ein und folgt Emil nach dem Lazarett. „Aus Wiedersehen!" rust er den Ka merrcken zu. „Aber hier draußen, nich drinne bei die Karboldragoner." Wochenlang liegen sie in den Schützengräben, Stunde um Stunde unter dem Heulen der Granaten und dein Zischen der Schrapnells, jeden Augenblick gewärttg, selbst getrosten zu werden. Da sind sie die Höllenmusik der todspeienden Feuerschlündc ebenso gewohnt geworden wie tvir, die wir sie vom Hauptguariicr aus größerer Entfernung hören. Sie darf ihnen den Humor nicht mehr stören, sonst wäre es schlimm um sie bestellt. Und sie stört ihn nicht. „Ich werde Ihnen mal ganz einen gebildeten Vortrag halten," erklärt ein nach wochenlangem Liegen im Schützengraben verwundet zurückkehrender .Hauptmann. „Der Mensch ist ein Produkt seines Milieus, nicht tvahr, das stimmt doch nach Zola und Ibsen und wie sie heißen? Das ist also ganz gebildet modern ausgedrückt. Unser Milieu ist brauner Lehm. Der lelimbraune Schüyengraben- mensch, das ist die neueste Entwicklungsstufe. Hat nichts zu saufen, reagiert sauer auf Erbswurst, unterscheidet die ältesten Jahrgänge Sp«k mit der Zunge und an der grünen Farbe, wie ein Weinkcnner, und schläft im Schlamm wie eine Teichkröte. Da Itaben Sie die ganze Naturgeschichte. Zoologischer Name: Homo sol- datirus fossilis, von Fossa, der Schützengraben. Latein IV., Laune I." Sie haben auch schon ihr Bundeslied, diese lehmbraunen, versteinerten Grabenmenschen. Ein junger Oisizier, der es an der Aisnc verfaßt haben soll, hat das Verdienst, den ersten in diesem Kriege volkstümlich gewordeneti Gesang gedichtet zu haben, der Aussicht l>at, bald eben so beliebt zu werden, wie das Lied des Füsiliers Kutschke 1870: Das Haar wächst uns zur Mähne, Die Seife ward uns fremd. Wir putzen keine Zähne, Wir wechseln auch kein Hemd, Durchnäßt such alle Kleider, Oft bleibt der Magen leer, Von Bier und Wein gibt's leider Auch keinen Tropfen mehr. Es quatscht in Schuh uud Socken, Der Dreck spritzt bis zum Ohr; Das einzig«, was noch trocken, Sind Kehle und Humor. e. Das Hcken der Gewehrkolben im feindlichen Graben zeigt ihm an, daß er verstanden worden ist und den Graben verlassen kann, Näeist verläßt gleichzeitig auch emer der Feinde den Graben, gc- üässermaßen als Geißel, Zwilchen Deutschen und Franzosen ist es noch nicht oorgekontmcn, daß aus jemand im Augenblicke dieser notgedrmigenen Neutralität geschossen worden ist. Mit den Engländern freilich wird kein Versuch zu Vcreirbarungen dieser Art eigentümlicher Ritterlichkeit gemaclst. Dazu ist die Erbitterung aus unserer Seite und die Heimtücke aus ihrer zu groß. Der Mensch gewöhnt sich an alles, schließlich auch an das Maulwurssdascin im nassen Schützengraben. Wer man sucht cs sich so gemütlich zu machen, wie cs der Kvmsort der Erdlöcher zuläßt, ?lus dem Gebiete der wohnlichen Einrichtung der Schützengräben sind jedenfalls in diesen harten Kriegswvchen bemerkenswerte Fortschritte geinackst tvorden. Wenn es in der netten Naturgeschichte des „Homo soldaticus fossilis" heißt, daß er im Schlamme schlafe toic eine Teichkrötc, so ist das eine Ucbertreibung und kommt nur ausnahmsweise vor. Meist schläft er in sehr ztveckmäßig gebauten splittersicheren Unterständen, förmlichen Erdkaserncn, die mit Strohschütten und Docken ausgestattet sind und eine mollige ^Sicherheit gegen Wind, Regen und fcindlick>e Schrapnelle bieten Man kann selbst Polstersessel und behagliche Kanapees im Schützengraben finden, dir zu einem Mittagsschläfchen mitten im Kugelregen rinladen. In den feindlichen Schützengräben — von den unseligen habe ich bas noch nicht fcststellen können — blühen in bescheidenem Umsange sogar die Wissenschaften. Wenigstens tourden in belgischen Schützengräben dreisprachige Wörterbücher, vlämisch-sranzösisch-englisch gesunden, deren eines ich mir als Andenken mitgenommen habe So guten Willen muß mau loben. Ich fürchte aber doch, daß die Zeit zum Studieren etwas spät geworden war und die vlämisch-englische Verständigung dürfte nach der von den Engländern verschuldeten Beschiespmg Änttvervens auch durch die besten Wörterbücher nicht mehr zu erreick>en sein. Sehr sinnreich sind die Kochvorrichtungen in den Schützengräben, die so eingerichtet sind, daß