Nr. 2 \Z Ävettes Blatt 164. Jahrgang Erscheint tcktztich mit Ausnahme de« Sonntag?. Die „Siehenrr FamilienbiäNer" reesben b«m .Anzeiger' viermal wöchentlich beigelegt, das „Xreirölatt für den Kreis «letzen" zwennal wöchentlich. Die „Lanbwirlichastiichev öeit- fragen" erscheinen monatlich zweimal. Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Gberhejjen Mittwoch, 2!. Moder M4 Rotationsdruck und Verlag der Brühl'sche» Universitäls - Buch- und Sieiudruckerei. R. Lange, Gießen. Redaktion, Expedition und Druckerei: Sckul- straße 7. Expedition und Verlag: Redaktion: sqK 112. Tel.-Adr.:Anze>gerGicßei>. Die Vorlagen für den preußischen Landtag. Berlin, 20. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Dem prrnffffchen Landtage wird ein Gesetzentwurf vorgclegt werden, durch Le« die Staatsrezierimg einen vorläufigen Kredit zur Deck»«« teils der naturgemäß durch den ,krieg hervorgeiusene« Msfälle der den Staatsernnahinen, teils der besonderen Kriogs- ausqabcn im Interesse der Bevölkerung erbittet. Der Text des Gesetzes schließt an das Etatsqesetz für 1914 an, durch welches der Finanzmnnster zur vorübergebenü.-n Berstärknng des Betriedsfonds der Generalstaatskassc durch die Ausgabe von Scha tz- anweisungcn bis 100 Millionen Mark ermächtigt wird, und sieht eine Erhöhung dieser «unrme bis zur Höhe von 1500 Millionen bor. Für die Hilfsaktion zugunsten Ostpreußens und einzelner geschädigter Teile Westprenffcnö allern sollen Geldmittel bis 400 Million«« Mark berertgebnlten werden. Unter den eit e n zur Veruiiicherung der Ächeitslosigkeit ist insbesondere aus dem Gebiet der Eisenbabu- «erwaltnng eioe uneingeschränkte Fortsetzung und die Inangriffnahme neuer Bauarbeiteir angeordiret worden, bei denen Arbeitslose und Kriegsgefangene nützliche Verwendung finden könnten, sso Hochwasterregulierurrgen an der Elbe und der Oder, Verbesserung lder Oder-Wasserstraße, Ausbau des Plauen-Kanals und besonders -die Herstellung des Lippc-Seitckanals. Unter erheblicher Herstär- -kung der Aufwendungen gegenüber dem bisher genehmigten Entwarf für die landwirtschaftliche Verwaltung ist zur Verstärkung der Erzeugung vou Lcbcnsniitteln für Menschen und Vieh angeordnct mordcu, daß die Kultivierung von Hoch- und Niedc- rungSniooren, namcntlich in den Provinzen Hannover und SchteSusigsiHotstein beschleunigt und in den großen Niederungs- moorqeinoteu, besonders in den Provinzen Brandenburg und Pommern, die zur Kultivierung erforderlichen Einrichtungen mit der größten Beschleunigung dnrchgcsührt werden, so daß bereits im kommende-! Jahre Erträge zu erhoffen sind. Einen wesentlichen Teil der Begründung nehnien die Maßnahmen für die Versorgung de» Laiches mir Nahrungsmitteln, die Vcrnichrung der vorhandenen Nah-rungS- und Futter- -mrttel und die Erhaltung des B i c h b e st a n d e S in Anspruch. >Es wird ersichtlich, in welch erheblichen- Umfange der Staat auf diesem Gebiete in Tätigkeit getreten ist. Für die westlichen Anf- marschgebicte, für dir Industriegebiete des Westens und für die sFestungsgemeinden ist die Beschaffung von Lebensmitteln teils durch eigenen Ein- und Verkauf für Rechnung des Staates oder durch den Staat selbst, teils durch Urbernahmc des ganzen oder teilweisen Risikos beim Ein- und Verkauf, teils durch itznvähriing von Kredit, Vorsorge getroffen worden. Bei der Knavvhcst der Futtermittel und der Möglichkeit, die vorhandenen Broigetrechevvrrätc, durch Mitverwcnduug von Kartoffelnirhl zu verlängern, ist die Förderung der Karwffclschnitzel und Rübenblättertrvcknimg von Staats wegen an geordnet worden, indem die Kredite zur Weitrr- »abe an die Genossenschaften und die Landwirte, die sich zur Herstellung oder Erweiterung ihrer Trvcknungsanlagen verpflichten, zur Verfügung gestellt wurden. Außerdem sind Tarifermaßigunqcn für die Zufuhr von Rvhkartvffeln und der Vertrieb von Trocken- karwffeln bewilligt worden Nachdem der Bundrsrat das vorzeitige Schlachten von nicht schlachtreifem Vieh verboten hatte, war es erforderlich, dir Mästlmg solchen Viehs durch Kreditgewährung an die LandwirtschastSkammern zu fördern, welche den Kredit zu Vorschüssen an die Master verwenden sollen. Der Mangel an Zugtieren hch den Staat ferner genötigt, im Interesse der Feldbestellung die Verwendung von Motorpslügen mit Geldmitteln zu unterstützen. Es ist ein Kredit zu diesem Zwecke zur Verfügung gestellt, der an die Kreise, die Landwirtschaitslammrrn, die Landwirte, Genossenschaften und Mvwrpstugstrmen westergegeben werben kann. Als bedeutungsvollste Aktion erscheint am Schluffe der Begründung die Hilfsaktion für Ostpreußen. Die Ersatzleistung durch das Reich bestimmt sich gemäß § 35 des Kriegs« leistnngsgesetzes vom 13. Juli 1873 nach einem zu erlassenden Reichsgesetze. Aber schon vor diesem durch das Kriegsleistungsgesctz in Aussicht gestellten Eintreten des Reiches, wenn auch vorbehaltlich der Erstattung der ausgewendeten Mittel durch das Reich, wird eine soiort imd selbständig einzuleitend« umfangreiche Hilisaktion notwendig, die eine unabweisbare Pflicht des vreußischen Staates äst. Es bandelt sich dabei darum, die Flüchtlinge, so lange sie an der Rückkehr nach der Heimat gehindert sind, mst Unterkunft und Unterhalt zu versorgen, die Zurückkehrenden und die trotz der russischen Invasion Zurückgebliebenen vor weiterem Elend, das die Folge des Mangels an Unterkommen und Nahrungsmitteln sein nchrde, zu schützen, ihnen zu Helsen, sowie ihren gestörten oder vernichteten Haus- und Nahrungsstand wieder herzustellen und insbesondere der Landwirtschaft und dem Gewerbe die Fortsetzung oder die Wiedereiirrichtnng der Betriebe, soweit jeweilig erforderlich, zu ermöglichen. Endlich wird mitgeteilt, daß zur Linderung der durch den Krieg herbergkiührttn Kredstsehwierigkeiten berests eine Kreditbank für Ostpreußen gegründet worden ist. an der sich der Staat mst den, doppelten Betrag der aus der Provinz sließendcn Einlagen beteiligt hat, und daß zur Unterstützung ostpreußischer .hvvothekruschuldner bei Bezahlung ihrer Zinsen gleichfalls eine wirtschaftliche Organisation in Aussicht genommeit