Ar. 24* Erster Blatt *64. Jahrgang Der »letzever Anzeiger erschein! täglich, auber Sonntags. - Beilagen: viermal wöchentlich AietzenerZamlliendlätter: zweimal wächentl.itrelS' blattfürdenlkieirSieheii (Dienstag und Freitag); zweimal monatl. Landwirtschaftliche Seitfrag«« Fernlprech - Anschlüße: iürdieSchriltleitungllL Berta «.GeschäikSstellebl Adresse >ür Drahtnachrichten Anzeiger Kietze». Annahme van Anzeige« sür die Tagesnummer bis vormittags 9 Uhr. ietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Mittwoch, l^. Moder iez»gS»rc>>: nianatl. 75 'EU, viertel» lährl. Mk. 2P0; durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. 65 Ps.; durch diePost Dik.2.— vicrtel- jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal ISPfi ausiv. 20 Ps. — Haupt- schristleiter: Aug. Goetz. Berantwortlich fiir den polit. Teil: Aug. Goetz; sür .Feuilleton', .Vermischtes' und.GerichtS- saal": Karl Neurath; iür .Stadl und Land' : Rota1io«dr»ck «nd Verlag der vriihl'schen Unio.-Vuch- und Zteindruckerei R. Lange. Zchriftleitung, Seschästrstelle u. vrnckerei: 5chulstr. 1 . A^j^meil:' ^ Beck. Neue Kampfe im Westen. Der Befund in Antwerpen. Schlappen der Russen zu Wasser und zu Lande. 5fta Vlttnariict-, 13. Oktober, vorm lAnitk.) Do« westlichen Kriegsschauplatz liegen Nachrichten von Bedeutung nicht vor. Deftige Angriffe des Feindes östlich Sois so ns find abgewiesen worden. Im St» gönnen« alde finden andauernd erbitterte Kämpfe statt. Unsere Truppen arbeiten sich in dichtem Unterholz und äußerst schwierigem Gelände mit allen Mitteln des Festungskrieges Schritt sür Schritt vorwärts. Dir Franzosen leisten hart- nülvgen Widerstmw, schieben von bcK Bäumen und mit Maschinengewehren von Bmnnkanzcln und haben neben etagenweise angelegten Schützengräben starke, festungsartigc Stützpunkte eingerichtet. Die von der französischen Heeresleitung verbreiteten Nachrichten über Erfolge ihrer Truppen in der Woevre-Ebene sind unwahr. Nach Gcsangenenaussagen ist den Truppen mitgeteilt worden. die Deutschen seien geschlagen und mehrere Forts von Metz bereits gefallen. Tatsächlich haben mrsere dort fechtenden Truppen an keiner Stelle Gelände verloren. Etain ist nach wie vor in unserem Besitz. Die jetzigen französischen Angriffe gegen unsere Stellung bei St. Mihiel sind sätntlich abgewiesen worden. Unsere Kriegsbeute von Antwerpen läßt sich auch heute noch nicht übersehen. Me Kahl der in Holland ©nt» wafsneten ist auf annähernd 28 000 Mann gestiegen. Nach amtlichen Londoner und niederländischen Nachrichten befinden sich hierbei auch 2000 Engländer. Scheinbar haben sich viele belgische Soldaten in Zivlllleidnng nach ihren Heimatsorten begeben Der Gebäude- und Materialschaden in Antwerpen ist gering. Die Schleusen- und Führen-Anlagen sind vom Feinde unbrauchbar gemacht worden Im Hafen befinden sich 4englische, 2belgische, 1 französischer, 1 dänischer, 32 deutsche und 2 österreichische Lamp» fer, sowie 2 deutsche Segelschiffe. Soweit deutsche Scl,iffe bisher untersucht worden sind, schem-chl die Kessel unbrauchbar gevwcht worden zu sein Aus dem östlichen KriegSschaupla8 verlief der 11, Oktober im allgemeinen ruhig. Am 12. Oktober wurde ein erneuter Umfassungsversuch der Russen bei Schirwiudt abgewiesen Sie verloren dabei 1500 Gefangene und 20 Geschütze. In Südpolen wurden die russischen Lortruppen südlich von Warschau durch unsere Truppen zurü ckg ewo rfcn Ein Uebergangsversuch der Russen über di« Weichsel südlich Iw angor o d wurde unter Verlusten für die Russen verhindert. Oberste Heeresleitung. * , * Mit erfreulicher Ausführlichkeit belichtete uns gestern die oberste Heeresleitung über den Fortgang der KrieAs- ereignisse in Frankreich. Noch können d-ie Truppen, die Antwerpen erobert haben, dort iricht eingreifen, da in Nordbelgien erst ganze Arbeit gemacht werden muß. Die Mit- teiUlng, daß zahlreiche deutsche Herndelsdampfer im Ant- werpener Hasen von den Engländern versenkt worden seien, hat sich als falsch heransgestellt; nur die Kessel der Schiffe sind unbrauchbar gemacht worden. Von unserer äußersten Westfront liegen neue Nachrichten nicht vor; es mögen sich dort Vorbereitungen abspielen, die erst in einigen Tagen Ereignisse erwarten lassen. Dagegen haben die Franzosen zwischen Soifsons und Reims heftig angegriffen. Bor drei bis vier Tagen war in französischen Meldungen die Möglichkeit angedeutet worden, daß Reims wieder in deutsche Hände fallen könnte, natürlich nur „vorübergehend'. Vielleicht wollten sie durch die vorstehend erwähnten heftigen Angriffe östlich von Soissons bewirken, daß die Deutschen ihre Fortschritte vor Reims wieder ausgeben Denn an einen französischen Durchbruch an dieser Stelle der Aisne ist doch nicht ivohl zu denkeit; die Au griffe sind abgewiesen worden. ,' Im Argon ner Walde finden Kampffzenen statt, ähnlich wie wir sie schon aus dem Munde zsurückgekehrter Verwundeter haben schildern hören. Die Franzosen bringen sogar ihre Maschinengewehre aus Bäume und suckln durch solchen Luftkrieg" das deutsche Vorgehen aufzuhallen. Allein die Unseren schießen gut auch von unten nach oben, und gar mancher Franzmann ist, wie aus glaubwürdigem Munde uns erzählt wurde, von seinem luftigen Sitz herabgestürzt. Es müssen wilde, mörderische Ereignisse sein, die sich dort in den Wäldern abspielen, alle Schrecken des Nahkampfes, in dem die deutschen Soldaten indessen ihren Gegnern überlegen sind, Basonett und Kolben, werden sich geltend macheu. Mehrere Forts von Metz sollen nach französischen Lügennachrichten gefallen sein! Dabei ist vor einigen Tugen schon bekannt geworden, daß die in unserer Provinz Oberhessen undergebrachten Flüchtlinge aus dieser Festung wieder die Heimreise haben antreten dürfen. An keiner stelle haben unsere Truppem, die dort wohl noch unter dem deutschen Kronprinzen kämpfen, Gelände verloren. Vor den Toren von Verdun donnern unsere Geschütze: Etarn> das in der amtlichen Meldung genannte kleine Städtchen, liegt nur 15 Kilometer nordöstlich von Verdun. Auch weiter im Süden, bei St. Mihiel, sind neue französische Angriffe abgeschlagen worden. Auch im Osten bleibt die Lage nach wie vor befriedigend. Tic neuen russischen Heere haben nur Mißerfolge gehabt. Auch neuerdings, am 12. Oktober, mißglückte ihnen ein Umfassungsversuch bei Schirwiudt, an der Nordostecke Ostpreußens, und Hindenburg, dem allein die genialen; Umgehungskunststücke gelingen, eroberte dabei wieder 20 Geschütze und machte 1500 Gefangene. Auch in Polen werden die Russen mehr und mehr zurückgedrückt; südlick) von Jvangorod, also östlich von Radom, gelang etz ihnen nicht, die Weichsel wieder zu überschreiten. Und westlich von Lemberg, in Galizien, ind ja bekanntlich die Tage ihres Bleibens nach der Er- ' 7-ung von Przemysl durch die Oefterreichcr gleichfalls gezählt. Wie um aller Welt darzutun, wie unterlegen in jeder Beziehung die Kriegsführung der Feinde ist, hat im finnischen Meerbusen