lr. 253 Zweiter Statt 164. Zahrgang Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags. Die „Gtehener LamilienblStter" werden dem .Anzeiger" viermal wöchentlich bcigelegt, da? „UeeiMatl für den Kreis «letzen" zweimal wöchentlich. Die „lend-irtschastllchen Seitsrage»" erscheinen monatlich zweimal. nzeiger General-Anzeiger für Gberhejjen Montag. 5. Moder ^9^ Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts - Buch- und Steindruckerci. R. Lange, Gießen. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstraße 7. Expedition und Verlag: fcg§*51. Redaktion:sqS112. Tel.-Adr.:AnzeigerGieß-n. Kriegsbriefe aus dem Osten. !-on unserem zum Ostheere entsandten Kriegsberichterstatter. Unser Kriegsberichterstatter im Osten übersendet uns die nachstehenden Anregungen, die wir gern weitergeben. Die Schriftltg. HerbstfrlLzug. Armee-Oberkommando Ost, 29. Sept. Seit drei Tagen hat Dauerregen eingesetzt. Ost- reustischer Herbst. Des Morgens trommeln die Tropfen on den Dachrinnen den ersten Gruß und am Abend rauscht 3 in weicher Gleichmäßigkeit über Straßen und Bäume, .'och halten die sandigen Wege den Unterschied zwischen itraße und Morast aufrecht, aber ein paar Tage weiter ttb der typische russische Herbstfel^ug beginnt. Bor einer Woche noch sah das Land fast spätsommer- .ch aus, ein paar rote und braune Flecken in den Eichen- mldungen, eine hellrote Ranke im wilden Wein an perrannten Mauern. Der schlittende Regen wird alles grüne aub bald genug herbstmüde machen. Die Kartoffeln sind um größten Teil herein oder werden eben hereingebracht. )bft haben die Russen sowieso nicht an den Bäumen ge-, rssen. Unsere Truppen sind auf ihre Rationen angewie- :n. War bisher Strategie und Marschieren neben Helenhastigkeit der ausschlaggebende Faktor, so tritt jetzt ie wollene Socke, der gutfahrende Wagen, das bravo iugpserd in besonderes Recht. Die Möglichkeit, sich un- rittelbar für die kriegerischen Ereignisse nützlich zu er- ,eisen, hat sich für die zu Hause Gebliebenen also außer- rdentlich erhöht. Da die Feldpost Pakete noch nicht an- immt, muß der Feldpostbrief ,der sehr gut wollene Zocken nsw. enthalten kann, ordentlich ausgenützt werden. sleiMcitig müssen die maßgebenden Stellen der Feld- . o st darüber klar sein, daß das, was bisher Unannehm- ichkeit war, jetzt wulstiger Faktor wird. Es ist sicherlich in wenig erfreulicher Zustand, wenn die lster im Osten ämpsende Landwehr teilweise, wie uns Generalleutnant . d. Goltz erzählte, seit vier Wochen ohne Nachricht von »ause, ohne jedes Lebenszeichen ist, aber bisher hals das cenndliche Wetter, der selten schöne Spätsommer über ranchcs Trübe hinweg. Jetzt, wenn tagelang kein trock- er Faden am Leibe ist, wenn die Schützengräben voll Lasser stehen, wenn im Quartier um 5 Uhr Dunkelheit insetzt, nrnß Stoff uitb Nackxrichjt von der Heinrat da sein, as Herz M erwärmen. Es muh mit allen Mitteln dahin earbeitet werden, daß die Feldpost ihre Leistungen steigert! Selbst wir Kriegsberichterstatter, die wir doch in der tähe des Armee-Oberkommandos sind, haben unter der Un- ulänglichkeit erheblich zu leiden, wie mag cs da erst bei cn Truppen in den vorderen Linien aussehen! Da mit Verlust von Seiidungen gerechnet werden muß, st es Pflicht der zu Hause Gebliebenen, möglichst ost zu chreiben Freilich Postkarten mit dem prächtigen Erhalt: herzlichen Gruß. Schultze." stellen nur eine unnütze Be- astung der FÄdpost dar; wenn Schnitze nur ein kurzes lebenszeichen von sich geben wilh. kann er das in Gestalt »on wollenen Strümpfen tun. . . Es wäre außerdem vielleicht zu erwähnen, ob nicht >ic Zeitungen eine Anzahl von Freiexemplaren ir- zendwelchen zur Verteilung bereiten Stellen zur Berfü- zuiig stellen könnten. Wir Kriegsberichterstatter werden n jeden: Ort, auf der Fahrt, gefragt, ob wir nicht Zei- uugen hätten. Meistens haben wir aber selber keine oder rur ein Exemplar. Ich persönlich wäre gern bereit, ohne rn regelmäßige Verteilung denken zu wollen, alle rn mich gelage mit dem Rade imch dem Hosvital. Es ist :oirkl:ch niemand da. Nun schnell hinüber nach P, dem Standott der Kompagnie. Tie Brückenwaä-c am Kanal schreie ich an: „6. Division?" „Nein, 5." „Wo tft die 6.?" „Hatte nacht abgerückt!" Hinüber nach T., was die Pedale halten. Richtig keine Wagen, keine Soldaten, keine Division — tiefer Friede und heißer Smmenschem, in der Lnst das nun schon gewohnte Bum. Bum, Bum! etuws stärker als sonst. In voller Karriere in den Park nach dem Schlößchen, wo bis dahnr der Divisionsstab so prangend dirigiert hatte. 'Nur eine Säule noch: Ein Fcldbrttfträger packt einsam auf der Veranda von Exzellenz scme Post ein. „Wo ist die Division?" „Leut nacht 2 Uhr abgerückt." „Ja, ivolstn, Mensthenskind?" „Weiß ich nicht, aber der Feldtelephonist bat noch Verbindimg nrtt dem Ende der groswn Bagage," Ter Telephonist tipvt los und meldet mir, daß die Bagage heute früh 4 Uhr Richtung G, smnd, Karte Hab' ich nicht, aber ich sause tos. Habe ich erst die große Bagage, dann kriege ich auch die Division, und habe ich die, daun finde ich auch die Kompagnie. Ich stürze aus den: Park, Ta steht das Auto von K, aus Brüssel mit seinem Chauffeur, der nur slämisch spricht. Ich runter vom Rade, ihm das Rad ins offene Llwusaut» geworfen und: „Nach G.!" Ein Sprung, und ich sitze neben dem Chauffeur. „Mais . . ." „Kein Wort. Nach G. Si vtte, pourboire, Si non..." Ich lege den Browning aus der Tasckie. Das versteht er. Wir jagen mit 70-Kilometer-Gcschwrndigkcit über die Brücke. „Halt, locr da!" Eine Feldtoack.c legt an. „Offizier!" Vorbei! Der Morgen ist herrlich. Das Krachen wird lauter. Ich schwitze. Wir kvmuren jetzt durch ein Dorf. Aus einem Fenster: Pänk! Pänk! Schweinehund — wenn ich nicht zu spät käme, würde ich auhalten. Ter Chauffeur scktzvitzt. Jetzt sind wir rn G. Aber die Bagage ist nicht da. Zwei Häuser brennen. Nirgends ein« Menschenseele. Fenster und Türen sind verrammelt. In den Hauswänden sieht man Kugellöcher. Ter C^ruffeur stöhnt. „Mais..." „Weiter!" Ter moralische Effekt ernes Brownings ist ungeheuer. Ta steht rechts ganz vorn rin gelber Fesselballon, von den bckmmten Schrapnellwölkchen umstattett. As eine Angst, zu spät zu kommen, wird irmner größer. Das Bumbum wird lauter. Verwundete Infanteristen können mir auch nichts sagey. Vor einem Dorf treffe ich eure Kavallene-Patrouille. Der Leutnant hat den Revolver, die 'Mannschaft den Karabrner in der Land. „Was ist denn los?" „Borschen, in denk Dorf schttßt's!" ,^zch habe leider kerne Zeit, ich komme zun: Gcfeckst zu spät, wo steht die 6. Division?" „Das 3, Korps steht in W," Herrlich, Hab' ich erst die Exzellenz. dann finde ich auch die anderen und die Kompagnie. Wso durch das Dorf. Der Leutnant sieht nnt tmrch's Mono öle verwundert nach, die Kirche brennt. Es schießt nicht! Da vorn stehen Pferde in Deckung, härrrah, der Korps stab! Die Gesellschaft frühstückt im Chausseegraben. Der bekannte Anblick: karmvisinrote Aufschläge auf Feldgrai:, Feldpost, Meldereiter, Delephontffch, sirrz, wie