238 Dritter Blatt 16$. Jahrgang rtfäe int täglich mtl Ausnahme d«S Sonntags, ! di« „Gießer Lamlstendlött»" merken dem Anzeiger' viermal wöchentlich beigelegt, das tkeirblatl fiir den Kreis Sieben" zweimal oöchenllich. Die „lmidmirtschastlichev Seil- frag«»" erscheinen monatlich zweimal. Eichener Anzeiger Seneral-Anzeiger für Cberhessen 5am§tag. lO. Oktober Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen UniversitätS - Buch- uud Steindruckecei. R. Lange, Gießen. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- ftraße 7, Expedition und Verlag: bl. Redaktion: e^ 112 . Tel.-Adr.:AnzeigerGießen. Liebesgaben an die Zront. Nachstehender Auszug aus einem Brief des Bei ge ordern Schlosser, gegxnwürtig Adjulant beim Bezirks' rrmrudo in Saar brücken, geben wir um seiner anschauen Schilderungen wieder: Saarbrücken, 16. Sept. 1914. Ich hatte es ikbernonnnen, mit einem Kameraden zusammen tzesMiben zu unseren ... ern »u bringen. Mit emem kleinen Lasi- o und einem Personenauto fuhren wir vergangenen Donners- 9 llhe hier ab, gründlich mit Karabinern und Revolvern bewaff- Zwrschen Forbach und Dieuze eilten wir an langen M unittonS-, cbütz- und Bagage-Kolonnen vorbei über das Schlachtscld von :gavckle, oft granatengepflügt und mit frischen Gräbern gezeich- , wo unsere .eiserne Brigade"' säst die halste ihres Bestandes gebüßt hat. Wester nach Dieuze, wo, jedes drsttc Haus ein La rtt, vor Truppen kamn dnrck«ukommen war In eckender Fahrt qs durch Aiaizisres und Moufsev, alles in der Gegend, wo eit Truppen schwer unter den „deutschen" ötmnofrarm zu leiden abt haben, nach Dentsck-Avricourt, zwischendurch in den Wäl- ■ fast » »er trä glicher Leichenqeruch Dann hinüber über die nxy nach Frankreich hinein, die Dorier zumeist von Train- und rnittonS- Kolon neu besetzt, an den Brücken und sonstigen wich m Punkten Harnische nrtb badische Landsturmmänner, die säst 1813 criunertea. nach Blarnom, an dessen Eingang eine völ- zerstörtr Fabrik daran erinnerte, daß hier nicht „Manöver" gern war. Im Orte selbst allerdings wäre bei dem friedlichen eben der deutschen Truppen vom Kriege nichts zu merken gern, hätte nicht die Kirche Spuren einer Beschießung gezeigt, rt trafen wir auch die große Bagage des Heeres und einig« X> Stück Vieh, die immer mstgetriebcn werden müssen, wie denn marschierenden Truppen fast immer Bieh bei sich führen. Bor- Ms rosten unsere Autos, vorbei an sckfweren haubiycnbattericn * marschierender Infanterie, da ein paar erbarmungswürdige »rzösssche Befangene, dort ein berittener Gendarm, einen Frank enr am Seil nach sich führend. Aus einer Waldblöße hat sich r Flr«gerat,teilaug einqcnistet, sehr praktisch und sicher. Ta sen wir durch Donksorc. wo deutsche Truppen ein furchtbares rafgericht gegen Franktireurs gehalten haben. Die Häuser zer- jffnt und ausgebrannt, ein furchtbarer Anblick. Am Mittag sind ? in dem etwa 15000 Einwohner zählenden wohlhabenden Städt- n Baccarat, bekannt auch bei uns durch seine Kristallsabrikation. rt haben sich Badener aller Waffengattungen eingenistcl und kehren anscheinend ganz gemütlich mit den Einwohnern. Wir