auch einen russischen Panzerkreuzer das Verderben ereilt. Ein deutsches Torpedoboot hat ihn durch einen wohlgezielten Schuß „senkrecht in die Diese" befördert, wie es in der russischen Nachricht heißt. Der Russe „Pallada" war ein Schiss der „Bajan"-Klasse, 1806 gebaut, hatte 8000 Tonnen Wasserverdrängung, eine Schnelligkeit von 22,5 Seemeilen, mit 1020 Tonnen Kohlenvorrat, 13 000 Pserdekräften, 2 Schrauben, 137 Meter Länge, 17,5 Meter Breite, 6,5 Meter Tiefgang und 533 Mann Besatzung. Das Schiss war auf der Petersburger Admiralitätswerft gebaut, hatte einen Panzer- gürbel von 2,5 Zentimeter, zwei seitliche Torpedorohre unter Wasser für 45kalibrigcn Torpedo, 4 Geschütze 20,3 Zentimeter und 22 Oieschütze 15 Zentimeter sowie eine Anzahl leichterer Geschütze. * . * Ein russischer Kreuzer gesunken. Die Nachricht von dem Gefecht im Finnischen Meerbusen hatten wir gestern nur in einem Teil unserer Auflage bringen können; sie wird daher nachstehend wiederholt: Berlin, 13. Okt. (WTB. Amllich.) Ein russischer Panzerkreuzer der Bajan-Klasse ist am 11. Oktober vor dein sinnischen Meerbusen durch einen Torpedoschuß »um Sinken gebracht worden. Der stellvertr. Chef des Admiralstabs: v. Behn ke. Berlin, 13. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Nach uns vorliegenden Telegrammen verbreitet die russische amtliche Delegr.-Agentur zu dem amtlich gemeldeten Untergang des russischen Panzerkreuzers folgende Nachricht: Am 11. Okt. 2 Uhr nachmittags (russische Zeit) griffen feindliche Unterseeboote von neuem unsere Kreuzer „Bajan" und „Pallada", di« in der Osffee aus Vorposten waren, an. — Obgleich die Kreuzer sofort ein starkes Artilleriefeuer eröffneten, gelang es gleichwohl einem Unterseeboot, ein Torpedo gegen die „Pallada" zu schießen. Aus (dieser enfftand eine Explosion und der Kreuzer sank mit seiner ganzen Besatzung senkrecht in die Diese. Ei» russischer amtlicher Bericht. Petersburg, 13. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Der Große Generalstab tellte am 11. Oktober folgendes mit: Auf dem linken Weichselufer haben Kämpfe in der Richtung auf Iwan gor o d und War schau begonnen. Auf der übrigen Front sind keine Veränderungen zu melden. Antwerpen und die Verfolgung des Feindes. A m ft e r d a m , 13. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) „Nieuws van den Dag" melden aus Breda vom 12.Oktober: Ein Holländer, der gestern nach Antwerpen radelte, erzählte, daß ihm die geringe Beschädigung derStadt ausgefallen sei. Die zerstörten Häuser müßten gesucht werden, In den Docks ist die Zahl der Schiffe auffallend; sie führten keine Flaggen, nur einige die amerikanische. Ganz unbeschädigt sind das große Hospital, der Königspalast, die Zentralstation und die Frauenkirche. Bei dem Stadthause sind nur an den Seitenflügeln die Fenster zerbrochen. Im ganzen sind nach Meldungen aus guter Quelle nur 200 Häuser beschädigt worden. Unzutressend ist das Gerücht, nach dem die deuffche Verwaltung die Männer von 18 bis zu 30 Jahren aufgerufen habe, um sie arbeiten zu lassen. Ganze Karawanen von Flüchtlingen sind bereits zurück gekehrt, es geschieht ihnen kein Leid und sie sind froh, zurück zu sein. Tausende deutscher Matrosen und Infanteristen durchziehen singend die Stadt; sie sahen vor- tresflich aus. Auf allen Häusern weht ungehindert die belgische Flagge. Aus Axel wird gemeldet: 12.Okt. Entlang der gesamten holländischen Grenze wurde gestern heftig ge fochten, besonders bei Moerbeke, Wachtcbeke und Exaerde und zwischen St. Nikolas und Gent. Tie deuffchen Vorposten wurden gestern bei Moerbeke und Saelzaete etwas zurückgetrieben. Aber im ganzen dringen die Deutschen in der Richtung Gent — Ostende vor. Unaufhörlich ist Kanonendonner und Schnellfeuer zu vernehmen. Es scheint, als ob der Rest des belgischen Heeres noch die verzweifelte Hoffnung hegt, den Feind zurückzuhalten. Es kostet den Belgiern starke Berluste, besonders an Reiterei. An der Grenze entlang wimmelte es von reiterlosen belgischen Pferden, die wild herumlaufen und stark abge. magert sind. A m st e r d a m, 13. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) „Tele- graaf" meldet aus Rosend aal vom 12.Okt.: Eine Abteilung von 200 belgischen Chasseurs überschritt die holländische Grenze bei Bouchaute und bei Philippine in Flandern. Sie wurden entwafsnct. Die belgische Regierung «ach Bordeaux verlegt. Berlin, 13.Okt. Das „Berliner Tageblatt" nuldet aus Rotterdam: Der „Nicuwe Rotterdamschc Courant" berichtet: Nach einer Aieldung aus zuverlässiger belgischer Quelle ist die belgische Regierung nach Bordeaux verlegt worden. 400 Millionen Mark Kriegösteuer für Antwerpen. Kopenhagen, 13. Okt. Wie englische Blätter berichten, ist Antwerpen eine Kricgsstener von 400 Millionen Mark auferlegt wordem Die Königin der Belgier. Kopenhagen, 13. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) „National Titende" meldet aus Paris, daß die Königin der Belgier in Ostende eingetrosfen ist Taubenangriffe über Paris. Paris, 13. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Gestern vor-« mittag 10 Uhr überflog eine Taube Paris und warf sechs Bomben ab. Eine durchschlug das Glasdach des Nordbahnhofs und fiel zwischen zwei Waggons; d-ie andern fielen in die Rue Pouckiet, llkue Eauchois und aus den Boulevard Clichy, ohne Schaden anznrichten. Fünf sranzösische Flugzeuge nalMcn die Verfolgung des deutschen agf. Es iverden neue Fluggeschwader in den Dienst gestellt werden, um den weiteren Taubenangriffen entgrgenzu- treten. Feindliche Flieger über Karlsruhe. Karlsruhe, 12. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Heura nachmittag und heute abend erschienen feindliche Flieger über fc,er Stadt. Das abenhs um 6 Uhr erschienene Flugze:^ bewegte sick> langsam über den Waffen- und Munitionsfabriken und den Kasernen. Wie mau ersahrt- entkam der Flieger unversehrt. Heldenstück eines bayrischen Soldaten. Berlin, 13. Okt. (Priv.-Tel.) Der „Bert Lok.-Anz." meldet aus München ein Helden st ück eines bayerischen Soldaten. Ein Bataillon eines bayerischen Re- serve-Jnfanterie-Regiments wollte in dem leergelaufenen drei bis vier Meter tiefen betonierten Saarburg-Saarbrücke- ner Kohlenkanal ungesehen vorrücken, als plötzlich Wassers in den Kanal schoß, das bald bis an die Patronentaschen der Leute heranreichte. Ein dem Bataillonsstab beigcgebcner Mechaniker radelte nun anderthalb Kilometer weit zur nächsten Schleuse. 400 Meter vor dem Ziel riß eine sranzösische Granate den Mann vom Rade, der, da er nur Streifwunden erhielt, weiterfuhr. An der Schleuse standen zwei französi^ sche Pioniere; den einen erschoß er, der andere warf eine Handgranate, die ins Wasser siel. Dem Münchener gelang es, die Schleuse zu schließen. Unmittelbar darauf erhielt er einen Schuß in den Oberschenkel und fiel selbst ins Wasser. Andere heranrückende Bataillone säuberten den Schützengraben von Feinden. Das gefährdete Bataillon hatte deh tapfere Mechaniker gerettet. Er wurde zum Unteroffizier ernannt und erhiell das Eiserne Kreuz. Die Geldnöte Rußlands. Paris, 13. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Wie der Korrespondent des „Temps" aus Petersburg meldet, wird die russische Regierung, um die Kriegskosten zu decken, mehrere Steuern erhöhen, so die städtisch Immobilien- steuer, die Mietssteuer, die Steuerpflicht der Nomaden- völker, die Bierstcuer, Stempelsteuer und Versicherungssteuer, die Erbschaftssteuern und Zöfle sowie die Lagersteuer in den Häfen Die Regierung berechnet die hieraus entstehenden Mehreinnahmen auf 400 Miflionen Rubel Ferner beabsichtigt die Regierung die Einführung einer Fracht st euer, deren Ertrag auf 200 Mill. Rubel berechnet wird, und einer Einkommensteuer, die 150 Millionen Rubel einbringen soll. Die Kurden gegen die Rüsten Ko n st a n ti n op e l, 13. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) „Jkdam" erfährt von unterrichteter Seite, daß die persisch-kur di scheu Stämme bereits den dritten Angriff auf die Russen unternommen haben. Diese wurden geschlagen. Die Kurden eroberten zwei Kanonen und nahmen drei Offiziere gefangen, ungeftihr 50 Russen fielen. Die Stadt Urmia, wohin sich die russischen Truppen- abteilungen flüchteten, ist voll von Verwundeten. Die Kurden sollen sich Urmia aus zwei Wegstunden genähert haben Schlimme Zeichen sür Indien! Wien, 13. Okt. (WTB. Nichtamtlich) Die „Süd- flämische Korrespondenz" meldet aus Konstantinvpel: Auf Grund von Meldungen türkischer Blätter in Teheran richtet die Zeitung „Schems" aus Aschkabad in ^ndien, daß der Sohn des Emirs von Afghanistan mit einer Armee die indische Grenze angriffsweisc überschritten habe. — Das gleiche Blatt meldet aus Simla: Das Erscheinen des Kreuzers „Emden" vor Madras ries eine große Be- wegung unter der dortigen rmtionalistischen Partei hervor. Gegen englische Beamte wurden Attentate verübt, als deren Veranlasser Angehörige der indischen Unabhängig- kcitspartei, der stärksten revolutionären Vereinigung In- btenä, bezeichnet werden Unter den kriegerischen Sikhs in Nord,»dien ist eine revolutionäre Bewegung ansgebrochen. Die bedeutendste Zeitung „Sikhlandeswt Khalsa Gazett" ist von der Regierung unterdrückt worden. — Hinsichtlich der Uebersührung indischer Truppen auf europäische Kriegsschauplätze wird erklätr, daß hierfür in erster Linie die Besorgnis maßgebend war, die Truppen könnten bei einer möglichen Aufstandsbewegung eine bedenkliche Rolle spielen. Landung von Senegalesen in Kamerun. Paris, 13. Okt. (MB. Nichtamtlich.) Der „Temps" meldet aus Vigo, daß der englische Dampfer „Aurora." in Las Palmas ist. Er soll in Kamerun HO OOOSenegalesen aus-- geschifst haben. Dort soll ein großes Gefecht im Gange sein, dessen Ausgang noch ungewiß fei. (Nach anderen Nachrichten wurden nur 600 Senegalesen gelandet.) ttriegsbriefe aus dem Westen. Von unserm Kriegsberichterstatter. (Unberechtigter Nachdruck, auch ausWgsweise, verboten.) . Der letzte Akt von Antwerpen. Großes Hauptquartier, 9.Okt. Mecheln, die Stadt der kuckicksperberfarbiqen Hübner, Me- cheln, dessen Fischergilde ehedem Rubens in Brot setzen konnte, nun Belgiens geistliche Hauptstadt, aller höheren Töchter Nordamerikas und Älbions AquarcllerMestadt, — Mecheln ist in deutschen Händen! Wir Deutschen, so eng wir uns mit der vlänrischen Kulturgeschichte verwachsen fühlen, wissen doch blicht, was das für den Belgier bedeutet! Für chn ist Mecheln in diesem Augenblick nicht mehr die auf Schritt und Tritt durch die kunstliebende Statthalterin Margarete von Oesterreich geweihte Stätte, zu der in sricdlicben Tagen die Wanderer aller Nationen gewalliahrtet sind. Für ihn ist die winkelige Stadt an der Dyl- das Glacis Antwerpens, der uneinnehmbarsten Festung der Welt, wie der englische und französische Äundcsbrudcr immer wieder versichert haben. Diese fürchterlichen Deutschen, sie mögen ganz Belgien übcr- rennen, ehe noch die Engländer landen und die Franzosen ihre Hilfstrnppen marschieren lassen können. Sie mögen Brüssel zum Sitze ihres Generalgouvernements machen und sich lachend den Senatssaal im Gebäude des Ministerpräsidiums betrachten, in welchem der König den Krieg gegen Deutschland erklärt hat. Aber niemals, niemals werden sie Antwerpen einnehmen können. So glaubt jeder Belgier. Sie mögen diese Festung, die durch Ucberschwenrrmnrg des Flachlandes unnahbar wird, getrost einschließen und sich wochenlang daran verbluten. Tann aber wird eines Tages der französische Bundesgenosse Hilfe bringen. Und die Engländer werden mit einem Entsatzheere landen. welches die letzten Deutschen, die von der Wut der Belgier verschont bleiben, über die Grenze fegen wird Es gebt keinen Belgier, der etwas anderes erwartet. Und nun stehen die Deutschen schon in Mecheln, nun beginnen die belgischen Geschütze selbst das wahnwitzige Vernichtungsfeuer auf ihre wundervolle, längst in alten Träumen vergangener Größe eingeschlafene Kunststadt. Als sich die Kunde in Brüssel verbreitet, daß das Schiss der St. Romuald-Kathedrale von belgischen Granaten zersetz! wird, ohne daß der Vormarsch der Deutschen aufgehaltcn werden kann, senkt sich ein Zittern der beginnenden Verzweiflung über die Gemüter. Wenn das wahr ist, dann hat Belgiens Stunde geschlagen. Und es ist loahr! Jede Nachricht bestätigt es mit Einzelheiten. Wir fahren durch die blühenden Landstriche zwischen Brüssel, der duldenden, machtlosen Hauptstadt, und Antwerpen, dem Hort der letzten Hoffnung der Nation. Um jeden Fnß Breite des fruchtbaren Gartenlandes, dessen Ueppigkeit den Kampf zwischen zwei großen Völkern wohl verlohnt, ist hier gelochten wocber.. Gräber, Schützengräben. Artilleriestellungen, zerstörte Dörfer, in Trümmer geschossene Kirchen und Klöster kennzeick-ucn die Erbitterung dieses Abschnittes des Krieges. Jedes Mittel ist den Belgiern recht gewesen, wenn es Erfolg versprach Sie haben schonungslos Gutshösc und atte Schlösser der Erde gleich gemacht, um freies Schußfeld gegen die anrückenden Deutschen yn gewinnen. Sie haben Dörfer und Städte geräumt, um sie mit Granatfeuer zerstören zu können. Sie haben meilenweit die ganze Ernte ersäuft, um Antwerpen zur festen Wasserburg zu machen. Und doch sind die Deutschen, als sie einmal Ernst machien, unaufhaltsam vorwärts gedrungen. Durch Dörfer und Flecken, dir .mit verkohlten Brandmarieru in den blühenden Gefilden Flanderns und Brabants das Elend des Krieges anflagen, dringen wir bis Mecheln vor. Die Granaten der belgischen Forts haben nicht nach dem Stern im Baedeker: gefragt, wo sie einqeschlagen sind. Fast als hätte ein mcphisto phclisch boshafter Wille es gewollt, haben fle das geschont, was nicht der Schonung bedürftig war, und für immer verdorben, worum sich das europäische Kulturgewissen auch im Kriege bangt, nämlich die spätgottschen Denkinäler am Stadthause und vor allem St. Romuald, eine der imposantesten gothischen Kathedralen der Welt. Niemand, der es nicht gesehen hat, kann ahnen, was das ist, Mecheln als tote Stadt. 