Hr. 2 $3 Zweiter Erscheint ticüch mit Ausnahme des Sonntag?. Die „vietzruer Za»1lienvläUer" werden dem .Anzeiger^ »iermal wöchentlich beigelegt, das „Xreirdlatt für den ttreir Kietzen" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen öeit- fragen" erscheinen monatlich zweimal. Blatt 164. Jahrgang Gichenee Ameiger General-Anzeiger für Oberhesjen Freitag. \(u Gttober \9\H Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Umversiläts - Buch- und Steindruckcrei. R. Lange, Gießen. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstrabe 7. Expedition und Verlag: c^Ebl. Rcdak1ion:^EI12. Tel.-Adr.:AnzeigerGießen. Antwerpen als Hasen. Der Verlust Antwerpens wird den Engländern wohl» recht nah« gehen. Ähre Haltung während der Belagerung beweist zwar, daß sie auch im modernen Festungskrieg nicht sonderlich viel leisten, denn sonst würden sie sich nicht eilt- gebildet haben, daß sie init einigen schweren Schiffsgeschützen und drei Brigaden Seesoldaten den Fall der Festung würden anfhalten können. Ader das politische Prestige erforderte es, daß sie den wichtigsten belgischen Aassenylatz nicht ohne militärische Anteilnahme seinem «Schicksal überließen. Daß sie gegen den artilleristischen deutschen Ansturm nichts würden'machen können, davon werden sie innerlich überzeugt gewesen sein. Dvo militärisch-strategische Bedeutung Antwerpens für England und Deutschland soll hier nicht näher erörtert wer- dea Ghurlaub würde Antwerpen als militärischen Stützpunkt woht ausgenuvt haben, wenn es dazu grbnnmen wäre, seine Pläne gegen Deutschland ckn Binrde mit Frankreich und Mußland in diesem Kriege zu oerivirklichen, Vielleicht würde es sogar Antwerpen als Siegesbeute für sich beansprucht haben. Es würde sich auch den Teufel imt die holländisckw Neutralität gekünnaeri haben. Denn mehr noch als strategisch flennen mtb fürchten die Briten die wirtschaftlich ^Bedeutung Antwerpens für den Durchgangsund Uebersee-Berkehr, die Antwerpen bisher schon unter belgischer Herrschaft erlangt hat. Um Ivie viel mehr wird diese Bedeutung aber stergen, wenn es erst in den Besitz «nes mächtigen Rivalen auf lorrtschaftlichem Gebiete übergehen sollt«! Daß Antwerpen ferne Entwßckeftmg als Umschlaghafen der deutschen Industrie verdankt, ist bekannt. Der Handel Antwerpens ist zu zwei Dritteln deutsch. Die deutschen Handelshänfer sind bei weitem im Ueberge- wicht, und da von Einheimischen die Blamen überwiegend so könnte Antwerpen lseute schon als deutsche Stadt gelterx, zumal der Berkehr mündlich wie schriftlich sich vorwiegend in deutscher Sprache abwickelt. Die deutschen Reedereien, die Spcditionshäuser vermitteln den starken deutschen Export der loestdeutschen Industrie. Vorwiegend sob Antwerpen und cif Antwerpen verkauft die westdeutsche Eisenindustrie ihre Fabrikate bezw. bezieht ihre Rohstoffe, wie Erze. Ti« südwcstdeutsche Eisenindustrie setzt bekamrtlich drei V iertel ih rer Erzcwgnisse nach dem Auslände ab, die ab Diedeuhosen über die belgischen Bahnen nach Antwerpen gehen. Desgleichen ist Anvoerpen als Ge treibe-Umschlagsplatz und für den Holz-Import und Export von besonderer Wichtigkeit. Antwerpen hat im inter- mobonaken HoiKhandeÄ verkehr von jeher eine bedeutende Rolle gespielt and im Lauf« der Jahre sogar einen maßgebenden Einfluß ans die &n- mtb Ausfuhr fertiger Holz- waoen gewonnen. Wähceiü> der rivalisierende holländische Haftorplatz Rotterdam fich ansschlreßttch dem Durchgangsverkehr von holz nach Deutschland widmete, verstanden es die Äntwerpener Holzkaufleute, auch einen großen Deik der anSILndischiai Hölzer tu industriellen Betrieben solbst zu ver- «Lbetlen. wodurch ihre Machtstellung gehoben wurde. Allerdings hatten die Hafenaulagen in ihrem Ansban mit der BerrehrsMtnahnie nicht gleichen Schritt gelösten, Lösch- und Dcrladevorrichtuugcn waren für den Niasscn- güter-llmschlag nicht mehr ausreichend, so daß darin oft Verzögerungen herdeigeführt wurden, die der raschen Abwickelung des Berladens und Löschens Abbruch taten. Die belgische Regierung hinkte hinter der Vcrkehrsentwickelung her und schuf mil ihnen (Zurichtungen keine ausreichende 2lb- htlße. Infolgedessen zrcgtc der Schiffsverkehr in den letzten beiden Jahren nicht die starke Entwickelung^ wie in den Fahnen ztwor. Im Jahre 1043 liefen etwa 7100 Sclfisse mit 14,1 mit. fstegrstertonnen im Äntwerpener Hafen ein, gegen 7020 mit IZsZ MM. Registertonnen im Jahre vorher. Di« englischen Schiffe find dab«i der Zahl wie dem Raum- gehalt nach noch bei weitem in der Mehrzahl, Beweis genug, welches Interesse der englische Handel in Antwerpen hat. Daß die Konkurrenz besonders auch den Londoner Platz trifft und den Verkehr von dort wegzieht, soll nur nebenbei erwähnt werden. Englische Schiffe kiesen im letzten Jahre 3350 nrit 6,2 Mill. Registertonnen in Antwerpen ein gegenüber 1700 deutschen mit 4,5 Bttll. Registertonnen. England vereinigte also säst die.Hälfte des BerkelxrS aus seiner Flagge. Bemerkenswert aber ist, daß gegenüber dem Vorjahr die englischen Schisse dem Tonnengehalt nach eine Abnahme von fast 100 000 Tonnen verzeichneten, während die deutschen eine Zunahme von 361 000 Tonnen austveisen. Der deutsche Verkehr ist also stark in der Zunahme begriffen, während der englische langsam abnimmt: das Zeichen der Zeit und im Kleinen — die Ursache des Krieges! lttiegsdriese au§ dem Westen. Von unserm Kriegsberichterstatter. Unberechtigter Nachdruck, auch auszugsweise, verbeten.) Das Erlebnis eines jugendlichen Franktireurs. Großes Hauptquartier, 4.Okt. 1914. In einem Lazarett besuchte ich einen Saal, der ganz mit verwundeten Feinden belegt war. Ich sprach einen Franzosen, einen lebhaften schwarzbärtigen Mann von vielleicht dreißig Jahren, einen Rechtsanwalt, der als Kriegssreiwilli-- ger eingetretcn >var. Er >oar gleich im ersten Gefecht, in der Gegend von Verdun, durch einen Gewehrschuß durch die Schulter niedergestreckt worden, und als er dann verwundet dalag, hatten ihm fünf Schrapnellkugeln und -Splitter die Füße durchbohrt. „Drei sind aber schon herausgezogen", sagt er fröhlich, richtet sich mit einem Seufzer auf und zieht aus der Nachttischschublade die Blei- und Kupsersplitter. „Ich werde nicht viel Schaden haben, und wenn ich ruhig liegen bleibe, habe ich fast gar keine Schmerzen mehr." lieber die Behandlung durch die Deutschen ist er aller Anerkennung und aufrichtigen Dankes voll. „Gleich, nachdem sie das Gefecht gewonnen hatten, noch unter den Kugeln unserer abziehenden Truppen, kamen die deutschen Samariter, die Männer vom Roten Kreuz, und nahmen mit der gleichen liebevollen Behutsamkeit die deutschen und die französischen Verwundeten auf. Ms ob es gar keinen Unterschied gäbe, als ob sie die gleich« Uniform anhätten." Der Franzose berichtete das mit so unverhohlenem Erstaunen, daß ich des Gedankens nicht Meister werden konnte: „Wie nrögen unsere Verwundeten in Frankreich behandelt werden." Und dann die Pflege hier im Lazarett, soviel Fürsorge, solche Sauberkeit, das gute Essen, die Schwestern mild wie Engel aus dem Himmelreich, und täglich kommt ein Offizier und fragt nach, ob die Verwundeten keinen Grund zum Klagen hätten. „Der Offizier spricht so gut französisch, fast wie einer von uns! Niemals hören wir ein böses Wort, immer behandelt man uns als tapfere Soldaten, die ihrem Vatev- lande gedient haben. Wir waren auch alle redliche Soldaten. Nur einer, der dort in der Ecke, das ist ein belgischer Franktireur, der junge Lümmel." Voller Verachtung sagte der Franzose das. Und zum ersten Male wird seine Stimme unzufrieden, als er hinzufügt: „Aber den behandelt man ebenso wie uns Soldaten, nicht ein bißchen schlechter." Ich trete an das Bett des belgischen Franktireurs. Ein Milchbart von 18 Jahren, mit wasserblauen Augen und ttotz des Schmerzenslagers rosigen Wangen, schaut mich verängstigt wie ein geschlagener Hund an. Ich frage ihn nach