ttr. 232 Der Kletzener Anzeige» erscheint täglich, auber Sonntag?, - Beilagen: viermal wöchentlich Eießener>ja>niIi«nb>«Ner! zwennal niücbentl.KreiS: dlottsürdenllreirSiehen (Dienstag imftftreitnq); zweimal manail. kand- wirtschaflliche Seitsragen Fernsprech - Anschlüsse: iürdieSchriltleitungNZ Verlag, Geschäitsstelleöl Adresse liir Drahtnachrichten: Anzeiger Kietzen. Annahme von Anzeigen für die Tagcsnurnrner bis vormittags 9 Uhr. Erstes Blatt M. Jahrgang Samstag, 3. Oktober M r Anzeiger «ezugS» reis, monatl. 75 Ps., viertel^ jährl. Mk. 2.20; durch Abhole- u- Zweigstellen monatl, 65 Ps.; durch die Post Mk.2.—viertel- jährl. ausschl. Bcstellz. Zeilenpreis: lokal 15Ps, ausw. 20 Pi. — Haupt- schriilleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für den polit. Teil: Aug. Goetz; sür .Feuilleton', .Vermischtes' und.Gcrichts- saal": Karl stteuralh; für .Stadt und Land': Notationrdnlck und Verlag der vrühl'schen Univ.-Vuch- und Zteindruckerei R. Lange. 5chrifüeitung, Seschäftrstelle u. Druckerei: Schulstr. 7. Anzci^n"-^ H? Bech General-Anzeiger für Oderhessen Kanzösische Umsassungsversuche im Westen und Osten zurüä- geschlagen. Erfolgreiche Angriffe aus Antwerpener Vorwerke. lWTB.) Kroges Hauptauartier, 2. Cft. abds. Amtlich) Von Sem ivcstlichcn Armecflügcl wurden er- itrilkc U m fassu iigsversuche der Franzosen ab- gcwiesen. Südlich None sind die Franzosen aus ihren Stellungen gelvorfen. In der Mitte der Schlachtfront blieb lic Lage unverändert. Tie in den Argonneu vordringenden Truppen erkämpften im Vorschreiten nach Süden wesentliche Vorteile. Oestlich der Maas unternahmen die Franzosen aus Toul energische nächtliche Vor- itä f$c, dir unter schwerenVerlusten für sic zurück- geworfen wurden. Vor Antwerpen sind das Fort Wavre-St. Catharinc uitd die Nedoutc Dorpweldt mit Zwischenwerken gestern nachmittag um .'»Uhr erstürmt, das Fort Waelheni eingeschlossen. Der westlich Iirrausqeschobenc wichtige Tchulterpunkt Tcr- mondc befindet sich in unserem Besitz. Auf dem ö st l i ch e n Kriegsschauplatz scheint der Vormarsch russischer Kräfte über den Njemen gegen das Gouvernement Suwalki bevorzustchen. Denn auch am Ende dieser Woche keine Katastrophen- Nachrichten cingetroffen sind, so dürfen wir doch die Tragweite der neuesten uns vom deutschen Hauptquariier übermittelten Nachrichten nicht verkennen. Auch neuerdings sind gegen den deutschen westlichen Flügel gerichtete Umfassungs- ocrsuchc ins Gegenteil umgeschkagen, und ob sich die Franzosen heute noch südlich von Rope, also etwa bei dem aus früheren Kämpfen bekannten Noyon zu halten vermögen, ist sehr fraglich. Daß in der Mitte der Schlachtfront die Lage unverändert geblieben ist, entspricht wohl den taktischen Erwägungen unseres Gcneralstahs, Dieser setzt jetzt alle Bemühungen ein, um auf dem rechten Ostflügel die Entscheidung herbeizuführen. Mir vernehmen die erfreulicke Nachricht, daß unsere Truppen in den Ar gönnen iveiter nach Süden Vordringen, und dieser Erfolg ist wohl zu einem großen Teil der günstigen Lage zu verdanken, die sich südlich von Bcrdun entwickelt hat. Einem Angriff von zwei Seiten her vermögen die Franzosen in den Ar- gonnen nicht zu ividerstehen. Sie versuchten es dagegen, wie aus der obigen Meldung hervorgeht, mit einem Ausfall östlich der Maas, von Toul her. Wenn den Franzosen hier außerordentliche Truppenmassen zur Verfügung ständen, wären sie wohl in der Lage, den deutschen Vormarsch längere Zeit anfzuhalten, denn sie könnten das deutsche Heer in der Flanke und im Rücken erfassen. Indessen wurde der neue Ausfall aus Toul wieder mit für Frankreich schweren Verlusten zurückgeschlagen, und so darf man an- nehmen, daß es sich bei all diesen Um fas sun gsver suchen, im Westen sowohl wie nördlich von Verdun um die letzten krampfhaften Bemühungen des ermatteten französischen Heeres handelt. Dem entsprechen denn auch die Pariser Stimmungsbilder, die auf Unrwegen zu uns gelangen und uns zeigen, daß die Franzosen an Erfolge bei ihren Um- fassungsvcrsuchen selbst nicht mehr glauben. Aber auch die Belgier stehen vor dem Ende. Wenn es auch noch einige Zeit dauern mag, bis Antwerpen in deutsche Hände fällt, so haben wir bereits die angenehme Gewißheit erlangt, daß die erst seit einigen Tagen in dem äußeren Besestigungsbereich Antwerpens ausgestellten schweren deutschen 42 cm-Gcschütze sich vollauf bewährt haben. Am 28. September hatten unsere Geschütze laut amtlicher Meldung das Feuer auf die Forts begonnen! zwei Tage später, hieß es aus dem Hauptquartier, waren zwei darunter Feuer genommenen Forts zerstört. Heute wird aus dem Großen Hauptquartier zum dritten Male über die deutschen Erfolge bei Antwerpen Bericht erstattet. Und wir ersetzen daraus, daß der gewaltige Angriff von Mecheln her in den Verteidigungsgürtcl der stärksten belgischen Festung schon eine breite Bresche gelegt hat. Die südlich von Antwerpen gelegenen Forts Wawrc-St. Catharinc nebst der Redoute Dorpweldt sind bereits erstürmt, das benachbarte östliche Fort Waelhcm ist cingcschlossen. So scheint es, als ob wir in den nächsten Tagen dort, aus dem nördlichsten Kriegsschauplätze, endlich eine der folgenschweren jiegreicl)«m Entsclpff- dunaen zu erwarten hätten, die wir in der Heimat so sehr ersehnen. * . * Die Beschießung von Antwerpen. B c r l i n, 2. Okt. Dem „Berliner Tageblatt" wird aus Rotterdam gemeldet: .An der Grenze von Flandern vernimmt man den Kanonendonner. Abends sieht man in der Richtung von Antwerpen eine rote Glut, — den roten Schein eines Brandes, der in der sttähe von Antwerpen oder in Antwerpen wütet. Der „Nicnwe Rotterdanffche Courant" meldet ferner über einen mißglückten belgischen Anschlag folgende Einzelheiten: Die Belgier ließen vor einigen Tagen ein halbes Dutzend mit Sand gefüllter schwerer Eisenbahnzüge in rasender Fahrt führerlos insBlinde auf dicdeutsche Verbindungslinie losfah- r c ii und dachten, großen Schaden anzurichten. Einer dieser Züge kam in Hal an als gerade ein deutscher Truppentransport die Stadt verlassen hatte, so daß glücklicherweise imr zwei deutsche Bahubeainle dem Anschlag zum Opfer fielen. Der Zug liegt nun als eine wirre Masse bei Hal. Sojort wurden nun zwei kleiue Brücken westlich von Hal durch die Deutschen gesprengt. Die kurz darauf ankommenden wilden Züge stürzten in den Ab grund, ohne irgendwelchen Schaden anzurichten. Die Befestigungen von Antwerpen. Im „Handbuch sür Heer und Flotte", Herausgeber v. Alten, wird u. a. folgendes über die Befestigungen Antwerpens mitgeteilt: Die lange nordöstliche Linie wird parallel dem Durchstich zur Gradlegung des Fbißlauses und dem am rechten Ufer herzustcllcn- dcn, langgestreckten Haseirbaisin liegen. Tie alte Umwallung, die man nach Abschluß des Jahres 1909 glaubic beseitigen zu können, bildet den ersten Geniebezirk, während der zweite den nördlichen^ Teil der neuen Umwallung bis Fort 4, der dritte den südlichen Teil umfaßt. Der neue Fortgürtel wird in der Vervollständigung der seit 1870 gebauten, weit vorgeschobenen Werke bestehen und sich