Hr. 245 Ter ®iffe«i«r Inj«!«« erscheint täglich, anher Sonntags. - Beilagen: viermal wöchentlich Oiebenerjhamllieadlätttr; zweimal rvöchentl-Xreir- blatt flirten LreirSlehen (Dienstag und Freiiag); zweimal inonatl. Land- »irllchaslliche Settfra-en Feoiiprech - Anschlüße: sLrdwSchri!tleitnngI12 Lerlaa.AehhäitsslelleSI Adresse üir Dratitnach- rtchte»: Anreißer «letzen. Annahme »an Anzeigen iür die Tagesnummer bis varmiklags 9 Uhr. Erstes Blatt Jahrgang Montag. 1§. Oktober ^9^ General-Anzeiger für Oderhessen Rotoficns«rud und Verlag der vrühl'schen llnio.-vuch- und Sttin-rnckerei K. Lange. Zchristleftung, Seschästsstelle u. Druckerei: Zchulftr. 7. •T\ e •, 11 o 3 ) v:: ,. monnll. 75 4M., vicrlil- irün'l. '?!f. 2.20; durch .’lbfjolf* u. Zweigstellen manali 65 BI.; durch dieVost Mk.2.— viertel- jälpl. ausschl. Bestell,,. Zeileupreis: lokal lSBs., a»sw 20 Ps. — Haupt- Ichrittleiter: Aug. Goey. Verantwortlich iür den volit. Teil: Aug. Goetz; iür .Feuilleton", ,33«- mischles' und.Gerichts- faal": Karl Neurath; iür .Stadt und Land": Otto Braun; iür den Anzeigenteil: H. Beck. Ersetze und Verluste zur 5ee. MserSuderle tage im Hkften. Ersolgreichez Vorgehen im Osten. H «nvtquartier, 17.Oft., rmttags. (Amtl.) 8» Arü«o« und Ostei,he ist reiches Kriegsmaterial erbeutet »»cken, a. oo uuscre drohendsten Gefahren und Ivo der Ansporn zu unserer grössten Kraftent-- fauung liegen? E r e i g n i s s e z u r S e e haben uns l)eute am meisten zu beschäftigen. Am Samstag konnten Ivir nur einem Teil unserer Leser noch Mitteilen, daß am Nachmittag des 15. Oktober der englische Kreuzer Hawke (Falke) durch den Torpedo ich» st eines deutschen Unterseebootes zum Sinken gebracht ivordcn ist und dast dabei 350 Engländer das nasse Grab gesunden lmben. Glcicheitig wurde auch ein Angriff auf den Kreuzer Theseus gemacht, aber, une es in der amtlichen Londoner Meldung heisst, ohne Erfolg. Uebcr dieses Ereignis hat die deutsche Marineverwaltung bisher nichts weiter zu melden vermocht. Vesriedigung und Freude waren wieder bei uns vorhcrr- chend, denn wenn auch der Kreuzer „Hawke" aus dem 1.1891 lammt, also ein älteres Schiff der englischen Flotte ist, so latten ivir doch wieder die Bestätigung vom tapferen Geist der Offensive bei unseren Unterseebooten, der sich ja auch einige Tage vorher, am 11. Oktober, im finnischen Meerbusen durch di« Vernichtung des russischen Kreuzers „Pallada" so glänzend bewährt halte. Wir sollten uns aber die Ueberwindung unseres stärksten Elogners, Englands, nicht zu leicht vorstellen. Noch stehen die'Verluste, die wir der britischen Flotte beigebrachl haben, in keiucui Verhältnis zu der grosten Ucbermacht. die unser Feind zur Sec vor uns voraus IM. Es liegt nur der Beweis dafür vor, daß Mut, Tapferkeit und Gewandtheit in höherem Maße die deutschen Seeleute auszeichncn und dast die deutsche Marincverwaltung weitblickend und richtig gehandelt hat, als sie dem Ausbau unserer Unterseedovtflotte und der Vervollkommnung der Torpedowasie die größte Sorgfalt widmete. Dast den todesmutigen kleinen Booten aus ihren weiten Ausfahrten bisher keine feindlicben Treadnouglsts begegnet sind, ist nicht deutsche Schuld. Die Engländer denken offenbar, dast Vorsicht der bessere Teil der Tapferkeit sei, und sie erwählen daher zu ihren Patroulllenfcchrten in der Nordsee vorwiegend Schiffe älterer Bauart Nun hat, nach der obigen amtlichen Meldung, am 17. Oktober, unweit der holländischen Küste ein weiteres Seegefecht stattgefundcn. wobei die kühnen "Versuche deutscher Schiffe zur Abwechslung auch einmal einen Mißerfolg gehabt haben. Bier deutsche Torpedoboote sollen nach amtlicher englischer Meldung im Kampf mit einem englischen Kreuzer und vier englischen Zerstörern gesunken sein. Tic deutsche Mcrrincbchörde ist noch nicht in der Lage, sich zu der Londoner Nachricht zu äußern; es ist immerhin möglich, dast die Engländer ihren „Sieg" in bekannter Weise ausgeschmrückt haben und daß eins oder das andere unserer Boote wieder zurückkebrt. Vor allein aber ist zu vermuten, dast die englische Quelle den Sclsäden verschweigt, den untere Streitkräfte ihren Schiffen verursacht haben. Wir dürfen diese Annahme unisoniehr hegen, als die Engländer allen Anlaß haben, für ihr Ansehen zur Sec nach den bisherigen Porkomiuuissen gewisse Besorgnisse zu liegen. Und die eng lische Neigung und Bereitwilligkeit zu Lügen und Verdrehungen ist ja bekannt Das Seegefecht au der holländischen Küste hat aber für uns dennoch eine erfreuliche Vorbedeutung. Wir sind jetzt an der belgischen Küste nicht mehr olnie cotiitzpunkte, und es wird nach der Besetzung belgischer und französischer Hasen- orte wohl noch mancher Versuch gemacht werden, mit kleineren Kampsschissen in die Nähe Eirglands voezudringen. Der Mincugesahr sind die in der englischem Meldung er, wähnten deutschen Torpedoboote offenbar ganz glücklich entgangen. Deutschland darf nichts unterlassen, was geeignet ist, unseren grössten und mächtigsten Feind, Grostbritanuien, zu schädigen und zu ängstigen. Der Fall Antwerpens hat dem englischen