kr. 234 Zweiter Erscheint täglich mit Ausnahme beS Sonntags. Die ,,-ießener §a«illenblätter" werden dem .Anzeiger' viermal wöchentlich beigelegt, da? „Kreisblatt ffir den Kreis Sietzen" zweimal wöchentlich. Die „Lnndwirtschastltchen Seit- fragen" erscheinen monatlich zweimal. Blatt 1-4. Jahrgang Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Gberheffen vienrtag. 6. GNoder Rotationsdruck und Verlag der Brühl'lchen Universitäts - Brich- und Steiudruckerei. R. Lange, Gießen. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schrrl- straßc 7. Expedition und Verlag: e^sbl. Redaktion: eqA 112. Tel.-AdruAnzeigerGießen. König Albettr Schuld und Strafe. .Mrrtet ab, wie ich, was da kommen wird!" lief der Snig der Belgier den aiujfterfüHten Anttverpenern vorn taltone seines Schlosses zu, als die ersten Zeppekingranoten mschlugen. Ahnt König Albert nicht, was gerade sür ihn >rnrnen muß, toenn er nrit der schönen Geste eines todes- rutigen Staatsoberhaupts iin bestürmten Antwerpen crus- arrt? Hat er nicht darüber nachgedcuht, welchen Berg von ichnld er nicht nur während dieses Krieges, sondern sckzon orher häufte, und daß diese Schuld genau so gut Sühne nd Genugtuung erheischt, wie die Frankttreuruutcllcn seiner andeskinoer? Glaubwürdige Enthüllungen (der Frauk- rrter Zeitung) haben es jetzt an den Tag gebracht, wie er rtt dem Lord (Jargon sich heimlich verband, um hinter dem kücken seines Ministeriums England und den Dreiverband egen Deutschland ausAispielen Svllte König Albert diesen seit Jahr und Tag gehegten tlan leugnen wollen, so wird man ihm das ganze Hinte» istige Gespinst noch aktenmäßig Nachweisen. Er hat sich iner ganzen Reihe von Mitarbeitern und Vertrauten be« ient, die nicht leuMen können. Sein Hauptratgeber, G» ^ral Jungblout, hat oft genug aus der Schul« geplau- ert. Aber auch im Parlament bei den gegensätzlichsten Par- eien waren Helfershelfer tätig. Der belgische Parlamen« artrr Bandervelde, der wahrend des Krieges ins Mi- eksteriuni eingetreten ist, hat Anfang dieses Jahres Ausassungen veröffentlicht, in denen cs als etwas ganz Selbstverständliches behandelt wurde, daß Frankreich und Eng« and die Absicht hatten, dem Deutschen Reiche im Kriegs- alle in einer Besetzung Belgiens zuvorzukomrnen. Bander- >elde schrieb damals, nach der Abstrnrmung über die deutsche Behrvorlage vom 14. Juni 1912 hätten verschiedene Mächte natürlich Frankreich und England) dem König Mbert nahe yelogt, daß man seine Heeresmocht reicht mehr für fähig zolle. int Notfall eine Verletzung der belgischen Neutralität pl hindern, und daß man! es deshalb für airgstzeigt baltcp Deutschland zuvodckonrmen. Daraufhin mußte es M. de groqueville im Parlament gegen den Widerstand der Mehrheit durchzusetzen, daß die Krvegsstärke des belgischen Heeres etwa verdoppelt und das Heeresbudget um wenig- tens 30 Millionen jährlich erhöht wurde. Nach diesem und o vielen anderen Dokumenten steht es fest, daß König Albert -ich in voller Absicht und planmäßigem Vorgehen den Franzosen verschrieben hat, daß er sich inrnver wieder ausdrücklich einverstanden erklärte, französische Druppenmossen durch sein Gebier hiiümrch marschieren und die deutschen Grenzen überfluten zu lassen. Er mißtraute der deutschen Kraft und verschwor sich mit denen, die er für die Stärkeren hielt. Ms Kaiser Wilhelm ihm aus Mannes- und Fürsten wort die Neu tralität und den Besitzstand Belgiens zu gewährleisten versprach, lehnte König Merl dieses hochherzige Anerbieten (hochherzig schon deshalb, well seine feindseligen Hinte» gedanken bereits bekannt waren) mit einer fast verächtlichen und kränkenden Pose ab. Und dieser König ist «in Deutscher! Er entstammt von Natersseite her dem Koburger Herzogshause. Er nruß sogar mütterlicherseits als Hohcnzoller angesprochen werden. Blutsverwandte haben sich immer geholfen. Das fürstliche und das königliche Haus HohcnAollern haben sich stets geachtet und unterstützt. 1870 verzichtete der zum Thronfolger in Spanien erkorene Hoheirzollernprinz, ein naher Verwandter dieses jetzigen Bclgierkönigs, auf die angebotene Krone, weil er dem Oberhaupt des Hauses zu Dienst und Willen sein wollte. König Albert hat genau das Gegenteil getan. Er hat gegen Deutschland gearbeitet, wo er nur konnte; als wir mit den Frantzosen über Marokko und Kamerun verhandelten, ließ er in den belgischen Blättern fast täglich „Kongonotizen" erscheinen, durch die eine besondere Köngoangst der Belgier hervorgerusen werden sollte. Noch am ‘l4. November 1913 mußten die Blätter bezüglich der Absteckung der deutschen transafrikcrnischen Bahnlinien (die von Daressalam ausgeht, bei Danganika sich gabelt und einen Zweig nach Kamerun, einen anderen nach der portugiesischen Lobito-Bucht senden soll) folgendes schreiben: „So wird sich bald erne Art groß«' deutsche Heugabel bilden, an der der belgische Kongo wie ein HenbündÄ stecken wird.tt Das war durchaus in dem delttschfeindlichen, deutschhasieri- schen Sinne .König Alberts, der in der Geschichte seines Landes nicht gelesen zu haben scheint, tüü alles Elend inrrneff von Frankreich, und die Rettung und Anerkennung Belgiens als eines selbständigen Staates so oft von Preußen und Deutschland kam. Wie er, der Fürst vom deutschen Stamme, scheint leider auch die Königin, die Tochter des edlen Herzogs Karl Theodor in Bayern, zu denken und zu suhlen; sie hat es jedenfalls nicht vermocht. die Frauen), Pflicht der Fürstin zu üben, indem: sie bei chrem Gatten die Stimme des deutschen Blutes weckte. Sie hat mit jh-rem Gatten grenzenloses Elend über das belgische Voll gebracht und chre deutsche Herkunft verleugnet. Welche Sühne so viel Schuld erheischt, wird sich jetzt bald erweisen. Uns scheint dieses Fürstenpaar das Anrecht aus Thron und Herrsche» würde verwirkt zu haben. Der Reichstag im Zelde. Unser Deutscher Reichstag ist eine kriegerisch wohlaus- gebildcie Körperschaft. Denn von den 397 Reichstagsabgeord- tieten haben nicht weniger als die Hälfte gedient. Rund 180 Abgeordnete haben den bunten Rock getragen, und zwar Mitglieder aller Fraktionen. Etwa 30 Rcichstagsabgeordnete haben sogar schon den Krieg von 1870/71 mitgernachk. Mehrere von ihnen sind mit dem Eisernen Kreuz geschmückt worden. Etwa 70 Bollsboten sind Ofsiziere gewesen.^ Nun sind natürlich die meisten Abgeordneten schon in höheren Jahren, trotzdem ist unser Reichstag im Felde jetzt sehr gut vertreten. Etwa 65 derzeitige Reichstagsabgeordnete stehen unter den Waffen, zum Teil beim Feldheere als Kriegsfreiwillige, als Reservisten und Landwehrmänner, zum Teil auch bei den Etappenlinien und in den Landsturmbataillonen. Mit frohem Eifer sind auch unsere Reichstagsabgeordneten dem Rufe gefolgt, als der Kaiser rief, und alle, alle kamen, ohne Unterschied der Partei. Von den Patteien der Rechten sind viele Herren als Offiziere nn Krüge, so unter anderen die ostprenßischen Abgeordneten v. Bieberstein, Nehbel und Reck, ferner die Herren Siebenbürger, Dietrich und von W-interseldt; der frühere Reichstagsabgeordnete von Oldenburg-Januschau, der eine Zeitlang im kronprinzlichen Hauptquartier war, hat nun ein Kommando in Westpreußen. Der siühcre Reichslagsabgcord- nele Dr. Diederich Hahn ist Etappenkommandant auf dem westlichen Kriegsschauplatz. Die Reichspartei stellt den einstigen Abgeordneten v. Lübert und die Abgeordneten Hegenscheidt und v. Halem. Vom Zentrum stehen Graf Praschma, der Fürst zu Salm, Dr. Maner-Kausbeuren, Herr Düz-Konstanz und der Freiherr o. Kcrkerink unter den Fahnen. Bo» der polnisckßni Fraktion stellte sich der Abgeordnete,». Dziembowski-Pomian als Kriegsfreiwilliger. Auch sein Fraktionskollcge Sosinski ist im Kriege. Von der elsaß-lothringischen Zentrumspartei sind die Herren Hauß und Dr. Schatz ins Feld gerückt, vom Bay rischen Bauernbunde der Mgeordnctr Laux. Eine stattliche Schar von Kriegsteilnehmern stellen die N a t i o n a l l i b e r a l e n. Da ist zunächst der nationalliberale Führer Ernst Bassermann. Er ist Abteilungskommandeur einer Munitwnskolonne und wurde wegen seiner Ve» dünste vor Namur zum Major l>esördert. Der Leipziger Justizrat Dr. Junck ist als Kriegsfreiwilliger eingetreten, ebenso sein Frakttonssreimd