im Norden aus 4. im Osten über 8, im Süden auf mehr als 12 Kilometer Entfernung von der neuen Umwallung halten, da er über die Flußläufc der Nethe und Rüpel soureit übergrerst, daß sie Ofsensivunternchmungen nicht hindern. Der nördliche W schnitt dehnt sich von der unteren Schelde bis zum Turnhoutkcmal und umfaßt außer den Forts Starbroek, Ertbrand. Brasschaet und Schooten die Zwischenwerkc Smoutaler, Cavesten und Dryhock (4. Geniebezirk). Der fünfte Gcniebezirk erstreckt sich bis zur großen Nethe mit den Forts s'Gravenwezel, Ocleghem. Broechen, Ressel und den Zwischenwerken Andaen, Schilde und Massenhoven: der sechste Bezirk bis zur Dyle mit dem Forts Lierre, Koninghoyck, Wavre, Ste Catherine, Warlhem und den Zwischenwerken Tallaert. Bosckcheck, Dvrpveld und Düffel: der siebente bis zur oberen Schelde mit den Forts Willebroeck, Lrezele, Bornhem und den Zwischen- werken Letterheidc. und Puers. Aiff dem linken Schekdcuser sollten zwischen Doel und Stecndorp sechs Forts nnd fünf Zwischenwerke angelegt werden, um den Ring zu schließen. Vorläufig wird man sich mit den zwei Forts Steendorp und Haesdonck, sowie den Zwischenwerken Lauwcrckshoek und Landmolen begnügen, wodurch allerdings eine breite Lücke entsteht, die den Zweck des absoluten Schutzes gegen Bombardrm.cn hinfällig macht. Diese Werke bilden mit den zurückliegenden Eruybeke, Zwhn- drecht und der Deichbesestigung den achten Bezirk. Der neunte um« saßt die Forts St. Marie, la Perle. St. Philippe, Doel und Ouden- btjf sowie die alten Redvuten de Orderen und de Berendrecht, also die Werke, die hauptsächlich der Sperrung der Schelde dienen. Der Umsang der ganzen Befestigungslürie beträgt etwas über 100 Kilometer. I „Die Deutschen in Erwartung ihrer schweren Geschütze". Unter dieser Uebcrschrift bringt die Londoner „Times" folgende Korrespondenz des „Observer" vom 26. Scpteinbcv aus Antwerpen zum Abdruck: „Mit jedem Tag scheint sich die-^sieberhaste Tätigkeit uni Belgiens neue Hauptstadt zu vermehren, denn es wird immer deutlicher, daß die Deuffchen, denen durch die zahlreichen Ausfälle aus Antwerpen so viel Schaden erwuchs, fest entschlossen sind, die Festung, wenn immer möglich, zu nehmen. Die kleine, ansgezeiibnet arbeitende Fliegertruppe brachte in Erfahrnng, daß die Deuffchen, die in eurer Entfernung von zehn bis zwölf Meilen vor den äußersten Forts veffchanzt liegen, es für verlorene Mühe halten, bis nicht die großen Geschütze herbeigebracht mkd in Tätigkeit gesetzt werden könnten. Nur kosten die Vorbereitungen zn diesem Plane viel Zeit. Tie Geschütze sind in acht Teile zerlegt und es bedarf der vereinigten Kraft von 36 Zugmaschinen, um sie in Stellung zu bringen, nachdem lue besonders dafür vorbereiteten Unterlagen hergestellt sind. Man braucht tatsächlich so viel Material, um die Unterlage genügend stark zu bauen, daß Wochen vergehen, bis alles klappt. Die Geschosse wiegen über 2500 Pfund und der Schlag beim Abieuern ist so fürchterlich, daß die Arfflleristen, besonders geschulte Ingenieure von Krupp, weit zurückstehen müssen. Es wird erzählt, daß iedes Geschütz taufen*» Schüsse abieuern kann. Au vielen Punkten haben die Deutsckien begonnen, solche Unterlagen für die mächtigen Geschütze zu bauen, allein ob es ihnen gelingen wird, diese Vorbereitungen zu Ende zu führen, fft eine andere Frage. Dies wird ihnen sicher nicht gelingen, wenn der Plan der Belgier ausgcisührt wird. Worin dieser Plan besteht, müssen imr den Deuffchen zu ergründen überlassen. Der geheimnisvolle Plan der Belgier wird unseren Truppen nicht viel Kopfzerbrechen machen; den deuffchen Lesern wohl auch nicht. Ein Zeppclinschiff über Antwerpen. Amsterdam, 2. Okt. In der vorvergangenen Nacht um 2 Uhr nähette sich ein Zepv elinkren ze r von Moll aus Antwerpen, war! Bomben beim Fott Broechom ab und flog unbeschädigt wieder davon. Tie verweigerte Kontribution Brüffcls. Amsterdam, 2. Okt Tie Gefan genn ahn^d des Bürgermeisters von Brüssel soll erfolgt sein, weil er die Bezahlung der 30 Millionen Kriegs st euer verweigert hat. General v Lütffvitz hat in Brüssel eine Proklamation anschlagen lassen, daß infolge der Nicht- -bezahlung der Kriegssteuer von jetzt an die Requisitionsbons nicht mehr bezahlt werden. „Man tötet alles". Brüssel, 2. Okt. (W. B. Nichtamtlich.) Nachstehender Brief des Grasen Georges dUrsel, Leutnant im 8. belgischen Infanterieregiment, ist in die Hände der deutschen Behörden gelangt: „Ze l e, 24. Sept. Geliebte Mama! Ich habe Deinen Bffes erhalten, aber erst gestern. Ich werde zwei Briese schreiben, einen durch diffcn Courier nnd einen andern aus dem von Dir angegebenen Wege. Uns beiden geht es sehr gut, aber wir sind sehr betrübt über den Tod des armen Wolsy nnd des tapseren Henry und ich hoffe, daß diese verdammten Deutschen bald aus unserem Lande veffagt werden. Du wirst zugegen sein bei unse- ,iem Einzug jn Aiüijel, Welch ein .Fasttag! ILsdann wird sofort ein großer Vorrat von Streichhölzern nnd Feuern angelegt an Köln und überall da, wo wir durchziehen. Von nun ab keine Verwundeten und keine Gefangenen mehr. Man tötet alles. Wir sind noch sehr reich! wir brauchen noch nicht die Einkünfte von Papa. Unsere Odyssee in Frankreich und unsere Rückkehr zn Schiff erzähle ich 'Dir, sobald ich Zeit dazu habe. Schreibt mir, wie es in Brüssel aussieht, wenn möglich durch denselben Kourier. Wenn Tu Gelegenheit hast, dann besuche uns hier. Eine Million Küsse für Euch alle, aus baldiges Wiedersehen, so Gott will. Georges." M e tz , 2. Okt. (Priv.-Tel.) Jn dem Tornister eines bei Etain gefallenen Franzosen fanden sich zwei Briefe, die für die französische „Mentalität" recht kennl- zeichnend sind. Die Kernstellen folgen im Auszug in deub, scher Uebersetzung: B o u z y , 20 August 1914. Meine lieben Onkels! Bis jetzt habe ich noch nicht das Vergnügen gehabt, einen „Prusco" nieder- zumachen. stlber Ihr könnt Euch daraus verlassen: sobald wir int Feuer kommen nnd ich in guter Deckung liege, werde ich gut zielen. Ui die Freud', wenn ich so ein Scheusal ins Gtas beißen sehen werde. Denn kein Erbarmen mft solchen Kreaturen: das sind nur Wilde: unsere Verwundeten, die das Unglück haben, in ihre Händt z» fallen, werden von ihnen unter grausamen Olualen kalt gemacht. Aber webe dem. der in unsere Hände fällt! Der wird die Zeche ftir die anderen bezahlen. O. wie sehne ich mich danach, in Deutschland einzumarschieren: ich habe mir vorgniommen, in der ersten deutschen Stadt in den nächstbesten Juwelierladen zu gehen und mir einige hübsche Pretiosen ausznsuchen. Und bevor ich den Laden verkäste, will ich zwei blaue Bohnen dem Juwelier i n d e n S ch ä d e l j a g c n , das soll die ftanzösische Münz« sein, auf die er nicht mehr heranszugrben braucht. Denn man muß heute in der Tonatt reden, wie sie Anjno 70 mit uns. Ich werde ste schon ausgiebig bedienen: ich habe einige hübsck»e Zuckerchen in meiner Patronentasche, die ich sie schmecken lasten werde. Bouzy, 20. August 1914. Liebste Brüder und Schwestern! Wir sind nahe der Grenze, und mit ein