rcn am Generalkommando des . .. Korps vor und holen uns ' der Tetesraohcnslation Auskunft, wie wir unser 21. Korps er- i>tn können In einer Glasveranda stehen in langer Reihe Apparate, die die Korps der Armee und deren Untervcrbände : ern ander verbinden, alles in wenigen Stunden verlegt. Einige fragen und wir wisse», wohin wir zu jahren haben. Trotz »gcr kleiner Versager unseres Lastautos rasen wir die pracht- le Straße nach Lnnävckle zu. Da stnden wir die ersten Truppen t grünen Achselstücken: Unser 21. Armeekorps Sie weisen uns r Weg und nun in höchster Spannung in dir Geftchtsstellirngcn, ton fest Stunden hören wir ununterbrochen den Donner der »ronen. Jetzt wird's auch sür uns ernst. Aber wie sahen nach den Wolkenbrüchcn der letzten Nacht sere Truppen ans! Wege, Wiesen und dleckcr unter Wasser, die . lmtzengräden knietiet »oll, das Stroh naß, die Dächer aus Laub- eigen werckos. Das gmg den Leuten denn doch etwas über ri Spaß. Wir traten die Bespannung der Maschiuengewchr- ripagrne, di« am Abend vorher 12 Pferde verloren hatte. Frm- lii, ein kleiner stark zerstörter Ort, wo unsere Truppen aber «h vielsach wenigstens ein Dach gesunden hatten Dann wurden r aber entschieden vor jeder Weckersahtt gewarnt. Schon gingen - schweren Geschosse von Freund und Feind sausend und surrend er uns weg, aus dem Wege nach Domptail, wo die 70er standen, irden wir sicher bemerk imd beschossen werden. Wir lassen uns cht lumpen In rasender Fahrt geht's über die höhe und, ohne .s Schicksal eines dort liegenden zerschossenen Autos zu teilen, inmen wir glücklich im hcckbzerschossenen Domptack an, wo wir rch langem Suchen den Regimentsstab finden. Unvergeßlich ird mir die knapp' Stunde in dieser sranzösischen Bauernstube eiben, wo deutsche Offiziere mir unverwüsckichem Humor, den od vor den Augen, ein Unterkommen gesunden haben. Jubelnd erden wir mit unseren Gaben ausgenommen und cm Dankesgedicht ird sofort verfaßt Man bewiner uns mit Rotwein, Kaffer, und kilch von der Regimentskuh. Und nun zeigt man uns auch die anzösischcn Artilleriestellungen auf höhen bis zu 400 Metern, ttlabsallend, darüber ein ftanzösffcher FessclbaNon, dem eignen euer die Wege weisend. 400 Meter von Domptail sind die vor- rften deutschen JnfanteriesteUungen, die fast täglich Angriffe zu 'verstehen haben Tags zuvor waren aber zwei französische Kom- rgnien mit Offizrercn übergegangen, weil fie vier Tage lang tt Gras zu essen hatten, — 4 Uhr Tie Dorfuhr zeigt keine eck. Die Einwohner sollen durch verschiedene Zeigerstellungcn ren Truppen Signale gegeben haben, drum nnißte sie herunter- 'rissen werden. Ein paar Briefe für die Lieben daheim, ein «ndedruck und los geht es wieder unter surrenden Geschossen auf -msclben Weg zurück. Hess kommen wir über die gefährliche öhc an gefechtsbereiten Batterien vorbei, hinter denen ^unsere :aven Schwarzkragen Einzekmarsch üblen!! Nach einer Stunde nd wir toiedcr in Baccarat, wo große neue Kasernen im Bau rrd, die hoffentlich dauernd deutsche Truppen ausnehmen werden 3ir eilten znr größten Kristallsabrik, von wo untere Offiziere ben kistenweise