60 000 Einwohner sind vor dem .Feuer der eigenen Artillerie kopflos geflüchtet. Sie haben alles stehen lassen, wie es gerade in der verhängnisvollen Stunde stand Hinter den offenen Fenstern steht auf dem Frühstückstisch noch das Kaffeegeschirr, die Tassen halb gefliflt. Aus dem Schreibtisch liegt ein halb vollendeter Brief, der den Verwandten in Südbclgien verkünden sollte, daß in zwei Tagen der König als Befreier seines Landes an der Spitze einer ungeheuren englischen Landungsarmec sein Gebiet von dem letzten deutschen Eroberer befreien werde. Und an seiner .Kette würde der Haushund vor Hunger heulen, wenn nicht ein mitleidiger deutscher Landsturmmann sich des vergessenen Tieres erbarmt hätte. In den Winkeln der einsamen Sttaßen aber sieht man ver- dächttges Gesindel umherschleichen. Gestalten, um die sich niemand kümmern kann, obwohl man ahnt, daß alles. >oas diese Diebe und Plünderer unternehmen, eines Tages auf das Schuldkvnto unserer rechtschaffenen deutschen Truppen geschrieben werden wird. Mögen fle cs tun, mögen dir englischen Blätter, die alle Schändlichkeitei'. BurenkriegrS vergessen haben, scheinheilig über „deutschen Barbarrsmus" zetern, unser Gewissen ist rein, und wir haben tn dieser Stunde, wo es sich um die Abwehr des frevelhaftesten llcbersaflcs auf unsere Grenzen handelt, Wichttgeres zu tim, als drc Haustüren kopflos daoongelausener Belgier zu bewachen. Dre Lage des heuttgen Tages ist folgende: Die drei großen verzweiflungsvollen Ausfälle der belgischen Armee aus Antwerpen sind längst so entschieden zurilckgeworsen worden, daß wir mit kühler Ucberlegung haben daran gehen können, unsere unwiderstehlichen schweren Kaliber gegen die Außenforts von Antlverpen vorwärts zu führen. Gin meilenweit überschwemmtes Vorland das mag etwas Neues sein jm Fcstungskriege. Aber Kanonen' die aus 18 Kilometer die Stauwäfle durchbohren, daß das Wasser abläuft, das ist auch etwas Neues, und das ist unsere deutsche Erfindung. Und Marinetruppen im Belagcrungskrieg, die über das bißchen zurückgtt-liebene Brackwasser aus den Moorwiesen lochen, dos ist auch etwas Neues, nicht wahr, etwas, was im englischen Programm nicht gestanden hat. Das Hütten sich die Belgier früher überlegen sollen. Der Krieg ist der Krieg und Antwerpen ist in dieser Stunde nicht mehr, was es jedem Deutschen hätte bleiben müssen, des blühenden Nachbarlandes weit geöffnete Handelspsottc, die niederdeutsche Stadt, Rubens Heimat, es ist der starke Rückhalt, die große Hvffilung der Feinde unseres Vaterlandes, die letzt, nachdem wir lange genug Schonung geübt haben, von der Karte der strategischen Operationen ausgestrichen werden muß. Küste es. was es wolle, wir haben diesen Krieg, wir haben diese Ver- ichwörung gegen den Bestand unseres Vaterlandes nicht verschuldet, und mag unser eigenes Herz dabei weinen, jetzt ist Antwerpen für 1W «52* oje trinblidie Festung, die Zuflucht der Geschlagenen, durch englische Hflfsttuppen verstärkten belgischen Arinec. Anlwerven muß jallen, uod wenn wir das wollen, weil wir nicht anders können, so darf es nur eine Frage von Stunden sein. Allo Verantwortung komme auf das Haupt derer, die den Krieg gegen uns gewollt haben. Wenn wir Deutschen aber wollen — darin hat sich die Welt in uns.freundlichen Träumern geirrt — dann können wir. Wir stehen am nördlichen OrtsauSgange von Mecheln. Dir ganze Verteidigungslinie der Anttoerpener Außenforts im Südosten ist vom Fort Walhem bis zur Redoute Kessel bereits unter unteren großen Kalibern und unter der Mitwirkung der österreichischen Mororbattericn in Asche und Zemenrbrocken zusammengcbrochen. Nock leisten die Belgier im inneren BerteidrgungSgürtel verzweifelten Widerstand, aber man kann an der Uhr absehen, wie kurz es noch dauern wird. Schon sind im "Norden unsere Truppen jenseits des Nethe-Aln'chnittes angelangt und eben in diesem Augenblick handelt es sich darum, den Ilebergang über die Nethe bei Walhem zu erzwingen An dem Platze, wo wir stehen und von dem aus der Kommandant einer angreisenden Brigade die Ope- rattonen leitet, sind vor wenigen Minuten einrge unserer Leute von Schrapneflsplitlern erschlagen und verwundet worden. Noch pseisen die belgischen Geschosse bis nahe an unS heran, um wirkungslos rn die überschwemmten Aecker zu zischen. Aber die Mannschaften, die nach 26stündigem Kampfe eben aus der von Schrapnellen bestreuten Straße zurückkehren, sie sehen so aus, als ob sie unwillig aus dem Kampffelde izurückwichen und das frische Bataillon beneideten, das vorwärts ins Feuer darf, lind zur Rechten ivie zur Linken decken mtt vernichtendem Donner Mörferbatlerien unseren Vormarsch. Schon steht die „dicke Bertha", das 42-Zentimeter-Geschütz bereit, in ihren neuen Standort vorzurücken. Schon ordnet sich die Brückeubaukolonne, um ihr den Weg über die Nethe zu ebnen. Mögen sich die Belgier noch so sehr mit dem letzten Mute wehren, mögen die heute ansgetauchten Renommier-Engländer sich ausnahmsweise zum Kampfe stellen — wir wissen, heute nacht, wenn das von Antwerpen gestellte Ulttmatum abläuft, dann werden unsere schwersten Geschütze jenseits der Nethe in Stellung sein. Um Mitternacht wachte ganz Brüssel. Eine Minute nach 12 Uhr, nachdem der Kommandant von Antwerpen, in letzter Stunde von Engländern aufgehetzt, erklärt hatte, daß er die Verantwortung für das Bombardement übernehme, bebte ganz Nordbelgien unter einem furchtbaren Krachen. Die „dicke Bertha" hatte ihren ersten Gruß nach Antwerpen ltinein gesandt und lohgelb ftihren Feuergarbeu aus dem Hafenviertel. Antwerpens Stunde hatte sich erfüllt. W. Scheuermann, Kriegsberichterstatter. Aus dem Reiche. Berlin, 13. Okt. (WTB. Amtlich.) Der Bundesrat stimmte der Vorlage, betreffend die Vornahme einer kleinen Viehzählung gm 1. Dezember 1914 und dem Antrag Preußens betreffend den Entwurf einer Bekanntmachung über hje Zahlung von Brandentschädigung in Ostpreutzcn zu. Breslau, 13. Okt. (WTD. Nichtamtlich.) Die von dem stellvertretenden Vorsteher der Stadtverordnetenversammlung Jnstizrat P e u ck e r in der „Schlesischen Zeitung" gegebenen Anregung, angesichts des großen Kampses, den unser Volk nach außen zu bestehen hat, bei deit im November bevorstehenden Stadtverordnetenwahlen in Breslau jeden Parteikampf zu vermeiden, hot bei allen Parteien der Stadtverordnetenversammlung Zustimmung gefunden. Es sind zwischen ihnen Verhandlungen im Gange, die, ivie Justrzral Peucker auch vorgeschlagen hat, darauf hinzielen, daß jeder Pattei die bisherige Zahl an Sitzen in der Versammlung unangefochten zuge- standen werde. Am Montag beschäftigte sich auch die Versammlung des sozialdemokratischen Vereins mft der Angelegenheit. Zur Begründung des Einigungsvorschlages wurde, der „Volksmacht" zufolge, vom Borstande ausgesührt, daß Tausende von Wählern sich im Felde befänden und daß die daheim Gebliebenen Kraft und Geld zur Minderung dringender Not verwenden solltcir. Die Versammlung beschloß darauf einstimmig, der Ber- einbarimg mit den anderen Parteien zuzustimmen. Heer »inS Flotte. Köln, 12. Okt. (W. B. Nichtamüich.) Der bisherige kommandierende Generäl des 8. Armeekorps, Gcnerallcutttanl T u e l f f von Tschepe und Wcidenbach ist zu anderweitiger Verwendung in das Große Hauptquartter berufen worden. An seiner Stelle ist Generalleutnant R i e m a n n, Kommandeur der .15. Division, zum kommandierenden General des 8. Armeekorps ernannt worden. Kirche uttö Schule. Drr neue Kardinulstriatssekretär. Rom, 13. Okt. Kardinal Pietro Gasparrr, der beste Kanonist der Kirche, ist, wie die F. Z. meldet, zum Kardinalstaatssekretär ernannt worden . Aus Stadt und Land. Gießen, 14. Oktober 1914. Auf dem Felde der Ehre gefalle«. (Aus Hessen und den Nachbargebieten.) Lt. d. R. und Magistrats-Assessor Dr. jur. Karl Stadelmann, Ins.