Erstes Blatt 164- Jahrgang «r. 26 b Der Sichener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags, - Beilagen: viermal wöchentlich LießenerZamilienblätter: zweimal wöchenll.Aleir- blattsürdenlireisSictzen (DienStag und Freilag): zweimal monatl. Land- wirtschaftliche Zeitsragcn Fernsprech - Anschlüsse: sür die Schrillt eilunq 112 Verlag,GeschäitSstellc51 Adresse lür Dralitnach- richten: Anzeiger-letzen. Annahme von Anzeigen lür die Tagesnummer bis vormittags 9 Uhr. Mittwoch, 7. Oktober 19» BezugSvrei»: monatl. 7s P(„ viertel- >äl>rl. Mk. 2.20: durch Abhole- u. Zweigstellen lnonatl. 65 Ps.: durch die Post Mk.2.— viertel- jährl. anSschl. Beslellg. Zeilenprcis: lokal löPst ausw. 20 Ps. — Haupt- schrlstleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich lür den polit. Teil: Aug. Goetz: sür .Feuilleton', .Vermischtes' und.Gerichls- saal': Karl Neurath; lür .Stadt und Land': Otto Braun; sür den Anzeigenteil: H. Beck. Lin Steg der wackeren Sejahung von Tsingtau, vas Wagestück ^e§ französischen linken Flügels. Erfolge gegenüber den Russen. Berlin, 6. Okt. Die „B. Z. a. M." meldet: Von itnscrcm Sonderberichterstatter wird uns aus Rotterdmn vom 3. Okwbcr mitgeteilt: Beim ersten Sturm aus die Jnfantericwerkc von Tsingtau wurden die vereinigten Japaner und Engländer mit einem Verlust von 2506 Mann zurückgeschlageu. Die Wirkung der deutschen Minen, Geschütze und Maschinengewehre war vernichtend. Der rechte Flügel der Verbündeten wurde von dem österreichisch-ungarischen Kreuzer „Kaiserin Elisabeth" und dem deutschen Kanonenboot „Jaguar" wirksam beschossen. Die deutschen Verluste sollen gering sein. Tie Japaner »arten Verstärkungen aus Japan ab. iWTB.) Wien, 6. Okt. (Nichtamtlich.) Aintlich wird vcr- sautbart: 5. Okt. Die Operationen in Russisch-Polen und Galizien schreiten günstig vorwärts. Schulter an ! Schulter kämpfend, warfendeutsche undösterreichisch- nngarische Truppen den Feind von Opatow und Klimatow gegen die Weichsel zurück. In den Karpathen wurden die Russen am Uszakcrpas; vollständig geschlagen. Der Stcllvertr. Ches des Generalstabs: v. Höfer, Generalmajor. * * * -MTB.) Großes Hauptquartier, 6. Okt. abds. kmtlüh.) Die fortgesetzten Umfassungsversucheder ranzosen gegen unfern rechten Heeresflügel hüten die Kampffront bis nördlich Arras aus. Auch estlich von Lille und westlich Lens trafen unsere Pitzen auf feindliche .Kavallerie. In unserem G e g e n - A n - eiff über die Linie Arras — Albert — Roye noch keine Entscheidung gefallen. Auf der Schiachtfront zwischen Oiseund Maas bei rrdun und in Elsaß-Lothringen sind die Berhält- sse unverändert. Auch von Antwerpen ist nichts solideres zu melden. .Auf dem ö st l i ch e n Kriegsschauplatz ist der r u s s i s ch e ormarsch gegen Ostpreußen im Gouvernement Süll l k i zum Stehen gebracht. Bei Suwalki wird der und seit gestern erfolgreich angegriffen. In R u s s i s ch P o l e n vertrieben deutsche Truppen am Oktober die russische Gardeschützenbrigadr aus befestigten tellungen zwischen Opatow und Ostrowic und nahmen ihr wa 3006 Gefangene, mehrere Geschütze und Ma- incngewchre ab. Am 5. Oktober wurden zweieinhalb tssische Kavalleriedivisioncn und Teile der niptreservc von Jwangorod bei Radom angegriffen und lf Jwangorod zurückgeworfen. * . * Tie Japaner geschlagen — Fremde verkünden es erst, und «Her Augen in Deutschland blitzen hell! ir wollen nicht laut jubeln bei der Kunde von diesem inzenden Erfolge deutscher Tapferkeit. Wir wissen zu nau, daß unsere Landsleute in Kiautschau nicht hoffen tuen, dem schmählichen Raubzug der Japaner auf die wer standzuhaltcn. Als die deutsche Regierung am August jenes unverschämte Ultimatum der gelben Knechte glands ablehnte, geschah es, unt die Ehre des deutsche:» mens zu bewahren, in dieser schweren Zeit, da die Welt kl Liigenteufel war, die uns alle Untugenden andichteten, nte erst erkennen wir recht, wie passend und notwendig ruhige und entschlossene Abfertigung der japanischen 'gelagerer war: die stolze Antwort aus das Ultimatum ii 23. August ist schon durch Taten gerechtfertigt, die es ! veisen. daß das deutsche Volk in den vier Jahrzehnten ji Friedens sich seinen Mut und Wafsenruhm bewahrt hat. j Wir kämpfen nicht, wie die Engländer, als Händler und ämer für Goldeswerte. Wir kämpfen auch für die Ehre seres Namens. Das beweisen die deutschen Helden des ncn Ostens, denen kein Preis winkt als ein ruhmvolles de. Es war, als Japans Pläne bekannt wurden, öfter rauf hingewicsen worden, daß ein Kauf- oder Schenkungstrag mit den Vereinigten Staaten uns einen Ausweg ten könnte, um die Auseinandersetzung mit Japan ganz vermeiden. Erst später werden die Akten der Geschichte s eröffnen, ob und warum ein solches Vorgehen unmög- > war. Es wird sich dann auch heraussteUen, welchen Jn- t jenes ausfällige Gespräch hatte, das sich zur Zeit der itschen Kriegserklärung an Rußland zwischen dein japa- chcn Botschafter in Wien und deni Grasen Bcrcbtold ab- :lte. War doch von der Wiener japanischen Botschaft ichlerisch angedeutet worden, es habe sich in jenem Ge- iich um die Regelung der mandschurisch-mongolischen rae gedreht. Acht Tage später hieß es freilich, Japan Ile die Ereignisse aus den Meeren des Ostens abwarten, or es eine Neutralitätserklärung abgebe. Kein Zweifel, Japaner sind mit den Engländern in der Zwischenzeit i oii schnöden Handel um die Beute eingegangen, worauf dann ihre angebliche Vertragspflicht gegenüber Groß- tannien erfüllten. Das Herz wird uns groß und weit, wenn wir übersehen, ' die tapfere Bemannung in Tsingtau vor