kein aussteigender Rauch die Stellung dem Feinde anzeigt. Nur ganz ausnahmsweise dagegen findet sich ein anderes, hier draußen stets als sehr gemütliche Nachbarschaft empfundenes Möbel im Schützengraben, nämlich das Klavier, Immerhin haben die Engländer kürzlich Gelegen- heit gehabt, ans einem deutschen Schützengraben deutsche Kriegslieder init Klavierbegleitung zu hören. Ein rheinischer Klavierlehrer hatte sich an das, in der Nacht aus einem der Zerstörung ausgeliejerten Nachbardorfe in den Schützengraben geschleppte Instrument gesetzt und meisterte die Tasten kaltblütig im ärgsten Kugelregen: er kam nicht einmal ans dem Takt, als ein Schrapnellsplitter das Klavier ankratzte. Leider konnten sich dis Engländer dem musikalischen Genuß nicht lange hingebcn, denn gleich daraus räumte unsere Artillerie ihre Stellung auf. Die Engländer glaub- >en beim eiligen Wschied nock, zu hören, daß die Deutschen ihnen zu Ehren „God save the kurz" spielten. Das war aber ein Irrtum. Unsere Mannschaften sangen: „Deutschland, Deutschland über alles!" In den französischen Schützengräben gibt es noch eine besondere Art von Kwiegskomsort, Da sind beherzte Nichtkvmbattantinnen, welche bis in die vorderen Stellungen Vordringen, so daß man ihr Kichern und Plaudert: in den Schicßpausen bis in unsere Gräben herüber hört. Doch das ist eine Art von Kriegsaufsassung, für du wir keinen Sinn haben. Das geht uns über den Humor. W. Scheuermann, Kriegsbcrichlerstalter, Die Eröffnung öcs Ems-Veser-Leine-ttanals. Ha nnoper, 23. Oktober, Am 1. November 1014 wird das große westliche Stück des (Rhein-jEms-Weser-Leine-Kanals dem Verkehr über, geben werden, während das (vorläufige) Schlußstück von der Weser zur Leine bei Hannover wohl etwa ein Jahr später betriebsfertig fein wird. Welche Bedeutung hätte dieser ganze Kanal in den gegenwärtigen Kriegszeiteri gehabt, wenn er schon zur Mobilmachung hätte benutzt iverden können! Der Kriegsausbruch hatte den deutschen Eisenbahnen eine Riesenaufgabe geboten, die zwar von unserer Eisenbahnverwaltung glänzend gelöst wurde, iinmerhin aber eine gewaltige Belastung darstellte. In solchen Zeiten erkennt man erst so recht den Wert künstlicher Wasserstraßen, Die Mobilmachung ist vorüber, inmier aber noch stehen die Eisenbahnen zur Berftigung der Militärbehörde, die Fahrpläne, sowohl für Personen- wie für Güterverkehr, können noch nicht so gestaltet werden wie in Friedenszeiten, was zur Folge hat, daß der Eisenbahngüterverkehr sich nicht in norncalen Verhältnissen abwickeln kann. Der Handel, durch den.Krieg au und für sich geschwächt), leidet darunter, es fehlt vor allem an bedeckten Güterwagen, die noch immer in erster Linie den Zwecken der Landesverteidigung dienen müssen. Welch ein Segen wäre es gewesen, wenn in diesen Zeiten schon eine große, ganz Deutjchland von Westen nach Osten durchquerende Wasserstraße vorhanden gewesen wäre! Getreide, Mehl, Steinkohlen und ähnliche Maffengüter, die in diesen Kriegszeiten einen erhöhten Wert besitzen, hätten dann leicht, bequem und sicher auf einem derartigen Kanal befördert werden können, imserer ganzen deutschen Volkswirtschaft zum Nutzen, Wer iinmerhin, wir dürfen uns freuen, daß der wichtigen Wasserstraße westliches Stück nunmehr doch fertig geworden ist, das Stück von der Ems mit dem! Dortnrund- Eins-Kanal bis zur Weser bei Minden in Westfalen, Auf diese Weise ist wenigstens die direkte Wasserverbindung des rheinisch-westfülischenJndustriegebietes mit der W e s e r (weserabwärts bis Bremen) hergestellt worden. Bei Minden befinden sich die schon öfters in den Zeitungen beschriebenen mächtigen Kanalwerke, das große Hebewerk (Schlachtjchleuse init Sparkammern), das den im Maximum 14 1 /, Meter betragenden Abstieg vom Kanal zur Weser vermittelt, das große elektrisch betriebene Pumpwerk, das zur Speisung des Kanals mit Wasser dient und seine Betriebs- kraft etwa 70 Kilometer weit von einer unterhalb an der Weser belegenen großartigen Ueberlandzentrale bezieht, und schließlich die imposante Kanalbrücke über die Weser, ein Aquädukt, wie er in diesen Wmessungen, in dieser technischen Vollkommenheit in Deutschland seiuesgleickzen nicht hat. Hier bei Minden wird der Kanal nun vorläufig