Nr. 236 y Zweites Erscheint täglich mit AnSnahm« d«S Sonntags. Dir „Sleßeuer Fa«IIIettbliüer" werden dem »Anzeiger" Bttrmal wöchentlich beiqclegt, das „Kerirdlatt für 4« Kitts Sietzen" zweimal wöchentlich. Die ^«idvittschaflllchen 3ett- sra-en" erscheinen monatlich zweimal. Rlaü J64- Jahrgang General-Anzeiger für Gberhefsen Donnerstag, 8. Gttober *9*4 Rotationsdruck und Verlag der Brübl'Icheo UmversitälS - Buch- und Steindruckerei. R. Lauge, Gießen. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul, stratze 7. Expedition und Verlag: Redaktiom^KIlL. Tel.-Adr.:AnzeigerGießen. vor den Dardanellen. Die Meldung, wonach die Mächte des Dreiverbandes Kn die Türkei ein Ultimatum zwecks Freigabe der Dardanellen gerichtet haben, bestätigt sich nicht, und es hat den Anschein, als ob es sich bei dieser oayS den Krejisen deiv englischen Botschaft in Rom stammenden Nachricht um ein Manöver zwecks Einschüchterung der Türkei handele. Uber es ist ein Versuch mit untauglichen Mitteln ccm untauglichen Objekt. Die Vorre hat die Dardanellen, welche die (Si> druchs.chforte" in das türkische Reich darstellen, den Kriegs- schiften des Dreiverbandes verschlossen und wird sie ihnen weder auf gütliches Zureden noch auf Drohungen öffnen. Gin gewaltsamer Versuch aber würde der englischen und ftanzösischen Flotte eine sehr unliebsame Bekanntschaft nicht nur mit den türkischen Geschützen, welche die Dardanellen sichern, sondern auch mit den neuen, sehr zuverlässigen Seeminen vermitteln, mit denen die Dardanellen gepflastert sind. Ein entsprechender Versuch der russischen Flotte vom Schwarzen Meere aus kommt gar nicht in Frc^e, da die russische Schwarzetneerflotte viel mehr Anlah hat, vor der verstärkten türftschen Flotte ans der Hat zu sein. Die Entwickelung der Dinge auf dem Balkan, die durch den srauzösisch-englisch-russilchen Vorstoß gegen die Dardanellen gekem^eickptet wird, läßt immer deutlicher erkennen, welches das Endziel der russischen Politik ist. wie es der Panslcrvist Professor v. Mitra- noff unmittelbar vor Ausbruch des Krieges gekennzetcl-net hat: „Es ist den Ruflen jetzt klar geworden, wenn alles so verbleibt, wie es jetzt ist, geht der Weg nach Konst antinopcl durch Berlin." Frankreich und England aber, welche einst den Krimkrieg geführt haben, um zu verhindern, daß der Zar das griechische Kreuz auf der Hagia Sophia auspflanze, leisten jetzt den moskowitisckien Eroberungsträumen willige Dienste. So ändern sich die Zeiten. Lord Chatam konnte einst erklären, daß er mit niemandem diskutiere, der nicht einsehe, daß die Erhaltung der Türkei eilte Lebensfrage für England ist. Ms Napoleon I. mit dem Zaren Alexander I. über die Teilung der Welt verhandelte, ivobci er für Rußland „nur" Bessarabien, die Moldau, die Walachei, Bulgarien und Konstantinopcl als den „Schlüssel seines Hauses" verlangte, ries der französische Herrscher aus: „Koustantinopel russisch — niemals! Das wäre die Herrschaft der Welt!" Und noch der französische Staatsmann! Thiers, der Organisator der jetzigen Republik, erklärte: „Setzt der russische Koloß erst einen Fuß auf den Belt, den anderen auf das Aegäische Meer, dann ist es vorbei mit der Selbständigkeit Europas, und die Freiheit kann nach Amerika auswandcru." Heute steht des großen Thiers kleiner Nachfolger, Herr Poincars, nnd König Georg, der Testamentsvollstrecker Eduards VII., im Dieuste des russischen Welt- hcrrschaftstrmMies. „Nur ein Traum, flüchtiger Schaum". Denn die Wackt an den Dardanellen hÄt heute, uutersbützt von Deutschland, dte wbedererlvachte Tiirkei, welche sich bewußt ist, daß das Osmanentum vor seiner Entscheidungsstunde steht, daß es den letzten Versuch gflt, die verlorene Großmachtstellung wiederzugewinnen. Jeder Osmane weih aber heute, daß das Schicksal der Türkei sich in dem von den Engländern „vor- übcrgehend besetzten" Aegypten entscheiden wird. Im Januar 1853 bot Zar Nikolaus I. den Engländern Aegypten an, wenn sie Rußland gestatteten, Kvnstansinopel und Umgegend zunächst „in Verwahrung zu nehmen". Die Engländer haben unterdessen Aegypten in Verwahrung genommen, doch sie werden jetzt kaum Gelegenheit haben, den Russen vor Kvnstansinopel den entsprechenden Liebesdienst zu leisten, denn sie müssen in Aegypten, das sich in Hellem Aufruhr befindet, während ein starkes türftsches Heer bei Gaza zum Einmarsch bereitsteht, sich ihrer eigenen Haut wehren. Die ägyptische Frage ist aber für das Britenreich untrennbaü von der indischen, denn der Suezkanal bildet den Vev- vindungsweg mit Indien, wohin sich die mohammedanische Bewegung bereits sorbgepflanzt hat. Wenn die englische Regierung jetzt die Ghurkas den Franzosen zu Hilfe schickt, so hat das nicht zuletzt die Bedeutung, daß turnt in Indien! den mohanrmedanischen Truppen nicht mehr traut, besonders seit der Emir von Afghanistan, der über das ebenfalls in Aufruhr befindliche Persien hinweg wieder enge Beziehungen zur Türkei a »geknüpft hat, über den Kachcr-Paß nach Peschawar, dem Schlüssel Indiens, eingerückt ist, um den dortigen Mohammedanern die Hand zu reichen. So sieht man, wie sich vom Balkan aus der Moham- medanismus auch in Afrika und Asien gegen England erhebt. Gleichzeitig sinken die Aftien des Dretverbandes aus dem gesamten Balkan, denn ebenso wie Bulgarien sich mit der Türkei zu einem Schutz- und Trutzbündnis gegen das Moskowitertum verbündet hat, ist man jetzt endlich auch inRumänienzuder Erkennsiris gelangt, daß die russische Herrschaft über Kvnstansinopel, über die Dardanellen das Ende aller unabhängigen Balkanstaaten bedeuten würde. Darin liegt di« weittragende, entscheidende Bedeutung der Ding«, die sich zum Teil noch unter dem Schleier des dtplv- manschen Geheimnisses vor den Dardanellen und hinter den Kulissen abspielen. Berlin, 6. Oft. (WTB. Nichtamtlich.) Die türkischen Blätter verösienllichen eine halbamtliche Auslassung, in der die Meldung des ägyptisckzen, in englischem Solde stehenden Blattes „M Mokattam", daß der K h c d i v e eine Vergnügungsreise unternehmen werde, entschieden dementiert wird. In der Auslassung heißt cs u. a.: Obwohl die hiesige englische Botschaft dem Khe- divcn erklärte, es wäre an gezeigt, daß er Konstantinopcl verließ« und eirre Vergnügungsreise im Mittelmeer unternehme, habe der Kl>edive dieses mil dem Bemerken verweigert, daß er, solange er nicht nach Acgt,pten abreiic, es vorziche, in Konstante nopel, dem Sitze des Kalifats, zu bleiben. Wie bekannt ist, widersetzt sich England der Rückkehr des Khediven nach Aegvptcn. Aus dem Tagebnüi eines Heldarztes. Kämpfe um Antwerpen. Hetite