Marineminister Churchill heftige Angriffe eines Teils der Londoner Presse eingetragen, die ihn sogar einen Maulhelden genainit und ihm "weiteres Dertvauen verweigert hat. Karl Peters, der seine Ansichten auch in der Samstag-Nummer des „Tag" entwickelt, meint, der Krieg mit England hätte vielleicht vermieden werden können, wenn Deutschland durchweg eine drohendere Haltung gegen Großbritannien eingenommen hätte. ,Fs«tzt haben wir," so fährt er fort, „den Krieg, und wenn Mr. Asquith im ParlameNH erklärte, Großbritannien werde ihn bis zum letzten Mann uiü> zum letzten Schilling tarrchfnhven, so war das keine Phrase, sondern die Meinung altzer gebildeten Engländer." Der entschiedenste, rücksichtslos v st e Kämpf gegen das Jnselland ist jetzt deutsche Pflicht. Karl Peters er,zählt auch: In Sowfcwn närd jeder Restaurateur, Besitzer eines Hotels oder eines Boardinghouses von Regierung wegen mit Zuchthaus bestraft, der «inen deutschen Angestelltsi nicht sofort entläßt oder gar neu engagiert. „Eine junge deutsche Dame erhielt neulich sechsMonateZuchthaus, weil sic einen photographischen Llpparat hatte. Jeden Tag erhalten sonndsovieke Deutsche sechs Monate Zuchthaus, weil sie un wis s en tlich den Füns-Meilen-Zirkel überschritten haben." Wie behandeln wir dagegen heute noch die Gegner? Gestern sahen wir im Tennis-Laffeehaus in Bad-Nauheim zwei junge Engländer, die sich laut in ihrer Müttersprache unterhielten, die Zeitungen durchstöberten und Kuchen mit Schlagsahne genossen. Wir wollen gewiß keinen brutalen Maßregeln das Wort reden, aber eine Gegenüberstellung dieser kleinen Wahrnehmung und der Kitchenerschen „Konzentrationslager" ist doch lehrreich. Zumal Karl Peters erklärt; Ich ersahrc, daß Deutschland 20000 englische Kriegs gefangene hat. Wenn sie einstweilen die Suppe bezahlen müßten, so würde das aul bntischr Stimmungen schon einen gewissen Eindruck machen. Bor allem aber einpsindct man es als empörend, wenn man das deuische Elend in England gesellen hat, dast englische Residenten in Deutschland ganz ruhig ihren unrtschastlichen Beschäftigungen nachgehen dürfen. Der Untergang des englischen Kreuzers „Hawke". (WTB.) London, 16. Okt. Ein Telegrmmn des „Evening Standard aus Aberdeen meldet: 48 Hebet» lebende des „Hawk c" wurden heute ftüh durch einen Fisächanipscr gelandet. Der Kreuzer wurde gestern von einem Torpedo getroffen und scrnk in 5 Minuten. Der Kapitän des Fischdampfers berichtet, daß er die Ueber- lebenden gestern nackft von einem irorwegischen Dampfer übernahm. Sie seien in einem überfüllte» Boot geslüehtet. Es konnte nichts getan werden, als die mit Korkwesten auf Flößen Herumschtvimtuenden zu retten. Ter geschützte Jfreir&er Hawke war 1891 vom Stapel gelaufen. Bei 7820 Tomnm Wasser verdräng Izatlc er 12 000 indizierte Pserdekräfte, die ihni «ine Geschwiudigkest von 19,5 Se» nieilen gaben. Er war 109,8 Meter lang, 18,3 Meter breit und ging 7,2 Ädet« ties. Seine iSestückung umfaßte zwei 23,4 Zentimeter-, zehn 15 Zentimeter-, zwöls 5,7 Zentimeter-, fünf 4,7. Zentr- mrt«-Kancmen, zwei Maschinengewehre, sowie zwei 45 Zentl- metn-llnierwassertorpedorohrc. Nach frühcrn Angaben betrug die Etatsstärkc d« Besatzung 550 Mann, so daß die in dem Telegramm mttgcteittai Ziffern damit nicht übkreurstiinmen. Der Kreuzer trug, so schreibt die „Köln. Ztg.", seinen Namen nach einen! der berühmtesten englisä-en Seelcme, der gegen Frankreich und Spairien seine größten Eriolgr davontrug. 1705 geboren, mmde er 1747 Konteradmiral und schlug bei Kav Fintsterrr ein französisches Gefehmader. Eli Jahre spater vernichtete er bei der Insel Ile PAft ein französisch^ Gesäavaüer, das Verstärkungen nach Kanada br ingen sollte. Ms Frankreich 1759 eine Landung in England plcmte, beseitigtr Dancke dies« Gefahr durch einen Sieg über eine große Flotte unter Admiral Conflans in der Bucht von Quibcron. Die englische Flotte verdarckte ihm sehr viel in der Schulung für den Mockadekrieg. Er starb 1781, nachdem er von 1766 fei 1771 Erster Lrod der Admiralität gewesen war. Es ist ein eigentümlicher Zufall, dast wie die Namen der drei von „11 9" vernichteten Kronar so auch der des Hawke am Siege über die setzt verbündeten Froup.ee n erinnern. Es ist ja ein kleiner Kreuzer, den sich diesmal ein deutsches Unterseeboot auss Korn gerwmmen: aber die moralische Wirkung hüben und drüben ist trotzdem groß: sie besteht darin, daß «rsere braven Blausacken gezeigt haben, daß die Heldemat des „ll 9" nicht oereinzcklt da sieht, und daß trotz Minen und Bo rs ichtsnra s; regelt» der Engländer unsere Unterseeboote sich als eine Waffe bewähren, welche die Eiogner anfs eiirpsindlichste schädigen und m seinem Sregesbewußtsein erschüttern kann. Stavanger, 18.Okt. varze-Meer-Flotte an dem bulgarischen Hafen Barna vorüber südlich in der Richtung auf Burgas und Konstantinopel und gab einigeSchüsse ab. Das Bukarester Blatt „Universul" glaubt, daß darin der Beginn der Feindseligkeiten Rußlands gegen die Türkei wegen der Schließung der Dardanellen liege. — Auf der türkischen Botschaft in Rom gab man einem Vertreter des „Gi- vrnale d'Jtalia" über die Absicht der Pforte ausweichende Antworten. Die Türkei täte lediglich, was alle Staaten täten: sie bereite sich aus die Acöglichkeit eines Zusammenstoßes vor. Die feindlichen Lager in Südafrika. (WTB.) London, 16. LM. (Nichtamtlich.) Das Reu- tersche Bureau meldet aus Capsladt vom 15.Okt.: Oberst Britsf meldet, seine Truppen hätten ein Gefecht bei Ratsbraai gehabt mit einer Abteilung der Truppen des Obersten Maritz. Sie machten 70 Gefangene. Dies sei der erste Zusammenstoß der Regierungstruppen mit den Buren-Rebelle» gewesen. Am dem Reiche. BadHombUrgv. d. H., 17. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Ihre Majestät die Kaiserin ist heute mittag 1 Uhr mit Gefolge nach Braunschweig abgereist. Prinz Oskar und Gemahlin gaben der Kaiserin das Geleit zum Bahnhof. Au» Stadt und Lau». Gießen, 19. Oktober 1914. Vergesst nicht unscre Helden ans der See! Wenn die deutsche BoWseele in ihren tiefsten Tiefen erregt wird, erhebt sich Deutschlands unsichtbare Macht .mit ungeahnter Stärke, würdig der alten Helden, würdig der vielgepriesenen Stammeskraft! Mit unwiderstehlicher Gewalt dringt die Wahrheit dieser Worte tief rn deutsche Herzen ein in dieser großen und herrlichen Zeit, da unser .ganzes deutsches Volk mit einer grenzenlosen Begeisterung und Selbstverleugirung ringt um die höchsten Güter cher Menschheit, um das heiligste Besitztum, um deutsches Geistesleben, deutsche Gesittung und deutschen Glauben! Mit dankerfülltem Gcmüte preisen wir die heldenmütigen Taten unserer tapferen Volksgenossen zu Wasser ruitb zu Lande. In tiefer Ergriffenheit senden wir die Gaben der Liebe hinaus ins feindliche Land allen den Heldensöhnen unseres geliebten Vaterlandes, di« in echter deutscher Treue den Ruhmeslorbeer sich um die Sttrne winden. Unscre innigsten Wünsche gelten aber auch den unerschrockenen Vorkämpfern deutscher Tatkraft und unerschütterlichen Heldenmutes draußen auf der unendlichen Weite des stürmischen Meeres! Denkt an die Mannschaften der Torpedo- und Unterseeboote, der Minenleger und Minensucher, vor allem aber der Minensperrenbrcckzer, die in eisernem Pffichtbewußtsein Stturde um Stunde ihr junges Leben dem sicheren Tode bieten! Beweiset auch ihnen durch reichliche Spenden treusorgender Liebe, daß ^Deutschlands Frauen und Jungfrauen derer in treuer Fürsorge gedenken, die fern vom Heimatstrande auf sturm- durchwühlten Wogen mit sicherem Auge und männlichem Wagemute den heimtückischen und treulosen Feind, den schlimmsten aller unserer Gegner, von unseren Küsten frrn- halten. Vergeht nicht unsere Helden auf der See! Liebesgaben, wie Tabak, Zigarren, warme Unterkleidung, Strümpfe, Ohrenwärmer und a. nimmt gerne entgegen Frau Völzing, Goethestraße 19.) * ** Der Kaiser beim Res.-Jnf.-Regt. 22 2. Ein ,sunger Kriegsfreiwilliger, der an seinem 17. Geburtsbag beim Res.- )Jns.-Regt. 222 eintrat, schreibt seinen hiesigen Verwandten eine Feldpostkarte über eine Besichtigung der 222er durch den Kaiser, deren Inhalt wir unk so lieber wiederholen, als ja viele Gießener bei dcnr Regiment stehen. Die betreffende Nachricht lautet: Gestern hatten wir einen Tag, der wird von mir in meinem Leben nicht vergessen. Wir waren aus dem Felde von Gravelotte ausgestellt, an der Stelle, >vo am 18. August 1870 dre große Schlacht gescksiagen wurde, ringsum der Stein, von dem Kaiser Wilhelm I. die Schlacht geleitet hat. Wir sollten um l0 Uhr Besichtigung durch einen General haben, aber er blieb aus. Um 12 Uhr kamen drei Autos, und wie erstaunten wir, als unser Kaiser aus stieg und die Besichsigung vornastm. Wir batten das Glück, am vordersten zu stehen. Se. Mazestät sagte: G,lten Morgen, Kameraden! Wnrauj folgte ein schmetterndes Guten Morgen, Euer Majestät! Die Besichtigung schloß mit einer Rede des Kaisers und einem Hoch auf unser Vaterland. ** Pfarrkonfercnz. Heute findet im Konsirman- densaal der Johanneskirche eine außerordentliche Pfarr- kouserenz für die Provinz Oberhessen statt, welche vom Superintendenten v. Petersen geleitet wird. Borttäge halten Prof. v. Schiau, hier, und Pfarrer Nebel, Laubach, über die Frageu: Welche besonderen Aufgaben stellt die Kriegszeit den Pfarrern und den Gemeinden? ** Ersatz von Kriegsschäden. Nach einer der Handelskammer Gießen durch Vermittlung des Großh. Ministeriums des Jmrern zugegangenen Mitteilung des Auswärtigen Amtes sind die aus Anlaß des Krieges in Feindesland erltttenen Schäden beim Auswärtigen Amt, Rechtsabteilung, in Berlin W 8, Wilhelmstr. 