es in der Illustrierten Zeitung aussieht. Exzellenz mit zwei Generalstäblern an der Karte. An der angefangcnen Strippe des noch nicht fertigen Feld- telcphvns taste ich mich iveiter, und fahre .so an der Basis dos Fesselballons der Luftschifferkompagnic vorbei durch zwei aus- gcstoibene Dörfer, vorüber an einer Ulanenpatrouille mit belgi scheu Gesangeilen, bis ich feststellm kann, daß die Wolken 1 Kilometer vor mir platzende Schrapnells sind, daß ich den Telephon leger überholt habe und daß vorn eine Mühle ist, und auf dem Mühlenhügrl dre dreieckige Divisionsswbsflagge und neben ihr — die weißen Fähnchen meiner Sanitätskompagntt. Sic lag dort noch in Bereitschaft! Aus dem respektwidrig johlenden Freuderufen des Offizier kort^ ging hervor, daß es mich bereits tot rnit abgeschnfttencm Kopf glaubte, als Opser eines Brüsseler Franktireurs. Mein plötzliches Auftauchen erregte solches Verblüffen, daß sellfft der Chefarzt seine Zufriedenheit ausdrückte; vann bekam ich eine Flasche Rotwein, Frühstück und Birnen — es war mittlerweile IV« Uhr geworden — sowie 4 Feldpostbriefe aus Berlin, In dem Los, in dem ich mich stärkte, waren heute srüh noch belgische Offiziere bewirtet worden, Tann hatte ich endlich Ruhe, mich der Schlacht zuzuwenden. Die Santtätskompagnie steht in Bereitschaft: Offiziere und Aerztc sind teils ün Gehöft, teils auf dem Feld. 100 Meter rechts mp'dem Mühlenhügel HW der Divisionskommandeur mik seinem Stab. Ich hole mir einen Stuhl auf dar Acker; vor nur sreies Feld, in 500 Meter Entfernung Büsche, über denen dauamd Schrapnells Platzen, Eine Ulanenpattouille kommt in scharfem Trabe heran; der Führer springt ab und macht Meldung, Beim Wärterhaus rechts vorn hat er Ulanen verloren, Ern kurzer Bejehl: ein Arzt rettet mtt einem Wagen los. Nun sängt das Tor: rechts vorn an zu rauchen, und nach zwei Minntar schlagen die Flammen doch. Neben uns steht Feldartillerie in Berett- schastsstellung. Ein Dtowriahrer knattert l>eran. Neue Meldimg; ein kurzer Beseht: die Batterien ,agen übers Feld, protza: ab rmd bum, bum! gelst s los. Eine Ulaneneskottc mtt 30 belgrichen Gejangeuen und l Offizier kommen vorüber, Mlc sind in Muckel- blau gekleidet, toas ff:rckstbar impraktisch ist, denn man sicht cS meilenweit, und es ist maßlos schmutzig. Die Gefangenen sind nette, teilweise ganz junge Kerls, aber sehr schlecht gekleidet. Ein Kürassieroffizier verlynt sie, Ter Gegensatz des eleganten feldgraue,: Jungen mit der feldgrauen Schärpe, der aussieht, wie aus deni Ei gepellt, gegen diese Belgier ist direkt erheiternd. Nun kommt ffir uns Befehl. Me Sanitätskompaguie fährt Nach X in Schützenlinie und holt die Verwundeten. Fertigmachen! Tie Bursck-cri bringen die Pferde. Wir sitzen aus, cs geht los, nach vorn. Es kracht ganz nahe Wtt sind vor einem Aorf^ Tatü! Tatü! Ein Mvisionsauw mit Genera! stählern rast heran: „halt! Nach links abschwenkcn! In dem Dort iverden sie vom Fort aus zusammengeschossen." Nach links geht es rm Trabe ab. Wir begegnen Trümmern von Kompagnien, die siet, sam meln. Die Feinde sind nämlich gefährlicher, als es in den Witzblättern steht, und man sollte sich in Deutschland hüten, die Leistungen unserer Truppen durch ein .bttliges Lächmlichmachen der sernd- lichen.Armeen zu Ilmecht zu verkleinern. Die sich znm neuen Angriff vor den Forts sammelnden Trupp«: lachen ni cht, sie sind toi-rnst und ausgepumpt, und maßlos wütend „Angriff", „Schlacht", „Sieg", sehen in Wirklichkeit ganz anders aus, als es sich am weißgedeckten Kaffeetisch liest, Wtt kommen ai: ein Gehöft, das voll von Verwundeten liegt. Es sind Deutsche lmd Belgier, Ausladen! Ein Adsntant brttrgt den Befehl: ,Mleu<- es kommen Belgier!" Also ausladcn, was das Zeug hält! Los! Wir fahren Istlwus, httttcr uns kracht cs bedrohlich nahe. Nun im Trabe nach dem Lospttal in wo 100 teilweise Schwerverwundete angckommen sind. Dort arbctten lvir die ganze Nackst durch. . . . Die letzte Ehre. Den ganzen Tag hatte es geregnet, so daß ick keinen ttockeireK Faden am Lesie hatte: aber in der Nacht sollte e4 noch schlimmer kommen. Vorher hatten wtt soviel Wctterglück gehabt, nun aber will der Regen mcht ausiören. Das Dörfchen, wo wtt Quartier nehmen, ist vollgevttopit von unseren Mannschaften, Wir s tehen verstimmt, ich recht n:üde, unter einem einigermaßen geschützte« Torbogen. Zu essen gibt's nichts. Den Begrff: eines „leergerreftr» nen" Dorfes kennt man in Derttschland glücklicherweise nicht. Wtt kennen ihn. Schließlich kriege ich ein Stückchen Kommißbrot, und auf einem Boden acht es auch noch einte freie Matratze für mich. Ein Lichtblick, A>:s der Straße steht das Wasser sißhoch, meint Kragen trieft. Aus dem Boden stinkt's. Wir sitzen bis 11 Uhr nachts, in der Wirtschaft, ohne bewirtet zu averden, Darm hinauf schlafen. Ich falle in einen tiefen Schlumtmer, aus dem mich um t2 Uhr lautes Pochen weckt. Einer uvserer Posten ruft durch die Tür: „Zug 1 der Sanftätskompagntt muß sofort abrücken!" Himmeldonnerwetter ! Zug 1 lstu ich. Ein Sprung ans Fenster, der Regen strömt und plätschert durch tue stoßfinftere Nacht, der Wind heult. Also: Nachtmarsch in dicsem^Wctter! Meine Kaineraden, die zu andern Zügen gehören, legen sich behaglich grunzend auf dtt embent Seite, In vier Minuten stehe ich umgeschnallt mit lurnutergelasfe- ner Schappcnkette an der Tür. Meine Sachen, mein Pferd, — Gott weiß, wo sic sind. Lausen ans der Straße. Es sei! Ein Wellenbad ist nichts gegen diese Sturmnacht. Sositt sindet der Regen seinen Weg: Selmrand, Kneifer, Nase, Kinn, Kragcnöfftnmg, alles trieft. Ich springe noch einmal rasch auf den Boden hinaus und hol« mtt eine wollene weiße Decke, dtt ich um Kragen und Kopf nehme. Auf Schönheit komntt's ja nicht an! Eine Viertelstunde setzt sich unser Zug, vier Krankentvagen und 100 Träger, in Bewegung. Me stille, ergebene Verzweiflung, in der ich blinzelrch auf dem stolpernden Werde sah, während mtt der Regen ins Gesicht gespült wuche, hat in der Erinnerung etwas Komisches. Es ging nach Nordosten. Von dem sechsstündigen Rttt in slockdunller Nacht ist nicht viel zu berichten. Um 3 Uhr früh läßt der Regen nach und der Mond durchbricht das schwarze jagende Gewölk. Es ist schiver zu sagen, was in dieser Beleilchtung unheimlicher aussieht, die öden, leeren Felder oder die feindlich verschlossenen Läden der Dorfhäuser. Endlich bricht der Morgen an, ein unfreundlicher, kalter Morgen mit fahlem Licht: dazu die Melodie des sausenden Sturms. Um 6 Uhr kommen wir in ein in fruchtbarer Gegend lieblich gelegenes Städtchen. Bergangcnheft! Ein scheußliches Durcheinander von Ruinen und verkohltem Hausrat. Das einzige Lebewesen, das sich zeigt, ist ein Hündchchr, dass winselnd aus einem Trümnrerhausen hervorkriecht. Wer ftagt danach, ob's belgische oder deutsche Granaten waren, die hier während der Schlacht ihre sirchtbarc Arbett verrichteten? Unsckre braven Leute, durch den Sturm getrocknet, sind wieder lustig, auch ohne Frühstück. Ich Glücklicher leiste mir eine