enden. Aber nicht lange mehr, denn man arbeitet mit Hochdruck, trotz des Krieges, an der Vollendung des noch recht großen Stückes von Minden bis Hannover-Misburg, Hannover und seine betriebsame Vorstadt Linden werden besonders in den Häsen, im Leineabstieg und der Schleuse um Lindener Hafen bedeutende Kanalbauwerke erhalten, ie jetzt schon nahezu fertig sind. Unter militärischer Bewachung arbeiten u, a, viele Russen am Kanalbett, die zahlreichen Brücken für Eisenbahnen und Landstraßen sind fertig. In einer zweiten Kanalbrücke, die allerdings nicht so imposant wie die Mindener ist, wird die Wasserstraße über den Leinestutz geführt, und der Endhafen, der für die Industrie Hannovers und Ltudens uud für den Umschlagsverkehr wichtig ist, wird etwa 7 Kilometer östlich von Hannover, bei dein durch seine Zementindustrie bekannten lleinen Orte Misburg angelegt werden. So dürfen wir hoffen, daß der ganze Kanal, vom Rhein bis zur Leine, im nächsten Jahre fertig sein wird, und wir wollen weiter hoffen, daß. dann auch dieser Weltkrieg beendet sein wird und man dann nicht länger zögert, auch das noch fehlende letzte Stück des Mittelland-Kanals, von der Leine zur Elbe, zu bauen! H. W. Lin brasilisches Urteil über Deutschland und seine Uultur. Dr. Abrahao Ribeiro veröffentlicht in der Rio-Presse (Brasilien) einen Auffatz, der sich durch gerechte Beurteilung des deutschen Volles und warme Wertschätzung seiner Vev-> dienste um die Kultur im allgemeinen und um Brasilien im besonderen auszeichnet. Die Mitteilungen des Vereins für das Deutschtum im Ausland bringen einen Auszug aus den Ausführungen dieses vorurteilsfreien Südamerikaners. „Der Brasilier keimt Deutschland nickst, beginnt Ribeiro, weil er niemals dort gewesen ist und auch nichts von diesem Lande gelesen hat wegen der Schwierigkeit der schönen deutschen Sprache, Seine ganze Sympathie gehört Frankreich, das er aus den überall verbreiteten Büchern keimt, die in einer allen verständlichen Sprache geschrieben sind. Aus diesen Büchern lernen wir hier und da anderwärts die Antipathie gegen das große deutsche Volk, so stark sind die Lügen, die uns durch die französischen Schriftsteller über die Deutschen aufgetischt werden, Für den Turchschnittsauskänder ist Paris sehen und Europa sehen, in Paris wohnen und in Europa gewesen zu sein dasselbe. „Viel mehr als irgend ein anderes Volk hat dos deuffche für Brasilien getan. Die deutsche Einwanderung, von uns selbst im Jahre 1822 in die Wege geleitet, ist die stärkste und die beste im ganzen Lande, Der Staat Parana mag sprechen, denn er hat den untrüglichsten Beweis dafür. Ritt diesen! gesunden, energischen, unternehmungslustigen und disziplinierten ElemeM gedechen unsere Südstaateir aus erstaunliche Art, Der Deutsche tvandert wegen der dichten, immer mehr wachsenden Bevölkerung seines Landes aus, nicht aus Eroberuugslust. Sein Bestreben ist, sich ein gegenwärtiges und zukünftiges Wohlbefinden zu verschaffen. Selbst in Frankreich leben viele Deutsche, die für ihr und der Gegend Wohlergehen arbeiten, 100 sie sich niedergelassen haben. Die Franzosen wandern nicht aus, um nicht noch mehr ihr ovlkarmes Frankreich zu entvölkern: deshalb werden sie nicht wie die Deutschen als Eroberer verschrien Seien wir nicht undankbar mrd denken wir daran, daß die Deutschen keine Abenteurer sind, wenn sie hierher kommen, ihr Glück zu suchen. Sie sind dem Lande dankbar, das sie ansgemnnmen hat, sie bleiben hier, lieben das Land und arbeiten mit an seinem Jorffchriü: sie erwerben liegende Güter, bauen, gründen Familien und schließen sich uns vollständig an. Wollte ülott, daß es ihnen auch gelingen möge, hier die Gerechtigkeit, di« Ordnung und die Achtung vor den Gesetzen ein,zupflanzen, die das schönste Ruhmesblatt der großen deutschen Nation bilden. „Dieses ist das Volk, das man „Barbaren" nemtt. Aber einen Barbaren beneidet man nicht. Und warum hegen alle europäischen und einige außereuropäische Länder im höchsten Grade diese ver- abscheuungswürdigen Gefühle gegen diese große Nation von „Barbaren"? Nur einzig und allein wegen der unermüdlichen Tätigkeit, des Arbeitseifers, der großen Geduld, der Gerechtigkeitsliebe und der eisernen Disziplin dieses edlen