Dr. Bollert. Auch der Abgeordnete Laser, der in Ostpreußen als Bürgermeister tätig ist, steht im Felde. Bon den Nationalliberalen sind weiter eingezogen die Abgeordneten Tboma, v. Richthoscn, Schlee, 'Schulenburg, van Calcker, List Eßlingen, Kerschbaum, ferner die früheren Reichstagsabgeordneten v, Schubert und Dr. Quarck. Auch die Fortschrittliche Volkspartei des Reichstages hat viele Mftglüdcr zu den Kämpfenden gesandt, nämlich unter anderen als Kriegssieiwilligen den Freiburger Professor und Nationalökonom v. Schulze-Gävernitz, außerdem die Abgeordneten Professor Neumanw-Hoser, Siehr, Hähnle, Gunßer, Bruckhofs, Dr. Blunck, Röser, Dr. Haas, Strnve. Der Abgeordnete Fegter stellt nicht weniger als fünf Sühne. Die Sozialdernokratensind mit etwa 25 Abgeordneten vertreten. Als Kriegsfreiwilliger meldete sich von ihnen als einer der ersün der Abgeordnete Ludwig Frank, der im Kampfe gegen die Franzosen fiel Als Kriegsfreiwilliger ist auch der Benjamin des Reichstages Wendel bei den deutschen Heeren. Ferner stehen unter den Waffen die sozialdemokratischen Abgeordneten Wels, Davidsohn, Kraetzig, Cohn-Nord- hausen, Schulz-Erfurt, Schmidt-Meißen, Dr. Lensch, Hasenzahl. Ihrer Einberufung sehen noch entgegen Dr. Karl Liebknecht und Dr. Südekum. Diese Liste kann natürlich nicht ganz vollständig sein, da viele Abgeordnete noch auf ihre Einziehung zun, Landsturm warten. Wer schon jetzt zeigt es sich, daß alle Parteien im Felde stattlich vertreten sind, daß der Reichstag einen guten Teil zu den Baürlandskämpfern stellt. Andere Wgeordnete sind leider bereits in Feindeshand geraten. So wurde der fortschrittliche Abgeordnete Dr. Ablaß ans Hirschberg in Schlesien auf einer Geschäftsreise in Petersburg festgencmrmen. Der Alterspräsident des Reichstages, der polnische Führer Fürst Radziwill, wird von den Russen in Polen festgehalten. Der sozialdemokratische Abgeordnete Dr. Weill siegt in Plaris in einem Sanatorium. Zum Schluß seien ein paar unwürdige Bollsboten erwähnt, der Vaterlandsverräter und frühere elsaß-lothringische Abgeordnete Wetterls und sein Freund Blumenthal, die aus Deutschland geflohen sind und sich nicht scheuen, von Frankreich ans Deutschland zu beschimpfen. Das Urteil der Geschichte ist über sie gefällt. Lttrche und Schule. Rom, 5. Okt. .Osservatore Romano" meldet, daß der Kardinal staats lekretär flerrate außer Gefahr und bereits fast vollständig wieder hergestellt ist. Au» Stadt und Land. Gießen, 6. Oktober 1914. Kriegsspielzeit im Stadttheater. Die Stadtverordneten haben in ihrer letzten Sitzung den Beschluß gefaßt, dem hiesigen Stadttheater durch eine Reihe von Vergünstigungen die Möglichkeit zu schaffen, trotz der schwü- rigen Verhältnisse am 1. November den Spielbetrieb aus;unehmen. Theaterbanvevcin und Direktion des Stadt- theaiers sind daraufhin mit einem Aufruf zum Abonnement an die Bürgerschaft herangetreten. lieber den möglichen Erfolg dieses Appells an Kunst- und Gemeinsinn ist natürlich einstweilen nichts zu sagen, bei der ungewöhnlichen Lage der Tinge aber dürste es sich lohnen, sich über die Grundlagen des Ausrufes, namentlich über diejenigen ethischer Natur, klar zu werden, zumal von der richtigen Einschätzung eben dieses ethischen Moments nicht zu unteffchätzend« kommunale und soziale Interessen abhängig sind. Man begegnet bei der Beurteilung der Theaterftage ziemlich häufig der Ansicht, daß zwischen Krieg und Theater unvereinbare Gegensätze bestehen Viele bezeichnen es als leichffettig und dem Ernste der Zeit direkt znwiderlanfend, wenn man daheim seinem Vergnügen nachgehr, während draußen Millionen dem Tode ins Antlitz sahen und um die Geschicke der Nation kämpften. Es sei unmoralisch, sich vom Rampenlicht die düsteren Stunden des Krieges erhellen zu lassen. In den Kopsen derer, die so sprechen und sich der Not der Zeit nur anznvassen glauben, wenn sie mit gesenktem Blick, gefurchter Stirn und allzeit tränen- bereit das Dasein eines indffchcn Büßers leben, sind die Bo» stellungen vom Wette des Theaters nie lebendig gewesen. Ihnen war das Theater nicht mehr und nicht weniger als der Ott, wo man die Stunden zwischen dem Abendessen und dem Schlafengehen möglichst kurzweilig verbringt und^ nebenbei mit einer neuen Toüttte aus dem ttaditionellen Abonnement für dü bürgerliche Reputation sorgt. „Wir lernen in diesen Tagen um," hött man so oft sagen. Es kann nicht schiden, wenn man dieses llmlernen eine kürze Weile aut die landlänsigrn Ideen vom Theater verwenden wollte: Wenn man sich llar zu machen versuchte, daß dem Theater nicht nur unterhaltende Aufgaben zukommen, sondern daß ihm auch kulturelle Werte innewohnen, von deren Qualität man sich sehr wohl Maße für den Stand einer Ncitün holen kann. Es ist zweckmäßig, sich zunächst einmal zu vergegenwärtigen, daß nichts falscher ist, als den Krieg schlechthin als den größten aller Gräuel, dü schrecklichsle Plage der Aten schon erde zu bezeichnen. Wenn Stuck den Ktteg matt, wie er über ein Feld voll zerfleischter Leichen reiüt, wenn Lübermann llzn mit kaltem Hahn, das bloße Schwert nachlässig wiegend, der Vernichtung eines stüchcndsr Heeres zuschaucn läßt, und Weresffchagin eine Pyramide bleichender Schädel zum Svnibol des Krieges macht, dann vergessen alle, daß der Ktteg eine Ivrm des Riesenkampses ist. der die ganze Natur erfüllt, eines Kampsts, dessen Erlösckien Ubopie ist, der aber zur sörtschrritlichcn Entwicklung der Menschhert notwendiger fast als das Dasein ist. Sie vergessen, daß der Krieg die edelsten menschlichen Tugenden züchttt: Mul, Tapferkeit, Ausovserungsfähigkeit, Glauben, und daß noch nü eine Natwn wahrhaft groß geworden ifc wenn ihr nicht dos Säyoert als Zierde der Besten goll. Das alles belegt die Geschichte mir so irnzähligen Beweisen, daß man sich bei einer E» hünung des Gesagten nicht anfznhalün braucht, ljnd düse Tatsachen müssen den einzelnen bei der Beurteilung des gegenwärtigen Bölkerringens über die individualistische Anssas- sung herausheben, müssen ihm zeigen, daß die Trauer zum Egoismus, lörpcttiches und geistiges Kopfhängettmn zur Schuld werden kann. Einzig die Betrachtung des Krieges vom Standpunkte des übergeordneten Jnüreffes des Volksganzen verleiht die Haltung und Würde, deren wir in tn.es e» Zewen bedürfen. Stellen sich diese Würde und düse Haltung des Einzelnen vor die Pforün unserer Theater? Auch wenn das Dolkscmpsinden unserer letzten Wochen der Parffer Schwmrklckcratnr nicht den Weg über dü Grenze gewiesen lütte, brauchte man nicht zu bttonen, daß sie und ähnliche Miß- gebutten der Salonästlzetik heute irnd immerdar von deutschen Bühnen verbannt sein müssen, daß in der jetzigen Zett der Theate» zettel nur dü Werke unserer Besten verbinden darf. Unter solchen Umständen aber beanspruchen folgende Erwägungen Gültig keck: Das Theaür ist der fähigste Gestalter der Menschensecle und dannt dü Kunst in ihrer höchsten Machtsnllr. Wer will der Kunst entraten? Das Theater ist die Kunst der OeffenÜichkett. Es kann als Masieriwirkimg zu allem werden, zum Parlament, zur Kirche, zum Bacchanal: Bei cmer Sch illerau fführmrg in Berlin begannen die Kriegsdemonslratwneil gegen fstapoleoii I. — Das Theater erzieht zum Stil, zur großen Linie. Und dü haben gerat»' wir Deutschen, deren Unsttliiietthoit sprichwörtlich ist, nötig: Können wir unsere weltgeschichtliche Mission erstllleu, ehe es einen imponierenden deutschen Lebensstil gibt? Können wir eher eine erfolgreiche Germanisierung betrübÄr? Wir sollen unsere" Innerlichkeit nicht ausgeben, aber wenn wir aus ihr ein Weltgitt moäzen wollen, daun muß sic sich Mitteilen und entfalten können. Und das Theater kann hür als Erzühungsfaktor gelten. — Wir sind nicht alle zum individuellen Heldentum berufen. Warum sollen aber die, einschlägigen Affekte der Masse nicht gerade in Kriegszeiten rm Theater ihre adelnde Befreiung effahren? — Das Theater ist eine nwralrsche Anstalt: Drama heißt dock? Handlung; und die Aioral unserer wirllicben Dramen spricht mit Dpmre» wottcn zum handelnden Willen. Wenn der Feind nrit allen Mitteln in den Willen der Natton Bresche legen möchte, kann da der Einzelne den moralischen Willen entbehren? — llnd wenn man düsen Gedanken nicht ihr Gewicht lassen loill: Wie manchem Trauernden und Bedrückten tut 1s not, sich von den dunklen Seiten der Zeit eine Welle zu abstrahieren und sich' in ein« bessere Welt veffetzen M lassen, die sich inü beglückender Klarhett vom zerttsseuen Bild des Xagr? abhebt? (Die echte Knust veredelt, indem sie vom Niedrigen, ZufMigen, Ehy^nen ins Erhabene, Notwendige, Topische erhebt. AbffKut genonrnren, kann sich also vom Theater dispensieren, wer ehre sotche Erhebung nicht nötig zu haben glaubt. Wo tft er aber? Und so ließen sich der Gründe, dü zwischen Krieg und Theater Bande schlingen, noch manche ireunen. Wer ins Parkett odsi: att-Regt 25 aus Darmstadt. — Gesr. Heinrich Gunkel mann, Inf-Regt 115 aus Hergershausen. — Unterofs. Balensin Hebermehl. Landw.