aller Welt den Ischen Ehrenschild blank erhalten hat! Es wohnt in ihr Heldenmut jener letzten Ostgoten, die ebenfalls da, wo sie kulturbildend gewirkt hatten, nach beispiellos heldew- mütigen Kämpfen von der gewaltigen Ucbermacht eines buntgemischten Völkerheeres, das nach Gold und Reichtum gierig war. schließlich niedergerungen wurden. Nur wird der Widerstand in Kiautschau noch weit länger und hartnäckiger werden als der des unsterblichen deutschen Bolksstammes dar Goten. Und dem deutschen Mutterlande wird daraus Ehre und Segen erblühen, denn auch da, wo Deutsche in der Minderheit sind, wissen sie zu siegen. Erst vor wenigen Tagen, am 1. Oktober, wurden die Verluste der Japaner bei den bisherigen Kämpfen auf 312 Tote beziffert, und es hieß, daß ihnen nicht weniger als 0 Flugzeuge, die seit Anfang September über Tsingtau Bomben cherabzu- werfen sich bemühten, verloren gegangen seien. Seit dem 23. Sept. haben die Japaner unser Schutzgebiet von der Landseite her eingeschlossen, aber mutig und entschlossen waren die Uusrigen ihnen zum Angriff entgegengczogen. Nach der neuesten Meldung aus Rotterdam, die wohl auf eine glaub- loürdige englische Quelle zurückzusühren ist, wäre der erste Feldzug der Japaner vollständig mißglückt, denn es heißt, sie wollten nunmehr auf Verstärkungen warten. Die kleine Besatzung in Tsingtau, die allerdings, wie die „La Plata- Post" dieser Tage berichtete, durch die aus ganz Ostasicn herbeigeströmten wehrpflichtigen Deutschen eine gewaltige Verstärkung lersuhr, hat von den anstürmenden Feinden schon nahezu 3000 Mann nicdergemäht. Aus japanischer Quelle verössentlicht die „Franks. Ztg." eine Meldung, wonach in der Nacht zum 6. d. M>. die Dsing- tauer Garnison bei einem nächtlichen Angriff zurückgeschlagen worden sein soll unter einein Verlust vou 47 Toten, während die Japaner nur 5 Tote und 8 Verwundete gehabt haben wollen. Gleichzeitig wird gemeldet, daß die japanische Belagerungsartillerie das Kanonenboot Iltis beschoß, das sich nach einigen Schüssen zurückgezogen habe. Natiirlich haben unsere Gegner das größte Interesse daran, ihren Mißerfolg zu verschleiern: wenn jedoch das Reuter-Bureau, dem die andere, vom amtlichen Wolfs-Bureau weiterverbreitete Nachricht wohl zuzuschreiben ist, die japanischen Verluste aus 2500 Mann beziffert und die Wirkung der deutschen Minen, Geschütze und Maschinengewehre als vernichtend bezeichnet, so wird auch der Orient, der die Erfolge unserer „Emden" und der anderen Schiffe unseres ostcyiatischen Kreuzergeschwaders kennt, beim guten Klang des deutschen Schwertes wiederum aufhorchen, und unsere Feinde werden von neuem gewiß werden, daß die Deutschen in der Verteidigung ihrer heiligen Rechte nimmer zagen oder erlahmen. Das Hauptinteresse bei der Kriegslage lenkt sich nach der Meldung unseres Hauptquartiers von gestern abend wieder auf die Versuche der Franzosen, den deutschen rechten Flügel zu umfassen. Au unserer Ueberraschung vernehmen wir, daß der Feind, oder vielmehr Teile seines Heeves, bis nördlich Arras, ja sogar bis westlich von Lille vorgedrungen ist. Das Städtchen Lens liegt zwischen Arras und Lille, und diese Kampslinie im Nordwesten Frankreichs erstreckt sich demnach auf etwa 50 Klmtr. Schon wird aber von der sranz. Fachkritik bemängelt, daß der Führer dieser vorgeschobenen französischen Division. General Gallieni, es unterlassen habe, den Zusammenhang mit der Hauptkraft des linken Flügels auf- rechtzuerhaltcn. Damit stimmt überein, was aus dem deutschen Hauptquartier gesagt wird: Die Deutschen haben aus der Linie Arras — Albert — Roye Gegenangriffe gemacht. Das deutsche Bestreben zielt also wohl dahin, die feindliche Linie zu durchschneiden. Wir wollen boffen, daß dies gelingt, denn es wird sich in der Tat auch darum handeln, unsere Etappcnstraße vor Belästigungen zu schützen. Es ist früher schon einmal vom deutschen Hauptquartier erklärt worden, daß die Franzosen bei ihren Umgehungsversuchen die ihnen ur Verfügung stehenden Eisenbahnen im Westen Frankreichs enutzen, und es ist anzunehmen, daß General Gallieni aus diesem Wege, also nicht durch Kamps, seinen Vorsprung gewonnen hat. Es handelt sich zweifellos um unbedeutende Kräfte, die nach dem Gelingen des deutschen Angriffes bei Albert und Roye Gefahr laufen, ausgerieben zu werden oder in Gefangenschaft zu geraten. Kühnheit und Wagemut kann man dem Feinde im Nordwesten Frankreichs keineswegs ab- sprcchen. Er nötigt uns entschieden mehr Achtung ab als die Russen, die bisher trotz ihrer zahlenmäßigen Ueberlegenheit bei allen ihren Vorstößen nur Mißerfolge und Niederlagen erlitten haben. Auch nach den vorstehenden letzten Meldungen haben sie sowohl in ihrem Vorgehen auf Suwalki und Ostpreußen, als auch bei ihren Unternehmungen in Polen und Galizien Fiasko gemacht. Opatow und Ostrowiec liegen etwa 15 Kilometer auseinander, etwa 40 Kilometer östlich von Äielce. Ter verschobene französische Angriff. WTB. /Gens, 6. Okt. (Nichtamtlich.) Der amtliche französische Schlachlbcricht vom 5. Okt., 3,20 Uhr nachmittags, hebt hervor, daß auf dem linken französischen F l ü g e l die Schlacht einen äußerst heftigen Fortgang nimmt, daß der Kampf jedoch bisher unentschieden ist. An verschiedenen Punkten inutzten die Franzosen zurückweichen und Terrain aufgeben. G e n s, 6. Okt. Der Tag des allgemeinen französischen Angriffs svnrde abermals hinausgeschoben, weil die vom französischen Generalstab zugestandenen deutschen Erfolge bei"Arras und Roye einschneidende Veränderungen des französischen linken Flügels bedingen. Die