ist. Die Schlußsätze der Begründung lauten: Welche Beträge insgesamt zum WiederausbaA Ostpreußens und der mitbetroffenen Teile WestpreußrnS ausznwendcn sein werden, ist zurzeit noch nicht zu überleben. Für die vorläufigen, vorbehaltlich der späteren Schadloshaltung im vollen Umsangc, erfolgenden Leistungen des Staates werden Beträge bis zu 400 Millionen Mark bereit - gehalten werden müssen. Der durch Gesctzenttvurf erbetene Schatz- anweisungskredit ist dementsprechend bemessen. » . * Die Landffäitde des Grotzherchgtums Hessen werden, wie die „Franks. Ztg." erfahren haben will, in der zweiten Hälfte des November zu einer kurzen Tagung zusammengerusen, um verschiedene Maßnahmen auf dem Gebiete der Arbeitsbeschaffung in der allgemeinen Fürsorge in Notfällen zu beraten und die dafür erforderlichen Kredite bereit zu stellen. Di« Zweite Kammer, die in diesem Herbst« durch Neuwahlen zur Hälfte erneuert werden sollte, ist zwar geschlossen, aber da nach dem neuen Wahlgesetz das Mandat der ausscheidenden Kammermitglieder ausdrücklich bis zur Neuwahl Geltung hat, so will man während der Dauer des Krieges von Neuwahlen absehen und den bestehenden Landtag einfach weiter amtieren lassen. __ Die Vorteile eines Mnterfel-zuqes in Russland. Die Russen suchen ihre stark enttäuschten Verbündeter« danrit über ihren eiligen Rückzug zu trösten, daß sie den Winter als die Zeit für ihre Sieg« bezeichnen, und diese Zukunstshosfnnngen finden guten Glauben, weil das tragische Schicksal der „großen Armee" Napoleons in Rußlands Schnee- und Eisfeldern allen noch lebendig vor der Seele steht. Wer diese Auffassung von der Unmöglichkeit eines siegreichen Vordringens während der kalten Jahreszeit im Zarenreich ist von hervorragenden Militärschriftstellern mit guten Gründen bekämpft worden. Ja, die Ansicht hat sich mehr und mehr Bahn gcbrcxheu, daß »im, bei -der modernen Kriegführung gerade int Winter dein „nordischen Koloß" am besten zu Leibe ge-hen kann. Wir sehen jetzt bei jeder Schlacht, welch große Bedeutung die Schanzen und Schützengraben haben, wie sie dem Verteidiger Gelegenhest geben, ein« günstige, vom Angreifer nirr sehr schwer zu erobernde Stellung ernzunehmen. Die Russen haben bisher ihre Erfolge hauptsächlich durch die Ausführung solcher De festigung6cmlagen im freien Felde errungen. Wenn nun durch die Kälte die oberen Bodenschichten ge- srieren und die harte Erde dem Spaten den zähesten Widerstand entgegensetzt, dann sind die Erdarbeiten außerordentlich erschwert, und dem Russen, der durch die jahrhundertelange Tradition aus die Defensive hingewiescn ist und auch jetzt wieder zu dem bewährten „Mittel Kutusosvs" gegen Napoleon seine Zuflucht genommen hat, wird sein wichtigstes Verteidigungsmittel genommen. Dem Angreifer aber bietet sich der Vorteil, dctß, er nun nicht mehr mit jenem „fünften Clement" zu kämpfen hat, das Napoleon in Rußland fand, näml-ick> mit dem Schmutz. Die schlechten Landwege sind zugedeckt von der glatten weiten Schneedecke und lassen sich spielend mit Schlitten überwinden; die gewaltigen Flüsse, die den Hauptschutz der russischen Te- fensivlinien bilden, sind für die Angreifer keine furchtbaren Hindernisse mehr, sondern die Eisdecke bietet die beste Brücke, auf der man hinüberkonrmen kann. Der Gedanke, daß ein Winterfeldzitg die bequemste Art des Angriffes gegen Rußland darstelle, ist bereits von einem genialen Feldherrn der Vergangenheit, von Karl XII. von Schweden, in die Wirtlichkeit umgcsctzt worden. Karl wartete zu seinem Vorstoß gegen das .Heer des Zaren im Jahre 1707 geradezu das Eintreten des strengsten Winters ab. Erst nachdem die Flüsse und Sümpfe in Polen zugefroren waren, ging er am 29. Dezember über die Weichsel und drang rasch bis Wilna vor, um die russischen Streitkräste einzuholen Die Feinde aber zogen sich zurück, und so blieb dieser mit den besten Aussichten begonnene Winterseldzug ohne Ergebnis, weil Karl die von ihm ersehnte Gelegenheit, die Russen zu schlagen, nicht erlangen konnte. Auch Napoleon hat 1806 bei seinem Winterfeldzug, der durch Ostpreußen bis Warschau führte, auf die Vorteile der kalten Jahreszeit gerechnet. Wer die Witterung war gegen ihn: der Dezcinber 1806 war ein frostfreicst Monat, urid die Wege blieben aufgeweicht und ungangbar wie im Herbst. Die Franzosen wären gelungen, sich in Polen einzuquartieren, und Napoleon mußte "Frostwetter abwarten. Als dieses am 1. Februar eintrat, machte er sich den Umstand sofort zunutze und befahl den entscheidenden Vorinarsch, der dann sehr bald, schon ani 8. Februar, zu der blutigen Schlacht bei Preußisch-Eylcru führte. Für Karl XII. sowohl als für Napoleon war also das Eintreten der Winterkälte ein günstiges Moment, das sie strategisch ans - nutzten. Und auch bei dem Rückzug Napoleons im Jahre 1812 ist es nicht die Kälte gewesen-, die in erster Linie b% großen Verluste des französischen Heeres verschuldete. Karl Blechtreu hat in seinem Werk über den russischen Feldzug von 1812 hervorgehobcn, daß der Zug nach Moskau in der heißen Jahreszeit viel größere Opfer forderte und daß Napoleon 200000 Mann auf dem siegreichen Hinmarsch verlor, während der winterliche Rückzug 100 000 Mann kostete. Auch die russischen Soldaten hatten schwer unter der ungewöhnlichen Kälte zu leiden, und das Glatteis störte sie nicht minder als die Franzosen. Der Hauptgrund für die französische Niederlage war der, daß die Truppen nur die Hälfte von der vermeintlick)en Rdenge Pulver besaßen und daß das Verpflegungsioesen vollständig versagte. Die russischen Fröste können nach Blechtreus Ansicht einer -Armee nur dann gefährlich iverden, wenn die Versorgung mit Nahrung und Munition nicht gut geregelt ist. Reue Schlachtenerfolge der Ocsterreichcr. (WTB. Nichtamtlich.) Wien, 20. Okt. Aintlich wird verlautbart: 19.Okt. mittags. In der Schlacht östlich Chyrow und Przemnsl hat uns der gestrige Tag neuerdings große Erfolge gebracht. Besonders erbittert war der Kampf beiMiztznie c. Die Höhe von M a g i e r o >o, die bisher in den Händen des Feindes war und unserem Vordringen bedeutende Schwierigkeiten