war Angrifs auf der ganzen Linie. Nun geht es mit Mackst aus Antwerpen, das letzte Bollwerk Belgiens, das uns noch widersteht. Für mich war der Tag ziemlich anstrengend. Um 11 Uhr vormittags ivurde nämlich die Kompagnie vorgczogrn nnd ich durch einen Radfahrer ptr Division geholt, Ivo mir der Chef den Befehl überntütellc: .Leichtverwundeiensamme!Play wird von der Sanitätsbrigadc am Nordcwsgang von A. eingerichtet." Zur Kompagnie znrückgetrabt, nehme ich mir rasch vier Leute mit, die mich aus Rädern begleüen, und mm geht es den einsamen Weg entlang. Ich war gespannt aus A., denn dort >oar wie in Löwen ein hinterlistiger Uebersall auf unsere Truppen erfolgt, und auch da hatte ein strenges Gericht gewaltet. Die Stadt liegt in dem reickten und anmutigen belgischen Gelände sehr hübsch. Aber von dem Aussehen des Innern kamt sich der, der es nicht gesehen hat, unmöglich eine Vorstellung machen. In einem Gemisch von tzaus- rat und Unrat, von «cherben, Fett und Jauche, von Kleidungsstücken, verwesendem Vieh, Konservenbüchsen, von Wagen- und Fahrradtrümmern, kurz in einem ungeheuerlichen Chaos von Sckzutt und Schmutz mußten wir herumwaten, um einen Ott für den Sammelplatz zu finden. A ist rusgestorben. Man sieht jetzt keine Menschcnseele mehr hier, nur leere Sttaßen mit teils verbrannten, teils ausgebrannten nnd ausgeräumten Häusern. Als ich gestern ankam, befand sich außer in dem In validen lstms in der Mitte der Stadt auch kein einziger Soldat in A. Wie grausig ist es, so Äs einziger Mensch — meine Leute waren im Jnvalidenhaus — durch einen einst blühenden Ott, eine reiche Stätte des Lebens, zn gehen, wo das Echo jedes Schrittes laut durch die namenlose Sttlle hallt. Aus den Fenstern knallt cs jetzt nicht mehr, obwohl sie einen ungestraft und unerwischt niederschicßen könnten wie einen Hund. Sie lstibrn augenscheinlich eine entsetzliche Angst bekommen, nachdem ein strenges Gericht über sie ergangen ist. Das Kloster richttte ich zum Leickstverwnndttensammelvlatz ein. Ader wie sieht es Mts' Ei y großer schöner Bau mil Schulstuben find Lehrmitteln, mit Klosterkirche, Refektorium ustv. Tie Außentorc sind jetzt ein geschlagen, in den Gängen des Unterstockes liegt schmutziges Stroh: Äles ist grauenhaft vcrwüsttt. verwesend^ Schlachtvieh liegt umher, und ein scheußlicher Geruch »erpesttt die Räume. Glücklicherweise kmntes nicht zur Einrichtung des Sammelplatzes, sondern ich erhielt durch einen Radfahrer den Befehl, mit meinen Lewen der Kompagnie, die aut einer Haupt chaussee vorgerückt sei, zu folgen. Ich fand die Kompagnie an der genannten! großen Fahrstraße, wv sie ins Quattirr grng. Das Wasstt loar leider selbst nicht zum Waschen zu benutzen, und während des Schlafes war man in der Gefahr, von Flöhen aufgefressen zu lvcrden. Am andern Tage fuhr ich vor- und nachmittags aus dem Rode zu unfern neuen Stellungen. Hettgott, wie liegt das alles schön! Die Antwerpener Landschaft hat einen großartigen Zauber, sie ist reis und srnchtbar. Sic ttägt bereits den Charakter der holländischen Gegenden, die ich so sehr liebe. Das Dorf, in dem unsere Artillerie aujgesahrcn ist, bittet sich als ein reizendes Oettchen aus einem Hügej dar, inmitten von Strauchwerk und Bäumen. Ganz oben liegen Kirche und Psatthans. Der geistliche Herr muß hier ein behagliches Wohnen gehabt haben: dü Bibliothek, Speisciaal. Zimmereia- ttchdmg zeugen von WolLhabenheit. Ich stieg zum Boden hinauf, um von hier eine gute Aussicht zu lioben. Das Bild, das sich uun den Blicken darbst, kamt eigentlich nur ein Dichter beschreiben: unter mir die breite, fruchtbare, leicht hügelige Ebene mit ihren anmuttgeii Baumgruppcn, weithin sich dehnend. Doch hinten tun Horizont! Der schwere massive Türm da drüben ist der von Mecheln, und Mecheln brennt. Mäckttig geballte weiße Rauchwolken liegen darüber: etwas näher rrcktts davon ist schon ein Fott von Antwerpen, aus dem ebenfalls düsttte Branh- wolken emvorstcigcn: Wetter rechts ein anderes Fott. Aus einem lloüerartigen, massiven Bau des Torfes, mis dem Fabneu, natürlich belgische, wehen, sieht man mit dem Glas von dort her ein» hohe flackernde rote Fcucrsäulc aussteigrn; scltzvere Rauchschtoaden, schon filr das bloße Auge sichtbar, wälzen sich tote Traucrschleicr über die Gegend! dahinter toeiße Rauchwolken hoch üt der Lust. Unsere langen Geschütze beschießen die Zufahrtsstraßen von Antwerpen zu den Forts, der ganze Horizont raucht. Und ganz, ganz hinten, ein hoher spitzer Ktrckzturm, mir dem Prismenglas deutlich erkennbar — Antwerpen. Man kann sich nicht losrttßen von dem sessclnden Bild, dessen Bctrachtimg nicht ganz harmlos und ungefährlich ist, weil di« Belgier Miene machen, sich auf Pfarrhaus und Ktrchturm emzu- schließen. Auf dem Turm neben mir sitzt nämlich ein Attillerie- teutnant mit dein Scherenfernrohr, Das einzig hörbare kberausch ist das metallische Krachen unserer Attillette. Nur der Fesselballon mit seinem nervenstatten Zielbeobachter schwebt an utt- sichtbarem Seil über dem Tal, Die beneideuslvctten Attillcrie- hauptleute des Stabes müssen eine unvergeßliche Aussicht baden. Ich reiße mich von dem wunderbaren Bilde los und ras« hinunter zur Stellung unserer schweren Artillttie, „Pauk!" ertönt es immer lauter, schlagsettiger, krachender, i» der Nähe vergleichbar einem wuchtigen Schlag in einen hohlen Esieirtopf. „Donner" ist für den Ton unserer großen Geschütze zu wenig bestimmt, zu lang hinhallcnd, kein guter Vergleich „Stirn" ist völlig uncharakteristisch. Das Geschütz „donttett" nicht, ei schmettert eher. In der Ferne mag es dann ja mehr nach Donner lltugcn. Jetzt bin ich heran. Auf einer Letter sitzt ein Leutnant: cs ist die lange, freistehende Feuerwehrleiter au» Brüssel, die aufge- kurbelt hier zur Zielbeobachttmg dient. i'lbcnd-s katn ich müde nach Hause. Nach einer halben Stunde Ruhe plötzlich ein Rusen, ein Laufen, ein Rennen aus der Straße. Nnd sttzt kam es im Mondschein herangewälzt als Krönung des Tages, Mühselig knaUentde Lastautos, mix Riesenrädern die breite Chaussee durchfurchend, an jeden angckopvcll cin schwerer Eiscnlastwagcn, beladen mit unwahrsäzeinüch riesigen Massen. So wälzt sich ein Doppelwagen nach dein andern mühselig bcran, mts jedem Teile eines riesigen Wesens. Zu beiden Seiten Jnfantettc, und das Feldheer der durchfahrenden Dörfer steht stumm Spalier und blickt — freudestrahlend und stolz am den Sieger von Lüttich, von Namur, aus unfern Wundermörstt. Keiner zweifelt, daß er es auch hier schassen wird! Aus dem Reiche. Berlin, 7, Oktober. (W. B. Nichtamtlich.) Staatssekretär