französische Fachkritik bezeichnet cs als unverständlich, daß nicht schon gestern der Zusammenhang zwischen der von Ma- naury befehligten Hauvtkraft des linken Flügels und der im Umgehungsabschnitt allzu weit vorgeschobenen Gallienischen Division hergestcllt wurde. Rotterdam, 6. Okt Der „Manchester Guardian" beurteilt die Bedeutung der Kämpfe in der Gegend von Rohe und N o y o n dahin, daß die Deutschen zwei gute Ursachen haben, bei Noyon mit äußer st er Kraft anzugreifen. Die Franzosen seien hier nicht weit von der Eisenbahn von Noyon in nördlicher Richtung nach Staventin und Maubcuge, die für die deutschen westlichen Armeen die .Hauptzufuhrlinie bilde. Aber es gäbe noch eine wichtigere Ursache für die Deutschen, westlich Noyon anzugreifen, nämlich die Durch schnei düng der Linie der Verbündeten. Diese hätte einen langen westlichen Flügel, der unweit Noyon mit ihrem Zentrum fast einen rechten Winkel bilde. Falts es den Deutschen gelänge, hier durchzubrechen, würden sic die Linie der Verbündeten durchschneiden und den westlichen Flügel zum Rückzug bringen. Dies sei wohl die hauptsächliche Erklärung für die deutsche Konzentration in Roye. Japanische Papierkleider. Genf, 6. Okt. Nach einer Meldung aus Lyon hat der dortige japanische Generalkonsul wissen lassen, daß die javanische Regierung bereit sei, den verbündeten Armeen große Mengen eines Spezialpapiers zu überlassen, dessen Fabrikation ein Geheimnis sei. Es diene zur Anfertigung warmer Kleidungs stücke für den Winter. 'Da, wie 'die französische Presse selbst hcrvorhob. die Winterausrüstung der französischen Armee zu wünschen übrig läßt, wird das Anerbieten Japan- mit großer Freude ausgenommen. Besprechungen dcö Reichskanzlers im Hauptquartier. Berlin, 6. Okt. (WTB. Aintlich.) Der Stellvertreter des Reichskanzlers und Vizepräsident des Staatsministeriums Dr. Delbrück hat sich, begleitet von dem Unterstaatssekretär der Reichskanzlei, Wahnschaffe, heute für einige Tage nach dem Großen Hauptquartier zu Besprechungen mit dem Reichskanzler begeben. Das Eiserne Kreuz. Dresden, 6. Okt. (WTB.) Amtlich wird gemeldet: Dem Prinzen Max von Sachsen, der zurzeit als Feldgeistlicher bei der 23. Infanteriedivision ist, ist vom Kaiser das Eiserne .Kreuz zweiter Klasse und vom Könige von Sachsen das Ritterkreuz erster Klasse des Albrechtsordcns mit Schwertern verliehen worden. Antwerpens letzter Widerstand. Rotterdam, 6. Okt. Der Kanonendonner dauerte in Antwerpen während des ganzen gestrigen Tages an. Die deutschen Granaten fielen bis in die Linthe und Hove und auf die Kaserne von Contich. Die Forts an der Scheibe und Reihe unterhielten das Feuer, um die Versuche der Deutschen, jene Flüsse zu passieren, cruszuhalten. Die Belgier organisieren, wenn möglich, noch eine letzte Verteidigung ihres Landes; aber es scheint dazu keine einheitliche Führung vorhanden zu sein. — Als ein Belgier in Esschen an der holländischen Grenze sah, wie 70 junge beltzische Rekruten nach Antwerpen befördert wurden, um eingekleidet und bewaffnet zu werden, sagte er mit einem Seufzer: „Es ist so entmutigend. Für jeden Deutschen, welchen wir kampfunfähig machen, gibt es zehn neue; die seine Stelle einnehmen: und dazu kämpfen unsere Truppen in Antwerpen schon seit 14 Tagen unaufhörlich." Eine englische Transportstotte im Kanal. Haag, 6. Okt. Hier ist die Nachricht eingetroffeu, dag eine große Transportflotte im Kanal gesichtet worden sei, die sich in der Richtung gegen die belgische Küste bewegt. Es scheint sich um die Landung britischerTruppen in O st e n d e zu haudeln, die dazu bestimmt sind, die belgische Armee in Antwerpen in ihren Operationen zu unterstützen. (Hoffentlich kommen die Engländer noch rechtzeitig nach Antwerpen, um die Zahl der Gefangenen sür Deutschland zu vergrößern. Die Red.) Englische Lügen und Schmähungen gegen da» Kaiserhaus. Berlin, 6. Olt. (WTB Amtlich.) In der englischest Presse ist von einem Tagesbefehl Kaiser Wilhelms berichtet, in welchem unter Ausdrücken der Verachtung gegen das englische Heer zu dessen Vernichtung aufgefordert werde. Dieser angebliche Tagesbefehl ist erfunden. — Das Reuter-Burecru schickte an das Ritzau-Bureau in Kopenhagen ein Telegramm zur Verbreitung, in welchem eine Baronin de B a t>e nach einer Meldung des „Demps" den deutschen Kronprinzen beschuldigt, auf dem Schlosse Baye bei Champaubert Kunstgegenftäiche und Kostbarkeiten geraubt und beim Verlassen des Schlosses die Bilder des Kaisers und der Kaiserin von Rußland mit Füßen getreten zu haben Diese Meldung ist eine schamlose Lüge. Der Kronprinz war nach amtlicher Feststellung niemals in dem Schlosse Bähe. Auch Truppen seines Heeres sind dorthin nicht gelangt. Auch die von französischen Blättern gemeldete Zerstörung der Besitzung des KÄsidenteu Potncar 6, Stfbccoutt in SotI>rut«i.’it, durch dir (Beutfdjcit ist eine Fabel Ribecourt lag «MerdingS an den Tagen vom 6. bis zuin 9. September im Brennpunkt von Kämpfen und wurde in Brand geschossen, aber durch französische Artillerie. Deutsches Geld in Belgien. Brüssel. 