-Jnf.-Regt 116 aus Crumstadt. — Landweh Warf W>nprrr. 3toi-9tc0t 1*6 erau. — Serg. Hans Saedtl e r, Jns.-Regt. 8, aus Wiesbaden. — Unteross. d. R. Roben von Pelcke, Jns.-Regt. 80 aus Dausenau, — Freiw Kraftwagens iihrer cand. >nr. Jos. Übrig aus Biebrich — Res. und ArMtekt Leo Hö tze l aus Wiesbaden. — Res. Friedrick, Hamprecht, Jns.-Regt. 80 aus Wiesbaden. — Lberlt. und Komp.-Führer Gerhard Worgeck aus FmnksuN a. M. — Untenoss. d. R. Anton Kauth, Jns.-Regt. 81 aus Fr-nckchrt a. M. Perwmüxle des Jnf.-Regts. Nr. 168 aus Obersirssen. Serg. Karl Diehlmann, Unterschmirtcn. Kr. Büdingen, schv. — Musk. Friedrich Reuter, Romrod, Kr. Alsseld, schv. — Musk. Ernst Bender, Griedel, Kr. Friedberg, schv. — Gesr. Karl Lust, Bermutshain, Kr. Lauterbach. vm. — Musk. Heinrich Schmidt I., Rainrod, Kr. Msscld, schv. — Musk. Gustav Schäfer, Büdesheim, Kr. Friedberg, lv. — Res. Karl Kunz, Ober-Erlenbach, Kr. Friedberg, vm. — Minsk. Karl Stein, Rudingslxrin, Kr. Schotten, vw. — Vizeseldw. Wilhelm Diegel, Groß-Felda, Kr. Msscld, lv. — Musk. Hermann Jklcr, Vilbel, Kr. Friedberg, tot. — Einj.-Frcrw. Unteross. Hans Thcis, Britzbach, Kr. Friedberg, schv. — Musk. Konrad Heinz, Nieder-Weisel, Kr. Friedberg, schv. — Musk. Otto Rüht, Grünüerg, Kr. Gießen, lv. — Unteross. Louis Deibel, Slauieuberg, Lr. Gießen, tot. ** Von ked^ndttvn utriy tvielt 116ertt. Was ter deutsche Soldat aus dem Schützengräben oder am flackernden Wachtfeuer tn diesen Dayen seinen Lieben in der fernen Heimat schreibt, das darf man gottlob später einmal heranziehen und der Welt bekanntgeb'en, wenn es gilt, zu bewei,en, wo in diesem Kriege menschliches Fühlen und innere Kultur Kr finden waren. Die würdelose Presse nnserer Widersacher,, ratlos, wie sie den kommenden Zusammenbruch verbergen soll, muß die Instinkte der Massen vvm der Schuld ihrer Führer gewaltsam ablenken und hält ihren Lesern das Phantom deutschen Barbarentums in immer neuer Aufmachung vor. Wüßten diese Leser, welche Gedanken aus deutschen .Feldpostbriefen sprechen, Rhmten T* c sehen, welch heiße Liebe zu Heimat und Familie, welch tiefes Mitleid mit dem furchtbaren Elend der irregeleiteten Bevölkerung in Feindesland, welch ein Berständrtis für die hohen Ziele des Riesenkampses, welch eine ans Herz fassende Unterordnung unter den Willen des Höchsten aus den Zeilen des einfachsten Musketiers wie des Gelehrten im feldgrauen Rock sprechen: Sie würden den Geschichtsfälschern weniger Glauben schenken. Bor uns liegen Postkarten aus Frankreich, eng beschriebene Matter aus einem Notizbuch, zerknitterte Briefbogen, alle mit den sichtbaren Zeichen, daß der Schreiber über Form und Inhalt seiner Briese nicht lange am Schreibtisch nach denken konnte. Geschrieben, wo der Absender ging und stand, so traten die verschmutzten Blätter ihre Reise an. Wir wollen aus chnen ein paar Stellen wiedergeben, die einiges von dem erzählen, was unsere 116er taten, und beweisen, daß deutsches Wesen, an dem ja nach dem Dichterwort oie Welt genesen soll, verdient, wieder und wieder genannt zu werden, wenn ringsum Verleumdung und Lüge statt ehrlicher Waffen gebraucht werden. Bon M>ei Brüdern, 116ern, einem, den schon Frankreichs Erde deckt, und einem, der noch kämpfen darf, rühren die folgenden Zeilen, die zunächst die Feuertaufe der 116er schildern. Heute endlich sollen wir hie Feuertaufe erhalten, und wie schrecklich ist sie ausgefallen. Wir marschieren morgens ab in der Richtung auf tüL und kommen an einem großen; Hospital vorbei, das doch so bald überfüllt sein wird. Die Division marschiert aus und das Regiment wird in vorderer Linie eingesetzt. Unser Bataillon am reckten Flügel, 8. und 7. Kompagnie in vorderster Linie. Erst wird noch schnell gegessen, und lo§ geht cs. Wir M-rrschieren im Bogen nach links, überschreiten einen kleinen Bach und klimnieu den steilen 4lh- hang hinauf Tie Spitze unter Leutnant H. geht vor und erhält ganz plötzlich Feuer, fei. (bet Bruder des Schreibers, schiebt im Marsch-Marsch den Rest des 1. Halbzuges ein, und ich bringe noch zwei Gruppen des 2. Halbzuges mit nach vorne. Hei, wie pfeifen die Geschosse und dann ein scharfer Knall: der Anfsrhkag, vor mir liegt der erste Verwundele Wik sind noch nicht iu der vordersten Linie drin, da bläst es Seitengewehr pflanzt auf. Nun aber los und drauf, mü Hurra geht es gegen den Franzmann und ein paar Schritts vor uns springt er auf und läuft weg, wir immer hinterdrein bis zum Waldrand. Was von Franzosen in erster Stellung lag, ist tot oder schwer verwundet. Vor dem Walde ist ein Graben, in diesem nahmen wir Stellung irnd zn imserem Glück Denn was hinter uns ist, feuert nun alles auf den Wald, vor dem wir liegen, und gleichzeitig erhalten wir französisch«« Flankenseuer. Die .Kugeln Weiten nur so durch die Luft. Es ist ganz furchtbar, im Kugelregen zu liegen und sich nicht verteidigen können. Dann wird der Wald gesäubert und ich gerate unter die 115 er, und wir nehmen am Waldrand links Stellung. Vom Feinde sehen nur überhaup! nichts, nur erhalten wir von vorne, links und von hinten Feuer. Daraus wird am linken Flügel ein Haken gelegt und wir verteidigen uns nach zwei Fronten. Nach ungefähr zwei Stunden wird alles nackt rechts gefummelt und es geht vor aus einen ungefähr l00 Meter vor uns liegenden Berg. In Schützenlinie geht es vor. dabei wird eine Fahne erbeutet Oben an gekommen, können! wir nidtt mehr weiter, da lbeks von Uns 115. M.-G.-K. in Stellung liegen und reckchs von uns srauzösisck>es Masckstnenge- welirseuer ist. Wir bleiben so lange liegen, bis das Signal: 2. Bataillon sammeln ertönt. Von überall kommen die Versprengten an, Bertoundete werden von .Kameraden Izcrbeigeschleppt, es ist ein trauriger 'Anblick. Am Sammelplatz ist mein Erstes, nach H. zu tuchen, und finde ihn, wie er mit ein paar Mann von nnserer Mmpagnie ankonimt und soeben mit .Hauptmann P. von den 115ent eine französische Batterie genommen hat. Wir umarmen uns und begrüßen uns auss herzlichste. Dann liegen die Kompagnien geschlossen am Boden. Aber nur noch die Hälfte ist da. — Ein ergreifender Augenblick ist es, als ein Mann das Lick „Nun danket alle Gott" anstinrmte und alles leise mit einstimmte. — Daun geht es in langsamem Marsche zurück in das nächste Dorf. Es ist Nacht. Bon rechrs und von links jammern die Verwundeten und schreien um Hilfe. Was noch zu tragen ist, nehmen wir mit. Aber nur langsam kommen wir vorwärts. Der ganze Zug ist ein trauriges Bild. Wir kommen glücklich an. Iu dem Ort ist eine Sanitatskompagnie in fieberhafter Tätigkeit. Die ganze Nacht werden Verwundete herbeigebracku und verbunden. Wir rücken in ein verschanztes Lager «in, das die früher Angekom- mcnen errichtet haben, und schlafen auf blanker Erde. Aber die Erregntig läßt einen Nicht einschlasen. Die ganze Nacht hört man das Meisen Und Platzen der Geschosse, aber auch das Stöhnen und Aechzen der Verwundeten. Der in der Erzählung mehrfach erwähnte Bruder H. schreibt vom gleichen Gefecht: Gestern haben wir die Feuertaufe erhalten. Wir halben von mittags 11 Uhr bis abends 8 Uhr dauernd im feindlichen Feuer gekegen und haben ganz furchtbare Verluste da- vongetragcn Ich habe, mit einem .Hauptmann von den 115ern eine feindliche Batterie genommen. Dieses sind die ersten sechs erbeuteten Geschütze für uns Hessen. Die folgenden Briefe und Nachrichten der beiden Brüder lassen namentlich ihr herzliches Einvernehmen erkennen und erzählen