-Regt. 81. aus Frankfurt a. M. — llffz. d. Res. Wild. Müller, Jns.-Regt. 36, auS Frankfutt a. M — Hornist Landwchrm. Ernst Wöhrle, Jnf.-Regt. 116, aus Offenbach a. M. — Landwchrm. Moritz B e r tz, Jns.-Regt. 87, aus Frankfurt a. M. — llffz. d. Res. Hugo Safran, Pümier-Bat. 21, aus Nied a. M. — Trompeter-Serg. Ernst Grundlach, Feld- Art-Regt. 63 in Frankfurt a. M. — Füll Enrfl Hack, Jns.- Regt. SO, aus Frankfurt a. M.-Weft. — Oss.-Stellv. Gagen Thccgartcn aus Frankfurt a. M. — Gardist Georg Ziegert, Jns.-Regt. 115, aus Frankfurt a. M. — Uffz. d Res. Wilh. Jung, Jns.-Regt. 81, aus Lützellinden. — Gefr. d. Res. Hans Rcining, Jnf.-Rgt. 116, aus Gießen. — Gefr b. Res. Wilh. Schneider. Jnf.-Regt. 116, aus Annerod. — Feldw.-Lt. Otto Müller, Landw.-Jns.-Regt. 116, aus Lang-Göns. — Res. Heinr. Ludw. Dalser, Jnf.-Regt. 116, aus Reiskrrchen, — Landwchrm. Heinr. Geißler, Jns.-Regt. 116, aus Staufenberg. — Res Heinr. Schmitt, Jns.-Regt, 116, aus Albach. — Landwchrm. Phil. Euler, Jnf.-Regt. 116, aus Albach. — Landwehrm. Joh. Dietrich Bork, Jnf.-Regt. 143, aus Fron- Hausen. — Lt. und Lehrer Karl Nolte, Jns.-Regt. 83, ans Lingelbach. — Gefr. Fritz Lorenz, Landw.-Regt. 116, aus Tarmstadt. — Lt. Otto Herbst, Jnf.-Regt. 87, aus Darmstadt. — llffz. Georg Jäger, Jnf.-Regt. 115, aus Offcnbach — Landwchrm. Karl Bier mann aus Wallernhausen. — Lt. d. Res. Earl Maria Uersfeld, Jns.-Regt. 99, aus Herborn. — Gesr. d. Res. Otto Löber, Jnf.-Regt. 81, aus Schönbach. — Gefr. d. Res. Emil Windorf, Jnf.-Regt. 81, aus Niederscheld. Ufsz. d. Res. Katt Müll er VT., Jnf.-Regt. 81. aus Eibelshausen. — Landwehrm. Heinr. I mm el, Jns.-Regt. 81, aus Scchshcldcn. — Landwehrm. Albert Geo rg, Jnf.-Regt. 81, aus Oberscheld. — Mnsk. Emil Brüning, Jns.-Regt. 88, aus Niederscheld. — Res. Albrecht Kreuzer, Jnf.-Rgt. 116, aus Frohnhausen Dfll). — Ufsz. Adolf Pfeil, Jwf.-Regt. 67, aus Mendorf (Tillkreis). — Gesr. d Res. Gustav Hudcl, Jnf.-Regt. 81, aus Allendorf (Dillkr.). — Landwehrm. Friede. Dörr, Jnf.-Regt. 168, aus Bönstadt. — Eins-Gefr. Katt Schell, Jäger-Bai. ll, aus Marburg. — Ufsz. d. Landw. Ludwig Müller aus Roth bei Marburg. — Vizefcldw. Dipl - Jng. Karl Staub, Jns.-Regt. 135, aus Wetzlar. — Off.-Steflv. Hans Reiß, Jnf.-Regt. 118, aus Mainz. — llffz. d. Landw Heinrich Brandt, Jns.-Regt. 118, aus Udenheim. — Musk. Karl Hohloch, Jns.-Regt. 116, aus Wiesbaden. — Landwehrm. Heinr. Butterfaß aus Worms-Neu hausen. — Oberst, und Battcricsührrr Ftttz Grodhaus, 11. bavr. Feld-Att.-Regt. aus Tarmstadt — Musk. Karl Steife, Jns.-Regt. 168. aus Darmstadt. Sergl. und Falmcniräger Phil, K i st i n g c r, Jns.- Regt. 117 aus Eschollbrücken. T r l n k e r »I ü r s o r g e st e l l e lur Stadt und Landkreis Gießen, Gießen Asterweg 9. Sprechstunde jeden Tonnerstag abend 6 bis 77, Uhr. " Personaknachrichten der Ober-Post- direktion in Darmstadt. Verliehen wurde aus Anlaß des Scheidens aus dem Dienste: das Hessische all», gemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift „Für langjährig Irene Dienste" dein Ober-Postschasfner P ab st in Bittenbach und den Ober-Briefträgern Kaus in Homberg und P se i f fe r in Orlenberg. Ferner wurde v e r li e h tn: der Charakter als Postsekretär den Ober-Posdassiftenten Todt in Gießen, Wahl in Mainz uird Straßer in Ofsendach. Ernannt wurden zu Bize-Postdirektoren die Posttnspek- toven Mönch in Mäinz und Bioudino in Anger,. Etatsmätzig angestellt wurden Postsckretär Bvps in Darmstadl, Delegraphensekretär Zicschau in SJutgen, Postassistent Süß in Langen, Postgehilsrn Kreike.mei.er in Darmstadt, Delegraphengelnlstnnen Hunsinger tn Darmstadt, Dotzenrodt in Gießen und Lang in Mainz. Uebertragen wurde eine Burcandeamtenstelle 2. Kl. bet der O.-P.-D. dem Telegraphenassistenten Schlapp in Darmstadt unter Ernennung zum Postafsistenten. Die Post- sekretärprüsung haben Ober-Postassistent Schütz, die Telegraphensekretärprüfung Telegraphenassistent Türkes in Darmstadt bestanden. Als Postagent wurde Militäranwärter Dietewig in Niedersaulheim angenommen. Postvcrwalter Maid wurde von Großselda nach Offen dach- Bürgel, die Ober-Postassistenten Reitz von Dens heim nach Groyielda und Maas von Oppenheim nach Birkenau wurden unter Ernennung zu Postverwaltern versetzt. In den Ruhestand getreten ist Postsekretär Kleiß in Offenbach-Bürgel. Gestorben ist Delegrapheudirektor a. D. v on her Mülb e in Darmstadt. Bor dem Feinde sind gefallen: Ober-Postpraktikant Bo.umga.rteu, Postassistenten Born, Jmbescheidt, Müller, G. Wenn er, Delegraphenasststent Dollega. **Ritterdes Eisernen Kreuzes. Oderleutn. der Reserve und Komp.-Führer Dr. Schmitt, Feldwebel Holzhäuser, Feldwebel Bamb e rg, Sergeant MöN, Unteroffiziere Butt, Pleß, Burger, Gefreiter Roth, Musketier Bernhard, Tambour Fischler, sämtl. vom Jnf.-Regt. 168. Georg Häuser vom Landw. -Jns.-Rgt. 86 aus Butzbach. Sergt. Diehlmann, Ufsz. Seng, Gefr. Hützel, Gefr. Brüser, Res. Neeb, Feldm. Kühn, Ufsz. Meyer, Musk. Kettler und Kehr, Ufsz. Bach mann, Feldw. Krug, Ufsz. Hüter, Hornist Fischer vom Jnf.- Rgt. 168. Oberlt. v. Hiddessen vom Jnf.-Regt. 118 (1. und 2. Kl.). Landgerichtsrat Dr. Eugen Gern heim von WormZ, Oberlt. d. R. Lenin. Feh ans Darmsdadt vvm Delegraphen-Bat. 3. Lenin. Kart Scheuermann vom Jnf.-Rgt. 118. Hermann Damm, Off.-Gtellv. im Jns.- Regt. 148 aus Friedberg. Unteroff. d. R. im Jnf.-Regt. 118 Jakob Weidmann, Lehrer in Viernheim. Unterosf.Franz Bender ans Erzhausen. Legattonssekretär Freiherr v. Müsflinq, zurzeit Reserveoff. im 2. Garde egt. zu Fuß, aus Wasdhlttis bei Grebenhain. Leutn. ttn M^deb. Drag.-Rvgt. 6 Freiherr Wilhelm von dem Bottbcn- berg-Schirp. Hauptm. und Kvmpagriiechef im Füf.- Regt. 80 Freiherr v. Bibra. Leutn. d. R- Karl Ludtma Doerr im Jnf.-Regt. 28 in Wiesbaden. Major Ernst Mathi, Mhrer des Res.-Jnf.-Rcat. 17 auS Wiesbaden. Offizierstellvertr. Ernst Jäger aus Limdurg a .d. L. Oberst Mettel, Chef des Stabes des Fußart,-ReAs. 3 in Mainz, und Leutn. Meckel von dems. Regt. Straßenwürter Georg Simmermacher, Landlvehrmann beim 116. Jnf.