paar Schritten stnd wir in Elsaß-Lothringen. Darm aber schnell nach Deutschland, daß ich Euch einige hübsche Souvenirs kaufen kann: denn wenn ich das Glück habe, dorthin zu kommen, dann muß auf jeden Fall ein hübsches Geschenk her, und zahlen werde ich mit ein paar Kugeln^ die ich dem Händler in den Kovf jage. Ucbrigens, der erste Preuße, den ich sehe, wird gut aufs Korn genommen: mit den Scheusälern muß man kein Erbarmen haben. Hoffnungslose Stimmung in Paris. Mailand, 2. Okt. Nach dem Pariser Korrespondenten d«s „Corffere della Sera" schwindet die Hoffnimg auf einen entscheidenden Sieg über die 'Deutschen immer mehr. Während mau w voriger Woche die Umgehung des rechten deutschen Flügels für sicher hielt, ist man mmmehr von der Unmöglichkeit einer schnellen Lösung der Lage durch einen Haupffchlag aus die Deutschen überzeugt und sieht jetzt nur noch eine sehr lange Dauer der Kämpf« bis zur gänzlichen Erschöpfung des Gegners voraus. Im übrigen scheint aus dm Paffser Depeschen an die italienischen Zcittmgen hervorzugehen, daß man in Paris immer noch nicht von der Annahme des Fotts Camp des Romains durch du Deuffchen unterrichtet ist. Ter Marschall von Frankreich. Bordeaux, 2. Okt. Der „Matin" meldet, daß ein ministerielles Dekret vom 29. September die Besoldung eines Marschalls von Frankreich mit 30 375 Francs festsetze, was einer Wiederherstellung dieser Würde in Frankreich glcichkomme. Das Blatt meint, daß man von diesem Entschlüsse gute Erwartungen haben dürfe und daß man. ohne daß ein Name genannt sei, wissen könne, wer im 20. Jahrhundert der erste Marschall von Frankreich sein wird. Für die neue Würde scheint General Josfre ausersehen zu sein. Mißftändc in der französischen Feldpost. Genf, 2. Okt. Das „Petit Journal" greift den Postminister Thomson an. Im Hauptpostamt lagern über zwei Millionen Sendungen für das Feldheer, die noch nicht bestellt seien. Clämcnceaus neues Blatt beschlagnahmt. (WTB.) Paris, 2. Okt. /Nichtamtlich.) Die zweite Nummer von Clemencaus neuer Zeitung „H o m m e eit chaine" wurde in Bordeaux beschlagnahmt. Norwegen und die Pariser Prcffe. K r i st i a u i a , 2. Oft. (W. B. Nichtamtlich.) „Norges Handels og Shoefahttstidende" nimmt heute Stellung gegen die rm „The Globe" und ,:Le Temps" gegen Norwegen gerichteten Angriffe. Das Blatt drückt seine Verwunderung aus, daß Blätter dieser Größe Berichterstatter nach Kristiania senden, die nichts von den BcrhälMissen verständen. Die Behauptung, daß Skandinavien Deutschland Gewehre und Pnlver liefere, sei eine Er sin düng. Was die Frage der von Frankreich geliehenen Gelder angehe, so habe Skandinavien dies immer als ein Geschäft nnd als nichts weiter bewachtet. Bon diesem tzvumts- punkl ausgehend, habe Skandinavien leine Verpflichtungen vis auf den letzten Oere erfüllt, was nicht von at I en ("eldftm den Frankreichs gesagt werden könne: somit sei sein -.erhalten in Ordnung. Wenn Frankreich darin eine Art /rwieiener Bann- Herzigkeit sähe, bedauere Skandinavien, nicht»ruber daiaui aui- mcrksam gemacht worden zu sein, skandlilavwngmi■ O«* schäfte nnt Frankreich, aleichgührg ob in lseld oder -aaren, jedoch Almosen nehme Skandinavien mcht an. Ein englisches Eingeständnis. Haag, 2. Okt. Eine amtliche englische Erllärung stellk fest daß die in einem letzthin veröffentlichten Briese mtt- geteilten unerhörten Grausamkeiten Deutscher gegen Engländer ttij UnWahrheit beruhen. Gestörte franjösische Werbearbeit. Wien, 2, Okt Aus Cetinje wird genieldet, daß ein französischer Major im Aufträge der französischen Re aierung 5000 Italiener angeworben habe, die in eineni französischen Schiff nach der montenegrinischen Küste befördert werden sollen. Die italienische Regierung erklärt, diesen Versuch vereiteln zu wollen, * * * Die Krifis in Aegypten. Mailand, 2. Okt, Das Ministerium weigert sich, die Rcgierungsgewalt des englischen Kommandanten anzuerkennen und di>' Verfügungen des Kommandanten zu veröfscntlichen. Der M i n i st e r - Präsident, der sich nach Ko n st a n t i n o p e l ein geschifft hatte, wurde von Bord zurückgeholt, Ter englische Kommandant ließ alle öffentlichen Gebäude militärisch besetzen, Auf dem Palast des Khedive ist die englische National» släggc aufgezogen, vorläusig noch neben der tiirkischen Zahne. Wie ferner die „Urtione" aus Kairo meldet, haben die eingeborenen Offiziere der englischen Besatzungsarmee gegen die Verwendung im außerägnplischen Dienst und gegen ihre Versetzung nach dem Sudan Einspruch erhoben, da ihre Kapitulationen nur für Aegypten abgeschlossen seien. Infolgedessen ist der Transport der englischen Offiziere nach dem englischen Heer widerrufen worden. Den letzten Nachrichten zuiolge sollen auch die beiden Bataillone der Eingeborenen gegen eine Verwendung in einem Kalifatskrieg vorstellig geworden sein. Die Wirkung der Tardancllensperre in Rußland. Wien, 2, Okt, Die Dardanellensperre ries in rii'sischen Handele-pmd Indastri k eisen große Eireg Ug hervor. Di lBörfen- koinitecs von Odessa, Cherson, Nikolajew >uio Rostow trachten im Verein mit dem Petersburger Börsenkomitee eine Aktion einzuleiten, um die verhängnisvolle Wirkung der Dardanellen- spcrrc aut die wirtschaftliche Lage Rußlands zu verhüten. In Odessaer Dandelskreisen klagt man über das egoistische Vorgehen Englands, das die Sperre verschuldete. Das türkische Moratorium. Konstantinvpel, 2, Okt, (W, B, Nichtamtlich.) Das Amtsblatt wird morgen ein Gesetz veröffentlichen, nach dein das mit dem 4, Oktober ablausendc Moratorium auf drei Monate mit der Maßgabe verlängert wird, daß der Schuldner 2 Prozent der Schuldsumme in zwei Monatsraten zu zahlen hat. Eine bulgarische Note an Serbien. Wien, 2. Okt. Der „Südslawischen Korresvondenz" Ivird ans Sofia gemeldet: Ter bulgarische Gesandte in Nisch hat dem serbischen Kabinett eine Note überreicht, in der der serbischen Regierung nahegelegt wird, mit Beschleunigung jenen Zuständen in Mazedonien ein Ende zu machen, die die bulgarische Oeffent- ' lichkeit in ständiaer Erregung halten und die Gefahren des Ausbruches des Volkswillens gegen die Bedrückung der bulgarischen Stammesbrüder in Mazedonien in den Bereich der Möglichkeit rücken. Der bulgarische Gesandte betonte, daß die Fortdauer der herrschenden Zustände in Mazedonien den Entschluß der Regierung, ihre gegenwärtige Haltung zu bewahren, sehr erschweren müßte und sie zwingen könnte, Maßnahmen, die sie in diesem Fälle für richtig hielte, zu treffen. Bulgarische Absage an Buxton. Sofia. 