6. Oki. (Nichtamtliche Wie bereits gemeldet, besinnmt eine Berordnunq des Generalgouverneiirs für die be setzten Gebiete Belgiens die A n n a h m c p fl i ch t deutschen Geldes in Belgien und seht für die Mark einen Mindestkurs von 1,25 Franks fest. Durch die cinmarschierenden Truppen ist i'iel deutsckws Geld nach Belgien gekommen, das die Bevölkerung in Franks umnitanschen suchte, .hierdurch entstand eine starke Bachsroge nach Franks, die umso schwerer befriedigt werden konnte, als die Belgische Bativnalbank, die ilrrc Rotenpressc nach Antwerpen brachte, in Brüssel erst nach langer Zwischenzeit Boten bcransgeben konnte. Auch in Deutschland entstand eine starke Nach frage nach dem belgischen Frank, vornebmlich infolge des Bedarfs der nach Belgien ziehenden Truppen und der starken industriellen Bezüge aus Belgien. So -ergab sich die eigentümliche Folge, daß der belgische Frank der Mark gegenüber einen vorher nie erreichten Hochkurs erhielt, und dies zu einer Zeit, in der die Belgische Nationalbank in eine kritische Situation geriet. Uin bei den durch vorübergehende Momente oeranlaßten, tatsächlichen dauernden Verhältnissen aber nicht einen entsprechenden Kursstand zu regulieren, erklärte der Gencralgouverneur die Annahmepslicht der Mark in Belgien und schasste eine Mindestrelation zwischen dem Frank und der Mark, da eine feste Relation wegen der sich rasch ändernden Verhältnisse nicht angebracht erschien. Es wird somit der deutschen Industrie und dem deutschen .Handel möglich sein, ihre Bezüge aus Belgien in Mark zu bezahlen, was vor allem für Rheinland und Westfalen von großer Bedeutung ist. * . * Deutsche Hilfe in Ober-Ungarn. Ofenpest, 6. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Der Sonderberichterstatter des „Dz-Est" meldet: Der Kampf mit den eingedrungencn Russen ist noch nicht vollständig beendet. Es ist zurzeit noch nicht möglich, eingehend zn berichten, indessen kann schon gesagt werden, daß. nordwestlich bei Maramaros-Sziget und Darezkoez eine russische Kolonne znrückgeschlagen wurde. An den Gefechten haben auch inzwischen eingetroffene deutsche Streitkräfte teilgenommen. Zwischen Poleno lind AknoS machten die Russen einen lebten Versuch, unsere Reihen zu durchbrechen; sie wurden auch hier zurückgeschlagen. Unsere Truppen verfolgten die sich zurückziehcnden Russen. Es wurden viele Gefangene gemacht. Das Komitat Bereg ist von dem letzten Mann russischer Fnvasions- truppen befreit. Zur Flucht eines Unterseebootes aus Spezia. Zu der Flucht des im vorigen Falhrie von der russischen Regierung bei der italienischen Fiat-Werft in Spezia bestellten, aber aus Neutral'itätsqründ-en zurückgehalteneu Unterseebootes meldet die ,,Boss. Ztg": Der Entführer ist ein in den Diensten der Fiat-Werft stehender italienischer Marineoffizier, der 15 andere Angestellte für seinen Plan gewonnen hat und der seine leidenschaftliche Zuneigung zu Rußland und Frankreich und seine Kriegslust nie verhehlte. In einem hinterlassencn Schreiben an die Behörden verficht er die Notwendigkeit der Beteiligung Italiens an dem Kriege, die er beschleunigen will. Die Nachforschungen nach dem Unterseeboot sind bisher ergebnislos geblieben. Rom, 6. Okt. (W. B. Nachtamtlich.) Die Blätter melden, daß der Angestellte des Hauses Fiat-San Giorgio, der plötzlich mit dem Unterseeboot abfuhr, Angela Belloni heißt und Reserveleutnant der Marine ist. Wie die „Tribuna" mittcilt, wird Belloni vor ein Kriegsgericht gestellt werden, unbeschadet der strengen Bestimmungen des Strafgesetzbuches über die Reutralitätspflichten, die eine Miudeststrafc von 16 Jahren Gefängnis und den Verlust der Rechte eines italienischen Bürgers oorsehen Laurenzio. der technische Direktor der Werft Fiat- san Giorgio, bat Pressevertretern gegenüber erklärt, daß seine Firma den Schritt Bclbanis in keiner Weise billige. Belloni hat in einem Brüse an die Firma gebeten, jedes Urteil über seinen Schritt zu vertagen bis zur Ankunft des Briefes, den er im ersten Häsen, den er berühren werde, autgebcn werde. Bis dahin bitte er, ihn nicht etwa als verrückt arischen und mich nicht annelmien zu wollen, daß er im Einverständnis mit der Besatzung handle, die von nichts wisse, oder mit irgend einer Privatperson oder Behörde im In- oder Auslande. Das Geschwader von Spezia hat Befehl erhalten, sorgfältig nachdem Unterseeboot zu suchen Bach Gerüchten, die „Giornalc d'Jtalia" und „Tribuna" verzeichnen, soll das Boot den Kurs aus Bastia genommen haben, doch setzt die „Tribuna" hinzu, man glaube, daß das Boot anderswohin gebe. Rom, 6. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Der russische Botschafter teilt mit, daß das verschwundene Unterseeboot tatsächlich von Rußland bei der Werft Fiat-San Gioraio in Svezia bestellt worden sei: infolge des Kriegsausbruches ersuchte jedoch Rußland die Werft, das Boot noch zu behalten, und schließlich komme Rußland bei der von den Zeitungen berichteten Entführung des Bootes nicht in Betracht. Tie Verluste der Serben. Berlin, 6. Okt. (Priv.-Tel.) Die ,,B. Z. am Mittag" meldet aus Sofia: Bei den letzten Kämpfen östlich dev Drina sind die serbischen Schumadja- und Morawa-Divi- sionen fast vollständig ausgerieben worden. Im ganzen haben die Serben bisher 13 000 Tote und über 50 000 Verwundete. Die Aburteilung der Mörder des österreichischen Thronfolgerpaares. Wien, 6. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Das „Neue Wiener Tagblatt" meldet, daß die Schlußverhaudliingen gegen die M ö r d e r des Erzherzogs Franz Ferdinand und dessen Gemahlin am 12. Oktober beginnen werden. Außer dem Mörder Princip, der die todbringenden Schüsse abgab, sind der Bombenwerser Tschabri nowitsch, dann der Sohn des Popen Grabesch, ein Mittelschüler, sowie andere mehr oder minder an dem Attentat und den Vorbereitungen dazu beteiligte Personen angeklagt. stdach deni Abschluß der ursprünglich für den November anberanmten Verhandlung erfolgt die Aburteilung einer anderen Reihe von Verschwörern, die der Mörderschar indirekt geholfen und die serbisch« Bevölkerung anfgereizt haben. * . * Eine amerikanische Beschwerde gegen die englische Zensur. Kopenhagen, 6.Okt. (WTB. Nichtamtlich.) „Politiken" zufolge hat die amerikanische Regierung der englischen Regierung eine Klage über dieZensurierungvonTe- legrammen onA Amerika nach neutralen Ländern wie Holland und D!