Berliner Zigarre, Liebesgabe aus der Seimat. Der gütige Sender ahnte wohl nicht, welch neuen Lebensmut nttr seine Gabe emflößen würde. Nach der Meldung bei der Brigade erhalten wtt den Auftragin der Nähe einen Truppenverbmwplatz zu übernehmen. Es gibt wohl keinen ttaurigeren Anblick als solch einen von Verwundeten erfüllten Truppenverbandplatz, erschütternd selbst für die abgehärteteu Augsp des Arztes. Deutsche und Belgier liegen! Die Afghanen und ihr Herrscher. Nach den jüngsten Nachrichten hat der große Weltkrieg nun auch das Asghaucnovlk in Bewegung gesetzt, das, wie es scheint, die Gelegenbett benutzen tmll, um seine Rache an den beiden Völkern zu kühlen, dtt dtt ulten Feinde Afghanistans sind. Kein Zug im Eharakter des afghanischen Volkes ist hervorstechender und kennzeichnender, als gerade sein leidenschaftlicher Mang zur Unabhängigkett. Sic sind ein freiheitsliebendes Volk, stolz ans ihre Persönliche und ihre Stammesfreiheit. Roch bis zum heutigen Tage haben die verschiedenen Stämme, aus den«: sich die Bevölkerung des Landes zusammensetzt, sich ihre Sonderbräuche und ihre Svnderdialekte erhalten, und wenn auch der Emir in Kabul per despottiche Herrscher des Landes ist, so bewahren doch auch rhm gegenüber dtt Stämme eine gewisie Unabhängigkeit. ^Wenn der Ennr etwas erreichen will, so erreicht er es, indem er irch mtt den Säuptern der einzelnen Stämme ins Einvernehmen setzt: tue Algbanen im engeren Sinne aber sind nur die beherrichende Rasse tm Lande, die etwa feit 1750 die Obergewalt au sich gerissen hat. Sv wie die einzelnen Stämme dem herrschenden Bolle gegenüber, so wissen die Afghanen auch gegen die Fremden ihre Unabhängigkeit bis auss äußerste zu wahren. Mes Volk ist sctt Urzettcu ein Volk von tapferen Kriegern und kühnen Räubern. Me Flinte und das lange Afghauenmesser verläßt sie nicht: aus dem Rücken des Pserdcs sind sie zuhause. Die Afghanen haben einen ausgesprochen männlichen Nattonalcharattcr, und das spricht sich auch in ihrer äußeren Erscheinung aus. Stt sind groß, schlank und kraft uz. haben langgezogene Gesichter mit scharfen Zügen, ickpoarzem Ban und Saar, und großen, dunkeln glänzenden Augen. In furchtbaren, höchst mörderischen Kämpfen haben die Engländer ihre Herrschaft in Afghanistan allmählich bis hinttr den berühmten Khaiber-Paß vorgeschoben. Aber selbst jetzt noch ist diesir Paß nur an zwei Tagen der Woche für den Karawanen- vcrkehr geöffnet, und auch daun iverden die Söhen und Schluchten zu beiden Seiten der Sttaße besetzt und bewacht. An änderest Tagen aber wird von der englischen Sette aus niemand hinctti.' gelassen, da man, wie Karl Figdor bemerft hat, dann einem ziemlich sicheren Tode rntgegengehen würde. Die zahlreichen und wttdcn Bcrgstämme der .Seitentäler und Schluckten haben vor Menschenleben nicht eben viel .Achtung. Mr Khaiber-Paß. der einzige Weg, der von Peschavar nach Kabul sührt, ist etwa 26 englische Meilen lang und führt im Zickzack längs eines Bergbaches durch eine enge, von steilen Felsen eingesckzlvssene Schlucht. Dm Berge, die ihn begleiten, schien gegen das Tch stellenweise in lotrechten Schieserwänden ab, an deren Fuße sich der Paß auf lange Stteckru ganz eng zusammenzicht. Das ist der furchtbare Paß, der schon Ströme von Menschcnblut getrunken hü. Mein, selbst wenn die Engländer diesen in ihrer Gewalt haben und halten, so ist doch auch der weitere Weg nach der Landeshauptstadt Kabul noch äußerst Kfährlich Kabul liegt der indischen Grenze vcrhchtnis- mäßig nahe, aber dtt großartige und zugleich schreckliche GebirgS- landschatt des östlichen Sinduftffchs bildet gleichsam ein natürliches Bvllloerk vor der Hauptstadt Afghanistans. Joch auf Joch, Klippe auf 'Klippe türmt sich übereinander und starrt in wilder Nackthett zum Himmel empor, vttle Piks hüllen ihre Häupter in den blendenden Glanz des ewigen Eitts und einzelne dieser Kolosse ragen weit in die Regwn der Hochalpen hinein. Ein merkwürdiger Zug des Volkslebens ist dtt relativ hohe Bildung der Afghanen. Das Volk ist im allgemettwn begabt und intelligent zu nennen, und fast in jedem Dorfe oder Nomadenlager sindet sich ein Mullah, der Unterricht in den 'Clementap- kennMissen gibt: im Lesen, im Schreiben, in der Kenntnis der nöttgen Gebett. Gerade der gegenwärttge Emir Habrbullah hat eine Reorganisation des afghanischen Schulwesens nach europäischem Vvrbllde in Angriff gerwmmcn, Emir Habibullah ist überhaupt eine recht merkwürdige^Persönlichkeit. Seinem Charakter nach ist er ein. echter Afghane: zäh, zurückhaltend, beobachtend und von großer Willenskrait. Sein Temperament ist scharf, ja fast grausam: das afghanische Volk erwartet von seinem Herrscher ein gewisses Maß von Grausamkeit, doch fühtt Habibullah ein viel müderes Regiment als sein Vorgänger Abdurrha:nan. Mtt Wen dresen Zügen von alwrientalischäu Despotismus mischen sich aber bn dem Emir Elemente wesllicher Aufllärung. Er Neidet sich europäisch, wobei er freilich nicht unterläßt, seine Weste schwer mtt Gold und Silber zu sticken und sein Haupt mtt dem altl- herkömmlichen Biber- oder Astrachanhute zu schmücken. Er ist ferner ein Freund manches europäischen Sports und hat für Erfindungen und Leistungen der europäischen Technik viel Interesse. ?lls er jetzt vor acht Jahren seinen vielbesprochenen Besuch in Jndttn ablegtt, konnten die .Engländer nicht in Abrede stellen, daß mtt .habibullah Khan als einer intelligenten und energischen Persönlichkeit zu rechnen sei, und daß er sehr wohl verstehe, mtt Menschen umzugehen, und seine Würde zu behaupten. — Ein neues Lustspiel. Aus Bremen, 2. Oktober» wird uns geschricken: „Ein Tag", Lustspiel in 3 Aken von Sil Vara, das heMe im hiesigen Schauspielhaus am O st e r t o r zur Uraufführung gelangte, ist eines jener leichten, heiteren, glänzend dialogisietten und mtt pikanten Wahrheiten über Frauen, Liche und Ehe übersäten Salonstücke, wie sie uns gerade Oesterreich, das Vaterland des Mchters, schon des öfteren beschert hat. Der junge Professor Erich Maierchorf gerät in Strcft mtt Lori, seiner Frau, weil die ihn gar zu sehr bemuttert. Daraus entwickeln sich allerhand Eifersüchteleien, kleine Licbesinttigen und Verwechselungen mit der selbstverständlichen Versöhnung am swluß. Die Dandlung ist llott geführt und mtt sicherer dramatischer ^.ogil entwickelt: auch der Ettrfall, wie ein einziger Tag uns Mcnfch- lein wandelt, ist an sich amüsant. Und da Sll Vara :n den bnden Famllicn der Frau und des Mannes eine Reihe zum Teil ganz origineller Charaftere einander gegenüberstellt, so gibt es ernc Fülle zwanglos enrstehender, wundervoll ftifcher und lusttger Szenen, die das Publikum bei der sehr temperamentvollen Darstellung und vortresflichen Inszenierung, die Herr Regmeur Paul Carney besorgt hatte, auch sichlli» prachtvoll amu,leiten. W. K. — Der Schöpfer des Unterieebootes f. Aus letzt emgetrofsenen amerikanischen Zeitungen ist zu ersehen, daß der Schöpfer des Unterseebootes, John P. Holland, im Alter von 72 Jahren zu Newark im Staate