Hr. 2?f> Zweiter Erscheint ISqltch mit Aufnahme de? Sonntag?. Die „«letzener ^amiliendlStter" werden dem »Anzeiger' viermal wöchentlich beigeleg!, da? „Xreirblatl fSr den Krets Sictzen" zweimal wöchentlich. Die „Landwirlschafllichen Seit- fr«-«»" erscheinen monatlich jweunal. Blatt Jahrgang General-Anzeiger für Gberhejsen Dienrtag» 20. Moder Rotationsdruck und Verlag der Drühl'schen Umversiiäls»Buch» und Stcindruckerei. R. Lange, Gießen. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schnl- straße 7. Expedition und Verlag: feS§51. Redaktion: 112. Tel,-Adru AnzeigerEic den- §an Giulianos Erbe. Ein gelegentlicher Mitarbeiter schreibt uns: Die Presseäußerungen zuni Tode San Giulianos haben bewiesen, daß Italien in diesem Minister des Aeußern eine starke Stütze der derzeitigen Neutralität verloren hat. Roms führende politische Kreise versichern zwar, daß Salan dra als interimistischer Dtinister des Aeußern lvval ccn der bisherigen Form der Neutralität sesthabten werde. Sülandra ist ein aufrichtiger Mann von großem Ernst und bestem Wolken. Er liebt jene höchste von Bismarck gelehrte Diplomatie, daß größte Ehrlichkeit die wirksamste Stcnrtskunst sei. Bei seinem Amtsantritt im April des Jahres Hot er Erklärungen zur Dreibrrndsrage abgegeben, die sich Mich in der Kriegslage nicht widerrusen lassen. Aber Italien ist ein demokratisches Land. Die öffentliche Meinung des Tages spielt dort eine größere Rolle als in mancher wideren Monarchie. Die italienische Regierung hat nun einmal mit wechselnden Stimmungen zu rechnen und ihre Alusgabe besteht oft nur darin, die Gesiihlspvlitik des Volkes nrit diplomatischen Gründen zu stützen. Bei solcher Politik kommt oft nur der Zufall zu Hilfe. Die deutsch-österreichischen Wasfen- taten haben unbestreitbar auch ans die ,Volksseele" derjenigen Schichten gewirkt, die bisher im Sinne des Dreiverbands bearbeitet worden ivarcn. Bezeichnend ist, daß bisher von allen großen Ereignissen des Krieges die französische Niederlage bei St. Quentin den tiefsten Eindruck in Italien hcrvorgcrusen hat, weil sie die Italiener an ihren eigenen Sieg im Jahve 1557 bei St. Quentin erinnerte. Dazu kommt neuerdings noch folgendes. Der Krieg hat immer klarer den englischen Grundplan hervortreten lassen, wonach England den sogen, deutschen Militarismus vernichtet sehen wollte, damit sein eigener Marinismus allein und souverän, ohne jedes Gegengewicht, die Welt beherrsche. Das hat in dem vom Meere umspülten Italien doch sehr zum Nachdenken angeregt. Früher wurde auch in italienischen Blättern, natürlich wieder unter französischem Einfluß, viel' gegen unser „Volk in Waffen" philosophiert und von dem englischen Widerspiel zur See gar kern Aufhebens gemacht. Nun entpuppt sich Englands Nottenmacht als eine ungeheure Drohung für die italienischen .Küsten und für die italienische Freiheit. Das Verschwinden oder die Dernriaderung dieses Druckes würde bis in die letzten Winkel des Staates Wiktor Emanuels mit einem Aufatmen der Erleichterung begrüßt werden. Und solche Gedankengänge haben tn der öffentlichen Meinung Italiens bereits eine sichtliche Verschiebung hervorgerufen. Die antiösterreichischen Nationalisten und die Repudllkaner wollen cs zwar noch nicht wahr haben, daß ein neuer Wind weht, aber sie müssen bereits zugeben, daß sie dein Einfluß der Sozialisten auf die Regierung, der gan'z entschieden für die weitere Aufrechter Haltung strengster Nrntralität in die Wagschale fällt, auf die Dauer nicht mehr gewachsen sind. Schon baden \ate anfänglichen Bewunderer der erlogenen französischen und englischen Siege die Hoffnung crusgegeben, daß Italiens Haltung sich im Lause des Krieges mehr und mehr zu einer Neutralität mit negativen: llnterton entwickeln werde, was dann vielleicht von selbst schließlich zur offenen Stellungnahme führe. Sie haben es auch nicht ändern können, daß Italiens militärische Maßregeln auf die Einberufenen dreier Jahresklassen der Reserve beschränkt blieb, also nicht über das hincrusginK was alle anderen neutralen Staaten getan haben. ,1 Das politische Erbe San Muliwws, die gewissenhafte Wahrung des bisherigen Zustandes, wird in seiner End- wirkung nur wieder Italien selbst von Nutzen und Segen sein. Deutschland nimmt vertrauensvoll den Export von allen jenen Artikeln wieder auf, die es früher nach Jtaliep sandte und olme die der Handel und die Industrie in Italien nicht leben können. Die Freunde dieser Entwicklung sordern, das; sich der Bahnverkehr nicht nur auf den Weg über Ala beschränkt, sondern daß auch hie Lebweiz den Weg und Durchgangsverkehr über Lindau, Friedrichshofen, Schaff- Hausen freigibt, damit eine direktere Linie nach Italien geschaffen wird. Italien muß in seinem eigensten Interesse dieser Entwicklung entgegenkommear. Hunderttausende von italienischen Arbeitern, die früher ihr Brot im Auslände verdienten, sind in ihre Heimat zurückgeströmt und haben das Heer der Beschäftigungslosen vergrößert, das durch das Aufhören der Zusichr von Rohmaterial aus dem Auslande bereits geschaffen war. Nimmt man diesen Massen, die sich gerne vorübergehend einem geringeren Lohne anpassen, nicht oie Sorge gänzlichen Existcnzverlöstes, so hat man willige Untertanen, die der Neutralitätspolitik der Regierung nicht entgegentreten. Pocht aber Hunger und Sorge an ihre Tür, so bilden sich politische Riesengruppen, die durch deutsch- feindliche Politik aufgewiegelt werde», den Deutschen alle Schuld an den gegenwärtigen Zuständen beimcsscn und einen unheilvollen Druck auf die öffentliche Meinung ausübcn. Tahin darf es nicht kommen. Das fühlt man in der Consuliä nur zu deutlich, und deshalb ist die Hosfnujng aus Fortführung und „Entwicklung" der bisherigen italienischen Neutralität unter dem Nachfolger San Giulianos nicht nur berechtigt und wahrscheinlich, sondern eine Gewißheit. Eine Erklärung Salandras. Rom, 19.Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Der Ministerpräsident hat gestern das Ministerium des Aeußern über" nommcn. Auf'die Bcgrüßungsworte des Untcrstaatssekre- tärs Borsarelli antwortete S aland r a mit einer Ansprache, in der er zunächst die Trauer um den dem Vater" lande zu früh entrissenen San Giuliano ausdrückle und die Persönlichkeit desVerstorbencn in ihrer Bedculung hervorhvb. Ich habe, sagte Satandra weiter, seinen Platz für eine Spanne Zeit eingenommen, die, wie ich hosfe, sehr kurz sein wird. Meine gegenwärtige Stellung zielt insbesondere dahin, die Gemeinsamkeit der Ziele und Methoden mit denen San Giulianos zu bekräftigen. Die obersten Richtlinien unserer internationalen Politik toe rdcn morgen dreselbcn sein, die sie g r st e r » waren Um bei ihnen zu verharren, ist unerschütterliche Festigkeit der Gesinnung, klarer Blick sür die wirkliclnn Interessen des Landes und Reise dcS Urteils nötig, die ersorderlick>ensalls schnelles Hairdcln nicht ausschließt. Es ist Kühnheit, nicht in Worten, sondern im Handeln, es ist Geist nötig, der frei ist von jeder vorgefaßten Meinung, von jedem Vorurteil, von jedem Gefühl, das nicht das einer ausschließlictxn und unbegrenzten Hingebung an unser Vaterland, einer geheiligten Selbstzucht im Dienste Italiens ist. ttriegsbriese ans dem westen. Von unserm Kriegsberichterstatter. Unberechtigter Nachdruck, mich auszugsweise, verboten.) Die Engländer in Antwerpen. Großes Hauptauartier, 14. Okt. 1914. Ms ich am 6. d. M. beim Oberkommando der Belage- rungsarmec von Antwerpen weilte, wurde den vorrückenden Truvven gerade die Mitteilung bekannlgegeben, daß eine englische Brigade bei Contich festgestellt worden sei. Es läßt sic!» nicht schildern, welchen Widerhall diese Nachricht bei unseren Mannschaften erweckte. Daß wir mit den Belgiern schnell fertig sein würden, daß der Kampf gegen dieses in der Verblendung in sein Unglück gerannte Land bald zu Ende sein werde, darüber war sich keiner unserer Soldaten int Zweifel. Und daß in diesem Augenblicke, wo es für Anlwrrpcn gegenüber unserem kraftvollen Vorstoß kein Hallen mehr gab, nun gerade noch die Engländer als Zugabe zur Siegesfreude erschienen, das hat auf unsere wackeren Krieger, namentlich auf die schon lange auf den englischen Feind lauernden Seebataillone, einen Eindruck gemacht, der jedenfalls in England ganz und gar nicht erwartet worden ist. Einzelne unserer Leute waren freilich wenig zufrieden. Man hörte sagen: „Wir kriegen die Kerls ja doch wieder nicht. Die sind so teige, daß sie lange ausrücken, ehe wir ihnen beikommen. Möglichst lange Beine und möglichst weit von den Deutschen, das ist das Kampfgeschrci der Eng^ länder!" lind so ist es ja auch gekommen. Unter dem tapferen, aber wenig wirksamen Widerstande der Belgier nahmen unsere Truppen, die ans der Richtung von Mecheln vorstießen, Fort Waelhem. Kaum hatten sie es besetzt, so eröff- neten die Belgier aus der nahegelegenen befestigten Feldstellung an der Nethe, dem wichtigen Flußeinschnitte auf dem Wege von Brüssel nach Antwerpen, ein mörderisches Feuer aus das eben von ihnen verlassene Fort, welches unsere Truppen stark belästigte und zu wiederholtem Nachschub von Reserven nötigte. Kaum zwei Kilometer vor dem Fort lag die selbstverständlich alsbald wirkungsvoll unter deutsches Geschützfeuer genommene Nethestellung, welche in diesem Augenblicke der Schlüssel Antwerpens war. Mit ungeheurer Kühnheit drangen unsere Soldaten über die überschwemmten Wiesen, durch den breit aufgestauten Fluß vor. Wen hier eine feindliche Schrapnell- oder Flintenkugel nur vorübergehend für Sekunden lähmte, der erlrank unrettbar in der Ueber- schwemmung. Mitten im Hagel der Geschosse erzwangen unsere Pioniere den Netheübergang, gleich darauf rückle auch schon unter der Deckung der rasch vordringenden Infanterie die Artillerie in die Stellungen, aus denen die Befestigungen des inneren Fortgürtels der „stärksten Festung der Well" in Trümmer gelegt werden konnten, aus denen die schwer« Artillerie die Stadtunuvallung selbst bestreichen konnte. Damit war Antwerpens Schicksal besiegelt. Wo aber blieben die Engländer? Wo war das britannische Ricsenheer, aus welches die Belgier seil Wochen warten? Unsere Soldaten haben tvenig davon zu sehen bekommen, und das wenige, was sich zeigte, meist nur im Lauffchrilt nach rückwärts. Die Engländer Hallen den Antwerpenern gewaltige Geschütze versprochen, welche den Kamps mit unseren 42 Zentimeter-Kalibern spielend bewältigen sollten. Wer diese Geschütze sind niemals in die Erscheinung getreten. Angeblich hatten die Belgier aus Versehen eine Pontonbrücke io schmal gebaut, daß die Engländer sie mir ihren großen Kaliber» nicht überschreiten konnten. So sind die gefährlichen Großmaulkaliber jenseits der Schelde geblieben und waren bereits zum Rücktransport nach England verladen, als die großen deutschen Kaliber zum Kehraus von Aul» werpcn auszuspielen begannen. Welche von unseren Geschützen dabei gemeinsam mit den so glänzend wirksamen österreichischen Motorbattcricn in Erscheinung traten, braucht nicht mitgcteilt werden, da sich unsere Feinde, wie ihre Maßnahmen und auch ihre Berichte zeigen, über unfern Belage- rungsgeschützpark vor Antwerpen großen Täuschungen hingeben, die wir ihnen mitleidsvoll erhallen wollen. Tie Bürger von Anttoerpen hatten das cinzichende englische Heer mit Festlichkeiten und Flaggenschmuck begrüßt. Bald aber sahen sie ein, daß es den Engländern gar nicht um eine ernsthafte Verteidigung der Stadt zu tun war. Die Engländer sclstcktcn die Belgier überall dort, wo der Kampf verlustreich zu werden drohte, vorwärts in Feuer, sie selbst aber sparten ihr Blut, fo daß sie nachträglich in dem amtlichen Berichte von ihrer Niederlage sehr znsiieden darauf Hinweisen können, wie gering ihre Verluste an Toten sind. Selbst die Flucht der Engländer mußte noch von belgischen Truppen gedeckt werden, die sich in die Schanze schlagen mußten, damit die englischen Bundesgenossen mit heiler Haut über die holländische Grenze davonlaufen und sich dort entwaffnen lassen konnten! Inzwischen aber hatten die Engländer eine mephisto- phclisckze Rolle im Schicksale Antwerpens gespielt. Die Bewohnerschaft, durch ihr altes vlamisches Mut und ihre neuen guten Handelsbeziehungen den Deutschen freundlicher als den Franzosen und Engländern gesinnt, mißbilligte den Krieg gegen die deutschen Stammesverwandten. Die Bürger wußten, daß die Deutschen Antwerpen, die herrliche Altniederdeutsche Stadt, mir bluteniden Herzens beschießen würden. Und da obendrein ungeheure Kapitalswerte bei dem Bombardement auf dem Spiele standen, deren Vernichtung nur den Engländern zugute kam, so drängle die Bürgerschaft auf die Uebergabe der Stadt. Der König soll einverstanden gewesen sein. Aber die Engländer, zu schwach, um die Antwerpener zu schützen, waren stark genug, die Diktatur an sich zu reißen. Und