ä n c m a r k zugestcllt. Ganz harmlose Telegramme seien unterdrückt worden. Die Abreise des Zaren auf den Kriegsschauplatz. L o n d o n , 6. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Einer Petersburger Meldung der „Morning Post" zufolge, ist die Ab- reise des Zaren nach dem Kriegsschauplatz in Galizien in aller Stille erfolgt, nur mit kleinem Gefolge und ohnä Hosbeamte. Die Anwesenheit des Zaren auf dem Kriegsschauplätze bedeute keine Einschränkung der.Handlungsfreiheit des Oberbefehlshabers, des Großfürsten Nikolai Nikolajewitsch. Der Zar wolle nur die Truppen ermuntern und anfcuern. Ans s-tast ANS taut»« Gießen, 7. Oktober 1014. T r i» k e r »F ü r I o r ge st e l l e für Stobt und Landkreis Gießeii, Gießen Aster,veg 9. Sprechstunde jeden Donnerstag abend 6 bi- '7. Uhr. . ' Personalnachricht. Die Großhcrzogin hat am 3. Oktober d. I. dem Kulturinspektor Hch. Steinbach in Gießen den Charakter „Baurat* verliehen. ** Sie Staatsprüfung a l s Apotheker bestanden die Kandidaten: Otto Marholdt aus ildordhausen, Ewald E n g l i n g aus Fulda, Karl T i tz e l aus Gießen und Karl D o - m i n i ck aus Gießen. ** Das Eiserne Kreuz er st er Klasse erwarben sich der Kommandeur unserer 116er Oberst Schimmelfe n n i g und Hauptmami P o l y von der Maschinengewehr. Kompagnie. ** Ritter des Eisernen Kreuzes. Obersts. Eduard Kreut er (früher im Inf.-Regt. 116), Reserve- Rcgt. 30 (l. KD). — Privatdozent in der medizimsMn, Fakultät. Pros. Dr. Hübner, Schneidmeister im Fr. Mock- ichen Sägewerk Georg K l i n g e l h ö f e r aus Moischt, Oberleutnant v. Apell, Adjutant des Jägerbataillons, Feldwebel d. R. G a ß m a n n und Dr. Karl S t u ch t e y, erster Assistent am physikalischen Institut der Universität und stellvertretender Fahrtenivart des Kurhessischen Vereins für Luftfahrt, sämtlich in Marburg. — Major Lotz, Major Stehberger, Major v. Goessel, Hauptm. Staubesand, Hauptmann Trapp, Hauptmann Tente, Leutnant Külp, Leutnant Rupp, Leutnant Nehry, Leutnant d. R. Schmoll sämtlich vom JnsieRegt. l68. — Hauptmann d. R. Heinrich Fischer aus Worms, Reservist Karl Feucht aus Worms, Landwehrmann Gefreiter Ferdinand Jllert aus Mcttenheim, Offiziersstellvertreter Otto Kreitz er, Unteroff. d. R. Jakob Ziemer, Eins.-Unteroffizier d. R. Franzinann von Alzey, sämtlich vom Inf.-Regt. 118. — Oberstleutnant Stempel (jetzt Führer der 49. Res.-Brigade), die Hauptleute Wilke (Führer des 1. Batl.), v. Hu ene,Der tz,Hebold, Oberleut. Fitza u^ Oberl. d. R. Kaus, Lt. Ruppert, Adj., Oberlt. d. Res. Schmitt, Lt. Schloenbach, Lt. Berndes und Assistenzarzt d. Ri. Dr. Thurn, sämtlich im Inf.-Regt. 168. — Stabsarzt Dr. Armine cht vom Jnf.-Regt. 118 (diesem wurde auch das Hess. Sanitätskreuz verliehen). — Oberleutn. M o o tz im Jnf.-Leib-Regt. 117. — Leutnant Ernst M o r n e- w e g in der Festungs-Fernsprech-Kompagnie Nr. 1, Führer der Radio-Großstation der Festung Thorn. — Hermann Böning, Leutnant in der 1. Kompagnie des Reserve- Regiments Nr. 116. — Sanitäts-Unteroffizier Peter Freyschlag, bisher Schutzmann in Darinstadt. — Forstmeister H o f f m a n i!, Hauptm. d. L. und Assessor Hermann Hahn, Leutnant d. R. in Büdingen. — Rittmeister d R. und Kolonnenführer Heinrich Gaßner aus Mainz, Unteroff. d. R. Fr. Molthan in Mainz, Leutnant im Fnf.sRegt. Nr. 65 Köln, Kurt Böller aus Hochheim a. MI/ ** Dank unserer Landstürmer. Die e r st e K o m - vag nie unseres am Sonntag ausgerückten Landsturm-Bataillons bittet uns, der Bevölkerung der Stadt Gießen auf diesem Wege nochmals für die gewährte Gastfreundschaft und den herzlichen Abschied aufrichtigen Tank zu sagen, desgleichen den freundlichen Spendern von Liebesgaben, sowie der Direktion der Oberrealschule für die Bereitstellung von Räumen für die Komvagnicgeschäfte. ** Zweig verein Gießen vom Roten Kreuz. Man schreibt uns: Das hiesige Rote Kreuz bat infolge der großen Anzahl der in den hiesigen Lazaratten untergebrachten Verwundeten außerordentlich erhöhte laufende Ausgaben zu bestreiten, ohne daß die Einnahmen, die sich größtenteils aus freiwilligen Svcndcn zusammensetzen, gleichen Schritt damit halten. So stellten sich z. B. im Monat September die Ausgaben um etwa 3000 Mk. höher als die Einnahmen. Um nun auch weiterhin unseren verwundeten und kranken Kriegern die efforderliche Fürsorge angedeihen lassen zu können, und auch mit Rücksicht auf die stets wachsenden Anforderungen, die an das Rote Kreuz gestellt werden, ist es unbedingt erforderlich, daß alle Kreise der Gießener Bevölkerung sich anden Sammlungen beteiligen. Es wird die herzliche Bitte ausgesprochen, in die bei der Geschäftsstelle des Roten Kreuzes (Alte Klinik), bei der Mitteldeutschen Kreditbank, Bank stlr Handel und Industrie, Bezirkssparkasse und der Gcwerbebank Gießen ausliegenden Sammellisten recht zahlreich Spenden einzuzeichnen, und es sei wiederholt daraus hingeiviesen, daß auch die kleinsten Beträge mit herzlichem Tank entgegen- genommen werden. Nicht unerwähnt soll bleiben, daß die für Gießen gestifteten Beträge für die Zwecke des Roten Kreuzes in Gießen verwandt werden. ** Liebesgabentransport für die 116er im Felde. Ein Transport von Liebesgaben an wollenen Unterkleidern für die Truppen der hiesigen Garnison, die bei dem Verein eheni. 