New York am 12. .Sephemhor an einer LungeneMzüaduna geworden i& -irr auf Stroh. Durch Untbreben lrfufc man sich überzeugen. ob sie noch Irden. Wir stellen nenn Tote fest, durch vergeblickws Schütteln; sie liegen unter den Berioundetrn. Die Transportfähigen werden aus ÄmbillailzaiiwS möglichst zahlreich ausqeladen. Dann übernehmen wir die Beerdigung der Toten: 4 Deutsche, 5 Belgier. Bi« unserer Leute schaufeln ein Massengrab, drei schicke ich Blumen suchen Nach einer halben Stunde treten mein Kamerad und ich ans offene Grab. Ein leiser Regen träufelt herab, fällt in die etwa 1'/« Meter tiefe Grube, die -nun die »«störte Hoffnung von neun arnien Familien aufnehmen soll, von Müttern, Frauen und Bräuten, die vielleicht noch seht Briefe an ihre Lieblinge schreiben. Es liegt etwas unsäglich Trauriges über imserer einfachen Zeremonie. Acht Soldaten legen möglichst sanft und behutsam die Toten ins Grab, einer eng neben denr an£»fnt, die Rücke üb« die Gesicht«. Dann befiehlt mein Kamerad: „Helm ab zum Gebet!" Und während vorn auf dem Felde uns«e schwere Artillerie don n«t, werfen wir den toten Kam«aden drei Hände voll Erde ins Grab. Eine Viertelstunde daraus deckt sie ein Hügel, geschmückt mit einein einfachen Kranz und mit einenr schönen Blumeicheet. Der Donner der Haubitzen ist die großartigste Grabmusik, die stille Ergrifscnheit der Kam«adett die ehrendste Trauer, die wohl einem Mann unser« Generation und unserer Gegenwart zuteil w«den kann.... Au» Staöt und Cond. Gieße n, 5. Oktober 1914. Der Landsturm zieht aus. Der Wind treibt graue Wolken am Himmel, fährt durch die bunten Bäume und fegt den Staub um die Straßenecken. Es ist Herbst — und der Landsturm zieht aus. In allen Gassen schallt der Tritt der genagelten Stiefel, und einzeln oder in kleinen Gruppen ziehen die Landstunn«- männer zum Sammelplatz, mit Rucksack und Tornister, Koch- geschirr und Schanzzeug, Zeltbahn und Mantel, Gewehr und Patronentasche, Fausthandschuhen und Feldflasche — feldmarschmäßig. Hinter manchem schleppt der Sprößling der Quartiergeber das Gelvehr: anderen geben diese selbst mit der ganzen Familie das Geleit; viele, viele tun den Gang» unter ihren Lieben, begleitet von Frau und Kind, und ins Straßenbild mischt sich allenthalben^die hessische Bauerntracht. Auf den Häsen der höheren Schulen, und wo sonst in der Nähe der Ludwigstraße die Häuser einen Platz frei geben, strömt es von allen Seiten zusammen. Der Ernst der Stunde malt sich auf alben Mienen; das Händeschüttelns, derAbschiedswwrte ist kein Ende. Und selbst in den Augen so manches Unbeteiligten quillt es heiß auf, wenn er den Vater mit treuem Blick noch einmal den Aeltesten umfassen, denl Kleinsten die Wange klopfen und dem Mädel den Abschiedskuß geben sieht, wenn er hört, wie er der Gattin mit erstickter Stimme durch ein Scherzwort über die Stunde hinweghelfen will. Ein Kommando fährt ins Gedränge, und die Kompagnien treten an. Richten... und Rühren... und Abzählen ... und Stillgestanden ... Der Hauptmann spricht. Zu den Zuschauern dringt es wie: Kameraden ... Abschiednehmcn... ins Feld rücken... werden unsere Pflicht tun... der Deimat wert erweisen... erhabenes Vorbild,.. Se. Majestät... Kaiser... Großherzog. . „und ein stürmendes Durra aus .Hunderten von Männerkehlen braust zaun Herbschimmel auf... und wieder ein Kommando, und die Kompagnie setzt sich in Marsch. Uchd da — und noch einmal — und wieder schließt sich eine Kompagnie nach der anderen an, und die Musik setzt sich an die Spitze, die Degen fliegen aus der Scheide, und mit klingendem Spiel, hellen Auges, die Brust heraus — so marschiert das Bataillon zum Bahnhof. Die Fenster fliegen auf. Tücher winken. Tausende bilden Spalier. Dort bringt ein frisches Mädel einem Hauptmann einen Strauß roter Rosen. Hier drängt sich eine Frau in djje marschierenden Reihen, noch ein Wtort vom scheidenden Gatten zu erhaschen. Da fliegt ein Scherz aus der Menge unter die Marschierenden und wird mit Lachen und Wiederrede zurückgegeben? Keine blanken Gamaschen, funkelnden Helmspitzen, neuen Monturen. Aber unterm ehrwürdigen Tschako ein bärtig, entschlossen Gesicht, in der Faust eine gute Waffe und unter dem blauen verschabten Waffenrock ein zuversichtlich, treues Herz, so ziehen sie dahin. Vorbei am Lazarett geht der Marsch, wo aus wissenden und doch so sehnsüchtig heißen, ungeduldigen Augen die Verwundeten auf den Landsturm schauen. Und sieh! In der letzten Kompagnie wird der Ehrgeiz rege, den Jüngeren, die schon den Feind sahen, zu zeigen, daß auch die Alten noch Kerle sind: Durch die Reihen sliegts: Tritt halten... links — links — links, und taktfest gehts am Tor vorbei. Vorbei und um die Ecke. Ueber den Köpfen.nicken in den Läusen die bunten Herbstblumen, die die Heimat den Scheidenden mitgab. Ab und an trägt der Wind noch wie einen abgerissenen Fetzen ein paar Takte der Musik, ein paar Töne eines Lieds heran.... Ein verspäteter Unteroffizier, den Kriegshund an der Leine, eilt dem Zuge nach... Die Straßen sind so ernst____ Sind das nicht verweinte Augen?.... Der Landsturm zog aus____ * Versendung von Feldpostpakcten an unsere Krieger. DieHeeresverwaltung hat nachstehende Bestim mungen nochmals zur allgemeinen Kenntnis gebracht, um di Nachsendung von Privatpaketen mit wollenen Sachet an die im Felde stehenden Militärpersonen zu sichern. 1. Die Pakete sind an die E r s a tz t r u p p e n t e i l e de betreffenden, im Felde stehenden „Mobilen Formationen' zu adressieren. z. B.: „An das Ersatzbataillon Jenf.-Regts Nr 13 in Münster". — 2. Auf dem seitlichen Abschnitt de Postpaketadrcsse ist die genaue Adresse des eigentlichen Emp fängers anzugeben, z. B. Musketier Weber, 8. Komp. Ins. Regts. 13, mit dem Zusatz: Dieses Paket ist mit dem nächstei MUltärtransPort mitzusenden. — Da die Ersatzformationei Beklerdungs- und Ausrüstungsstücke und dergl. den fechten den Truppen nachschicken, so lassen sich die Privatpakete an besten mit solchen Eisenbahntransporten vereinigen. — 3. Un den Angehörigen solcher Formationen, deren Bezeichnung de: Ersatztruppenteil nicht ohne weiteres erkennen läßt, Paket zusenden zu können, haben die Vorgesetzten die zu ihrer For nialion gehörenden Offiziere und Mannschaften anzuweisen umgehend allen Personen, von denen sie Pakete zu erwarte! haben, mitzureilen, welcher Ersatztruppenteil für sie in Be tracht kommt. Zu diesem Zweck ist allen Offizieren un! Mannschaften die genaue Bezeichnung des Ersatztruppenteil bekannt zu geben. — 4c Pakete, die an Angehörige höhere Stabe gerichtet werden sollen, sind zweckmäßig den stelloer tretenden Generalkommandos zu übersenden, die die Weiter besörderung einem Ersatztruppenteil übertragen — 5 Di Ersatztruppenteile sind zur Anmeldung der Transporte bc der zuständigen Linienkommandantur verpflichtet. 88 25 , 3l 11,32, 12 d. Mil.-Transport-Ordnung und deren Mil.-Äus sühr.