so kam es zum Bombardement, das glücklicherweise der Stadt nur wenig Schaden getan und kein wertvolles Kunstdenkmal vernichtet hat, vor dem aber die Engländer endgültig ausrissen. Vorher hatten sie noch weggcschleppt und vernichtet, was sie konnten, um die Stadt Antwerpen zu schädigen und die deutsche Siegcs- beute zu verringern. Das war der größte, unheilbarste Irrtum der belgischen Geschichte, daß die Belgier den englischen Hetzern vertraut haben. Heute ist die Stimmung in dem besiegten Lande anders. Die Brüsseler, die wochenlang abergläubisch auf das englische Ersatzheer gewartet und die dann noch zwei Tage lang nicht geglaubt haben, daß Antwerpen gefallen sei, zweifeln jetzt daran, daß sich überhaupt Engländer in der gefallenen Festung befunden hätten. Sie glauben, das, was die Deutschen und auch die Antwerpener sür Engländer gehalten hätten, seien nur Belgier gewesen, welche die belgische Regierung in englische Uniformen gesteckt habe, um das eigene Volk durch solchen Mummenschanz zu täuschen und es nicht erkennen zu lassen, wie leichtfertig es von dem englischen Bundesgenossen cm Stiche gelassen worden sei. Darin irren sich die Brüsseler, und das wissen unsere Soldaten besser: so wie die englische Brigade in Contich, so körmen Belgier nicht ausreißeii. So sind zu allen Zeiten nur die Engländer davongelaufen, wenn es galt, einen in Warschau und seine Geschichte. Unsere Trupcn stehen nun vor Warschau, und um die alle Hauptstadt Polens, deren hohe strategische Bedeutung man so oft betont hat, tobt der Kampf. Inwieweit die Befestigungen der Stadt, cm deren Verstärkung man in den letzten Wochen mit fieberhaftem Eifer gearbeitet hat, dem Ansturm der Deutschen widerstehen werden, bleibt abzuwarlen. Jedenfalls bietet die natürliche Lage der Stadt bereits eine gutü Deckung, und di« masovischen Herzoge, die zu Anfang des 13. Jahrhunderts hier ihre Burg anlegten, bewiesen einen sicheren Blick. Hoch über den trüben gelben Wasiern der Weichsel, die ihre melancholisch plätschernden Wogen von den Karpathen her durch das Niederland rolll, springt am linken westlichen Ufer ein Plateau bis dicht cm den Fluß vor, um dann in starker Senkung abzustürzen. An diesem malerischen und festen Punkte, der nicht nur den Stromlauf weithin nach Süden beherrscht, sondern auch die ausgedehnte Ebene am rechten östlichen Weichscluser begrenzt, liegt ernst und dräuend die Zitadelle, eine Stadt mit Gräben, Wällen und Mauern für sich, die das ganze Hochplateau überblickt, auf dem das heutige Warschau liegt. Da dehnt sich, eingebettet in die weite flache Landschaft, das malerische Gewirr der winkligen Gaffen und Giehel, der breiten Palaststraßen und der freundlichen Gärten, wie ein Baum, der seine Jahresringe ansetzt, hat sich Warschau immer weiter ausgebreitet von der eng um das Schloß geschmiegten Altstadt, dem mittelalterlichen Kern des Ganzen, zu dem barocken Prunk der polnischen und sächsischen Zeit, um den sich wieder als ein breiter Rahmen das moderne Warschau mit seinen Mietshäusern und Fabriken legt Schon die Herzögc von Masovien hatten ihre Stadt mit Mauer» im Jahre 1339 umgeben; aber 1526 wurde die Stadt von den Polen mit stürmender Hand genommen, und wurde 1550 zur Residenz der Polenkönige, vor der auf dem nahen Felde von Wola alle Königswahlen stattfanden, und 1609 statt Krakau zur Hauptstadt Polens erhoben. Was sich von mittelalterlichen Bauten in den engen düsteren Gassen Alt-Warschcrus erhallen hat, zeugt von der Dürftigkeit dieser Ansiedlung, die erst die Polenkönige zu einer Kulturstätte erhoben. Alles ist in diesem engen Gewirr dicht zusammen-, gedrängt, selbst die spätgotische Kirche tritt nicht aus der Straßenfront heraus, und in der Bndenstadt der beiden Marktringe fühll man sich völlig ins Mittelalter versetzt. Auch von dem allen Schloß der masovischen Herzöge hoch über der Weichsel, in dem König Sigismund III. zu Ende des 16. Jahrunderts seine Residenz ausschlug, ist heut kaum noch etwas zu sehen. Der ausgedehnte Bau hat im Laufe der Jahrhunderte viele Umwandlungen erfahren und ist zu einer stillosen Masse geworden, nicht nur durch die Umbauten dev Poleukönigc, sondern noch mehr durch den mächtigen Flügel, den die prachtliebenden sächsischen Könige hinzufügten und der nun im zopfigen Barock von hoher Hügelwand herab auf die Weichsel blickt. Im Innern bieten seine prunkvollen Säle voll Marmor, Vergoldungen und kostbaren Inkrustierungen, in denen die spielerische Anmut des Rokokos sich mit luxuriöser Pracht paart, ein gutes Bild für den Geist der Verschwendung und der Ucppigkeit, der mit den sächsischen Herrschern in Wapchau einzog. Damals sollte die Stadt zu einer Nebenbuhlerin des „Versailles an der Elbe" mngeschaf- fen werden, aber auch von den sächsischen Palästen mit ihren weiten Höfen, den herrlichen Fassaden und dem reichen Figurenschmuck lebt nur noch wenig in die Gegenwart hinein. Nur das Palais des allmächtigen Ministers Brühl, das sich dieser dicht neben dem Königsschloß erbaute, ist noch erhalten. Nichtsdestoweniger bleibt Warschau die „Stadt der Paläste", denn die reichen Welsgcschlechtrr, die hier einst ihre glänzenden Feste feierten, mußten große stolze Räume haben, und in diesen stattlichen Bauten, die noch den Namen so mancher einst berühmten polnischen Adelsfamilie tragen, sind heute Behörden, Schulen und andere öffentliche Einrichtungen einquarliert. Und wie das sächsische Barock so mit seinem graziösen und doch imposanten Prunk der Stadt ihren archi- tekwnischen Charakter aufprägte, so hat die sächsische Gartenkunst aus Warschau eine Stadt der Lustgärten und der Parkanlagen gemacht. Die freundlich«, großzügige und elegante Stimmung, in der die Stadt sich wie eine anmutige Schöne ans der eintönigen Landschaft erhebt, verdankt sie diesen grandiosen Schmuckanlagen, unter denen der Sächsische Garten, ein nicht unwürdiges Abbild des Versailler Kunstwerkes Lenötres, die bedeutendste und schönste ist. Nach der sächsischen Herrschaft ist Warschau der Schau- platz aufregender Ereignisse gewesen. Gegen die russische Besatzung erhoben sich die Polen zu wiederholten Malen; 1794 metzelten sie in einem Blutbade ihre Unterdrücker nieder und mußten sich dann dem Ansturm Suwarows ergeben. Von 1795 bis 1806 war die Stadt preußisch, und die stets hoch- gehaltene preußische Kultur blühte von neuem auf. Dann kam die kurze Zeit des