116er in großer Zahl, nebst Zigarren, Zigaretten, Cho- koladc usw. eingegangen sind, ist heute mit den Gaben des Roten Kreuzes zusammen per Auto an die Truppen abgegan- g c n. Weitere Sendungen gehen in den nächsten Tagen ab. ** Für unsere Soldaten. Die Firma I. Kann Söhne stiftete für das Regiment 116er: 500 halbe Flaschen Kognak, Rum und Hamburger Tropfen, die dem Verein ehem. 116er übermittelt wurden und demnächst an die Truppen abgehen. ** Kriegssvielzcit im Stadttheater. Durch den Umstand, daß der in Nr. 234 des „Gieß. Anz." unter der obigen Ueberschrist erschienene Artikel mit den Buchstaben O. B. signiert ist, die Annahme entstehen könnte, derselbe habe Herrn Geh. Hofrat Prot. Dr. B e h a g h e l zum Verfasser, legt dieser Wert aus die Mitteilung, daß der betresfende Aufsatz nicht aus seiner Feder stammt. ** Personalnotiz. Zu unserer gestrigen Nachricht, daß Herr Prof. Dr. Aßmann bei seinem Uebertritt in den Ruhestand Gießen znm Wohnsitz genommen habe, ist mitznteilen, daß er bei seinem Abschied den Charakter als Geheimer Ober- regierungsrat erhalten hat. Landkreis Gießen. —m. Hungen, 6. Okt. Ein schönes Beispiel von Opfer- Willigkeit gaben die hiesigen Bahnbediensteten. Bei Auszahlung ihres Gehalts am 1. Oktober veranstalteten sie eine Sammlung zum Zwecke der Bewirtung auf der Durchreise befindlicher Verwundeter, die über 200 Mark ergab. Bei der heute früh crsolgten Durchfahrt von ca. 130 verwundeten Soldaten konnte bereits ein Teil dieser Summe verwendet werden zur Ber- abrcichung von Schokolade, Zigarren usw. Kreis Alsfeld. X Unter-Seibertenrod, 6. Okt. Unter sehr zahlreicher Beteiligung wurde heute hier der fürs Vaterland gestorbene Karl Momberger zu Grabe getragen. In den letzten ' Kämpfen an der Marne traf 'ihn, „achlemt das Gefcckst schon beendigt, noch eine Kugel, die von einem Stein abprallte und ihm durch denj Hals ging. Er kam in das Lazarett nach Gießen. Die Verwundung schien anfangs nicht gffährlich, cs trat aber Blutvergiftung hinzu, der der junge Mann erlag. Er ist der einzige Sohn seiner Eltern und hinterläßt eine junge Witwe nrit einem Kirche. □ Ruppertenrod, 6. Okt. Schwere Opfer für das Vaterland mußte die hiesige Fanrilie Kümmer bringen. Jwci ihrer Söhne starl>en den Heldentod aut' Hem "Felde der Ehre. Der lungere Sohn siel gleich beim'Beginn des Krieges durch einen Schuß in die'Brust, der ältere wurde von einer Kugel ins Herz getroffen. Beide Söhne waren noch unverheiratet. Der Hauptmann meldete selbst den Eltern den Verlust und drückte ihnen sein -Beileid aus. — Die Eltern des als vermißt geltenden Heinrich Philippi I. von hier, aus der 9. Komp, des 116. Regts. haben min aus der jetzt bekannt gegebenen Verlustliste erfahren, daß, ihr Sohn den Heldentod erlitten. Er wurde mit seinen Kameraden Langohr, Sohn des Bürgermeisters von Wettsaasen, und Frank von Kestrich von einer Granate tödlich getroffen. Kreis Wetzlar. ? Erda. 6. Okt. Ten Heldentod für das Baterlanh f« Uuterossizier Hermann Dörr, Sohn des Gastwirts Dörr hierstlb» gestorben. Kreis Frievbera. FC. B a d - N a u h «i in, 6. Okt. Infolge der Krtegswin,» fällt hier dieses Jahr das K i r ch n> e I h ! e st a u S. Hessen-Nassau. s) Marburg. 6. Okt. In der gestrigen Stadtverord. ii c t e n s i tz i, n g teilte Oberbürgermeister T r o j e mit, daß gj,* treiwilligen Sammlungen für die Kriegssürsorge 47 000 Mk. ei», gegangen seien. Die städtische Sparkasse habe insgesamt, die 3tjE g h e r d i r ist einiger Schaden angerichtet worden, ohne daß dabei Menschen verunglückten. In Uluburlu wurden vier Personen getötet und fünf verletzt. _ Wetteraussichtcn in Hessen am Donnerstag, den 8. Okt. 10U r Heiter und trocken, nordöstliche Winde; in höheren Lagen Aacht- sröst«. kehle Nachrichten. Die Operationen in Russisch-Polen. Wien, 6. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird unterm 6. Oktober verlautbart: Das plötzliche Vordringen der deutschen und österreichischgrngarischen Streitkräste in Russisch-Polen scheint die Russen vollständig überrascht zu haben. Sie schoben zwär starke Kräfte ans Galizien nach Norden vor, wurden jedoch bei ihrem Versuche, die Weichsel in der Richtung Opatow zu überschreiten, von den Verbündeten über den Fluß zurückgc- w o r s e n. Unsere Truppen eroberten den russischen Brückenkopf bei Sandomir. — In Galicien rücken wir plan gemäß vor. Bei Tarnobrzeg wurde eine ruffische Jnsantenc- tnvision von nnsern Truppen geworfen. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes v. H ö f e r, Generalmajor. Ein amtlicher französischer Bericht. (WTB.) Paris, 6. -Okt. (Nichtamtlich.) Heute nachmittac wurde folgendes C o m m u n i q « e ausgegeben: Aus irnserm linken Flügel dehnt sich die Front immer mehr aus. Große..ieb bedeutende Kavallcriemassen werden aus der Umgebung von Lilly gemeldet. Sie befinden sich vor feindlichen Streitkrästen, kleine Bewegung durch die Gegend nördlich der Linie Touc- coing-Armcntisres aussiihren. Bei Arras und aus i>m rechten User der eommr bleibt die Lage sichtlich dieselbe. Zioiswa Somme und Oise gab es abwechselnd ein Bor u n d Z u r ü- ck ( Bei Saffig nt) versuchte der Feind einen starken Angriff, de scheiterte. Auf dem rechten Ufer der A i s n e nördlich von Soinow sind wir gemeinsam mit den englischen Truppen leicht vorgerückt Wir haben gleichzeitig einige Erfolge in der Gegend von Berrv au-Bac erzielt. Auf dem übrigen Teil der Front ist nicht! zu melden. In Belgien haben die belgischen Streitkräste. welw Antwerpen verteidigen, die Rüpel- und Nathelinie stark besetzt