seiner Geschichte und erfahre folgendes: Er war bei einem Fermier, also einem Gutsbesitzer, in einem belgischen Dorfe unweit der französischen Festung Longwy in Stellung. Tagelang waren immer Deutsche hindurchgezogen, und alles war ruhig. Inzwischen war aber erzählt worden, die deutsche Armee sei vernichtet und werde bald auf der Flucht, soviel von ihr noch vorhanden sei, hier Zn vrügger Sassen nnd Kirchen. Nun deingt der Waffen! ärm und Kanonendonner unserer siegreich Belgien vom Feind sänbernden Truvpcn auch bereit? in die T«omicsstille deS schlafenden „Dornröschen unter Belgiens Städten", des „toten Brügge"". Dieser köstliche Kunstschrein, den eine stolze und schönhckcssnobe Vergangenheit hinterlicß, bisher nur das Ziel kunstsreudiger Wanderer, die Lieblingsstätte welt- flüchtig müder Dichter, wird zum strategischen Punkt, aus den unsere Operationen gerichtet sind. Jener lyrisch schwärmende, mystisch dunwft Roman des belgischen Dichters Georges Rodenbach, dessen Titel das „tote Brügge"' zum modernen Schlagwort machte. Hai den verfallenen Zauber dieser „Sinfonie des Schweigens" entdeckt und zahllose Poeten. Maler und Touristen in die einsamen Gaffen Brügges nrit ihren stillen Kanälen und hochgeschwungenen Brücken, in die dunkel verwitterten, rrichge- schmückren gotischen Kirchen mit ihrem ernsten Glockengeläut und ihren Weihrauchwolken gelockt. Vor einem halben Jahrtausend wogte über diese ^auSgestorbencn Plätze der Handel der Welt: die Schiffer aller Volker schwammen damals, beladen mit den Schätzen des Orients, den bockten .Kanal heraus und nahmen nieoerländische Tuche und Leinwand mit fort in die Ferne. Die Grasen von Flandern rerperten hier und wette t ta te n an Prunk und Pracht mit den reichen Handelsherren, und in dem herrlichen hob«: Ehor her Kalhchrale stiftete Philrpp der Gute von Burgund den Orden vom goldenen Vließ das höchste Ehrcnzckchen der damaligen chcksllichcn Welt. Heute kündet nur noch die stumme steinerne Spractie der mächtigen Bauten von dickem Glanz und dicker P r acht Da sind die Tuchhallen des 13. Jahrhunderts, in denen die Auslagen die Blicke der Käufer aus fernen Landen lockten, und über choen wuckchgen Bogen strebt in scher unermeßlichen Höhen der ehrwürdige Belfrieü mir seinem berühmten Glockenspiel. So stattlich er auch heute noch steht mit scknen gespitzten Flankcntürrnen und sckner Wehr von Zmnen und Fenstern, er ist doch seit jenem großen Brande ohne Kopf, denn die ypranrideuförucrge von vier Türmchen umgeben« Spitze ragte ernst «och viel höher. Ldrs der gleichen Zeit stammt das ckgcntffcbe architckwnische Wahrzeichen Brügges, das 1377 begonnene Rathaus, kckn üent- mat stolzen Bürgersftrns, sondern, wie es sich für diese fromme Stadt gebührt, urtt scknen hohen Fenstern und den: cknst so über- rckchen 'Figuocnschmuck seiner wundervollen Fassade viel eher eurer Kirche ähnlich als eine m «stadthause. Die sechs schlanken Türmchen des Daches, die bemalten und vergoldeten Statuen der Grasen von Flandern in den Nischen, die 24 bunten Wappensclülder verbanden sich einst nrit der grandiosen Gliederung der Fenster zu cknem wundervollen Ganzen, das 1792 zerstört wurde, durch ckire geschickte Rcstanratton aber im wesentlichen wckder hcrgestcllt worden ist. Am die großen Tage der Burgunder Herrschaft gemahnen die beiden Grabdenkmäler Karl des Kühnen, des letzten Burgunders, und sckner "Tochter Macka in der Liebsrauen-Kirche, zwei Mcksterwerke slandckscher Bildhcn:er, des Jan van Backere (1495) und des Jakob Jonqhelinck (1558). Ein anderes Wunderwerk der belgischen .Frührcnaissance-Plastik ist der Kamm im Schöfiensaal der „Fveihckt Brügge", des heutigen JustizvffoRs. Um eine Wandung von ichwar em Atarnwr und Alabaster führt cm monumentaler holzgckcbnitzter Fries, dcksen lebensgroße Hcrr- schergestalten mit prachtvoller Majestät und Natürlichkckt in einem reichen dekorativen Rahmen stehen. Aber die Werke der Bildhauerkunst, die Brügge birgt, müssen zurücktreten gegen die Fülle dec ickönsten Gemälde, die die Stadt zu cknem Schatzkästlern alt- niedertändischcr Malerei machen. Sckt Jan van Eyck, der „Vater der nordischen Malerei"", von Gent hierher übeckiedelbe, blühte in Brügge eine iNaleckchule auf, deren Bedeutung nur mit der einzelner italienischrer Schulen zu vergleichen ist. M e m l t n g, der „Meister von Brügge"", ist die Hauptsonne dicker Kunst, und die kraftvolle Anmut, gie sanfte Zackhckt scknes Schaffens kann nur in der Liese ersaßt "werden in ihnen Blldern, dce her kranke Künstler als Gast des altchrwürdigen Johann,s-Spitals schul und die nur in dicken stillen Hallen rrnd Höfen den strmnrungs- vollen Rahmen finden. Aber daneben gibt cs noch andere leuchtende Kunststerne, die man nur in Brügge recht genießen kann: den religiös pathetischen Hugo van der Goes, den beschaulich frommen Gerard David, den schwungvoll prächttgen Lancelot Blondeel, den letzten der Brügger Schule. Und wandelt man, den Geist erfüllt von dicken erhabenen Schöpfungen ckner innerlichsten Beseelung und farbigen Berllärung des Lebens, durch BrüggeS Gaffen und Kirchen, dann itchen dicke Künstlervistoncn leibhaftig vor dem Auge. Ta grüßen wieder die spitzen Giebel, die dunkel getönten Backstcknmauern: da eröffnen sich die malert- schen Ausblicke aus die ruhigen Wasserspiegel, die Friedhöfe mit den vollen Baumkronen und die verschwiegenen Klosterhöse: da huschen sckwarze nonncuhaft gekleidete Geltalten durch die Straßen, und die Beghincn rm alten Stift scheinen noch dickrlben, wie dis zacken lieblichen Pflegerinnen, di« Meister Memling als die Gefährtinnen der hl, Ursula verewigt. * Was Italien seine Sehenswürdigkeiten jetzt nicht einbringen, llnter den vielen Schäden, die der euro- Väische Kckeg auch dem neutralen Italien zuiügt, steht zwcksellos in erster Linie das FernbleibenderausländischenBer- gnügungsreisenden, Bckvnders in der Herbst-undWinters- zckt wird sich dicker Ausfall in cknem Lande, dessen große Städte ihr ganzes Derkehrsleben darauf ckngerichtet haben und viele Millionen alljährlich dadurch zu gewinnen pflegen, aufs peinlichste fühlbar machen, viel mchr natürlich, als dies die Italiener schon durch das Dorf kommen. Da wurden heimlich Waffen unter die Einwohner verteilt. „Wer hat die Waffen veckeilt?" „Oh, ich weiß nicht, ich glaube der Bürgermeister oder noch ein Höherer, der expreß in unser Dorf gekommen war. Ich kann das nicht sagen, wirklich, ich ivciß es nicht!"" „Was warcm denn das für Waffen?"" Militärmassen, sic sollten ja nur für die im Dorfe zurückgebliebenen Gcstcllungspstichtigen sein, die nicht mchr in die Armee hatten cinrücken können, weil die Deutschen zu schnell gekommen waren. „Waren denn viele solcher Waffenfähigen zu Hause geblieben?"" Oh, vielleicht eine Viertelkompagnie aus unserm Dorfe allein und in der Nachbarschaft »och tnchr. Die meisten waren sroh und loolllcn nicht cinrücken. „Sind denn dann slüchffge Deutsche gekommen?"' Nein, wir haben ein paar Tage gewartet. Äber dann hieß es auf einmal, jetzt kmtrmen sic! Und da kamen deutsche Trainkolonnen, die rückwärts gingen. „Habt ihr euch denn nicht gedachr. daß diese Kolonnen nup neue Munition holen ivollten?" Nein, wir haben geglaubt, jetzt flüchten die Deutschen ans Belgien hinaus, und da Hab mein Herr gesagt, jetzt ivollen wir ihnen den Rest geben! Da ist dann aus vielen Häusern geschossen ivorden. Zuerst aids anderen, dann auch aus dem unsrigen. „Wer hat geschossen?" Ich nicht, ich schwöre, ich ivar nicht dabei. Aber mein Herrt und andere haben viel geschossen. Der Bursche schweigt und will nicht weiter erzählen. Man muß jedes Wort ans ihm herausfragen. Auf einmal! waren viele deutsche Infanteristen im Dorf und schlugen die Türen von allen Häusern auf, aus denen man geschossen hatte. Wir hatten uns gut verbarrikadiert, aber sie waren gleich drin. Dann wurden uns die Massen abgenommen und