-Bestimmungen 22 sind zu beachten. Bei de» stellvertre: Generalkommandos, die die im Felde stehenden Truppenteil usw. ausgestellt haben, ist in Zweifelssällen Erkundigung ein zuholen, wo der zuständige Ersatztruppenteil sich befindet. Ueber die Zulassung der unmittelbaren Versendung vo P r iv atPaketen an die im Felde stehenden Truppen schweben z. Zt. Verhandlungen, deren Entscheidung noch aussteht. ' Hessische Medaille für Tapferkeit. Der Großherzog von Hessen hat dem Hauptniann Poly die Hessische Kriegsmedaille für Tapferkeit verliehen. ** P o st n a ch ri ch te n. Der Postanweisungsverkehr mit Argentinien und der Postauweisuugs- und Nachnahme- Verkehr mit der Türkei (türkische Postanstalten) wird wieder ausgenommen. — Das Umrechnungsverhältuis für die in der Fr a n k eu wä h r un g auszu stellenden Postanweisungen nach fremden Ländern (Italien, Schweiz usw.) ist auf 100 Frank --- 86 Mk. (irach Rumänien auf 100Ler = 86 Mk.) neu festgesetzt worden. — Offene Briefseicdungeu nach Persien werden von jetzt ab zur Postbeförderung angenommen. Landkreis Gießen. + Leihgestern, 5. Cfl. Vizeleldwebel Ludwig Wallbott au? Leihgeileru vom Garde-Jniaiiterie-Regiment Darmsladt hat das Eiserne Kreuz erhalten. Kreis Büdingen. O Nidda, 4. Ctt. Heute wurde hier der Buchdruckereibesitzer und laugtährige Herausgeber des .Niddaer Anzeigers', Ludwig ElooS, unter zahlreicher Beteiligung beerdigt. Ter Verstorbene stand im 77. Lebensjahre und seines biederen Wesens halber erirente er sich allgemeiner Hochachtung und Beliebtheit. — Hier wurden durch den Polizeidiener die Höchstpreise lür die notwendigsten Lebensniittel bekannt gemacht. Tie bisherigen Preise waren sämtlich etwas hoher. Für den Doppelzentner Kartoffeln sind 5,50 Mk. als Höchstpreis festgesetzt. Ucberschreitungen dieser Sätze werden mit Slralen bis zu 3000 Mk. geahndet. Kreis Lauterbach. (id) Frischb orn, 3.Okt. In französische Gefangenschaft geraten ist der im Landwehrregiment Nr. 1l6 zu Gießen stehende Landwehrinann Ludwig Orl- w e i n von hier. Bei Sermaize (Marne) verwundet fiel er mit anderen in die Hände der Franzosen und Wurde in ein Lazarett nach Bordeaux gebracht. Von dort traf ein Brief von ihm ein, demzufolge er dort sehr gut verpflegt ist. Orll- wein ist verheiratet und Vater von fünf kleinen Kindern. Kreis Friedberg. (h) Friedber g, 4. Okt. Die Aktien-Zucker- fabrikWetterau erzielte in dem jetzt abgelausenen Recch- nungsjahre 1913/14 nach 45 720 Mark Abschreibungen 11912/13: 38 358 Mark) einen Gewinn von 9850 Mark (55 530 Mark). Während im vorigen Jahr 5 Prozent Dividende ansgeschüttet wurden, wird über die Verwendung des diesjährigen Gewinns keine Angabe gemacht. Der neuen Rechnung wurden 1484 Mark vorgetragen. Das Aktienkapital beträgt 835 000 Mark, die Reserven belaufen sich auf 190000 Mark, wie bisher. Hessen-Nassau. 8. R o d h e i m a. d. Bieber, 3. Okt. Der Einjährig-Freiwillige Unierossizier Karl Bechthold, jüngster Sohn unseres Bürgermeisters, iit am 13. September aal Frankreichs Boden den Ehrentod sürS Vaterland gestorben. l. F r a n k e n b e r g, 4. Okt Unserem hier in einem Schulsaale des städtischen Schulgebäudes errichteten Lazarett wurden gestern 36 verwundete deutsche Soldaten in Pflege übergeben. m. Kirchhain, 4. Oft. Auf Einladung des stellvertretenden Landrats fanden sich im Kreishause txie Vorstandsmitglieder der fünf Sparkassen des Kreises Kirchhain ein, um zu der Bewilligung eines ®ar» le hn s von 60 000 Mark an den Kreis Kirchhain Stellung zu nehmen. Diese Summe benötigt die Kreisverwaltung für die Unter st ützungs betrage, die an die Familien d»er zum Kriegsdienst einbernfenen Mannschaften auf Grund des Reichsgesetzes vom 4. Llugust 1914 zu zahlen siind, und die sich ans «monatlich 11500 DA. belaufen. Nach längerer Aussprache erklärten sich die Vertreter der Sparkassen dahin, daß je 15 000 Mk. von den Sparkassen Kirchhain, Neustadt und Amöneburg und je 7500 Mk. von den Sparkassen Rauschenberg und Schweinsberg als Darlehn bewilligt werden sollen gegen eine Verzinsung von fünf Prozent. Ueber dieses Darlehn wird der Kreistag in seiner Sitzung vom 9. Oktober d. I. Beschluß, fassen. h. Frankiurt a. M., 4. Okt. Aist Veranlassung der Stadtkämmerei sammeln gegenwärtig zahlreiche arbeitslose Frauen und Kinder gegen entsprechende Entlöhnung in dem Sladtwalde Eicheln. Bisher wurden 70 000 Liter, etwa.1000 Zentner, der bisher seit Jahren unbeachtet gebliebenen Frucht abgelieierl. Etwa 500 Zentner wurden bereits zu Futterzwecken verkauit. h. Bad Homburg v. d. H., 5. Oft. Unter dem Vorsitz des stellvertretenden Landrahs a. D, v.^5 ernus trbcsDt der Kreistag des Obertaunuskreises am Samstag feine diesjährige Herbsttagung ab. Im Mittelpunkt der Verhandlungen standen die Beratungen über die Maßnahmen zur Linderung der durch den Kstisg im Kreisgebiet entstandenen Notlage. Unter Berücksichtigung der teuren Lebensverhalt- nisse im Kreise bewilligte man an Unterstützungen aus Kreismitteln für jede Ehefrau eines Kriegers inonatlich 9 Mk., für eheliche und uneheliche Kinder ulnber 15 Jahren bei einem Kinde 3, bei 2 Kindern 4, bei 3 Kindern 5 und bei 4 und mehr Kindern 6 Mk.; Kinder über 15 Jahren und Verwandte aufsteigender Linie erhalten, sofern sie van dem Feldzngsteilnehmcr ernährt werden, monatlich 3 Mk., Eltern von Kriegern zusammen 9 Mk., sonst Vater oder Mutter nur je 6 Mk. Me Unterstützung beginnt am 1. Oktober und endet vorläufig Ende März 1915. Insgesamt wurden für sie 600 000 Mk. genehmigt, die aus Anleihemitteln aufgebracht werden sollen. Ferner stellte mau zur Linderung der durch Arbeitslosigkeit entstehenden Notstände den leistungsschwachen Gemeinden einen Kredit von 50 000 Mark zur Verfügung. Mr die notleidenden Ostpreußen bewilligte man 5000 Mk. und aus Antrag des Oberbürgermeisters Lübke (Homburg) für Elsaß-Lothringen 2500 Mk. rb. Da r m st a d t, 2. Okt. Das Schwurgericht d« Provinz Starkenburg beschäftigte sich heute mit einem so schweren Verbrechen, wie sie glücklicherweise im Hessenlande nur sehr selten Vorkommen, einem 3-fachen Mord, Raub und Brand st if- t u n g. Dies« B«brechen war d« 30jährige Bäckergeselle Philipp F l ö r s ch , gebürtig aus Monzernheim, angeklagt. Er hatte in d« Nacht zum 14. Juni ds. Js. seinen Brotherrn, den Bäcker- meist« Back in Hof heim bei Worms in der Backstube überfallen und durch Beilhiebe getötet. Dann drang er in die Wohnung ein, tötete die Frau des Bäckermeisters und verletzte auch die beiden Töcht« so schwer, daß die ält«e, 19jährige Tocht« bald darauf im Krankenhaus in Worms v«starb. Nach vollbracht« Tat erbrach der Mord« den Schreibtisch und entwendete daraus 878 Mark. Um die Spuren dies« grauenhaften Tat zu vertuschen, üb«goß « die beiden Leichen des Ehepaares mit Petroleum und steckte das Haus in Brand, d« ab« von andnen bald entdeckt und gelöscht wurde. Flörsch war nach d« Tat sofort verschwunden; « wurde ab« schon am anderen Morgen als der Tat dringend verdächttg bei seinen Verwandten in Rheinheffen ermittelt und verhaftet Nach anfänglichem Leugnen gestand « schließlich unter den erdrückendsten Beweisen seine Schuld