in bunter Folge von den Erlebnissen der schweren Tage und Kümpfen der 116er. Dann hören di« Nachrichten des Einen aus: das Svldatengeschick hat sich an ihm erfüllst und der Bruder muß nach Hanse berichten: Heute ersahre ich erst, datz die Bemmndteng tätlich verlausen rst Dn muht Dich mit den anderen trösten. Es ist nun einmal vorbestimmt, wer fällt. Hoffentlich ist er nicht umsonst gefallen, denn wsenn Du dos Elend hier herum siehst, so hast Du gar keinen Sinn mehr für etwas anderes. Ganz« Dörfer werden angesteckt, die Leute verlassen ihr Dorf, alles ist öde. Die Sachen» die H. noch im Besitz hatte, habe ich erhalten und werde sie sobald als möglich schicken. Und weiter: Wie hast Du die schreckliche Nachricht ertragen? Lieb« Mutter, nimm es Nur nicht so schwer und denke an die Bielen, die jetzt fern vom Schlachtengetümmel ihre letzte Ruhe haben und nicht mehr die täglichen Sorgen ertragen müssen. Denke immer, ihm ist wohl, er hat als tapfer» Krieger gekämpft und hat unserem Namen nur Ehre gemacht. Denke Dir, er hat es noch erleben dürfen, daß er das Eiserne Kreuz erhalten sollte: welch hoher Lohn für feine Taten. Nun liebes Mütterchen, nimm allen Mut zusammen, denn wenn ich nach Hause kommen sollte, was Gott uns geben möchte, wird hof- femlich noch alles gut Du hast doch bis jetzt noch einen Sohn und wieviele Mütter beweineir den Tod aller ihrer Lieben. Wieder in einem andern Brief schreibt der eine Bruder: Denn denke, jeder tote Franzose hat vielleicht auch eine Mutter zu Hause, oder eine ilm liebende Braut oder Frau und Kinder, die später in Tränen und Kummer auf ihn lauern werden. Wahr ist es ja, wir kämpfen um Unsere heilige Sache, und wer fällt, hat hoffentlich sein Mut nicht umsonst vergossen. Ruhig könnte man jederzeit sterben, wenn man nur wüßte, ob auch zu Hause damit erspart bliebe, was hier den Zurückgebliebenen znstößi. Soldatenbriese! Auch aus ihnen wird später die Geschichte die Wahrheit erkennen. Liegt nichü in den schlichten Worten ein ganz anderes Denken und Fühlen für das, was 'ich auf den Schlachtfeldern Europas jetzt doklzieht, cils in den hohlen Phrasen, ruit denen unsere Feinde ihr unrühmliches Dun begleiten? Hier die ohnmächtige großsprecherische Berständnislosigkell für die furchtbaren Zeitlänie, dort jenes Heldentum, das nur aus Recht und sittlicher Kraft entspringt. Und deshalb sind Feldpostbriefe gar so oft mehr als Briefe chlechthin: Sind Antworten auf Fragen, die Dod und Ehre ttllen, und die wahr sein müssensk **RitterdesEisernen Kreuzes. Leutn. d. Res. Moreit (Walter), Leutn. d. Res. Morell (Ernst), beide im Fnf.-Megt. 115; Leutn. d. Res. Hermann Böning im Lcmdwehr-Jnf.-Regt. 116; Mexander und Georg Becker aus kDarmstädt; Dr. Becker, Haupttn. d. Res. im Ins. Regt. >115; Stabsarzt Dr. W«e, Jus.-«Regt. 117 aus Wetzlar: Drag. Hans Hardt, Drag.-Regt. 5 in Wetzlar; Feldw. Wilh. Wiederfpan, Jns.-Regt. 80 aus Burgsolms: Otto Dyckerhoff, Mltmeister b. Res. im 23. Garde-Drag!.- Regt., (Eduard Dtzckerhoff, Oberleutu. d. Res. im Ol- denburgischen Drag.-Regt. ist, aus Mainz-Amöneburg; Regi- meutsadjuiant des Füsilier-Regts. v. Gersdorff (Kurhess.) Nr. 80; Oberleutu. v. He er in g e n und Oberleutu. Mu h l vom Jns.-Regt. 118 in Worms; Oberleutn. Kurt Her sing, Kompagniefiihrer im Res-Inf -Rgt. 118; Leuttr. d. Res. beim 115. Jns.-Regt. Adolf Riechmann; Bizeseldw d. Res. Dp. Paul Mbert aus Wiesbaden; Offizierstellvertr. im Res.- Jsts.-Regt. 118, Umbach, Steueranfseher in Groß- Gerau; Generaloberarzt Dr. Ehertz, lange Jahre Stabsarzt im Jns.-Regt. 118; Leutn. d. Res. Grohrock vom Jns.-Regt. 118; Unterofsz. d. Res. Georg Trümmer vom Jns.-Regt. 118; Wachtmeister Aug. Trabert von der 5. Batt. des 63. Feldart.-Regts. in Mainz-Kastel; Erich Bett er, Gesr. im Jns.-Regt. 117; General der Jnsirnierie v. sMudra, früher in Mainz, Wrzeil General des 16. Armeekorps (1. u. 2. ffif.); Haupttnann und Kompagniesichrer d. Res.-Jnf.-Regts. 80, Kaumänns; Bizeseldw. Jo!^. Götz, Jns.-Regt. 116; Landwehrm. Heinr. Holler, Jns.- Regt. 116 aus Ober-Hörgern; Leutn. d. Res.'Franz Schäfer , Jns.-Megt. 116 aus Büdingen; Leutn. Kurt Windecker, Mrt.-Regt. 9 aus Friedberg; Res. Joh. Baß- huiseu «rus Bad-Nauheim; Mzefeldw. Ger big, Jns.- Regt. 115 und Bizenmchtm. Ger big, Feld.-Art.-Regt. 63 ans Maar. " Aus dem Preußischen Staatsdienst. Der bisherige, in weiteren Kreisen bekannte Direktor deS König!. Preußischen Atzronautischen Observatoriums in Lindenberg, Kr. Beeskow, Geheimer RegiernngSrat Prof. Or. rosck. et phil. Richard Aßmann, der seit Ende April nach Gießen beurlaubt war, ist am 1. Oktober auS dem Staatsdienst geschieden und hat den erbetenen Abschied unter Verleihung des Charakters als Geheimer Regierungsrat mit dem Range eines Rate? 2. Klasse erhalten. Als RuhestandS- mohnsitz hat er Gießen gewählt. ** Frei-Kursus. Der hiesige Gabelsberger- cheStenographen-Verein von 1861 und der Da- men-Verein „Gabelsberger" haben die Einrichtung gelrossen, Söhne und Töchter, deren Väter im Felde stehen, kostenlos in Stenographie auszubilden. Da voraussichtlich nach dem Krieg Handel und Industrie einen großen Aufschwung erfahren werden, wird eine lebhafte Nachfrage nach tstrhsigen Geschäst^steno««ftche» zu erwarte« fei». Wj Vielter auf die günstige Gelegenheit, sich die Kcwnttns der schrift anzueignen, lnngewlejen. Der Kursus lEgiuutjüI Mittwoch, abends 87« Uhr. in bet Stadlkiiabeuschule, 5 ^ Anlage. " Berichtigung der Bertwstllst«. Gefreiter d. Jt* Ernst Fra», aus Gießen nicht tot, soodern. verwundet; er b«»,^ sich in der Gießen» Frauentlinik. Landkreis Gießen. X Großen-Linden, 5. Oft. Ans der Jungdentschlg»^, arupp« unseres Turnvereins hat sich ein« I» n q w e hrv^7 über 40 'Mitgliedern gebildet. Sonntag nachmittag fanb imjz Leitung von Haupilehrer Bach eine Uebung im Gelände siatt.^ O Beuern, E>. Oft. Heinrich Anton Kehr, 80(111 i«, Totengräbers Kehr, hat dar Eiserne Kreuz erhalten. ^ O Burkhardsfelden, 4. Oft Die Fürsorge li-, unsere Verwundeten ist allenthalben lobend. S, sg^. melten z«vei Landwirte von hi» bei Mitbürgern 50 Zwetlch»,! »nd andere Kuchen und einen schweren Wagen voll KarlossÄn tn>ü Gemüse und bracht« diese Spende nach Gießen für die BvnamUtt* Krieger. Starkenlmrg und Rheinhesien. nt. Ossenbach, 4. Okt. Me städtische Sitre'«?,. fürsorge, die bisher weit über 100 000 Mk. erfordert 5 »», deren Kosten aber bisher in der Hauptsache von den sre w tilgen Spenden gedeckt werden konnten, wird jetzt eine weiter« starke Belastung erfahren, die in der Hauptsache durch dü Uebernahme eines Dekles der Mietsbeträge hervorgerusrn wird. In dringenden Fällen der Not sind den BeMrsti»» bereits Geldbettägx für Miet^ahlungen durch die Kn«K. fürsorge ausgehändigt worden. Die Stadt will hier dem großen Mietselend dadurch steuern, daß sie einen Dil der Mieten übernehmen will, und zwar sollen die MietsdettL» bis zn einem Drittel unter sKzraussetznng der ZahIunK, Unmöglichkeit des betreffenden Mieters durch die Kriegs^, sorge nur dann gelcüstet werden, wenn der Vermieter auf den dritten Teil der bisherigen Miete Verzicht leistet. Ebeusq soll nunmehr den in große Not geratenen FamMen Schuh, werk verabreicht werden. Durch all diese Fürsorgemaßnah. men sind erhebliche Mittel notwendig; die Stadt Ossenbach hatte bekanntlich für die Kriegsnrttersüchungen vorerst eine halbe Million bewilligt, die bereits in Angriff gen^ . men werden mußte. Kreis Wetzlar. (-) Lützellinden, 4. Okt. Ti« Sammlung für di« Notleidenden tn O st preußen ergab in uns«» Gem^ude. 192,85 Mk,, im nahen Hörnsheim 85 Mark. X Launsbach, 4. Oft. Den Heldentod für da« Satedm* starben die Brüder B e ch t h 0 l d. Hessen-Nassau. F. C. Niederzwehren, 4. Oft. Die größte« Krieg», gcfangenenlager in der Provinz Hesien-Nassau sind bezw. werden in Niederzwehren in Niederheffen und bei Limburg a. L nach Dietkirchen hin errichtet. Das erstere wird 20000, das letztere 10000 Kttegsgefangene, und zwar Franzosen, Engländer, Russen und Belgier aufnehmen. Gestern und vorgestern sind bereits 6000 unverwnndete Kriegsgefangene in 10 Sonderzügen via Osteßcn auf Statwn Oberzwehren eingettvffen und in das Ktiegsgrs genenlager nach Niederzwehren übersühtt worden. Es waren vornehmlich französische Kriegsgesangene, darunter Turkos und Zu, aven, 100 englische sowie 300 belgische Zivllistsr und belgische Rekruten. UMer den englischen Gefangenen besindet sich ein Schloss», gkbürtig aus Niederzwehren, der im Alt« von 14 Jahren nach England ausgewandett, vor kurzem sich für die englische Armee hat amverben lassen und nun aus so ttagische Art in seine Heimat wred» gelangt ist Im Gefangenen-Lag» bei Limburg w»den Ende dieses Monats die Gesangenentransporte einttcffen. Für die beiden Lag» weiden zur Berstöndigung mit den Kriegsgefangenen zahlreiche Dolmetsch» ans d« Bwöllmmg gesucht. vanvel. Don der deutschen Znckerindnftrie. Berlin, 4. Okt. (WTB.) Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt über die Maßnahmen im Interesse der deutschen Zuckerindustrie: Zwei»lei kommt in Bettacht. Ihr sind durch das Ausfuhrverb 0 t die Wege nach dem Auslände abgeschnitten, mindestens be- hindett, sodann tritt ihre Aufgabe, d» Versorgung des heimischen Nahrungs- und Futtermittclmarktes zu dienen, während des Krieges und für die nächste Zeit nach dem .«Riege besonders in dm Bord»grund. Das alsbald nach dem Kriegsausbruch erlassene Ausfiihrv»bot für Zuck» war.,umsv notwendig», als rcgcl- wäßig nahezu acht Zehntel der deutschen Zuckerausfuhr nach England gehen, irnd v»hiudett w»den mußte, daß wir die Feinde mit einem wichtigen Nahrungsmittel vmorgen. Das Ausfuhrv»bot b^weckte, die Engländer wirtschaftüch zu schädigen und »reichte dieses durchaus; in England stieg der Znckerpreis bis aus das Doppelte. Andererseits erwuchsen den inländischen Zuckerinttressenten naturgemüß; Schwierigkeiten. Ans der alten Kampagne sind noch ziemlich er»! liebliche Vorräte lagernd, und eine recht gute Zuckerrüdenernle I steht bevor, so daß ein lidermäßiges, unwittschasilichcs Au- ■ wachsen der Bestände zu befürchten war. Zur Lösung d» Schwierigkeiten war geplant, das durch gesetzlickie Maßnahmen in absehbar» Zeit nicht Absetzbare Zuckwgucmttrm dem Konsum zu- iückznhalttn, die Lomdardrerung zn »leichtern und lediglich ein beschränftcs Quantum zur Ausfuhr sieizugeben. Dies rief besonders in Handels- und Kousiimentenkreisen übhaste Bedenken hervor. D» zweite Plan rechnet mit ein« leichteren .Handhabung d» Ausfiihrdeschränkungeu. Schließlich erschien es als die zweckdienlichste Lösung, das Ausfuhrv»bot für Zuck» als solches zwar auftechtzu»halicn, ttotzdem aber durch eine für jede Einzelsendung nackzusuchende Erlaubnis ein Quantum zur Ausfu hr freizugeben, welches den Bedarf d» neutralen Land» in der bisherigen Höhe befriedigt imd unserer Jridusttie den erwünschten Absatz laßt, soweü dies ohne Schädigung der Interessen des Inlandsbedarfs intögtich ersckieint. Im vorigen Bettrebsjahre hatte Deutschland ein« Zii.ckngen>inmwg von rund 27 Millionen Doppelzentnern, davon werden als beute noch vorhandene Vorräte angenommen 4 Atillionen Doppelzentner. Schätzt man das Erträgnis des bevorstehenden Bettrcbs- jahres wie das vorjährige ein, so würden wir mtt einem Zucksbestand von rund 30 Millionen Doppelzentnern zu recknen baben Jm Vorjahr sind etwas üb» 11 Millionen Doppelzenln» Zucks aller Art zur Ausfuhr gebracht worden. Bleibt d» Industrie eine gleich große Menge zur Ausftrhr fm, so würde die Industrie in iln» brshttigen Bewegungsfreiheit nicht beeinttächtigt, wenn natürlich auch damit gerechnet werden muß, daß wegm des Fortfalls d» feindlichen Märkte die Ausfuhr nicht voll zur Wirkung kommt. Auß» d» in d» Spezialerlaubnis begründetm Kontrolle d» Ausftrhr kommen Beschränkrmgen nicht in Betracht, so daß Industrie und Handel in den bisherigen Bahnen durch Masxnahmen der Behörden nicht eingeengt w»d«n: namentlich kann bei einer solchen Regelung die Aufhebung oder Rückreguliernng von Verttägen nülii in Frage kommen, Ws- dings muß sich die Regiernn-g Vorbehalten, d-iie Ausfuhr zurück- zuhalten, sobald d» Jnlandstzuck» zu den bisherigen Preisen nicht zur Verfügung gestellt od» etwa d» Zuck» in nnwirt- schasllicher Weise dem Jnlandskonsnm, d» menschlichen Ernährung und der Berfütterung entzogen wird. Sollte dies» Fall ein- lrelen, so wird man nicht zurücksrhrecken, die Ausfuhr zu sperren und Höchstpreise einzuftrhren. Märkte. Gießen, 6. Okt Marktbericht. Au! dem bentigen Wochenmarkte kostete: Butter das Plund 1,10—1,20 Mk.; Hühnereier 1 Stück 10—10 1 /, Psg., 2 Stück 00 Psg.; Enteneier 1 St. 0 Plg-, ^00 Mg.: Sänferier 1 St. 0-0 P!q„ 2 Sk. 00 'Biq.; Knie Stüct 10—12 'Biq., Haiematte 2 Stück 5—6 'Big.; Xnubeu bas : 1,00—1,40 Mk., Hühner das Stück 1,50—3,00 Lik., Hahnen ötück 1,50 - 3,00 Mk.. Enten das Stück 3,00—4,00 Lik., Gänse das 15—80Pß,.: Welsche 4—5'Ult.; Ochienfleiich das Bi'd. 66-96Pq, fleisch das Pfund 80—94 Psq., Kuhfleisch 80 Psg., Schwein». I da? Mund 70-86—86 Pfg.. Kalbfleisch das P'd. 79-7 Piq., nielfleisch das Psnnd 70—86 Mg: Kartoffeln das Piund 3 ^ Weibkraut das Stück 8—15 P>g.; Ziviebel» der fl,r. -10,00 Mk.; Milch daS Liter 22 Psg.: AepicI der Zentner > Mk.: Birnen das Piund 8—15 Pig, Rüffe 100 Stück kg., Zwetschen der Zentner 8—10 Black. — Marktzeit von s 2 Uhr. « bc w d« Bl 9Ü fl« r»c 3 8 .'. 8 - 6C 8 PC. Wiesbaden. Diehhos-Marktberich! oom 5. Oft. Ml ieb: Rinder 77 (Ochsen 38, Bullen 15, Kühe und Färsen 24,, SC: :r 55, Schate 18, Schweine 498. 6 Bullen, 16 Rinder, 4 * älder aus Holland. Marktverlaui: Mittleres Geschäft: Großvieh und Schweine 11' rftanb, Kleinvieh langsam geräumt. Preise sür 100 ü ; i> Lebend- Schlacht Ochsen. gewicht r* i«, fleischige, nicht auSgemäflete und allere rgemästete . . .......... iq genährte junge und gut geiährte ältere ........... 43—49 53 ut t e t. fleischige, auSgew. höchsten Schlachtw. fleischige» jüngere..........38-44 Färsen. Kst h e. fleischige ausgemästete Färsen höchsten hlachtwerteS........... 47—52 G fleischige miSgemäst-t- Kühe höchsten HlachtwerteS bis zu 7 Jahren ..... 36—44 ig gut entwickelte Färsen ?re anSgeinä'iete Kühe Kälber. st« Masckälder..... 62—68 • [«re Mast- und beste Saugkälber . . Ech ake. Weidemastsch»'«: > lämmer und Masthammel .... 45,50 Schweine. S fleischige Schweine von 80—100 Ke 2ebenb- ^ v 4°! chwcine über 150 k» Lebendgewicht fe. Frankfurt a. VL Schwei nemarktbert ch; vom 5. Cft. «trieben waren 2734 Schweine. Vollfleischige Schweine »on .4 100 Ke Lebendgewicht 52.50—55.00 Uff., Schlachtgewicht t—69.00 Ulf, vollfleischige Schwein- unter 80 Kx Lebendgewicht '—54.00 Ulf, Schlachtgewicht 66.00- 68.00 Mt.; vollfleischige »eine von 100—120 Ke Lebendgewicht 53.00—55.00 Ulk., achtgewicht 68.00—69 Ulk.: vollfleischige Schweins von 120 150 Ke Lebendgewicht 53.00—55.00 Ulf, Schlachtgewicht 59.00 Geschäft träge, nahezu geräumt. ns dem Tagebuch eines deutschen Gefangenen in Rußland. Interessante Aufzeichnungen eines deutschen Soldaten, der aus ll u kühnen Patrvufllenritt in den ersten Tagen des Krieges von 4 Russen gefangen wurde, gibt di« „Daily Mail" nach russischen Blättern wieder. Am 4. August überichritt die Patrouille die Grenze: die wenigen Leute bestanden am ö. August ein Gefecht mit zwei Schwadronen russischer Lanzcnrerter, und mit einem der Gesangenen, die sie dabei machten, teilte unser Soldat sein letztes hartgekochtes Ei. Schließlich aber wurden sic von einer großen überlegenen Macht angegriffen und nmßte» rasch zurück, ohne die Verwundeten milnehmcn zu können. Auch der Tagebuchschreibcr blieb verwundet liegen. „Im Nu waren die Kosaken da," zeichnet er unterm 9. August aus. „Schmutzig, aber sehr freundlich. Sie trugen uns fort. Einer von ihnen nahm Besitz von meinem Gewehr. 3iii hatte es aber bereits vorher zerbrochen, ehe sic kamen. Wir wurden nach Mlawa gebracht und dort viel besser behandelt, als wir erwartet hatten. Dr, K. nahm eine Operation bei mir vor und war sehr auimcrksam und nett. Ich stand viel aus. da ich nicht chtorosormicrt wurde. Eine sehr wmparhische freiwillige Krankenschwester, die deutsch äußerst, fließend sprach, pflegt mich, obwohl sie Russin ist und die Schwester eines im Felde stehenden Offiziers. 