Kralle feiert heute sein bOjähriges Dienstjubiläum. Aus seiner Beamtenlausbahn sind eine mehrmonatige Reise nach Amerika, die er im Jahre 1879 zum Studium der dortigen Post- Verhältnisse sp nternahm, seine dreijähttgc Tätigkeit als Landeshauptmann in Ncu-Guinea und seine wiederholte Tätigkeit im Auslande, besonders in Rußland und Aegypten, wo er wichtige postalische Verttäge vorbereitete, hervorzuheben. Während der Aus neuen Briefen Heinrich von Kleists. In dieser Zeit, da sich Größe und Glanz des Vaterlandes Wer alles erheben, spricht die Stimme des großen Preußendichters Heinrich von Kleist lebendig zu uns als die eines Wiederauferstandenen, der sich an der Einheit und Kraft der Deutschen fteut, die in den Befreiungskriegen mitzuerleben ein tragisches Schicksal ihm versagte. Seine Dramen „Die Hermannsschlacht", „Der Prinz von Homburg"', werfen zündende Funken der Begeisterung in die Herzen, und sein leidenschaftlicher Aufruf zum Haß gegen den Erbfeind findet statten Widerhall. Da muß uns jede neue Kunde von dem Lebenskampf und heldenhaften Erliagen dieses einzigartigen -Menschen besonders willkommen sein, und deshalb greifen uns die neuen Briese, die der bekannte Kleist-Forscher Prof, GeorgMinde-Pouetin der Deutschen Rundschau veröffentlicht, mit neuer Gewalt an di« Seele, Fünf dieser Schreiben sind an den Freiherrn von Alten- stein gettchtet und geben uns zum ersten Male sicheren Aufschluß über die amtliche Tätigkeit, die Kleist 1805 in Königsberg antrat. Der Dichter, der sich, wie er sclpreibt, „im Do- mäncnsach ein wenig umgesehen, auch im Fach der Gewerkssachen", empfängt ,chie nötige kamerttlissische Ausbildung^, aber sein von den Msionen seiner Phantasie erfüllter, ja geplagter Geist hält es im Bureau nicht aus, und während er körperliche Beschtzverden immer wieder betont, drängt es ihn zu glühenden Bekenntnissen seines Wesens cm den ihm wohlwollenden hohen Beamten, „Ich habe diesen ganzen Herbst wieder gekränkelt," schreibt er im .Herbst 1805 an Wtenstein. „Ewige Beschwerden im Unterleib«, die mein brownischer Arzt wohl dämpfen, aber nicht überwinden kann. Diese wunderbare Verknüpsung eines Geistes mil einem Konvolut von Gedärmen und Eingeweiden. Es ist, als ob ich von der Uhr abhängig wäre, die ich in meiner Tasche trage. Nutz, die Welt ist groß, man kann sich dattin wohl vergessen. Es gibt eine gute Arznei, sie heißt Versenkung, grundlose, in Beschäfsigung und Wissenschaft, Wer nur erst die ganze Schule, aber nichl ohne etwas getan zu haben, durckgegangen wäre. Denn es ist doch nicht, um etwc^s zu erwßrbef.s. daß wir hier leben: Ruhm und alle Güter der Welt, sie bleiben ja bei unserm Staube." Bereits am 30. Juni 1803 muß er in einem ergreiseuden Bcteje bitten, ihn von seinem Amt zu dispenjiereni „Es ist mit der innigsten Betrübniß, und nach einem Kampf voll unsäglicher Schmttzen, daß ich die Feder ergreife, um Sic z-u kitten. Verehrungswürdigster! mich von der Verpfllchtung, die mir obliegt, alle Ihre gütigen Schtttte sür mich durch Weihung meiner Kräfte sür den Dienst des Staats zu rechtsettigen — eine Verpflichtung, die nicht heiliger, als in meiner Brust empfunden wttde» kann, — wieder loszusprechcn. Ein Gram, über den ich nicht Meister zu werden vermag, zcrrütttt meine Gesundheit. Ich sitze, wie an einem Abgrund, mein edelmüsiger Freund, das Gemüth immer statt über die Tiefe geneigt, in welcher die Hoffnung meines Lebens uMergegangen ist: jetzt wie be- stügclt von der Begierde, sic bei den Locken noch heraufzuziehen, jetzt niedttgeschlagcn von dem Geiühl unüberwindlichen Unvermögens. — Erlassen Sie mir, mich deutlicher darüber zu er- llären. Stünd' ich vor Ihren Augen, so würd' ich Smache finden. Ihnen deutlicher zu sein. Ihnen! Obschon ich es Niemandem in der Welt bin — Vergebens habe ich mich bemüht, mich aus diesem unglücklichen Zustand, der die gmize Wiederholung eines siühcrcn iii, den ich schon einmal in Frankreich erlebte, cmporzuarbeiken. Es ist, als ob das, was auf mich einwirft, in eben dem Maße wächst Äs mein Widerstand: wie die GewÄt des Windes in dem Maaße, als die Pflanzen, die sich ihm entgegensetzten." Ms er zunächst einen Urlaub bewilligt erhält, dankt er überschivä»glich, aber seine traurigen Phcrnttrsien überwäl- tigen ihn bald wieder: „Ach, was ist dies für eine Welt ! Wie kann ein edles Wesen, ein denkendes und empfindendes, wie der Mensch, hier glücklich sein! Wie kann er es nur wollen, hitt, wo Alles unt dem Tode endigt! Wir begegnen uns, drei Frühlinge lieben wir uns, und eine Ewigkeit fliehen wir wieder mtseinauder! Und was ist des Sttcbcns wetth, wenn es die Liebe nicht ist! O es muß noch etwas Anderes geben, als Liebe, Ruhm, Glück u. x, y, z, wovon unsere Seelen nichts ttäumen. Nur darum ist dieses Gewimmel von Erschttnungen angeordntt, damit der Mensch an keiner haiie. Es kann kein böstt Geist sein, der an der Spitze der Welt steht? es ist ein bloß unbegrisscntt! Lächeln wir nicht auch, wenn die Kindtt weinen? Denken Sie nur, diese uncichliche Fottdaum! Millionen von Zeittäumcn, jedweder ein Leben, und für jedweden ein« Erscheinung, wie diese Welt! Wie doch der ganze Stern heißen mag, den man auf dem Syrius, wenn der Himmel llar ist, sieht? Und dieses ganz ungeheure Firmament, das die Phantasie nicht ermessen kann, nur ein Stäubchen gegen den unendlichen Raum! O mein edler Freund, ist dies ein Traum? Zwischen je zwei Lindenblättern, Abends, wenn wir auf dem Rücken liegen, eine Aussicht, an Ahndungen reichtt. Äs Gedanken fassen, und Wotte sagen können!" Noch bedeutsamer als die Briese an Wtenstein sind di« au Kleists Cousine Marie von Keisy tuet# es feilte ersten auf uns gekommenen Ottginalbttefe an sie siiib und weil sie das vielbesprochene Gerücht zerstöven, als ob der Dichter diese gütige Freundin leidenschaftlich gesiebt habe. Wie ein Borllang' der großen Zeit, die Kleist nicht mehr erleben durfte, liest sich die Schilderung eines Besuches bei Gneise n a u: „Bor einigen Tagen war ich noch bei Gneisenau und überreichte ihm, nach Ihrem Rath, ein Paar Aufsätze, die ich aus- gearbeittt hatte. Wirllich, es ist sonderbar, wie mir in dieser Zeit Alles, was ich unternehme, zu Grunde geht: wie sich mir immer, wenn ich mich einmÄ entschließen kann, einen festen Schtttt zu Mn, dtt Boden uuttt meinen Füßen entzieht, Gnet- scnau ist cin hertticher Mann; ich fand ihn Abends, da er sickl eben zu einer Abreise anschickte, und war, in einer ganz freieik Entfaltung des Gesprächs nach Älen Richtungen hin, wohl bis gegen 10 Uhr bei ihm. Ich bin gewiß, daß wenn ex den Platz