r. 258 et Sleheaer scheint täglich, außer »nntags. - Beilagen: ermal wöchentlich ehenerHmiIlienblätter: «eimal wöchentl.litti;- »NfÄrdenlireirSithen ftenstag und Freiiags; >«imal ,nonall. Land- irtschastlich« Zeitfragtn ETnsprech - Anschlüsse: r die Schri!tle>tungl12 erlag,Geschäitsstelleöl dreste lür Drahtnach- chtem Anzeiger Sieheil. gnähme »an Anzeigen r dce Tagesnuminer s vormittags 9 Uhr. 164. Jahrgang Lamrtag, l". Gltober VN General-Anzeiger für Oberheffen Rotationsdruck und Verlag der vrühl'schen Unio.-tzuch- und Zteindruckerei R. Lauge. 5chriftlcitung, Seschästsftelle u. Druckerei: Schulstr. 7. Anzeigenteil/ H^Bech BeznqSvrec- monatl. 75 B°., viertel- jährl. Mk. 2.20: durch Abhole- u. Zweigstellen inonatl. 65 Pf.; durch diePost Mk.2.— oiertel- jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15P>., ausiv 20 Pst — Hauptschristleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich fiir den polit. Teil: Aug. Goetz: für .Feuilleton', .Vermischtes' und,Gerichtssaal': Karl Neurath; für .Stadt und Land" : Otto Braun; für den Antwerpen in deutscher Hand! (MTB.) Trotzes Hauptynartier, 9. Olt. abtzs lmtlich.) deute vormittag sink» mehrere Forts der iit = eren Befestigungslinie von Antwerpen grillen. Di« Stadt befindet sich feit heute nach- ittag in deutschem Besitz. Der Kommandant nd die Besatzung haben den Fcstungsbcreich erlassen. Nur einzelne Forts sind noch vom einde besetzt. Der Besitz von Antwerpen ist da- irch nicht beeinträchtigt. Essen, 9. Okt. Die „Rhein.-Westfälische Ztg." ver- 'ritct durch Extrablatt folgende Meldung: Rotterdam, 9. Okt. 38 deutsche Handclsdamp- r, darunter der Lloyddampser „Gneisenau" und viel« andere cotze Secdampfer sowie über 20 Rhein schisse sind rite im Hafen von Antwerpen auf Betreiben der ngländer in die Lust gesprengt worden, da die Hvl- nder dem Verlangen, die Dampfer zum Abtransport von Flücht- , rqen der Garnison nach England durchzulassen, nicht stattgaben. E önig Albert wollte gestern vor der Beschießung der Stadt » ese übergeben, wurde aber von englischer Seite aran gehindert. * . * Rasch und schneidig hat Teneral v. Beftler mit seinen i i'etreuen das erfüllt, was mir alle von ihm erwartet haben: , bald der strategische Entschlutz gefaßt war. folgte die Aus- ihrung mit Aufbietung aller bewährten deiltschen Energie »f dem Fuße. Wie vor Lüttich, Namur und Maubeuge hat- n die Tegner mlf die Mär von der llnbezwingbarkeit ihre 'arten gesetzt, und wie ihre Lügen über Deutschlands Bereib- ( Haft kurze Bieine hatten, so hat auch das Geprahle mit der i igenen, unbezwingbaren Widerstandsfähigkeit ein baldiges nde gefunden. In der ganzen Welt werden nach diesen: sieg-- eichen Schlage der Deutschen besonders d'e Engländer ihren knf von Weltmacht und Sicherheit einbüßen. Noch wissen 1 'eir bis zur Stunde nicht, was ans der belgischen und eng- j scheu Besatzung Antwerpens geworden ist: es heißt in un- 'rer amtlichen Meldung nur, daß sie den Festungsbereich ! erlassen habe. Ist sie durch die Schelde gekommen? Dem s I riderspricht die nachstehende Meldung der „Rhein.-Destsäl. ' Leitung", daß Holland sich geweigert habe, die Durchfahrt ,l u gestatten und daß die Engländer im Hasen 32 deutsche ■ Handelsschiffe in die Lust gesprengt, soll wohl heißen, ver- J enft hätten. Es blieb danach nur der B e r s u ch, auf schma- om, von den Deutschen noch nickt besetzten Landstreisen längs «er hossändischen Grenze nach Ostende hin das Heil in der Flucht zu ziehen. Sicherlich sind sie dabei von asserlei Hinder- ! rissen und Gefahren belauert, und unsere deutschen Führe« ' s verden alle Vorsorge getroffen haben, um die Gentlemen , , ruf ihrer Durch- oder Heimreise gebührend zu begrüßen und I “ mindestens dem größten Teil von ihnen die vorläufigen Ouartiere anzuwcisen. , Heil dem Tage, wo die englische KriegAführmrg von rem empfindlichsten Hiebe getroffen morden ist! Sie hatte » ruf den Besitz und die Erhaltung Antwerpens von An- i fang an das osscrgrößte Gewicht gelegt. Siegessicher hatte ,!■ König Albert nach seinem Weggang aus Brüssel die Botschaft verkündet, daß mit englischer Hilft das belgische Volk am Ende i doch über die „Barbaren" triumphieren werde. Noch in den : \ allerletzten Tagen waren englische Verstärkungen mit -grohen Schiffsgeschützen in Antwerpen erschienen, um mit ? I der Wut der Verzweiflung das drohende Ereignis abzn-- K ° »oehren. llnd Man erzählte fich ja auch von allerlei Miß- Helligkeiten in dem verbürrdeten Heerlager in Frankreich I wo Sir John French durel, sein Machtgebot in die französische Strategie hincingepftlscht Hab«, um dem belgischen Kriegsschauplätze nahe zu bleiben und in erster Linie die englischen Interessen wahrzunehmen. Deutsche Truppen werden nunmehr auch die Wacht «n dem belgischen Nordsecstrand übernclMen, und der Weg von Anvoerpen nach Ostende ist nicht weit. Dem entschlossenen, wackren holländischen Drudervolke aber sind wir zu neuem Danke verpflichtet. Es hat den enq-- ( r fischen Zumutungen widerstanden und sich aus ^ 7>en verhüllten Drohungen eines „Tenrps" nichts - , jgemacht. Das Blatt hatte noch in den letzten Tagen - iden Niederlanden für die Preisgabe ihrer Neutvalität im / I ^Interesse der Engländer eine diplomatssche goldene Brück l I gewiesen, indem es ihnen vorschwatzte, da die Niederlande ' I rbcn Vertrag von 1839 unterzeichnet hätten, dürften sie auch S xdie Garantiemächte nicht an der Erfüllung der Pflichten iKndern, die sich aus der Verbürgung der belgischen Neu- s trakität ergeben. Das bat die biederen Holländer, die für pwessche Kniffe nicht viel übrig haben, eher verschnupft, als * Z i für das empfohlene Verfahren eingenommen. Holland weiß, l daß. wenn es seine Neutralität bis zum Schlüsse bewahrt, ' es hei der Entscheidung mit serwen 300000 Soldaten eben» falls noch ein Wort mitsprcchen kann. Mut und Festigkeit gegenüber England haben dem besreundeten Nachbarlande schon jetzt, nach der Einnahme Antwerpens durch die Deutschen, die beste Verheißung für seine Zukunft beschert. Ms gestern abend in unserer Geschäftsstelle die Nachricht von der Vernichtung der deutschen Handelsschiffe durch die Engländer bekcmntgcgcbcn wurde, da konnte man manches dcutsclze Kraftwort gegen britische Tcuftlci hören. Gewiß, es war kein Meisterstück, Mbion! Aber wir wollen dem vcrziociflungsvollen Schritte der Briten docl> einiges Verständnis entgegenbringen. Wo die Löwenhaut nicht mehr ausveicht, muß ein Fuchsbalg dazu genommen werden. Indessen, der Knalleffekt dieses großen „Sieges" zu Wasser wird seinen Urhebern in der Welt nicht einmal den Ruhm besonderer „Schllue" fördern. Wut und Angst diktierten dieses Vorgehen, und wer wollte widersprechen, daß die Engländer nach dem Verlust von Anttverpcn allerdingsGrund genug zu Wut und Angst haben. Wird die Jnvasionsfurcht nicht wieder neu erwachen, wird man nicht schon etwas lebhafter an den Endtag der Abrechnung denken, lvo mit Hilfe des Besitzes der belgischen und ftanzösischen Küste unter dem Donner der deutschen Schiffsgeschütze und unter der nicht nur dekorativen Begleiterscheinung der Zeppeline wie im Jahre 1066 eine Landung versucht werden könnte. Ein zweiter Wilhelm der Eroberer ist bereits vorhanden imb das Rolandslied ist uns noch ganz geläufig! Die deutschen Schulen feiern, und die Fahnen in deutschen Städten begrüßen einen neuen Wendepunkt in der Geschichte! * . * Bersenknng deutscher Handelsschiffe im Antwerpener Hafen. Der Generaldirektor des Norddeutschen Lloyd, Heineken, erklärte einem Mitarbeiter des „Bcrl. Lok.