bereitete, wurde nach mächtiger Artillerievorbereitung am Nachmittag von unseren Truppen genommen. Mrdlich von Miztmiec kam unser Angriff bis aus Sturmdistauz an den Gegner heran und östlich Przcmtisl bis in die Höhe von Medhka. Am südlichen Schlachtslngel ivurden die namentlich gegen die Höhe» süd- ivestlich Starv-Sambor gerichteten, auch nachts fortgesetzten Angriffe der Russen abgeschlagen. In Strhj- und Snnca-Talc sind unsere Truppen kämpfend in weiterem Bordriu- g e n begriffen. Auch am S a n wurde gestern an .mehreren: Punkten gekämpft. Ein nach Einbruch der Dunkelheit ein-, gesetzter Angriff aus uirsere bei Jaroslau auf das Ostuser des Flusses übergesetzten Kräfte ist vollständig gesckseitert. — In Russisch-Polen schlug die vereinigte deutsche und österreichisch-ungarische Kavallerie einen großen feindlichen Ka- valleriekörper, der westlich von Warschau vorzudringen versuchte, über Sochattschew zurück. Der Stellvertreter des EhesS des Generalstabes: v. Höfer, Generalmajor. (WTB.) Wien, 20. Okt. Der Berichterstatter d»- „Reichspost" schildert das Totenseld vor Przemysl folgendermaßen: Es ist ungeheuer, wie viele tote Russen vor Prze- mhsl qelalsen worden sind. Ich sah dort Maffcngräber von riesiger Ausdehnung. Trotzdem liegen noch Tausende von ungeborgenen Leichen auf den, Feldern. Weithin ist Tod und Vernichtung gesät, soweit wir sahen. Wir haben geschanzt, was wie konnten, aber für Tausende von Armen gäbe es dort noch Arbeit, um die breiten Spuren des tausendfachen Todes zu verwischen. Tie Stürme der Russen waren schon vor den ersten Verhauen vor Przempsl zusammengebrochen. Achtmal setzten sie neuerlich zum Angriffe an, aber achtmal erstarb der Sturm in vernichtendem Feuer, das sie empiing. Auf den, Felde sanden wir weithin im Umkreise Llbzcichen des 127. russischen Jnsanterie-Regiments, dazu Grunde gegangen ist. Uebereinsttmmend melden die Berichterstatter, daß die Russen jeden Versuch der Verteidiger, die russischen Leichen aus dem Festungsglacis zu begraben, durch hefttges Schrapnellseuer verbinderten, augenscheinlich, um eine Verpestung der Luft herbeizuführen und beit Ausenthalt in der Festung hierdurch unmöglich zu machen. Aur dem Reiche. „T eutschvölkischeBlätt« r". Wie uns mitgeteilt wird, erscheinen die bisherigen „Teutichsozialen Blätter", Hamburg, vom 17. Okt. ab mtter deui Namen „TcutschvölkischeBlätteck^ Eine Acndcrung des Inhaltes oder der Richtung des Blattes ist damit nicht verbunden Die Führung des neuen Namens ist nur die natürliche Folge des Zusanimenschlusses der Teutschsozialen Partei und der deutschen Rezormpartei zur Deutschvylkischen Partei. vttder aus dem deutschen Antwerpen. Eine Woche, nachdem die deutschen Heere Antwerpen, die stolze Festung an der Schilde, zu Fall gebracht hatten, ist eui holländiscker Kriegsberichterstatter von der holländischen Grenze aus, bis zu der er fahlen konnte, zu Fuß nach Antwerpen ge- wandeN. WaS er auf bem Wege iinunttetbar vor der Stadt sowie in Antwerven selbst gesehen und beobachtet hat, schildert er nun in eine«! längeren Aufsätze im „Mgemeen Handclshiad' (Amsterdams, und feine MlSNrhrungen mögen eine Ergäntzung zu den bisherigen Berichten 'bieten. Die Wege, die noch eine Woche ttüher sausende von Flüchüingen bedeckten, waren nach seiner Schilderung so gut wie verlassen: man sieht zwar ein paar hundert Leute, die nach Anüverpe« zurückkeirren, aber was bedeutet das gegen die vielen Taufende von Flüchtlingen: die Furcht vor den'Deutschen ist eben bei den Belgiern zu groß. Drbei benehmen sich die Deutschen, wie der Holländer wörtlich sagt, „mit Takt, selbst mit LiebenSwürdigbüt", wie er selbst zu beobachten Gelegeuheit hatte und was ihm mehrere Anrwerpener auch bestätigten. In die Stadt selbst zu gckatigen, war ftüht,^ denn die Posten verwehrten niemrnrdcm den Eintritt: zum Wiederhinaus- gelangen allerdings ist ein Paffterschein nötig, der weder Kvm- maudantur ausgestellt wird. Veckaffen lagen die Straffe, da -— das war der erste Eindruck: ganze Straßen sind entvölkert, es kommt einem geradest seltsam vor, wenn man einmal an^einer Tür einen Menschen stehen sieht. Ileberall herrscht ttefe Sülle, dir Läden und Femtervorhänge der Fenster sind geichtosscm. Manchmal hört imrn den schweren Tritt der Patrouille der deutschen Marinernianterie oder das Tuten der Automobile. Rur wenige der Hauptstraßen machen einen ganz arideren Eiichruck: da herrscht reges Leben, und besonders vor dem Stadthause, wo dr: tkom- mmrdcnttnr ihren Sitz genommen hat, ist ein förmliches Gewühl. Der Platz-Major, Marincoberleutmint Krüger, ist emsig damit beschäftigt, Passierscheine anSznitellen: die Nachträge ist io groß, daß ein langer 'schwmy von Menschen wartend dastcht. Der Holländer unterhielt sich mit einigen Offizieren aus der Kommandantur, teilte ihnen mit, welche Stimmung unter den Flüchtlingen herrsche und waS diese für eine Attgst vor der Rückkehr hätten, und einer der Offizaere füllte das sehr richtige Urteil: das sei „blödsinnig". Er wies darauj hin, daß Uebenlnß von Lebensmitteln vorhanden sei. und daß keinem der Flüchtlinge etwas geschehe, Angaben, die der Holländer auch vollauf bestäügen kann: von Antwervenern, die zurückgeblieben waren, hörte er nur Gutes, besonders ein Arzt teilte ihm mit, die Deutschen seien ganz höflich und legten niernandem Schunerigkeiten in den Weg. Ein paarmal sah er sogar Antwervener, die sich ganz gemütlich mit der deuffckien Besatzung unterhielten. Stellenweise begann sich ein stärkeres Leben ni der Stadt wieder bemerkbar zu machen: während in den Nebenstraßen die Lüden und Wirtshäusern noch alle geschlossen waren, hatten Geschäfte ans der Kaisersttoße und anderen Hauptverkehrsadern Antwerpens wieder ausgemacht. Die großen Hotels von Weber urid Wagner waren hell erleuchtet, als der Holländer abends durch die Sttaßen wandelte, und ihre Firmenschilder, die beim Ausbruch des Krieges hatten verschwinden müssen, waren tvieder angebracht worden. In den wenigen großen Hotels, die wieder offen stehen, findet man wgor kaum Unterkunff, denn Kitt alle Zimmer sind mit