75, anzumelden. Die Schäden müssen tunlichst bald in einem Verzeichnis möglichst genau unter kurzer Angabe des Sachverhalts anfgesührt werden. Soweit in Feindesland Eigeutnmsstücke .zurückgelassen sind, wird darüber zweckmäßig ein besonderes Verzeichnis mit möglichst genauen Angaben über ihren Werl und den Ort, wo sie zurückgelassen sind, sowie über die Persönlichkeit, der etwa der Schutz bei der Abreise anverttaut wurde, anzufertigen sein. Alle diese Angaben sind selbstverständlich nach bestem Wissen und Gewissen zu machen, dergestalt, daß sie gegenbcnenfalls von den bettoffenen Personen eidlich erhärtet werden können. Söweft angängig, sind auch Zeugen, die aus eigener Wissenschaft die Eingaben zu bestätigen vermögen, unter Anführung ihres Aufenthaltsortes möglichst genau zu bezeichnen. ** Merkblatt für Feldpostsendungen. Im Reichs-Postamt ist ein Merkblatt für Feldpostsen- düngen zusammengestellt worden, dessen Inhalt weitesten Kreisen nach Möglichkeit zugänglich gemacht werden soll, damit sich das Publikum daraus über die einschlägigen wichtigsten Fragen leicht unterrichten kann, wie z. B. über den Porlotarif, die Aufschrift und Beschaffenheit der Feldpostsendungen, die vorgedruckten Feldpost-Briefumschläge und Feldpostkarten, Zeitungsbestellungen nach dem Felde, Postsendungen an Angehörige der Marine, den Postvcrkehr mit unseren deutschen Kriegsgefangenen und die Paketsendnngen mit Bekleidungs- und Ausrüstungsstücken an Offiziere und Mannschaften der Feldarmee. Das Merkblatt, das namenb- lich auch dazu beitragen soll, die noch immer bestehenden zahlreichen Mängel in der Adressierung und beim Verpacken der Fcldpostsendungen tunlichst zu beseitigen, wird demnächst bei sämtlichen Postanstalten einschließlich der Posthilsstellen ausgehängt, sowie nach Herstellung der Gesamtauflage an den Postschaltern kostenfreian das Publv- kmn bei Nachfrage abgegeben werden. Auch werden die Gemeindevorsteher sämtlickftr Orte im Reichs-Postgebiet ohne Postanstalt, ferner die.Handelskammern und andere Korporationen Abdrücke erhalten. ** Liebesgaben für die 116er. Wie uns der Oberbürgermeister mitteilt, ist es gelungen, die Liebesgaben, die von der Sticht Gießen dem Zweigverein vom Roten Kreuz Gießen und dem Verein ehemaliger 116er zu Gießen am 3. d. Mts. obgingen, den Truppen bis unmittelbar an die Front zu bringen. Die reichen Gaben wurden dem aktiven Regiment 116 am 13. und dem Landwehr-Regiment 116 am 15. d. Mir. ausgrhändigt und von den Truppen mit großer Begeisterung und Freude entgegengenommen. Die Freude war um so größer, als diese Sendung nach Aussage der Truppen die ersten Liebesgaben waren, die sie aus der Heimat erhielten. Die Gießener Herren, die den Transvort msi Kraftwagen von der Etappenstation zur Truppe bewirkten, überzeugten sich, daß dieStimmungund ? Zuversicht bei den Truppen die denkbar besten i nd. Auch dem Reserve-Regiment Liebesgabe» zu verabfolgen, war an den genannten Tagen lecher nicht möglich, da das Reserve- Regiment unmittelbar vorher nach einer anderen Stelle des Kriegs- schanvlatzes beordert worden war Da aber das Reserve-Regiment aus dem ersten Liebesgabenzug, der nur bis Bonziers gelangte, Gaben erhallen hat, sind irnnmrhr von Gießen aus an alleFor- mationen des Regiments 116 Liebesgaben gelangt. Trotzdem blieben aber nach viele Wünsche auf Zuteilung von warmem Unterzeug unerfüllt. Die Kommandeure des Linien-, Reserve- urch Landwehr-Regiments haben teils mündlich, teils schriftlich den Oberbürgermeister ersucht, den hochherzigen Spendern den herzlichsten Dank der Regimenter zum Ausdruck zu bringen. — Ein ausführlicher Bericht über den Transport nach dem Kriegsschauplatz toird in Kürze erstattet und in urrserem Matte veröffentlicht werden. ** Nachschub für Liebesgaben. Das Kriegsnriniste- rinm hat am 4.Oktober neuerdings den Nachschub von Liebesgaben folgendermaßen geregelt: Zur Auirechterbal- tung eines geordneten Geschäftsbetriebs der Milllär-Eisenbalm- behöiben beim Nachschub fteiwilliger Gaben (Liebesgaben) wird folgendes bestimmt: Nach Mllllärtransporl-Ordnung 8 50, 2 können als Militärgut solche sieiwilligen Gaden für die bewaffnete Macht mifgegeben werden, die bei de» „Abnahmestellen" als srei- willige Gaben eingegangen sind. Tie Beförderung bis zu diesen „Abnahmestellen" erfolgt frachtfrei. — Es ist nicht tunlich. Gaben mit So nderbestimmuirg — z.B. für Angehörige einer Truppengattung usw. — zu fpntijen; derartigen Wünschen kann nicht entsprochen werden. Der Militärverwlltnng und dem Kaiserlichen Kommissar der Freiwilligen Krankenpflege bleibt cs vorbeballeu, die einzelnen Gaben an die Stellen des größten Bedarfs zu leiten. — Bekleidungs- und Ausrüst unqsstücke für Truppenteile und deren Angehörige sind von den Ersatztruvpentellen durch Vermittlung der Etappenbehöv- den nach dem Kriegsschauplatz zu befördern. EinAelsendun« gen sind demgemäß den Ersatztruppenteilen zu überweisen. ** „Mit Mut und Tapferkeit werden wtt un- er gesiebtes Vaterland zu verteidigen wissen. In der Hoffnung, daß wir uns bald wieder in Gießen einstick>en können, verbleiben wtt: 20 Baterlandsverteidiger. Treu für Kaiser und Reich." — So schreibt uns ein Unteroffizier der am 17. Oktober von Gießen ausgerückten Mannschaften rm Namen seiner Kameraden ntü der gleichzeitigen Bitte, der Bevölkerung von Gießen den wärmsten Dank der Scheidenden für alles Erttgcgenkominen auszusprrchen. ** Folgende Verlustliste der 9. Komp. Inf. - Regt. 116 ist dem sich hier aufhaltenden Houptmann Wols aus dem Felde zugegangen. Dre Verbote datieren aus den Gesuchten bei M erlet (17.— 19.-9) und C remery (26. 