-Anz." zu der Versen- kung der deutschen Handelsschiffe im Antwcrpener Hafen: Der Dampfer „G n e i s e n a:i" ist Reichspostdampfer und stand bei Kricgesausbruch in Antiverpen zur Fahrt nach Australien bereit. Das Schiff ist 1903 gebaut und hat etwa 8200 Registertonnen Inhalt. Es >var mit deutschen und belgischen Ausfuhrgütern beladen. Das Schiff konnte nicht auslaufen, da die militärpflichtige Mannschaft zu den Waffen gerufen wurde. Das belgische Prisengericht hatte wiederholt die Frage der Beschlagnahme des Schisses beraten, war aber noch zu keiner Entscheidung gekommen. Inzwischen wurde es von der belgischen Regierung für Lazarctt- oder ähnliche Zwecke benutzt. Was die Rechtslage an- belangt, so kann kein Zweisel darüber bestehen, daß Belgien bezw. die Stadt Antwerpen für den völkerrechtswidrig zugesügten Schaden auskommcn muß. Belgische Flüchtlinge in London. London, 9. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Hier kommen ständig belgische Flüchtlinge zu Tausenden, meistens vollständig mittellos urtb rntraurigsterVer- sassung, cm. Bor der Einnahme Antwerpens. London, 9. Okt. (WDB.) Der Korrespondent des „Daily Expreß" telegraphiert gus Ostende: Die Belgier leisten in Antwerpen heftiger. Widerstand, doch sind die Deutschen ein gutes Stück vorwärts gekommen! Das Feuer der schweren Geschütze aus Antwerpen hat auf den anrückendeu Feind einige Wirrung ausgeübt. Das „Daily Chronic!e" erfährt aus Antwerpen: Es sind die schweren Geschütze, die hier den entscheidenden Einfluß haben Es ist ein Kamps zwischen Krupp und dem lebenden Menschen material. Bei Tage, meist muh in den Nackten, wird die todbringende Beschießung fortgesetzt. Wenn ihre Granaten eine Stellung unhaltbar gemacht haben, rücken die Deutschen vor, stoßen sie aus Widerstand feindlicher Jnsanterre und müssen sie zurückgehen, dann wird das Granat- feuer verdoppelt, bis fick die Belgier zurückziehen müssen. Die Behörden feilen der wetteren Emwicklnng der Dinge mit tiefem Ernste entgegen Die Deutschen können setzt schon die Stadt mit den Gffcbützen des zweitgrößten Kalibers erreichen. Trotz der Abreise deö Ministeriums bewahren ine Ein- wohrier die Ruhe und versichern, daß die ©tafci niemals erobert werden soll. London, 9. Oft. (DD8. Mchta^ich.) Berichte Londoner Blätter aus Antwerpen geben eme Schilderung der wiederholten deutschen Stürme auf die Anßen- forts im Süden und im Südoften und den dreißig- stündigen Artilleriekam ps an der Scheide.^ Der Kampt an der Schelde konzentrierte sich um die Brücke bei Schonaerds. Eine deuvck InfaMcriekolvnne drang am Montag um Mitternacht in diesen Ort «m und verschanzte sich dort. Morgens um seckB Uhr begann die Beschießung von Ber laer-löz-Termonde. Tcussche Infanterie venüchte unter Deckung von Maschmeugewebneuer verschiedene Mal« über die Brücke zu stürmen. Weickpeittg versuchten die Deutschen, au, einer Pontonbrücke den Uebergang über die Ruppel in der Nähe von Waeltzem zu erzwingen. Trotz großer Verluste glückte es den Teuychen, Geschütze tvctt genug vorzuschiebm, um Contrch imd die nach Antwerpen führe nden Wege zu beschießen. Viele Bewohner Contichs und der anderen Dörfer kamen aus der Flucht um. Nun griffen die Deutschen an der Nethe zwischen Lrcr und Dussel an. Hier wurden die Belgier, die dem feindlichen Feuer in niedrigen Schützengräben ausgesetzt waren, gezwungen, sich zurückzu ziehen. Am Tiensrag morgen >cm vier Uhr glückte es den Deittschen, nöwlich der Rethe Fuß zu fassen. Am Abend sieht man von Antwerpen aus den Widerschein der brennenden üörser zwischen Neche und Schelde, die von den Belgiern in Brand gesteckt sind, um für die Haupkforts freies Schntzseld zu schaffen. Köln, 9. Oft. (WTB.l Nübtamtlichs Die .Füln. Ztg." meldet von der holländischen Grenze: Aus Bcrgen-op- Zoom wird über die Beschießung Anttverpens gemeldet, daß die Stadt an allen vier Ecken brenn«. Die St. Georg-Kaserne stthe in Flmnmen, das große Lazarett sei verbvanm und di« Verwunderen flüchteten. Infolgedessen wurden viel« von ihnen an der Grenze erwartet. Die Beschießung sei noch immer heftig. Heute habe man benrerken können, daß aus einem Fort eine Bat- lcrie außer Feuer gestellt wurde. Die Flut der Flüchttrnge dauere an. Die Lage sei unhattbar. Antwerpen. Kaum 10 Kilometer vor AnUvcrpen wendet die von Westen kommende Schelde dort, wo ihr der Rüpel die Wasser der Senne, Tylc, Deiner und die aus Osten kommende Ntthe zusührt, in scharscm Knick nach Norden und strömt als ein breites Band, viel stärker und mächttgrr, als die Themft bei London, an den Forts und der Stadt vorbei dem Meere zu. Sie bildet die notürlici«e Grenze des Landes um Antiverpen. Im Westen dehnt sich das Waasland, eine der dichtest bevölkenen sslegeuden Europas. Ehemalig dürre Heide, ist es setzt überall mit größter Sorgfalt bebaut: Wiesen, Aecker, lleine Waldungen ivechscln mit sauberen Gehöften und wohl badende ii Dörfern. Der natürliche Boden, der kaum besser als Sand ist, wurde durch künstliche Mittel urit fruchtbarer Gartenerde bedeckt, so daß sich heute um St. Milolas eine weft über Belgiens Grenzen berühmte Musterwittschaft dehnt. Roch weiter nestlich, dein Meere zu, geh! Vas Waasland in die friicht- baren Niarschen über, auf Venen freilich die Feldwirtschaft hinter der Viehzucht zurückttitt. Das niedrige, von zahllosen Gräben durctz- setztc, ständig durchfeuchtete Land ist dem Ackerlxru wenig günstig. Wiesen mit ivcidendcin Vieh werden von einem engen Netz breiter Gräben durchzogen, Dämnre, die die iweist höher gelegenen Kanäle beglettcn und Baumreihcn tragen, sind da und dort von einer Windmühle gcftöitt und das Segel eines hoch über seiner Umgebung aus dem Kanalspiegel dahingleitenden Schisses glänzt in der Ferne. Wie anders ist das Land östlich der Schelde! Einer unserer klassischen Reiscschilderer, Gg. Förster, erzählt darüber: „Eine */, Meile vor Llrttwerpeu vcrsctnvindcn die Bäume, Gebüsche und crnge- zäuntcn Gärten; die Gegend vcrwaudell sich in eine weit ansge- breitetc Lantic, eine kable Ebene, wo Viehweiden und Wiesen aneinander grenzen und an deren Horizont wir ringsumbeschaftcte Dörfer, in der Mitte aber Antwerpen in seiner imposanten Grüße liegen sehen. Ein Wald von Türmen und zugleick) der ungeheure gotische, wie Filigran gearbeitete Spitzttrrm der Kathedralftrche ragt hoch empor: die Zitadelle auf einer fteinen Erhöhung vergrößert und vcffchönert diesen Anblick, und die Bewegung aus- und abscgclnder Barken aus der Schelde hat etwas Zauberähnliches. Das .ist die Gegend südlich von Antwerpen. Doch sckzon wenige Kilometer östlich befinden wir uns „mis einer traurigen, noeit aus- gebreftelen Heide, wo das Auge mcr am Horizont und in sehr großer Entsermmg voneinander etliche Kirchtürme entdeckt. Harte, dürre Gräser, Heidekraut, einzelne zentraute Birken und lleine Elruppen von jungen Fichten sind die einzigen Pflauzenarten dieser öden Eben«, die uns lebhaft an geivissc Gegenden des nördlichen Deutschland und Preußen erinnert." So schildert Förster das Kempenland — die „Campinr" —, das sich bis an das Tal der Mnias cfftteckt, und wo nach dem Urteil des Geographen Penck eine Kulttvicrung schier unmöglich ist. Der Sand ist zwar für Wasser durchlässig und trocken, doch da an einigen Stellen dicht unter seiner Oberfläche Eisenerze lagern, die sich zu den sogenannten Ortsteinen verkitten, wird der Boden dadurch nicht nur für Daumwurzeln undurchdringlich, sondern auch für Wasser undurchlässig, und das Land versumpft. Doch haben an den Usern der Nethe und des Rüpel die Gewässer im Lause der Jahrhundette dicke Lehmschichten angeschvemmt, was besonders in der Gegend des Städtchens Boom zu einer lebhaften Verarbeitung dieses „Rupel-ToneS" zu Ziegeln und Tonröhren geführt hat. Wenige .lftlometer westtich von Boom liegt Dusftl, wo die von Mccheln kommende Bahn, nachdem sie das letzt von den