Geschenke an die Ihrigen geschickt hatten, und wo N auch für den Rcgimentssührer der 70er einkauien sollte. „Ter : intritt ist nur Offizieren gestattet. Der Ortskommandant." So lulete ein Anschlag am Eingang. Biel war in den großen Lager iumen nicht mehr zu haben, doch schließlich hatte jeder von uns och eine kleine Kiste voll erstanden. Man rechnete dort bereits cich Mark und „ahm auch deutsches Papiergeld. Auf der breiten lationalstraßc spielte die Kapelle der badilcheu Grenadiere, hinter er Fabrik halten die Franzosen einen öffentlichen Platz säst ganz rit Gräbern belegt, jedes mck einem frischen Kreuz versehen. — hin hieß es noch Benzin fassen. Hinüber zur Brnzinkolonne in en Stadtteil jensecks des Flusses. Wie sah's da aus! Ter »elm der großen Kirche mck gotischem Maßwerk säst ganz zer ört und lange Straßen nrck wohlhabend aussehenden Häusern risgcbrannl und zerschossen. Tort soll ein furchtbarer Kamps gc rütet haben. — Gemütliche Badener verabreichen uns das un ntbchrliche kostbare Benzin nick, nmr beim! Schon war's düster, iarabiner und Revolver werden enlficherl bereit gehalten, da liederholt nachts auch auf deutschem Boden Autofahrer beschossen ivrden waren, Schärfster Ausguck war zudem nötig. um über die Straße qesvannte Trähle rechtzeitig zu entdecken, zumal unlcrn iutos Abwehrschiencn fehlten. Wieder waren wir in Dieuze, wo vir ungewollt in das Kasino der bayerischen Offiziere des 2. Korps, arunter der kommandierende General und Prinz Georg von Zayern, gerieten, markige, interessanrc Männer. Nach kurzem anieradschastlichen Austausch sausten wir wieder in dic^Nacht hinein urch Lauterfingcn, dem Mittelpunkt der großen Schlacht vom :0./22. August. Nur die gefällten Ehausseebäumc geben >m Dunkel ruf 'Stunden hinaus Künde von dem furchtbaren Massenkamv», rer hier gewütet hatte. Gemütlich ließen uns banerische Landtürmer passieren. Rechts blieb Saarburg liegen, uns trug unser rnermüdliches Auto über Finsttngen, Saarmrion nach Keskaisel imd dann über Saargenründ heim, wo nach 14stünd>ger Fahrt zum erstcnuucke ein tüchtiger Bissen über mccnr Lippen kam. A«» Stadt «nd Land. Gießen, 10. Oktober 1914. •* Personal nach richten. Die Großherzogin hat am 19. August d. I. den RegicrnngSdaumcister Gustav Koehler zu Essen zum Vorstand eine? Essenbahnbetriebs- amtes in der Hesstsch-Preußffchen Eisenbahngemeinschaft mit Wirkung vom 1. Oktober dS. Js. ernannt. — Die Großherzogin hat am 1. Oktober d. IS. den Finanzaspiranten Heinrich Erb auS Darmstadt zum Buchhalter bei der StaatS- schuldenverivaltunq ernannt. ** Postnachrichten Bon getzt ab können Privat- Pakete noch den in der bei den Postnnstaltru crushängenden Bekanntmachung Nr. 1 bczeichnrten westlichen Grenzgebieten mck Ausnahme der im Elsaß gelegenen Kresse Altkirch. Mülhausen, Thann, Gebweilrr und Eolmar bei den deutschen Post- anstatt en wieder angenommen werden. Die Pakete dürfen anßer offenen Rechnungen und offenen auf den Pakctinhalt sich bc- zfehenden Schriftstücken briessichc Mitteilungen nicht enthalten, — Im Reichspostgrbiet ist dir Zahl der Konioinhaber ckn P o st s