-Rgt., aus Niedernhausen i O. Oberlt. Iwan v. Ilse mann im Feldart.-Regt. 25. Oberlt. Sigurd v. Flsemann im Leib- garde-Jnf.-Regt. 115. Leutn. Erwin v. Ilsemann im Feldart.-Regt. 61. Leutn. Helmuth v. Ilsemann im Feld- Art.-Regt. 25 (letzterer erhielt auch die hessische Dapserketts- medaille). Keim, Hauptm. im Leibg,-Jnf.-Regt. 115. Ober- leutn. v. Lyntter rm Leibg.-Jnf.-Regt. 115. General der Inf. v. Scheu ck (1. n. 2. Kl.). Chef dl Gen.-^tabS des 18. A.-K. Oberstteutn. v. Blücher. Komm, d Mun.-Kok. Oberstleutn. Collmann. Komm, der Pioniere Major Hertzberg. Komm, des Korps-Hauptguarticrs Rittmeister a. D. v. Grunelins. Generalarzt d. L. Prof. Dr. Rehn. Oberarzt Dr. Bartholomäus. Feldpostmeister Redete r. Feldintendantursekretär Biermann. GeMeattmajor v. Helldorf (bis zur Mobilmachung Kommandeur des Lsibgarde-Jns.-Regts. 115, jetzt Führer der 25. Res.-Did.). (1. und 2. Kl.), außerdem die Hess. Tapserkeitsinedcriltze. Ober- bentn. u. Regimentsadj. Fritz Knhn aus Mainz, früher im Jnf.-Regt. 117 (1. u. 2. Kl.). Führer der 7. Dw. Generatz- lieutnant Riedel (1. fit). Hauptm. I. Schmidtim Res.- Jnf.-Regt. 118. Oberleutn. Pendel ans Lorch (hat auch die Hess. Tapserkeitsmedaille erhalten). Unteroffizier und Meldereiter bei der Jnf.--Munitionsk»lomre Nr. 40, Polizei- sergeant Anton Laquai mis Lorch. Oberpostpraktikant Leutn. d. R. Werner vom Jns.-Regt. 88. Leutn, and Kdm- pagnie sichrer Keiper im Res-Jnf.-Regt. 118. Hauptmamr Soffner vom Pion.-Regt. 25. Einj.-Greiwe Karl Franzmann im Jnf.-Regt. 118. Leutn. Karl Gundram aas Alsfeld. ** Das Eiserne Kreuz erhielten Dr. med. I. Metzer» hoff und Oss.-Stellv. und Komp-Führer Fritz Muth (Rest>> Jns.-Rgt. 29), beide in Gießen. ** ©egen die übe rm ä ßige Inanspruchnahme der Bahnhofsverpflegung des Rote» Kreuzes wendet sich folgende an uns gerichtete Auschrist: ,F)hne Frage muß von allen Seiten gespendet werden, reichlich gespendet werden, damit das Rote Kreuz seiner Ausgabe, der Pstege unserer kranken und verwundeten Krieger, gerecht werden kann. Allein an einer Ecke könnte gebremst werden, das ist an den Bahnhöfen bei durchfahrenden Zügen. Ich selbst habe es auf der Fahrt von Sedan über Triei^ nach Gießen erfahren, wie oft und wie reichlich die durchziehenden Truppen verpflegt, erfrischt, mit Liebesgaben erfreut werden. Und da der Krieg nicht bloß die edelsten, sondern auch schlechte menschliche Eigenschaften enttv-tttelt, so bemerkte ich manchen Breder- mann, der auf jeder Rasistelle eine hohle Hand machta der drei belegte Brode, einen Patt Zwiebach, eine Handvvll! Keks, fünf Zigarren, ein Päckchen Zigaretten, ein paar Postkarten, kurz alles, was angeboten wurde, in Masse einsattte und seinen Trinkbecher leer hatte für jedes Getränk. Ein einzelner kann das alles unmöglich allein verzehren, besonders wenn er an jeder Haltestelle solche Beute macht. So liegen denn auch im tziepättnetz der Abteile eine Unmenge Brocken guter Nahrungsmittel. Die Güte und der Helsetrieb der Damen und .Herren vom Roten Kreuz gerade an den Bahnhöfen müßten mehr eingeschränkt werden. Der Transportführer hat jedesmal zu melden, wann die Leute zum letztenmal empfangen; wenr sie in Wetzlar verkösttgt wurden, brauchen sie in ©iefjen nichts. Das Herz blutet einem, wenn inan bedenkt, wie hier vorwitzige Zugreifer im Uebersluß schwelgen, wäh- reird unsere wackeren Truppen vor dem Feind oft in Not. und Kälte darben. Also jeder untersuche nach Kräften dar Stoüe-SSwia tu fernem schweren Amt, aber das Rvke Kreuz sei etwas zugeknöpfter an den Bctbn bösen!" Wie ivir auf Erkundigung erfahren haben, wird der Er- srischungsdienst am hiesigen Bahnhöfe in der Weise gehand- habt, wie der Herr Einsender es vorfchlägt Verwundete, die erst kurze Zeit vvrhcr verpflegt worden sind, erhalten nach Bedürfnis, Bei Uneingeweihten, die zufällig am Bahnhof anwesend sind, hat dieses Lierstchrei, svycir den Eindru * erweckt, als ob das Rote Kreuz den Verwundeten gegenüber seine Pflicht versäume. Die Leitung war dal>er häufig in die Lage ««fetzt, diese falsche Auffassung zu bekämpfen, — Schwierigwiten bei Beurteilung der illotN'endigkeit einer Erfrischung' bieten auch diejenigen Verwundeten, die nicht in geschlossenen Transporten, sondern allein reisend in fahrplanmäßigen Zügen hier durchkommen. Bei solchen Ver- nmndeten geschieht immer noch zuviel, denn was der Einsender von Leuten, die auf jeder Raststelle eine hohle Hand machet,, bemerkt, trifft Mich hier durchaus zu, TaS Rot« Kreuz am Bahnhof hat von rnanchem Verwundeten, dem es die Verabreichung einer Erftnschung vorschriftsgemäß verweigern Mußte, Bemerkungen hören müssen, daß nirgends so schlecht wie hier am Bahnljvf für Verwundete gei»rgt werde. Man sieht, daß nicht alle Verwundeten geläutert zurückkommen: wenn auch die meisten die dargereichten (Naben nrit Dank enig«bennehmen, ** Fürsorge für die Hinterbliebenen gefallener Krieger, Bon den Beamten und Hilfsbeamten des Bahnhofs Gießen wurden dem Oberbürgermeister für die Hinterbliebenen gefallener Krieger 480 Mk. Überwiesen, *» Die Riesenleistungen der Feldpvstsam mes- stelle zu Frankfurt, Wer gegenwärtig Gelegenheit hat, einen Blick in das Getriebe der Feld Po sts a m m e l st e l l e anl dem Postamt 0 zn Frankfurt zu tun, der wich über die Riesenleistungen, die dort Tag und Nacht in ununterbrochener Folge vollbracht werden, mein als erstauM sein, er ivich aber auch der Postverwaltung im Stillen ?!bbitte sür manchen ihr gemachten Vorwurf Mn. Hier strömen alle in den Regiernngsbezir- kenKassel. Koblenz und Wiesbaden, dem ganzen G ro ß- hcrzogtnm Hessen und den Stationen an der Linie Erfurt — Bebra — Frankfurt aufgegebenen Feldpostsendungen zusammen Außer einem ganzen Heer geschulter Postbeamten sind 400 männliche und 50 weibliche Hilfskräfte mit dem Sortieren und der Weiterbeförderung der einwandfreien Sendungen beschästigt. Das ist eine Riesenarbeit Da werden zunächst getrennt: Briete und Postkarten, dann die ersten nach dem Gewicht: sodann folgt die Unterscheidung in „Aktiv', „Reserve", .Landwehr" und „Land- sturm", dann kommt die Verteilung auf Armeekorps, Divisionen, Infanterie-, Kavallerie-, Artillerie-Regimenter, Pioniere, auf die vielen Korpslazarette, schließlich die Sortierung nach Bataillonen und sonstigen Neinen Verbänden, Schlecht vervacktc und beschädigte Sendungen werden in einem Saal, den die „Rotc-Kreuzsahne" schmückt, von fleißigen Frauenhänden, so gut es geht, wieder gestickt und versandiäkng gemacht. Für die Verteilung der guten Sendungen stehen ständig 150 gewaltige Postsäcke bereit. Sobald diese gefüllt sind, kommen neue an ihre Stelle, Bier, oft fünfmal muß diese Batterie täglich erneuert werden, 600 Säcke ist die Mindestzahl, die täglich sür die einzelnen Kriegsschauplätze zum Versand durch die Bahn kommt Vom 1, bis 15, September gingen von der Sammelstclle rund 8800 