ein. D« Angeklagte, d« schon wegen Totschlags sein« Geliebten in Krefeld eine dreijährige Ge- sängmsstrafe verbüßte, bestritt in d« heutigen Verhandlung die Absicht d« Ermordung. Im Lause d« heuttgen, unter Vorsitz z, Landgerichtsrats v. Pfister stattgehabten V«handlung, Ju i 35 Zeugen und 5 Sachverständige geladen waren, nmrden aber tz Hauptpunkte d« Anllage im wesentlichen bestätigt. D« Mord- hatte seine Tat seit läng«« Zeit sehr taohl überlegt und w, zynisch« Festigkeit durchgesührt. Der Anstaltsarzt des Hospitals, in ivelchem der Angellagte auf seinen Gesundheilszustüj untersucht worden war, bezeichnete ihn zwar als geisttg mindci w«tig, aber für seine Tat im Sinne des Art. 51 RStGB. »«antwortlich. Nach Vernehmung von einigen 20 Zeugen un d« Sachverständigen wurde die Verhandlung gegen 9 Uhr oW abgebrochen und die Fortsetzung aus Samstag vormittag g m vertagt. — Am zweiten Verhandlungstage beantragte der Stcuu- anwalt, den Angeklagten wegen der Raubmorde dreimal zui Tode, wegen des Mordversuchs zu lebenslänglichem Zuchchva wegen d« Brandstiftung zu fünfzehn Jahren Zuchtz^ mit den üblichen Nebenstrasen zu verurteilen. Die Geschworene entschieden in diesem Sinne. Ter Angeklagte nahm das Urtei mit zynischer Ruhe aus und verzichtete mit der Bemerkung, ß, lieb« aushängen zu wollen, aus Revision und Gnadengesuch. Eingesandt. « Lage sein werden, diese Äubn an sich persönlich ins Feld nachsenden zu lasten. — Da bicli Sportsleute, j. B. Alpinisten und Skisahrer, ihre Wollsachen jtitv nickst tut Verein, sondern zu Hause haben, so empsiehlt es iid vielleicht, Sie bet den geplanten Hanssammlunge, tätigen Personen anzuweisen, ausdrücklich auch nag Sportlleidungsstücken zu siagen, die sonst von den Gebern vergessen w«den könnten. B. H. £tait5>cs«smsitad?rid>tcn. Gießen. Aufgebote: Oktober 1. Otto Gerbig, Kaufmann, mit Agnes Emma Johanna Bartling, beide in Wernigerode. Eheschließungen: September 2 b . Otto Grün, Arbeiter, mit Helene Elisabethe WUl, beide in Gießen. — 26. Johann Heinrich Schäfer, Apotheker in Schlitz, mit Henriette Matgarcre Brendvw in Düsseldorf, — Wilhelm Rudolf Rath«, Dreh« in Essen, mit Marie Elise Christine Steinbrech« in Gießen. — Gustav Wilhelm Stephan, Zigarrenhändlrr, mit Lina Christine Elisabeth Müller, beide in Gießen. Geborene: Septemb« 23. Dem Bizefeldwebel Kvnrnd Lippert ein Sohn, Ernst Konrad Eduard Heinrich. — Dem Taglöhn« Heinrich Hansel eine Tochter, Marie. — Dem Friseur Hermann Schenk ein Sohn, Werner. --- 24. Mm KKaftwageii-' führ« Hermann Ferdinand Bend« eine Tocht«, Marie. — Dem Stabsarzt M. Werner Theodor Wilhelm Neumann ein Sohn. — 25. Dem Lackierer Heinrich Wilhelm Büttn« eine Tocktrr. — Dem Taglöhner Otto Rausch eine Tochter, Luise. — 26. Dem Ralsboten Karl Ludwig Otto Schneider eine Tochter, Ekisabetza.' — Dem Handelsmann Amand Friemel eine Toc^er, zstathaiina Mathilde. — Dem Bvauereiarbeit« Emil Niße eine Tochter, Mathilde. — 28. Dem Schreiner Georg Bernhard Louis Sent- h erster ein Sohn, Georg Hermann Max. — Dem Regierungs- Assessor Dr. Rudolf Siegelt ein Sohn, Rudolf Gustav Wilhelm. — 29. Dem Bäckermeister Heinrich Weimar eine Tocht«. — Dem Kaufmann Abraham Kahn ein Sohn, Rudolf. — Dem Metzger- meist« Heinrich Schwarz eine Tocht«, Käthe Gerda. Sterbesälle: Septemb« 25. Margarete Beck«, geborene Kroll, 32 Jahre alt, Wieseck« Weg 40. — 26. Johann Friedrich Helm, Kaufmann, 64 Jahre alt, Löb«straße 6. — 27. Karl Johannes Rudvlt Momberg«, 6 Jahre alt, Nord-Anlage 7. — 27. Mathilde Höcher, geb. Büttn«, 41 Jahre alt, Asterweg 54. — 29. Weimar, ohne Vorname, Vst Stunde alt, Frankfurts: Straße 41. Friedberg. Geborene: Sepienib« 27. ,Dem Weißg«b« Heinrich Friedrich Henkel ein «Sohn, Albert Heinrich. — Dem Schneid« Wilhelm Wvllrab eine Tocht«, Marie Anneliese. — 19. Dem Dachdecker Andreas Jung ein Sohn, Berthold Helmut. — 18. Dem Metzgei- meister Wilhelm Kno« ein Sohn, Heinrich August. Sterbefälle: «Septemb« 24. Alfred Kißling, Schlosser, zuletzt Kanonier in d« 1. Batterie des Art.-Rgts. Nr. 64, 20 Jahre - alt, wohnhaft in Chemnitz. — 27. Luise Engelhardt, 45 Jahre alt, in Wöls«sheim. — 28. Paul Helbig, Handlungsgehcksc, zuletzt Grenadier im 1. Bataillon des Jns.-Regts. Nr. 101, 20 Jahre alt, wohnhaft in Leipzig. Hungen. Geborene: Septemb« 25. Dem Schweiz« Christoph M- bisser ein «Sohn, Xaver. Langsdorf. /Sterbesälle: Anna Bausch, geb. Aff, 42 Jahre alt. Nidda. Geborene: «Septemb« 25. Dem Lokomotivheizer Wilhelm Kober eine Tochter, Elfriede. Büdingen. Aufgebote: September 28. Wilhelm Harnisch, Schlosser, mit Miitna Brnx, beide in Büdingen. Geborene: «September 20. Dem Maurer Philipp Mchb ein Sohn, Ludwig. — 25. Dem Taglöhn« Felix Heüig ei« Tochter, Agnes. Sterbefälle: Septemb« 26. Mathias Scherren, 23Jahre alt, aus Kohlenscheid, Musketter im 160. Jns.-Regt., verstorben rm Verwundeten-Lazarett in Büdingen. Meteorologische Beobachtungen ber Station Siche«. Okt. 1SJ4 L V S-F H ° B -2 5t a z p - £ w 5S — = ■S# i| 4 2» 760,2 13.1 6,5 58 SW 4. 8“ 752,5 85 7,7 92 8 6. 7*- ?54,7 7.3 6,0 91 WSW eg5-r* Weiter io 5 6 Ved. Himmel Bew. Himmel Höchste Temperatur am 3.-4. Okt. Niedrigste , , 3.-4. , Ntedersckilag: 0,7 mm. 1914 = + 14.7'C. 1911 =i +. 8.4' , Verantwortlich für .Feuilleton", „Gerichtssaal" u. „Vernlischtrs"! I. V: August Goch. «wtttdjfr Teil. Bekanntmachung Bett. Aenderunq der Postordnung vom 20. Mürz 1900 Vom 27. September 1914. Aus Grund des 850 des Gesetzes über das Postwesru vom ?. Oktober 1871 (Reichs-Gcsetzbl. S. 347) und des §3 Abi. 2 des esetzes, betreffend Erleichterung des Wechsel Protestes, vom 30. Mai M8 lReichs-Gefetzbl. S. 321) wird die Postordnung v»m 20. März >00 für die Dauer der Geltung des z 1 der Bekanntmachungen s Bundesrats vom 6. August. 8. uud 24. September 1914 leichs-Gesetzbl. S. 357, 399 und 413 ', sowie des ^ 2 der Be- rmtmachung des Bundesrats vom 29. August 1914 (Iteichs-Geie». att S. 387), betreffend Verlängerung der Fristen des Wechsel- td Scheckvechts, wie folgt geändert, 1. Im Z 18 a „Postprotest" ist statt des zweiten Abs unter v i setzen: I Ist die Zahlung der Wechselsmnme nicht zu erlangen, oder erbt der Versuch, den Postauftrag vorzuzei.gen. erfolglos, so ird der Postaustrag bei der Postanstalt zur Einlösung bereit geilten. Erfolgt die Einlösung nicht, so wird der Wechsel mit dem ostmiftrag am dreißigsten Tage nach Maus der Protestfrrst es Art. 41 Abs. 2 der Wechselordnung, wenn dieser Tag rf einen Sonn- oder Feiertag fällt, am nächsten Werktag noch- als zur Zahlung vorgezeigt. Bleibt die zwettr Vorzeigung oder er Berfnch zn dieser erfolglos, so wird gegen die im Postauftrage -zeichnete Person Protest nach de« Vorschriften der Wechselord- ung erhoben. Postvrotestausträge mit Wechseln, die in Elsaß-Lothringen, in -r Provinz Ostpreußen oder in Westpreußcn in den Kreisen Maienburg, Elbing Stadt und Land, Stuhm, Mariemverder, Rosen- :rg, Graudenz Stadt und Land, Löbou, Culm, Briesen, Stras- arg, Thvrn Stadt und Land zahlbar sind, werden erst am ncun- isten Tage nach Ablauf der Protestfrist des Art. 4l Achs. 2 der na. w illt, am nächsten Werktage nochmals, zur Zahlung vorgezeigt. asten sechs elordnung. wenn dieser Tag auf einen Sonn- oder Feiertag asselbc gilt für die nochmalige Vorzeigung von Postprotestaus j ägrn mit solchen im Stadtkreise Danzig zahlbaren gezogenen | wechseln, die als Wohnort des Bezogenen einen Ort angeben, der l Ostpreußen oder in einem der b^eichneten westprrußischcn Kreise ogt. _ 2. Zffser 2 der Bekanntmachung vom 6. August 1914, sowie die -ekanMmachnngen vom 30. August und vom 8. September 1914 Reichs-Gcsetzbl. S. 357, 391 und 401) werden aufgehoben. 