che <9- verkehr Ende September 1914 aus 101367 gcstigen (Zugang im Monat Septrmbcr 666V Aus diesen Postscheckkoilltsr wurden im September gebucht 1422 Millionen Mark Gutschriften und 1460,5 Mcklionen Mark Lastschriften. Bargeldlos wurdeif 1579,2 Mcklionen Mark des Umsatzes beglichen. Das Gcsamt- guthabcn der Kvntoinhaber betrug im September durchschnittlich 270,3 Mcklionen Mark. ** Die Tätigkeit des Gießencr Vereins vom Roten Kreuz. Die Verband- und Ersrischungs- station vom Rotem Kreuz am Bahnhof hat im Monat Septrmbcr neben der Berpslegung und Ersrischung der in den zahlreichen Zügen durchkommcnden Berwundeten eine rege Tätigkeit entwickelt beim Aickegen von Verbänden und Transport von Bermundetcn aus den Zügen nach den Lazaretten. In der Ler- bandstecke im Wartesaal 3. Kasse wirrden 267 Verbände gewechselt und in 53 Fällen andere chirurgische hckse geleistet; m 191 Fällen bei inneren Erkrankungen. Bei den inneren Erkrankungen übcr- wogen in letzter Zeck die Magenschmerzen, was von den Erkranken meist selbst aus die ihnen unterwegs zuteck gewordene überreiche Derpstegung mck Liebesgaben zurückgesührt ivird. Vom Bahnhof nach den Lazaretten wurden 824 Transporte ausgesührt, außerdem eine große Zahl Verwundete von einem Lazarett nach einem anderen befördert. Um diese Ausgabe bewälttgen zu können, war öfters für Aerztc und Sanckätsmannschaften ecki ununterbrochener Dienst von 24 und mehr Stunden cr- sorderlich. ,, ^ ^ ** Die Viehs enchcninbcidenhessen. Am 30. September herrschte die Maul- und Klauenseuche im Regierungsbezirk Kassel in 22 Liehöften, welche sich ans 9 Gemeinden in 3 Kreisen vettecken. Im Regierungsbezirk Mesbaden wurde die Seuche in 21 Gehöften, welche sich auf 12 Gemeinden in 4 Kressen vettecken, festgestttlt. Im Groß her zogt um Hessen herrschte die Seuche in 413 Gehöften, welche sich auf 53 Gememden in 12 Krttscn verteilen Ädss die Ppotmp Strrrkenburg entfallen hiervon 84, aus Oberhessen 3 und auf Rheinhessen 326 oerieuchtr Gehöfte. Die Schweineseinhe wurde in Hefseu-Nassou in 103 und un Grosz- hciHi^tirm Hessen in 3 Gehöften sestgesteüt. Landkreis Gießen, u Jich, 9. Oft. Die Lrcher Spau- und Duedrt- Aktien ge sekNlsia ft in L«d bttrSlzgle fttr d« im Fttde siebenden hcsssschen Truppen als AebeSgabe deu Betrag von 600 Mk. zum Ankauf warmer Unterkleider. Während ein Teil der Sendung bereits abgegangcu sst, witt> der Rest in den ersten Tagen zum Versand kommen. Die genmrnte Kasse hat sich auch mit einem größeren Bettag an der Kriegsanleihe bcteckigt. Kreis Büdingen, h. Büdingen, 9. OK. Am 28. Sept. erlitt der Großh. Krttsamtmauu Dr. Ernst Görtz von hier den Tod fürs aterland. Kreis Alsfeld. di. Storudorf, 8. Ott. Auf dem Felde der Ehre gesccklen ist Andreas Lerch von hier. Verwundtt liegen in den verschiedenen Lazaretten Karl Dörr, Martin Stehr, Karl Dillmann. Chttsfian Steuernagel, Konrad Georg, Wilhelm Krauß und hvch. Hühner gart h Wecker ist gefallen der Re- scrvist Katt Boß von hier. Er hinterläßt Frau mck 6 Kindern, Kreis Laulerbach. & Aus dem Bogelsberg, 9. Okt, Die in diesem Sommer in großer Menge ausgettttenen