9.-2.10.). Res. Bloch schvw. Res. Luft I., low. Geft. Hoffe lvw. Res. Meder schvw. Res. Sch aas vm Res. Böchcr vm Res. H eib er t s hau se n vm. Res. Nutzer schvw. Res. List lvw. Res. Hofs mann II. vm. Res Habo vm Re> Rain vm. Res. Lu fr II. vm. Gffr. Thö kllvw Gefr. Hbrbstdvm. L" G>K:. Habicht vm Res. Hofmann vm. Res. Krug II. schvw. Wehrm.-Gefr. Kreiling »m Wehrm. Karl lvw. Wehrm. Pepvler schvw. Res. Röth vm Res. Stehr schvw. Wehrm. Spöhrerlvw. Wehrm. Zeis se lvw. Musk. Die tz III. schvw. Musk, Schmull lvw Res. Schmitt tot. Res. Keiner vm. Res. K l a g g e vm. Res. Jürgens vm. DLusk. P r i e m u s tot Res. Krlion vm. Res. Baumeister vm Res. Herde mn. Wchrm. Kreiling om Wehrm. Opver schvw. Uffz. d. R. Hofmann lvw. Uffz. d. R. Othlrnghaus lvm Musk. Hirschhäuser schvw. Musk. Kaezmareck verm. Must. Pfeifscr ll. vm Musk. Regenbogen schvw. Musk Röder vm. Musk Maitb lvw Musk. Schömel schvw. Musk. Thiel lvw. Einj. Kaiser low. Eins. Sturm tot. — Wehrm, Schmalz schvw. Geir. Stoffel 1. tot. Wehrm Kabel.fdttgL Res. GameS lvw. Uffz. T ölte schvw. Wehrm. 'S'ch am bach cvw. Musk. Klapp schvw. Rei. Baucklagelvw Res. Nrtetz schvw. Res. Dillmann schvw. Res. Stenernagel schvw. Musk. Kern schon,. Musk. Eckhardt schvw. Wehmn. Ger» stenmeyei schvw. Gefr. Funk schvw. Wehrm. Retche»- bach lvw. Wehrm. Stenger schvw. Wehrm. Anthes lvw. Wehrm. Knöll tot. Kefr. Simon lvw. Wehrm Wöhrta tot. 3i*f. Fabel tot **DieFranzosenkommen! Am Samstag ncnh. mittag wurde unsere Garnison alarmiert Der Klaiw des Signalhorns und die Eile der Soldaten, znm Samr^- platz zu kommen, erregte in den Straßen der Stadt die Mr^. inrng, der erste Transport der ftanzösischen Gefangene« sei eingettoffen. Alles eilte schnell zu den Bahnhöfen. rm R» waren die Straßenbahnen dahin überfüllt, und der Seltersweg sowie die Bahuhofftraße waren schwarz von Mensche«, die die Beine in die Hand nahmen, um die Ersten am Bauhof zu sein. Aber mit den Franzosen war es nichts, es hatte sich nur mn ettren Probealarm gehandelt, und zwecklos standen noch stundenlang die Neugierigen am Bahnhofsplatz wie die Mauern. ** Der erste Dur ko wurste am Samstag nacht der- wnndet in Gießen nach dem Reservelazarett zur Behandlung ei »gebracht. Der Mann spricht nur die arabische Sprache und stammt aus Algtzer. Ein im selben Lazarett ocrrmrnbsb liegender französischer Offizier, der das Arabische beherrscht, dient den Aerzten gegenüber als Dolmetscher. — Der Chefarzt des Lazarett I, Prof. Dr. Walther, hat erneu Pariser Thecttersriseur, der als Verwundeter zu uns kam, und der das Deutsche beherrscht, als Heilgehilfe-» ausgebildet, so daß dessen Landsleute, die kein Deutsch »erstehe«, durch den Mann sich verständlich macheir können. ** Wiedereinführung der Sounta gsrnhe Der Kommandierende General des 18. Armeekoct^ hat seine Anvrd- ming, wonach für den ihm unterstellten Korpsbezirk mit Ausnahme des lBereichs der Festung Mainz der Verkauf von L e be n S» Mitteln bis 7 Uhr abends an Sonn- und Festtagen gestattet nar, zurückgenommen. ** Der Konsumverein Gießen und llmgege«tz hielt gestern im Gewerkschastshaus seine Generalversammlung ab. Nach dem erstatteten Bericht über das 13. Geschäftsjahr 1913/14 ist die Zahl der Mitglieder von 2471 auf 2741 Mitglieder bis 1. Juli d. I. gestiegen. Die Hastsirnmre beträgt 81 450 Mk. Ter erzielte Umsatz im letzten Jahr belief sich aus 549 000 Mk. gegen 473 000 Mk.). Das Rabattguthcche» der Mitglieder bettägl 34 997 Mk. und kornntt nunmehr an d« einzelnen Mitglieder z-nr Auszahlung. Der Reingewinn von 5737 Mark soll nach dem Beschluß der Versammlung wie folgt verwendet werden: 1600 Mk. Zinsen für die Anteile, 200 Mk. zur Verteilung von Brot für Mitgliedersamilien, deren Ernährer üaf Felde steht, soweit deren Warenbezug im Jabr über 400 Mk. betrag: und soweit es sich um Familien mit mindestens 4 Kindern handelt, 100 Mk. an die Kriegsvolksküche, 50 Mk. an das Ge- werkschaftshaus, 650 Mk. für den aus l l Mitgliedern bestehende» Vorstand und Anffichtsrat, 2000 Mk. an den dann 24 218Mk betragenden Reservefonds und 1140 Mk. an den dann 10 20l Mk. bettagenden Spezialreservefonds. Die Spareinlagen der Mitglieder bettagen die sehr schöne Summe von 68 287 Mk. — Dd< Bäckerei-Abrechnung, welche jetzt das erstemal für ein volles Geschästsjcchr vorgelegt werden komtte. zeigt einen Umsatz von Bacbvaren usw. von 142 912 Mk. mit einem Gewinn vm, 4421 Mk. bei einer 5 vrozentigeu Rückvergütwig an die Abnehmer von 7021 Mk. Bei diesem Ergebnis ist zu berü cksich t ig e n , daß die großzügig und modern a»Sgestattete Bach-reianlage in ihrer Lei- stungsfähigkell nicht »oll anSgenutzt wird. I» der sich an de« Bericht anschließenden längeren Anssprache wurde Klage darüber geführt, daß seit dem Kriegsausbruch eine ganze Anzahl Warew- sorten im Preise erheblich gestiegen seien Don der Verwaltung wurde darauf verwiesen, daß dies an den VerhLtz- niffen liegt nud daß auch die Kansteute nnt ihren Waren haben auffchlagen müffeu. — Die Versammlung war übrigens nicht sehe stark besucht, ein Beweis, daß die Mehrheit der