konstitutionellen Königreichs Polen; und 15 Jahre später tobten hier die Stürme der großen volnischen Revolution, die mit der Uebergabe der Stadt an den russischen General Paskiewitsch endeten. Auch 1863 und 1864 war Warschau der Mittelpunkt des volnischen Aufstandes, und immer noch ist es das polnische Element, das mit seiner eleganten Anniut und feurigen Lebhaftigkeit dem Charakter der interessanten Stadt seinen Stempel ausprägt. den Krieg gehetzten Bundesgenossen ohne Beistand dem siegreichen Feind auszuliefern. Die Engländer von 1914 sind, was sie zu allen Zeiten waren, die Söhne des perfiden Mbaon und jhr belgischer Feldzug ist ihre schmachvollste Feigheit, ihr unverantwortlichster Verrat — oder beides! SB. Scheuermann, Kriegsberichterstatter. Präsident Hafenstem über Deutschlands Finanz- und Wirtschaftslage. Tie am 29. September d. Js. abgehaltene Sitzung des Z c n - tralansschusses wurde von deni Vorsitzenden, Präsidenten des Reichsbankdicektoriunis havenstein, mit folgender Ansprache eröffnet: „Ter deutsche Geldmarkt hat in diesen beiden ersten Ptonaten des Krieges, der den internationalen Geldmarkt völlig und die Weltwirtschaft großenteils ausschaltete und jedes Land dazu gezwungen hat, sein eigenes Leben zu leben, verhältnismäßig am besten unter allen Ländern abgeschiütten. Die Reichsbank ist trotz Geldpanik und Kreditsorge, die durch das Land schritten, mit eineni Diskont von 6 Prozent ausgekommen. Der Geldmarkt ist verhältnismäßig flüssig, die Danken und sonstigen Kreditorgani- sationeu haben — im Gegensatz zu England und Frankreich — keinen Tag lang chre Tätigkeit ansgesetzt oder die Auszahlung der Bankgutbäben eingeschränkt »ich haben, gestützt auf die Reichsbank, ihre Kreditgewährung ohne rigorose Einschränkungen aufrecht gehalten und ihre Guthaben bei der Reichsbank beträchtlich verstärkt. Die Rcichsbank selbst darf mit Genugtuung auf die ersten Monate zurückdlickcn. Tie seit langen Jahren und von allen beteiligten Instanzen durchdachte und bis zur letzten Ausführung vorbereitete finanzielle Mobilmachung hat sich außerordentlich bewährt, nirgends versagt und nirgends eine Lücke gezeigt, wenigstens keine, deren Schließung schon im Frieden in gleicher Weise hätte vorbereitet werden können. Jhr seit Jahren verstärkter und durch Zuführung des verdovveltcn Reichskriegsschatzes vermehrter Goldbestand und die durch die neueröffnete Kreditquelle der Tar- lehnskasseu ihrer Kreditgewährung gebrachte Entlastung. durch die Darlchnskassensibeine aber vermehrte Elastizität bat sie in den Stand gesetzt, nicht nur zwei volle Monate ohne jede Schwierig- kcit als Krieasbank des Reiches, sondern daneben auch als der feste Rückhalt des Wirtschafiskredits und des Wirtschaftslebens tätig zu sein und dabei ihre Kreditgewährung nicht nur einzuschränken, sondern weitherzig und jedeni gesunden und berechtigten Kreditbedürfnis entsprechend zu erwcilern und gleichwohl von Woche zu Woche au innerer Starke zu wachsen. Jhr Wechscllonto stieg von 750 Millionen Mark am 23. Juli bis zum 15. August auf 2980 Millionen Mark, also um nind 2'/, Milliarden Mark: an Schotz- anweisungen und Schatzwechseln des Reichs besaß sie am 23. Juli 315 Millionen Mark, am 26. September 2348 Millionen Mark, also nind 2 Milliarden Mark mehr, denen allerdings auf dem Konto der öffentlichen Guthaben noch ungefähr die .Hälfte jenes cklesanitbcstandes an Dchatzanweiftmgen und Schatzwechseln gegenübersteht. Die Summe ihrer Kapitalanlage, die am 23. Juli 1132 Millionen Mark betrug, hat am 31. August die fünfte Milliarde um 18 Millionen Mark überschritten, und der Notenumlauf wies am selben Tage seinen bisherigen .Höchstbestand von rund 4235 Millionen Mark auf. — Mit der lleberwindung der Geld- vanik und Zahliingsmittelnvt der ersten Wochen und mit der wachseirden Wiederbelebung unserer wirtschaftlichen Arbeit sind aber auch die Rückflüsse in sehr erfreuliche und normale Bohnen eingelenkt. Tie Wechictanlage hat seit ihrem höchstbcstairde am 15. August bereits um mehr als eine halbe Milliarde Mark abgenommen und betrug am 26. Septeinber nur noch rund 2454 Millionen Mark und ist nur noch um 423 Millionen Mark böher als die vor diesem Kriege je erreichte höchste Ziffer von 2031 Millionen Mark am 31. Dezember 1912. Benutzt man aber die Jnaiffvruchnohme der Bank nach den Beständen an Wechseln plus Lombards minus Privatguthaben, so ist die Inanspruchnahme der Reichsbank durch den Verkehr beute mit rund 1004 Millionen Mark nur etwa zwei Drittel so stark wie Ende 1912, auch wenn man in Betracht zieht, daß das Lombardkonto heute durch Ueberführung von Darlehen auf die Darlehnskassen einigermaßen entlastet ist und die Privat- gnthäben durch Vorbereitung ans Ultimo und Kriegsanleihe einigermaßen verstärkt sind, so daß sie erheblich über 1 >/r Milliarden Mark hinausgehen. Auch der Goldbestand zeigt eine sehr erfreuliche Entwicklung: von den 1253 Millionen Mark, aus die er durch die in den letzten Jahren vor Kriegsausbruch auch bei uns — wie allerdings in weit stärkerem Grade in allen übrigen Ländern — ein- setzende Geldvanik herabgedrückt wurde, hob er sich zunächst durch Zusührung des Reichskriegsschatzes und von Auslandsgold bis zum 7. August auf 1478 Millionen Mark: mit den ersten Siegen unseres Heeres und der bald eintrrtenden Beruhigung und infolge der sehr dankenswerten Aufklärungsarbeit der gesamten Presse und der Behörden aber begann das versteckte Gold allmählich wieder zum Vorschein zu kommen und zur Reichsbank zirrückznftießen. Ueberall und in allen Schichten und immer größeren Kreisen erwachsen der Reichsbank jetzt verständnisvolle Helfer auf diesem Ge- , biet, und ihnen wie der Presse, weiß die Reichsbank Dank dafür. ' daß ihr Goldschatz und damft ihre Mionskraft von Woche zu Woche stärker wächst: seft dem 7. August hat er dadurch bereits um etwa 200 Millionen Mark, in der letzten Woche allein um 56 Millionen Mark zugenommen, und wir hoffen von einer tatkräftigen Fortsetzung dieser Mithilfe noch iveftere starke Erfolge. Infolgedessen hat stch auch die Metalldeckung der Noten von ihrem niedrigsten Stande von 37,9 Prozent am 31. August wieder auf 42,7 Prozent und chre gesamte Bardeckung auf 46,4 Prozent gehoben. Gestatten Sie mir, meine Herren, an diesen Ueberblick über den Stand der Reichsbank noch einige allgemeine Bemerkungen zu knüpfen. Der Verlaiff dieser ersten bechen