3. Vorstehende Aenderung tritt sofort in Kraft. Berlin, den 27. September 1914. Der Reichskanzler. _ I. B: Kraetke. _ Pfeffrrnüffen. II Verboten ist di« Ausfuhr und Durchfuhr von: Schwefel, Fichtenhar», Thoriumnitrat, Eeriumiritral, Oxalsäure, Ameisensäure, Ameisensäuresalzen. Berlin, den 27. September 1914. Der Stellvertreter des Reichskanzlers. Delbrück. Bekanntmachung. Aus Grund des § 2 der Kaiserlichen Verordnungen vom 31. Juli 1914, betreffend das Verbot der Ausfuhr und Durchfuhr von Waffen, Munition, Pulver und Sprengstoffen, sowie von anderen Artikeln des Kriegsbedarfs urch von Gegenständen, die zur Herstellung von Kriegsbedarfsartikeln dienen, und betreffend das Verbot der Ausfuhr und Durchfuhr von Rohstoffen, die bei der Herstellung und dem Betriebe von Gegenständen des Kriegsbedarfs zur Verwendung gelangen, bringe ich hierdurch zur öffentlichen Kenntnis, daß nachstehende Gegenstände unter das Verbot fallen: 1. Zitroneusaurer Kalk: 2. Elekrr. Taschenlampen und dafür geeignete Trockenbatterien; 3. Flachswergsarne und Hanfgarne; 4. Plauen, Bleche, Stangen und Stäbe aus Kupfer, Zinn, Aluminium, Blei oder Nickel oder aus Lelierungen dieser Metalle; 5. Manganerze und Nickelerze. Berlin, den 25. Scviember 1914. Der Stellvertreter des Reichskanzlers. Delbrück. _ Bekanntmachung. Aus Grund des § 2 der Kaiserlichen Verordnung vom 31. Juli 1914, betreffend das Verbot der Ausfuhr und Durchfuhr vonWasfen, Munition, Pulver undSstrengst o f s e n , sowie von anderen Artikeln des Kriegsbedarfs und von Gegenständen, die zur Herstellung von Kriegsbedarssartikcln dienen, bringe ich hierdurch zur öffentlichen Kcnntttis, daß nachstehende Gegenstände unter das Verbot der Ausfuhr und Durchfuhr fallen: Mechanisch und chemisch bereiteter Hol^ stosf, Zcitungsdruckvapier, Maschinen zur Herstellung von Holzstoff und von Papier, Metalllücher, Papiermaschistenfflze, Drucktvalzen für Zeitungsdruck und Walzenmasse, Kaolin, Äuchdrucklcttern. Schweflige Säure, Schwefelsäureanhvdrid, Berlin, den 26. September 1914. Der Stellvertreter des Reichskanzlers. Delbrück. _ Bekanntmachung. Auf Grund des 8 2 der Kaiserlichen Verordnung«! vom 1. Juli 1914, berteffend das Verbot 1. der Ausfuhr und Durch- lhr von Waffen usw., 2. der Ausfuhr und Durchfuhr von Rohoffen, die bei der Herstellung und dem Betriebe von Gegenständen I es Kriegsbedarfs zur Verwendung gelangen, 3. der Ausfuhr von I ierpffeoungs-, Streu- und Futtermitteln, 4 der Ausfuhr von staftsahrzeugen usw., 5. der Ausfuhr und Durchfuhr von Vcrband- | littcln um»-, bringe ich nachstehendes zur öffentlichen Kenntnis: I. Es wird aufgehoben das Verbot der Ausfuhr nd Durchfuhr von: Schnellholznagelmaschincn (Pflock-Ma- | Innen), Retortengraphit, Eisensand, Tannin, liegenden Verbren- nnqsmotoren. leinenen und halbleinenen Spitzen, Bändern und Posamenten, Zinnfolie, die zur Verpackung von Waren verwendet t, elektrisch betriebenen Kraftfahrzeugen ohne Rücksicht aus die ^ öteuerpserdeftärken: ferner wird aufgehoben das Verbot er A u sfu h r von: Meerrettich, Zuckerwerk, Lebkuchen und Bekanntmachung. Auf Grund des § 2 der Kaiserlichen Verordnung vom 31. Juli 1914, betreffend das Verbot der Ausfuhr und Durchfuhr von Waffen, Munition, Pulver und Sprengstoften, sowie von anderen Artikeln des Kriegsbedarfs und von Gegenständen, die zur Herstellung von Kriegsbedarssartileln dienen, und betreffend das Verbot der Ausfuhr und Durchfuhr von Rohstoffen, die bei der Herstellung und dem Betriebe von Gegenständen des Kriegsbedarfs zur Verwendung gelangen, bringe ich zur öffentlichen Kenntnis, daß nachstehend« Waren unter das Verbot fallen: 1. Natürlicher vhosphorsaurer Kalk, Suverphosvhat, Guano, Thomasschlacken. Thomasschlackenmehl, Knochenmehl und schwefelsaures Ammoniak; 2. Photographische Objekte mit einer Brennweite von über 210 Millimeter oder einem Helligkcitsgrad bis einschließlich £: 5; 3. Andere ungefaßte und gefaßte optische geschliffene Gläser (Linsen, Prismen, Objektive) außer Brillen, Kneifern,Brcnn- gläsern und Lupen. Berlin, den 24. Scvtecnber 1914. De^Stellveärett^^^^ei^skanzlers^^^^^^^. B et r.: Die Verwendung von Zechenkoks als Brennstoff für die öffentlichen Gründe und Anlagen. An die Grotzh. Bürgermcrftrreien der Landgemeinden des Kreises. Die Erlüngnng der Verfügung vom 11. September 1914 wird in Erinnerung griäncht. Frist 3 Tage. Gießen, den 1. Oktober 1914. Großherzozliches Kreisamt Gießen. Or. U sing er. B c t r.: Feststcllmrgrn über die verwundeten in Privatpslegr be- siiüilichen Mannschaften (Unteroffiziere und Gemeine) der Feldarmee. An dir Grohh. Bürgermeistereien dcr Landgemeinden des Kreises. Unter Bezugnahme auf unser Ausschreiben vom 17. September l. Js. machen wir Sie darauf aufmerksam, daß sich, die Anordnung, wonach die Großh. Bürgermeistereien verpflichtet sind, dem örtlich zuständigen Bezirkskommando alsbald Mtteilung zu machen, sobald verwundete oder geneseiche Angehörigen des Heeres oder der Morin« in ihrem Ort cintreffcn, sich nicht auf die in Reserve-Lazaretten oder in Vereins-Lazaretten und Genesungsheimen der freiwilligen Krankenpstege, tvohl aber auf die in Privatpflege befindlichen Kranken und nament- lichauchaufsolchebezieht.diewährenddes Eisenbahntransports, teils mit, teils ohne Erlaubnis den Zug verlassen und sich in ihre Hei-mat be- geben haben. Gießen, den 1. Oktober 1914. Großherzogliches Kreisamt Gießen. Or. U s i n g e r. B e t r.: Verbot des vorzeitigen Schlachtens von Vieh. An die Grotzh. Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises. Wir verweisen Sie aus die Bekanntmachnngen des Stellvertreters des Reichskanzlers vom 11. September und Gr. M. d. I. vom 16. und 29. Sepieniber d. I., abgedruckt in Nr. 222 und 228 des Gießener Anzeigers. Die Organe der Polizei und das Flcischbe- schaupersvnal sind verpflichtet, darüber zu wachen, daß den Vorschriften §enanestens entsprochen wird. Sie wollen diese Personen entsprechend anwciscn und selb st für strengste Durc^- führung der Bestimmungen besorgt sein. Zuwiderhandlungen sind uns unverzüglich cmzuzeigen. Gießen, den 3. Oktober 1914. Großherzogliches Kreisamt Gießen, vr. U s i n g e r. Bekanntmachung. B c t r.: Kanalisation Lich. Die lkreisstraße Lich— Langsdorf wird vom Bahnübergang in Lich bis znm Ortsende nach Langsdorf wegen Vornahme von Kanalisativnsarbeiten für den Fuhrwerksverkehr bis auf wxitercs gesperrt. Der Verkehr wird durch die Bahnhofstraßc und den hohlen Weg geleitet. Gießen, den 3. Oktober 1914. Großherzogliches KrriSamt Gießen. Or. U s i n g e r. Am 22. August starb den Heldentod fürs Vaterland unser lieber, guter Sohn, Bruder, Schwager, Onkel n. Neffe Ludwig Lttter Reservist der 8. Komp. Inf.