Deutschen besetzte Fort Aavre St. Catherine vassiert hat, die Rethe aus einer Drehbrücke überschreitet. Zur Rechten des Bahndammes erscheint das alte Rittcffchloß Terclst im normannischen Stil: dann führt die Linie über Conttch, Hove und Vieur-Dieup zwischen den beiden, mit prächtigen Eingangs Pforten gesä/mückten Forts! und 5 über Berchem direkt nach Antwerpen, hinein. Bei Fort 5 zweigt eine Linie nach dem Scheldehaftn Hoboken ad, der Sommersitz der reichen Antwerpener. Von Contich fährt dagegen eine andere Zweiglinic im Tale der Rethe flußaufwärts nach dem gleichfalls von unseren Truppen schon besetzten Lier. Die durch ihre Bierbrauerei und Seisrnfabrikation bekannte, 22 000 Einwohner zählende Stadt besiW in der Gommariuskirche eine der schönsten gotischen Kirchen Belgiens, die zwei Bilder von Rubens sowie einige, von Kaiser Maximilian I. geschenkte Glasgrmäldc ihr eigen nennt. Zwischen den Forts Kessel und Broechem gebt dann die Bahn wcüer nach der Stadt Turnhvut, die neben Tuchfabriken als besondere Merkwürdigkeit eine bedeutende Blutcgei- zucht besitzt. Das ehemalige Schloß der Herzöge von Brabant dient heule als Gefängnis. Ein wenig nördlich der Stadt liegt der Mfttelvunft des Antwerpener Kempenlandes, das kaum 2000 Einwohner zählende Städtchen Hoogstraetrn. Auch hier ist die im 16. Jahrhundert aus Backsteinen erbaute, spätgottsche Katharinen- ftrche mit prächtigen Glasgemäldcn ausgestattet: das ehemals gräfliche Schloß dient seit Jahren als Sttaffolonie für Bettler und Arbeitsscheue. Eiste andere Arbeiterkolonic dieser Gegend ist Merxplas. Schon nördlich von Antwerpen, aber dock bereits im Gebiete des Kempenlandes liegen Festung und Stadt Mcrxem mtt ihrem vlämisch-gottschen Rathaus. Mckt wett davon dehnt lick bei Braschaet der große Arfillerieschießplatz der.^Mlchal Urmee, von dem hoffentlich bald zum letzten Riale belgische Gerchützc un seren Truppen cntgegengedvnnert haben. * s * Ein französischer amtlicher Bericht. Paris 9 Oft (WTB. Nichtamtlich.) Der amtlich« Bericht von gestern abend 11 Uhr besagt: die Lage ist im ganzen unverändert. Ungeachtet einiger heitrgerKampfe, besonders in der Gegend von R o y e, sind die Stellungen, die nämlichen wie vorher. _ Bordeaux, 9. Oft. (WTB. Nichtamtlich.) Präjidcnll Poincar« fft gestern abend hier eingetroffen. Bordeaux, 9.D!t. (WTB, Nichtamtlich.) Nach hier ein getroffenen Meldungen hat sich der große Kampf zwischen den Verbündeten und den Deulsck>cn im N o r d w c st c n n o d) ausgedehnt. Das Vorrücken der Verbündeten über A r - r a S war der Gegenzug gegen das Borrücken der Deutschen auf der Linie Armcntieres — Tourcoing. Gestern haben heftige .Kleinkampfe zwischen den deutschen und den französischen Vorposten stattgesunden. Neue deutsche Truppenabteilungen sind hcrangerückt; das läßt darauf schließen, daß die Deutschen ihre Heere in Nordfrankreich in möglichst großem Umfange verstärken. Die Kriegsschatzung von Longwy. Luxemburg, 9.Okt. Die Stadt Longwy wurde mit einer Million Francs Kriegskontriburion belegt, die ihr die Internationale Bank in Luxemburg vorstrecktc. Ter Keim der Niederlage für die Gegner. Kristiania, 9. Okt. (WTB. Nichtcmitlich.) Der Militärische Mitarbeiter des „Dag bl ad" schreibt über die Lage im O st e n : Der Umstand, daß, die Deutschen und Oesterreicher bedeutend mehr Bahnen als die Russen im Rücken zur Verfügung haben, um die Truppen von einem Ort zum anderen zu bringen, trägt den Keim den Niederlage für die Russen in sich. > ' Kristiania, 8. Olt (WTB. Nichtamtlich) An einer Betrachtung der Lage ans dem westlichen Kriegsschauplatz führt der rnilitärische Mitarbeiter des Blattes „Aftenposten", ein Generalstabsoffizier, aus: Wenn Antwerpen fällt, werden nicht allein 200 00(1 Deutsche für Rordfrankreich frei, sondern auch bedeutende Massen schwerster Artillerie, was alles zusammen die Entscheidung bringen mutz. Der Umstand, daß, die Verbündeten auch Verstärkungen von Indien erhalten haben, ist nicht besonders schwerwiegend, weil ihre Zahl noch nickst groß sein kann. Falls es richtig ist, daß düse Hindus sinh, ist es zweifelhaft, ob sie gleichwertig mit den deutschm Soldaten sind. Daß Joffres Armee aus Franzosen, Engländern,Negern undHindus zusammengesetzt ist, ist ein Schwächemoment gegenüber der deutschen, auf gleichartiger Kraft aufgebauten Armee. Falls man sagen darf, daß die Wagschale des Sieges sich nach cinciß Seite eiuge, so ist es die deutsche Seite. Die Senegal-Neger. R o m, 9. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Die „Tribun a" gibt den Bericht eines kürzlich aus Bordeaux zurückgekehrten italienischen Abgeordneten wieder, der der äußersten Linken angehört. Nachdem er zuerst den französischen und in- bischen Truppen großes Lob gespendet hat, erklärt er: „Nicht weniger bewundernswert sind die schwarzen Soldaten vom Senegal. Sie stellen den Terror dar. Schon sahen sich die Befehlshaber der englischen und französischen Truppen gezwungen, von ihnen diskreten Gebrauch zu machen, denn diese Neger vom Senegal sind wild und schonen den Feind um keinen Preis." Der Abschau, den wir über die Kampfesweise der Feinde empfinden niüssen, wird mit Verachtung gepaart, wenn wir folgendes Zeugnis der „Times" über die schwiarzen Helfer lesen: London, 9.Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Der Kriegskorrespondent der „Times" schreibt: Die Art des Kampfes in Nordsrankreich wird besonders stark von den afrikanischen Truppen der Franzosen empfunden, die wie alle Eingeborenen sehr schwer die Furchtbarkeit des europäischen Krieges begreifen lernen. Die Verluste dieser Truppen waren zu Anfang des Krieges sehr groß. Ein Offizier des marokkanischen Tirailleur- Regiments sagte, daß in dem ersten Gefecht die Hülste der Leute siel. Der Offizier drückte seine größte Bewunderung für die militärischen Eigenschaften der Deutschen aus. Der Durchschnitt des deutschen Gewehr- feuers stehe auf gleicher Höhe wie der der Verbündeten. Es seien im Verhältnis vcrinutlich mehr französische Offiziere gefallen als deutsche und es sei allgemeines Gespräch, daß die Verluste der franzöfffchen Offiziere in den letzten zwei Monaten zehnmalgröber seien als vorher bei den Kämpfen in Marokko. Wieder ein kritischer Tag in Italien. Rom, 8. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Seit einigen Tagen .haben sich in den Zeitungen Polemiken entspannen über Berwäl- tungssiagcn des Kriegsministerinms. Abends überreichte, laut der , „Agenzia Stesam", dr Kriegsministcr G r a n d i dem Ministerpräsidenten sein Entlassungsgesuch. Die demokratisch-liberale L inke nahm eine Tagesordnung an, in welcher unter der Anerkennung, daß die wachsame (bewaffnete Neiüralität den politischen Forderungen des Augenblicks entlvreche, der Regierung, welche mit sicherem Blick für die Bedürfnisse des Landes mit allen Mitteln die höchsten nattonalcn Interessen zu wahren wisse, das Vertrauen ausgedrückt wird. Minen im adriatischcn Meer. R van, 9. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Das Mlarine- ininisterrum hat infolge der Auffindung einiger weiterer Minen im offenen Adriatischen Meere Anweisungen für die zeitweilige Einstellung einiger von der Regierung sub- lventionierten Linien im Adriabischen Meere gegeben. Gleichzeitig ist der U e b e r wa chun gs d i e n st in den Gewässern des Adriattsüien Meeres verschärft worden, um in den möglichen Grenzen die freie Schiffahrt zu crleickstern. Die Wahrheit in New York. Airs New Dork schreibt ein Gietzener Kind kn einem Briefe vom 22. September, bänglich der Stellung der dortigen öffentlichen Meinung zum großen Kriege, daß mit dem Eintreffen des deutschen Gesandten in Waslsington alles besser geworden ist. Die deutschen Zeitungen und die deutsche Post sind wieder durchgedrungen: ebenso treffen jetzt die Funken- spruch-Telegrannne über Sahville täglich ein. Mit rührender Treue lullten dü Deutschen, auch ihre Kinder, am Vaterlande fest: mit Airgst und Sorge Inerden die den Zeitungen beiliegenden deutschen Verlustlisten durchsucht. Allein in New 'Jjorf sind bisher 100000 Dollars für die deutsche Sache gesammelt worden. „Es ist leider das Einzige, was mail hier tun kann", so schließt der Brief; „Gott behüte unser liebes Vaterland!". Ein Denkzettel für zwei Verleumder Deutschlands. München, 9.Okt. Der Maler Hodler in Genf und Professor S a r t o r i o in Rom haben von der Münchener Sezession folgenden Brief erhalten.: Wir erblicken im Wottlaut Ihres Protestes gegen die erlogenen Greueltaten deutscher Truppen nicht nur eine törichte Leichtglärchigkcit, sondern auch den Ausdruck einer gehässigen Gesinnung gegen unser deutsches Volk und haben Sie deshalb aus nnserrn Verein ausgeschlossen. * * * Eine zusammenfasfende Beurteilung der Lage im Südosten. Wien, 9. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Ein militärischer Mitarbeiter des „Neuen Wiener Tagjblqttes" schreibt über die jüngste» excjgnjfle: Immer neue Terlerlolge zeittgt das gesckstvssenc Bor- gehen der verbündeten deutschen und üslrrreichisch-ungarischeu Armeen an beiden Ufern der Weichsel im Raume von Jwangorod, das kaum 100 Kilometer südöstlich von War- i ch a u liegt, bis nach D v mn o w am Sau-Fluß; 40 Klm. westlich P r z e ni n s l. Sieg auf Sieg über die feindlichen Naächuteu wird erfochten. Au und sür sich sind es zwar örtlich begrenzte Eiuzelereignisse in der 250 Kilometer breiten nordsüdlichen Operationslinie, im Hinblick auf das ungeheure gemeinsame Endziel aber bock, schon die ineinandergreisenden Glieder einer unzerreißbaren Kette, die mit ehernem Druck langsam aber sicher immer mcrklickjee die russische Uebermacht an Hals und Brust zu würgen beginnt. Es zeigt sich nunmehr zur Evidenz, das die Kouzrntrierimg unserer Armeen nach Westen keine taktisch Niederlage ist, sondern eine vielmehr überlegne slrategisck.e Maßnahme bildete, diktiert von dem höheren Zwecke, innen lückenlosen Anschluß an die deutsche Armee nördlich Krakau zu sichern. Das wurde mit saldier Promptheit erreicht, daß den nun mit vereinten Kräften sich stellenden gegnerischen Truppen eine Spitze nach der anderen abgcbrock»en wird. Die Erstürmung des rusiisckgm Brücken tnopses Sandamierz und die Zurückwerfung einer feindlichen Infanteriedivision bei Tarnobrzeg im Weichsel- und Saüwinkel tragen bereits die ermatteten Früchte. Die geschlagenen Gegner konnten sich bei der energischen Verfolgung über das Hindernis der beiden tiefen und breiten Flüsse nicht rasch genug zurückzichen und fielen samt ihrem Train abtellungsweise als Kriegsgefangene unsexxn auf dem rechten Weichsttuser vordringcnden Truppen in die Hände. Unsere weiter südlich im Raume von Neu-Sandec, längs der Eisenbahn und der Chaussee gegen R z e s z o w vorgegangene Armee warf am 7. Oktober jene Heeresteile des Gegners, die versuchten, die Festung Przemysl von Westen einzuschließen, bei dem Dorfe Barycz, l5 Kilometer südlich der Stadt Rzeszow, wodurch dieser so wüchsige Bahnknotenpunkt wieder endgültig in unseren Besitz genommen werden konnte. Trotz des wiederholten vergeblichen, mit furchtbaren Verlusten bezahlten Anrennens gegen die Forts von Przemysl in den ersten Tageit des Oktober rannten sich die Russen am 6. und 7. Oktober an den Bollwerken ernent die Köpse ein. Nicht so sehr die Tausende von Taten und Verwundeten, die der Gegner dort liegen ließ, werden ihn von einer Wiederholung des vergeblichen Beginnens abhalten, ivohl aber dürfte das bedenkliche Nahen unserer siegreichen Truppen im Westen der Festung schon in den nächsten Tagen jedem weiteren Belagerungsversuch möglicherweise ein endgültiges Ende bereiten. Während also auf dem polnisch-galiziichen Kriegsschauplatz die seit Anfang Oktober einsetzarden deusichen und österreichisch- ungarischen Erfolge die Gcsamtlage in der Weise zu unsere» Gunsten verändert haben, daß cs selbst für die Berichterstattung des Dreiverbandes inrmer sckMieriger wird, die Tatsachen in das Gegenteil umzulügen, sind es auch im Süden unsere Truppen, die dott aus allen Linien das Gesetz des Handelns recht eindeutig vorschreiben. Mit der entscheidenden Nicherlage von vier serbisch- montenegrinischen Brigaden zwischen dem 3. und 7. Oktober dürste der Hauvckäche nach für unsere Reichslande des gesantten (Kuerllla- ktteges Glück und Ende verzeichnet sein. Die russischen Verluste bei Lemberg. B e r l i ii, 9. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Die „B. Z. am Mittag" meldet aus Wien: In der amtlichen Ausgabe der Petersburger Telegraphen-Agentur werden die großen Verluste der Russen in der Lemberger Schlacht zugegeben. Es gab dabei so große Massen von russischen Verwundeten, daß alle öffentlichen Gebäude zu ihrer Aufnahmü nicht genügten. Sehr viele Kanonen blieben, wie es weiter in dem Bericht heißt, in den Sümpfen stecken und sieben so in österreichische Hände. Pogrome gegen die Inden- Berlin, 9. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Die „B. Z. am Mittag" meldet aus Kopenhagen: Nach zuverlässigen persönlichen Mitteilungen sind in Bessarabien und Russisch-Polen blusige Pogrome gegen die Inden ausgebrochen. Schlachtenbilder an» dem Oste«. Nach der „Nordd. Allgemi. Ztg." gibt der Vertreter des „Nienwe Rotterdamsche Courant', der ans Einladung des Großen Generalstabes an der Besichtigung der ostpreußischen Schlachtfelder tetlgenommen hat, seinem Blatte folgenden Bericht: Nack, fünftägiger Autofahrt durch das unter den russischen Greueln oft zwecklos geschädigte Ostpreußen sind wir in Königsberg angelangt. In dem südlichen Ostpreußen ist die Bevölkerung wieder beruhigt. Sie kehrt in ihre Wohnungen heim, sofern sie noch bestehen, Städte von Bedeutung, wie O r t e l s - bürg, sind zu 70 Prozent niedergebrannt. Entsetzlich« Schandtaten sind von den Russen ohne Grund verübt worden. Wir haben überall Zeugen verhütt. Kosaken, und nicht nur sie allein, waren die Geißel des Landes. Neue russische Streitkräste werden auf der ganzen Linie von den deutschen Truppen gehalten. Soweit wir sahen, wird der Kampf aus russischem Gebiet geführt. Gestern waren wir südöstlich W i r b a l l e n, wo ein schweres A r - titlericduell stattsand. Die Russen schossen msi schweren Geschützen, die sie aus K o w n o angeführt hatten, konnten aber die glänzend versteckte deutsche Stellung nicht ausfindcn, deshalb waren deutscherseits fast keine Verluste zu verzeichnen. Ein russischer Sturmangriss in dieser Gegend wurde mit entsetzlichen Verlusten zurückgewiesen. Leichen junger russischer Soldaten lagen haufenweise auf dem Schlachtfelde in der Feuerlini« und können nicht weggeholt werden. Auf 200 Meier erhielten anstürmende Russen deutsches Maschinengewehrfcner: sie wurden niedergemäht. Als wir auf das Schlachtfeld kamen, ivar nichts von Freund und Feind zu sehen. Rur hörte man die Granaten heulen, sah, wie schwarze Geister Erde und Rauch anffpritzcn, wo sie einschlugen, Rauchlvölkchen von Schrapnells, anflohendc Heuschober, Gehöfte und Dörfer, daneben ganz ittedlüh eine sonnen- beschicnene Landschaft und einige sichtbare deutsche Soldaten, die ganz ruhig in den Niederungen des Terrains hielten und Trink- wasser heranschleppten. Mitunter sprengte ein Adjutant über die Felder heran. Unsere Gruppe war allein sichtbar für die Ruffon, weshalb sie uns schließlich mit eiisigen schweren Granaten beehrten die eben nahe genug heran kamcir, um ims später im frieb» sichen Hotel die