Kvhlwei ßl ln gc , über welche so oft geschrieben und geklagt wurde, da man eine große Raupenploge und Vernichtung des Kopfkohls voraussah, haben diese Befürchtung nur zu sehr bewahrheit«. Der Kopfkohl ist vollständig kahl geftessen und die Ernte für die ganze Gegend vernicht«. Ae anderen hackftüchte wie Kohlrabi und Dickwurz, sind, d«f Verhältnssseu des Sommers entsprachend, zufticden- stell end gusgesallen. md Johannesgemeinde gemeinsam statt. Anmeldungen dazu werden vorher bei dem Psarrer jeder Gemeinde erbtten. vibelkränzchen für Schüler höherer Leheanstalte». Für die jüngere Abteilung jeden Mittwoch von 6—7 Uhr, für die ältere Abteilung jeden Samstag von 6—7 Uhr im Iohannessaal. vlbelkänzchen für Mädchen aus der Zohamiesgemeinde. Jeden Dienstag von 6-7 Uhr im Iohannessaal. 1 - wattkmrg verttn (viezstraße 15). Dienstag: Bibelstunde. Donnerstag: Leseabend. Sonntag: Vottraasabend. Märkte. Gießen, 12. Okt Marktbericht. Aut den, heutigen Wochenmarktc kostete: Butter das Viund 1,10—1,20 Mk.: Hühnereier 1 Stück 10—11 Psg., 2 Stück 00 Psq.: Enteneier 1 St. 0 Psg., 2 St. 00 Psg.; Gänseeier 1 St. 0-0 Psg, 2 St. 00 Psq.: Käse das Stück 10—12 Piq, Käsematte 2 Stück 5—6 Psg.: Tauben da? Paar 1,00—1,40 Mk., Hühner das Stück 1,50—3,00 Mk, Hahnen das Stück 1,50— 3,00 Mk, Enten daS Stück 3,00—4,00 Mk, Gänse daS Evangelischer Gottesdienst. Kirchbcrg: Sonntag, den II, Oktober, vormittags 10 Uhr. (Heck. 2lbendmahl sür Stauienberg.) Matuzlar: Sonntag, den 1l. Oktober, nachmittags 7,2 Uhr (Heil. Abendmahl.) Dekan Gntzmann. > katholische Gemeinde. Gottesdienst. SamStag, den 10. Oktober: Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur heil. Beichte. Sonntag, den II. Okt, 19. Sonntag nach Pfingsten: Vormittags von 6'/, Uhr an: Gelegenheit zur hl. Beichte. , um 7 Uhr: Tie erste hl. Meff«. , »m 8 Uhr: Austeilung der hl. Kommunion. , um 9 Uhr: Hochamt mit Predigt. , um II Uhr: Hl. Messe mit Predigt, Nachmittags un, 6 Uhr: Ehttstenlehre,- daraus Rosenkranz- Andacht mit Segen. Montag, Dienstag, Mittwoch, Donnerstag, Freitag »nd Samstag, abends um 67, Uhr, ist Rosenkranz-Andacht mit Segen. viaspora-Gotttsdienft. Grünberg um 9X Uhr. Hungen um 10 Uhr. Zrraelittsche «eligionrgesellschast. Gottesdienst. Montag, den 12, u. Dienstag, den 13. Oktober 1914: Hü«tenfcft-E»dc und «esetzesfrcude. 1. Tag: Borabenv 5.3« Uhr. Moutag vormittag 8.«« Uhr. Nachmittags 4.0« Uhr. 2. Tag: Vorabend «.25 Uhr. Fngendfeier. Dienstag vormittag 8.«« Uhr. Nachmittags 4.«« Uhr. FestcSauSgang «.25 Ahr. Wochengottesdienst morgens «.3«, abends 5.3« Uhr. 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Jwk 1S14, betreffend das SSerbot der Ausfuhr von Dieven mtb tierischen Erzeaginilssen mtb betreffend das Verbot >der AnHichr von Bervstegnngo-, Streu- und Futtermitteln, ferner b c toHeud das Verbot der Amsfnhr und Durchfuhr von Waffen, SEannffcm, Pulver und Sprengstoffen, sowie von anderen M- ! ttMn des Kriegsbedarfs und von Gegenständen, die zur Her- - stelluwg von Kriegsbedarfsartiksln dienen, und betreffend das Verbot der Mognhr und Durchfuhr von Rohstoffen, die bec der HerstEmy