Angriffe der Deutschen daraus scheiterten. Die „Times" über das deutsche Vorgehen. iWTB.) London, 6. Okt. (Nichtamtlich.) Die „Dimes' schreibt: Die kräftigen deutschen Ooerationen zu Lande gren zen an Tollkühnheit. Die Deutschen leisten anerkennens werten Widefftand in ganz Nordfrankrcich und beschränken stc aus dem rechten Flügel keineswegs auf die Abwehr. Sie mache: große Anstrengungen, um Antwerpen zu nehmen, und ba ben einige Fottschritle gemacht. Sie drangen zugleich von Lst vreußeu her in Rußland ein, und, obwohl ihr Vormarsch nac dem Riemen in alle Winde zerstreut ist, zeugt er von ihrem Mul Sie rücken jetzt mit großen Massen in einer Front von Meilen in Südvolen gegen die russischen Armeen an der Wcily sel vor. Rur eine Nation mit fünf Millionen wasfengnibter Man ner konnte so viele Unternehmungen zu gleicher Zeit versumm Die Deutschen weisen im ganzen sehr gute Leistungen aus, ™ wenn sie nur wüßten, den Krieg anständig zu führen, so wäre sic würdige Gegner. (Notiz des WTB.: Die in den Aussübrungc der „Times" enthaltene Anerkennung der deutschen Leistung wiegt umso schwerer, als der Schlußsatz deutlich zeigt, wie wi«r willig man sie uns zollt.) Anffilhr in Aegypten. (WTB.) B e r l i ii. 7. Okt. Nach der „Deutschen Tageszeitung haben in mehreren Städten Aegyptens blutige Zusain-mc" stöbe zwischen den brittschcn Garnisonen und eingeborrne Mannschaften stattgefunden. Die letzteren l c h n t e n fick ü ",. die Verschleppung aus die ffanzösischen Schlachtfelder a» Die Köpenickiadc im Unterseeboot. ,'WDB.) Rom. 7. Okt. (NichtaiMlich.) Tie „Tribuna" i°st' ihr sei aus der französischen Botschaft erllärt worden, da» oav Ajaccio vor Anker gegangene Unterseeboot aus. alsbald der Schiffswerft, aus der es erbaut wurde, wieder f gestellt werden wird. Es bleibe nur noch die Art der Wwm erstattung zu überlegen i!), da cs sich um einen in der ^ schichte des uttcrnatwnaleir Rechts neuen Fall handele. O Ünlttgc 3 ! j ü. Ltsck. 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M. und zwar: Zlbnabmcitellc I für SanitätShiliSmtttel (Lazarrtt- bedarf) im Carlton-Hoiel am Hauvibabnhos Abnabmeftellc II für Bekleidungsstücke tHemoen, Unterhosen, Leibbinden, Strümpfe usw.i Nahrungsmittel lgule Konserven] Genutzmiitel iTabak. Zignrrenf in der sictlverireicnücn .Intendantur des 18, Armee W»>»W 5 u. Erdgelchoh rechts eingerichtet worden sind, welche dem Generalkommando Stat t b esonderer Anzeige Privatdozent Dr. JASCHKE nnd FRAU ELSBETH geb. Deiters zeigen die Geburt einer TOCHTER an Giessen, S. Oktober 1914 unterstehen. An diese Abnahmestellen nnd alle srenvilligen Gaben «nicht Geld« zu richten, gleichviel ob ste von Keretnen gesammelt oder von einzelnen Gebern gespendet werden. Gaben mit Sondcrbciiimmungen z. B. für Angehörige einer Provinz, eine Truvoengattung usiv, anzunebmcn ist nicht müaliw, derartigen Wünsche» kann nicht entsprochen werden. Bei Zusendung von Gaben nuS der Umgegend in Kisten muh Fnbaltsvcrzeichuis auigeklebt fein, das Gewicht einer Knie soll 70 Kilo nicht übersteigen, Abuahmcstelle II freiwilliger Gaben für das XVIII, Armeekorps. Komm.-Rat Robert de Neufville, 10130 1 . Frrtterlieferung für die medizinische u. chirurgische Veterinärklinik. Für die Zeit vom 1. November 1914 bis zum 30. Oktober 1915 soll die Lieferung von Heu, Stroh (Maschinen- und Honddrusch). Hafer, Weizenklcie, Weizenschale», Neis ».Hundekuchen vergeben werden. ä. Serfrt itf von Dünger Der in der Zeit vom 1. November 1914 bis zum 30. Oktober 1915 gewonnene Dünger soll nach dem Gewicht, so wie er sich in der Grube befindet, an den Meistbietenden verkauft werden, Reflektanten werden ersucht, ihre Angebote an die Unterzeichnete Direktion bis znm 20. Oktober dS. IS. einzureichen. Die Bedingungen sind auf dem BerwaltungS- bureau der Veterinärkliniken einzusehen. Gießen, am 5. Oktober 1914. 10359B Die Vcrwaltungsdircktion der Beterinärkliniken. _ Prof. Dr. G 111 e ui e r. _ 3 Zimmer j ioral PhUipp-Plotx 10 sch, km. Wob», sof, z, verm. «. Fr a nkl, Str, 29, I1I834 rs Schöne 3-Zimmer- stnung mit Zubehör 3 .,» ver m, Schützeustr. 5 H»T~ 3Zimmertvob»nng Zubehör sofort od, später oerm, Löberffr aste 0. \M 3 -St-W ohnonq Mansarden,immer, Tro- , toben, Bleichvlatz sc. fo* zu vermieten, [10377 | ,ere» Labnstraste 9 p. iiie Z-.Pm.-WohMNfl rt Mnrburoer Straste 27 'etmtieten, G807 NäbereS Bra uere i Fbring. Sich. ! .i-bnexr. 9 i 4 r-. 7 f», 1 Tr.h. l. 3-Zim,Wobn. m, all, ! beh, v, sof, zu vermfeten, Fritz Kremer. Marbnraer Str, 08, ;iiiiiiicr-Vlif»l.cm,fvä- zu verm, Schillerst!. 29, ers r. Steinstr. 2 3, 107091 rchenvlatz 23, Nenb an -Aimmerwohn. iri zu, vermiet, I. St, [10441 09 3 Zimmer, Küche und bebör vermieten, bered EoetbeffrostelftN. 2 Zimmer 52 2 Zim.-Wobn. znver- rten. Marburger Slr.00. 18' Schöne L-Zim.-Wob- ng zu v.__Nenent vcg 42. 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In er die HolzsälliingSarbeiie» sür 1915 im Lübellindrner Markwald ün Hestenl auSsübrc» ivill, bat seine Forderung schriftlich und verschlossen bis svätestenö den iS. Oktober b*. FS,, vormittags 10 Uhr hierhin einzureichen, wo auch die Bedingungen eingeiehen werden können. Grohrcchtenbach, den 3. Oktober 1914. Der Bürgermeister. 104378 Ofaerh. Kalk- u. Stein-Industrie G.m.b.H. Cutzbach lOberheseenl Der werten Kundschaft zur Nachricht, daß unser Laden 10259 Marktplatz 11 wieder eröffnet ist und wir den Betrieb wieder voll aulgenommen haben. Geschätzten Aufträgen widmen wir die peinlichste Sorgfalt und das größte Interesse. Trauersachen erledigen wir sofort. $| Färberei Holland, Marktpl.il I' k ?