Monate des Krieges gibt nicht nur der Reichsbank, sondern unserem ganzen Volk Anlaß, mit Genugtuung aus sie zurückzublicken und mit starkem Vertrauen in die Zukunft zu schauen. Wir haben in wenig Wochen eine starke Geldpanik und Zahlungsmittelnvt überwunden, wir hoben der noch ihr drohenden Kreditkrifis wirksam gesteuert und Hecken nunmehr auch die Arme frei und regen sie. um zmch die letzte Gefahr, dir ans dem Weltkriege für unser Wirtschaftsleben erwachsenden Schnurrig leiten und Nöte zu bannen, und wir sind das einzige der kriegführenden Völker, das ohne Moratorium auskommt und seine wirtschaftliche Arbeit weiterführt und neu organisiert. Wie stark die Geldpanik und das kopflose Verstecken des Geldes war, ergibt sich aus wenigen Zahlen: In den Tagen vom 23. bis 31. Juli sind der Reichsbank an Gold, Silber und Reichskassenscheinen 195 Millionen Mark, an Banknoten 1019 Millionen Mark, zusammen 1214 Millionen Mark oder 1050 Millionen Mark mehr als in derselben Zeit des Vorjahres entzogen: sie hat an Silber im Lause des August etwa 300 Millionen Mark hinans- gegeben und den Umlauf der kleinen Note von 812 Millionen Mark am 31. Juli bis zum 31. August aus fast 1600 Millionen Mark, also um fast 800 Millionen Mark, den der großen Noten um über 500 Millionen Mark gesteigert, und daneben sind noch etwa 120 Millionen Mark Darlehnskassenscheinc bisher dem Verkehr zugeführt. Ein Teil dieser dem Verkehr zugefuhrlen Zahlungsmittel diente natürlich dem durch die Verhältnisse stark vermehrten Bedarf an solchen, ein ganz erheblicher Teil aber dem Ersatz des thesaurierten Goldes und auch Silbers. Die Zahlungsmitteln!« ist aber dadurch in der Hauptsache überwunden loorden und wird infolge der fortgesetzten Silberprägimyen und der Ausgabe von kleinen Darlchnskassenschernen auch da, wo sie sich noch, nament- lich bei Lohnzahlungen, geltend macht, in wenigen Wochen vollständig überwunden sein. Der Sorge um den Kredit, die dann einsetzte, traten zunächst di« starke Aktionskras, der R e i ch s b a n k und die neben ihr eröffnet« jtoeite große Kreditquelle. die Darlehnskassen, wirksam entgegen, die bereits 24 Stunden, nachdem der Reichstag die vorbereiteten itzesetze genehmigt hatte, an 150 Orten in Deutschland zu arbeiten au- fingen. .heute sind sie auf 217 angewachsen. Wo beide Kredit- v"ellen nicht hinreichen, wurden und werden überall durch die talkristtigc Selbsthilfe und das zirlbewußte Zusammenarbeiten aller rzii teu Organisationen, Kriegskrrdttbanken, geschaffen, die, gestützt die Reuhsbmrk, uud vou chr vr weitem MaHe imta> stützt, auch alle bisher davon ausgeschlossenen Kreise an dir beiden großen Kreditgucllcn, Reichsbank und Darlehnskassen, heransühren. Ueberall aber l>at sich gezeigt, daß die Kreditnot tatsächlich bei weitem nicht so groß ist, wie die erste Sorge sie sich vorstellte, überall wird latsäckstich viel weniger Kredit in Slnspruch genommen, als woraus alle diese Organisationen sich eingerichtet hatten: selbst die Tarlehnsbrssen Hilden in diesen ersten zwei Monaten mir 320 Millionen Mark an Darlehen auszugebcn brauchen. — Diese verhältnismäßig geringe Inanspruchnahme sür den Wirt- schastskredit hat sie aber auch wieder befähigt, in hohem Maße der Beschaffung der Mittel für die Kriegsanleihe zu dienen, indem sie allen denen, die nicht nur ihre augenblicklich verfügbaren «tzelder, sondern mich die von ihnen in den nächsten Monaten zu erübrigenden für die Kriegsanleihe darbringen wollien, die Möglichkeit boten, einen cnlsprecheriden Teil ihres alten Besitzes an Wert- papieren zu diesem Zweck flüssig zu machen. Die Begebung der Kriegsanleihe ist unter all dem Großen, was diese gewaltige ernste Zeit in unserem Volke gezeiligt lpit, ein neues leuchtendes Bild, das sich würdig den Taten unseres Heeres an die Seite stelll. Der Zug ernster und unbeugsamer Entschlossenheit, mft der dieser uns ausgczwungene Kamp: nm unsere Eristenz und Weltgeltimg unser Volk bis in die letzte Hütte hinein erfüllt hat, hat sich auch in wundervoller Einmütigkeit „nd Hingebung bewährt, als es sich darum handelte, dem Vaterland auch die Mittel zu bieten, sür d-iesen Kamp: gegen eine Welt von Feinden. Und was an dieser Anleihcbcgebung so beispiellos und herzerhebend ist. das ist, daß auch die gering Bemittelten, die nur von ihrer Hände Arbeit allmählich Ersparnisse sammeln können, imd die lleineren Kapitalisten sich wie noch niemals und nirgends durch das ganze Land dazu drängtem diese Ersparnisse sür die KrirAsanleihe darzubriugen. Die Statistik der Zeichnungen ist erst tür zirka 2% 'Milliarden ausgestellt: wenn man sie etwa in gleichem Verhältnis ans die gesamte Zeichnung überträgt, so ergibt sich: Tie Ziffer der Einzel Zeichnungen stellt sich auf dtwa l 150 000 und hiervon enffallen auf die Zeichnungen von 100 und 200 Mk. nicht weniger als 200 000, auf die von 200 bis 2000 Mk. nicht weniger als 700 000: an diesen llemen Zeichnungen sind also 900 000 Einzelzeichner beteiligt. Die Tairsende von Zeichnungs- und Bcrinittclungsstellen haben gewetteifert, der Anleihe den Boden zu ebnen: einen bffonders warmen Dank aber möchte ich hier aussprechen an zwei Helfer: die deutsche Presse und die deutschen Sparkassen. Wir sind in vierzigjähriger intensiver Arbeit wirtschaftlich stark und reich geworden. weit mehr als Neid urrd Mißgunst urrserer Gegner ivahr lxrben wollten, der weitaus größte Teil unserer wirtsclAftlicheir Arbeit — weit mein als in England — dient dem l>eimischen Verbrauch, und diese haupfftärke unserer Wirffchast, der große imrere Markt, ist uns voll erhalteir geblieben, da der deutsche Boden frei von Feinden ist, und wird durch eine ansehnliche Ernte, die zugleich die Ernährung unseres Volkes auch für ein« lange Dauer des Krieges sicherstem, noch besonders gestärkt. Aber auch der Außenhandel ist zu einem sehr starken Teile erhalten geblieben, und es ist von besonderem Interesse, daß unsere Ausfuhr im August trotz aller ihr bereiteten Hemmungen absolut wie relativ weniger zurückgegangen ist als die Englands: wir wissen heute, daß wir finanziell und wrrt- schastlich das bestorganisierte, und daß wir vielleicht mich das organisattonsfähigste Volk sind. Und da hierzu noch der einhellrge Wille tritt, diese Fähigkeit auch zu betättgen und die ganze gesammelte Kraft an die Durchführung des Kampfes zu setzen, so gibt es auch hier nur nicl>t die bloße