2, Okt, Dem Haupt des englischen Balkankomitees, Buxton, überreichten Mitglieder des bulgarischen Nationalkomi t e c s eine Entschließung, worin erklärt wird, Bulgarien ' glaube ott Englands gute Absichten: aber wenn Buxwns Tätigkeit : bezwecke, Haß Bulgarien Rußland umarme und Serbien helfe, > io möge Buxton erfahren, daß er sich mtr enter sehr undankbaren Aufgabe abmüht. Die Bulgare» verlassen Rumänien. Sofia, 2, Okt, Gestern trafen 200 bisher in Rumänienlebende Bulgaren ein. Sie sollen erzählt haben, daß Rumänien alle Bulgaren auffordere, das Land zu verlassen, damit sie später nicht vertrieben würden. Aus Italien. Basel, 2, Okt, iW, B, Nichtamtlich.) Ter soeben von einer , Reise nach Rom zurückgekehrte italienische Konsul gibt seine Eindrücke dahin wieder, daß an eine allgemeine Molbil-, ma chung in Italien nicht zu denken sei. Die Bolks- st immun g sei absolut nicht kriegerisch, Ueberall seien Friedensarbeiten im Gange, um die zahllosen Eiiiqewauderlen zu beschäftigen. Die Ernte sei vortrefflich ausgefallen, Italien und Baloua. Rom, 2, Okt, Die Lage in Südalbanien wird immer ernster. Die Besetzung von Fieri und Berat durch die Epirolcnbanden wird in Depeschen aus Baloua bestätigt. Der Einfall der Banden in Balona wird immer wahrscheinlicher, England und Skandinavien. Kristiania, 2. Okt, (WTB, Nichtamtlich.) Der Lon- . doner Korrespondent des „Morgenbladet" telegraphiert seinem Blatte, ihm sei amtlich mitgeteikt worden, daß die englische Regierung ihren Standpunkt in der Frage, ob Eisenerz zur Krtegskonterbande gehöre, nochmals genau prüfen werde, England täte alles, um das Wohlergehen und die Sicherheit der neutralen Länder zu stützen und die unangenehme Wirkung des Krieges zu mildern. Die schwedischen Blätter träfen aber nicht den KKrn der Frage, wenn sie nur von der Londoner Deklaration des Jahres 1900 sprächen, Portugals Sympathie für England. Lissabon, 2, Okt, Ein englischer Kreuzer ist hier angelangt und hat mit den Forts Salut gewechselt. Der Befehlshaber hat dem Präsidenten einen offiziellen Besuch abgestattet, ?lls die Mannschaft an Land ging, wurde sie mit Begeisterung von der Bevölkerung begrüßt, . , . Z englische Kreuzer versenkt. (WTB.) Berlin, 2. Okt, (Nichtamtlich.) Das „Berliner Tageblatt" meldet aus Amsterdam: Nach hier vorliegenden Nachrichten hat der k l e i n c K r e u z e r „K a r l s - ruhe" im Atlantischen Ozean 7 englische Dampfer versenkt, Auszeichnung des Führers von „U (WTB.) Wien, 2, Okt. (Nichtamtlich.) Der Kaiser bat laut Handschreiben vom 26, September dem Kapitän- leutnant W cdd igen, Kommandant des „U, 9", das Ritterkreuz des Leopoldordens mit der Krisgsdekoration verliehen, Herzog Ernst Günther zu Schleswig-Holstein, der Bruder der Kaiserin, der seit dem Beginn des Krieges im Felde steht, hat das Eiserne Kreuz erhalten. Ein Schreiben Anton von Werners. Die „Voss. Ztg," veröffentlicht ein Schreiben Anton v, W e r n e r s an die Römische Akademie von San Luca, in dem es heißt: Hochgeehrte Herren Kollegen! Mit Staunen habe ich, der ich seit dem 25, Mai 1895 als Mitglied Ihrer berühmten Akademie angehöre, das Telegramm gelesen, das Sie über die Beschießung von Reims und die angebliche Zerstörung der dortigen Kathedrale durch deutsche Truppen an unsere Akadclnie in Berlin gerichtet haben. Ob Ihnen bekannt ist, daß Reims eine starke Festung ist, weiß ich nicht: aber gestatten Sie mir. Ihnen als Ihrem Mitglied die beruhigende Versicherung zu geben, daß unsere Offiziere und Soldaten lveder Barbaren noch Mordbrenner sind und iin Mieze weder Kirchen urrd Privatgcbäude aus Mnt- ivillen niederbrenuen noch zhnnstwerke, die der ganzen Menschheit gehören, zerstören. Ich habe 1870/71 im Harrptguartier des Kronprinzen Friedrich Wilhelm von Preußen der Belagerung von Paris beigewohnt und gesehen, wie unsere Soldaten aus den Trümmern der von der französischen Artillerie zusammengeschossenen Schlösser von St, Cloud und Meudon Reste von zerstörten Krmstlverken retteten, ja, auf di« Bitte des Direktors der Porzellanmanufaktur von Sevres, Herrn Regnault, an den Kronprinzen, unter eigener Lebensgefahr im feindlichen Feuer die toertvollsten Modelle in Sicherheit brachten. Sie dürfen also, meine, Herren, überzeugt sein, daß weder der Kultur und Zivilisation noch der Kunst von den Truppen des mit Krieg überfallenen Deutschen Reiches irgendeine Gefahr droht. Wenn es aber wahr sein sollle, was holländische Zeitungen melden, daß Turm und Dach der Liebsrauenkirche in der von uns belagerten Festung Antwerpen mit Maschinengewehren und Geschützen besetzt sind, so werden Sie, meine Herren, es mit mir von Herzen bedauern, daß unsere wertgeschätzten Kollegen von der Antwerpener Akademie es unterlassen haben könnten, den dortigen Festungs- kommandantcn daraus aufmerksam zu machen, welches Unheil er durch solche Torheiten über die ehrwürdige Kathedrale und die der ganzerr Welt teuren Kunstschatze, di« sie in ihrem Innern birgt, herausbcschwört. Tie Haltung der österreichisch-ungarischen Truppen. Wi e n, 2, Okt, (WTB, Nichtamtlich.) Aus dem Kriegs- presseguartier wird amtlich gemeldet: Der Armee- Oberkommandant Erzherzog Friedrich hat den auf dem galizischen Kriegsschauplatz eingetretenen häugercn Operationsstillstand dazu benutzt, um in Begleitung des Erzherzogs Karl Franz Josef täglich das eine oder andere Korps zu besichtigen. Gelegentlich ^der Besichtigungen, die ihn nahezu mit allen Truppen der Nordarmeen in Berührung gebracht haben, gereichte es dem Erzherzog zur besonderen Freude, durchwegs einen von Kampfeslust be - seeltenGeist und trotz aller Wctterunbilden die p r ä ch - tigste Haltung der Truppen fest stellen zu können, Die Verpflegung, welcher der Armee-ober komm and an t sein besonderes Augenmerk zuwandte, hat sich überall als reichlich und tadellos erwiesen, Kriegsmaterial aller Art, insbesondere Munition, ist in vollem Ausmaße vorharrden. Die Stadt Wien an Hindenburg. Wien, 2, Okt, Bürgermeister Weihkirchner sandte an den Generaloberst v, Hindenburg zum Geburtstage folgendes Glückwunschtelegramm: Die K, und K, Reichshaupt- und Residenzstadt Wien, die in treuer deutscher Bimdesgemernschcrst mit Jubel die Nachrichten von den großen Siegen Ew, Exzellenz ausgenommen hat, sendet Ew, Exzellenz an Ihrem 67, Geburtstage die herzlichsten Glückwünsche und steht Gottes Schutz und L-egen herab ans den sieggekrönten Feldherrn unserer Bundesbrüder, Erfolge gegen die Serben. Ofenpest, 2, Okt, Aus Mitrowitza wird gemeldet: Die Truppen des österreichischen 8, Korps haben bei Raca 440 Mann serbischer Infanterie gefangen genommen. Die serbische Hauptmacht ist im Rückzüge; die österreichischen Truppen verfolgen sie. Die Beschießung von Offowetz. Kopenhagen, 2, Okt, Die Londoner „Morning Post" meldet aus Petersburg: Die Deutschen setzen die Beschießung der russrschen Festung Ossowetz fort. Der Ausgang des Kampfes ist noch ungewiß. Im schlivimstcn Falle hat aber die Festung ihre Aufgabe, den Feind auszuhalten, bis die russischen Konzentrationen beendet sein werden, erfüllt. Der Berichterstatter des genannten Blattes behauptet, der deutsche Einfall noch Rußland sn vollkommen zwecklos, (?) Unsere Zeppeline im Osten. Tho rn, 2, Okt, Die „Thorner Zeitung" erfährt von zuständiger Stelle: Nach einer Meldung des Reuterschen Bureaus soll in den letzten Tagen ein Zeppelinluft- schiff, das über Warschau Bomben geworfen hat, später bei Modlin heruntergeschossen und die Mannschaft gefangen genommen worden sein. — Es ist unzutreffend, daß dieser Zeppelin heruntergeschossen wurde, er liegt vielmehr unversehrt in seinem heimatlichen Hafen. Björn Björnson in Lyck. L y ck, 2, Oktober, Der Sohn von Björn st jerne Björnson traf kürzlich in Lyck ein. Sein Aufenthalt hat den Zweck, sich durch persönlichen Augenschein von den von den Russen verübten Greueltaten in Masuren zu überzeugen, Björn Björnson, der mit Genehmigung des Kaisers die Reise unternahm, wird von mehreren Offizieren begleitet. Ein Luftangriff der Japaner zurückgewiesen. Amsterdam, 2. Okt. Reuter meldet aus Tokio: Drei japanische Flugzeuge haben deutsche Kriegsschiffe aus 700 Metern Höhe beschossen. Die Apparate wurden an den Flügeln und Borgestellen durch deutsches Feuer beschädigt und mußten darauf zurückkehren. 