fände, für den n sich geschaffen und bestimmt fühlt, ich, irgendwo in seiner Umttngung, den meinigen gefunden haben ivürde. Wie glücklich würde mich dies, in dtt Sttmmtmg, in der ich jetzt bin, gemacht haben! Denn es ist eine Lust, bei einem tüchtigen Manu« zu sein; Kräfte, die in dtt Welt nirgends mehr an ihrem Ott« sind, wachen, in solcher Nähe und unttt solchem Schutze, wiedtt zu einem neuen fteudigen Leben auf." — Bon den Nürnberger Bühnen. Aus Nürnberg wird uns geschtteben: Die Eröffnung des umgcbauten und unttt neutt Direstion stehenden Intimen Theaters in Nürn- bttg zog ein zahlreiches Publikum an. I u l i u s F. I a n s o n, dtt neue Direttor, stellte sich mtt seinem Personal in der „Minna von Barnhelm" vor, dtten fttsche Aufführung zu dtt Hoffnung bttechtigt, es könnte vielleicht diese Bühne dem in Nürnbttg brachliegenden modernen Schauspiel eine Stütze gegeben sein. — Ein merkwürdiger Streit ist am S t a d t t h c a t e r ausgebrochen. An diesem wirft nn sehr tüchngcr, llugtt und becm Publikum sehr beliebter Charakterkomiktt. Er stammt von deutschen Ellern aus Riga, ist seit ssintt Jugend in Deutichland, und seine bayerische Naturalisation in im Gange. Aber Iva» tut s, ex ist doch russischer Staatsangehörigtt und das Volk dtt Komödianten weigett sich zu spielcu, falls A l f r e d L ä u t h n e r nn Auftrtten gestatten wird. Ja sic alle, die bedenftich am Hungcttuch nagen, da die GehÄttt auf cin äußerstes Mnimum liatten reduzittt wtt- den müssen, ttllären sich zu eintt wettern Reduktion bereit, falls sich durch eine Ersatzftast tthöhte Kosten ttgeben würden. Dr. I. feisten 13 Stoftre, in denen er an der Spitze der deutschen Polle Verwaltung stand, hat sich der Pilichtenkrcis der Post wesentlich erweitert. Es seien als wichtige Neuerungen, die unter seiner Leitung zur Durchführung gelangten, nur erwähnte Tie Einrichtung de» Postscheckverkehrs, die Einführung von Postkreditbriefen, die Ausgestaltung des Post- und Telegraplwndienstes in den Kolonien, die Einfühlung von Brief- und Wochenendtelegrammen, die Herstellung unterirdischer Fernsprechkabel auf längere Reickzweite, die drahtlose Telegraphie und die Erweiterung des internationalen Kabelnetzes und Fernsprechverkehrs, (WTB,) Berlin. 7, Okt, (Nichtamtlich,) Das Herrenhaus ist auf den 23, Oktober vormittags 11 Uhr einberufen worden, Berlin, 7, Okt, ^Nichtamtlich) Tie „Nordd, Allg, Ztg,' schreibt: In der Presse wird von dem Gerücht Notiz genounueu paß von der Staatsregierung bei der bevorstehenden Landtagstagung 15Millionen Mark zur Unterstützung Ostpreußens eingefordert werden sollen. Tatsächlich sind von der Staatsregierung alsbald 15 Millionen Mark zur Linderung der ersten Not >", Ostpreußen bereitgestellt worden. Die beim Landtag zu beantragenden Mittel für Ostpreußen werden sich aber ganz beträchtlich höher, nämlich kuf mehrere Hundert Millionen Mark belaufen, Berlin, 7, Okt, (WTB, Nichtamtlichst Der „Reichsanz," veröffentlicht eine Anordnung des LMidwirtschaftsministers betreffend Verbot des vorzeitigen Schlachtens von Saue«, Karlsruhe, 7, Ov. (WTB, Nichtamtlichst Der Groß- herzog von Baden hat heute folgendes Telegramm des Kaisers erhalten: Ich danke Dir herzlich für die Mitteilung, daß Du das 14, Armeekorps auf französischem Boden begrüßt hast. Deine Badener können stolz daraus sein, ihren Landesherrn in Feindesland bei sich gesehen zu haben. Es gereicht mir zu besonderer Freude, Dir und den tapferen Söhnen Deines Laiches ehrende Anerkenmmg zuteil werden zu lassen, indem ich Dir das Eiserne Kreuz zweiter und erster Klasse verleihe, dessen Insignien ich Dir übersenden lasse, Gott schenke nuferer gerechten Sache den endgültigen Sieg, gez, Wilhelm, Au» Stadt und Cond* Eießen, 8. Oktober 1914. Auf dem Felde der Ehre gefallen. (Aus Hessen und den Nachbargebietenst Landwehrm, Frd, Karl Hammel, Jnf,-Rgt, 116, aus Steinbach, — Ein?,-Unteroff, Karl Bechtold, Jns.-Rgt, 80, ans Rod- heim a. d, Bieber, — Landwehrm, Otto Stenernagel, Jnf.- Rgt, 116, aus Daubringen, — Res, Phil, Conrad, Jnf.- Rgt, 116, ans Climbach, — Landwehrm, Severin Lehrer, Jnf,- Rgt, 116, aus Climbach, — Res, Phil, Metzger aus Gamboch, — Unteroff, d, L, Aug, Thiel ans Wiesbaden, — Freiw, sind, jur, Eberh, Wintermeher, Jnf,-Rgt, 81, ans Sossenheim, — Major Willy Lüpke, Jnf.-Rgt, 138, ans Worms, — Feldw, Karl Fep, Jnf,-Rgt. 118, ans Worms, — Unteroff, d. Res. Herm, Schellenberg, Jnf,-Rgt, 83, ans Marburg, — Unter» ossizier Aug, Grau aus Roth b, Marburg, — Landwehrm, Lehrer Geißler, Jnf,-Rgt, 116, ans Stammheim, — Res, Adolf Stüber, Jns,-Rgt, 116, aus Wölfersheim, — St. b. R, Dr, Chr, Lucius, Jnf.-Rgt. 88, und Lt, d, R, Alsrtt? Ln eins, Jnf.-Rgt, 17, ans Usenborn, — Fähnrich Heinz Seidel, Jnf.- Rgt, 160, ans Schotten, — Res, Otto Schmelz, Jnf,-Rqt, 116, ans Weid-Moos, — Res, I, Emil R ö me r, Art,-Rgt, 25, ans Wallenrod, — Res, Aug, Tröller, Jns,-Rgt, 116, aus Groß- Eichen, — Lt, d, R. u, Regierungsbaumeister Oberlehrer Albert Keller, Jns.-Rgt. 88, aits Darmstadt, — Unteroff, d R Reg,- BauWrer Wilh. Henke, Juf,-Reg. 75, aus Darmstadt, - Reservist Lehrer Karl Naumann ans Friedberg, — Off.-Stellv, Herm. t eim, Jnfant.-Regt, 116, ans Ofsenbach a, M, — Füsilier Paul zehn, Jns,-Rgt, 38, ans Osfenbach a, M, — Landwehrm, Wilh, Daum ans Herborn, — Landwehrm, Louis Fis eher» Jns.-Rgt. 31, aus Herborn, -— Landwchrm, Carl Schleifen- bäum aus Haiger, — Gefr, d Res, Aug, Heinr. Heil aus Eichen. — Eiuj -Freiw, Max Kahn, Jnf.-Rgt, 87, ans Mainz, — Unteroff, d R, Wilh. Schreiber, Jnf.-Rgt. 116, aus Bad- Nauheim, — Friedrich Keiliug aus Atzbach, — Landwehrm. Bäckermeister Friedrich Gaiser aus Wiesbaden, — Oberst, Aug, Rein Hardt, Jnf.-Rgt, 118, aus Mainz. — Unteroff, b. R, und Bürgermeistereibeamte Valentin Kr ob, Jnf.-Rgt, 118, ans Worms, — Unteroff, d, R, Adam Lehr Jns.-Rgt. 116, aus Worms-Neuhauseu, — Jobs, Nösiuger, 18. bayr, Jnf.-Rgt,, ans Stockstadt a, Rh, — Hauptm, d Res, und Kais, Beziiksamt- mann Emil Rausch (in Afriffa gefallen) aus Gießen, — Res,-- Untervff, Oskar Anacker, Jnf.-Rgt, 116 aus Gießen. — Mnsk, Heinr, Rusch, Jnf.-Rgt, 116 aus Gießen, — Res, Heinr, Hammel, Jnf.-Rgt, 116 aus Annerod, — Off -Stellv, Dr, Ludwig Hofsmanu, Jnf.-Rgt, 116 aus Gießen, - Vizeseldw, d. Res, Wilh. Born, Jnf.-Rgt, 168 aus Gießen, — Unteroff. d Lrndw. Wilh. Bcchthold, Zimmermeister aus Gießen, — Landwehrm, Heinr, Kaufmann II,, Jnf.-Rgt, 116 aus Weitersbain, — Gefr, Karl Hillgärtner, Jnf.-Rgt, 115 aus Kesselbach, — MusAer Ferd, 33 au er, Jnf.