10. August. Heute neu verbunden, da die Wunde mir große Schmerzen gemacht hatte. Ich gewinne mein Bewußlsein wieder. Ais ich aut, dem Operationstisch lag, wollte ich plötzlich Bier. Ich bat darum. Alle lachten, und rch auch, weil ich nicht aus deutsch „Brer" sagte, sondern das ruisischc Wort „Vivo" gebrauchte. Dr. St. versprach es mir, und nach einer Stunde halte ich cs. 11. August. Ich erwache durch iws Geräusch von Schüssen. Ern deutscher Flieger zieht über der Stadt seine Kreise, und die Russen schießen aut ihn Das Flugzeug kommt unversehrt davon. Gott sei Dank! An meine schöne sreundiichc Pflegerin werde ich mein ganzes Leben denken. Wir werden nach Warschau geschickt. Sic hat uns versprochen, unsere Verwandten zu benachrichtigen. 12. August In den Zug gebracht. Die Eisenbahnwagen sind sehr bcgnem. Neben mir liegt ein Kosakc, der in der Brust ver- ivundri ist und immcrsort stöhnt. Unsere jfugeln lind viel gefährlicher als die der Russen." Der Gefangene betont daun des öfteren, daß er gute Nahrung erhalte und treiflich verpflegt werde: nur sei das Leben sehr langweilig. Hoflcn wir, daß nicht nur diese Auszeichnungen, die durchaus den Eindruck der Wahrheit machen, richtig sind, sondern auch alle deutschen Gefangenen in Rußland es so gut haben. Mainzlar: KriegSbclilunde.' kirchliche Nachrichten. Lvangelijcher Gottesdienst. Ulitlivoäi, de» 7. Oktober, abends 8 Uhr: Meteorologische veobachtnngen der Station Sietzen. Cft. LZ ? w s w ff ■=« s s » -if i| 2 *a i ftjl Äts Up Lira« 5 1 2”! '53 2 12 3 73 68 W 2 7 Sonnenschein 5. b» -50,1 97 8,3 93 SW 2 10 Rege» »•M <•16,4 11 3 9,8 98 w 2 8 Bew. Himmel Höchste Temperatur am 4.—5. Okt. 19U = -j- 12 9 C. Niedrigste m , 4.-5. . 1311 = 65' , Niederschlag: 2,7 mm. __ Verantwortlich sür „Feuilleton", „Gerichtssaal" u. „Vermischtes": I. B: August G o c tz. 8 Letzte Nachrichten. ' Der Kanal durch Minen gesperrt? (WTB.) C h r i st i a n i a , 6. Okt. (Nichtamtlich.) Offiziell wurde bekannt gegeben, daß! der Kanal seit tag zwischen dem 51. und 52. Krad nördlr^cher Breite durch Minen als gesperrt anzusehen ist. Die Lag« vor Antwerpen. Berlin, 6. Okt. Ter Lok.-An». schreibt: Der Siegcszug unserer schweren Geschütze gegen Antw-erpen geht im Sturmschritt vorwärts. Mit der Niederkcwrpfung »es Forts Kessel bc crrschen wir neben denr Süden mmmehr auch den Südosten der inie der äußeren Forts von Antwerpen. Köln, 6. Okt. Die „Köln. Zeitung" gibt einen Drahtbericht von der holländischen Grenze wiüx-r. Dwiach fei der König der Belgier bereits von Antwerpen apgc reist und Hab« sich iiaw Ostende bc'geben, um dort auf einem Kreuzer nach England überzusetzen, angeblich, um mit der englischen Regierung zu beraten. Gleichzeitig wird aus dem Haag gemeldet, Churchill sei uncrnmrtct aus dem Haag cingetrofsen, um die Belgier zu äußerstem Widerstand gegen die Deutschen anzusenern. , Berlin, 6. Okt. Laut einer der Boss. Zeitung aus alpinen Kreisen zugehenden Mitteilung weilte der König der Belgier Ende Juni in dem Saas-Feer-Gelnet und ließ sich aus seiner Tour von dem Führer Benedikt Suprrsaxo begleiten. Als der König die Kunde von der Ermordung des österreichischen Tflnvufolgev» paarcs erhielt, äußerte er die Worte: In vier Wochen haben wfii einen Weltkrieg. (WTB.) Amsterdam, 6. Okt. (Nichtanrtlich.) Der „Rottcrdamsche Courant" meldet aus Derneuzen Vvnt gestrigen Tage: Ein Schleppdampfer landete Fluchtlinqo ans Antwerpen. Die Regierung hat den Rat erteilt, Frauen und Kinder aus Antwerpen fwwtzu- bringen. A m st c r d a m , 6. Okt. (WTB. Nichtamtlich.', Aus Antwerpen berichtet das „Handelsblad" vom 4. Oktober: Unter dem Schutze der Nacht nickten Soldaten mit großen Schifsskanvnen durch die Stadt nach der Front. Dernnitlich, um den Deutschen keine Gelegenheit zur Orientierung zu geben, werden die Gaslaternen schon um 7 U hr abends gelöscht, die Läden und Cafös ebenfalls um 7 Uhr geschlossen. Die elektrisch« Straßenbeleuchtung kommt gänzlich in Wegfall. Die Beschießung wm Cattaro. Berlin. 6. Okt. Aus Nordalbanien wird neuerlich die Beschießung von Cattaro durch drei große französische Panzer und vier französische Kreuzer gemeldet. Die Oester- reicher erwiderten das Feuer auf das energischste. Durch gut gezielte Schüsse wurden zwei Panzerkreuzer mehrmals getroffen und mußten den Kampsplatz verlassen. Dem größeren der beiden Kreuzer wurden die Schlote glatt weggeschossen. Wegen schwerer Maschinen!,avaric wurde der kleinere Kreuzer von dem größeren ins Schlepptau genommen und nach dem Kanal von Korfu geleitet, Gebete für den Frieden. (WTB.) New Bork, 5. Okt. (Nichtamtlich.^ Auf Anordnung des Präsidenten fand gestern in den Kirchen alle« Konfessionen der Vereinigten Staaten ein Gebet für denl Frieden statt. _ -ichtspielhaiis Heute das grandiose Schauspiel [10381a )ie Zirkusheldin >wie das kostbare Lustspiel in 2 Akten 6 Zimmer | öud-Aniagc 15 1 1 int Bad und Veranda allem Zubehör alsbald iväicr zu verm. 110032 I eres Parterre daselbst. ivigitraße 1» elegante Jim. - Wohn. ! fllcuzcit entsvr.cingcricbt. ! .'d. ivat. z. vcrm. kr»» lt. k l V».,Heuen Bane 29 I.,,** 5 Zimmer I* diicritraßc 14 hübsche |lj >in. Wohnung nebftZu- »k | tr, Gartcnanteil jc. zum I klober,n vernneicn. [•"• eres Ho imau uttr. 14 . linung. II. Etage, von 5 Zimmer t Bad mit Zubehör lerüraßc II p. soiort ! irrmieien. 116231 Abcrmann tt Kling. 4 Zimmer immer Wohnung v. los. svät. zu vermieten, Näh. :d«i>pl»tr III. I, »4»n .... iilstraiie 11. Stadtvost, ium. 4-Zim. Wobnung Tachllock ver 1. Otlober ermieten. Näh. Nolmnnn- >Le ll od. 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Rate . . 191,— „ vom städtischen Schiachlhos tErlös aus Gold- schlägerhäuteni .......... 19,45 „ von Rentner Daniel Heil ........50,— „ von NN................ 10,— „ von L. LazaruS............. 10,— „ von Postdirektor i. P. Ritsert....... 30,— „ von NN................ 3,- „ von August Kilbtnger..........10,— , von Heinrich A. Junker....... . 10,— „ von Postsekrctär Rörig, 2. Rate ......20,— „ von Kt.................10,— „ von Gg. Döll ............. 5— „ vom Gesangveretn Harmonie .......25,— „ von Kohlenhändler Adolf Fischer ..... 150,— „ von Rektor Schaas ........... » , Zusamme n. 18(1145 Mk Mit herzlichem Dank sür diese Gaben wird um wellere Zuwendungen gebeten. ___ 104188 Versteigerung von Birken-Besenreisern. Samstag, den 10 . Oktober 1914. vormittags > l Ubr. werden im Stadthaus. Garten,träne 2, die in den Watz düngen der Stadt Gießen „ch ergebenden Birkenbeien- reiicr. in verichiedcnen Lo,cn mci,tb>eiend versteigert Amtlicher Teil. 3 « krochen. Stuf OVntttb der § gesetzes sowie der §§ l'o sistgt-ndes bcftimurt: Bekanntnurchni 'Sett'J Den An-Lcuch der Mrul- und KbaUrnsemhe in Solmsist die Wwtt- und Kkrurnseuchc cruSgc- > löff. und 47 ff. des Reichsviehseuchen- , ff. der ,Ausffch«ingSvorschriften dazu wird I. Die Gemarkung Sa>lms-JHsdvrs bildet ein Sperrbezirk. ^ Für diesen Sperrbezirk gelten folgende 7lnorimungcn: A. Für die verseuchten Gedöste: 1. An den Danptllngängen des Seuchsengehöfts und an den Eingängen der Ställe oder sonstiger Standorte, wo sich seuchen- krarffes oder der Seuche verdächtiges Klauenvieh befindet, sind Tafeln nrtt der deutlichen und haltbaren ,Ausfchrrft „Maul- und Klauenseuche" leicht sichtbar anzubringen. 2. Die verseuchten Gehöfte sind Men den Verkehr mrt Tieren und mtt siffchen Gegenständen, tue Träger des Ansteckungsstoffes fetJt Stenten, ot folgender Weise abzusperren: . a) D«e Ställe oder sonstigen Standorte, wo Klauenvieh steht, unterlieMn der Sperre. Die abgesperrten Tiere dürfen ans dem Stolle (Standorts mit ortspolizeilicher Erlaubnis nur zur sofortigen Schlachtung entfernt werden. Auf die Schlachtung finden folgende Vorfchristen Anwendung: aa) Zur Jchiachtstellc dürfen die kranken und verdächtigen Tiere nur M Wagen oder auf Wegen gebracht werden, die weder dem Personenverkehr offensteheu, noch von Tieren ans anderen Gehöften betreten werden. bfc) Tie veränderten Teile der getöteten seuchenkranken oder der Seuche verdächtigen Tiere einschließlich der Unterfüße samt Hont bis firm Fesselgekenke, des Schlundes, Magens und Darm- kanols samt Inhalt sind unschädlich zu beseitigen. Kopf und Zunge such freigegeben, wenn sie unter amtlicher Äufficht in kochendem Wasser gebrüht worden sind. , cc) Häute und Hörner der kranken und der verdächtigen Tiere sowie Klauen, Magen- und Darminhall der gesund befundenen der Ansteckung verdächtigen Tiere, ferner die Transportmittel imd die sonst verwendeten Gerätschaften dürfen aus dem Gehöft, in dem die Schlachtung sdattgesunden hat. ohne vorherige Desinfektion nicht entfernt werden und sind gleich wie die bei der Schlachtung verunreinigten Räumlichkellen bis jur Vornahme der Desinfektion unter Verschluß zu hallen. , 1 , , d« Besitz« des »«feuchten Gehöftes ist anzuhalten, seinen Dienstboten und Hausgenossen das Betreten fenchenffeier Gehöfte zu ««bieten und selbst solche nicht zu betreten. 