3tt» Stadt rind Land. Gießen, 3. Oktober 1914. Ans dem Felde der Ehre gefallen. (Aus Dessen und den Nachbargebieten.) Oberlt, Willi, Mootz, Res,-Jnf,-Rgt, 118 aus Auerbach in Hessen, — Ernj.-Gefr, Jssy Berberich, Jstrs-Rgt. 88 aus Hanau, — Res, Phil, Will), Völker, Jns-Rgt. 88 aus Langenselbold, — Feldwebel Walther Paul Friede, Wiese, Jnf,-Rgt, 168 in Friedbcrg, — Kanonier 'Heinr, Faatz, Art.-Rgt, 25 aus Assenheim, — Landlvehrmann Emil Neuser, Jns-Rgt, 81 aus Roth b, Herborn, — Res, Wilh, Gerlach aus Philippstrin, — Oberst, Dr, August G u h t, Feld-Art,--Rgt. 47 aus Wetzlar, — Hornist Heinr, Martin, Jnf,-Rgt, 116 aus Aßlar, — Res, Wllh, Fay, Jns-Rgt, 116 aus Grüninaen, — Landwehrmmm Karl ,K ü h l, Res,-Jns-Rgt, 116 aus Gießen, — Landwehrmann Karl Boß, Jnf,-Rgt, 116 aus Alsfeld, — Res, Gg, Heinr, Klee, Jns.-Regt, 116, Altenbnrg b, Alsfeld, — Oberlt, Äug, Iacobi, 4, Landsturnibatterie, 25, Art.-Rgt, aus Darmstadt, — Res, ?ldam Dubs aus Worms-Nerihansen, — Res, Ludwig Schneider aus Krofdorf, — Res, Karl Barmann aus Erbenherm, — Landwchrmann Otto Gabriel aus Wiesbaden. — Bizeseldw, d, L, Oskar Br ug mann, 15, bayr, Jnf,-Rgt, ans Wiesbaden, ■— Heinr, Fr, Bär, Res,-Mrm,-Kol. 47 aus Groß-Karbeu, — Res, Hans Meier aus Darmftadt, — Res, Karl Pfasf, Jägerbat, ll vlus Wetzlar, — Res, Traugott Hart mann, Jns,- Rgt, 81 aus Wetzlar. ** Ritter des Eisernen Kreuzes in Hessen: Dr, Otto Thnrn in Herbstein, Ass,-Arzt im Inf-Regt, 168. Lehramtsassessor Dr. Jul. Rößler in Lcmbach, Vizefeld- webel d, R, im Jns.-Regt, 186, Oberst u, früherer Berstt-. adjut, Wolf Möller, Inf,-Regt, 116, Lt, d, R, Dr, Prenzel aus Wetzlar, Fliegerleut, Hartwich v, Wj^,. l e r aus Bad-Nauherni, Lt, d, R, Fr, H i l l c b r a n d, Ossi-,' Stellv, Pfarrer Ernst Nack im Laudlv.-Regt, 1l6, hauptO H o e l z g c n im Jns.-Regt, 124 (Sohn des Hofrats Hoelzg-n in Wetlburg), Generalarzt Dr, Duden vom 18, Rest^ Armeekorps (Sohn des verstorbenen Gcheimrats Dr, Duden des bekannten Sprachlehrers), Hauptmann und Kompag»i/ ches S ch u st e r von Wiesbaden, Albert T r i e s ch von derbach (Dillkreis), Hornist im Garde-Gren-Rcgt, Nx, Sergeant Karl Frank von Langwasser bei Ulrichstein w) 61. Art,-Regt, Unteroffizier Schupp der Maschinengetvel,.. abteilung im Jns.-Regt, 116, Osfizier-Stellv, im 53. In Regt, Karl Ziegler in Stuttgart (früher Feldwebel b-i^ 116, Jns.-Regt, Oberlt, Muhl vom Jns.-Regt. 118 Obew d, R, Alfred D a u b e r vom Feldart -Regt, 25, Major v d Sode, Hauptnraiin Secdcrer, Hauptmann Lenn-' Hauptmann v, B ri tz k e, Hauptmann v. Schölten, leutnant und Regiments-Adjutant Freiherr v, Bieqx. leben, sämtlich vom 25, Art.-Regt, Divisionspsarrer Liedicke, Ritstueister Wätjen, Adjutant der 25, Brigade, Fahnenjunker v, Le Br et vom 23. Drag.-Regt Wachtmeister Ehren Hardt vom Drag.-Regt, '24, Lbech d, R. u, Regierungsrat P i st o r, Drag.-Regt, 23, Gustav Bornemann aus Obbornhofen, Kcmd, agr,, Lt, d, R m, Jns.-Regt, 116, ** Personalnachrichten. Der Gros-Herzog hat mr 5, August d, I, dem Pfarrer Karl Peters zu Ulsa die evange! Psarrstelle zu Bechtheim übertragen, — Uebertragen wurde am 26, September d, I, den: Stellenanwärter Karl Löm inert« Bingen die Stelle des Pedellen an der Oberoealschule. zu vevven- heiur a, d, B. — Die Großherzogin hat am 1, Oktober d,F den Akstiar bei denr Amtsgericht Domberg a. Ohm Michael Röh) r i g zum Aktuar bei dem Amtsgericht Lampertheim und dn, Aktuariatsassistenten bei dem Amtsgericht Alsseld Konrad Seim zum Aktuar bei dem Amtsgericht Houcherg a, Ohm, beide mit Wirkurm vom 1, November 1914 ernannt, — Dem Weich». - steller Jakob D i t t e iv i g zu Mainz und dem Bahnwärter Heinrich Becker zu Alsfeld, beide in der Hessisch-Preußischen Eisenbahn, gemeinschast, wurde aus Anlaß ihrer Versetzung in den Ruhest« I das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Jnsckmft „U, 8 treue Dienste" verstehen, — Die Großherzogin hat am 9. I 1914 dein Gütervorsteher in der Hessisch-Preußischen Eisenbahn I gemeinschaft Heinrich Weicker zu Mainz aus sein Nachsitch» j! mit Wirkung vom 1, Oktober d, I. an in den Ruhestand vcricht , und ihm aus diesem sttnlaß das Silberne Kreuz des V e r dienst- I or dcns Philipps des Großmütigen mir der Krone verlieha,^ I ** Georg Wehr f.'Ter hessische Schriftsteller unb I Publizist Georg Wehr, der in Rüsselsheim und später »I .Hoshcim bei Worms als Lehrer bedienstet ivar, starb alsi! Vizefeldwebel im Reserve-Jitsanterie-Regimenl Nr, 118 dm Heldentod fürs Vaterland, Er wirr in weiteren Kreisen 1 bekannt geworden durch die Herausgabe einer Serie von An- 9 thologien aus dem deutschen Soldaten- und Volksliederschatz, I sowie durch Veröffentlichungen deutscher Lieoeslyrik, ** M i t Klagen über Feldpost beschäftigt sich neuer. : | dings eine Reihe uns tust dcr Bitte um Veröffentlichung jujt« I gangener Schreiben, Wir können diesen Bitten einmal des lla-1 langes der betreffenden Zuschriften, dann aber auch aus der liebet- 9 zeugung nicht wohl entsvrechen, daß manche in ihnen geäußert»: » Ansichten übers Ziel hinansschicßen und Beunruhigung und Bei- 9 sttmmung noch weiter verbreiten, als es tvegen des Arbeitens dtt I Feldpost leider schon der Fall ist. Daß man auch in leitettbtn I Heeres st eilen der lleberzeugnng sich nicht mehr verichlützi, I daß es mit der Feldpost nicht so aus sic h t, wie es sollte, je« I weist der Umstand, daß die abfällige Ansicht von der Tätisskrit 9 derselben, die unser Kriegsberichterstatter im Osten in Nr, 230 1 des G, A, äußerte, unbeatistandet die militärisä)« Zensur passiert | hat, — Einer der oben erwähnten Zuschriften entnehmm I wir unter anderem, daß der im Felde stchlldeM Sohn eines Abonnenten bis indieletztenTagedcs ®t|< 1 tembers noch keine Briefe aus der Heimat trotz aller Be- S mühirngen erhalten hat. Die Mutter des Soldaten ist aus Kummet 9 über die aus jedem Brief des soohnes sprechenden traurigen Ge- > danken wegen des Ausbleibens jeder Nachricht schwer erkrankt, — 9 Vor Wochen bereits wurde versichert, die Verhältnisse würde» i» I näckrstrr Zcit andc t Dieser Trost crsch int aber nicht inehr irrrkiam, I Ivenn ihm nicht bald die Tat folgt, Ueber die ungeheuren Tchwie- 9 rigkeiten, die die Feldpost zu überwinden hat, ist sich niemand W im Unllaren, Anderseits emvfindet aber auch jeder den Widn-1 ipruch, der zwisckrcn dem rückhaltlosen Ausgchen der Solbaten in