Postsäcke ins Feld, Einen lleber- stand für den nächsten Tag gibts nicht. Was heute cingeht, wird noch am gleichen Tage restlos verschickt, ganz gleich, ob fast ein Drittel aller Sendungen an „Aktive" und zwei Fünftel von „Reservistenbriese" undeutliche Adressen tragen. Fast 10 000Adres- sen müssen oft täglich durch Ergänzung der Aufschrift postfertig gemacht w«ck>en, und mehrere tausend Sendungen gehen als ungenügend adressiert oft an einem Tage an den Absender zurück, — An der Feldpost allein liegt's nicht, wenn's nicht „llappt". Je klarer die Adresse, je fester dar Packmaterial, um so rascher ist die Sendung beim Empfänger, Die Riesenleistunaen der heimischen Postverwaltung sollen aber jedem Einsichtigen Achtung abnötigen, *• Aus dem Bureau des Sladttheaters. Das Ergebnis des Abonnements entspricht insoweit den Erwartungen, dah die Spielzeit ab 1. November mit de» zwei Abonnementstagen Dienstag und Freitag nunmehr gesichert ist. Immerhin ist eine weitere Stärkung des Abonnements dringend wünschenswert, und darum sei wiederholt darauf hingewiesen, daß neue Anmeldungen in der Musikalienhandlung von E. Ehallier im Neuenweg entgegengenommen werden. ** Konzert auf der Liebigshöhe. Kommenden Sonntag, den 18, Oktober, fittdet auf der Licbrgshöhe das zweite Wohltätigkeits-Konzert statt und zwar zum Besten der geschädigten Ostpreußen und Elsaß-Lothringer. Der Ehcrrak- 1er des Konzertes ist durchaus ernst. ** Ein Geschenk für die Oberrealschulr, Herr .Hermann Honstein in Chikcmo, ein geborener Gießener, Sohn des srüberen Reallehrers Dr, Haustein, der seit über 50 Jahren in Amerika lckt, hat der hiesigen Oberrealschule als Zeichen seiner Dankbarkeit sür den Unterricht, den er einst an dieser Schule gc- noffen hat, einen selbstkonstruierten Unterrichtsapparat geschenkt, Der Apparat gestattet, di« für den Unterricht in der darstellenden Geometrie notwendigen Körvermodcllc in kurzer Zeit selbst auszubaucn und in jede Lage, die der Unterricht wünschenswert macht, zu bringen. Zur Uebergabe der Schenkung fanden sich am Samstag, den 10. d, M,, fünf Gießener Herren, ehemalige Schulkameraden »nd Freunde des Herrn Hanstein, in dem Zeichensaalc der Oberrcalichule ein. Herr Rentner E, H, Jughardt über- rrichte mit Worten des Gedenkens im Namen seines Freundes den Apparat dem Direktor der Anstalt, Dieser übernahm ihn für die Schule mit Worten des Dankes, dabei betonend, daß er sich nicht nur Über das Geschenk freue, weil dadurch die Schule mit einem sehr zweckdienlichen UnterrichtsmittA bereichert werde, sondern auch, weis es so angenehm berühre, wenn ein ehemaliger Schüler seiner Schnle in Liede mtb Dankbarkeit gedenke, — Herr Hanstein hat auch sonst schon seine Anhänglichkeit und Liebe sür seine Vaterstadt und sein angestammtes Volkstum in Won und Tat bekundet, ** Der Bicnenzüchterverein Gießen und Umgegend, Zweigverern des Oberstes,liehen Bienenzüchtervereins, beschloß in seiner gestrigen Bersanimlung, von seinem Vereins- Vermögen dem Roten Kreuz 100 Mk, und der Sanunelstelle für Liebesgaben 50 Mk, zu überweisen, D,e Mitglieder des Vereins sollen nach einem werteren Beschluß sür die verwundeten >md kranken Krieger etwas von der Honigcrnte abgeben, Zwecks gleichmäßiger Verteilung der Gaben werden diese der den Herren Kraft, Gießen, Fransiurter Straße 81 und Buß in Leihgestern entgegengenommeu, "EinGesangenentransport durch die Straßen der Stadl erregte heute morgen die Aufmerksamkeit des Pu blikums. Wie wir hören, handelte es sich bei den Verhafteten nach deren Anssage um Leute, die einen Hasertransport nach dem Westen begleitet haben. Ans dem hiesigen Bahnhof riefen sie den Verdacht der Behörde lvach, da man ans ihren Gepäckstücken schließen zn könne,r glaubte, es mit Leichen Plünderern zu tun zu haben, Augenzeugen teilen uns nrit, daß die Begleitumstände harmloser Art gewesen seien, da bei den Berhasteten nur Gegenstände von geringem Wert, die lediglich den Charakter eines Andenkens Huben konnten, gesunden wurden. Eine nähere Auskunft über die Angelegen heit war bei den zuständigen Stellen nicht zu erhalten. ” Oeklentliche Bücherhalle. Im September wnrden 1507 Bände ansgeliehen. Davon kommen a„i: E> zählende stilerattir 962, Zeitlcbriiten 1'6, Jugendschrnien IM, Komtur- geschichte > , Gedichte und Dramen 31, Länder- un Völkerkunde 21, Kglturqelchickile 15, Geschichte »nd Biographien 77, Kunstgeschichte 3, Natnrwissenlchast und Technologie 58, Heer- »nd Seewesen 17, HauS- und Landivirtichast 3, Religion und Philosophie 21, Staatzwisseuschast 4. Svrachwissenlchau 17, Fremdsprachliches 6 Bände. Nach miSwärtS kamen 19 Bände. Landkreis Gießen § Großen-Buseck, 12. Okt, Lehrer Wagner, der mit dem 1, Oktober d I, in den Rubcstand trat, nahm uorgestern in aller Stille Abschied im engsten Freundeskreise von seinem Wohnorte, Er wird seine Ruhetage in Gießen verbringen. Im Frühjahr blickte er in vollster Rüstigkeit ans eine 50 jährige Tätigkeit in Großen-Buseck zurück Lehrer Wagner bekleidete im Lehrer-Verein sowie in anderen Vereinen zahlreiche Ehrenstellcn. i Ettingshausen, 14. Okt, Das Evangelöche Piorramt Ettingshausen konnte aus unserer kleinen Gemeind« 281,50 Mk, sür die Kriegsgeschädigten in Ostpreußen einsenden. Starkrnbiirg und Meinhessen. r, Darmstadt, 13, Okt, Fm Gebäude der beiden Ständekammern in der Rheinstraße haben hDtte zunächst in den zur Zweiten Kammer gebärenden Räumen Sitzungssaal, Wandelgängen, Ausschuß-iaimern, Bureaus usw, umfassende Re- novternngsarbeitr' ihren Anfang genommen, deren sofortige'Aussührling wohl mit aus den Antrag der Mitglieder aller Parteien, betr die Vornahme von Notstandsarbeiten, zurückzuführen ist. Es werden vorerst die sämtlichen Anlagen der Zentralheizung einer gründlichen Verbesserung unterzogen. Später wird dann die Vornahme umfassender Weißbinderarbetten usw, erfolgen. Da diese Arbeiten lieb bis in den Dezember ln nein aus- dehnen werden, scheint keine Absicht zu bestehen, die beiden Stände- kammern schon in nächster Zeit zur Abhaltung einer kurzen Tagung cinzubrrusen, — Das neue Krematorium auf dem Darmstädter Waldsriedboi ist Ende voriger Woche ierttggestellt und seiner Bestimmung übergeben worden. Mit Rücksicht ans die gegenwärtige Zeitlage wurde von >eder Emweistungsfeier Abstand ge- Tummtcn. Hessen-Nassau. G Limburg o. d Lahn, 14, Okt, Das Gefangenenlager bei Limburg a, d, Lahn wird in Kürze sertiggestellt sein, denn die erforderlichen Arbeiten werden mit Hochdruck betrieben. Vierzig Baracken für je 250 Mann werden errichtet, außerdem aus einem anschließenden Gelände ein Lazarett zur Ausnahme von 800 Verwundeten, — In dem Gefangenenlager m Niederzwehren brachten drei Sonderzüge weitere kriegsgesangene Franzosen und Belgier, Amtlicher Wetterbericht. Oesfentlicher Wetterdienst, Gießen, Weiteraussichten in Hessen am Donnerstag, den 15, Okt. 1914: Meist heiter und trocken, nachts kall, in höheren Lagen Nachtfröste. Letzte