-Rgt, 55 aus Gießen, — Res, Heinr, Bender, Kaiser-?llexander--Gardegrenadier-Rgt, aus Rodbcim a, d, Bieber, — Unteroff. d, L, Gustav G r a s f e, Jnf.-Rgt, 81 aus Wetzlar. — Unteroff, Friedrich Kraft, Jnf.-Rgt, 81 aus Garbenheim, — Nduslk. Karl Jung, Jnf.-Rgt, 88 aus Albsbausen, — Res, Karl Klimpke, Jnf.-Rgt, 81 aus Wetzlar, — Landwehrm, Friedrich Veit, Jnf.-Rgt, 81 aus Laufdorf, — St d. Res, Wilh, Peters, Jnf.-Rgt, 81' aus Dtlleuburg, — Res, Jag. Mattheis aus Dillenburg, — Landwehrm, Wilh, Kämpfer aus Nieder-Ros- bach, — Oberl, b. L, und Kreisamtmann Dr, Ernst G ö r tz, Jnf.- Rgt, 88 aus Büdingen, — Unteroff. d. Res, Wilh, Schönhals, Jnf.-Rgt, 116 aus Lindheim, — Heinr, Bretthauer aus Wölfersborn, — Unteroff, d, R, Eugen Holler, Jnf.-Rgt, 81 aus Ballersbach, — Fritz Kämmler, Fahnenjunker, Jnf.- Rgt, 168 aus Würzburg, — Musst Gg, Kröll, Jnf.-Rgt. 168 aus Offenbach a, M, — Musff, Joh. Franz Böhm, Jnf.-Rgt, 87 ans Hainstadt a, M, — Dänsk, ?ld, Wendlin M a s s o t h, Jnf.- Rgt, 168 aus Hainstadt a, M, — Unteroff, d. Res, und Bankbeamter Hans Lvnsdorfer, Jns.-Rgt, 80 an? Wiesbaden, — Res, Jakob Schlott, Brantechniker in Wiesbaden, — Landwehrm, Joh. Diefenbach in Wi^baden, — Unteroff, b. Res, Hermann Schönberger aus Rodau i. JD. — Oberl. d. Res. Richard Müller, Jnf.-Rgt, 81 aus Oberursel, — Musk, Georg Weingärtner, Jnf.-Rgt. 168 aus Grvß-Karben, — Gefr, d. Res, Semmy Rothenberger, Jnf.-Rgt, 116 aus Gießen, » ** Kaiserliche Missionen im Briefverkehr mit dem Ausland, Nach vorliegenden Nachrichten gehen seit einigen Tagen den Kaiserlichen Missionen im neutralen Ausland, anscheinend infolge einer irrtümlichen Zeitungsnotiz, zahlreiche Briefe aus Deutschland zur Weiterbeförderung nach dem feindlichen Ausland zu. Wie wir von unterrichteter Stelle erfahren, sind die Vertretungen n i ch t in der Lage, eine Vermittlung für die Weiterbeförderung derartiger Briefe eintreten zu lassen, ** Eisenbahngüterverkehr. Bei der dauernden Beanspruchung eines sehr erheblichen Teiles des Gülerwagen- parks durch die Heeresverwaltung und den Einwirkungen des Kriegsbetriebes auf den Wagenumlauf wird, wie die Eiscn- bahnverwaltung mitteilt, die Wagenge st ellung in diesem Herbst voraussichtlich besonders großen Schwierigkeiten begegnen. Es ist daher unbedingt nötig, daß jeder einzelne Berkehrstreibende sich im Interesse der Allgemeinheit möglichste Beschränkung bei der Inanspruchnahme des Güterwagenparks anserlegt und vor allem das Ladegeschäft nach Möglichkeit beschleunigt. Die durch die Eisenbahnverwaltung jetzt zu treffenden besonderen Maßnahmen sind im Interesse der gesamten Volkswirtschaft notwendig, zu deren Förderung jetzt jeder Verfrachter Opfer bringen muß. A Vom Lande, 7, Okt, Wenn man die Preise von verschiedenen Lebensmitteln aus dem Lande mit denjenigen von Gießen vergleicht, so findet man, daß man aus dem Lande mit dem Aufschlagen schneller bei der Hand ist als in der Stadt, Ans dem Lande sind Zucker, Oel, Seife, Reis nsw, entschieden teuerer geworden, in Gießen zahlt man hierfür noch die seitherigen Preise. Krris Friedberg. F,C, Von der Wetteran, 6, Okt, Aus Markrrch im Elsaß traf von den Wettcraner Landstürmeru salzende Nachricht mit bem Dank für die Kartosfelsendung aus Ober- und Nieder- Rosbach ein: Gestern war für uns ein Festtag , , . am Abend Festessen: stand doch ans der Speisekarte: „Gequellte". Noch nie haben uns solche so gemundet, darum sagen wir allen Spendern und denen, die die Sendung veraulaßteu, herzlichen Tank. Seit dem achten September hier Saßen in großen Nöten wir Die Landstürmer aus der Wetterau, Denn mit Karwffeln watts hier flau. Ach, hättet Ihr zu Hause gescheit. Wie die Gesichter sich erhellten. Als wir um den Tisch herum stehen. Zum erstenmal drauf ein Tops mit „Gequellten". Wir sitzen nun beim festlichen Schmaus Und denken in dankbarer Liebe der Treuen zu Hans. Als treue, biedere Hessen Wollen wir nun den Tank nicht vergessen. Trum schall es kräftig und laut: „Dreimal hoch!" die Heimat so traut, Starkrnburg und Mcinhessen. rb Darmstadt, 6, Okt, Die Technische Hochschule wird das bevorstehende Wintersemester am 20. Oktober im vollen U m s a n g beginnen. Trotzdem nicht weniger als 11 Professoren, 21 Assistenten und eine Anzahl andere Beamten zu den Waffen gerufen worden sind und andere Dozenten sich dem Roten Kreuz verpflichtet haben, werden die geplanten Vorlesungen fast gar keine Beschränkungen erleiden, da die im Dienst befindlichen Kollegen die Vertretung übernommen haben. Zwei der ins Fttd gezogenen Dozenten, Dr.-Jng, Preuß uitb Dipl.-Jng, Max Müller, sind bereits im Dienst des Vaterlandes gefallen. — Die Wagenkolonne mit Liebesgaben, die am 29. September unter Führung des Rittmeisters a la suite Fürst Erbach-Schönbnrg für die 25. Kavallerie-Brigade nach Frankreich ahging, hat ihre Ausgabe bereits ausgesührt und die Gaben direkt an die beiden hessischen Dragoner-Regimenter abgeliefert, deren Angehörige darüber natürlich hocherfreut waren. Auch die den? Kriegslazarett in Sedan für die Verwundeten übersandten Liebesgaben sind bereits angekommen und haben große Freude erregt, Kreis Wetzlar. X Kinzenbach, 7. Okt, Ans der zweiten in hiesiger ®e> melnde vorgenommenen Sammlung freiwilliger Gaben wurde» 400 Mk. !ür die Bedrängten in Ostpreußen bestimmt. Frisches Obst wurde reichlich für die Lazarette gespendet: dazu ist eine Lieferung von Kartoffeln und Gemüse in Aussicht ge nommen. (:) Burgsolms, 7, Oft. Unteroffizier Jakob Schmidt starb zu Rombach in Lotbringe» de» Heldentod fürs Vaterland, d. B r a u n f e l s, 7. Okt. Oberleutnant der Res. Zöllner im 68. Reserve-Landwehr-Regiment wurde mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet. n. U 1 m, 7. Oft. Bürgermeisterei-Sekretär K. Schipporeit, Olfizier-Stellvertreier im Landsturmbataillon I Wetzlar starb fürs Vaterland, Märkte. 1c. Frankfurt a.M. Diehhosmarrtbericht vom 7. Okt. Auitricb: 'Ander 125t, Ochsen 422, Bullen 65, Kühe und Färsen 664, Kälber 297, Schale 184, Schweine 1906. Tendenz : Rinder fester, Ochsen lebhaft, Bullen fönst rnbig, Kälber iesl, Schale ruhig, Schweine reg«, Preise für 100 Md. Lebend- Schlachtgewicht Ochsen. Mk. P,g. Vollfleischige» ausgemästete, höchsten Schlachtwertes, 4—7 Jahre alt........ 58 - 60 97—102 Junge fleischig?, nicht mrsgemästete imd ältere ausgemästete..... 40 — 58 90— 95 Mäßig genährte junge imd gut genährte ältere 48—48 85—89 Bullen. Dollfleffchiqe, ausgewachsene, höchsten Schlachtw. 48 -50 80—83 Bollfleischig^ jüngere......... 43—47 74—81 Färsen. Kühe. Vollflelschsge auSgem. Färse» höchst. Schlachtw. 46—50 83—89 Vollfleischige ausgemästete Kühe höchsten Schlach- wertes bis zu 7 Jahren ........ 