Volkes," Kirdi« itnf* Schule. Ter Nachfclgu des Fürstbischofs Dr. Kapp. _ Berlin, 26. Cu. (W. B. Nichtamtlich.) Ter »Reichs» und «taalsaiizeiger" meldet: Nnchdeni biitch den am 4. März erfolgte» Tod des Kardinal-Fürslbischoir Tr, Äons der bischöfliche Stuhl Breslau zur Erledigung gelonrmen mar, fand nach Maßgabe der teslehenden Vorschrilten am 27. Mai v. I. durch das Tomtavilel in Breslau die Wahl des neuen F ü r st b i s ch o s s we che auf den bisherigen Bischos von Hildesheini, Bertram qesallen ist. Dieser erhielt durch vävstliches Breve vom 8. Sep tcnibcr die Bcstätignng zur Ausübung des bischöflichen Amtes. Der staiser und König haben mittels allerhöchster Urkunde dem Bische Berlrani die »achgesuchte landesherrliche Anerkennung als Fürs,, bischos von BrcSlau erteilt. Die llrkunde n'nrde dem F!irstbisch,s am 26. Oktober durch den Minister der geistlichen usw. Angelegenheiten ansgehändigt, nachdem der Fürstbischol den durch Verordnung voni 13. rebrnar 1887 vorgeschriebenen Eid geleistet halte. Ans Stadt und Land. Gießen, 27. Oktober 1014, ** Ritter des Eisernen Kreuzes, Leutn. d. R. Heinrich Geck im Feldart.-Regt. 61, komm, als Bats.-Adj. im Jns.-Regt. 118, Leutn, Cornel Vögele y von Worms, Ehrisllan Metzger aus Wornrs-Neuhcrrrsen im Jns.-Regt. Nr, 88. Sergeant Hermann Franz aus Bischoffen iin Ins,. 143 (Bataillonstambvur). Sergeant Hrch. Sänger aus Friedberg-Fauerbach. Oberst Berger, Stoorm. des Jns- Regts. 138 (bisher Komm, des Eisenbähn-Rgts. 3). Bize- felüw Walter Schott im Res.-Jnf.-Regt 88. Bizefeldw. u. Off.-Stellv. Oskar Schenck vom Res.-Jnf.-Regt. 71 aus Hanau. Bankprokurist Ernst Krieg, Uffz. d. L. im Res.- Jnf.-Regt. 88, Uffz. Abel in, Res.-Jnf.-Regt. 88 aus Fulda. Assistenzarzt Dr, Ammenhäuser aus Hanau. Uffz. Bach aus Langendiebach, Jns.-Regt. 88. Res. Heinrich Ge r st i na aus Roßdorf. Cand. Phil. Feicke, auswärtiges AMitglied der Dürerschule Hocktwaldhausen. Oberprimaner Clages, Schüler der Dürerschule in Hochwaldharrsen. Leutn. b. R. Oberlehrer H. Scheererin Msfckld. Mzefeldw. d. R. Oberlehrer P. G r a e b e r in Alsfeld, beide beim Res.-Jnf.-Regt, 116. Fahnenschmied Lindemann in Uellershausen. Fabrikant Wenzel beim Stabe des 118. Landw,-Juf.-RAs, aus Msfeld. Gcfr, Otto Schöffel aus Budcnheim im Jns.- Regt, 118. Leutn. d. R, im Fußart,-Regi. 18 Karl Zimmermann aus Biedenkopf, Karl Pfarrius, Oberapotheker im Feldlazarett des 0, Armeekorps, aus Dodenau. Assistenzarzt Dr, F-rcht P r e n z e l im Jns.-Regt. 60 aus Wetzlar. Oberlt. H o e s l i n g von der Unteroffizierschuhe Wetzlar, jetzt Res-Jns.-Regt. 22. Obergeitdarm Schäfer, 11. Armeekorps, beim Stabe der 43, Jnf.-Brigade, aus RiederbnL August Mohr, Pivn.-Bat, 21, aus Garbenheim. **MitderhessischenDapferkeitsmcdailtz« wurde ausgezeichnet der Unteroffizier Sei pp, Lcrndtr».- Jnf.-Regt. 116, aus Oberchörgern. ** Die dankbaren 116 er. Bon der 11. Kompagnie des Landwehrregiments 116 ist folgendes Dankschreiben an den Vorstand des Roten Kreuzes eingegangen: ,Jm Namen der Landwehrleute der 11. Komp. L. I. R. 116 gestatte ich mir, allen Spendern der überaus reichen Liebesgaben, die uns hier im Felde bei D. erreich kerc, den wärm stau DanF auszusprechen. Sowohl die praktisch ausgesuchten Kleidu ngsstücke, als auch Lebensmtttel und Dabakund Zigarren wurden mit großer Freude in Ernpfang genonnnen, um so mehr, da sie aus der Garnisonstadt kamen und be^ wiesen, daß man auch dort der im Felde stehenden Landwchv- leute mit warmem Herzen gedachte, gez. Himmelreich, Lt. u. Kompagnieführer." Liebesgaben von Sthulwädcheu an dt« blauen Jungen. Zwei Klassen unserer Töchterschule haben sich zuscr7nniengeta.il, um unseren blauen Jüngen an der WasserkaMe eine Liebesgabensendung z» inacheu. Jedes der kleinen Dkädchen sammelt für den Zweck in den Kreisen der Verwandten und Freunde seiner Fanrilie und legt den Ertrag der Sammlung in Tabak, Zigarren usw. an. So wird wohl eine sbattliät« Anzahl von Liebesgaben zusammen kommen, du uMer der Bczeichimng .