der gemeinsamen Sache und der Erfüllung ihres heißesten Wun- iS schcs, nämlich von ihren Lieben zu hören, besteht, ** Photographiere naufdemKriegsschauplabisr Wir werden um Aufnahme nachstehender Verordnung ersucht: „Da » stellvertretende Gcneralstab der Armee hat folgendes beüiimnt: || Das Photographieren auf dem Kriegsickranplatz und in den » von den deutschen Truvpcn bcsetzteir Gebieten ist nur mit Genehm- I gung des Chegs des Generalstabes des Feldheeres' und ans Grund der besonderen von ihm erlassenen Besstmmungett gestattet. Ge-:4 suche um Zulassung sind an stellvertretenden Generalstab IIIb si'| richten. Es dürfen mir solche Ausnahmen vervielfältigt, verbreilä jl oder veröffentlicht werden, die dem stellvertretenden Gencralstac,1 zur Prüfftna vorgelogen haben und von ihm ffeigegeben sind, Icdn Veröffentlichung ist eilt mit der Presseabteilntig des stellverlretatdei) U Generalstabs vereinbartes Kennzeichen beizufügeir. Die gleichest Bestimmungen gelten für kinematographiiche Austrahmeu, D« V Tätigkeit von Photographen und Berichterstattern N ohne Ausweis des Generalstabes ist zu verhindern," ** Einschränkung des Petroleum- und Kohlt' Verbrauchs, Da die Einfuhr von Petroleum in den äuge»- S blicklichen Kriegszeiten gänzlich ansgehört hat, Deutschland astr nur wenig Petroleum erzeugt, ist dieses Leucht- und Heizmittel vt- reits knavv geworden und im Preise gestiegen. Es steht zu erwarten » daß die Prerssteigerrmg, je läirger der Krieg dauert, weiter an- » hält und eine noch nicht dagewesene Höhe erreichen wird. Des- ■ gleichen sind die Preise aller Heizöle, insbesondere, des! aus | Steinkohlenteer erzeugten Teeröls, angezogen, da an diesen Oeler - f die kaiserliche Marine einen außerordentlich hohen Bedarf W I Weiterhin wird für den kommenden Winter, wie das Kohlensstn-! I dikat bereits angekündigt hat, auch die Hausbrandkohle etm 1 Preissteigerung ersabren. Es liegt deshalb im Ivirtschastl, Jnlrrrw > aller Industriellen, Gctverbetreibcnden nnb Haushaltungen, wtlm I Heizöl zum Härten und Säten usw,, Petroleum für Beleuchtung» und zum Kochen, sowie Hausbrandkohlen für den .Küchenherd ge- l brauchen, diese Mittel durch Elektrizität, Gas bezw, Gas -! > k o k s zu e r s e tz e n. Weder der elektrische Strom noch Gas noch der f aus Gaskohle erzeugte tbaskoks tverden in den Städten durch der J Preisausschlag verteuert werden, Tie elektrische sowie die Ga»- I beleuchtnng sind billige Veleuchtungsarten, Ter Neinstückige Gas,- koks kann en'abrungsgemäß in den allermeisten Koblenherden a>- » Ersatz für Hausbrandkohlen verwandt werden, ohne daß die Hero- » platten unter der Hitze leiden, Kreis Lauterbach, /X Schlitz, 2, Okt, Nach einer Mitteilung des KreisauüS;» findet die landespolizeiliche Wnatmre der Nenbausireckc Schütz, l Niedcr-Aula nunmehr am Mitttvoch, den 14, Oktober, statt, Dus" ; I den Ansbruch des Krieges l)at sich die Ferttczstellung des Oberbauec insolgc Einstellung vieler Arbeiter zum gseerc etwas verzoll^ ; Dre Inbetriebnahme dieser Teilstrecke war ursprünglich aul : I August festgesetzt, ,, - ! § Aus dem oberen Vogelsberg, 1, Okt, j jährige Kartoffelernte hat mm auch ihren WsÄußS^ £ sunden. Der Ertrag steht dem des vorjährigen sehr nach, Wabren man im vorigen Jahre auf einen Sack Steckkartoffeln achtSao ^ ernten konnte, erhielt man in diesem Jabre mir fünf, Dü Knou srnb nicht ganz zur Reife gekommen. Das beweist die Umncnp llciner Kartoffeln, die geerntet tvnrden. Kreis Friedtzerg. i- Friedberg, 2. Oft. Der hiesige Vorschuß- und ?! ditverein feierte sein 5l)jähriges Bestehen. Bon fcj größeren Feier sah inan wegen des Krieges ab. Dagegen a der Verein eine Jubiläumsschrist heraus, die ein lebendiges I von der Arbeit desselben wahrend des ersten Halbjahrhundcrts t. Hcssen-Nassnu. I □ Eschwege a. b. SB., 3. Oft. (Drahtber.) Heule früh «>en aus dem Kalischacht „Preußen" der deutschen Kaliwerke », >er Ortschaft Bernterode auf dem Fuchsseld durch herab- >:endes Gestein drei Bergleute getötet und eurer le- « sgefährlich verletzt. Sänrtliche Verunglückten waren eiratet. s sl Marburg, 2. Oft. Eine ganze Anzahl Angehöriger un- c Universität, darunter auch Privatdozent, der Stabs- der Reserve Prof. Dr. Kirchheim, haben bereits den Heidenaus dem Schlachtfeld gesunden. Andere sind mehr oder >oe- i t verwundet. Wie lociter bekannt wird, sind auch bereits viele j rburger mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet, u. a. drei Söhne Handelskammermitgliedes Kommerzienrat Schäfer m. Kirchhain, 2. Oft. Die Staatsbeihilie zu der O h m - ,ulierung, die bisher in Höhe von 50 Proz. vorgesehen. , ist auf 60 Proz. erhöht worden. — Die kleine Gemeinde I ufebach hat für das Rote Kreuz 226,50 Ndk. gesammelt und die hiesige Sammelstclle abgeliefcrt. — Das Eiserne Kreuz elt Stadtsörster Fehl mann von Rauschenberg. — Die jährige Kartoffelernte ist in jeder Beziehung gut zu nennen, rntct wurden durchschnittlich auf einem Morgen 38—40 Sack. vermischte». * Prinz Joachim an einen Reg, m entskame- d en. Ter in einem preußischen Garderegiment dienende Lernt Kummer, der verwundet bei seiner Schwester in Tep- z wohnt, hat von dem Prinzen Joadtzin von Preußen, der seit Jahren kennt, aut seinem Brief eine Antwort erhalten, der es heißt: Gott gebe, daß Sie bald wieder gesirnden, um ruhmgekrönt n Potsdam einzuziehen Bon wem werden Src gepflegt? Das iltc stolze l. (tzarderegiment hat bewiesen, daß es zu siegen ind zu sterben bereit war. Kummer, nwnn ich Ihnen irgendwie wlfen kann, so will ich cs gern tun. Sie wissen, daß wir beide inmer für Schwung im Dienst waren. Auch ich bin stolz darauf, ür das geliebte Vaterland verwundet zu sein und bedaure nur, licht mit dem Regiment sein zu bürten. 2hm erhalte Sie Gott. Ihr ergebener Joachim v. Preußen. Tie erste Hindenbnrg-Slrahe in Grobberlin, r Mariendorfer Haus» und Grundbesitzer - Verein hal vor- chlagen, die dortige Chanfleesiaaße in .Hindenburgsiraße' um- auftn. ' Ein norwegischer Dampfer gescheitert. In c Nähe von Wilby ist am 29. September der norwegische riupter »Best landet' gescheitert. Bon der ans 71 Man» behende» Besatzung konnten 2V in ein Boot anigenommen werde», dem sie zwei Tage lang bei Sturm und Kälte umbcrtrieben. Das rot ist am TonverSlag abend in Hoborg angekommen. Vier I ann waren inzwischen vor Erschöpfung gestorben. Wclteraussichten in Hessen am Sonntag, de» 4. Oft. :üb und wolkig, südwestliche Winde, zeitweise Regensälle. 