Hoffnung, sondern die volle und restlose Ueberzeugung, daß wir auch über die loirt- schgslliclieu Schwierigkeiten hiuwegkouimen und jede Dauer des Krieges durchhalten werden und daß, wenn auch nianchcs, was krank war, auf der Strecke bleiben und der Krieg hier ein liarter, aber nnverntcidlicher Renrigungsprvzeß fern wird, doch alles Gesunde und vor ollem das Ganze gesund und stark bleiben und auch der alle Kräfte wachrufenden und anspannenden Prüfung nur stärker hervorgehen wird." Rieche »in- Schule. Der Militärdienst der evaugelischen Geistliche«. Berlin, 19. Okt. lW. B. Nichtamtlich.) In einer dieser Tag« verbreiteten Nachricht über die kriegsgesangenen französischen Geistlichen war gesagt worden, daß im Gegensatz z» den lranzösischen Geistlichen, die als einfache Soldaten in den Reiste des Heeres mit der Waffe kämplen, die deutschen nur in der Militärseelsorge, bezw. als Krankenpfleger verwendet werden. Diese Mitteilung bedarf einer Ergänzung. In Württemberg z. B. dienen von 160 eingerückten evangelilchen Geistlichen 90 mit der Waffe. Auch der Evangelische Oberkirchenrat in Berlin hat die abkömmlichen Pfarrer, soiern sie militärisch ansgebildct sind, zunächst sür den Garnisoiid,enst, nun aber auch sür den Dienst im Felde grundsätzlich sreigegeben. * B. Gießen, 19. Okt. Eine außerordentliche Psarr- konserenz der o b e r h e ss i s ch e n e v a n g e l i s ch e n Ps a rr er land beule im Konfirmandensaale der Johanneskirche statt. Nach dem Gesang von »Eine seste Burg ist unser ®olt* begrüßt« der Vorsitzende, Geh. Obeikonsistorialrat v. P etersen - Darinftadt, die zablreich Versammelten und begründete die durch die Kriegszeit veranlaßte Konferenz. Darauf lprachen Professor v. Echian dier und Piarrcr Nebel-Laubach über di« Frage: »Welche besondere Ausgaben stellt die Kriegszeit dem Plärrer und den Gemeinden?' Erstercr flefli« einige große Gestchlspunkte heraus, indem er daraus blnwics, daß jetzt eine Zeit starken religiösen Verlangens lei, di« religiöse Sattheit und Sicherheit Hab« nachgelassen, es fei religiöse Saatzeit, die durch Wort und Schrist auszunutzcn sei. Es tauchen jetzt viele religiöse Fragen aus, die nach Schuld und Unschuld. Liebe und Krieg, Tod und Ewigkest, Gott und Welt- renierung u. a. m., die von dem Pfarrer Antwort verlangen. Kriegszeit ist aber auch LeidenSzeit, die Trost erfordert, und ist eine P r ü I u n g s z e i r sür die christliche Sittlichkeit. Pfarrer Nebel behandelte das Tbema im Hinblick auf die Mithilfe de« Psarrers in der Fürsorge sür die Krieger und ihre Angehörigen. Die beiden Dorlräge lösten eine rege Aussprache aus, an der sich viele Herren beteiligten. Tabei wurde auch der Mangel an evangelischen Feldpredigern in, Felde und den Lazaretten bedauert und eine entsprechende Entschliegung an Großh. Oberkonststortum beschlossen. Au» Stadt «nd Cant» Gießen, 20. Oktober 19U. Auf dem Felde der Ehre gefalle«. (AuS Hessen und den Nachbargebieten.) Gcft. PH. Weller, Inf-Regt- 113 aus Klern-Lrwdm. — Unteroff. d. R. ?ld. Wicke, Jnf.-Regt 116 aus Ruttershausen. Unteroff. d. R. Jak. Rosenbaum, Jws.-Regt. 116 ans Gis- ßen. — Mnsk. Henri. Schäfer, Jnf.-Regt. 116 ans Gießen. — Husar Ernst Greifkowski, Lerb-Hus-Reyt. 2 aus Homberg a. d. Ohm. — Kanonier herm Reichwa ld, 25. Ersatz- Ari.-Regt. aus Lich. — MuSk. Wilh. Lind, Jnf.-Regt. 116 auS Frankfurt a. M. — Res. Wilh. Kern, Jsnf.-Regt. 116 aus stanrmheim. — Res. Wilh. Kost, Inf. -Regt. 118 aus Budeu. heim. — Res. Pankraz Wirst Knab, Jnf.-Regt. 11/7 auS hochts- herm — Ein,.-Uuteroff .Karl Dürk, Ins.-Regt. 117 aus Flonheim. — Gefr. Stof. Frey I., Inf-Regt 168 aus Herdes hestn. — Gefr. d. R. Ernst Wickenhöfer, Jns.-R«gt. 83 aus Holz- Hausen (Eder>. — Res. Karl Achenbach, Aug.-Garde-Gren.- Regt. 4 aus SLallau. — Mnsk. Kart Blöcher, Stof-°Regt. 118 aus Wallau i — Gardist Carl Sei pp, Garde-Grcn.-Regt. 5 aus Bicdenhqss. — Res. Karl Schäfer aus Renncrtshauieu — tlrrtcxoff. d. R. Ludwig Günther, Res.-Inf.-Regt. 115 ans Woffsqarten. — Res. Ehr. Sauerwein, Revisionsassisteut auS Langstedt. — Res. Ach. hernr. Robert aus Liederbach. — •ßijefeflMu. Ludwig Lanz, Jnf.-Regt. 115 aus Dannenrod. — Kanonier Waith. Schwebe!, Feldart.-Rezsi. 2b aus Obern- hausen i. O. — Lt. d. R. m* Forsiassesior Wich Brückner, Jnf.-Regt. 97 aus Reusbadt r. O. — Res Adam Bohkän^a, aus Langen-Brombach — Res. Foh. Kn Izer, Jnf.-Regt. 118 aus Dorchheim. — Musk. Willi Beckmann, Jnf.-Regt. 168 aus Echzell. — Unteroff. d. R. Gerrchtsapessor heürr. Gluck, Jnf.-Regt. 118 aus Schickten. — Lt. d. R. Finauzasiessor JEffi Grohrock, Jnf.-Reft 118 aus hrrschhvrn. — Gefr. d. Res. Phil. Hofmann. Jnf.-Regt. 118 aus Ober-Flörsheim. — Lehrer Fritz Kraft aus SLorms. — Gefr. Jost Jos. Kuhn aus Worms. — Vizeseldw. d. R. und Bmrkbeamtcr Willn Ja» r o s ch aus Wiesbaden. — Res. Eurll Hanke, Jirf.-Regt. 80 aus SAicsbadcn. — Landwehrni. Franz Kun kel, Pion.-Bat. 21 aus SVies baden. — Res. Karl Sartorius, Jnf.-Regt. 11b aus Merlau. — Landivehrni. Adolf Clemens, Jnf.-Regt. 81 mis Drllcnburg. — Gefr, F-crdrrurnd Klernschmidt, Jnf.- Regt. 88 ans Groß-Auhenn. — Seesoldat Jo Hz helbi g, 8. Secbat. - berg. — !®efr. st R. hernr. Cordes, Jnf.-Regt. 116 aus Friedberg. — Landwehrm. Wilh. Heus aus Burg st Cerborn, — Erns.-Fveiw. Ernst Metzger, Jnf.-Regt. 118 aus SSorms. — Gardist Gustav hoch, Jnf.-Regt. 115 aus SBorms. — Uffz. d. L. und Delegrapstir-Slsiistent hernr. Grützmacher aus Wiesbaden. — Lt. Hans Joachmr v. Linsrugen, Jnf.^Rcgt. '72 aus Darmstadk. — Res. Phil. Bersch, Feldart.-Rcgt. 25 aus Jugenheim. — Res. Karl Weiß, Jnf.