^Liebesgaben Giehener kleiner Mädchen an die blauen Jungen" abgesandt werden soll. ** Vom Arbeitsmarkt. Zahlreiche Schneider west über die Grenzen unserer Stadt hinaus haben seit einigen Wochen durch Arbeiten für Armeebedcrrf himeichende Beschäftigung voraussichtlich bis über den Winter hinaus. Das BeNeidungsamt Kassel hat nämlich mit einer Gießener Firma einen größeren Arbeitsvertrag aus llnisvrmen und Mäntel abgeschlossen. ** Jugendliche Schlachtenbummler. Der 16jähr. Schlosserlehrling Ernst H. und der 13jährige Sohn seines Meisters sind um Samstag abend nach dem Kriegsschauplatz ausgerückt, um den Meister resv. Vater, der in Frankreich beim Amomobilkorps sich befindet, aufzusuchen. Die beiden Durchgänger sind zuletzt, gut für die Reise ausgerüstet, mit schweren Rucksäcken aus dem Rücken, am Selterswcg von einer Frau gesehen wvrden. Sie frug den 13jährigen, tov denn die Rwse hinginge, Nwrwus! derselbe keck entgegncte: Nach dem Kriegsschauplatz, um den Vater zu besuchen, Tic Fragrin, die die Familie des Buben kennt, meinte, die Sache sei Scherz, war aber nicht wenig erschrocken, als ihr die Mutter am anderen Tag erzählte, daß der Lehrbuffch und ihr einziger Mck» durchgebrannt seien. ?ln Reisegeld bis zum Kriegsschauplatz soll es den Ausreißern nicht fehlen, ob sich aber nicht bald die Polizei ihrer annimmt, ist eine andere Sache, **DieVerwendungderEichelnalsFuttev- mittel. Der reichliche Ertrag an Eicheln in den Waldungen hat, wie wir schon aus einer Rleihe von Orten berichteten, Veranlassung gegeben, dieselben durch Schulkinder und an-« dere sonst beschäftigungslose Personen sammeln zu lassen und sie, soweit sie nicht zu Saatzwecken Verwendung finden, zur Verfütterung an Schweine auszunutzen. Die Zen- tralgcnossenschaft der hessischen landwirtschaftlichen Konsum- Vereine in Darmstadt wird diese Eicheln anfkaufen und sie den Landwirten zu diesem Zweck zum Kdnf zur Verfügung stellen. Wegen Bezugs wende man sich an die Zentralgenossenschaft der hessischen landwirtschaftlichen Konsumvereine in Darmstadt. Heffen-Nassau. m Kirchhain, 26. Okt. In der setztenSitzung des Kreistages des Kreises Kirchhain wurden zunächst folgende Scküeds- männer gewählt: sür den Bezirk Allendorf mit Obersörsterei Neustadt Martinas Müller, als Stellvertreter ?lugustin Feldpausch in Allendorf, für den Bezirk Schwabendorf-Wolfskaute Balthasar Köhl, als Stellvertreter Peter A i l l a n d III. in Schwabendors, sür den Bezirk Wohra-Äracht Johs. Trümmer in Wohra. — Gegen die Umgemeindung von zwei in der Gemarkung Neustadt belegenen forstsiskalischen Parzellen aus dem Gemeindcbczirk Neustadt in den Gaitsbezirk Obersörsterei spcustadt hat der Kreistag nichts einzuwenden. — Zur Deckung der Untcr- stützungsbeträge, welche cm die Familien der in den Kriegsdienst einberusenen Mannschaften zu zahlen sind, soll ein Darlehen bis zur Höhe von 60 000 Mk. bei den fünf Sparkassen des Kreises ausgenommen werden. — Weiter beschloß der Kreistag, bei der Königlichen Eisenbahndirektion imd der Linienkommandantur dahin vorstellig zu werden, daß der in Kirchhain eintrefsende Ohmtalbahnzug besseren Anschluß an den 11.25 von hier in der Richtung nach Marburg abgehcnden Zug erhält. — Dein Reservisten Konr. Kraft aus dem nahen Großscelheim wurde das Eiserne Kreuz verliehen. — Gestern wurde das erste Opfer des Krieges aus Mardorf, Otto Schick, der in Frankreich verivundet wvrden li an deren Folgen in Wildmrgen gestorben, znr letzten Rufe fettet — Fortwährend lausen ans den Gemeinden unseres reifes Liebesgaben denn hiesigen Landralsaml ein. So hat e Gemeinde Scbrvabendors wieder 30 Brote, 350 Eier und 384,40 lark an barem Gelde abgelieserr. Von dieser Summe werden iür iOMk. warme Unterkleider für das ll. Armeekorps aimeickasst, X) 9DM. für Ostpreußen und der Rest zum Ankauf von Wollgarn -rwandt. Aus der kleinen Gemeinde Langendorf gingen auch RDM. ein. h. Frankfurt a. M., 26. Okt. In der Altstadt kan: es , der vergangenen Nacht zwischen rnehreren Personen zu s chwr- «n Schlägereien, bei denen sechs Personen durch Äcesscr- «che teilweise lebrnsgesäfelich verletzt wurden. Alle Verletzten uhten dem städtischen Krankrnhau'e zugefühn werden. Tic Un. crwundeten wurden verhaltet — In einem reichgeschmückten ^udeitzuge reisten am Sonntag etwa 6 00 Eisenbahnhand» -erker aus dem Dirrktionsbezirk Frankfurt zur Dienstleistung ,-i den belgischen Bahnen nach Brüssel ab Jur Verab- l.iedung hatten sich viele Mitglieder der Eisenbahndrirktion mit lräsüxmt R culeaur an der Spitze aus dem Hcruptbahnlwt'e ngefunden Insgesamt sind letzt 2000 Beamte aus dem Frank- irter Bezirk im belgischen Lisenbahndienst tätig. Universität»«Nachrichten. — Ron der Frank!