Feuertaufe begiehen zu lassen. An» Stadt nnd Land. Gießen, 10. Oktober 1914. Gegen die Arbeitslosigkeit. Wie uns soeben aus Darnrstadt gemeldet wird, hat «in« Anzahl von Mitgliedern aller Parteien der Zweiten Kammer zur Steuerung der .Ar bertslos i g kerr rn Hessen den Antrag eingebrackit, l. alle im Voranschlag für 1914 vorgesehenen Arbeiten, ivie Neubauten nsw., soweit sie noch nicht ausgesührt sind, tunlichst in den Wintermonaten zur Ansftihrung Au bringen und die einleitenden Schritte boldigir zu veranlaffen, 2. zu veranlassen, daß die Herstellungen rn der Dermögtznsrechnung, soweit die Regierung Barauj eine Einwirkung hat, ebenfalls bald rrnd tunlichst rm Winter, besonders die Arbeiten rmter dem Kapitel „Staa ts eisen- bahnen", in Angriff genommen werden. Aber auch darüber hinaus müsse Arbeitsgelegenheit beschafft und dafür gesorgt werden, daß nur in Heffen wohnende Arbettslose herangezogen werden. Es werden daher sogen. Notstandsarberkcn nicht zu umgehen sesir, und da dem Staat zurzeit ans den beiden Restsonds gegen 12 Millionen Mark zur Verfügung stehen, die in Zeiten der Nor zunr Wohl der Gesanitheit herangezogen werden sotzg, bitten die Antragsteller, die für Notstandsarbviten esiordrrwr Kredite zu bewilligen. Ae Vorbereitungen beschleunigt werden, datz die Ausführung der Arbeit den nächsten Woch'n nrcksi aufgehaltcu würde. * **Kammerpräsident Graf v. Schlihff $ t Emil Friedrich v.Schlitz gen. v. Görtz, Präsident j Ersten Hessischen Kammer, Kommendator der Hessische, y nossenschaft des Johanniterordens, ist gestern abend nach si zem Krankenlager im Diakonissenhause in Frankfurt a. M j 64. Lebensjahr verstorben. ** Die Nationalstif 1 ung sür die Hinte bliebenen der im Kriege Gefallenen veröffe, sich folgentden Aufruf : Ein gewaltiger Krieg ist über Deutschland Ijetei gebrochen. Millionen deutscher Männer bieten ihre Hx. dem Feinde dar. Biele von il-nen lverden nicht zurückklm Unsere Pflicht ist es, für die Hinterbliebenen der Taptzr zu sorgen. Des Reiches Aufgabe ist, hier zu helfen, di< Hilfe nlutz aber ergänzt werden. Deutsche Männe Deutsche Frauen gebt! Gebt schnell! Aüch j kleinste Gabe ist willkommen! Es werden auch Staco Papiere und Obligasionen entgegengcnommen. Die y schäftsräume befinden sich Berlin N.W. 40, Alsenstr. Das Ehrenpräsidium: Dr. von Bethmamn Hollweg, 9 ttü kanzler. Dr. Delbrück, Stuatsminister, Staatssekretär t Innern, Vizepräsident des StaatsministerinmS. Das Präsidium: von Loebell, Staatsminister und MiM des Innern. Graf v. Lerchenfeld-Köfering, Königl. K< rischer Gesandter, von Kessel, Generaloberst, Oberbefeh Haber der Marken. Freiherr von Spitzemberg, Kabinet rat Jlpcr Majestät der Kaiserin. Selberg, Ksimmerz,, rat. Schneider, Geheimer Oberregiernngsrat, vottrageiü Rat im Ministerium des Innern als Staatskonninss, Herrmann, Kommerzienrat, Direktor der Deutschen Ba .Schatzmeister. Das weiterhin mittmterzeickMete Komitee weist I Namen der firhrenden Persönlickiikciten der deutschen Fmcr des -Handels, der Politik und der Presse ans, darunter d jenigen des Hessischen Gesandten in Berlin, Frhrn. v Biegeleben, und des Großh. Heffischen Staatsnmnst, Dr. von Ewald. ** Der ungediente Landsturm Demnächst wird Musterung Und Aushebung eines Dells des ungedient Landsturms, der mit der Waffe ausgebildet werden soll, folgen. Dem Vernehmen nach sollen zehn Klassen des ungedim Landsturms, Leute bis zum 30. Lebensjahre einschließlich, mustett nnd ausgehoben werden. Bisher hatte sich der ungedic Landsturm bis zum 39. Lebensjahre vor einigen Wochen let sich zur Land sturmrolle angemeldei. ** Ritter des Eisernen Kreuzes. Willy Bo v e r e t aus Diez, Lenin, d. R. beim Jnf.-Regt 80. Leu d. R. Ri t te r s h a u sen aus Diez, im Feld-Art.-Regt. Forstassessar Oberlt. Rüder aus Dillenburg, Feldjch beim Stab der 5. Armee. Lenin, d. R. nnd Kompayniefüh im Jäger-Bat. Nr.8 Forstassessor Fritz Bender von Mi täbaur. Unteroffizier Will Christ von Untertiederb beim Jnf.-Regt. 87. Reservist Karl Krieger ans Wetz im 14. bayr. Res.-Jnf.-Rgt. Kanonier Fritz Scheid aus N> born beim Res.-Feld-Art.-Regt. 25. KarlSekiqmanne Nauborn beim Res-Jnf.-Rsgt. 68. Lenin, im Jnf.-Regt. Fritz Kall ab aus Offenbach. Lenin, d. R. im 17. ba Jns.-Regt. Karl Mann aus Ofsenbach. Unteroffizier br 9. Fußart.-Regt. Ernst Pölitz aus Sinn. Lehrer Sand aus Fischbach. Wecker, Recsimentsadjutant im Jnf.-Rc Nr. 168. Hans Thon, Rittmeister im 23. Drag.-Regt., F oer des Res -Drag.--Regts. Nr. 4 Oberst, und Batteriefüh Grodhaus im 11. Bayr. Fvld-Art.-Regt. .Hans Eh Hardt, Oberst und Regimentskomm, (früher Regt. ll Erwin Ehrhardt, Ma,or und Bat.-Konrm. (früher R< Nr. 118). Ernst Ehrhardt, Hanptmann und Kompagi Chef (ffüher Regt. 117). Lehrer Msons Bernhards Res.-Regt. 83 aus Wallau. Georg Geck ans Obermörl Leutn. Kutsch beim Jnf.-Regt. 168. Hiermann Hölzk Oberlehrer in Barmen, Lenin, ix R. im Landw.-Jnf.-Rc Nr. 118, aus Mainz. Otto Schäfer, Lenin, d. R. im Ii Regt. 116. Julius Molker, Bürgermeister in Wöllstc Rittm. d. Landl». Hausmann, Oberamtsrichter in Ob Ingelheim, Hauptm. d. Landw. Ed. Brücker, Ofsizi diensttuer, Meder-Jngelheim. Ludwig Dietz aus Lmtt bach, Vizefeldwebel d. R im Jnf -Regt. 136. Johannes G aus Nreder-Krainsbach, Mzeseldwebel im Jnf.-Regt. 1 Ludwig W a l l b o t t aus Leihgestern, Dizeseldwebel im Fi Regt, l 15. Ingenieur Wilhelm S t o y, Offizierstellvertre und Kompagniasührer in Darmstadt. Hauptm. Schmi vom Jnf.-Regt. 118. Philipp Störtzel, Feldwebel i Jnf.-Regts. 115, aus Hetschbach i O. KMegsintendantur Stiefel bei der 22. Dir. (früher Gerichtsassessor in Aed köpf). Feldwebel Kühn aus Wetterfekd. Karl Mautzn« ViMeieldwebel im Jnf.-Regt. 88, in Hanau. KunsttnalerW Bick, Lenin, d. R. iim Jnf.-Regt. 171, in Hanau, stabsa Dr. Zahn im Jnf.-Regt. 118. Unteroffizier Jakob Zi me r in Mainz. Oberlt. d. R im Jnf.-Regt. 70 Erich H ao ans Wiesbaden. Referendar Rudolf Hagen, Lenin, d. im Jäger-Regkk. zu Pferd, in Wiesbaden. Hanptmann K Hergt, Führer der Maschinengttvehrkompagnie des Ii Regt. 75. Vizeseldwebel d. R Münch vom Regt. 80 c Wiesbaden. Landwehrmann Franz Albert ans Unt liederbach. Forstassessor Fritz Bender aus Mvntada Sergeant Karl Baum von Wörsdorf. Oberlt. d. Lani Steindorff aus Höchst a. M Leutn. d. R. LlluginftHe Lehrer in Steinau i. O. ** Soldatenbegräbnis. Die. Beerdigung > für das Vaterlmtd gefallenen Gefreiten Semmy Rothe der ge r hatte gestern nachmittag eine große Trauer ineinde auf dem Friedhof am Rodberg versammelt. - Verein der 116er hatte eine starke Abordnung mit der entsandt. Auch einzelne Verwundete ans unseren Lazaret waren gekommen, um deni geschiedenen Kameraden die le Ehre zu erweisen. Rabbiner Dr. Sander hielt die ( dächtmsvede, in der er u. a. ausführte, wie Moses ei die Gebeine Josephs aus Aegypten mit fortnahm in i Land der Väter, weil dieser es so gewünscht hatte, so m hier der Bruder cs unternommen, die Leiche des Entschla nen aus Feindesland in die Heimat zu holen, \ sie in der heimatlichen Erde zu betten. Kameraden ’ Kaiser-Wilhelm-Regiments trugen darauf den Sarg f Gruft. Namens des Vereins der 116er nahm Herr Str be r das Wort zu dem Versprechen, das Andenken des To werde über das Grab hinaus in Elpen gehalten werd Der Redner legte einen Kranz am Grabe nieder. Eine . teilung des Kaiser-Wilhelm-Regiments gab drei Chtt salven über das Grob ab. — Aus unserm Jasiedhof find v W 15 kn diesem Feldzjnge gefallene Krieger begraben, dar- *r 5 französische Soldaten, ** Sterbeurkunden gefallener Soldaten, Von M -hörigen der im Kriege gefallenen Soldaten oder sonstigen M onen, die sich in einem Dienst- oder Bertragsperhältnis Im, em Deere befinden, werden von den hiesigen Standesämtern o,id) oterbeurkundcn verlangt. In einigen Fällen konnte solche ausgefertigt werden, meistens jedoch noch nicht. Die irden Bestimmungen über die standesamtlich,- Beurkundung in r Todesfälle sind nicht enthalten in einer kaiserlichen Per- mang vom 20,Januar 1879 lRerchsgesetzblali 5 . 