-Regt. 116 mis Ehrings- Hausen, Oberst » ** Person alNachrichten. Bestätigt wnrde a« 10. Oktboer d. I. der von dem Herrn Grafen zu Erbach-FSrstrna» auf die crleüigtr ftinfte Lchrcrstelle an der Volksschule zu Beerfelden, im Kreis« Erbach, präsentierte Schnlaintsaspirant Wilhelm Arzt Mis Michelstadt, und der von dem Herrn Grafen zu Erbach-Fürstenau aus die erledigte zweite Lehrerstelle an der Volksschule zu Steinbach, nn Krieffe Erbach, präsentierte Schuk- amtSaspirant Leonhard Kumpf aus Beerfelden. Durch Entschließung Großb. Ministerium des Innern wurde der Lehramts- reserendar August Adam, zurzeit in.Schwerin r. M., Mm Lehr- amtsassessvr ernannt. — Am 8. September d. I. wurden dir Weichensteller 1. Klasse in her Hesfisch-Preirßrschwi Eisenbahn- gemeinschast Philipp Metzger zu Groß-Gerau und Philipp Sckrimps zu Bischofsheim Pom 1. Oktober d. I. au in den Ruhestand versetzt. — In den Ru bestand versetzt wurde» ferner folgende Beamte in der Heffisch-Prenßischen Eisenbahu- gcmeinschaft vom 1. November d. I. an: die.Bastnwärtrr Heinrich G r ü n b e i n zu Trais-Horloff und Georg N ö s i n g « r zu Klein- Gerau, der Rottenftihrrr Karl Schwarz zu Bad Salzschlirf. ** Paiketsendiieigen an Angehörige der 18. Armeekorps. Für das 18. Armeekorps zwei Pa?etdepots eingeriehtet tomLen und ^uerr in. Frankfurt (Main) und ftr Darmstadt. In der Zeit vom 19. bis 26. Ocktober ist daher im gllgenlernenl auf den Packeten für die hessischen Truppenteile des 18. Armeekorps in der Aufschrift „Paketdcpot Dcrcmstadtt', für die preußischen Truppenteile des 18. Armeekorps „Paket» dcpot Franksurtnrain" an^ugeben. — Die Auflieferung der Pakete, die das Höchstgewicht von 5 Kilogrannn nicht überschreiten drüfen, erfolgt bei den Popmrsdalten otznePaket» karte (Paketadrcsse) gegen ein einheitliches Porto von 25 Pf. In Aarmstodt können die Pakete auch bei dem daselbst bestehenden Paketdepot, soweit dasselbe zuständig ist, kostenlos aufgeliefert werden. — Bon den Paketdeppts aus erfolgt die Beförderung der Pakete ins Feld durch die Militärbehörden. Die Feldpost ist cm bec Beförderung nicht beteiligt. — Üeber dLäheres geben die Ortspoflanftalten Auskunft. Landkreis Gießen. 2 Jich, 18. DB. Die hiesig« Spsirr» v«d Dar» lehnskasse, die auch in der Umgebung viele Mitglieder zählt, bewilligte in ihrer letzten Vorstands- und Auf» sichtsratssitzrmg 300 Mk. für die Zwecke des Roten Kreuzes. Im neuen großen Saale des fürstlichen Schlosses wurde vorgestern ein vaterländischer Abend veranstaltet, der sehr zahlreich aus allen Bevölkerungs kreisen besucht war. Tsie erhebend« Feier wurde durch Ansprachen von Seminarlehrer Lore n tz und Stiftsdechant Klingel, h ö f e r eingeleitet. Daraus boten «ne Anzahl Danmn nrafv kalische und gesangliche Darbietungen, während Schül«' des Vorseminars durch den Vortrag vaterländischer Ge> dichte erfreuten, die der Stiimnung der Feier angemefse» waren. Der Abend erbrachte einen hübschen Erlös fürs Rote Kreuz; es find rund 150 Wk. eingegangen. —i Ein« K öne Gelegenheit, sich jetzt etwas Geld zu verdienen, ist t ärmeren BevöWcrimgs kreisen durch die Erlaubnis zum Eichellesen in urrseren ausgedehnten Wäldern geboten worden. Die Leute verkaufen die gesammelten Waldfrüchtr an Landwirte als Schweineftrtter. Der hruptabnehmer ist das filrstliche Hofgut. Es werden für das Pfund 2 Pf. bezahlt. Es gibt hier Familien, die am Tage 3—4 Zentner! Eicheln znsammenlefen urü) auf diese Weise ein schönes Stück Geld für die Wintermonat« ersparen können. -n. G ö b el» rod, 17. Okt. In welch reichem Maße omch in, lleineren Orten für unsere tapferen Krieger geopfert wird, »dtf sich besonders auch in uns«er Gemeinde, die an Liebesgaben für das Rote Krenz bissetzt nachsvlgendes abgesandt hat: cme erstmalige Geldsammlung innerhalb des OrteS in bar da Betrage von 223,90 Mark; an Lebensmitteln 660 8er. 64 Pfund gedörrte Zwetsche», 26 Pfund g ed ö rr t e Aepfel schnitze, 120 Pftmd Aepsel, 20 Pfund Gelberübcn, 25 ZenMer Kartoffem, 9 Zentner Kraut, 1 Zentner Koblraben, 40 Pfund frisches Gemüse: an Bekleidungs- und Wäschestücken 29 Bett» tücher, 4 Handtücher, 36 Paar Strümpfe, 83 Hemden, 1 wollene Decke, 1 Bettboltrr. Nach dies« Sammlung erfolgte vor kurzem eine zweitr, welche den schönen Betrag von etwa 130 Mark «gab. Ans letzt«« wurden Stoff und Zubehör zur Anscrttgung weiterer Liebesgaben gekauft. z. Londorf, 16. Okt. Unter zahlreicher Beteiligung wurde heute Schreincrineister hoch Winkelhaus von hier zur letzten Ruhe bestattet. Die hiesige Spar- und Bor- schußkasse, dessen Direktor der Verstorbene war, sowie der Geioerbeverein, den er als Vorsitzender erfolgreich leitete, und der Kriegerverein, dessen Mitglied er war, legten Kränze am Grabe weder. Bor zirka drei Wochen starb ein Schtoie- gersohn von ihm den .Heldentod. — Der Krieg hat hier bereits vier Opfer gefordert. Kreis AkSfrld. e. Groß-Felda, 19. Okt. Ein Zeppelin-Kren z e r wurde Freitag morgen kurz nach 5 Uhr hier bemerkt. Das Lustsäsiff kreuzte 1h, Stunden lang über unserer Gemarkung und verscktzoand dann in nordwestlicher Richtung. Ikrns Laittechach. O Lauterbach, 18. Okt. In der heimatlichen Erde wurdl heute d« in einein Aachener Lazarett au einer schöneren Berwim» dung gestorbene Einjährig-Freiwillige im Kurhcssischcii Füsllier» Rcgiment Nr. 80, Jakob Reuter, Sohn des Frcihcrrlich Rred- «selschen Baumeisters Reut« hl«, unter großer Betelligung zur rOftc n Baiirr brffattrt- Der Stie g e rh e rr in . dem sich auch die marsch- sfihigrn im hiesigen strankenhause unkergebrachtrn Verwundeten verschiedener Regimenter angeschlossen hatten, gab dem Verstorbenen die übliche ^renbezeuaung Es ist dies der zweite »rreger aus unserer Stad«, der aus heimatlicher Erde bestattet nrorbe. Kreis Schotten, A Derchenharn, 17. Olt. Gestern wurde die hi^rge Ge« meindejagd in weit herabgesetztem Preise im Verhältnis ,u den Voriahrcn verdachtet. Wahrend Freiherr von Müfling bis- her jährlich einen Pachtpreis von 500 Marl entrichtete, hat nun Restaurationsbesitzer Heinrich Weidner hier dieselbe sür 320 Mk. erhalten. Hessen-Nassau, d Herborn, 18. Olk. Durch niedergehendes Gestein murde» in der Grube »8a big rund" di« Bergarbeiter Hermann aus Günterod und S t e u b l i n q aus Oberscheld verschüttet. Steudling war s o Io rt tot, Hermann verstarb „ach kurzer Zeit. Beide waren verheiratet Märkle. Diesten, 20. Olt Marktbericht. Buk den, heutigen Wochenmarkte kostete: Butter das Piund 1 , 10 — 1,20 Mk.: Hühnereier 1 8türk 11—12 Psg^ 2 Stück 00 Big.: Enteneier I St. 0 Pig., 2 2t. 00 Pig.; Gänseeier I Et 0-0 Pig.. 2 8>. 00 Big.: Käse das Stück 10—12 ÜMq, Kasematte 2 Stück 5—6 l'fg.; Tauben das Paar 1,00—1,40 Mk^ Hühner das Stück 1,50—3,00 Mk., Hahnen das Stück 1,50 — 3,00 Mk , Eulen bas Stück 3,00-t,0ü Mk, Gänse das P!d. 70-75 Ptgg Welsche 4—5 ML: Ochsensteiich dasPtd. 