>,rter Universität. Uns wird erichtel: Tie Medizinische Fakultät, deren Lebrer z»,n roßen Teil im Heere stehen, hat Fürsorge getrosten, daß nahezu , allen Fächern ein geordneter Unterricht stattnudeu kan». 6in »dgültigeS Berzeichnis der Borle'ungen und llednnge» sür das suttersemester erscheint in eiiiige» Tagen. In den übrigen Fakul- ilen iRcchlSwissenschafl, Philosophie, Raine,vislenschall, Wirl- hazis- und Sozialwiffeuichasti ist sür die Abhaltung der zu einem rdnungsmäßlge» Slndtenganae gehörigen Porleinnqen und tebungen in vollem Umiange Sorge getragen. Tie Lehrtätigkeit eginn« am 27. Oktober. Besondere Ratschläqe !ür das Studium ,erden von der RechtSwissenschastlichen, der Medizi,lifchei, und der üirlschasts- und Sozialwissenichaltliche» Fakultät aucgegcben: sie nd ebenso wie dar Vorlesungsverzeichnis in, Sekretariat der Uni- ersität, Jordanstrajze 17/1«, erhältlich. Vüchertisch. — Rriegsnummrr 12 der .Illustrierten Leitung' (Berlag I. I. Weber. Leipzig). Tie neue Nummer rhätt einen besondere» Schmuck durch die flotten Dleislistzeich- nmgen des Sonderzeichner« Professor von Hayek aus den kämpfen von St. Ouenlin und Roye. Eie sind aus einer vier- citigen Beilage in Offsetdruck wtedergraebeii und haben so die u„- ittteldare Wirkung von Originalen. Hocliintereffan! sind die vc>- chiedenen Aussätze au» den Federn namhasler Autoren. Besonders «nanut seien: .Volkserziehung durch ben Rrie,'; »Ti« Rnegshilse er deutschen Städte'; .Ta» russische FestungSsysteu,'; .Tic Ar- onnen': .Die modernen Eprenqstoffe i,n Kriege, rhre"Herst«lIung md Wirkung' u. a. in. Gaiij, besonders packend »ud lebenswahr st «in doppelseitige» Bild Felix Echworinslädls, dar die erbiltertcu kämpfe zwischen deutsche» und lranzösische» Trupven im Argonuer Lald in ihrer ganzen Schwierigkeit »nd Furchtbarkeit darslellt. !»n den viele» gauzseillgeu Bilde » ist besonders ergreikeud .bin reuer Kamerad', ander« slelleii den Vormarsch öslcrieichilch- .ugarilcher Truppen in dem schwieriaen Gcditgsgclände des -bereu Tri», den Uniergang der rulsische» Panzerkreuzers ,Pal- ada', deutsche Ulauenpairouille im Graualleuer »sw. dar. Eine rohe Anzahl vortrefflicher kleinerer Streubilder führt uns auf die erlchtedensten Kriegsschauplätze ,m Osten und Weste». Eine Re- ieskarte in dekannler vorzüglicher und klarer Auslührung veran- chaultchl die seindlichen GebielSteile a>n Kanal, während eme weite über die BclestigungSanlagen der einer baldigen Belagerung ntgegenseheude» Festung Warschau unterrichtet. Märkte. Micfern, 27. Okt. Marktbe rt cht. Au» dem beutigen Woche »markte kostete: Butter da» Pfund 1,10—1,20 Mt: Hühnereier 1 Stück 11—12 Psg., 2 Stück 00 Psq.: Enteneier 1 St 0 Psq.. 2 St. 00 P'q.; Gänseeier 1 St 0-0 Psq., 2 St. 00 Psg.: Käse das Stück 10—12 Piq^ Käiemalt« 2 Stück 5—6 Psg.: Tauben das Paar 1,00—1,40 9Jlt, Hühner das Stück 1,50—3,00 Alk, Hahnen das Stück 1,50 - 3,00 Mk, Enten das Stück 3,00—4,0v Mt. Gänse das Pkd. 70-75 P!g.: Wellche 4—5"Bit.; Ochiensiciich dasPld. 86-96 Mg'. Rmdsteisch das Piund 90 - 94 Psg.. Kuhfleisch 70—80 Psq., Schweine- steisch das Pfund 70-86-26 Pfg., Kalbfleisch das Wund 1 Alk. Hammelsteisch das Piund 70—96 P!g.; Kartoffeln 100 Kilo 6 Mk., Weißkraut das Stück 8—15 Plg.; Zwiebel» der Ztr. 8,00—t0,00 Mk.: Milch das Liter 22 Pfg.: Aer'el der Zentner 10—18 Aik.; Birne» das Pfund 10—15 Pfg, Nüsse 100 Stück 40—:0 Pkg. — Markt;«! von 8 biS 2 Uhr. Io Frankfurt a.M. Diehdof Marktbericht vom 26. Okt. Auftrieb: Rüider >150, Ochsen 348, Bulle» 35. Kühe und Färsen 769, Kälber >81. Schake 80, Schiveine 2139. Tendenz: Ochsen la>'gsam, Bullen träge, Kälber gedrückt, Schafe ruhig, Schweine gedrückt. Preise für 100 Pf». Lebend- Schla.ht- __ gewicht Ochsen. PoNsteffchla«, auSacmästete, höchsten Schlacht- wertes, 4—7 Jahre alt....... Junge stcilchiqe, nicht auSg«nästete und ältere ausgemäsiete............ Mäßig genährte, junge ». aut genährte ältere Bullen. Vollsteilcbige, auSgewcichseitc. höchsten Schlach!