Nachrichten. Die Deutschen in Gent, sWDB,^Amsterdam, Üb, Okt, (Nrchtanttlich,) „Telegrias" meldet aus Aas van Gent von gestern: Die Besetzung von Selzaete »erlies ruhig. Nur gegen Abend wurden einige Schüsse aus Personen abgegeben, die an der Eisenbahn entlang schlichen, lieber den Einzug der Deutschen in Gent erfährt man, daß sie mit klingendem Spiel erfolgte, nachdem die letzten Engländer die Stadt verlassen hatten. Sofort wurden das Stcchthaus, die Postämter und die Stationen in Besitz genommen. Die Postkasie wurde beschlagnahmt und die deutsche Flagge statt der französischen, englischen und belgischen gehisst. Durch eine Proklamation wurde bekannt gemacht, daß, wer heute, Montag und Dienstag die ^rtodt verlassen wolle, es tun dürfe. Später würde keine Erlaubnis erteilt werden Viele hunderte von Belgiern verließen die Stadt, Die geflüchteten Engländer. (WTB.) London, 13, Okt, (Nichtamtlich) „Times" melden l Die Mannschaften der Marinebrigade, die nach achttägiger Abwesenheit gestern von Antwerpen in Dover angrkom- men sind, erzählten, sie seien acht Tage in der Hölle gewesen. Sie seien einmal zwcscheii belgisches und demsches Feuer geraten imi» mussten den Belgiern telephonieren, das Feuer einzustellen. Trotzdem einig« Leute erst sechs Wochen im Dienst waren, zeigten sie in den Schützengräben unter dem Granatsener große Kalstblüligteit, Nach dem Abmarsch von Antwerpe», sind sie «erzig MeSen bis Brügge marschiert und sind von dort mit der Eisen- bahn iveiter besördert worden. Die Anzahl der belgischen Flüchtlinge wird in England aus oierzigtauiend geschätzt, d* Lause der beiden letzten Tage sind allein 5000 angekvmmen, Lord Curzan als Prophet, i Köln, 14, Okt, Tie „Köln, Ztg," meldet von der holländischen Grenze: Zn den Versuchen Englands, zwischen Deutschland und Holland Zwietracht zn säen, tritt unn ein neuer Versuch Lord Eurzons, der in einer Rede nnsfiihrte, die Einnalnne Antwerpens gehöre zu dem deutschen: Kriegs plan, nach dem die Deutschen Holland zwingen wollten, ihm zu Willen zn sein, llndj wenn England glicht diese Absicht vereitele, würde Deutsche land ans sein Hauptziel, die Vernichtung Englands, losgehen Ter Redner sprach dann seinen Zuhörern Mut zn. Der Krieg werde Weihnachten noch nicht zu Ende sein. Vielmehr würde es noch niehr als eininal Wci hna ch ton w« r d e n, ehe die englischen Soldaten in die Heimat zurück- kehren könnten, Flucksi der Belgier aus Ostende. WTB,) Berlin, 14, Okt, (Nichtamtlich.) In Ostende gibt man sich, wie der „Voss, Ztg," ans dem Haag berichtet wird, keiner Täuschung über die baldige AnkunftderD rutschen bin, Tic wohlhabenden Familien haben bereits ihr Gepäck nach Holland gesandt, Nach Meldungen aus Oostburg hat man dort oni Sonntag und Montag Schüsse aus der Richtung von Ostende gehört, Man glaubt allgemein, daß zwischen Brügge gnd Ostende heftige Kämpfe im Gange sind. Gefangene französische Geistliche, WTB, Berlin, 13, Okt, (Nichtamtlich,! Während in Deutschland die Geistlickzen im Felde, soweit sie nickst als Milstärseelsorger Anstellung finden, im allgemeinen zur Krankenpflege verwendet werde,,, müssen bekanntlich die französischen Geistlichen als einfache Soldaten in den Reilwn des Heeres mit der Waste käinpsen, Biele von ihnen sind infolgedessen bereits in deutsche Gefangenschaft gcralen »nd wurden in inneren großen Geiangencn- lagern „ntergebracht, Mt der Bitte, das Los dieser Geistlichen zu erleichtern, wandte sich der Erzbischof von Köln, Kardinal v, H artmann, mit einer Throneingabe an den Kaiser, Wie wir hören, hat der Kaiser in hochherziger Weise dieser Bitte stattgegeben und zu genehmigen geruht, daß die gefangenen französstchen Geistlichen wie Offiziere behandelt werden. Der „eisfreie" Hafen von Archangelsk. i, Köln, 14, Okt, Die „Köln, Ztg/' meldet aus Kiel: Die Hoffnung Rußland-- und Englands, tue War enei nfnhr nach Rußland über Archangelsk leiten zu können, wird zuschanden loerden. Neue russische Eisbrecher sollten die Einfahrt offen halten. Jetzt berichten nordische Blätter, daß die Eisbrecher nur aus dem Papier stehen. Amtliche Stellen neutralen Länder fühlen sich verpflichtet, die Reedereien der neutralen Staaten daraus hinzuweisen, daß Schiffe, die nach Archangelsk gehen, damit rechnen müssen, sich Ende Okwber der Gefahr auszusetzen, im Eise eingeschlossen zu werden. Die übrigens ganz unsichere Beschaffung der Eisbrecher schützt nicht vor der Gefahr, ein halbes Jahr im Weißen Meere eingeschlossen zu sein. Der Eiltsatz von Przemysl. (WTB.) Wien, 13, Okt, mittags, (Nichtamtlich,) Amtlich wird verlantbart: Gestern schlugen unsere gegen Przemysl anrückenden Kräste, unterstützt durch einen Ausfall der Besatzung, die Ein- schließungstruvven derart zurück, daß sich der Feind jetzt nur noch vor der Ostfront der Festung hält. Bei seinem Mickzuge stürzten mehrere Kriegsbrücken nächst Sosnica ein Biele Rüsten erttanken im San, Oestlich Chyrow dauert der Kampf noch an. Eine Kosaken-- division wurde von unserer Kavallerie gegen Drohobycz geworfen. In den durch sehr ungünstige Witterung und schlechte Wegever- hälttnste außerordentlich erschwerten Märschen und Kämpfen der letzten Wochen l>at sich die Leistungsfähigkeit unserer Truppen glänzend bewährt. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs, v, Hofer, Generalmajor, Das Befinden di San Ginliaiws. (WTB,) Rom, 13, Ok! (Nichtamtlich ) Me langsame Besserung im Befinden des Marguis dl San Gtuliano halt an. Der Minister hat den Tag ruhig .verbracht. Es ist kenl neuer Ansall eingetreten. Amtlicher Teil. Bekanntmachung. Betr.: Kkeinpslaster-Anlage der.Kreisstraße Gießen— Sternbach; hier Herstellung von Kleinpslaster an der Heil- und Pflegeanslalt, Wegen Herstellung von Kleinpslaster wird die Kreisstraße Gießen — Steinbach uon dem Bahnwärter haus der Strecke Gießen—- Fulda bis zur 1, Schneise bis aus weiteres für den Autonwbil- und Fuhiwerksverkehr gesperrt. Der gesamte Fuhrwerksverkebr wird über Annerod oder Hansen—Garbenteich umgeleitet. Gießen, den 13, Okwber 1014, Grobherzogliches Kreisamt Gießen, Or. U s i n g e r. FRITZ NOWACK Nach beendeter Inventur 10620» Grosse RESTE-Tage Sämtl. an allen Lägern angesammelten Reste in Weisswaren, Leinen- u. Bettwaren, Gardinen, Aussteuerwaren, Stickereien, Stickerei- und Blusenstoffen, Siamosen usw werden bis zu 30 Prozent unter den seitherigen Meterpreisen verkauft Portraa in der acnett Aula der Unlbermät am Donnerstag, den IS. Oktober, abends 8>/, Ubr. Fr»fcM«r Dr. Skaiweit: .Der Krieg und die deutsche Volkswirtschaft. Zum Besten bon Hinterbliebenen im Feld grsallener Giebener. (Sintrtttskarten — eine zu 30 Psg., zehn zu L50 Wk. — sind in den Buchhandlungen von FreeS. Seltersweg, Koch, SelterSweg, Legier, Süd-Anlaac. Schneider. Neuen Baue, sowie Ernst Baiser» Mäusburg und abends an der Kaffe zu haben. _ 10622D Liebigshöhe Snnnt»£. den 18. 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