44 —48 82 —86 wenig gut entwickelte Färsen....... 41—45 79—87 ältere ausgemästete Kühe ........ 38—42 70—78 Mäßig genährte Kühe und Färsen..... 33—37 66-74 Gering genährte Kühe und Färsen .... 27—32 61—73 Käl be r. Feinfle Maflkälber ... 64 - 68 107-113 Mittlere Mast- und best» Saugkälber. . . . 60 - 63 102—107 Schatz Stallmastschafe: Mastlämmer und jüngere Masthaimml . . . 41—42 90 92 Sch wel nr. Vollflekschig, Schweine von 80 —100 ’-■» Lebendgewicht ........ 55.00—57,50 70,00— 74 00 vollfleischige Schwein, unter 30 Lebendgewicht ........ 54,00—55.00 69.90- 71.0) voll fleischige Schweine oo» 100—129 'r; Lebendgewicht ........ 55.00—57.5 ) 70.00 - 74» Dollfletschige Schweine von 129-150 c ; Lebendgewicht ........ 55.00-57 51 70.00-74.00 fc. Frankfurt a. M-, 7, Okt. (Oriq.-Telegr. des „Gien Anz."> Amtliche Notierungen der heutigen Fruchtmarktpreiie, Weizen (hiesiger) Ml, 28,50—26,75, Kurhesstscher Mk. 28 50 -26,75, Wetterauer Mk. 00,00 - 00.00, Roggen (hiesiger) Mk, 22.75-23,00, Gerste (Wetterauer) Mk. 22.25 — 23.00, Gerste, Franken, Mälzer, Ri«) Mk. 22.25—23.00, Saier Mk. 23.00-23.25, Mais Mk. 00.00-00.00, Weizenmehl 0 Mk. 00,00—00.00. Weizenmehl I Mk. 00.00—00.00, Weizenmehl HI Mk, 00 00- 00 00, Roqqenmehl 0 Mk. 00,00—00.00, Roggen mehl 0/1 Mk. 00.00— 00.00, Roggenmehl I Mk. 00.00—00.00, Weizenkleie Mk. 0,00 -0.00, Weizenschalen Mk. 0.00-0.00, Roggen- Neie Mk, 00.00 - 00.00, Malzkeime Alk. 00.00-00.00, Biertreber 00.00-00,00, Futtergerste Mk. 00,00 - 00.00. Alles per 100 kg ab hier. fc. Frankfurt a. M., 7, Okt, (Oriq.-Telegr, des .Gießener Anzeigers".) Kartoffel markt. Man notierte: Kartoffeln i» Wag o»s Mk. 5,50-6,00, im Kleinhandel Mk. 6,50—7,50 für je 100 kg. Limburg a. d. Lahn, 7. Okt. Fruck>: ma r ll, Durchschnittspreis pro Malten Roter Weizen (Nassau,scher) 20,75 Mk., weißer Weizen (angebaut» Fremdsorteu) 20,25 Pik, Korn 16 25 Mt, Gerste (Futter) 0,00 Mk., Braugerste 0/K> Mk, Hafer 11,10 Mk., Erbsen 0,00 Mk, Kartoffeln der Ztr. 2 . 52 — 2,60 AU, Butter das Piund 1,15 Mk., Eier daS Stück 10 Psg, _ Airchlichc Nachrichten« Israelitische Reiigionrgemein-e. Gottesdienst in der Synagoge (Süd-Anlage), SamSta a, den 10. Oktober 1914, Vorabend 5.30 Uhr, D! org ens 8.30 Uhr, Nachmittags: 4.00 IIKr. Labb ata us q an g, 6 3« Uhr. Israelitische Reliaionsgesellschast. Gottesdienst. Sabbat? eie- am 10. Oktober 19)4: Freitag abend S.15 Uhr. Samstag vormittag 8.00 Uhr. Samstag nachmittag 4.00 Uhr. Sabbat-AuSgang 6.30 Uhr. Sonntag, den II. Oktober 1914: Morg ens 6.15 Uhr. Unlversitätr-Nnchrichte»». hk, Bon der Franksurter Universität Der D» zent und Direktor des meteorologisch-geophysikalischen Instituts feg Physikalischen Vereins zu Frankfurt a, M, Dr, Franz Linke ist zum außcrordentlichenProsessorsürGeovhysjx an der F r a n k s n r t e r Universität in Aussicht genommen, Dr, Fritz Drevermann, Dozent der Senckenbergischen Natnr- forschenden Gesellschaft und Kustos am Museum der?elben, ist zun, außerordentlichen Prosessor für Geologie „ns Paläontologie an der Universität Frankfurt berusen. Letzte Nachrichten. Reichstagsabgeordneter Ritter f. (WTB.) Schönlanke, 8, Okt, (Nichtamtlich,) Der Reichstagsabgeordnete des Wahlkreises Czcrrnikmi. Kolmar-Filehne, Gutsbesitzer Ritter (kons.) ist gestern nachmittag g e st o r b e n. EhrungKraetkes. (WDB.) Stuttgart, 8, Okt, (Nichtamtlich.) Der Staatsanzetger meldet: Se, Majestät haben unter 3, Oktober allergnädigst geruht, dem Staatssekretär des Reichspostamts Wirkt, Geh, Rat Kraetke anläßlich seines fünf, ztgjährigen Amtsjubiläums das Großkreuz des Or. dens der Württembergischen KrvneW verleihm. Die opferivilligen Hamburger, (WTB.) Hamburg, 7, Okt. (Nichtamtlich.) Die Bürgerschaft genehmigte einstimmig den Senatsantrag auf Bewilligung von 100000 Mark zur Unterstützung der vom Kriege betroffenen elsaß-lothringischenBe- völkernng. Der Denkmalschutz in den eroberten fremden Landen. Berlin, 8, Okt, Von dem Direktor der Königlichen Museen erhält der Bert, Lok.-Anz, eine Zuschrift, in der es heißt: Meine Ueberzeugung ist, daß allen Kulturländern die Erzeugniffe ihrer Kunst und der regelrechte Besitz chrer Kunstwerke erhalten werden soll, und daß wir den Denkmälerschntz wie im eigenen so auch im fremden Lande auszuüben haben. Gerade um die Kunstwerke in Belgien für Belgien zu retten, sei die Entsendung des Geheimrats v, Falke erfolgt. Das Bestreben der Berliner Museums- vertoaltung werde darauf gerichtet sein, daß Deutschland nach einer siegreichen Beendigung des Krieges nicht das Beispiel nachahme, das England durch die Fortführung der Partheiwnstulp- turen und Frankreich unter Napoleon I, durch die Plünderung fast aller Kulturschätzc Europas gegeben haben. Die Angst vor den Zeppelinen in London. (WTB.) Berlin, 8, Okt, (Nichtamtlich.) Bezeichnend für die Furcht, die in London vor den Zeppeluten herrscht, ist emej Verordnung, die der Minister des Innern erlassen hat, wonach vorläufig bis zum 1, November alle Lichter und Laternen in La»' don, welche von oben herab sichtbar sind, womöglich an der oberen Seite abgedeckt, die Beleuchtung der Läden eingeschränkt, uimnter- brochenc Lichtteihen teilweise gelöscht und durch unregelmäßig angezündete Zwischenräume gelöscht und in unregelmäßigen Zm schenränmen angezündet werden müssen. Die Engländer dürfen sich dar-,:? verlassen, daß die Deutschen London zu gegebener Zeit auch im Tunkeln finden werden. Was die „Times" erzählt, i, Köln, 8. Oki, Tie „Köln. Ztg," meldet von der holländischen Grmze: Die „Times" behauptet, in Brüssel sei dos StvaßMpslaster um das Rathaus herum und in der Umgebung anderer öffenllicher Gebäude anfgerissen worden, wahrscheinlich zu dem Zwecke, Minen zu legen. Am Justizvalast seien Geschütze aufgefahrm, um die dort einmündenden Straßenzüge zu beherrschen, — Die englischen Siegesberichtc aus Rußland melden, daß der Zar selbst den Befehl gegeben habe, Ossowiez binnen drei Tagen zu nehme>t, (Als ob es mit diesem Befehl getan sei.) „England für die Engländer". (WTB.) Kopenhagen, 7. Okt. (Nichtamtlich) ,Aer- lingske 'Kibrnbe" meldet ans London: Unter dem Schlagworte „England für die Engländer" ist in der letzten Zeit eine Bewegung entstaichen, alle ausländischen Waren fernzuhalten, Nun hat sich eine Gesellschaft von angesehenen Vertretern des Adels mtb des Handelsstandes gebildet mit der Aufgabe, die Engländer vor einer allzu großen Engherzigkeit zu warnen. Dabei wird hervorgehoben, man müsse die größtmögliche Rücksicht ans die Industrie der Verbündeten Staaten und der neutralen