alle Männer aus dem Hause mußten im Hos antreten. Man hat uns vor das Dorf, auf der großen Wiefe, vor eine Mauer gestellt und gesagt, daß wir füsiliert werden. Dann sind die Deutschen angetreten. Ich stand neben meinem Herrn, wir haben beide geschrieen und geweint. Die deutsche Salve kracht« und wir stürzten alle zu Boden. Die übrigen waren tot. Ich hatte nur einen Schuß durch den Oberschenkel bekommen nnd lag ganz still, weil ich glaubte, ich werde sofort noch einmal geschossen. Da kam ein deutscher Ofsizier hcrangerittcn und fragte, wie alt ich sei, und als ich ihm sagte, erst 18 Jahre, wurde ich begnadigt und in das Lazarett geschafft. „Er hat doch geschossen. Er hat es uns selbst erzählt", mischte sich vom Nachbarbette aus ein verwundeter Franzose ins Gespräch. „Glauben Sie ihnen nicht, diese bösen Menschen wollen, meinen Tod"", flehte der Bursche ängstlich, „Sic oerachtcn mich »nd schimpfen mich Franktireur und sagen immer, ich werde doch noch erschaffen werden. Aber die deutschen Aerzte nnd Schwestern und der Geistliche trösten mich und versprechen mir, daß ich am Leben bleiben werde."" _ Ich habe ihn auch getröstet, trotzdem er kein gutes Ge- wiffen hatte und mit der Waffe in der Hand bettoffen worden war. Aber er hat sicherlich mehr ausgestanden und ist schtverrr bestraft als die anderen Männer seines Dorfes, die mit ihm auf der großen Wiese vor die deuffche Salve gestellt worden sind und die man dann eingescharrt hat vor dem gänzlich zerstörten Dorfe, welches ich inzwisckfen selbst gesehen habe. W. Scheuermann, Kriegsberichterstatter. Enthüllungen über die Vorbereitungen der Feinde vor dem ttrieg. Berlin, 15. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Die „Nordd. Mg. Zcktnng"" veröffentlicht amtliche Aktenstücke zur Vorgeschichte des Krieges, und leftet diese VerösseMlichung fol- gendermaheir ckn: . m n Angesichts der bei unseren Gegnern hervorttckenden Bestie- bungen, der deutschen „M i l i t ä r v a r t e i“ und dem deutschen Militarismus die Schuld an dem gegcnwäckigen Kckege zuzuschieben, veröffentlichen wir nachstehend eine Rckhe von Berrchten von deittschen diplomatischen Veckrckern im Anstande, welche die voliffschen und militäckschen Beziehungen der Ententemächte vor dem Kckegsausbruch zum Gegenstand haben. Von der Bezeichnung während des Lybischen Kckeges bellagen mußten. Was allein die öffentlichen Museen und Sehenswürdigkckten an Eintrittsgckd ckn- trugen, davon gibt B. Mainen in der „Domenica bei Eorriere" eine ziffernmäßige Vorstellung. Unter den Städten, die am mcksten Fremde herbeilocken, nehmen Rom, Florenz und Venedig die erste Stelle ckn. Die Eintckttsgelder zum Forum Romanum, Museum und Galene Borghcke, die bckde ziemlich die gleichen Eingänge errckchten, ergaben im Lause des Betricbsiahres 1913/14 allckn mehr als 86000 Lire. Dazu bckiesen sich die Eintrittsgelder für den Palatin auf ckwa 37000, für die Engelsburg auf mehr alt 25 000, für das römische Nationalmuseum aus 24 351, für di« Caracallatbermen auf 26 590 und für die Nationalgalecke nebst Kupfetstichkabinett ans 7527 Lire! Auch Florenz lieferte in dieser Beziehung ganz erhebliche Summen. So die Uffizien 83 123 Lire, die Pitti-Galeckc bcknahe 60000, die Capelle der Mediceer nicht viel weniger als 40 000, das Museum von S. Marco 25 200, die Galecke stir alte und neue Kunst 29 568, das National-Museum 30 950, das archäologische Museum nebst der Tepvich-Galecke 5071, während die anderen Florentiner Sehenswürdigkckten weniger als 1000 Lire ei »trugen, hingegen erreichten die Einkünfte aus dem Dogen-Palast zu Venedig nahezu 163 000 Lire, die der königlichen Galecken dicker Stadt 48 266 und das archäologische Museum 13 057 Lire! An erster Stelle indeffen stehen die Ausgrabungen von Pom- pcki, deren Eintckttsgelder sich im Jahre 1913/14 zu 203 908 Lire anhäuften. Von den Sehenswürdigkckten anderer Städte ttug dir Pinakothek der Brera 52 023 Lire ckn, das Abendmahl von Lio- nardo ziemlich 50000, das National-Museum zu Neapel etwa 70 000, das Museum S. Martino, ebenfalls zu Ncavel, 19 630, die Certosa von Pavia gegen 22 500 und die Billa des Hadrian bck Tivoli 15 585 Lire. Biel höhere Ziffern ergäben sich, wenn man zu den Erträgnissen an Eintckttsgeldern aus öffentlichen Se- hensmürdigkckten noch jene aus den zahlrckchen vckvacku rechnen würde. All solche Summen ledoch, fügt Maincck hinzu, »nd verschwindend im Verglckch zu dem, was die augenblicklich vom Kriege ferngehaltenen Fremden sonst noch in Italien auszugeben pflegen. Lprachecke der LIgtmeinen Deutschen Sprachoeeelnr. — Speisen, ll. Unter de», öinvruck des Krieges und des dadurch erwachten decNschen Setbstgeiühts^ sind viele (Gastwirte dazu überczegangen, die enizliichen und französischen Bezeicbnunqen für Speilen »u verdeutlch-n. Um bei der Benennung dem Wirrwarr und der Willkür vorznbengen, sowie der b'inheillicbkeit und AN- gem-i»versländl:chke>t den Weg zu bahnen, empfiehlt es stcb, die Aeuderuugen nach der .Teutsche,, Sveilekarte" vorzunehmen, dle der Allgemeine Teutlche Sprachverein (Geschäitsslelle Berlin W So, Nollendorfsiraße 13/14, Preis 60 Pfg.) herausgegeben hat. Eine Auswahl jolcher Lerdeucjchungen folgt hier: Statt CroqnoUes der berichtenden Stellen und des genauen Datums ist aus naheliegenden Gründen abgesehen worden, die Schriftstücke sprechen für sich selbst. Der erste Bericht stammt aus dem M ä r z 1 9 1 3. Es heißt darin: Immer enger werden die Maschen des Netzes, in die es der französischen Diplomatie gelingt, England zu verstricken. Schon in den ersten Phasen des Marokko-Konfliktes hat bekanntlich England an Frankreich Zusagen militärischer Natur gemacht, die sich inzwischen zu konkreten Vcrein- barim sen der beiderseitigen Generalstäbc verdicktet haben. Bezüglich der A b in a ch u n g e n wegen einer E o o v e r a t i o n^z u r See erfahre ich von einer gewöhnlich gut unterrichteten Seite folgendes: Tie englische Flotte überniinmt den Schutz der Nordsee, des Kanals und des Atlantischen Ozeans, iuh Frankreich die Möglichkeit zu geben, seine Seestreitkrafte im westlichen Bassin des Mittelländischen Meeres zu konzentrieren, wobei ihm als Stützpunkt für seine Flotte Malta zur Verfügung gestellt wird. Details beziehen sich auf Verwendung der französischen Torpedo- flottillen miü Untersackoote im Kanal und des englischen Mittel- meergeschwaders, das bei Ausbruch des Krieges einem französischen Advrira! unterstellt wird. Ban besonderer «eite erhalte ich D en i Ui riS von einem Notenwechsel, der im Herbst des vergangenen Jahres zwischen G-rey und dem Botschafter Cambvn stattgefnndcn hat. In dem Notenwechsel vereinbaren die englische und die französische Regierung für den Fall eures drohenden Angriffes von seiten einer dritten SSladft sofort einen Meinungsaustausch darüber, ob eru gemeinsames Landein Mi Abwehrung des Angriffes geboten ist, gegebenenfalls ob >uud inwieweit die bestehenden Militärisckien Vereinbarungen zur Miwendung zn bringen seien. Die Fassung der Vereinbarungen trägt mit seiner Berechnung der englischen Neutralität Rechnung. England übernimmt formell keinerlei Verpflichtung zu militärischer Hilfeleistung Es behält dem Wortlaut nach die Zand frei, stets nur seinen Interessen ent- svr-iO.end liaudÄn zu können. Daß sich aber durch diel« Vereinbarungen in Verbindung mit den getroffenen militärischen Abmachmugen England de facto dem französischen Revanchegedanken bereits rettungslos verschrieben hat, bedarf kaum einer besonderen Ausführimg. Die englische Regierung spielt ein gefährliches Spiel, sie bat durch ihre Politik in der bosnischen und marvkkanisckien Frage K r i > e n hervorgerufen, die Europa zweimal an den Rand des Krieges gebracht haben. Die Ermutigung die sie direkt loie indirekt airdaucrnd dem französischen Chauvinismus zuteil werden läßt, kann ei'nctz 'Tages zu 'erner"Kätä- strophe flihren, bei