6. Das Abhalten von V«anstaltungen in dem Seuchengehöst, die eine Ansammlung ein« größeren Anzahl von Personen im Gefolge haben, wird vor erfolgter Schlußdesinsektion verboten. 1. Ans dem an dem Seuchengehöst vorbeiführenden Straßenteil dürfen Klauentt«e wed« geführt noch im Gespann gefahren w«den. L. Für den ganzen Bereich des Sperrbezirks. 1. An den Haupteingängen des Sperrbezirkes sind Tafeln mit der deutlichen und haltbaren Aus- schrift: „Maul- und Klauenseuche-Sperrbezirk Ernfuhr und Durchtreiben von Klauenvieh sowie Durchfahren von Wiederkäiiergespannen verboten" leicht sichtbaranzubringen. 2. Sämtliches Klauenvieh nichtverseucht« Gehöfte des Sperrbezirkes unt«liegt der Absonderung im Stalle. Mwch darf das abgesonderte Klauenvieh mit ortspolizeilicher Erlaubnis zur sofortigen Schlachtung entfernt werden. Auf Tue Schlacht- tnna finden die unter A. 2. a genannten Vorschriften Anwendung. Sofern unnnttelbar vor d« Ueberführung d« Ti«e zur Schlacht- stätte durch kreisveterinärärztliche Unt«snchung sestgestellt wird, daß der gesamte Klauenvixhbestand des betreffenden Gehöfts noch seuchenffei ist, fallen die dortselbst rmt« aa, cc und flfl genannten Bedingungen weg. Bon den hier «wähnten Transportbeschränkungen und Desinsektionsmaßnahmen wird Abstand genommen, wenn die Tr«e un Sp«rhezirk verbleiben. 3. Ans dri n ge nd e n wirtschaftlichen Gründen können von uns folgend« Erleichterungen «ugelassen werden: a) Verwendung von Klaucntteren unversencht« Gehöfte zur Feldarbeit; b) Austrieb derartig« Klauentiere ans die Weide; c) Zulassung von Klauentieren unversencht« Gehöfte zu Fasel- ti«en; fl) Zulassung des Befitzrvechsels und d« Uebersübrung von Klauentteren aus nnv«seuchteu Gehöften in andere nu- vttseuchte Gehöfte desselben Sperrbezirks. 4. Für dos Weggeben von Milch gellen die gteichen Anordnungen wie für die Senchengehöfte (siehe oben A. 2. e). Jedoch kann die Abgabe von Milch an Sammelmolk«eien» in denen eine ausreichende Erhitzung (siehe daselbst) d« gesamten Milch gewährleistet ist, auch ohne vorherige Abkochung od« and«e ausreichende Erhitzung gestattet werden. 5. Sämtliche Hunde sind festzulegen. Der Festlegung ist das Führen an der Leine und bei Ziehhirnden die feste Anschirruüg gleich zu achten. Die Verwendung von .Hirtenhunden zur Begleitung von Httden und von Jagdhunden bei d« Jagd ohne Leine kann gestattet werden. 6. Schlächt«n, Viehkastrierecn, sowie Händlern und and«en P«sonen, die gewerbsmäßig in Ställen verkehren, ferner P«sonen, die ein Gew«be im Umherziehen ausüben, ist das Betreten all« Ställe und sonstiger Standorte von Klauenvieh im Sperrbezirke, desgleichen d« Erntritt in die Senchengrhöste verboten. In besonders dringlichen Fällen kann die Ortspolizeibehördo Ausnahmen zulaffen. 7. Düng« und Jauche von Klauenvieh, fern« G«ätschasten und Gegenstände all« Art, die mit solchem Vieh in Berührung gekommen sind, dürfen aus dem Sperrbezirke nur mit ortspolizeilicher Erlaubnis unter den polizeilich anzuordnenden Vorsichtsmaßregeln ausgeführt w«den. 8. Die Einfuhr von Klauenvieh in den Sverrbezirk, sowie das Durchtreiben von solchem Vieh durch den Bezirk ist verboten. Dem Turchtreiben von Klauenvieh steht das Durchfahren mit Wieder- käuergespannen gleich. Die Einfuhr von Klauenvieh zur sofortigen Schlachtung im Falle eines besonderen wirtschaftlichen Bedürfnisses auch zu Nutz- und Zuchtzwecken kann gestattet werden. Das Verbot des Durchtreibens einschließlich Durchführens erstreckt sich nur auf Klauenvieh, das von außerhalb in den Sperrbezirk gelangt und aus diesem wird« eufferut wird. Die Genehmigung zur Einfuhr von Klauenvieh zu Nutz- und Zuchtzwecken kann nur von uns und nur von Fall M Fall erteilt w«den. Händlern wird die Erlaubnis zur Einsuhr stets versagt. II. Es wird ein Bevbärhtnngsgebiet gebildet, das im Kreis Schotten auS den Gemarkungen Groß-Eichen, Klein-Eichen, Lardenbach und Stvckhäuser Hof besteht. Für das Beobachtungsgebiet gellen folgende Anordnungen: 1. Aus dem Beobachtungsgebiete darf Klauenvieh ohne ortspolizeiliche Genehmigung nicht eMsernt werden. Auch ist das Durchtreiben von Klauenvieh und das Durchfahren mit fremden Wiederkäuttgespannen durch das Beobachtungsgebiet v«boten. Das Verbot des Durchtreibeus einschließlich Durchsührens und des Durchfahrens mtt Wiederkäuergespann «streckt sich nicht auf Klauenvieh, das im Beobachtungsgebiet blecht. 2. Tie Ausfuhr von Klauenvieh zum Zwecke d« Schlachtung ist, wenn die frühestens 48 Stunden vor dem Abgang d« Tiere vorzunehmende tierärztliche UMersuchung «gibt, daß d« gesamte Viehbestand des Gehöfts noch seuchenfrei ist, von der Orts- Polizeibehörde zu gestatten, und zwar: a) nach Schlachtstätten in d« Nähe liegender Ort»; b) nach in d« Nähe liegenden Eisenbahnstationen od« Häsen (Schisfsanlegestellrn) zur Weiterbeförderung nach Schlochtviehhösen und öffentlichen Schlachthäusern, vorausgesetzt, daß diesen die Tiere aus der Eisenbahnstation od« mit dem Schiffe unnnttelbar od« von der Entladestation aus zu Wagen zngeführt werden. Für den Transport nach in d« Nähe liegenden Orten, Eisenbahnstationen od« Häsen (Schiffsaulegestellen) ist von der Orts- polrzeibehörde anzuordnen, daß « zu Magen od« ans solchen Wegen erfolgt, die von anderem Klauenvieh nicht betreten werden. Durch Vereinbarung mit der Eiftnbahn- od« sonstigen Betriebsverwaltung und, soweit nötig, durch polizeiliche Begleitung ist dafür Sorge zu kragen, daß eine Berührung mü anderem Wauen- vieh, sofern dies nicht gleichfalls ans einem Beobachtungsgebiete stammt, aus dem Transpolle nicht stattfinden kann. Die Polizeibehörde des Schlachtvrts ist von dem bevorstehenden Eintresstm der Ti«e rechtzertig zu benachrichtigen. Ber Klauenvieh, das im Beobachtnngsgebi« abgeschlachtet wird vd« das zur Abschlachtung in «neu benachbarten Sp«rbezirk gelangt, kann die Untersuchung des Bestandes auch durch den zuständigen Fleischbeschauer vorgenommen w«den. Beim Transport der Schlachtfi«e nach Ollen des Bevbachtungsgebietrs od« in einen an dieses angrenzenden Sperrbezirk wird von der Beförderung zu Wagen Abstand genommem 3. Die Ausfuhr von Klauenvieh zu Nutz- oder ZuchtzMecken darf nur mit unserer Genehmigung erfolgen. Dieft Genehmigung wird mir unt« der Bedftignng «teilt, daß eine frühestens 24 Stunden vor dem Abhang d« Tiere vorzunehmende amtstterärzlliche Untersuchung die Seuchensreiheit des gesamten Viehbestandes des GehösW «gibt, imd daß sich die Polizeibehörde des Bestimmungsolls mft der Einfuhr llnver- standen erlläll hat. Am Bestimmungsorte sind die Acre aus die Dau« von mindestens neun vollen Tagen d« polizeiliche» Beobachtung (Quarantäne) zu unterstellen. Aus den Trans- pvll und die Anmeldung der Tiere finden die Bestimmungen d« Ziff« 2 sinngemäß Anwendung. Hinsichtlich der polizeilichen Beobachtung gelten die Bestimmungen über Quarantäne. 4. DieEinfuhr von Klauenviehindas Bevbach- tungsgebret zur Sflüachttmg und zu Nutz- und Zuchtzwecken ist geftattet, nicht aber zu Handelszwecken. 5. Im ganzen Bereiche des BevbachtungsgebietS ist der gemeinschaftliche Weidegang von Klauenvieh aus den Beständen ver- schiedener Besitzer und die gemeinschaftliche Benutzung von Brunnen, Tränken und Schwemmen für Klauenvieh V«bvten. 6. Der Weidegang für Schweine ist vnbvten. Schafherden ist von d« Grvßh. Bürg«meisterei ein besvnd«« Wlldedistrikt an- zuweisen. Werden sie auß«halb dieses Distrikts angetrvfftn, so wird ihre Aufstallung oder Einpf«chung angevrdnct w«den. III. Es Wird ein gefährdetes Gebiet gebildet, das im Kreis Schotten aus den Gemarkungeft Freienseen, Wetterfeld, Laubach, LaubacherWald, Gonterskirchen, Altenhain, Sellnrod, Wohnfeld, Höckersdors, Babenhausen H, Unter-Seibertenrod, Ober-Seibertenrod und Stumpertenrod besteht. Für das gefährdete Gebiet gelten folgende Anordnungen: 1. Die Whalttmg von Klauenviehmärkten, sowie der Auftrieb von Klauenvieh aus Jahr- und Wochenmärkte ist verboten. Dieses Verbot erstteckt sich auch aus marktähnliche Veranstaltungen. 