-o. Pollsieischige, lünqer-.......... Färsen. Röhe. Mäßig genährte Kühe »nd Färsen . . o eriug genährte Kühe und Färse» Gering genährtes Jnugvird (Fresser) . Kälber. Mittler« Mast- und beste Saugkälber . Geringer« Mast- und gute Sarrgkälbe: S ch a ' StastmastlchP» Mastlämmer unv jüngere Mastdammel Mk. Pig- 51-56 93-97 46-50 83-90 43-46 79-83 48-48 78-80 40—44 70-75 46-49 83—88 38-44 73—85 40-44 74 82 32—35 46-70 24-27 55—61 50 53 85 - 90 48-50 78-85 41—09 90-00 Schwein:. Pollsieischtq» Schweine von80—104 Lebendgewicht........ 59.0)— 62.01 76.00— 78 01 Pollsieischige Schweine unter 89 st? Lebendgewicht........ 58 69— 60.00 74.90—78» Pollsieischige Schweine von 100—120 st; Lebendgewicht........ 60.00—62,5) 76.09—78.» Pollstetjchige Schiveine von 120—159 c - Lebendgewicht ........ 60.09—62 59 76.00 — 78.00 fo. Araiiksurt a. TO., 26. Oft. lOriq.-Telegr. des ,Gieg. Anz.') Amtliche Notierungen der heutigen Fruchtmarktpreiie. Werze» lhiestger) Mk. 27.25-27.75, Kurliesstscher Mk. 27.25 -27.75, Weticrauer Mk. 00.00 - 09.00. Roigen lhiestger) Mk. 2t.25-24.75, itzcrsle lWctterauer) Mk. 00.00 -00.00, Gerste. Frauken, Bsälzer, Ried Alk. 24.00-24.5». Haler Aik. 23.40— 23.60, Mais Alk. 00.00 - 00.00. Weizemnebl 0 Alk. 09.00 —00.00. Weizenmehl I Mk. 00.00 —00.00, Weizenmehl III 2DM. 00.00 - 00.00, Roggenmehl 0 Alk. 00.00—00.00, Roggenmehl 0 1 Mk. 09.00—00.00, Roggenmehl I Mk. 00.00—00.00, Weizenkle:! All. 0.00 —0.00, Weizcnschaleu Alk. 0.00 —0.00, Roggcn- kleic Mk. 00.00 - 00.00, Malzlemre Alk. 00.00-00.00, Biertreber 00.00 - 00.00, Futtergerste Mk. 00.00 - 00.00. Alles per 100 kg ab hier. fc. Frankfurt a. TO., 26. Oft sOrig.-Telegr. des .Gießener Anzeigers".) K a r t o sse I in a rkt. Man notterte: Kartoffeln in Waggons Mk. 6,50 — 7,00, im Kleinhandel Mk. 8,00—9,00 sür je 100 kg. PC. Wiesbaden. Blehhos-Marktberich! vom 26. Okt. Atiftrieb: - Rinder > 3 " 5. ffl 2 f «rt --- o» « Cf g. ff: 3 K 3 SS ?3* s|jf " 3 Sa SST " 3 • o TT ©2.4». "S' 3 OP SS 3 or s 3 ar 'S & .? 3 a* 3 S e 5'2. fsitev; SsiSe-g''’» Kifals- 0-3 O'a" » ^tD5 3 0-3 2 | §f g??2 ZssyZ: « 3 / = 3* ^ B rj o c zz* — ! ^o ^ *3 Q 50 Tn 1 0 z.* - «»§-.5 :1g > s --- t! 9 2 8-Z 5 - §3- " LZ 3 q Z » 3 g" f _ 3- r- O c-t ' 3 2 ^.. 2-3 3 3 r -" 3 » a t^coo 3 3 QZ wSo 1 ll&ll Sslin ‘#is| r S 'S» - r| O " iS'jfS- gg ;• - 7 I s 's , ä-«“ s-s- ®* c !%l|| - ' 3 ™ SS n ^ f-Zo" 1 3 "ZS c r 2 w 3Z I »ijf ■3 , o- u -315 332-j. cpl ÄS 5,3 3 ;<§52 ^ S* S- S> oc' 1 ^ c s * " iZ So- ™ 3 u 3 . 3 cr -" rS's- 3 ! — --Z-X 2 3 -3'g 0 . i "-»r: or " a § 3 Sr fosrs;■ B « —Ä p“ 3 t 5 g LV « c “ c fcfC'* n 3 a — sJHöirtHl-fli cr« 3 3 ™ s«a 3 »2, ,ccr- zxM ’ü* y-' s e> v« I gl ! ) co 2. g 5» 3 3 : co, o I 3 : Z ■ C 3 3 3 O -'C3.0- -- •' ^ ^ er |s|giq?3 L- 3 —a 5.2.5 3 r. g3oS,Sr» s =» 'ff 3 & fi. Sa! er — rt ^ ^ ®o>a.r ■ " 7? 7 VÄ ■ zk? 3 -- 3 S &SJ. 3^ S3,a''S K »ä! uimmn es ?.Z8 B " g 'S' 5 I E C § 5 iS I = -i 1 _& f Ü ® N? 5.2 i' sf ff D3 C: 3" W — O L 3- o CD ^ C = <‘ * cv - “c 0 co ® 3U S Ca: 3. ? s o I Q o (J) o CD 0 l cv 2 . 0 » cv ^ C/)° O ‘o □T S C « -1 3. O. cv 2 , s*? 3 !• » LA « £ S'rt 5 - L 5 s p • 5 ,1.1 O II u ++- CO “,®S s n . r ** I **coto tz-S» ►— Barometer aui 0 * reduziert , 11,9 110 10.6 Temperatur der Luit || Absolute Feuchtigkeit Relattv« Feuchttgkeit sw w w Wind-' richtung ! Windstärke ^ 000 ®roö kft *fn>WV«rg te gehniel >rr >> M*. feimnubfL B. S a .» ? f V I Wette» 1 O 'S. s o er L» 3; S“ =3 F 3 5T ö' rt sg? » «-L3 3- 3 “ - Zs 3 ~ <“5 333 . »3 i III .sf** B»ä8J «3 3 C o — 3 8 I 3. S 5' 5 s o I ^ S = I c. S q - 3 r| =. CCj^OD M ► 00 ffi O« co^-tc Co s o COftMtOM 3 »L 3 7 3 As r SALe,^ 3 Co u ° “ 8 Z.Ä = 3 P S » - H- gSL Ss mKNm. I I I •- I C I I -- — | I I I I I V — K) | f I t ^ 5 B s i-S S 3 cs 3 . s ^ • ST 5 2 5 - - ■SB £ 2S S3 1 g 3 2 § *r ssi&sr IfSiS * 2 ;?s 5 M On ta 3 3 = 2£T _i' Z .*■ ©* O» ^ O - o SS' tZ o I | | | I »-»«— I I 50 . ! ^ I o»o w I * 3 ^ Ci? 5 * — P 8 o 3 g o o A CJ* rt f» gl Ö c??ä " -'CO ^ 2 <^5,3 2 a 3-g " " 3 -35 3 J;? «§‘“ 55 ; Z 3 rt Cd — ■!?S?sir 5 | Er-li2Hf äs.^3 *"o ?? s 5-1 ZA “■ %$ LL f 3 LZ ZA- Z Ä3*' Ä- f* S §t - fl I § « 3* 0 S.Ö 3 P HL' 1 " s 8-A S 3p g o t 2- !f 3 11 . * S = «» II® TPP . P - % L2. — ks ff -r» «trS - * ©3 a '^ S'gwZ — - or»3 i®- «3,'= -s «rt n Sia « Ö <• 3 ' 3 V - S§23» l ao-°'g ^-i3P«w\ÄrD ft CT f 2 «* - c 3 nr' — —■ ^ er' 3 q — rt rt ^..34 e -1 2.2 ^ S3.L *is; ??