1211: Letzte Nachrichten. ** Eine vorläufige Verlustliste der neunen Koinpagnie des Infanterie-Regiments i t. 116 bis zum 16. September ist dem vertvnndetien cmpttnann Wolf vom Feldwebel aus dem Felde zu- egangen. Sie liegt auf der Bürgermeisterei zur Einsicht- ahme offen. * Dom Hansatmnd lWTD.t Berlin, 2. Oft. (Nichtamtlich.) Der Han fall n d berief aus Anregung der Potsdarner Handelskammer zu ! freitag abend eine Besprechung ein. Die von Vertrauensmänncrn I us allen Teilen Deutschlands besuchte Versammlung beschloß I inftimmig, für das Deutsche Reich während der Dauer des Krieges u Schutz und Förderung der Interessen von H Dr. Leidig. Die anwesenden Vertreter der Hmisbesitzer-Organi- l ationcn erklärten, in ernstem Zusammenwirken mit der Kriegs- I zentrale arbeiten zu wollen. Die Kriegszentrale hat unverzüglich J bre Tätigkeit durch Einsetzung von Ausschüssen ausgenommen. Der Ausschuß zur Bekäinpsung der Kredimot begann unter Vorsitz von Professor Krüger (Charlottenbnrgt sofort seine Arbeit. | Das Eiserne Kreuz 1. Klasse. S t r a ßb u rg i. E., 2. Okt. (WDB. Nichtamtlich.) Wtzaen I hervorragend tapferen Verhaltens vvr dem Feinde wurden . Oberst Mathis (inzwischen an einer Verwundung gestor- benß Major Eonsbrucb und Hanpttmrnn Nelle, sämtlich vom Infanterieregiment Nr. 136, vom Kaiser durch die Der- leihung des Eisernen Kreuzes 1. Klasse ausgezeichnet. Aus der Provinz Posen. Berlin, 3. Okt. Das „Berliner Tageblatt" erfährt, daß der vreußische Kultusminister angeordnet habe, daß in der Provinz Posen dort, wo Lehrermangel besteht, Geistliche polnischen Religionsunterricht erteilen sollen. Zum 75. Geburtstag Hans Thomas. (WTB.) Karlsruhe, 2. Okt. (Nichtamtlich.) Ter Großherzog ernannte Hans Thoma, der heute seinen 75. Geburtstag feiert, zumWirklichenGcheimenRat. Dir Entscheidungsschlacht im Osten. London, 3. Oft. Ter Berichterstatter der „Times" meldet aus Petersburg, daß die russische» Militärsachverständigen annehmen, Polen werde der Schauplatz der größten Schlacht dieses Krieges werden. Tie Deutschen hätten anscheinend das Vertrauen, daß sie in dieser Schlackst siegen werden. Jedenfalls seien die neuen und großartigen Pläne der Entscheidungsschlacht nicht mehr fern der Ausführung. Dir militärischen Leistungen Deutschlands. Dien, 2. Okt. «WTB Nichtamtlich Tie „Zeit" be- rechnet, daß Deutschland auf sechs K r i e g s s ch n u vlätzcn tätig ist und überdies mit unausgesetzter Wachsam, feit seine Nordgrenze zu schützen, gegebenenfalls Vorstöße des Feindes abzuwehren oder eine Blöße, die er sich gibt, rasch auszunützen hat. 'Wenn man überblicke, nach wie vielen Seiten und mit wie gewaltigen Mitteln die deutsche Kriegs- fnhriing arbeite, erhalte man ein Gesamtbild militärischer Leistungen, wie sie eine einzelne 'Nation überhaupt noch nie nials, seit es eine Staatcngeschichte gibt, vollbracht hat. Bon der Vaterlandsliebe, denr Opfermut und der hingebenden Tapferkeit, die das deutsche Volk in dieser schweren Zeit betätigt, iverden spätere tzleschlechler mit Bewunderutt-g erzählen. Ter wirtschaftliche Krieg. i. Köln, 3. Oft. Die „Köln. Ztg." meldet aus Dresden: Ich erfahre aus hervorragenden Kreisen der sächsischen Industrie, daß man daselbst über den in Poris beschlosienen Boykott der deutschen und österreichischen Waren sehr'kühl 'denke. Man versichert' mär, die deutsche Jiioustn'e werde durch diesen Boykott voraussichtlich nur Nutzen haben, da eine Wieder- vergcltnng in der .Fernhaltung französischer Waren vom deutschen Markte sehr naheliegend sei, die nmn jetzt in Deutschland in gleicher Qualität herstelle, die aber noch immer von Frankreich bezogen loorden seien, weil sie die Marke „Paris" trügen. Ucbrigens habe Frankreich nach dem Kriege von 1870 71 einen ähnlichen Beschluß gefaßt, ohne ihn durchführen zu können. Die Brrsorgnng des franzSsischen Heeres mit Wintcrkleidung. (WDB.> Paris, 2. Oft. -Nidstamtlich.) Tw Blätter bringen einen amtlichen Aufruf des Devartements-Hilssdicnstes mir der Bitte nm W int er kl ei düng für die Soldaten. Ter Kriegs- mmister hat einen Befehl erlassen, nach loclchem alle neu einbe- rnfcnen, bereits erngezogenen oder ins Feld zurückkehrenden Mannschaften sich auf eigiene Kosten nicht nur, wie bereits früher befohlen, mit Schuhwerk, sondern auch mtt wollener Unterkleidung versehen sollen, nämlich: zwei Flanellhemdcn, zwei Trikotnnter- hosen, einer Unterjacke, einer Leibbinde, zwei Paar wollenen Socken, einer wollenen Decke und ein Paar wollener Handschuh«. Bei her Ankunft beim Regiment erhalten die Leute die Kosten vergütet. Indische Truppen in Marseille angekormnen? «WTB.) Marseille, 2. Okt. (Nichtamtlich.) Dem „Petit Marseillais" zufolge nahm der Konrmandierende General des 15. Jnspcktionsbezirkes an Dienstag eine Parade über dort angc kommene indische Truppen ab Aus Antwerpen. Beul in, 3. Okt. Einer Rotterdmner Meldung des „Berliner Lokalanzeigers" zufolge wird die belgische Regierung einen großen Teil der Bevölkerung Antwerpens, wvhrsclzeinlich rund 20 000 Familien, aus der Stadt entfernen. Die Mehrzahl soll nach Holland gebracht werden, wv große Vorbereitungen für die Aufnahme getroffen sind. Aus Lüttich. B e r I i n, 3. Okt. Dem „Berliner Lokalanz." zufolge hat der deutsche Kommandant in Lüttich verfügt, daß in den Gemeinden zwischen Lüttich und Bisse und in Lüttich selbst die Volks schulen wieder geöffnet werden. Der Unterricht wird in gewohnter Weise von belgischen Lehrern und Lehrerinnen erteilt. Der örtliche Poftverkchr in Belgien. (i) Köln, 3.Okt. Die „Köln. Bolksztg." meldet aus Brüssel: Die Absicht des Deutschen Generalgouvernements in Brüssel, den örtlichen Po st verkehr wieder zu organisieren, scheiterte vorläufig an der Weigerung der belgischen Briefträger, den Dienst wieder aufzunchmen. Unter diesen Umständen ist die Absicht einstweilen nicht durchzuführen. Die englisch-französischen Herausforderungen vor »en Dardanellen. i. Köln, 3. Oft. Die „Köln. Ztg." meldet aus Konstan- tinopcl: Wie das Regicrungsorgan „Tauin" mittcilt, sind die Dardanellen geschlossen worden, nachdem am Samstage die sich in den klcinasiatischen Gewässern aushaltenden englischen und sran züsischcn Kriegsschissc in' den Territorialgewässern nicht nur Handelsschiffe, sondern auch türkische Torpedoboote an- hielten und ihnen befahlen, sich in die Meerenge zurückzuziehcn, sonst würden sie in den Grund gebohrt. Die Kricgs- fchisse der Verbündeten vcrsolglen die Torpedoboote und näherten sich dabei der Einfahrt der Fahrrinne in solchem Maße, daß der S t e l l u n g s ko mm a nda n t die sofortige Sperrung der Dardanellen für an -- gezcigl hielt. Der „Tanin" fühtt aus, die Anwesenheit der Kriegsschiffe in diesen Gewässern beweise das Mißtrauen der Verbündeten, das diese gegen dir Türkei trotz deren völlig korrekter Haltung hegten. 