der englische wie französische Soldaten .aut französischen Schlachtfeldern die englische Einkreisungspolittk mit ihrem «Mute bezahlen werden. De Saat, die Kömg Eduard gesät hat. geht aus, .Hierauf'folgt ein Brief SirEdwardGreys vom 22. November 1812 an den französischen Botschafter in London, Eambon, Darrn wird auf den fortdauernden, gegenseitigen Meinungsaustausch französffcher und englischer Marines-achverständiger und Müitärsachverftändiger hingewiesen und die Zustimmung dazu ausgesprochen, daß. wenn eine der beiden Regierungen ernsten Grund habe, leinen provozierten Angriff einer dritten Macht oder die Bedrohung des allgemeffren Friedens zu erwarten, unmittelbar ein Ntcmungsaustausch zwischen den beiden Regierungen folgen und eine Enffcheidung getroffen werdeir soll über die Anwendung der P^äne der beiderseitigen Generalstäbc, In Bestätigung des Schreibens des Botschafters Eambon vom 23. November 1912 werden bte Anregungen Edward Grrys an- geuoolmen. In dem zweiten Bericht vom Mar 1914 wird mitgeteill, daß bei dem Besuch des Königs von England in Paris von französischer Seite die Anregung erfolgte, die bestehenden besonderen militärpolitischen Abmachungen zwischen Frankrcick» und England durch analoge Abmachungeu zwischen England mrd Rußland zu ergänzen. Sv: Edward ffstev hat den Gedanken sympathisch ausgenommen, sich aber außerstande erklärt, ohne Befragen des englischen Kabinetts irgend eure Bindung zu übernehmen. Der Empfang der englischen Gäste durch die französische Regierimg sowie die Pariser Bevölkerung soll aift den Minister in hohem Grade Eindruck gemacht haben. Es ist zu befürcksteu, daß der englische Staatsmann, der zum ersteumale in auftlicher Eigeiifckzaft im Ausland geweilt hat, und wie behauptet wird, überhaupt zum ersten male englifcksen Boden verlassen hat, den französischen lKirftüssen in Zukunft in noch höherein Grade unterliegen wird, als das bisher schon der Fall war, s Ein dritter Bericht vom Juni 1914 besagt: Die Nachricht, daß von franzöLiHcher Sefte anläßlich des Besuches des Königs von England in Paris militärische Abmachungen zivischen England und Rußland angeregt wurden, wird mir bestätigt, De Anregung geht ans Herrn Jswolski zurück. Der Botschafter wünschte, die Feststimmung zu einer Umwandlung der Tri Velentente in ein Bündnis nach Analogie des Dreibundes auszimutzen. Wenn man sich schließlich in Parick und Petersburg mit weniger begnügte, so scheint dafiii hsie Erwägung maßgebend gewesen zu sein, daß in England ein großer Teil der ösftnllichen Meinimg deni Abschluß förmlicher Bündnisverträge mit anderen Mächten durchaus ablehnend gegen. Über steht Anaesichts dieser Tatsache hat man sich trotz der zohl- reichen Beweise für den gänzlichen Mangel an Widerstcmds- kraft der englischen Politik gegen Äne Entente — mlan darf mv die stlesolgschast erinnern, die noch jimgist Rußland in der Frag« der deutschen Militärmission in der Türkei von Eng>- land erfahren Ich — offenbar geschient, gleich mit der Tür ins Haus zu fallen. Es wurde vielmehr die TffkM des langsamen, scheftttveisen Borgehens beschlossen. Sir Edward Grey hat die französisch-rusfikche Aiireguna im englischen Ministerrat warm vertreten, das Kabinett hat sich seinem Votum angeschlossen. Es nmrde beschlossen, in erster Linie ein Marineabkommen ins Auge zu fassen, und Verhandlungen in London, zwischen der englischen Admiralität und dem russischen Marin eattachv stattiiuden zu lassen. Di- Befriedigung der russischen und der französischen Tivlomatie über diese erneute Ueberrumpelung der englischen Politiker ist groß. Man hält den Abschluß eines svr- inellen Bündnisvertrages nur noch für eine Frage der Zeit. Um dies Ergebnis zu beschleunigen, würde man in Petersburg sogar zu gewissen Scheinkonzessionen an England in der persischen Frage bereit sein. Me zwischen beiden Mächten in dieser Hinsicht in letzter Zeit aufgrtauchten Meinungsverschiedenheiten haben noch keine Erledigiing gefunden. Bon rirssischer Seite arbeitet man vorläuffg mft beruhigenden Versicherungen wegen llrusteln; lläjenner Frühstück; velieate-ü-g Feinkost. Leckerbissen; velicates-e-llsring Wür,bering. Fetthering; vewi-61-ree Halb- gefrorenes, eingekochte Fleischbrühe. Fleischsait; Viver L vmt Sonder- inahl, Elnzelesie» ; Rntre-eöt« Ripve, Zwischenrippe, Mittelrivpen- stück (vom Rinds; Farce Füllsel; Fine» Herbes Feine Krauler, Wür,trauter; Eeläe Gallert (es, Snl,; gratln, an mit Krnlle, de- fi-u’-'rt: Oalasch93fcffcrfTeiict>. Aovriknfleisch, Gulasch: Hach6 Gehacktes, Sackstei'ch.Häcksel: Hammel-steakvammelschnitzel; llalbslcopkentertue KalbSkopl nach Schildkrötenart, — L la Vinaigrette in Csstgbrübe: älatjeabering neuer Hering, Iungherinq; Majonnaise Mayonnäse^ saurer Oelguß; Haminermajonnaise Hummersalat, Hummer mit saurem Oelguß; älireä Lieblos gemilchte Elstglrllchte: rloek-turtle- soup lallche Schildkrötensuppe, Katbskopssuvpe; Monsse Schaumeis, Sckaumlveise; Paiües nn kromage oder an Parmesan Kcisestaugen, Käsestroh; vite Pastete; Plombisre Schanm-Gelrorenes, valb- gclrorcnes: Panade ä la alaee geiroreuer Punsch, Eispunsch; Poiage Suvve; Ponlaräe Kaovhxhn, Masthuhn. Metzer Huhn; Panxiette« Röllchen, gefüllte Fletschröllchen • Purfte Mus, Brei: Raeoüt Würz- stcisch, Mischgericht: Ragaüt La en eoqnllles feines Würzsteisch In Muscheln: Ravigite-aanee sckiacke Kräutersoße, -tunke: Remonlackeu- sanee Oel-Senffoß«, -tunk«: Roawbeek Rostbraten, englischer Rinderbraten ; Rouladen Röllchen von Roll fleisch; Rumpsteak Rumplstück: dalmi, Salmy, Wür,fleisch von Wtlbgeflnael: 8aa6vmd englisches Fischbrötchen; 8ai«lin« a l’buile Oelsardineu; Sauce Tunke. Guß, Beigutz. Ans der deutschen Epeisckarte. der Besorgnisse, die in England im Hinblick auf die Zukunft Indiens in neuerer Zeit wieder hervorgetrcten sind. Ein vierter Bericht von: Juni 1914 lautet: Man ist in Petersburg und London sehr beunruhigt wegen der französischen Indiskretionen über die russisch-englische Marinekonvention. Sir Edward Grey befürchtet Anftagen im Parlament. Marin eattachü Kapitän Wolkow, der einige Tage in Petersburg gewesen ist, vermutlich um Instruktionen für die Verhandlungen in Empfang zu nehmen, ist nach London zurückgckchrt. Tic Verhandlung an haben bereits begonnen, Jni fünften Bericht vom Juni 1914 wird auf die Anfrage des Unterhauses über das Marineabkommen mit Rußland, sowie die bekannte Aartwort Grcys und die englischen Blätterstimiyen Bezug genommen und hiuzugesügt: Tic Erllärmigen Sir Edward Grcys entsprechen der vertraulichen Aeußerung einer Persönlichkeit aus der nächsten Umgebung des Ministers: „Er könne aus das ausdrücklichste und bestinimtestc versichern, daß keinerlei Abmachungen militärischer oder maritimer Natur zwischen England und Frankreich bestünden, obwohl der Wunsch nach solchen aus französischer Seite wicderbolt kundgegebcn worden sei. Was das englische Kabinett Frankreich abgeschlagen habe, werde es Rußland nicht gewähren. Es sei keine Flottenkonvention mit Rußland geschlossen und es werde auch keine geschlossen werden," Ein s e ch st e r Bericht ist ininder wichtig. In dem siebenten Bericht vom Juni 1914 heißt es: Daß die Erklärung Sir Edward Grcus im englischen Unter- hrule über das russisch-englische Marincabkommen von der öffentlichen Meinung in England so bereitwillig akzeptiert worden ist, bat hier und in Petersburg große Erleichterung hervorge- rusen. Tie Drahtzieher der Aktion hatten schon befürchtet, daß der schöne Traum des neuen Dreibundes ausgetränmt lein könne. Gs fällt mir übrigens schwer, daran zu glauben, daß es dem „Manchester Guardian" allein beschicden gewesen sein sollte, den Trick zu durchschauen, dessen sicki Sir Edward Grey bedientes, indem er die Frage, ob Verhandliengen über ein Marineabkommen mit Rußland schwebten oder im Gange seien, nicht beantwortete, sonder» die ihin gar nicht gestellte Frage