und dem Betriebe von Gegenständen des Kriegsbedarfs snr Tderwendung gelangen, bringe ich hierdurch Nachsieheio- \ des ®ir öffenkkchen Kenntnis: I. Das ©erbot dev Ausfuhr von Mineralwasser wird auf- gi«Kv>chen. II. RJarrfho-ten ist die Ausfuhr von: Fetten Oelen (Pflanzenölen), Fctffäuvm, Därmen van Vach, frischen utrd getrockneten, Eiweiß. III. Verboten ist die Ausfuhr und Durchfuhr von Kichser- erzeu, Nickelerzen und Kiesabbränden, Oelkautschnk (Factis). IV. Das Verbot der Arn-fnhr und Durchfuhr vv» photogra- tchffchen Apparaten wird dahin abgeändert, daß verboten sind: Photoqraplusch« Apparate mit Obiekffven mit einer Brenn- .iwatx non über 210 Millimeter oder einem HclllgkeitSgraüc bis einjchlirstlich k/5, mißer Kameras ohne Ochektiioe und anher Re- pvoduüions-- und Bergröhernngsavvaraten. Berlin, den 4. Oktober 1914. Der Stellvertreter des Reichskanzlers' . ' 1 1 fl Delbrück. 1 Bekanntmachung. Sämtliche Verwundete und Kranke, die vom Kriegsschauplatz, aus .heil- und Kuranstalten oder überhaupt von auswärts nach hier und dem Landkreis Gießen zurückgekehrt sind oder noch znrückkehren und sich nicht in einem der hiesigen Lnzarette befinden, haben sich sofort bei dem Garnison- Kommando persönlich an-und demnächst wieder gbzumelden: nicht marschfähige schriftlich. Die Meldung muß enthalten: Namen, Truppenteil, Da- >tnnl der An- bezw. Abmeldung, Wohnung und bei Offizieren, ob Bursche mitgebracht. — Unterlassung der Meldung wird bestraft. DieGarnisonkommandantur Gießen, gez. CHLlvns, Oberst. Bekanntmachung. Bete.: Absendung von Liebesgaben. Den nachstehenden Erlaß des stellvertretenden Generalkommandos des 18. Armeekorps bringen wir Hiermit zur öffentlichen Kenntnis. Gieße«, den 9. Oktober 1914. GrotzHerzogliches Kreisamt Gießen. ' u Dr. Usinger. Abfcuduug von Liebesgaben. Im Etappengebiet wird — sowohl von seiten der Etappen- Jnspektion wie mich von seiten des Militär-Jnsvekteurs der frei- l willigen Krankenpflege — auf das Eindringlichste über einen uferlosen Autoverkehr mit Liebesgaben geklagt. Es ist daher seitens der Etappen-Jnspektionen angeordnet, daß derartige Transporte, deren Begleiter sich nicht einwandfrei als Delegierte der freiwilligen Krankenpflege ausweisen, sofort anzuhalten und nach dem Etappen-HauptoN su leiten sind, woselbst über die Liebesgaben selbst im Sinne der Dienstvorschrift für die fteiwlllige Kran- kenpfkge (D. fr. SB.) Ziff. 102 Abs. 5 verfügt werden wird. Die Autofahrer mW ihre Begleiter, die sich nicht ganz cinwand- -frei a-sw^en können, winden sofort in Hast genommen. £*> in» wieweit die einwandfreien Autos in das Operationsgebiet fahren dürfen und welchen Truppen die Liebesgaben zu» geführt werden sollen, bestimmt die Etappen-Jnspektion. Letztere tellt ferner mit, daß als Liebesgaben zurzeit besonders erwünscht sind: Warmes Unterzeug, guter Wein, Rum, Zigarren, Tabak, Dauerwurst, Speck, Kakao, Schokolade. Im Anschluß an vorstehend« Mitteilungen der Etappen-Jn- spellion be st immtdas st ellv. Generalkommando unter Aufhebung aller früheren Bestimmungen: Liebesgaben für Angehörige des Feldheeres