MitgLcher «» der Verwclltung des Konsumvereins zufrieden ist. Landkreis Gießen. (a) Ettingshausen, 18. Okt Hente sannneüe lue Gemeinde .Hattenrod für O st p re u ßen 314,50 SKI, so daß die Kirchspielkollekte den Betrag von blOMarj ergab. Starkenvnrg und Rheinheffev. X M i ch e l st a d t, 16. Okt. Unter dem Borsitz de« Dekan- Bernbeck - Michelstadt tagte hi r kürzlich die Synode de» Dekanats Erbach. Den Hauptgegenstand der Tagesordmmg bildeten di« Wahlen zur Landessynode. ES wurden geioäbllr Peo- sessor Dr. Diehl-Friedberg und vr. ined. Seil, Sleonoeen- Heilstätte bei Lindensels; als deren Stellvertreter Pfarrer Dr. P o u> s ck e n - Hirschhorn und Kauimam, S u ch S - Michckstadt Hefsen-Naffau. + Schmalkalden, 17. Okt. Der Vorsteher de» hießgen^ Postamts, Postdirektor S n e I l , wurde von dem ReichSpoftmatz mit der Lellung de» Postamts in Brüssel beanttragt. NniversltätS'Nacd richte«. 0 Marburg, 18. Okt In seierlich-ernster Weise, so ga«,j der Kriegszeit entsprechend, fand heute in der Aula der Ilniversität, tue Einführung des neuen Rektors der llniversität für das Amtsjal»r 1914/15 statt. Die Aula wies diesmal nicht dis Fülle der Teilnehmer, wie in Friedeicszeiten, auf, vor allen Dinge» , fehlte» die Chargierten der studenttschcn Korporationen mit ihm» Fahnen. Nnr hier und da bemerktt man einen Studenten, während tue Studentinnen schon zahlreicher vertreten waren. Nach einen», einlesienden Orgelspiel seitens des Kgl. llniversitäts-Mnsikdirektoe»! Prof. Immer gedachte der seitherige Rektor, Geh. Rm Prof. Dr. L. Traeger, der Kttegsereignisse, der gefallenen Unrversrtättz- lehrer rntb Sttckenten, der großen Begeisterung in alle» Schichte« der Bevölkerung und veckmud damtt den Hinweis, daß mntrgetz Ausharren ein siegreiches End« des Krieges für uns bringe» würde. Er gab dann den üblichen Rückblick über das vergangene llnivev- sitätsjahr, das Marburg einc noch nie erreichte Zahl von 6t»- bierenden gebracht habe und überreichte dann seinem Amtsnachfolger, dem berühmten Zoologen Geh. Rat Prof. Dr. Korschelt, die Insignien seiner Würde. Letzterer gedachte ebenfalls in kurzen Worten der hcreingebrochenen Kriegszell und hielt dann einen in- teressaMen Vortrag „über die Entwicklung der Zoologie von der Gründimg des deutschen Reiches an". Ein Orgelspiel beschloß de« Festakt. (h) Frankfurt achi zu werden, die dadurch entstehen, daß man zu wenig mit das Wohl des Ganzen bedacht ist und die Einzclintcressen denen für die Allgemeinheit voranstellt. In unseren Dörfern nrird für unsere Truppen gesammelt, gestrickt, genäht usw. Gaben werden hinaus- tzesandt, z. T. werden größere Senoungen vorbereitet. Nun habe ich gesunden, daß eine nicht zu geringe Anzahl von Torigcmeinden ihre Gaben den Ihrigen zuqcdacht hat. die draußen vor dem Feinde stellen. Das scheint aut den ersten Augenblick auch reckt einleirchrend zu sein. Wie schön wäre cs, wenn jede Gemeinde für ihre Leute sorgen ivürdc Aber geht denn das überhaupt? Welcher Gemeinde gehören so viele unserer Soldaten draußen an, die vor Jahren schon ihr Hcimaldon verlassen haben? Vermag die Großstadt auch so für die Gemeindeangehörigrn zu sorgen wie das Tors, in dem man jeden kennt, der sortgezogen ist? Wirwicl Tausende blieben da unbedacht, die fürs Vaterland ebenso kämpsen und bluten müssen wie die anderen. Wie müssen die sich zurück- gcsctzi fühlen, wenn ihre Kameraden ihre Packe bekommen und sie müssen »uiehen! Das ist schon eine Gesahr, wenn das Gefühl der Kameradschaftlichkeit notleidrt, wenn ich auch überzeugt bin, daß Kriege das Wort mehr zu Ehren kommt als im Frieden: „Wer zioci Röcke hat, gebe dem einen, der keinen hat". ?lber noch großer ist die Gefahr, loenn nur denken, daß die, sür die nicht gesorgt wird, durck> ihr Notleidcn eine Gesahr für die Truppe selbst sind. Die wunden Füse, dir durch den Mangel an Strümvtcn entslebeir, hindern die Beweglichkeit der Kolonne, das Frieren letzt den Grad der Widerstand 'ähigkeit herab. Und wie sinnlos ist oft diese Liebe, die jedem der aus der ctzcmcindc draußensrehendcn einen Pack - womöglich mit demselben Inhalt — macht. Der eine hat ivohl- habendc Angehörige, deren Pflicht es zuerst ist, sür den Mann oder Sohn zu schicken, und die es auch gern tun. Ter erhält dani< doppelt und dreifach. Geimß soll das Torf sorgen für seine Angehörigen, von denen es weiß, sie sind aus die Hilfe der Allgemeinheit angewiesen Aber den Wohlhabenden soll es nichts geben, um hier den Notleidenden aus dem Dorse und dann darüber hinaus den mit Hilfe übcrbaupt Angewiesenen recht zu Helsen, Tie Wohlhabende» sollten auch nickt perlangen und *-3 gegebenen Falles nickt annchmen, wenn ilmen Dorshilse angeboten wird. Es ist Ehrensache für sie, sich selbst zu Helsen und die Mittel der Allgemeinheit nicht dem Allgemeinwohl zu enk- ziehen. Es ist schließlich dock) so, daß die Hauptsache bleibt, daß unser ganzes Volk den Krieg gut überikht und nicht, daß die £», A--, Zheimcr, -Hauser, -brrger möglichst gut durchkommcn. Wir wünschen ihnen auch alles gute, aber vor allen Dingen gilt unser