'Also empfehle es sich, die Dardanellen vor dem Ende des Krieges überhaupt nicht wieder ju öffnen, damit die Sicherheit der Türkei unter allen Umstanden geioährleisttt sei. Die Deutschen in Kanada. Berlin, 3. Oft. Stach einer New Dorker Meldung des „Berliner Tageblattes" haben die zahlreichen in Kanada lebenden Deutschen zahlreiche Belästigimgen zu erleiden. Biele sind vev- hastet worden. Ta 20 Prozent der Bevölkerung Kanadas Deutsche sind, so ruscn diese Maßnahmen große Erregung hervor. England und die skandinavischen Länder. i. Köln, 3. Oft. Die Köln. Ztg. meldet aus Stockholm: Die englische Legation teilt offiziell mit: Da 'Angaben in den drei skandinavischen Ländern im Umlauf waren, wonach die Groß- britannische Regierung beabsichtige, eine m a r i t i m e B a s i s in Dänemark oder Norwegen vorzubereitc», ist die englische Legation erniächtigt zu erklären, daß alle solchen Angaben grundlos seien, urch kategottsch zu dementieren, daß Großbritannien irgendwelche Absichten gegen eines der drei skandinavischen Länder habe. Eine Acußerung von Lord Roberts. Berlin, 3. Oft. Aus Rottettdam wird hierher berichtet, daß Lord Robetts in einer englischen Zeitung zur Edelmütigkeit ermahnt. Wenn wir 'Anschuldigungen gegen deutsche Soldaten lesen, sagt er dann, müssen wir bedenken, daß auch gegen unsere tapferen, in Südafrika kämpfenden Soldaten unwahre Anschuldigungen geäußert wurden. Laßt uns jedenfalls die eigenen Hände reinhalten und die Deutschen so bekämpsen, daß wir außer Ihrer Zuneigung auch ihren Respekt gewinnen. Die Kämpfe mit den Serben. (WTD.) Wien, 2. Oft., vormittags. lNichtauttlich.) Amtlich wird bekaimt gegeben: Unsere in Serbien befindlichen Truppen stehen seit zwei Tagen im Slngriffskampf. Bisher schreitet die eigene Offensive gegen den überall in stark verschanzten und mit Drahthindernissen geschützten Stellungen postietten Gegner zwar langsam aber günstig vorwärts. Mit der Säuberung der von serbischen und montenegrinischen Truppen und Irregulären beunruhigten Gegenden Bosniens ist energisch begonnen worden. Hierbei wurde gestern ein komplettes serbisches Bataillon umzingelt und entwaffnet und als kriegs- gesgngen abtransporttert. Die von den Serben verbreitete Behauptung über die Dernichtting der 40. Honveüdivision ist ein neuerlicher Beweis der lebhaften serbischen Phantasie. Diese Division befindet sich, wie die Serben sich zu überzeugen in den letzten Tagen nnederholt Gelegenheit hatten, in bester Verfassung in der Gesechtsfront und nahm ebenso wie bei Vrsegrad auch an bat Kämpfen der letzten Woche rühmlichsten Anteil. Potiooek, Feld- zeugmeister. , Aufstand in Neu-Srrbien. (WTB.) Konstantinopel, 2. Oft. Der „Ottomanische Lloyd" veröffentlicht die Mitteilungen eines in Dcdeagatsch eingctroffenen Muselmanen, nach denen die Muselmanen in Dscha- kova. Jpek, Pttzrend, Uesküb und Katschanik die Waffen gegen die Serben erhoben haben und 3 Divisonen gebildet haben sollen. Die Serben hätten den etwa 90 000 Mann starken Sllbancsen 3 Bataillone entgegengestellt. Diese seien von den Albanesen umzingelt und 2 Bataillone ausgerieben worden. Die Albancsen- führer seien mit 20000 Mann gegen Uesküb gezogen und hätten die Stadt zur Uebcrgabc ausgesordert. Die Albanesen von Mo- nastir hätten sich mit den Bulgaren verbündet. Bulgarische SRiuden hätten den Belgischtapoß besetzt, um den Durchmarsch der Epirotcn nach Mazedonien zu verhindern. Gelegentlich einer serbensreundlichen Versammlung in Monastir sei es zu einem Zusammenstoß gekommen, wobei 12 serbisckw Gendarnicn getötet worden sind. (Nichtamtlich.) Aus Albanien. >SBTB.) Valona, 3. Oft. (Nichtamtkickr) Epirvtische Frei- UÄligc imtcr dem Befehl von Leontokanski und eine Abteilung rwn 500 Mann unter Kapitän S3ardaw haben Berat besetzt. Die albanische Regierung wist eine Expedition zur Befreumg der Stadt entsenden. «(WTB.) D u r a z z o, 2. Oft. Nichtamtlich.) E s s a d Pascha ist vor einigen Tagen in Tirana angekommen. Die Be Völkern «wz hat ihn sehr kühl empfangen. Die norwegischen Zollrinnahmen. (SDTB.) Kristiania, 2. Okt. lNichtamtlich.) Die Zolleinnahmen des norwegischen Staates seit Kriegsausbruch weisen bisher einen Rückgang von N/z Millionen Mark gegen die gleiche Zeit des Voriahres auf. Lichtspielhaus Aus dem nQuen Programm: Die Zirkusheldin grandioses Schauspiel in 3 Akten 10315» ferner noch Naturaufnahmen,Lustspiele usw. Saal 4 S, Meiilians' Durch die uns in so überreichem Maße gesvendetcn Liebesgaben u. freundlichen Besuche sehen wir uns veranlahl, den braven Gebern aus Gießen, Rodbeim, Bieber und Beyberg auch aui diesem Wege uniern beibetten Dank auszusvrechen. Die zurzeit im Siechenhaus, Saal 46, untergebrachten Verwundeten ^ Oie graOen Eriolge unserer Truppen können mir dann in gleichem Mahr iortichreiten, wenn unlcre braven Kämvier srisch und krustig erhalten bleiben. Sendet ihnen daher als Liebesgabe Schmeitzer's Bouillon-Würfel mit reichem Zusatz von Fleischertrakl bergettrllt. 20 Schweiber S Boulllon-Würiel in Blcchschachlcln und vcrschrislsmäbiger Feldvottbries-Bervackung kosten Mk. t.—einschliebllch 'Porto und und in allen einschlägigen Geschäften versandbereit erhältlich. 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Die Verkäufer haben den Preis mit Angabe der Menge, auf die er sich bezieht, durch einen sichtbaren Anschlag an der Verkaufsstelle zur Kenntnis jzu bringen. Wer den festgesetzten Höchstpreis überschreitet, wird nach dem Reichsgesetz vom 4. August 1914 mit Geldstrafe bis zu 3000 Mk. oder im Unvermögensfalle mit Gefängnis bis zu 6 Monaten bestraft. Gießen, den 1. Oktober 1914. _ Der Oberbürgermeister: Keller. 10299B Prifatahp Nr. 25 sollen bem Regiment durch Automobil direkt überbracht (werden. Die Sendungen (auch Briese) sind mit genauer Adreffe des im gelbe stehenden Empfängers bis zum 12. Oktober »u senden an das Ersatz-Bataillon des Pionier-ReaimeutS Rr. »8, Mainz Kattel.10325 D Quittung. afftt die Pflege der Verwundeten unserer Marine srendeten weUer solgende Beträge: Ungenannt 10 Mk., Rud. Jung 5 Mk., Heinrich Kolb 5 Mk., Psarrer Köhler, Billingen 10 ML Pfennigbüchse der Volksschule Steinheim 4>urch Lehrer Bevvler 5 Mk., Schutzmann Link 5 Mk., eine Lehrerin 3 Mk., Ungenannt 10 Mk., desgl. 5 Mk., ^Oberlehrer Dr. Richter 3 Mk., Kricgssreiwilliger Ramge >K50 ML, Pros. Schaumann 10 Mk., die Klaffe ITIa2 der höheren Mädchenschule 12 Mk., Kriegerverein Reiskirchen "durch Pfarrer Sie. Gombel 30 Mk., zusammen 110L0 Mk.: mit den früheren Spenden von 1883,10 Mk. gingen in, ganzen ein: 1802,66 Mk Den gütigen (vebern herzlichen Pros. Völring, Goethestratze 19. ganzen Dank) Ortsgruppe Giessen. Das Verpacken, Schreiben und Adressieren von Feldpostsendungen besorgt bereitwilligst und unentgeltlich Montag,Mittwoch u.Freitag, 9—11 Uhr vorm., Süd-Anlage 411 . Ei) krau krok 688 vr Kalbfleisch. (staatlich kouzese. höhere Privatschule) IndlTtdnell. Unterricht in allen Fächern der Ober-Realschule des Gymnasiums und Realgymnasiums. 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Js. an die Schulleitung, Kirchstratze 16. Gießen, am 16. September 1914. s0897v Für den Aussichtsrat: Die GroßH. Schulleitung: Dr. Krausmüller. Traber. Kttsiimnische Fachschule, (Siefien staatlich anerkannte UntcrrichtSanstalt. Der Unterricht in unserer Anstalt beginnt Montag, den 5. Oktober, abends 7»/, Uhr, im Schulhause der Sladtknabenschule — Nord-Anlage 8. Es werden deshalb die Schüler und Schülerinnen ausgefordert, an genanntem Abend pünktlich erscheinen zu wollen. 10 M 91 ) Gießen, den 2. Oktober 1914. Die Schulkommisfion Hyazinthen Tulpen \arzissen [99 CrocuN Schneeglöckchen Scilla u. a. sind in Ia. Qualität eingetroffen und empfehle solche zur Zimmerkultur sowie zur Bepflanzung v. Beeten und Grabstätten. Reiche Sortenwahl. Preisliste gratis. Heinr. 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