5 . Hiernach ei riet von jedem Todesfälle im Felde der Regiments- Mnmandeur dem zuständigen Standesamt schrlit- l i Anzeige, Zuständig zur Bcurkuirdung ist das inländische Slau- 'dj, mt, in dessen Bezirk der Gefallene zuletzt gewohnt bat, Z befalle von Verwundeten in inländischen Lazaretten werden a nur bei dem Standesamt dieses letzten Wohnortes beurkundet. ■ es sich zeigte, gehen die einzelnen Stcrbe-sallsanzeigen aus E Felde nur ganz allmalstich ein, so das; die Angehörigen, 8 n sic Urkunden wünschen, Geduld haben müssen. Auch be- j fi nt die Sterbeiallsanzeigen in mancher Hinsicht, tvic -,, B S rssangabc, Bezeichnung der Eltern oder der Lhejrau, nieistens S fälliger Nachprüfung, die nicht umgangen werden kann, soiern Urkunde für die Angehörigen Gebrauchswert erbalten soll, « Beschleunigung kann dadurch erzielt werden, datz die An m rigtn, ohne eine besondere Aufforderung der Standesämter m warten, ihr Familicnstammbuch, in welchem die Geburt oder 8 Eheschließung des Gefallenen beurkundet ist, dem Standesamt „ enden, da aus dem Stammbuch das Erforderliche ersehen wcr- u kamt. ** Einen schulfreien T a n kommen, finden bei den Vor über g-.-benden rege Beachtung, inend nun das Anschlagsbrett am Stadthaus auch in den Abend- i ,den erleuchtet wird, geschieht dies an der Post nicht. Jetzt - ,r srülp-n Eintritt der Dunkellnit wäre es wünschenswert, wenn , > die Ilushangtafel an der Post erleuchtet würde, damit die irerhin eng und klein beschriebenen Telegrammblättcr besser zu ' ir sind, " Französische Verwundete in Gießen, Im ! irnison - La z a r e t t sind, wie wir hören, von den 100 dort k «enden französischen Verwundeten 36 geheilt, darunter mehrere s -iziere Die Mannschaften gehen in den nächsten Tagen nach I rrmstadt in das Barackenlager, die Offiziere nach rin,. ** StädtischerArbeits nach weis und Krieg, l August 1914 waren 424 offene Stellen gemeldet, von I rcn 241 besetzt w-urden (gegen 243 offene und 153 besetzte I eilen in 1913 Im September lvaren 360 offene Steilen ' ticlüct, von denen 175 besetzt wurden (246 Stellen mit l Besetzungen). " Aus dem Bureau des Stadttheaters. Tie« igen Abonnenten, die wegen Beibehaltung ihres Abonnements ch nicht geantwortet haben, werden dringend ersucht, dies bis ontag zu tun. damit die wegen der Vorbereitungen drängende ägültige Enlsäp-idung über die Gestaltung der Spielzeit getroffen rdcn kann, — Wenn auch die Zahl der geplanten Vorstellungen turgcmäß kleiner fein wird als in früheren Jahren. so wird im I rigen die Bühncnleitung den bewälnlen Grundsätzen, die das eßencr Stadtthcalcr bisher zum Erfolg geführt haben, auch in •fern KricgSjahr treu bleiben Die Zahl der darstellenden Mit- edcr wird nicht weniger als 26 betragen, so daß auch sigure-n« : rfyc Stücke möglich sind. Auch an Ausstattung wird neues geleit werden. So werden neue Möbelgarniturcn aus dem "-Atelier tl Professor Buttemeyer, die für das neue Emser Kurrheater be- inmt und zum Teil noch gar nicht in Gebrauch genommen waren, ni hiesigen Fundus eirrverleibt werden, -Auch die Spielzeit soll ! l, lpie bisher abwechselimqsreich gestalten und wenn natürlich ich den Zeitvcrhältnissrn Rechnung getragm wird, so ist damit ebt gesagt, daß nicht auch der echte Humor gelegentlich zu seinem echte kommt. "Vom alten Schloß An der Außenfroiit des alten - rhlosses, dessen Wiederherstellung vor 12 Jahren durch die tadt km Innern urid Aeußern ausgeführt wurde, ist seit riigen Tagen der Bildhauer Sch e u ing-Fronksurl a. M. ttig, um oie Bildhauerarbeit am Portal Und am rker herzustellen. Ob der noch projektierte Wehrgang am anzleiberg hereiestellt wird, der zwischen dem Schloß und ehemaligen Fcidelschcn Hofreite seiner^ Platz erhält und r»S altebrivttrdkge Bauwerk nach dieser Seite hin erst ab- hließt, hangt von den dafür verfügbaren Mitteln ab. " 1 5 »augef ucf)e sind beim städtischen Hochbauamt n abgelausenen Quartal genehmigt worden, darunter vier Zvhnhausbauben. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres »urden ebenfalls 15 Baugesuche, darunter aber nur zwei Sohngebäude genehmigt. ** Metzer Familien, die seit Ausbruch des Krieges im kreise Marburg untergebracht waren, wurden am Freitag wieder nit den Eisenbahnzügen in ihre Heimat zurückbesördert. i ** Bon der kurhessische» Brandversiche- n n g s a n st a l t. Wie aus deni soeben erschienenen Ge- cbästsbericht der Kurhessjschen Brandversicherungsanstalt rfjchtlich ist, sind die Geschäslsergebitisse im Jahre 1913 itsolern ungünstig gewesen, als die Entschädigungen 'enzehnjährigenDurckschnitt um 303 487,48 Mk. iberschrittcn haben. An Entschädigungen sind für 833 Schadensälle überhaupt 1 866 832,24 Mk. bewilligt worden. Die Gesanitversicherungssumme hat sich im Laufe des Jahres im 41 639 700 Mk. erhöht. Zur Förderung des Fenerlösch- vesenS sind im Berichtsjahre zusammen 210 408,17 Mk. be- villigt loordcn, ferner 3877,66 Mk. an die Unterstützungs- ;affe für verunglückte Feuerwehrleute. Die Aktiva der Kassa betrugen am Jahresschlüsse 6 362 677,44 Mk., welchen Passiva von 1 869 109,10 Mk. gcgenübcrstanden. Das Aktivvermögen betrug 4 493 568,34 Mk Ter Geschäitsbezirk der Kasse erstreckt sich auf 7 größere Städte, 57 kleinere Städte, 41 stadtädnlich gebaute Ortschaften, 1285 Landgemeinden und 162 Gutsbezirke. Tie 0>eiam!verflcherungssumme, welche am lEndc des Jahres 1912 1 673 390 300 Mk. betrug, erhöhte sich bis zum Ende des Jahres 1913 aus 1 715 030000 Mk., also ein Mehr von 41 639 700 Mk. An Brandstruern wurden für 1913 ausgeschrieben 14Pfg. Beitrag von je 100 Mark. Ilutlagckapital mit überhaupt 2014 582,96 9Kf. Tie Zahl der Brände betrug im Berichtsjahre 833 und die hierfür be- ivilligte Summe 1866 832,24 Mark. ** Als etne unnötige Sorge ist vieltach die Meinung verbreitet, daß für Soldatenstrümpfe, die fetzt nicht reichlich genug gestrickt werden können, grau- mrd braunmelierte Farben dos allein geeignete Material seien, während fcknvarze und andere einfarbig,- Töne irgend welche Gefahr bei Verwundungen mit sich brächten. Der Konsum in grauen 11116 braunen Farben Hut sich dadurch so sehr gesteigert, daß die Fa- brrkanten in der Liefcrrmg mcht nachkommar können. Hierzu tritt noch der empfindliche Mangel an australischer Roh. wolle, der der Fabrikation in Wollstrickgarncn große Sdiroic ngfcitcit bereitet, so daß bald ein fühlbarer Mangel an Strickwolle überhaupt eintreten kann. Die Bedenken, die der Ver Wendung sckpvarzer und einfarbiger Wolle entgegemtchen, sind >vie man uns von maßgebender Stelle milteilt, haltlos. Die Wollwaren iverden heute alle g ist fr er gefärbt, und es empfiehlt sich darum, da bei Groß- und Klem Händlern größero Pienscu in solchen Tönen vvrharrden sind, als in grau und braun, diese Farben zu kaufen und im Interesse unserer Truppen reichlich M verarbeiten, Krn-s Büdingen. A Ridda, 10. Oft. Die ärmlichen Verlustlisten führten den Reservisten C. Kratz vom Resi-Ins Regt. 168 als tot an Wie uns der Totgesagte aus dem Rr-scrvelazaretl in Nidda mit teiU, war er nur leicht verwundet, ist vollkommen genesen und hvstt demnächst wieder an die Front zu kommen. UniveriitätS'Nacbrichte». Z Marburg. 9, Qkt, Das Wintersemester an der hiesigen Universität nimmt am 15, Oktober seinen Anfang Die Vorlesungen beginnen am 26, Oktober und die Zmmatrcku. lationen müssen bis zum 5. November erfolgt sein. Die feierliche Einführung des ncugavähltrn Rektors, Geh, Rat Prof, Tr, Kor- schell, findet am Sonntag, den 18, Okwber, in der Aula der Universität statt. Gictzcner Strafkammer. 