-Regts. „Kaiser Wilhelm“ Nr. 116 im 28. Lebensjahre, Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Louis Liiter Gastwirt. Giessen, den 5. Oktober 1914. 10380 Auf dem Felde der Ehre starb am 22 . August den Heldentod fürs Vaterland unser lieber Kamerad Ludwig Lüter Reservist der 8. Komp, im Infanterieregiment „Kaiser Wilhelm“ Nr. 116. Wir werden ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren. Gießener Freiwillige Feuerwehr. Am 20. September starb den Heldentod fürs Vaterland unser unvergeßlicher Bruder, Schwager und Onkel Carl Kirschbaum Beservirt Im näthslsehen Ini.-Begtmsat Itr. 178 im Alter von 27 Jahren. Die trauernden Hinterbliebenen. Gießen, den 4. Oktober 1914. Nachruf. Für das Vaterland opferte auf dem Sck)lachtfekd sein junges Leben unser lieber Kamerad Lehrer Willi Jung. Wir verlieren in dem so. früh Dahin- geschiedenen einen treuen Freund, der sich durch sein schlichtes und offenes Wesen unser aller Liebe erworben hat. 07050 Ehre seinem Andenken. Heuchelheim, den 5. Oktober 1914. Die Altersgenossen. Am 22. September starb den Heldentod sürS Vaterland unser lieber Sohn, Bruder, Schwager und Onkel Karl Christoph Hill Reservist im 24. Lebensjahre. I0S90 Die trauernden Hinterbliebenen^ Familie Hill Elike Berg, geb. Hill Anna Wilhelm, geb. Hill. Gießen, Eltville, den 5. Oktober 1914. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Heimgänge unlcreS lieben, unvergeßlichen Vaters Zlihmts Stipp, Wer i. P. sagen wir aus diesem Wege herzlichsten Dank, Im Namen dcr trauernden Hinterbliebenen: Gg. Leipp. Leihgestern, den 3, Oktsber 1914, 10383 Todes-Anzeige. Aul dem Felde der Ehre starb auf Frankreichs Erde am 22. September den Heldentod fürs Vaterland mein innigsfgeliebter, unvergeßlicher Gatte, Vater, Sohn, Bruder und Schwiegersohn Wilhelm Grau Wehrmaun der 5. Komp, des Reserve-Infant.-Rgts. Nr. 116 im 28. Lebensjahre. Die tjeftrauemden Hinterbliebenen: Margarethe Grau und Kind !039l Heinrich Grau und Familie Heinrich Will und Familie. Treis a. d.Lda., den 5. Oktober 1014. Für die vielen Beweise herzlichster Teilnahme bei dem uns so schwer betroffenen Verluste sagen wir herzlichen Dank. Familie Gilbert. Familie Rinn. Heuchelheim, 5. Oktober 1914. FkinsicLvkise-undTM- KtttüffklllbS^eLr. Neuen Baue 7 .yamci rsi-shE (*» Metaklbetten Holzrahmcnmatra»., Linderbeil. bist. an Private. Kal. ir. Elsenraöhelfalirli, Snhl i. Tb. Tra^ersacken werden in kürzester Zeit tadellos schwarz g&förbt. J. G. Wallenfels Färberei, chom. Wasch-, Dekatur- uad Bettfedem- Reinigung-Anstalt, Fabrik n. Laden Kirchenplatz 31—23, Telephon 644. Aufträge nach ausserhalb werden prompt n-cdl gt. '9901 Nur einmalige AnzeigeI Nur einmalige Aaze tget Press-Tee aus best. Soubongieeblättern für unser [lOf.Wss Heer und Haus losort für 1 Mk. 100 GlaS erfrischenden u. erwärmenden Tee. Televh. und briest. Bestellungen sofort. Barbar**«!»-Apotheke Berlin, TcrNIr,1«ii4nmn> »4. Bitte wusichneiden! Wiederoerfäusern Rabatt. 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September in Frankreich den Heldentod fürs Vaterland mein innigst geliebter und herzensguter Mann, der treusorgende Vater seiner Kinder, unser guter Sohn, Schwiegersohn, Bruder, Schwager, Onkel und Neffe Karl Haas Landwehrmann i. d. 7. Komp. Landw.-Inf.-Regts. Nr. 116. Wieseck, den 4. Oktober 1914. In tiefer Trauer; Marie Haas geb. Rodenhausen und Kinder Familie Rodenhausen Familie H. Haas Familie R. E. Haas Familie L. Bötz Familie K. Renner ivssi Familie Wilh. Beppler. Am 22. September starb den Heldentod fürs Vaterland mein innigstgeliebter, unvergeßlicher Gatte, der treusorgende Vater seiner Kinder,unser lieber Sohn, Schwiegersohn, Bruder, Schwager und Onkel Philipp Euler Wehrmann der 5. Kompagnie Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 116 im 28. Lebensjahre. Die tieftrauernden Hinterbliebenen: Familie Euler Albach, den 4. Oktober 1914. 07019 ' Gesellschaft Turn Club. ämäi. September fhrrb unser liebes Mitglied Karl Kühl aus Frankreichs Erde den Heldentod fürs Vaterland. Wir betrauern in ihm einen teueren Freund, dem wir stets ein ehrendes Andenken bewahren werden. ,<«r,D Ter Vorstand. Nachruf. Am IS. September starb den Ehrentod fürs Vaterland unser Turnwart Herr Ludwig Zahrt Reservist im Dragoner-Regiment Nr. 1. Wir betrauern in chm ein eisrtgeS Mitglied unseres Vereins. Sein Andenken wird bei uns allezeit in Ehren bleiben. 10372 V Turnverein Haufen. Den Heldentod fürs Vaterland starb am 15. September 1914 unser lieber Bundesbruder T T7 . 103S4D Leo Vogt Fiirstl. Hohenzollern’scher Oberförster, Leutnant der Landwehr im Landwehr-Inf.-Regt. Nr. 116. In tiefer Trauer: Die Landsmannschaft Darmstadtia. Im heissen Kampfe nm des Vaterlandes Grösse erlitt unser lieber Bnndesbrnder Lehramtsassessor Dr. Christel Bär Leotnant der Reserve und Kompagnieftüirer im L.-Inf.-Regt. Nr. 116 den Heldentod. Seine hervorragenden Verdienste werden unvergessen bleiben. In tiefer Trauer: Die Philologisch-historische Verbindung. I. A.: Prof. Völzing. 10373D Todes-Anzeige. Infolge einer Verwundung am 17. September starb in Ehre den Heldentod zu Engers a. Rh. mein innigstgeliebter Mann, lieber Vater, Bruder, Schwiegersohn, Schwager und Onkel Ludwig Fink 11., Kaufmann Landwehrmann im Infanterie-Regiment Nr. 116. In tiefer Trauer: Frau Louise Fink Ww., ged. Need, und Kinder : Familie Philipp Bechthold Familie Emil Marx Familie Louis Hammel Familie Louis Deibel Familie Friedr. Need. Staufenberg, den 5. Oktober 1914. 10382 Den Heldentod fürs Vaterland starb am 22. August in seinem 23. Lebensjahr unser lieber, unvergesslicher Sohn, Bruder und Neffe Musketier Philipp Leinweber 8. Komp. Infanterie-Regiments „Kaiser Wilhelm“ Nr. 116. Die tieftrauernden Hinterbliebenen: Familie Balthaser Leinweber. "«» 9 Familie Schick. Treis a. d. Lumda, Giessen, 5. Oktober 1914. g /HU*Um 3,1 N G *2 2 o £L sf !®_ o S vj w7 0 Ö P *-> cj £=T £ C3^ £'S'§ Z n5> -Er* . i C1 P ■ g « o ^ •- n ^ c «ä *° 2 '-^ HO g g 'S .5 £ . £• ■sdr Sjs!§' ö e 3 L.-S c*«» - " "5*" v§ — -2-= s 5 t? j "fS« « je. 3 <=> c ■oifm-SS Sa« 2 f2 §£*=«*: O! t 5sc “ -Z -~SS- 2-«-^ -ZS-T^ZT-LZN ~®“§'d 5 '?N! a !«£ = _ s *i V' «=~jz _ SS-s jo P O p o ^ vgj t— O ^ >CNÄ g «Q £ .£ QJ ©9 W WÄ'ijQ w **-2 £\I H _ c tT ~ O o KL-SLZ-ö^ c- -|gfs|c|Ä'| C O £ pj &3jO o :S !h9 =C v -_. o ■£ *-» c.s^icgj^ *» ^.:p c _, c w«j* S,-*-» "sss u o . •• ■•* _ i. n .• ** p jj «st ■SÄt^SgeSswÄgi“ ~ S £ S^joS B.^CJ--E-FI * -"p* j- ** jg^< -- ö'g'2 Si. i a p> o II- s£ 3 «§ | :0 - -a c« «ff i 5®"sl Sa e -H 5' iö» p *5 *£■ .£ 5 ~ jO * w E «£- 0 - «— p «J> rt> 5* p> a. C 5 r- .__ -2 sJöS'«- a ^g So 'S *■* ;5p ff— -s ? 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