verneinte, ob England bindende Verpflichtungen bezüglich einer Verteidigung an einem europäischen Kriege eingegangen sei. Im achten Bericht, ebenfalls vom Juni 1914, heißt es: Von einer Stelle, die sich die alten Sympathien für Deutsckz- land bervahet hat, ist mir mit der Mtte um strengste Gehewl- haltung die beigcsügte Auszeichnung über eine Konferenz zugegangen, die am 25. Mai beim Nhes des russischen Mari ne st ab es staltgefundeu hat inii in der die Grundlagen für Verhandlungen über das russisch-englische Marinabkommen sest- gestellt worden sinh. Bis zu welchem Ergebnis die Verhand- lungen bis jetzt geführt haben, wußte mein Gewährsmann noch nicht, er äußerte aber sehr ernste Besorgnisse über die Beförderung, die der rusiisckie Nationalismus erfahren werde, wenn das Abkommen talsächtich zusiande komme. Auch^ Sasanow treibe zusehends mehr in das Fahrwasser der russischen Kriegspartei. Die Anlage ist datiert: St. Petersburg, 13./26. Mai 1914 unb besagt u. a.: > . „ , ' Die geplante M ari nekon ve n t io n soll die Beziehmgrn zwischen den russischen und englischen Streitkräften zur See ini allen Einzelheiten regeln. Die beiden Märinestäbc sollen sich außerdem regelmäßig gegeirseitig Mftteilung inachen über die Flotten dritter Mächte und über ihre eigenen Flotten. Mit Bezug wif die maritimen Operationen im Gebiet des Sckiwarzen Meeres und der Nordsee, wie mit Bkzng auf den voraussichtlichen Soe- kampf im Mittelmeer muß Rußland besttebt sein, von England Kompensationen dafür zu erhallen, daß es einen Teil der deutscheiz Flotte aus dir russische abzieht. Im Gseläet des Bosporus und der Dardanellen sollen zeitweilige Unternehmauigen in _ den SfflceM engen als strategische Operationen Rußlands im KrieEsalle ins Auge gefaßt werden. Die russisck>en Interessen in der Ostsee verlangen, daß Englmrd einen möglichst großen Dell der deutscher^ Flotte in der Nordsee festhält. Dadurch würde die erdrückende Ucbermacht der deutschen Flotte gegenüber der ruffischen aufgehoben und vielleicht eine russzsche Landung in Dom-, ment möglich werden. Hierbei könnte die englische Regierungi einen wesenllichen Dienst leisten, wenn sie »or Beginn der Kriegs- opcrationen eine so große Zckhl >1on Handelsschiffen in die val- ttschen Häfen schickte, daß der Mangel an russischen Transtwrt- schiffen ausgeglichen wird. Was die Lage im Mittelmeer anbetrifft, so ffk es für Rußland höchst wichtig, daß dort ein sicheres llebergrwicht der Streitkrästc der Enlente gegenüber der österreichischen und italienischen Flotte hergestdllt wird, sonst würden Angriffe der österreichischen Flotte im Schwarzen Meer möglich fern, was für Rußland ein gefälchlichcr Schlag wäre. England müßte daher durck» die Belassnng der irötigen ZaM von Schiffen int Mittelmeer das Ueberl^ewicht der Streitkräftc der Ententemächte mindestens so lange sicheni, als die Entwicklung der russischen Marine m»ch nicht so weit sortgeschÄtten ist, um die Lösung dieser Aufgabe selbst zu übernehmen. Russische Schiffe müßten nnt Zu- slimnrimg Englands als Basis im östlichen Mittelmeer die englischen Häfen benutzen dürfen, ebenso wie es die^ svanzösische PAarinekouvcittion der russischen Marine gestattet, sich im westlichen Alittelme« in den fransösischen Häsen zu basieren. Der neunte Bericht vom Juli 1914 lautet: Gelegentlich einer heuttgen Unterhaltung mll Ssasonow wandte sich das Gespräch auch dem Besuch Poincarss zu. Der Minister hob die in friedserttgem Ton gewechselten Trinffprüche hervor. Ich konnte nicht umhin, Ssasonow darauf anfmerffam zu machen, daß nicht die bei derartigen Gelegenheiten ausgelauschten Toaste, son der» die daran geknüpften Preßkommentare den Stofs zu Beunruhigungen geliefert hätten. Derartige Koinmentare seien auch dies- nial nicht ansgeblieben, wobei sogar die Nachricht von einem angeblichen Abschluß einer russisch-cuglilchen Marinckonventton verbreitet worden sei. Sasonvw griff diesen Satz ans und meinte im- ivillig, eine solche Konvention cxisttere nur „in der Idee des „Berliner Tageblattes" und im Mond". Der zehnte Bericht vom Juli 1914 enthält eine Abschrift des Schreibens, das der Adjutant eines russischen Großfürsten am 25. Juli von Petersburg an den Großfürsten richtete und das nach der Ansicht des Berichterstatters erweist, daß man schon seit dem 24. Juli in Rußland zum Kriege entschlossen gewesen ist. Me wichttgsten Sätze des Schreibens lauten: In Petersburg waren große Unordnungen urtter den Arbeitern: sie ftelen sonderbar zusanrnien nnt der Anwesenhett der Franzosen bei uns und mit dem österreichischen lllti- matumanSerbien. Gestern hörte ich von dem sranzöffschen Mllitäragcnten General Cinche, er habe gehört, daß Oesterreich an den Arbeitcrunruhen nicht unschuldig sei. Jetzt kommt aber alles rasch zu normalen Verhältnissen, und eS scheint, daß, von den Franzosen ermutigt, unsere Regierung ausgchürt hat, vor den Deuffchen zu zittern. Es war längst Zeit; das Ultimatum Oesterreichs ist von unerhörter Frcchhell, wie alle hieftqen Zeitungen einmütig sagen. Gestern war eine Sitzuug des Minister- rats, der Krieqsministcr hat sehr energisch gesprochen und bestätigt, daß Rußland znm Kriege bereit sei, und die übrigen Ndinister halien sich voll angeschloffen. Es wurde in entsprechendem Geist ein Bericht an den Kaiser fertig-gestellt, und dieser Bericht ist an demselben Abend bestätigt worden. Tic Ptittellnn« m dem „Rnssischen Invaliden", daß die Regierung auftnerlsam die Entwickllrng der österreichisch- serbffchcn Zusammenstöße verfolgt, bei denen Riißlant, nicht gleichgültig bleiben kann, wurde von allen Zeitungen mit sehr günstigen Kommentaren nachgedrnckt Wir alle sind überzeugt, daß diesmal keine Rasputinc Rußland verhindern werde, sein« Pfflicht zu erfüllen. Deutschland, das Oesterreich vorschickt, ist fest cntschloffen, sich mft uns zu messen, bevor wir unsere Flotte ansban«, und dir Balkan« staaten haben sich noch nicht vom Kriege erholt. Auch wir nrüffeu der Gefahr ins Gesicht sehen und nicht unseren Kops verstecken, vne während des Balkanlliegcs, als Kokowzew nur an die Börse vächte. Damals wäre der Krieg leichter gewesen, da der Balkan- bund voll bcivassnet war. Aber bei uns trieb man Strnßew- demonstrationen auseinander, die gegen das elende Oesterreich gerichtet waren. Jetzt aber würde man ebensolche Demonstrationen jrendchg begrüßen. Uehechanpt nwttaj wir hoffen. daß das Regiment der Feiglinge (nach Art KoivwMvss und gewisser Schreier imd Mysttkcr vorüber ist. Ter Krieg ist ein Gemüter: mögen auch Katastrophen komineu, cs wäre iiirmer besser, als in dieser unerträglichen Schwüle zu verharren. ' Verluftüste^ Reservc-Frwartlllene-Rerftment Nr. 25, Darmftadt. Mouzon und Poncq am 28. 8., Bienne-la-Ville am 14. und Servon am 15. und 22. 9: 14. 1. Batterie: Hauptmann v. Gilsa, lvw. — Leutnant d Res. Fritz Bötcsübr, Roßlau, Anhalt, lvw., bei der Truppg verblieben. — Kanonier Alfons Müller, Mntzig, Kr. Mvlshcim, tot. — Kanonier Fritz .Hartman», Groß-Bicberan, Kr. Dieburg, tot. — Kanonier Karl Beiz, Erndtebrück, Reg.