Interesse betn Ganzen Kurz, man muß auch sachlich denken in der mcbcsarbeit. Die Zeit verlangt einen Blick anis große Ganze. Daruni hört am niit der salichen Liedrstätigkeit, so verlockend und verlohnend die auch ist. Was kann man sich jetzt znm beliebten Mann in der Gemeinde machen, wenn alle Eiaüen aus Kirche und Gemeinde jür die Gemeinbcglieder verwandt werden, Ists aber wirklich gewissenhaft? Helft auch hier den Blick auis große Ganze richten! Die Einsichtigen geben Euch recht. Straft das Lied „Deutschland über alles" nick» Lüge, indem Ihr Euer Tors voranserr Gewiß können wir den linieren einmal Zigarren oder sonst etwas, was ibnen zeigt, daß wir an sie denken, >md daß wir ihnen Freude machen wollen, senden. Aber im ganzen. soll unsere Hilse aller Not gelten. Nur das hat Sinn, und nur das ist gewissenhait. Darum überweisen wir die gesammelten Gelder den Organisationen des Roten Kreuzes. Ein Dorfpsarrer. Letzte Nachrichten. Angriffsversuche der Franzosen vorLille zurückgewicsen. (WTB.) Großes Hauptauarticr, 19. Okt. vorm. «Amtlich.> Angriffsvcrsuche des Feindes in der Gellend westlich und nordwestlich von Lille wurden von unseren Truppen unter starken Verlusten für den Gegner angewiesen. Auf dem östlichen Kriegsschauplatz ist dir Lage unverändert. Zum Verirrst der vier deutschen Torpedoboote. Berlin, 19. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Zu dem Verlust der vier deutschen Torpedoboote schreibt die „Boss. Ztg.": Da nach der englischen Meldung nur 31 Mann gerettet ju sein scheinen, sind anscheinend 193 Mann den Heldentod fürs Vater fand gestorben. Die englische Meldung läßt nicht erkennen, ob und in ivetchcm Umfange die deutschen Torpedoboote vor il,rem Untergang den Engländern Schaden znyesiigt haben. Im .Lokalanz." heißt es: So schmerzlich wir durch diesen Verlust an Schissen und Mannschaften betroffen werden, so fest sind wir doch überzeugt, daß unsere Torpedoboote in dem ungleichen Kamps ihre volle Pflicht und Schuldigkeit getan haben werden. Ebenso fest vertrauen wir daraus. daß unsere Marine recht bald wieder durch neue Daten ihren Gegnern beweisen wird, welcher Leistungen sie fähig ist. — Tie „Kreuzztg." meint: Tie deutsche Marine ist stolz und kanipsesmutig genug, um auch solche Verluste verwinden zu können. Wir ninssen uns stark machen und «ich solche Nachrichten mit in Kauf uchnien. Wir nwtkn sein, wie die Sonnenuhr Friedrichs des Großen im Park von Sanssouci, die nur die hellen Stunden zählt, aber nicht die dunkeln. Wir werden die «charte schon wieder auszuwetzen wissen. Die Deutschen vor Warschau. (WTB.) Berlin. 19.Okt. (Nichtamtlich.) Der „Berliner Lokalanzciger" entnimmt einer Reutermeldung aus Warschau, daß die deutsche Artillerie dem Feinde dort schwere B e r l u st e z u f ü g t. Häuser, selbst ganze Dörfer werden von den Schrapnells in Brand gesteckt. Die Deutschen benutzen off Luflsahrzeugc, d,c mit langen schwar- zc» Wimpeln Signale geben, wenn sie sich scher den russischen Batterien befinden. — Wie nahe b i e Kämpfe bereits anWarschauhe ran getragen sind, geht aus dem Umstand hervor, daß die russischen Offiziere, die einige Stunt- den Urlaub bekommen, sich in die Stadt begeben, um sich auSzuruhen und dann wieder zur Kampffinir zurückzukehren. Der österreichisch« Tagesbericht. (WTB.) Wien, 18. Okt. (Nichtamtlich.) Amtlich ward vcrlautbart, 18. Okt., mittags. Unsere Angriffe in per Schlacht beiderseits des Stnviaz-Flusses wurden gestern fortgesetzt und gelangten stellenweise bereits an die feind- licfjcn Linien heran. An einzelnen Punkten arbeiten sich unsere Truppen wie im F-cstungskriegr mit Laufgräben vor. In der vergangenen Nacht wurden mehrere Angriffsver- suche der Russen blutig abgewicsen. Auel» heute ist die Schlacht auf der ganzen Linie im Gange. Unsere schwere Artillerie hat eingegrisfen. — Die Verfolgung des nördlich Wyszkow geworfenen Feindes ivird fortgesetzt Andere Teile unserer über die Karpathen vorgerückten Kräfte sind bis Lubicnca, auf der Höhe nördlich Orow und in de» Raum von Uraz vvrgedrungen. — Die Verluste der Russen bei ihrem Angriff auf Przemysl werden auf 40 000 Tote uni» Verioundetc geschätzt. Der Stellvertreter des Chefs des Geiieralstabcs: v. Höfer, Generalmajor. Schluß der Bugra. (WTB.) Leivzig. 18. Okt. (Nichtamtlich.) Die Weltausstellung sür Buchgewerbe und Graphik ivurde heute nachmittag mit einer Feierim Ehrcnsaale des deutschen Buchgciverbes g e s ch l v s- s en. 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Köüpp, Brnehsal Fäbrik.Wc1truf(B^mi V'd. Schaufstroh (Roggenstroli, Flegeldposcli) tourt waggonweise H. Hildebrandt Robrdcckcnjabrik, Eleve. Fernsp. 630 u. Wl. Steckbrief. Der KricgSireiwilligeKarl Schneider, 2. Rckr. Dcvoi, geb. 2t. I. 1396 zu Franktirrt n. M.. zuletzt wobnbasl tn Herbor» iDillkrcisi, 1,78 in groß, kräftig, dunkles Haar. Bekleidung^ Unisorm.ift weg. Fabuensiucht und Diebftabl in UniersuchungShast zu bringen. Es wird ersucht, ihn z» vcrbasien und an die ngchilc Milttärbehörde zum Weilertransvort bicidcr ab- zulieirrn. 