dentt'chen Ossizieren belegt. In den Kaffeehäusern, die wieder ansgemacht beben, witnmelt eS auch von deutschen Soldaten, anscheinend hauptsächlich Marinetrnvven angehörig, wie der Holländer feststellt. Ueberall sieht man deutsche Marinesvldaten, in ihren blauen Uniivrmen, Matrosen zu Fuß. zu Rad und auch zu Pferd, außerdem hat der Holländer einige Toienkopfhnsaren bemerkt und er stellt fest, daß viele Offiziere und Mannschaften das Eiserne Kreuz Nagen. Wenn die nach Holland geflohenen belgischen Flüchtlinge binsichtlich der Dentt'iben keine Furcht zu haben brauchen, viele von ihnen werden bei der Rückkehr nach Antwerpen doch recht unangenehme Ueberrasckungen erleben. Ter Schade, den die Beschießung angcrichtet hat, ist, wie sich immer mehr herausstrllt, verschwindend gering: >n vielen Hältsern ist zwar durch die Erschütterung Glas und Porzellan zerbrochen und es sind Bilder von 1 der Wand gefallen, aber ziemlich übel scheint daS Gesindel gehaust zu haben, das sich die allgemeine Verwirrung zunutze machte und stahl und raubte, was sich gerade bot. Der Holländer traf einen zurückgekehrten Antwervener mü einem großen Schlüsselbunde, der anscheinend als „Kundschaster" von einer Anzahl Flüchtlingen auögesandt war. Sein großes Schlüsselbund hätte dieser Mann nicht gebraucht, denn er fand die Wohnungen, über deren Zustand er berichten sollte, meistens erbrochen. Aehnlich ging es einem Arzte: in seiner Wohnung hatten auch unerbetcne Gäste gehaust, und dabei hatte er sich daraus verlassen, daß über ihm ein Polizist wohnte! ES scheint auch, als ob in der Nähe von Antwerpen viel Vieh gestohlen worden sei: der holländische Berichterstatter meint, die Kuhherden, die die belgischen Flüchtlinge über die holländische Grenze getrieben haben, hätten hänsig aus Vieh bestanden, das in der allgemeinen Verwirrung gestohlen worden sei. — Eine Statistik der deutschen Krregslitcra- t u r. Im Buchhändler-Börsenblatte sinden wir eine Statistik der deutschen KriegSliterattir in den exsten beiden Kriegsnwnaten. Sie umfaßt nicht weniger als 478 Neumscheinnngen und Neu- auslagen, eine Zahl, aus der zu ersehen ist, daß »ch der deutsche Buchhandel durch den Krieg in seinem UnternchmungSgeistc keineswegs bat lähmen lassen. An der Spitze steht die Griwve „ffärten der Kriegsschauplätze" mit nicht weniger alz l Ist Nummern. Wenn dann alsbald die Theologie mit 112 Erichemungen folgt, >° ist hierbei zu berücksichtigen, dcrh sich hierunter nicht wemger als 62 durch den .Krieg bervorgerufene Einzelvrediqten von meist örtlicher Bedcutting besinden. Bon Kriegsgnemchten und Kriegschroniken in Lieferungen sind bisher nicht wemqer als 27 in ?ln- griff genommen worden, und zwar ist die Flut der Veröffent-. lichungen dicker Art noch fortgesetzt im Steigen, An Kriegs- und Soldatenliederbüchern sind 28 erschienen. 7tu* Stadt r»nd Land. Gießen, 21. Oktober 1914. Ans dem Felde der Ehre gefallen. (Slns Hessen und den Nachbargebieten.l Res. Otto Müller. Ins.-Regt. 116 ans Lang-Göns. — Skmbiwfrntt. Sierra:. deis. Inf.-Regt. 81 aus Nauborn, — Gcfr. Joh. Karl Nceb. Juf.-Reqt. 138 aus Naunheim. — Land- Wetfrm. Ferd. Mank. Inf.-Regt. 81 aus Wetzlar. — Res. Wilh. Drenker, Inf.-Regt. 116 ans Schotten. — Rcs. Otto Soft, Inf.-Regt. 116 aus Rarurvd. — Untervff. Oskar Kern, Inf.- Regt. 140 in Hanau. — llirteroff. Main Eidenmüller, Feldart-Regt. 61 in Aarmsdadt. — Cbecljct^cr Wilh. Klotz, S. M. S. „Coln" aus Messel. — Bizeftldw. d. R Fritz Hetz Ins.-Rogt 82 aus Wiesbaden. — Laüdwehrnr. Friede. Wrrth aus Klovvenheon. — Oberft. Franz von G y n z-R e ko ws kr, Inf.-Regt. 13 aus Wiesbaden, — Unteroff.-Asp. Karl Zorn. Inf.-Regt. 103 aus Wiesbaden. — Gardist Wilh. Mayer, 2. Garde-Regt. z. F. aus Bürstadt. — Vizefeldw. und Lehramts- Assessor Dr. Wartm Schmidt in Offenbach a. M. — Untervff. d. R. Bruno Baumgärtner, Inf.-Regt. 115 aus Ofsenbach. •— Landnrehrm. Friedrich Meyer, Iäger-Regt. 8 aus Heusenstamm. — Marsk. Karl Elsenkrämer, Inf.-Regt. 116 aus Of^nbach a. M. — Unteross. d. R Karl Maser, Feldart.- Regt. 63 ans Ruppertsburg. — Res. Konr. Gönner, Inf.- Regt. 11i6 mrs Büdingen. — Res. Iohs. Jeck, Inf.-Regt. 116 aus Dudenrod. — Res. Mlh Schädel, Inf.-Regt 116 aus Himbach. — Unteroff. Karl Mohn. Iry.-Reyt. 168 aus Hunbach. — Res. Theodor König, Inf.-Regt. 116 aus Selters. — Gefr. Heim. Faßbinder, Inf.-Regt. 116 aus Lorbach. Trinker-Fürsorge helle sür Stadt und Landkreis Gießen, Gießen Asterweg 9. Sprechstunde jeden Donnerstag abend 6 bis 77, Uhr. **PostverkehrmitKriegsgefangenen. Aus unserem Leserkreise ist uns wiederholt mitgeteilt worden, datz Angehörige, die sich in Kriegsgefangenschaft befinden, um Geld- und Paketsendungen gebeten haben: diesen Bitten, könne das Publikum oft nicht entsprochen, da über die Art des Postverkehrs mit den kriegsgefangenen Deutschen vielfach Unklarheit herrsche. Wir geben die dafür maßgebenden Bestimmungen deshalb im folgenden wieder: Als Postsendungen an diese sind zugclassen: offene Briefsendungen ohne Nachnahme, nämlich offene gewöhnliche Briefe, Postkarten, Drucksachen, Warenproben und Ge- schaftspapierr, ferner Briese und Kästchen mit Wertangabe ohne Nachnahme, Postpakete bis 5 Kilogramm ohne Nachnahme. — Die Sendungen sind gebührenfrei. Sie müssen den Vermerk „Kriegsgefangenensendung" tragen. — Postanweisungen sind vorläufig nur nach Frankreich zugelassen. Hierbei sind die für den Anslandsverkehr vorgesehenen Formulare zu verwenden. Die Postanweisung ist an die Oberpostkontrolle in Bern (Schweiz) zu advessieren? die Adresse des deutschen Kriegsgefangenen, für den die Geldsendung bestimmt ist, ist auf der Rückseite des Abschnitts genau anzngeben. An der Stell«, wo sonst die Freimarken aufgeklebt werden, ist der Vermerk „Kriegsgcfangcnensendung. Taxfrei" mcderzuschreiben. — Es empfiehlt sich, Postsendungen erst an Kriegsgefangene abzusenden, wennsicihrc Adresse mitgeteilt haben. Im Verkehr nach Frankreich können, auch wenn der Aufenthaltsort des deutschen Kriegsgefangenen nicht bekannt ist, Senkungen an ihn ab- gesandt werden. Sie sind dann mit der äußeren Adresse zu versehen: A la croix rouge frangaise Commission des prisonniers de guerre Paris 9 rue Matignon. ** Postvertzehkr mit deutschen Gefangenen in England. Von jetzt ab sind nach Großbritannien Postanweisungen für Kriegsgefangene oder von solchen zugelassen. Die Postanweisungen sind auf der Vorderseite des sür den Auslandsverkehr bestimmten For- niulars mit der Adresse des Königlich Niederländischen Post amts ins'Gravenhagezu versehen, während die Adresse des Empfängers der Geldsendung aufderRückseitedes Abschnitts genau anzugeben ist. An der Stelle, die sonst sür die Freimarken zu dienen hat, ist die Bemerkung „Kriegsgesangcncnsendung. Taxfrei", anzubringcn. In s' Gravenhage werden die deutsch-niederländischen Anweisungen in niederländisch-englische umgeschrieben. In der Richtung aus Großbritannien nach Deutschland sind Postanweisungen der Kriegsgefangenen noch nicht zugelassen. ** Namenlose Zuschriften. Das Großh. Bezirkskommando ersucht uns, wiederholt darauf hinzüweisen, daß Zuschriften mit Klagen über angeblich nicht Einberufene usw. nur dann verfolgt werden, wenn di« Absender die Beschwerde mft ihren Namen decken. Alles andere wandert in den Papierkorb. ** Erleichterungen für die zollamtlrche Aus- gangsabfertigung von Waren. Dirch Erlaß des Stellvertreters des Reichskanzlers vorn 3. Oktober 1:114 find die Zoll- stcllen bis aus weiteres ermächtigt worden, die Ausfuhr aller buntgewebten, gefärbten oder beSrnckten Baumwollengewebe, die als Weiber-, Futterstoffe Hosenzeuge usw. verwendet iverden, sowie baumwollener SMasdockcn, soweit die Ausfuhr dieser Waren nach der Bekanntmachung des Stellvertreters des Reichskanzlers vom 6. September 1914 verboten ist, ohm besondere Aussuhrbeurilligung des Reichskanzlers zu gestatten. Ebenso können die Zollstellen die Ausfuhr aller fertigen Lcinen- warcn (außer Zeltbahneni gestatten, sofern durch eme Bescheinigung der Handetskanrmer nachgewiesen wird, daß diese Waren bereits am 1. Septeniber 1914 fertiggestellt waren: ferner können sic die Aussuhr aller in Postpaketen versandten Leinen- und Bmrmtovllengewebe (u. a. z. B. fertige Handtücl>er, Tisch- fchch Bettücher, Taschentücher und bergt, ausgenommen Verbandstoffe> »u lassen. > Landkreis Gießen. sO Wieseck, 20. Okt. Außer den bereits an dieser Stelle auf- Yeführteu Geldsammlungen spendete unsere Gemeinde für das Rote Kreuz folgendes: An das Krciskomitee in Gießen wurden abgclicsert: 200 leinene Hemden, 84 .Handtücher, 57 große Tücher, 18 Leinenbinden, U Halstücher, 70 Paar Strümpfe, 17 Paar Stauchen, 8 Kvpfkisfendbezüge, 3 wollene Decken, 26 Bettücher und viele Neine Tücher, außerdem 1500 Eier, 67 Pfund Wurst, 77 Gläser Gelee, 7 Töpfe Eingemachtes, 4 Flaschen Säst, etwa 70 Pfund Dörrobst und viel Gemüse. Iu einzelne Krankenbäuser direkt kamen 3 Wagen voll Kartoffeln, 12 Federkissen und eine große Anzahl Spreukiffen. .Zur Lirdesgaben sen du n q sür Reserve und Landlvrhr der 116 er wurden be,gesteuert: 65 Hemden, 44 Unterhosen, 23 Paar Stauchen, 100 Paar Strümpfe, 20 Unterjacken, 6 Jacken, dazu Zigarren, Zigaretten, Schokolade und Kakao. De Sammlungen gehen ununterbrochen fort, ebenso auch das Nähen, Stricken und Charpiezupfrn an den Montag- und Donnerstag-Wenden Dazu werden vor allem auch die Frauen nach wie vor herzlich eingeladrn. X. Kreis Büdingen. b. Büdingen, 19. Okt. Der Kreistag beschloß z» den eitS Reichsmitteln gewährten Kriegs Unterstützungen in den dazu geeigneten Fällen noch K r e i s z n s ch ü s s e bis ,»50 Proz. und in besonders dringenden Fällen noch über diese Grenze hinnuS zur Verfügung zu stellen. Kreis Frirdberg. r. Bad-Nauheim, 19. Okt. In der heutigen Stadt»erord7leten-Ders«mMlitng kam folgendes zur Verhandlung: Dze Gemeind e schäsere i sollte nach einem früher gefaßten Beschluß der Versammlung am l. April 1915 eingehen. Auf ein Gesuch zahlreicher Landwirte hin und in Anbetracht der kriegerischen Zeiten wird beschlossen, die Schäferei bis 1. April 1916 in Betrieb zu lassen. — Für die Notleidenden in Elsaß-Lothringen be willigt die Versammlung einsttnrmig den Betrag von 500 Mar?. — Für die hier gebildete Jugend wehr über- ninnnt die Stadt neben der Versicherung gegen Haftpflicht und Unfall vorerst die Beschaffung von Mützen. Armbinden und sonstige Abzeichen werden vom Landesverband in Darmstadt zur Verfügung gestellt. — Die Stellvertretung für den zum Kriegsdienst einberufenen Forstwart Schepp wird dem Parkwart Klrnkerfuß übertragen. — Der Turnverein von 1860 veranstaltete kürzlich einen „Vaterländischen Abend", dessen Einnahme dem hiesigen Roten Kreuz zufließen sollte. Tie Mit wirken den bestanden nur aus Mitgliedern des Vereins. Der künstlerische, wie der pekuniäre Erfolg des Abends waren anerkennenstvert. Nach Abzug aller Unkosten konnten dem Roten Kreuz noch airnähernd 300 Mk. überwiesen iverdcn. -t- Butzbach, 20. Okt. Im 87. Lebensjahre starb hier gestern der Gefangenenaufseher i. P. Johannes 2t nt Dern, wohl einer der letzten Kämpfer aus dem badischen Feldzug von I 49. Nach seiner Berletznng in de» Rnhesland gehörte er lange Jahre dem Kirchenvarstand der evangelischen Geineinde zu Rockenberg als Mitglied an. Dort wird er Domiersiag, de» 22. d. Mts., auch beigesetzt. Kreis Wetzlar, h. Odenhansen, 19. Okt. Oie Kriegsspende ergab in hiesiger Gemeinde de» schönen Betrag von 6 "1,00 Mk. a. Dorlar, 19. Oft. Das »en erbaute Piarrbaus geht seiner Vollendung entgegen. Dem Wwffche der Fibalgemeinke Atzbnch entsvrechcnd hat man es an der Atzvachcr Straße errichlel. Auch ein Konsirmandensaal wurde mit dem Gebäude verbunden, — Stuf unserer Haltestelle wird ein ll e b e r h o l u n g s g t e i S angelegt. rr. Wetzlar, 19. Okt. Tie Firma M. Heunsvldt & Söhne hat 1000 Mark kür das „Rote Kreuz' gestiftet. Hessen-Nassau. -st Fulda, 19. Okt. Ter Gemeinderat von Bad Orb beschloß die Slusnahme einer Anleihe von 10008 Mark kür Zwecke der K r i e g s u n t e r st ü tz u » g e n von Familie» ein- berufener Krieger. Tie zu in Heeresdienste einberuienen städtischen Slrbeiter sollen auf Kosten der Siadt bei der hessischen Kricgs- verlicberunq versichert warben. Für das Rate Kreuz wurde» 1000 Mk., für die durch beit Krieg in Ostvre usten Geschädigte» 500 Mk. und lür die Notleidenden Elsaß-Loth- r i n g e n s 200 Mk. bewilligt. -st Rotenburg a. d. F., 19. Okt. In dem Kreife Rotenburg betrugen bis jetzt die Sammlungen kür die durch de» Krieg in Ostpreußen Geschädigten rund 3500 Mk., in dem benacii- barten Kreise Ziegen Kai» 46»0 Mark. Ferner wurden i» letzterem Kreis« 35 400 Mk. für das Rote Kreuz gefaimnelt. Gictzener Strafkammer. 