-Bezirk Arnsberg, tot. — Kanonier Jakob Nolte, Offcnbach, tot. — Kanonier Jakob May, Walldors,^ Kr. Groß-Gerau, lvio. — Ufsz. Friedrich Wilh. Kullmann, Groß-Zimmern, Kr. Dieburg, schvw. — Ge fr. Georg Egly, Langen-Grausbach, Kr. Erbach, lvw. — Gcfr. Franz Jakob Fuhrv, Raaheim, lvio. — .Kanonier Georg Adam Meyer, Ueberon, Kr. Deburg, lvw. — Gcir. Ernst Lohny, Oberstrin. Kr. Birken- seid, lvw. — Kanonier Michael Seiten, Nieder-Mockstadt, Kreis Büdingen, lvw., bei der Truppe verblieben. — Kanonier Heinr. Karl Rui>pcrt, Ermenrot, Kr. Alsfeld, lvw. — Kanonier Johann Mayer II, Langenfeld, Kr. Ansbach, tot. — Kanonier Phlltztp Karch, Ober-Ramslau. Kr. Darmstadt, lvw. — Kanonier Karl Heinr. Schmelz, Wallerödorf, Kr. TIsscÜ», tot, begraben bei Vion- ville. — Kanonier Julius Morgenstern, Grorgenhwlsen, Kreis Drebnrg, schvw. — Kanonier Hacher, lvw. — Kanonier Wilhelm Slefer, Muschenheim, Kr. Gießen, lvw. — Kanonier Friedrich Gustav ltuhles, Creield, lvw. — Kanonier Jakob Becker, Schwan- Heim, Kr. Bensheim, lvw. — Uffo. Wilhelm Pleitz, Traisan, Kr. Kreuznach, lvw. 2. Batterie: Vizewachtmeister Offizierdienstttier Fecher, schvw. — Ussz. Karl Lezins, Vanzlau, schvw. — Sauitätsnnte» osfizicr Georg Wilh. Aug. Düringer, Ossenbach, lvw. — Kanonier Georg Fricß, Groß-Umstadt, Kr, Dieburg, schvw. — Kanonier Philipp Johann Meinhardt, Nieder-Moos, Kr. Lanterbach, lvw. —- Ufsz. Adam Besaud, Denheim, Kr. Oppenheim, lvw. — Kanonier Otto Alfred Schneider, Holzau, Kr. Dresden, lvw. — Kanonier Georg Friederich, Brensbach, Kr. Dieburg, schvw. — Kanonier Philipp Klink. Büttelborn, Kr. Groß-Geraly lvw. —. Kanonier Adolf Anton Raab, München, schvw. — Kanonier Karl Schwarz, Reichelsheim, Kr. Friedberg, schvw. — Kanonier Phikivp- Eimermann, Ober-Jngrlheim, Kr. Bingen, lvw. — 5? oho dien Konrad Albert, Anna, Kr. Gmunden, lvw. — Kanonier Johann Korfmann, Steinbockenheim, Kr. Alzey, lvw. — Kmronier Geor» Müller, Wenings, Kr. Büdingen, lvw. — Kanonier Heinrich Brücher, Groß-Umstadt, Kr. Dieburg, lvw. — Kanonier Msons Kumbert, St. Pos, Kr. Rappoltsweiler, lvw. — Kanonier Heinrich Huber, Wölfersheim, Kr. Friedberg, lvw. — Kanonier Wenzel Joh. Willi. Seifert, Secheim, Kr. Gnoß-Gcran. lvw. 3. Batterie: Einiahrig-Frciwilliger Uffz. Gw» Schlägel. Bremen, lvw. — Gcfr. d. Res. Willzelm Oehs, Alsfeld, lvw. —. Geft. d. Res. Ludwig Haag, Langstadt, Kr. Dieburg, tot. — Gesr. d. Rcs. Heinrich Neuberger, LMidenbach, lvw. — Gesr. d. Res. Paul Oppcrnlann, Salzwedel, schvw. — Kanonier Georg Wolf, Wersau, Kr. Dieburg, lvw. — Kanonirr Ludwig Ruckert, Rosenthal, Kr. Cassel, lvw. — Kanonier Conrad Schäfer, Langen, Kr. Ossenbach, schvw. 4. .Batterie: Serg. Gustav R ückenkesser, Nusenburg, Kr. Menzleben, lvw., bei der Truppe verblieben, - — Ufsz. Jacob Dienst, Gundersblum, Kr. Oppenheim, lvw. — Kanonier Franz Boll, Hahnhcim, Kr. Oppenheim, schvw. — Kanonier Jacob Hinkel, Waldulversheim, Kr. Oppenheim, lvw. — Kanonier Karl Christian Kraft, Kitzingen, lvw. 5. Batterie: Kanonier Georg Schenk, Mainz, lvw. — Kanonier Josef Wiegand, Flieden, Kr. Fulda, tot. — Kanonier Emil Wicmer, Armsheim, Kreis Oppcnbeim, lvw., bei der Truppe verblieben. — Kanonier Friedrich Teickert, Worms, lvw,, bei der Truppe verblieben, — Kanonier Heinrich Weigand, Parbenhcim, Kr, Oppenheim, tot. —. Kanonier Heinrich Schmidt IV, Mcns- lieim, Kr. Worms, lvw, — Uffz. Ernst Michel. Grundheim, Kr, Worms, lvw. — Kanoiner Christian Groth, .HappenHk im, Kreis Worms, schvw. — Kanonier VCbant Müller, Undenheim, Kreis Oppenheim, lvw., bei der Truppe verblieben. — Kanonier Kurl Matthias Engelhardt. Groß-Zimmern, Kr. Dieburg, lvw. — Uffz. Heinrich Peter Knanß, Dittelsheim, Kr. Bingen, lvw., bei der Truppe verblieben. — Kanonier Karl Ludwig Gottmann, Mosbach, Baden, lvw. — Kanonier Georg Friedrich Laubenlzeinrer, Gundersblum, Kr. Oppenheim, lvw. 6. Batterie: Uffz. Friedrich Weber, Ostbosen, Kr. Worms, schvw. — Kanonier Lickuvig Seriba, Osthofen, Kr. Worms, schvw. Leichte Munitions-Kolonne: Vizewachtmeister d. Res. Eduard Lutz, Elgenrod, Kr. Alsfeld, lvw. GevichtssaaL. Der Mordprozetz gegen Prineip mrd Genossen. Sarajewo, 15. Oft. (W. B. Nichtamtlich.) Bei der Fortsetzung des Verhörs schildert der Angellagte Prinzip eftigehenü das Zusammentreffen der Verschwörer in Tuzla gut Entgegennahme der Bomben mrd Waffen von Jovanoviffch. Prin- cip gibt zu, KrtzieHungen .mit der Rcrrvdua Odbrana in Belgrad zu haben. Der nächste Angrcklagte Grabez bekennt sich zu radikal- nationalistischen Ideen.und bezeichnet die Vereinigung der süd- ftawischcn Länder unter serbischer Vorherrschaft und die LoZreißung Bosniens von der Monarchie durch Krieg oder Revolution als sein Ideal. Ten Erzheltz>>g--Throusolger habe er gehaßt, well er nach Ansickft der Belgrader Kreise der Vereinigung der Serben im Wege stand. Bor dem Attentat sprach Grabez zuerst mit Prineip, später auch mit Cabrinovic. lieber die Licsermig der Bomben und Massen durch Ciganovic und den Dkajor Tankosffch sagt der Angeklagte in Uebercrnstünnrung mft Prrncip aus, seiner Aüffcht nach sei Ciganovic der Hauptschuldige. Während die bisher vernommenen Verschwörer ihren prinzi- piöllen Standpunkt beiüehielven, bot der ehemalige Torffchiillehrvr und spätere Danlbeamtc und Jmirnalist I klitsch ein llägliches Bild. Er versuchte, seine in der Boru-lttersuchnng gemachten posi- ttven Angaben abzuschwächen und antwortete, wenn ihm Widersprüche vorgehcllten wurden, stereotyp: „Ich weiß nicht." Er ist rm besonderen beschuldigt, die Waffen und Bomben nach Sarajewo gebracht, in seiner Wohmmg verborgen und am Tage vor dem Attentat unter die Verschwöre« vertellt zu haben. Er redet sich damft heraus, daß er geglaubt habe, die Verschivörcr würden von ihrem Plan abstehen: er gesteht jedoch ein. den vmi ihm prrsörllich augeworbenen Verschwörer Giukftsch und Popowilsch (nt Gebrauche der Bomben unterwiesen zu haben. Der Angeklagte Baso Oubrilowitsck gesteht die Absicht zur Tötung des Erzherzogs ein und gibt als Mottv an, daß nnm in serbischen Kreisen de» Erzherzog für einen Zerbenfernd qe- halten habe. VermiWte»o * Der Schrei nach dem englischen KeHner. Die, Kellner, die es bislang in Lond»n wie in mtberen englischen! Städten gab, waren meistens Den tsche oder Oester reicher. Das soll nun anders werden, Wcniqz'tens erhebt im „Daily Teiegrcftch" ein Londoner den „Schrei nach dem englisthen Kell-^ ner", in dem er darauf hinweist, daß der gans« englische Wirts- lzausbetricb ebenso von Grund aus gcänoert werden müssc, wie so vieles in England: wie im Handel 'und in der Industrie müsse man auch hier die Teutscheir, die bisher aus dem Gebiete uuum- schräntt herrschten, verdvängeu. Ter Londoner ftihri dann water aus, es habe bisher in englischen Hotels viele Tausende deutscher Kellner und audreer Angestellter gegeben, und aiul> die Agm- ttrren für Hotelpersonal seien in deutschen Händen gcioesen, ja die deuffckien Kellner hätten eigene Mubs nsw. gehabt, während nichts vorhaitden geivesai wäre, die englisckze Arbeit aus diesem Gebiete zu uitterstützen. Wie die Aeudcrung durchgesühtt weiden soll, darüber toeiß er srellich auch keine aussichtsrcicheu 8jor- schlägc zm machen. Letzte Nachrichten. Di« Deutschen in Antwerpen. :WLB.> Berlin, 16. Oft. (Nichtamtlich.) Die Uhren Antwerpens wurden bereits am Mittwoch auf deutsche mitteleuropäische Zeit gestellt. — Pariser BlStter- gnetdungen über die trostlos« Lage der Anlwerpener Bevölkerung, weil riesige Vorräte von Lebensmitteln von den sliichtenden Ar- niren vernichtet wordcir seien, dürften mit Vorsicht auszn- nehmen sein. Ein von Antwerpen nach Rotterdam reisender! Lolländer sagt aus, das; die Stadt wiederum auflebt. In der Stadt seren nvch graste Vorräte an Lebensmitteln vorhanden. Die Ohnmacht der französischen Flieger gegen detttschc „Tauben". Paris, 15. Oft. (WTB Nichtamtlich.) Zm ..Journal-" dom 12. Oktober schreibt Gustave TirN: Nestern überflogen wieder Tauben Paris. Wieviel? Sicher ist, daß sie 20 Bomben abwarfen und 17 Personen töteten oder verletzten. Ebenso sicher ist, daß das schönste Wetter herrschte. Genau so sicher ist, daß die deutschen Flieger alle Sonntage bei h-llichtem Tage uns einen Besuch machen. Auch erhalten wir stets ein Avis, wenn sie draußeit gesichtet sind. Ich verfolgte den Weg einer Taube, der vorbei ging an zwei Flugdepots, wo ungefähr 10 hübsche Appa-- rate standen. Oh, ich verstehe wohl, das! man unfern braven Fliegern Sonntags Ruhe schenkt. Mer ist es denn unbedingt nötig, daß die Wächter von Paris sich a l l e auf einmal aus ruhen. Ausgerechnet alle Sonntage? Unsere Stärke in Polen. WTB.i Berltn, 16. 