107600 Gießen, 17. Dkl ober 1914. Eriatz-BmaiUon des Sas.«eg,s. 116 . Den Heldentod fürs Vaterland starb in Frankreich am 6. Oktober unser heissgeliebter, unvergesslicher, hoffnungsvoller Sohn, Bruder, Schwager und Onkel 07385 Jakob Rosenbaum Unteroffizier der Reserve, Ritter des eisernen Kreuzes im Alter von 28 Jahren. Giessen, Frankfurt a. M. Seltersweg 75. Em. Rosenbaum und Frau Julius Rosenbaum und Frau, geb. Dalsheim Max Rosenbaum und Frau, geb. Stern Max Harth und Frau, geb. Rosenbaum Lutz und Martin. Heute früh 3 / t 6 Uhr verschied zu Schotten unsere liebe Mutter, Schwiegermutter und Grossmutter Frau Helene Süssel geb. Unverzagt Anna Steinhäuser geb. Süssel Paula Süssel Heinrich Steinhäuser Giessen, den 19. Oktober 1914. )078t Die Beerdigung findet am Mittwoch, nachm. 2 Dhr, in Schotten statt. Bru itnenbnu Bohrungen und Pump-Anlagen billiget. 81. Kolm, Inheiden - Hnnijen _ (Heagen). 281) »♦♦♦ ♦♦♦♦♦ ♦♦»♦ la. Raupenleim und Unterlagepapier zum Anlegen u. ftnnggiirtcln für öroitfpnnner. empfiehlt Heinrich Halm, Samenhandlung. Neuitadt 8 Telephon 403. U« Aaaasaia Unser geliebter braver Sohn und Bruder Heinrich Schäfer ist uns am 22. August 1914 in die ewige Heimat vorans- gegangen. Auch er gab sein junges Leben im Alter von 21 Jahren für das Vaterland. Auf dem Schlachtfelde bei Alois schlummert er seiner Auferstehung entgegen. In tiefer Trauer: Heinrich Schäfer und Frau Giessen, 19. Oktober 1914. Else Schäfer Otto Schäfer 07382 Karl Schäfer. Nachruf. Es starben den Heldentod fürs Vaterland unsere treuen Mitglieder Philipp Amend V. Heinrich Klein Philipp Leinweber. Wir werden denselben stets ein ehrendes Andenken bewahren. Kriegerverein Germania Gesangverein Liederkranz Turnverein Gut Heil. Treis a. d. Lda., den 17. Oktober 1914. 10752 Am 6. Oktober starb auf Frankreichs Erde den Heldentod fürs Vaterland unser hoffnungsvoller, unvergesslicher Sohn, unser heissgeliebter Bruder, Schwager, Onkel und Neffe Reservist Alex Joseph Infanterie-Regiment „Kaiser Wilhelm“ Nr. 116 (7. Komp.) im 24. Lebensjahre. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Jacob Joseph. RüdcRngsbausem (Kreis Giessen), den 19, Oktober 1914. 10772 Den Heldentod fürs Valerland starb infolge seiner am 22. August erlittenen Wunden unser lieber, herzensguter Sohn. Bruder, Schwager, Onkel und Nene Philipp Weller Gefreiter der 2. Komp. Im Jnf.-Regt. 118 im 2t. Lebensjabre. ES In tiefer Trauer: Familie Wild. Weller ll. Familie Lud. Weller VI. Familie Wild. Weller IV. Familie Fried. Jung IV. Klein-Linden, 17. Oktober 1914. Am 28. August siel im Kampfe für das Vaterland im Alter von 27 Jahren mein innigst- geliebter Gatte, der treubesorgte Vater meines Kindes, unser lieber Sohn, Schwiegersohn, Bruder, Schwager und Onkel Adam Wicke Unteroffizier de» Rel.-Jns.-RegtS. Nr. II6. In tiefer Trauer: Sovbie Wicke aeb. Svaar und Kind. Witwe Eliiabetbc Wicke ged. Werner. Johannes Wicke. Anna Wicke. Familie Martin Wicke. Familie Daniel Wicke. Familie Heinrich Svaar. Familie Friedrich Kraft. Ruttershausen. Staufenberg, Wieseck, den 19. Oktober 1914. 10779 Danksagung. Für die vielen Beweise herzlichster Teilnahme beim Hinscheiden unseres lieben Vaters Herrn Christoph Wagner sprechen wir allen unseren herzlichsten Dank aus. Di« trauernden Hinterbliebenen. Gießen. 10768 Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bitten wir aus diesem Wege unseren herzlichsten Dank aussprechen zu dürfen. Frau Irma Stein W». Familie Heinrich Stein. Gießen, 17. Oktober 1914. Statt itfmlmt Ülnjeige. Heule verschied im 73. Lebensjahre am Herzschlag mein lieber Mann, unser treuer Vater, Schwiegervater und Grohvater irr Grohh. Kammerherr ».Geheimer RegierungSrat. Darmstadt. Stuttgart, Lich und BenShetm, am 17. Oktober 1914. Freifrau Matbilde Löw von und zu Steinfurth geb. Lcuthner Mathilde Löbleiu geb. Freiin Löw von und zu Steinfurth Konrad Löblein. Grohh. Mlntsterialsekretär Sovbie Habich geb. Freiin Löw von und zu Stcinsurth Professor Ludwig Habich, Bildhauer Freiherr August Löw von und zu Steiniurtb, Grohh. Hessischer Kammerherr, Fürstlich Solms. Kammerdireklor, z. Bt. im Felde Freifrau Gertrud Löw von und zu Steinfurth geb. Schirmer Freiherr Robert Löw von und $u Steinfurth, Grohh. Hess. Hosjunkcr u. RegierungSassessor, z. Zt. im Felde Freifrau Emniv Löw von und zu Steinfurth geb. Loren» und seine Enkel. 110788 D Den Heldentod fürs Vaterland starb auf Frankreichs Erde unser lieber Turnbruder HermannNtichlvald Schornsteinfeger Kanonier im 25. Ersatz-Brt.-Regt. Wir verlieren in ihm ein treues Mitglied und werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren. 10,63 Turnverein Lich. Tr anersache n werden in kürzester Zeit tadellos schwarz gefärbt. J. C. Wallenfels Färberei, ehern. Wasch-, Dekatur- und Bettfedern* Reinigung-Anstalt, Fabrik u. Laden Klrehonplatz 21—23, Telephon 644. Aufträge nach anseerhalh werden prompt er edigt 19961 3 Koch- und Tafe^äpfel bei gröherer Abnahme daö Pfund von 10 Pfennig an, sowie (Soldvarmäuen. Winter-Kaiserkrone, Sckiönervou Boskop, Rane Reim« wen rc.empf. W(lh JUas, BUtakstr. 1*.