&»*;»& ß^2,S ^ 3 o »««-rt Ls 2* iS 3 A.rt M ^ r- 3 3 r 3 ^ 3 2 2.T"Or * 2 er »gs3 ^ s 3 ^ er •3 ^^. 5.5 —» - *g Car " 5 § -. -nP 2. g^Q «f^tsäi-g 3 a2f 3 | 3 “l| !=:&-?•? Pt” r»-P* Statt Otto Behr Aünr Bebr geb. 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Ueberwetsrmgen int Bank- und Poftscheckverkehr wüsten am 14. November ebenfalls bei der Stadlkaste gutgeschrteben sein, ander»- salls die Beitrelbungskosten erhoben werden. 109058 Die nachstehende Bekanntmachung wird zur öffentlichen Kenntnis gebracht Bekanntmachung der für die auSgebobeue» tzaiidkturniptlnhttae» geltenden BeMmmunaen. 1. Für die auSgehobenen tzandsturmvffichttgen gelt« vom Tage der Aushebung an die für die Mannschnffe» der Landwehr iSeewehri bestehenden Bestimninnaen. 2. Die auSgehobenen Land sturm vstichtige» treten in dte Kontrolle der Bezirksfeldwebel des vanvttueldeaMls Glehen, des Meldeamts AlSseld »Ser der Bezirkskmuvagnie Schotten. Sie find oerv»lichtet jede Ansenthaltsuerände- rung innerhalb 48 Stunden chrer Kontrollstelle auzuzetgen >md sich beim Verziehen w einen anderen Konirollbezirk bei der dortigen Kontrollstelle inuerbalb 48 Stunden anzumelden. Die Meldungen können mündlich oder Ichrist- lich durch den zur Meldung Vervstichletrn selbst erfolgen. Bei schriftlichen Meldungen ist Datum und Oitt der Geburt sowie der frühere Wohnort und der Wohnort für den die Anmeldung ersolgi, genau anzugeben. Zuwiderhandlungen werden nach den Mllltärgesetzen bestraft. 3 Die nächsten militärischen Vorgesetzten der aus- gebildeten Landswrmvstichligen sind die Jeldn»ebel des Hauvtmeldeamts, des Meldeamts oder der Beztriks- komvagnie und der Bezirkskommandeur, sowie deren Siellvertreter. Die Mannschaften haben dienstlichen Befehlen ihrer Vorgesetzten, östeniltchen Aussorderiwge» und Gestellungsbesehlen nabedlngt Folge zu leisten. Fm dienstlichen Verkehr mit den Vorgesetzten sind ste der militärischen Disziplin unterworsen. 4. Bei Anbringung dienstlicher Gesuche und Beschwerden sind die auSgehobenen Landstnrmvsltchftge» vervstichtet den vorgeschrtebenen Dienstweg einzubasten. Gesuche sind an den BezirkSseldwebel der .Kontrollstelle zu richien. Beschwerden dem Bezirkskommandeur vorzu- tragen; richtet sich die Beschwerde gegen diesen, so ist st« bei dem Beztrksadjuianien anzubringea. Die Beschwerde darf erst ain folgenden Tage oder nach Berbüstuna einer etwa verbänaten Strafe erhoben und muh innerhalb einer Frist von 5 Tagen angebracht werden. 5. lieber etwa stattstndende SontreOncrfeinmhmecit ergeht besonderer Befehl. 6. Ausgehobene Landsturmvftichftge können ungehindert verreisen, buben jedoch der Kontrollstelle den Antritt der Reise und die Rückkehr zu melden, sobald die Reffe tänger als 48 Stunden dauert. Bei jeder Abmeldung zur Reffe hat der Betreffende anzngeben. durch welche dritte Person während seiner Abwesenheit etwaige Befehle an ihn befördert werden können. Er bleibt jedoch der Pttlitärbe- hörde gegenüber allein dafür verantwortltch, dah ihn jeder Beseht richtig zugeht. 7. Ein Ueberlritt vom ersten zum zweite» Aufgebot, sowie ein Ausscheiden aus dem Landsturm stndei bis zur Auslösung des Landsturms nicht statt. 8. Die vorstehenden Beftsmmnngen gelten für di« aus- gehobenen Landsturmvstichttgen bis zur Auflösung des Landsturms. Weitere Auskünfte werden durch dte Bürgermeistereien und die BezirkSseldwebel erteill. 109788 Naumann, Oberstleutnant und Beztrkstommaudenr. Geaen die Rechtsgülffgkeft der Wahlen der Mltglirdri des KausmannSgerichtS sind Beschwerden nichl erhoben worden. Das Kausmannsaerichl besteht sonach, anher dem Unterzeichneten als Vorsttzenden, ans iolgenden Beisitzern: Franz Adolf Skoll August Noll Moritz Strauh Emtl Dietz Mar Dumke Heinrich Friedrich Heinrich Wahl Giehe», den 26. Oktober 1914. Der Oberbürgermeister. Keller. 11000V Kausleutc zu «testen HandlnngS- gehisen »u Giehen. Künstlicher Dünger. Dir Lieferung von 225 Zentner Thomasmehl (I6°/ 0 i«) 225 Zentner Katnit i15°/»igi ist zur aisbaldigen Anlicserung zu vergeben. Angebote stnd bis 6. November 1914 bei dem Ober» bürgermeisier cinzureicheit 10099 8