0kt. ^Nichtamtlich.) An der polnischen Gren e sind noch „Times" über sä ns deutsche Armeekorps, üb.'r acht Refervekorps, über fünf Landwehrkorps. also über 1h, Millionen Mann. Dazu kommen noch 270000 Oester- reicher an der schlesischen Grenze. Die belgischen Kntistdcnkmäler. (DTB.1 Brüssel, lö. 00. Nichtamtlich.) Tic vorläufige Besichtigung der Baudenkmäler von Gent durch Geh. Rat von Falke hat ergeben, daß die Stadt keinerlei Beschädigungen erlitten Kat. Nicht eine Fensterscheibe ist zerbrochen worden. Ans der Kathedrale St. Bavo ist der Altar der Brüder van Rvck nebst zwei Altarbildcnt von Rubens und Gcrard van der Meire bereits am 3. Oktober entfernt und nach London gebracht worden. Auszeichnung des Kommandeurs des Res.-Jnf.-Regts. 116. Karlsruhe, 15. Cft. (NTB. Mchtamtlich.) Der Großherzog bat dem ,,Staatsanzetger" zufolge deni Oberstleutnant v Pfeil, Kommandeur des Reserve Zitscutterie-Regt- ments N r. 116, das Ritterkreuz 1. Klasse mit Eichenlaub und Schwertern des Ordens vom Zähringcr Löwen verliehen. Churchill. der Dündenbock. (WTB> London, 15. 0kl. (Nichtamtlich.) Tie „Morin,ig Post", die bereits früher di- Regierung vor der Gefahr des dilletontischen Eingreisens von Zivilpersonen in militärische und maritime Operationen gewarnt hat, kritisiert in ihrer Nummer vom 13. Oktober den Versuch, Anvoeepen durch eine kleine Streitmacht von Seesoldatcn und Marinefreiwilligen ju entsetzen. Für diesen kostspieligeu Fehler sei Wtnston Churchill verantwortlich. Das Blatt tadelt die Entsendung englischer Hilfstritppen in dem Augenblick, in dem cS für die belgische Arinoe der richtige Kurs gewesen wäre, sich aus eine sichere Stellung zurück;,: liehen. Als die Engländer mit wenigem, schwerem Geschütz in die Stadt geworfen wurden, sagt das Blatt, wsiir bereits eine Bresche in den äußtrckn Sektor der Beiestignngen gelegt. Die Stadt lag wehrlos den schweren Haubitzen «iisqeliefert und die rückivärtigeu Verbindungen waren ernstlich gefährdet. Die belgische Armee halte Antwerpen ! wenige Tage vorher in Sicherheit verkassen können, als der Rückzug noch kein so verzweifeltes Glücksspiel war. Ten Bürgern Antwerpens konnte i>ic_ Beschießung erspart werden. Die Anwesenheit der britischen Truppen verzögerte und erschwerte den bereits zu lange hinausgeschobenen Rückzug. Wir haben Grund zu der Besorgnis, daß die britischen Verluste beträchtlich größer sind, »Is der Staatssekretär zuzugeben bereit ist. Aber selbst der zugestandene Verlust ist ernst genug, wenn nun, berücksichtigt, daß der Gegner keinen dementsprechenden Verlust gehabt hat, und daß der Verlust der Anwendung ecncs gänzlich falschen Opcra- tionsplancs entsprungen ist. ES ist nicht angängig, daß Churchill seine Stellung dazu benutzt, seine taktischen und strategischen Launen Fachmännern auszudrän- ge», die durch die natürliche Schwierigkeit der Lage hinreichend bedrängt sind Wir erfahren, daß Churchill im letzten Monat einmal im britischen Hauptanartier in Frankreich, einmal in Dün- kirche» und einmal in Antwerpen gewesen ist. Diese Zersplitterung der Tätigkeit aus Gebieten, die ihn nicht eigentlich anAchcn, können nicht die regelmäßigr^Tätigkeit und Leist,ingsfähigkril seines Ministeriums fördern. Sein Platz ist Tag und Nacht in der ?ld- miialltät. Wir schlagen vor, daß Churchills Kollegen dem ersten Lord ganz bestimmt und endgültig erklären, daß die militärischen und uiariiimen Operationen unter keinrn Umständen »on ihm ge leitet werden dürfen, Brirstvrchscl mit deutschen Kriegsgcfnngenrn in England. WTB) Berltn. 15. 00. (Amtlich.) Nach Mitteilung der hiesigen Botschast der Bereinigten Staaten ist die Adresse der Nachrichtenstelle s ü r KriegSgesangene (Th- pri- soncrs oi war inwrmation burnru) in London 49 Wellington- ftreet, Strand. An diese Adresse können Brieie für die deutschen Kriegsgefangenen in Englcnrd gerichtet wenden. Die Russen vor Przrtnysl. Wien , 15. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Aus dein Kriegs- prcsiequartter wird amtlich verbau tzdart: Am 2. Okt. ivurdc bei dem FestunqSkommando der Festung Przemysl sollender an den Kommandanten der Festung gerichteter Brief durch einen Parlamentär iüberbracht: Herr Kommandant! Dos Glück hat die Sc. und SP. Itrmee »erlassen Die letzten erfolgreichen Käntpfe unserer Truppe» hoben mir die Möglichkeit gegeben, die Eiv. Erzellenz anvertraute Festung Arzemyst zu umringen. Irgend welche Hilfe für Sic von ausz-n halte für unmöglich. Um unnützes Blutvergießen ju vermeiden, siudc ich es setzt an der rechten Zeit, Ew. Exzellenz Unterhand- lungen über die Uebergabe der Festung Przcmyst vorzuschlagen, da es in diesem Falle möglich wäre, für Sie und die Besatzung ehrenvolle Bedingungen bei dem Allerhöchsten Oberkommando zu erbitten. Falls Ew. Exzellenz die Umerhandlungeu zu beginnen wünschen, wollen Sie unsere entsprechend bevollmächtigten Delegierten, Oberstleutnant Wandam, ihre Bedingungen güttgst mit- tcilen. Ich benutze diesen Anlaß, um Ew. Exzellenz m ine Hochach- tung anSznspreckcu. Der Kotnniandant der Przemysl blocktcrenden Armee, General Radko Dimitrieff. Die sogleich auf dieses Schreiben erteilte Antwort lautet: Herr Kommandant! Ich sind« eSuutermcinerWürde, aus den schimpflichen Rat eine meritortsche Antwort zu erteilen. Der Kommandant der Besatzung von Przemysl. Ein amtlicher österreichischer Bericht. (WTB.) Wien, 15. OO. (Nichtamtlich.) Amtlich ivird verlaulbari: Gestern eroberten unsere Truppen die besestigten Höhen von Siarasol. Auch gegeit Slarn-Samdor gewannen unsere Angriffe Raum. Nördlich des Sttwiaz haben >oir eine Reihe von Höhen bis zu der Südostsvont von Przemnsl im Besitz. Am Sanslusse abwärts der Festung wird ebenfalls gekämpft. Unsere Verfolgung des Feindes über die Karpathen hat Wyszkow und Skole erreicht. Der Stellvertreter des Chefs des Generalsbabes. v. H ö s e r, Generalmajor. - Ein Attentat gegen englische Agenten. (WTB.) Bukarest, >5. Okt. (Nichtamtlich.) (Aqence Roumaine.) Als die Brüder Buxton mit dem Sohne Geschows im Automobil zur Teilnahme an dem Lcichen-- zuge für den Wnig attsfnhren, feuerte ein junger Türkis Pashil Hassan, der von Saloniki gekonnnen war und einetr am 26. Septeniber in Konstautinopel visierten Paß besaß, vier Revolverschüsse auf sie ab. Der eine der Brüder erhielt einen Schuß durch die Lange, der andere wurde leicht verletzt. Der Täter ist verhaftet worden. Zu dem Attentat ivird noch gemeldet, daß die Schüsse aus nächster Nähe »on dem Autotrtttbrett abgegeben worben sind, daß der eytc der Brüder ztoei Sckzüise in die linke Brustsette erhalten l>at. so daß an seinem Aufkommen ge- zwcifelt ivird, der andere Bruder durch einen Schuß tu die Uinnlade schtoer verletzt worden ist, daß Geschow eins leichte Kopfwunde erhalten hat, daß allen dreien in beut Hotel, vor welchem das Attentat erfolgt ist, die erste Hilfe zuteil wurde und daß endlich der Täler von dem Chauffeur niedergeschlagen worden ist. Russischer Theaterdonner tm Schwarzen Meer. '828,1 Konstanttnopel, 15 Okt. (Nichtamtlich. „Tas- vir-i-Esiiar" äußert sich zu dem Erscheinen ocr russische n S ch w a r z c - M e c r - F l o 11 c an den Küsten Rumämens und Bulgariens >md nieint, cs fet dazu beftnmmr, die Haltung R„- mänieits imd Bulgariens zu besinstusstn. Das Blatt glaubt aber nicht, daß die beiden Staaten sich durch solche voeiilxrgeltends .Knndgebimgen beeinflussen und zu einem Vorgehen hinreifzen lassen werden, das geeignet ist, ihr Sein oder Nichtsein zu berühren. Das Blatt fügt hinzu: Wir glauben nicht, daß irgend erne Regierung auf den Balkan etwas unternehmen Ormt, olme die Lcwd-- nnd Seemacht der Türkei in Rechnung zu ziehen, es wäre denn, das ihr Unlernehmen von der Türkei gebilligt ivird. Was die Türkei betrifft, deren Flotte nach wie vor die Freiheit des Ausganges ins Schwarze Meer behält, ergibt sich aus diesem Umstande, daß die Kundgebung im Schwarzen Meere nichts an sich bat, was uns interessieren kann. Das Matt erklärt sodann: Die Tatsache, daß Rußland