66-86 Pfg'. Rmdsteilch da§ Pstind 90—3« Via, Knbflcisch 60 Psg., Schwcine- stestch das Pstind 70-86—26 Big, Kaldjleilch das Plimd 1 Pik., bammelsteisch das Pfund 70—96 P>g.: Kartoffeln das Pfund 3 Psg., Weibkraut da? Stück 6—15 Mg.: Zwiebeln der Ztr. 6,00—10,00 Mk.: Milch das Liter 22 Psg.: Aepicl der Zentner 8—15 Mk.: Birnen das Pinnd 8—15 Piz, Nüsse 100 Stück 40—50 Mg. — Marklzeit von 8 bis 2 Uhr. fc. Frankfurt a. M. Viehho! Marktbericht vom 19. OIL Auftrieb: Rinder lS62, Ochsen 335, Bullen 38. Kühe und Färsen 959, Kälber 378, Schate 98, Schweine 2558. Tendenz: gsdrückt: bei Großvieh und Schweinen Ueberstand. Preise sür 100 Psd. Lebend- Schlachtgewicht Ochsen. Mk. Pig. Vollfleffchlge, misqemästete, höchsten Schlachtwertes, «—7 Jahre alt........ 51—56 95-100 die noch nicht gezogen haben fungejochtes . . «7—50 86-90 Junge fleischige, nicht ausgemästete uns ältere ousgemästete............ 43—45 79 — 83 Bullen. Bollfleffchige, ausgewachsene, höchsten Schlacht»». 47 -50 78-83 Bollsteischige, jüngere.......... 41—46 70—80 Körten. Kilbe. Bollsteischig! ausqem. Färsen höchst. Schlachtw. «6—50 83—69 wenig gut entwickelt« Färsen.......40—4« 77—85 filiere ausgemästete Kühe........ 39—43 72—80 Mäßig genährte Kühe und Färse» ..... 32—38 64-73 Gering genährte Kühe und Färsen .... 26—30 59—67 Kälber. Feinste MastlMer......... 60 - 85 100 -108 Mittlere Mast- und beste Saugkälörr . . . , 56 -59 95 - 100 Sch tt > •- Stallmastschn'e Mostkämmer tmo jüngere Mastbrm nel . . 41—42 90 92 6(6 met nt Bollsteifchlg» Schwein: von80 —100 Lel-endaewicht........ 62.01—64 0 ) 78.10-80)0 Bollsteischig; Schwein: unter 30 tr» Lebendgewicht........62.00-64.00 78.00-80.» Bollsteischige Sch wein« von 100—120 r» Lebendgewicht........ 62.00-64.0) 78.00-80.» Loli fleischige Schwer»: von 120—150: - Lebendgewicht ........ 62.00-64 0) 78.00-80.10 fc. Franks,rrt a. 9)1., 19. Oft lOrig.-Telegr. de? „Gieß. Anz.") Jlmtliche Notierungen der heutigen Fruchtmarklprsise. Weizen lhiestgcrl Mk. 28.00—28.25, Kurhesflscher Mk. 28.00—28.25, Welt-rauer Mt. 00.00 - 00.00, Roggen (hiesiger) Mk. 21.50-25.00, Gerste Mk. 24.00-24.30. Gerste, Franken, Mälzer, Ried Mk. 24.00—24.50. Later Mk. 23.30-23.50, Mais Mk. 00.00-00.00, Weizenmehl 0 tvtk. U0.0S-0v.00. Weizenmehl I Mk. 00.00-00.00, Weizenmehl III Mk. 00.00 - 00»), Roggenmebl 0 Mk. 00.00—00.00^ Roggenmehl 0/1 Mk. 00.00-00.00, Roggcmnehl I Mk. 00.00—00.00, Wcizenkleie Mk. 0.00 -0.00, Weizenschalen Ml. 0.00—0.00, Roggen» fleie Mk. 00.00 - 00.00, Malzkeim- Mk. 00.00—00.00, Biertreber 00.00 - 00 . 00 , Futtergerste Mk. oü.OO-00.00. Alles ver 100 lg ab hier. tc. Frautturt a. M., 19. Ott. [Orig.-Telegr. des .Giehener Anzeigers".) K a r t o s s e l ni a r k t. in Waggons Mk. 6,00 — 7,00, für je 100 kg. Mau notierte: Kartoffeln im Kleinhandel Mk. 7,50—>3,01 Meteorologische Beobachtungen der Station Gietzen- Olt. Ulk |. V £ g JO § 1 = - o zt »• w £ X Sä 6* ll IS i-s S5 5 w Af if *2 'S i |r|j e15| & Dener 19 2" '50.0 u,i 92 93 ENE 2 10 Bed. Himmel 19. b» '-50,6 97 8 1 90 N 2 10 20. 1 • 49,7 88 7.9 94 N 2 10 ' Höchste Temperatm: am 18.—19. Ott. 1914 = + 11,4 • C. Niedrigste , , 18.—19. . 1911 = - 9,4' NIederlrdlag: 3.4 mm._ Verantwortlich für „Feuilleton", „Gcrichtssaal" u. I. V: August G o e h. »Vermischtes" mn *a miTZ KTO Für Kr5egs*Ausrüstungen und Liefe esgaiteera sind grosse Posten Unterzeuge u. sonstige warme Winter-Artikel neu eingetroffen Die Verpackung für Feldpost-Sendungen in starken Kartons etc. wird nicht berechnet Die Gesan^stunden haben wieder angefangen Betty Küchler Gießen, IJebigstraße 39 p. Frankfurt am Main, Ob«rlindau 115 Union-Theater --- Seltersweg 81 _____ Ab heute die 2 WeU«ehIa**r: 07396 Oie Löra-Follsr Sensations-Drama in 4 Akten. wunderbares Kriegrsdrama in drei Akten aus dem Ö8terr.*ital.-Krieg. 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Der Schulvorstand. Keller. e Ich empfehle für Herbst und Winter neue Kostüme in schwarz und blau Kammgarn, Rips und tuchartigen Stoffen Für unsere tapferen Soldaten im Felde empfehlen wir: Wasserdichte Westen und Hosen mit Leder-, Pelz- und Flanell-Futter — Wollene Schlafdecken — Schales — Strickwesten mit und ohne Aermel — Wollene Unterhosen — Hemden — Jacken — Socken — Kniewärmer — Wollene Ohrenschützer — Puls- wermer — Lungenschützer — Leibbinden — Hemden in Wolle und Seide — Handschuhe und Hosenträger — Stoffe zur Selbstanfertigung in großer Auswahl; Einfache deutsche Formen in gutem Schnitt und bester Verarbeitung 10718a PREISLAGEN in blau Cheviot von 12-Mk. an in schwarz und blau Kammgarn und Rips von 16.-Mk. bis 80.-Mk. Die Restbestände in farbigen Kostümen gebe ich für die Hälfte der früheren Preise ab Carl Nowack Größtes Spezialhaus für Damenmodewaren in Oberhessen HercoQl. Brannschw. Baugewerkschule Holzminden. ™ fjodjbau - V ''C» eigener Werkstatt. [10223 inoer Sclterswef 79. Telephon 276. | nlwerpenj Sieferung uon SMpteriiilien. Die Lieferung der für die Krcisstraßen des Kreises Gießen im Jahre 1915 erforderlichen Walz- malerialien, nämlich von 5700 edrn Basaltkleinschlag, 900 cbm Basaltgrus und 1450 cbm Sand, soll öffentlich vergeben werden. Die Angebotsunterlagen liegen während der Dicnststunden auf dem Amtszimmer des Unterzeichneten (Regierungsgebäude Landgraf-Philipp- Platz 3), Zimmer Nr. 22, zur Einsicht offen. Schriftliche Angebote, deren Unterlagen gegen Erstattung der Herstellungskosten abgegeben werden, sind bis Dienstag, den 27. Oktober l. Js., vormittags 1« Uhr, postfrei und mit entsprechender Ausschrift versehen an den Unterzeichneten einzureichen. Freie Wahl unter den Bewerbern bleibt Vorbehalten, ebenso eine Zuschlagsfrist von 4 Wochen. Der Großh. Kreisbauinspektor. Hechler. 107208 LnSdmflWell», Red StarLiaie in «uttorrpeu. 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S l§£-1 £>C oo £>OJ, s£.| :© " s S » = «— O - J= A 4^3 o w ,.£' «->—-— ' L 8 lll £ W JSlu fSj^J !i§ 5 ! aJS 5 v« ‘° Z-ZZS .3 WWW ■§£-? f>. s —,« = p ■£ Lfi^Z^EZ«s ~ C V gl M o^S 11 E - llis|w-gs^ L-Z^ZEZB ■ 2'® S^.2 2^ a L ^» > o’C «'S L ©n||sS£s|| n r* = ss s Cw*c e e w oo^peooooovoo»-* ^ OOC°SflQ£^oö(u r-ioi CONOCO. r^flO« •2S C r- ^BS *CÄ " g*®*.5 ^kLL-Z ®|£ 3 g «r?Z L© ZLS-g^ ^8« Etz .n Jfe 3° |s 12 . >3 - '§B. .«Z S - C5 y=» Ee«s*: «■» SS M o 3 d u — 'fa-fi*s.I-BO C C 3-H o s gJSHI « E-c^2 5-9 " N «.^^sssg ö fftÄB-a. w f«| 3,5 ■ 3 2'l ! "e .-LSZMZ £‘2^ <3 >e i g Sgpiss Sllf^ J, I il ® & *§ 1! ® «L _ «'tl|s-c® el-sil* c^tSQ g« liisi ZiSZZZ 2 cd ^ » Z«N e Opi 4 * bIjs-* ..«Qi ä L A*ä ii W SL co'S’ s E ■öc* «s" ^310 00 t- 3 s slli »i i15= S« '&■“ |J “ E 2 S Is kW l©Ä .sl®i I L--s" .2! W S"fe « L« 8* „ iS »i | .1J eJ. ,3 »Ü £ ^^ H JJ 3 U «J ** r»T3 C5 ;|.£ 8« D s V» « ^2 ^ Q >/Q 13 3-0 g ^ A(9 .w .. 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