8 Gießen, 9, Okt, Mangels Beweises freigesprochen wurde der Taglvhuec Rudolf G, aus Gießen, zurzeit in Strafhaft im Lande'znchthiii - Markenschloß Strafe verbüßend, von der Anklage der salsche.t An-'chuldigung und Beleidigung, T, hatte einen Bcanitcn des Meineids bezickztigt und behaupt et. derselbe habe ihm gegenüber das Vorhandcnicin einer gestohlenen Uhr und Keirc ausgeitelll und dann später unter Eid ausgesagt, er habe nur gesagt, Uhr und Kette würden vielleicht noch herbei- gesckrafft. Tie heutige Beiveisauinahme stellte umltlUW fest, das der betr, Beamte genau bas. was er unter Eid ausgesagt, auch zu dem G. gesagt Halle, Das Gerickst kam nur zu der Freisprechung, werl es nicht für enmeseii erachtete, das der vocbe« straüe, rabiate, fckuoer zn behandelnde AngeNagte wider besseres Wissen gehandelt lzabe, obwohl rin hohes Ptaß von Wahrscheinlichkeit dafür spreche. Freigesprochen wurde der Schiveinehändler Wilhelm St. aus Friedberg von der Anklage des Vergehens gegen das Viehfeuchrngeietz, K, sollte 60 Sämieinc aus Merle in Wests, nach Mücke gebracht und dort aus- geladen haben, ohne än Besitze von Ursprungszeugnissen zu sem, auck) die Tiere niä>t der vor geschriebenen Quarantäne unterworfeti haben. Ink bentig-en Termine konnte nicht zweifelsfrei bewiesen nn-rden, daß die Sckuvcine, die K. in Mücke attsgeladen hat, dieselben tvarrn, die er mis Merle bekam, Freisprechung erfolgte deshalb mangels Beweises, H a f tbef ehl wurde erlassen gegen den Imitc nicht erschienenen Angeklagten Elektrotechniker Aimust G auS Argenschwang bei Kreuznach, der des Diebstahls i. R. angeklagt ist. Einen Tag Gefängnis erhielt der vierzehn,ährigr Taglöhner Heinrich K, aus Bad-Nauheim, "Er war früher in Frredberg in einer Druckerei bedrenstcl, bat sich dort ein Rechnungssormular verschafft, dasselbe für.best Aufgeber eines Inserats ansgefüllt unter Eimlellung des Betrags von 1.80 Mk , eine Quittung darlmter gefetzt und den Betrag erhoben und für sich verwendet. Gericht^saal. Spionagcprozeß vor dem Reichsgericht. Leipzig, 9, Qkt tW, B, Nichtamtlich.) Vor dem zweiten Senat des Reichsgerichts begann heute vormittag der Spionagcprozeß gegen den Handlungsreisenden und früheren Restaurateur Mois Ela er, geboren am 6 , ?lpril 1881 zu Mülhausen im Elsaß und dort wohnhaft. Gegen Claer war bereits am 13. November >913 ein Termin anhängig. Der damalige Mitangeklagte, der Kraftwagenfiihrcr Ern», wurde damals wegen Spionage zu drei Jahren Zuchtharis verurteilt. Inzwischen wurde Claer vom Landgericht Mülhausen am 8 . ?lpril 1914 ivcgen nnter- nommencr Verleitung zum Meineid zu einem Jahre ZuchtImus verurteilt, weil er versucht Tratte, den Zeugen Mors in dieser Svionagesack>c zu seinen Gmüten zu einem MrLneiü zu verleiten. Die Anklage gegen Claer geht dahin, daß er im Jahre 1910 ein deutsches Ärtilleriegeschoß in seinen Besitz nnd zur Kenntnis eines französischen Nachrickstenbureaus gebracht habe. Zu der heutigen Verhandlung erschienen vier Zeugen, darunter der vorerwähnte Mors, ein Arzt und ein militärischer Sachverständiger. Die Verhandlung findet unter Ausschluß der Oefsentlichkeil statt. Claer wurde unter Einrechnung einer ihm vom Landgericht Mülhausen im Elsaß ou'erleglen einfährigen Zuchthmisstrafe wegni Verbreckxms gegen ß l des alten Spfonagegefetzes zu 5 Jahren 6 Monaten Zuchthaus, 10 Jahren Ehrverlust und Stellung unter Polizeiaufsicht verurteilt. Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Ein alter Soldat, der den 70er Feldzug mitgemacht hat, der daher aus eigener Erfahrung weiß, daß dgs edle Rauch werk, als Zigarren, Tabak, Zigaretten ic., dein Soldaten im Felde manchmal mehr bedeutet als Nahrung, erlaubt üch, folgenden Vorschlag zu mache»: Die Zigarrenhändler verschassen sich von deni hiesigen Regimenlsbureau eine Anzahl Adressen unserer Braven im Felde, heschreiben damit ihre in so schöner Aulniachung vorrätigen, von der Feldpost frei belörderten ZigarrenbrieE »nd bieten sie ihrer Knndschatt an. Aul diese Weise können gar viele, die keine direkten Angehörigen im Felde haben, linieren braven Trnpven draußen eine kleine Freuds machen. Derartige anonyme Sendungen werden sich größter Belieblhelt erfreuen. 8 . 8 . Letzte Nachrichten. (WTB.) Grohes Hauptquartier, 10. Okt., II Uhr vorm. (Amtlich). Tie ganze Festung Autwerpeu cinschliestlich sämtlicher Forts ist in unserem Besitz. Das Echo von Antwerpen in der deutschen Presse. (WTB.) Berlin, 10 , Okt. (Nichtamtlich.) Die Hoffnung des deutschen Volkes ist glänzenL erfüllt worden, die Zuversicht seiner EKgner bitter enttäuscht worden Antwerpen, die stolze Feste, ist gefallen. So begrüßt die „Voss, Zeitung" die Eroberung von Antwerpen. — Das Tageblatt schreibt: Ein Jubeliut wird durch alle^ Deutschen Lande gehen, eine' der wichtigsten Bollwerke der Welt ist in kaum 12 Tagen dem Feinde entrissen worden. Der 9, Oktober ist ein Glückstag für unset Heer nnd die Heimat geworden, Ter Sieger von Antwerpen, General v, Beseler, dürste wolü neben v Hinüenburg gestellt wer den. Auch er ist ein eiserner Charakter und ein genialer Kopf, Hlnter den belgischen Verteidigern Antwerpens stand England, man kann wohl sagen, mit erhobener Hetzpeitsche, Wo sich der Gedanke in belgische Herzen legte, dem zwecklosen Zer stören und Blutvergießen durch die Kapitulatton vvrzubeugen, du sprach Britama ein Veto, Gehorchen mußten alle, cmch der König In der „Deuffchen Tageszeitung" liest man: Der Fall von Antwerpen ist ein Schlag, der nicht nr Belgien niederwirst, sondern der auch England auf das emv ! findlichste treffen muß. Antwerpen war der Brückenkopf des I englischen Angriffes gegen Misere Flanke oder unseren Rücken, ! In Antwerpen fühlte sich der verbündete Belgier unter dem Schutz' der englischen Hilfe, Dies hat sich jedoch als völlig wertlos er-> wiesen. Sie vermochte das Schicksal Antwerpens nicht einmal anszubalten, geschweige beim abzuwenden. So ist England auch direkt zu unserer besondereir Genugtuung in diese Niederlage verwickelt, In den fernsten Landen wird der Nimbus Großbritanniens einen Stoß erhalten bei der Kunde, daß es nicht inistande war, deni belgischen Hamburg loirksom Hilfe zu leisten. Die „R u n d s ch a u" hebt hervor, daß der Fall von Antwerpen unseren Sieg in Frankreich beschleimigcn werde, da er die Helagcrungsarntee für den Kampf in Frankreich frei mache. Die „Kr e UAzeitu ng" unterstreicht, daß mit Ant- iverpens Fall auch die Politik zusammengebrochen sei, die England seit Jahrzehnten mit Belgien und der Befeftig-mlg von Antlverpen verfolgt habe. Englische Blätter über die letzten Stunden Antwerpens, WTB.f London, 10, Okt, Nichtamtlich) Tn- belgischen Korreivondenlen der „Times" und des „Tailn TelegrapK' melde», 0 aß die Deutschen die Schelde überichritten babett. Starke Kräfte bewerkstelligten bei Schoonarde, schwächere bei TeramMde und Wetteren den Ueberqang, Die belgischen Kräfte waren zu schwach, den U ebergang der Deutschen zu verhindern obwohl Maschinengeweltre den Brückenbauern wir Verluste bcibrachlcn Ein heftiges Gefecht mtspaim sich nachmittags, als die Belgier Vcrstärklingen erhalten hattet!, Allein'starke deutsche Jusanlerie faßte Fuß ans dem andern Ufer, Dann brachten die Deutschen Artillerse nach Tic zwei ersten Geschütze wurden von belgisäran Granaten getroffen, aber eine Batterie erzwang den UebergMig. Dan» mußten die Belgier weichen. WTB? Berlin, 10. Okt, kNicktamtlnh3 lieber die letzten Kämvse in Annoerpen nnrd Löahres imd Falsches durcheinander gemischt. Am 8 , Oktober mittags wurden die letzten Elilwoh- ner von der Polizei aus getrieben. Die Belgier hatten alle Brücken über die Nelhe nnd die Rn ppel in die Luft geiv-rengl. Als die Deutschen am Dienstag Lier -md Puers angrisien, komuen die Belgier jedoch nicht verhindern, daß dentsckteP i o n i er e über die Reihe s ch w a in in e n, so daß der Brückenbau »cm beiden Seiten rasch in Angriff genommen iverden konnte. Ein Korrespondent in Rotteckxint erzählt, daß ein ganzer- Waggon mit Waisen ankani. kleine Milder, die meist noch nicht .5 Jahre alt waren und die sick' ängstlich und scheu diirck, die Straßen drängten. Die Züge aus Antwerpen konnten ilicht alle Leute sasseit, deshalb kamen viele zn Fuß über die Eirenze, teils in Wagen, welche, da es ail Pferden mangelt, vielfach von Frauen gezogen w-tlrdcn. Die Raubtiere in dem Zovlogisckieu Garten in Anttoerpen waren erschossen loordcn. Der Schutz dcr Kunstlvrrkc Antwerpens. (WTB.) Brüssel. 