8 G i e ß« n, 20. Okt. EingewohnhcitsmäßigerLogis-nndKredit- schwindlei ist der in Kiel geboren« E. Th. B. Er stclst heute wegen ztveii vollendeter Betrugssälle und eines Versuchs im wiederholten Rückfälle wieder vor Gericht. Er erhält eine Gesamlgefängnisstrase von sechs Monaten. Der Angeklagte, der die Oberrealschule besucht hat, kam im Juni hierher und logierte sich in einer hiesigen Pension ein, unter der falschen Angabe, sein Vater sei'Kapitän und sein Bruder sei Stadtsrkretär in Goslar, obwohl er ivußte, daß er mittellos war. Dann gelang es ihm in einem hiesigen Gcschäst unter der ebenfalls unwahren Angabe, er loolle einem Freund bei der Burschenschaft Memonnia ein Geschenk machen, eine Mütze, ein Band und einen Bandknops in den Farben dieser Burschenschaft zu erschwindeln. Weiter wollte der Angellagte ein hiesiges Wäschegeschäft hineinlegen, was ihm aber nicht gelang, da er ohne Geld die Waren nicht bekam. Ein gewohnheitsmäßiger Mirtgeldschwindler. Der E. R. aus Wolferborn erhielt heute unter Einbeziehung einer durch die Großh. Strafkammer Darmstadt gegen ihn er- kauMen Gesängnisstrase eine Gcsamtgesängnisstrafe von sieben Monaten. Er war aus dem Zuchthaus entlassen worden und vermietete sich nun wieder zn verschiedenen Landwirten in Wohnbach und Düdelsheim als Knecht, nahm das Mietgeld und trat den Dienst nicht an, wie er dies früher schon so oft getan hatte. Ein schwerer Junge. Der öfter vorbesttafte Dienstknecht Karl St. aus Stmnperten- rod erhält heute wegen eines Verbrechens des Diebstabls i. S. der Aß 242, 244 St.G.B. und eines Verbrechens des Diebstahls i. S. der Aß 242, 243, 244 eine Gesamtzuchthausstrafe von 3 Jahren und 9 Monaten, auch werden ihm die bürgerlichen Ehrenrechte aui die Dauer von 5 Jahren aberkannt. Im übrigen wurde der Angeklagte freigesvrochen. Der Verurteilte ist in Grüuberg in die Wohnung eines Hausierers, der chm dazu noch vorher Wohltaten erwiesen hatte, in dessen Abwesenheit cingedrungen und hat chm eine Stahluhr und 4,50 Mk. entwendet. In Harbach war er in Abwesenheit der Hausbewohner durch ein offenes Fenster in eine Wohnstube eingcstiegen, hatte mit einem Beil die Tischschublade erbrochen und daraus 20 Mark Silbergeld entwendet. — Zwei weitere Einbrüche in Bersrod und Langsdorf konnten dem Ange- flagten nicht genügend nachgewiescn werden, obwohl er nach der Beweisaufnahme dringend verdächttg ist. Fünfzehn Mark Geldstrafe erhielten die Viehhändler Moses I., Davch W., Nathan H. und Joseph W. in Lauterbach, wegen Vergehens gegen 8 74 Ziss. 3 des Rcichsviehseuchengesetzes. Dieselben hatten Vieh von dem Markt in Fulda in Lauterbach eingefühtt, ohne cs bei der Ottsvolizei- behörde anzumelden. Zwanzig Mark Geld st rase erhielten die Viehhändler Seligmann I. und Samuel St. II. wegen derselben Sttastat und weil sie die Tiere nicht in einem nicht mit anderem Klauenvieh bestellten Gehöft abgesondert hatten. Ein Jahr Gefängnis erhielt der Arbeiter Johann M. aus Wattschejewo wegen Verbrechens gegen ß 176' St.G.B. urtter Zubilligung mildernder Umstände. StandesamtsnGcbrtchten. Gießen. Aufgebote: Oktober 9. Johann Eduard Fiege, Kaufmann in Gießen, mit Luise Elisabeth Sertz in Osfrnbach a. M. Eheschließungen: Oktober 10. Wilhelm Türck, Bankbeamter, mit Katharine Elisabeth Kröck, beide in Gießen. — 12. Fritz Johann Christian Hahn, HilsShcizer in Gießen, mit Elisabeth Grimm in Groß-Umstadt. Geborene: Oktober 2. Dem Bergmann Heinrich Enrmerich ein Sohn, Heinrich Eduard. — 3. Dem Althändler Heinrich Schneller eine Tochter, Henni Käthe. — Dem Schlosser Friedrich Slugust Eduard Worm ein Sohn, Fritz Sldvls. — 5. Dem Kaufmann Samuel Leib eine Tochter, Frieda. — 6. Dem Oberarzt in der Universitäts-Frauenklinik nnd Pttvatdozent sür Gynäkologie und Geburtshilfe Dr. Rudolf Theodor Jaschre eine Tochter, Jn- gried Elisabeth Maria. — 7. Dem Handlungsgehilfen Wilhelm Dotter ein Sohn, Wilhelm Heinrich. — Dem Korbmacher Heinrich Klein ein Sohn, Ferdinand Karl. — Dem Bankier Moritz Herz eine Tochter. Lotte. — 9. Dem Weichensteller Wilhelm Conrad ein Sohn. Friedrich. — 11. Dem Schneider Wilhelm Hoffman» eine Tochter, Elisabethe Luise. — Dem Arbeiter Louis Junker ein Sohn, Ferdinand. Sterbesälle: August 22. Karl Albert Sldvls Emil von Grvlman, Leutnant im Jnf.-Rgt. 116, 24 Jahre alt (in Frankreich gcsallen). — Oktober 6. Otto Fischer, Fähnrich im Jnf.- Rgt. 116, 20 Jahre alt (in Koblenz gestorben). — 8. Elisabeth Noll, geb. Hanstein, 71 Jahre alt, Hammstraße 8. — 10. Rudolf Schneider, Former, Gardist im Jnf.-Rgt. 115, 22 Jahre alt. — 12. Elisabeth Rotte, geb. Jung, 72 Jahre alt, Neustadt 59. — 13. Karolinc Feld haus, geb. Kreiling, 40 Jahre alt. Neustadt 19. — Heinrich Adami, Rentner, 72 Jahre alt, Süd-Anlage 19. — Katt Artur Bechtald, 4 Jahre alt, Schiffenbcrger Weg 64. — Elisabethe Schöne, geb. Sand, 49 Jahre alt, Lindeuplatz 7. — 15. Christoph Wagner, Schreiyermeister, 66 Jahre alt, Stem- strnßc 23. — >4 Katharine Ortmüller, geb. Pitz, 37 Jahre alt, Licher Straße 106. Butzbnch. Slufgebot«: Oktober 6. Sldols Konstantin, Taglöhnrr in Osscnbach a. M., mit Franziska Grubert in Offenbach a. M. - 7. Heinrich Golicke, Ziegler in Lotlzc, mit Wilhelminc Koller in Lothe. — 12. Josef Frank, Maschinenjormer in Münster, mit Katharine Walderbach in -Oborheimbach. Geborene: September 24. Dem Fahrburschen Ludwig Hornung ein Sohn, Ludwig Georg. — 28. Dem Spenglermeister Wilhelm Berg III. ein Sohn, .Heinrich. — Oktober 2. Dem Ge- sangcnwärler Ludwig Wilbclm Hammann eine Tochter, Elisabtth. — 4 Dem Bankvorsteher Slrnold Hermann Eduard Georg Lappe ttn Sohn, Slrnold Adolf Erich. Sterbesälle: Slugust 22. Sldam Börger, Vizeieldwebel, 29 Jahre alt. — September 22. Andreas Schmidt, Gefangen- ansseher, 40 Jahre alt. — 24. Lilli Steinhäuser, 35 Jahre alt Fricdbcrg. Geborene: Oktober 4. Dem Kaufmann Isidor Grünewald ein Sohn, Siegfried Günter. Sterbesälle: Oktober 9. Jolramr Sldam Heinrich Hagemann, Kausmann, 61 Jahre alt. — 10. Valentin Endres, Schuhmacher, 62 Jahre alt. Grotzen-Linden. Eheschließungen: Oktober 5. Heinrich Leun II., Landwirt. mit Etifabetha Weil, beide in Großen-Lindeit Geborene: Seviember L3. Dem GüterbodenarbeiterFeiedr. Martin Heil eine Tochter, Paula. — Dem Bahnarbeiter Wilhelm SRehl ein Sohn, Walter. — Oktober 6. Dem Bahnarbeiter Wilhelm Faber I. ein Sohn, Walter. Hungen. Eheschließungen: Wilhelm Karl Heinrich Timpe, Dienstknecht, mit Josevha Tschaitschinsky, beide in Hofgüll. Sterbesälle: Oktober 10. Louise Reinhardt. — Matte Sauerwttn, geb. Mattern. Ranvel. Kopenbaqen, 18. Okt. W. B.. nichtnmtlich. Durch dos »er» schärfte englische Ausfuhrverbot für Wolle »nd Wollwaren, sowie durch die Befchlagnahme einer sür Dänemark bestimmten Bamnwolladunq durch England wurde die Lage >ür die Trikot- nnd Tu ! labritation, sowie für die Texlitindnslrie Dänemark» nnd Schwede»? kritisch. Wird die Cinf»br weiterhin unmöglich gemacht. io ist zn bcsürchten, daß die Fabriken binnen kurzem ihre Tätigkeit cinstellen muffen. Die Blätter äußern sich sehr wenig zuversichtlich. Cie glauben nicht, daß England offne starken Druck seine Haltung ändern wird. Er wird erwartet, daß die Regierung eingreist. Märkte. Iv. Feanksurt a. M. Cchmei nemarktbert ch: vom 21. Okt Slnkgettteben waren 3015 Schweine. Bollsteilchige Schweine von 80 bi» 100 bg Lebendgewicht 02.00—64.00 B!k., Schlachtgewicht 8.80—80.00 Mk^ vollsterschige Schweine unter 80 üa Lebendgewicht 62.00—64.88 Mk„ Schlachtgewicht 78.80— 80.00 Mk.: volllleisrhige Schweine von 100—120 kg Lebendgewicht 61.00—61.00 Mk, Schlachtgewicht 77.00—80 Mk.: voll fleischige Schwein« von 129 bis 159 kg Lebendgewicht 61.00—64.00 Mk, Schlachtgewicht 77—80.00 Mk. Geschäst mittelmäßig, Ueberstand, kv. Frankfurt a. M., 21. Okt. Mrig.-Telegr. de? »Gieß. Anz.") Amtliche Notierungen der heutigen Fruchtmarktpreise. Weizen (hieffger) Mk. 28.08—28.50, Kurliesstscher Mk. 28.00 — 28.50, Wetterauer Mk. 00.00-09.00, - Roggen (hiesigerj Mk. 24.50-25.00, Gerste lWetterauer) Mk. 24.00-24.75, Kettte, Franken, Vkälzer, Nie» Mk. 24.00-24.75, Daser Mk. 23.25—23.50, Mais Mk. 00.00 - 00.00, Weizenmehl 0 Mk. 88,08-00.00. Weizenmehl l Mk. 00.00 -80.00, Weizenmehl III Mk. 00 00 — 00.00, Roggenmehl 0 Mk. 00.00—00.00, Roggenmehl O'f Mk. 00.00—00.00, Roggenmehl I Mk. 00.00 —80.00, Weizenkleie Mk. 0.00 —0.00, Wejzenschalen Mk. 0.06—0.00, Roggen» kleie Mk. 00.00 - 00.00, Malzkeime Mk. 00.08-00.00, Biertreber 00,00 - 00.00, Fultergerste Mk. 00.00 — 00.00. Aller per 100kg ab hier. le. Franksirrt a. M., 21. Okt. (Orig.-Telegr. des .Gießener SInzeigers".) Kartofselmarkt. Man notierte: Kartoffeln in Waggons Mk. 6,00-7,00, im Kleinhandel Mk. 7,50—8,09 sür je 100 kg. FC. Wiesbaden. viehhos-Marktbericht vom 19. Okt Slustttebi Rinder 61 lOchsen Q 6, Bullen 8, Kühe und Färsen 17», Kälber 95, Schale .0, Schwein« 301. 6 Bullen, 2 Kühe Ans- landsvieb. Markiveriaus; Bei ruhigem Geschäft langsam geräumt. Preise kür 100 Psd. Lebend» Schlacht- Ochsen. gewicht Jung«, fleischige, nicht aurgemästet« und Ater» Mk. Mk. vusgemästetr............ 48—52 89—96 Mäßig genährte junge und gut ge- genöhrte ältere ...... 43—48 80—87 Bullen» vovfleffchlq«, misqew. höchsten Schlacht»». . . 47—50 82—87 Voflfleijchige, jünaer»..... 40—45 70—30 Färsen. Rlfj». Pollfleischig« auSaemästete Kühr höchste» Schlachtwett«» bi» ,n 7 Jahren..... 38—4 6 72-87 Wenig gut entwickelte Fätte»....... 47—50 86—92 Steilere «»»gemästet« Kühe..... . 33—37 85—75 KSt der. Feinst- Mastkälber........... 60-64 100—10 Mittlere Mast- und beste SaugkÄber . . , 58—5« 87-94 Schake. Weidemastschai«: Mostlämmer und Masthainmtt.... 45,00-00.00 92-00 Schweine. Pollflttschige Schtvein« von 80—100 kg Lebendgewicht ..............59 K 6t 76 77 Pollfleffchtge Schweine imter 80 kg Lebendgewicht 57 58 73 74 Bollsteischig« Schweine von 100—120 kg Lebend» gewicht.............. 60 1 /, 62 76 77 Fetlschweine über 150 kg Lebendgewicht . . 57)1-58 72-73 unreine Sauen nnd geschnittene Eber . . . 54—00 68 — 00 Wegen Ausbruche» der Maul- »nd Klauenseuche war der Slb- trieb verboten. Tie Marktpreise für Vieh nnd Frucht mid die Gietzener Fleisch- und Vrotprciir am 19. Oktober 1914. Schlachtviehpreise in Franks» rt a>M. Fleffchpreis« i» Gießen Ochsen Kälber Schweb)« 50 Kg. Schlachtgewicht 95—100 Mk. >/, Kg.Schlachtgiv. 105-110 Pf. , . 78—80 . X Kg. 80-96 7. . 100 7. . 70-96 . Eetreidepreise in Mannheim Brotpreis« in Gießen: Weizen 100 Kg. 28.50-29.25 Mk. Roggen 100 Kg. 24.50-25.35 A!k. Wcfffvrol 2 Ug. 68 v> i. Schwarzbrot 2 Kg. 60 Psg. Verantwortlich sür „Feuilleton", „Gerichtssaal" u. „Vermischte»"! I. B,: August Goctz. 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Die in Frage kommenden unnuSgebildeien Landsturm- pflichiigen werden hiermit aufgcforderi. sich an den vorgenannten Tagen rechtzeitig im DluftrrttngSiokal cittzii- ffndcn. Besondere Ladungen ergehen nicht. Die Pflichtigen muffen reinlich und ordentlich gekleidet erscheinen! die Landtinrmfcheine und ntiizubringen. Wer durch Krankheit oder körperliche Gebrechen am Erscheinen im MuflerungSlokai verhindert ift hat mir ein hegiauhigtes, ärztliches Zeugnis rechtzeitig einzuliefcrn. Die von der Bahn-, Post- und Tclegravhenoer- waltung als nnahkömniiich hezeichneien Beamten »nd ständigen Arbeiter lind von der vcrfifniichcn Gestellung im MutterungStermine beireii,- es genügt die Einsendung der Unabkömnifichkeitsbefcheinigungen. Wer ück der (Kcfiellnng entzieht, wird mit Frribeitsstratc von irchs Monaten bis zn fünf Fahren bestraft, eS kann auch im Faste der Tauglichkeit io- iortiac Einstellung als nnstchercr Landstnrmpflichiiger erfolgen. Gietzen, den 17. Oktober 1914. Der Oberbürgermeister Keller. 