2. Der Handel mit Klauenvieh, der ohne vvrgängige Bestellung entwed« außerhalb des Gemeindebezirks, d« gewerblichen Niederlassung des Händlers od« ohne Begründung ein« solchen statt- sindet, ist verboten. Ms Handel im Sinne dies« Bvrschllft gilt auch das Aufsuchen von Bestellungen durch Händler ohne Mit- sühren von Ti«en und das Auflauftn von Tieren durch Händl« 3. Die Veranstaltung von Versteigerungen von Klauenvieh ist verboten. Das V«bvt findet keine Anivendnng auf Biehver- stllgerungen aus dem eigenen nicht g«sp«rten Gehöfte des Besitz«s, wenn nur Ti«e zum Verkauf kommen, die sich mindestens drei Monate im Besitze des Versteigerers befinden. 4. Das Abhalten von öffentlichen Tierschauen mft Klauenvieh ist verboten. 5. Das Weggeben von nicht ausreichend «hitzter Milch (s. oben II. 2 e) aus Sammelmolkereien an landwirffchastliche Betllebe, in denen Klauenvieh gehalten wird, sowie die Verwertung solch« Milch in den eigenen Viehbeständen d« Molkerei, fern« die Ent- termolg her zur Anllef u-ung d« Milch und zur Vlleferun g da m 6 MUchrückskande benutzten Gefäße p»S bet BMBati, 6a»tJfci l infiziert sind, ift »«boten. Ausnahmen von den .Anordnungen für das g^Shrtete tu können in besonderen Fällen zugelassen werden. IV. Zuwiderhandlungen gegen vorstehende Auordnuimg, den nach zz 74 ff. des Reichs Viehseuchen gcsetzes bestraft. Auß«dem kann die sosvrttge Tötung d« Tie«, gbcr r» Standort die Sperre mrhängt ist, od« die abgesoudell der polizeilich«, Beobachtung unterstehen, angeordnll wert«, ^ sie außerhalb der ihnen angewiesenen lstämnllchkestcn od» Ollen betroffen werden, zu denen ihr Zutrftt oertwteu jst. Schotten, den 2. Oktob« 1S14. Großherzoglfthes Kreisanft Schotte». Dr. Merck. Bekanntmachung. Betr.: Den Ausbruch d« Maul- und Klauenfenche m Ilsdorf (Kreis Schotten). Nachdem in den Gemeinden Solms-Jlödorl und Lardvrb Kreis Schotten, die Maul- und Klancnsenchc ausgebrochvr ist ^ im Kreis Gießen ein Beobachtnngsgebill, bestehend aus den i meinden Stockhausen und Wllckartshain gebildll. Für diesez ^ obachtungsgebill gelten folgende Borschllsteu: 1. Tie Abhaltung von Biehmärkten (auch ^ märllen) und Ti«schauen ist verboten. 2. D« Austlleb von Äauenvieh aus dem Bcobachtungzgx auf auswällige Biehmärfte sowie das Verlasse» des 8° obachtungsgebiets durch Klauenvieh im Gesn« ist verboten. 3. Jnn«halb des Bcobachtungsgllrietes ist das Treiben i Klauenvieh ganz verboten. Das Führen llnzeln« Ti«e an d« Seine und das Fahren > Ti«en im Gespann ist gestatt«. D« Weidegcrng kann im Bed-ürsisisfall vom Krllsamt u: Beobachtung streng« Sicherungs-Maßregeln gestattet wechen D« Weidegang d« Schafe ist mit d« Beschränkmig statt«, daß auf Kreisstraßen üb«haupt nicht g«lleben wer darf und auch stark benutzte Feldwege vom Weidegang Mz schließen sind. Das Austreiben d« Schw«iue ist für das ganze : obachtungsgebi« v«boten. 4. Die Ausfuhr von Klauenvieh zum Zwecke sofortiger ' ! schlachtnng ist auf Grund besond«« Erlaubnis gestattet, de E«lllung wir den Grvßh. Bürgermllsterllen der genanntzu L übertragen. Diese Erlaubnis wrrd nur nach ««ärztlicher Um suchuug und auf Grund «nes ««ärztlichen Zengnijses erb wllches nur 24 Stunden Gül«gkett hat. Ist durch das ««ärztliche Zeugnis beschllmgt, daß kk d« auszusührenden Ti«e von d« Maul- und Klauenseuche schien ist, so ist die Ausfuhr unt« d« Bedingung gestattet, die Ti«e zu Wagen od« auf Wegen transportiert wert«r, von Klauen««en aus seuchenfreien Gehöften nicht bllreten wew a) nach benachbarten Ollen, b) nach in d« Nähe beftndlichen Eisenbahnstaücmen bch Wllt«besörderung nach Schlachtvichhöfen od« Schla Häusern und zwar ün Fall a) und b), vorausgesetzt: 1. daß die Polizeibehörde des Schlachtort sich mit der Zuführung der Tiere vr her einverstanden erklärt hat, 2. daß die Ti«e diesen Anstalten direkt mittels der Eis bahn od« doch von d« Wladestatttm mittels Da zugesühll w«den. Durch vvrgängige Berllnbaruiis der Eisenbahnverwaltung od« durch unmittelbare p zllliche Beglttttmg ist dafür Sorge zu ttageu, daß e Berührung mft anderem Klauenvieh auf dem Tnnisr nicht stattftndmr kann. Bll Verbringung von Tttren zur sofortigen Abschlachtt nach lln« Schlachtstätte innerhalb derselben Gemarkung oder a nach and«en Ollen inn«halb des Beobachttmgsgebilles ist vorbellgen Untersuchung des Bestandes auch d« zuständige Flei bllchan« an Stllle llnes Ti«arztes, und zwar bll der Auss ans ein« Gemarkung d« für diese zuständige Flllschbllchauci mächttgt. In dillem Falle hat d« Flllschbefchan« für die llitt suchung llnes Blltandes dillelbe Gebühr zu beziehen, wie für . gllamte Beschau llnes Stückes Großvieh. 5. Die Ausfuhr von Zuchttt«en ans dem Beobachtungsgtt zum Zweck ihr« Einstellung in lln Gehöft anß«halb des Be achtungsgcbilles ist verboten und kann auch nicht glltattet weck Die B«bllnguug von Zuchttieren aus llnem Bestand Beobachtungsgebilles in llnen anderen Bestand innerhalb i selben Gemarkung od« in llne and«e Gernarkung innerhalb Beobachttmgsgebilles kann von dem Kreisamt ausnahmslvttse statt« w«den. Die Genehmigung hierzu ist jedoch stets nur l Fall zu Fall und nur unt« d« Bedingung zu «tlllen, daß Blltand, aus dem die Ausfuhr stattsindll, unmittelbar vor di> ans sllne Unverdächttgkllt unt«sucht will» (Zifs« 4). Auch d Untersuchung kann durch den zuständigen Flllschbllchau« ersvla wenn die Ti«e inn«halb derselben Gemarkung »«blllben. Für das Verbllngen weiblich« Ti«e zu den Faselticr finden die vorstehenden Bestimmung«! mit der Maßgabe S Wendung, daß die Elllllung d« Genehnttgmig durch die Gw Bürgermllst«llen d« obengenannten O«c, denen wir das < nehmigungsrecht hiermit übertragen, strtttzufinden hat. 6. Die Zuführung von Pferden zu lln« Gestütsstation Deckzwecken wird hierdurch nicht bellihrt. 7. Die Sammelmolkwllen dürfen Magermilch, Butterm und Molken nur in abgekochtem Zustand abgeben. Dem Mkoö glllchzuachten ist llne '/«stündige Erhitzung auf 90° C. Die z ^ ' Transport der Mllch benutzten Glläße müssen vor ihr« E [ fernung aus d« Molk«ll innen und auß«r mft heiß« Sodal« j gründlich g«llnigt werden. Als ausrllchncke Erhitzung d« Mich ist anzusehen: ; a) Erhitzung üb« offenem Feu« bis zu wiederholtem A kochen; b) Erhitzung durch unmittelbar od« mittelbar llnwttkm! strömenden Wasserdampf auf 85° C; c) Erbitzung im Wasserbad auf 85" E für die Dau« ll Mnute oder auf 70° E für die Dau« lln« Halden ©tan 8. D« Hausierhandel mit Geflügel ist im Sperr- und Be- ! achttmgsgebiet »«boten. 9. Zuwiderhandlungen gegen vorstehende Bestimmungen w j den mit hohen Strafen geahndll, und zwar, wenn sie wissent> M , begangen werden, auf Gnind des 8 328 Stt.-G.-B. nut l > ^ sängnis. Gießen, den 5. Oftob« 1914. Großheizogliches Kreisantt Gießen I. V.: Dem werde. La i{ Bekanntmachung. , In der Zllt vom 15. bis 30. Septernber l. Js. wurden I >i billig« Stadt . I E gefunden: 1 Kind«hütchen; 1 Zwick« mtt Futt«al; 1 Pall I ß geldschlln: 1 Regenschirm: 1 Damengürtll; 1 Fingern» R 1 Portemonnaie mit Inhalt: 1 Plltsche. ' verloren: 1 Spazierstock mit Horngllfs: l F«nglas mit Le» t strüppe, obne Umhüllung; 1 Zchnmarffchlln: 1 fü&. Damc Kl . uhr mit Goldrand« und mattvngold«« Kllte: l srlb. Uhre m !s armband: 1 goldenes Kettenarmband: 1 grau« Damenha» kl » beutel, Inhalt: 1 Portemonnaie mit 5 Mark und 1 TaM I I tuch: 1 schwarzer Samtgürtel mit 1 Nickeldamenubr: 1 P°r II ^ monnaie, Inhalt: ungefähr 3 Mark und 8 bis 10 Stück El« |] )j Straßenbahnsahrmarken; 1 Zwanzigmarffchlln. . U s Die Empfangsberechtigten d« gefundenen Gegenstände t H j lieben ihre Ansprüche alsbald bll uns geltend zu machen. Die Abholung der gefundenen Gegenstände kann an jede Wochentag von 11—12 Uhr vormittags und 4 — 5 Uhr nac I I . mittags bll unterzeichnet« Behörde, Zinkm« Nr. 1, «folge l s Gießen , den l. Oktob« 1914. > Gvoßherzogliche-. PolizllaM Ltzeße».