Staatei? nehmen, die in freundschaftlichem Verhältnis zu England stehen. Meuterei serbischer Tnippen. (WTB.) Sofia, 7, Okt, (Nichtamüich.) Die Zeitung „Utrv" meldet: Unter der Mannschaft des 17, serbischen Infanterieregiments kam es zu einer Meuterei. Die Soldaten erschossen den Brigadekommandanten Budono- w i c s, der sich gerade bei dem Regiment anfhielt. Auch der Regimentsoberst M a l e v i c s und zahlreiche Offiziere wurden erschossen. Die gegen das meuternde Regiment entsandtet» Mannschaften bannten nichts ausrichten. Zur Haltung Italiens. (WTB.) Berlin, 8, Okt. (Nichtamtlich.) Aus Rom wird gemeldet, daß immer neue Männer der Kunst und Wissenschaft sich finden, um ihrer Sympathie für Deutschland Ausdruck zu geben. Auch in dem Offizierkorvs und dem hohen Klerus herrscht einem Telegrainm des „Berl, Tagebl," zufolge eine entschieden deutschfreundliche Stimmung. Russisch-französische Spionaqe (WTB.) Krakau, 8, Okt, (Mchtamtlich.) Jin Frühjahr wurde hier, wie die hiesigen Blätter berichten, ein Konsortium gebildet, an dessen Spitze Graf M o n j e a u stand, um ein an der galizisch-ungarischen Grenze gelegen« Naphthaterrain anzukanfen, dessen Preis mit 20 Mist| lionen festgesetzt wurde. Zwei Millionen wurden als An-1 zahlung erlegt, eine Million fiir Provision und Spesen vermrsgabt. Der Rest der Kanfsumme sollte im Juli gezahlt werden. Französische Ingenieure nahmen das ge< < samte Gebiet kartographisch ans. Nunmehr stellte sich heraus, daß es sich bei dem ganzen Unternehmen nur um Spionage handelte, welche den Russen den jüngsten Einbruch über die Karpathen ermöglichte, Russen un!> Oefterreicher, lWTB.) Wien, 8, Okt, (Nichtamtlich.) Amtlich wird gemeldet : Unsere Offensive hat mich gestern da und dort m kleineren Gefechten überall das Ziel erreicht, Lmtt einer Melduntz eines von einem kühnen Fluge nach PrzemysI znruckgekehtten Generalstabsosftziers wird die Verteidigung dieser Festung von unserer begeisterten Besatzung mit der größten Umsicht und Tapfs- keit geführt. In mehreren Ausfällen wurde der Feind ruviw- gedrängt und zahlreiche Gefangene tourden eingebracht. Alle Ati- griffe der Russen brachen mit furchtbaren Verlusten unter dem Feuer der .Festung zusammen. In den wr» vathen westlich vom Wyszkower Sattel steht kein Feind mehr. Der be? Maramaros-Szrget eingedrnngene Gegner ist geschlagen. Die Stadt kam in der vergangenen Nacht in unfern Belitz zurück, Pvincarss Reisr an die Front schon beendet. (WDB.) Bord^eaup, 8, Okt, Die französische Regierung ist gestern nach Bordeaux zurückgekchrt, nachdem Pot?l- carö und Vrviani einen kurzen Vesnch bei den Truppen aus- gesührt hatten, (Voss, Ztg.) Verantwortlich für „Feuilleton", „Gerichtssaal" u. „Vermischtes".: P..: August G»etz. Amtlicher Teil. Betatnttaunfmna Ster JJertonf von Jagdpu loer »nb Jagdvatro- n »nb bie Berfenduilg Meter Gegenstände mit der Eisenbahn P m Bereiche des XVIII Armeekort« — mit Ausnahme des B «hes des Gmwerneinents Main» — wieder tret gegeben worden. Für den äSerfauf, die Versendung und Lagerung von Minen- G er und anderen Sprengstoffen behält sich das Generalkom- „ tu für jeden Antrag die Entscheidung vor. Ntehen, den 6. Oktober 1914. Grvßherzogliches Kreisamt Gießen, vr. U sing er. W t-r.: Verbot des vorzeitigen Schlochtens von Bich. I« di« Großh. Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises. Wie wir erfahren, »erden die Bestimmimgen der Verordnung D das Verbot des vorzeitigen Schsachteus von Vieh iwch immer in : überall richtig eingehalten. Wir weisen Sie deshalb wieder- M t au, die Durchführung der Verordnung strengstens zu über- m >en nnd das Polizei- und Fleischbeschauversonal entsprechend a averseu. Zuwiderhandlungen gegen die Bestimmungen der Ver- cv «lg sind uns zur Anzeige z» bringen. Anträge auf Zulassung von Ausnabmen haben Sie enlgegen- a chrueu, zu begutachten, so weit die Verhältnisse Ihnen bekannt ^ . und alsdann an uns einzureicheu. An die Krvtzh Gendarmerie des Kreises. Wir verwerfen auf unser Ausschreiben an die Großh Bürger- » teveieu der Larchgern-inde-i des Kreises vom 3. d. Nits. (lstretz. S eiger Nr. 233) und von heute uitd beauftragen Sie, die Durch- W rmg der Bestimmungen zu überwachen und all« Znwiderhond- > i«n mwerzüglich zur Anzeige zu bringen. Gießen, den 7. Oktober 1914. Grosherzogliches Kreisamt Gießen Dr. U si nger. Bekonutmachunq. :r.l Das Behüten der Wiesen. Wir scheu uns veranlaßt, die nachstehenden Bestimmungen Wiesenpolizeiordnung für den Kreis Gießen erneut Kenntnis der Beteiligten zu bringen: Artikel 11. Insoweit es sich nicht um abgesondert gelegene seu handelt, dürfen ohne besondere Genehmigung des Kreises weder von den Eigentümern selbst, noch mit «n Zn stimmnng von Anderen behütet werden: a) einschü rige Wiesen: 1. mit Schafen vom I.April bis 1.Oktober, 2. mit Rindvich vom l. April bas 1. August: b) sonstige Wiesen: 1. mit Schafen vom 1.April bis 1.Oktober, 2. mit Rindvieh vom 15. Märzvis 1b. September. Grund- oder Talwiesen, die mit Bewässerungsanlagen versehen , dürfen bei nasser Witterung überhaupt nicht behütet >en. Im übrigen ist beim Behüten von Wiesen besonders dar- M achten, daß die Weidetiere nicht durch Zertreten vvrhan- r Be- oder Entwässerungsgräben Schaden verursachen: er- erlichensalls sind sie durch einfache transportable Nnkzämnmgen den Graben-Böschungen sernzuhalten. Artikel 12. Die Schafweide darf auf fremden Wiesen vom 1b.Oktober bis 22.Februar oder so lange :ter Frost dauert, ausgeübt werden .Artikel 13. W eideberech t igungen ans Wiesen mit an- rn als Schafvieh dürfen nur im Herbst, und zwar vom 1. bis Oktober, ausgeWt werden. Schweine und Gänse siud vo« der Weide auf esen »usgeschlossen Artikel 14. Aus Wiesendistrkkte«, insoweit sie künstliche Maschinengesormle 'iberschnmnze, ii Form und Größe der rüderen Ptattziegel. Wässer ungsanlage» hoben, darf keine Weideoerechtigung ausgeübt werden. Artikel 15. Die in Arkrkel 12, 13 und 14 angegebenen Verbote gelten sowohl für eigentliche Weideservitutcn, als auch süh Weidegemeinschasten und sonstige Derechligungen. Was das Beweiben von anderen Grundstücken als Wiesen anlangt, so verweisen wir auf die Bettimmungen der Art. 2—5 des Gesetzes, den Umfang usw. der Weideberechtiguugen betr., vom 7. Mai 1849 sin der Faffung der Bekanntmachung vom 30. September 1899, Reg.-Bl. S. 754). Gießen, den 3. Oktober 1914. Grobherzogliches Kreisamt Gießen, vr. U sing er. Betr/: Wie oben. An Ven Oberbürgermeister der Stadt Güsten und an die Grosth. Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises. Indem wir Sie auf vorstehende Bekanntmachung Hinweisen, beauftragen wir Sie, aus genaue Befolgung der oben wiedergegebenen Bestimmungen hinzuwirken und insbesondere das Feldschntz- personal, sowie die Schäfer dementsprechend anzuweiscn. Wir machen Sie ferner darauf aufmerksam, daß bei außergewöhnlicher Witterung, sowie unter besonders gearteten Ivirt- schasllichen Verhältnissen eine Verschiebung der in Artikel 11 bis 13 festgesetzten Termine durch uns erfolgen kann. Dahingehende Anträge wären eintretendenfalls seitens des Wiesenvorstandes rechtzeitig bei unszu stellen. Gießen, den 3.Oktober 1914. Großherzogliches Kreisamt Gießen. Or. U s i n g e r. Bekanntmachung. Betr.': Walzgrbeiten aus den Kreisstraßen. Die unterm 23. September l. Js. verfügte Spernmg der Kreisstraße Treis—Mendorf a. Lda. roirb hiermit aufgehoben. Dte lkreisslraße Grünberg—Stangenrod wird bis zum 10. Ok- wber l. Js. sür den Verkehr mit Automobilen und schwerem Fuhrwerk gesperrt. Der Verkehr wird über Lumda und Lehnheim geleitet. Gießen, den 6. Okwber 1914. Großherzogliches Kreisamt Gießen. Or. U s i li g e r. Betr: DaS Schulinventar, insbesondere Lehrnnttel. An die Schulvorstände des Kreises. Bis zirm 1. November l. Js. wollen Sie berichten, ob die durch das Amtsblatt vom 18. April 1904 angeorduete Sitzung stattgefunden hat, und ob die zur Ergänzung der Lehrmittel bestimmten Summen nach Maßgabe der gefaßten Beschlüsse verwandt worden sind. Gießen, den 3. Okwber 1914. Großh. Kreisschulkomnrisj««. vr. U s i n g e r. Betr.: Prüfung der israelitischen Neligionslehrer. An die Schulvorstände des Kreises. Die nächste Prüfung für israelitische Rcligionslehrrr soll Montag, den 14. Dezember l. Js., in Darmstadt stattfinden. Die Meldungen hierzu sind an Großh. Ministerium dej Innern, Abteilung für Schulangelegenheiten, zu richten >md bis spätestens 1. November l. Js., bei uns cinzureichen. Der MÄdung ist beizn fügen: ch ein Geburtsschein, b) ei» selbstgefertigter Lebenslauf, c) Zeugnisse über den Erwerb der allgemeinen Bildung und der Fachbildung, crkkt)ulca. -- Naturreinen Rotwein per Flasche 90 Mennig, 12 Flaschen 10 Mark emu fehlen 10481a Gebrüder Berdux, Bahnhofstr.27. ’hui.ufaJtaM QfpvdiatA.G'/tJtavru empfehlen unser Lager ln Trauerhüt., schw. Schürzen, schw. Satin-Blusen, schw, Handschuhen, Trauer-Flor, Crdpe, schwarze Krawatten, Telephonieren Sie Traucr-Bchleier. 8ß35a ^ 0 r fTus a wfi5iMeliaBsi8aiBinoiiiEie.,^ -Trauer m Am 22. August starb den Heldentod fürs Vaterland mein innigstgeliebter, unvergesslicher Gatte, der gute Vater seines Kindes, unser treuer Sohn, Schwiegersohn, Bruder, Enkel, Schwager, Hefte und Onkel Christian Rühl Gefreiter der Res. in der 8 . Kompagnie Inf.-Regts. Nr. 116 im 25. Lebensjahre. In tiefer Trauer: Fran Christine Bühl, geh. Hoffmann und Kind Familie Johannes Bühl Familie Bürgermeister Hoffmann Familie J. Gottwalz Familie J. Heuser Familie H. Albach. Burkhardsfelden, am 6 . Oktober 1914, Am 8 . September starb den Heldentod fürs Vaterland unser innigstgeliebter, treuer, unvergesslicher, einziger Sohn, Bruder, Enkel, Schwager und Onkel Hermann Hoffmann Musketier in der 5. Kompagnie Infanterie-Regts. Nr. 168 im 20. Lebensjahre. In tiefer Trauer: Familie Bürgermeister Hoffmann Familie H. Albach. Burkhardsfelden, am 6. Oktober 1914. 07123 Am 22. August fiel im Kampfe fürs Vaterland unser hofinungsvoller Sohn und Brudeg» Hermann Stehling 5. Kompagnie Infanterie-Regiments Nr. 116 im 20. Lebensjahre. Er war unser Stolz und Hoffnung. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Johann Stehling, Zugführer, Giessen, 7. Oktober 1914. 10 ß 2 ms®® Am 26. September starb infolge einer schweren Verwundung den Heldentod fürs Vaterland unser lieber Sohn, Bruder und Schwager Semmy Rothenberger Gefreiter im Reserve-Regiment 116 8. Kompagnie im 32. Lebensjahre. Die trauernden Hinterbliebenen: Frau Louis Rothenberger Ww. Jenny Schönthal geh. Rothenberger Moritz Rothenberger Rosa Oppenheimer geb. Rothenberger Johanna ElsofFer geb. Rothenberger Eugen Rothenberger, Referendar Simon Schönthal Clara Rothenberger geb. Schwaab Curt Oppenheimer Hugo ElsofFer, Rechtsanwalt. Die Beisetzung findet Freitag, den 9. Oktober, nachmittags 3 Uhr von der israelitischen Leichenhalle des neuen Friedhofs Giessen aus statt. 10470D Giessen, Frankfurt a. M., New York, 8. Okt. 1914 . Todes-Anzeige. Am 10. September 1914 starb an der Spitze seiner 9. Kompagnie in. Bataillons des Reserve-Infanterie-Regiments Nr. 81 unser getreuer Bruder, lieber Neffe und Vetter Hugo Freiherr von Nordeck zur Rabenau Grossh. hessischer Kammerherr, kaiserlicher Hauptmann der Schatztruppe a. D. am Mamekanal den Heldentod fürs Vaterland. Darmstadt, im Oktober 1914. Die Hinterbliebenen. Auf dem Felde der Ehre starb auf Frankreichs blutgetränkter Erde am 22. August den Heldentod fürs Vaterland unser innigstgeliebter, hoffnungsvoller Sohn, Bruder, Bräutigam und Schwager Fritz Dahmen Musketier in der 8 . Kompagnie Infanterie-Regts. Nr. 116 im Alter von 22 Jahren. 07122 ln tiefer Trauer: Familien Dahmen Familie Bocher. Giessen, Esch bei Elsdorf, den 8 . Oktober 1914. Für die vielseitigen Beweise innigster Teilnahme an dem uns so hart betroffenen Verluste meines heben herzensguten Gatten, unseres hoffnungsvollen Sohnes und Schwiegersohnes, Bruders und Schwagers Julius Menges Zigarren fabrikant Leutnant d. R. im Kaiser-Wilhelm-Regt. Nr. 116 unseren herzlichsten Dank. 10455 Familien Menges nnd Jnng. Grossen-Linden, Ostheim bei Butzbach, den 8. Okt. 1914. ' Allen, die beim Hinscheiden unserer unvergeßlichen Früulci« Auguste Nuese uns in liebevollem Gedenken an die Verewigte ihre Teilnahme bezeugten, sagen wir innigen Dank. Die tranernörn Kinlerblikbem. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme an unserem schweren Verlust innigsten Dank. 8eorg Doqsn u. Familie. Gießen (Landmannsfraße 1), den 7. Oktober 1914. 10467 Wer ihn gekannt, wird unsem Schmerz ermessen, Was er uns war, wir Werdens nie vergessen. Am 22. August starb den Tod der Ehre fürs Vaterland unser innigstgeliebter einziger Sohn, Bruder, Schwager und Bräutigam Reservist Ernst Häuser im „Kaiser Wilhelm“-Regiment Nr. 116, 12. Komp. In tiefer Trauer: Familie Jakob Häuser VIII. Familie Karl Kolmer Kath. Philipp, als Braut Familie Ludwig Philipp. Watzenborn, den 8 . Oktober 1914. 07134 empfiehlt Kartoffeldämpfe Kartoffelkocher Kartoffelkörbe Kartoffelquetsch Kartoffelschaufc Kartoffelwäsche IOC dhw . mm. Kartoffel prima Sveiiekartoffeln den Winierbedar, i-w « S-Iatkar.offeln Jff' Juli) empfiehl! biuigN I. Weisel, Eonnenflr. 8. i,»«! % e ' ^