- h -°- n waitsra Aauahsaestclie Io Gießen, Alenstn.lt W sehr billig "IO Kaufhaus BCsatz Glessen, Bnhnhofstr. 14 10l35 a Kltiilk Koh«llli8^?Zm bebör an alleinstebende zu- verlässtge Frau oder kinderlose Leute gegen Reinigung der Bureauräume p, 1 . 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Oktober 1914. 10443 Geh. Schulrat Dr. Rausch. Von Beileidsbesuchen bitte ich abzusehen. Am 22. August starb den Heldentod fürs Vaterland mein innigst geliebter Gatte, unser guter Vater, Sohn, Schwiegersohn, Bruder, Schwager und Onkel Oskar Anacker Reserve-Unteroffizier der 9. Komp. Inf.-Regts. „Kaiser Wilhelm“ Nr. 116. Die trauernden Hinterbliebenen. I. d. N.: Anna Anacker ged. Kaus. Giessen, den 7. Oktober 1914. 07108 RR Die Todesstunde schlug zu früh, Doch Gott der Herr bestimmte sie. Auf dem Felde der Ehre starb in Frankreich am 8. Sept. den Heldentod fürs Vaterland mein innigstgeliebter herzensguter Mann, der trensorgende Vater meiner Kinder, unser guter Bruder, Schwager, Onkel und Neffe WilhelmBechthold,Zimmermstr. Unteroffizier der 7. Komp, im Landwehr-Inf.-Regt. Nr. 116. In tiefer Trauer: Frau Margarethe Beehthold und 3 Kinder. Giessen, Lannsbach, Berlin, Homberg a. Rhein, den 6. Oktober 1914. 10431 Auf dem Felde der Ehre starb in Frankreich am 17. September den Heldentod fürs Vaterland unser innigstgeliebter Sohn, Pflegesohn, Bruder, Schwager und Onkel, mein herzensguter, unvergesslicher Bräutigam Heinrich Hammel Reservist in der 12. Kompagnie Infanterie-Regts. Nr. 116 im 26. Lebensjahre. In tiefer Trauer: Familie Hammel Familie Pitsr, Margarete Schäfer Wilhelm Hahn und Kinder. Annerod, am 6. Okt. 1914. 07090 6-& Den Tod für das Vaterland starb am 15. September unser lieber Amtsgenosse Herr Dr. Ludwig Hoffinann Offizier-Stellvertreter im Landwehr-Regiment 116. Wir haben ihn während der beiden Jahre, die er an unserer Anstalt im Vorbereitungsdienste verbrachte, als einen Mann von reichem Wissen und tüchtiger pädagogischer Befähigung kennen und schätzen gelernt. Wir werden dem bescheidenen und liebenswürdigen jungen Amtsgenossen ein treues Andenken bewahren. Giessen, den 6. Oktober 1914. 1O420D Der Direktor und das Lehrerkollegium des Landgraf - Ludwigs - Gymnasiums. Am 22. September starb im Feldlazarett zu Sechault in Frankreich an seinen vor dem Feinde erhaltenen Verletzungen mein innigstgeliebter Mann, unser guter Vater, Sohn, Bruder, Schwager und Onkel, der HÖffirtnatin W. Kaufmann II. in der 7. Komp. Landwehr-Regt. 116. 10425 In großem Schmerz: Lina Kaufmann, geb. Theiß Familie Hrch. Kaufmann VII. Familie Hrch. Theiß IV. WeiterShaiu, den 4. Oktober 1914. Infolge einer am 13. September erhaltenen Verwundung starb am 2L September im Feldlazarett von Oramville den Heldentod fürs Vaterland im 22. Lebensjahr unser lieber Sohn und Bruder Ferdinand Bauer Musiker im Jns.-Regt. 55 Bieleseld. Im Namen der trauernden Htnlerblieben: Ferdinand Bauer. (Sieben (Wolkengasse 11), 7. Oktober 1914. Am 7. September starb in Frankreich den Heldentod im Kampse für® Vaierland unser unvergeblicher Sohn, Bruder, Schwager und Neffe Heinrich Bender Reservift der 10. Komp. Kaiser Alexander Gardegrenadiere, Fllsilierbatatllon im 27. Lebensjahre. In tiefer Trauer: Familie Georg Bender I Kunsttischlerei. Rodheim a. d. Bieber» im Oktober 1914. 07 Am 17. September starb den Heldentod sürS Vaterland unser lieber, unvergeblicher Sobn, Bruder, Schwager, Onkel und Neffe Gefreiter Karl Hillgärtner Gardist im ersten Hess. Inlani-Regimenl Nr. 115,5. Komp. im Alter von 22 Jahren. Die trauernden Hinterbliebenen. I. d. N.: Polizeidiener I. Hillgärtner und Frau. Keffelbach, Mainzlar. Gießen, Neu-Isenburg, Neckarau, Iowa (Amerika). mu Am 29. September starb für das Vaterland infolge schwerer Verwundung unser herzensguter Sohn, Bruder und Schwager Wilhelm Born Vizefeldwebel der Reserve in der 11. Kompagnie des Infanterie-Regiments Nr. 168 im 27. Lebensjahre. 10432 Im Namen der tieftrauernden Familien: D. Born, Gerichtsvollzieher. Giessen, Darmstadt, Bensheim, Grossen-Buseck. Verwandten, Freunden und Bekannten die schmerzliche Mitteilung, daß meine liehe Frau, unsere treusorgende Mutter, Tochter, Schwiegertochter, Schwester, Schwägerin und Tante Katharine Kröck geh. Schleenbecker im 38. Lebensjahr nach langem, mit Geduld getragenem Leiden gestern abend 10 Uhr sanft entschlafen ist. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Familie Philipp Kröck X. Familie §chieenbecker. Heuehelheim, Darmstadt, Mannheim und Essen, den 6. Oktober 1914. Die Beerdigung findet Donnerstag, nachmittags 12‘/j Uhr, vom Sterbehause Wilhelmstraße 18 aus statt. 10445 P Am 22. August starb den Heldentod fürs Vaterland unser einziger, lieber, unvergesslicher, hoffnungsvoller Sohn Heinrich Busch Inf.-Regt. „Kaiser Wilhelm“ Nr. 116,11. Komp. im 21. Lebensjahre. In tiefstem Schmerz: Familie Rusch, Gastwirt. Giessen, Homberg, Hochheide (Niederrhein), den 7. Oktober 1914. ■ 10427 Fürdie vielen Be- j weise herzlichster Teilnahme bei dem uns so schwer betroffenen Verluste unseres lieben, unvergeßlichen Soh- ! nes und Bruders sagen wir allen I herzlichen Dank. BmilikZW Heuchelheim, den 7. Oktober 1914. Fiir die tanisto eignet sich besonders me derselbe ist besonders nab hast, mit gutem Geschmc und nicht stopieud. '/, Psd. 85 Psg. Reformhan Kreurplatz 5. [1® L ♦ Fakirin 4l flüssiges Ncinigongs-Do ncrmittcl bnt Ut6 beiten bewährt für Parkett nn Linoleum. . 8 '' Adler-Drogerie Seitenweg 39, Otto Sebaa Nässer Apfelwein Kelterei Hotel Kobel Liebigstr. 9. >«