107748 Arbeit für die Frauen! Bielc Frauen und Mädchen unserer Stadt suchen Arbeit. Fch bitte die Giehener Frauen, zu Helsen, dah sie sie erhalten. Auch die Frauenwelt mutz am Fortbestand unsere» Wirtschaftsleben» Mitwirken und die ArbeitSflelegenheiten schaffen, die sie nach Lage der Bcrhältnisse bieten kann. Wer ohne Rot Dienstboten oder Laus- srauen entlätzt, wer falsche Sparsamkeit übt, indem er notwendige Aufträge zurückhält oder alle Näharbeiten selbst besorgt, die er sonst durch bezahlte «rüste verrichten lictz, wer überhaupt zu jeder unentgeltliche» Arbeit bereit ist und dadurch diejenigen verdrängt, die zu ihrem Unterhalte bezahlter Arbeit bedürfen, der schädigt die gesamte Bolk«wirt» schaft. «rbeitgeben ist die beste For« de» Wohltuns. ,4rl>eiis£e!egenlieI1en werden zweckmäßig bei dem städtischen Arbeitanachvei* (Astcrweg Rr. 9) gemeldet, der durch sachkundige Frauen unterstützt wird. An gleicher Stelle wollen fich arheit- Mnchende Frauen n. Mädchen melde», insbesondere solche, die im Nähen, Stricken, vügeln und Waschen geübt find. [iothb «ietzen, den 18. Oktober 1*14. Der Oberbürgermeister Keller. 07418! P-rfekt« Schneideri» emvstebll stib. Krabenftr. 8. Diejenigen, welche an hie Firma F. C. Söhne tFnhah. Georg Htl- behrailbj dahier etwas ichul- ben, können nur noch an ben Unterzeichneten Bevollmächtigten Zahlung leistrtv^ Gietzen. am lstOktoherI»44. Emil G e i tz l e r, Gerichtsvollzieher t. P. 10781] Babnhofstratze 601. Bäckerei Nähe von Gietzen billig zu vermieten. 07424 Spier, Bahnhofftrahe 6. Gas!ampen und Gasherde empfiehlt zu billigen Breiten J. Thörner Jnüallations*Geschäft [07426 Lndwlgstraße 40. Verqcbunq von Drainagen. Für die Feldbereiiiigung Drei» a. d. Lda. sollen zur alsbaldigen AnSfüHrung vergeben werden: Liefern von DraiiiröHren veranschl. zn 677 Mk. Liefern von Eleinzeugröhren „ „ H „ Liefern von 2tundnngSstiicken 44 ,, Graden- und Rohrverlegnnq«*ri>eiten 1425 „ Fuhrleistungen 96 „ Die Verdüigung-unterlagen liegen auf Großh. Bürgermcistcrci Treis offen, wo auch die Angebote mit entsprechender Ansschrist versehen, in Prozenten des Kostenanschlags, verschloffen imd postfrci ein- ziireichc» sind. Eröffnungstermin: Montag, den 2V. Oktober 1914, nachmittag» 2 Uhr, ans dem Rathaus zu Treis. 10826 D Gießen, den 19. Oktober 1914. Großh. Kulturinspektion Gießen. §>. Steinbach. lOSÖal Donnerstag frisch eintreffend Feine Brat-Tchcllfifche Eabliau, mittel. ..... Schellstich», grob, . . . . BiSmarckbrringe ffiollmövie . . . Bratberinge . . Sardinen . . . Bückinge . . . . Ersatz für teure Butter Moenus-Ertra-Margarine. bester Erst,» iür frische Landdutter. . . . Bfb. 9« Pfg. Svara in Karton, lewe Süstrabm-Margarine Pfl>. 75 Pfd. Schmalz, garantiert rein, . . Pib. 82 Pfg. Ko kosnutzbniter. garantiert rein lofe Pfd. 68 Pf,.. 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O cvp •r ~ 3 bS> «j ;e- 15.5 B L§.L ov« a - £ ®'Sris) s ~ —jSüs-S & ^*7- ^ ^ 3 S3 vp-^O . nOo £>-“=: c€J-S Z-Ud eOSSscX ÜaiÄlfl 3 SZ^-X 3 w £-ü®£ «-s« 4 - ►=« g*«s„■§ § «sl^ s| ■—* c_* _ SS ,_. w^-" qj ^2 OjQ>- G»*-*,«-. '“jQ C- -j I — 37 »-»-— 5-»pj «-» —5-5^ ^..P 3 vQ p, 77 M <3 2.772*°C3. — 2Jl 3 7 — 2 5-2 l : s = - w 3 —. «- Ä-w^Pw — &:e . 2 2“ a 'S ^ ss^xrS ,(£c=* 5>f 2 33 a*tJ z ' ' :S^" Ä, 2 CSS 4 w 2? M’P «ujäk ^ 5'S 1 3 ”2 3 ._ 3 cäjO Cl> Sp C Q ö - iYY * ^ ^ : 2 ■ s- Z^£-fto 40 35 o =t‘2 g o s cn ° o H s o s §i ü O w w ^ O Zas £ »Si oj» 2^ aw op.Ä HO 0 Sa g 3^2 7 S%2«t> w 1 ' ' ' • • W «TsP- ' ' W » = ?*s p’S c ’s > <~.. —. . . ^ *^* ---» C 77 . *“* +7 -»— -/^ ,_ Cl> y3 -*-* —-3 -—f 3p *-* -ff - o —b *’"" -— — —- 3 "- »- T7 r- bö 35 r - H O 3 3 ^ ^ o OZ-- 2 Z f SülS^ <3>- E o (Q 9 ^Z4Z cn 3 C w ^ - äS5 « £■ 2 a-2 to 2 v_x 3 vO — r- ^ w Vi/ Tr~i 3 w . w ^ 57 ^ ^ &a>15 ^ c £ o s-° cSg 2 U ; E^ 5 . 2 . = »Z j;g /2 (fot SSJ^ §>^ 5 3-9« ~ ? u £>S2-- 2 ^ 2 -ÄZ--Z£-Z e5££3^-|2“-Sä£ O ^ — 41—77 o gQ,ßCV "O." Ü.J L-* C» ii£iiür = £iSR 22 = äS 3 ,SS DZtzL^Z-P-L s -C-e § S c LS^£L§--^-LZ«SS 2 K 2 A 2 ^ -g s S*Ss^l eS~5g©*£3 3 p 3- * w K< -*-* O p_ W -fi-CÖg , SgÄ®st‘ =i 3 7^02^1* u 3 7 S <^37. .« - 3 2 -g« o c I" ^> 2 ^ «*&• 2 = d 2,0 - 3 *"S er i 2 -g-s l ä s X£ ZZW>bT^2s HES^M £ g £ 3? U ö- QJ »72 Ci. W n t< *s> c jQ p p ■* ^ t> ~ . n 7; >«-* >7' -» — , »» ai r- /-\ — JT v -jg.csi5 H a5S|aÄ , al s, ö?8s t :'|*^S . 2 - ^ U'Z? 1,2b u “ T! I§ /2 — i- '"o *£ b. 5; ^ ^^^l-coWot-So 5a e 5 F' 2 ‘°/^ 4 ‘Sw e °3S • LA = 6 'g>rö^ ^ Cb* w o ,r^-«-* -P O *p O* CvP s^KA-s 2|£„.E S*sJ §f. Z§L§-LLZPS- = ■=■ Ä 5 *“ A» S B £ 3 1*0 3 2 fs * ^E2S-d g -*> £:1 ^£|!© q Ä©® ... +1 u v &u £ n o.» 3 4{ „ V S's.&S § 8 -£ 3 «j> - 21:3 *- ~ O ; £»ZLZ L -O o P — 3 --ZÄLLS 2 2^--.§Z^L°5. £ w^ ^ ° «->.§ — . o %> bH.^»ss. »- 3 bSl>3 bO ^ <77 i h J st* v £T 3 V ;rL 3>2 3^sS J-55 si a-c Ä ^ -P *S ^ *^“e k °'^‘ 3 w Ä ^ CJ vS ^3 ° p*5 5 g:stP||Äl^Äösfßrf|2i 2 >SLZL^ gS Ifl.g'g^ g g Ä ö.'^'S' 3 •SsSpl^I <-'■*-«' Cb* S «x -*_* P^3 " O 0 ^ 'P -*-* 1» 2 ^ V 3 w L 3 SBte"' a « $j ji «ü 3 <, p ^ ^ — . . . . bi ^ *“* ^ . <■>. . . — W *H »7 * **, I b. f*Al ^ >—* * . 5iK a bUM?-5 2-°^ «- t -"» , c VJ £e7 ,^Z§2L.k-s ° ^ 02^ C . /O s- Sbf-* «SS5 J3L*3 ^ «s> p 3 0 3 3 c; 2 *-(^ 2 v» 3 t,c TT> ^» 3 - 3 ^ -p ^ 3 L lp- 3 ' e «P 5 - p 2 r o p o w ä - ° IJs«ftä^lssW--*lil l**Sf!flIP = ^£E-E£ 5 ?fe„^ !w 2 i« Z eH'gSÄtSsf®« ^üäsis^^äSlSna Pl ?-2 2 3 X 3 ö jQ '— ^3 »70*3 "^S. L C 3 c o w o ■ C " W O C35 5 't3'vn-“P ^ o 3 V-» p vO 03 -3» r* ig«g» s^-SpJSsl^H^ 'S “ g^£$ = issflbi ZEZ- 5 ' -2 ^ 3 ;_* J_, ^ oCQK»St S'o?« Z Z Cbo a Ä 2 tÜ>mq £a« ■ESä i?r°x»>L ■* £ 2-F-t o !0 Ö J U i i § =‘s = b? * ) ? <> S 8 £SS^- C «=55 1 . ** ^ = ^ S .= C^b « 4* e ?2J *5 ®5ü 2 «iS ££*>.= E 2 2 b, *; ^ c SS?« s II! 3 idc^a 5* 3 w c Ol*—®J o s> 75 c*ss A 5 r 2Ä s«7.-?_8 M Z.rs 3 **‘ 5 *i C XI o 3 ^.-0 S ■s»ES; « ä« --"felsög ü «5 _ s s ji äE4.i«g“St =•£--£ LG -8 HZ »E» ® a 2©"B.5«H2 ■J7- *» 0^0 w'Ö ®* 3P— oct* e ■S^^SSl-Sfil 6 ^3 «1 o 55 ÄW MZ E^.22Z t'O'g'-E J-* C-* ^ 3 Z«L°sLLLLLHK if~ t2 = ■§ 5 c «2. rħ J'SJSI |==|g£3“ £2 -’cÄ^tS » j; —rp— = 3 «*^0^4* 1? S3’f ="■?- L|* w | _ « clsetm« g e|-§ s £=I gsig|s^s ® ®’^-£ o 5 «< . 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