10. Okt. (Nichtamtlich.) Einen Tag nach Beginn der Beschießung ?lntwerpcns machte die belgische Regierung von einem deutschen Anerbieten Gebrauch uitd ließ bei der deutschen Zivilverwaltung in Brüssel durch amerika-- nische Vermittlung ein Verzeichnis der Baudenkmäler sowie der Krankenhäuser und Lazarette nebst Plänen dcr Stadt überreichen. Die Zivilverwaltung vcran- laßtc die sofortige Weitergabe dieser Unterlagen an die dculsche Belageruiigsartilleric, die bei der Beschießung daraus Rücksicht nahm. Der Grund des russischen Pornwrschs auf Lyck. (WTB.) Berlin, 10. Okt. (Nichtamtlich.) Die Russische Armee ist, wie die „Neue Polittichc Korrespondenz" erfährt, dem Entscheidungskampf mit der Hindenburgschen Armee ausgewichen und bot sich binter die Weichsel zurückgezogen. Dieser Rückzug ist strategisch deswegen von so entscheidender Tragweite, weil er die österreichischen Truppen von der lim- Ncrmmerung durch die stkussen endgültig befreit mid die Stoßkraft unser dortigen beiderseitigen Armeen tvejcntlich erhöht. Dieser Situation gegenüber schienen die von Lomsha aus L h ck marschierenden russlschenKolonnen eine den Rückzug derRnfscn deckende Kolonne des rechten russischen Flügels zu sein. Die Franzosen wissen nichts Neues. Paris, 9. Okt. (WTB. Mchtamtlich.) Das amllichck C o m m u n i q u e, das um 3 Uhr nachmittags erschien, meldet: Die allgemeine Lage ist unverändert. Auf nnscrm linken Flügel operieren beide Kavallerien noch immer nördlich von Lille und La Basses. Die Dck,lacht zieht sich hier ans eines Linie, die von Lens, Arras, Bray-sur-S-vmme, Ehmilncs, Royc uird Lassigily begretizl ist. Vom Zentrum bei der Oise und der Mense iverden mir einzelne Operationen geineldet. Auf dem rechten Flügel bei Woevre fand ein Artibteriekampf aus der ganzen Sck,lachtsront statt. Die Lage in Lothringen, den Vogesen und in, Elsaß ist unverändert. Die zweideutige Haltung Portugals. (WTB) Wien, 9. Okt. (Nichtamtlich.) Auf diplomatische Ansragen über die vortugiesisch-englifchen Verhandlungen erklärte/ wie die „Reichspost" von diplomatischer Seite erfährt, die Lissa- boner Regierung, daß sie nicht daran denke, die Neutralität Portugals aufzugeben und daß England sie nickst ersucht habe, von ihrer Neutralität abzugehen. Die portugiesisckra Regierung hat einen Kredit von 8 Millionen zn Rüstungs- zwecken gesordert. Unsere tapferen Bimdesgenossen. (WTB.) Wien, 9. Okt (Nichtamtlich.) Amtlich wird ver- lmitbart: 9. Oktober, mittags. Unser Vorrücken zwang die Russen, in ihren vergeblichen Anstrengungen gegen P r z e ni y s l, die in der Nacht ans den 8 . Oktober ihren Höhepunkt erreichten und die den Stürmenden imgeheuoc Opfer kosteten, nachzulassen. Gestern vormittag wurde das Artillerieseuer gegen die Festung schwächer und der Angreifer begann Teile seiner Kräfte zurück;»nehmen. Bei Landshut stellte sich unfern vordringenden Kolonneil ein starker Feind zum Kampf, der noch andauert. Slus Roszwadow ist der Gegner bereits vertrieben. Auch in den Karpathen steht es gut. Der Rückzug des Feindes aus dem Aiarmaroier Kvmitat artet in Flucht aus. Bei Boeskc wurde eine starke Kosakenabteilung zersprengt. In diesen Kämpfen zeichnete sich auch das Nkrainffche FreiwUligenkorvs aus. Das eigene Borrücken über den Beckid und über den Verecke-Paß ist im Borschreiten gegen Slawsko und Tucholka. Ter am Uzsoker-Paß geworfene Feind wird über Turka weiter gedrängt. Der stellvertretende Chef des Generalskobes: v. Höfer, Generalmajor. Kämpfe im Urmiagrbiet. lWTB.) Konstantinopel, 9. Okt. (Nichtamtlich.) Wie das latt „Tasvir-i-Elkiar" erfährt, griff der persisch.- Kurdcnchet Kurt ak Daniro an der Spitze von Freiwilligen die russischen kkupationstruppen in Mavata)?. ,m Urmia-Gc- i e t an. Zwei Offiziere und zahlreiche ruffische Soldaten wurden -rötet, der Rest entfloh. Die Kurden kamen auf der Verfolgung r Ruffen bis auf zwei Stimden an die Stadt Urmia heran. Die ussen enffandten Verstärkungen mit Artillerie, zogen sich aber irück, ohne irgend etwas zu unternehmen, als sie iahen, dag die urden die die Gegend beherrschenden Punkte bcietzt h,el cn. Ter -rüchtigte Kurdensührer Said Ta ha . der Urheber von Unruhen , der türkisch-persischen Grenze, hat sich dem türkischen Komulat : TSbri s mtterworfcn. Wetteraussichten in Hessen am Sonntag den 11. Cft. 1914t Allmähliche Abnahme der Bewölkung, meist trocken, kühl, nordost- li che Winde. ' Verantwortlich für „Feuilleton", ..Gerichtssaal" u. „jB.crmi|ä)iia": I. Ä-: Augn« PERSIL HclO.§£l*cä1H6!l ^ Mehr denn je heißt es m heutiger Zeit, durch weises Wirtschaften die zur Verfügung stehenden Mittel so -> — wenig wie möglich schwächen! — Gerade im Haushalt gibt es viele Dinge, bei denen gespart werden kann, ohne daß die Lebensführung darunter zu leiden braucht. So z. B. [bildet eine stets wiederkehrende nicht unbeträchtliche Ausgabe die Reinigung der Wäsche. Die Kosten hierfür lassen sich wesentlich verringern, wenn — das selbsttätige — Waschmittel und zwar allein ohne Zutat von Seife, Seifenpulver usw. gebraucht wird. Ein einmaliges etwa 'F—T stündiges Kochen genügt, um die schmutzigste Wäsche ohne Reiben und Bürsten vollkommen sauber zu machen; sie ist dann blütenweiß, wie auf dem Rasen gebleicht, und besitzt einen frischen, würzigen Geruch! Besonders ist die Anwendung von Persil auch wichtig für Kranken- und Verwundetenwäsche sowie Verbandstoffe, die durch das Waschen gleichzeitig desinfiziert werden. All diese Vorzüge in Verbindung mit der großen Ersparnis an Zeit und Arbeit zeigen zur Genüge die Überlegenheit und Billigkeit des PERSIL-Gebrauchs gegenüber dem alten mühevollen und kostspieligen Waschverfahren. Deshalb sei die Losung für jede Hausfrau: Die nächste Wäsche allein mit Persil ohne jede Zutat! 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In den übrigen 8 I - auswärtigen Verb ilungsstellen 75 nfliphtidP erfolgt die Auszahlung darob die Ä Lagerhalter zu derselben Zeit, 2 Ifinrlop aber auch nur gegen Rückgabe der Quittung. % wird t nicht 5 Der Kansaatverein OieOen and Umgegend zählt gegenwärtig 2714 Mitglieder. / Umsatz im letzten Geschäftsjahr betrug über 540000 Sk., die Bäckerei h; 5 einen Umsatz von ca. 143000 IKK. Die Mitgliedschaft kann jede männliche o / weibliche Person gegen ein Eintrittsgeld von 50 Ptg. erwerben. Anmeläan S werden in jeder Verteilungsstelle entgegengenommen. Wer noch nicht Mitgl E 5 unseres Vereins ist, erinnere sich des alten .Sprichwortes: Einigkeit macht sla s - und trete dem Koneamvereln OieOen bei. Der genossenschaftliche Zusammm Schluss bringt große Vorteile für jedes einzelne Mitglied. Neue deutsche Herren- und Damen-Stoffe tür Herbst und Winter 1914 = in grosser Auswahl =s Stets Vorrat von Resten LOUIS TREFF & Cie. Tuch-Lager. Gegründet 1827 Walltorstrasse 17. 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