die Haltung seiner Verbündeten, die den Grunö zur Schließung der Dardanellen gegeben hat, mit Stillschweigen überging, läßt die türkisch-russischen Beziehungen weiter ins Dunkel der Ungewißheit gehüllt. Anstatt durch derartige Kundgebungen die Haltung seiner Verbündeten zu billigen und so die UnNarlteit der Lage noch mehr zu vergrößern, würde Rußland logischer handeln, wenn cS jene zur Vernunft zu bringen versuchte, die die Ursache zur Schließung der Dardanellen gewesen sind. — „Servet-i funun" ist der Ansicht, daß Rußlands Kundgebung in den leitenden .itzreisen Rumäniens und Bulgariens einen schlechten Eindruck machen werde. Ein schwedisches Panzerschiff itufgelmifen, >WTB.) Stockhol nt, 15. Okt. Ter Oberstlvmmandi-reiche der ichwedischen Flotte meldet deni Märineministcriuni, dal. das Panzerschiff „Oskar 2" in den inneren Schären, dickst bet Stockholm, auf Grund gestoßen sei. Der Grund sei nicht gefährlich. Bergungsmaterial ist abgesandt worden. Der Krieg und der Handel Amerikas. (WTB.) New Bork, 16. DO (Nichtamtliche Das Fach- blatt ,Zran Aqe" schreibt: 'Der Stabpreks ist mebriger, aber die Abnahme des Geschäftes sehr gering von Woche zu Woche. Mehr und mehr glaubt nur», daß» sollte der Krieg länger sich aus- dehnen, als man im allgemeinen angenonümen hatte, dieses von zunehmender zerstörender Wirkung für die amerr- ka nisch« Industrie sei. Stahl war sehr lebhaft. ES sind gute Aufträge gebuckst worben. In den anderen Zweigen lwrrsckst nur geringe neue Kauflust. Für Bleck, zeigte sich ourige Nackz- fragc vom Sluslaitde. Nach den vorliegenden Berichten sind Aufträge von 756 000 Weißblcchbüchsen gebucht worden. Roheisen war träge, die Erzeugung ninnnt ab. Für die ersten Monate des nächsten Jahres war einige Nachsiagc dafür zu werben. Amtlicher Wetterbericht. Oeffentlichcr Wetterdienst, Gießen Wettermissichtcn in Hessen am Samstag, den 17. 00, 1911! Wolt,g, doch meist trocken, Wind- ai,S östlichen Richtungen, kühl. Deutsches Sysiem Deutsches Mdierial Deutsche Ärbeii: machen „EFMA" zum wirklichen .Ersatz Für Mass-Arbeit- Dabei ist „EFMA- um ein Drittel billiger als Mass- Arbeit. Ein Vorzug, der Sie gerade jetzt veranlassen sollte, sieh dieser neuen Konfektion zuzuwenden. Carl Nowack Für die herzliche Teilnahme, sowie für das ehrende und treno Gedenken des Helden, der für Deutschlands Ruhm und Freiheit gefallen ist, dankt im Namen der Familie: Frau Anna Hoffmann, geb. Ihring. Giessen, den 15. Oktober 1914. 07908 fflr cRsere Eusanose-TasSsleäfen ein bew4brt«s Nähr- osd KräftipnngsmMtel besonders auch als Vorhenjnnosmittol gegen I5agea- und Darm- krankbetten für unsere Soldaten im Felde, ln geeigneter Packung zum Versand als Feldpostbrief 1 Schachtel Mk. 1.—. In alles Apotheken käniliob. Ndhrcilttelverk H. A. V. des Apotheker-Vereins lm Brossh. Hessen in Heinbeim (Hessen). 10245ss Bindfaden, Kordel und Packstrickes Ia. crstklass Fabrikate, 9tändi(r.[,airor j von ca. 3000k(r I sortiert in den [ gangbarsten Nrnnmem. Ludwig Lazarus Asterweg 53 Fernsprecher 595. [10399 j Schön garnierte Damen hüte Hutformen Sämtl. Zutaten, Federn etc. werden zu jedem annehmbaren Preise verkauft Ä. Goldschmidt Seltersweg 12, Giessen • - v : - ; : ... . • >.>- . .. -"^ v . •*' !*V." V - - -'V' 1 ■. Gestern nacht entschlief sankt und unerwartet nach eintägigem Krankenlager im öd. Lebonsjahr unser lieber, innigst- g eüebter Vat-er, Bruder, Schwiegervater, Grossvater, Schwager und nkel Herr Christoph Wagner Schreinermeisfcer. In tiefer Trauer: Familie Clir. L. Friedrich Wagner Familie Karl Scheid Familie Karl Wagner. Frankfurt, Giessen (Steinstrasse 23), 16. Oktober 1914. Die Beerdigung findet Sonntag, den 18. Oktober, nachmittags 3 Uhr, von der Kapelle des neuen Friedhofs aus statt. 10691 Veteranen-Verein. Bon dem Ableben unseres lieben Kameraden Christoph Wagner setzen wir unsere Kameraden geziemend in Senni- nis. Die Bestattung findet Sonntag, den 18. ds. M 1 S.. nachmittags 3 Uhr, von der Kapelle des neuen Friedhofs aus statt. 10703D Der Vorstand. Am 22. August starb aus Frankreichs Erde den Heidentod fürs Baierland mein innig!« geliebter Mann, unser lieber, guter Sohn, Bruder, Schwager und Nesse Jakob Leinweber Gardist im Leib-Garde-Rcgt. 118. In tte!er Trauer: Berta Leinweber, geb. Schmieder Familie Grostbaus Familie Schmieder Familie Leinweber« Gieben tBrandgasse 31, Ranstadt. Den Heldentod fürs Vaterland starb am 17. September auf Frankreichs Erde unser lieber Sohn, Bruder, Neffe und Vetter Leonhard Kraushaar Unteroffizier des Reserve-Infanterie-Regts. 162 im Alter von 25 Jahren. In tiefer Trauer: Familie H. Kraushaar. Giessen (Seltersweg 56), den 16. Oktober 1914. Von Beileidsbesuchen bittet man abzusehen. 10687 E. 21. B. Gießen. Gestern starb unser Mitglied Herr Sitzrkinttmißtt Christoph Sinn«. Die Beerdigung findet statt Sonntag, den 18. d. Mts., nachmittags 3 Uhr, von der Kapelle des neuen Friedhofes au?. 10701D Wir bitten um zahlreiche Beteiligung. Der Vorstand Nachruf. i Den Heldentod fürs Vaterland starb am 18. September unser Sangesbruder Herr Heinrich Harbach Reservist im Jnsanterie-Regt. Kaiser Wilhelm Nr. 116. Wir verlieren in ihm ein treues Mitglied und einen lieben Freund, dem wir ein ehrendes Andenken bewahren werden. Woznttin Heiterkeit, 8rchll-Vchck. Im Kampfe mit feindlichen Fliegern starb am 8. Oktober den Heldentod fürs Vaterland unser geliebter, hoffnungsvoller Sohn, unser guter Bruder, Neffe und Vetter Friedrich Bock Lnfteebiffer-Unternff. u. Maschinengewehrschütze auf Z. IX. Um stille Teilnahme bittet in tiefer Trauer Familie Franz Bock, Tapezierer. Glessen (Frankfurter Strasse 128), den 15. Oktober 1914. Die Beerdigung findet am Sonnabend, nachmittags 4 Uhr, von der Kapelle des neuen Friedhofes in Giessen ans statt 10689 Gesangverein „Heiterkeit". Am 22. August starb ans Frankreichs Erde den Heldentod fürs Vaterland unser liebes Mitglied Karl Loos. Wir werden ihm allezeit ein ehrendes Andenken bewahren. 10688 D D«r Vorstand. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei unserem schmerzlichen Verluste sagen wir allen herzlichen Dank. JnSbe- sondere danken wir Herrn Pfarrer Dörr für seine trostreichen Worte am Grabe der Entschlafenen. Hcuchelhrim, St. Gallen, den 15. Okt.l914. lMJ] Familie Jakob Rinn X. Danksagung. Für die vielen Beweise wohltuender Teil- »ahme bitten wir auf diesem Wege unseren herzlichsten Dank aussprechen zu dürfen. Im Namen der Hinterbliebenen: Ahtimr Justizr-t Dr. Wer. Lorsch, 15. Oktober 1914. 10697 Es ist bestimmt in Gottes Bat Dass man vom liebsten, was man hat Muss scheiden. Den Heldentod fürs Vaterland starb in Frankreich am 6. Oktober mein guter Mann, der treusorgende Vater meiner Kinder, unser lieber Schwiegersohn und Schwager Ferdinand Rau Gefreiter der 10. Kompagnie im Landwehr-Inf.-Begt. 116 im 34. Lebensjahre. In tiefem Schmerz namens der trauernden Hinterbliebenen: Frau Minna Ran, geb. Pfeiffer, nebst Kinder. Launsbach, 15. Oktober 1914. 07311 Seinen am 25. September im Kampfe fürs Vaterland erhaltenen schweren Wunden erlag am 13. Oktober im englischen Hospital mein braver Sohn, unser lieber Bruder Otto Keil Reservist im Infanterie-Regiment Nr. 116 im 27. Lebensjahre. In tiefer Trauer: Familie Keil, Gastwirt. Ober-Bessingen, den 16. Oktober 1914. Die Beerdigung findet statt: Samstag, den 17. Oktober, nachmittags 2 Uhr, zu Ober-Bessingen. iofw Slpriit MkmkfnW Wen. Die Beiträge zur Kranken- und Invalidenversicherung für den Monat «ugust 1»I4 können noch bis zum 29. ds. Mts. ohne Koste« bezahlt werden. 16690D Gießen, den 15. Oktober 1914. Der Vorstand. I. A.: Alb. Lentz. indermäntel Ich empfehle Neue Kindermäntel mit angeschnittenen Aermeln in modernen Flausch- u. Fantasiestoffen, Samt u. Astrachan zu bekannt billigen Preisen Enorme Auswahl in allen Größen am Lager Carl Nowack Größtes Spezialhaus für Damenmodewaren in Oberhessen 10573a