gelangen zur Abfendung an die Truppe: 1. durch sämtliche Ersatztruppenteile des Korpsbezirks, 2. durch die immobile Etappen-Kommandantur Nr. ll Frankfurt-Sud (Bureau: Sachsenhausen, Mittlerer Hasenpsad 5), durch die immobile Etappen-Kommandantur Nr. III Darmstadt (Bureau: Postamt II), 3. durch die Abnahme stellen in Frankfurt a. M. a) Abnahmestelle freiwilliger Gaben Nr. I (Hotel, Bahnhofs- platz 18) für Lazarett-Bedarfsartikel, b) Abnahmestelle freiwilliger Gaben Nr. II (Hedderichstr. 59) für sämtliche übrige Liebesgaben. Sämtliche sonstige ^-amnielstellen des Korpsbezirks haben die bei ihnen zusammenströmenden Liebesgaben an vorgenannte Stellen abzuführen. Etwaige vereinzelte Ausnahmen von vorstehenden Bestimmungen bedürfen der ausdrücklichen Genehmigung der zuständigen Herren Territorialdelegierten, die ich hiermit bitte, von diesem Recht nur Gebrauch zu niachen im Sinne des Erlasses des Militär-Inspekteurs der freiwilligen Krankenpflege v. 30. 9. 14 Nr. 14. 3198. Der stellv. kommandierende General Freiherr von Gall, General der Infanterie. Betr.: Den Dermin für die Einsendung der Kirchenvechmtivgen für 1913 bezw. 1911/13. An die Kirchenvorstände des Kreises. Tie Erledigung unserer Verfügung vom 1. Aulr 1814 (Gieß Anz eiger Nr. 53) tvird hiermit erinnert. Gießen, den 7. Oktober 1914. Großherzogliches Kreisamt Gieße«. Or. U sing er. Bekanntmachung betreffend Regiebauten: hier: Erreichung der Nachweifung. Regiebauarbeiten sind Arbeiten, die Leuten übertragen werden, die sich bei der Hess.-Nass. Baugewerksberufsgenofsew- schaft nicht angemeldet haben oder von ihr nicht als gewerbsmäßige Unternehmer angesehen a»erden. An diesen Fällen haben die Bauherrn (Äusttaggeber) die Unfallversicherung zu regeln, d. h. sie gelten als Unternehmer und haben allmonatlich aus vorgeschrrebenem Formular (von der Sektion VI in Gießen zu beziehen) eine Nächweisung über die beschäftigten Arbeiter sowie deren Tagewerk und verdienten Lohn bei der Großh. Bürgermeisterei einzureichen, die sie an uns wcitergeben wird. Desgleichen ist eine Regienachweisnng «nzureichen. wenn eine Bau- arbeft durch eigene Söhne, Verwandte,, Knechte usw. ausgefährt wird. Ms Äauarbeit wird auch die Anfuhr von Baumaterial zu eigenen Bauzwecken angesehen. Ist der Unternehmer (Bauherr) einer Bauarbeit im Zweifel darüber, ob er einen Nachiveis cin- zureichen hat, so wird ihm empfohlen, die Einreichungsfrist nicht unbenutzt verstreichen zu lassen, um nicht von den aus der Nicht- einreichuug emes vorzulegeuden Nachweises sich ergebenden Nachteilen betroffen zu werden, hierbei bleckt es ihm unberwmmen, in der Spalte „Bemerkungen" des Formulars die Gründe an- zugebcn, aus denen er seine Berpffichtung zur Einreichung eines Nach,weises bezweifelt. Unternehmer, die ihren Pflichten zur Einreichung der Nachweise nicht rechtzeitig nachgekommen, können mit einer Ordnungsstrafe bis zu 300 Mark belegt werden, auch kann gegen llnternehmer Ordnungsstrafe bis zu 500 Mark verhängt werden, wenn die eingereichten Nachweise unrichtige Angaben enthallen. (88 908 und 909 der Reichsversichcrungsordnnirg.) Gießen, den 9. Oktober 1914. Großherzogüiches Kreisamt (Bersichccungsamt) Gießen. J.B.: Hechler. Betr.: Wie vorher. An die Großh. Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises. Die vorstehende Bekanntmachung teilen wir Ihnen zur Kema- nisnahnie mit. Damit die Banlustigen vor Strafen und Nachteüen bewahrt bleiben, empfehlen wir Ahnen, sie jeweils entsprechend zu verständigen. Tie bei Ahnen eingehenden Nachwcffe sind uns als-. bald vorzulegen. Ans die Bekanntmachung im Krcisblatt Sir. 8 von 1913 wird Bezug genommen. Gießen, den 9. Oktober 1914. Großherzogliches .Kreisamt (Versicherungsamt) Gießen. I. B.: Hechler. Bekanntmachung. Betr.: Musterung und Aushebung des unansgebildeien Landsturms. Mit Rücksicht darauf, daß Ende dieses Monats — du Tage werden noch im Kreisblatt bckauntgegeben — die Musterung nild Aushebung der unausgebildeten Londfturir- pflichtigen. die in den Jahren 1894 bis einschließlich 1885 geboren sind, stattfindet, fordere ich alle diejentgen dieser Jahrgänge auf, die sich noch nicht zur Landstnrmroll« angr- mrldet haben, dies sofort zu tun. Die Anmeldung in den Gemeinden hat bei der Bürgermeisterei zu erfolgen. Die in der Stadt Gießen wohnenden Pflichtigen haben sich auf Zimmer 4 des Regierungsgebän- des zu melden. Bei der Anmeldung sind die Landsturmschern« vorzulegen. Wer die Anmeldung zur Landsturmrolle unterlagl. wird mit Freiheitsstrafe von 6 Monaten bis zu 5 Jahre» bestraft. Die als dauernd untauglich Ansgemnsterten haben r«*3 weder zu melden, noch zur Musterung zu stellen. Gießen, den 8.Oktober 1914. Der Zivilvorsitzende der Ersatzkommission des Kreises Viehes I. V.: Hem meide. Betr.: Wie oben. An den Oberbürgermeister der Stadt Gießen und an die Großh. Bürgermeistereien der Landgemeinde» des Kreises. Von vorstehender Bekanntmachung wollen Sie Kenntmi nehmen und ortsübliche Bekanntmachung erlassen. Die GE herzoglichen Bürgermeistereien der Landgemeinden werden beauftragt, die Meldungen in ein Formular nach dem Muster der Landstnrmrolle anfznnehmen und bis )UM 20. ds. Mts. hierher einznsenden. Gießen, den 8. Oktober 1914. Der Zivilvorsitzendc 1:. Ersatzkommission des Kreises Gießen I. V.: Hemmerde. Bekanntmachung. Betr.: Sicherheitsmaßnahmen am Kriegsgefangenenlager. Ter Lager- und Garnisonkommandant zu Gießen hat an^I ordnet, daß jedes Betreten des Kriegsgefangenenlagers sttengMh verboten ist. Auch eine Annäherung an den Zaun ist nicht geltan«- Zivilpersonen dürfen von den parallel dem Lager führendem öffentlichen Wegen in der Richtung nach der Umzäunung zu ij{®j abwcichen, d. h. nicht an den Bretterzaun herantreten. Tie sammlung und das Herumstehen von Zivilpersonen am EmgE des Lagers ist ebenfalls verboten. w Wir bringen dies zur öffentlichen Kenntnis mir dem fügen, daß Zuwiderhandlungen gegen die ANordnuncftn zur 4» zeige gebracht werden müssen. Gießen, den 6. Oktober 1914. Großherzvgliches PollzcianU Gießen- Hemmerde. »8 o gl ff?“ L ->b-K L “ff?Tr-S 2- r£~ -Jsgu q.5Sl°-^ ^Sü'S 3 p» ß q» ©." g — - «-- 0 ZZ ■2.0 g£ Z 2 Sti'g *8 3 §£ 1 » -- § s. 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